Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20 \ mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil i. B.TH.Kümmel sämtlich in Biegen. General-Anzeiger für Oberhessen Orud und Verlag: vrühl'sche Univerfitäls-Vuch- und Steindruckcrel B. Lange in Sietzen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Bietzener Familienblätter Heimat im Bild ■ DieScholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschlüsse unterSammeInummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Ur. 244 Erstes Blatt 182. Jahrgang Montag, 17. Oktober 1932 GietzenekAnzeiger Die Parteien im Wahlkampf. Die NSDAP, in Koburg. Hitler am Zehnjahrcctaq des Marsches auf Koburg. Koburg, 16. Ott. (Täl.) Zu der großen RSDAP-Kundgebung anläßlich der zehnjährigen Wiederkehr des Tages, an dem Adolf Hitler von München aus seinen er st en Marsch in die Provinz angetreten hat, waren aus allen Teilen des Reiches Zehntausende von Braunhemden erschienen. Im> Koburger Hofbräuhaus 1 fand am Samstag ein Begrüßungsabend statt, auf dq/n u. a. Landtagsvizepräsident Bürgermeister Schwede und Landtagsabgeordneter Dietrich Ansprachen hielten. Als Festvorstellung wurden im Landestheater die „Meifter- 'finger von Nürnberg" aufgeführt. Adolf Hitler wurde im Rathaus vom Stadtrat begrüßt. Den Rationalsozialisten, die vor zehn Jahren an dem Marsch nach Koburg teilgenommen hatten, wurden in einem Festakt besondere Ehrenzeichen überreicht. Die Kundgebung auf dem Sportplatz am Rachmittag wies einen überaus zahlreichen Besuch auf. Auf der Tribüne wurde Hitler die in Form einer Plakette gehaltene Ehrenbürgerurkunde der Stadt Koburg überreicht Hitler hielt eine etwa halbstündige Ansprache, in der er an seinen Marsch nach Koburg vor zehn Jahren erinnerte und das ungeheure Anwachsen seiner Partei seit damals schilderte. Aus den 14 Millionen Deutschen, die hinter der Bewegung ständen, wolle er 20 bis 30 Millionen machen. Die Rationalsozialisten seien nicht, wie die Gegner behaupteten, in der Auflösung begriffen. Sie würden unerschüttert aus dem Wahlkampf hervorgehen. Anschließend an die Rede wurde das Deutschlandlied gesungen. Im Jahre 1922 habe die nationalsozialistische Bewegung zum erstenmal den Entschluß gefaßt, aus der Großstadt herauszutreten, nicht um Gewalt anzuwenden, aber doch mit dem festen Vorsatz, brachiale Wider st ände durch brachiale Gewalt zu brechen. Deutschland gehöre nicht jenen, die nicht an Deutschland glaubten, sondern denen, die in Deutschland alles sähen. In diesen vergangenen zehn Jahren habe die Bewegung einen ungeheuren Sieg davongetragen. 540 000 SA.- und 60 000 SS.° Leute ständen ihm heute zur Seite. Das sei eine gewaltige Macht. Dazu kämen weit über 1 Million Parteigenossen und fast 14 Millionen Deutsche. Die RSDAP., die größte politische Partei, habe das Recht, die Führung des Staa» tes zu verlangen. Wie früher, so werde ihr auch heute dieses Recht verweigert. Es gebe Politiker, die wünschten, daß doch die Rationalsozialisten verlieren möchten. Cs komme anders und große Teile des Volkes würden einmal ihrem Schicksal dankbar sein, daß dem Marxismus eine nationalsozialistische Bewegung gegenüberstehe. Man habe geglaubt, die Äational- sozialisten durch das Angebot von Ministerposten beugen zu können. Man kenne ihn, Hitler, aber schlecht. Was die RSDAP. in Deutschland erstrebe, das sei die politische Macht. Regierungen vergingen, aber das Volk sei das Bleibende. Man könne die nationalsozialistische Bewegung nicht unterkriegen. SA.-Kundgebung in Frankfurt. Frankfurt, 16. Oft. Die Frankfurter SA. veranstaltete im Hippodrom eine stark besuchte Werbekundgebung, zu der der Stabschef Röhm erschienen war. Er gab in kurzer Rode einen Ueber- blick über die Entwicklung der SA. unter seiner Führung, die fester und geschlossener denn ] e dastehe. Ihn freue es, der meistgehaßle Mann der NSDAP, zu sein, denn das zeige ihm, daß er auf dem rechten Wege sei. Die unwahren Anwürfe seiner Gegner könnten ihn nicht abhalten, weiter seine Pflicht zu tun. In dem neuen Wahlkampf sei die NSDAP, wie Deutschland 1918 rings von Feinden umgeben, von rechts bis links hätten sich alle politischen Parteien zusammengeschlossen, um die nationalsozialistische Bewegung zu zerstören. Während ober das deutsche Volk 1918 nur von Hindenburg geführt worden sei, der nicht in der Lage gewesen wäre, die inneren Feinde des Volkes erfolgreich zu bekämpfen, stehe die NSDAP, unter der Führung eines Adolf Hitler der mit seinem eisernen Willen bis x u m endgültigen Siege der nationalsozialistischen Bewegung durchhalten werde. Das hohe Ziel der Partei müsse erreicht werden, das dahin ziele, daß es nicht nur einzelnen gut gehe, sondern dem ganzen deutschen Volke. Dafür werde die SA. marschieren, dafür werde Hitler in den kommenden Wochen in 60 großen Versammlungen eintreten, auf das schließlich jeder wieder mit Stolz von sich sagen könne: „Ich bin ein Deutscher!" Der Stabchelm an Hitler. Berlin, 15. Oft. (Täl.) Die Pressestelle des Stahlhelm-Bundesamtes veröffentlicht eine Stellungnahme der Stahlhelm-Dundesführer zu den letzten Ereignissen in Hamburg, wo sich nach einem Tlebersall auf Stahlhelmleute, unter den schwer durch Messerstiche Verletzten auch der stellvertretende Gauführer Korvettenkapitän a. S>. Lauenstein befindet: „Angesichts der seit Monaten eingesetzten hemmungslosen und niederträchtigen Hetze gegen den Stahlhelm von Seiten der nationalsozialistischen Presse und tausender von Rednern dieser Partei im Lande haben sich die Bundesführer des Stahlhelms schon am 5. Oktober 1932 art den Führer der Partei, Herrn Hitler, mit der Frage gewandt, ob er diese unglaubliche Hetze billige. Herr Hitler hat durch seinen Privatsekretär Heß am 7. Oktober 1932 antworten lassen, daß ihm von einer Hetze gegen den Stahlhelm nichts be könnt sei. Trotz dieser ausweichenden Antwort hat der Stahlhelm-Bundeskanzler im vaterländischen Interesse unter Aufführung von Einzelbeispielen dem Privatsekretär Heß nochmals geschrieben, um den unsinnigen Streit im nationalen Lager zu beenden. Eine Berlin, 16. Oft. (ERB.) Die Deutschnationale Volkspartei veranstaltete am Sonntag im Reichstagsgebäude eine stark besuchte sozialpolitische Tagung, auf der der Parteiführer Hugenberg eine Programmrede zur Sozialpolitik hielt. Es sei Zeit, so erklärte er, an die Wiederversöhnung von Kapital und Arbeit heranzugehen und die E n t p r o - letarisierung der Arbeiterschaft sowie ihre gleichberechtigte Eingliederung in die Volksgemeinschaft herbeizuführen. Wirkliche Sozialpolitik bestehe in der Aussiedlung aus d e nGroßstädten und einer Konzentration der Industrie, in der Erweiterung des Lebensraumes des Volkes, im Schutz und der Förderung der Familie. Die Deutsch nationale Volkspartei denke nicht daran, den Arbeiter und Angestellten der Willkür unsozialer Tlnternehmer preiszugeben. Sie kämpfe auch nicht gegen die Gewerkschaften, sondern nur dagegen, was der Marxismus in den letzten Jahrzehnten daraus gemacht habe: Vergiftete Waffen in einem sirrnlosen Wirtschaftskampf. Richt Abbau der Sozialpolitik sei die deutschnationale Parole, sondern deren Erhaltung und Rettung durch eine Reform an Haupt und Glieder n. Auch der Arbeiter erkenne, daß sein Schicksal viel mehr als von den Tarifen von der richt igen Behandlung des Arbeitsmarktes und von einer nationalwirt- schaftlichenStaatsführung abhänge. In einem nationalen Staat sei das Kapital dienendes Glied und habe Verantwortlichkeiten. Klepper verteidigt sich. Berlin, 15. Oft. (CNB.) Der frühere Präsident der Preußenkasse und preußische Finanzminister Dr. K l e p p e r. äußerte sich vor der Presse zu den Ver- öffentlichunaen über feine Geschäftsführung. Er vertrat die Auffassung, daß die juristische Seite vollkommen einwandfrei sei und daß er die politische und moralische Verant- w o r t u n g für die ihm vorgeworfenen Maßnahmen übernehme, und zwar ganz allein. Aus dem Konto A sei die Korrespondenz „Grüne Blätter" finanziert worden. Sie habe die agrarpolitische Richtung der Preußenkasse fördern und die zahlreichen Angriffe abwehren sollen, die in jener Zeit gegen sie gerichtet wurden. Später sei noch eine andere agrarpolitische Korrespondenz unterstützt worden. Dr. Klepper bestritt entschieden, daß diese Mittel zur Beobachtung irgendwelcher politischer Bewegungen benutzt worden seien. Zu dem 12 - Millionen - Kredit der Stadt Köln erklärte Dr. Klepper, daß niemals mittelbar oder unmittelbar Verhandlungen mit der Stadt Köln stattgefunden haben und daß weder Reichskanzler Dr. Brüning noch der Reichstagspräsident eine Einflußnahme in dieser Angelegenheit versucht hätten. Es handle sich lediglich um ein n o r - rnales Kreditgeschäft mit der Deutschen Bank, wovon 10 Millionen im Wege der Aufrechnung bereits abgedeckt seien. Was die „Kölnische Volkszeitung" an- langt, so habe die Staatsregierung es für notwendig gehalten, sie in dieser Weise zu unter- stützen: wenn ein Blatt von solcher Bedeutung infolge der wirtschaftlichen Lage in Schwierigkeiten gerate, so sei das natürlich ein Ausfall für die Regierung. Im Falle des „Magazins der Wirtschaft" gab Dr. Klepper offen zu, „hereingelegt" worden zu sein. Den Kredit für Staatssekretär Abegg erklärte Dr. Klepper damit, daß eine Bank, mit der Dr. Abegg in Verbindung stand, zusammengebrochen war, so daß er sich an eine andere Bank wenden mußte. Der Kredit sei von Dr. Abegg voll zurück b e z a h l t worden. Er stehe auf dem Standpunkt, daß die Verwendung von Mitteln zu politischen Zwecken aus staatspolitischen Erwägungen für eine Staatsregierung zulässig sei. Was eine Regierung für zulässig betrachte, bezeichne die Opposition als unmoralisch und verbrecherisch. Das sei ein immer wiederkehrender moralischer Wandlungsprozeß. Wenn Gefahr für die ruhige sozialpolitische Entwicklung bestehe, habe eine Regierung t>j,e Pflicht, bestimmte Bewegungen, Richtungen und Gedankengänge finanziell zu fördern. Jede Regierung tue das und habe das auch stets getan. Wenn von der jetzigen Regierung Vorwürfe erhoben werden könnten, dann könne man darauf Antwort ist bishernicht eingegangen. ■Unter dem erschütternden Eindruck der neuen Hamburger Dlutopfer wenden wir uns nochmals an den verantwortlichen Führer Hitler, der, wenn er wollte, dem Blutvergießen ein Ende machen könnte. Richt die einzelnen Mitglieder der RSDAP. sind die wahrhaft Schuldigen, sondern die Führer, Redner und Schriftleiter der RSDAP., die einen hemmungslosen und unverantwortlichen Haß gegen jeden predigen, der nicht ihrer politischen Ansicht ist. Sie trifft in erster Linie die volle Verantwortung für das täglich vergossene deutsche Blut und die schweren Leiden in den betroffenen deutschen Familien." Hugenberg setzte sich dafür ein, daß Kapitalisten und Tlnternehmer Ehrengerichten unterworfen sein sollen. Zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit sei der erste Schritt die Schuldenregelung. Sei dieser Schritt getan, dann werde auf der Grundlage einer richtigen Handelspolitik das Arbeitslosenheer schnell zusammenschmelzen. Die Milderung der Rentenkurzungen bezeichnete Hugenberg als den ersten Erfolg deutschnationaler Bemühungen. Er lehnte darüber hinaus auch die schematischen Lohnkürzungen der letzten Rotver- vrdnung ab und bekannte sich zu dem Grundsatz des Leistungslohnes. Aber zwei große Dinge habe dieses Kabinett doch unter Hindenburgs Segen gemacht: Abschüttelung der Landplage Parlamentarismus und Beseitigung des Kriegszustandes zwischenReichundPreuhen. Das berechtige zu der Hoffnung, daß auch die anderen brennenden Fragen in mutiger Weise gelöst werden. Rach kurzen Dorträgen über die Lage der Industriearbeiter, der Landarbeiter und der Angestellten wurde einstimmig eine Entschließung angenommen, in der Hugenberg der Dank für sein energisches und zielbewußtes Eintreten für die Lebensinteressen der deutschen Arbeiter und Angestellten ausgesprochen und erklärt wird, daß man alles daransehen wolle, um die Oeffentlichkeit er» keimen zu lassen, daß nur auf diesem Wege soziale Rot und Wirtschaftskrise überwunden werden können. In einer geschlossenen Beratung befaßte man sich dann noch mit der Reform der Sozialversicherung. nur sagen, daß man nur deshalb einen Vorwurf erheben könne, weil nicht zu viel, sondern zu wenig getan worden sei. Er, Klepper, habe sich die Abneigung bestimmter Gruppen und Interessenten zu- gezogen, weil er für eine Agrarreform eingetreten sei. Diese, seine Stellungnahme sei der Schlüssel zur ganzen Situation. Die 12 Millionenanleihe der Gtadi Köln. Köln, 15. Ott. (ERB.) Das Städtische Presseamt in Köln gibt folgende Mitteilung aus: 1928 hatte die Stadt Köln zwecks Konsolidierung ihrer gesamten kurzfristigen Schulden Verhandlungen mit ausländischen Danken an» geknüpft Es war ihr eine Anleihe von 12 Millionen Dollar in Aussicht gestellt worden. Gleichzeitig hatte sie einen Vorschuß auf diese Anleihe in Höhe von 6 Millionen Dollar erhalten. Infolge der ablehnenden Haltung der Genehmi- gungsstelle für Ausländsanleihen kam der Abschluß der langfristigere Anleihe nicht zustande und die Stadt Köln mußte in der zweiten Hälfte des Jahres 1930 den Vorschuß von 6 Millionen Dollar z u r ü ck z a h l e n. Zu diesem Zweck wurden ihr u. a. von der Deutschen Bank insgesamt 12 Millionen Mark vorübergehend zur Verfügung gestellt. Die Deutsche Bank verlangte diesen Betrag vor Ultimo Dezember zurück. Verhandlungen mit der Preag zwecks Gründung einer Gesellschaft für den Betrieb der Städtischen Elektrizitätswerke, durch die eine Konsolidierung der schwebenden Schulden der Stadt Köln herbeigeführt werden sollte, konnten bis zum 31. Dezember keinesfalls zum Abschluß gebracht werden, sodaß die Rückzahlung aus den hier eventuell fliehenden Beträgen nicht möglich wurde. Oberbürgermeister Adenauer wandte sich an den Präsidenten der Zentralgenossenschaftskassen, Klepper, der ihm erklärte, daß er nach den Statuten der Preußenkasse einer Gemeinde keinen Kredit geben könne, er könne aber der Deutschen Dank 12 Mill. Wechsel zu Diskontzwecken zur Verfügung stellen. Die Rückzahlung des Betrages an die Deutsche Dank seitens der Stadt Köln ist noch nicht erfolgt, weil infolge der katastrophalen Entwicklung der wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland der Plan einer Vergesellschaftung ihrer Werke undurchführbar wurde. WirischastsbelebungundBraugewerbe. Der Notbund der deutschen Brauereilieferanten hat auf seiner Generalversammlung in München eine Entschließung gefaßt, in der es u. a. heißt: Die Reichsregierung wird dringend gebeten, die Wirtschaftsbelebung auch vom Braugewerbe her vorzunehmen und eine weitere Hugenberg über beuWnaüonale Sozialpolitik. Die FinaWkbahnW der preußenkasse. energische Senkung der Bier st euer zu verordnen. Nach wie vor ringem die Brauereilieferanten schwer um ihre Existenz. Ihnen ist die Landwirtschaft aufs stärkste verbunden. Zieht ja der 50prozentige Absatz- und Produktionsrückgang der Brauereien automatisch die Unverwendbarkeit der vollen Hälfte der Gesamtproduktion an Braugerste und eines großen Teils des Hopfens im Deutschen Reich nach sich. Aber auch die gewerblichen Betriebe, deren Jnlandgeschäft durch die immer noch mehrere 100 v. H. über den Dorkriegssätzen liegende Bierbesteuerung völlig dar- nieberliegt und die infolge der Einfuhrbeschränkungen auch in der Ausfuhr keinen Ersatz dafür finden, können von den in der Notverordnung liegenden Möglichkeiten vor einer durchgreifenden weiteren Senkung der Biersteuer keinen Gebrauch machen. Erst eine solche Senkung wird dem Braugewerbe und den zahllosen von ihm lebenden Industrien und Gewerben den Aufschwung geben, der in den Zähmen der Maßnahmen der Reichsregierung notwendigerweise hineingehört. Giahlhelm und neuer Gtaatsgedanke. Selvte spricht in Kaiserslautern. Kaiserslautern, 16. Ott (ERB.) In einer Wahlkundgebung des Stahlhelms (Gau Pfalz) beschäftigte sich Bundesführer Seldte mit der Stellung des Stahlhelms zum neuen Staatsgedanken. Rachdem der Stahlhelm in dreizehnjährigem Kampfe sich durchgerungen habe, habe sich endlich auch einmal einReichs- k a n z l e r gefunden, der sich mit dem Ideengang des Stahlhelms identifiziere. Hm Ordnung zu schaffen, müsse das Wahlrecht geändert werden. Das rote System sei in Scherben gegangen, nun solle man einmal die anderen ans Ruder lassen. Aus diesem Grunde habe der Stahlhelm ein Arbeitsprogramm auf- gestellt, das mit dem 1. April 1933 in Angriff genommen werden müßte. Der Stahlhelm wolle nur dem Staate dienen, er kämpfe nicht um Ministersessel und sein Ziel gehe lediglich darauf hinaus, dem deutschen Volke nach innen und außen Achtung und Ansehen zu verschaffen. Der Stahlhelm wolle auch keinen Bruderkrieg. Wenn es zu Zwistigkeiten mit den Rationalsozialisten gekommen sei, so seien diese allein schuld daran. Der Stahlhelm sei überparteilich. Zum Schluß betonte der Redner die Forderung auf Rückgabe der ehemaligen deutschen Kolonien und appellierte an die Wähler, am 6. Rovember einer starken nationalenRegierung zum Siege zu verhelfen. Wchlkundgebung des Christlich- sozialen Volksdienstes. F r a n k f u r t a. M., 16. Okt. (Lpd.) Im Anschluß an eine Landesvertreteroersammlung veranstaltete der Christlich-Soziale Volksdienst eine Kundgebung. Als erster Redner sprach der Gewerkschaftsführer Behrens. Nach Ausführungen über die wirtschaftliche Not wandte er sich dem Wahlkampf zu, bei dem die staatspolitischen Dinge etwas mehr in den Vordergrund treten würden. Das Entscheidende fei nicht der Streit über Papen, sondern die Frage, ob unsere Verfassung so wie der Reichspräsident sie jetzt anwende, richtig sei, oder nicht. Hindenburg habe die Präsidialregierung so gebildet, wie es die Verfassung vorschreibe. Das Mißtrauensvotum in der heutigen Form sei ein Unding. Der Reichstag müsse aber auch in Zukunft eine Körperschaft bleiben, die die Regierung kontrolliert, kritisiert und durch weitgehende Rechte beeinflussen kann. Bezüglich der Frage der Neugestaltung der Staatsordnung erklärte der Redner, daß eine Personalunion zwischen Preußen und dem Reich kommen müsse, doch sei es bedenklich, die Struktur Preußens so zu ändern, daß der preußische Staat in seinem Eigenleben verschwinde. Die Papenschen Notverordnungen seien nicht besser, als die Brünings. Es sei aber erfreulich, daß die Regierung die Unter st ützungssätze erhöhen wolle. Bedenklich sei auch die Bevollmächtigung der Regierung für den Umbau der Sozialversicherung. Auch das Wirtschaftsprogramm sei nicht ohne Bedenken. Anschließend sprach Pfarrer V e i d t über den kulturpolitischen Teil des Programms des Christlich-Sozialen Volksdienstes. Der Alldeutsche Verband im Wahlkampf. 23 e r [ t n, 15. Ott. (TU.) Die Hauptleitung des 201- deutfchen Verbandes hat an alle ihre Ortsgruppen folgende Kundgebung gerichtet: „Die vergangenen Monate haben die sichere Erkenntnis gebracht, daß die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei sich von wesentlichen ihrer Grundsätze derart weit entfernt hat, daß sie als preisgegeben gelten müssen. Die Partei hat das Lager der Gegner des parlamentarischen Systems verlassen und ist zum ausgesprochen st en Parlamentarismus übergegangen. Sie hat sich bereit gefunden, mit dem Zentrum zusammen zu arbeiten und leistet diesem dadurch Hilfe, wieder zu der beherrschenden politischen Schlüsselstellung zu gelangen. Die NSDAP, hat schließlich den marxistifchen Strömungen in ihren Reihen immer mehr Raum gegeben. In diesen Tatsachen kann die Hauptleitung des Alldeutschen Verbandes nicht ein sog. taktisches Vorgehen erblicken: sie sieht in ihnen eine Wandlung in den Grund anschau ungen der NSDAP., die so ernst und entscheidend ist, daß sie den Mit- gliedern des Alldeutschen Verbandes nicht mehr empfehlen kann, die NSDAP, zu fördern oder bei den Wahlen zu stützen. Don den für Alldeutsche in Betracht kommenden Parteien ist nach dieser Entwicklung nur noch die Deutschnationale Volks Partei übrig geblieben. Die Hauptleitung betrachtet es als die Pflicht des Alldeutschen Verbandes diese Partei mit allen Kräften zu fördern: sie fordert alle Gliederungen des Verbandes und jedes einzelne Mitglied auf, dies nachdrücklichst zu tun." Oie vaterländischen Verbände hinter Popen. Berlin, 16. Ott. (CNB.) Die Vereinigten vaterländischen Verbände Deutscklands geben, als Ergebnis der Sitzung ihres Gesamtvorstandes unter Vorsitz des Generals Grafen von der Golg eine Stellungnahme zur politischen Lage bekannt, in der es u. a. heißt: Wir sehen indernationalen Reichsregierung das erste Stabinett seit dem Umsturz, das mit Entschlossenheit und s a ch l i ch em K ö n n e n die Probleme staatlichen und wirtschaftlichen Wiederaufbaues zu lösen be m ü h t ist. Wir rufen alle Nationalgesinnten auf, sich über den innerpolitischen Hader hinweg hinter den Kampf der Regierung um die Wiedererlangung der Wehrfreiheit und um die Beseitigung des Versailler Diktats und seiner Schmachparagraphen zu stellen. Uns alle eint EhreundFrei- heitderNation. Getreu diesem Grundgedanken unserer vaterländischen Arbeit bitten wir erneut, dieses gemeinsame große Ziel imJMuge zu behalten. In diesem Sinne muß auch der Wahlkampf in erster Linie gegen den gemein- (amen Feind, den Marxismus und die ihn stützenden Kräfte, geführt werden. Milderung von Härten für Kriegsbeschädigte. Berlin. 17. Oft. (WTD. Funkspruch.) Der Herr Reichspräsident empfing heute vormittag den Vorstand des Reichsausschusses der Kriegsbeschädigten- u. Krieger- Hinterbliebenen-Fürsorge und eine Abordnung des Landesverbandes Westfalen- Lippe im „Reichsverband deutscher Kriegsopfer", die ihm die Wünsche und Sorgen der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen vortrugen, insbesondere die starken Verschlechterungen oar- legten, die durch die letzten Rotverordnungen in der Kriegsopfer-Fürsorge eingetreten sind. Der Herr Reichspräsident brachte seine wärmste Teilnahme für das Los der Kriegsopfer und seinen Willen zum Ausdruck, sobald esdiefinan- zielle Lage des Reiches irgendwie gestattet, allmähliche Beseitigung der Kürzungen eintreten zu lassen. Der Reichsarbeitsminister konnte alsbaldige Milde- rungeinerReihevonHärtenin Aussicht stellen, die sich bei der Durchführung der letzten Rotverordnung gezeigt haben, und mitteilen, daß hierfür ein besonderer Fond von fünf Millionen Mark bereitgestellt sei, der für die Zeit bis zum Schluß des Etatjahres bestimmt ist und im Benehmen mit den Vertretungen der Kriegsopfer Verwendung finden soll. Feuerüberfall auf Nationalsozialisten in Wien. Wien, 16.Ott. (TU.) 3m Bezirk Sörnmering mar eine nationalsozialistische Versammlung anassagt, zu der eine Abteilung SA.- Leute durch die Tiefschütz-Gasse marschierte. Als sie andemdortigensozialdemokratischen Arbeiterheim vorbeikamen, sielen aus dem Arbeiterheim zahlreiche Schüsse. Der Wachtmann Tiäsek sank als erster durch die Stirn getroffen sofort tot nieder. Außerdem wurden drei Nationalsozialisten getötet und über 30 Personen verletzt. Bei zwei Personen sind die Verletzungen derart schwer, daß wenig Hosinung auf ein Auskommen besteht. Die Polizei entsandte sofort starke Abteilungen nach Sörnmering. Die Pa- lizeibeamten drangen in das sozialdemokratische Arbeiterheim ein, wo sie 70 Gewehre und eine große Zahl Revolver beschlagnahmten. 60 Personen wurden verhaftet. Sie mußten unter starker Bedeckung auf das Polizeipräsidium gebracht werden, da die Menge derart erregt war, daß sie versuchte, die Täter zu lynchen. Eine Anzahl Sozialdemokraten hatte sich auf dem Dachboden in Kisten versteckt, wo sie von den Wachtleuten herausgeholt und verhaftet wurden. Schwere Ausschreitungen in Dortmund Dortmund. 16. Oft (TU.) Am Sonntag kam es hier zu ernsten Ausschreitungen, die mehrere Opfer forderten. Bei dem Versuch der Polizei, eine Straße, in der es zu Unruhen gekommen war, zu säubern, wurden die Beamten angegriffen und mußten von der Schußwaffe Gebrauch machen. Es kam zu mehreren Schießereien, wobei zwei Personen, darunter eine Frau, getötet und zwölf Personen verletzt wurden. Unter den Verletzten befindet sich auch ein Polizeibeamter, der einen Kopfschuß erhielt, aber außer Lebensgefahr ist. — 3n den Vormittagsstunden waren nationalsozialistische Flug- bl a t t v e r t e i l e r, die in Gruppen von 40 bis 50 Personen durch die Straßen des nördlichen Stadtteils zogen, in der Rahe des Dorsigplatzes vonKommunisten angegriffen worden. Es kam an mehreren Stellen zu Schlägereien, wobei auf) Schüsse fielen. Da die Unruhen immer größeren Umfang annahmen, wurde die Polizei alarmiert, die mit mehreren Tleberfallkommandos anrückte. Als die Beamten den Versuch machten, die Ruhe wieder herzustellen, kam es zu den folgenschweren Schießereien. Die ums Leben gekommene Frau ist von der tödlichen Kugel getroffen worden, als sie hinter dem Fenster st a n d, um die Vorgänge auf der Straße zu beobachten. Der Polizei gelang es nach kurzer Zeit Ruhe und Ordnung wieder herzustellen. Um die Viermächtekonferenz. Ratlosigkeit in London. London, 15. Oft. (TU.) Es besteht kaum ein Zweifel darüber, daß in englischen Regierungskreisen noch tiefe Ratlosigkeit über die Möglichkeiten eines weiteren Vorgehens in Sachen der Viermächtekonferenz herrscht Man hält es im Augenblick für ausgeschlossen, daß WM W Deo Weg Roman von Gert Rothberg. Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle (Saale) 13 Fortsetzung. Rachdruck verboten! Jetzt hatte sie die Bestätigung seiner Heiratsabsichten. Eie konnte ihm nicht gram sein, daß er sie nicht zu sich bat, denn wenn er eine Ehe einzugehen beabsichtigte, dann war sowieso kein Platz für sie in seinem Hause. ilnt> — sie durfte ja auch Hilma nicht allein lassen. Jetzt weniger denn je. Hilma war krank! Der Arzt hatte nicht hinter dem Berge gehalten. Allerdings hatte er mehr auf seelisches Leid angespielt Dieses Leid würde nicht behoben werden, solange Altendorf im Hause war. Diese Versöhnung würde Hilma nur neues, ungeheures Leid bringen, bis sie endgültig darunter zusammenbrach. Jetzt wäre eine Heilung in irgendeinem idyllischen Bergwinkel vielleicht noch möglich gewesen. Später war es ausgeschlossen. Run mußte das Schicksal eben seinen Lauf nehmen. Fritz Lohgarten wechselte einige freundliche Worte mit feiner Stiefmutter, ohne es sie merken zu taffen, wie tief er selbst enttäuscht war. Als das Gespräch beendet war, legte Lohgarten den Hörer auf die Gabel und stützte den Kopf in die Hände. Run würde also doch keine Ruhe werden, er hatte es geahnt! Aber er fürchtete diesen Mann nicht mehr. Irgend etwas würde und mußte jetzt geschehen, wenn der sich ihm noch einmal als silckischer Feind in den Weg stellte. Welch ein gemeiner Charakter! Wenn Altendorf-Lerhoff ihn aus irgendeinem Grunde haßte, so konnte er sich ihm doch offen stellen. Diese gemeine Kampfweise verdiente doch nur Verachtung. Wollte Altendorf jetzt bleiben, weil man sich erzählte, er, Fritz Lohgarten, würde sich mit Ilse Wiedener verloben? Denn zuerst schien Altendorf doch mit der Trennung einverstanden zu sein — oder wollte er nur seine Macht über Hilma erproben, wenn er im letzten Augenblick kam und eine Versöhnung wollte? Von Altendorf weg gingen die Gedanken Lohgartens zu Ilse Wiedener. Es war das Beste, wenn nunmehr eine Verlobung so schnell als möglich erfolgte. Schließlich war es auch für ihn gut, wenn er endlich einen Strich unter alles machte, was da in diesen letzten Wochen auf ihn eingestürmt war. Die kleine, schöne Traute. Deren Vormund er war! Gr war es geblieben, trotzdem Dolscher sie adoptiert hatte. Aber der alte Werkmeister hatte gemeint daß er doch schon sehr alt sei und einmal schnell sterben könne, und dann müsse ja doch wieder ein neuer Vormund bestellt werden, ■llnb so war eben der Ausnahmefall eingetreten, daß Lohgarten weiter die Vormundschaft über Traute behielt. Fritz Lohgarten war über sich selbst entsetzt Mit was für Augen betrachtete er denn die kleine Traute? Richt mit den Augen eines Vormundes sondern mit den Augen eines toll Verliebten! Jawohl! Da half keine Beschönigung vor sich selbst. Er wußte es am besten, wie es um ihn stand. Gr liebte Traute! So! Es war viel richtiger, sich das selbst einmal ruhig und ehrlich einzugestehen. Und somit war es am besten, er schob einen Riegel zwischen Traute und seine sündhaften Wünsche und heiratete schon in nächster Zeit Ilse Wiedener! Denn was feilte das andere? Zu was sollte es führen? „Du könntest sie heiraten!" Ganz klar und deutlich hörte Lohgarten diese Stimme, die aus seinem eigenen Herzen kam. Er blickte sich um. Durch die offenstehende Tür sah er Traute, wie sie den feinen Kopf über die Arbeit gebeugt hatte. Was hinderte ihn denn. Traute an sein Herz ?iu nehmen? Sie würde doch nicht darauf erpicht ein, reich und groß zu werden? Sie mit ihrem einfachen, bescheidenen Charakter? Das Wichtigste: Er wußte nicht, ob sie ihn liebte! Und es würde und konnte ja doch auch nicht sein. Er war ja viel zu alt für sie. ®r konnte beinahe ihr Vater sein. Einen solchen Mann liebt man nicht, wenn man jung und schön ist wie Traute Dolscher! Alter schützt vor Torheit nicht. Nirgends stimmte das Sprichwort besser, als wenn es auf die Liebe angewandt wurde. Er stand auf und ging hinüber. Traute blickte kurz auf, dann arbeitete sie ruhig weiter. Und doch klopfte ihr das Herz heftig und schmerzhaft wie immer, wenn er kam.' Er trat zu ihr: „Macht es viel Umstände, Fräulein Dolscher, wenn Sie mir zuerst diese Rotizen ins Duch übertragen? Ich wollte heute mit Herrn Wiedener über Verschiedenes sprechen und brauche dazu eine fertige Uebersicht." „Gewiß kann ich das, Herr Lohgarten. Ich will sofort..Unter seinem Dlick brach sie ab. Er nahm ihre beiden Hände mit schmerzhaft festem Druck in die seinen. „Traute — ich liebe Sie!" Das Mädchen fühlte, wie alles im Zimmer sich langsam zu drehen begann. Eine Seligkeit senkte sich über sie, die ihr das klare Denken versagte. Der Mann sah es. Er neigte sich und küßte die schmalen, feingeschwungenen Lippen. Traute hielt still, wie erstarrt. Aber dann schrak sie zusammen. Das Erinnern kam. Das Erinnern an das, was Vater gesagt. „Er wird Ilse Wiedener heiraten. Dann wird die alte Firma in neuem Glanz erstehen. Allein, ohne fremde Hilfe schafft er es nicht mehr, so gern er es auch mochte. Und diese Heirat ist eine direkte Pflicht für ihn, denn er kann dann alle Arbeiter wieder einstellen, wenn erst der Reichtum des alten Wiedener hinter ihm steht!" Traute strebte von dem Manne fort. Befremdet blickte er in das schöne, junge Gesicht. „Traute?" „Ich liebe Sie nicht. Wie durften Sie das tun? Und ich bin mir auch viel zu schade als Zeitvertreib für einen vornehmen Mann, selbst wenn ich diesen Mann liebte/ Traute fragte sich später oft, wie es ihr möglich gewesen war, diese harten, schroffen Worte zu sprechen. Aber es mochte das Gefühl sein, eine gute Tat, die die restlose Einstellung aller bisher entlassenen Arbeiter bedeutete, nicht auf- halten zu wollen. Oder — sie glaubte eben doch daran, daß der Mann ein flüchtiges Wohlgefallen an ihr fand, und daß rhr Herz sich empört daFrankreich seinen in London erziel- tentaktischenSiegsich schmälernlassen und hinsichtlich des Ortes der Konferenz nachgeben werde. Auch für die englische Regierung, die sich endgültig auf Genf festgelegt hat, sei es schwierig, von der einmal gemachten Zusage abzugehen. Da offensichtlich auch sehr wenig Aussicht besteht, die deutsche Regierung zu Überreben, ihre Vertreter^nach Genf zu fenben, so erblickt ber „Evening Stan- darb" eine Lösungsmöglichkeit darin, die Deutschen zur Annahme einer Formel zu bewegen, die ihnen die Rückkehr nachGenf ermöglicht. Die Londoner Presse weist ausführlich darauf hin, daß die deutsche Antwort Gegenvorschläge enthalte, und den Haag vielleicht auch Lausanne, in Vorschlag gebracht hatte. Aus aller Welt. Schweres Eisenbahnunglück in Frankreich. — 7 Iu(e, 15 Schwerverletzte. Unweit des Bahnhofes Cörence (Departement Manche) fuhr ein vollbesetzter Personenzug in höchster Geschwindigkeit auf einen rangierenden Güterzug auf. Die ersten Wagen des Pevsonenzuges und mehrere Wagen des Güterzuges wurden buchstäblich zertrümmert. Sieben Reisende, 5 Männer und 2 Frauen, wurden als Leichen geborgen. 15 Reisende wurden schwer verletzt. Zwei Todesurteile in einem Mordprozeß. Das Schwurgericht in Saarbrücken hat dieser Tage zwei Todesurteile gefällt Angeklagt waren die Witwe Elisabeth Linz und ihr Liebhaber, der HUfsarbeiter Josef Klein, beide aus Ommersheim (Saarpsalz). Die Angeklagten waren beschuldigt, in der Rächt zum Karsamstag d. I. gemeinschaftlich den Ehemann der Linz mit Deilhieben ermordet zu haben. Beide Angeklagten wurden wegen Mordes zum Tode verurteilt Ob das Urteil vollstreckt werden wird, steht noch nicht fest.. Schmugglerjagd bei Köln. Der Zollfahndungsstelle in Köln war dieser Tage ein Schmuggeltraftwagen von der Grenze her gemeldet worden. Bei Grevenbroich wurde der Kraftwagen zum erstenmal gesichtet. Jetzt setzte eine wilde Jagd ein, die erst bei Pulheim in der Rähe von Köln endete. Als ber Schmuggler keinen Ausweg mehr sah, sprang er ab und versuchte zu flüchten. Die Zolls beamten streckten den Flüchtling durch einen Schulterschuh nieder. Der Mann, der aus Gladbach-Rheydt stammt, wurde dem Krankenhaus zugeführt. Der Schmuggler übte seine Tätigkeit schon feit nahezu zwei Jahren aus. In dem Kraftwagen fand man 1,5 Zentner geschmuggelten Tabak. Todesslurz eines bekannten Rennreiters. Einer der bekanntesten Renn- und Turnier- reiter Europas, der tschechische Kapitän P o p - ter, verunglückte in Pardubitz tödlich. Popler konnte in der berühmten Steeplechaise Zweiter werden, bestieg dann für das nächste Rennen noch einmal ein Pferd und stürzte hierbei so unglücklich, daß ihm das Pferd mit dem Huf den Schädel spaltete. Aus -er Provinzialhauptstadt. Gießen, den 17. Oktober 1932. Feuerwehr- und Saniiäisübungen. Gestern mittag sanden auf Oswaldsgarten und in der Sonnenstratze an dem Eckgebäude der Neuen Bäue Hebungen der beiden Gießener Freiwilligen Feuerwehren und der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz statt, die — um es vorweg zu betonen — erneut Die ausgezeichnete Durchbildung aller Mannschaften und damit die volle Schlagfertigkeit der Organisationen eindrucksvoll unter Beweis stellen. Zunächst marschierten die Wehren und die Freiwillige Sanitätskolonne mit ihren Geräten auf Oswaldsgarten auf, wo sie von Stadtbranddirektor Braubach und den Kommandanten der Feuerwehren bzw. dem Führer der Sanitätskolonne, ferner von verschiedenen geladenen Gästen besichtigt wurden. Dabei zeigte sich, daß die Ausrüstung der Wehren und die Pflege des Materials alle Anerkennung verdienen. 2n gleicher Weise lobenswert ist die Vertrautheit der Mannschaften mit den Geräten, die sich sowohl auf Oswaldsgarten, wie auch bei der an die Besichtigung anschließenden Schau- und Werbeübung der Wehren und der Sanitätskolonne in der Sonnenstratze zeigte. Hier wurde das angenommene Drandobjekt, die Besitzung gegen wehrte, die heiße Liebe auf diese demütigende Art belohnt zu sehen. Fritz Lohgarten sagte: „Ich bitte Sie in aller Form um Verzeihung für die Entgleisung, die ich mir soeben zuschulden kommen lieh, Fräulein Dolscher. Ich gebe Ihnen mein Wort, daß ich mich nicht wieder vergessen werde." Traute sah ihn an, aber sie konnte die Züge seines geliebten Gesichts nicht erkennen, weil ihr die Augen voll Wasser standen. Und auch ihr törichtes, junges Herz weinte jetzt: Wenn es doch möglich gewesen wäre? Wenn er mich wirklich liebte? Aber fast gleichzeitig mahnte die Vernunft: „Es konnte niemals sein, und darum ist es gut so, daß du den Mut sandest." Von nun an sprach Fritz Lohgartmr nur noch das allernötigste mit Traute. Aber nur er wußte, was es ihn kostete, überhaupt noch in der Rähe des liebreizenden Geschöpfes zu arbeiten. WaS sollte er bann aber tun? Er konnte sie doch nicht entlassen? Oder ihr einen andern Posten geben? Es hätte doch in beiden Fällen aus- gesehen, als hätte sie den jetzigen Posten nicht zu feiner Zufriedenheit ausgefüllt? Und wer Weitz, was man noch alles» reden würde? Er hatte das kleine, schöne Mädelchen geküßt! Und er hatte es ehrlich gemeint! Gegen sie und gegen sich selbst! Er wollte Traute heiraten und sich selbst vor einer reichen, liebeleeren Ehe bewahren! Es war anders gekommen. Traute hatte ihm stolz gesagt, datz sie ihn nicht liebe. Run war alles gleich! Alles! Run konnte er auch diese Geldheirat schließen. Gut würde er ja immer zu seiner Frau fein, lieben würde er sie nie. Die Liebe hatte er erst jetzt kennengelernt. Eine echte, große, heilige Liebe! Er hätte es sich aber denken können! Traute mutzte vor ihm zurückschrecken. Er war ja viel zu alt für sie. Still und blaß tat Traute ihre Pflicht. An einem Herbsttage, der recht kalt und unfreundlich war, tarnen Herr Wiedener und seine Tochter in die Fabrik und liehen sich beim Chef melden. Der war gerade mal einen Sprung hinüber in die Wohnung gegangen, wurde aber in Kürze zurückerwartet, denn er hatte den Buchhalter um diese Zeit bestellt, um Unterschriften zu geben. Traute empfing inzwischen die Herrschaften und fiihrte sie in Herrn Lohgartens Privat- bureaiL Ilse lehnte schweigsam im Sessel, nachdem Traute das Zimmer verlassen hatte. Ihre Lippen waren wie ein schmaler Strich, und der Ausdruck ihres Gesichts war finster, fast gehässig. Herr Wiedener hatte sich vergnügt umgesehen. Schmunzelnd rieb er sich die Hände, weil es so mollig warm und gemütlich hier war. Da fiel fein Blick auf die Tochter. Das behagliche Schmunzeln schwand aus seinem Gesicht. Er kannte das. Wenn sie das Gesicht so verzog und die Lippen zu einem schmalen Strich zu« sarnmenpreßte, dann war nicht gut Kirschen essen mit ihr. „Ilselein, was hast du denn?" fragte er vorsichtig. Seine Tochter sah ihn mit böse flackernden Augen an: „Hast du dir eigentlich das Mädel schon mal angesehen? 2a? llnb da soll ich nicht eifer* des Klubs an der Ecke Sonnenstrahe-Reuen (Bäue, von den Feuerwehren unter der Leitung des Drandinspektors Wenzel innerhalb weniger Minuten vollkommen eingekreist, so datz die Wehren den „Brand" schnellstens von allen Seiten wirksam bekämpfen konnten. Wit präziser Sicherheit und großer Schnelligkeit waren die Feuerlöschgeräte von den Mannschaften in Stellung gebracht, die Lösch- und Rettungsarbeit mit Ruhe und Präzision begonnen und durchgcführt. Gleichzeitig hatte die Sanitätskolonne Gelegenheit, mehrere angenommene „Verletzte" sachgemäß mit erster Hilfe zu versehen. In der abschließenden kritischen Besprechung wurde den Feuerwehrmannschasien, wie auch den Sanitätern von maßgeblicher Führerseite mit Recht vollste Anerkennung für ihre ausgezeichneten Leistungen ausgesprochen und dabei besonders betont, daß unsere Bürgerschaft sich unbedingt auf die volle Leistungsfähigkeit und Schlagkraft der Freiwilligen Feuerwehren und der Sanitätskolonne verlassen könne. Im Kreise der Feuerwehrkameraden beider freiwilliger Wehren überreichte zum Schluffe im Turmhaus am Drandplatz Stadtbranddirektor Braubach den nachbenannten Iubilaren die üblichen Feuerwehr-Ehrenzeichen für Verdienste: für 25jährige Mitgliedschaft den Kameraden Betz, Kalbfleisch, Leyerer und Heinrich Wagner, für süchtig fein, wenn er hier täglich stundenlang mit ihr zusammen ist?" Papa Wiedener war ehrlich erschrocken. „Aber mein Kind, ich bitte dich, wer wird denn da gleich an solche Sachen denken? DaS ist doch ganz ausgeschlossen. Rein, zum Lachen ist es. Der ernste, reife Herr Lohgarten und daS kleine Mädelchen, das hier in Lohn und Brot steht. 2ch gebe es zu, sie ist sehr hübsch, aber sie ist eben doch nur eine kleine Angestellte. Herr Lohgarten weiß vielleicht nicht einmal genau, wie sie aussieht: das traue ich ihm eher zu als ein Verhältnis mit seiner Angestellten. So geschmacklos ist er nicht." Er war sehr klug, der gute Vater Wiedener, und er wußte auch, daß er den rechten Ton der Tochter gegenüber getroffen. Den traf er übrigens immer. Darauf verstand er sich. 2Ife atmete denn auch jetzt beruhigt auf. »Du hast recht, Papa. 2ch bin ja verrückt, an so etwas überhaupt nur zu denken. Ganz gewiß wird er an dem jungen Ding keinen Gefallen finden." „Gewiß nicht!" Herr Wiedener sagte es im Tone tiefster Ueberjeugung. Bei sich dachte er wesentlich anders. Natürlich war das Mädel eine Schönheit, und wenn der Fritz Lohgarten nicht gar zu sehr eingefroren war, dann hatte er sicherlich etwas mit dem reizenden Dingelchen. Ganz bestimmt, darüber gab es für ihn keinen Zweifel. Die Frauen dachten da immer komisch, und man war am besten daran, wenn man ihnen nach dem Munde redete. Aber sonst — hm! 2hm sollte so ein kleines, schönes Mädel nicht ins Bureau schneien! Darin war er immer gescheit gewesen und bereute es nicht, sein Leben nach allen Seiten hin genossen zu haben. Denn was hatte man schließlich von seinem vielen Geld, wenn man wie ein Philister leben wollte? Dann kam Fritz Lohgarten. Er begrüßte die Herrschaften überrascht, unb das süße, hingebende Lächeln 2Ife WicdenerS widerte ihn plötzlich an. Ueberhaupt, was sollte dieser Besuch? Er liebte solche Überraschungen während seiner Arbeitsstunden nicht: daS würden sie sich wohl abgewöhnen müssen, seine zukünftigen Verwandten! Dennoch hatte er sich in der Gewalt und sprach freundlich und liebenswürdig mit seinen Gästen. Er wollte eine Erfrischung kommen lassen, aber Herr Wiedener erklärte, datz er mit seiner Tochter im Kell-Hotel frühstücken werde, wo er einen auswärtigen Geschäftsfreund erwarte. Der b ächte feine Frau und zwei Töchter mit. Sie hätten einander schon alle vor einigen 2ahren in Saßnitz kennen gelernt, und so fei ja auch für Ilses Unterhaltung gesorgt! Eie wären eben nur zu einem Plauderstündchen gekommen, sagte Herr Wiedener und schielte nach der Tür, hinter der er das schone, junge Mädel wußte. Die Herrschaften gingen. Ilse hatte aber ganz zufällig und lächelnd gesagt: „Wenn ich mich später einmal verheiraten sollte, bann würde ich es nie dulden, datz mein Mann weibliche Angestellte hat. DaS Ziel dieser Mädchen kennt man ja, und es gibt genug Ehen, die in die Brüche gingen wegen solch einem Geschöpf." (Fortsetzung folgt) fliefilti Bei der Hilfe ain Woche vtahlhe^ Orden als * w in Wni n0ene« M[.(n „r* sL rS Ä9 SÄ ller 6; auch h A Spielleitur kalischen 1 Dr. Ten 18.30 Uhr, zur Liffü auffüfjtuni preise. A - „W Dirlsch Handlung! veranstalt« 20.15 Uhr, einen Ao Auerba „Wellvirt sprechen. 1 sichtlich. - St Bund, Ortsger Goethe-Lin gemerbtoen gtmeinfäoft fünf Sortrai werden solle findet am to sührung der Bettina" Der Berfas unserer 61 hauskointt Er wird ei Sixts und Es wird fit gemeinst ten und ni sammenarb Anzeige.) besitzerv 20 Uhr, fjäl eine Mitglie ^e gegenwä arbeiten und sollen. Weyer starker Sejud ” Obst - °°rf.denr Wttinii te Berkaussladen »erben, wenn Mdert wird ln einer solche Sung, besonde q " Konz reprajen! U äftorio) fe" «i«e do «’fibn hl „ "Müi, SSL* tr* _ All! wirb uns Dienstag' 20 Uhr - 18. Oktober leitung. £ wohnliche plan W ErßauM Ladislaus 5 Seyer, in Dien an He Äusno Ungarn ur Lchöpsung Hehler. Ende 22 - dem Tücht Spielleitur Heilung j 20 Mr. 5 40jährige Mitgliedschaft den Kameraden Wild und Krämer. An den Hebungen nahmen bei der Gießener Freiwilligen Feuerwehr 108 Mann, bei der Freiwilligen Gaisichen Feuerwehr 54 Mann und bei der Freiwilligen Sanitätskolonne 40 Mann teil. Den Hebungen folgte eine sehr große Menschenmenge mit lebhaftem Interesse. Die Polizei handhabte die Absperrung in liberalster und doch wirksamer Weise; ihre Tätigkeit bei dieser Gelegenheit verdient gleichfalls volle Anerkennung. Die Mldersammlung -er Winternothilfe. Bei der Kleidersammlung der Gießener Winternothilfe am Mittwoch, Donnerstag und Freitag dieser Woche werden 18 Mann der Ortsgruppe Gießen des Stahlhelm VdF. und 6 Mann vom Jungdeutschen Orden als freiwillige Helfer tätig sein. Es wind nochmals dringend gebeten, die Sammlung nach besten Kräften zu unterstützen und die Spenden zusammengepackt bereit zu legen, damit sie ohne Zeitoersäumnis in Empfang genommen werden können. Bornotizen. — Tageskalender für Montag. Licht- fpielhaus, Bahnhofstraße: „Ein bißchen Liebe für dich!" — Wiesecker Lichtspiele: 20.30 Hhr, „Ben Hur". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Als 3. Vorstellung im Dienstag -- Abonnement morgen pünktlich 20 Uhr Wiederholung des Schauspiels: „Der 18. Oktober" von Erich Walter Schäfer. Spielleitung: Oberspielleiter Peter Fas sott. Gewöhnliche Preise. Ende 22 Uhr. — Der Spielplan verzeichnet für Mittwoch, 19. Oktober, die Erstaufführung des Lustspiels „Roulette" von Ladislaus Fodor, deutsche Bearbeitung von S. Geher. Das Lustspiel, das vor kurzer Zeit m Wien anläßlich seiner Uraufführung eine herzliche Aufnahme fand, ist das jüngste Werk des Ungarn und wird allgemein als Fodors beste Schöpfung angesprochen. Spielleitung hat Karl H e y s e r. Gewöhnliche Preise. Anfang 20 Uhr ?ude 22 plhr. - Das Lustspiel „Freie Dahn Dem Tüchtigen' von August Hinrichs unter der Spielleitung von Heyser bildet die 3. Vorstellung im Freitag-Abonnement, 21. Oktober, 20 Ahr. Gewöhnliche Preise. — Zum letztenmal gelangt die erfolgreiche Eröffnungs-Dorstellung der Jubiläums-Spielzeit „Egmont" unter der Spielleitung des Intendanten und der musi- , kalischen Leitung von Universitäts-Musikdirektor Dr. Temesvary am Sonntag, 23. Oktober, 18.30 Ahr, als Fremden- und Schüler-Vorstellung zur Aufführung. Die Besetzung ist die der Erstaufführung. Ermäßigte Preise. Schüler: Schülerpreise. Anfang 18.30 Ahr, Ende 21.30 Ahr. — „W eltwirtschaft und nationaler Wirtschaft s raum !" Der Deutschnationale Handlungsgehilfen - Verband, Ortsgruppe Gießen, veranstaltet am morgigen Dienstag, 18. Oktober, 20.15 Hhr, in seinem Vereinsheim in der Lonystraße einen Vortragsabend. Der Gauoorsteher Heinrich A u e r b a ch (Frankfurt a. M.) wird über das Thema „Weltwirtschaft und nationaler Wirtschaftsraum" sprechen. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. — Dortragsgemeinschaft Goethe- Bund, Kaufmännischer Verein und Ortsgewerbeverein. Man schreibt uns: Der Goethe-Bund, Kaufmännischer Verein und Ortsgewerbeverein haben sich zu einer Vortragsgemeinschaft zusammengeschlossen, in deren Rahmen fünf Vortragsabende in diesem Winter veranstaltet werden sollen. Der erste gemeinschaftliche Abend findet am kommenden Donnerstag statt mit der Aufführung der musikalischen Erzählung „Sixt und Lettin a", ein Musikerschicksal aus der Goethezeit. Der Verfasser ist Dr. Erich Fischer, der auch in unserer Stadt bekannte Schöpfer der Fischerschen Hauskomödien und der deutschen Dolksliederspende. Er wird einleitend über die historische Persönlichkeit Sixts und die von ihm entdeckten Lieder sprechen. Es wird sicherlich begrüßt werden, daß die Vortragsgemeinschaft der drei Vereine mit einer so interessanten und vielversprechenden Veranstaltung ihre Zusammenarbeit ausnimmt. (Näheres in der heutigen Anzeige.) — Mi-tgliederversammlungdesHaus- befitzeroereins. Am Mittwoch, 19. Oktober, 20 Hhr, hält der Hausbesitzerverein im Cafs Leib eine Mitgliederversammlung ab, in der hauptsächlich die gegenwärtigen Fragen über die Instandsetzungsarbeiten und die Steuergutscheine behandelt werden sollen. Wegen der Wichtigkeit dieser Themen steht ein starker Besuch zu erwarten. (Siehe heutige Anzeige.) * ** Obst und Gemüse vor den Läden darf den Verkehr nicht behindern! Das Polizeiamt teilt mit: Obst und Gemüse darf vor Verkaufsläden auf dem Fußsteig nur dann aufgestellt werden, wenn hierdurch der freie Verkehr nicht behindert wird. Die Aufstellung der Behältnisse muß in einer solchen Höhe erfolgen, daß eine Verunreinigung, besonders durch Hunde, nicht möglich ist. ** Konzert im Stadtcaf6. Seit einiger Zeit repräsentiert sich das Stadtcafö (das ehemalige Caf6 Astoria) unter dem neuen Besitzer, Herrn Sörrner, in völlig neuer Gestalt. Die Räume haben eine völlig neue Ausgestaltung erfahren. Der Besitzer hat nun einen weiteren Schritt zur Vervollständigung der Gaststätte getan und eine Künst- lerkapstze, die Kapelle Jost, verpflichtet. Am Sams- tagnachmittag bzw. am Samstagabend stellte sie sich erstmalig in den Räumen des Stadtoafös vor und wartete mit ausgezeichneten Darbietungen auf. Die Kapelle fetzt sich aus heimischen Künstlern zusammen und wird voraussichtlich während des ganzen Winters jeweils nachmittags und abends konzertieren. Man hörte am Samstag ausgezeichnete Salonmusik, die forgfältig wiedergegeben wurde, Hnterhaltungs- musik in bestem Sinne, die den Aufenthalt recht angenehm zu machen geeignet ist. Hm den Wünschen der Gälte Rechnung zu tragen und für die nötige Abwechslung im Programm zu sorgen, gelangte auch rassige Schlagermusik zum Vortrag. Herr Dörr- n e r Hal mit der Verpflichtung der Kapelle eine gute Wahl getroffen. Erfreulich ist es, daß an dieser Stelle Gießener Künstlern Gelegenheit gegeben ist, an die Öffentlichkeit zu treten. * Dogoljubow in Gießen. Der Schachmeister Dogoljubow weilte am Freitag in Gießen. 3m Hotel „Hindenburg" hatte sich aus diesem Anlaß eine ' whe Anzahl Freunde des königlichen Spieles eingefunden, um den Meister spielen zu sehen und gegen ihn zu spielen, um auch von ihm zu lernen. 3n einer Simultan- hartie mit insgesamt 22 Spielen offenbarte der in der Schachwelt berühmte Gast sein großartiges Können, die rasche Entschlußkraft, die ihn auszeichnet und ihn in verhältnismäßig kurzer Zeit nicht weniger als 20 Partien gewinnen ließ, während er nur eine verlor und eine andere Partie remis beendete. Die einzige gewonnene Partie wurde von dem Mitglied des hiesigen Schachklubs. Hiin-erüchrseier-esHeWchenOberkonWoriiims Präsident D. Herrmann die Dr. ©armftaöt, 16. Oft. (EPH.) Zu einer schlichten Feier des 100jährigen Bestehens des Hessischen Oberkonsistoriums bzw. Landeskirchenamtes hatte der Präsident des Landeskirchentages, Archivdirektor D. Herrmann, in das Landeskirchentagsgebäude eingeladen. Außer den Beamten des Landeskirchenamtes waren die im und außer Dienst befindlichen Oberkonsistorial- räte und Oberkirchenräte erschienen, ferner Kirchenregierung an ihrer Spitze Prälat D. Dr. Diehl und Präsident Dr. Dahlem. Zumal von Island her eine neue Störung km Anzug ist. Jedenfalls ist dadurch die Möglichkeit zur Fortdauer des unbeständigen und regnerischen Wetters gegeben, und die Aussichten auf Besserung durch Luftdruckanstieg werden nur vorübergehend in Erscheinung treten. Aussichten für Dienstag: Wechselnd wolkiges Wetter mit Aufklaren, nur vereinzelte Schauer, auffrischende westliche Winde. Aussichten für Mittwoch: Nach kurzer Beruhigung erneuter Heb er gang zur Wetterverschlechterung wahrscheinlich. Lufttemperaturen am 16. Oktober: mittags 9,2 Grad Celsius, abends 9 Grad; am 17. Oktober: morgens 9,4 Grad. Maximum 9,8 Grad, Minimum 6 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 16. Oktober: abends 9 Grad; am 17. Oktober: morgens 8,8 Grad Celsius. — Niederschläge 1,7 mm. — Sonnenscheindauer eine Viertelstunde. 3ch übermittele dem Landeskirchenamt aus Anlaß seines Jubiläums die aufrichtigsten Glückwünsche der Hessischen Staatsregierung zu weiterem gedeihlichen Wirken. Ich gebe insbesondere dem Wunsche Ausdruck, daß die Beziehungen zwischen den Organen der Kirche und des Staates auch in Zukunft von dem Geiste des Vertrauens und gegenseitigen Verstehens getragen sein mögen, wie dies in der Vergangenheit der Fall war. Mit dem Ausdruck meiner ausgezeichneten Hochschätzung bin ich, hochverehrter Herr Prälat, Ihr sehr ergebener Adelung. Wirtschaft. Berlin zurückhaltend. Berlin, 17.Oft. (WTB. Funkspruch.) Das Geschäft war in der neuen Woche wieder recht g e - ring. Schon am Vormittag konnte man bei den Banken allgemein starke Zurückhaltung feststellen, und zu Beginn des offiziellen Verkehrs war eine gewisse Hnsicherheit vorhanden. Es lagen zwar vom Publikum kleine Kauforders vor doch überwogen wieder Verkaufsorders, die trotz ihres geringen Um= fanges das Kursnioeau um 0,25 bis 0,75 v. H., vereinzelt bis 1 o. H. senkten. Die Innen- und Außenpolitik, das Näherrücken des Wahltermins, die Un- sicherheit an den internationalen Kupfermärkten sowie die Tatsache, daß die Kontingentierungsverhandlungen mit dem Auslande noch keine weiteren Erfolge gehabt haben, wirkten in gewisser Hinsicht verstimmend, vor allem aber mahnten sie dieSpeku - lation zu stärkster Zurückhaltung. Die Einigung in den deutsch-italienischen Devisenverhandlungen, bessere Nachrichten aus der amerikanischen Wirtschaft, eine freundlichere Neuyorker Samstagbörse und die Belebung im mitteldeutschen Braun- kohlenreoier blieben ziemlich ohne Einfluß. Auch die gestrige Rede des Reichskanzlers, die von der Börse günstig ausgenommen wurde, konnte sich nicht stärker auswirken. Neben den Rückgängen waren vereinzelt auch kleine Besserungen festzustellen; so zogen Burbiag um 1 v. H. an, Siemens, Polyphon, Deutsche Erdöl, Klöckner und Oberkoks lagen bis 0,5 v. H. fester, Schubert & Salzer sowie Dortmunder Union konnten sogar je 2 o. H. gewinnen. Ziemlich schwach lagen Gelsenkirchen Wasser, die 2,5 o. H., Rheag, Deutsche Telefon und Kabel, Feldmühle, Zellstoff Waldhof und Metallgesellschaft, die 1 bis 2 v. H. und Kali Aschersleben, die 3 d. H. einbüßten. Deutsche Anleihen waren nicht einheitlich, doch überwiegend schwächer. Reichsschuldbuchforderungen stellten sich 0,25 v. H. niedriger, Stadtanleihen waren zwar zum Teil noch gefragt, doch schien in verschiedenen Pfandbriefen eher Realisatlonsneigung zu bestehen. Interesse zeigte sich für Vereinigte Stahlobligationen. Sronffurf knapp behauptet. Frankfurt a. M.. 17. Oft. (WTB. Drahtmeldung.) Nachdem bereits die Stimmung im Vorbörsenverkehr etwas unsicher gewesen war, setzte die Börse am Wochenbeginn etwas schwächer ein. Der Grund hierzu lag in innerpolitischen 5 ? r 6 bie Remisvartie sah üST1 2r k-1 dew Schachmeister gegen- E. Für die Mitglieder, die sich im Wettbewerb gegen ben Meister zum Teil ausgezeichnet be- ^en konnten, war die Veranstaltung sehr auf* h^ten sich zahlreiche Zuschauer eingefunden, die mit viel Aufmerksamkeit den Spielen folgten. Der Schachmeister hinterließ einen vorzüglichen Eindruck. Wettervoraussage. Obwohl von Südwesten her der Luftdruck weiter ansteigt und morgen auch bei uns fein Einfluß fühl- öar wird, ist trotzdem kein beständiges Hochdruckwetter zu erwarten. Durch die herrschende Westströmung wird Bewölkung zugeführt, in deren Beglei- tung noch leichtere Schauer, wenn auch vereinzelt, auftreten. Die weitere Entwicklung der Wetterlage an den nächsten Tagen läßt sich noch nicht übersehen. gab in seiner Festansprache einen Rückblick auf die hundertjährige Geschichte des Oberkonsisto- riums, wobei er u. a. sagte: Dis 1874 war die Organisationsarbeit zu leisten, Kirchenvorstände, Dekanatswesen, Predigerseminar, Katechismus und Gesangbuch. Rach 1848 auch die Vorbereitung einer Kirchenverfassung, die dem Laienelement einen Anteil am kirchlichen Leben gibt. Das sind die Arbeitsgebiete dieser Zeit. Die hessische Kirchenverfafsung von 1874 veränderte den Charakter des Oberkonsistoriums. Aus einer dem Ministerium des Innern unterstehenden Mittelbehörde wurde eine selbständige rein kirchliche Behörde, die dem Grotzherzog direkt unterstand und durch die er als oberster Landesbischof seine kirchlichen Rechte ausübte. Unter der Leitung des Oberkonsistoriums entwickelte sich das innere kirchliche Leben in erfreulicher Weise. Das Jahr 1918 bedingte einen völligen Reubau der Kirchenverfassung. Die Rechte des früheren Landesherrn gingen auf Landeskirchentag und Kirchenregierung über. Beiden verantwortlich ist die kirchliche Verwaltungsbehörde, das Landeskirchenamt, der eigentliche Rachfolger des alten Oberkonsistoriums. Seine Arbeit erfordert auch heute in besonderer Weise treue fleißige Gewissenhaftigkeit. Der heutige Tag läßt uns dankbar aufblicken zur Arbeit all derjenigen, die dem Amte mit ihrer Kraft gedient haben. Wir gedenken all derer, die nicht mehr sind, derer, die im Ruhestand leben, derer, die noch am Merke stehen. Ramens des Landeskirchentags grüße ich sie und danke ihnen für alles, was sie zum Wohle der evangelischen Landeskirche geleistet haben. Ich schließe mit dem Wunsch, daß es dem Landeskirchenamt auch in den gegenwärtigen schwierigen Zeiten niemals an Person- lichkeiten fehle, die den Dienst an unserer Landeskirche als besondere Ehre und Freude betrachten und sich darin in Treue bewähren. Prälat D. Dr. Dr. Diehl sprach darauf ein herzliches Dankeswort. Er sagte u. a.: Wir leben in einer Zeit, wo man loskommen will vom kollegialen System und von solchen Bindungen, die aus der Geschichte auf uns gekommen sind. Wir leben in einer Zeit des Rufes nach dein starken Mann. Ich kann diesen Ruf in der Politik verstehen. Aber ich möchte zum Ausdruck bringen, daß eine Landeskirche, die sich auf die deutsche Reformation gründet, die Bindungen nicht entbehren kann. Wir brauchen die Bindung an den Staat, selbst wenn sie sich mit der Zeit lockert. Wenn wir Kinder der deutschen Reformation sein wollen, müssen wir wissen, daß eine völlige Loslösung vom Staat in deutschen Landen nicht nur für die Kirche, sondern vor allem auch für den Staat katastrophal werden mühte. WirhabenimStaatfürden Staat zu arbeiten. An einem solchen Tag wie heute müssen wir anerkennen, daß das Oberfonfiftorium diesen Verpflichtungen nachgekommen ist. Anderseits müssen wir uns auch auf den Standpunkt stellen, daß die Bindungen an Landeskirchentag und Landcskirchenregierung bestehen bleiben müssen. Es ist mir eine Freude, bekennen zu dürfen, daß die Arbeit in der Kirche nicht nur gestellt ist aus die überlieferte Gröhe des Land'eskirchen- amtes, sondern auch auf die parlamentarische Größe der Kirchenregierung und des Landeskirchentages. Zwischen beiden besteht ein vertrauensvolles Verhältnis. Es ist das Größte und Höchste, daß Menschen in den verschiedenen Körperschaften sich zu solchem vertrauensvollen Zusammenarbeiten finden. Daß dieses immer so bleibt, ist mein Wunsch an diesem Tag. Der Glückwunsch der Sfaafsregierung. Namens der hessischen Staatsregierung hatte Staatspräsident Dr. Adelung folgendes Schreiben übersandt: „Am 15. Oktober d. I. sind 100 Jahre vergangen, seitdem das Oberkonsistorium, die Vorgängerin des heutigen Landeskirchenamtes, ins Leben trat. Die Bedeutung, die der Schaffung dieser zentralen Instanz für die evangelische Kirche in Hessen zukommt, ist für uns Heute unverkennbar. Aber auch schon vor 100 Jahren wußte man die Wichtigkeit der damals vorgenommenen kirchlichen Organisationsveränderungen richtig einzuschähen. So führte der erste Präsident des Oberkonsistoriums, Geheimer Staatsrat von Lehmann, in seiner Rede, mit der er die konstituierende Sitzung der neugeschaffenen Behörde am 15. Oktober 1832 eröffnete, aus, daß durch die kirchliche Gesetzgebung des Jahres 1832 „der Grund zu fortwährenden Verbesserungen sowohl in den inneren als äußeren Angelegenheiten der evangelischen Kirche gelegt" werde. Die Entwicklung der verflossenen hundert Jahre hat feiner klugen Voraussicht recht gegeben. Die gesetzlich geschaffenen Voraussetzungen für eine einheitliche Organisation der evangelischen Kirche in Hessen dienten der kirchlichen Zentralinstanz in zielbewußter Arbeit dazu, eine einheitliche, in sich gefestigte Kirche auszubauen, eine Kirche, die auch bei der im Laufe der ge» chichblichen Entwicklung fortschreitenden Loslösung vom Staat ihre Lebensfähigkeit bewiesen und behalten hat. Ereignissen, insbesondere wirkte der Brief Loe- bes an den Reichspräsidenten verstimmend. Die ALstrigen Reden des Reichskanzlers blieben ohne fühlbaren Einfluß, ebenso die günstigen Nachrich- ten aus der Wirtschaft der Vereinigten Staaten. Das Geschäft war wiederum nur gering, da sich öaS gjublifum der Börse fernhielt und auch die Kulisse keine Neuengagements einging. Im allgemeinen ergaben sich Abschwächungen von 0,50 bis 1 Prozent. Am Elektromarkt setzten AEG. 0,50 und Licht & Kraft 1 Proz. schwächer ein. Das Interesse der letzten Tage für Montanwerte hat nachgelassen, der Markt lag fast geschäftslos, und nur Stahlverein kamen mit minus 0,25 Proz. zur ersten Notiz. Die übrigen Papiere dieses Marftes taxierte man bis zu 1 Proz. niedriger. Don Schiff- fahrtswerten büßten Nordd. Lloyd 0,50 Prozent ein. Von Spezialwerten verloren IG. 0,50 Proz., Dt. Erdöl 0,75, Rütgerswerke und Contilinoleum bis zu 0,50 Prozent. Die übrigen Marktgebiete lagen vernachlässigt. ArnRentenrnarkt eröffneten Deutsche Anleihen bis zu 0,13 Prozent freundlicher. Späte Reichsschuldbuchforderungen blieben bet mäßig lebhaftem Geschäft nur knapp behauptet. Von 3nbu ftri eobliga tionen zogen Stahlverein- Bonds um 0,63 Prozent an. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 17. Okt. Auftrieb: 1538 Rin- 1 der; 427 Ochsen, 135 Bullen, 512 Kühe, 397 Färsen, 1 420 Kälber, 120 Schafe, 5115 Schweine. Es wurden 1 bezahlt: Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, jüngere ! 29 bis 32 Mk., ältere 25 bis 28, sonstige vollfleischige, jüngere 22 bis 24. Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 27 bis 29; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 23 bis 26. Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 24 bis 26, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 20 bis 23, fleischige 17 bis 19, gering genährte 14 bis 16. Färsen (Kalbinnen, Jungrinder): vollfleischige, aus- aemästete, höchsten Schlachtwerts 30 bis 32, voll- ' fleischte 26 bis 29, fleischige 22 bis 25. Kälbert beste Mast- und Saugkälber 40 bis 43, mittlere Maft- unb Saugkälber 36 bis 39, geringe Kälber 30 bis 35 Mk. Schafe: Mastlämmer, Weidemast 24 bis 26, mittlere Mastlämmer 20 bis 23, fleischiges Schafoieh 17 bis 19. Schweine: vollfleischige Schweine von zirka 240 bis 300 Pfd. Lebendgewicht 44 bis 47, vollfleischige Schweine von zirka 200 bis 240 Pfd. Lebendgewicht 42 bis 46, vollfleischige Schweine von zirka 160 bis 200 Pfd. Lebendgewicht 40 bis 46, ' fleischige Schweine von zirka 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 38 bis 41 Mark. Marktverlauf: Rin- der ruhig, Heberstand; Kälber und Schafe mittelmäßig, geräumt; Schweine schleppend, Heberstand. Einbrecher am Werk. Die Manufakturwarenhandlung von Herz Klip- stein zu Alten-Buseck wurde in der Nacht zum Sonntag zum zweitenmal innerhalb weniger Wochen von Einbrechern heimgesucht. Während beim erstenmal den Dieben außer einem wertvollen^ Radioapparat mehrere Ballen Anzugstoffe und sonstige Waren in die Hände fielen, blieb es diesmal nur bei einem Versuch. Die Diebe beabsichtigten, sich durch Ausbrechen eines Teiles der Seitenwand des Verkaufsraumes Eintritt zu verschaffen. Durch die entstehenden Geräusche wurden Nachbarsleute aufmerksam, während gleichzeitig der Hofhund Klipsteins durch anhaltendes Bellen alarmierte. Die gestörten Einbrecher flüchteten daraufhin durch das Troher Gäßchen und entkamen unerkannt. Ein durch die Gießener Kriminalpolizei eingesetzter Polizeihund nahm die Spur auf und verfolgte sie bis an eine Stelle außerhalb des Ortes, an der ein vermutlich den Dieben gehörendes Auto geparkt hatte. Während die Polizei noch mit diesem Falle beschäftigt war, wurde sie telephonisch nach Daub» ringen gerufen, wo in der gleichen Nacht ein Einbruch in die Verkaufsstelle des Konsumvereins verübt worden war. Dort fielen den Dieben einige Flaschen Kognak, eine Kiste Margarine und einige Stangen Limburger Käse in die Hände. Die Landeskriminalpolizeistelle Gießen nahm sofort die Ermittlungen auf.____________________________ flichf Hufpeitschung, sondern tiefer Schlaf gibt neue Kräfte« Darum: stets Kaffee Kag. Aromatisches über BLAU PUNKT Ein fabelhaftes Aroma haben wir jetzt immer im Hause, seitdem mein Herr diese BLAU PUNKT raucht! Frauchen hat sogar freiwillig den Rauchverzehrer verkauft! Man kann das verstehen; bei einer Zigarette wie die Blaupunkt will man den Rauch möglichst selbst verzehren. Das lange. dicke Format bringt aber auch einen Tabak zur Geltung, der eigene lieh mehr als 4 Pfg. kosten müßte Die Soldatenbilder und die Wertmarken, die dabei liegen. haben zwar mit dem Aroma nichts zu tun, aber immerhin — man soll heutzutage alles mitnehmen. 38laui9unht4Pf. mit und ohne {Mundstück WALDORF ASTORIA G • M • B • H G.A.-Spori. Gießener Schw.ntntocrctn gewinnt gegen Koblenz mit 12 : 2 Punkten. Der Wettkampf war ein voller Erfolg für die Gießener Schwimmer: gelang es ihnen doch, aus sämtlichen Rennen als Sieger hervorzugehen. Rur im Wasserballspiel erwiesen sich die Gegner überlegen. Die (Eröffnungstagen ft affel brachte gleich einen harten Kampf, der aber durch den guten Gießener Brustschwimmer für Gießen entschieden werden konnte. Ein nicht weniger interessantes Ereignis bot die große Bruftstaffel, in deren Verlauf die Führung mehrmals wechselte, um schließlich doch Gießen überlassen zu bleiben. Die Herrenjugendbruststaffel wurde überraschend durch den letzten Gießener gewonnen, während die Herrenfreistilstaffel über 3X6 Bahnen von vornherein für Gießen gewonnen war. Die Herrenbruftftatfel über 3X6 Bahnen war ein ziemlich ausgeglichener harter Kampf der zwei ersten Schwimmer, während der dritte Gießener seinen Gegner glatt schlagen tonnte. Das aufregende Rennen war die große Freistilstaffel, die schon zugunsten von Koblenz aus- zugehen schien. Bis zum achten Mann lagen, die Gießener stellenweise über eine halbe Bahn zurück. Die zahlreichen Zuschauer gerieten in Begeisterung, als Gießen immer mehr aufholte, um die Koblenzer kurz vor dem Ziel noch zu schlagen. Im Wasserball war die Gießener Mannschaft durchschnittlich schlechter als die Koblenzer. Außerdem versagte der Gießener Torwart vollkommen. Während die Schwimmer des GSD. in den staffeln diese guten Erfolge zeitigten, erwiesen sich die Damen den Marburgerinnen gegenüber durchaus nicht gewachsen und mußten sich in allen drei Staffeln geschlagen geben. Um auf die sportliche Höhe der Gegnerinnen zu kornmen, wird es noch eines harten eifrigen Trainings bedürfen. Zu erwähnen ist noch der Reigen der Gießener Mädchen, der mit lebhaftem Beifall quittiert wurde. Die Ergebnisse. Herrenlagen staffel (3X6 Dahnen): 1. Gießen (Schaum, Pascoe, A. Zimmer) 4:09,8; 2. Koblenz 4:20 Minuten. Herrenbrust staffel (10X3 Dahnen): 1. Gießen 6:56,8; 2. Koblenz 7:1,4 Minuten. Damenlagenstaffel (3X4 Bahnen): 1. Marburg 3:14,8; 2. Gießen 3:20 Minuten. Herrenjugendbruftstaffel (3X6 Bahnen): 1. Gießen (Roll, v. Dültzingslöwen, Sauten- fach) 4:56,6; 2. Koblenz 5:0,2 Minuten. Herrenfrei st il staffel (3X6 Bahnen): 1. Gießen (A. Zimmer, Schaum, Herbert) 3:55,8; 2. Koblenz 4:15 Minuten. Damenjugenddru st staffel (4X4 Bahnen): 1. Marburg 4:42; 2 Gießen 5:13,2 Minuten. Herre nbru ft staffel (3x6 Dahnen) • 1. Gießen (Hechler, Mewes, Pascoe) 4:33; 2 Koblenz 4:42,6 Minuten. Damenbrust staffel (6x3 Dahnen): 1. Marburg 5:4,4; 2. Gießen 5:8 Minuten. Herrenfreistil staffel (10x3 Dahnen): 1. Gießen 5:51,6; 2. Koblenz 5:54,6 Minuten. Wasserball: 11:2 für Koblenz. 3 Minuten kochen, nicht nur überbrühen ...In jedem Kathreiner-Körnchen steckt innen ein dicker kaffeebrauner Kern aus glitzerndem Rostmalzzucker — der Röstmalzkern, wie man sagt. Dieser Röstmalzzucker löst sich im Wasser auf, wenn der ,Kathreiner" richtig — volle 3 Minuten lang! — durchgekocht wird. Das gibt dann das Dolle, das Vollmundige, das sich so gut mit den andern feinbittern Aromastoffen des Kathreiner verbindet. Das gibt dann den guten Geschmack. 7334V Hausfrau en-Beratung * Gießen Oeffentliche Sonder-Veranstaltung DAS KIND Döbeln LS., den 15. Oktober 1932. 06032 in gesunden und krankenTagen Brikett-Dauerbrandofen Eintritt frei! 7178D Eintritt für Mitglieder 20 Pfennig, für Nichtmitglieder 30 Pfennig pro Person. Hausfrauen-Beratung und Verein für Frauen-Kultur, Gießen empfiehlt 7160A Edgar Borrmann / Eisenhandlung Keine und wie sind diese zu verwerten ? 7328 D guteLaune? DER VORSTAND. tigen Besuch gebeten. Schachenmayrs Bankgeschäft Herz & Co 7173 D a) C-Röhr.Co Eckst and vor der neuen Markthalle Kathreiners Malzkaffes bei- mit ^ingneir - &efrenkmün$en ... sie hat)en Vortrag des Herrn Oberarzt Dr. Frick, Kinderklinik Gießen; Das Kind u. seine Pflege. — Vorführung von Heilapparaten. Dann kommen Sie zu uns. - Für wenig Geld bekommen Sie gute Donnerstag, den 20. Oktober 1932. abends 8 Uhr, im Cafe Leib, Walltorstraße: Kochvorführung von Frau Johanna Kalbfleisch: Kinder nahrung mit Kostproben (Löffelchen bitte mitbringen). Ununterbrochener Dauerbrand während des Winters, bei nur 24stündiger Beschickung. 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Musik von Johann August Sixt mit Charlotte an der Helden als Bettina und Dr. Erich Fischer am Flügel. Eintritt für Mitglieder des Goethebnndes bis zu 2 Plätzen Eintritt frei geg. Einlösung des Gutscheines Nr. 3 bei Challier; für Verbandsmitglieder zu 90 Pf. geg. Einlösung des Gutsch.Nr. 3; für Mitglieder des Kaufmännischen Vereins und Ortsgewerbevereins Eintritt frei gegen Abgabe des Kontrollabschnittes Nr. 1 aus dem IHltglledsanswelsbeft des Kaufmännischen Vereins und Ortsgewerbevereins am Saaleingang; für Nichtmitglieder zu Mk. 1.50 bei Challier und Abendkasse; für Studenten gegen Ausweis zu 90 Pf. bei Sekretär Ritter, Universitäts-Gebäude. Alle Plätze sind unnumeriert. — Der Flügel wurde von der Firma Pianohaus Schönau in liebenswürdiger Weise zur Verfügung gestellt.7325D Deckbetten 130/180 59.30, 48.80,36.80, 29.30, 22 10 16.70 Kissen soao 22.45, 18.25, 13.45, 11.35, 7.85 5.60 Kapokmatratzen 86.-, 75.-, 65.-, 54.-, 43.50 39.50 WOLLE in allergrößter Auswahl im Soezial-Wollgeschäft Dille Haus Gegend Steinstraße bei groß. Anzahlung, wenn 3- o.4-Zimm.- Wohn, bald od. spät, frei wird. Schr. Angebote unt. 06057 an den «üicn. Anzeiger. [Verschiedenes | liecMzi gibt laufend billig ab H. Schäffner Schiffenberg.Weg40 Empfehle mich im Einschneiden von Weißkraut Frosch, Neustadt 13 Telefon 2674. loeow Weltwirtschaft und nationalerWirtschastsraum 'M, Sie jettt «uteT11 t, MSM 7336 D_________________ Schlosser-Werkstatt ges. Schr. Angeb. u. 06065 a.d.Gieß.Anz. Achtung! Achtung! Ein Waggon oeose la Tafeläpfel frisch cingetroffen. 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Hahn-DoppelfTinlß Kal. 16, rauchl., sof. z.verk.,evtl.g.Teilz. Schriftl. Ang. unt. 06055 a. d. G. A. Wer erteilt Untertertianer des Realgymnasiums Nach- Hilfe?Zuschriftenm. Preis unt. 7332D an den Gieß. Anzeiger. Jagdhund (Brauntiaer)aufden Namen Aiar hörend, entlaufen. Dorn Ä Co. Westanlage 31. l 7,37V OTDD DieseWocbe Beginn des 73ieD Tischtennis- Trainings in der Gnmnaii um «Turnhalle. Uebungsstun- den Dienstags und Freitags von 8"« ubr ab. Stadttheater Gieße|i. 73mD Dienstag, 18. Cft, 20—22 Ubr 3. Dienst. - Abonn. Gewöhnliche Preise Der 18. Oktober Schauspiel in3Akten von Walt.E.Schäfer Bei Katarrh, Husten Asthma trinkt man auch in veralteten Fällen d. auffalld. schleimlös. Kemnl • Asthma • Tee. Zu haben in allen Apotheken, bestimmt Pelikan-Apotheke, Kreuzvlab. 7322V Husten? dann Wörishofer Brust- und Hustentee Heilkräut.v20Pf.ab Hustensaft MM1 Hustenkandis u. a. Kräuterhaus Jung er=- das Fachgeschäft in der Schulstraße 1=2 Student sucht f. sof. möbliert Zimmer evtl. m. voll. 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