VEködlEtz 323403 349107 129471 145295 169503 203085 245166 260516 132137 149102 170541 217635 248274 269863 126206 138799 165716 200000 242075 258327 287572 328013 362326 liebem 305878 306295 . 346793 354601 375353 392654 2 Prämien zu men zu je 3000, 2 @e» ! 300000, 2 ju je 200000, 75000, 8 ju je 50000, 10C00, 892 zu je 5000, e 2000,4872 811 je 1000, jt 400 HU 331630 348144 386467 03 5528 34107 38648 5438 57303 61231 61577 9749 74145 8512489804 100148 105748 112700 139 19749 23784 26236 3237 79631 8359683705 J13426 116697 117853 207647 209431 216271 249850 265941 274389 305904 322961 —” gezogen 10667 568 52838 z ? 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Btilagen: Di« Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 180 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt, üernsprechanschliisse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Sieben. Postscheckkonto: Hrankfurl am Main 11686. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drud und Verlag: vrühl'sche Univer7uat§-Vuch- und Steinörudcrei R. Lange in Stehen. 5christleitung und Geschäftsstelle: ZchulNrahe 7. Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig: für Ne» Klameanzcigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20u , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Cange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Biehen. preußische Regierungsbildung Ende dieser Woche? Berlin, 16. August. (VDZ.) 3n unterrichteten parlamentarischen Kreisen wird dem Nachrichtenbüro des VDZ. erklärt, daß man vermutlich Ende dieser Woche über die Neubildung der preußischen Regierung bereits klarer sehen könne. Man ist in diesen parlamentarischen Kreisen o p l i m i st i s ch in bezug auf das Zustandekommen von Regierungsbildungsverhandlungen zwischen den Rationalsozialisten und dem Zentrum, vis vor den Reichstagswahlen hätten solche Verhandlungen immer unter der besonderen Schwierigkeit gestanden, dah das Zentrum nicht geneigt schien, den Nationalsozialisten die Position des preußischen Ministerpräsidenten ju- zugestchcn. Für diese Haltung des Zentrums sei nicht bis zuletzt bestimmend gewesen, dah in einem solchen Falle die Nationalsozialisten d i e Mehrheit im D r e i m ä n n e r k o 11 e g i u m erhalten würden und dann jederzeit in der Lage wären, den Landtag auszulösen. Jetzt hört man in maßgebenden Zentrumskreisen, daß an der Frage des Dreimännerkollegiums jedenfalls nicht die Regierungsverhandlungen als solche dauernd scheitern dürsten. Unabhängig davon, wie der Ausgang solcher Verhandlungen sein werde, könne man nach dem Ergebnis der Reichstagswahlen annehmen, dah die nationalsozialistische Mehrheit im Dreimännerkolle g i u m nicht mehr so entschieden für eine baldige Wiederauflösung des Parlaments eintreten würde. Ob die zu erwartenden Regierungsverhandlungen einen positiven Ausgang nehmen, vermöge jetzt noch niemand zu sagen. Der versuch ihrer Durchführung müsse von verantwortlichen Politikern sofort unternommen werden. Aus dieser Meinung scheint sich zu ergeben, daß das Zentrum jetzt geneigter ist, den Rational- so ; ialisten die Position des preußischen Ministerpräsidenten zuzugestehen. 3n diesem Falle würde das Zentrum wahrscheinlich wert darauf legen, den preußischen Innenminister, vielleicht in der Person des jetzigen stellvertretenden Reichskommissars Dr. B r a ch t, zu stellen. Der Preußische Landtag, dessen Einberufung für die nächste Woche bevor- stchen dürste, könnte bei einem positiven Verlauf der erwähnten Verhandlungen bereits in.diesem Sihungsabschnitt die Wahl des Ministerpräsidenten auf die Tagesordnung fetzen. Denn nach einer etwaigen grundsätzlichen Einigung zwischen den beiden maßgebenden Parteien ließe sich die Regierungsbildung ohne Mühe innerhalb von 48 Stunden durchführen. Landtagspräsident fterrl hat übrigens sämtliche Pressekarten zum 30. September d. 3. für ungültig erklärt. Für die Erneuerung der Karten sind einschränkende Bestimmungen vorgesehen und die Erklärung, für welche politische Partei ausschließlich oder vorwiegend berichtet werden soll. Dis ORVp. für Popen. Berlin, 16. August. (BDI.) Die deutsch- nationale Fraktion des Preußischen Landtags hielt heute eine Sitzung ab, über die von der Fraktion folgender Bericht herausgegeben wird: „Der Fraktionsvorsitzende erstattete einen eingehenden Bericht über die polnische Lage. Einst i m m i g wurde zugestimmt, dah die Reichs- regierung unter ft ü t werden müsse, wenn sie jetzt im Reich und in Preuhen nach dem Zusammenbruch des parlamentarischen Systems und nachdem sich die NSDAP, der Mitarbeit versagt, als wirkliches Präsidialkabinett unabhängig oon den Parlamenten regieren will. Die deutschnationale Landtagsfraktion erwartet, daß in Preußen durch den Rcichskommis- f a r ein ordnungsmäßiges, mit nationalen Fachleuten besetztes Äabinctt gebildet wird. Sic erwartet weiter, daß die von der früheren preußischen Regierung lediglich aus parteipolitischen Beweggründen crnannte'n und beförderten Beamten weiter von ihren Aemtern beschleunigt entfernt und durch jugendstarke nationale Männer ergänzt werden, damit die nach 13jähriger schwarz-roter Mißwirtschaft notwendigen kulturellen und wirtschaftlichen Gesundungsmaßnahmen endlich durchgesührt werden können. Die Verordnung des Reichskommissars über die Zusammenlegung von Kreisen und Amtsgerichtsbezirken wurde einmütig als völlig verfehlt bezeichnet. Scharfe Worte der OAVp. gegen die ASOAp. Berlin, 16. Qlug. ($11.) Unter der Heber, schrift „Ritterlich?" veröffentlicht die DRDP. folgende Erklärung: „Der Reichs. Präsident hat die jetzige Reichsregie rung ohne Fühlungnahme mit den Parteien und ohne Stabschef Röhm und Gruppenführer München, 16. Qlug. (ERL.) 3m „Völkischen Beobachter" veröffentlicht Stabschef R ö h m einen Aufruf an d i e S A.» uni) 6 S.-M ä n - ner. Darin heißt es u. a.: Der Führer hat am 13. August ein Ansinnen, das hinzunehmen ihm Volk und Würde und die Anerkennung eurer Kämpfe und Opfer verbieten, zurück» gewiesen. Der weitere Weg ist damit vorgezeichnet. Politische Einsichten dämmern langsam. Die Macht der Verhältnisse wird jedoch das Tempo beschleunigen. Die Fronten stehen klar: hier NSDAP., dort alle übrigen Parteien und verbände. Wir kämpfen allein, und diese stolze Erkenntnis tann unseren Kampsesmut nur stärken. Roch entschlossener wird unser Wille, unsere Bedingungen werden härter, da Einsätze und Opfer sich erhöhen. 3n berechtigter Abwehr der marxistischen Bluttaten ist in einigen besonders bedrohten und heimgefuchten Gebieten scharfe Rotwehr und Vergeltung erfolgt. Ich sehe es als eine Ehrenpflicht an, den Rlännem, die in Ausübung ihres Rotwehrrechts gehandelt und dauernd unter Verfolgung und Strafe ge- stellt wurden, in jeglicher Weise beizustehen. Für die SA. und SS. tritt nunmehr eine kurze Kampfpause ein. Einige organisatorische Maßnahmen werden in dieser Zeit durchgesührt. Rach dieser wohlverdienten Ruhe stehen auf neuen Befehl SA. und SS. wieder ausgeruht und neu gestärkt auf ihrem Platz, bereit für die Ausgabe, die ihnen Vorbehalten und die ihr unveräußerliches Recht ist. * Der Berliner SA. -Führer Graf Hell- dorf veröffentlicht im „Angriff" folgenden Grup - deren Mitwirkung gebildet. Ebenso ist bc'annt und steht fest, daß er bei seinem Entschluß, Herrn Hitler nicht die Machtvollkommenheit eines Mussolini zuzuerkennen, die Herr Hitler bei feiner Unterredung mit dem Reichs. Präsidenten verlangt hat, von niemanden beraten oder beeinflußt worden ist. Trotzdem bringt es der „Angriff, für den Herr Dr. Goebbels verantwortlich zeichnet, in seiner Rr. 164 vom 15. August fertig, den Entsch uß des Reichspräsidenten, den er bei feinem Alter „nicht verantwortlich machen will", auf eine Einbläserei „gewissenloser Intriganten aus dem Hugenberglager zurückzuführen". Die Erklärung skizziert die entsprechenden Stellen aus dem „An- griff wörtlich und fährt fort: „Politischer Anstand und politisches Reinlichkeitsgefühl sollten eine Kampfesweise, wie fite Dem glorreichen System von 1918 eigen ist, auch dann unmög- l i ch machen, wenn die Wu t über eine Po- Iitische Schlappe die Feder führt. Ein natürliches Gefühl der Selbstachtung verhindert uns, auf diese Explosion Parteip o l i t i f d> en Hasses, die eine nationale Schande ist, einzugehen. Die Mahnung des Reichspräsidenten an Hitler, „die von ihm angekündigte Opposition der RSDAP. ritterlich" zu führen und seiner Verantwortung vor dem Vaterland und vor dem deutschen Volke bewußt zu bleiben, „scheint für Teile I der RSDAP. nur zu berechtigt zu fein.“ Graf Helldorf an ihre Kameraden. penbesehl an die SA.: „Die Verhandlungen zwischen dem Führer und dem Reichspräsidenten sind abgebrochen worden. In völliger Verkennung der tatsächlichen Machtverhältnisse in Deutschland glaubte der Reichspräsident, dem Führer eine Beteiligung an dem bürgerlichen Kabinett Papen Schleicher an- bicten zu können. Die selbstverständliche Forderung des Führers heißt: volle Macht und damit volle Verantwortung für die NSDAP.' Die innerpolitische Entscheidung, die wir SA. Männer in diesen Tagen erwarteten, ist damit für kurze Zeit hinausgeschoben worden. Ich verstehe wohl, Kameraden, daß ihr alle, die ihr mit Ungeduld auf d i e Entscheidung gewartet habt, jede weitere Verzögerung schwer ertragt. Auf der anderen Seite verlange ich von euch nationalsozialistischen Kämpfern die Einsicht, daß die SA. nur dazu geschaffen ist, die Politik des Führers zu unterstützen. Eigene politische Wünsche haben zurückzustehen. An den großen revolutionären Aufgaben, die ihr zu erfüllen haben werdet, hat sich nichts geändert. Lediglich der Zeitwinkt ist verschoben worden, und ich nehme an, daß bereits in den nächsten Wochen die politischen Voraussetzungen für die Machtübernahme durch die NSDAP, gefchaffen fein werden. Allen Einwendungen gegenüber gibt es nur eine Antwort: Wir sind Soldaten der NSDAP, und haben dem Führer zu gehorchen. Bis zum 28. d. M. ist der S A. weitgehend Urlaub zu gewähren. Ab 28. d. M. tritt Ur» laubssperre ein. Aufrufe au die SA. und SS. Landnöten. Ein Kanal ist gebaut worden, ein Naturfluß wurde durch Ausbaggerung, Einbau von Schleusen und Einfassung und Befestigung der Ufer schiffbar gemacht. Dieser Kanal geht uns sehr viel an. Er liegt im ehemaligen deutschen Elsaß- ß o 11) r i n g e n; er ist vom armen Deutschland dem reichen Frankreich geschenkt worden, denn deutsche Firmen haben in dieses Friedenswerk die Arbeit ihrer Ingenieure und Wasserstraßenbau-Sachoer- ftänbigen gesteckt, haben deutsche Arbeiter an den zu kanalisierenden M o s e l t e i l zwischen den Städten und Festungen M e tz und Dicden- Hofen geschickt, und alle sind von der Reichsregie, rung entlohnt worden. Dieser Kanal wurde nämlich, nachdem Jahre vergangen sind, in denen immer wieder die Folgen des Weltkrieges angeblich bereinigt worden sind, auf Repara.tionskonlo geliefert. Und die deutsche Qualitätsarbeit, die da geleistet worden ist, empfing ihre letzte Weihe durch den französischen Staatspräsidenten Lebrun, durch den Ministerpräsidenten S) c r r i o t und durch den Minister für Qefsentliche Arbeiten D a l a d i e r. Wir haben nichts darüber gelesen, daß man so courtoisievoll gewesen wäre, wenigstens vor Deutschland die Reverenz zu machen, wie das unter höflichen Leuten üblich ist. Den Franzosen haftet doch in der ganzen Welt ein Geruch besonderen weltmännischen Gehabens an. Nein, der deutsche Botschafter war zur Eröffnung des Kanals nicht eingeladen. Frankreich, das durch den Krieg und feine Folgeerscheinungen so vervollkommnet wurde, daß es heute einen von Deutschen aufgebauten Streifen der „zerstörten Gebiete" besitzt, wie er in der ganzen Welt in bezust auf Hygiene und Zweckmäßigkeit seinesgleichen sucht, Frankreich, das so repariert wurde, daß es in seinem Gold erstickt, Frankreich, das es durch seine vernunftwidrige Sicherheitspolitik endlich so weit gebracht hat, daß die natürlichen Handelsbeziehungen der Volker zerstört wurden und als Folge einer 35-Millionen-Arbeitsiosenarmee in allen Zentren des Erdballs hungert und eine stete Gefahr für dos soziale Fundament der gegenwärtigen Geselljchastsordung bildet, dieses Frankreich hak wieder ein Stück deutscher Arbeit und deutschen Fleißes in Besitz genommen und entbindet sich nicht, unsere verständlichen Gesühle durch seine Staatsmänner ironisieren zu lassen. Denn, ist es vielleicht keine Ironie, wenn Herr Lebrun meint, die Fertigstellung dieses Kanals fei „im Sinne einer Wiederannäherung der Volker" erfolgt; wenn Herriot, der ewige Maire aus Lyon, in feiner spießerhaften Art und in seinem Dünkel sagt, diese von Deutschland erpreßte Arbeit, die kanalisierte Mosel, sei „ein Weg des Friedens", ist es vielleicht keine Ironie, wenn der Minister für Qefsentliche Arbeiten, Data- d i e r, sich dazu versteigt, zu jagen, „nichts sei wünschenswerter, als eine loyale Zusammenarbeit zwischen dem deutschen und französischen Volke zu erreichen". Wir konnten mit Bitterkeit und Sarkasmus diese Wortfetzen zerpflücken. Wir konnten sagen, daß es den Franzosen so passe, wenn die Deut; scheu weiterhin bei ihnen fronten und sie selber „Fettlebe" machen dürfen, während das Ganze unter dem Stichwort „loyale Zusammenarbeit" von amtlichen Sonntagsschwätzern geht. Nein! So geht es nicht! Schluß mit jeder A r t von ‘Hepar a t i o n e n! Endgültig und schnell! 3m Strafvollzug des deutschen Rechtes gibt es eine Etrafart, die weder als entehrend gilt, noch für den also Bestraften besondere Unannehmlichkeiten mit sich bringt. Wer früher einmal wegen Teilnahme an einem Zweikampf verurteilt wurde, wer aus Ueberzeugungsgründen heraus ein politisches Vergehen oder Verbrechen begeht, hatte bei der Verurteilung nach den Bestimmungen des Reichsstrafgesetzbuches immerhin, die Chance, zu einer mehr oder minder langen Festungshaft verdonnert zu werden. 3in Rahmen der jüngsten Rotverordnung ist diese verhältnismäßig leicht zu ertragende Strafe erheblich verschärft worden; für die politischen Häftlinge bedeuten die neuen Bestimmungen eine Erschwerung der Festungshaft, wie man sie wohl nie erwartet hat. Sechs Monate ober selbst drei Jahre Festungshaft waren immer verhältnismäßig gut von den Delinquenten zu ertragen. Aus militärischen Ueberlieferungen ist diese Strafe entstanden, deswegen wurde sie auch tatsächlich meist in ehemaligen deutschen Festungen vollstreckt. Während das Gefängnis und das Zuchthaus nur die festver- schlossene Zelle kennt, ging es in der Festung etwas freier zu. Dcr Raum des Häftlings wurde tagsüber nicht verschlossen, der Festungsgefangene konnte ein- und ausgehen, wie er wollte, und wenn es ihm beliebte, einen Ausflug in die Stadt oder noch weiter zu machen, so genügte eine kurze Rücksprache mit dem Festungskomman- danten, um auch das Tor zu diesem ritterlichen Gefängnis zu offnen. Heber seine Verpflegung bestimmte der Festungsgefangene — allerdings nach Maßgabe der ihm zur Verfügung stehenden Mittel — selbständig, während der kriminelle Gefangene sich auch in dieser Angelegenheit streng in die Ordnung der Strafanstalt einzufügen hat. Riemand zwang den Insassen der Festung eine bestimmte Kleidung auf, die so diffamierend wirkt wie die Tracht des Strafgefangenen. Auch wie sich die Festungsgefangenen ihre Zeit vertrieben, blieb ihnen allem überlassen: sie konnten nach Lust und Laune einen Dauerskat dreschen, konnten lesen oder schreiben, konnten Schach spielen. De- suche durften sie empfangen, ohne daß eine einschränkende Hausordnung ihnen dabei wie in der Strafanstalt zeitliche Abstände vorschrieb. In Zukunft wird das anders sein. Die Mißbräuche, die sich beispielsweise im Falle des Leutnants Scheringer in der Festung Gollnow besonders klar nachweisen ließen, führten mit Recht zu der Ansicht, daß bei dieser Art von Vollstreckung von einer Strafe nicht mehr zu reden fei. Das so überaus freizügig gewährte Staatsquartier konnte sogar — und das haben die Kommunisten oft genug gründlich besorgt — zu politischer Agitation benutzt werden. Die neuen Vorschriften fassen auch den Festungsgefangenen erheblich härter an, verwehren ihm den freien Ausgang ohne Aufsicht, schließen ihn auf mindestens sechs Stunden täglich in der Zelle ein und führen sogar einen gewissen Zwang zur Selbstbeschäftigung herbei. Unter diesen Umständen wird sich fortan keiner mehr nach der Festungshaft sehnen, und das kann bei der Bekämpfung des Terrors vielleicht auch von Ruhen sein. Der Führer des Freistaates Irland De Valero., der in der jüngsten Zeit schon so viel von sich reden machte, hat in seinem Kampf qeqcn England ein neues Mittel ersonnen, um den Mutterstaat zu treffen. Sein Bestreben geht schon längere Zeit dahin, den Tre u e i d g e- gen England abzuschaffen, damit Irland völ. lig frei und selbständig arbeiten könne. Weil das irische Parlament, der Senat, aus wohlver- stündlichen Gründen mit der Erledigung der ent- sprechenden Gesetzesvorlage bisher zögerte, will De Balera eine Strafaktion durchfuhren, und die kann seiner Meinung nach nur darin bestehen, daß er durch Gesetz den irische nSenat kurzer - Hand abschafst. Rach den ersten Äußerungen von Regierungsmitgliedem scheint es tatsächlich so. als ob das offizielle Irland sich dem Entschluß D e Da leras zu fügen gedenkt. Aber gerade daraus läßt sich schließen, daß der Hieb wohl nicht so sehr gegen den irischen Staat gerichtet * ist, sondern vielmehr den Zweck hat, die Radel- stichpolitik gegen England fortzusetzen. Kein Parlament der Welt würde es sich so einfach gefallen lassen, daß eine so wichtige Staats- einrichtung wie der Senat durch Beschluß kassiert wird. Wenn ausgerechnet in Irland bei einer derartigen Androhung alles still bleibt, dann hat das seine tieferen Gründe. D e Dalera , der Exponent des irischen Freiheitswillens, läßt fein Mittel unversucht, um sein L aa n d dem britischen Imperiums zu entreißen. Daß ihm selbst die Parlamentarier dabei Hilfestellung leisten, ist ein Beweis dafür, wie stark der revolutionäre Wille des Landes ist. Arbeitsbeginn im neuen Reichstag. Berlin, 16. Qlug. (DDZ.) Wie das Rachrich- tenbureau des BDZ. meldet, werden noch in dieser Woche die parlamentarischen Arbeiten im neuen Reichstag ausgenommen. So hat die sozialdemokratische Fraktion des neuen Reichstags ihre erste Fraktions- sihung für Freitag, 19. August, einberufen. Auf der Tagesordnung stehen die Besprechung der politischen Lage, sowie die Beratung der im Reichstag einzubringenden Anträge und Gesetzentwürfe, deren wesentlichen Inhalt wir bereits gemeldet haben. Am Samstag findet eine Fraktionsfuh- rerbesprechung statt, in der über die notwendige technische älmorganifation im neuen Reichstag verhandelt wird. Dabei kommt es in erster Linie auf die Aenderung der Platzverteilung, auf die Reuregelung der Arbeitsräume für die in völlig veränderter Stärke wiederkehrenden Fraktionen und auf ähnliche Dinge an. Das Büro des Reickstags hat eine Vorlage ausgearbeitet, die als Beratungsgrundlage dient. Heber den Termin der ersten Plenar f i t - zung des Reichstags ist amt'ich noch nichts bekannt, doch dürfte es hierfür beim 3 0. August bleiben. Wettwirtschaftskonferenz erst Mitte November? London, 16. Aug. (WTB.) Die Weltwirt schastskonferenz soll, einer Meldung des „Daily Telegraph" zufolge, erst nach den amerikanischen Präsidentschaftswahlen Mitte November stattfinden. In politischen Kreisen Washingtons habe man darauf hingewiesen, daß es schwierig wäre, eine amerikanische Delegation am Vorabend der Wahlen zu ernennen. Den Vorsitz auf der Weltwirtschastskonserenz soll übrigens, wie das gleiche Blatt zu berichten weiß, Ramfay Macdonald führen. Dor neuen Verhaftungen in Spanien. Paris, 16. Aug. (WTB.) Havas berichtet ausMadrid , daß laut Verordnung im Staatsanzeiger Generalleutnant Darrera, der ehemalige Generalkapitän von Katalonien, aufgefpr» dort wurde, sich innerhalb von acht Tagen i m Kriegsministerium z u melden. Generalleutnant Barrera, der als Kriegsminister der Gegenregierung Sanjurjo ernannt worden war, ist seit Mittwoch aus Barcelona verschwunden. Auch der Brigadegeneral Miguel Ponte ist auf dem gleichen Weg aufgefordert worden, sich zu melden. Die Polizei nimmt weitere Verhaftungen vor. So wurde u. a. in Sau Sebastian der Herzog Grimaldi festgenommen. Zentrum und ASÄAP. im Stellungskamps dern die Uebergabe der Wechsel in der Reichspressestelle in Major Marcks. Amerika besteht aus der Kriegsschutdenzahtung mit Dementis der NSDAP. zumVerantwortlich für Politik: I. V.: Ernst Blumschein. der Be- gierungsgewalt in gefordert. Neunzehn Jahre später ließ Napoleon den General Pichegru zur Nachtzeit ins Gefängnis werfen. Dr. von Kaufmann. Der neue Reichspreffechef. Major Erich M a r ck s ist am 6. Juni 1891 Schöneberg, Kreis Teltow, geboren. Vor feinem Eintritt in das Feldartillerie-Regiment Nr. 76 in Freiburg (Breisgau) als Einjährig-Freiwilliger am 1. Oktober 1910 hat er zwei Jahre an der Universität Freiburg im Breisgau studiert. 1914 und 1915 war er beim Reserve-Feldartillerie-Regiment 17 als Abteilungs- und Regimentsadjutant. 1915 wunde er Oberleutnant und 1916 zum Generalstab kommandiert. Zum Major wurde er am 1. Dezember 1929 Washington, 16.Aug. (TLl.) Hohe Beamte des Schatzamtes erklärten, die Regierung der Bereinigten Staaten erwarte, daß die Schuldnerlänb'er die am 15. Dezember d. 3. fälligen Kriegsschuldenraten an Amerika bezahlen. Die Regierung der Bereinigten Staaten sei nicht in der Stimmung, weitere Anträge auf Zahlungsaufschub zu berücksichtigen. Sie erwarte daher, daß keine derartigen Anträge gestellt würden. Das Schatzamt lasse sich durch die große Stimmungsmache für eine Kriegsschulden- streichung nicht beeinflussen. Die amerikanische Regierung sei davon unterrichtet, daß f a st alle Schuldnerländer die nächste Jahreszahlung lei st en können. Sollte jedoch trotzdem eine Schuldnernation Zahlungs- erleichtervng beantragen, so würde der Antrag individuell geprüft werden. Durch eine solche Politik würde selbsttätig einer Einheitsfront von europäischen Schuldnern ein Hindernis entgegengesetzt. Die hohen Beamten betonten, daß die arneri- habe aus dem Munde des Reichskanzlers bereits erfahren, daß seine Bedingungen von vornherein schon durch den Reichspräsidenten abgelehnt wären. Damit habe für ihn um so weniger ein Anlaß zu diesem Besuch bestanden, als er sich ja nicht den Herren in Berlin irgendwie aufzudrängen versucht habe. Daß er dennoch zumReichspräsidenten kam, sei nur der dem Minister Frick seitens des Staatssekretärs der Reichskanzlei neuerdings übermittelten telephonischen Erklärung zuzuschreiben, daß ein solcher Beschluß des Reichspräsidenten noch nicht gefaßt sei. Weiter bejahte Hitler die Frage, daß er darauf verzichtet hätte, Hindenburg gegenüber seinen Standpunkt zu vertreten, den er dem verantwortlichen politischen Leiter bereits vorgetragen hätte. preußischer Landtag am 25. August? Berlin, 16. Aug. (CNB.) Wie wir von unterrichteter Seite hören, sind Bestrebungen im Gange, den Preußischen Landtag für Donnerstag, den 25. August, zusammenzuberufen. Landtagspräsident K e r r l soll auch bereits seine Zustimmung gegeben haben. neuen Koalitionsbemühungen keine besonders günstige Prognose stellen. Was aber steht sonst noch im Hintergründe? Der Berliner SA.-Führer Graf H e l l d o r f sagt in einem Appell an seine Leute, daß in wenigen Wochen die Voraussetzungen zur Llebernahme der Macht gegeben sein würden. Es ist wohl nicht anzunehmen, baß diese Behauptung im Zusammenhang Koalitionserwägungen steht. Hitler über feinen Besuch bei Hindenburg. Essen, 16. Aug. (ERD.) 3n dem auszugsweise bereits wiedergegebenen 3 n t e r v i e w Hitleps für die „Rheinisch-Westfälische Zeitung" hatte zu Beginn der Unterredung ber Berichterstatter die Frage aufgeworfen: „3st es richtig, daß Sie auf Grund der Unterredung mit Reichskanzler v. Papen nicht zum Reichspräsidenten gehen wollten? Warum ließen Sie sich dann doch bewegen, der Bitte Hindenburgs nachzukommen?" Auf diese Frage erklärte Hitler u. a., er den sind. Für Kriegsanleihestücke im Gesamtbetrag von lediglich 48 Mill. Pfund (2,3 v. H.) ist um Bar- vergütuna bis zum 1. Dezember ds. Js. nachgesucht worden, für die übrigen 9,1 v. S). waren bis zum' Eine jugendliche Polarforscherin. Eine Russin, 3rina Rusinowa, die mit ihren 30 3ahren bereits ein „Veteran" in der Arktis ist, will als einzige Frau unter 65 Männern an einer gefährlichen Polarexpedition teilnehmen, um eine nördliche Fahrstraße von Archangel nach Wladiwostok zu suchen. Die Expedition, die demnächst Archangelsk an Bord des russischen Eisbrechers „Sibiriakow" mit 35 Mann Bemannung und 30 Gelehrten verläßt, hofft, eine Rord-Ost- Passage vom Atlantischen zum Stillen Ozean zu finden. Dieser Weg ist schon dreimal zurückgelegt worden — hat aber jedesmal 2 bis 3 3ahre in Anspruch genommen. Run soll er in einem 3ahre bewältigt werden. 3rina Rusinowa ist übrigens die erste Frau, die drahtlos geheiratet hat. Mit 21 3ahren war sie als einziges weibliches Wesen unter den neun Männern auf der Polar-Station von Rova Semlja. Mitten im arktischen Winter verlobte sie sich mit einem der Gelehrten Alexander Zakharevsky. Auf einer 3n- sel, Hunderte von Meilen entfernt von jedem Standesamt, sollten sie nun nach dem Sowjet- geseh verheiratet werden. Sie setzten sich in Verbindung mit der Radiostation in Archangelsk, damit die Ehezeremonie vom dortigen „Heiratsbüro" vorgenommen würde. Die nötigen Fragen wurden also gefunkt — und auf demselben Wege wurde dem Paare mitgeteilt, daß die Che gültig vollzogen war. Leider hat diese Heirat wenige 3ahre später mit einer Scheidung geendet. 3hre erste Erfahrung in der Erforschung der Arktis hat 3rina Rusinowa schon mit 20 3ahren gemacht. Sie lebte damals ganz allein auf Rovaja Scmlja, um metereologische Beobachtungen aufzunehmen. Es kam oft vor, daß sie ihre Hütte uur auf allen Bieren kriechend verlassen konnte. Aber wie furchtbar die Stürme auch wüteten, sre hat ihre meterologischen Beobachtungen in bestimmten Zeiträumen niemals versäumt. „Oftmals bin ich," erzählt sie nach ihrer Rückkehr, „stundenlang wie blind um meine Hütte umher- aetappt, ohne sie erreichen zu können: oder ich lag stundenlang im Schnee, um das Rachlassen des Sturmes abzuwarten. Meine Beobachtungen muhte ich auf Holzbrettern verzeichnen, denn Papier wäre mir vom Sturm aus der Hand gerissen worden. Gesicht und Hände waren mir erfroren." Kadettdonapar le will hoch hinaus Don Peter Peppermint. „Da ist er ja!" „Wo denn nur?" „Voilä — unter dem Ballon! Jetzt legt er die Hand an die Gondel!" „Ihr Kadetten dürft nicht so drängen! Wir lassen euch ja doch vortreten, denn wir können über euch hinwegfehen." „Pardon, Monsieur — aber uns interessiert Fran- xois Blancharb besonders!" „Ah — jetzt kommt der Engländer! Der Passagier, der mitfliegen will!" „Oh lala, Kadett, treten Sie wieder von meinem Fuß herunter! Mein Hühnerauge möchte aus was sehen!" „Vive Blanchard!" Und Tausende schrien am 26. Juli 1785 mit, weil sie stolz auf ihren Landsmann Blanchard waren, der seinen verbesserten Luftballon bei Paris oor- sühren wollte. Ein ganzes Dutzend Kadetten der Kriegsschule hatte sich bis an die Absperrung vorgedrängt. „Die Bürschchen nehmen keine Rücksicht —" „Sprechen Sie nicht von Bürschchen, Monsieur. Die jungen Herren haben die Pflicht, sich um die Luftschiffahrt zu kümmern — man kann nicht wissen, wozu das gut ist und was daraus mal werden wird!" „Sie find Fortschrittler, Monsieur?" „Das will nichts sagen — aber sehen Sie dort diesen schmächtigen, blassen Jungen unter den Kadetten?" „Seine Augen hängen an der gelben Kugel — sie glänzen fieberhaft —" „Ein solcher Jüngling ist vielleicht zum Offizier zu schwächlich. Er wird im Krieg versagen." Der, über den man sprach, wurde von seinen Kameraden gehänselt. „Du siehst gerade aus, Bonaparte, als wolltest du mit der Gondel in den Himmel fliegen!" „Kamerad Napoleon hält nicht ruhig in der Gondel — der fällt bald über Bord!" „Laßt mich, Kameraden! Gäb was darum mitfliegen zu können!" „Sag's doch Monsieur Blanchard, Napoleon'" „Nutzt nichts. Kostet Geld. Der Engländer hat zweihundert Livres zahlen müssen, um mitfliegen zu dürfen." sprechen nicht gehalten, ist unwahr. Ebenso unwahr ist die bereits wiederholt zurückgewiesene Behauptung, der Führer der NSDAP, habe bei den Regierungsverhandlungen in Berlin nicht nur die Führung der Reichsregierung, son- gesamten Re- vollem Umfange „Haha, das Geld hast du allerdings nicht." Ein Weiterer hinter ihm hatte zugehört. „Sie hätten Mut? Wie alt find Sie, wenn ich fragen darf?" M wurde geboren, als mein Vaterland starb, Monsieur. Tränen der Verzweiflung, Wehklagen der Unterdrückten umgaben meine Wiege in der Stunde meiner Geburt!" „Aha, ein junger Patriot!" Wieder schrien tausend Kehlen: „Vive Blanchard!“ Die Kadetten lärmten am lautesten. Der junge Napoleon Bonaparte aber schwieg. Erst nach langer Pause sagte er zum Nachbar: „Pierre, ich habe nur. sieben Livres in der Tasche. Wollte, ich hätte 200!" „Um den Rotkopf von Engländer auszustechen? Laß dich doch als Ballast mitnehmen!" „Dazu ist er zu leicht!" „Hört auf mit eurem Geschwätz, Kameraden! Ich will nun einmal gern mit nach da oben fahren!" „Er will überall höher hinaus!" Das Gesumme der Menge verstummte fast plötzlich. Denn der Engländer, der neben Blanchard stand, deutete auf die Wolken, die langsam aufgezogen waren. „Was gibt es? Was ist?" „Dh lala, er will nicht! Er hat Angst! Er hat gedacht, Fahrten in den Himmel finden stets bei Sonnenschein statt!" Blanchard hatte dem Engländer inzwischen versichert, daß man durch die Wolken durchstoßen werde. „Ich mache das nicht mit. Ich will die 200 Livres zurück." „Sind bezahlt, Sir. Laut Abmachung werden sie nicht Aurüderftattet." „All right — aber wenn sich ein anderer findet, der mitfahren will?" Blanchard beauftragte einen seiner Leute, diese Möglichkeit zu erkunden. Durch einen großen Trichter schallte es über den Platz: „Sir Chesterton stellt seinen Platz im Korb zur Verfügung. Wer will mitfahren?" „Ich!" Der kleine schmächtige Kadett aus Korsika hatte das gerufen. Da kam er auch schon über den Platz und sprang in die Gondel. Staunen und Gelächter ging durch die Menge. „Ich sehe, Sie sind Eleve an der Kriegsschule " „Zu Befehl, Str Chesterton!" 31. Juli noch keine Konvertierungsgesuche clngelou« fen. Da feit dem 31. Juli noch weitere Konvertierungen durchgeführt werden und außerdem noch verzögerte Gesuche aus dem Auslande ausstehen, wird mit einem Gesamterfolg der Konvertierung von über 90 v. H. gerechnet. Die jährliche Ersparnis für den englischen Haushalt beläuft sich auf rund 22 Milionen Pfund. Die englische Presse betont den überwältigenden und unerwarteten Erfolg der Konvertierungsrnaßnahmen Neville Chamberlains, der selbst die Finanzierungssachverständi- gen der Londoner City überrascht habe. Der englische Schatzkanzler hat von Ottawa aus eine Erklärung über den Erfolg der Konvertierung abgegeben, in der es u. a. heißt: Das Ergebnis übertrifft alle Erwartungen. Es rechtfertigt mehr als genug das Vertrauen in den gefunden Menschenverstand und die Vaterlandsliebe des englischen Volkes. Ein weiterer Schritt zur Neubelebung des Unternehmungsgeistes und der Wohlfahrt ist getan, und ein derartig mitreißender Erfolg wird die ganze Welt ermutigen. München, 16. Aug. (TU.) Die Pressestelle Reichsleitung der NSDAP, teilt mit: „Die hauptung, Adolf Hitler habe ein Versprechen abgegeben, die Regierung von Papen nach den Wahlen zu tolerieren und nun dieses Ver- kanische Regierung sich schadlos halten würde, falls irgendein Schuldner seine Verpflichtungen nicht erfüllen sollte. Zum Schluß ihrer Ausführungen wiesen sie erneut auf die Haltung im Kongreß hinsichtlich der Schuldenfrage und auf die Tatsache hin, daß ein AusfaU der Schuldenraten den Haushalt der Vereinigten Staaten über den Haufen werfen würde. 88/6 v. H. der englischen Kriegsanleihe bereits konvertiert. London, 16. Aug. (TU.) In einer amtlichen Verlautbarung teilt das englische Schatzamt mit, daß von insgesamt 2080 Mill. Pfund an ausstehender 8prozentiger Kriegsanleihe bis zum 31. Juli 1850 Mill. Pfund (88,6 v. H.) in 3jprozentige Anleihe konvertiert wor- befördert. Bis Ende des Krieges war er mit nur wenigen Unterbrechungen im Generalstab tätig. Er ist zweimal schwer verwundet worden, einmal im Jahre 1914 durch ein Jnfanteriegeschoß im Gesicht und einmal 1916 (Gasvergiftung) in der Somme- Schlacht. Nach dem Kriege wurde er 1920 ins Reichswehrministerium versetzt, ist dann von 1925 bis 1929 zuerst als Generalstabsoffizier bei der 3. Division und bann als Batteriechef beim Artillerieregiment 3 in Sprottau tätig gewesen. Seit dem l.Juli 1929 war er wieder im Reichswehrministerium Leiter der Pressestelle. Aus aller Welt. Deutscher Obstbautag 1932. Der Reichsverband des deutschen Gartenbaues e. D., Berlin, die Landwirtschaftskammer für die Rheinprovinz und der Verband der Obst- und Gartenbauvereine im Bezirk der Landwirtfchafts- kammer für die Rheinprovinz, Bonn, hält den alle zwei 3ahre stattfindenden Obstbautag am 4. September d. 3. in Bad Reuenahr ab. Reben der Behandlung der wichtigsten wirtschaftspolitischen Fragen des Obstbaues kommen fachliche Fragen zur Erörterung, die für jeden Obstzüchter von Wert find. Landwirtschaftskammerrat Wagner, Bonn, wird in seinem Vortrage „Der rheinische Obstbau am Scheidewege" Fragen erörtern, die über das Rheinland hinaus den deutschen Obstbau entscheidend beeinflussen. Auch der Vortrag des Leiters der Abteilung für technische Betriebsmittel beim Reichsverband des deutschen Gartenbaues, Dipl.- Gartenbauinspektor Demnig, über „die wirtschaftliche Bedeutung der Obsteinlageruna unter Berücksichtigung billiger Bauweisen" hat im Sinne der Maßnahmen zur erfolgreichen Abwehr der ausländischen Konkurrenz und zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit der Obstbaubetriebe erhöhte Bedeutung für jeden Obstzüchter. Die Tagung wird eingeleitet durch einen Begrüßungs- abend im Kurhaus und abgeschlossen mit einer Besichtigungsfahrt durch rheinische Obstbaugebiete und die Eifel. Gewaltsamer Grenzüberlritt von Schmugglern vereitelt. 3n der vergangenen Rächt versperrten ander deutsch-belgischen Grenze Zollbeamte 100 Schmugglern den Weg zum deutschen Reichsgebiet. Um gewaltsame Liebertritte dieser Gruppen zu verhindern, wurden verschiedene Schreckschüsse abgegeben. Da aber die Schmuggler durch ein Signal zum Vormarsch aufforderten, mußte scharf geschossen werden, wodurch zwei Schmuggler verwundet worden sind. Die Situation für die Zollbeamten wurde immer bedrohlicher, so daß ein Lleberfallkommando herbeigerufen werden mußte, mit dessen Hilfe die Banden zum Teil unter Zurücklassung des Schmuggelgutes zurückgedrängt wurden. Glanzleistung eines Flugzeugführers. Auf dem Zentralflughafen Tempelhof bei Berlin landete dieser Tage das Flugzeug „C. H. 166" einer schweizerischen Firma, das kurz nach dem Start in Leipzig das rechte Rad verlor en hatte. Der Vorfall war vom Flugplatz Halle-Leipzig aus bemerkt und nach Berlin berichtet worden. Durch Funkspruch wurde dem Flugzeugführer, dem schweizerischen Flugkapitän Ackermann, von dem Verlust des Rades Mitteilung gemacht. Mit großer Besorgnis beobachtete man in Tempelhof das Landungsmanöver. Mit feiner glatten Landung vollbrachte aber der Pilot eine f li e g e r i s che Gkanzle i st u n g. Er setzte die Maschine leicht nach links geneigt so glücklich auf, daß sie völlig unversehrt blieb. An Bord befanden sich insgesamt neun Personen. Don unserer Berliner Redaktion. Daß die Machtfrage im Reich und in Preußen durch die Vorgänge des letzten Samstag endgültig entschieden worden sei, wäre eine voreilige Behauptung. Fraglos hat das Zentrum nach dieser Entwicklung der Dinge seine frühere Schlüsselstellung in erheblichem Ausmaß zu- rückgewonnen. Daß cs seine Position auszuweiten und nach Möglichkeit auszunutzen bestrebt ist. Zeigt sich in einem Vorstoß eines süddeutschen Zentrumsblattes, dem wegen seiner besonderen Beziehungen erhöhte Bedeutung beigemessen werden muh. Der Vorstoß geht aus von dem „Deutschen Volksblatt" in Stuttgart und dürfte nicht ohne Fühlungnahme mit dem württem bergischen Ministerpräsidenten Dr. Bolz erfolgt fein. Herr B o l z ist nicht nur vom Zentrum mit den jüngsten wichtigen Verhandlungen beim Reichskanzler beauftragt gewesen, er ist auch schon verschiedentlich als ber" aussichtsreichste Anwärter für die Stellung des Partei Vorsitzenden genannt worden. Den Auffassungen des ihm nahestehenden Blattes wird man also unter diesen Umständen geradezu parteiamtlichen Charakter beimessen müssen. Der Gedanke der Koalitionsbildung ist demnach noch keineswegs aufgegeben. Im Gegenteil: er soll mit verstärkter Energie verfolgt werben. Im Hinblick auf bie geplanten Verhandlungen in Preußen wirb gesagt: „Man sollte alles aufbieten, um diese Verhandlungen positiv zu gestalten." Die Schwierigkeiten auf dem Wege zu einer Einigung mit den Nationalsozialisten werden zwar in ihrem ganzen Gewicht gewürdigt. Aber auf ber andern Seite will bas Zentrum bie Gefahr schwerster Verwicklungen für ben Fall erblicken, daß eine Koalition nicht zustanbe gebracht werden kann. Der taktische Weg zu dem hier gewiesenen Ziel ist natürlich in ber Richtung über Preußen gewiesen. Hier muß ber Ministerpräsibent vom Parlament gewählt werben. Man wird aber aerobe in Preußen nicht übersehen bürfen, daß ber Regierungschef gegenüber seinen Ministerkollegen viel stärker ist, als ber Kanzler bes Reiches. Er kann die Ressortchefs nach seinem Willen ernennen und entlassen, während der Kanzler gegenüber dem Reichspräsidenten nur ein Vorschlagsrecht hat. Kann man sich aber eine Einigung mit ben Nationalsozialisten vorstellen, bei benen diese auf ben Posten bes Ministerpräsibenten verzichten würden? Die Forderungen, die Herr Hitler dem Reichskanzler gegenüber ausgesprochen hat, machen es deutlich, daß ber n a t i o n a l s o z i a l i st i s ch e Führer an eine Teilung ber Macht nicht denkt. Das Problem hat aber noch eine andere Seite. Cs ist allseits begrüßt worden, daß durch die Ereignisse des 20. 3uli dem Dualismus zwischen dem Reich und Preußen ein Ende bereitet wurde. Eine Koalitionsregierung inPreuhen neben einer Präsidial- Regierung im Reich würde die früheren Reibungsflächen wieder her st eilen. Run ist ja allerdings eine Einigung in Preußen als der erste Schritt auf dem Wege zu einer g l e i ch g e a r t e t e n parlamentarischen Regierung im Reich gedacht. Von der parlamentarischen Grundlage aus ist aber eine dauernde Beseitigung des Zwitterzustandes nicht zu erwarten, der schon 13 3ahre lang die Regierungspolitik entscheidend gelähmt hat. 3edes Parlament kommt sich ja selbst besonders wichtig vor und verfolgt seine eigenen 3nterefsen. Wenn man all diese Schwierigkeiten in ihrer Gesamtheit ins Auge faßt, so kann man den „All right — Sie sollen für bie Hälfte bes Preises fahren. Zahlen Sie 100 Livres!" Der Kabett wurde blaß unb bescheiben. „Ich habe nur sieben Livres." „O no, bas geht nicht." „Wir legen zusammen", riefen bie drei Kadetten, bie hinter Napoleon hergerannt waren. Man sammelte. Auch ber eine ober anbere Erwachsene steuerte eine Kleinigkeit zu. 52 Livres tarnen zusammen. „I see — Sie wollen durchaus fliegen?" fragte ber Englänber. „Es ift meine größte Sehnsucht, an ben Himmel heranzufliegen." „All right — fahren Sie für bas Gelb, was oor- hanben ist!" Blancharb war einoerftanben. Er gab einigen Trompetern einen Wink. Eine Fanfare schmetterte über ben Platz. „Halten Sie ein! Was ist bas?" Die Trompeten brachen ab. Vier Offiziere gingen auf bie Gondel zu. „Das ist ein Skanbal", sagte ber Oberst. „Kabett Bonaparte, steigen Sie aus ber Gonbel! Sie haben sich gegen bas Kriegsgesetz vergangen —" Bonaparte folgte dem Befehl. „Sie nehmen hier in Uniform an einer Zirkusvorstellung teil. Schämen Sie sich nicht? — Der Kabett Bonaparte geht drei Tage in Arrest!" „Zu Befehl, Oberst Pichegru!" Der Englänber trat dazwischen. „Ich verliere mein Gelb, Oberst!" „Das interessiert uns nicht." „Sir Chesterton!" rief Blanchard. „Steigen Sie ein! Die Wolken ziehen nach Norden. Ich garantiere Ihnen doch eine einwandfreie Fahrt laut Abmachung." „well — bann werbe ich bas tun." Unb Chesterton bestieg bie Gonbel. Zwei Minuten später gab Blancharb bas Kommando: „En haut! Los!" Der Ballon schwebte über einer tausendköpfigen Menge. „Mister Blanchard, das war ein fixer Junge!" „Ein Korse von Geburt unb Charakter, Monsieur Chesterton, — er wirb es weit bringen, wenn bie Umftänbe ihm günstig finb! — Schauen Sie aber lieber herunter auf bas herrliche Paris!" 10 Set»' tsifta je! können s .. er5 !S ? “ Decken sind jjjn K .iS® Abwaschungen des A Wasser abzudarnmen 10. Gedenke aua Jahreszeit! Dieh, w! aber auch Kleinben auszusetzen und sie Tierquälerei. Sw c Tage reines, fn|Ö)i Eine Wie die Landes! morgen mitteilt, ist marfung von Obe Hafer angezu nimmt, geschah die tjven (es handelt vor einigen Wochen kommunistischer Sei folgte. D. Red.), wird im Laufe des l Hund die Suche nach Kriegs« Mkj Am vorigen Frei einen größeren Üebi Übungen. Der Zog - Mannschaften bei W rumorte es aud beiden fernen. W )u langem Marsche im vsken waren ka des neuen Tages zu Ion auf den latft dem Wege über T und dann quer du b a ch zuftreben sa Die Alannschch van vielen Vag und leichte 2Hc zwei Tankabw SoLaten zu Pfer. Hunden und mit ™ftiing gehör! *W, der an die 9 hohe Anforderung? Ls" 'm frühen M, nch mit ihren Stn veldern und Wies wurde es Heller, WBer üommertag. 'Jn Gruppen aufqe L-m Ziele zu. Aus Un schön viele S Feld suhrer h? on9em Zuge be iälfl bald den >en bQ5 Vr\atTou hin gut .-tn tot '°d folgmbä’* $QtaI(erio ?• , bvr von ein», »tang folgen. dvgnie vor ?cm r dagnie ;nDr'3um ©ff* Ottawa ni, „et eng. Ws ZS West. iag 1932. S" ®«tooM | Wammer für die tee 'L0611- * S«n6t»,rt^iu, L Sonn, hält den vb,b-u,7! ^ad Leuenahr ab ?Sl9ften toirte ** tommen «W W für febffl pbftbau am Lcheide- das Ahein. ' Obstbau eni,Heidend rtrag des Leiters der Detmbsmittel beim :n. Gartenbaues, Dihs . yjl’ .über .die tritt- vdsteinlageruna unter Bauweisen" hat im jut erfolgreichen Ab- ntutrenj und zur Stei« nt der Obftbaubetriebe eben Obftzuchter. Die >rch einen Degruhungs- abaeschlossen mit einer rheinische Obstbauge« ritt von Schmugglern chtverspenten an der Grenze Zollbeamte I zum deutschen Reichs, iebertritte dieser Grup. rn verschiedene Schrect- r die Schmuggler durch ich aussvrdertcn, muhte Derben, wodurch zwei orden sind. Die Eilua- wurde immer bedroh- jlltommanbo hcrbeigc- helfen $ilfe bie Jan- i Ifung bei tymuggel- wurden. lugzeugsührer». Ternpelchvs bet Berlin gzeug „G. 5). 166" einer turz nach dem Start m , v e r l o r en hatte. Der tz Halle-Leipzig aus bt- berichtet worden. Durch igzeugsührer, dem schm, rmann, von dem M gemacht. Mgraher k- in Tempelhos das ~an r glatten Landung °o> ' fliegerischeSlan? 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Das Durstgefühl läßt ganz bedeutend nach, wenn man einen Schluck Wasser so lange im Munde behält, bis er warm geworden ist. 5. Plötzliche kalte Bäder an heißen Sommertagen können den Tod zur Folge haben. Vorherige Abkühlung des Körpers und eine schnelle kalte Abreibung der Arme und der Brust ist dringendes Erfordernis. 6. Am Abend nach Untergang der Sonne öffne alle Fenster und Türen und lasse sie während der Nacht möglichst offen. Alle übermäßig warmen Decken sind beim Schlafen zu vermeiden. 7. Sei vorsichtig mit Speisen. Unter keinen Umständen dürfen leicht verderbliche Speisen der Sonne ausgesetzt werden. Der jetzt unbenutzte Zimmerofen ist für kleine Gegenstände eine vorzügliche Kühlstätte. 8. Achte besonders auf den Magen und das Wohlbefinden der Säuglinge. Hitzewellen haben fast stets größere Säuglingssterblichkeit zur Folge. 9. (Eingetretene Hitzscyläge juche bis zum (Eintreffen des Arztes durch Deffnen der Kleidet und Abwaschungen des Kopfes und Körpers mit kaltem Wasser abzudämmen. 10. Gedenke auch der Tiere in dieser heißen Jahreszeit! Vieh, insbesondere Pferde und Rindvieh, aber auch Kleintiere aller Art den Sonnenstrahlen auszusetzen und sie womöglich festzubinden, ist eine Tierquälerei. Gib deinen Haustieren mehrmals am Tage reines, frisches Trinkwasser. Eine unerhörte Tat. Wie die Landeskriminalpolizeistelle Gießen heute morgen mitteilt, ist in der letzten Nacht in der ©e- markung von Ober-Ofleiden ein Acker mit Hafer angezündet worden. Wie man annimmt, geschah die Tat aus politischen Motiv e n (es handelt sich hier um die Gegend, in der vor einigen Wochen der folgenschwere Ueberfall von kommunistischer Seite auf Alsfelder SA.-Leute erfolgte. D. Red.). Die Landeskriminalpolizeiftelle wird im Laufe des heutigen Tages mit einem Spür- Hund die Suche nach dem Brandstifter aufnehmen. Man muß es als unerhört bezeichnen, daß politischer Haß sich jetzt sogar an dem oerareift, was für alle Volksgenossen Daseinsgrundlage ist, nämlich an der Ernte des Feldes. Derartige Taten verdienen unter allen Umständen ganz exemplarische B e ft r a f u n g. Hoffentlich gelingt es der Polizei, den Täter zu ermitteln, und hoffentlich wird das Gericht dann nicht zögern, für eine Tat von so unerhörter Gemeinheit die erforderliche scharfe Sühne eintreten zu lassen. 40 Jahre Evangelischer Arbeiterverein Gießen. Der hiesige Evangelische Arbeiter-Verein begeht am Samstag und Sonntag das Fest des 40jährigen Bestehens. Der Verein wurde im Jahre 1892 von damaligen Borstandsmitgliedern des Bereins für Innere Mission gegründet, insbesondere war eS der damalige Pfarrer S ch l o s - s e r, der sich um die Gründung bemühte. Die Leitung übernahm seinerzeit Geheimer Schulrat Stamm, den Pfarrer Dr. Grein Anfang 1898 ablöste Aach der Dersetzung des letzteren nach Darmstadt übernahm 1902 Pfarrer Eule r die Leitung des Bereins. 3m Jahre 1907 wurde Professor Dr. Heuser, welcher dem Borstand schon seit der Gründung angehörte, zum Bor- sitzenden gewählt. Er führte den Verein bis zum Jahre 1918. Seit dieser Zeit liegt die Leitung in den Händen des derzeitigen Vorsitzenden H. K i r ch n e r. Der Verein hat seine Aufgabe in der Stär- kungdesevangelischenBewubtseins, der Erziehung zur Vaterlandsliebe und Bruderliebe gesehen und diese Bestrebungen in den 40 Jahren seines Bestehens auch in weitgehendem Maße erfüllt. An sozialen Einrichtungen sind entstanden die Baugenossenschaft 189 4, die nach jahrzehntelanger segensreicher Tätigkeit in eine allgemeine umgewandelt wurde, eine Sterbekasse, die, nach der Inflationszeit entsprechend umgestaltet, heute gut fundiert ist. Außerdem hat der Verein jahrzehntelang eine soziale Rechtsauskunftsstelle unterhalten, die inzwischen durch eine gleiche Einrichtung des Verbands abgelöst worden ist. Weiter gingen die ersten Ansätze zur Gründung einer Sanitätskolonne von dem Evangelischen Arbeiter-Verein aus. Auch auf dem Gebiete der Bildungsarbeit hat der Verein vieles geleistet. Abgesehen von der Abhaltung von sozialen und sonstigen Kursen hat derselbe durch Veranstaltung von Konzerten, geistlichen Musikausführungen. Vortragsabenden usw. die geistige Belebung seiner Mitglieder erstrebt. Ster Verein begeht sein 40. Iahresfest entsprechend den Zeitverhältnissen in einfacher, schlichter Weise. Kriegsmarsch/ Kriegsrast — eine Uebung -es Bataillons. Marsch im Morgengrauen. - Am vorigen Freitag unternahm unser Bataillon einen größeren Hebungsmarsch und kleine Gefechtsübungen. Der Tag — es war sehr heiß — sah die Mannschaften bei W e tz l a r im Feld. Gestern mor- gen rumorte es auch schon sehr frühzeitig in den beiden Kasernen. Wieder gina es zur Hebung und zu langem Marsche hinaus. Zu früher Stunde — im Osten waren kaum die ersten Hellen Schimmer des neuen Tages zu sehen —, begab sich das Bataillon auf den Marsch, der diesmal die Truppen auf dem Wege über Rödgen nach Großcn-Buseck und dann quer durch den Wald dem Dorfe Climbach zustreven sah. Die Mannschaften in 3Ä Ausrüstung, begleitet von vielen Wagen, führten eine Anzahl schwere und leichte Maschinengewehre und außerdem zwei lankabwehrgeschühe (leider aber nur Attrappen) mit. Soldaten zu Pferd, zu Rad, Soldaten mit Meldehunden und mit all dem, was zu kriegsmäßiger Ausrüstung gehört, waren an diesem Marsche beteiligt, der an die Mannschaften im Laufe des Tages hohe Anforderungen stellte. Noch marschierte es sich aut im frühen Morgengrauen, solange die Sonne nicht mit ihren Strahlen die Luft über ben bebauten Feldern und Wiesen erwärmte. Allmählich aber wurde es Heller, und damit begann wieder ein heißer Sommertag. Mancher Schweißtropfen fiel... In Gruppen ausgelöst marschierten die Kompanien ihrem Ziele zu. Auf dem Wege begegneten den Soldaten schon viele Bauern, die mit ihren Erntewagen auf das Feld fuhren, um das Getreide zu bergen. In langem Zuge bewegte sich das Bataillon durch die Landschaft, marschierte durch Rodgen, bis kurz vor Großen-Buscck, um dann nahe des Dorfeingangs nach links abzubiegen und den bewaldeten Höhen zuzustreben, die Roß, Reiter, Wagen und Soldaten bald den Blicken entzogen. In, Walde wurde der lose geordnete Zug völlig aufgelöst, und wahrend die Wagen auf den Waldwegen langsam folgten, erhielten die Mannschaften Befehl, in breiter Cime auszuschwärmen und unter ständiger Aufrechterhaltung der Verbindung zwischen den einzelnen ougen vorzudringen. Patrouillen gingen voraus und sicherten das Gelände. So gelangte man bis an den Waldrand südwestlich von Climbach. Dort sand die Hauptübung statt. Vor den Soldaten, die am Waldrand lagen, breitete sich ein weites Feld, das bis zum Dorfe hin gut zu übersehen war. Links und rechts lagen Wawstücle vorgeschoben. Der Defechtsplan sah folgendes vor: 3m Dorfe lag der Feind. Kavallerie hielt das Dorf beseht und hatte, unterstützt durch viele Geschütze, eine starke Position. Aufgabe war es, den Feind aus dem Dorfe Climbach zu drängen. Der Angriff sollte nicht nur von einer Seite, sondern von drei Seiten erfolgen. Auf dem rechten Flügel ging die 1. Kompagnie vor. zum Frontalangriff war die 2. Kompagnie in Stellung gegangen, die 3. Kompagnie hatte die Aufgabe, den Feind am rechten Flügel anzugreifen. Unter sorgfältiger Deckung gingen die Mannschaften der 1. und der 3. Kompagnie im Walde seitlich gegen das Dorf vor. Patrouillen wurden vorausgeschickt, um die Stellung des Feindes im einzelnen zu erkundigen und damit jede Gefahr, jede Ueberraschung für die nachfolgende Haupttruppe auszuschalten. 3m wohloorbereikelen Angriff von drei Seilen sollte bann der Feind aus dem Dorfe geworfen, die Ortschaft genommen und beseht werden. Meldegänger hatten die Aufgabe, den Stab, der von zentraler Stelle aus die Vorbereitungen und Gefechtsübung. — Heimkehr. den Angriff leitete, von der Bewegung der Truppen zu unterrichten. Schließlich wurde zum Angriff übergegangen, der allerdings nicht in der im Ernstfälle notwendigen Form des Sturmlaufes über die Felder durchgeführt werden konnte, sondern die Truppen auf den Feldwegen gegen das Dorf rüden sah. Das geschah in erster Linie aus Rücksicht auf die Felder, die zum großen Teil noch von Frucht bestanden waren. Bewußt sollte bei dieser Hebung jeder Feldschaden vermieden werden ... Es war inzwischen 8 Uhr geworden. Die Sonne schien heiß. Die Soldaten hatten einen anstrengenden Marsch hinter sich, und so rückte man, anstatt einer anfänglich geplanten Rast am Waldesrand auf der anderen Seite des Ortes Climbach, im Dorfe selbst zu kurzer Kriegsrast ein. Aber auch jetzt wurden die für den Ernstfall immer notwendigen Sicherungen getroffen. An den Dorfausgängen wurden die Attrappen der Tankabwehrgeschuhe aufgestellt, wie schließlich im Ernstfälle die Maschinengewehre in Stellung gebracht worden wären. Die Mannschaften lagerten sich indessen in den Höfen in zwanglosen Gruppen. Die Pferde und die Wagen wurden sorgfältig in den Schatten der Häuser und damit gleichzeitig in Fliegerdeckung gestellt. Die Soldaten erhielten aus manchem Bauernhaus gern gereichte Erfrischung. Andere sahen in den Gasthäusern bei einem Glase Bier. 3n einer der Gaststuben klang sogar Musik auf, und zwei Mann bewiesen dabei, daß sie nicht nur mit den Waffen umzugehen wußten, sondern auch mit Klavier und Geige. Sie fanden dankbare Zuhörer. Das Dorf war für geraume Zeit aus feiner Ruhe aufgescheucht. Pferdegecrappel erfüllte die Straßen, harte Schritte klangen auf dem holperigen Pflaster. Kommandorufe erschollen, manches heitere Scherzwort siel, und wenn auch die Soldaten für eine Stunde der Ruhe pklegten, so konnte doch nicht Stille im Dorfe sein. Die wenigen Einwohner, die nicht mit den Arbeiten auf dem Felde beschäftigt waren, standen unter den Türen oder reichten Erfrischungen. Sie mach- ten große Augen ob dieser Fülle der intcreffan- ten Erscheinungen, die sicherlich manchen der älteren Dorfbewohner lebhaft an feine eigene Militärzeit erinnerten. jät das Dorf Climbach dauerte das militärische Intermezzo nicht lange. Gegen 9.30 Uhr wurde wieder zum Aufbruch gerüstet. Schnell formierten sich die Kompanien zu ge- schlossenen Marschkolonnen und unmittelbar darauf erfolgte der Abmarsch. Roch einmal klang im Dorfe der feste Schritt vieler Soldatenstiefel, ungeduldig tänzelten die Pferde, rasch, wie die Truppen im Dorfe einzogen, verliehen sie die Ortschaft wieder. Bald herrschte um die Häuser wieder jener Friede, der nichts mehr ahnen lieh von der Unruhe, die die Strahen noch kurz zuvor erfüllte Die Bauern, die Frauen standen noch einige 'Zeit unter den Türen und Unterwelten sich über das Ereignis. Dann aber trat der Alltag wieder in seine Rechte .. 3nzwischen strebten die Soldaten wieder dem Walde zu. Die Bauern unterbrachen für kurze Zeit ihre Arbeit auf dem Getreidefeld, hielten die Hand über den Augen und sahen den Soldaten nach, die auf staubiger Straße im Sonnenglast dahin- zogen. Bald aber hatte sie der Wald auf genommen und den Blicken entzogen ... Für die Truppen war die Ucbung aber noch nicht zu Ende. Auf zwei verschiedenen Wegen zog das Regiment in zwei großen Teilen parallel zueinander, durch den Wald, während auch jetzt Patrouillen vorausgingen, und die Fühlung zwischen den beiden Marschformationen durch Querverbindungen aufrechterhalten wurde. Wieder führte der Weg durch den südwestlichen Teil des Waldes bei Climbach ein Stück zurück, dann aber wandte man sich dem Saubtinger Pah zu. marschierte den Höhenrücken entlang zum Hange! st ein, um schliehlich am Fuhe des Hangelstein an der Lollarer Chaussee noch einmal kurze Rast zu machen. Roch aber dauerte die Ucbung an. Ein Teil der Mannschaften hatte die Ausgabe bekommen, einen geschützt passierbaren Uebergang über bie Lahn aus- zukundschaften. über den das Bataillon hätte vorrücken können. Der Rückmarsch insbesondere toar als eine Vormarsch-Uebung im Regimentsver- banb gedacht, dessen rechten Flügel da- Gießener Bataillon angenommenerweise darstellen sollte, während das Gros des Regiments über Grünberg gegen die Lahn vorrücken sollte. Rach der kurzen Rast am Waldrande des Hangelsteins nach Giehen zu erfolgte der Rückmarsch nach der Stadt. Die Musikkapelle des Bataillons hatte sich in- zwischen cingesunden und begleitete die Mannschaften in die Kasernen. Die 1. und 2. Kompagnie marschierten übet Wieseck und durch das Tal der Wieseck in die Reue Kaserne. Die 3. Kompanie marschierte durch die Marburger Straße zur Kaierne am Landgraf»Philipp-Platz. Der Marsch, die Gesechtsübuirg. der Aufenthalt im Dorfe Climbach und der Rückmarsch zeigte die Mannschaft stets in begeisternder Disziplin. Trotzdem der Marsch mit viel Gepäck über eine Strecke von etwa 35 Kilometer ging, befand sich bie Truppe auch beim Einmarsch in die Stavt noch in einer ausgezeichneten Verfassung. Immer wieder muh sich, angesichts dieser Tatsachen, in jedem Zu'chauer der Gedanke aufbrängen, baß bie beutjche Reichswehr eine Elite- Truppe darstellt, die in der Weit ihresgleichen sucht. Der Geist, der in den Mannschaften unsores Bataillons steckt, läßt hoffen, daß Geist und Tradition des früheren deutjchen Militärs erhalten bleiben und in die Zukunft wirken wird, bis eines Tages toiebet — hoffentlich recht bald — jene Fesseln fallen worden, die jetzt noch das Verhältnis zwischen Devölkeruirgszahl und Heer- macht auf einem unmöglichen Index halten. Kesseltreiben auf Königstiger. Mit Elefanten, Hundemeuten und dreitausend Treibern gegen den König des Dschungels. Bon Konsul a. D. Frih Biberle. Als Gast meines guten Freundes v. P u st a u , des damaligen österreichischen Generalkonsuls und Chefs eines der bedeutendsten Handelshäuser Ost- afiens, weilte ich anläßlich der Herbstrennen in Singapore in einem Kreis, in dem ich seit einigen Zähren Freunde besaß. In der Gesellschaft hatte auch der junge Sultan von Djohore Aufnahme gefunden, der nach Hniversitätsstudien in England die Regierung feines einst mächtigen, jetzt recht zusammengeschrumpften Reiches angetreten hatte. Die Südgrenze seines Landes war von der Insel, auf der Singapore liegt, nur durch einen schmalen Meeresarm getrennt. Nun hatten in den letzten Jahren die auf Malakka ohnehin zahlreichen Tiger stark überhand genommen. In den verstossenen Wochen war es öfter vorgekommen, daß einzelne der gestreiften Räuber den stellenweise nur einen halben Kilometer breiten Meeresarm, der Djohore von der Singapore-Insel trennt, durchschwommen, unter dem Dich gewaltige Verheerung angerichtet und auch Menschen angefallen hatten. Als einer der anwesenden Sportsmänner, Mr. Owen, erzählte, daß er in den letzten zwei Monaten vier von diesen Königstigern erlegt habe, schlug der Sultan vor, auf seinem Gebiet ein Treiben mit Elefanten auf die großen Katzen zu veranstalten. Bald darauf begleitete das donnernde Gebrüll einiger alter Lillahs, Messingkanonen aus der Portugiesenzeit, unseren feierlichen Einzug in den gastlichen Sultanpalast von Djohore. Und schon am anderen Tage zogen wir aus zur Ti- gertreibjagd. Aufbruch zur Jagd. Um 5 Uhr morgens brechen wir vorn Sultans- palaft in das Jagdgebiet auf. Dort werden die (Elefanten vorgeführt. Gernächtlich stapfen die Kolosse heran, lauter alte, erfahrene Bullen. Sie gehorchen dem leisesten Wort des Mahouts, des Führers, der, den schweren silberbeschlagenen Angkus in der Faust, drei Meter über dem Boden auf dem breiten Hals seines Tieres sitzt. Lässig schwingen beim wiegenden Gang die mächtigen Rüssel zwischen dem schenket- dicken Elfenbein der Stoßzähne, deren gekürztes Ende blankpolierte Messingringe zieren. Breite Ledergurten mit Silberknöpfen halten die Howdah, den aus zähem Rohr geflochtenen Korb, auf dem Rücken fest und die kurze Bambusleiter, die zum Erklimmen des mit reichen Teppichen belegten Sitzes bient. Es sind die Jagdelefanten des Sultans, alte erprobte Kämpen, deren jeder wulstige Narben trägt, Zeugen bestandener Kämpfe und blutiger Bekanntschaft mit den furchtbaren Pranken und Fang- zähnen des königlichen Harimau, des gestreiften Herrn der Dschungel. Inzwischen hat uns der Gastherr das vor uns liegende Jagdterrain erklärt. Ein weiter Talkessel, teils mit verlassenen Pfefferplantagen, teils mit mannshohem Alangalanggras bestanden, geht etwa drei Kilometer weiter oben in dicht bewaldete tiefe Schluchten über, die sich im endlosen Grün der Berglehnen verlieren. Dort steht in weitem Halb- rund die Stirn der Treiberschar, deren Flanken seitlich der Schluchten bis in die Seiten des Talkessels hinabreichen, auf dessen Basis die (Elefanten in anfänglichen Abständen von 150 Schritten postiert werden sollen, um allmählich gegen die Ausgänge der Schluchten vorzurücken. Gleichzeitig soll die mit 2000 Mann dichtbesetzte Stirnwehr Vorgehen und die 1000 Mann der Seitenwehren und die (Elefanten sich immer dichter zusammenschieben. Das dann eng eingeschlossene Wild muß etwa einen halben Kilometer vor den Schluchtausgängen zum Schuß kommen. Bald hat es sich jeder in seinem geräumigen Korb vorn auf dem polsterbelegten Teppich bequem ge- macht. Hinten hockt der Diener mit der zweiten Büchse. Schwingend, schwankend und stoßend geht es vorwärts. Ich hatte noch nie auf einem (Elefanten gesessen und empfand die ungewohnte Bewegung bei meinen sofort angestellten Zielübungen recht störend, doch bald hatte ich den Rhythmus heraus und faßte zu meiner Schußsicherheit wieder Vertrauen. Das Kesseltreiben beginnt. Als jeder feinen Standort erreicht und der Fürst der die Mitte der Phalanx innehatte, das Zeichen zum Dorrücken gab, zerriß wildes Jauchzen die bis dahin herrschende Stille, pflanzte sich fort bis an die fernen Berglehnen, wo ein Höllenspektakel los- brach. Knattern chinesischen Feuerwerkes, von dem der Sultan einige Wagenladungen hatte per- teilen lassen, Schüsse aus alten Donnerbuchsen, Dröhnen kupferner Gongs, Tamtams und Trommeln, Horngetute, gellendes Johlen all der Bergmalaien machten Lärm genug. Allmählich kommt das Getöse naher, wahrend unsere mächtigen Reittiere sich mit unwiderstehlicher Wucht einen Gang durch die verlassenen Pfeffer- Pflanzungen bahnen, wo die üppige Vegetation und stachliges Gewirr dornbcwehrter Rotanglianen weit über den schützenden Korbrand hinausreicht und fortwährend zu Bücklingen zwingt. Die ungeschützten Mahouts decken sich dann geschickt hinter den Ohren ihrer Tiere, auf denen die nadelscharfen Dornen manch blutige Spur zurücklajsen. Bald rechts, bald links bricht ein schwerer Körper prasselnd und schnaubend vorbei. Mächtige oambur- Hirsche, die, das weitausladende Geweih zurückgc- legt, in eiliger Flucht als erste der Gefahr entrinnen. Nun liegt die Pfefferwildnis hinter uns. Befreit atme ich auf, wie sich die weite, wogende Alanga- langsläche vor uns breitet. Bis dahin konnte ich meine Nachbarn nicht sehen, jetzt blitzt und spiegelt das Metall der Beschläge an Ricmzeug und stoß- zähnen, leuchten die satten Farben der kostbaren Teppiche in den heißen Strahlen der Sonne über dem Hellen Grün des mannshohen Grases, aus dem nur die mächigen Häupter mit der darauf kauernden Gestalt der Mahouts, der Oberteil der Rücken mit Howdah und Insassen auftauchen. Die Abstände sind kleiner geworden. Etwa hundert Schritte links von mir thront der Sultan auf seinem dreieinhalb Meter hohen Ricsenticr, dem gewaltigsten der sechs, rechts, im gleichen Abstand, sieht mein Freund Puslatt seine Büchsen nach, denn jetzt klingt auch der helle Jagdlaut der drei '.Bleuten herüber, die jede etwa dreißig ungemein scharse, halbwilde Hunde stark, je eine der Waldschluchten durchstöbern. Die Elefanten, die aus Erfahrung genau wissen, um was es sich handelt, zeigen nun auch erhöhtes Interesse. Witternd und schnaubend strecken sie die Rüssel dem Wind entgegen, vor- und rückwärts klappen die ungeheuren Ohren, und tief- grunzendes Seufzen erschüttert die schwankende Howdah. Dan mahnt ein warnendes Wort des Mahouts, ein leichter Streich des blinkenden Angkus über Stirn und Nacken den Riesen zur Würde und Ruhe. Es wird ernst. Im Alangalang ist es lebendig geworden. In weiten Fluchten setzen Rudel gelbbrauner Mcnd- jangans (mittlere Hirschart) über die wehenden Rohrwedel, finden ihren Weg durch die Reihe der Elefanten, hellrote Muntjaks (kleinere Hirsche) winden sich lautlos durchs leise teilende Gras. Fauchend jagen dunkle Wildschweine in dröhnendem Galopp vorbei. Da bebt der Grund unter donnerndem Hus- schlag. Mit hocherhobencm Haupt und Schweif jagt ein mächtiger Sladangbüsfel vorüber, der gefürchtete Riese des malaiischen Bergwaldes. Schon will ich die Büchse heben, doch rechtzeitig besinne ich mich: Nur dem Tiger gilt heute der Schuß! Nur noch fünfzig Schritt beträgt der Abstand zwischen den (Elefanten, als für diese das Signal „Halt!" erschallt. An beide Flanken schließt sich eng der Bogen zuckender Blitze von Speereilen und hochgeschwungenen Schwertern. Von den Männern sind kaum die Köpfe zu sehen. Kaum drei Kilo meter mißt jetzt die Kette der Treiber, die nun, Mann an Mann, mit den langen Spießen das hohe Gras durchstöbernd, unter wildem Geheul gegen die Phalanx der Elefanten anrücken. Noch hat sicy kein Tiger gezeigt, doch das erregte Spiel der Rüssel, die laut saugend Witterung nehmen, die von den Mahouts immer wieder besänftigte Unruhe der Kolosse, sind untrügliche Zeichen, daß der gehaßte Feind nicht fern ist. Da hebt sich plötzlich, keine 60 Schritte entfernt, in hohem, lautlosem Sprung, gleißend im grellen Sonnenlicht, der mächtige Leib eines enormen Tigers, nur für Augenblicke sichtbar, über das wogende Grün. Schon ist er wieder im Alangalang untergetaucht. „Paa--h! Paa — —h! Harimau!" grüßt der johlende Schrei die Erscheinung, und mit doppeltem Lärm aroeitet sich die Treibcr- schar weiter. Links kracht eine Büchse. Wildes Aus- Heulen der Menge. Heber starrende Speere hinweg schwebt in ungeheurem Satz ein langgestreckter Leib. Da sackt er zusammen wie vom Blitz getroffen. Die zweite Kugel hat der Katze das Rückgrat gebrochen. Mein Mahout, der jede Bewegung des Tieres mit gespannter Aufmerksamkeit verfolgt hat, deutet mit seinem Angklus Halbrechts nach vorn. Durch die Schüsse links für Augenblicke abgelenkt, war mir diese Bewegung im Grase entgangen, die das vorsichtige Heranschieben zweier, einander folgender Körper deutlich verrät. „Duwa" (zwei), flüstert der Mann hinter meinem Rücken, und ich höre deutlich das Knacken des Schiebers, wie er die zweite Büchse entsichert. Die Hände fassen den Kolben, das Auge folgt dem Schleichen der Untiere, über deren Rücken die Zweige, keine 15 Schritte von mir, sich leise teilen. m Halten die Tiger die eingeschlagene Richtung ein, dann wechseln sie ungesehen und unbeschossen zwi- schen mir und Pustau durch. Die Spannung wird unerträglich, schon überlege ich, ob ein aufs Geratewohl abgegebener Schuß die Bestien nicht hoch- macyen und zum -chuß bringen könnte, da verliert auch mein Reittier die Geduld. Zornig stampfen die Vorderbeine den Grund. Kops und Rüssel emporgeworfen, die Ohren seitwärts gespreizt, trompetet der Elefant, ehe es der Mahout verhindern kann, dem verborgenen Feind die wilde Herausforderung entgegen. Laut heulend tönt die Antwort der anderen fünf in dröhnendem Chor zurück. 1111 sji.-tfpott Gießener Leichtathleten in Siez und Zntzbach Wirtschaft solche aus ben Um von 0,25 bis 0,50 Prozent ein. v«, oann, qt k!Öfr lestgestc Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt veichlosfenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o. H, Lombardzinsfuß 6 o. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt 2U. Banknoten. । mentes, in denen die -Parteien über die abi Georg Piller (Ungarn) errang die Goldene Medaille in Säbelfechten. Noch einige Male krachten die schweren Büchsen rechts und links von mir, doch ich kam an diesem Tage nicht mehr zum Schuß. Immerhin hatte ich Momente ungeheurer Spannung durchlebt und den bleibenden Eindruck eines äußerst lebensvollen, einzigartigen Bildes in mich aufnehmen können. Dann war das Treiben zu Ende. Sieben der gewaltigen Dschungelkönige bildeten die imposante Strecke, umtanzt und bestaunt von der triumphierenden Menge der erregten Malaien. Es ist vielmehr ein kontinuierliches Fabrikations- Programm vorgesehen, das die Weiterbefchästig^ng von 400 bis 500 Angestellten und 900 bis 1000 Arbeitern oorsieht. Es ist infolgedessen in d" .—nächsten Monaten mit einer Entlassung von rund 600 bis 700 Arbeitern zu rechnen, da die gegenwärtige Belegschaft rund 1600 Mann beträgt. Frankfurter Abendbörse weiter fest. Frankfurt a. 1, 16. Qlug. An der Abendbörse blieb die feste Haltung weiter bestehen, da die festen Meldungen von den Auslandsbörsen stimulierten. Die LImsätze waren etwas reger als an den letzten Abendbörsen, doch bewegten sie sich nach wie vor nur innerhalb der Spekulation. Gegen den Berliner Schluß ergaben sich überwiegend Besserungen bis zu 0,50 Prozent und im Berlauie traten vereinzelt weitere Befestigungen 4X100-Meter--Staffe 1:1. SC. Aeuwied, 56,4 Sek.: 2. Sp.°B. 1900 Gießen (Lösch, Diehl, Hublih, Aickel) 57,8 Sek.: 3. Sp.-V. Wiesbaden, 57,9 Sek. der Bestie — da klatscht die schwere Kugel zwischen die grünlich funkelnden Lichter der gereizten Katze, die wie vom Blitz getroffen schlaff und leblos zur Erde fällt. Alles war das Werk eines kurzen Augenblicks. „Naa--h! Paa--hl" heult mein Diener triumphierend auf. „Paa--HI" schallt es von meinen Nachbarn herüber, die, ohne helfen zu können, der aufregenden Szene mit den Augen gefolgt waren. Da ist auch mein Mahout wieder, der, nachdem er dem schmetternden Prankenschlag entglitten war, vor seinem Elefanten stehend, mit Zuruf und Angkus das vor Schmerz stöhnende Tier zur Ruhe gezwungen hatte und sich nun von seinem Pflegling mit dem Rüssel auf seinen Sitz heben läßt. Der Aentenmarkt lag weiterhin außerordentlich still und ohne wesentliche Berände- rungen. Etwas höher waren Altbesih und Frankfurter Hyp. Bank Liquidation. Reichsschuldbuchforderungen in späten Fälligkeiten waren zu 58,50 Prozent angeboten. Reubesitz 5,63, Altbesih 49, Franks. Hyp. Bank Liqui. 77,90, Reichsbank 126,25, Gelsenkirchen 36,50, Salzdetfurth 172, Rheinstahl 54—54,50, Stahlverein 14,25—14,50, Aku 41,25—41,50, AEG. 34, Conti Gummi 87, Licht L Kraft 81,25, 3®..Serben 89,47 bis 89,50. Holzmann 47,75, Siemens 131,50, Aschaffenburger Zellstoff 19,50, Hapag 16. Oie Tigerin greift an ... Da flitzt vor mir ein gestreckter Riesenleib in jähem Sprung meterhoch über das Röhricht. Das Männchen, das, vom Dröhnen des gewaltigen Urlautes verwirrt, sich orientieren will. Die Büchse fliegt zur Wange, und machtlos sinken die im Sprung vorgestreckten Vorderpranken, als meine Kugel ins Blatt des Untieres schlägt, dann schlittert der Boden unter der niederkrachenden Masse. Da! Ein gurgelnder, stöhnender Wutlaut, und mit furchtbarem Satz erreicht das wütende Weibchen die rechte Kopfseite des Elefanten, ein fürchterlicher Prankenschlag saust auf den Mahout nieder. Doch dieser ist blitzschnell an der anderen Seite herabgeglitten, und der entsetzliche Schlag reißt einen blutigen Fetzen aus der zolldicken, faltigen Nackenhaut des aufbrüllenden Riefen, während die ftahlharten, messerscharfen Krallen der Hinterpranken tiefe, blutige Wunden ins empfindliche Fleisch der Ohren graben. Nun duckt sich die Tigerin zum nächsten Sprung, um ihr Rachewerk zu vollenden. Sie hat es nicht weit. Aus kaum anderthalb Meter starren aus weit aufgerissenem Rachen die furchtbaren Zähne mir entgegen, trifft mich fauchend der üble, heiße Atem MTV. in Butzbach. — 15 Siege, 8 erste Siege. Bei schönstem Wetter und guter Beteiligung konnte der Polizeisportverein Butzbach am vergangenen Samstag und Sonntag seine zweiten leichtathletischen Wettkämpfe durchführen. Auch diesmal konnte der Männer-Turnverein Gießen sehr schöne Erfolge erzielen, gelang es doch seinen Bertretern acht 1., drei 2. und vier 3. Siege zu erringen. Mit diesen Erfolgen kann man sehr zufrieden fein, wenn man bedenkt, daß erstklassige Vereine vertreten waren, und bei dem Mtv. leider einige der besten Kräfte fehlten. Den Reigen der Wettkämpfe eröffneten am Samstag die Jugendlichen. 3n der Jugendklasse^ belegte K. S t r a d im Weitsprung mit nur 5 Zentimeter hinter Buhl, Pohl-Göns, den 2. Platz. Rach äußerst scharfem Rennen im 100-Meter-Lcruf wurde W. Wagner hinter Berg, T. u. Spv. Butzbach, und Paulus, 1900 Gießen, mit Drustbreite zurück 3. Die Olympische Staffel wurde ebenfalls 2. Sehr erfolgreich waren die Mtv.er in der 3 u - genbflaffeB, konnten sie doch in allen in dieser Klasse ausgeschriebenen Konkurrenzen die ersten Plätze belegen. Es wurde Willi Huhke im Hochsprung mit 1,43 Meter 1., und fein Ber- einskarnerad Schäfer 2.; im 200-Meter-Lauf lief W. Hanh ein schönes Rennen und ging als überlegener 1. Sieger durchs Ziel. Der 800-Meter- Lauf dieser Klasse wurde von E. G e rn rn e r glatt gewonnen. Die 4xl00°Meter°Staffel in der Aufstellung Hußke, Schäfer, Gernrner, Hanß wurde in der für B-3ugendliche guten Zeit von 54,1 Sek. gewonnen. 3n der S-Klasse errang E. Kley mit 4,57 Meter den 1. Sieg im Zeitsprung, und W. Eger den 3. Sieg im 400-Meter-Lauf. Auch bei den Wettkämpfen der Aktiven am Sonntag konnte der Mtv. schöne Erfolge erzielen. Rach erfolgreichem Dorlauf — den Erich P1 och erst in den letzten Metern vor H. Rothermel (Polizei Darmstadt, früher Mtv. Gießen) gewinnen konnte — lieferte E. Ploch im Endlauf dem bekannten Butzbacher Cldracher (jetzt ebenfalls Polizeisportverein Darmstadt) einen harten Kampf, den unser Gießener Dertreter in der guten Zeit von 11,5 Sek. für sich entscheiden konnte. Auch zum 400-Meter-Endlauf hatte sich E. Ploch placiert. Rach anfangs scharfem Kampf mit dem Dad-Rauheimer May siegte E. Ploch glatt in 53,4 Sek. R. Becker war im 200-Meter-Lauf ebenfalls seinen Mitbewerbern überlegen und siegte in 24,4 Sek. vor Rinsland (Polizei Kassel), Eldracher (Polizei Darmstadt) und Henrich (Eintracht Frankfurt). 3n den Staffelläufen waren die Männerturner, die noch in letzter Minute Ersatzleute einstellen mußten, sehr im Rachteil. Sie konnten nur 3. werden. Ebenso erging es den Mtv.ern in der 10xV2°Dahnrunden-Staffel, wo Mtv. Gießen mit Polizei Darmstadt im toten Rennen an 2. Stelle landeten. Auf diese neuen Erfolge seiner Leichtathletik- Abteilung kann der Mtv. Gießen sehr stolz sein, haben doch die Turnerinnen und Turner dieser Butzbach. Kaum wenige starke Konkurrenz fanden die Spielvereinigungsleute in Butzbach vor. Hier kam man — die Expedition war weit schwächer als die nach Diez entsandte — zu je einem ersten, zweiten und dritten Platz. Schaaf sicherte sich erwartungsgemäß, jedoch keinesfalls unangefochten, die 3000 Meter in 9,32 Minuten mit nur einem Meter Dorsprung vor dem bekannten Frankfurter Wöll, 2.-G.-Sportverein. Einen zweiten Platz belegte die Olympische Staffel hinter Polizeisportverein Kassel. Recht gut lieh sich Mootz im 1000-Meter-Lauf an. Mit der annehmbaren Zeit von 2:54 Minuten wurde er Dritter. Den Lauf gewann Lohbergen Eintracht-Frankfurt. Die 3ügend toefc am Samstagnachmittag auch nur mit 4 Mann vertreten. Die 1900er, die einen ersten, vier zweite und einen dritten Sieg mit nach Hause brachten, schlugen sich recht tapfer, wenn auch nicht immer glücklich. Koch Hl in der S-Klasse war der Erfolgreichste. Er gewann die 100 Meter in 14,2 Sekunden und lieferte über 400 Meter mit dem Ersten totes Rennen, kam aber durch Losentscheid auf den zweiten Platz. Zeit 68,8 Sek. Der weitere L-Jugendliche Goß kam als Zweiter über 100 Meter ein und belegte im Weitsprung mit 4,17 Meter einen dritten Platz. 3eweils Zweiter wurden die ^-Jugendlichen Paulus und Salzberg. Beide verloren ihre Rennen äußerst knapp. Ersterer die 100 Meter in 12,1 Sekunde hinter Berg, Turn- und Sportverein Butzbach (12 Sek.), Salzberg die 1500 Meter in 4'49,9 Min. P/2 Meter hinter Goldschmidt (OSC.) Gießen. Der 1900er lief jedoch fein erstes Rennen über diese Strecke und ist noch stark verbesserungsfähig. Olympischer Sport-Club Gießen. Die Leichtathleten des OSC. zeigten sich bei den Wettkämpfen des Polizeisportvereins Butzbach von der besten Seite. Der OSC. errang 4 erste, 2 zweite und 2 dritte Siege. Rach- stehend die Ergebnisse, in denen die OSC.er erfolgreich waren: 3ugend. Olympische Stnffel, ÄI. A: 1. OSC. (Mannschaft: Goldschmidt, Stroh, Radon, K. Simon).) 2. MTB. Gießen. 1 500 Meter: 1. Goldschmidt, OSC., 4 Min. 49 Sek. 2. Salzberg, 1900 Gießen. 3. Kurt Simon, OSC. Gießen. Eine gute Zeit des Siegers. — 4X100- Meter-Stafsel, Kl. B: 1. MTB. Gießen, 2. OSC. Gießen. 3. TD. Butzbach. — 200 Meter, Kl. B: 3. Laudon, OSC. Gießen. Aktive: Kugelstoßen, Kl. 111. 1. Luh, OSC., 12,23 Meter. 2. Michel, Polizei Darmstadt, 11,84 Meter. 3. Ritzel-Darmstadt, 11,39 Meter. Außer Konkurrenz erreichte Luh 12,60 Meter. Mit diesem Sieg rückt er nun in die Klasse II auf. — Handgranatenwerfen: 1. Mohl, OSC. Gießen, 69,15 Meter. 2. Luh, OSC. Gießen, 66,25 Meter. 3. Briehl, Polizei Kassel, 66,05 Meter. 4. Gugel, 3.-Rgt. 15 Gießen, 63,80 Meter. Der Heeresrekordmann Mohl sicherte sich einen klaren Sieg. Beachtenswert war die Leistung von Luh, der den Spezialisten von Polizei und Militär den Rang ablaufen konnte. Gießener Radfahrer-Verein von 1885 Vereinsrennen über 75 Kilometer. Der Gießener Radfahrer-Derein von 1885 brachte am vergangenen Sonntag sein 75- Kilometer-Dereinsrennen zur Austragung. Um 7 Uhr wurden sechs Fahrer auf die Straße geschickt, welche über Daubringen, Londorf, Grünberg, Gießen und dann über Daubringen, Großen- Bufeck, Rödgen wiederum zum Ziel Gießen (Karlsruhe) führte. Bei der ersten Runde gab es keine Verschiebungen, so daß bei der ersten Durchfahrt durch unsere Stadt noch das ganze Feld züsammenlag. Kurz vor Daubringen schied der erste Fahrer, H. R e u c r, durch Reifenschaden aus. Die übrigen eilten der größten Steigung des Rennens, dem Saubringer Paß zu, der die Entscheidung bringen sollte. Der alte Kämpe Qluguft Deibel enteilte hier dem Feld, gefolgt von Gg. Spatz und R. W i 11 m a n n. 3m schönen Endspurt siegte Deibel in 2:24,35 Stunden vor Wittmann (2:24,36) und Spatz (2:24,40). Zwei ; Minuten später liefen dann noch die beiden Gebrüder K. und E. Muhl ein. retten. Inbegriff k kift der vom Toll mi wählte Aeichspräfidei . J« entspricht nicht 1 !, Iratie im deutschen Si mit überwältigender Q in ben staatlichen Fui Wanten, ober zu e-ner Ltaatsgesin E Parteien Hindun ^Präsidenten : I« W noch m den r ;;ten zerstört, dann - »uz«#5”' 180 Ffe’s* JS«"* * D i e öffentlichen Lebensversicherungsanstalten in Deutschland. 3m 3uli wurden bei den im Verbände öffentlicher Lebensversicherungsanstalten in Deutschland zu- sammengeschlossenen öffentlichen Lebensversicherungsanstalten 8974 neue Versicherungen mit 13,33 Millionen Mk. Versicherungssumme beantragt. Die durchschnittliche Versicherungssumme betrug in der Großlebensversicherung 3968 Mk., gegenüber 4036 Mk. im 3uli 1931, und in der Sterbegeldversicherung 468 Mk., gegenüber 480 Mark im gleichen Monat des Vorjahres. • Elektrizitäts-AG., v o r m. W. L a h - meyer & C o., Frankfurt a. M. Vor einiger Zeit hat die Elektrizitäts-AG. vorm. W. Lah- meyer & Co., Frankfurt a. M., die Verhandlungen mit der lettländischen Regierung über den Dau eines neuen Kraftwerkes an der Düna, die schon vor etwa zwei 3ahren gepflogen wurden, wieder aufgenommen. Wie die Verwaltung mitteilt, bestehen vorläufig noch Schwierigkeiten wegen der Finanzierung des Bauvorhabens, so daß der Ausgang der Verhandlungen noch ungewiß ist. * Der Aufsichtsrat der A. Riebeckschen Montanwerke AG., Halle a. S., schlägt der auf den 27. September einzuberufenden GB. auf Grund des Jnteressengemeinschaftsvertrages mit der IG.-Farbeninduftrie AG. die Verteilung einer Dividende von 4,2 (i. V. 7,2) v. H. vor. * Die Heinrich Lanz 21®., Mannheim, beabsichtigt, ihren Betrieb nicht wie in den vergangenen Jahren während des Winters stillzulegen. Grab, in w' (tinrmt den h^stn dck 6 Staat f&S 1 ie L-S>°E «ent, sondern allem 1 Dorkriegsstaat, Darteienkämpse zu dui Begriff ber Staatsauto not 18 Jahren bas i Autorität, ber Kaiser, z > bas gesamte Volk Dtmofralie, bie zwar o Monarchie verneinte, in ijedoch bie Staotsautoi Programm stellte. Was Aegierungskünste ber < Serben muh — und ro gegen sagen —, das Di Mtf gerade in diesen üt alle diejenigen hin □on marxistischen Gedan Denn es hat ein Angr outorität als solche verhängnisvollen Folge, ist, und der zu Chaos u tnenn ihm nicht rechtze Sie Regierung wird toälligenbe Mehrheit g, Lürste es eine amtier Haben, die von minbe Parlaments abgelehnt -nationaüoziallstlschen 3 , unmöglich wäre, eine 2 Me gegen die'W k- r Artutl°n über! ober^Evorder °V°uptes nich, «ht Ä.Wfr Kaiser in Ä lunger Wdt Qmtci| Anarchische oru?5Qr' ks. den L^toritätsg i daraus °us feinen 6- : tC ^ichsta v^ise belms n au9.b’er^r ^schnelle ti^n i Jucftrift Alnunun ,'nt uriQAS., 6egen ihn iä,•?".?» Abteilung in der diesjährigen Saison schon über 150 Siege an die Fahne des Männer-Turnvereins Gießen heften können. Schöne Erfolge der Spielvereinigung 1900 in Diez und Butzbach. Dei den am Sonntag stattgehabten 5. Oranien- Kampfspielen des VfB. Diez und 2. Rationalen Wettkämpfen des Polizeisportvereins Butzbach wurden die 1900er auf eine harte Probe gestellt. Sie lösten jedoch ihre Aufgabe zu voller Zufriedenheit. Raturgemäß mußte durch die Kräfteteilung das Hauptgewicht auf die Einzelkämpfe gelegt werden. In Licz wurden zwei erste, drei zweite und zwei dritte Plätze belegt. Die Besetzung, welche die Wettkämpfe gefunden hatten, war in höchstem Maße erstaunlich, sowohl in qualitativer, wie in quantitativer Hinsicht. Führende west- und süddeutsche Vereine waren mit stärkstem Aufgebot erschienen. Die Spielvereinigungsleute hätten noch eine weit bessere Rolle gespielt, wenn sie nicht auf ihren besten Sprinter, W. Müller, hätten verzichten müssen, auch erlitt Koch II erneut eine Muskelzerrung. Die Ergebnisse. Rachstehend die Wettbewerbe, in denen die 1900er erfolgreich waren: Aktive: Stabhochsprung: 1. 3ung (1900) 3,40 Meter (!); 2. Schreiber, Sp.-V. Meiderich, 3,20 Meter: 3. Rodenkirchen, Marienburger Sportclub, 2,90 Meter. Der Gießener hatte auch unter dem Beifall der Zuschauer 3,50 Meter übersprungen, als noch ganz unerwarteter Weise die Latte fiel. 8 00 Meter: Schilgen (ASC. Darmstadt) 1:59,2 Min. 2. Peters (1900) 2:07,8 Min. 3. Sander, Sp.°V. Wiesbaden 2:09 Min. 3n Anbetracht der wenig ansprechenden Bahn ist die Zeit des Siegers ganz vorzüglich. Kugelstoßen (Kl. II/III): 1. Maus, Bonner FV., 12,98 Meter: 2. Dengg, Köln-Marien- burg, 12,34 Meter: 3. Lipp (1900) 11,57 Meter. Olymp. Staffel: 1. Polizeisportv. Duisburg-Hamborn 3:39 M. 2. ASC. Darmstadt: 3. Sp.-V. Wiesbaden: 4. Sp.-Dg. 1900 Gießen. Aeuherst scharfer Kampf zwischen den Duisburgern und Darmstädtern sowie zwischen Sp.-V. Wiesbaden und 1900. Der Duisburger Reu und Schilgen (Darmstadt) legten hier die 800 Meter in knapp 1:57 Min. zurück! Frauen: 100 Meter: 1. Rick, SC. Reu- wied, 14,1 Sek.: 2. Günter, Reuwied, 14,7; 3. Hublitz (1900) 14,9. Gegenwind und schlechte Bahn verhinderten bessere Zeiten. 8 00 Meter: 1. Ehelmüller (1900) 2:48,3 Min.; 2. Moritz, Sp.-V. Wiesbaden, 2:53,7 Min.; 3. Bolender, VfB. Diez, 2:55,4 Min. Ein schöner und auch taktisch gut durchgeführter Lauf der 1900erin. Kugelstoßen: 1. Schütz, Sp.-V. Wiesbaden, 9,32 Meter; 2. Luh (1900) 8,82 Meter; 3. Gerke, Sp.-V. Wiesbaden, 8,32 Meter. Die 8,82 Meter sind die bis jetzt beste Wettkampfleistung von Frl. Luh. einer Regierung der 3n Ävang zur Regieru in DruWand grvher ' jemals Mr, tritt die ri ; Einigung durch das Pm Erfordernis, die Li! Frankfurt a. Dl. Derlin Schluß« kur«! Gchlußk. Abend- börsc Schluß« kurs Schluß!. Mittag- börse Datum 15-8. 16.8. 15.8. 16.8. Ricbcck Montan...... ?,. — — — — Vereinigte Stahlwerle . . . . 0 13,25 14,5 13 14 Otavi Minen....... 0 14 14 14 Kaliwerke Aschersleben . . . 6 — — 99 101 Kaliwerke Westeregeln . . . 6 — 104,75 104,75 106 Kaliwerke Salzdetfurth . . . 9 168 172 167 171,75 I. &. Farben-Jndustrte . . . 7 89,65 89,5 39,5 89 Scheideanstalt....... 10 —— 139,65 — — Goldschmidt........ . 0 20 20,5 20,25 20,65 Rütgcrswerke....... . 0 37,25 37,75 37 37,4 MetaUgesellschaft..... . 0 29,5 30,75 29,25 30,25 Philipp Holzmann..... . 0 —- 47,75 44,5 47,5 Zementwerk Heidelberg. . . . 4 41 43,5 —— Zementwerk Karlstadt. . . . . 0 — — Wayb & Freytag..... . 0 — 4,25 Schultheis Patzenhoser . . . 0 _ — 57,25 58,25 Alu eut(dre Linoleum .... . 0 37 38,75 36,5 38,25 Orenslcin & Koppel .... . 0 — — 27,9 30,5 Leonhard Tietz...... . 6 — 40 40 43 Svensla..... 0 —— —— —- —— Ehadc.......... 12 172 175 172,5 174,25 Frankfurter Maschinen . . . Gritzner....... . 0 . 0 - — Mainkrastwerle Höchst a. M . 4 _ Süddeutscher Zucker . 8 — 109 108,.* — Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a.M. Berlin Schluß- kurc! Schluß!. Abend- börse Schluß« kurs Echlußk. Mittog- börse Schluß« kurs Gchlußk. Abend- börsc Schlußkurs Scklußk. Mlttag- böric Datum 15.8. 16.8. 15.8. 16-8. Datum 15-8. 16-8. 15-8. 16.8. 6% Dcuttche rlteichsanleihe v. 192, 62 62 62 61,75 vamburg-Amenta Pare. . . u Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 15 16 — 16 6% ehcm. 7 %Dt. Reichsanl.v.1929 68,5 b8,75 bö,75 68,9 — — 5%% Poung-Anleihe von 1930 . Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit 60 61,5 60 61,5 Hansa Dampfschiff . . . < Norddeutscher Lloyd.....i 16,13 16,9 — 20,5 16,75 Ausloj.-Rechtcn...... — —— 49,13 49,1 A.G. für Verkehrswesen Akt. o — 41 — 40 Desgl. ohne Auslos.-Rechte . . 6% ehem 8%HeIi. Volksstaat 1929 — — 5,75 5,6 Berliner Handelsgesellschaft . 4 Commerz- und Privat-Bank . 0 Darmstädter und Nattonalbank 0 Deutsche Bank und 88,75 88 88,5 53,5 88 53,5 trückzahlb. 102%)...... Oberhessen Provinz.Anleihe mit Auslos.-Rechten ...... Deutsche Komm. Sammelabl. 53 — 53 — — — 47,25 47,25 — — Disronio-Gesellschaft. . o Dresdner Ban!...... o 75 75 75 61,75 75 61,75 Anleihe Serie 1...... 6% ehem. 8% Franks. Hyv.-Bank 44,5 45 45,25 45,5 Reichübank ......r. 125,5 126,25 126,25 126,5 Goldpfc. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank 69,75 69,5 A.C.G . ......0 Bergmann.........o 31,5 34 31,13 33,25 Goldpie 16 unkündbar bis 1936 6’/:% ehem. 4’/2% Franks.Hyp.. Bank Ltqu Pfandbriefe . . . 6'/z% ehem. 4/*% Rheinische 69 69 Elektr. LieserungSgelellschaft. 5 Licht und Kraft...... 6 80,13 81,25 65,75 80,13 67,5 81 77,75 77,9 — — Felten & Guttleaume .... o Gesellschaft für Elektrische 44 45 44 45,25 Hpv.-Banl,Liqu.-Goldpie. . 6% ehem. 8% Pr. Landespsand- 78,25 78,6 — — Unternehmungen .... 4 Rheinische Elektrizität ... öS 64,9 72,5 65,5 74 65 65,4 73 brtefanftah Pfandbriefe R. 19 6% ehcm. 7% Pr. Landespsand- 67,5 67,5 67,5 — Cchuckert S Eo....... 0 Siemens & Halske..... 9 71,25 129 71,5 131,5 70,5 128,75 71,75 131,5 briesanstalr Pfandbriefe R. 10 67,5 68 — — Lahmeyer L Co.. ..... 10 — — 93 92 4% Oesterretchische Goldrenie . 10,25 10,5 — 10,75 Buoeru. .......4 31 33 30,5 33 4,20% Oesterreichische Silbcrrente 1,05 1,05 — — Deutsche Erdöl.......5 —— 74 72,9 74,25 36,75 4% Ungarische Golbreulc .... 6 6,13 6,05 6,2 Gelsenkirchener ....... 8 36 36,5 36,13 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 6,25 6,75 6,2 6,3 Harpener..........0 57 59 57,25 59 4'/-% desgl. von 1913..... — Hoejch Eisen.........6 —- 28,9 28,9 5% abgest. Goldmexikancr von 99 — 6 6 6 Ilse Brryvau.......10 — — 131 4% Türkische Zollanleihc von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anlcihc 3,2 3,2 Ilse Bergl-nu Genüsse..... Slludncriuene........6 _ 24,25 94,75 95 25,75 Serie I . . . 3,4 3,4 — —— ManncsmaniuRöhrcn .... 6 —— 42 40,5 41,4 4% desgl. Serie 11 . . 3,4 3,4 __ — Alanssclder Bergbau.....0 — 15 16 6% Numän. vercinh. Reute v. 1903 5 — 5,1 5 Oberschiei. Koköwcrkc .... 8 _ 32,5 33,75 4'/r%Rumän.vereinh.Rentev.l91? 8,9 8,9 9,1 9 Phönix Bergbau......4'/z Rheinische Braunkohlen... 10 16,75 17,75 16,9 17,9 4% Rumänische vercinh. Rente 4,3 4,3 4,3 4,4 171J5 174,5 171,9 174,5 2 Wo > Anatolier 17.3 17.3 fllnetndahi .......r, 52.9 54,5 52,5 54 15.August 16.August Amtliche Geld Dotierung 3riti Amtliche Geld Nottcruna 1 Lriei HclsingforS . Wien. . . . 6,293 6,306 6,304 6,316 51,95 52,05 51,95 52,05 Prag . . . 12,465 12,485 '*12,465 12,485 Budapest . . — — -- Sofia . . . 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland . . 169,73 170,07 169,78 •70,12 Oslo.... 73.23 73,37 73,43 73.57 Kopenhagen. 78.07 78,23 78,22 78 33 Stockholm 75,07 75,23 75,32 75,48 London. . . 14.635 14,675 14,68 14.72 0,882 4.917 Buenos Aires 0,878 0,882 0,878 Neuyork . . 4,209 4.217 4,209 Brüssel. . . 58,40 58,52 58,40 58*52 Italien. . . Parts . . . Schweiz . . Spanien . . Danzig. . . Japan . . . Rio de Jan.. Jugoslawien. Lisiabou . 21,53 16,48 81,97 33,82 81,97 1,049 0,324 6,693 13,34 21,57 16,52 82,13 33,88 82,13 1,051 0,326 6,707 13,36 21,55 16,49 82,01 33,92 81,97 1,029 0,324 6,693 13,36 21,59 16,53 82,17 33,98 82,13 1,031 0,326 6,707 13,38 Berlin, 16. August Geld Zrlej Amerikanische Noten . . . 4,20 4 9° Belgische Noten......... 58,24 58 48 Dänische Noten......... 78,04 78,36 Englische Noten......... 14,64 14,70 Französische Noten........ 16,45 16.51 Holländische Noten........ 169,41 170,09 Italienische Noten....... 21,51 Norwegische Noten........ Deutsch-Oesterreich, A 100 Schilling 73^25 73^55 Rumänische Noten........ 2,49 2,51 75,45 82,15 Schwedische Noten........ Schweizer Noten......... 75,15 81,83 Spanische Noten......... 33,78 Ungarische Noten........