Nr. 297 Erstes vlaü 182. Jahrgang Samstag, 17. Dezember 1932 (5rla)etnt tägltd), außer Sonntaqs und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild Die öcholle Monatr-vezugLpreir: Mit 4 Beilagen WLt. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251. Anschrift lür Drahtnachrichten Anzeiger Siehe«. Postscheckkonto: fironffurt am Ulain 11686. GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen VrrS vnv Verlag: vrilhl'sche llniverfitätr-Vuch' und 5teindruckerek R. Lange in Gietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchnlltraße 7. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für | mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20u , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THynot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den An. zeigenteil i. D. TH.Kümmel sämtlich in (Biegen. Aothelser der Nation. Der erste große Erfolg des Reichskanzlers von Schleicher mar taktischer Natur, es gelang ihm, das Parlament zur Vertagung der ent,cheidenden politischen Aussprache bis noch dem Fest zu bewegen. Ein Erfolg, der den Ches der neuen Regierung allerdings der Möglichkeit beraubte, wie üblich von der Tribüne des Reichstags sein Programm zu verkünden. Sobald die ersten Wogen der Erregung über die Regierungskrisis und ihre wenig erfreulichen Begleiterscheinungen verebbt waren, also durchaus im psychologisch richtigen Moment, hat der Reichskanzler diese Aufgabe nochgeholt und sich durch den Rundfunk direkt an dos Volk gewandt. Aber durch den gleichen Rundfunk, der uns im Laufe dieses ereignisreichen Jahres so manche scharfe Kampfrede der Reichskanzler Brüning und Popen übermittelt hatte, hörten wir diesmal die gelassene, selten einmal schärfer betonte Stimme eines Mannes, der glaubt, mit Ironie und Sarkasmus, den spitzen Waffen des diplomatischen Fechters, vorerst auskommen zu können. Aus dem Munde des Generals, den nur bittere Not zum Reichskanzler gemacht hat, tönt uns schon nach den ersten Sätzen die Versicherung entgegen, daß er ge- willt ist, nicht das Schwert, sondern den Frieden zu bringen. Nicht in der Toga des Diktators tritt der Vertreter der Wehrmacht als politischer Führer vor die Rampe, er will nur Nothelfer der Nation sein, der sich für sein Wirken als überparteilicher Sachwalter der Interessen des ganzen Volkes nur eine kurze Uebergangszeit gesetzt hat. Und schon diese erste Rede des neuen Reichskanzlers ist überall der Ausdruck des Willens, Del auf die Wogen zu gießen, neue Delst.mmungen nicht groß werden zu lassen und den Kampf zu meiden, solange er ihm nicht ausgezwungen wird. Daß er gegebenenfalls zum Aeußersten entschlossen ist darüber läßt er in knappen, aber entschiedenen Bemerkungen nicht den geringsten Zweifel. Aber daß unser Volk vor allein andern Ruhe braucht und das feste Vertrauen in die Stetigkeit der politischen Verhältnisse, um nach dem Abschluß der Deflationsperiode olle Kräfte für d:e Wiedererhebung aus dem Tal des Wirtschaftsoerfalls oinzusetzen, diese Erkenntnis muß das ganze Tun und Lassen eines politischen Führers beherrschen, dessen Programm nach seinen eigenen Worten aus einem einzigen Punkt bestehl: „Arbeit schaffe n!" Das war an sich natürlich auch schon das Ziel seiner beiden Vorgänger an der Spitze präsidialer Regierungen, aber Brüning unterstellte alles der einen Aufgabe, das Terrain für die große Auseinandersetzung über Reparationen und Abrüstung oorzubereiten',' Popen suchte neben der Wirt- schastsankurbelung auch noch die großen oerfassungspolitischen Probleme einer Lösung im Sinne seiner feftgcg.ündeten konservativen Staatsauffassung entgegenzuführen, und beite erschöpften sich schl.eßttch in einem ihnen aufdezwungenen innerpolitischen .Kampfe von beispielloser Schärfe und Erbitterung, der den Zwecken der Wirtschaftsbelebung und Ar- bettsbeschaffung nicht förderlich sein konnte. Trotzdem hatte Reichskanzler von Schleicher zehnmal Recht, als er in seiner Rede, die auch Brünings Verdienste um die Vorbereitung der außenpolitischen Erfolge dieses Jahres warm anerkannte, für seinen ehemaligen Kabinettskoll^gen von Popen Gerechtigkeit forderte, dessen Wirtschaftsprogramm in feinen Grundzügen durchaus richtig war, aber als ein sog. Einjahresplon nach einer Anlaufszeit von wenigen Monaten, die zudem durch die Erregung des Wahlkampfes unliebsam gestört war, in seinen Auswirkungen noch nicht annähernd beurteilt oder gar schon verurteilt werden kann. Es ist denn auch erfreulich, daß dieses Programm in seinen wesentlichen Teilen vom neuen Kabinett, dessen Bestand ja in den maßgebenden Ministerien kaum eine Veränderung erfahren hat, beibehalten werden soll. Dazu steht nicht im Widerspruch, wenn Dinge, die wie die sog. sozialpolitische Ermächtigung oder die Verordnung zur Vermehrung und Erhaltung der Arbeitsgelegenheit mehr Beunruhigung und Unsicherheit als wirtschaftliche Erfolge gezeitigt haben, künftig in Fortfall kommen werden. Statt dessen ater soll die Beschaffung öffentlicher Arbeiten wesentlich erweitert und schneller vorangetrieben werden. Darin treffen sich die Wünsche der Gewerkschaften und der Gemeinden mit der Auffassung des neuen Kanzlers, der diesen Wünschen durch die Ernennung eines besonderen Reichskomm ssars für Arbeitsbeschaffung in der Person des bisherigen Präsidenten des Deutschen Landgemeindetags, Londrat a.D. Dr. G e r e f e, Rechnung getragen hat. Es biegt aber in der Richtung der Beibehaltung des bisherigen wirtschaftspoliti- tischsn Kurses und ist geeignet, begreifliche Befürchtungen vor Rückfällen in sozialistische Experimente vergangener Jahre zu zerstreuen, wenn Reichskanzler von Schleicher Aufwendungen aus öffentlichen Mitteln für Luxuszwecke, wie sie sich vor allem unsere großen Kommunen rwe Berlin, Köln, Frankfurt u. a. in den goldenen Zeiten ungehemmten Zustroms von Auslandanleihen geleistet haben, ausdrücklich ablehnt und für die öffentliche Arbeitsbeschaffung den gesunden Grundsatz aufstellt, daß die Vergebung dieser Arbeiten an freie Unternehmer der Ausführung in eigener Regie der öffentlichen Hand vorzuziehen sei. Uferlose Kreditausweitungs- pläne, wie sie gelegentlich immer wieder im Zusammenhang mit der öffentlichen Arbeitsbeschaffung auftauchen, soll die Mitarbeit des Reichsbankpräsidenten Dr. Luther, den Schleicher mit Recht den Gralshüter der Währung nannte, in ein solide eingedämmtes Bett leiten. Das Ziel der Forderung einer gesunden und leistungsfähigen Privatwirtschaft kommt wie hier, so auch in der scharfen Kampfansage des Kanzlers an die in ihren Folgen verheerende Suboentionspolitik zum Ausdruck. Der Kanzler findet sich in dieser Anschauung Das Kabinett Schleicher an der Arbeit. Oie nächsten Notverordnungen werden vorbereitet. Oie heutige Kabinettssitzung. Berlin, 17.Dez. (TU.) Das Reichskabinett ist am Samstagvormittag zu einer Sitzung zusammengetreten. 3m Vordergrund der Beratungen stand die Durchführung der Winterhilfe, die Gegenstand eingehender Beratungen der zuständigen Ressorts gewesen ist. Weiter dürften, wie die „5>2L3.“ erfährt, h a n d e l s p ol i t i s che Fragen erledigt werden. Vielleicht kommen hierbei auch die Pläne des Beichsernährungs- ministeriums auf „fettr>olitischem" Gebiet zur Sprache. Schließlich sollen die Notverordnungen der nächsten Woche verabschiedet weroen, deren Inhalt in erster Linie die Aufhebung der PressezwangHbestimmungen und der Sondergerichte bildet. Hinzu trete die Verlängerung des Republikschuhge- s e tz e s. Aus dem alten Gesetz würden nur die Bestimmungen über den Schuh der Staatsform, der Rcichsfarben und der Minister wegen Beleidigungen usw. übernommen. Der Rest des Gesetzes werde vermutlich Wegfällen. Die Ar. beitsbeschaffungssragen würien noch nicht behandelt werden. Reichsbcmkpräsllent Dr. Luther nehme infolgedessen an der Sitzung nicht teil. Aussprache im Neichewirischastsministerium Die Gewerkschaftsführer bei Warmbold. Berlin, 16. Dez. (WTB.) Heute vormittag fand im Reichswirtschaftsministerium eine Aussprache zwischen Reichsw.rtschaftsmini'ler Dr. Warmbold und den Vertretern aller Gewerkschaften statt, bei der eine Reihe aktueller Fragen aus allen Gebieten der Wirt- schastspolttik eingehend erörtert wurde. Weitere Besprechungen mit den Verbänden der Unternehmer finden in den nächsten Tagen statt. Die Gewerkschaftsvertreter hatten den Wunsch geäußert, sich über bestimmte Fragen zu informieren. Wie der „Börsen-Courier" zu berichten weih, sind in der Besprechung Fragen der Arbeitsbeschaffung, der Handelspolitik, der bevorstehenden Weltwirtschaftskonferenz und der staatlichen Subventionspolit.k eingehend erörtert worden. Der Reichswirtschaftsmin.ster habe ausdrücklich den Gewerkschaftsführern gegenüber daraus hingewiesen, daß seitens seines Ministeriums d i e Arbeitsbeschaffung auf das Lebhafteste gefördert werde. Allerdings müsse man bei der Finanzierung der Arbeitsbeschaffung daran festhalten, daß diese K r e ö i t s ch v P-- fung da ihre natürliche Begrenzung finde, wo nicht die absolute Sicherheit der Währung gewährleistet sei. Die für die Finanzierung der Arbeitsbeschaffung zur Verfügung zu stellenden Summen ständen im Augenblick noch nicht fest. Zeitungsmeldungen, die von 1,5 Milliarden sprächen, seien nicht fundiert. Die Gewertschaftsvertreter hätten hierbei die Auffassung gewonnen, daß eher noch ein etwas höherer Betrag in Frage kommen würde. Minister Warmbold habe sich sodann über die Wirksamkeit der sogenannten Einstellungs- prämie geäußert. Nach den bisherigen amtlichen Feststellungen seien immerhin 6 2 5 0 0 Arbeitnehmer auf diesem Wege neu in A r - beit und Brot gekommen. Bisher seien für diesen Zweck 50 Millionen Mark in Steuergutscheinen ausgegeben worden. Zur Subventions- Politik hatte Warmbold erklärt, daß die Reichs regierung eine solche im allgemeinen nicht als erwünscht bezeichnet und daß größte Zu- rückhaltung geübt werden solle bei staatlichen Subventionierungen in der Privatwirtschaft. Zum Schluß hätten die Gewerkschaftsvertreter noch besonders auf die Notwendigkeit der Förderung des Kleinwohnungsbaues hingewiesen, well gerade auf diesem Gebiet die Möglichkeiten der Arbeitsbeschaffung groß seien. — Ali diese Dinge werden auch in der Aussprache mit den Arbeitgeberoertretern behandelt werden, die in den nächsten Tagen ftattfinden sollen. Frankreich rnckL von der FünfmächtevereLnbarnng ab. Eine merkwürdige Oenkschrist der französischen Abrüstungsdelegation. Genf, 16. Dez. (XU.) In hiesigen Kreisen erregt eine Denkschrift der französischen Abrüstungsabordnung großes Aufsehen, in der gegen die amtliche deutsche Auslegung der A ü n fm äch lev er e in ba r u n g vom 12. Dezember Stellung genommen wird. Die Denkschrift, die einzelnen Genfer Stellen vertraulich übermittelt worden ist, sucht die Füns- mächlevereinbarung in allen wesentlichen Punkten zu entwerten und betont, daß selbstverständlich im Falle eines Scheiterns der Abrüst,ungsverhand- lungen der Versailler Vertrag weiter unbeschränkt in Kraft bleibe, daß ferner dic Gleichberechtigungsfrage Deutschlands in unlösbarem Zusammenhang mit der Regelung der Sicherheitsfrage gebracht sei und die Gleichberechtigung wie auch die Sicherheit keineswegs Ausgangspunkt, sondern lediglich eines der Ziele der Abrüstungskonferenz sei. Die deutsche Regierung habe ihre Forderung aus Anerkennung der qualitativen Gleichberechtigung und der gleichen Geltungsdauer des kommenden Abrüstungsabkommens nicht durchge- s e h t. Teil V des Versailler Vertrages werde nur dann abgeändert werden, wenn das künftige Abrüstungsabkommen von sämtlichen Signa- larstaaten des Versailler Vertrages unterzeichnet und auch ratisiziert worden sei. Ein falsches Spiel. Deutschland muß sofortige Klärung verlangen. Berlin, 16. Dez. (241.) Zu der amtlichen französischen Auslegung des Genfer Fünfinächte- Abkornmens schreibt die „2 ä g L Rundscha u“ u. a.: Es war allerdings nicht anzunehmen, daß das französische Außenministerium ein derart grobes und zynisches Spiel treiben würde. Jetzt stellt sich die Lage für Deutschland folgendermaßen dar: Die französische Auslegung ist in keiner Weile als Basis für die künftige Mitarbeit Deutschlands an der Abrüstungskonferenz anzusehen. Cs besteht nur noch die Möglichkeit, zunächst die Meinung Englands. Italiens und Amerikas über diesen französischen Kommentar einzuholen und daraus die entsprechenden Schlußfolgerungen zu ziehen. Rehmen die drei anderen Mächte eine unentschiedene Haltung ein, s o erledigt sich die Mitarbeit Deutschlands an der Abrüstungskonferenz von selbst. Es ist dringend erforderlich, daß Deuischland schon in den nächsten Tagen die entsprechenden Gegenmaßnahmen gegen den französischen Querschläger unternimmt. Eine vollkommene Verkennung der Situation würde es bedeuten, wenn man annehme, eine bloße Berufung auf den Wortlaut des Genfer Abkommens würde genügen. Die „Germania" bemerkt zu dem gleichen Thema: Die Interpretationskünste des Pariser durchaus mit den Spitzenverbänden der Wirtschaft und es ist nur zu hoffen, daß in Zukunft Staat wie Wirtschaft mit größerer Rücksichtslosigkeit als bisher die praktischen Folgerungen aus dieser Auffassung ziehen werden. Es bedarf keiner besonderen Begründung, daß einem Vertreter des Wehrstandes die Fürsorge für den Rahrstand besonders am Herzen liegt. Eine blühende Landwirtschaft, deren Angehörige stets die unmittelbarste Verbundenheit zur Scholle haben, ist auch immer eine der stärksten und zuverlässigsten Stützen des Staates im Innern und nach außen gewesen. Hilfe für die Landwirtschaft steht also auch im Programm Schleichers. Aber der Plan autonomer Einfuhrkontingente scheint fallen gelassen, wenigstens weist die Kanzlerrede auf zollpolitisch« Maßnahmen nach Ablauf der Handelsverträge zum Schutz der bäuerlichen Deredelungswirtschaft. In engem Zusammenhang mit der Krisis der Landwirtschaft und ohne deren Beseitigung kaum zu lösen ist das Problem der S i e d e l u n g , das mit größerer Energie und unter Einsatz verstärkter Mittel namentlich im menschenleeren Osten angepackt werden soll. Die Rückwanderung von der Großstadt zum flachen Land und vom Westen zum Osten ist ja — das hat Schleicher durchaus richtig erkannt — für das deutsche Volk vielleicht das nationalpolitisch« Problem schlechthin. Aber auch der Hinweis auf die großartige Kolonisationsarbeit Friedrichs des Großen nach dem siebenjährigen Krieg kann nicht über die außerordentlichen Schwierigkeiten hinwegtäuschen, die einer Siedlungsaktion größten Umfangs zur Zeit einer schweren Preis- und Absatzkrisis für so gut wie alle Zweige der Landwirtschaft entgegenstehen. Der gegenwärtige Reichsemährungsminister Freiherr von Braun, selber ein vstpreußischer Landwirtssohn, hat erst vor kurzem vor Hoffnungen gewarnt, die sich nach Lage der Dinge auch bei stärkstem finanziellem Einsatz unmöglich von heute auf morgen erfüllen können. Also auch hier im Osten kann nur stetige, zielbewußte Aufbauarbeit auf lange Sicht den starken Wall von krisenfesten, scholleverbundenen deutschen Dauern schaffen, der der beste Grenzschutz gegen polnische älnterwande- tung und Eroberung weiteren deutschen Landes ist. Besondere Betonung legte der Reichskanzler in seiner Rede auf den sozialen Gesichtspunkt, den bei allen Regierungsmaßnahmen zum Ausdruck zu bringen er als seine Hauptaufgabe betrachte. Das ist durchaus anerkennenswert, aber in der Beseitigung einiger unpopulärer Notverordnungen, die wir oben schon streiften, ist die Sozialpolitik unmöglich erschöpft. Was der Kanzler über eine Reform dex Sozialversicherung und der Arbeitslosenhilfe andeutete, genügte nicht, um eine Vorstellung von den Absichten des neuen Kabinetts, wenn solche überhaupt bestehen sollten, zu bekommen. Anderseits haben die Vertreter des Reichsarbeitsministeriums im Haushaltsausschuß erst vor wenigen Tagen auf den außerordentlichen Ernst der Finanzlage aller Zweige der Sozialversicherung hinqewiesen, daß es hier wohl kaum mit den wenigen Sätzen der Kanzlerrede getan sein kann. Der Kanzler konnte erfreulicherweise für die Aermsten der Armen unter unseren Volksgenossen eine Winterhilfe ankündigen, die gegen das Vorjahr sowohl materiell wie im Kreis der von ihr einbezogenen Personen erheblich erweitert werden konnte, aber er richtete gleichzeitig an das Parlament die ernste Mahnung, nicht aus Gründen der Agitation Beschlüsse zu fassen, deren Durchführung viele Hunderte von Millionen kosten würden, also auf dem Papier bleiben müßten. Daß die scharfen Ausnahmebestimmungen, die die Zuspitzung des innerpolitischen Kampfes und die drohende Gefahr eines Bürgerkriegs im vergangenen Sommer notwendig gemacht hatten, wieder aufgehoben werden sollen, war schon bekannt. Die Zukunft muß lehren, ob der neue Kanzler sie auf die Dauer wird entbehren können. Er hat ja erfreulicher Weise keinen Zweifel darüber gelassen, daß gewerbsmäßigen Hetzern und Unruhestiftern gegebenenfalls auch in Zukunft mit rücksichtsloser Strenge das Handwerk gelegt werden wird. Goldene Worte fand Schleicher dann an die Adresse unserer Jugend, die bis vor kurzem trotz allen Geredes und Organisierens nicht zu ihrem Recht im Sinne einer straffen Erziehung zu ihren Pflichten gegen Staat und Volk gekommen ist. Die Ucberwindung des Parteigeistes in unserer Jugend durch Zusammenschluß in unpolitischen Gemeinschaften, die der körperlichen Ertüchtigung, dem Freiwilligen Arbeitsdienst u. a. dienen — auch das vom Kanzler angetünbigte Werkhalbjahr der Abiturienten und die freiwillige Bauernhilfe jugendlicher städtischer Erwerbsloser gehören hierher .— das ist ein Ziel, dem alle Volksgenossen, die es ehrlich mit unserer Jugend meinen, mit Ettern und berufenen Erziehern in enger Zusammenarbeit zustreben müssen. Wie weit sich des Kanzlers Hoffnungen auf eine Reorganisation der Schule im Sinne einer Vereinheitlichung und Vereinfachung, verbunden mit einer oernünftigen Beschränkung des Berechtigungsunwesens, sich erfüllen werden, wird man nach den traurigen Erfahrungen des letzten Jahrzehnts, das der Schule jede Möglichkeit ruhigen und stetigen Arbeitens genommen hatte, sehr skeptisch beurteilen müssen. Die Länder, deren Reservat die Kulturpolitik praktisch ist, haben sich bisher zumeist allen dahingehenden Anregungen und Mahnungen des Reichs sehr zugeknöpft gezeigt mit dem Ergebnis, daß in der deutschen Schule em beispielloser Grad der Verwirrung und ständiger Unruhe erreicht ist, der nach einer festen, ordnenden Hand geradezu schreit. Aber da der Eigensinn der Länder von dem neuen Regime wie ein rohes Ei behandelt werden dürfte, um alle Komplikationen wenigstens nach dieser Richtung zu vermeiden, werden wir wohl auf eine große kulturpolitische Linie trotz der Wünsche des Reichskanzlers vorerst vergebens warten müssen. Das geht überhaupt aus der ganzen Rede Schleichers mit aller Deutlichkeit hervor, der Kanzler will keinen Kampf, er will Versöhnung und Ausgleich, ohne auf den präsidialen Charakter seines Amtes zu verzichten, aber die autoritäre Staatsführung soll mit sozialem Del gesalbt werden. Arbeit für das Ganze steht ihm über dem Prinzip des Kampfes. Er wünscht die Mitwirkung aller an den großen Aufgaben der Volksgemeinschaft, sie wird jedermann ermöglicht durch das ganz auf die jeweiligen Notwendigkeiten der Praxis abgefteUtc Regierungsprogramm. Mit erfrischender Unbekümmertheit und einer Lebendigkeit, die ihn auch Widerstrebenden nahegebracht haben wird, hat fid) der Kanzler zu einer wettgehenden Grundsatzlosigkeit bekannt, unerhört für den Führer eines Volkes, das bis ins Aschgraue zurück sich stets doktrinärer Prinzipien wegen in den Haaren gelegen hat, so sehr auch die rauhe Wirklichkeit schnelle Entschlüsse und praktisches Zugreifen verlangt haben mochte. Der General entpuppte sich als ein Staatsmann jenseits aller grauen Theorie, ein nüchterner Praktiker, der zu seinem gesunden Menschenverstand, geschult an den Werken eines Mottke und schliessen, das Zutrauen hat, zwischen den widersprechenden Meinungen der „Sachverständigen" den rechten Weg zu finden und im gegebenen Augenblick sich für das zu entscheiden, was ihm vernünftig zu jein scheint. Gewiß ein Grundsatz, der viele andere überflüssig macht. Aber er verlangt Mut und SelbstDertrauen. Hoffen wir, daß der General uns mit diesen Eigenschaften, die er zweifellos besitzt, über den Winter bringt. Der tatkräftigen Mitarbeit aller sollte er sicher feilt Havasbüros und eine Denkschrift der französischen Abrüstungsabordnung hätten nur die Bedeutung eines taktischen Schachzuges. Wenn behauptet werde, daß in der Genfer Formel die deutsche Gleichberechtigungsfrage in unlösbaren Zusammenhang mit der Regelung der Sicherheitsfrage gebracht worden sei, so solle man doch in Frankreich nicht vergessen, daß die Sicherheit keineswegs eine französische Vokabel sei, sondern daß auch Deutschland vollen und gleichberechtigten Anspruch auf Sicherheit besitze. Frankreich wird mit der beliebten Herriotschen Formel: »Der Pakt, nur der Pakt, nichts als der Pakt" künftig in der Wehrfrage einen sehr schweren Stand haben, denn die Welt glaubt feit dem 14. Dezember nicht mehr an die absolute Heilighaltung der Verträge durch Frankreich selbst, und sie gesteht ihm daher auch nicht mehr den moralischen Anspruch darauf zu, Gralshüter eines geschriebenen Rechts zu sein, als den es sich seit zwölf Jahren aufspielt. Die französische Kammer habe durch ihr Votum gegen den Schuldenvertrag unfreiwillig Deutschlands zwölfjährigen Kampf gegen die ungleichen Verträge als berechtigt und notwendig anerkannt, und dadurch der im Gang befindlichen Entwicklung einen entscheidenden Anstoß gegeben. Die pariser Regierungskrisis. Lhautemps verzichtet. — Paul-Boncour berufen. Paris, 16. Dez. (TU.) Innenminister C h a u - temps hat am Freitagabend dem Staatspräsidenten einen Besuch abgestattet und es endgültig abgelehnt, seine Bemühungen zur Neubildung des Kabinetts fortzusetzen Staatspräsident Lebrun hat darauf den bisherigen Kriegsminister Paul-Boncour zu sich gebeten, den er voraussichtlich mit der Neubildung des Kabinetts beauftragen wird. Beim Berlaffen des Elysöes erklärte Chautemps: Bei seinen Verhandlungen, die besonders unter dem Gesichtspunkt der Schuldenfrage statt- gefunden hatten, weil deren Lösung Borbedingung für die Annahme der Regierungsbildung sei, habe er einen Ausgleich zwischen der Haltung der Regierung H e r r i o t und dem Wunsch der Kam- m e r erstrebt, um es dem bisherigen Ministerpräsidenten zu ermöglichen, in das neue Kabinett einzutreten. Er habe aus seinen Besprechungen die Ueberzeuguna gewonnen, daß es im Interesse des Landes wünschenswert fei, die internationalen Schwierigkeiten bald zu beheben, die aus den Meinungsverschiedenheiten zwischen Frankreich und Amerika geboren seien. Trotz seiner Bemühungen habe sich aber eine Verständigung als unmöglich erwiesen. Unter diesen Umständen habe er sich entschlossen, der Solidarität mit Herriot treu zu bleiben und es vorgezogen, auf die Bildung des neuen Kabinetts zu verzichten. P a u l - B o n c o u r, der sich um eine Regierungsbildung bemüht, ist bei keiner Partei mehr eingeschrieben, also nicht an die Haltung einer Fraktion gebunden. Nach einer Aeußerung des „Petit Journals" könnte man annehmen, daß Paul-Boncour die Absicht hat, die Sozialisten auszufordern, in das Kabinett einzutreten. Das offizielle Organ der sozialistischen Partei, der „Po- pulaire", nimmt jedoch zu einer Regierungsbildung durch Paul-Boncour in keiner Weise Stellung. Paul-Boncour erklärte nach einer Unterredung mit dem Präsidenten der Republik, er müsse, bevor er sich damit befasse, mit Herriot Fühlung nehmen. Die Aussprache zwischen Paul-Boncour und Herriot fand noch im Laufe des Abends statt. Im Anschluß daran begaben sich beide gemein- sam um 22.35 Uhr ins Elysse, wo Herriot dem Präsidenten der Republik eine Mitteilung über die Verhandlungen mit den Vereinigten Staa - t e n wegen des Fälligkeitstermins der Schuldenzahlung zu machen hatte. Paul-Boncour, der bis kurz vor Mitternacht mit dem Präsidenten der Republik konferierte, erklärte, ihm sei offiziell die Kabinettsbildung angeboten worden. Er werde morgen mittag dem Präsidenten mitteilen, ob er das Angebot annehme oder nicht. Will Frankreich doch noch zahlen? Washington wartet ab. W a s h i n g t o n, 16 . Dez. (WTB.) Zu Beginn der heutigen Senatssitzung erklärte Senator Harrison, der eine Rede über die französische Zahlungsverweigerung geplant hatte, daß er vom Staatsdepartement eine Mitteilung erhalten habe, die es ihm angezeigt erscheinen lasse, d i e R e d e nicht zu halten. Auch Senator Dorah , der heute ebenfalls über die Schuldenfrage sprechen wollte, nahm von seiner Rede Abstand. Wie verlautet, hofft das Staatsdepartement auf Grund einer Unterredung zwischen dem französischen Botschafter C l a u d e l undStimson, die gestern stattgefunden hat, daß Frankreich dochnoch zahlen werde. Aus diesem Grunde will man gegenwärtig scharfe Aeuherungen im Kongreß möglichst vermeiden. Nach einem Haoasbericht aus Washington soll das Staatsdepartement in der Frage der Zahlung der französischen Schulden ein Kompromiß suchen, um der französischen öffentlichen Meinung Genugtuung zu geben. Man denke an eine Lösung, daß Frankreich mit dem Vorbehalte zahle, daß dies die letzte Zahlung vor der all- Seme in en Revision der Schulden sei. eber die Absichten des Präsidenten wisse man nur, daß et die Nationen, die ihre Schulden bezahlt haben anders behandeln werde, als die, die nicht gezahlt haben. Hoover habe seine Botschaft an den Kongreß deshalb verzögert, um Frankreich Zeit zu geben, doch noch zu zahle n Die Forderung der französischen Kammer, die eine allgemeine Schuldenkonferenz wünsche, finde im Kongreß keinen Widerhall. Der Neuyorker Korre- spondeni des „Petit Parisien" berichtet ebenfalls, daß die amerikanische Regierung bereit sein soll, alle chr zu Gebote stehenden Mittel anzuwenden, um einem neuen französischen Kabinett die Wiederaufnahme von Verhandlungen zu erleichtern. Staatssekretär Stimson habe dem französischen Botschafter Claudel gestern diese Versicherung gegeben. General Litzmann zur Rundfunkrede Schleichers. Berlin, 12. Dez. (VDZ.) Der nationalsozialistische Alterspräsident des Reichstages, General Litzmann, verbreitet eine Erwiderung auf die Rundfunkrede Schleichers, soweit sie sich mit seiner Person beschäftigt. Litzmann sagt darin, Generalfeldmarschall von Hindenburg sei ihm in der langen Zeit einer sechzigjährigen Bekanntschaft niemals mit Kameradschaft entgegen» getreten. Daher sei es abwegig, wenn General von Schleicher es „tief bedauerlich" finde, daß General Litzmann jetzt „gegen den alten Kameraden" Stellung genommen habe. Trotzdem sei er, Litzmann, für Hindenburgs erste Wahl zum Reichspräsidenten eingetreten. Hindenbura sei aber für ihn eine Enttäuschung gewesen. Treue und Kameradschaft dem einzelnen Menschen gegenüber könnten, falsch angewandt, zum schweren Fehler werden. Diese Tugenden seien nur zweien gegenüber am Platz: unserem Gott und dem Vaterlande. Eine Erklärung der Reichsleiiung der NSDAP. München, 17. Dez. (CNB. Funkspruch.) Die Reichsleitung der NSDAP, erklärt in einer Bekanntmachung, daß die Meldung eines Berliner Abendblattes, das von einem starken Mitglieder- rückgang berichtet, reine Erfindung sei. Die NSDAP, freue sich, so heißt es weiter, demgegenüber fcststcllen zu können, daß ihre Mitgliederzahl nach wie vor ansteige. Weiter wird erklärt, daß die Reichsleitung der NSDAP, eine einst- wellige Verfügung gegen die Verbreitung der obigen Meldung veranlaßt habe. Schweres Eisenbahnunglück in Güdirankreich. Lieben Tote, 30 Verletzte. 3n den Abendstunden des Freitag hat sich bei THaurt), in der Rahe von Perpignan, ein schweres Eisenbahnunglück ereignet. Infolge von lleberschwemmungen mußte der von Paris kommende Eilzug auf ein Nebengleis umgeleitet werden, das sich als nicht haltbar genug für den Eilzug erwies. Der Zug e n t g l e i st e, wobei ein Wagen vollkommen zertrümmert wurde. Nach den bisher vorliegenden Meldungen kamen dabei sieben Personen ums Leben, darunter der Heizer, der Lokomotivführer und ein weiterer Eisenbahnbeamter, von den vier getöteten Reisenden sollen angeblich drei deutsche Staatsangehörige sein, und zwar ein Ehepaar namens Gerber und ein Fräulein Charlotte Bremer. 30 Personen erlitten, zum Teil schwere, verlehungen. Zu dem Unglück berichtet der „Petit parisien", die Entgleisung sei dadurch hervorgernsen, daß aus dem Gleise eine zerbrochene Schranke log, die von einem Auto aus die Schienen geschleudert worden war. Der verunglückte Zug fuhr mit zwei Lokomotiven und nur der Führer der einen Lokomotive hatte das Haltesignal des Bahnwärters gesehen und gebremst, während die zweite Lokomotive, ohne abzubremsen, weilerfuhr. Kleine politische Nachrichten. Reichsinnenminister Dr. Bracht empfing die Vertreter des Deutschen Beamte nbun- d e s. 3n der Unterredung wurden alle in Frage kommenden aktuellen Deamtenvrobleme erörtert, wobei sich der Reichsinnenminister erneut als Anhänger des Derufsbeamtentums bekannte. * Der Bundesvorstand des Stahl hem, B. d. F., bat beschlossen, den nächsten Reichs-Front- soldatentag in Hannover zu veranstalten. Der Stahlhelmtag in Hannover wird am 2. und 3. September 1933 stattfinden. f Der Parteiausfchuß b e r SPD. stimmte dem Vorschlag des Parteivorstandes zu, den Parteitag am 12. März und den folgenden Tagen in Frankfurt a. M abzuhalten. Der Parteitag wird ein Bekenntnis zu den Lehren von Karl Marx sein, dessen 50. Todestag auf den 14. März fällt. Die Verhandlungen werden mit einem Vortrage Hilfevdings Über „Marx und die Gegenwart" beginnen. • Die argentinische Regierung teilt mit, daß eine weitverzweigte Verschwörung entdeckt worden sei, die den Zweck verfolgte, die Mit- glieder der Regierung und hochstehende Persönlichkeiten zu ermorden. Die Verhaftung der radikalen Führer wurde angeordnet. D:e Regierung wird im Kongreß die D e r h ä n - gung des Belagerungszustandes beantragen. Unter den Verhafteten befinden sich d:e früheren Präsidenten Irigohen und de A1 v e a r . die ausgewiesen werden sollen. * Di« holländisch« Regierung hat beschlossen, aus Sparsamkeitsrücksichten die hollän- dischen Gesandtschaften in Wien, Warschau. Athen, Angora. Lissabon und Mexiko aufzuheben. * Der Haushaltsausschuß des amerikanischen Abgeordnetenhauses hat sich für ein« baldige gesetzlich« Mahnahm« ausgesprochen, die die Herstellung und den Verkauf von 3,2- prozentigem Bier gestattet. Die Wein- frag« soll in einer späteren Sitzung besonders erörtert werden. Es ist möglich, daß sich das Abgeordnetenhaus noch vor Weihnachten mit der Biervorlage befassen wird. Aus aller Welt Eine Millionen jugendlicher Vagabunden in USA. Die amerikanische Presse, die vor wenigen Jahren noch umfangreiche Berichte über die in Rußland Heimat- und obdachlos herumschwei- fende Jugend brachte, berichtet jetzt, daß sich mit der Weltwirtschaftskrise die gleiche Erscheinung auch in den Vereinigten Staaten bemerkbar macht. Der frühere Polizeikommissar von Washington, Drigadegeneral Glaßford, hat nun vor kurzem eine Bewegung gegründet, die die sich ziellos in Amerika he rum treiben de Jugend wieder geordneten Verhältnissen zuführen will. Der Genera! schätzt die Gesamtzahl dieser jugendlichen Vagabunden auf eine Million, also etwa den hundertzwanzigsten Teil der Bevölkerung der Vereinigten Staaten. Die Bewegung will zunächst vor allem die Bewilligung von Mitteln seitens des Kongresses durchsetzen, die, auf die einzelnen Staaten verteilt, für die Unterbringung und Verpflegung der vagabundierenden Jugend verwendet werden sollen. Hungerstreik der städtischen Schuldner von Bukarest. Die städtischen Schuldner von Bukarest hielten eine Versammlung ab, in der beschlossen wurde, so- fort den Hungerstreik zu erklären und den Saal nicht eher zu verlassen, bis die Regierung, die in den letzten Tagen bereits im Parlament die Sanierung der städtischen Schuldner angekündigt hatte, dieses Gesetz wirklich eingebracht habe. Der Vorschlag wurde von der Versammlung angenommen die städtischen Schuldner haben bereits eine Nacht im Versammlungslokal verbracht. Sie werden eine Abordnung zum Ministerpräsidenten entsenden, um ihm ihre Forderungen darzulegen. Raubüberfall auf eine amerikanische Bank. Fünf Räuber drangen in bi« Zweigstelle einer Bank in Harlem (USA.) ein, bedrohten sieben Angestellte mit Rev olvern und Ma - schinenpistolen und trieben sie in einen Rebenraum. Dann raubten sie 1 0 000 D o l- l a r in Roten und «ine Anzahl Revolver, die den Angestellten zu ihrer Verteidigung zur Verfügung standen, und entkamen in einem Auto. Eine Verfolgung machten sie durch den Abwurf von Tränengasbomben unmöglich. Flugschülerstaffel verunglückt. — Zwei Flugzeuge zerstört. Drei Flugzeuge der Deutschen Verkehrsfliege» schule Schleißbeim bei München, die sich auf dem Rückflug von Augsburg nach Schleißheim befanden, konnten infolge dichten Nebels in Schleißheini nicht landen und versuchten. zum Münchener Flug» Hafen zu gelangen. Beim Ueberfliegen des Stäbti» schen Gaswerks im Westen der Stadt berührte em Flugzeug eine Leitung und stürzte in die An- lagen des Gaswerks ab. Der Pilot, ein 19 Jahre alter Student, kam mit geringen Derletzun« gen davon. Ein zweites Flugzeug mußte im Südwesten der Stadt auf einer Wiese n o t l a n d e n. Dabei bohrte sich ein Laufrad in den Boden, die Maschine drehte sich um die eigene Achse, und die rechte Tragfläche brach ab. Das dritte Flugzeug ging unbeschädigt bei Walpertshofen unweit Dachau nieder. 5000 Zentner Zucker für die Winterhilfe. 2kn diesen Tagen wurde die große Zucker- spende, die der Deutschen Liga der freien Wohlfahrtspflege vom Verein der deutschen Zuckerindustrie für d i e Winterhilfe übergeben wurde, den Landes- und Provinzialarbeitsgemeinschaften der Winterhilfe zur weiteren Verteilung zugewiesen. Die Spende umfaßt nahezu 5 0 0 0 Zentner im Werte von über 150000 Mark. Der Zucker ist vornehmlich zur Verwendung in Dottsspeisungen der Winterhilfe bestimmt. Verkehrsunglück in Tauten. — Ein Toter, ein Schwerverletzter. In der gefährlichen Kurve am Fürstenberg in Tanten (Rbeinl.) stieß ein mit zwei Personen aus Xanten besetztes Motorrad in voller ^a^rt mit einem von Cleve kommenden Kraftwagen zusammen. Der Motorradfahrer wurde auf der Stelle getötet, sein Soziusfahrer mußte mit lebensgefährlichen Verletzungen ins St.-Joseph- Hospital nach Xanten übergeführt werden. Der Kraftwagen stürzte die fünf Meter hohe Böschung hinunter. Der Fahrer blieb wie durch ein Wunder unverletzt. Ein Toter, drei verwundete bei einer französischen Felddienstübung. Eine Abteilung des in Desan?on liegenden 305. Artillerieregiments war mit dem Legen von De- lephonleitungen bei einer Felddienstübung beschäftigt, als plötzlich, wahrscheinlich infolge von Berührung mit einem Hochspannungskabel, eine starke Entladung erfolgte, durch die ein Wann getötet wurde, während drei weitere mit schwerenBrandwunden ins Krankenhaus eingeliefert werden mußten. Aus der Provinzialhauptstadt. Vier Kerzen brennen am Goldenen Sonntag! Am Goldenen Sonntag fühlt man sich auch im dichtesten Gedränge nicht so belästigt, wie sonst. Man nimmt Rücksicht auf die Mitmenschen, die alle von dem einen Wunsch beseelt sind, der, wenn er auch tausendfach verschiedenartig sein mag, ebenfalls der unsere ist. Diese Gemeinsamkeit der Empfindung und des unausgesprochenen Sichverstehens lönnte einen immerwährenden goldenen Sonntag in unsere täglichen Beziehungen bringen. Ter goldene Sonntag ist einer der wenigen Sonntage, um den ein verklärter Schein ist, der kaum je etwas von seinem Glanz verlieren wird. Das ist heute noch genau so, tote in den Tagen der Kindheit, und es toird bis zum letzten Tage so bleiben. Wenn der toeihnachtliche Tannenduft durch die Gassen zieht, ist es, als ob vielen Singen etoige Jugend beschieden sei, alS ob es für sie keinen Zeitentoandel gäbe. Tenn: „Wenn ihr nicht werdet wie die Kleinen, werdet ihr nicht eingehen in das Reich der Freude." Aber — heute brennt die dritte Kerze int Adventskranz. Endlich ist es so toeitl Rur noch ein kurzer Lauf, und das Ziel, das am Ende eines jeden Jahres leuchtet, ist erreicht. W'.eviele Wunschrosse aus dem Rudel, das vor Wochen vom Start gelassen wurde, sind unterwegs ausgebrochen, zu Fall gekommen, und damit aus dem Rennen ausgeschieden? Tenn mit dem Warten stellte sich ganz von selbst das richtige Kräfteverhältnis her zwischen dem, was man sich zutrauen zu können glaubte und dem tatsächlichen Könnern Wobei unter Können weniger das Sich-Derausgaben, als das Sich-Einrichten-Können zu verstehen ist. Weil das Wesentliche an dem Geschenk nicht der Marktpreis, sondern der Geist ist, der aus ihm spricht. Der goldene Sonntag, auch wenn nicht unter jedem Schlußstrich die Garantienummer 950, das ist Dukatengold, steht, ist einer jener Höhepunkte im Kalenderablauf, die nötig und unentbehrlich sind, um stimmungsteigernd zu wirken, damit das Leben immer neue Auftriebe empfängt. Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft oft besser als vergoldete Hohlbauten, hinter denen man nur das kahle Gerüst irgendwelcher Verpflichtungen fühlt. Run trennen die Kinder nur noch wenige Rächt« von dem Land, das sie in all den vorausgegangenen Wochen mit wachen und schlummernden Sinnen, mit heißem Sehnen gesucht haben. Tie Dämmerung der Heiligen Rächt fingert jetzt schon mit zagen Händen durch die Dunkelheit der Abende, und ein Glanz von Kerzen durchzittert sie. K. L. Gießener Wochenmarktpreise. 'Gießen, 17. Tez. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Süßrahmbutter 130, Landbutter 130, Kochbutter 100, Matte 25 bis 30, Wirsing, gelb 8 bis 10, grün 12, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 10, rot« Rüben 8 bis 10, Spinat 20 bis 23, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 25, Feldsalat 100, Zwiebeln 10, Meerrettich 35 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 3, Aepfel 18 bis 35, Dirnen 20 bis 35, Dörrobst 35 bis 40, Honig 40 bis 45, junge Hähne 70 bis 90, Suppenhühner 60 bis 83, Gänse 70 bis 80, Enten 80 bis 90, Rüsse 35 bis 40; das Stück: Käse 5 bis 10, Tauben 50 bis 63, ausländische Eier 12 bis 14, inländische 14, Blumenkohl 40 bis 60, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 8 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 35 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 2,50, Weißkraut 4, Rotkraut 6, Wirsing, grün 6 Mark. Bornotizen. — T a g« s k a l« n d« r für Samstag: Reichskurzichriftges. E. V., Gießen: „Weihnachtsfeier „Zur Stadt L'.ch". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Eine von und“. — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Tod über Schanghai“. — Tageskalender für Sonntag: Stadttheater, 15 bis 17.30 Uyr: „Aschenbrödel" oder „Der gläserne Pantoffel", 19 bis 22 Uhr: ..Di« «ndlose Straße". — Heimatvcrcin.gung Schiffenberg, 17 Uhr: Weihnachtsfeier auf dem Schiffende rg. — Stadtkirche, 20 Uhr: Kirchenmusikalische Feierstunde. — Oberhessischer Kunstver- cin, Turmhaus am Drandvlah: 11 bis 13 Uhr Ausstellung. — Lichtipielhaus, Bahnhofstraße: „Eine von uns". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Tod über Schanghai“. — Altersvereinigung 1881/1931, ®af£ Leib, 16 und 19.30 Uhr: Weihnachtsfeier. — Musikalische Feierstunde in der Stadtkirche. Am Sonntag, 18. Dez., um 20 Uhr, veranstaltet die Markusgemeinkx: in der Stadtkirche eine musikalische Feierstunde, die in all ihren Darbietungen auf die weihnachtliche Zeit eingestellt ist. Für Sologesang (Sopran und Alt), Solo-Violine und -Cello, für Orchester und Orgel sind ausschließlich Werk« von I. S. Dach und seinen Zeitgenossen ausgewählt. Die Ramen der Mitwirkenden (s. Anzeige vom Donnerstag) bürgen für gute künstlerische Leistung. Der Eintritt ist frei und jedermann ist herzlich eingeladen. Programme sind am Eingang zu haben. — Aufführung eines Weihnachts- Spieles. Man schreibt uns: Am Sonntag, 18. Dezember, 20 Uhr, führt die Marburger Spieltruppe der Christengemeinschast ein Weihnachtspiel in Gießen auf, und zwar das Christgeburtspiel aus Oberufer (bei Prehburg). Die Aufführung ist öffentlich und allgemein zugänglich; sie findet im Raum d:r Ch-istengew« nscha.t: Graben- strahe 11, Gartenhaus, statt. (Siehe heutige Anzeige.) * ** Polizeiliche Sicherungsmaßnah. men vor dem städtischen Wohlfahrts- a m t. Heute vormittag in der zehnten Stunde wurden im Straßenbild vor dem städtischen Wohlfahrtsamt umfassende polizeiliche Sicherungsmaßnahmon bemerkbar. Um das Wohlfahrtsamt herum wurde von Schupobeamten eine abgesperrte Zone gebildet, deren Betreten und Passieren nur solchen Personen gestattet war, die entweder einen Ausweis besaßen, oder ein Wegzrel angeben konnten, zu dessen Erreichung das Sperrgebiet durchschritten werden mußte. Den Grund zu den polizeilichen Sperrmaß- Dle schönen neuen Oberell t« liibtnl Dosen gereut i UM 1.70 idwikwm^utMistttsdtK&ste^^ Sdirtt Hagziun Wuhtiac/ifsfate nahmen bildete das Bekanntwerden einer von zehn Uhr ab geplanten Demonstration vor dem Wohlfahrtsamt. Bis zum Zeitpunkt der Niederschrift dis» [er Zeilen — kurz nach 10 Uhr — ist es erfreu» Lcherweise zu keinem Zwischensall gekommen, es hatten sich lediglich einige Gruppen von Neugierigen gebildet. •* D i e Ladengeschäfte in Dieben sind am morgigen Sonntag von 12 bis 18 Ufjr geöffnet. ** Die neue Straßenbahnstrecke nach Wieseck bis in die Mitte des Ortes hinein wird am kommenden Donnerstag in Betrieb genommen. Für Mittwochnachmittag ist eine Besichtigungsfahrt durch drn Siebener Stadtrat und den Wiesecker Gemeinderat vorgesehen. ** D e r Hubertus, Verein weidgerechter Jäger, Sitz Gießen, hielt, wie man uns berichtet, am Mittwoch seine sehr gut besuchte Mitgliederversammlung im Hessischen Hof" ab Nach Bekanntgabe einer größeren Zahl von Neuaufnahmen und NeuanmeDungen berichtete Studienrat Holzel über das neueste Merkblatt der Gesellschaft für Jagdkunde, das sich mit dem Nach- weis der Herkunft von Wildkörperteilen u. ä. beschäftigt und als Hilfsmittel für die Bekämpfung der Wilderei von Wichtigkeit ist. Es wurde beschlossen, die diesjährige Ausstellung des Reichs- jagdbundes wiederum mit einer Vereinssammlung zu beschicken. Im Anschluß an den geschäftlichen Teil sprach der 1. Vorsitzende Aug. Pascoe (Dutenhofen) an Hand sehr zahlreichen und guten Anschauunasmaterials über „Das neue Brenneke- Flintenlaufgei'choß", dessen Vorzüge, Wirkungsweise und Schußleistung in überaus klarer und interessanter Weise dargestellt wurden. Ebenso großes Interesse fand das Mitglied stuck, korest Gerhard Hesse mit seinem Vortrag „Mein Rotfuchs als Schweißhund'. Der Vortragende konnte über den seltenen Fall berichten, daß es ihm gelungen ist, nicht nur einen Fuchs völlig fingerzahm und leinen» führig zu machen, sondern ihn nach Vorbildung auf künstlicher Schweißschleppe jetzt als Schweißhund auf natürlicher Schweißfährte mit Erfolg zu führen. Diele Einzelbeobachtungen, die dabei gemacht wurden, waren für den mit der Arbeit des Hundes vertrauten Jäger von großem Interesse. Der herzliche Dank, den die Versammlung beiden Rednern zollte, war wohlverdient. ** Gin Wäschedieb fe ft genommen. Der Polizeibericht meldet: Durch die Festnahme des früheren Kernmachers E. N. wurden verschiedene, in letzter Zeit in unserer Stadt begangene Wäsche» diebstähle aufgeklärt. Eine Anzahl der bei dem Täter Vorgefundenen Wäschestücke konnte den Geschädigten zurückgegeben werden. In seinem Besitz wurden noch vorgcfunden: 1 Küchenüberhandtuch (Windmühlenmuster), 1 leinenes mit Spitzen besetztes Deckchen, eine Anzahl Hand- und Küchentücher, eine Anzahl Strümpfe, darunter ein Paar gezeichnet A. Sch., zw i Paar fast neue braune Herren-Lederhandschuhe, sowie einige Herrenhemden in verschiedenen Farben. Eiyentumsberechtigte wollen sich bei der hiesigen Kriminalpolizei, Zimmer 24, melden. ** „Der Bau der großen Odertalsperre." In der Ueberschrift zu dem gestern wie» dergegebenen Bilde vom Bau der Odertalsperre ist ein Druckfehler unterlaufen. Es mußte nicht Okertalsperre sondern richtig Oder talsperre heißen. Schwurgericht Gießen. * Gießen, 16. Dez. Das unter dem Vorsitz von Landgerichtsrat Strack tagende Schwurgericht hatte sich diesmal nur mit einem Fall zu beschäftigen. Angeklagt war der Bäckermeister Karl P. von Sellnrod wegen Brand st iftung. Die Anklage vertrat Oberstaatsanwalt Dr. Drill, die Verteidigung führte Rechtsanwalt Dr. Spohr I. Am 9. Oktober d. I. brach in dem Anwesen der Eheleute P. ein Brand aus. Da von einer Versammlung heimkehrende Dorfbewohner das Feuer bemerkten, ehe es größeren ilmfang angenommen hatte, wurde nur ein Teil des Daches vernichtet und eine weitere Ausdehnung des Brandes durch das rasche Eingreifen der Feuerwehr verhindert. Die Eheleute P. waren bei Ausbruch des Brandes bei Bekannten im Dorf, der im Hause wohnende Lehrling in einer Versammlung. Die alsbald einsetzende Untersuchung ergab eine Reihe Besuch in der Die harmonischen Beziehungen zwischen unserer Bürgerschaft und der Gießener Garnison, dem l. Batl. 15. Zns.-Regt., machen es begreiflich, daß sich die Gießener Bevölkerung für alles, was mit unseren Soldaten zusamme:.hängt, interessiert. Richt nur das ausgezeichnete Auftreten der Garnison beim Erscheinen in geschlossener Marschformatton, oder die Haltung der Truppen bei den militärischen Hebungen und bei der sportlichen Betätigung, oder das höflich-bescheidene und korrekte Benehmen im außerdienstlichen Aufenthalt in der Stadt sichert den Angehörigen unseres Bataillons die Sympathie der Bürgerschaft, sondern man interessiert sich auch für alle Dinge, die im militärischen Leben in Erscheinung treten. Der Verlauf des Grenadiertages Qlnfang Oktober hat dafür sichtbare Beweise geliefert. Reben dem ideellen Interesse unserer Mitbürger an der Garnison sind es aber auch wohl- begründete wirtschaftliche Erwägungen, die das Band zwischen Zivil und Militär in Gießen eng geknüpft haben. Welche große Bedeutung die Garnison als Wirtschaftsfaktor für die Stadt Gießen und Hmgegend hat, konnten wir in einem Artikel „Garnison und heimische Wirtschaft" in Rr. 249 vom 22. Oktober an Hand von Einzelheiten bar- legen. 3n jenem Aufsatz konnten wir mitteilen, daß der monatliche Geldaufwand für die Beschaffung des Verpflegungsbedarfs des Bataillons sich auf rund 10 000 Mark beläuft. Diese Summe von rund 120 000 Mark pro Jahr stellt aber nur die direkte Ausgabe für die Verpflegung der Garnison dar, während der vielfältige indirekte Rutzen, den unser Gießener Wirtschaftsleben noch aus den Gehältern der Datail- lonsangchörigen zieht, z ffernmäß g nicht greifbar, jedoch auf alle Fälle sehr beachtenswert ist. Rach jenen detaillierten Angaben über die großen Mengen des Derpflegungsbedarss lag es nahe, sich auch einmal dafür zu interessieren, wie der Derpflegungsapparat in der Praxis arbeitet. Wir hatten Gelegenheit, unter Führung des für die Derpflegungswirtschaft der Garnison verantwortlichen Leiters, Oberzahlmeister Bock, einen Blick in diesen Betrieb zu tun. Zunächst konnten wir dabei die Feststellung machen, daß an der Vorbereitung der Verpflegung mit größter Sorgfalt gearbeitet wird. Don dem Sachbearbeiter, Oberzahlmeister Bock, wird immer eine Woche vorher der Küchenzettel für die kommende Woche aufgestellt. Dieser „Wochenfahrplan" der Garnisonküche wird dem Bataillons-Kommandeur zur Genehmigung, außerdem aber noch dem Dataillonsarzt zur Begutachtung unter ärztlichen Gesichtspunkten vorgelegt. Erst wenn der Küchenzettel die Llnterschrif- ten dieser drei militärischen Stellen trägt, hat er Gültigkeit erlangt und wird dann in der vorgeschriebenen Weise durchgeführt. Bei einem Rundgang durch die Küche bekamen wir den besten Eindruck von der verantwortungsbe- Garnisonküche. wußten und sorgfältigen Tätigkeit, die dort für das physische Fundament der Soldaten geleistet wird. Blitzblank in allen Teilen präsentierten sich die Küchenräume, selbst die peinlichst strengste Hausf rau könnte daran ihre Freude haben. In den großen Kochkesseln werden Suppen, Kartoffeln, Gemüse und Fleisch unter sorgsamster Anwendung aller Kochkünste ausgezeichnet zubereitet. hier kochen nicht nur Soldatenköche allein, sondern es ist auch eine Kochfrau mit am Werk, die mit ihrer hausfraulichen und sachlichen Erfahrung dafür Sorge trägt, daß die Speisen in der besten weise zubereitet werden und in der sorgfältigsten Art zur Ausgabe kommen. Ein Küchenunteroffizier führt die Aufsicht, jedoch hat beim Kochbetrieb natürlich die Kochfrau das ausschlaggebende Wort zu sprechen. Von den Küchen äu.nen im Erdgeschoß werden die Speisen durch einen Aufzug nach den Speisesälen im Parterre befördert. Hier sind Servierfrauen bei der Ausgabe der Speisen mit am Werke. Die Soldaten erscheinen mit ihren Eßmarken, gegen deren Abgabe von den Servierfrauen oder von Ordonnanzen das Mittagessen im Speifesaal an kleinen gedeckten Tischen, an denen jeweils sechs Mann beieinandersitzen, serviert wird. Wer seine Mahlzeit eingenommen hat, verläßt wieder den Speiseraum, um für die anderen Kameraden Platz zu machen. Gespeist wird in. der Zeit von 11.30 bis 13 Uhr. In dieser Zett kann jeder Soldat nach Belieben zur Einnahme seiner Mahlzeit erscheinen. Der Unteroffizier vom Dienst führt im Mannschafts-Speisesaal die Aussicht und ist dafür verantwortlich, daß sich der ganze Betrieb in geordneter Weise und zur Zufriedenheit aller Soldaten abwickelt. In Anbetracht der großen militärischen Anforderungen, die an alle Soldaten gestellt werden und die ihre körperliche Leistungsfähigkeit weitgehend in Anspruch nehmen, wird eine abwechslungsreiche und sehr nahrhafte kost verabreicht, bei der auch die Portionen in anständiger Gröhe zugemessen werden, so dah selbst der stärkste Esser voll auf seine Rechnung kommen kann. Mit gleicher Sorgfalt wie beim Mittagstisch, wird auch beim Abendessen verfahren, und ebenso ansehnlich und reichlich ist das Ausmaß der Portionen, die hierbei dem einzelnen Soldaten zu- stehen. Die Besichtigung des Küchenbetriebes, bei der wir uns auch durch eine kleine Kostprobe von der vortrefflichen Qualität und der ausgezeichneten schmackhaften Zubereitung der Speisen überzeugen konnten, hat uns die Gewißheit gegeben, dah es unter der sorgfältigen Leitung der Militärverwaltung und des Garnisonkommandos um die Verpflegung unseres Bataillons ausgezeichnet bestellt ist und daß alles getan wird, um den berechtigten Erfordernissen der Truppe Genüge zu leisten. von Anhaltspunkten dafür, dah eine vorsätzliche Brandstiftung vorlag. In der Verhandlung wurde festgestellt, dah sich in dem Saal an verschiedenen Stellen große Oelflecken befanden. Auch die Dielen, die erneuert werden sollten und deshalb herausgerissen waren, wiesen Oelspuren auf. Verdächtig erschien der Anllagebehörde auch ein gerade über den Betten befindliches Loch in der Decke, das nach dem Gutachten von Oberbaurat Fischer nicht auf die Einwirkung herabstürzenden Bauschutts zurückzuführen fein konnte, son- bern vor dem Brand in die Decke geschlagen fein müßte. Ein als Zeuge vernommener Beamter der Feuerversicherungsgesellschaft, bei der der Angeklagte versichert war, hielt eine ganz erhebliche Lleberversicherung für vorliegend. Während der Oberstaatsanwalt den Angeklagten auf Grund des gesamten Ergebnisses der Hauptverhandlung für überführt hielt und seine Verurteilung beantragte, bat der Verteidiger um Freisprechung, wobei er insbesondere auf die Möglichkeit eines Kurzschlusses hinwies. Das Gericht konnte sich, wie aus der kurzen Urteilsbegründung hervorging, trotz gewisser Verdachtsmomente von der Schuld des Angeklagten nicht überzeugen und sprach ihn frei. Der Haftbefehl wurde aufgehoben. Strafkammer Gießen. * Gießen, 16. Dez. Ein im Mai 1931 in Gießen wohnhafter Dekorateur hatte seine Logiswirtin durch Vortäuschung unwahrer Angaben über Arbeitsstelle und Verdienst veranlaßt, ihm Wohnung und Verpflegung zu kreditieren; seine Schuld in Höhe von rund 100 Mark bezahlte er bis heute nicht. Das Amtsgericht batte ihn deshalb wegen Betrugs zu 2 Wochen Gefängnis verurteilt. Die Strafkammer verwarf die Berufung des Angeklagten, geklagten. Ein Schausteller aus der Wetterau war von dem Amtsgericht Friedberg wegen Körperverletzung eines Nachbarn zu einer Geldstrafe verurteilt mote den. Seine Berufung wurde verworfen, da er unentschuldigt ausblieb. Ein Arbeiter aus einem Dorf bei Grünberg merkte an einem Morgen hn Mai d. I., dos ein Bund Bohnenstangen aus seinem Hof verschwunden war. Er stellte fest, daß der heute Angeklagte ein solches durch einen Fuhrmann nach Gießen hatte mitnehmen lassen, fuhr hierher und fand auch sein« Bohnenstangen wieder. Das Amtsgericht Grünberg hatte deshalb auf eine Strafe von 14 Tagen Gefängnis erkannt. Auch die Strafkammer hielt nach eingehender Beweisaufnahme den leugnenden Ange- klagten für einwandfrei überführt und bestätigt« deshalb das Urteil; auch die.Strafhöhe erschien mit Rücksicht auf die Vorstrafen öes Täters angemessen. Ein auswärtiger Weißbinder hatte eine Arbeitsbescheinigung für einen Gesellen ausgestellt, in der nicht angegeben war, daß dieser wegen Regens einige Tage nicht gearbeitet hatte. Wegen fahrlässiger Abgabe einer falschen Arbeitsbescheinigung war er zu einer Geldstrafe von 40 Mark verurteilt worden. Die heutige Verhandlung mußte zwecks weiterer Aufklärung vertagt werden. Wettervoraussage. Das kontinentale Hoch wird an seiner Rord- und Westseite von ozeanischer Warmluft um* spült, die das kräftige Island-Tief mit sich führt. Infolgedessen geht sein Einfluß immer mehr zurück, und die Temperaturen steigen weiter an. Dabei wird dunstiges und wolkiges Wetter vorherrschen. Riederschläge treten aber nur in geringem Maße auf. Aussichten für Sonntag: Reblin und bewölkt, Temperaturen nachts noch in Gefrierpunktnähe, jeovch im ganzen milder, nur vereinzelt leichter Rebelregen. Aussichten für Montag: Meist bewölktes und im ganzen ziemlich mildes Wetter mit einzelnen Niederschlägen. Lufttemperaturen am 16. Dezember: mittags 2,1 Grad Celsius, abends 0,1 Grad; am 17. Dezember: morgens —1,9 Grad. Maximum 2,5 Grad, Mini- mum — 2,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 16. Dezember: abends —0,5 Grad; am 17. Dezember: morgens —0,5 Grad Celsius. Rirdriicb? flodirtdifeiL Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 18. Dezember. 4. Advent. Stadlkirche. 9.30 Uhr: Pfarrassistent Knell; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfarrassistent Knell; 17: Pfr. Mahr; zugleich Weihnachtsfeier für die Kinderkirche der Matthäusgemeinde. — Iohan- neskirche. 9.30: Pfr. Ausseid; 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld; 17: Pfarrassistent Knell; 20: Bibelbesprechung; Pfr. Lenz. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz; 11: Kinder- kirche für die Luthergcmeinde; Pfr. Lenz. — pe- truskapelle. 9.45: Pfr. Becker. — Klein-Linden. 10: Gottesdienst; 15.30: Kinderschulfeier; 17: Kinder- gottesdienstfeier. — w'efeck. 9.45: Hauptgottesdienst; 11: Kinderkirche; 17.30 (Schuljugend); 19.30: Vorweihnachtliche Lichtbildstunden. — Alten-vuseck. 10: Gottesdienst; 16: Weihnachtsbescherung in der Kleinkinderschule. — Gcoßen-Luseck. 10.30: Gottesdienst. — Oppenrod. 13: Gottesdienst. — Kirchberg. 10: Kirchberg; 13.30: Mainzlar. — Hausen-Garbenteich. 10: Hausen; 13: Garbenteich. — Watzenborn-Steinberg. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kinderkirche. katholische Gemeinden. Samstag, den 17. Dezember. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 18. Dezember. 4. Adventssonntag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Kinder; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Andacht. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Vortrag und Andacht. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag und Andacht. — Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Sonntagsdienst b.51 erste ».Apotheken am 18.12.32 S.-N.vr.Schlievhake. in Meyerhofs. Hirschavoth. Zahnarzt: vr. Fischer. Man bedient ihn nicht - man wird von ihm bedient!« DerTelefunken-Supermit eingebautem dynamischem Lautsprecher RM 396,— (einschl.Röhren),bei Gleichstr. RM410,— August Ruhl jr., Plockstr. 12 Carl Mecke, Schulstralle 5! Deu’Jhnrer Straße 21 Schlafanzug-Flanelle 8933 A Meter 75 Pf., 50 Pf„ PL Am Mahnhof zeigt Ihnen unter hundert anderendeutschen Marken-Gläsern den neuen Boscb Feldstecher „HEDA“ zu R3I. 16.— so das rechte Weihnachts Geschenk für den Jungmann. Sportler und Wanderer Bitte durchschauen Sie „Heda" 1 Woche erhalten Sie den Feldstecher kostenlos z. Probe, auch nach auswärts 84 9D Kleinmöbel als passende 8»md Weihnachts- Geschenke In großer Auswahl schon von 80 PI. an Hartbrennholz । a Wagen 5 Ztr. ! 5 NM. frei Haus Anfeuerholz | a Wagen 6 RM. frei Haus Hnrtho Izf.Erwerbs» IosevroZtr.60Pf.ab Hof. sow.Sügemebl z. Räuchern liefert Fnl.Wellböfer Marburger Str. 24 Tel. 2313. 85idD fliuiiuiimiuuiiiiiiiiiiniiiß gute Qualität — modernste Muster OCSlUUWlI Schulstrabei uclö-Läufer ppiche spie 200MC fabriziert werden. Stores Bouclö-Teppiche Lino' mit Meter LIO net 1 Abil Pc? gani Die 8 untenstehenden Serien-Teppiche mit • bezeichnet, eind erhtklew. Sensation i Durchgewebte Tournay-T eppiche prime Qn«liUt, ■ ä 250/360 em 89» . 200/300 em .....mir »Wl reines Haargarn, fester RUcten, 2OO 300 cm l».e 1*5 230 cm . . mir Um Bücken, ■ ■ ■ 1.15 .uaiitMte. T eppiche mit Original-Stempel 300X400 cm W f bisher 19*,— jetzt w I .«uaiitiue -Teppiche mit Original-Stempel ■ eeSO 200 X300 em Af bisher 96.— Jetzt "T 1 tiualiUUe . Teppic" mit Original-Stempel ää 260X860 cm CR bisher 134— Jetzt VW Die berühmten | Vorwerk-Teppich*^» das beste vonr 200/300 em nr 5>=»,,>■ ganz gefüttert und mit edlen Pelzen... jetzt mit Wir wollen jedem die Möglichkeit geben, sich noch zum Fest einen wirklich guten Winter-Mantel besonders billig zu kaufen. — Wir haben uns deshalb entschlossen, von heute ab auf alle nicht netto ausgezeichneten Mäntel einen Weihnachts-Rabatt von 20% zu gewähren. In allen Größen, auch extra weit, mit und ohne Pelz, unterhalten wir ein riesiges Lager von vielen Hunderten von Mänteln. — Jeden gekauften Mantel ändern wir noch bis zum Fest! 8868 A Nützen Sie diese einzigartige Gelegenheit richtig aus! Rabatt 0 /o Nowack • Gießen • Seltersweg 81 Steppdecken Herrn Ludwig Kraft Carl Brück / Juwelier / Gießen 736 D Gießen (Bleichstraße 25), den 15 Dezember 1932. m, kauf bei [7406 wicbten. [07377 8922 D Frankfurt. Str. 4 II Vertrete« kett er". [07399 Adolf Goebel Tez. 1884 — gestorben am 15. Dezember 1932. Der CC der Staikenburgia I. A.: Eicbhoff XXX. 8945 D | Vermietungen | | Kaufgesuche | [07343 4 Uhr. Autokaufen. [07365 [07370 mieten. Marburg. Str. 20p (Laden». 07335 kann ver in Cafe antreten. Krawatten-Seide Ä ■ ■ 8934 A plOWaCK Seltersweg 81 A [07359 gebucht. Blcichstrafte 101 :;.L LÖWENBRAy MUENCHEN Photo-Avv. 9 x 12, 1:4,5, dovv. Ausz. z. vk.Friedrichstr. 9 in Wolle und Daunen.- Neue Daunendecken nahtdicht, beste Ein- schütte: Daunen von 55.— Rffl. an. Für Qualitätserzeugnisse bekannte chein.- techn. Fabrik sucht für den Gieftener Bezirk für ihre Abteilung Schuhpflegemittel und Bohnerwachs einen fast neu, schwarz Ebenh., umständeh. preiswert zu verk Schriftl. Ang. unt. 07412 a. d. G. A. 2 alte gute Violinen bitt. z. verk. [orsso Crednerftr. 18 I. Samstagabend CafL-Hettler. 8965 D Heimkino elektr., f. j. Spann., billigst abzugeben. Selteroweg 77 Seidenreste zum Selbstanfertigen von Krawatten Sie sparen Seid und bereiten Freude durch eine selbstgefertigte Krawatte, (Schnittmuster dazu.) Unterfertigter CC betrauert aufs tiefste den Tod seines lieben A. H. Smoking wie neu, mittl. Fig. u. ein gut erb. Sofa bill. abzug. [aoraD Westanlage 39 II. Gott der Herr hat heute nacht meinen lieben Mann, unseren guten Vater, Schwiegervater, Schwager und Onkel /-8-ZiiunierWotang mit Bad oder Imal 4- u. Imal 3-Aim- merwohnung zum 1. Avril 1933 ges. Schriftl. Ang. unt. 07276 a. d. G. Ä. reinr., in. Stammbaum zu kaufen gesucht. Näheres in der Geschäftsstelle d. Gft. Anz. [07392 2 helle Räume für Büro od. Werkstatt, Seltersweg, zu vermieten. Schriftl. Ang. unt. 07393 a. d. G. A. RolUHm-Kamera 6 x 9,4,SÄeift-Jkon fast neu, btll. abzug. Schriftl. Ang. unt. 07411 a. d. G. A. Wolm-u.Schlafziramer an Dauermieter für 1. Januar abzugeb. Heichelheim, oTsrrOstanlage 49 II. Kalserl Bahnhofsverwalter i. R. Ritter des Königl. Kronenordens Laden zu verm. Im Hause Franks, strafte 89 in Gieften ist ein Laden, 4,95: 3,90 Mtr. grob, mit onstonend. Zimmer, rü 4,00:3,00 Mtr. grob, mit Keller und Sveicherr. sofort zu verm. Angebote sind b. Hess. Hochbauamt Gieften einzur. rsbiD Bienenhonig feinster Qual., Pfd 1,20Mt.o.Gl.,verk. solange Vorrat -177D Ed. Schäfer, Imker Am Nabrungsb 10 Zigarreniabrik sucht für dir kaufmännisches Büro zu Citern einen fortbildungsschulfreien Lehrljng mit guter Schulbildung. Selbstgeschriebene Ang. unt. 8944D a. d. G. A. Kellner- Lehrling! Aufgeweckt. Junge aus guter Familie, Aut Wunsch unseres lieben Entschlafenen findet die Beerdigung in aller Stille statt Verkaufe 4/14 Opel-Limousine fahrbereit, Preis NM. 250.-. [07394 Sonnenstrafte 9 p. evang., ------ 1. Jan. Lehrstelle nach langer, schwerer, mit großer Geduld ertragener Krankheit im 82 Lebensjahr zu sich heimgeholt Ski-Anzug f. Herrn, gr. Fig., f. Dame, Nr. 44/46, wenig getr., billig abzugeben. Schriftl. Ang. unt. 07410 a. d. G. A. Das führende helle Spexlal-Bier aus der Schwerer, brauner Herren-Ulster erstkl., wie neu, für NM. 40.- zu verkaufen. [07368 Franks. Str. 31 I. l. Burgen Stabil gebaut, reich gegliedert, Felsen aus Eburin. Farbenprächtige Lackmalerei, konkurrenzlos billig zu verkaufen. [07372 Glanbrechtstr. 3. Fast neuer Knaben- Mantel zu verkauf. (12--15iä6r.). [07374 Gnauthstr. 16 p. 1881/1931 WMMeler Sonntag, 18. Dez., (5ase Leib 4 Uhr nachm. Bescherung 7 Vz Uhr nachm.Feier. sqitD Büro- und ' Lagerräume mit Laderampe Ecke Dammftr./Nordanlage sof. zu verm. Nab. Aug. Becker, Kevlerftr. 9 Tel. 3804. [8512D Gut erhaltener Puppenwagen billig abzug. "7»o» Liebigstrafte 63 II. Wohnung in bester Lage, 6 Zimmer, eingerichtetes Bad, Loggia, Mädchenkammer usw. wird durch Versetzung frei. Anzusehen von 11 bis 12 und 3 bis Aulo-Gelegenheitskaui Neuwert. 8-Zvld.- Horch-Pullmann« Limousine, ca. 16000 Km. ges., ganz vreisw. abzug. Opel, Gieften, Franks. Strafte 52. SUJöentiW (geleüifliflftW zwei zusammenhängende Räume (parterre) zum äuml.Mpri!1933 zu mieten. Schr. Angeb. mit preis unter 07329 an den Gieß. Anz. | Verkäufe | 1 schöner svrungfäb. Bogelob.-Herdbuch« Bulle steht z. Ver- leum, grob. Garten < Bauvlah), ' ' garage günstig z.ver- kausen. Schr. Änfr. Billig abzugeben: Kinderbadewanne m. Ablasth. a. Gest., Kinderlaufgitter, gutgeh. Wandubr, Eiche, 1 Cut m. gestreift. Hose, f. neu, schl. Fig., 1 Smo- king-Anz., schl. Fig., 1 Dam.-Stoffbüste f. schlanke Figur, 1 Fliegenschrank, 1 Waage mit Ge- Näberes Krofdorf. Strafte 28, 3. Stock. Auto-ilBlegjnh.'Käulel 8/40-L8-Opel- Viersitzer 4/20-?K-Ovel° Limousine in tadell. Versafsg., sehr preisw. 7306 A Ovel, Gieften, Tyrff. Str. 52, Tel. 2847. Gespieltes Piano f. NM.200.- abzug. Nrbao, Gienen, Seltersweg 31 073x0 Klaviere neue u. gebrauchte, zu verk. oder zu vermieten. Miete wird beim spät. Kauf angerechnet. 8308Ü Georg Ebert, Klaviermacher, Ludwigstraste 5/ Harmoniom sehr gut erhalten, billig zu verk. 07370 Wo'? sagt die Ge° schäftsst. d. G. A. Actienbrauerei zum Löwenbräu in München (■größte Brauerei Bayerns) Generalvertreter für Oberhessen u. angrenz. Gebiete: EMIL SCHMALL/G1ESSEN Bierp-oßhandlnng und Eisfabrik — Telephon Nr. 3883 '___________________________________________________________8J6D Guestphaliae-Bonn EM. Erster Bergrat i. R. Ludw. Wagner III 4Uten-Bufeck Grüner 9tasen 11. Neufundländer in n. Hände z. verk. Schriftl. Ang. unt. 07384 a. d. G. A. der bei Schuh- u. Lederhandlungen, sow. bei Drogerien, Kolonialivaren-, Haushalt- artikelgeschäften eingefübrt ist. Berücks. werd. evtl, auch junge, geb. u. strebsame Kaufleute, die sich durch fleißige Arbeit eine Position im Anftendienst aufbauen wollen. Gute Propagandaunterstützung. Ausführliche Bewerbung mit Lichtbild, Zeugnisabschriften und Referenzen unter 8965V an den Gieftener Anzeiger. modem, in jedem Goldfein« gehalt und allen prcislagen Radio 3-Röhr.'Nora-Emv- ränger f. Wechselstr. billigst zu verkauf. Schriftl. Ang. unt. 07408 a. d. G. A. ®i9on Morgen, Sonntag, abends 8 Uhr Familien -Zufam - menknnft im „Post- Person zum Blrtihp mit Angabe des Anspruchs gesucht. Schriftl. Ang. unt. 07385 a. d. G. A. Peppina (Bum letztenmal!) Freitag, 23. Dez., Geschlossen! Sonntag, 35. Dez., 18.30—21.30 Uhr- Tie endlose Strafte Montag, 26. Tez., 15—17.30 Uhr: Aschenbrödel Montag, 26. Tez., 19—22 Ubr: Im weiften Röftl (Bum erstenmal!) Dienstag, 27. Tez., 19.30—22.30 Uhr: Fm weiften Nöftl Mittwoch, 28. Dez., 19.30—22.30 Uhr: Fm weiften Nöftl. iw Hand-Staubsauger fast neu, als pass. Weihnachtsgeschenk, vreisw. z. verk. 07.339 Wo? sagt d. Ge- schäftsstelle d. G.A. Fßurisch Flügel Gröhe zirka 1,80 m Pensionierter m. kl. Familie sucht für 1. 4. 33 in Gieften 4-5-Zimmer-Wohnung mit Bad. Schriftl. Ang. mit Preiöang. unt. 8926D an den Gleftener Anzeiger. 4-5-3imm.-Wohn. in gut. Hause, Süd- viertel, Univ.-Nähe Oloethestr.-Südanl bevorz., v. ruh. Familie per 1. 4. 1933 z. mieten ges. Jn- standsetzg. übern. Mieter. Schr. Ang. u. 07348 a.d. G.A. Rektor i.R. (2 Pers.) sucht z. 1. 4. 1933 3- VkM. 4- Slminei fflohnung in ruhiger freier Lage. Schriftliche Ang. in. Preisford. it. 07345 0. d. G. A. Grober «vten für Saal geeignet, zu verkaufen. 07397 Kevlerstrafte 9 I. Klavier gebraucht, gut erb., gea. bar zu kaufen ges. Schr. Ang. unt. 07409 a. d. G. A. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Ida Kraft, geb. Stäche. Laden im Zentrum der (Stabt mit Neben- räurnen, evtl, mit Wohnung per 1. Jan. 1933 zu ver- mieten. Schr. Ang. unter 5833 D an denGieß.Anzeiger Gut möbl. Zimmer mit Zentralheizung zu vermieten. [07357 Noonstrafte 28 p. Helles, gut möbl. Zimmer mit voller Pension bei nur bester Verpflegung f. 65 Mk. monatl. abzua.07407 Zu erfr. i. d. Gesch.- Stelle d. Gieft. Anz. Sie können m. eig. Büro NM. 400 u. mehr mon. vd. Off. anTir.F.Neumanu, Woltere-lage, Kr. Osterb.'Altin.Ab. B 3 swoenien die ihr Studium unterbrechen wollen, stnden guten Berd. Bewerb, m. Lebsl. u. frühest. Antrittstermin unt. 8970V an den Gieft. Anz. Elektrola-KoH. m. PU Photoavv., 13/18, m. gr. Linse, 65 mm Durchrn., i. Neise- karnera m. Berschl. (1/75), geeign. für Photogr. a. Tour, m. all. Bub., 2 gr. Fernaläs.l Prismenglas, Voigtl.) Nachtglas, Pupvenwag., gr. Puvvenhaus, 2 Fensterläd., Gardinen, Violine, Mandoline z. verk. [07405 Franks. Str. 29 p. Wegzugsb. z. verk.: 1 Handschrankkoff., 70:47:22, z. Auf- häng. d. Garderobe, 1 Paar (ir. Sport« stiefel, Gr. 40/41, wasferd., dovvels., 1 Marmorampel f. Schlafz. Ferner: Porzellan, Kristall, Bücher. Anzufeben Samstagn. Sonnt. 51aiser«Allee 7III. Zflammiger Gasherd mit Gestell, billig zu verkauf. [07382 Frankfurt. Str. 311 Weister Küchenherd zu verk. Wo? sagt d. Geschäftsst. d. G.A. [Stellengesuche) 18iübrig. Mädcpen sucht Stellung in Gieften in kleinerem Hausbalte. [07371 Margarete Bast Nieder-Lhmen. Tücht. Mädchen v. L., m. g. Beugn s. Stelle z.l.od. 15.1. Bu erfr.Kreuzpl.10 I.St.tb.Winterh ). u.888i>l)a.d.G.A. Garten. Bauplatz, hinter den Schieb- gärten, mit Wasserleitung u. viel Obst preiswert zu ner- Teutsche StHäferliUDdm sehr wachsam, in Schönheit und Leistung mit sehr gut prämiiert, billig zu verkaufen. [eoaoD Bu erfrag, b. d. Ge- schäftsst. d. G. A. Schwere Stallhasen zum Schlachten zu verkaufen. 07402 Frosch, Neustadt 13 I. Gute Bananen- Hähne und- Weibchen sow. Grammophon mit Platten hat zu verkaufen. [07388 Schottftr. 13 III r. Herrschaftliches Haus in Gieften, in bester Lage, mit Parterre« und 2 Etagenwohn. üonie7Bimmernu. schöner Mansarden- W ohn..Bentralheiz.. Bad, Parkett, Lino- Steppdeckenhaus Schott, Gießen Kein Laden Walltorslr.24 Kein Laden Schriftl. Ang. unt. 07400 a. d. G. A. Tücht. branchekund. Verkäuferin für Spezialgeschäft der Lebensmittelbranche gesucht. Schriftl. Ang. unt. 07320 a. d. G. A. Alleinmädchen im Kochen und allen Hatisarbeiten bewandert z. 1. 1. 33 JaWWWne (grobes Modell) m. Dynamo, bill. z. vk. Bu erfr. i. d. Gesch.- Stelle d.G.A. 07403 Stadttheater Gießen RllK>D Sonntag, 18. Dez., 15—17.30 Mir: Aufter Abonnent. Preise von 0,30 bis 2,— NM. In neuer Inszenierung u. Ausstattung Aschenbrödel oder Der gläserne Pantoffel Weihnachtsmärchen mit Gelang u. Tanz in 6 Bildern von C. A. Gvrner Musik o.Stiegmattn Sonntag, 18. Dez.« 19—22 Uhr: Außer Abonnement Fremdenvorstellg. Ermäßigte Prelle Lie endlose Strafte Ein Frontstück in 4 Bildern von S. Graff und C. E. Hintze. Dienstag, 20. Dez., 20—22.15 Uhr: Weh dem, der lügt (Bum letztenmal!) Mittwoch, 21. Dez.. 15.45—18.15 Uhr: Aschenbrödel Mittwoch, 21. Tez., Aus gutem Hause! Moderne Schrank-Vitrine für 30 .H zu vk. 07309 Wiefeck, Eichenröderw. 211. 6 echt eich, guterh. Ledirpo:slerslölile 0. 2 Betlsprungralmn 1 x 1,95 Meter, sehr preisw. z. vk. [07301 Wilbelmstr. 54 p. 1 Kinderbett 1 Puppenwagen 1 Puppenbett alles mit Matratze und 1 Festung zu verkaufen. [07300 Bleichstrafte 10 I. Fast neue Schreibmaschine bill. 5. verk. [07390 21sterwcg 48 11, l. Kinderwagen nnd Laufgitter bill. abzugeben. 07413 Hammstrafte 1 p, Frackanzug f. schlanke Figur bill. abzug. [07391 Bahnhofstr. 40 III. Elettrola - Planer- Grammophon neuestes Aiodell, nur sehr gut erhalt., tu kauf. pef. ^schr. Ang. m. Preisang. u. 07404 a. d. G. A. Photo-Amiarai Nollstlm, 6 x 9 od. kl. kauft B. Tahl- inehcr, Am Kugel- bcrg 4 III. [o73vi Persianer Fell, Muff oder Kragen gesucht. Schriftl. Ang. unt. 07358 a. d. G. A. Hofmannftr. 8 P. 3- n. 45 Zimm.-Wohn. (Neub.)m.Bentral- Heizg., komvl. Bad, Warmw.-Anl., Nebenz., Logg., i. Südviertel, z. verm. 07m Häh. Friedrich »tr. 531 Frdk. 2*3immer« Wohnung, Küche, Bad m. Bubebör u. Garten zu ver- |steilenangebote] Grofthandlung (im Kreis Gieften) sucht für alle Orte in Oberhessen IWrt* Borkenntnisse nicht erforderlich. Hohe Provis. Fntereff. ro. sich melden 11.07380 a. d. Gieb. Anzeig. Samstag, 17. Dezember M2 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Nr. 297 Zweites Blatt Achtung! Verjährung! IN »alt fein« igen ehrn •TOD hier I öhne Gewähr Nachdruck verboten 2. Ziehungstag 15. Dezember 1932 60 Gewinne ju 182127 171103 173860 251777 253501 271559 nur künstlich und nicht dauernd möglich fei. Don y i h l ß i v y u ii y —* ----- ---- ----' ' ' . " - ' , - Einzelrichter der 33 Jahre alte Arbeiter Johann größter Tragweite und dann leine Gedanken über Gärtner aus Mainz und der 30jährige Mau- die verschiedenen Formen der Regierungen, über 365 5€dttc^g MbJafa M i TELE Der Telefunken 343 bringt Der Telefunken 231 nimmt % W (bei Gleichstrom RM 258,-) (bei Gleichstrom RM 199,-) U 81 269 172631 266139 302651 103597 231599 291371 348854 88405 186423 275213 333647 397794 165811 240451 279962 357705 398106 150894 244472 292086 377584 157042 254174 299326 381436 37494 3754 6616 16065 834220 141003 33732 76712 195458 204001 272182 287866 321684 332332 des un» Machen Sie jeden Tag zum Festtag! mit einem Radio-Apparat, wie es diese beiden TELEFUNKENAPPARATE sind. Trennscharf, k!angrein und laut bringen sie Sender nach Sender, aus ganz Europa. 173254 268229 387837 I 99343 143134 163512 182655 208717 212587 rer Peter Steinmacher aus Frankfurt a. M. zu verantworten. Dei einer Haussuchung bei Steinmacher waren vor einiger Zeit 7,65 kg unversteuerter Tabak gefunden worden, der aus Schmuggel gut stammte. Außerdem wurde festgestellt, daß bereits früher Tabaksendungen im Auftrage Gärtners an Steinmacher abgegangen waren, die auch bereits weiterverkauft worden sind. Beide Angeklagte wurden wegen Steuerhehlerei zu je 1 0 0 0 0 M k. Geldstrafe, 27 Mk. Wertersatzstrafe und Gärtner außerdem zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. 4 Gewinne zu 5000 *)IL 8 Gewinne zu 3000 M. 396546 8 Gewinn» zu 2000 M. 223327 26 Gewinne >u 1000 M. 117402 137551 171718 303716 339706 334647 Eewinnauszug 3. Klaffe 40. Preuß.-Siidbeulsche (206. Preuß.) Staats-Lotterie WSR. Mainz, 16. Dez. Wegen Steuer- Hinterziehung hatten sich gestern vor dem Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich bebe Gewinne gefallen, und zwar |e einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II MM > 18. Dez., Leib achm. Be» 7 yt Ubt tier. MUD es bei richtiger Bedienung mit dem größten au Einschi. Röhre'* RM 189,- Vestehl für den Gläubiger die Gefahr der Verjährung, so sorge er schleunigst, vom Schuldner, wenn irgend möglich in schriftlicher Form, eine vertragsmäßig erneute Anerkennung der betr. Forderung zu erhalten. Er wandle, wenn möglich, die Kaufgeldforderung in eine Darlehensforderung um (siehe oben unter Nr. 1). Notfalls nehme er die Hilfe eines Rechtsanwalts oder der Geschäftsstelle des nächsten Amtsgerichts in Anspruch. Wer durch seine Saumseligkeit Geld verliert, darf nicht das Gesetz, sondern nur sich selbst verantwortlich machen. F. G. Aufklärung von Einbruchsdiebstählen und Aaubüberfällen. WSN. Mainz, 16. Dez. Den Bemühungen der Kriminalpolizei ist es gelungen, fünf schwere Einbruchsdiebstähle und einen versuchten Einbruchsdiebstahl aufzutlären. Es handelt sich um Einbrüche, die in der letzten Zeit in drei verschiedenen Lagerhallen, bei einer Lebensmittelgroßhandlung und einem Tünchermeister verübt wurden, 4,tt»ie um die Entwendung von 12 000 Zigaretten aus einem Lastkraftwagen. Sämtliche Straftaten find in der raffiniertesten Weise während der Nacht begangen worden. Den Tätern,' die hindernde Verschlüsse mit einem Schneidegerät (Pio- Die Ziehung der 4. Klasse der 40. Preußisch- Süddeutschen U66. Preußischen) Staats-Lotterie findet am 11 und 12. Januar 1933 statt. 165309 187031 201928 234654 267401 323492 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 Gewinne zu 50000 M. 152643 2 Gewinn» zu 100-0 M. 183465 2 Qtetoinne zu 5000 M. 30718 8 Gewinne zu 3000 M. 161977 195965 290510 346.28 8 Gewinn, |u 2000 M., 148971 258820 305545 350855 34 Gewinn» ,n 1000 M. 64143 70391 88013 96454 243861 ______ _______ ______ 29/269 303294 324721 330282 363860 364110 380961 388367 42 ®ti i :ne ,u 500 f’H. 10285 29835 36219 66689 74393 75941 96184 105821 107091 109909 127060 132650 148621 148857 162494 187801 205960 209221 234873 375632 396131 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 401) M. gezogen 2 Gewinne zu 100000 M. 135345 213326 221602 308229 328951 339272 339650 364454 60 Gewinne -n 800 M. 6519 16418 29868 32180 Büchertisch. — Oswald Spengler. Politische Schriften. 338 Seiten. München. Verlag C. Sy Deck. Geheftet 3,60 Mk., in Leinen 4,80 'Mk. — (475.) — Spenglers Dorrede zeigt die inneren Zusammenhänge der sieben in dieser Dolksaus- gabe vereinigten Aufsätze und Reden, in denen er über die Lage Deutschlands und die Lage der Welt, ihre Aufgaben und Zukunft spricht. Die Ausgabe enthält vier bis jetzt unveröffentlichte Dorträge. In dem ersten über „Das Doppelantlitz Rußlands und die deutschen Ostprobleme" weist er auf das Russentum hin, in dem er für heute und in Zukunft das nächste Problem für uns sieht. Nachdrücklich zeigt er dabei die veränderte geographische Lage Deutschlands, das nicht mehr der führende Staat in Mitteleuropa sei, sondern der „Grenzstaat gegen Asien". In der gleichfalls noch ungedruckten Rede „Reue Formen der Weltpolitik" geht er von dem Gedanken aus, daß die Dormachtstellung Frankreichs die Verjährung. Im P o st s ch e ck v e r k e h r verjährt der Anspruch in zwei Jahren. Die Verjährungsfrist läuft vom Schlüsse des Jahres an, in welchem der Auftrag dem zuständigen Postscheckamt erteilt wurde. Für Postanweisungen läuft eine sechsmonatige Verjährungsfrist, das gleiche gilt für Zahlkartenaufträge und für Ansprüche aus Gebührenrückerstattung im Telegrammverkehr. Die hier aufgcführten Ansprüche sind die täglichen Lebens. Jeder Geschäftsmann prüfe vorzüglich seine Bücher. Auch auf die Gefahr hin, daß Bekanntes wiederholt wird, sei folgender Rat erteilt: ig alle Sender durch den if. »Selbst-Trenner« getrennt. Einschi. Röhren RM 248,- 341877 392300 396855 --- 600 921. 20538 21767 23339 71877 ------ ------ ------ 185464 theater eßen »kD i, 18. Tez., 7,30 Uhr: Abonnem. lon 0,30 bis -M. . er dnüeme- AucMltung nibrödel oder gläserne uitoim Mummen angu.ran; Mein Z. Görner ^tiegmann 1,18. De-- o9 Uhr: honnement DWorfteOp- ate Preüe Jfe ?traßc ■rontitüu Pildern Z. Graff 5 Hinte, g, 20. W" 2.15 Ute m,dcrl-g cßfeninal.) g.Li.Te;-- 8.i5y- ndrodel 21.-r.e«- 8vbr: »5S? ws N «if sei- nierzange) beseitigten, fielen in jedem einzelnen Falle größere Mengen Waren in die Hände. An der Ausführung der Einbrüche waren zwei Burschen beteiligt, die mit ihren Aufpassern hinter Schloß und Riegel gebracht worden sind. Auch die beiden Raubüberfälle, die am 8.November auf das in einem Verkaufehäuschen tätige Ehepaar in der Unterführung Bebelring Osteinstraße und in der darauffolgenden Nacht auf einen Wirt in der Rotekopfgasse ausgefichrt wurden, haben ihre Aufklärung gefunden. In den beiden letzten Fällen kommen als Täter der Zimmermann Hermann R o f ch e d a und der Schneider Sturt Raum in Frage. Die Genannten, die ein unstetes Leben führten und wegen Beihilfe zum Schmuggel zur Zeit in einem Gefängnis in der Pfalz sitzen, haben unter dem Druck des gesammelten Beweismaterials den mit der Vernehmung beauftragten Mainzer Kriminalbeamten die Tat zugegeben. Als treibende Kraft ist der in Mainz ortsfremde Rofcheda anzusehen, der die Gelegenheiten auskundschaftete und auch den Schuß auf den Wirt abgegeben hat. Raum, der in dessen Lo'al schon verkehrte, schützte sich damals durch eine rote Halbmaske vor der Erkennung. 100 Zentner Speck verbrannt WSR. Frankfurt a. M., 16. Drz. Gestern abend wurde die Frankfurter Feuerwehr nach der Fleischwarenfabrik des K o n s u m v e re i n s nach der Rebstöckerstraße gerufen. In einer Räucherkammer war Feuer ausgebrochen, wobei 10 0 Zentner Speck verbrannt sind. Der Schaden beläuft sich auf etwa 2000 Mk. Wegen TabakschmnggeiS verurteilt. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 18. Dez., 15.30 bis 17.15 Uhr: Der gestiefelte Kater. 20 bis 22.45 Uhr: Cavalleria rusticana. Hierauf: Der Dajazz'o. Montag, 19. Dez., 20 bis 22.30 Uhr: Rigoletto. Dienstag, 20. Dez., 20 bis gegen 23 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Mittwoch, 21. Dez., 19.30 bis gegen 23 Ufjr: Margarethe. Donnerstag, 22. Dez., 19.30 bis 22.30 Uhr: Don Carlos. Freitag, 23. Dez.. 15 bis 16.45 Uhr: Der gestiefelte Kater. 18 bis 20 Uhr: Der gestiefelte Kater. Schauspielhaus. S./ntag, 18. Dez., 20 bis 23 Uhr: Der Verlernender. Montag, 19. Dez.. 20 bis nach 22.30 Uhr: Dir endloie Straße. Dienstag, 20. Dez., 20 b.s gegen 22.30 Uhr: Moral. Mittwoch, 21. Dez., 20 bis 23 Uhr: Der Der- schwender. Donnerstag, 22. Dez., 20 bis 22.30 Uhr: Hedda Gabler. Freitag, 23. Dez., 20 bis gegen 22.30 Uhr: Moral. die zukünftige Gestaltung der Heere und Flotten. In dem Dortrag über „Das Verhältnis von Wirtschaft und Steuerpolitik feit 1750" spricht er über den Steuerbolschewismus, der sich im Privatleben in den verschiedensten Formen verheerend bemerkbar mache und in seiner ganzen furchtbaren Gefahr auch heute noch nicht erkannt sei. Der vierte noch unveröffentlichte Vortrag über „Das heutige Verhältnis zwischen Weltwirtschaft und Weltpolitik" beschäftigt sich ganz besonders mit der Wirtschaftskatastrophe, „die heute jeder sieht, aber nicht begreift und n.cht begreifen will". Außerdem bringt die Volksausgabe noch die schon aus Sonderausgaben bekannten „Preußentum und Sozialismus", „Reubau des Deutlichen Reiches" und „Politische Pflichten der deutschen Jugend". Spengler sieht dis Dinge nicht bloß vom Augenblick oder von einem Parteistandpunkte aus, sondern zugleich im Spiegel der Geschichte. Die „Politischen Schriften" Spenglers mit ihrem erregenden Vorwort werden in der gegenwärtigen politischen Vewegun- nicht ohne Wirkung bleiben dürfen. — Alfred Karrasch: Winke, bunter Wimpel..! Eine Fischergeschichte von der Kuri- chen Nehrung. Ganzleinenband mit farbigem Bild- urnschlag 4,80 RM. Verlag der I. G. Cottaschen Buchhandlung Nachfolger, Stuttgart und Berlin. — (314.) — Held der Erzählung ist der kaurn^dem Knabenalter entwachsene David Peleikis, der Sohn des schönen, abenteuerlichen Christup Peleikis, den inmitten glücklicher Ehe die Leidenschaft zu einer fremden Frau fort von der Fischerhütte und dem Heimatdorse über See treibt. Wie in diesem jungen Peleikis, der mit dem Vater in heißer Liebe verbunden ist und der an die Wiederkehr des Fortgezogenen trotz aller Feindlichkeit der Umwelt glaubt, die Kraft erwächst, den Ruf des Fernen zu schützen, die Mutter vor den Nachstellungen anderer zu bewahren und den Besitz für den Einen, der wiederkommen soll und wiederkommen muß, zu erhalten, das ist mit bodenständiger Kraft und glaubhafter Eindringlichkeit dargestellt. ■ — ■ e F II kl 14 E kl die deutsche T EAJEiit" -II-WELTMARKE Gebiete des gesellschaftlichen Lebens, der Freundschaft, der Familie und der Religion angehoren, kommen nicht in Frage. Eine Leistung selbst richtet sich entweder nach dem Gesetz oder nach einem bestimmten Vertrage. Hingewiesen sei nur kurz auf folgende Fristen: 1. Die regelmäßige Verjährungsfrist beträgt 30 Iahre, jedoch bilden die kürzeren Verjährungsfristen die Regel. In 30 Jahren verjähren beispielsweise bare Darlehen oder Forderungen, die durch Vertrag in eine Darlehensschuld umgewandelt wurden, um sie vor einer kürzeren Verjährung zu schützen, ferner Ansprüche auf eine Vertragsstrafe, Schuldscheine über den Gesamtbetrag einer Rechnung, für deren Einzelbeträge kürzere Verjährungsfristen laufen. (§ 195 BGB.) 2. In vier Jahren verjähren die Ansprüche auf Zinsrückstände, Miet- und Pachtzinsen, Renten (bäuerliche), Auszugsleistungen, Besoldungen, Unterhaltsbeiträge und alle regelmäßig wiederkehrenden Leistungen (§ 197 BGB.). 3. Bereits in zwei Jahren verjähren u. a. die Ansprüche der Kaufleute, Fabrikanten und Handwerker für Lieferung von Waren usw. mit Einschluß der Auslagen, es sei denn, daß die Leistung für den Gewerbebetrieb des Schuldners erfolgt ist, ferner die Ansprüche der Land- und Forstwirte für die Lieferung ihrer Erzeugnisse, der Gastwirte, dec gewerblichen Arbeiter, der Lehrherren wegen des Lehrgeldes, der Unterrichtsanstalten, der Aerzte, Tierärzte, Apotheker. Zahnärzte, Hebammen, der Rechtsanwälte, Notare, Gerichtsvollzieher u. a. m. Die Verjährung der Ersatzansprüche aeaen d i e Po st tritt bereits nach Ablauf von sechs Monaten, vom Tage der Einlieferung an gerechnet, ein. Wer sich durch eine in Vertust geratene Postsendung geschädigt fühlt, wird in jedem Falle gut daran tun, den Schadenersatzanspruch unverzüglich bei der zuständigen Postbehörde anzumelden. Hier unterbricht die Anmeldung schon stets In den letzten Jahren der ständig zunehmenden Wirtschaftsschcumpsung und der mit ihr Hand in Hand gehenden itapitalnot als des äußeren Merkmals unserer wirtschafllichen Verarmung wird die Mehrzahl der Gläubiger den Schuldnern gegenüber alle Hebel in Bewegung gesetzt haben, um aus = stehende Forderungen rechtzeitig ein- z u 11 a g e n und — gewiß oft erfolglos — zur Beitreibung zu bringen. Aber doch steht noch so mancher Posten in den Geschäftsbüchern eines Kaufmanns oder im Kopfe eines Privatmannes, dem mit dem Ablauf des kommenden 31. Dezember die Verjährung droht. Durch Zeitablauf wird es dem Gläubiger, dem Kläger, unmöglich gemacht, einen an und für sich vollkommen berechtigten Klageanspruch im Prozeßwege durch ein obsiegendes Urteil zu erzwingen, wenn sich der Schuldner auf die eingetretene Verjährung beruft und sie in einem Prozesse einredeweise geltend macht. Nach § 225 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB.) kann die Verjährung durch ein Rechtsgeschäft (Vertrag) weder ausgeschlossen noch erschwert werden. Bei Kauf- und Werkverträgen ist allerdings die vertragsmäßige Festsetzung einer besonderen Verjährungsfrist zulässig, kommt jedoch in der Praxis kaum vor. Die Verjährungseinrede kann — sie muß es selbstverständlich nicht — im Prozeß im Wege der Einrede geltend gemacht werden. Sie ist niemals das lauterste Mittel im Kampfe ums Recht, und dennoch muß sie bestehen, d. h. vorgebracht werden können. Denn es geht auch nicht an, daß ein Gläubiger noch nach Jahr und Tag kommen und eine Rechnung präsentieren kann, die längst aus dem Gedächtnis des anderen Teiles geschwunden ist, und von der etwa der Käufer einer Ware glaubt, daß sie längst bezahlt sei. Deshalb trägt das Rcchts- inftitut der Verjährung dazu bei, geordnetere, sichere Zustände im Rechtsleben zu schaffen. Es zwingt den Geschäftsmann zur Aufmerksamkeit. Schon das bloße Bestehen der Verjährung zwingt den Gläubiger, sich aus sie gefaßt zu machen. Jedermann sollte wissen, daß das einfache Verschicken von Rechnungen oder daß noch so höflich oder grob abgefaßte Mahnschreiben niemals allein eine laufende Verjährung unterbrechen, selbst dann nicht, wenn sich der Schuldner auf sie ausscyweigt, d. h. solche Mahnschreiben unbeantwortet läßt. Nur Zustellung eines Zahlungsbefehls oder einer Klage — vor Fristablauf — schützen den Gläubiger. Die Vorschriften über die Verjährung sind in den Paragraphen 194 ff. des Bürgerlichen Gesetzbuchs geregelt. Dort lese jeder den Gesetzestert selbst nach und prüfe den eigenen Fall. In § 194 BGB. heißt es klar und bestimmt: „Das Recht, von einem Anderen ein Tun oder Lassen zu verlangen, unterliegt der Verjährung." Unter Tun oder Lassen ist stets eine sog. Leistung im Sinne des § 241 BGB. zu verstehen. Eine Leistung im Sinne des bürgerlichen Rechts braucht nicht immer einen in Geld bestimmten Vermögenswert zu haben: es muß aber ein nach der Anschauung der menschlichen Gesellschaft schutzwürdiges, regelmäßig wirtschaftliches Interesse vorliegen, und auch der Charakter einer rechtlichen Bindung ersichtlich sein. Reine Versprechen, die dem Ein Gchwimmbadprojeli in Heuchelheim. ck. Heuchelheim, 15. Dez. Gestern abend fand im Saale der Wirtschaft ,^Zurn Treppchen eine gut besuchte Bürgerversammlung statt, die von der Gemeindeverwaltung einberufen war. Zweck der Versammlung war die Einwohnerschaft über die bis jetzt geleisteten Vorarbeiten zur Errichtung eines Schwimmbades und die in nächster Zukunft geplanten Schritte aufzuklären. Bekanntlich hat sich schon im vorigen Jahre auf Anregung von Rektor K n a b eine Kommission aus verschiedenen Kreisen der Heuchelheimer Bürger gebildet, die mit der (Erledigung dieser Vorarbeiten betraut worden war. Bürgermeister Rinn schilderte die Notwendigkeit einer Bade- und Schwimmgelegenhest für die Gemeinde. Rektor Kn ab erstattete dann Bericht über den Stand der Angelegenheit. Seinen Ausführungen konnte man entnehmen, daß die Kommission schon viel Vorarbeit geleistet hat. Nachdem er die Errichtung eines Schwimmbades, besonders für die Heranwachsende Jugend, als ein Gebot der Stunde befürwortet hatte, ging er näher auf die beiden von Jng. Zitz-Laubach und Jng. Lotz-Heuchel- Heim ausgearbeiteten Pläne und Voranschläge ein. Hiernach sehen die beiden Pläne die Errichtung des Schwimmbades in den Ausmaßen von ungefähr 20X50 Meter für das Schwimmbecken, 20X20 Meter für ein Planschbecken, ein Sandbecken für Kinder, mit Kabinen usw. auf der Oberwiese hinter dem Heuchelheimer Mühlchen vor. Die Kostenvoranschläge bewegen sich ungefähr in der Höbe von 25 000 Mark, ausschließlich Geländeerwerb. Die Lage wird als sehr günstig bezeichnet, da ganz ausgezeichnete Wasserverhältnisse vorliegen. Bei einem Gefälle von fünf Meter, das zwischen dem oberen Mühlgraben und dein unteren alten Bachbett besteht, ist ein tadelloser natürlicher Zu- und Ablauf des Wassers gewährleistet. Die Abgabe der benötigten Menge Wasser hat Müller C h r i st unentgeltlich zugestanden, lieber die finanzielle Seite des Projekts wurde gesagt, daß die benötigten Mittel aus privater Hand beschafft werden sollten, da die Gemeinde als solche augenblicklich nicht in der Lage ist, aus (Etatsmitteln Geld zur Verfügung zu stellen und ihr durch Notverordnung auch die Aufnahme von ftrebit untersagt ist. Nach Ansicht des Vortragenden ist die Rentabilität des Projektes gesichert. Um genauere Unterlagen für die Berechnung zu schassen, sollen in der nächsten Zeit Erhebungen über d i e Abnahme von Dauerkarten angestellt werden. Mit dem Erlös dieser Karten (als Familienkarte pro Jahr 8 bis 10 Mk., für Einzelpersonen 3 bis 4 Mk.) hofft man, die Schuldsumme zu verzinsen, so daß also die Einnahme für Einze-lbesuche und Bäder zur Deckung der geringen Verwaltungskosten und zur Amortisierung verwandt werden können. Die Aufbringung des Kapitals ist so gedacht, daß Anteilscheine über kleine Summen, etwa 20 Mark, mit 4 Prozent verzinslich ausgegeben werden, von denen jährlich eine Reihe zur Auslosung kommt. Für größere Beträge sollen Schuldscheine, auch mit 4 Prozent verzinslich, ausgegeben werden, die zu jeder Zeit kündbar sind. Die Sicherheitsleistung für die geliehenen Kapitalien übernimmt die Gemeinde. Wenn auf dieser Grundlage die Beschaffung des Kapitals möglich ist, will die Gemeinde die Errichtung des Schwimmbades im nächsten Jahr in Angriff nehmen, und zwar, so weit wie möglich, als Notstandsarbeit. Rektor Knab schloß seine Ausführungen mit der Ditte an die Versammlung, das Werk nach Kräften z-u unterstützen, zum Wohle der Jugend, deren Gesunderhaltung besondere Pflicht sei. Die Aussprache ergab einmütige Zustimmung zu diesem Plan, so daß Bürgermeister Rinn die Versammlung schließen konnte mit der Hoffnung, daß mit der Errichtung des Schwimmbades bald begonnen werden könne. Geheimrat Or. Dr. h. c. Wily Mercks. WSR. Darmstadt, 16. Dez. Im Alter von 72 Iahren verschied gestern abend Dr. phil. et med. h. c. Geheimrat Dr. Willy Merck, der älteste Mitinhaber der pharmazeutischen Welt- firma E. Merck, Darmstadt. Dem Verstorbenen unterstand drei Iahrzehnte lang die Gesamtleitung des Fabrikbelr'.ebes und der w'ssenschaft- lichen Einrichtungen, um deren Fortbildung er sich sehr verdient gemacht hat. Der Verstorbene Hinterl-§L keine Söhne. Er ist u. a. der Schwiegervater des Führers der Deutschen Volkspartei D i n g e l d e Y und des früheren Reichsfinanz- minifters Dr. Reimhold. 289260 137159 85618 294851 " ’ 40 Gewinne zu 800*Ä.'' 7334’ 26478 51472 70617 88201 92056 115915 116731 122487 124647 151316 tflabcnb (et. "öM M , Lonntag, i 8 Uhr n'Zusim« ftini„'$oi|: [07388 8 ftortleRung Nachdruck oerboten Denken Sie praktisch! Schenken Sie Stoffe 5 Röhren-Superhel 4 Röhren / 3 Kreise 58.- Ein mtiisaes Gesdienii für die Dame! sehr billig für Geschenke in wirklich schöner Ausführung M ENDE Wirksame Werbe-Drucksachen 'lefert die ßrühi'sche Druckerei rai be. aus meinem Stoffspezialhaus Meine unübertreffliche Auswahl, meine niedrigen Preise und guten Qualitäten machen Ihnen das Kaufen leicht Bett-, Tisch- Damen- u. Herren leim bi
  • hatten. Die Schloßherrin, die einer adligen Familie entstammte, hatte es für unter ihrer Würde gehalten, sich um die Dorsleute zu kümmern, und ihr Mann war so in ihrem Banne, daß er von sich aus nichts an diesem Umstand änderte. Man war um so angenehmer überrascht, als der junge Doktor Richter sich jetzt als loyaler, umgänglicher und fürsorglicher Mann entpuppte, der sich viel im Dorfe sehen ließ und der für jeden etwas übrig hatte. Man konnte über alles mit ihm ein offenes Wort reden, und er ließ auch die Ansichten der anderen gelten. Er schien alles daranzusetzen, seine Scholle zu retten. Man war willens, ihm dabei so gut wie möglich zu helfen. Selbst in den umliegenden Dörfern gab man sich Mühe, August Richter nach Möglichkeit au unterstützen. Es ließ sich nicht umgehen, einige der zum Gut gehörenden Wiesen und Felder zu opfern: man brauchte sie zur Aufnahme der Haldem Trotzdem hatte das Dörfchen Löbbau nichts von seinem anmutigen Reiz eingebüßt. Seine schöne, waldige Umgebung war erhalten geb.ieben. Das eigentliche Kohlengebiet lag etwa sechs Kilometer von Löbbau entfernt. August Richter wollte unter keinen Umständen den ganzen Wald vernichten. Es tat ihm leid genug, wenn die schönen, stolzen Bäume unter den Aexten der Holzhauer fallen mußten: aber dort, wo es nicht mehr unbedingt nötig war, mutzten die Aexte Haltmachen. Seine Gläubiger hatten mit einem Schlage eine andere Haltung eingenommen. Sie bedrängten ihn nicht mehr, hatten auf einmal viel Zeit, brauchten plötzlich das Geld nicht mehr so dringend. Es könne ruhig stehenbleiben, boten sie ihm an, es sei ja sicher genug. Bis versteckt und allmählich die Anfragen einliefen, ob man sich nicht an dem Unternehmen beteiligen rönne. Theobald Fischer legte sofort einen Riegel vor. „Richt einen einzigen Menschen nehmen wir mit auf, Gustl" bestimmte er. „Wir werden es allein schaffen — brauchen niemand anders. Pass auf, es wird nicht einmal allzulange dauern, bis wir schuldenfrei dastehen und außerdem noch die Kassen voll Geld haben." Beide Freunde waren als Besitzer der Grube Die ersten Tage kamen unzählige Bettelbriefe. Magdalene gab und gab, bis Mutter Hahn ein energisches Veto einlcgte. So könnte es nicht weitergehen, sonst sei das Geld schnell alle. Magdalene hörte auf den Rat der verständigen Frau, und sie beide überlegten, was nun geschehen sollte. Es stand für Magda'ene fest, datz sie nicht h'.crbleiben würde. Zunächst also würde sie nach Berlin gehen. Aber — allein in der großen Stadt? Das war gar nicht nach Magdalenes Geschmack. Sie bestürmte Frau Hahn, mit ihr zu gehen und für die erste Zeit bei ihr zu bleiben. Später, wenn Magdalene erst Anschluß gefunden hatte, mochte sie wieder in ihr gewohntes Milieu zurückkehren, wenn es ihr woanders nicht gefallen würde. Es war Mutter Hahns Herzenswunsch, eine Pension zu errichten. Bisher hatte es ihr an den nötigen Mitteln gefehlt, diesen Plan durchzu- führcn. Trotz ihres energischen Widerspruchs wollte Magdalene ihr das Geld geben, wenn sie nicht bei ihr in der großen Stadt bleiben wollte. Zunächst aber sollte es nach Berlin gehen. Eifrig wurde gepackt und alles vorbereitet. Mutter Hahn hatte alle Hände voll zu tun, und Magdalene half dabei, wenn sie auch vor Aufregung alles verkehrt machte. Endlich war man fertig geworden; die Reise konnte nun losgehen. eingetragen worden. August hatte darauf g< drungen, daß Theobald Mitinhaber wurde. Ihi allein verdankte er ja diesen Fund. Ohne Theo- Der Pächter Steingruber war nach dem Schloß- gut übergesiedelt und hatte dort die Stelle des Verwalters übernommen; im Vorwerk war die Verwaltung des Draunkohlenwerkes installiert worden. Die Untersuchungen hatten es bestätigt: unter dem Löbbauschen Walde zog sich ein mächtiges Braunkohlenlager hin, dessen Ausbeute reichen Gewinn bringen würde. Die Lager begannen, den genauen Messungen zufolge, schon acht Meter unter der Erde und zogen sich hinunter bis zu dreißig Meter. Es hatte nicht einmal allzulange gedauert, bis die Formalitäten erledigt waren und Doktor August Fischer die amtliche Bestätigung in Händen hatte, daß ihm auf seinem Grund und Boden das Bergwerkseigentum verliehen worden war, was gleichbedeutend war mit der Genehmigung, das Braunkohlenlager auszubeuten. Von diesem Augenblick an begann auf Löbbau eine fieberhafte Tätigkeit. Man fällte zunächst die Bäume und verkaufte das Holz. Von dem Erlös des Holzes wurden die ersten Anschaffungen angezahlt. Theobald Fischer war in seinem Element und erwies sich geradezu als Retter. Er besuchte persönlich die großen Eisen- und Maschinenfirmen und erreichte es durch seine Bürgschaft, daß man dem neuen Unternehmen die notwendigen Bagger- Pumpen, Rohrleitungen und alle übrigen Maschinen auf Kredit lieferte, ebenso die Loren für die Kleinbahn. Schnell hatte sich das Bild um das Schloßgut Löbbau verändert. 2ns Dorf Löbbau waren Arbeiter, Maschinisten, Holzfäl er eingezogen, denen bald Beamte und Bergleute folgten. So gut es ging, brachte man die Leute unter, indem man zunächst Baracken baute. Sobald^ das Unternehmen im Gange war, würde man Häuser bauen. Soweit die Leute nicht in den Häusern des Dorfes Unterkunft gefunden hatten, wurden sie auf dem Schloßgut be öftigt. Frau Mertens nahm widerspruchslos und freudig alle Arbeit auf sich. Das kleine Dörfchen hatte plötzlich einen unerwarteten Aufschwung genommen. Fast in jedem Häuschen waren ein oder zwei Untermieter untergebracht. Der einzige Gasthof des Dorfes hatte soviel zu tun wie nie zuvor. Dort nahmen die Beamten ihre regelmäßigen Mahlzeiten ein. Es kam Geld unter die Leute. Einer profitierte vorn anderen, und die Stimmung für den jungen Schloßherrn war völlig umgeschlagen. Man lobte und pries ihn in allen Tonarten; man bezeugte ihm, daß er aus ganz anderem Holz geschnitzt war als seine vornehmen Eltern. Man hatte August Richter hier früher wenig zu sehen bekommen und ihn ebenso beurteilt wie seine ziemlich hochmütigen Eltern, die mit den Bewohnern des Dorfes nichts zu tun gehabt Monde 148 kombiniert mit dyn. Lautsprecher für Wechselstrom oder Gleichstrom mit Röhren . . . RM. 155 — Mende 138 mit Röhren für Wechselstrom ..... RM. 212.90 Mende 138 mit Röhren für Gleichstrom . . 4 . . RM. 216 80 ' 'vy Edle '■'/Kanarier* 7/Sänger bringen estfreude ins Heim Aus höchstprämiierter Zucht gebe ich otae? Kanarienhähne preiswert ab Heinrich Schmidt Stephanstr. 25III. Preis MM durch die 1 ELECTROLA k Ablas+dose Mod. Nr. 11 das Programm' k nach eigener KWahl....... Lautstärkeregler k Mk. 6.- Unabhängig k vom Sender.... EltCTRC VERSTÄRK ERGEB ÄT ABTASTDOSE NR.11 FHÖDEN SIE 1 PIATTENMUSIK DURCH DEN VERSTÄRKER IHRES RADIO- L GERÄTES J Unverbindliches Vorspiel jederzeit bereitwilligst durch die »Autorisierte Electrola-Verkaufsstelle«: ERNST CH ALLIER, Neuenweg II Grobes Laßer aller Fabrikate mua in höchster Vollendung MusikChallier= in bester Ausführung und billig Teppiche Brücken Giessen Läufer 8962 A 8947 A Dtwan- und Reise Decken hoto-Apparate Heinrich Hochstätter als Weihnachts-Geschenke 8928 A Turmrein1846 Gießen 894 A Ä Turnhalle statt. 89)5D Tapetenhaus 8717 D H. Kreiling, Bahnhofstr. 29 8967 A 10, du 89K6D 07133 G/ESSEN *MAUÖßURG 1C7 894? A Fachmännische Beratung bei den Mitgliedern der 8915 A Gas-Vereinigung Gießen Große Auswahl in flotten Formen und Farben für Damen, Herren und Kinder Heuchelheim. Gießener Str.26 Schüler an Dr. Hochs Konservatorium Frankfurt a. M. Betzvorlagen Feie Gas-Kocher.. Gas-Heizofen Knabentuch kariert....... ist führend 3.90 0.78 1.00 1.25 8.75 8937 D . v. 20.- an . v. 30.- an Die besten deutschen Markenfabrikate zu niedrigsten Listpreisen J. B. Häuser Am Oswaldsgarten Gießen - Ruf 2145/2146 Herrentuch ap weih, mit farbig. Kante ZO H k M Wie kommt das? Schwarze Flecken aui den Klingen der Tlechmeeser? Das haben die Säuren der Speisen gemacht I Wie wär'* denn, wenn Sie Ihrer Frau zu Weihnachten neue, hübsche Chrom Tlschbestecke schenken. Die rosten dann nicht Und sie sind gar nicht so teuer bei Auf Wunsch Terminzahlung bis 11 Monate. 10% Rabatt! Bei Barzahlung mmmhwhwmb erteilt gut und billig Otto Volkmann Damentuch, mit Hä- «p helkinte ....3 Stück 13 Für die kalte Jahreszeitl Steppdecken Kolter Reisedecken Felle in hervorragender Qualität u. Ausmusterung Fenstermantel-Friese in verschiedenen Qualitäten und Farben Axh. VM-cAß/Vk v/vA- Familien-Drucksachen Ver loDungsa nz eigen . _ _ Vermählungsanzeiger bei Bruhl. Schulstraße Geburtsanzeigen erfreuen Jung und Altl Die richtige Kamera zu wählen ist nicht leicht t assen Sie sich deshalo von mir reraten. Schon ab Mk. 4.00. SL0. 12 75, 19.50 habe ich gu e Marken Apparateam Lager. Alben Stative, Taschen, sonstiges Zubehör in große r Auswahl Photo-Haus Carl Seibel, Gießen Fernsprecher 36# Möbelfabrik Karl Hahn polsierwerkstätte A. Wehchelm Hauptgeschäft: Löberstraße 17 Linoleum- und Stragula-Teppiche mit kleinen Fehlern und Reste 10 bis 20 Prozent Rabatti Möbel-Sonder-Ausstellung im Aussteilungshaus Salomon Goethestraße (gegenüber der Gewerbebank) Dir bitten um Äesichiigung KÖHLER Haas der guten Q alüäten »Herren- n. Knabenkle.der Gießen, Selters weg 17 lA/wk Gas-Schnellwassererhitzer v. 60.- an Gas-Herd mit Brat- und Backofen..............v. 90.- an Gas-Badeofen...........v. 120.- an TasWidieG Ma-luri (Latin) Dr. Mö’ert Prival-Lehran«la:ien Schule und Schtt erbelm in ges. Waldlage, ^ndio. Erzieh, und Schulung VI-OI. Bor» beug. gen. Zeitverlust. OH-Helfe n. Abitur. Daneben: alle Handelsschulfächer f. lauf» männ. u. gewerbliche Berufe. Beste Empfehlung. Prospekte u.Erfolgverz. fr. [smov Wir haben nochmals rund 60 Herren-Mäntel erster Klasse erstanden. Jeder Mantel ist ein Werkstück, dem man die Herkunft ansieht. Für den Kenner eben das. was ihn vom Durchschnitt unterscheiden soll. Sichern Sie sich einen solchen Repräsentations-Mantel, das sind die letzten der Art in dieser Saison Preise: 68.—, 78.—, 88.—. „Eres-Mäntel“ haben Weltruf! ... und große WeifinacMsfreude und tägliche Arbeitserleichterung bereiten die modernen Sasgeräte: -ettentliche Aufrührung eines WeiörratvLsMels durch die Harburger Spie! ruppe der Christen Gemeinschaft Sonntag, den IS.Dezember 1932,20Uhr Raum: Grabenstratze 11, Gartenhaus Zur Unkostendeckung: Mk. 0.50 erbeten. Kinder 0.20, Erwerbs- lose nach Belieben oder frei. 07353 "kleine. «Atcidigkect mehr! wieder munter und frisch! Rücken- und Lreuzschmerzen, Unbehagen (Int v)arnungo;eichen für die $tau. Sie tünder. an, -aß sich im Unter: cib Schaden vorberei- ten, denen später schlimme Zustande folgen. Thalysla-Frauengurt von 1-M.an ist für leidende Krauen die Erlösung. Lrmü dungscrscheinungen und Schmerzen hören auf, die Arbeit fällt nicht mehr schwer. Unser Thalysia-Zrauengurt beweist durch seine groß. Verbreitung seinen Wert. Line einfachere Ausführung zu 11,50 Mark „VVohlform- tfhttt" leistet g'eichgute Dienste. Unverbindliche Anprobe bereitwilligst. Dhalysia-Ratalog ^Die gesunde und gepflegte Frau" und eine illustrierte Zeitschrift erhalten Sie kostenlos hn Anschluß-Reformhaus Gustel Schlumberger Seltersweg 52 • Ruf 4174 1 Aktuell ist auch dieses Angebot ! Mako-Damentuch aa mit Hohlsaum......ZU Dr.-Diehl-Schuhe.............von Mk. 15.00 an Bestes Material, gute Paßform und billigste Preise!! Herren-Sportstietel mit geschl. Lasche von Mk. 7.80 an Rieker-Stiefel, zw egenäht .. Mk. 19.00 Damen-Gummlübersehuhe, Lack u. matt, I. Qual., Mk. KamelhaarstoHschuhe mit Gummisohle.....Mk. mit Filz- od. Ledersohle.Mk. für Herren...........Mk. Kragensllele', warm gefüttert.... Mk. Kinder-Schuhe zu den billigsten Preisen*! meiner bekannten Qualitäts-Schuhe tiauptpreislage für Damen und Herren: Mk. 5.50, 6.25, 8.00, 10.50, 12.50 . packu0^eTX SeUetl '2 fasset von Gescbenkpa^06 Sa^Pae^opibütS1C° Etoi _ttabe Scbulst L. Bernhardt SSÄ ■\ev^eA Karton-Aufmachungen in größter Auswahl! SCHMÜCKER ________________________________________________________________________895S A Wiiiiler aller Art in einzelnen Sorten und erprobten Mischungen Grohn Auswahl von Vogelkäfiyen in Messing Holz, verchromt und verzinnt zu günstigen Preisen empfiehlt Samenhaus Heiorich Hahn Bahnhofstraße Ecke Wolkengasse Telephon 3403 8l48 .< sind P^'von^3111 a“ Unterricht i» Klavier, Klarinette, Saxophon, Vlohne, Mandoline und Gitarre Weihnachtsfeier der 8chülerinnen u.chüler des Vereins und lebe. t. gib* kein Genhenk. de. grd»we fievde «c*l. UM. 10,— bi» UM. 73,- Crometa n h e a h CARL BRUCK Gießen, Kreuzplatz 8 8737 D c o Reuter La4 billige, schöbe Damenwäsche ladl die neues e Herrenwäsche auserlesen schöne Tischgedecke beste Daunen*, Stepp-u. Wolldecken wunderschöne Bettwäsche beste Hauswäsche das Richtige in jeder Preislage, für jeden Zweck, In guter Auswahl und außerdem Maßanfertigung 8963 A Badeeinrichtungen Infolge dring end ^Verpflichtungen geben wir ab j 36.- Schriftliche Angebote unter 07333 an den Gießener Anzeiger erbeten. " Photo-Annie sind jetzt so billig! Mk.4.—. 5.50, 6.50, 9.-, 12.-. 14.40. 19.50 usw., nur bewährte Marken Metall-Stative von Mk. 2.60 an Ledertaschen grofle Auswahl Kreuz-Drogerie Noll, bä’- Puppenwagen... RM. 15.25 Opel-Flitzer.....RM. 18.00 Holländer....... RM. 9.50 Roller............RM. 6.00 Kinderdreiräder. RM.12.00 FR. LINKER&SOHN 8167 u Gießen ■ Ludwlgstraße 16 iiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiniiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiii» komplett und Einzelteile Badeöfen für Kohle- und Gasbeheizung, Schnell wassererhitzer, Aufwaschtische, moderne Waschtischanlagen sind praktische Weihnachtsgaben und der heimlicheWunsch IhrerLieben.Trotz bereits eingetretener erheblicher Preissteigerung kaufen Sie diese Artikel bei uns noch zu den alten, niedrigen Preisen. Lassen Sie sich unverbindlich von uns beraten, wie Sie mit den geringsten Kosten den höchsten Nutzeffekt erzielen. Zahlungserleichterung wird auf Wunsch gern zugestand. Fr. Heimer & Co. Gießen Bleichstraße 2, Hintergebäude, Fernsprecher 3151 Berechnung durch die Fachgeschäfte nach Wunsch 8959 D 87110 MW 8950 A 8918 A Teppiche Linoleum - Brücken • Vorlagen • Läufer 8946 A hervorragende Markenfabrikate , zu wirklich billigen Preisen HUT OGI I Sehenswerte Spielwaren-Ausstellung im 1.Stock bei der Stadtkirche Geschenke in allen Preislagen 20% Rabatt auf Zigarren von 25 Pfennig an 1^11 So geht’s nicht weiter Wenn Sie den ganzenTag am Waschfaß ständen und noch mltderHand dl.Wäsche auswringen müßten, so würden Sie einsehen,daß elneWring- maschine die Arbeit erleichtert - Das wäre doch auch ein schönes Weihnachtsgeschenk. Sehen Sie sich doch die preiswerten Wringmaschinen einmal an bei J. B. Häuser Am Oswaldsgarten Gießen - Ruf2145/2l46 Größtes Spezialhaus für Teppiche und Gardinen am Platze Beachten Sie bitte meine Schaufensterl Radio- Bastler Der Selbstbau einet hochwertigen Vollnetz Superhet lohntsich.Sit erhalten Anleitung um erstklassige Einzelteile in meiner Radio-Fachableüunf; Neuen Baue 17 Dasekst Bastel-Stube unter tachmännischei Leitung. «y3(lb Ing.H.Brinkmann Ingenieurbüro. Knahenlnstltut Lucius ZorstHous bei Echzell, Oderhesseu. .473 D Erziehung unb »Übung von Zungen zwi'^en 10 und 16 fahren auf indiv. Grundlage. Alle Dorzüge eine-i Land yeimä re lehrplan emü em Unterricht und sorgf.Erz ehung iu Selbständigkeit und pst chtbewußt ein. Keine J?r[p f. stunden er orderlich. SextUntersef., Ob.-Realsch u.Rea . gymnastum. Kein Zeitverlust. Umfdiu-ungcn. ©■> unde L age un ausgedehnten Waldungen. Lnftog n an vr. Lurius. Sonntag geöffnet von 12 bis 18 Uhr — 11 Schaufenster frroegeEinheitspreis G.m.b.H. - Gießen • Schulstraße 11 Nur ein Wort: LLL In 25 Abteilungen unseres Hauses finden Sie 'WeUmatMs - Sescfienfte in größter Auswahl und guter Qualität zu billigsten Preisen. Ueberzeugen Sie sich selbst und Sie werden überrascht sein von der Reichhaltigkeit unserer Läger Samstag, 17. Dezember 1952 Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Ur. 297 Drittes Blatt Den Tennis-Tisch habe, ein richtige, kleine Gesell- . schäft mit hochgebildetem Gespräch gar nicht mehr möglich ist. Früher war das anders. Da kamen ja I Deutschlands Tierwelt vor 25 Millionen Zähren. Schätze von höchster wissenschaftlicher Bedeutung sind von dem Direktor des Eeologisch-Paläontho- log'.schen Instituts der Universität Halle, Professor Dr. Johannes Weigelt. in der Braunkohle des Geisel-Tales, dessen sumpfige Brederung westlich von Merseburg liegt, entdeckt worden. Einen genauen Lleberblick über diese Funde gibt der Gelehrte nun in der Frankfurter Wochenschrift „Die Llmschau". Bisher war in den Braun- kohlen-Lagern noch nie eine Spur tierischen Lebens entlockt worden, denn die Knochen wurden durch die hier vorhandenen Humin-Säuren zerstört. lieber das reiche Leben, das in den Wäldern und Steppen jener Epoche vor 25 Millionen Jahren geherrscht, war ein Schleier gebreitet, der undurchdringlich schien und eine große Lucke in unserer Kenntnis vergangener Erdzertalter ließ. Durch ein Zusammentreffen von einer ganzen Reihe günstiger Umstände ist aber in der Umherkriechen und verlorene Bälle wieder suchen ist der sportlich anstrengendste Teil des Tischtennis. Das Spielen selber macht bloß Spatz. Es macht soviel Spaß, daß bei mir, seitdem ich Ebenso niederdrückend ist die Lage im südslawischen Anteil des Burgenlandes, um Füchselsdorf. Wohl haben die Serben in ihrem Staat eine Lehrerbildungsanstalt und einige höhere Schulen gestattet, aber nur ganz im Osten nahe Belgrad. Das Hunderte von Kilometer entfernte Füchselsdorf an der deutsch-österreichischen Grenze hat davon gar keinen Nutzen. Hier ist Slowenisie- runaTrumpf. Keine deutschen Aufschristen, kein deutsches Schulwesen, keine deutschen Vereine; wie eine Dampfwalze erstickt das Slowenentum jede Regung deutschen Eigenlebens und wird es so lange tun, bis entweder — wie heute im entdeutschten Krain — nichts Nennenswertes mehr zu entdeut- schen ist oder das Binnendeutschtum endlich vom Bruderzwist läßt und seine Kraft geschlossen nach außen verwendet. Einen erfreulichen Eindruck macht dagegen der österreichische Anteil des Burgenlandes mit der Hauptstadt E i s e n st a d t. Obgleich durch die unglückliche Grenzziehung mit dem Verlust von Oedenburg und Eisenburg fast alles verloren ging, was zu ordnungsmäßiger Verwaltung gehörte, hat burgenländische und innerösterreichische Tatkraft ohne viel Aufhebens erstaunliche Aufbauarbeit geleitet. Das Land erhielt deutsches Schulwesen, deutsche Selbstverwaltung, gute Straßen, sanitäre Hilfe und — wie wichtig ist das für deutsches Land und Volk — eine zu Herz und Kopf sprechende deutsche Heimatkunde. Die reizvolle Landschaft mit ihrem allmählichen Wechsel von Steppeneinsamkeit, periodisch verschwindendem Neusiedler See samt seinem Vogelparadies, Badeleben und Weingartenkranz bis zum burgengeschmückten Bergwald macht nicht minder als die prachtvollen deutschen Menschen beider Bekenntnisse in ihrer Duldsamkeit, Gastfreundschaft, aber auch tatbereiter Volkstreue jedem ausgeschlossenen Besucher das befreite Burgenland zu einem Erlebnis. Wird das deutsche Volk diesen geistigen, seelischen und wirtschaftlichen Gewinn ausnutzen? Wird es endlich mit sich selbst ins Reine kommen, um den Brüdern und Schwestern hinter den gegenwärtigen Grenzen zu helfen? Bildnis einer Kurie. Der Spaten eines der Arbeiter, die jetzt bei der Ausgrabung der Agora, des alten Marktp.atzes von Athen, beschäftigt sind, stieß auf einen Gegenstand, der wie ein Klumpen Schmutz ausfah, aber sofort die Aufmerksamkeit des Leiters der Grabungen, des amerikanischen Professors T. Leslie S he ar, erreget«. Nachdem das wenig einladende Paket mit größter Sorgfalt geborgen und gesäubert war, stellte (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Eisenstadt (Burgenland), Dezember 1932. Die verzweifelte Lage des Deutschtums vor den Toren des Reiches zeigt sich besonders anschaulich i m 5 ü b o ft e n , roo im Raume zwischen Pregburg in der Slowakei und dem südslawisch gewordenen Füchselsdorf im „Uebermurgebiet" feit den Pariser Borortsdiktaten das deutsche Land auf vier verschiedene Staaten aufgeteilt ist, nämlich auf den tschechischen Staat, auf Deutschösterreich, Ungarn und Südstawien. Im Vertrauen auf Wilsons Wort vom Selbstbestimmungsrecht der Völker hatte das bodenständige Deutschtum 1918 die Freiheit der vier früher ungarischen Gespannschaften Preßburg, Wieselburg, Oedenburg und Eisenburg mit den csleichnamigen Hauptorten verkündet, wollte es als „Vierburgenland" im Rahmen D e u t s ch ö st e r- r e i ch s „h eimkehrend ins Rei ch". Allein die Friedensdiktate bestimmten es anders. Zu Oesterreich kam wohl ein Mittelstück — als „Burgenland" stellt es den einzigen Gewinn des Deutschtums aus dem Westkrieg dar, — jedoch an allen Ecken und Enden wurde es grausam zugestutzt. Keine einzige der vier genannten Städte wurden österreichisch! Das aste deutsche Preßburg machten die Tschechen zur Hauptstadt der tschcchenfeindlichen Slowakei. W i e f e I b u r g und Eisenburg blieben bei Ungarn und unterstehen seitdem der ganzen Schwere des Magyarisierungsbrucks. Der Südzipfel des Landes um Füchselsdorf wurde von südslawischen Truppen annektiert und dadurch unter ähnlichen Druck gebracht wie das benachbarte unglückliche untersteirische Dreieck Seebergscsttel — Rann an der Save — Radkersburg. Die natürliche Hauptstadt des Burgenlandes — Oedenburg — sollte nach dem Diktat von St. Germain entsprechend seinem eigenen Wunsche österreichisch werden. Allein der verstorbene Bundeskanzler Seipel ließ sich zu einem „Kompromiß" bewegen, wonach eine Volksabstimmung unter magyarischer Besatzung stattfinden sollte. So konnten die Magyaren teils die Urnen mit deutschen Stimmen für Oesterreich zerstören, teils soviel Stimmen für Ungarn hineist- werfen, daß stellenweise mehr Ungarnstimmen herauskamen als Stimmberechtigte da waren: das weithin bekannte „Verbrechen von Oedenburg". Die „Sieger" behaupteten indessen, es habe eine ordnungsmäßige Abstimmung „mit nur kleinen Zwischenfällen" stattgefunden und sprachen Oedenburg wieder Ungarn zu. Seitdem gehen die Zickzackgrenzen wieder kreuz und quer durch das deutsche Land. Zehn Jahre sind feit jenen Tagen der Gewalt verflossen, Jahre mühevoller Aufbausorgen im befreiten Gebietsteile, Jahre unerhörter Entdeutschung hinten den Grenzen. Wie hat sich das ausgewirkt? Ist vom Deutschtum noch Nennenswertes übrig? Die Antwort sollte eine eingehende Studienreise bringen, von der wenigstens einige Streiflichter wiedergegeben seien. Preßburg. „Bratislawa" nennen es die Tschechen ebenso leidenschaftlich, wie die Magyaren „Pofzony" sagen Also Preßburg-Bratislawa-Po- szony hat wirtschaftlich einen beachtlichen Aufschwung genommen. Die Tschechen haben weder den Druck ihrer französischen Verbündeten noch sudetendeutsche Steuergelder gescheut, um etwas ganz Großes aufzubauen. Bis in das Teschener Schlesien am Fuße der Beskiden hinein erstrecken sich ihre Maßnahmen, um Preßburg als Hafen und Ausfalls- tor gegenüber Wien zu bevorzugen. Der Erfolg hat ihnen teilweise recht gegeben; Preßburg hat heute stärkeren Schiffsverkehr als die hart ringende österreichische Bundeshauptstadt. Auch sonst ist die wirtschaftliche Lage nicht gar so trostlos wie im übrigen Europa. Es gibt in Preßburg und der Slowakei deutsche Sch ulen verschiedener Grade sowie ein bescheidenes, aber gesundes deutsches Vereinswesen. Wenn die Tschechen in den sudetendeutschen Gebieten nur einen Teil jener Staatsweisheit aufwenden wollten, die sie — aus naheliegenden Gründen angesichts'der magyarischen Volks- und Staatsgrenze — in Preßburg aufbringen, fo würde Mitteleuropa schneller gesunden. des Pudels Kern zu suchen ist. Aus der „Dreme klingt wie ein einziger Vorwurf das Wort Italien. Dic-ser Umstand ist um so auffallender, als nicht nur die „Breme", sondern die gesamte südslawische Presse drei Jahre lang wie ein Grab über Italien geschwiegen haste. Den Blästern war cs seit Beginn des Belgrader Regimes nicht gestattet, die früher so beliebte Polemik mit dem Nachbar jenseits der Adria fort.zusetzen. Das Regime, das sich hauptsächlich mit der Ordnung der innerpolitischen Angelegenheiten befaßte, wollte dadurch seine Politik keinen überraschenden Belastungen durch Zwischenfälle aussetzen. Doch es -erwies sich, daß das System des Schweigens jetzt nicht mehr möglich ist und so Hingt Denn aus der „Breme" der langunterdrückte Ruf steigender Gefahr. Daß die Gefahr um so größer ist, je weniger konsolidiert die i n'n e r p o 1 i t i f d) e n Beziehu ngen sind, sagt das Blatt zwar nicht, allein die Spannung zwischen Agram und Belgrad kann nicht umgangen werden, sie ist für die Erklärung der Dringlichkeit des ganzen Problemes entscheidend. Die K u n D - gedungen in Dalmatien, bie zum Teil von italienischen und z. T. von südslawischen 'Die: io na« listen hervorgerufen würben nnb mit dem Sturme auf zwei Konsulate in Zara und in Bari geendet hatten, wären ansonsten nicht so gefährlich. So aber gleichen bie Demonstrationen einem Feuer, das ein Pulverfaß umzüngelt. Die eigentliche Sorge Belgrads betrifft jedoch revolutionäre E r - ei g nif fe, die man im Frühjahre erwartet und die mit Hilfe Italiens in die Wege geleitet werden sollen. Auch hier spielt das nicht geklärte Verhältnis zwischen Serben und Kroaten sowie die verdächtig passive Haltung Frankreichs, von dem anscheinend feine Hilfe zu erhoffen ist, die größte Rolle. Goden wir ganz einfach die südslawische Auf« fassung von der Drohenden Gefahr" wieder: Die bereits erwähnte halbamtliche „Vreme" schreibt am 8. Dezember u. a. folgendes: Noch nie ^gab es in Italien eine stärkere Propaganda gegen Südslawien als heute. Noch nie verkündete der Faschismus feine Forderungen gegen Belgrad offener als jetzt. Der Führer der südslawischen Emigranten Pa weit tsch steht in enger Fühlung mit den Vertrauensleuten Mussolinis, von denen er zur Durchführung seiner Absichten die nötigen Summen erhält. Pawelitsch wirbt poftenlofe südslawische Arbeiter in Belgien und Frankreich an und reiht sie i n sein Triester Bataillon ein. Es handelt sich mit um Litauer, Dalmatiner und Herzegowiner (also in der Hauptsache um Kroaten). Er hat bis jetzt 70 Leute beisammen, die in einer Triester Kaserne untergebracht sind. Er will in den nächsten Wochen den Stand auf 1000 erhöhen. Seine Leute werden in Triest von faschistischen Instruktoren einexerziert und besonders im Gebrauch von Feuerwaffen und Handgranaten unterrichtet. Die Abteilung wird von der Außenwelt streng abgeschlossen gehallen. Im Frühjahre sollen dann mazedonische Revolutionäre an ihre Spitze gestellt werden, um ein wirkungsvolles Vorgehen zu sichern. Für bie italienische Hilfe stimmte Pawelitsch ber faschistischen Forderung zu, daß Dalmatien in den Besitz Italiens übergehe... Es kann derzeit nicht kontrolliert werden, wie weit diese Darstellung zutrifft. Allein in Belgrad nimmt man bie Gefahr im Bewußtsein der eigenen Schwäche und mit Rücksicht auf die ungewisse Haltung Frankreichs ernst. Daher ist die „Vreme" vor aUun bemüht, den Nachweis zu erbringen, daß alle „Streiche", bie Mussolini gegen Südslawien plane, Keulenschläge für Paris seien, mit benen er eine „unausweichliche Abrechnung" vorhabe, bie er aber erst bann werde durchführen können, wenn zuvor der französische Flankenschutz, nämlich Südslawien, lahmgelegt fei. Daten für Sonntag, 18.Dezember 1737: der Geigenbauer Antonio Stradivari in Cremena gestorben; — 1786: Karl Maria von Weber in Eutin geboren; — 1803: der Dichter Johann Gottfried von Herder in Weimar gestorben; — 1844: der Volkswirt Lujo Brentano in Aschaffenburg geboren; — 1863: Erzherzog- Thronfolger Franz Ferdinand von Oester: eich-Sste in Graz geboren; — 1923: Umsturz in Griechenland. Traurig sieht es im wieder ungarisch gewordenen Oedenburg aus. Wohl bemüht sich die magtja- rische Obrigkeit offiziell um Korrektheit und gestattet hier und da an zweiter Stelle auch eine deutsche Aufschrift. Aber wer schärfer sieht, spürt auf Schritt und Tritt den magyarischen Druck. Dieses Volk das fo Bedeutendes geleistet hat, und das bei feinen reichen Anlagen auch künftig Großes vollbringen könnte, wenn es nach außen und innen frei wo c, verzehrt oft feine besten Kräfte in leidenschaftlichem Kampf gegen die^deutsche Minderheit in den eigenen eng gewordenen Staatsgrenzen. Obgleich bie Stabt auf mehr als brei Seiten von befreitem, österreichischem Gebiet umgeben ist, wo jeher in seiner Sprache leben, arbeiten unb seine Kinber unterrichten lassen kann, gefällt Ungarn sich in Debenburg in einer einseitigen Magyarifierung. Es ist tragisch, bies festzuftellen. Aber bas „beutsche Schulwesen" ist ein Hohn auf diesen Namen, da meist nur wenige Stunden in der Woche etwas deutsch nebenher getrieben wird, im übrigen aber die Kinder nicht einmal auf dem Schulwege untereinander deutsch sprechen dürfen. Dom Geiste des deutschen Hundertmillionenvolkes bekommen sie in der schule keine Spur, sogar ein gewißer Boykott bedroht den, der neben der Treue zum ungarischen Staat volksdeutsch zu empfinden wagt. Das öffentliche Leben mit feinen vielen Uniformen, mit prunkhafter Aufmachung und allen Lockungen und Belohnungen für Ueberläufer zum Magyarentum läßt in diesen Krisenzeiten manche dem Druck von oben erliegen, allein der Kern ber Bevölkerung ist bis heute noch rüden ft eif geblieben unb wehrt sich bagegen, sein Recht auf Däterart unb Muttersprache um ein Linsengericht herzugeben. Unb basselbe gilt für bie anberen deutschen Städte des Burgenlandes, bie bei Ungarn verbleiben mußten, für Wieselburg, Güns, St. Gottharb ufw. es sich als eine Terrakotta-Platte bar, auf der eine rotharige, blauäugige Frauenfigar, von aufrecht- stehenden Schlangen eingerahmt, mit hocherhobenen Armen zu sehen war. Die Archäologen glauben, in diesem etwa um 800 v. Ehr. entstandenen Kunstwerk eines ber frühesten Porträts einer Furie zu erkennen, einer jener Rachegöttinnen, bie in ber klassischen Mythologie eine so wichtige Rolle gespielt haben. „Die Platte unb andere Gegenstände, bie mit ihr zusammen gefunben wurden", berichtet . Professor Shear, „waren von anderswoher nach dieser Stelle gebracht und hier fortgeroorfen worden. Die Fundstätte liegt in der Nähe des nördlichen Abhanges des Hügels des Areopags. Wir wissen, daß ein Tempel der Rachegöttinnen sich an der Nordseite dieses Hügels befand, und es ist möglich, daß bie Platte für dieses Heiligtum gestiftet wurde unb eine ber Furien barstellt." Die Griechen nannten diese Verfolgerinnen der Verbrecher, in denen das böse Gewissen verkörpert war, ursprünglich Erinyen; sie dürften aus dem urallen Seelenglauben entstanden sein und stellten die Seelen Derer dar, denen ein Unrecht auf Erden geschehen ist und die nun die Schuldigen martern, um an ihnen Rache zu nehmen. Als Wesen ber Unterwelt wurden sie mit allen Grauen der Hölle ausgestattet und zu schlangentragenben Dämonen gemacht. Sie sind bekanntlich aufs engste mit ber, Orestes-Sage verknüpft, benn sie verfolgen den Sohn, der den Mord des Vaters Agamemnon an der Mutter rächte und damtt einen Frevel gegen die sittliche Ordnung beging. Aus dem düsteren Spuk primitiven Aberglaubens wurden diese Gestalten durch die verklärende Dichtung zu ernsten, segnenden Gotthellcn umgewandelt, die in den „Eumeniden" des Aeschylos auftreten. Aus den „Wütenden" werden die „Wohlgesinnten", die im athenischen Kull sehr verehrt wurden. Wenn es sich auf der jetzt gefundenen Darstellung um die Gestalt einer Furie handelt. Dann ist sie jedenfalls noch ganz erfüllt von der grausigen Vorstellung des Rachedämons, wenngleich sich bereits eine majestätischere unb feierlichere Auffassung bemerkbar macht. Die Schlangen, die ihr beigegeben sind, weisen auf bei? griechischen Seelenglauoen hin, ba in ber Schlange sich die Seele bes Toten verkörperte. Es ist aber auch möglich, baß auf der Terrakotta-Tafel eine Schlangengöttin bargestellt ist, ähnlich ber, die auf Kreta angebetet wurde und von ber Bilbwerke er» I halten sind. Tischtennis Von Hans Siemsen. Alle Rechte im Rowohll-Derlag, Berlin. Ein richtiger Tischtennis-Tisch muß zwei Meter und fünfundsiebzig Zentimeter lang fern. Dann muß an jedem Ende jeder Spieler noch mindestens je zwei und einen halben Meter „Spielraum' haben, — bas sind fast acht Meter. Und nicht jeder hat em Acht-Meter-Zimmer. Nun kann man zwar auch auf andern Tischen Tischtennis spielen. Ich kenne ein Ehepaar, das spielt auf einem Diplomaten--vchreib- tisch. Aber was ist das schon für ein Tischtennis, das man da spielen kann? Darauf sehen wir echten Tischtennis-Tischbesitzer mitieiDig herunter. Ich habe nun nicht etwa eine Acht-Z:mrner- ober Acht-Meter-Zirnmer-Wohnung, aber ich habe em Zehn-Meter-Atelier. Und darin steht ein echter, fast drei Meter langer Tischtennis-Tisch. „Ach, eie spielen Tischtennis?" ist daher die ungemein intelligent Frage fast aller Leute, die mal zu. mir zu Besuch kommen. Und meine ebenso intelligente Antwort lautet: „Ja, ich spiele Tischtennis." Nun gibt es Leute, die trotz ihrer Intelligenz sehr liebenswürdig sind. Die sagen bann: „Richtiges Tennis spiel' ich sehr gern. Aber Tischtennis?' (Nein, sie sagen nicht „Tischtennis", sie sagen „Ping- Pong".) „Aber Ping-Pang?" sagen sie, „das ist doch kein oport!" Und ich antworte dann ebenso liebenswürdig: „Sport ist es vielleicht nicht, aber es macht Spaß. Unb außerdem kann ich mir hier in meiner Wohnung einen Tennisplatz aus Grasboden ober Beton nicht gut anlegen " Unb bann sind wir fünf Minuten böse miteinanber. - Langer bauert das Bösesein nicht, denn inzwischen Hecken sie angefangen zu spielen. Anfangs wollen sie es „nur mal versuchen", aber bald sind sie mittendrin, und - schon hat sich bie Gesellschaft in zwei Parteien gespalten: die einen spielen Tischtennis und die anderen kriechen unter das Sofa, den Bücherschrank und den Schreibtisch und suchen die verlorenen Bälle wieder. Dieses Unter-den-Mödel- Bei kühler Betrachtung der Lage scheint die Einberufung einer außerordentlichen Konferenz nur zu Demonstrationszwecken ein allzu durchsichtiges Spiel zu sein. Die Welt wäre gegen einen Derartigen Bluff von Anfang an viel zu mißtrauisch, als daß er gelingen könnte. Anderseits gibt es bestimmte Tatsachen, Die Die dringenden Besorgnisse rechtfertigen. Da ist vor allem die Ha lt u n g Frankreichs zu erwähnen, das in der jüngsten Zeit Den Beweis erbrachte, seine Bundesgenossen rücksichtslos im Stiche lassen zu können. Eine Erkennt- nis, die für bie Kleine Entente unter allen Umständen niederschmetteryd sein mußte. Die bessarabische Frage ist heute zwar nicht aktuell, aber es gibt auch andere Mitglieder der Kleinen Entente, die mit Problemen belastet sind, die jeden Tag brennend werden können und deren Lösung ohne das ganze Gewicht der französischen Hilfe ausgeschlossen erscheint. Da ist z. B. « üdslawien mtt seinem Gegensatz zu Italien. Es hätte der Reden Herriots und der Anbiederungsversuche der französischen Presse an Rom gar nicht bedurft, um Belgrad in Bestürzung zu versetzen. Die Kaltstellung Rumäniens wäre den Südslawen auch so schwer aui die Nerven gegangen. Da aber Frankreich an Rumänien wenig interessiert und über Südslawien derzeit sogar sehr verärgert ist, hat keiner dieser Staaten die Hoffnung, in Sonderverhanblungen mit Paris erfolgreich cckschn eiben xu können. Wenn die Belgrader Verhandlungen auch von dichten Schleiern verhängt sein werden unb kein Wort vorn grünen Tische in die Öffentlichkeit dringen dürste, braucht man doch nur die halbamtliche „Vreme" zur Hand zu nehmen, um zu wissen, wo Braunkohle des mittleren Geisel-Täles die vernichtende Wirkung der Säuren ausgeschaltet worden; durch Erdfälle und Senkungen waren hier riesige Tierfallen entstanden, durch die eine außerordentliche Fülle von Lebewesen aller Art aufgespeichert wurde. Infolge dieses Glücksfalles ist es dem Gelehrten gelungen, gewaltige ßeichen- felder aufzudecken und diese einzigartigen Funde zu bergen. Auf einer Fläche von etwa 200 Quadratmeter wurden über 1400 Wirbeltierreste entdeckt, nachdem früher schon eine 150 Quadratmeter grohe Stelle 220 Fische, 86 Molche, 10 Frösche, 22 Schlangen, 2 Schildkröten, Eidechsen, Krokodile usw. geliefert hatte. Die Bergung erfolgte mit Hilfe eines ganz neuen, sehr umständlichen Verfahrens, durch das es u. a. sogar gelang, den Nachweis von Pflanzen- und Blutfa.bstHfen zu erbringen. Tropische Insekten haben noch ihre buntschillernden Farben bewahrt. Reste der Körperbedeckung, Haut, Haare, Federn, Hornschup» pen lind bei Fröschen, Reptilien, Vögeln urck> Säugetieren erhalten. Der Fund mancher neuen Tierarten spricht für ein feuchtwarmes Klima. Die häufigen Knochenfische, die langschwänzigen Amphibien, die reichen Eidechsenformen bereichern unsere Kenntnis der vorgeschichtlichen Fauna, die in Deutschland vor 25 Millionen Jahren lebte. Viele ganz neue Formen finden sich darunter, ebenso unter den Säugetieren, die durch Beuteltiere, Fledermäuse, Halbaffen, Primitive Paar- und Unpaarhufer vertreten srnd. Ein früher Vorläufer des Schweines wurde m 13 Epemvlaren geborgen, ebenso ein Vorläufer des Pferdes. Besonders wertvoll sind die Heber- gangsformen zwischen Insektenfressern und primitiven Halbaffen. Ein ganzer Stab von Spezial» forschern ist mit der Bearbeitung der äunbe beschäftigt, die uns eine ganz neue Welt vorgeschichtlichen Lebens erschließen. Zündstoff an der Adria. Generalversammlung der Kleinen Entente. — Sott parier im Stich gelassen. Von unserem AOC.»Serid)terftatier. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Belgrad, Mitte Dezember 1932. Auf Betreiben Südslawiens wurde für den 16. Dezember in Belgrad eine außerordentliche Konferenz der Außenminister der Kleinen Entente einberufen. Wenn auch in der amtlichen Begründung dieses Beschlusses nur die Beratung allgemeiner Fragen angegeben wird, so kann doch kein Zweifel darüber vorliegen, daß die Konferenz mit konkreten und großen Ereignissen zusammenhängt. Bisher wurden nur ein einzigesmal die drei Außenminister zu einer Sonbertagung emberufen, und bas war bamals, als König Karl in einem Flugzeug inUngarngelanbet unb ben Marsch auf Bubapest anzutreten im Begriffe war. In einem Augenblick höchster Gefahr für bie Nachfolgestaaten waren also bie Außenminister ber Tschechoslowakei, Rumäniens und Südslawiens an ben grünen Tisch gestürzt, bereit, bie Unterschriften unter die Mobilisierungsbefehle von ihren Staatsoberhäuptern zu verlangen. Diesmal genügt es, darauf hinzuweifen, daß die Einberufung von südslawischer Seite verlangt wurde. Demzufolge werden auch südslawische Sorgen im Mittelpunkte ber Erörterungen stehen, wenn auch Rumänen und die Tschechoslowakei so manche Befürchtungen auf eigene Rechnung vorbringen dürfen. Man darf jedoch bei all diesen Dingen die Möglichkeit, daß es sich nur um eine berechnete Kundgebung handelt, nicht ganz außer Acht lassen. Jeder Staat hat heute das größte Interesse, sich als schwer bedroht hinzustellen, um in Der Abrüftungssrage so billig als möglich wegzukommen. _______________. hochgebildete, geistig Durchaus rege, um nicht zu sagen hochstehende, sehr prominente Leute' von Kunst, Theater, Literatur und sogar Politiker zu mir, und mir haben uns fein unterhalten über Max Reinhardt, über Schmellng unb James Joyoe, über Negrrevuen unb Kommunismus, und immer waren welche „Dafür" und welche „Dagegen", unb wenn wir nicht roeiter wußten. Dann halfen mir uns mit Grammophon unb Kognak. Das hab' ich nun alles nicht mehr nötig. Bei mir kriechen Die prominentesten Leute unter Dem Sofa herum unb suchen Ti'ch- tennis-Bälle, unb Max Reinhardt und Schmeling stehen gänzlich unbeachtet und übellaunig in Der Ecke und müssen ohne unsere kritischen Ratschläge fertig werden. Mit der Bildung und Den seinen Gesprächen ist es vorbei. Tischtennis wirkt nicht „gesellschaftsbil- benD" Der Sport beDroht Den Geist, unb der Drei Meter lange Tennis-Tisch beherrscht mein Atelier. Aber er hat einen Vorzug vor anderen Tischen: man kann ihn zusammenklappen unb an bie Wanb stellen. Unb bann ist roieber Platz für Max Reinhardt unb andere feine Leute, die nicht gern unterm Sofa Herumkriechen. Aber zu meinem Bedauern muß ich feftfteüen: sehr viel feine Leute scheinen nicht bei mir zu verkehren. Meine Leute spielen Tischtennis unb kriechen unters Sofa. Kreuz und quer durch Jeuifch-Südost Von unserem Or. ^.-Berichterstatter. Wirtschaft WACIHISTIUC1HIIE 85 cm breit Von Mk. 1.— an per Meter 87B3A Heinrich Hochstätter Nagnt-Gefltiel-Kömerhiiier Gravert 8975 D noch billiger! 8838 A Samenhaos Heinrich Hahn/Biehen Telephon 3403* liehen Preisen! 8961 A Gießen, Wilhelmstraße 6. 07343 illllilllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllUlllilll 8851 D MUSIK-TRUHE ' । (Sprechmaschine) mit elektr. Laufwerk, Beleuch- tung u. allen Neuerungen, erstes < Marken-Fabrikat, senr schönes t Radiohaus Dr. Meyer / Gleisen ' Seltersweg 52 Zu haben im 4.50 13.50 6.90 8.75 15.00 14.00 18.50 13.00 50000. 25000. 40000. 20000. 7.90 18.50 975 12.50 17.50 16.25 23.00 2 8 2.90 950 3.75 5.90 12.80 11.00 16.00 12.50 RM. RM. RM. RM. Doppellos Einzellos Doppellos Elnzellos Freiwilliger Arbeitsdienst Höchst- und Hauptgew. Knabenbekleidanfi finden Sie ebenfalls in guter Beschaffenheit zu volkstüm- btück aus Pnvathand preiswert zu verkaufen. Zu besichtigen im Privatdiskonten lag zwar Angebot vor, doch überwog die Nachfrage. Reichswechsel per 15. März waren fast umsatzlos. Reichsschötze per 15. Mai — die Tranche per 18. April ist bekanntlich ausverkauft — waren stärker gefragt. Briefkasten der Redaktion. lRechtsgutachlen sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung ) Gießener-Anzeiger-Leserin, wieseck. Die von dem Mieter anteilmäßig zu tragenden Straßenreini- gungs- und Müllabfuhrgebühren richten sich nach dem Mietwert der Wohnung im Vergleich zur Gesamtmiete des betreffenden Hauses. Für eine bescheidene Wohnung dürften vierteljährlich etwa 2 bis 4 Mark mx bezahlen sein. Don Steuern kommt nur die Dürgersteuer in Betracht, die in Gießen für das Jahr 1933 mit 500 v. Sy erhoben toirb. Ob etwa Befreiung hiervon möglich ist, kann erst nach Prüfung der Verhältnisse gesagt werden. Med.-Rat Dr. Frobenius Facharzt für Nerven- u. Gemütskranke Jetzt Liebigstraße 21 Ecke Frankfurter Strafe - Tel. 2JB4 Die Arbeiten an der Lahnverlegung werdenMontag wieder auf genommen. Städtisch. Hochbauamt Tisch- Billards erstklass. vornehme Ausführung f. Private u. Gesellschaften, komvl. m. El- fonit-Bällen, Große 110 X 50 cM. [«7383 Sportes Schwan Wimen, fpoftbllltfl au jedem annehmbaren Preis, wie: Herde, Puvven, Kinos, Autos, Soldaten. Eisenbahn-Zubehörteile, SViele Usw. 8964D W" Ludwlgstvatzc 39 p. Tas schönste BeiMls- «eil elektr. Bügeleisen, Heizkissen, Cefen, Nachttischlampen, Schreibtischlampen Hcrrcnzim.-^ronen «vpeisezim.-Kronen Schlafzim.-Lampen Taschenlampen la la Batterien 6orl Storni Bahnhofstr. 64 Modehaus Salomon Schulstr. 4 Mk. 4000.- nls erste Hrwothek auf einen bereits fertig gestellt. Neubau in Wieseck ges. Nur Selbstg. woll. sich melden. Für vünktl. Zinszahl. ist volle Sichern. vorh. Schriftl. Ang. unt. 07363 a. d. G. A. Gesdienke« Herrn die um so höher eingrschätzt werden, wenn man weih, woher sie stammen. — Auch in kleineren Geschenksachen sind wir leistungsfähig. [Verschiedenes | Klavierunterricht erteilt [07395 Hildegard Bayersdorf Berlin freundlich. Berlin, 17.Dez. (WTB. Funkspruch.) Auch für einen Samstag war das Geschäft zu Beginn der heutigen Börse außerordentlich gering. Man hatte im Vormillagsverkehr und auch noch an der Vorbärse eher etwas schwächere Kurse genannt, im Zusammenhang mit den Bestrebungen, den Reichstag noch vor Weihnachten einzuberufen, da man nicht weiß, wie sich die Nationalsozialisten hierzu stellen werden. Dem schwächeren Verlauf der gestrigen Neuyovker maß man bauen en keine Bedeutung bei, da dem die weitere Aufwärtsbewegung der deutschen Bonds gegenüberstand, die zum Teil neue Höchstkurse erreichten. Zum Börsenbeginn war die Grundstimmung als freundlich zu bezeichnen, obwohl die Kursgestaltung nicht einheitlich war. Im Vordergrund standen wieder Montanpapiere unter Führung von Gelsenkirchen, in denen sich lebhaftes Geschäft entwickelte. Die Kurse zogen an diesem Markt bis zu 1,5 v. H. an. Auch für Braunkohlenwerte bestand Interesse, und Rheinische Braunkohle konnten um 5 v. H. anziehen. Es berühmte allgemein, daß der Verkaufs- druck in Farben, AEG. und Kunstseidewerten nach, gelassen hat und sich eher sogar Nachfrage zeigte, so daß die betroffenen Werte Erholungen bis zu 1,40 v. H. aufweisen konnten. Am Kalimarkt gingen Salzdetfurth um 2,5 v. H. zurück, obwohl sich die Aussichten der Kaliindustrie gebessert haben. Die Spekulation war gestern in den vorher erwähnten Werten zu Abgaben geschritten und nahm heute Deckungen und vereinzelt auch Rückkäufe vor, während sie in verschiedenen Nebenwerten zu Glattstellungen schritt, so daß sich Rückgänge von 1 bis 2 0. H. ergaben. Der Rentenmarkt war ziemlichfreund- l i ch veranlagt, Reichsschuldbuchforderungen und Deutsche Anleihen behaupteten sich. Von Industrie- Obligationen waren Hösch und Vereinigte Stahl gefragt und fester. Im Verlaufe wurde das Geschäft am Montanmarkt und hiervon ausgehend auch an den anderen Märkten lebhafte r. Die Kurse konnten durchweg um 0,5 bis teilweise 2 0. H. anziehen. Rheinische Braunkohle gewannen erneut 3 v. H. AEG. wurden gleichfalls zu größeren Posten zurückgekauft, nachdem die ; Liquidationen anscheinend beendet sind. Am Geldmarkt machte die Erleichterung weitere Fortschritte. Tagesgeld war an der unteren Grenze schon mit 4,25 und 4,13 v. H. erhältlich. In Pullover..... 1.90 BaosjoDoeo ... 6.90 Strellboseo ... 1.90 Knickerbodier., 3.75 LatÄmanlel ... 8.50 Bummimänlel.. 7.50 Treocbcoas... 12.00 Kletterwesten.. 11.00 übermorgen Ziehung!! Arbeiter-Wohlfahrts-Lotterle Ein sehr geschäftet Weihnachtsgeschenk für Damen und Mäd« chen: Die echten, unvergleichlich schönen und guten Kühler Hanna Beinkleider und Prinzeßröcke 8938 A Wein Zu Weihnachten u. Neujahr empfehle mein großes Lager in vestgepflcgten Weinen u. Likören zu den niedrigsten Preisen [8932D M Weinstuben Walltorstraße 32 Televhon 3520 Autofahrten werden billigst mrsgefllhrt MS,3 K. Lorenz, Gießen Autovermietung W Telephon 2376 Weihnachts- bltte! Die Herberge zur Heimat richtet auch in diesem Jahre wieder eme herzliche Bitte an d. Bürger- [diaft mitzuhelfen den Weihnachtstisch für fremde Wanderer zu decken. Die Not und Zahl ist groß, auch solcher, die durch die Zeit- Verhältnisse dahin gebracht mord. ßnd. Gaben an Geld, Wäsche,getr.Kleid., Lebensmittel usw. werden dankbar v. Unterzeichnet, entgegengenommen. Aus Tel.-Anr. 2378 werden die Gaben abgeholt. [8606D Namens des Vorstandes: Loh, Hausvater. Frankfurter Schahanweifunaen. OS:« WTB.-Handelsdienst vom preußischen Han- beldmimftertum zu der Frage der Frankfurter Schahanwe.sungen hört, hat sich bis zu der ge- str:gen Unterbrechung der Verhandlungen kein endgültiges Resultat erzielen lassen. Demnach konnte imlner noch keine Einigung zustande kommen über d:e Frage der effektiven Rückzahlung des von den drei Banken-Konsortien zu gewährenden Kredits von 1,5 Mill. Mk. Sobald sich die Danken bereit erklären, mit 1,5 Mill. Mk. «inzuspringen, will der Staat seinerseits der Stadt Frankfurt wegen der Hilfsstellung für Breslau dre Hälfte des Abzahlungsmaximums von 10 Prozent, d. h. also weitere 1,5 Mill. Mk. gewähren. W.rd bis zu der Gläubigerversammlung am 19. 12. keine Einigung erzielt, so will man zunächst eine halbjährige Verlängerung der Gesamtschuld von den Gläubigern erreichen. * 2keue Aufträge für die Junkers- Flugzeugwerke. Die Deutsche Lufthansa hat bei den Junkers-Flugzeugwerken eine größere Anzahl von Flugzeugen vom Typ J 52, sowie 4 Maschinen vom Typ W 34 in Auftrag gegeben. Insgesamt handelt es sich um ein Objekt von mehr als 2 Mill. Mk. Dadurch erhält die IFA. wieder für längere Zeit Beschäftigung. * Daimler Benz 21®., Berlin- Stuttgart. Die GV. der Daimler Benz AG., , Berlin—Stuttgart, genehmigte den 2lbschluß für 1931 (8,43 Mill. Mk. vorzutragender Verlust) und beschloß die Herabsetzung des AK. i. e. F. von 50,36 auf 43,62 Mill. Mk. durch Einziehung von nom. 6,74 Mill. Mk. eigenen Stammaktien, sowie die Auflösung des Reservefonds. * Damag — Meguin 21©., Berlin. Die in der gestrigen Aufsichtsratssitzung der Damag- Meguin AG., Derlin, vorgelegte Bilanz und Gewinn- und Mrlustrechnung für das am CO. Juni abgeschlossene Geschäftsjahr schließt nach Abschreibungen auf Anlagen in Höhe von 0,55 Mill. Mk. (i. V. 0,63 Mill.) mit einem Verlust von 0,36 Millionen Mk. ab, der auf neue Rechnung vorgetragen werden soll (i. D. Verlust von 2,06 Mill. Mark). Außer den vorgenannten 2lbschreibungen wurden Sonderabschreibungen auf Schuldner, Vorräte, Anlagewerte und Beteiligungen vorgenommen. Ohrring verloren. 07414 Abzug. Fundbüro. familien-Drucksachen Verlobungsanzeigen Vermählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei firUbl, Scbulstrafie 1 MnaMome schön nnd billig verkaufe an meiner Gärtnerei und im Hofe der Bierhandlung Michel, Walltorstraße [07375 Adolf Dönges Marburger Str. 67 Letzte gr. Sendung WeilmacliMäome sowie Edeltannen trifft Montagfrüh ein. Verkauf Sel- tersw./Ecke Frankfurter Str. u. Westanlage. [07401 Frosch, Telephon 2674. Eigenheime werden bei 33°/0 Eigenkapital in günstiger Lage (Nähe Straßenbahn) für ivi.8500-11000, einschl. ca. 500 qm Bauplatz, sofort schlüsselfertig erstellt. Solide Bauweise. Monatliche Belastung M. 30-50. Zu erfragen bei Architekt Wilh. Schattier e Köhler Herren- und Knabeokleider Gieben/Seltersweg Nr.17 MMWlW demienigen, der mir die Täter nachweist, iS Aute nacht mein Neklameschild mit 48 elektrischen Birnchen abgerissen und Mummen haben, daß ich diese gericht- llch belangen kann. aocoD Stbuhhaus Mettes» 11 fl* ul Gießen i0%$ p^^12 " n Größte Ausstellung Reparaturen.konipleffe Anlagen EinzeUos 50 nur Pf. (Doppellos 1.-) usw. Zigarrenhaus E. Reuter, vorn». Buchacker Neuen Bäue 11 Gießen Bismurckstr. 6 Frankfurt erholt. Frankfurt a. M., 17. Dez. (WTB. Drahtmeldung.) Der Wochenschluß war nach ruhigem und uneinheitlichem Beginn im Verlause kräftig erholt. Daß in den gestern stark gedrückten Spezialwerten, wie IG., Abu und AEG., heute kaum Angebot mehr kam, halle beruhigend gewirkt. Daneben ging von der seit Tagen festen Haltung für deutsche Werte an den Ausland!)örsen fühlbare Anregung aus. Da auch für den Montanmarkt Kauf- orders — man sprach vom Rheinland — vorgelegen haben, sah sich die Kulisse zur Rückdeckung veranlaßt, so daß bei für einen Samstag relativ lebhaften Umsätzen durschnitlliche Erhöhungen von 1 Prozent zu verzeichnen waren. Das Hauptinteresse konzentrierte sich auf den Markt der Bergwerksaktien, wo Gelsenkirchen mit plus 2 Prozent am stärksten beachtet waren, ober a uch Stahl verein, Klöckn er, Rheinstahl, Phönix und Mannesmann verzeichneten Besserungen von Y» bis 1 Prozent. Am Elektromarkt eröffneten AEG. mit 29% Prozent gut behauptet, später zogen sie auf 30% Prozent an. Gesfürel kamen mit 12% Prozent zum Eintausch. IG. und Deutsche Erdöl bröckelten zunächst noch bis zu % Prozent ab. Im Verlaufe traten aber Besserungen bis zu 1 Prozent ein. Am Kunstseide markt eröffnete Aku mit 51 Prozent unverändert. Fest eröffneten u. a. noch Zellstoff mit plus % Prozent. Mall lagen anderseits Deutsche Linoleum, die 2 Prozent einbüßten, später jedoch 1 Prozent ihres Verlustes wieder aufholten. Der Renten markt lag ruhig. Reichsaltbesitz gaben V* Prozent nach. Re.chsfch-uldbuchforderungen lagen behauptet. Don Induftrieobligationen gaben Stahlvercin % Prozent nach. Gold- und Liquidationspfandbriefe lagen nur wenig verändert. Kom- munalobligationen waren meist noch gesucht und % bis 1 Prozent fester. Im Verlaufe wurde das Geschäft sehr still. In Montanwerken fanden noch einige Umsätze zu % bis % Prozent über am Anfang liegende Notierungen statt. Im übrigen waren die Kurse gut behauptet. Sehr fest tendierten Rheinische Braunkohle mit plus 9 Prozent, sachliche Motive für diese Steigerungen waren aber n:d)t zu erfahren. Tagesgeld war leicht, der Satz blieb zu % Proz. unverändert. Eingesandt. Mr Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Ein Hilferuf an die Polizei. Vor einigen Taaen wurde im „Gießener Anzeiger" em Eingesandt über das Treiben unsauberer Elemente in der Bergstraße gebracht. Jetzt kann man von den sauberen Elementen in der Ludwigstraße sprechen, welche sich nicht schämen, nachts zwischen 3 und 4 Uhr immer in denselben Höfen einen Lärm zu machen, ganze Lattenzäune abzubrechen, große Handkarren aus dem Hof zu fahren, in offene Fenster einzusteigen und den Bewohnern Schrecken einjagen, ja, sie versuchten sogar in der letzten Nacht Christbäume von den Fenstern zu holen, wurden aber glücklicherweise von mir daran gehindert. Kann man denn nichts in die Wege leiten, daß man wenigstens ruhig schlafen kann? W. R. uh. «11 gegen 1. Hypothek auf Wohnhaus in guter Lage gesucht. Schrift!. Ang. unt. 8936O n. d. G, A. Suche für meine Schwester, Landwirtstochter, in jd. Bez. einroanfrei, dkbld., schlank, 29I., sehr jugdl. ausseh., die ins. nicht recht-, erkannt. Krankheit bisb. aus d. Lebensglück Verzicht, mußte letzt gesund, charak- terfeit. Mensch., am liebst. Lehrer oder Beamter (Wtw. m. Kind nicht ausge- schl.) zwecks Heirat Ausst. u. ein. Mille Bargeld vorh. Ber- schwieg. selbstversi. Schdstl. Ang. unt. 8927 D a. d. G. A. Oberb. Landwirtsohn, 27 I. alt, schöne Erich., einwandfrei, kann erstklass. Hosgut v. ca. 160 Mora, übernehmen. Er sucht einwandfreie, bü6= sehe, vermögende (Bargeld nicht erf.) Landwirtstochter, mögt. unt. 23 I., die ihm durch Heirat hilft,von vornherein d. Heim entsprech, auszub. Evtl. Einheirat in größ. Hof auch angenehm. In h. Fllll ca. 20 Mille bar Vorhand. Zuschrift. m. Bild unt. 8923 D a. d. G. A. Berschw. w. verbgt. Herr, Mitte dreißig, große schlanke Erscheinung, sucht die Bekanntschaft eines netten, lieben Mädels zwecks späterer Heirat Schrift!. Ang. unt. 07362 a. d. G. A. AhEAM ODEON-Platten undMusikapporole erhältl. jedem guten Fachgeschäft HHH DD | Empfehlungen Kleinschreibmaschinen große Auswahl erster Fabrikate finden Sie zu niedrigsten Preisen bei Niederhausen&Co. Seltersweg HersterStck. »on Kleider Köhler. on.s1p Bekanntmachung. Bell.: Beschaffung freier Lernmittel für Volks- und Fortbildungsschulen. Der Bedarf an freien Lernmitteln (Tafeln, Federn, Schulbüchern usw.) soll für 1933 auf dem Wege des öffentlichen Wettbewerbs vergeben werden. Auskunft über Materialarten und »mengen: Stadthaus, Bergstraße, Zimmer Nr. 13. 8931C Schlußtermin für Einsendung der Angebote: 25. Januar 1933. Gießen, den 17. Dezember 1932. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Dr. <5 e i b. Bekanntmachung. Dienstag, den 20. Dezember 1932, findet Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt statt: sämtliches Vieh wird gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. 8920C Auflliebszeit am Markttage von 8 bis 9 Uhr vormittags. Gießen den 17. Dezember 1932. Bürgermeisterei Gießen. _____I. V.: Dr. Rosenberg.______ Bekanntmachung^ _ Wir beabsichtigen die in Kellern und ähnlichen Räumen vorhandenen Schnaken durch Ausbrennen mittels Spiritusfackeln zu beseitigen. 8972D An alle Bewohner der Stadt Gießen ergeht die Bitte, im Interesse der allgemeinen Volkswohlfahrt die Schnakenbekämpfung dadurch zu unterstützen, daß den mit der Durchführung dieser Aufgabe be- auftragten Personen das Betreten der hierfür in Frage kommenden Räume ge- stattet wird. Gießen, den 16. Dezember 1932. Städtisches Tiefbauamt: G r a 0 e r t. Arbeitsvergebung. Zur Fertigstellung des Südwestflügels der Pestalozzifchule sollen vergeben werden- 1. die restlichen Maurerarbeiten, 2. Schreinerarbeiten, darunter 900 qm Buchenlangriemen Parkettböden. Zeichnunaen und Bedingungen liegen bei uns offen. Angebote auf Vordruck sind bis zum Verdingungstermin am Mittwoch, 28. Dezember 1932, vormittags 10 Uhr, einzureichen. 8976D Gießen, den 17. Dezember 1932. Städtisches Hochbauamt: Gravert.