Ur. 140 Erstes Blatt 182. Jahrgang Zreitag, 17. Juni (952 GießenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Brrtf nitfr Otrloa: Brfit?l’fon 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig;' für N»» klamean.Kigen von 70 mm Breite 35 Reichspsennig, Platzvorschrift 20" , mehr. Chefredakteur Dr. Jnebr. Mlh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Thyriot,- für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für beit Anzeigenteil Tlaj Filter, lämtlich 'n Gießen krschetni löglich, außer bonnlags und Feiertags. Nellagen: Die Illustrierte Siebener Familiendlailer Heimat im Bild Die Scholle Monat, vezugsprei»: Mil < Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustriert« • l 80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen »on einzelnen Nummern infolge höherer (Bemalt Hernsorechanschlüste enler Sammelnummer 2251. Anschrift für Drohtnach- richten Anzeiger Alefze«. Postscheckkonto: -rantsvn am Main 11686. Landnöten. Der neue Reichsinnenminister Freiherr von G a y l hat sich die Aufgabe, aus te haben die Versicherung abgegeben, dasz 9L ihre Leute in Zaum halten werden. Die M Anhieb mit einer überwältigenden Mehrheit lieber auf geft eilt wurde. Wahrscheinlich ,Dr- cs also gar nicht zu einem zweiten Wahl- 10 £ kommen. jlpifr lagen die Schwierigkeiten nur in der 5er- l i illung der .Plattform". Für die Republikaner Iti: es zwar eine Prestigefrage, dah sie an »gi tcr festhalten. Sie sind sich aber nicht dar- i«jr im Unflaten, daß sie a u ch f ü r di e M i ß- fi r rlge der letzten Jahre voll verantwortlich 9V "St werden. Sie muhten daher eine zug- ‘ ästige Parole suchen, wenn sie über diese um c: Schwäche ihrer Position Hinwegkommen 2DI.cn. Sie standen daher vor der schwerwiegen- umi Entscheidung, wie sie sich zu der Frage der .^»bibition stellen wollen. Sie Haden »!«o^ne" und .Rasse" in ihren Reihen, und bei fir Europa unbegreiflichen Erbitterung, mit Aussetzung der Tributleisiungen während der Lausanner Reparations-Konferenz. Kreie Bahn für schnelle und gründliche Arbeit. - Reichskanzler v. Popen erneuert vor der Konferenz das deutsche „Nein". e die Haupt» widrigen Zahlungen lieg urfache der Krisis. Der R, als würde eine Befreiung Deutschlands von seinen Schulden seine Konkurrenzfähigkeit übermächtig gestalten. Die Inflation habe die Wettbewerbsfähigkeit der deutfchen Wirtschaft g e • schwächt und nicht gestärkt, allein schon durch die abnorm hohen Zinsen. Der Staatshaushalt mit (einen hohen sozialen Aufwendungen sei bedingt durch die Notwendigkeit, völlige Verelendung und politische Gefahren zu vermeiden. Zum Schluß bezeichnete der Reichskanzler die bisherig.' Geschichte der Reparationen als eine Reihe von Experimenten, bei denen jedesmal ein Maximum von Leistungen Deutschland auferlegt worden sei. Die Rückwirkung dieses Versah- rens seien jetzt handgreiflich geworden. Die Rcparationsleiftungcn haben sich als unmöglich und als schädlich erwiesen, und die Erfahrungen schließen die Möglichkeit neuer Experimente dieser Art aus, die den gleichen Mihersolg haben mühten. Die Besserung ist von einer Entlastung der weltwirtschast von solchen Störungen durch roirl- schaf tswidrige politische Zahlungen abhängig. Die Reparationen, die ursprünglich für den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete bestimmt waren, bauen nicht auf, sondern J e r ft ö r e n. Ls handelt sich um eine Arbeit, die den Blick auf die Zukunft richtet, v i e Z e i t der kleinen Mittel, der Atempausen, der Vertagungen, ist endgültig vorüber. Ls muh ganze Arbeit geleistet werden. Der Kanzler schloß mit dem Ausdruck der Erwartung, dah diese Konferenz aus dem verhängnisvollen Kreislauf der Vergangenheit endgültig herauskomme und den weg für positive 3 ufammen arbeitfrei mache, die uns allein einer besseren Zukunft enlgegensühren könne. Lausanne, 17.Juni. (WTB. Funkspruch) Zu Beginn der heutigen Plenarsitzung verlas der Vorsitzende M a c d o n a l d zunächst eine Erklärung, die von den Vertretern Großbritanniens, Frankreichs, Italiens, Belgiens und Japans unter dem gestrigen Datum gezeichnet ist. Oie Erklärung lautet: Tiefdurchdrungen von der wachsenden Schwere der wirtschaftlichen und finanziellen Gefahren, die die Welt bedrohen und von der Dringlichkeit des Problems, daß der Konferenz von Lausanne zu prüfen aufgegeben ist, fest überzeugt davon, daß dieses Problem eine endgültige und präzise L o s u n g erfordert, die auf die Besserung der Verhältnisse »n Europa hinwirkt, und daß diese Lösung ohne Verzug und ohne Unterbrechung gesucht werden muß, um im Rahmen eines Weltabkommens verwirklicht zu werden, und im Hinblick darauf, daß gewisse Reparations- und Kriegsschuldenzahlungen am kommenden 1. Juli fällig werden, stnd die unterzeichneten Regierungen der Ansicht. dah ohne Präjudiz für Lösungen, die späterhin gefunden werden können, zwecks ununterbrochener Verfolgung der Konferenzarbeit die Ausführung der Zahlungen, die den an der Konferenz teilnehmenden Regierungen als Reparations- oder Kriegsschulden zustehen, für öie Dauer ber Konferenz ausgefeht werden soll, wäh- rend die Konferenz nach dem willen der unterzeichneten Regierungen ihre Arbeit in kürzest- möglicher Frist vollenden soll. Es besteht Einverständnis darüber, daß der Dienst der auf dem Markt befindlichen Anleihen von diesem Beschluß nicht betroffen wird. Die unterzeichneten Regierungen erklären, daß sie zu ihrem Teil bereit sind, entsprechend dieser Vereinbarung zu handeln und die übrigen Gläubigerregierungen, die an der Konferenz tcilnehrnen, einladen, die gleiche Haltung einzunehmen. Auf die von Macdonald verlesene Erklärung erwiderte Reichskanzler von Popen: Ich habe von der Erklärung, die der Herr Prä- sident soeben verlesen hat, mit großem Interesse Kenntnis genommen, und weiß die Absicht, der sie entsprungen ist, voll zu würdigen. Ich begrüße diese Erklärung als den e r st e n sichtbaren Beweis des festen Willens der beteiligten Staaten, die Arbeiten der Konferenz zu erleid)- lern und diejenigen umfaßenden und endgültigen Entschlüsse, die die heutige Lage fordert, zu fassen. Ich kann nur wünschen, daß die Erklärung von der gesamten Weltöffentlichkeit in dem gleichen Sinne verstanden wird. Es wäre verhängnisvoll, wenn diese Hoffnung enttäuscht würde. Der Reichskanzler gab dann ein Bild der Weltwirtschastslage, wobei er zeigte wie die Weltwirtschaft seit der Schaffung des Poung- Plans im Jahre 1929 sich gewandelt hak und aus Optimismus in Pessimismus und Verzweiflung über, gegangen ist. Die Arbeitslosigkeit, die Einstellung von Zahlungen einzelner Staaten nach dem Aus- lande, das Abstcrben des Kapital- und Kredikvcr- kehrs, die Gewichtsoerschiebung der Schulden infolge der Steigerung des Geldwertes und des Fallens der Warenpreise — alle diese Erscheinungen zeigten, daß eine Neuordnung der edjulbo erhalt. Nisse unvermeidlich wird. In wirtschafts- Der Preußische Landtag stimmte am Donnerstag nach kurzer Debatte einem Antrag des Rechtsakts- (chußes zu. der die Freilassung des im Born- bcnlegerprozeß verurteilten Claus Heim fordert. Den Hauptoerhandlungsgegenstand bildete die Erledi. gung des im Rechtsausschuß mit der kommunistisch- nationalsozialistischen Mehrheit beschloßenen umfaßenden A m n e st i e e n l w u r f s. Bei den Ab- ftimmungen kam es zu einem Zwischenfall Mit den Stimmen der Kommunisten, Sozialdemokraten, des Zentrums und der Staatsparteiler wurde nämlich ein sozialdemokratischer Aenderungs. an trag angenommen, der eine sogenannte Jlotamncftic bringt, d. h. Gewährung von Straffreiheit für Delikte, die au s w i r t s ch af t I i ch e r N o t insbesondere auch von Arbeitslosen, begangen sind. Die Rechtsparteien und Kommunisten halten aber zunächst nicht genügend beachtet, daß die ein- leitenden Worte zu dem sozialdemokratischen Antrag, die gleichfalls mit angen o*m men worden waren, die gesamte politische Amne- st i e wie sie der Rechtsausschuß zur Annahme empfahl, beseitigt. Das wurde erst deutlich, als Sauft, selbst die waffenlose, so sehr. bah. wenn in Deutschland irgendwo einmal alte Kriegskameraden zusammentreffen, um Erinnerungen auszutauschen. das französische Volk erbebt und die Re- dakteure der Pariser Zeitungen in schlotternder Angst SOS fünfen. .Gott schütze unsere Seelen" wird in Paris ge- rufen, weil Mitte August in Pirmasens in der Plalz ein Treffen ehemaliger beut* scher Soldaten stattfindet. Das .Echo de Paris" reagiert auf dieses Treffen wie sonst ein Staat an dessen Grenze der Rachbarstaat seine Truppenverbände zusammenzieht und Mobilmachungsmah- nahmen trifft Es schreibt darüber Wenige Kilo- meter von der französischen Grenze soll im August dieses Jahres eine gewaltige .panger- manische' Grenzlandkundgebung statt- nnoen, die unter dem Motto .Marsch nach dem Wellen" steht. Einladungen seien an alle ehemaligen kaiserlichen Generale und Kriegerverbände ergangen. Auch Kronprinz Rupprecht von Dah- em wird anwesend sein. Höchst wahrscheinlich sind die Herren in Paris £on dem bisherigen Verlauf der Abrüstungskonferenz insofern nicht befriedigt, als man dort aul die französische Hetze gegen die deutschen Wehrverbande nicht reagiert hat, und damit zeigt, oap sie die französische Angstvsychose nicht zur Grundlage der Beratungen nehmen will. Frankreich aber sucht bei jeder Gelegenheit darzutun. daß feine ungeheuren Rüstungen nicht genügen, uw sich auf die Dauer gegen die deutsche Gefahr zu schützen. 3n der nächsten Zeit wird der französische Präsident Lebrunander lothringischen Grenze denMoselkanalMetz — Die den- V.zeprg/ident Wittmaack plötzlich den nöch- st en Punkt der Tagesordnung, die Aussprad,e über die Notverordnung, aufrief Nunmehr setzte eine Geschastsordnungsdebattc nach der andern ein mit einer zweimaligen Unterbrechung der Plenarsitzungen. Das Ergebnis war, daß nichts anderes übrig blieb, als die politische Amnestie abermals als Antrag einzubringen und im nach- ! a" Sitzungsabschniit in der kommenden W o ch e zu erledigen, da die Sozialdemokraten der Wiedereinbringung noch während der Donnerstag- sttzung widersprachen. Alle Parteien, mit Ausnahme Der Sozialdemokraten und des Zentrums, stimmten dann einem vom Abg. Dr. Zubke (DNVP.j ein- gebrachten Aenderungsantrag zu, wonach das sozialdemokratische Ersuchen an den Justiz- miniftcr auf Freilassung der politischen Gefangenen nur gelten soll, „bis zum Inkrafttreten des durch die Schuld der Sozialdemokraten noch nicht aerob- sch,edeten Amnestiegesetzes". In dieser Fassung wurde von der gleichen Mehrheit der sozialdemokratische An. trag angenommen. 3n ber zehnten Abendstunde wurde die polt» der dieser Kampf um den Alkohol geführt wird, mußte vorsichtig überlegt werden, ob nicht jede« Zugeständnis nach der einen Seite Stimmverluste nach der anderen Seite bedingt. So dah schlichlich die .Planke", die über die Prohibition in die Plattform eingeschoben wurde, möglichst vieldeutig gehalten ist. Gerade bei den propagandistischen Sorgen der Republikaner, die aber auch darin zum Ausdruck kommen, daß mächtige Führer wie V o r a h sich zurückziehen und Hoover im Stich lassen —, hätten die Demokraten es diesmal besonders leicht, wieder zu einem Erfolge zu kommen. Aber bei ihnen macht die Aufstellung desKan- biöa ten sehr große Schwierigkeiten, weil bei ihnen eine Zweidrittelmehrheit erforderlich ist. Rach den Vorabstimmungen ist Smith, her vor vier Jahren gegen Hoover durchfiel, 5a- Dorit; neben ihm Franklin Roosevelt, der Gouverneur des Staates Reuhork. Dazu kommt noch eine Reihe von »dunklen Pferden", die plötzlich aus der Versenkung auftauchen, wenn sich her- ausstellt. daß für keinen der Hauptkandidaten die qualifizierte Mehrheit zu erreichen ist. 1924 waren über hundert Abstimmungen erforderlich. Aehnlich kann es auch diesmal werden. 11 nb an den Reibungen, die um den Kandidaten schon entstanden sind, die sich aber später im Wahlkampf dann noch mehr auswirken, können die an sich guten Aussichten der Demokraten für einen Wahlsieg sehr leicht kaputt gehen. Die französische Politik ist der Ausfluß einer ins Krankhafte gesteigerten Angst vor der deutschenGefahr. Sie fürchten die deutsche . .. — ..eichskanzler ging bann auf die Lage in Deutschland ein. Er wies darauf hin, daß der Beratende Sonderausschuß bereits im vorigen Dezember d i e damalige Steuerdclastung Deutschlands als das Maximum bezeichnet habe, daß man aber trotzdem jetzt noch neue Steuern habe aus- f_d> reiben müssen, um den Betrieb des Staates überhaupt aufrechtzuerhalten Arbeitslosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Radikalisierung und Schrumpsung^des Deoiscnaufkommens, das immer weniger den Schulden, und lilgungsbienfl auch nur für die private Auslandverschuldung aufbringen kann, feien die Symptome dieser Entwicklung. Man habe bieAtempausenichlgenühf, die JJräfibcnl Hoover vor einem Jahre mit seinem plane bezweckte, ebensowenig seien die verschiedenen Empfehlungen der Sachverslän- berücksichtigt worden. Die deutsche Auslandverschuldung beruhe zum großen Teil auf der Kapitalübertragung infolge der Reparationsleistungen: mehr als 10 von den 18 Mil- liarden der Auslandanlcihen seit der Stabilisierung Deutschlands seien durch die Barzahlungen für Reparation sz wecke wieder ins Ausland zurückgeflossen. Besonders unter- strich der Reichskanzler dabei, daß man die deutschen Leistungen nicht nach dem Diskontwert, sondern nach dem wirklichen Wert berechnen müsse, den sie für den Leistenden gehabt hätten. Darin, d. ß in der Tatsache, daß die un wirtschaft- l i ch e D e r w e n d u n g der für den Leistenden kost- fpicligcn Hergaben gewaltige Zahlendisferenzen schaffe, liege überhaupt die Problematik des ganzen Reparattonssystems. Eine Berechnung nach ihrem wirklichen Wert bringe die Reparationsleistungen auf unvorstellbar größte Zahlen. Der Reichskanzler widerlegte dann die Auffassung, Hof en einweihen. Um das Leben deS Präsidenten vor allen Gefahren, die von Deutschland her drohen, au schützen, wird die Grenze ,6 La 1 »r a k1 abgesverrt. Ein 13 ORann starkes französisches Militärkommando ut in Perl an der Obermosel eingetroffen. Es txntr- x ber linlcn Moselfeite Pfähle eingerammt und diese mit Stacheldraht verbunden. Der Grenz- a^^tt wird nur an einigen bewachten Stellen möglich fein. ** Franzosen in ihrer ganzen Lächerlichkeit zu erkennen, muß man sich immer toicber fcatan erinnern, wie sich Frankreich mit ^"chen Tributzahlungen gegen einen beutfen Einmarsch gesichert hat. Längs der Grenze ist ein Festungsgürtel gebaut, der gegen alle technisch heute vorstellbaren Zer- storungsmittel gesichert ist. Bis zu sechzig Meter tief sind Laufgraben gezogen, die mit meler- buien Betonwänben abgefleift lind und jedem Vombardement mit schwerstem Kaliber star.dhalten. Die Unterstände find absolut bombensicher und sogar gegenGasanarissegesichert. Eine Vergasung der Unterstände ist unmöglich. Die früheren Kasematten in den Forts sind jetzt unterirdische Stahlhäuser mit mehre- ren Etaaen geworden, mit Wasserleitung unb de Urigem ßidjt »erleben. Fahr- ttu le zur Beförderung der Soldaten sorgen für Bequemlichkeit. Zur Heranführung der Munition und der Lebensmittel sind zehn Kilometer lange u? 1 Lb,x Stollen gebaut Es ist un- Scfbmfl zu berennen — und bann diese Angst! Dauersitzung im preußischen Landtag. O>e Amnestievoi-lage ve^ögert. - Anträge auf Aufhebung 6er preußischen Notverordnung angenommen. tische Aussprache auf Grund deutschnationaler und kommunistischer Anträge gegen die neue preußische Sparoerordnung begonnen. Finanzminister Klepper betonte, daß die Ver- vrdnung den echten Etatausgleich und die Sicherstellung der Kassenlage ermöglicht habe, nachdem das Reich aus finanziellen, nicht etwa aus politischen Gründen, sich außerstande erklärt 'f)abe, Preußen jetzt die 100 Millionen zu überweisen, die eS für Lieberlassung der Siedlungsanteile zu beanspruchen hat. Er bedauerte, daß in bezug auf die Arbeitszeitkürzung die Deichsnotverordnung nichts bringe, obwohl hierdurch eine Verminderung des Aufwandes für die Erwerbslosen und Ermäßigung der allgemeinen Steuerlast zu erreichen gewesen wäre. Er befürchtete, daß in der Siedlungspolitik die neue Deichsregierung nicht vorwärts gehen wolle und erklärte, daß Preußen seine Auslassung im Reichsrat zur Geltung bringen werde. Dach ausführlichen Degründungsreden der kommunistischen und deutschnationalen Antragsteller eröffnete Dr. Klein (Ratsoz.) die Aussprache mit einer scharfen Polemik gegen den Finanzminister. Abg. Dr. Wester (Ztr.) erklärte, das Zentrum, das freie Hand nach rechts und links habe, lasse sich das Gesetz des Handelns von niemandem vorschreiben. Bis in die vierte Morgenstunde sprachen dann die Vertreter der Fraktionen, wobei auch Finanzminister Dr. Klepper nochmals das Wort nahm, um zu erklären, daß kein einziger positiver Vorschlag von realer Basis als Ersatz für die preußische Dotverordnung gemacht worden sei. Dach siebzehn st ündiger Dauersitzung wurden di« kommunistischen und deutschnationalen Anträge auf Aufhebung der neuen preußischen Dotverordnung mit den Stimmen aller Oppositionsparteien angenommen, doch hat diese Annahme nur demonstrativen Charakter, wie der Staatsgerichtshof bei früherer Gelegenheit feststellt«. Das Haus v«rtagte sich auf Mittwoch, den 22. Suni, wo klein« Borlag«n neben der politischen Amnestie auf der Tagesordnung stehen. Sn diesem Sihungsabschnitt ist auch die endgültige Wahl des Landtagspräsidiums, evtl, weiter der Versuch der Wahl des Ministerpräsidenten zu erwarten. Nationalsozialistisches Ministerium in Oldenburg. Oldenburg, 16. Juni. (WTB.) Im Olden- burgischen Landtag wurde zum Ministerpräsidenten gewählt der von den Nationalsozialisten vorgeschlagene Abgeordnete Karl Rover. Der neue Ministerpräsident schlug für die beiden anderen Minister- posten den Abg. Landgerichtsrat Pauly von der NSDAP, und den nationalsozialistischen Schriftleiter und Abg. Spangemacher vor. Während der Ministerpräsident mit 26 von 41 Stimmen, und zwar von den Nationalsozialisten, den Deutsch- nationalen und den Landoolkvertretern gewählt worden war, entfielen auf die beiden Minister je 25 Stimmen. Der neue Ministerpräsident betonte, daß er das Amt auf Anordnung Adolf Hitlers übernehme. Er erklärte weiter, daß keiner der Minister Ansprüche an den Staat stellen werde, falls er ausscheiden solle. Keiner der drei Minister werde das Juni- Ätn Anspruch nehmen, sondern die zuständige tssumme einem sozialen Zweck zuführen. Reuerrichiung der SA. (Lin Erlaß Hitlers. München, 17. Juni. (CNB. Funkspruch.) Im „Völkischen Beobachter" wird an erster Stelle heute ein Erlaß Adolf Hitlers veröffentlicht, in dem dieser dsx Neucrrichtung der SA. anordnet und mit der Durchführung den Chef des Stabes, Ernst Röhm, beauftragt. Auch die Gruppenführer der SA. werden vorläufig in ihren Dienststellen und Dienstbereichen wieder ernannt. Die SS. wird durch den Reichsführer H. Himmler neu aufgestellt. Die gesamten organisatorischen Anordnun- gen der früheren SA. gelten zunächst als Anhalt. Sie werden in Kürze neu erlassen. Die weiteren Ausführungsbcstimmungen erläßt der Chef des Stabes. Nach dem Erlaß Hitlers werden Aufrufe an die SA., SS. und NSKK. sowie an die Hitler-Jugend von den Führern dieser Organisationen veröffentlicht. Das Reich will abwarien. Berlin, 17. Juni. (TU.) Angesichts der Erklärung der bayrischen Regierung, trotz der gestrigen Reichsnotverordnung für das Tragen von Uniformen bei bestimmten Anlässen noch besondere polizeiliche Vorschriften zu er- lasfen, und des Vorgehens der badischen Regierung, die ein allgemeines Uniform- verbot ausgesprochen hat, wird die Reichsregierung, wie der „Lokalanzeiger" erfährt, zunächst genau prüfen, auf Grund welcher landesrechtlichen veftimmungen die beiden Länder ihre Anordnungen erlassen werden oder haben. Die Reichsregierung werde von dem Ergebnis dieser Prüfung ihre weiteren Maßnahmen abhängig machen. Rundfunkrede des Reichsinnenministers. Sn der für die Deichsregierung vorbehaltenen Rundfunkstunde spricht Freitag, um 19 Tlhr, Reichsinnenminister Freiherr v. Gahl über die Dotverordnung des Reichspräsidenten gegen politische Ausschreitungen vom 14. Suni 1932. Die Rede wird von sämtlichen deu- schen Rundfunkgesellschaften übertragen. Tumultszenen im Bayrischen Landtag. München, 17. Juni. (WTB. FunksprucH.) Zu der heutigen Plenarsitzung waren die National- sozialisten im braunen Hemd und mit dem Hakenkreuz erschienen. Als Präsident "S t a n g dies als eine Störung des Hauses erklärte und auf Grund der Geschäftsordnung die Mitglieder der nationalsozialistischen Fraktion von der Sit- zung auszu schließen ankündigte, bestieg der nationalsozialistische Schriftführer Esser das Rednerpult und rief: „Unserem Führer Adolf Hitler ein dreifaches Heil!" Die Nationalsozialisten und zahlreich? Besucher der überfüllten Tribünen hoben die Hände und stimmten in die Rufe ein. Unter starkem Tumult rief Esser der Regierung ein „Nieder" zu. Darauf wurde von den Nationalsozialisten das Horst Wessel-Lied gesungen, in das ebenfalls ein großer Teil der Tribünenbesucher ein- stimmte. Der Präsident erklärte die Sitzung für unterbrochen. Endkampf in Hessen Aus aller Well den des bene par. Revolutionsbeamten, die Bor- und Ausbildung feit aus der Dot finden. Sm Anschluß an Fackelzug durch Gelegenheit kam es Reibereien, so daß mußten. er- seit in es in die Kundgebung fand ein die Stadt statt. Bei dieser an verschiedenen Stellen zu einige Festnahmen erfolgen Land der Ruf zur bürgerlichen Sammlung geht, hat sein« Ursache wohl darin, daß der letzten Landtagswahl das Bürgertum seinen breiten Schichten erkannt hat, daß seit dem 15. Dovember keine Vertretung Rechts st reites zwischen Litauen und Signatarmächten der Memelkonvention. Lin neues Todesurteil in Italien. Dor dem Sondergerichtshof zum Schuhe Oer ehemalige Präsident des Memel- direktoriums Böttcher gestorben. Memel, 17. Juni. (WTB. Funkspruch.) Der frühere Präsident des Memeldirektoriums, Otto Böttcher, ist gestern abend im Alter von 50 Jahren gestorben. Böttcher wurde im Juni 1931 zum Präsidenten des Memeldirektoriums berufen. Im Februar 1932 wurde Böttcher von Gouverneur Merkys im Zusammenhang mit seiner Reise nach Berlin gewaltsam abgesetzt. Böttcher sollte dann wegen angeblichen Landesverrats vor Gericht gestellt werden, doch lehnte die Staatsanwaltschaft des litauischen Militärgerichts dies ab. Im Februar 1932 legte schließlich Präsident Böttcher sein Amt nieder. Seine Absetzung dyrch den litauischen Gouverneur war, wie erinnerlich, der Ausgangspunkt eines Konfliktes, der zur Auflösung und Neuwahl des Memellandtags führte. Anderseits bildet sie den Gegenstand des zur Zeit im Haag schwebenden h Mtaorts bet KHmBS h'mm dann m LSkUn es Lntersberi . miste und angenehmste Kleidungsstück. Aon der riMe aus folgen den Booten viele Blicke. Die Bäume und Sträucher an den Ufern stehen Nehmen Sie zum Aufwaschen, Spülen und Reinigen Henkels ® das Paddelboot ift große Mode geworden. Die Glichen und ebenfalls von der Brücke aus viel leö« btn $ « leiten her Union neu 1 iiterium erhält oon. I onbes ständig 9W j jen Marsch auf ffio* | der Leteranen rede- j bgeorbneten ein, bis»| daß über die des iöeteranil Serben foU.Iro6bem<| roic auch Üoooer en . 1 SÄ an; nnr han. Aus her Proömuonjouöfdaht. Gießen, den 17. 3uni 1932. An der Lahn . . . Zlelfältifl wie sonst zu keiner anderen Zeit des ist jetzt das Bild der Lahn. Nie bietet sich f- ( solche Fülle der Firmen und Farben, wie in j | n Tagen des herrlichsten Sommers. UeberaU , 5 scht reges Leben, ein wewirr der Stimmen und ird)ieben|iten Laute erfüllt Trie Lust. Man braucht i.i eine Liertelstunde auf der Lahnbrucke zu stehen, _■ Augen und Ohren aufzumachen, zu sehen und Horen: das bedeutet eine Viertelstunde Kurz- [t:-i! nibeten Besitzer liegen mehr ober weniger saul tlren bunten Kähnen. Prall spannt sich die weiche .i-nmihaut der Boote um die Spanten. Zu zweien . r sie meist in den Booten. Das Boot gehorcht :.'m Nuderschla llu Ungsmaihn 8 I*Qliung5mnkM'8rB J* jeutiirni vsiun. 4^iv ouihiv flcitynti in uu» oiuu- 7"reCT, cr iU iS irr Helle Lichter und dunkle, volle Schatten. Das ch er heule morgen: - - -- - -- ••• * Der Derunglüclte 1 es Kindes. R unb tinb^i» ’ preisende Üleurtgtfp I Gruppen gan;: ln9 aus her @runtü Minimum; |ür biti !r(d)ulbung alsbald, 9. Leschasfunn tiiä !n durch staatlich er Vornotizen. — Tageskalende r für Freitag. NSDAP 20.30 Uhr, Bolkshalle, Wahlkundgebung: Redner Adolf Hitler. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Porck". •• E i n Siebzigsähriger. Geh. Hofrat Professor Dr. Otto ImmIsch, der frühere Gieße- ncr Universitätsprofestor, kann am 18. Juni feinen 70. Geburtstag feiern. Er wurde als Sohn eines Aolksschullehrers au Wartha in der sächsischen Lau sitz acboren. Nach dem Besuch des Kreuzgymnasiums in Dresden bezog er die Universität Leipzigern dort klassische Philologie zu studieren. 1886 promovierte er zum Dr. phil Dann wurde er Lehrer am König- Albert Gymnasium und habilitierte sich 1889 an der Universität Leipzig, an der er 1895 außerordentlicher Eonderzüge zur Hitler-Kundgebung auf dem Hoherodskopf. Anläßlich derHitler-Kundgebung bei der Sonnwendfeier auf dem Hohe- rodSkopf am morgigen Samttag verkehren aus der Reichsbahn folgende Sonderzüge: Hinfahrt: Gießen-Ilbeshausen über Altfeld: Gießen ab 13.12, Altseld ab 14.50, Ilbeshausen an 16 03 Uhr. DUbel - Hartmann-Ha.n. Vilbel ab 12.48, HaN- mannthain an 15.26 Uhr. Friedberg—Schotten: Freiberg ab 13.19, Schotten an 15.11 Uhr Fulda— Bermuthshain: Fulda ab 13.45, Bermuthshain an 15.42 Uhr Mit Flügelzug ab Diederaula bis Salzschlirf. Diederaula ab 12.43, Salzschlirf an 13.35 Uhr Rückfahrt: Ilde-Hausen über AlSseld—Gießen: IlbeS- hau'en ab 0.25, Alsfeld an 1.35, Gießen an 3.04 HartmarmShain—Dilbel: Hartmannshain ab 026. Dilbel an 2.48 Uhr Schotten — Friedberg: Schotten ab 0.20. Friedberg an 2.12 Uhr. Bermuthshain Fulda: Bermuthshain ab 0.32. Fulda an 2,16 Uhr. Mit Flügelzug Salzschlirf— Diederaula, Salzschlirf ab 1.56, Diederaula an 2.56 Uhr. Wahilundgebung der Eisernen Front. Die 6iferne Front in Dießen lädt im heutigen Anzeigenteil zu einer öffentlichen Wahlkundgebung für morgen, SamStag, 20.30 Uhr, auf der Liebigs- höhe ein Als Redner werden der Dorsitzende det Allgemeinen Deutschen DewerkschaftsbundeS. Abg. Draßmann -Berlin, Frau I en tz e n-S (Treiber -Gießen und Dr. M u n g i o 1 i auS Italien genannt. (Däheres siehe heutige Anzeige.) Gemeiner Wert nicht stets gleich dem Börsenpreis. In den vom Wirtschaftsprüfer unb Bücherrevisor Hermann Will zu Gießen herausgegebenen „Aktuellen Steuerfragen" (Rundschreiben Nr. 12) lesen wir: In einem grundlegenden Urteil vom 17. 3. 1932 — III A 929/30 —, veröffentlicht Reichssteuerblatt 1932 S. 459, hat der Reichsfinanzhof die interessante und für weite Kreise wichtige Fraae behandelt, ob die Börsenpreise einer bestimmten Ware gleich dem gemeinen Werte sind, oder ob der Steuerpflichtige erechtigt ift, geltend zu machen, daß der gemeine Wert unter dem Börsenpreis liege. Der Reichssmanzhof hat für die letztere Auffassung entschieden unb auf Grund ber Einholung eines Gutachtens ber wirtschaftlichen Spitzenverbände folgen- bes erklärt: „Der Senat hat keine Bebenken, bem Gutachten darin beizupflichten, baß bie Börsenpreise nur einen Anhaltspunkt für die Ermittlung des gemeinen Wertes von (Betreibe, unb Mehlvorräten bieten. Es ift nicht von ber Hanb zu weifen, baß unter Um- ftänben erhebliche Unterschiebe zwischen bem gemeinen Werte von Getreide unb Mehl unb ben notierten Börsenkursen dieser Waren bestehen, unb Unterschiede dieser Art werben sich besanbers in ber Zeit unmittelbar vor Beginn ber neuen Ernte fühlbar machen. Im Streitfall hanbelt es sich aber ge- rabe um diese Zeit." Der Entscheidung kommt grundsätzliche Bedeutung xu. Nicht nur bei (Betreibe- unb Mehlvorräten kann danach ber Steuerpflichtige bei seinem Bilanzansatz unter den Börsenpreis für ben gemeinen Wert gehen, sondern auch bei allen anderen Waren, Aktien ufro. Notwendig Ist natürlich aber immer, daß er, ebenso wie im Falle bes hier besprochenen Urteils, genau unb im einzelnen bie (Brünbe barlegt, weshalb ber Börsenpreis nicht bem gemeinen Wert entspricht, sondern ber gemeine Wert nlebriger ist als ber Börsenpreis. Das Urteil ist im übrigen auch wichtig für bie von mir mehrfach behanbelte Frage, ob ber Steuerpflid) tige berechtigt ist, unter bie Wertpapier-Durch schnittskurse auf Grund der Verordnung vom 15. 12. 1931 herabzugehen. Das Urteil zeigt, daß die entgegen dem Standpunkt des Reichsfinanzministers in feinem Erlaß vom 5. 3. 1932 vertretene Auffassung die richtige sein dürfte. "U Henkels Idasch-und Bleich-Soda zum Einweichen derLüäsche ■ ■ ■ ZUm tt)eichmachen desliJassers o sahnischem ®ebict i sie zerschmettert lir geborgen unb ju Warum wollen Sie sich selber am Waschfaß abmühen, wenn Henko Bleich-Soda die Arbeit viel einfacher, viel besser u. billiger macht? Gibt es eine einfachere u. bequemere Art der Schmutzlösung als Einweichen über Nacht mit Henko? Auch zum Scheuem u. Putzen leistet Henko Bleich- Soda vortreffliche Dienste. Aber achten Sie darauf, Henko muß es sein. Es gibt viele Nachahmungen. V if lußabwärts der Lahn, zartblau vor dem Hellen, ttErfüllten Himmel schließen sanfte Höhenzüge dos fc 6 im Westen ob. Wenn die Sonne hinter diesen itf-jcn verschwunden ist, wird cs auch um die Lahn tidc stiller, bann dauert es nicht mehr lange bis Dunkelheit völlig hereinbricht, und bald geistert tat das Licht der Brückcnlampcn über das leicht ki tgte Wasser, während sich unter den steinernen tfcdm der Brücke düsteres Dunkel breitmacht i Jlorgcn aber scheint sicherlich wieder die Sonne, ir) man wird wieder baden und paddeln gehen, Mii man ohne Pflichten feinen eigenen Tag leben SeideldastaNen. aUc Änabcnfrauiarlen. Landnelke, Bergaster, Bcrgflockenblume. alle Snzianaricn, Sandlotwurz a.Tc Wintergrünarten, Große Anemone. 'T^cifjc Lee rote. Diptam, Gelber unb Blaue» Eisenhut Weiter ift das Ausgraoen. AuSreißen, 'Abpflücken, Abschneiden ufw. nachstehender PUan- Äenteile zum Zwecke deS Erwerbs, sowie das Feil- halten, Ankäufen. Terfau’en, Mit übten und Befördern verboten: Berg Wohlverleih. Küchenschelle, Frühlingsadonis, Trollblume. ,e Tiere tränken' Tränkt während des Tages, wenn d e 6?nnc heiß hern.ederbrennt, die Pferde! E.n Sch.uck sriichee Wasser erfrischt die erschöpften T erc genau so wie die Menschen. Dergeßt auch d.e .Kettenhunde nicht! Bei Mnch- mange. trinken Katzen auch Datscr. Die StaU- Hafen brauchen ebenfalls Erfrischung, besonders wenn sie mit Hafer gefüttert werden Eine nährende Hasenmutter braucht Milch Sie muß bei herrschender H.ye getränkt und besonder- gefüttert werden. S.e.lt wombglich die HasenstSUe in den Schatten und setzt s:e nicht der g.ühenden Sonne aus Durch das vielleicht gut gemeinte d chte Verhängen dieser Ä’.einticrft&lle ist die Au-dünstung desto druckender. Habt auch Erbarmen m t dem Geflügel! Vögel in Käfigen brauchen ein Waiserbad, besonders wenn die'e Datargeschöpse bei Platzmangel In die heiß« Küche „verpf'.anzr' werden. Achtet die Mutterliebe in den Tieren! •• Keine Grashalme in den Mund nehmen! Im Sommer wird alljährlich durch bi« Unsitte. Grashalme in den Mund zu nehmen und daran zu kauen, eine gefährliche Krankheit verbreitet. die vow Strahlenpilz verursacht wird. Dieser Pilz befindet sich verhältnismäßig häufig auf Getreidehalmen und auf (Sräfesn. auf den Aehren, wie au! dem Stroh, und erregt, auf Menschen übertragen, schwere eitrige Entzündungen, die sogar tödlich verlaufen können. Die Entzündungen entstehen nach dem Kauen befallener Graser hauptsächlich im Zahnfleisch und in der Wangen- schleimhaut, überhaupt in allen Teilen deS Mundes. Das Pilzgeflecht sinkt sich in das menschliche Gewebe ein, bringt eS zum Verfall, und bie Folge davon sind erst sehr harte, bann weiche Geschwülste, die bis auf die Kieferknochen gehen können und fehl schmerzhaft sind. Was die Erkrankung besonders gefährlich macht, ist die Fähigkeit des Strahlenplzes. sich auf dem Wege über die Blutbahnen im ganzen menschlichen Körper zu verbreiten, wodurch Blutvergiftung entsteht. Diese Gefahren deS Strahlenpilzes werden immer noch viel zu wenig gekannt und berücksichtigt, sonst wäre es nicht möglich, daß selbst unter Erwachsenen immer noch die Unsitte zu beobachten ist, an abgepflückten Grashalmen zu kauen •• Vorsicht mit Benzin als Reinigungsmittel. In letzter Zeit sind wieder mehrere Unglücksfälle durch falschen Gebrauch von Benzin vorgekommen. Es besteht daher Veranlassung. erneut davor zu warnen, derart leichtsinnig Leben und Gesundheit der Hausbewohner zu gefährden. Die Gefahr liegt darin, daß die sich entwickelnden Venzingafe mit der atmosphärischen Luft gemischt außerordentlich explosibel sind. Diese Benzindämpfe sind schwerer als die atmosphärische Lust, bewegen sich am Boden entlang. entsprechend der h.er herrschenden Strömungen. und kommen auch an weit von der DenutzungSstelle deS Benzins entfernten Feuer- ste'len. brennenden Lichtern, entzündeten Streichhölzern oder gar schon an Funken von elektrischen Kontalten zur Entzündung und Trplosion. Schon 2,5 Teile Benzin auf 100 Teile Luft, also ganz geringe Mengen, laufen das gefährliche Erplo- sionsgemifch entstehen. Selbst das Ocffncn der Fenster bei solchen Arbeiten genügt nicht als Vorbeugungsmaßnahme, weil die schweren Benzindämpfe auf dem Boden ruhen und nicht abziehen können. Geradezu gemeingefährlich ist das Forigiehen benutzter Dcnzinmengen in die Wasserleitungen. Toiletten u. dgl., besonders in Garagen! Denn dadurch können erplofionsgesähr- liche Gasmengen in die Kanalisation gelangen, die sich sch immer auswirken können, als wenn ganze Straßenzüge mit Dynamit unterlegt sind. Wettervoraussage. Durch die Störung,über dem Baltikum wird in Deutschland biS zum Odergebiet Bewölkung und an der Küste auch etwas Diederschlag verursacht, während im übrigen Teil des Deiches durch den Hochdruckeinfluß heileres Wetter vorherrscht. Die Möglichkeit zu vorübergehender Ausbreitung von Bewölkung des nordöstlichen Druckfallgebietes bis nach unserem Bezirk ist vorhanden. Im wesent- licpen dürfte aber' doch der Eharakter des hohen Dockes maßgebend sein. Aussichten für Samstag: Zeitweise bewölkt, im wesentlichen aber aufheiternd, trocken, warm. Aussichten für Sonntag: Fortdauer des meist heiteren und trockenen Wetters, tagsüber weitere Erwärmung. Lufttemperaturen am 16. Juni, mittags 20,4 Grad Celsius, abends 14 Grab: am 17. Juni: morgens 13 Grab. Maximum 22,3 Grab, Minimum 8 Grab. — Erbtempcraturen in 10 cm liefe am 16. Juni: abenbs 27,4 Grab: am 17. Juni: morgens 17,4 Grab. — Sonnenscheinbauer 15 Stunben Benn bas „vieberliesche" fauchenb, ratternb unb , üalienb bimmelnb bie Brücke in ber Richtung v ,-q Heuchelheim passiert hat, bann bat es ben An- ben, als ob für einen Augenblick Ruhe eintreten i.cbe’, wenn uns auch ber Klang bcr Glocke ber r-nbahn noch lange in ben Ohren bleibt. Aber bas uu ber Ruhe scheint nur so. Das Geschrei ber Rin- fr von ber Badeanstalt her (nehmen wir an, baß t u r bie Kinder finb, bie da schreien unb rufen) i sogleich roieber bie Oberhand gewonnen unb 1 bie Luft an heißen Tagen so lange, bis bie > rne glutrot Im Westen stehl unb dann bie Kühle > Abends ben Heimweg anbesiehlt. Und so, wie ii Stimmengewirr von ben Badeanstalten herüber- unb 1900 etatmäßiger Professor wurde. 1907 folgte er einem Stufe als ordentlicher Professor nach G,e ßen, wo er bis 1913 lehne Dann ging er auf ein Jahr an bie Unioerfhät Königsberg, bie er 1914 mit ber Universität Freiburg i Br. vertauschte, an ber er bis zu seinem UebertriU in ben Rudestanb 1931 wirkte Seine zahlreichen ver>.ffentlichungen belieben sich auf bas klassische Altertum, vorwiegend aber auf das Gebiet der griechischen Literatur, Sprache, Religion und Philosophie Außerdem verdankt man ihm wertvolle Arbeiten über Homer und bie Schriften bes Plato unb Aristoteles Nebenher bat Jmmisch in seiner Eigenschast als langjähriger Leiter unb jetziger Ehrenvorsitzender bes veuüchen Gymnasialoereins schuloolitische Schristen veröffentlicht. bie sich mit den Belangen des bumanistilchen Gnmnasiums befallen. Der Gelehrte, ber zu ben auherorbentlichen Mitgliebern der Heidelberger Akademie ber Wifsenschasten zählt, ist ber weiteren Oefsentlichkeir besonders durch sein Buch „Das Erbe bes Alten" bekannt geworden. ee Das Hackfleisch im 6*>m mer. DaS Polizeiamt Gießen teilt mit: In den Sommermonaten häufen sich erfahrungsgemäß bie Erkrankung :n infolge Genusses nicht einwandfreier DahrungSmittel, insbesondere werden Erkrankungen nach bem Genuß nicht frischen Hackfleisches vielfach beobachtet. AuS diesem Grunde ist in den FleifchverkaufSordnungen das Verbot enthalten. Hackfleisch während der wärmeren Jahreszeit auf Vorrat herzustellen und seilzuhalten, und ferner vorgeschrieben, daß solches Fleisch bei Bedarf stets frisch zu bereiten ift. Die Polizeiorgane sind angewiesen, bie SXinbfübrung dieser Vorschrift angewiesen, die Durchstihrung dieser Vorschrift genau zu überwachen. Die Bevölkerung wird auf die Gefahren ausdrücklich hingewiesen, die mit dem Genuß nicht frischen Hackfleische-, insbesondere von Pferden, verbunden finb. Es wird empfohlen, nur solches Hacksle.fch zu kaufen, davor den Augen de- Käufers frifch zubereitet wird. •• Die Geschäfts ft eile des Heffifchen Heimatwerks, Abt. Oberhessen. Gießen, Dismarckstraße 24. hat ihre Arbeiten aufgenommen. Zunächst wirb im Zusammenwirken bcr Bezirks- Nebenstellen bes Arbeitsamts Gießen mit besonders bafür gewonnenen Mitarbeitern Perftänbnis für die besonderen Aufgaben der „Betreuung" und person- kicher Kontakt mit den Arbcitsdienstfreiwilligen ye- schaffen. Die Gesamtorganisation, bie vor allen Dingen die in den Betrcuungsbezirken zur Verfügung stehenden Hilfskräfte einfetzen will, wird von Gießen aus betrieben. •• 21 u f freien Fuß gesetzt. Der am Mitt- wochabend in Dorf-Gill verhaftete nationalsozialistische Bersammlungsrcdner Jnaenieur Ernst H o I z- kam per aus Darmstadt wurde gestern vormittag dem Amtsgericht in Gießen vorgeführt. Nach der richterlichen Vernehmung wurde er auf freien Fuß gesetzt Das Verfahren wird im ordentlichen Rechtsweg fortgeführt. •• Sonnwendfeier auf dem Schiffen- berg. Am morgigen SamStag veranstaltet der Gastwirt des SchiffenbergS, Herr Sinder, auf dem Schiffenberg eine Sonnwendfeier, zu der jedermann eingeladen ist. Für die Besucher sind, neben dem OEbbrennen eines Sonnwendfeuers, verschiedene lieberrafepungen vorbereitet. Es wird Gelegenheit gegeben sein, fich einige Stunden gut zu unterhalten. DähereS ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. •• Die Deutfchnationale Volkspartet im Wahlkämpf. Man bittet uns um Aufnahme folgender Zeilen: In zahlreichen Orten des Kreises — so in GrohewBuseck, Großen-Linden, Klein Lin- ben, Heuchelheim, Steinberg, Londorf, Watzenborn, Garbenteich, Lauter. (Brüningen, Annerod, Lang- Göns, Leihgestern und Allenborf — konnten vor zum Teil recht gut besuchten Versammlungen Rebner der Deutschnationalen Volkspartei wie Kurt 23 o ge I (Kassel), Bürgermeister 9B o fcf (Marburg), Rechts- anwalt Zimmer (Gießen) und Geschäftsführer G a t h (Altenkirchen) über den Weg unb bas Ziel ber Deutschnationalen referieren. Zuversichtliche Stimmung in allen mit vielen Versammlungen belegten Kreisen ber Provinz Oberhessen lassen auf ein stetiges Wachsen der Deutschnationalen Volkspartei schließen. Besonders ist es das Landvolks das dem an zweiter Stelle der deutschnationalen Liste kandi- tierenben ehemaligen ^bgeorbneten ber Lanbvolk- partei, Fenchel (Ober-Hörgern), warmes Interesse entgegenbringt. •• E i n Wahlversammlungs-Kurio- s u m berichtet der „Grünberger Anzeiger" von ge- ftern. Das Blatt teilt mit, baß am vorigen Sonntag, nachmittag in Grünberg eine kommunistische Wahlversammlung stattfinden sollte, zu der nur der Redner aus Gießen unb fünf Polizeibeamte erschienen waren. Bei biesem „Massenbesuch" mußte die Versammlung wohl oder übel aus. fallen, da, wie bas (Brünberger Blatt mit Recht sagt, die Polizeibeamten keinen Bedarf an einer kommunistischen Wahlrede hatten. " Geschützte Pflanzen. Dach dem Hess. Daturschuhgefeh vom 14. Oktober 1931 und nach der Bekanntmachung des Hessischen Ministers des Inneren vorn 11. Mai 1932 sind kolqende Pflanzenarten dem Daturfchuhe unterstellt: sämtlich« Bärlapparten, FedergraS, Türkenbund, Früh- lingSknotenblume oder große- Schneeglöckchen, Dieseru-Schwcrtlilie und Bastard-Schwertlilie, alle Sis; I und : Wnbeflre ahrli^ ssnet- batte' inber ei»- ebl °nse ^n. d-- yfe gelang r- d'-Sf üchwalbea flitzen blitzschnell über das Wasser. Sie ■b auf der Jagd. In regelmäßigen Abständen Der- Mumden einige der zarten Vogel immer wieder b einem der Fenster eines Stalles im Schlacht- Y1 um gleich daraus wieder heroorzuschießen. Offen- "-ilid) füttern sie ihren Nachwuchs. Lautes Lachen ,rgl da und dort über dem Wasser auf und oer- 'V .|-i sich in den tieften der Bäume, über dem Boots- 1 * 13 flattert bie bunte Fahne ber Paddlergübe im V tbc; aus irgenbeinem Fenster klingt Rabiomusik, rb es hat ben Anschein, als wäre cs weniger um if Musik zu tun, als um bie Vervollslänbigung ber IJIIt ber Geräusche. nlfernung a|[et | ’äöTtä___________ ungssjjhjg„ J lasten Gefühle des Neides wach werden bei sbeomten in ben cb' 'die einer Pflicht nachgetjen müssen unb sich Lerülksich,^^ * in Sonne unb Waster tummeln können. — 'n Im heißen Nachmittag ist bie Lahn auch außer- hn unb ihrer E 16 der tiabeanftallcn stets von buntestem Treiben für bas iniernat wt Immer finb einige Schwimmer, bie fich sicher den freien sZ; «SMlen unter großem tiufroanb von Bewegung •SthuftberH” r!> ©elprlfte babei, lahnaufwärts zu schwimmen, jede de, ju*,« F’ Hd) dann 00m Wehr ans wieder gemächlich fluh- unq unb löirts tragen zu lasten Sie tun es natürlich auf Wenn morgen Viehmarkt wäre, würden jetzt Kühe n Ochsen über bie Brücke getrieben, einige Rab- itrtr würben vielleicht zufammcnstohen, wenn sie >: Eieren ausweichen müssen, ober es würbe sonst h 'feiner Unfall passieren. Arbeiter werben am ji-eib in bie Schrebergärten an bcr Bleiche gehen, u mit Ihren großen grünen Gießkannen zu gießen, n bas „Bicberlieschcn" wird wieder ratternd unb i t.-nb, große Dampfroolfcn ausstoßenb^ über die ... ... - Jritfc poltern (diesmal von der anderen Seite her), nvut-f n011)dn! solange bimmeln, bis es den kleinen Bahnhof weil durch die 811 f’ der Eisenbahnunterführung aufatmend erreicht 6d)id|t b'—e „ w. i”6 ««»** sjSs । in ocranlafien. • Ruderschlag. Das Wasser ist den Paddlern zweite Zuhause geworden, und der Herrgott ist quter Mann. Der Badetrikot aber ist das be- innerhalb tr bemegt und schwer auf feinen eisernen Schwim- r. Das Gelb blinkt freundlich in diese Sympho- n. Zur Bade-Saison 1.95 Mustern per Stück L. BERN ARD 4592 A Kinder-Bade-Capes 120/100, hervorragende Qualitäten schönen Frottierhandtücher, Badetücher, Bade- mantelstoffe in riesengroßer Auswahl zu meinen bekannt niedrigen Preisen. 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Juni, in der Gemarlun: Laubach: 4596D 1. auf der Geisewiese um 8 Uhr (obn Los 2), anschließend die Lauterbach und Eichbergwiese; 2. vor der Ringelshöhe um 9% Uhl, anschließend auf den Ziegelhültn- teichwiesen, Los 1 in der Hirtenbas und Wiesen qm Tiergärtnerteich. An demselben Tage nachmittags, do: 4 Uhr an, in der Turnhalle zu Freien- feen von den Wiesen im Wetterau::- gründ, Wolfsgarten Lose 2e und \ Kreuzseener-, Oberseener- und ßipp:: gründ und beim Oberseenerhof. Dienstag, den 21. Juni, von 9 Uhr an, u der Aepfelsbach von zirka 172 Morgq daselbst, am alten Keller, in den verst Hegbrücken und Göllewiese. An demselben Tage, von 12 Uhr an, cj dem Jägerhaus von Wiesen in 9h: hardshausen einschl. Hexewiese, in di Hauxteilen, Hahlgarten, Mulsau, ßor> Hecke, Geräums und Lingelbach, fern« von Wiesen im Revier Ruppertsber! (Giehernwiese usw.). Auskunft erteilen Wiesenwärter Sil! in Laubach und die betreffenden ®rö- Förster. SchönesLandhaus 7 3., Bud, gr. Balkon, gr. (harten usw., z. 1. 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E<=$- *e Z®6 o ”lD s B (D 5 E 3 - * x -3 Ä e- et •e ob® g-.5 E v ^ZZL (O E E~r ~ % ,u„ ran olssgarten Lose 2e u?. v, Oberseener, und c- b'eim Oderseenerhos. 121.Juni, von 9 Uhrsdach von zirka 172 n allen Keller, in den i und Söllewiese. i läge, von 12 Uhr er ■haus von Wiesen w n einschl- flettwiese, >' jjaljlgartcn, 'Jlu>M“' * iums und flmgW n im Neoier W lese usw-1- erteilen Wesens; und die betreffenden A:O E ID 2=e_„u -Eze2e C C "5 —, 3 L^-Ks -Ci ‘E*®* x = 2 e8Ä ° E po q-ai Sa s§ -iije § i §£ eä LN ccimc 2 * ätr*2ö- EE C E c 8 B^ZU)lx = LtD^LZ L 3 c 9?=^£c-a 55 E E B 2 ®- K E L T ® 8 B E ® B 2 ®5 55 E B ß ® B 2 ® B B sr 2 ® 2 B ® B sr b .© E E 3 s ZAx O . C E3-= --e-’ü 5 "ZK LZZ. e c = Z E Bo © Pt55 Nördlich <# ® s; «E r? 5« e e c to ö ID p 5T «r> p o <*> c 55 c ® B e^ 3 3 C Äef — G G^s tf> L. 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Diele eine Hälfte der Entwicklung hatten die Vereinigten Staaten 1929 30. dem Höhepunkt der ..ProfperitätSperiode". hinter sich. Der zweite Teil, die Reaktion, begann zu diesem Zeitpunkte und wird proportional der Aktion fein. Wirtschaftlich hat sich bereits das oben geschilderte Bild ergeben, und die nnerpoliti'chen Auswirkungen beginnen bereits Gestalt und Form anzunehmen, aus denen man die Entwicklung ernennen kann, die sie in der nächsten Zeit nehmen Wirb. Da es. Wie erwähnt, in den Vereinigten Staaten für die politische Stärke der radikalen Bewegung zunächst noch feinen parlamentarischen oder zahlenmäftigen Gradmesser gibt, ift es schwer, ihre tatsächliche Bedeutung richtig abzufchähen Der Rückgang der Gewertschaftsinitgliederzahl von etwa 3.5 Millionen im Jahre 1930 auf 2,9 Millionen im Jahre 1931 kann nicht als Anhaltspunkt dienen, weil diele Abnahme darauf zurückzuführen ist. daft 700000 der bisherigen Mitglieder die teilwei'e lehr hohen Beiträge (über 1000 Mark jährlich!» nicht mehr bezahlen konnten Es bleibt allo vorläufig nur die gefühlsmäßige Einschätzung übrig, und dieser zufolge bat die Radikalisierung in den letzten beiden Jahren, zum mindesten in den Groftstädten, lehr grobe Fortschritte gemacht Aeufterlich sprechen die Zusammenstöße in Detroit (Farbwerten». Lhifago. Reuvork. Philadelphia u'w eine beredte Sprache, und es ist damit zu rechnen, daft auch in den Vereinigten Staaten die Radikalisierung in demselben Maße zunehmen wird, wie die Arbeitslosigkeit zunimmt und die Ersparnisse des einzelnen aufgebraucht sind. Die Fortschritte der radikalen Einstellung in Fabrik. Bureau und Strafte spiegeln sich im politischen Leben Wider in Gestalt eines imilicb- greisenden kooperativen Systems Die bisherigen Hilfsaktionen der Regierung für die Banken, die Eisenbahnen. Industrie und Landwirtschaft find absichtlich oder unabsichtlich die ersten Entwicklungsstufen zu einem kooperativen Svstern. dellen nächste Phasen bereits Gegenstand ausgedehnter Kongreftdebatten sind, und das man theoretisch im kapitalistischen Amerika als Paral- leler'dyeinung zu seinem sozialistischen Gegenpol Sowjetruftland an'prechen kann Der abnehmende Einfluft Wallstreets. die Tatsache. daft ein Senatskomitee es Wagt, die Zustände des internationalen Banksystems und die Vorgänge an der Reuyorker Eflettenbörle zu beleuchten, bilden nur ein Anfangs'ymptom Die Götzen, die sich eine materielle Zeit im Zeichen ich mich erheben und ihm ins Gesicht sagen, was ich von leinen Fernlehereien denke Ich habe früher auf Diners auch Zauberkunststücke vor» geführt, ich kenne die Kniffe Lei mir gegrüßt' Den Haus'chlüflel habe ich; meine Hand- schuhe gib mir bitte noch und den Stock Allo, auf Wiedersehen morgen beim Frühstück Es wird Wohl lange dauern Damit ging er auf lein Zimmer Sie hörte dann. Wie er das Haus verlieft und dem Kurhaus zulchritt. das erleuchtet durch die Bäume des alten Parks schimmerte. an de'len Eingang in der Kastanienallee Marias Haus lag Maria räumte das Teege'chirr zusammen, als ihre alte Köchin angelaufen kam mit einem grünen, kleinen Wildlederportemonnaie ..Das hat der Herr General sicher vergcllen" tagte sie. ..Ich hab s eben auf feinem Rachttifch gehmben." Und lie reichte Maria das Portemonnaie. .Du lieber Himmel, Onkels Portemonnaie' Eben hat er noch von ihm gesprochen." Run hatte er es doch hegenlahcn mit feinem Geld, seiner Eintrittskarte und allem. Hoffentlich hatte er we- nigftene feine Kurkarte mit. damit er überhaupt hineinkam. Wie dumm er wird es vermissen, dachte he. Sie ging in den Garten, aber sie sah den alten Herrn schon nicht mehr Er hatte sicher den kurzen Weg. an den Tennisplätzen vorbei, durch den Park genommen. Ich muft.ihm nachlaufen." Maria letzte rasch ihren Hut auf nahm einen Mantel um und eilte die Allee nach dem Kurhaus hinunter Sie faß viele Menschen ins Kurhaus strömen, aber ihren Onkel Iah lie nirgends Sie wartete an der Kasse — aber er kam nicht. Vielleicht war er 'chon hineingegangen? Sie nahm Onkels Karte und ging in den Saal Sie bekam noch einen Eckplatz auf der Galerie, und der Vortrag begann . Er behandelte die Wirkung von Gegenständen und die Menschlich- kei der Dinge". Das Thema, das lie eben besprochen hatten Sie rud)te den alten Herrn in dreier vielköpfigen Menge, die den groben Saal bis au' den letzten Platz füllte, beunruhigt, daft he feinen weißhaarigen Kopf nicht sah Sicher luchte er nun nach feinem Portemonnaie. Er hing ja an allen Gegenständen, die leine Frau in Händen gehabt. Zwischen ihm und dieser Frau hatten innigere Zusammenhänge bestanden als zwilchen den meisten Gatten. des Dollars zur Anbetung erkor, taumeln , stürzen lie. dann werden lie das sehr loder fundierte amerikanische Wirtschaftssystem mit hd) reiften Die Worte Revolution" und Radikalismus waren in Amerika tief verhafti Saeco. Vanzetti und Tom Moonev haben dies zur Genüge erfahren. Heute hört man schon offene Be.'ennt- niUe zum Radikalismus in Kontor. Fabrik und auf der Strafte Für den Fortschritt her Bewegung ift bezeichnend daft vor wenigen Tagen sogar der kehr gemäßigte Gewerkschaftsführer Eduard F. M c G r a d y den Mut fand, vor dem Erwerbslolen-Koniitee des amerikanischen Senats die gefühlsmäßige An'icht weiter Kreife über die Stimmung im Lande in die Worte ju'ammen- zufallen ..Wenn die Regierung nichts (zum Auf- halten der Arbe tslollgkeit» unternimmt und die Rot Weiterhin anhält oder sich gar steigert dann werden einer Revolution hie Türen weit offen heben, worüber lich die Führer d.e'es Landes Lar fein sollten' Die Regierung sollte Willen, daß jetzt mehr erforderlich ift, als bloß das Budget zu balancieren Was nottut ift Butter und Tret' Dir wollen beides durch Arbeit erwerben Falls wir dazu aber nicht in der Lage sind, bann werden wir es uns auf andere Art und Weise verschaffen!" Amerika steht im Rufe, daft es alles was es anfaftt, bis zum Örtrem treibt So beiHam die Erfahrungen der letzten drei Jahre in vielen Beziehungen für die Vereinigten Staaten gewe'en 'ein mögen. Io unablebbar könnten die Folgen fein, die eine Infektion mit radikalen Tendenzen nach 'ich ziehen würbe Dann aber nicht nur für die USA . sondern für die Welt Mffenchor und Festzug als Aostvendigkeil Betrachtungen zum bevorstehenden Sangerbundesfest in Zranlfurt a. M. 23tm Vr. (?wens. Das vom Festausschuß des Frankfurter Sangerbundessestes (21. bis 24.3uliJ veröffentlichte Programm weift neben etwa 2 5 „S o n • d e r k o n z e r t e n" von leistungsfähigen Vereinen b r e i g r o ß e ,,i) a u p t r o n j e r t c" auf, bei beiten jeweils etwa 10(»00 Sänger aus dem ganzen Reichs gebiet unb den deutschen Vereinen im Ausland fingen werden 'Bei einer Kundgebung im Stadion werden sogar alle Feftteilnehmer, also über 30 000, gemeinsam fingen „Sanctus" von Schubert, „Bun- deslieb" von gelter und „Heimatgebei von Staun werden aus 30 000 Kehlen im Freien bei hoffentlich prachtvollem Wetter erklingen Von den Musikern wird immer wieder die Frage aufgeworfen, welchen Zweck derartige Maiicndarbie hingen haben Man erklärt, daß eine solche Aus führung mit einer musikalischen Leistung nichts mehr zu tun habe, da man eben eine solche Menschenmasse nicht unter einen einheitlichen künstlerischen Willen zwingen könne. Auf den ersten Blick scheint es, daß diese Einwendungen ihre Berechtigung haben. Die Aufführungen beim Wiener Sangerbundsseste, das 1928 mit einer Teilnehmerzahl von etwa 120 000 Sängern stattfand, haben seit längerer Zeil erstmalig die Möglichkeit gegeben, die Klangwirkungen eines Maisenchors von 30 000 und mehr Sangern zu untersuchen Auch damals sanden „fyiuptaufführungen" statt, bei denen in einem Konzert etwa 25 000 bis 3(» 000 Stimmen vereinigt waren Man machte da bei Beobachtungen, von denen die beiden folgenden die wichtigsten waren Für Massenauffuhrungen eignet sich nur eine ganz bestimmte Literatur volkstümlicher Art, die keine Probleme stellt an Intonation, an Stimmführung und vor allem an Rhythmus. Diese Erkenntnis hatte man bereits bei früherer ®c legenheit gewonnen. Was man aus der Erfahrung noch nicht kannte, war die K I a n g w i r k u n g einer Schar non 30 000. Da in den Hauptaufführungen auch Einzelbünde von 500 bis 10 000 Sängern auftraten, hatte man ausgezeichnete Vergleichsmoglich feiten. Es zeigte sich nun, daß die Klangstärke keines wegs im Verhältnis der Sängerzahlen steigt, fon dem daß von 3000 ab der ctdrfegrab nur noch langsam steigt Dagegen wurde eine auffallende Weichheit des Klanges fcftgeftellt, die auch im Forte nicht schwand. Vom rein musikalischen Standpunkte könnte man also Bedenken gegen Maisenaufführungen haben, wegen der Einschränkung der Literatur und man geladen Steigerungsmoglichkeit Indes sind bei der 'Beurteilung andere Gesichtspunkte maßgebend. In erster Linie der (tzemcinschaftsgedanke, der durch diese Aufführungen zum Ausdruck kommt. Für die Zuhörer und Zuschauer ift eine Schar von 30 000 gleichgestimmter und gleichgesinnter Manner gewiß ein erhebender, imponierender Anblich Roch mehr aber bedeutet die Teilnahme für den Sänger selbst, der hier einmal Gelegenheit hat, in der ge- Plötzlich hörte sie ben Vortragenden um etwas fragen Er bat um Gegenstände, die man ihm zuwerfen sollte Die Damen gaben ihm Taschentücher. die Herren Zigarettenetuis. Er tagte ihnen, wem die Gegenstände gehörten, ihre Geschichte, woher sie flammten, wie das HauS ausfah. in dem ihr (Eigentümer lebte ufw Plötzlich warf Maria das grüne Portemonnaie hinunter Wenn Onkel das sieht, dachte sic. wird er wissen, daft ich hier bin Der Holländer betastete das weiche Leder des Portemonnaies und erklärte ..Dieses Portemonnaie gehört einem alten Herrn, der Gamaschen trägt einen weichen, hellen Filzhut, einen grauen Spitzbart zuweilen ein Einglas Er hält sich eben nebenan in einem Spielfaal aut er ist verwitwet wohnt in einem allein- stehenden Hau'e qan* in der Röhe Das Portemonnaie gehörte einer verstorbenen Dame und hat etwas zu tun mit gelben Schmetterlingen . 3a ? Sie schütteln den Kopf?" tagte er zu Maria hinaus, die an der Brüstung der Galerie lehnte. „Hein0 . Doch, es hat etwas mit Schmetterlingen zu tun . Mit gelben Schmetterlingen Sie meinen, nein? Ich läge ja Es war. ehe es herkam. von Schmetterlingen umgeben.. Maria lächelte Der Vortragende lieft ihr das Portemonnaie wieder überreichen und der Vortrag ging weiter Riemand hatte sich gemeldet. Onkel Theo war allo n'cht im Saal Sie wartete das Ende des Vortrages nicht ab. sondern ging in die Lvielfäle Im zweiten Saale land sie ihren Onkel mit zwei Herren beim Starte .Denk dir", rief er ihr entgegen, .wie unangenehm Ich habe mein Portemonnaie verloren! Als ich herkam. merkte iw es erst. Da ich kein Geld bei mir hatte, mußte ich auf den Vortrag verzichten " Maria legte ihm. statt aller Antwort, das grüne Portemonnaie au* den Tisch und erzählte ihm. was sie erlebt Er stand da wie erstarrt, das Portemonnaie in feiner Hand .Sonderbar", sagte er nur .3a. sonderbar allerdings Rur mit den Schmetterlingen hat er sich geirrt" Plötzlich schaute er sie an. .Wie sagte er ? Gelbe Schmetterlinge? Warte mal1 Komm mit in mein Zimmer. Maria. 34 Prozent niedriger festgesetzt. Auch die anfangs stärker gebesserten Papiere gaben einen Teil ihrer Gewinne verschiedentlich wieder her. Vielleicht war dies eine Auswirkung des Reichsbankausweises für die zweite Juniwoche, der bei einer relativ geringen Entlastung als vorherrschendes Moment eine Verschlechterung der Deckung auf 25,1 nach 25,4 Prozent brachte, da die Gold- und Devisenbe- stände sich auf Grund der-lOprozentigen Rückzahlung des deutschen Golddieskontbankkredites um 28,3 Millionen vermindert Haden. Am Geldmarkt blieben die Sätze auch heute völlig unverändert. Tagesgeld stellte sich in der unteren Grenze auf 5%, Monatsgeld auf 6 bis 8 Prozent nominell. Frankfurt sehr still. Frankfurt, 17. Juni. (WTB. Drahtmeldung.) Die Erklärung der Gläubigermächte auf der Lausanner Konferenz, nach der sie sich für eine u n« verziigliche Lösung des Reparationsproblems im Rahmen eines Weltabkommen s aussprachen und unbeschadet späterer Lösungen für die vorläufige Aussetzung der am 1. Juli fälligen Reparation-.- oder Schuldenzahlung für die Dauer der Konferenz eintraten, bewirkte an der Vorbörse eine zuversichtlichere Stimmung und ein leichtes Anziehen des Kurs- Niveaus, wobei auch die Erklärung des Reichskanzlers von Papen, daß er den ersten Schritt begrüße, anregte. Zu Beginn der amtlichen Börse verfiel die Spekulation jedocb wieder in ftärtere Zurückhaltung, zumal auf einigen Marktgebieten wieder Angebot vorlag. Die erhöhten Vorbörsenkurse konnten sich daher nicht behaupten, da die Spekulation zu raschen Gewinnmitnahmen schritt. Die Umsatztätigkeit blieb nach wie vor sehr gering. Gegen die Abendbörse betrugen die Besserungen nur Bruchteile eines Prozentes. Häher eröffneten IG., Reichsbank. Schiffahrtsaktien konnten I bis 1 v. H. anziehen. Elektroaktien lagen vollkommen vernachlässigt, Gesfürel büßten 1 v. H. ein. Von Nebenwerten eröffneten Zement. Heidelberg und Süddeutsche Zucker gut behauptet. Deutsche Anleihen konnten leicht anziehen bei sehr stillem Geschäft. Im Verlaufe waren die Kurse überwiegend bis zu 1 Prozent abgeschwächt, da Exekutionsabgaben zur Bereinigung der alten Terminengagements auf den Markt drückten. Das Geschäft beschränkte sich dabei auf IG., die von 92 auf 90,75 Prozent zurückgingen, während die übrigen Marktgebiete vollkommen stagnierten. Deutsche Anleihen blieben ziemlich behauptet. Reichsschuldbuchforderungen lagen bei etwas größeren Umsätzen zunächst etwa 1 Prozent fester, gaben aber später wieder Vk Prozent nach. Der Pfandbrief- markt lag sehr still und wenig verändert. Am Geldmarkt war Tagesgeld zu 41 Prozent etwas gesucht. etwa bis Ausgang des Sommers gesichert erscheint, zumal demnächst die zu der Menge von 350 000 Tonnen tretenden neuen Bestellungen der russischen Handelsvertretung, über die man sich vor kurzem geeinigt hat, hereinkommen werden. Das Ausmaß dieser Zusatzbestellungen steht aber noch nicht genau fest. Man kann jedoch annehmen, daß es sich um etwa 125 000 Tonnen Walzwerkserzeugnisse handelt, wovon der größte Teil aus Qualrtätsmaterial bestehen und den einzelnen Merken direkt, also nicht über den Stahlwerksverband, zugeteilt werden soll. 3n den nächsten Tagen wird wohl die Statistik über die deutsche Rohstahlerzeugung im vergangenen Monat herauskommen. Während bereits im April gegenüber dem Vormonat eine Steigerung der Rohstahlproduktion von 433 239 Tonnen auf 520 512 Tonnen zu de^eichnen war, ist nach den Informationen deö WTB.-Handelsdienstes im Mai als eine Auswirkung der Russenlieferungen eine weitere Erhöhung auf rund 624 000 Tonnen eingetreten. Mas die bei dem Russengeschäft vereinbarten Preise betrifft ,so liegen zwar > die Erlöse über den Rekordliefpreisen des Welimarkls; Gewinne sind dabei von den Werken aber wohl nicht zu erzielen, wobei die schwierige Finanzie- rung der Aufträge berücksichtigt werden muß. Wirtschaft. Sie Beschäftigung in der Eisenindustrie. Auswirkungen der Ruffenbestellungen. Amtsgericht Gießen. Zwei Ladendieb st ähle, der eine in H euch e l h e i m in einem Ährmacherladen, der andere in G i e ß e n in einem Duchbinderladen am Markt begangen, standen zur Verhandlung; der eine einschlägig noch nicht vorbestrafte Dieb erhielt eine Gefängnisstrafe von 5 Tagen, der andere eine solche von 3 M o n a t e n. 3m letzteren Falle lag strafschärsender Rückfall vor. 3n Heuchelheim betrat der Angeklagte, ein hiesiger Korbmacher, den Laden, in dem sich zufällig niemand befand; er benutzte das Alleinsein zu einem Griff in die Ladenkasse, der er 4 Mk. entnahm. Gleich darauf erschien der durch das Türglockensignal herbeigerufene Ladeninhaber, der den Angeklagten abfertigte. Er schöpfte sofort Verdacht aus der pendelnden Bewegung des Schlüsselbundes, der an der Ladenkasse hing, eilte auf die Straße, und es gelang ihm noch, den Korbmacher zu stellen und festnehmen zu lassen. Es fand sich bei ihm der gestohlene Betrag, und -zwar in denselben Geldstücken, die in der Kasse fehlten. Lieber die Herkunft des Geldes vermochte er sich, nicht auszuweisen. Die fünftägige Gefängnisstrafe wurde durch die erlittene Untersuchungshaft für--werbüßt erklärt. — 3n dem anderen Falle hat der Angeklagte, ein mehrmals wegen Diebstahls vorbestrafter Reisender, ein auf dem Ladentisch liegendes Gesangbuch in diebischer Absicht mitgenommen, fraglos nicht zum eigenen Gebrauch, denn er hat es nachher erfolglos zum Verkauf angeboten. Er war lange Zeit arbeitslos, hat aber neuerdings eine Stelle erhalten, deren er bei jetziger Verbüßung der Gefängnisstrafe verlustig gehen würde. Das Gericht gewährt dem geständigen und reuemütigen Angeklagten deshalb bedingten Strafaufschub; als Buße muß er aber an die Finanzkasse 30 Mk. zahlen. Eine Hausangestellte in einem Rachbarstädtchen mit 35 Mk. Monatslohn und freier Station hat zwei uneheliche Kinder, die von den Jugendämtern Schotten und Gießen betreut werden. Die Väter sind arbeitslos; die Mutter sorgt zwar für das ältere, bei ihren erwerbslosen Eltern untergebrachte Kind, nicht aber — einen einzigen Fall ausgenommen — für das jüngere. Das Gießener Wohlfahrtsamt mußte deshalb bereits 1100 bis 1200 Mk. zum Unterhalt dieses Kindes zahlen, so daß es schließlich gerichtliche Bestrafung der Mutter wegen Verletzung ihrerÄnterhalts- Pflicht auf Grund des Paragraph 361, 10 des StGB, beantragte. Das Ergebnis der Verhandlung war ihre Verurteilung zu einer Woche Haft. Das Gericht nahm trotz ihres Widerspruchs an, daß sie in bescheidenem Maße auch für ihr zweites Kind sorgen könne, aber seither nie den guten Willen hierzu gezeigt habe. Auch ihr gewährte das Gericht unter den üblichen Bedingungen Strafaufschub; doch fällt dieser sofort weg. wenn sie von jetzt ab für ihr zweites Kind nicht mindestens monatlich 5 Mk. an das Jugendamt in Gießen zahlt. Gewinnauszug 3. Klasse 39. Preußisch-Süddeutsche (265. Preuß.) Staats-Lotterie. Ohne Gewähr Nachdruck verboten Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 1. Ziehungstag 15. Juni 1932 8n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 Setolnne ju 10000 M 399191 4 Gewinn« ju 3000 M. 117847 319992 6 Gewinn« ju 2000 M. 87019 105391 386298 24 Gewinn« ju 1000 M 6233 40067 45648 47319 72798 85887 205643 218315 223660 239320 286430 393864 36 Gewinne ju 800 M. 37797 60385 80123 92896 108441 164804 222399 233620 234061 254046 285296 321149 323114 326373 330015 332639 378610 394400 46 Gewinn« »u 500 M. 2903 34016 46939 60764 87469 126289 144564 145348 196421 197506 209916 215334 233402 248808 294039 304447 305545 314289 349186 352197 354718 374097 382095 ön der heutigen Nachmittaqsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 Gewinn« ju 100000 M. 257250 2 Gewinn« ju 60000 M. 34667 2 Gewinn, ju 10000 M. 136186 4 Gewinne ju 5000 M. 30945 126097 2 Gewinn« ju 3000 M. 229771 6 Gewinn« ju 2000 M. 227029 32.1836 389257 28 Gewinne ju 1000 M. 33466 65268 82600 104749 113757 126647 136353 166389 257668 262550 303890 332274 382606 397938 38 Gewinne ju 800 M. 803 14733 21471 22458 24002 60969 68076 98206 148766 163644 196686 212466 264846 267501 819116 335903 346177 365558 388145 46 Gewinn« ju 500 M. 60 8685 16064 60587 62983 68821 69465 76608 80773 128037 171727 211364 238821 239985 282356 331033 338151 353193 373825 374392 375461 381247 390731 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beichlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o. H, Lombardzinsfuß 6 v. H. .tfoniiun a. Ui. ■tierii Schluß-l lurd 1 l-Ufor» Nr» Schluß- Iure Anfang- Kurs Datum 166 17.6 16 6 17.6. 6% Deuftche iHeimeaiucilie o. 192. 53 — 53 _ 7% Deutsche Retchsanleihe v. 1929 59 — 59,5 __ 6'/i% Boung.'Anleikie von 1930 . Deutsche Anl.-Ablift.-Schuld mit 56 — 56,65 — Anslos.-Rechten...... 37,7 37,75 37,5 37,25 Tesgl. ohne AuSlol^Rechle . 8% Heft. VolkSstaat von 1929 3.35 3,3 3,4 (tüdjafilb. 102%)...... Cberbefien Provinz-Anleih« mli 46,5 — — — AuSlos.-Rechten . . Deutsche Komm. Sammelabl. 36,5 — — — Anleihe Serie 1 . . . 8% grants. Hyp.-Bank Soldpse 34,5 — 35 — 15 unkündbar bis 1035 7% granks. Hyp.-Bank Goldpse 66 — — — unkündbar bls 1936 Serie 18 — _ 4 Vi % granks. Hyp.-Bank Liqu.. Psandbrtese... *Vi% Rheinische Hyp.-Bank.Ltqu 76,25 — — — Goldpie. ..... 8% Pr. Landespsandbrtesanstatt, 75,13 — — — Pfandbriefe R. 19 . . . 7% Pr. LanbeSpsandbriesanstalt, — — 68 — Pfandbriefe R. io — — — — 4% Oesterrerchftche lSolbrenle 9 g 4,20% Oesterreichischc Etlberrente 1,15 1,15 4% Ungarische Woldrente . 5,25 - 5,2 4% Ungarische StaaiSrcnte v. 1910 5,5 —— 5,9 4>/r% deSgi. von 1013 4,75 - 1,95 5% abflcfl. Goldmextlancr von 99 5,13 - 4% Türkftche Zollanleihe von 1911 4% Türkftche Bagdadbahn-Anleihr 2.25 2,25 '.35 2,4 Sorte i 2,25 __ 2,65 2,75 4% deögl. Serie II 2,25 2.35 2,4 6% Muniün. vercinb.Rente v. 1903 _ 1,05 7 3 4^,%Rumän.vereinh.Nenlev.l01S 7 7,4 4% Rumänftche verelnh. Rente i. 4 _ 3,4 ey4% Anatolier ’6 — 18,12 16 frannur u. flcrlin Schluß- 1111’4 | 1-rihr- KurS Schluß- 'tird Anfang« KurS Dalum 16 6 176 16 6 17.6. vamvurg-Amerita Pare. . . 1 11 11,5 11 11,9 Hamburg-Südam. Dampfschiff. o 11,5 Hansa Dampftchsfj . . . 0 — —- Norddeutscher Lloyd .... . e 12 12 12,75 A.G. für Verkehrswesen Akt. — — 27,13 26,5 Berliner Hanoeisgesrlftchasi . 8 86,5 87 (Sommers, und Privai-Bonk . 7 16 ___ 16 _ Darmstädter und Nationalbank 8 18,5 - - 18,5 _ Deutsche Bank und TiScontv-Gesellichast . . . 6 oO 30 _ Dresdner Bank...... fi 18,5 .— 18,5 _ Reichsbank ....... 12 124,25 125 124 124,5 A.E.E. . ...... . 7 20 —- 19,9 20 Bergmann........ . 9 _ 18,4 Slcktr. LieferungSgefeftlchafl. 10 — -__ 62.75 61,25 Licht und Krast . . 10 .7,5 — 67 68 Rehen & Guilleaume.... Gesellschaft für Elektrische 6% 36 — 36 37,13 Unternehmungen .... Rheinische Elektrizität . . . 0 2,5 51,5 52 52,65 . 9 65 64,5 Schultert & llo....... 11 7,5 55,4 56,5 Siemens« Halske..... 14 116 — 116,25 117 Lahmeyer & Co....... 12 77,5 — 77 Buderus....... . 4 26 _ 26,1 Deutsche Erdöl...... . 5 64 — 63,4 64 Gelsenkirchener...... . 8 42 — 42,25 43 Harpener ....... . 0 15,25 — 45,75 46,13 Hvesch Eisen........ . 6 — — 27,5 27,75 Ille Bergbau....... Klöcknerwerke ...... 10 — — 124 . 6 24 — 23,13 23,75 Kvln-Neuessen....... 6>A _ ManneSmann-RShren . . . 6 10,75 40,25 39,* 40 ManSselder Bergbau .... 0 13 13,75 14 Cberidilel. Kokswerke . . . . 8 - 32 75 32,75 Phönix Bergbau .... *y. 17.5 17,75 18 17,75 Rheinische Braunkohlen. . . Rheinstabl 10 fi 163 11.75 161,5 41,25 160 42.4 uni ui u. JUi. Berlin Schluß- kur4 1-Uhr- Aura Schluß- lur < Anfaug- .ffurd Datum 16 6 17.6 16 6 17.6. iHwticd Montan . . . Bereinigte Stahlwerke Otavt Minen .... Kaliwerke Aschersleben Kaliwerke Westeregeln Kaliwerke Salzdetfurth I. G. garben-Jndustrte Verein, ehern. Industrie kurt a.M.. . k . . Scheideanslatt.... Goldschmidt..... RütgerSwerke .... Metallgelellschast. . . Philipp Holz mann . . Zementwerk Heidelberg Cemeniwerk Karlstadt. Wayss S greytag Schultheis Patzenhofer Mu (Allgemeine Kunst Bemberg... Zellstoss Waldhos . . Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Aas ... Daimler Motoren . . Deutsche Linoleum . Orenstein & Koppel . Leonhard Tietz . . . Svenska....... . . 7,t ... 4 . 18'/, . . 10 . . 10 . . 15 . . 12 Zrank- i; "it> . . . 0 . . . 6 ... 6 ... 8 ... 7 ... 7 . . . 0 . . 16 eibe) o . . 0 . . 12 . . 6 ... 9 . . . 0 ... 6 . . . 0 ... 8 . . 16 16,65 81 91 145 91,75 135 16,25 32 25 31,6 38,5 4,5 32,25 32 '6,5 16 II,25 30,75 54 181 14,65 48 «III 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 l"l |£|SI £ 1 1 1 1 1 1 15,9 10,75 82 91 148 91 16,13 31,25 26 5 51 32,25 31,5 26,4 17,25 78,65 11,5 30,5 '1,75 54,5 6,5 180.5 5 — 164 92 92,25 32,75 31,5 50,5 32,75 31,75 26,75 80,5 11,75 28,5 22,75 181 Frankfurter Maschinen . . . . 0 Griyner..........0 Mainkrastwerke Höchst a.M.. . 6 Süddeutscher Zucker . 10 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 211. 16. Juni 17 Juni Amtliche Notierung Amtliche Geld Notierung 1 Brie meld 25rlr Aelstngfor» . 7,143 51,95 7,153 52,05 7,123 51,95 7,137 52,05 Prag . . . Budapest. . 12,465 12,485 12,465 12,485 — — — Sofia . . . 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland . . 170,43 170,77 170,23 170,57 Oslo. . . . Kopenhagen. 75,52 75,63 74,78 74,92 84.17 84,33 83,82 83,98 Stockholm 78,87 79,03 78,57 78,73 London. . . Buenos Aires, 15,415 15,455 15,345 15.385 0,948 4,209 0,952 0,948 0,952 Ncuyork . . 4,217 4,209 4,217 Brüssel. . . 58,59 58,71 58,49 58,61 Italien. . . 21,53 21,57 21,50 21,54 Paris . . . 16,55 16,59 16,53 16,57 Schweiz . . 82,07 82,23 81,97 82,13 Spanien . . 34,67 34,73 34,67 34,73 Danzig. . . 82,37 82,53 82,22 82,38 Japan . . . 1.309 1,311 1,299 1,301 Rio de Jan.. 0,325 0,327 0,325 0,327 Jugoslawien. 6,393 7.007 6,993 7,007 Lissabon . . 14.05 14,07 14,01 14,03 Banknoten. Berlin, 16 Juni Geld Brief Amerikanische Noten....... 4,20 4,22 Belgische Noten......... 58.41 58,67 Dänische Noten....... . 83,98 84,32 Englische Noten......... 15,375 15,435 granzüstsche Noten........ 16,5i 16,57 Holländische Noten........ 170,06 170,74 Italienische Noten........ 21,59 21,67 Norwegische Noten........ 75,35 75,65 Deutsch-Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten........ 2,495 2,515 Schwedische Noten........ 78,69 79,01 Schweizer Noten....... . 81,89 82,21 Spanische Noten......... 34,53 34,67 Ungarische Noten........ Men, ÄZK Uäp M ifes: *M- M deren n bei A°.Är Je muh er aber an ^Aachbarslabichen ^eier Station hat JLM ^ugendäm, Sjt Ü?öen- 2l{ , lUt zwar für *?len Eltern unter« einen einzigen Fall R Dar Siehener b bereits 1100 bii s^s zahlen. |o ^Itrafung der Au,. erUnterhaltS« agraph 361, 10 des Mis der Der Hand« zu einer Doch« trotz ihres Didcr« idenem Mahr auch me, aber seither nie -igt habe. Auch ihr )en üblichen 2edm« llt dieser sofort nicg, zweites Kind nicht an das Jugendamt 9 Lüddeulsch« i-Lotteiie. Nachdruck ottboltn sind zwei gleich d zwar je einer tr In btn beiden HI_______ Ib.ftuni 1932 ng wurden Eewinne zogen 191 17 319992 ) 105391 386298 40067 45648 47319 18 223660 239320 60388 80123 92896 520 234061 254048 373 330015 332639 44018 46939 60764 18 196421 197506 (18 294039 304447 97 354718 874097 ung wurden Gewinne zogen 7250 67 5^26097 iss ßSZ BFS K 3W?3I tfnlb«* KB 51.95 SohtniW ?n_L 52.05 3,057 170.-73 74.7a 83.82 78.57 15,345 0,948 ,209 iS.« 71.» 16.» 81- 34.» 82.22 1.299 0.325 6,993 14.01 3.0Ö 17 £ litt E3J 78.73 15.385 0352 4,217 58.61 21.54 16.57 82.13 34,n 87.» 1.301 0.3Z 7,007 14.03 ö “'S * 75.63 1'«' 4 K.67 58,41 83,98 15,375 16.A 17 R 75'35 7.495 ü: d. S.l-fporf wird man Das Lokalderby: VsB.-MOO Die Mannschaften treten in der folgenden Auf« L1»7 an: Balser 1900: Echlarb Wilhelm Schmidt Henrich Kreß I Haupt Wilhelmi Ritter Luft Schmidt Christ Zum 79 Feldbergfest. 20 Jahre völsungenkamps. turnerischen Preis, den der Feldberg zu vergeben hat, hcimkehrten. Schlichte, würdige Chrcnfciern feierlicher Empfang wurde jeweils den Siegern, wenn lie mit dem Dölsungenhorn. dem höchsten turnerischen Preis, den der Fetdberg Bingel Leuthäusir finaufo Lei dem am kommenden Sonntag stattfindenden 79. Feldbergfest wird der volkstümliche Mannschaf'.s- kamps um bas historische Lölsungenhorn. mit dessen Austragung schon am Samstagnachmittag begonnen wird, wieder besonderem Jnnleresse begegnen, treten dazu doch leistungsfähigste Bereine mit ihren Mannschaften an. Den meisten Turnern und Sportlern ist der Name „Dolsungenhom" wohl- bekannt: aber wenige nur wissen um die Hertunst und Bedeutung des kostbaren Wanderpreises. (Bern daher einmal Nähere» über d i e g e • heimnisvolle Stiftung erfahren. L» war im Hochsommer des Jahres 1911. In Fenster Lehrmund Arnold Langsdorf Glitsch Zeiler Jäckel ten Sieg der DfB er, der Zwar knapv ausfiel, aber verdient errungen war. Die Mannschaften haben sich inzwischen in ihrer Konstitution etwas verändert. so daß dadurch auch eine andere Sachlage geschaffen ist Die DlB.er sind zu dem Lokalderby nicht in stärkster Aufstellung vertreten, aber auch 1900 mußte Ersatz einstellen Bei den Grün- Weißen wird sich das Fehlen Seipels, bei 1900 der Ausfall Heilmanns und Goebels besonders bemerkbar machen. bte 1846er ihren in der Dorrunde mühelos errungenen 1. Platz behaupten werden. Sie Mannschaft tritt diesmal vollständig an und wird in der neuen Ausstellung sich bis zum KreiSmeistcr durchkämpfen können. Der AuSgang der Spiele in der Sonderklasse ist unbestimmter. Man hosit. daß die Fünf deS Tv. 1846 nach altem Brauch die Scharte der Dorrunde wieder auswcyt und in Cölbe den alten Rivalen Xgm. Friedberg schlägt. In Duy- bach hatte sich noch stark der Ausfall dreier Mannschaftsmitglieder deS DorjahreS bemerkbar gemacht. CS ist aber zu erwarten, daß die eifrige Hebung inzwischen diesen Mangel behoben hat. Aber auch als zweiter Sieger kann die Mannschaft in Offenbach teilnehmen, so daß Dießen mit insgesamt 3 Mannschaften (zwei 1846 und eine MTB.) dort vertreten sein wird. Tennislehrgang der OT. in Buhbach Aus dem Platz deS T - u. Spv. Butzbach sand unter Leitung deS Diplomsportlehrers Wölken- Marburg ein in da- TenniSfpiel einführender Lehrgang statt. CS nahmen die Vertreter der Turnvereine auS Braunfels. Butzbach. Herborn und Dießen teil. Durchgenommen wurde Dor- und Dückhandlchlag. Angabe und daS Stellungsspiel im Doppel. Sine Besprechung über den weiteren Ausbau dieses neuen HebungSzweigeS der DT. schloß den erfolgreichen Lehrgang ab. vandball im Latin' Oünsbcrg'Gau. Wißmar I — (Erba I 10:3 (5:1). Beide Mannichaften standen sich am Sonntag in Wißmar zum Freundschaftsspiel gegenüber. Gleich nach Beginn des Sviels ging der Gastgeber in Führung und erzielte durch vorbildliches Lusamenspiel eine Feldüberlegenheit, die in dem Halbzeitergebnis von 5:1 Toren ihren Ausdruck fand Während der zweiten Halbzeit wurde das Spiel in scharfem Tempo geführt. Wißmar konnte noch fünfmal erfolgreich fein. Hum Schluß fielen die Gastgeber aber ab, so daß die Erdaer noch zu zwei Toren kommen kann- ten. Das Spiel wurde sehr lebhaft aber fair aus- getragen. Die 2. Mannschaften beider Vereine lieferten sich ebenfalls ein flottes faires Spiel, das Erda ab die bessere Mannschaft mit 4:1 Toren gewann. gaben die siegreichen Vereine ihren wackeren Kämpen. Siebzehnmal wurde bisher um das Völfungen- Horn gekämpft: siebenmal holte sich der Frankfurter Turnverein von 1860 den Sieg, dreimal bestand der Tv. Bieber in Ehren den Siampf. Vereine von Mann- heim, Mainz, Kreuznach, Frankfurt-Bockenheim waren außerdem schon im Besitz des wertvollen den nordischen Gewässern befand sich aus der Jacht „Wiking" ein begeisterter Turnfreund, der sich mit Stolz ab ein Nachkomme des Bälsungengefchlechts betrachtete. Ohne seinen Namen zu nennen ober nur anzudeuten, sandte er dem Feldberg Ausschuß von seiner Nordlandsahrt die beträchtliche Summe von 1500 Mark. Ein Begleitschreiben enthielt die Be-- ftimmung, daß für den Betrag ein Wanderpreis für die ßelbbergfcfte in Form eines altgermanischen Trinthorn» gcfchassen werden möge. Dem beigefugten Entwurf des Stifters gsd der Frankfurter Bild- Hauer Seiler künstlerische Gestaltung. Wie aus ft inen Mitteilungen heroorgeht, war der unbekannte Turnsreund ein glühender Verehrer des volkstüm- lichen Turnfestes auf dem sagenumwobenen Taunus« gipsel. Er hätte gern den Gedanken verwirklicht gesehen, daß das Feldbergfest zu einer deutschen Olympiade gestaltet worden wäre. An die Siegfried- und Brunhildivsage, die heute noch den yclDbcrgg^pfil geheimnisvoll umwebt, knüpfen die Verse des Stifter» an, die auf dem Silberbeschlag des Harnes in Runenschrift cingegraben sind. Heiß umstritten war bei den Feldbergfesten seit 1912 Immer der seltene Wanderpreis. Besonders Der kommende Sonntag, der letzte zum Spiel freigegebene Sonntag vor der Spielsperre, wird der Gießener Fußballgemeinde noch einmal ein be- (onberes Sportereignis in der Gestalt eines Lokal- kämpfe» zwischen den beiden Rivalen, den Liga- Mannschaften von 1900 und VfB. bringen. Das Spiel findet diesmal auf dem VfB -Platz statt und zwar zu später Stunde. Man wollte damit bewußt vermeiden, die Spieler am heißen Nachmittag kämpfen zu lassen, da der Slampfoerlauf durch die Hitze doch immer wesentlich beeinflußt wird. Außerdem bietet der Waldsportplatz am Abend einen geradezu idealen Aufenthalt auch für die Zuschauer. Die Aussichten des Kampfes find diesmal schwerer zu beurteilen, ab je zuvor. Ira- ditionsgemäh wäre ab Sieacr diesmal 1900 an der Reihe, denn bisher ficate in den Lokaltrefsen immer der Gastoerein (also auf dem DsB.-Platz 1900, auf dem Platz der Spieloereinigung der VfB ). Der letzte Lokalkamps brachte auf dem Sport« platz an der Liebigshöhe einen damals unerwarte- Chrenpreises. Am Sonntag findet auf dem Feldberg (Taunus) da» 79. Feldbergfest statt, bei dem auch der Mtv. Gießen mit vertreten fein wird. Außer diesen Wettkämpfern fahren noch eine große Anzahl „Schlachtenbummler" mit Nach Beendigung der am Vormittag zur Durchführung gelangenden Mehrkämpfe, werden drei Pendel staffeln (jeweils um Wanderpreise) ausgetragen. Um den Cmanuel- Schmuckschild, den die Männerturner zu verteidi- fien haben läuft eine 5X100 Metcr-Turncr-Pcndel- lasse!. Schon zweimal hintereinander haben die Gießener diesen wertvollen Wanderpreis erringen können: ob es auch das dritte ‘JJlal klappt, ist — besonders bei Pendelstaffeln — die große Frage. Anstrengen werden sie sich schon müssen. Außer diesem Wanderpreis hat die 4 X 7 5 - M c- ter-Turnerinnen-Pendel st afsel den Lrunhildenschild zu verteidigen, der jetzt bereits zum dritten Male im Besitze des Männer- Turnvereins Gießen war. Die Mtv.erinnen werden mit Frl. Efpach, Amcnd, Röhmig und B i ck e l h a u p t das Rennen bestreiten. Faustballmeisterschasten des Gaues Hessen der OT. Die Gießener Turner ab Favoriten. Da di« ©augruppcnlpielc schon am Sonntag, 26. Juni, in Offenbach ftattftnlXn, mußten die Entscheidungsspiele zum Teil im Laufe dieser Woche durchgeführt werden. Am Mittwochabend spielten die Turnerinnen auf dem Oswalds - garten. Die Turnerinnen des MTD. konnten das Treffen überlegen für sich entscheiden, da die Mannschaft der 1846er ein vollkommen zerfahrenes Spiel lieferte. Aber auch die MTD.crinnen müssen noch mehr System in- Spiel bringen, wenn sie in der (Baugruppe gut abschneiden wollen. Am Samstagabend werden sich die Alter-- turnet in Butzbach ihre Endspiel« liefern. ES ist mit aller Bestimmtheit anzunehmen, daß Gaufraueniurnen des Gaues Hessen (OT.) Aus Erwägungen grundsätzlicher Art kann daS diesjährige Gaufrauenturnen deS Turngaues Hessen an dem vorgesehenen Austragungsort Marburg nicht dutchgeführt werden. Der Gauvorstand hat sich daher an die Dad-Aauheimer Turnerschaft mit der Ditte um Uebernahme der Veranstaltung gewandt. Gauoberturnwart Will und Gaufrauenturnwart Paul weilten dieser Tage in Dad-Aauheirn und konnten mit der dortigen Turnerschast die Durchführung des Gau- sraucnturnens vereinbaren. Das hessische Staatsbad hat in entgegenkommender Weise die herrliche Anlage der Trinkkuranlage für die Aach- mittagsveranstaltungen (Schauturnen) zur Detfü- gung gestellt. Die Wettkämpfe am Morgen finden an anderer Stelle statt. 3n der Weltbadestadt dürften sich die Darbietungen unseres leistungsfähigen Gaues vor zahlreichen Kurgästen deS 3n- und Auslandes zu einer eindrucksvollen Werbung für das Turnen des weiblichen Geschlechts und für die DT. gestalten. Bezirksturnfest der OT. in Alsfeld. Am vergangenen Sonntag feierte der 4. Bezirk des Turngaucs Hessen in Alsfeld fein diesjähriges B e z i t k s t u r n f e st. Am Vorabend fand in der bis auf den letzten Platz besetzten Turnhalle ein Bcgrußungs, und Weroeabend statt, in dessen Rahmen die Bezirkswerberiege an Pferd, Reck und Barren ganz vorzügliche Leistungen zeigte. Die Alsfelder Turner und Turnerinnen brachten Freiübungen, Stabübungen und Volkstänze sehr exakt zur Vorführung. Am volkstümlichen Wettkampf in den Vormittagsstunden beteiligten sich 239 Turner, die fast durchweg mit hervorragenden Hebungen aufwarteten. Nachmittags bewegte sich ein stattlicher Festzug durch die geschmückten Straßen der Stadt Alsfeld. Der 1. Vorsitzende des Turnvereins Alsfeld sprach zum Werbeabend, an dem die Mitglieder mit 25- und I 50jähriger Mitgliedschaft durch Heberreichung von Ehrenurkunden geehrt wurden und nach dem Fest- zug am Sonntag die Worte der Begrünung. Bezirksvertreter Ehr. Suntrum (Schlitz) sprach wie am Werbeabend so auch nach den Massenfrei- Übungen zu den Turnern und Gästen. Die Turner ermahnte er, neben dem volkstümlichen Turnen und dem Spiele nicht das Geräteturnen zu vernachläs- ligen. Die Gäste bat er, der deutschen Turnsache in dieser Notzeit treue Hnterstützung zu gewähren. Das deutsche Volk müsse in einer Zeit, da von beinahe 6 Millionen Arbeitslosen 2 Millionen Jugendliche zur Untätigfeit verdammt feien, sich mit besonderer Wärme der Jugendpflege in der DT. zuwenden. Der Bezirksvertreter dankte dem vor kurzem mit dem Ehrenbries der DT. ausgezeichneten 1. Bezirks- turnroart August Bastian, ferner dem 2. Bezirks- turnroart Konrad B ü ck i n g für die jahrzehntelange cgensreiche Tätigkeit und überreichte an Bücking >en Ehrenbrief des Mittelrheinkrcises. Die Beran- ialtung nahm bei guter Organisation einen befriedigenden Verlauf. Handball her G>p.«Dg. 1900. 1900 — Olymp. Sportklub Gießen. Bevor eS in die Sperr« geht, trägt 1930« erste Handbattrnannschaft noch zwei Spiele aus. Am Samstagabend ist der Olympische Sportllub Gießen, am Sonntag der Tv. Allendorf (Lahn) zu Gast. DaS Hauptinteresse konzentriert sich auf daS Treffen OST. gegen 1900. Dem Spiel kommt insofern besondere Bedeutung zu, als es das jüngste Gießener Lokalderby sein dürfte. Die OSE.-Hand- ballelf tritt zum erstenmal auf den Plan. Allerdings fetzt sich die Mannschaft nicht etwa aus Anfängern zusammen. Die 1900er werden daher gut daran tun, auf der Hut zu sein. Sine schwer zu nehmende Mannschaft sind auch die Turner aus Allendorf. Di« 1900er fuhren am 1. Pfinastfeiertag mit einer schwachen Mannschaft nach Allendorf hin und bekamen dies mit einer Niederlage quittiert. Ss gilt also, die Scharte auszuwetzen. Gpielvereinigung 1926 Leihgestern. Leihgestern I — vsv. Friedberg (Reserve) 3:2. Am Sonntag weilte die 1. Mannschaft der Spielvereinigung Leibgestern zum Gesellschaftsspiel in Friedberg. Beide Mannschaften spielten gleichwertig, doch verstanden es die Leihgesterner, durch die Ausnützung der sich bietenden Torchancen, einen 3:2-Sirg hcrauszuholen. Arbeiter-Turn- unh Gportbunh. Morgen. Samstagabend, steht di« Bezirks- Schiedsrichterelf in itmfborf der dortigen ersten Mannschaft gegenüber Ob e- den Schiedsrichtern gelingt, daS Spiel für sich zu entscheiden, ist fraglich. Am Sonntag finden nur wenige Spiele statt. Wißmar I hat Gleiberg I zum Gegner und wird alle- hergeben müssen, wenn eS den Sieger stellen ttrilL 3n Heuchelheim findet daS Bezirks - 3 u - genbtreffen der Fußballer statt Al- Wettkämpfe find Mannschaftskämpfe (4x100- Meter-Stafette, 100^Meier-Lauf und Weitsprung) vorgesehen Außerdem findet ein Dlitzturnen der beteiligten 3ugendmannschasten statt. Den Abschluß der Deranstaltung wird dann ein Bezirks- spiel bildert. Sommersport und Volksgesundheit. Wenn auch die Zeiten vorbei sind, in denen der Sport im Winter fast ganz ruhte, so ist doch für die große Masse in unserem Klima die wärmere 3ahreszeit die beste Sportzeit, schon deswegen, weil die bilsigst« und allgemeinste gesunde Sportart, da- Schwimmen, vorzugsweise im Sommer betrieben wird. Kräftigung der Lunge und de- Herzen-, verstärkter Blutkreislauf und Anregung deS gesamten Stoffwechsels sind die Hauptwirkungen dieser Sportart. Daß man mit überfülltem Magen, oder vom Laufen oder Radfahren erhitzt, sich nicht sofort in die kühlen Fluten stürzen soll, ist zwar allgemein bekannt, trotzdem werden immer wieder alljährlich blühende junge Beute Opfer dieses Leichtsinns. Die günstige Wirkung de- SchwimmbadeS auf den Organismus wird durch das mit dem Schwimmbad verbundene Luftbad noch verstärkt. Gs braucht nicht unbedingt ein Sonnenbad au sein. Die Dauer richtet sich nach der körperlichen Verfassung, als allgemeine Regel gilt aber, daß kein Frösteln oder Unbehagen auftreten darf, sonst ist des Guten AUviel geschehen. Dem Spimmsport an gesundheitlichem Wert nahestehend ist der Rudersport. Beim sportlichen Rüdem werden fast sämtliche Muskeln deS Körper- gleichmäßig durchgearbeitet, Herz und £unge gekräftigt und der Stoffwechsel angeregt. Dazu kommt die Freud« an den wechselnden Land- schastsbildem, an der Beobachtung der mannigfachen Tierwelt. Dasselbe gilt für den Wander- fport in jeder Form, zu Fuß. zu Rad und im Paddelboot. DaS Wandern ist ein Sport, der jedermann fast ohne Unterschied deS Geschlecht-, des AlterS und de- GeldoeutelS zugänglich ist, und den jeder nach Maßgabe feiner Kräfte betreiben kann, ohne Minderwertigkeitsgefühle befürchten zu müssen, weil andere mehr leisten al« er. Sein Einfluß auf Körper und Geist ist gleich vorteilhaft und groß. Dazu kommen insbesondere für die 3ugenb die zahlreichen sportlichen Spiel« und die verschiedenen Arten der Leichtathletik, die einen für solche Zwecke eingerichteten Spieloder Sportplatz erfordern. Für die meisten bei der 3ugenb beliebtesten Spiele, wie Schlagball, Fußball und Handball, genügen einfache Spielplätze, sie müssen nur gut eingeebnet sein und einen durchlässigen Untergrund haben, damit sie nach Regenfällen wieder benutzbar sind. Da- tüchtige Laufen bei den meisten Spielen ist dem jugendlichen Körper besonder- zuträglich, und di« Freude am Spiel ist, namentlich in der heutigen •Seit, das beste Gegengewicht gegen den Emst des Leben-, den jetzt auch die 3ugenb mehr zu spüren bekommt, als ihr zuträglich ist. (Schluß des redaktionellen Teil».) Auch da, Wasser hat feine Caunent Ansehen kann man’s ihm nicht — aber wenn beim Waschen die Lauge nicht schäumt, bann war ein unsichtbarer Feind am Werk. Er heißt Kalk, steckt in jedem harten Leitungswasser und ist ein Seifenfresser aüer- schlimmster Sorte. itluge Frauen geben daher vor Beigabe der Waschlauge einige Handvoll Henko- Bleich-Soda in den Waschkessel. Dadurch wird das Wasser wundervoll weich und die Lauge schäumt prächtig. 2776A NESTLE5 KINDERMEHL Ä r Jetzt i auch in Port io ns- v dosen i Mit erstklassitiem Material erhallen Sie stets einen pulen InsH! ionkurreailoi billig bleien wir an: FiiMen-Oellarbe nje üb.Nachttrockn..Pfd. 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War das schön! Dieser Gesang... diese Musik... Ich habe noch nie in meinem Leben etwas so Herrliches gehört...“ „Es hat Ihnen also gefallen, Kind?" fragte Frau Schelmer. „And wie! Ich bin restlos begeistert. Am liebsten stellte ich mich auf die Bühne und sänge mit. Oh, diese Carmen! Wer auch so singen und spielen könnte...“ Elisabeth faltete die Hände und schaute verzückt vor sich hin. Dis plötzlich eine Männerhand kam, die gefalteten Hände leise heruntcrzog, die Mäd- chcngestalt unmerklich in den Sessel drückte. _ Ein Cishauch streifte Elisabeth, als sie die leise Stimme hörte. „Nicht so stürmisch, Fräulein Pfilipp! Man wird schon aufmerksam auf uns. Sie müssen sich ein wenig beherrschen, Sie großes Kind." Elisabeth war dunkelrot im Gesicht, als sie ihre Hände beschämt der Amklammerung Eckertsburgs entzog. „Aber Lothar, wie kannst du Elisabeths harmlose Freude so stören! Freue dich doch, daß es noch solche Begeisterung gibt. And sie ist sogar berechtigt. Die Aufführung ist ausgezeichnet." „Es tut inic leid, Tante, auch dein Entzücken nicht teilen zu können. Mir gefällt die Aufführung nicht sonderlich gut. Bor ollem die Carmen enttäuscht mich. Hätte ich gewußt, daß die Brauns singt, wäre ich gar nicht mit hierhergekommcn. Sic ist mir viel zu dick für diese Nolle. Dazu gehört eine schlanke, geschmeidige Gestalt und nicht solch ein Mehlsack!" „O Gott, Lothar, wie streng du bist! Ein Glück, daß die Brauns dich nicht hört." „Könnte ihr gar nichts schaden, wenn sie mich hörte. Sic gehört nicht mehr aus dic Bühne, sollte lieber im Konzertsaal auftreten. Die Bühne braucht Idealgestalten." Elisabeth saß still und verschüchtert in ihrem Sessel und wagte kaum einen scheuen Blick auf diesen Mann, der so vernichtend zu urteilen vermochte. Sie konnte ihn nicht ganz verstehen, fand die Carmen keineswegs so unförmig. And dann kam es in erster Linie auf die gesangliche Leistung an, das Körperliche stand doch erst an zweiter Stelle. Diese Meinung äußerte sie auch, als Frau Schelmer sie bot, ihren Eindruck zu schildern. „Das wundert mich, Fräulein Pfilipp", sagte darauf der Baron, „ich hatte eigentlich mehr von Ihrem Schönheitsgefühl erwartet. Aber Sic sind noch zu unerfahren in der Bühnenpraxis, um alles das beurteilen zu können." „Nun, ich finde die Carmen sehr schön", sagte Elisabeth trotzig. „Die Carmen ist dick und häßlich", kam Eckertsburgs lakonische Antwort. Elisabeth war jäh errötet, fast schnippisch kam es von ihren Lippen: „Es scheint, daß unser Geschmack beträchtlich auseinandergeht." Plötzlich überfiel sie rasendes Herzklopfen, als sie den Blick sah, mit dem Eckertsburg sie streifte. Dann kam Frau Schelmer ihr zu Hilfe: „Brav, Kindchen, lassen Sie sich nur keine Meinung aufoktroyieren. Sich nur nicht kleinkriegcn lassen! Im übrigen, Lothar, hättest du, glaube ich, heute lieber nicht ins Theater gehen sollen. Du scheinst schlechter Laune zu sein!" „Du irrst, Tante. Ich bin keineswegs schlecht aufgelegt, und ich bereue es nicht, mit Ihnen, meine Damen, hierhergekommen zu sein. Ich* habe aus diese Weise doch Fräulein Pfilipps neues Gesicht gesehen. Ich hätte gar nicht geglaubt, daß sie überhaupt widersprechen kann. Acbri- gens, Fräulein Pfilipp. Sie möchten später wohl auch gern die Carmen spielen?" „Oh, ich wünschte es sehr!." „Sie werden nie eine Carmen sein, Fräulein Pfilipp." „Aber Lothar!" fiel Frau Schelmer ein und machte ein ganz böses Gesicht. Elisabeth war blaß geworden, schaute mit flackernden Augen auf den Mann, der ein so vernichtendes Arteil sprach. Eine Empörung überkam sie, heftig sprudelte es von ihren Lippen: „Ich glaube, Sie kennen mich nicht, Herr von Eckertsburg. Sonst würden Sie nicht so schnell den Stab über mich brechen. Ich bin noch jung und eine Anfängerin, aber ich weiß, daß ich etwas kann und daß ich es, wenn ich fleißig bin, zu etwas bringen werde." „Davon bin ich felsenfest überzeugt, Fräulein Psilipp. Nur eine gute Carmen werden Sie niemals sein." Die Tränen traten in Elisabeths Augen. Sie konnte nicht mehr antworten, es wäre sonst mit ihrer Fassung vorbei gewesen. „Lothar, ich bitte dich! Wie kannst du nur so grausam sein und Elisabeths ganze Hoffnung zerstören ..." „Wer tut denn das, Tante? Ich sage Fräulein Pfilipp nichts als die Wahrheit. Wer so viel Zartheit besitzt, und Süße und Kindlichkeit, aus dem kann keine Carmen werden. Carmen verlangt Feurigkeit, Nasse bis in die Fingerspitzen." I Es- war ein Glück, daß es jetzt wieder dunkel | wurde. Elisabeth hätte die Tränen nicht mehr zurückhalten können, die langsam ihre Wangen herunterrollten. Frau Schelmer hatte ihre Hand ergriffen und drückte sic warm. Die wohltuende Berührung dieser Hand gab Elisabeth allmählich ihr Gleichgewicht zurück, wenngleich ihr alle Freude an der Aufführung verdorben war. Während des dritten Aktes — Carmen war Joses Liebe überdrüssig geworden, hatte ihr Herz Escamillo zugewandt — spürte Elisabeth dicht an ihrem Ohr plötzlich Eckertsburgs Lippen, hörte ihn flüstern: „Nun. habe ich recht, daß Sie nie eine Carmen sein werden? Eine Frau wie Sie liebt doch nur einmal ...“ Entsetzt wollte Elisabeth auffahren. Sie sah zu ihm hinüber. Da saß er in seiner ganzen Gelassenheit in seinem Sessel, seine Augen sahen sie an wie immer. Stumm wandte die Frau sich ab, der Bühne zu. Ein Aufruhr tobte in ihr. Was wollte dieser Mann von ihr? Was meinte er mit seinen seltsamen Worten? Eine plötzliche Verlassenheit hatte sie überkommen. Anwillkürlich glitten ihre Gedanken in die Vergangenheit, zu Hubert Heilmann. In allen diesen Wochen hatte sie mit aller Energie jeden Gedanken an ihre Liebe und an Hubert ausgeschaltet. Sie wollte nichts mehr zu tun haben mit diesen Dingen, sie war fertig mit ihnen. Jetzt aus einmal standen sie wieder auf, hervorgerufen durch die Worte Eckertsburgs. Ja, er mochte recht haben. Sie liebte nur einmal, sie würde nie wieder lieben können, da man ihre Liebe getötet hatte. Mit Huberts Treubruch war ihr Herz erstorben,' nie wieder würde sie einen anderen Mann lieben können... Elisabeth hatte eine Zeitlang wie geistesabwesend auf die Bühne gestarrt. Plötzlich wurde sie wieder von den Vorgängen gepackt, die sich dort abspielten, und von der leidenschaftlichen Begleitmusik. Sie war so völlig unverdorben, daß das, was da unten geschah, ungeheuren Eindruck auf sie machte. Fast hätte sic aufgeschrien, als Jose Carmen mit feinem Messer erstach. Es war ihr fast, als wenn sie selbst das blanke Eisen in der Brust gespürt hätte. _ Ganz blaß war sic, als es wieder hell wurde. Sie sah nicht, daß ein fast mitleidiges Lächeln um die Lippen Lothar von Eckertsburgs huschte. Niemand sprach ein Wort, bis man wieder im Da gen sah. Dann erst wandte sich Lothar von Eckertsburg an Elisabeth: „3d) würde es für sehr gut halten, Fräulein Pfilipp. wenn Sie recht oft die Oper besuchten. Sie müssen alle diese Musikdramen kennenlernen, sich an diese Geschichten gewöhnen, in denen Naub, Mord, Gift, Kerker eine große Nolle spielen. Sie werden dann bald erkennen, daß es hier nicht aus die oft groben und unsinnigen Texte ankommt, sondern nur auf die Musik, die 1 das Ganze verklärt. Ich werde dafür sorgen, daß | Ihnen und Tante Schelmer immer Karten zur Verfügung stehen, so oft Sie in die Oper gehen wollen. Mich müssen Sie entschuldigen; ich hab« alle diese Opern schon zu oft gehört, und ich werde sie mir erst wieder anhören, wenn Elisabeth Pfilipp uns ihre große Kunst offenbaren wird." Er hatte Elisabeths Hand ergriffen, sie an seine Lippen gezogen. Dabei sah er sie mit einem seltsamen Blick an. Elisabeth konnte nicht wegsehen. Sie wußte nicht, wofür sie diesen Blick nehmen sollte, ob Spott darin tag, Ironie oder etwas anderes. Es war ihr beklommen zumute. Dieser Dttann war schrecklich. Man konnte nicht klug aus ihm werden. Ihr Wille bäumte sich auf gegen den seinen. Fast schien es ihr in diesem Augenblick, als ob sie ihn haßte, der so nüchtern und grausam bet- suchte, ihre Ideale zu töten. Wie häßlich waren seine Worte gewesen, diesen ganzen Abend über, wie wehe hatte er ihr. damit getan! Eckertsburg sprach jetzt mit seiner Tante, ohne seinen Blick von Elisabeth zu lassen. Cs war, als ob cr sie mit seinen Augen durchdringen wollte. Heiß flutete Elisabeth das Blut zum Herzen, als sie diesen Blick sah. Sie fühlte die Macht, dic von ihm ausging. Ganz klein wurde ihr Wille; es half nichts, daß sie sich gegen diese Macht aufbäumte. Ein leises Zittern ging durch ihren Körper. Was war nur mit ihr los? Verstört wandte sie den Kopf, sah zum Wagenfenster hinaus. Das Auto hielt mit kurzem Ruck. Eckertsburg half den Damen aus dem Wagen. Fest ergriff er Elisabeths kalte Hand, führte sie an die Lippen. „Bose?" fragte er, kaum die Lippen bewegend. Frau Schelmer war schon vorausgegangen. In tödlicher Verlegenheit stand Elisabeth da, vcr- suchte ihre Hand aus der seinen zu ziehen. Er hielt sie fest, sah sie mit zwingendem Blick an. Stammelnd kam es von Elisabeths Lippen: „Nein — nein weshalb sollte ich böse fein?" „Gute Nacht, Elisabeth", sagte er da leise. „Ich wünsche Ihnen gute Ruhe und hoffe, daß Sic die Carmen nicht bis in die Träume verfolgt...“ Elisabeths Herz schlug bis zum Halse, während sie nun die Treppen hinanstieg. Dieser Mann brachte sie um ihre Ruhe. Sein Spott und seine Güte waren gleichermaßen geeignet, sie um den Verstand und um jede Aeberlegung zu bringen. Wie sollte sie nur diese ganzen Wochen überstehen, wo sie ihn immer wieder sehen würde? Sie fühlte eine sonderbare Gereiztheit gegen Eckertsburg. Er flöhte ihr durch seine Art und Weise Abscheu ein, und sie wußte doch, wie sehr sic ihm zu Dank verpflichtet war. And wenn das nun so weiterging, so mußte eines Tages ein Zusammenstoß kommen. And was würde dann aus ihrer Karriere werden? (Fortsetzung folgt.) Dtz. ist gut tuheu! - I Ein Garten mit einer gemütlichen Sitzgelegenheit und viel Schatten, das ist eine wohltuende Angelegenheit in der heißen Sonnenglut. So dachte auch Onkel Mollig, als er im Garten sein Nickerchen machte. Es war doch gut, daß er sich für diesen Sommer so nette Gartenmöbel von Häuser zulegte. Wie schadenfroh kann er jetzt lächeln, wenn die Spaziergänger schweißtriefend und prustend an seinem schattigen Plätzchen voruberziehen. Ihn bringen keine zehn Pferde mehr fort. Kann man es ihm verdenken? Nein, aber nachmachen sollte man es ihm. Kommen Sie doch auch einmal zu Häuser. Sehen Sie sich einmal diese herrlichen Gartenmöbel an, Bänke, Tische, Stühle und Gartenschirme, alles zu Ihrer Auswahl und Gemütlichkeit. 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Dic amtsgerichtliche Verfügung' ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, Stadthaus, zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 1. Juni 1932. I A. des hessischen Amtsgerichls Gießen. Leo, Ortsgerichtsvorstcher. WFRRFdrucksachen ww b Bw 19 X.Brühl’scho Druckerei Statt Karten! r 05753t 200 Bettücher Haus der andarbeit Seltersweg 73 4602 A ein besonders günstiges Angebot zur Anschaffung von Dauerwerten! Bettücher aus kräftigem Bielefelder Hausluch, mit allmählich verstärkter Mitte, 150 250 oder la Halbleinen, erstklass. Qualität, 150/225 Wiesbaden Winkelerstraße 6 ; 03725: Bettücher aus la Nessel, Größe 160.240, gut brauchbare Qualität, oder aus la Haustuch, teils mit Höhlsaum, gute Qualitätsware Gustel peker Waller Henß Verlobte Bettücher aus vorzüglichem Haustuch oder beste westfälische Stuhlware, besond. kräftige Strapazierqualität, Gr. 150 225 - 160,230 Zum Aussuchen auf Extratischen aufgelegt im 3uni 1932 Großer Stelnweg 23 August Markin Minny Markin, geb. 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