hei,. Moniert ».?* ^.lZ381,$t. SS**1»« Wissenschaft. r Doelhe-ZHusemn. Me-Neum. jw I '^us ein Museum eibenem Rahmen bitir J it es bcm Wien Sem J er Unterftügung beutl*. ■ loelljes gelungen, eine I Runft iu|ammtnju|tcllt". | ünflleriidjcn Ktmolpbare i oß geworben unb gelebt t* Echassung bes Museum- z selbst burch bie Vergabe £ raben 25 unb Am Latz- | meisterlicher Form nvt 3 15 zu einem einheitlichen | em bie mit vieler Liebe 1 teilte Ausstellung unkt 1 l ist dos Museum an Ec I aus ollen Weltgegenben I ig dieses Museums gt I >oß ist die weltberühmte \d)t, die nahezu 50(Kri angreichste @otü)ebibho' l großen Reichsgedent. n August dieses 7*5 Des Frontsurter Toetb. Üuhalt gesunden. der Redaktion. 6 bi» 17 Uhr. Samtioi I lk - r"tU $t unverßortn' Süßmost’51 Aikol-N Z-L-" MH $?">"■ säS’SS ndcnpkL^---"" r-ss ßr.U5 Erstes Blatt 182. Jahrgang Dienstag, 17. Mai 1952 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener FamilienitzäNer Heimat im Dill» • Di« Scholl« Monat» Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.l 95 Ohne Illustrierte , 1 80 Zustellgebühr.. , -.25 Luch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolgt höherer Gewalt. zenrsprechanschlüffe anter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Eiehe». Postscheckkonto: Sranffurt am Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dnid vnb Verlag: vrühl'sche Unlverfttü1r-Vuch> unö Stetnörnderti H. Lange in Liehen. Schristlettung und Leschäftzstelle: Zchulftrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm hohe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig, für Re- Klameaiijeigen von 70mm Breite 35 Reichspsennig, Playvorschrift 20 , mehr. Lhesredattteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gieszen. Oer BOA. in der deutschen Ostmark. Oie diesjährige pfingstiagnng des Vereins für das Deutschtum im Ausland in Eibing war . ein starkes Bekenntnis zum deutschen Osten. Oie Hauptversammlung. Elbing, 16. Mai. (Xil.) Am Samstag wurde die Hauptversammlung des DDA. nut Degrü- ftungsworten des Vorsitzenden. Minister a. D. Dr. Geftl« r , eröffnet. Er erklärte u. a.: „Die Beteiligung an dirier Psingsttagung zeigt unS: war richtig, daft wir nach dein Osten gekommen sind, um zum Ausdruck zu bringen, das) deutsche- Land und deutsches Volk keine Handelsware sind. Wir werden a u s nicht- verzichten, was zu diesem Land und Dolk gehört" Ministerialdirektor Dr. LoehrS überbrachte die Grüfte dcS preufti» fchen Innenministers und betonte, daft dur h die Abhaltung der Tagung in Elbing dem deutschen Osten vor Augen geführt werde, daft einer der hervorragendsten Vertreter des stolzen Kulturgedankens sein Verständnis für die schwere Lage des deutschen Vordostcnv bekunde. Wim- sterialrat Tiedje übermittelte die Wünsche und Srüfze der Reichsregierung Er führte aus. daft auch die Regierung es auf das wärmste begrüfte, daft der VDA. feine Tagung in die innerhalb des Ostens am meisten an kultureller und wirtschaftlicher Hol leidenden Städte Elbing und Marienburg verlegt habe. Als Vertreter des preuftischcn Kultusministers betonte Ministerialdirektor Trendelenburg, daft Heimatpflege und Heimatschuß im Mittelpunkt des erzieherischen Aufbaues stünde Die Grüfte der evangelischen Kirche in Ostpreuftcn überbrachte Oberdomprediger Burghardt, die Grüfte Elbing- und deS Landesverbandes Westprcuften Oberbürgermeister Dr. Merten. Natt) Dankesworten des Vorsitzenden Dr. Geftler gab die Vorsitzende des OS23., des neuen Landes- oerbandes des VDA, Frau Dr Eutin (jtöiigs- berg), ihrer Freude darüber Ausdruck, daft der Zusammenschluß des ostpreuhischen «chulvereins mit dem VDA. stattgcsundcn haste. Der Vertreter für das Deutschtum in Estland, Rechtsanwalt Hasse 1 b 1 att (Reval), gab dann einen Gesamtüberblick über die Lage der deutschen Volksgruppen in Europa. Er beschäftigte sich sehr eingehend mit der wirtschaftlichen Lage der Ausländsdeutschen und zeigte, wie sehr der Kampf sich zuungunsten der Ausländsdeutschen in der Nachkriegszeit verschlechtert habe. Regierungsrat Dr. 3 vedecke (Marienwerder) sprach über den Weichselkorridor als europäisches Problem. Er erklärte dabei, daft Polen für seine Ansprüche auf das Korridorgebiet keine sachliche Begründung geben könne. Oer Festakt. Der dritte Tag der VDA.-Tagung wurde mit Gottesdiensten cingelcitct Vach b?r Stu - dcntentagung, bei ddr Regieru uncf)mcn und den stellvertretenden Ministerpräsidenten Takahashi beauftragt, die Geschälte vorläufig weiterzuführen. Die „älteren & t a a t s> l e u t e“ sind zu einer Sitzung zum Kaiser einberufen worden, der auch mit dem Kriegsminister Besprechungen hat, ob es ratsam fei. das Standrecht zu verhängen. Hiervon ist vorläufig Ab st and genommen worden. Der Armeerat hat beschlossen, den Generalleut- Oer Abg. Or. Ley vor dem Echnellrichter. Köln. 14. Mai (WTB.) Vor dem Grosin Schöffengericht haben sich im Schnellverfahren b-r nationalsozialistische Reichstagsabgeordnete Dr. Ley und sein Parteigenosse, der Kraftfahrer Fuchs, tocflcn eines Zusammenstoßes mit dem sozialdemokratischen Parteiführer, Re chstagsab- geordneten WelS und dem Kölner Polizeipräsidenten B a u k n ech t in einem Kölner Weinlokal kurz vor der Preußenwahl zu verantworten. Bel der Vernehmung erklärte Dr. Ley. daß jemand an seinem Tisch „Heil Hitler" gerufen habe, als gegen 2 Hhr Otto Wels und die in seiner Begleitung befindlichen Herren aufbrechen wollten Auf diesen Zuruf habe Dr. Wels gefragt. „Galt das mir?" und Polizeipräsident Bauknecht sei an den Tisch der Rationalsozialisten gekommen und habe einen von ihnen angestoßen. Was dann folgte, sei so schnell vor sich gegangen, daß er Einzelheiten nicht habe beobachten können. Auf der Polizeiwache sei er beschimpft und mißhandelt worden. Der Angeklagte Fuchs sagte aus, er fei in dem Augenblick des Zusammenstoßes nicht im Lokal gewesen. Als er den Gastraum wieder betreten hätte, habe er Ley „in Gefahr" gesehen und habe Ley „herausreißen" wollen. Ley aber habe seinen Arm zurückgestoßen und dabei Wels getroffen. Otto Wels bekundete auf die Frage: „Wem galt der Gruft?" habe er einen Hieb bekommen und fei von mehreren Personen umringt worden. Polizeipräsident Bauknecht sagte aus. man habe in dem Weinlokal nicht nur andauernd -Heil Hitler", sondern auch „Prost Proleten" gerufen. Rach den Zurufen der Rational'ozialisten habe er feinen Hut genommen und fei an den Tisch der Rufer gegangen. Als er sich einen erneuten Zurus Dr. Leys mit den Worten: „Bitte, lassen Sie das sein?" verbeten habe, habe er einen Schlag inS Auge bekommen. Er müfte zu- geben, in der Erregung getagt zu haben: ..Ihr seid ein feiges Gesindel". 3n der Beweisaufnahme sagte der Page der Weinstube, in der sich der Vorfall ereignete, aus. daft Fuchs den Abgeordneten WelS schlug. Er habe zufällig gehört, wie Dr. Ley a m Te le- s o n sagte . Kommen Sie unauffällig her, (harten Sie aber drauften auf der Strafte und machen Sie auch die Rümmer des Motorrads unkenntlich!" Das Schöffengericht erkannte gegen Dr. Ley auf drei MonateGefängnis und gegen Fuchs auf 5 Monate Gefängnis. 3n der Begründung sagte der Vorsitzende, das Gericht habe gemeinschaftliche Körperverletzung angenommen. Es sei ^inzunehmen, daß alle Beteiligten den Willen gehabt hätten, die Gegner anzugreifen. Es habe sich um einen Angriff gegen Herren gehandelt, die an der Schwelle des Greifenalters ständen und im öffentlichen Leben an hervorragender Stelle tätig feien. Anderseits fei die vorgerückte Stunde in der Weinstube berück sichtigt worden. Es fei auch eine Zeit politischer Hochspannung gewesen, und die Rerven feien bis zum Zerreihen gespannt gewesen. Das habe straf- mildernd angerechnet werden formen. nent Mafaki zuin Kriegsminister au machen, gleich, ob das Kabinett dem Rücktritt des jetzigen Kriegsministers A r a k i zustimmt ober nicht. Auch auf Araki war ein Anschlag geplant. Der bewaffnete Attentäter war in feine Wohnung kurz nach Mitternacht eingedrungen. Araki war jedoch schon zur Kabinettsfihung fortgegangen. Die Armee ist mit einem Ultimatum hervorgetreten, in dem sie die D i I d u n g e i n e r nationalen Regierung verlangt Die Hintergründe des Attentats. Paris, 17. Mai. (WTB Funkspruch.) Eine nach Japan entsandte Berichterstattern, des ..Petit Pa rifien" erklärt, die Nachrichi von bcm Attentat auf den japanischen Ministerpräsidenten sei nicht u n erwartet gekommen. Alle Welt habe in letzter Zeit in versteckten Worten von einem militärischen Staat» st reich gesprochen. Allerdings habe niemand geglaubt, dah er so nahe be vorstehe. Das Attentat habe nicht Fnukai persönlich, sondern dem Regierung stopf gegolten unb gewinne somit an Bedeutung Es handele sich um ein Glied in der Kette politischer Attentate, denen im Fanuar und Februar ein Minister unb ein Direktor der Großbank, Mitsui, Baron Dan, zum Opfer gefallen seien. Damals habe man 20 Stuben ten unb junge Intellektuelle, die zumeist einfluß reichen Familien angehören, f e ft g e n o m m c n. Sie seien Mitglieder einer Liga, man habe bei ihnen Verzeichnisse gesunben, in benen zahlreiche Politiker unb Großkapital! st en aufge führt waren, bie von ihnen um Tobe verurteilt worben seien, lieber bie Untersuchung bie fer Angelegenheit sei Stillschweigen bewahrt morben. 3n Wirklichkeit liege die Sache so, daß mehrere hohe Persönlichkeiten der Armee in die Angelegenheit verwickelt gewesen seien. Man habe sogar erklärt, daß die Revolver, deren sich die Attentäter bedienten, von Offizieren und namentlich von einem hohen populären Marineoffiziergeliefert wurden. Es handele sich also um eine höchst wichtige Bewegung, die dramatische Heber- raschunaen bringen könne Ein hochstehender Politiker habe der Korrespondentin erklärt .Wir find aus dem besten Wege zum Ertre- mismus. Hnser Heer ist ausgesprochen nationalistisch und gleichzeitig a n 11 kapitalistisch eingestellt, so daß die soziale Hm- Wälzung von Militärpersonen auSgehen könnte." im Golf von Aden. Ostasienfahrer in Brand geraten. — 200 Personen vermißt. Schweres Schiffsunqlück Ein französischer Paris. 16. Mai. (£11.) Der französische Passagierdampfer..Georges Philippart" mit etwa 600 Passagieren an Bord hat im Golf von Aden Feuer gefangen. Das Schiff hat Marseille am 26. Februar mit Fahrtbestimmung nach Vokohama verlassen. Die Besatzung seht sich aus rund 300 Mann zusammen, so das; mit den Passagieren rund 9 0 0 Mann an Bo r d sind- Die Gesellschaft, die ..Mcssagcric Maritime", der das Schiff gehört, hat im Augenblick noch keinerlei direkte Nachricht- Der russische Dampfer „S o v i c t k a j a n e st" teilt mit, er habe Passagiere und Mannschaft des französischen Dampfers an Bord, der vollständig in Flammen stehe und a u f g e g e b c n sei. Der englische Dampfer „Mahsuda" hat 134 Heber* lebende ausgenommen und gibt bekannt, daß er Leichen i n s Meer versenke. Der Kapitän des englischen Dampfers ..Contractor" teilt durch Funkspruch mit. dah er 129 Gerettete an Bord habe, ein von ihm aufgenommener weiblicher Passagier sei den Berlehungen erlegen. Man nimmt an. dah der Brand in den unteren Bäumen entstanden ist und die Flammen sich so schnell verbreiteten, dah die Benutzung der Rettungsboote unmöglich war. Das Feuer soll auf B r a n d st i f t u n g zurückzuführen sein. Die Lage des Schiffes und die heftigen Flammen verhinderten ein Niederlassen der Rettungsboote. Bon den Passagieren und der Besatzung des Schisses werden 200 Personen vermißt. Die „Georges Philippart" hat eine Wasserverdrängung von 21 500 Tonnen. Der Dampfer ist fast 173 Meter lang. 21 Meter breit und fährt mit einer Maschinenkraft von 11600 Pferdestärken 17 Knoten in der Stunde. Die „Georges Philippart", die im Dezember 1929 auf Kiel gelegt wurde, trat im Februar dieses Jahres ihre erste Auslandreise an, die ihr zum Verhängnis werden sollte. sichern ihm das ehrende Andenken des ganzen deutschen Volkes. (gez.) von Hindenburg, Reichspräsident. Die Volkspariei zum Tode ihres Seniors. Berlin, 14. Mai. (END. Eigene Meldung.) Der Pressedienst der Deutschen Volkspartei ver- ösfentlicht folgenden Nachruf für Geheim rat Kahl: Der Senior der Deutschen Volkspartei Geheimrat Dr. Wilhelm Kahl ist im ehrwürdigen Alter von 83 Jahren von uns geschieden. Sein Leben war Dienst und Treue am Vaterlande, sein Wesen menschliche Güte und hohe Weisheit. Politik und Wissenschaft beklagen gleichermaßen den Verlust eines der Besten. Ein Auge hat sich geschlossen, das die größten Tage unserer Geschichte erleben durste, als der Kriegsfreiwillige von 1871 <)euge der Kaiserproklamation und der Reichsgründung war. Es starb einer der treuen Kampfgefährten Bennigsens und Dassermanns, durch Jahrzehnte nationalliberaler Parteigeschichte ein väterlicher Freund unseres verstorbenen großen Führers Gustav Stresemann, ein Parlamentarier, der in jedem Augenblick das gute Gewissen unserer Partei, Vorbild und Führer edelsten deutschen Bürgersinns gewesen ist. Bis in die letzten Stunden seines ehrenreichen Lebens hat Dr. Wilhelm Kahl seine unlösbare Verbundenheit mit der Deutschen Volkspartei und ihren idealen bekundet. So nahm der Tod einen guten Kameraden und unantastbaren Führer von unserer Seite. Oie (Sfaafcparfei zum Wahlkampf in Hessen. WSN. Frankfurt a. M., 16. Mai. Am Samstag tagte der Vorstand des Landesverbandes Hessen der Deutschen Staatspartei, um sich mit dem bevorstehenden Wahlkampf zu beschäftigen. Einmütig war man der Auffassung, unter Aufrechterhaltung der vollen Sel b- st ä n d i g k e i t zu versuchen, in einer ein- hei tlichenLiniemi t benübrig enbür- gerlichen Parteien in den Wahlkampf einzutreten. Die Stärkung des politischen Einflusses Der Mittelgruppen gegenüber den zersetzenden Wirkungen des Radikalismus von rechts und links mühte ter bestimmende Gedanke des Wahlkampfes sein, und die Staatspartei müsse allen vernünftigen Vorschlägen, die in dieser Richtung lagen, entgegenkommen. __ Folgenschwere Llnwetierkaiastrophe an der unteren Moses. Große Verheerungen in Dörfern und Weinbergen. - Fünf Todesopfer aus den Trümmern geborgen. Koblenz, 16.Mai. (WIB.) heule abend ging über ganz Westdeutschland ein schweres Unwetter nieder. Besonders schwer heimgesucht wurden das Gebiet der unteren Mosel und die Höhenlagen der Eifel. Wolkenbrüche mit Hagelschlag liehen in einigen Ortschaften das Wasser in den Straften bis zu einem Meter ansteigen. Das Wasser rift alles mit sich, was im Wege stand. 21 u f der Strafte 6 o b le n } — IDeiftenturm standen die 5lut#m fo hoch, daft der Verkehr umgeleitet werden muftte. Auch die Schienen der Reichsbahn waren vorübergehend stark überflutet. Roch den ersten Nachrichten aus dem betroffenen Gebiet ergoft sich der Wolkenbruch über den HJinninger Berg fo stark, daft die Felder und Berghänge abgefpült und die gesamte Aussaat vernichtet wurde. Die Wassermasse durchfurchten die Felder in einer Tiefe, daft man glaubte, Schützengräben vor sich zu hoben. Insbesondere in der Gemeinde Güls ist der Schoden unermeftlich. Dort drangen Schlamm- und Geröllmassen meterhoch in die Straften ein und brachten zahlreiche Häuser zum Einsturz. viel Vieh, insbesondere Schweine und Kleinvieh, ist in den Geröll- und Schlommassen umgekommen. Das Gelände, das von dem Wolkenbruch betroffen wurde, erstreckt sich noch über Winningen hinaus bis etwa Hatzenport, den bekannten Weinort. Allerdings ist es nicht möglich, aus diesen Gemeinden Nachrichten zu erhalten, da auch hier die Telephonteitungen zerstört und die Zugangswege von Geröll und Schlamm überdeckt sind. Von Reisenden, die mit der Eisenbahn moselabwärls gekommen sind, wird berichtet, daft in der Gegend von Hatzenport der Wolkenbruch die Weinberge auf weite Strecken verschlammt hat. Die Beb- stöcke samt dem Weinbergboden wurden zu Tal ge- schwemmt. In den westlichen Randgebieten des Unglücks war der Wolkenbruch von Hagelschlag begleitet, bei dem taubeneigrofte Hagelkörner niedergingen, Gärten und Felder vernichtet und selbst Personen verletzt wurden. Stundenlang floh der Wolkenbruchschlamm zu Tal. Zwischen Güls und Winningen Hot die höhe der Wassermassen, die sich über eine Stunde, mit Geröll vermischt, zu Tal wälzten, drei Meter betragen. Dazwischen befanden sich totes Vieh, Scheunenteile, wie Scheunentore und -dächer und Hausrat. Zahlreiche Mauern sind durch die Wassermassen eingedrückt worden. Auch der Bahndamm wurde in Mitleidenschaft gezogen, von R ü - benach wird gemeldet, daft die Wassermassen den auf einem Berghang gelegene Friedhof zum größten Teil abgeschwemmt haben, so daft Särge und Leichen freigelegt wurden. Bis 24 Uhr waren fünf Tote geborgen, und zwar eine Frau mit ihren drei Kindern, die beim Einbruch des Unglücks sich von der Strafte in eine Waschküche flüchteten und dann von den einstürzenden Trümmern begraben wurden. Ferner wurde noch ein elf Jahre alter Knabe gefunden. Ein pensionierter Eisenbahnbeamter, der sich kurz vor dem Einsturz seines Hauses in das Gebäude begeben hatte, wird noch v e r m i ft t. Ausflügler bei Guts in einer Kapelle eingeschloffen. Bon einer Lchupopalrouitte gerettet. In einer kleinen Kapelle im Mühlental bei Güls ist durch die Geistesgegenwart und persönliche Tapferkeit einiger Schupobeamten e i n Unglück allergrößten Ausmaßes vermieden worden. Etwa 20 Ausflügler, die den Nachmittag zu einem Spaziergang benutzt hatten, flüchteten vor dem hereinbre- chenden Unwetter in die Kapelle. Die Flutwelle, die dann das Tal hinabbrauste, setzte die Kapelle im Augenblick fast bis zurDecke unter Wasser. Durch die Gewalt des Wassers wurden die Menschen gegen die Decke geschleudert und standen dann, als sich die Fluten etwas beruhigten, bis zum Halse im Wasser. Ein Entweichen war unmöglich. Frauen und Männer hielten die Kinder in d i e Hohe, so daß sie knapp noch in dem Zwischenraum zwischen Decke und Wasser atmen konnten. Als die ersteSchuporettungspatrouille auf die verzweifelten Hilferufe der Eingeschlossenen hin eintraf, blieb kein anderer Weg zur Rettung, als durch die Decke. Die Beamten schlugen das Dach ein und schafften durch diese Bresche die fast Ertrinkenden einzeln in Sicherheit. Don den Befreiten mußten drei mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht werden. Geheimrat Wilhelm Kahl t- Berlin. 14. Mai. (WTD.) Geheimrat Pros. D. Dr. Wilhelm Kahl ist heute mittag 13 Uhr in seiner hiesigen Wohnung im Alter von 83 Jahren an den Folgen einer Bauchfellentzündung gestorben. Der Senior der deutschen Juristen, Wilhelm Kahl, Dr. theol., Dr. jur., Dr. med. h. c., Dr. phil. n. c., Dr. rer. pol. hc., ordentlicher Professor der Rechte, Geheimer Iustizrat und Mitglied des Reichstages, wurde am 17. Juni 1849 als Sohn des bayerischen Dezirksgerichtsdirektors Dr. jur. Friedrich Kahl in Klein-Heubach (Boyern) geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums nahm er zunächst als Freiwilliger am Kriege 1870 71 teil, erwarb sich das Eiserne Kreuz 2. Klasse, wurde Offizier bei den bayerischen Jägern und wohnte der Kaiserproklamation im Spiegelfaal des Schlosses von Versailles bei. Nach dem Kriege studierte er in Erlangen und München Rechtswissenschaften und lieft sich später als Privatdozent für Kirchen recht. Staatsrecht und Strafrecht in München nieder. Ab 1879 wirkte er als Professor in Rostock. Erlangen. Bonn und ab 1895 an der Berliner Universität. Nach der Revolution war er auch parlamentarisch tätig, und zwar seit 1920 als Reichstagsmitglied der Deutschen Volkspartei und Vorsitzender des Rech tsauss chusses. Wilhelm Kahl ist in der breiteren Oefsent- lichkeit namentlich durch sein Auftreten in dem von 1891 bis 1905 laufenden lippischen Thron folge st reit bekannt geworden. Er trat mehr und mehr als der erste Vorkämpfer der Strafrechtsreform hervor und hat seit 1893 als Vorsitzender der großen Staatskommission die Hauptarbeit an dem werdenden Gesetzwerk geleistet, das infolge des Krieges vorläufig nicht zum Abschluß kam. Pros. Kahl hat sich auch um das evangelische kirchliche Leben große Verdienste erworten. Er war Mitglied des General-Synodal-Dorstandes der evangelischen Landeskirche Preußens und des deutschen evangelischen Kirchenausschusses. Während des Weltkrieges war er während der Universitätsferien als Delegierter des Roten Kreuzes im Felde. Wilhelm Kahl ist mit zahlreichen Veröffentlichungen über Strafrecht. Kirchenrecht ulw. an die Öffentlichkeit getreten und war Mitherausgeber der „Deutschen Iuristcn- zeitung". Die Teilnahme des Reichspräsidenten B e r l i n , 14. Mai. (WTD) Der Herr Reichspräsident hat anläßlich des Ablebens Kahls an Frau Geheimrat Kahl aus Neudeck das nachstehende Telegramm gerichtet: ..Zu dem schweren Verlust, der Sie durch das Hinscheiden Ihres hochgeschätzten Gatten, in dem ich auch den altenMitkämpservonl870 71 ehrte, betroffen hat, spreche ich Ihnen und Ihren Angehörigen meine herzliche Teilnahme aus. Die unvergänglichen Verdienste, die sich der Entschlalene in unermüdlicher treuer Arbeit für fein Vaterland um d i e Wahrung und Weiterbildung des deutschen Rechts erworben hat, unö seine hohen menschlichen Eigenschaften Aus aller Welt. Großfeuer bei Krupp. Auf den Kruppschen Steinwerken brach in der Nacht zum Dienstag ein Großfeuer aus, dessen Bekämpfung mehrere Stunden in Anspruch nahm. Kilvmeierweit war der Feuerschein zu fcben. Dem näher Hinzukommenden zeigten sich haushohe Flammen, die gewaltigen Rauch entwickelten. Die Flammengarben erstrahlten mit einem riesigen Sprühfeuer gegen den Nachthim- meL Die Kruppsche Feuerwehr nahm mit allen Kräften den Kampf gegen das Riesenfeuer auf. Die städtische Feuerwehr wurde nicht zugelassen. Polizei wurde nur insoweit zugelassen, als an der Bahnseite Absperrungen nötig waren. Von nah und fern waren trotz der späten Nachtstunde Tausende herbeigeeilt, um das Schauspiel aus der Nähe zu sehen. Nach einer halben Stunde war der Brand isoliert und die Gefahr für die Nachbarhäuser ein» gedämmt. Die Arsache des Brandes ist noch unbekannt. Gegen 4 Ahr morgens war das Feuer in der Hauptsache gelöscht. Der Schaden ist sehr graft. Grofte Berliner Sommerschau 1932: „Sonne, Lust und Haus für alle“. Am Samstag wurde die große Berliner Sommerausstellung 1932 „Sonne, Luft und 5)aus für alle" mit einer Ansprache von Gerhart Hauptmann feierlich eröffnet, der u. a. erklärte, die Anstellung wolle den Bereich des unersättlichen Ma- chinenzeitalters, mit seinem geistlosen Menschenverbrauch einschränken und dem Menschen ein Reservat sichern, indem er seinen Geist be- reien, seine Seele erheben und sich selbst in der Verbindung mit der Natur wieder gewinnen könne. Die Technik werde endlich ihren wahren Auftrag ausführen, wenn sie dieser höchsten unter ihren Aufgaben diene. — Die Ausstellung veranschaulicht auf einer hallenfläche von 22 000 Quadratmetern und 110 000 Quadratmetern Freigelände alles, was mit dem Wochenende, der Leibespflege, der neuzeitlichen Volkshygiene und dem Kleingartenbau verknüpft. Bundestag der deutschen Botenreformer. Nach internen geschäftlichen Sitzungen wurde im Zoppoter Kurhause die Reihe der öffentlichen Kundgebungen des 34. Bundestages der deutschen Bodenreformer mit einer kurzen Ansprache des Führers Dr. Adolf Damaschke eröffnet, der darauf hinwies, daß das Deutschland des klassischen Liberalismus sein Ende gefunden habe. Um die Gestaltung der Zeitepoche rängen heute auf der einen Seite der menschenverderbende Mammonismus der westlichen Demokratie und der die persönliche Freiheit vernichtende Kommunismus des Ostens. Der wahre Friede könne indessen nur gesichert werden in der Bodenreform, denn nur durch sie sei ein soziales Menschenrecht und durech die Möglichkeit der Auswertung der Arbeit die in dem klassischen Liberalismus angestrebte Freiheit des Individuums gesichert. Dem mit begeistertem Beifall aufgenommenen Vortrag Damaschkes gingen Degrüßungsworte des Zoppoter Magistrats und der Zoppoter Ortsgruppe der Bodenreformer voraus. Sieben Todesopfer ter Alpen. Während der Pfingstfeiertage ereigneten sich in den Bergen mehrere schwere Anglücksfälle. 'Bei Kochel stürzte am Sonntag der Tourist Hans Gleizner aus München tödlich ab. — Am Pfingstmontag stürzten am Wiesbachhorn die Münchnerin Toni Schmid, die im Vorjahre mit ihrem Bruder d i e Matterhornnord- wand erstmals erkletterte, und Ernst Krebs, ein bekannter Skifahrer, ab. Toni Schmid verunglückte tödlich. Ernst Krebs wurde schwer verletzt. — Im Wilden Kaiser stürzte der Student Siegfried Grünebaum aus München unterhalb der Steinernen Rinne ab. — In der Gimpelsüdwand verunglückten tödlich durch Absturz die Touristen Waldemar Wange und Georg Hübel aus Kaufbeuren. — Am P i z B u i n in der Silvretta stürzte Michael Frank aus Lindau tödlich ab. - An der Rotwand b e i Schliersee erlitt Ludwig Lehner aus Pasing bei München bei einem Absturz schwere Verletzungen. — Am Latschenkopf bei Lenn» g r i e s im Gebiet der Denedikteüwand stürzte Karl Meyer aus Pasing nebst einem zehn» jährigen Jungen ab. Der Junge ist tot, Meyer schwer verletzt. Sechs Tote bei einem kraslwagenunglück im harz. Ein Berliner Lieferauto, in dem 30 Breslauer Touristen fuhren, stürzte auf einer Fahrt im Harz so unglücklich um, daß sechs Personen getötet wurden. Das ilnglücf ereignete sich auf dem Wege von Clausthal nach der Söfeltalsperre. Wie der Kraftwagenführer erklärt, ist das Anglück daraus zurückzuführen, daß plötzlich, als sich das Ausflüglerauto in ft eilet Abfahrt befand, die Bremsen rissen. Der Wagen suhr mit einer Geschwindigkeit von etwa 60 bis 80 Kilometer. Am das Schlimmste zu verhüten, und den Absturz in einen Abgrund zu vermeiden, hat der Führer den Wagen gegen einen Hang auf der linken Straßenseite gesteuert. Von hier aus rollte er zurück und überschlug sich. Infolge des starken Autoverkehrs in dieser Gegend hatten sich bald Hunderte von Menschen an der Anglücksstelle eingefunden, die den Verunglückten unter Hinzuziehung von Sanitätspersonal die erste Hilfe leisteten. Schweres Aulounglück bei Nordhausen. Auf einer steilen Straße verlor der Führer eines Ausflüglerautos aus Magdeburg in einer Kurve die Gewalt über seinen Wagen. Das Auto stürzte die etwa 20 Meter hohe Böschung hinab und wurde völlig zertrümmert. Der Führer war sofort tot, ebenso eine Mitfahrerin Frau Horchmann, während ein weiterer Insasse, der Bäckermeister Debe, auf dem Transport nach dem Nordhausener Krankenhaus verstarb. Der Zu st and von weiteren vier Insassen wird von den Aerzten als fast hoffnungslos bezeichnet. Schweres Derkehrsunglück in Nürnberg. In Nürnberg geriet ein auswärtiges nach Darmstadt fahrendes Auto an der Straßenbahnhaltestelle Waldlust in der Regensburger Straße, als es einem ihm entgegenkommenden Motorradfahrer ausweichen wollte, auf denGeh steig, wo sich eine größere Anzahl auf die Straßenbahn wartender Personen befand. Das Auto ritz einen Laternenpfahl um und fuhr in die Menschengruppe hinein. Elf Personen wurden verletzt. Ein Kanu auf dem Rhein gekentert. Die Kanu-Pfingstfahrt einer Donner Gesellschaft fand in Andernach einen bedauerlichen Abschluß. Von vier Booten, die sich auf der Heimfahrt befanden, kenterte infolge eines Gewitter sturmes ein Doot, das mit einem Herren und einer Dame beseht war. Während die Dame gerettet werden konnte, wurde der Mann, der sich noch eine zeitlang schwimmend über Wasser gehalten hatte, plötzlich vor den Augen seiner Degleiter in d i e Tiefe gerissen. Seine Leiche konnte noch nicht geborgen werden. Lebrun macht von seinem Gnatenrecht Gebrauch. Der neue französische Präsident der Republik hat erstmalig von seinem Gnadenrecht Gebrauch gemacht und den vom Pariser Schwurgericht wegen Ermordung einer Rentnerin zum Tode verurteilten Eugen Doyerbegnadigt.Boyer war mit seinemDruderzumTodever« urteilt worden. Präsident Doumer hatte die Strafe seines Druders in lebenslänglicheZwangs- arbeit umgewandelt, während Eugen am 7. Mai hingerichtet werten sollte. Die Guillotine war bereits aufgebaut und ter Scharfrichter hatte sich schon im Gefängnis eingefunten, um den Todeskandidaten in Empfang zu nehmen, als in letzter Minute der Befehl vom Innenministerium erteilt wurde, die Vollstreckung des Arteils D erlauf i 9 aufzuschieben. Die Ermordung Doumers gab hierzu direkte Veranlassung. Der Tod Doumers hat jetzt dem Verurteilten das Leben gerettet. Folgerungen aus der Lindbergh-Tragödle. Nach wie vor sind die Frontseiten ter amerikanischen Blätter mit Berichten und Kommentaren über die Tragödie Lindbergh bedeckt. Als charakteristisch in feiner scharfen Stellungnahme kann ein Artikel der „Herald Tribüne" bezeichnet werden, der erklärt, es hantele sich bei dem ganzen Vorfall um eine Demütigung der gesamten Nation. Ganz abgesehen von dem Menschenraub und dem Mord werde aus den Losegeldschwindlereien ersichtlich, dah die Verbrecherwelt fest entschlossen sei. aus ter Machtstellung, die sie sich im inneren Leben Amerikas verschafft habe, kräftig Kapital zu schlagen. Mit einem deutlichen Ausfall gegen die Prohibition schließt der Artikel mit ter Feststellung, wenn heute das Verbrecher- tum eine herrschende Stellung einzunehmen beginne. fei dies nur die Folge davon, daß Amerika selbst einem hoffnungslosen Er- periment zuliebe die Anterwelt auf den Thron erhoben habe. Die kanadische Regierung gegen die Nacktkultur. Die kanadische Regierung hat einen erbitterten Vernichtungsfeldzug gegen die Nacktkulturbewegung eröffnet. Die Gefängnisse in Nelson und Grand Forts sind mit Personen, die sich der Nacktkultur schuldig gemacht haben, überfüllt. In Grand Forks müßten besondere Zelte für die Gefangenen aufgeschlagen werden, da sie keinen Platz in dem Gefängnisgebäude hatten. Im Gefängnis von Nelson sind die gefangenen Nacktkulturanhänger in einen Hunger st reik als Protest gegen die Trennung von ihren Kindern eingetreten, eie verbringen ihre Zeit mit dem Singen von kirchlichen Liedern. Allein in den letzten Tagen hat die Polizei ü b e r 5 0 0 Männer und Frauen verhaftet, die an Nacktparaden teilgenommen hatten und die zum größten Teil der russischen Sekte „e ö b n e der Freiheit" angeboren. Das Gericht hat die strengsten Urteile gefällt. 250 Nackt- bater, darunter 52 Frauen, sind zu j e 3Iahren Gefängnis verurteilt worden. Es ist beschlossen worden, einige der Verurteilten nach Abbüßung ihrer Strafe des Landes zu verweisen. Aus 6er Proviuzialhaupifiabi. «Sieben, den 17. Mai 1932. (Sinfr Augensperationen gefährlich? Don Dl Werner Bab. Es gibt Patienten, die das Sprechzimmer des Augenarztes mit den Worten betreten .operieren lasse ich mich nicht", noch ehe sie guten Tag gewünscht haben DaS sind Leute, die nicht etwa besonders ängstlich sind und durchaus nicht etwa eine beliebige Operation scheuen. Aber mit den Augen, da ist daS etwa- anderes. Man hat doch nur zwei Augen, so heiht eS, und da kann keine Dorsicht grob genug sein. Die steht eS mit der «Sesährlichkeit der Augen- operatton? Zunächst ist tröstend festzustellen, dah bei den wenigsten Augenkrankheiten eine Operation zur Heilung erforderlich ist- Augentropsen und -salben, elektrische Behandlungen und Be- strahlungen werden diel häufiger angewandt, und manchmal tut schon die Verordnung einer Drille Wunder. Qlur in wenigen, verhältnismäßig seltenen Fällen muh der Augenarzt eine Operation Vorschlägen, die dann aber meistens unumgänglich und dringend erforderlich ist, oft sogar, um Schlimmeres zu verhüten. Wenn a. B, wie dieS beim grauen Star oftmals der Fall ist, ein Auge bereits erblindet ist, und daS andere anfängt, schlecht zu sehen, so würde eS zweifellos eine Verschlechterung bedeuten, wenn man abwartete, bis der arme Patient auch auf dem zweiten Auge nichts mehr sieht: operiert man daher das schlechte Auge, so macht man den Menschen wieder leistungsfähig und lebensfroh. Sin großer Vorteil der Augenoperationen gegenüber vielen anderen operativen Eingriffen ist eS. dah man bei ihnen fast niemals den Patienten zu narkotisieren braucht. Wenige Tropfen Kokain, die man in daS Auge träufelt, genügen schon, um eine Lin- empfindlich keit deS Auges herbeizuführen, die für die wenigen Minuten vollkommen ausreicht, die zu einem operativen Eingriff an den Augen erforderlich sind. Sieht man von den Operationen deS gra,uen und grünen StarS ab, so gibt es eine ganze Reihe von Augenoperationen. bei denen im Auge überhaupt nicht operiert wird: das heiht, eS kommt keine Eröffnung des Augapfels in Frage, sondern es wird an der Vindehaut, oder an den Augenmuskeln, wie bei Schielopcrationen, oder an den Augenlidern irgendein Eingriff vorgenommen. Bei diesen Prozeduren besteht eine Gefahr für daS Auge so gut wie gar nicht. Anders bei den eigentlichen Augenoperationen. Dei ihnen ist größte Sorgfalt erforderlich, die ihr Ziel vor allem darin sieht, daS Eindringen von 'Batterien in das Innere des AugeS zu verhüten. Dah ein Auge „ausläuft", wie man sich daS oft denkt, kommt so gut wie gar nicht vor. Lind auch die Angst, dah der Operateur mit der Hand zittern könne, oder mit dem Messer ausrutschen, ist überflüssig. Wenn trotz aller Sorgfalt und bei den ungeheuren Fortschritten, die auch die Ope- rationstechnik in der neueren Zeit gemacht hat, gleichwohl gelegentlich eine Operation nicht wunschgemäh gelingt, so ist daS meist ein Zufall, der eben niemals auSzuschliehen ist: aber ein Zufall, der praktisch meist nicht so bedeutsam ist, denn ohne die Operation wäre eben das Auge sowieso unbrauchbar oder verloren gewesen. Könnte man den Menschen die Angst vor der Augenoperation nehmen, lo wäre damit viel ge- toonncjfr Denn dieses seelische Moment ist meist das einzig Llnangenehme überhaupt dabei. Wie wenig eingreifend operative Mahnahmen des Augenarztes vielfach sind, geht schon daraus hervor, dah eine beträchtliche Anzahl solcher kleinerer Operationen in der Sprechstunde vorgenommen werden können, die nicht einmal eine Llnterbrechung der Berufsarbeit notwendig machen: schwierigere, d. h. solche, bei denen der Augapfel eröffnet wird, bedürfen allerdings eines Aufenthaltes in der Klinik. Aber auch hier gibt eS keine Schrecken mehr wie früher, denn die gefürchtete Dunkelbehandlung durch Wochen und Monate ist längst zum alten Eisen geworfen. Allenfalls werden nach einer Operation des grauen Stars beide Augen für 24 Stunden verbunden. also für eine Zeit, in der schon an sich ein natürliche- AuhebedürfniS besteht. Sonst fetzt man stets nur e i n Auge unter Lichtabschluh und läßt soviel Luft und Licht und Sonne in das Krankenzimmer herein, wie der Patient nur immer haben will. Dies «chon bürgt dafür, dah kein unangenehmes Gefühl aufkommen kann. Abschied von Polizeidirektor Wolf. Am Samstagoormittafl versammelten sich im Sitzungssaal« des Kreisamtsgebäudes die Beamten des Polizeiamts Kietzen, um sich gemeinsam von ihrem Chef, Polizeibirektor Wolf, der bekanntlich ,}um Kreisdirektor non Alzey ernannt wurde und fein neues Amt bereits heute antritt, zu verabschieden Polizeimajor Hofmann sprach im Namen der Beamten des Außendienstes dem scheidenden Chef herzliche Glückwünsche zu seiner Beförderung zum Kreisdirektor aus, gab aber auch dem Bedauern über das Scheiden des als Vorgesetzten und als Menschen in gleicher Weise ausgezeichneten Führers Ausdruck. Er versicherte dem Scheidenden, daß die Beamten des Außendienstes ihn stets in dank barer Erinnerung behalten würden. Pol'zeiverwaltungs Oberinspektor Beate schloß sich im Namen der Verwaltungspolizei in vollem Umfange den Glückwunsch- und Bedauernsworten des Vorredners an und versicherte dem scheidenden Polizeidirektor, daß er sich während seiner fünfjährigen Tätigkeit an der Spitze des Polizeiamts infolge feines reichen Wissens, feines absoluten Gerechtigkeitssinnes und feines nie versiegenden Wohlwollens die oerehrungsvolle Zuneigung der Bc- amtcnfdyift erworben Hobe. Kriminal-Oberinspektor Schönefeld sprach im Namen der Kriminalpolizei dem scheidenden Leiter des Polizeiamts ebenfalls herzliche Glückwünsche aus, bedauerte aber zugleich auch die Trennung von dem hochverehrten Chef, dem die Belange der Kriminalabteilung stets besonders am Herzen lagen, und der immer bemüht war, die Hilfsmittel der Kriminalpolizei weiter auszubauen und stets auf dem höchsten Stande der Leistungsfähigkeit zu erhalten. Sämtliche Redner dankten dem I^chewenden ferner für dar reiche Wohlwollen und die warme Fürsorge, die er stets den Beamten feines Amte, bekundete, und sie wünschten ihm für fein weitere» Leben und Wirken alles Gute Polizeidirektor Wolf dankte in bewegten Sorten den Rednern und der Beamtenfdxilt für die herzliche Abschiedskundgebung und die aufrichtigen Worte der Anerkennung und des Dankes, die ihm bei dieser Gelegenheit ausgesvrochen wurden. Er betonte weiter, daß ihm der Abschied von dem lieb- gewordenen Amt und den treuen Mitarbeitern bei dem anstrengenden Dienst« des Polizeiamts schwer falle, daß er aber die Ueberjeugung mit sich nehme, dem Polizeiamt Gießen eine allezeit zuverlässig« und schlagfertige Polizei zu hinterlassen, von der er wisie, daß sie stets in Treue und Gewissenhaftigkeit dem Staate dienen und der alten schonen Stadt Gießen ein richtiger aufopfernder Schutz sein werde. Als äußeres Zeichen des Dankes und des Scheidegrußes wurde dem verehrten Chef von Polizeioer- waltungs-Oberinfpektor Beate im Auftrage aller Beamten des Polizeiamts ein Blumenkorb über- reicht. Die Gesangsabteilung der Polizeibeamten brachte dann zu Ehren des Scheidenden noch zwei Chöre zu Gehör. Heue Forschungen über die (Sexualität der pflanzen. 3n einer Versammlung der Gesellschaft für Hatur- und Heilkunde am Donnerstagabend im Hörsaal des Botanischen Institut« hielt Prof. Dr. K ü st e r einen Vortrag über da« Thema .Heue Forschungen über die Sexualität der Pflanzen". Jede Zeit habe, so führte der Vortragende u. a. auS. in einem bestimmten Wissensgebiet ihren Aufgabcn- kreiS gesehen. Die Gegenwart stehe im Zeichen der Forschungen auf dem Gebiet der experimen- tellen Vererbungslehre. Dieser Wissenszweig habe eine Reihe von Hilfsdisziplinen auf den Plan gerufen, und so gehörten zur Wissenschaft der Vererbungslehre in erster Linie die Zellenlehre und die eng damit verbundenen Probleme der Sexualität. Die K>rschung über die Sexualität der Pflanzen habe einen bedeutenden Förderer in Prof. Dr. Kniep (Berlin) gehabt, einem vor kurzer Zeit verstorbenen Gelehrten. WaS die Sexualität der Pflanzen eigentlich sei. sei schwer zu sagen: man müsse eine ganze Reihe von Vorgängen darunter verstehen, die der Vortragende kurz umriß. Er schilderte die Zellwerdung. die Vereinigung der gellen, die Reduktion zweier Zellen, die weiteren Stadien ihrer Entwicklung und deren grundlegende Bedeutung. An Hand einer Anzahl von Beispielen erläuterte der Vortragende einige spezielle Fusionsvorgänge, insbesondere bei Pilzen, bei Flechten, die auf Grund ihrer merkwürdigen Sexualität das besondere Augenmerk deS Wassenschaftlers auf sich gezogen hätten. Er wieS weiter darauf hin, daß Sexualvorgänge durchaus nicht immer an die Verbindung klar bestimmter Zellformen gebunden seien. Weiter erläuterte er seinen aufmerksamen Zuhörern die Scxualvvrgänge bei verschiedenen höher entwickelten Pflanzen, bei der Brennessel, beim Mais, bei denen trotz der Trennung der Geschlechter (in den Blüten des Mais) K.B. unter der Einwirkung eine- Pilze« die Fähigkeit gegeben sei. auf einer an sich weiblichen Blute männliche Dlütenerscheinungen hervvrzurufen, eine klare und unbedingte Trennung der Geschlechter also nicht gegeben scheine. In dieser Hinsicht machte ber Redner seine Zuhörer auch mit den besonders mannigfaltigen Sexualvorgängen bei den niederen Pflanzen (z. D. an Hand einer Alge) vertraut und betonte, daß bei der zweihäufigen Alge klare männliche und weibliche Gameten erzeugt werden, die sich aber ganz verschieden, uno zwar je verschieden nach den ihnen überwiegend innewohnenden Qlnlagerr, kopulieren. Man könne hier also von einer relativen Geschlechtlichkeit sprechen, die bei niederen Pflanzen sehr häufig in Erscheinung trete. Die klare geschlechtliche Trennung trete immer nur bei höher entwickelten Organismen auf. 3m allgemeinen .sei die Beobachtung zu machen, daß die männlichen Zellen die Aktivität entfalten. Um so überraschender sei deshalb die Tatsache, daß es Pflanzen niederer Gattung gebe, bei denen die weiblichen Zellen die Aktiven seien. GS gebe Pflanzen, die, um zu ihrem Ziele zu gelangen, nicht etwa ihre Oertlichkeit verändern, dagegen aber (die Spirogyren) ihren Zielen zuwachsen. 3ntereffant sei weiter die überraschende Tatsache, daß es in der niederen Pflanzenwelt auch die Möglichkeit der Bereinigung dreier Zellen gebe und — diese triploide Form der 'Bereinigung sei gar nicht so selten. Wie überhaupt, und damit schloß der Redner seinen Vortrag, gerade die niedere Pflanzenwelt eine Fülle der verschiedensten Sexualvor- gänge aufweise, von denen im Laufe des Abend« nur ein Bruchteil behandelt werden konnte. Mit Dankesworten an den Redner schloß Prof. Dr. Henneberg die Versammlung. Taten für Dienstag, 17. Mai. Sonnenaufgang 4,32 LIhr, Sonnenuntergang 20.11 LIhr. Mondaufgang 16.51 LIhr, Mondunter- gang 2.32 LIhr. 1749: Eduard 3enncr, der Entdecker der Schuh- Pockenimpfung, in Berkeley geboren. 1821: Pir Sebastian Kneipp, der Begründer der Woris- hofener Wasserkur, in StephanSried in Bayern geboren. 1840: der Großindustrielle August Thyssen in Cschweiler geboren. (Yictzcncr 2Sochcnrnarktprcisc. ' Gießen, 17. Mai. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter 140 Pf Landbutter 130, Kochbutter 100, Matte 25 bis 30. Wirsing (gelb) 12 bis 15. Rotkraut 12 bis 15. Weißkraut 10 bis 12. Feldsalat 80 bis 100, gelbe Rüben 10 bis 12. rote Ruben 10 bis 12. Tomaten 50 biS 60, Meerrettich 30 bis 60, Spargel 30 bis 60, Llnterkohlrabi 5 btS 6, Zwiebeln 15 bis 18, Rhabarber 10 bis 12. Kartoffeln 4,5 (pro Zentner 3,80 bis 4 Mk). Aepfel 1t bis 15. Dörrobst 25 bi« 30. Qtüffe 35 biS 40. Honig 40 bi« 45. Suppenhühner 70 bl« 80, junge Hähne 80 bi« 90 Pfennig pro Pfund, Tauben 50 bi« 70, Sier 6 und 7. Käse 5 bi« 10. Blumenkohl 30 bi« 70. Salat 15 bi« 20. Salatgurken 40 bi« 60. Oberkohlrabi 15 bi« 20. Lauch 5 di« 10. Rettich 15 bi« 20. Sellerie 10 bi« 30 Pfennig pro Stück. Radieschen 10 bi« 15 Pf. pro Bund. Bornotizeu. — Tageskalender für Dienstag. Stadl- theater: 20 bis gegen 22.31 Uhr, „Die Cnncheidung der Liffa Hart". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Es war einmal ein Walzer". — Der Goethebund veranstaltet am Sonntag, 22. Mai, 11 LIhr, im Gießener Stadttheater eine Goethe-Morgenfeier. (RähereS siehe heutige Anzeige.) •• Die Bfingftfeiertage haben diesmal alle Erwartungen, selbst die weitgespanntesten, erfüllt. Herrliches Frühlingswetter bei strahlendem Sonnenschein lockte an beiden Feiertagen Tausende hinaus in die in frischem Maiengrün prangende Natur Die Reichsbahn hatte Hochbetrieb, die Kraftomnibuslinien hatten rege zu tun, und auf Schusters Rappen pilgerten in Wald und Feld unermeßliche Scharen von Spaziergängern. Die Ausflugs- gastwirtfchasten hatten an beiden Feiertagen das langersehnte und ihnen ehrlich zu gönnende große Geschäft, bet dem alle Arbeitskräfte bis aufs äußerlte angespannt werden mutzten, um den Besuchern soweit wie möglich gerecht zu werden. An beiden Feiertagen waren erfreulicherweise auch die Gottesdienste wieder gut besucht. Der Rückblick auf die Bfingftfeiertage wird dadurch noch befriedigender, daß nach der bisherigen Kenntnis der Sachlage zum Glück alles ohne Unfall und sonstige Mitzhelligkeiten vorbeiging, denn Polizei und Sanitätsdienst konnten gleichfalls Feiertag begehen. *' Maienblasen. Bei dem am morgigen Mittwoch, 19 Uhr, vom Turm der Iohanneskirche aus stattfindenden Maienblasen werden folgende Stücke zu Gehör gebracht: 1. D Gott, du frommer Gott, 2. Das ist der Tag des Herrn (Schäfers Sonntagslietz) von fiteußer; 3. Das Waldhorn. ' Dienstjubiläum bei derDolizei. Heute kann Polizeiverwaltungsoberasdstent Alfred Thormann auf eine 25jährige Tätigkeit im Polizei dienst zurückblicken. Der Jubilar trat am 17. Mai 1907 bei der hiesigen Schutzrnannschatt ein, wurde am 1. Juli 1907 oesinitiv al« Schutzmann angestellt und am 1 Oktober 1923 zum Po- lizeioberassistentcn ernannt. Gr hat sich in seiner langen Polizeidienstzeit durch seine Gewissenhaftigkeit, feine Pflichttreue und sein entgegenkom- niendes Wesen das Vertrauen seiner Vorgesetzten, seiner Kollegen und des Publikum« erworben. "ErnennungbeimPolizeiamtGie- ß e n. Der Polizeihauptwachtmeister a. Pr. Wilhelm Lauder zu Gießen wurde unter Berufung in daS DeamlenverhältniS mit Wirkung vom 1. Mai ab zum PolizeihaupWachtmeister ernannt. — Unterstützung der GießenerWin- ternothilfe. Vom städtischen Wohlfahrtsamt wird uns geschrieben: Dem Bericht über die Durchführung der Gießener Winternothilse 1931/32 ist noch nachzutragen, daß daS hiesige Metzgereigewerbe einen Preisnachlaß von 6 Pf. pro Pfund Frischfleisch (Rind- und Schweinefleisch) seit Dezember 1931 eingeräumt hat für diejenigen Mengen, die auf Grund des Reich«- bezugsschein« für Frischfleisch bezogen werden konnten. Es sei weiter bemerkt, daß auch der Gießener Kohlenhandel für die Unterstützungsempfänger de« Wohlfahrtsamtes einen beachtlichen Preisnachlaß gewährt hat. Dem Metzgergewerbe in der Stadt Gießen und dem hiesigen Kohlenhandel muß die Oeffentlichleit ebenfalls für diese anerkennenswerte Hilfe Dank wissen. •• Aus der Lahn aeländet wurde am ersten Psinastfeiertag in der Gemarkung Ahbach daS junge Liebespaar, das seit Anfang Mai hier vermißt wurde. Die jungen Leute, ein Jüngling von Gießen und ein Mädchen von Heuchelheim, hatten vor ihrer Tat Papiere und ein Bild auf die Lahnbrücke gelegt und dabei bemerkt, daß sie gemeinsam in der Lahn den Tod suchen würden. •* Wem gehört das Auto? An der Bro- vinzialftraße Gießen—Wetzlar, bei einem Steinbruck) in der Nahe von Dutenhofen, wurde am vorigen Freitag ein herrenloses Personenauto im ■Straßengraben aufgesunden. Es handelt sich um einen Opel-Zweisitzer blauer Farbe mit dem Kennzeichen IT 39015. Der Wagen hat einen Bruch der linken Vorderachse und einige weitere Beschädigungen baDongetragen, ber Motor ist noch in Ordnung. Ein fremder Handwerksbursche will beobachtet haben, baß das Auto in rafenbem Tempo aus ber Richtung Gießen gekommen und in den Übauffeeflraben gefahren sei. Personen sind, soweit feftgefteUt mrrben konnte, nicky zu Schaden gekommen. Die polizeilichen Ermittlungen über die Herkunft des Wagens find eingeleitet. ** Die Durchführung ber Eier - Ver orbnung. Von der Landwirtschaftskammer wird uns geschrieben: Die Reichsregierung hat am 17. Mär; 1932 die Verordnung über Handelsklassen für Hühnereier und die Kennzeichnung von Hühnereiern befanntaegeben. Nach dieser Ber orbnung werden besondere Hanbelsklassen für Hühnereier vorgesehen, wobei es allerdings jedem Geflügelhalter freigestellt bleibt, ob er seine Eier als Handelsklasseneier verkaufen, oder wie seither verwerten will. Fedoch ist die Bezeichnung „frische Eier", „Trinkeier" uiw. in Zukunft auf Grund die- ser Verordnung untersagt. Diejenigen Geflügelhalter, die in Zukunft standardisierte (Eier verkaufen wollen, ferner Eierverwertungs Genossenschaften, Handelsfirmen und Aonsumoereine, die Eier erfassen und diese nach den Bestimmungen der Eierverordnung kennzeichnen wollen, mühen hierfür eine besondere Genehmigung einholen und einen diesbezüglichen Antrag bei dem Ueberwachungsausschutz für Han- delsklasseneier, Darmstadt, Rheinstraße 62 (Landwirt- schaftskammer), stellen. Dort sind auch die erforber ließen Antragsformulare erhältlich. Die Anträge werden von bem Uederwachungsausschuß, bem Ber treter ber Erzeuger, bes Handels und ber Ber braucher, sowie ber Lanbwirtschaftskammer angeboren, geprüft und die Antragsteller von bem Ergebnis ber Prüfung unterrichtet. " Volkshochschule Gießen Die dies- jährige Ttitglicberm r;ammlung des Vereins Bolte- Hochschule (fließen sand vorigen Donnerstag statt. Der Vorsitzende, Unioersitätsprosesior Dr. Messe r, begrüßte bie Erschienenen und erteilte dann bem Leiter ber Volkshochschule das Wort zum Jahres bericht. Im Geschäftsjahr 1931 32 wurden insgesamt 25 Kurse abgehalten, an benen 3s7 Hörer, darunter 83 Erwerbslose, bei einer Belegziffer von >06 teil- nahmen. Die von Bücherrevisor B a u b e I geprüfte Rechnung wurde für richtig befunden und bem Rechner Entlastung erteilt. Der seitherige Vorstand wurde roiebergemablt. " Pensionskasse der Bankangestell- t e n. Man berichtet uns: 3n der kürzlichen Aus- sichtsratssttzung des Beamtenoersicherungsverein» des Deutschen Bank- und Bankiergewerbe» stand ber Geschäftsbericht für 1931 zur Beratung. Auch im vergangenen Jahre hat sich bie Pensionskasse der Bankangestelten günstig weiter entwickelt. Ende 1931 zählte die Pensionskasse 62 30S beitragszahlenb« Mitglieder, gegenüber einem Bestand von 66 067 ein Jahr zuvor Dieser Rückgang ist bie natürliche Folge ber weiteren Personaloerminberung im Bankgewerbe. Die Einnahmen an Beiträgen betrugen im abgelaufenen Jahre 17,9 Millionen Mark gegenüber 19,4 Millionen Mark im Jahre 1930. Ertrage aus Kapitalanlagen erbrachten runb 12,4 Millionen Mk. Die persönlichen und sachlichen Verwaltungskosten erforderten rund 500000 Mark. An Renten liefen Ende 1931 insgesamt 13 0.32 mit einer Gesamtsumme von 10,6 Millionen Mark. Von diesen Reisten entfallen 8391 mit 9,6 Millionen Mark Jahre» Iciftungen auf laufende Versicherungen, wahrend 4641 mit einer Leistung von l Million Mark aus beitragsfreien Versicherungen herrübren. Die Auv gaben für Heilverfahren belaufen sich auf 932000 Mark. Die Zahl der Anträge auf Einleitung von Heilverfahren betrug 2166. Davon wurden 17B1, also 83 Prozent, genehmigt, während nur 17 Pro zcnt zur Ablehnung gelangten. Außer den in jfyil. statten, Sanatorien oder Kurorten durchgesuhrlen größeren Heilverfahren wurden noch in 1643 Fällen gegen 1393 im Vorjahre Beihilfen zu umfangreicherem Zahnersatz, ober größeren Heilmittel» bewilligt und bezahlt. Diese Ausaaben erforbrrlen einen Gesamtbetrag non 127 000 Mark. Für Heil verfahren für tuberkulosekranke Ehefrauen von Versicherten würben 21 000 Mark und für Kinbarheil- verfahren 24 000 Mark ausgewendet. Das Vermögen konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr um 17,6 Mil- Honen Mark auf 153,9 Millionen Mark gesteigert werden, die als Rücklage für Vcrsichcrungsßeistun- gen gelten. •• Zur Richtigstellung In dem Artikel ..Die GinheitSbewerlung in Heften" (Gieß. Anz. Rr. 111 vom 13. Mai) muß es.in Spalte I, Absatz 5, Zeile 10/11 richtig heißen „ihre Bewertung erfolgt nach dem Srtrag-went" (statt EinheitSwert). Zeitschriften. — 3ft mein Kind schulreif? Diese Frage, die sich wohl manche Mutter mit einigem Bangen stellt, wenn ihr Kind mit dem Schulbeginn den ersten Schritt in« Leben macht, wird von Pros. Dr. Erich Stern in der neuesten Hummer der „3 Hu ft ritten Zeitung" t3. I. Weber. Leipzig) eingehend erörtert. Der Pädagoge und der Arzt spricht hier von den Anforderungen, die an da« Schulkind gestellt werden, unfl) denen e« körperlich und geistig gewachsen sei» muß, soll c« sich in dieser neuen LebenSgemeiafchaft glücklich fühlen. — Einen Blick ins Kiuderland eröffnen unS ferner eine Anzahl Phockostudien. — 3m Mai feiert die Unibctfität Würzburg ihr 350jährige« Jubiläum. Ihre Entstehung und Entwicklung wird in einem illustrierten Beitrag anschaulich geschildert. Am 27. Mac gedenkt die Welt deS 150. Todestages von Groethe« Vater. 3ohann Kaspar Goethe. Ein reich bebilderter Aussatz von Dr. Dalerian Tornius umreißt das Geben und die Persönlichkeit diese« Manne«. — Don kulturgeschichtlichem Inleressk sind die Artikel: „Straßen und Schienen ün Sowjetreich" von Dr. A. Herrlich und „Auf Künstlersahrt bei den Schwaben in Südslawien". Wettervoraussage. Bei ber kräftigen Erwärmung haben sich bie stachen Störungen in ber von Norbwesten nach Süboften sich erftrerfenben Rinne tiefen Druckes weiter ausgebilbet unb unter Umdrehen ber Winde nach Westen zu Koltlust nach "bem Fesllanbe hin beförbert. Infolgebessen kam es durch bie schnelle Abkühlung vielerorts zu Gewitterstörungen und auch zu leichten Niederschlägen. Di« Auswirkung ber Stü rungßtätigfeit wirb aber nicht von langer Dauer fein. Zunächst bleibt bei ber nach herrschenden West luftzufuhr wechselhafte BcroölBung bestehen, womit teilweise gemitterariige Schauer verbunden sind. All- gemeiner Baromeleranftieg mirb jedoch das kontinentale Hoch kräftigen, io daß 1 pater in seinem Bereich wieder mehr aufheitecnbes Wetter unb auch Erwärmung einsetzen wird. Aussichten für Mittwoch: Anfänglich noch wechselnd bewölkt mit einzelnen gewitterartigen Schauern, bann wieder aufßeiternb unb warmer. Lufttemperaturen am 16 Mai: mittags 26,2 Grau Celsius, abenbs 19,2 Grab: am 17. Mai: morgens 14,4 Grab. Maximum 27 Grab, Minimum 9,2 Grab. — (Erbtemperaturee in 10 cm liefe am 16. Mai: abends 23,2 Grad: am 17 Mai: morgens 17,2 Grab Celsius. — Niederschläge 1,1 mm. — Sonnenscheinbauer 11$ Stunben. Kirchliche Rachrichten. Mittwoch, den 18. Mai. Hungen. 6.15 Uhr: Messe. Freitag, den 20 Mai. Gießen. 20 Uhr: Maianbacht. Bei jedem 6*TodesfaU ist die Ursache ein Herzleiden. Kaffee Hag schont 9hr Herz» Zur Zahnpflege und zur Erlangung schöner weißer und gesunder Zähne von mehr als 6 Millionen allein in Deutschland täglich im Gebrauch. Nachdruck verboten! 16. Fortsetzung. Schulstraße 4 3864 A Goethe-Bund Frühlingszeit »461V Mer Reinigungszeit! Sonata«, den 22.Mai, vorm.l 1 Uhr Stadttheater 3863 D Kreuzplatz 5 3302 D e Drogerie Winterhoff Kreuzplatz 10 3862V ent Sfrxtücfi Aeautaditat. Verkäufe lAf CD R CD RUCKSACHEN " E> rx D Eä BrQhl'sche Druckerei WerbesVerkauf in SommerstoffsStesten THerbin-Stodin J AC.PHtHVK. DMENAC iRESTE Dienstag früh beginnt unser Viel schöne Ware für weniges Geld ungeheure Mengen Reste aller Art, reizende neue Muster aus den bedeutendsten Fabriken haben wir diesmal ausgelegt, darunter die wunderbaren Bemberg-Qualitäten. Wenn Sie diesen Verkauf wahrnehmen, können Sie sich für wenig Geld herrliche Kleider anschaffen. — Also versäumen Sie diese Gelegenheit nicht -Vertreter von angesehenem, gut eingeführtem Verlag für den Besuch der Stadt- und Landschulen gesucht. / Leicht verkäufliche,lohnende Artikel Schriftl. Eilangebote u 3860 D an den Gießener Anzeiger erb. cmlage 6, zur Einsicht offen. Die Angebote sind verschlossen, mit sprechender Aufschrift versehen, bis Dienstag, den 24. Mai 1932, vormittags 11 Uhr, kleine Täuschung entstanden. Sie dachte jetzt schon mit gutem Humor an die Angelegenheit. 5>od> ihr Mann? Er war in verschiedenen Dingen sonderbar, vielleicht sogar etwas kleinlich. Und hier würde er sich bestimmt in einen unangebrachten Zorn verbohren — also durfte er nichts erfahren. Es genügte vollständig, wenn sie die ganze Wahrheit wußte. Aber sie wollte mit Doktor Ansbrück eine kleine Rücksprache über diesen Punkt herbeiführen. Wollte vor allen Dingen einmal wissen, ob auch Ansbrück das kleine schöne Mädel liebte. Wenn ja, nun. dann war ihr Glück ja gesichert. Wenn nicht, dann wollte sie Aenne als ihr eigenes Kind annehmen. John würde bis dahin die Wahrheit erfahren müssen. Das würde alles so werden, wie sie es haben wollte. Doch Aenne Ohlen durfte vorerst nichts wissen. Mistreß Harrison betrachtete mit Rührung Aennes schönes, reines Profil. Für dich muß die Sonne sein! Du muht einen Platz an der Sonne haben, dachte sie. Gegen elf Uhr begleitete Mistreh Harrison ihren Gast in die Halle hinunter. Dort sahen mehrere Gäste in den bequemen Sesseln und räkelten sich behaglich. Aber es ging wie ein Rauschen durch die vornehme Halle. Aller Blicke richteten sich auf das schöne, blonde Mädchen,-das in Begleitung Mistreß Harrisons die Treppe herabkam. Aenne blickte nicht nach rechts und nicht nach links, und die alte Amerikanerin lächelte! Herbin-Sfodin in der Apotheke und Sie werden angenehm überrascht sein! H. O. Albert Weber Magdeburg an den Evangelischen Gesornfkirchenvor- stand, Liebigstraße 56, einzureichen. Die Eröffnung der Angebote findet im Beisein erschienener Bewerber an dem angegebenen Termine im Saal der Lu- kasgemeinde statt. Dem Gesamtkirchenvorstand bleibt es vorbehalten, unter den drei Mindestfordernden die Auswahl zu treffen. Gießen, den 17. Mai 1932. Der Evangelische Gefamtkirchenvorsland. Bechfolsheimer. Küchen- und Schlaszinimer- Einrlchiung zu verkaufen. osr” Schicßgärtcn 25. 2OTäbl.lO5 AOldb! 0.60, Mittwoch, den 18. Mai 1932, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich dahier, Reuen- weg 28, „Zum Löwen", zwangsweise gegen Barzahlung: 3870V Büfetts, Kredenzen, Schreibmaschinen, Schreibtische, Kleiderschranke, Sofas, Nähmaschinen, 1 Ausziehtisch, 1 Waschkommode, 1 Hochfrequenz-Apparat, 1 Schuhmachernähmaschine, 1 Pianino, 1 Grammophon, 1 Rind, 2 Kühe, 1 Pferd, 1 Zeißbücherschrank, 1 Ladentheke, 3 Warenschränke, 1 Gasherd, 1 Bücher schrank, 1 Drogenschrank, 1 Echwamm- schrank, 1 Oekonomiewagen. Junker Gerichtsvollzieher in Gießen, Wiesecker Weg 16 — Telephon 3383. ZusammengestellteTeekuren,Wacholder-Saft, Knoblauch-Saft usw. Reformhaus Boermel-Ernst wieder behutsam über das seidenweiche Fell. Und dabei dachte sie: Wenn Aenne doch nur immer ebene Wege ginge! — Wenn ich ihr doch immer vertrauen Jetzt tat sie es noch! Frau Ohlen war davon ^^Aenne^ah eine Kleinigkeit und trank. Ein Blick auf ihre kleine Armbanduhr: „Jetzt muß ich aber gehen, Mütterchen.' Aenne schlüpfte in den kostbaren Mantel. Ein kleines Hütchen, das sie sich vor kurzem selbst angefertigt, drückte sie auf die blonden Locken. Wie gut es zu dem Mantel paßte! Der Mutter Blick umfaßte die junge Gestalt. Dann sagte sie: „Du hast mir die Wahrheit gesagt, Aenne. Ich glaube dir. Wenn es anders wäre, und ich müßte eines Tages erfahren —" „Mütterchen!" -Aenne hätte sich am liebsten wieder ausge- kleidet, wäre hiergeblieben. Doch das ging nicht. Dann hätte sie wenigstens zeitig genug absagen müssen. Sie konpte ja auch ganz beruhigt gehen, da sie ja wußte, wer Miß Harrison war. Im anderen Falle hätten der seltsame Mantelkauf und die nachfolgende Einladung zu denken geben müssen. So aber? Rein, Miß Harrison meinte es ehrlich mit ihr, darüber war kein Zweifel. „Lebe wohl. Mütterchen! Es wird heute nicht spät. Vielleicht bin ich schon recht bald wieder zurück." „Viel Vergnügen, Aenne!" Aenne lief leichtfüßig die kleine schmale Treppe hinab. Im ersten Stock war die Treppe breiter und mit einem dunkelroten Läufer belegt. Die wuchtige Haustür war noch offen, was Aenne.wunderte. Dann lief sie schnell den Gartenweg entlang. Wie warm der Pelzmantel war! Und wie köstlich er sich anschmiegte! Weich und seidig! Aenne freute sich nun doch. Sie wartete an der Haltestelle einige Minuten, und endlich saß sie in dem gelben, sauberen Wagen. Als sie «or dem großen, hellerleuchtcten Hotel ausstieg, sah sie nicht die kleine vermummte Gestalt. die sich ganz in die Ziersträucher der Anlagen drückte. Aenne Ohlen stieg die breite Treppe empor. Der Portier hatte ihr einen Boy mitgegeben, der sie führte. Und dann stand sie kurz darauf vor Mistreß Harrison, die in einem schwarzen Spitzenkleid sehr vornehm und hübsch aussah. Die Dame streckte ihr beide Hände entgegen, war noch bedeutend herzlicher als an jenem Abend in Doktor Ansbrücks Haus Aenne sah dann in ihrem einfachen Seidenkleid MÖBEL Räumungsverkauf wegen Aufgabe meines Ladens zu besonders herabgesetzten Preisen Heinrich Vetter Wiesenstraße 4 33730 Dann sagte sie: „Marga ist so seltsam geworden. Die wacht über dich, als müsse sie das und als seiest du in schwerer Gefahr." „Es ist gewih lieb von ihr. Mütterchen, daß sie um mich besorgt ist. aber es darf doch schließlich nicht in Freiheitsberaubung ausarten", sagte Aenne und entledigte sich ihres Mantels. „Gewiß nicht, Aenne", sagte die Mutter zustimmend. „Und du bist doch immer mein liebes und vernünftiges Mädelchen gewesen?" Aenne fiel ihr um den Hals, schmiegte ihr weiches Gesicht an das ihre und flüsterte: „Mütterchen, ach, Mütterchen, wenn es doch wahr sein könnte! Wenn ich ihn doch vor aller Welt liebhaben dürfte!" „Kind, etwas Verbotenes?" fragte die Mutter entsetzt. . . Aenne richtete sich auf, strich die Locken zurück. „Wie töricht ich bin. Mütterchen! Aber letzt werde ich immer nur ganz vernünftig sein. Ganz vernünftig. Und nun möchte ich gern eine Kleinigkeit essen. Würdest du so lieb sein und es mir zurechtmachen? Unterdessen mache ich mich frisch. Und dann öffnest du auch das Paket?" „Ja. geh nur! Wenn du wiederkommst. ist alles ^Aenne huschte ins Schlafzimmer. Sie machte Licht. Marga war nicht' hier. Das war gut so. Wahrscheinlich saß sie drüben in der Küche, ging ihr aus dem Wege. Margas Benehmen tat Aenne weit mehr weh. als sie der Mutter zeigen mochte. Aber jetzt hatte sie keine Zeit, über Marga nachzudenken. Wenn sie zur rechten Zeit im Esplanade-Hotel fein wollte, dann mußte sie sich sowieso schon beeilen. Rach einer halben Stunde kam fte in einem einfachen schwarzen Seidenkleidchen, das ihr aber mit dem breiten, weit in den Rücken hinunterhängenden Spachtelkragen und den hohen Aermel- manschetten ganz entzückend stand, wieder in das Wohnzimmer, wo die Mutter indessen einen Imbiß auf dem sauber gedeckten Tisch für sie zurechtgemacht hatte. Eine Tasse Kakao hatte sie auch nicht vergessen, denn Aenne sollte ihn trinken, mit viel Milch, weil sie ein bißchen bleichsüchtig war. hatte der alte Doktor Beirich gemeint. Die Mutter aber stand neben dem hohen, altmodischen Sessel, auf den sie den kostbaren Mantel ausgebreitet hatte, und ihre Hand strich immer I hnnater 8 24 P8, offen.6-Titz. in best. Zustand, äußerst günstig zu verkaufen. Schr. 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Duftender Tee in breiten, hauchdünnen, chinesischen Tassen, dazu köstliches kleines Gebäck und eine Platte mit Brötchen, die mit den feinsten Delikatessen belegt waren. Freundlich nötigte Mistreß Harrison lhren jungen Gast zum Zulangen. Einmal wurde sie fast ein bißchen böse. Aenne aber quoll der Dissen im Munde. Wenn sie alles wüßte, dachte sie traurig, dann wäre sie gewiß nicht so gütig und lieb zu mir. „Mein Mann hat eine geschäftliche Verabredung und stört uns nicht. Plaudern wir also ganz ungestört", sagte Mistreß Harrison und lenkte geschickt das Thema auf den Modesalon der Madame Cndiee. Eine Menge Stofs ergab sich da. Und bann kam man eben auch auf das andere. Mistreß Harrison wußte ja nun schon, auf welche Weise das junge Mädchen in Doktor Ansbrücks Haus gekommen war.' Aenne blieb jedoch in diesem Punkte scheu und zurückhaltend. Sie hatte ja auch nur am Rachmittag gesprochen, weil sie nicht wollte, daß der geliebte Monn in Unannehmlichkeiten kam. Mistreh Harrison sagte lächelnd: „Das Leben spielt oft seltsam, kleine Aenne. Eigentlich mühte ich Ihnen sehr böse sein wegen des kleinen Betrugs. Aber ich habe Sie trotzdem lieb, weil ich mich, ehe Sie kamen, einmal ganz ruhig und logisch denkend in die ganze Affäre hineinvcrseht habe. Und nun wollen wir auch nicht mehr davon sprechen. Sie machen mir doch die Freude und spielen? Der Flügel hier ist wundervoll. Leider bin ich mit meinen Musikstudien nicht allzuweit gekommen. Vielleicht langte auch das Talent nicht ganz. Run, so ein bißchen für den Hausgebrauch langt es schon, und meinem guten Manne gefällt es sehr. Aber hier, die Weintraube! Die ist für Sie." Aenne wußte nicht, welch ein Behagen es für die verwöhnte Frau war, ihr zuzusehen. Und dann spielte sie zwei auserwählte Stücke! Die Amerikanerin lehnte sich zurück und schloß die Augen. Der Plan in ihr reifte. Sie schüttelte den letzten Zweifel von sich ab unter dem seelenvollen Spiel des Mädchens. Sie hatte Aenne heute auch nur hierher bestellt, um sie noch näher und besser kennenzulernen. Dennoch sah sie nicht klar. Das Innere des jungen Mädchens glaubte sie zu kennen. Aber sie kannte nicht das Herz des stolzen, ernsten Mannes, den dieses junge Mädchen liebte. Sie sah das ganze Geschehen jenes Abends vor sich. Die Frau war nach einem Streit vielleicht davongegangen. Ansbrück erwartete ihren Mann und sie! Run kam ihm zufällig das Mädel in den Weg. das da noch ein Kleid für feine Frau abliefern wollte. Und so war eben die fliiiiiiiiiiiiiiiiuniniiiiiiiiiD Geschäftsmann sucht 3-4000 Mark v. Privatmann geg. gute Sicherheit zu leihen. Schr.Angeb. unter 03084 an den Gießener Anzeiger. Illllllllllllllllllllllllllllll!llll MlonW tausendfach bewährt bei: Arterienverkalkung, Rheumatismus, hohem Blutdruck, Herz- beschwerd.,Asthma, Hämorrhoiden, Leber- und Gallenleiden u. allen Stost'wech- selstörungen. 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Mai findet 3868v pvobe imBereinSlokal statt Pollzähl.Erscheinen erforderlich.________ Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei ^Unübertroffen bei starken Kopfschmerzen, Rheuma, Muskel- und Nervenschmerzen • Kaufen Sie „MIMAkM!" Roman von Gert Gothberg. Copyright by Martin Feuchttoanger, Hall« Lisa war also in Polzenhagen! Run, es mochte für sie selbst gewiß sehr gut sein, daß sie borläufig dort sein durste. Ihn selbst berührte das aber gar nicht — nicht im geringsten! Doktor Ansbrück brannte sich eine Zigarre an, rauchte in tiefen Zügen, während Karl leise hin und her ging und den Tisch deckte. Dabei ging immer wieder ein mitleidiger Blick zu seinem Herrn hinüber. Immer einsam! Ob das nun vielleicht immer so bleiben wurde? Ob denn die junge Gnädige nicht wieder zurück- kam? Karl ersehnte ihre Gegenwart gewiß nicht, denn sie hatte ihre hochmütigen Launen ja auch an ihm genügend ausgelassen. Aber um des Doktors willen wäre es doch wirklich gut, wenn sie wiederkäme, denn er konnte doch nicht immer Abend für Abend allein hier sitzen? Mit verdoppelter Sorgfalt deckte der alte Diener, damit es seinem Herrn ja gefalle, damit er keinen Tadel auszusprechen,brauchte. Doktor Ansbrück drehte sich nach seinem getreuen Diener um. „3a, ja, Karl, das hätten wir uns nicht träumen lassen — nicht wahr? Aber nun muß es eben gehen. Und vielleicht scheint die Sonne auch wieder hier in meinem Heim. Man muß eben abwarten." (Fortsetzung folgt.) MM II. Well wegen Platzmangel preiswert zu verkaufen. 03083 Frau Kanzleirat Möbus 08083 Wetzlarer Weg 1811. Sie sind U-E-WL- A Dose. I 3867 A Auto-3719 A Geledenheitskänle! 6 25 • PS - Breunabor- Llmonslne BM. 250.- 9/26-PS-Essex- Limousine BDI. 750.- Opel, Gießen Frkf.Str.52, Tel. 2847 Iot7t zefßgrlPiMäQphP I (IQ litte l für UUUÜll UOUl IO ■ Mod. 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Europa erwartet amerikanisches Kapital, und Amerika wartet aus Stabilisierung der europäischen Dcrhältnissc und Wahrungen. England glaubt an die Dorteile eines in sich geschlossenen Imperiums. Zentraleuropa an ein geeinigtes Wirtschaftsgebiet, und die Dereinigtcn Staaten an eine neue Prosperitäts-Periode durch Anziehen der Rohstofspreise. Zu jedem einzelnen Plane ist Voraussetzung. daß zunächst einmal .der 21 n • d e r e" die ihm zugedachten Vorbedingungen erfüllt. Unö da die Welt von dem Industrie- Zeitalter her noch immer von der Idee besessen ist, daß die Politik ein Teil der Wirtschaft sei, so wird der erhebende Beigen wahrscheinlich noch so lange weitergehen, bis Die gesamte Wirtschaft soweit in Grund und Boden gewirtschaftet ist. daß schließlich nur noch die Politik übrigbleibt und irgend jemand letzten Endes und in Ermangelung von etwa- anderem gezwungen iß. sich an eine Aenderung des politischen Kurses heranzumachen, auf dem die Welt in Den letzten achtzehn Jahren der Katastrophe entgegentorkelt. Bisher hat es 2lmerika verstanden, den blendenden Schein des unversiegbaren Reichtums aufrechtzuerhalten. Langsam und unaufhaltsam jedoch zerstört die fortschreitende Depression ein schönes Trugbild nach dem anderen Riesenkonzerne, die bisher als felsenfest angesehen wurden, taumeln. Die Arbeitslosigkeit greift in erschreckender Weise um sich, ohne daß sie tm Budget auch nur Berücksichtigung findet oder daß ein Mensch Abhilfe schafft. Die Roh- stofspreise gleiten trotz aller Beschönigungsversuche weiter abwärts, und im Kongreß versucht man mit allen Mittelchen, mit denen wir in Europa schon vor Jahren schlechte Erfahrungen gemacht haben, die Wiederkehr derProspe- * i t ä t herbeizuzwingen, die man nicht etwa als Ausnahme, sondern als Rormalzustand ansieht — und an deren Maßstab man fälschlicherweise die 8U ergreifenden Hilfsmaßnahmen mißt. Die .Prosperität", von der jeder Amerikaner wie besessen ist, und von der man immer noch nicht fassen will, daß sie den Abschluß einer ganzen Zeitcpoche darstellt und daß sich das Rad der Geschichte nicht rückwärts drehen läßt! Und wäh- rend man im Parlament der größten „Demokratie" Wochen- und monatelang persönliche Vorteile gegen dringend erforderliche Hilfsmaßnahmen einfeilscht, sind diese, falls sie wirklich zur Ausführung gelangen, zur gleichen Stunde bereits durch die mittlerweile fortgeschrittene Depression zur Wirkungslosigkeit verdammt. Weshalb fi chnoch Europa oder Deutschland von Amerika wirtschaftliche. Hilfe verspricht, ist unerfindlich. Unerfindlich deshalb, weil die Bereinigten Staaten mit ihren eigenen ungeheuren Problemen derartig in Anspruch genommen sind, daß sie mit gutem Ggfvissen keinen Gent ans Ausland zu vergeben haben, sondern froh sein können, wenn es ihnen gelingt, die Depression selber einigermaßen heil zu überleben. Allein in den letzten zwei Jahren sind mehrere tausend Banken Pleite gegangen. Die Einkommensteuer, die hauptsächliche Geldquelle der Regierung, ist auf weniger als die Hälfte gesunken und weiterhin rapide im Sinken begriffen. Ehikago, Detroit, Philadelphia sind mehr oder weniger bakerott. Ehikago kann seit vielen Monaten seine Beamten nicht bezahlen. Reuyork muß sich den Sparvorschriften der Dan- kiers beugen, um eine Anleihe zu bekommen, mit der es nur den dringlichsten Verpflichtungen Nachkommen kann. Detroit als reine Industriestadt leidet unter ungeheurer Erwerbslosigkeit, so daß die Hunderttausende, die der Kapitalismus hier zusammengezogen hat, zum Kommunismus abge- aus Amerika. v. O.-Berichterftattcr. drangt werden und betritt den ersten Sturm auf die Fordwcrke versucht haben lausgerechnet Henry Hord, auf dessen Menfchheitsideale. sprich .Der- kaufsreklame". so viele deutsche ®enof’cn hinein- gefallen sind) In Pittsburg. Philadelphia, und Washington finden genau wie in Europa Hungermärsche verzweifelter Arbeitsloser statt, für die eS hier weder Erwerbslosenunterstützung, noch AlterS-, Invaliden- oder Krankenversicherung gibt, sondern nur prächtige Reden. die von Pc mofratic und Freiheit. Gleichheit Brüderlichkeit nur so triefen. Und in Renyork iwer würde es vor drei Jahren für möglich gehalten haben?) laufen mehr Bettler herum als in irgendeiner anderen Metropole Während sich diese Sturmzeichen im Lande erheben. tagt der Kongreß, und redet ununterbrochen. bis schließlich der ParlamentSprä- sident, der allerhand gewohnt ist. einen verzweifelten Appell an die Volksvertreter richtet und ihnen klar zu machen versucht, daß. wenn das Budget mit seinem diesjährigen Fehlbetrag von bisher acht Milliarden Mark lbis Juni werden es noch mehr) nicht in wenigen Tagen ausgeglichen wird, keine Bank in den LISA innerhalb von 60 Sagen dem Ansturm ihrer Gläubiger standhalten könne. Rotgedrungen wird in wenigen Stunden ein neuer Deckungsplan zurechtgezimmert und Steuern bewilligt, die in ihrer Zusammenstellung unsozialer sind, als es sich wohl je ein Land geleistet hat. Um die typischsten heraus- ^greifen: Steuern in Höhe von 3 bis 50 Prozent auf Streichhölzer. Kaugummi. Autos Getränke Radios. Süßigkeiten. Briesp rto Telephon, Spor - artikel (für Amerika alles Artikel täglichen Bedarfs) sollen vier Fünftel des Fehlbetrages einbringen, gegenüber dem restlichen Fünftel auf Aktienhandel (Spekulation). Großeinkommen, Gesellschaftssteuer, also Interessen der Hochfinanz. An der Abstimmung über die Vorlagen beteiligten sich von den insgesamt 435 Abgeordneten bezeichnenderweise ganze 153, während die übrigen 282 s i ch fernhielten, um ihre Ehancen für die bevorstehenden Wahlaussichten nicht zu verderben. Bei alledem droht der Regierung von einer starken Parlamentsgruppe die Vorlage der „Dete- ranen-Bill", die eine Auszahlung der Kriegsteilnehmer-Pensionen bezweckt und eine neue Belastung von über acht Milliarden Mark für das Schatzamt und damit den Steuerzahler bedeuten würde. Ueber die Millionenverluste der Regierung durch falsche Landwirtschafts-Politik können wir den Landwirts^aftsminister selber als Kronzeugen ausführen. Er nannte fein eigenes Ressort, das die von der Bundesregierung beschlossenen Maßnahmen durchzuführen hat, „den größten Dummkopf in der Geschichte der Finanz, das mehr Geld auf ungenügende Sicherheiten ausleiht und größere Verluste erleidet, als je eine andere Organisation in T>er Kreditgeschichte der Welt." Auch der politische Einfluß der Vereinigten Staaten wird im Verhältnis zum Rieder- gang der Wirtschaft abnehmen. Man kann sagen, daß Amerika solchen Einfluß auf außeramerikanische Fragen nur besessen hat. solange die Wirtschaft vorübergehend die Politik überschattete unb daß dieser Einfluß, nachdem der Schatten allmählich verschwindet, auf das alte Maß zu- rückgesührt wird. Soweit geht die politische Hilflosigkeit, daß die USA., wie im Kongreß mehrfach zugegeben wurde, nicht in der Lage sind, auch nur einen Pfennig ihrer Kriegsschulden aus Europa, nötigenfalls unter Gewaltanwendung, einzutreiben und letzten Endes auf die Gutmütigkeit ihrer Schuldner bzw. deren Ansicht über bie politische Zweckmäßigkeit der Schuldenrückzahlung angewiesen sind. — Auch die F e r n o st p o l i t i k der letzten paar Monate war nichts weniger als ein glatter Versager, der sogar von der Presse mehr oder weniger verhüllt zugegeben wurde. Diese Riederlage der bereinigten Staaten in Ostasien ist um so schwerwiegender, als gerade kurz vorher führende amerikanische Wirtschasts- kreise darauf hingewiesen hatten, daß sich das Schwergewicht de» amerikanischen Außenhandels vom Atlantik nach dem Pazifik zu verschieben beginne und weil die Eroberung des asiatischen Marktes als einzige» Mittel zur Wiederbelebung der niederbrechenden Wirtschaft angclehen wurde. Die als Reaktion auf einen mißverstandenen .Internationalismus' einsehende nationale Rb'apfelung der ctmctiic wird auch in Amerika nach feiner mißglückten Er- kursion in die Weltpolitik zu einer reumütigen Rückkehr zur Monroe - Doktrin führen. Da sich d,e ungeheure Dirtschaftsnot in Amerika bisher noch von den Reserven der ..Prolpe- ritätsperirde" genährt hat und erst allmählich beginnt, sich am Geldbeutel deS einzelnen bemerkbar zu machen, ist von ihrer bedrohlichen Auswirkung wenig die Rede, und gerade deshalb tut cs not. das Gesamtbild aufzurollen. DicHoo- txrrcgierung ist nach wie vor bemüht, nach bekanntem Rezept durch optimistifche Darstellungen beruhigeizd zu wirken, eine Politik, die zweifellos richtig ist. falls sich die getroffenen Maßnahmen als wirksam erweisen, doch verhängnisvoll (wirtschaftlich wie innenpolitisch), wenn sie sich im Laufe der Zeit als Versager Herausstellen sollten. 11 nb dieses .im Laufe der 3c.it" ist das, worauf Europa und besonders Deutschland nicht warten kann und weshaio es. wie bisher immer in der Geschichte, besser tut. sich nicht auf ,das Wunder aus Amerika" zu verlassen. Oberbeffen Eme großzügige Notstandsarbeit. * Nidda, 16. Mai. Der Gemeinderat beschloß die Durchführung einer großzügigen Not- ftanbsarbeit, bei der cs sich um die Gcrabeleg u n g und Regulierung der Nidda- user innerhalb der Gemarkung der Stadt handelt. Die kosten des Projekts sind auf 30 700 Mark veranschlagt. Das Landesarbeitsaint Helfen in Frank furt a. M. hat der Durchführung des Projekts als Notstandsarbcit zugestimmt und unterstützt das Borhaben durch einen verlorenen Zuschuß in Hohe von 24 000 Mark. Die Restlumme wird von der Stabt aufgebracht Bei dem Unternehmen werden h6 Mann auf die Dauer von 20 Wochen Beschäftigung finden Die ?lrbcit soll von Arbeitslosen- und Krilenuntcrüiitzungsemplangcrn ausgesuhrt werden. Für die Stadt Nidda und die Gemarkung wird diele Arbeit sehr vorteilhaft lein, da bei dein bisherigen Zustand des Niddalaufes bei Hochwaffer oft ansehnliche Schäden entstehen. Gcmeindcrat in Grimberg. Grünberg. 16 Ma,. Unter.Mitteilungen" gab der Bürgermeister bekannt, daß die Schlußabrechnung für die K i r ch e n h e i z u n g. die zu 4400 Mark veranschlagt war. nur eine Ueber- fchreitung von 38 Mark zeige Weiterhin konnte er mit teilen, baß bas im März vorigen Jahres für die Kanalisation aufgenommene Kapital von 23 000 Marl letzt nur noch mit 1.2 vom Hundert zu verzinsen fei. Genehmigt wurde eine Rachtragsfatzung zur Vergnügungssteuer, wonach bei Erhebung der Steuer von Karten nur eine Aufrundung auf den vollen Pfennigbetrag, anstatt einer solchen auf die nächsten 5 Pfennig erfolgen soll Da in kanalisierten Straßen immer noch einzelne Anlieger nicht an die Kanalisation angeschlossen sind, auch trotz Aufforderung die Herstellung des Anschlusses abgclehnt haben, anderseits aber ihre Abwässer, wenn auch nicht direkt, so doch nach kurzem Laufe über oberirdische Rinnen in städtische Kanäle münden, beschloß der Gemeinberat einstimmig, ab 1. April 1931 diese Anlieger zu Kanalbenutzungsgebühren heranzuziehen. Rkaßgebenb für diesen Beschluß war auch die Erwägung, daß der Voranschlags- mäßig eingesetzte Betrag der Kanalbenutzungs- gebuhren bei weitend nicht erreicht wurde. Der im vorigen Jahre schon zur Erhebuna gekommene Schulgeld Zuschuß für bie Schüler der beiden Primen der Oberrealschule in Höhe von monatlich 5 Mark für Grünberger unb 6 Mark für Auswärtige wurde auch für das Jahr 1932 beschlossen. Wie der Bürgermeister hierbei mitteilte, wird der Etat der Oberreal* schule sich in diesem Jahre für die Stadt wesentlich günstiger gestalten, da der städtische Zuschuß, Ein toufenöjährifles Bergwerk muß Melealwerden F r Das Erzbergwerk Rammeisberg im Unterharz, das auf ein Bestehen von über 1000 Jahre zurückblickt, soll nun geschlossen werden. Die Stillegung des Betriebes, der der Preuhag gehört, würde eine Wirtschaftskatastrophe für den ganzen Unterharz bedeuten Unser Bild zeigt eine alte Darstellung der Erz- Verhüttung in dem Bergwerk Rammeisberg aus dem Beginn des 19. Jahrhunderts. Die Handschrift als Alarmsignal. Unterhaltung mit dem Graphologen Rafael Schermann, Berlin. Eine ruhige Straße im Berliner Westen. In nächster Rähc des lärmenden Großstadtverkehrs Belegen unb doch still und vornehm. Abgeklärte luhc unb Vornehmheit auch in dem mit erlesenem Geschmack ausgcstattetcn Arbeitszimmer Rafael Schermanns. Wir kommen auf das furchtbare Attentat in der Rue Darryer zu sprechen, dem Präsident Doumcr zum Opfer fiel; und wie von selbst ergibt sich aus Rede und Antwort und aus dem Entsetzen über die feige Mordtat die Frage, ob nicht auf dein Wege der Schriftprüfung die Verhinderung eines solchen Verbrechens möglich wäre. „Zweifellos", so erklärt Schermann, „lassen sich durch genaue Schriftprüfungen derartige Verbrechen verhindern oder doch zumindest äußerst erschweren. Ich bin der festen Hcbcrjcugung. daß. wenn die Schriftzüge des Mörders vorher einem sachverständigen Psychographplogen Vorgelegen hätten, Frankreichs greiser Präsident heute noch leben würde. Ist es nicht ein beinahe tragisches Zusammentreffen, daß eine winzige Schriftprobe das Attentat ermöglichte, das aber auch eine gleiche winzige Schriftprobe den Mord hätte ab- wenden können? Wäre der Schriftsteller Claude Sattere, der dem Mörder wie feinem Opfer eine Widmung in das von ihnen gekaufte Buch schrieb, in der Lage gewesen, einige Schriftzüge Gorgu- losfs zu Gesicht zu bekommen und hätte er psycho- graphologischc Fähigkeiten besoffen, er wäre ob des Bildes dieser Handschrift erschüttert gewesen und hätte das Attentat verhindern können Denn jede Handschrift ist Hirnschtift, und wenn in dem kranken Hirn finstere Pläne reifen oder wenn sie gar kurz vor der Ausführung stehen, so prägt sich ihr Bild deutlich in der Schrift aus.'^ ..Halten Sie die Durchführung einer psycho- graphischen Prüfung unter Umständen, unter denen die Ermordung Doumers geschah, überhaupt für möglich?" „Wenn man will, ist das durchaus möglich. Bei Empfängen. Ausstellungen, Kongressen und ähnlichen Anlässen, bei denen Staatsoberhäupter. Prominente. Politiker usw. erwartet werden, werden ja wohl immer besondere polizeiliche Siche rungsmaßnahmen gegen Attentate getroffen. Ich halte dies allein — ich habe es auch früher schon einmal bemängelt für unzureichend Ich kann mir durchaus vorstellen, daß z. B. für die Besucher und Anwesenden bei solchen besonderen Gelegenheiten ein pshchographologischer Sicherungsdienst m der Weise ausgeübt wird, dgß jeder Besucher einen Anmeldezettel vor dem Passieren der Sperre auszufüllen hat. Reben dem Beamten, der dielen Zettel visiert, müßte der Psychographologe sitzen, der eine Handschrift, die ihm auffällt, sofort beanstanden könnte. Die Einzelheiten können beliebig variiert werden — woraus es ankommt, ist lediglich, daß bei der Durchführung einer solchen „graphologischen Paßkontrolle" cs kaum möglich wäre, daß eine Perlon, in deren Geh rn der Plan eines Attentats durch Dolch, Revolver. Bombe ufto. — bereits eingramert ist. in die Rähe der zu schützenden Persönlichkeit gelangen könnte. Die Schrift schreit den ruchlosen Plan vor der Tat heraus." „Ist diese Methode absolut zuverlässig?" frage ich Schermann. „Sie ist es mit einiger Sicherheit. Ratürlich kommt es darauf an. einen tüchtigen Psychographolvgen an der Hand zu haben. Die Schriftzüge eines Menschen, die auf e,n Blatt Papier geworfen werden, gleichen den feinen Rillen einer Grammophonplatte, und der Graphologe ist nichts anderes als der Abnahmcapparat. der diese zarten Schwingungen in Empfindungen. Gefühle unb Erkenntnisse umsetzt. Er erkennt in der Schrift die zielbewußte und klare Linie des Optimisten, den zögernden und Willensschwächen Zug des Pessimisten, er lieft von schweren inneren Kämpfen, von Liebc.und Haß und von den quä- lenden Gedanken des Verbrechens Alle geheimen Regungen der Seele, die guten sowohl wie die bösen, strömen dem Kundigen oft in einer erstaunlichen Klarheit entgegen. Aus diesem Grunde konnte ja auch die Graphologie sowohl der Wirtschaft in der Personenauswahl, wie der Polizei im Erkenntnisdienste so überaus wertvolle Dienste leisten." „Würden Sie mir wohl einen Fall erzählen, in dem die Schrift ein unmittelbar bevorstehendes oder gerade begangenes Verbrechen autbedte?“ „Ich entsinne mich eines ganz interessanten Falles^ der sich in Wien abspieltc. bei dem cs sich zwar nicht um ein Menschenleben, wohl aber um einen sehr wertvollen Schmuck bandelte Dieser Schmuck war zwei Damen abhanden gekommen. die über den Verlust untröstlich waren. Trotz eingehender Rachforschungen wollte es nicht gelingen, den Dieb zu fassen. Als man mich um meine Hilfe bat, ersuchte ich sofort alle in dem Hotel angestellten Personen, mir eine Schristprobe zu geben und zwar mußte ein kurzer Satz niedergeschrieben werden, der auf den Diebstahl Bezug hatte. Aus der Masse der auf meinen Schreibtisch flatternden Riederschriften erkannte ich fchr bald die Diebin, die dann auch später die Tat eingestand." „Dann wäre wohl auch eine Klärung der rätselhaften L i n d b e r g h - Affäre auf psychographologischer Grundlage durchaus möglich?" „Meines Erachtens bietet die psychographolo- gische Prüfung sogar die sicherste Methode, um den Fall zu klären. Gelänge es Lindbergh. von allen Personen feiner Umgebung unb von allen Bekannten Schriftproben zu erhalten unb zwar in Form eines Satzes, ber auf die Entführung des Kinbes Bezug nimmt, fo könnte ich aus den Schriften die Schuldigen erkennen. Ich stehe auf dem Standpunkte, daß eine ober mehrere Personen aus ber nächsten Umgebung der Familie Lindbergh bie Hand im Spiele haben Diele Personen find äußerst schwer zu ermitteln, weil fie geschickt die Maske völliger Unschuld tragen Auf dem Wege der Schriftprüfung könnten diele Personen aber zweifellos überführt werden, denn der Zusammenhang mit dem Verbrechen wird sich in ganz bestimmten, mir erkennbaren verräterischen Merkmalen zeigen. Leider hat Lindbergh in ber bisherigen Behandlung der 'Angelegenheit bereits schwere Fehler begangen. Er hat insbesondere durch die Alarmierung der Ocffcnt- lichkeit bie Auffinbung des Kindes erschwert, denn er hat damit bie Entführer veranlaßt, falsche Zährten einzuschmuggeln und so die Aufklärung schwieriger zu gestalten. Meine Beurteilung des ganzen Falles ist bisher richtig getoe’en, was die weitere Entwicklung angeht, so nehme ich folgendes an:' es wird zunächst ein falsches Kind untergeschoben werden, und dann wird man versuchen. weitere Lösegelber herauszulocken. Doch das nur nebenbei. Fest steht, daß durch eine genaue Schriftprüfung viel zur Aufklärung des Verbrechens beigetragen werden könnte, denn bie Schriftprobe stellt den Menschen dem Graphologen Diese Vorherlage ist durch die traurige Wendung der Ereignisse in den letzten Tagen überholt tuorben. D. Red. gegenüber in ein Helles Scheinwerferlicht, vor dessen durchdringender Leuchtkraft es keine Geheimnisse gibt. A. v. K. Ausgrabungen in Rom. Mit den Festlichkeiten zum 2685. Jahrestage der Gründung Roms war auch bie „Einweihung" deS erst kürzlich entdeckten Calar-Forums verknüpft, das Julius Eäsar nordöstlich vom Kapitol zum Danke für den Sieg von Pharfalia errichtet hatte. Die antiken Schriftsteller haben den Reichtum geschildert, mit dem der Triumphator diese Anlage und besonders den Tempel der Venus (lenctnx auäftattete. Man glaubt, daß Forum und Tempel ohne größere Schädigung bis in das fünfte Jahrhundert standen, aber dann allmählich so verfielen. daß sogar die Stätte unbekannt wurde In der Mitte des 16. Jahrhunderts wurden einige Ruinen des Tempels gefunden, und ber große Baumeister Pallabio versuchte, in einem Ideal- bilb bie Gestalt bes Forums darzustellen, aber ohne baß er wußte, was bie ursprüngliche Bedeutung des Gebäubes war. Seit Anfang dieses Jahres ist nun bie Wicberausgrabung bes auf- gefundenen Forums unter der Leitung von Corrado Ricci begonnen worden uyb hat bereits au lehr bedeutenden Funden geführt. Es mußten sehr viele Häuser niebergcttffen unb 42 Kubikmeter Erde bewegt werden Aus dem Forumchat man neun große Geschäftsräume freigelegt Ap- Pianus Aleranbrinus. der uni bie Mitte des zweiten christlichen Jahrhunderts schrieb, meldet, daß Eälar. als er der Venus (jcnetnx. die als bie Ahnlrau des Iulischen Geschlechtes galt, den Tempel errichtete, ihn von cine'm Forum umschlossen habe, das aber nicht dem eigentlichen Handel biente, sondern nur bet Besprechung von Geschäften und Rechtsangelegei'hciten. Die aus- gegrabenen Räume, bie sehr hohe Bogenfenster befaßen, dürften zu diesem Zwecke gedient haben. Ueberraschend war die Feststellung, daß auf dem Forum von ber Zeit des Kaiser Augustus bis zu der des Hadrian noch neue Bauten aufgeführt wurden. Am wichtigsten war die Entdeckung von Ucbcrrcften des Venus-Tempels, doch können bie Grabungen vorläufig nicht fortgefetzt werden, da eine öffentliche Straße dazwischen liegt: erst bei ber Anlage ber neuen Straße von der Piazza di Venezia zum Kolosseum werben bie Untersuchun- gen weitergeführt werden. öer im vorigen Jahre noch 22 000 Mark betrug, auf etwa 13 000 Mark sich ermäßigen wird. Rach längerer Zeit stand wieder die V e r ° äuherung des Färbgrabengeländes auf der Tagesordnung. Da alle Versuche, auf gütlichem Wege eine Einigung über das Gelände zwischen den beiden Interessenten — der Firma Heinrich Schmidt!, und dem Schlossermeister Heinrich Schäfer — herbeizuführen, gescheitert sind, wurde nach längerer Aussprache mit 9 gegen 4 Stimmen beschlossen, das Gelände zum Preise von 3 Mk. pro Quadratmeter an die Firma Heinrich Schmidt!, zu verkaufen. Die Festsetzung der Preise für den Besuch des Schwimmbades ergab folgende Sähe: 1. Cinzelkarten: Erwachsene mit Kabinen- benuhung 25 Pf., mit Hallenbenuhung 20 Pf., Erwerbslose 15 Pf., Kinder 10 Pf., bei Schulklassen pro Schüler 5 Pf. bzw. Pauschalvergütung. 2. Dauerkarten für Familien mit Kindern (bis 16 Jahren) 12 Mk. mit Kabinenbenutzung. Dauerkarten für Erwachsene 8 Mk. mit Kabincn- benuhung, 6 Mk. mit Hallenbenuhung, bei Kindern je die Hälfte dieser Sähe. Für Sommerfrischler sollen Dauerkarten bis zu 14 Tagen ausgegeben werden zum Preise von 3 Mk. für eine Familie und 2 Mk. für eine Einzelperson. Die Leihgebühr für eine Badehose beträgt 10 Pf., für einen Badeanzug und ein Handtuch je 15 Pf. Voranschlags-Verabschiedung in Lauterbach. & Lauterbach, 16. Mai. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats stand im Mittelpunkt der Verhandlungen die Beratung des städtischen Voranschlages für das Jahr 1932. Bürgermeister Walz wiederholte in großen Zügen seine in der Gemeinderats- fitzung vom 19. April und in der Sitzung der Bau- und Finanzkommission vom 6. Mai gemachten Ausführungen, wies jetzt ckber besonders darauf hin, daß die im April beschlossene Erhöhung der Biersteuer auf Grund der Verordnung zur Senkung der Diersteuer für das Rechnungsjahr 1932 nicht durchgeführt werden könne. Er schlug deshalb vor, falls auf die Einführung der Bürgersteuer verzichtet werden soll, die Erhöhung der Kanalgebühren um 50 v. H. vorzunehmen. Weiter führte er an, daß die Wieder- erhebung der für das Jahr 1931 vorgenommenen Senkung der Grund - und Gebäude- (teuer um 6 v. H. und der Gewerbesteuer um 12 v. H. für das Rechnungsjahr 1932 vom Ministerium genehmigt wurde und deshalb durchgeführt werden könne. Dies sei bereits bei der Aufstellung des Voranschlags berücksichtigt worden. Der Hmlagebebarf belaufe sich auf 53 800 Mk. Eine Festsetzung der Steuerausschlägc- sätze für 1932 könne noch nicht erfolgen, da die Unterlagen für die Berechnung dec Gemeindeumlagen durch die Finanzämter noch nicht festgestellt seien. Mit Rücksicht darauf, daß sich dies bis zum Herbst verzögert, habe der Minister des Innern den Gemeinden die Ermächtigung erteilt, für die ersten drei Ziele im Rechnungsjahr 1932 Steuervorauszahlungen zu erheben. Im übrigen, so führte der Bürgermeister weiter aus, sei der Voranschlag unter Berücksichtigung äußerster Sparsamkeit aufgestellt. Die Stadt Lauterbach sei eine der wenigen Gemeinden, die ohne.Einführung neuerSteuern ihren Voranschlag wenigstens vorerst ausgeglichen verabschieden könne. Der Voranschlag wurde dann vom Bürgermeister rubrikenweife vorgetragen. In der anschließenden Aussprache wurde beschlossen, das Wasseraeld nicht um 50 v. H., sondern nur um 25 v. H. zu erhöhen, der übrige notwendige Betrag soll der Rubrik 66 (Strasten) entnommen werden. Der Voranschlag wurde in dieser Form angenommen und schließt in Einnahme und Ausgabe in der Betriebsabteilung mit 287 510 Mk., in der Vermögensabteilung mit 12526,79 Mk. ab. Der Voranschlag des städtischen Elektrizitätswerkes, der in Einnahme und Ausgabe mit 99 060 Mk. abschlieht, wurde ohne. Aussprache ebenfalls genehmigt. Landkreis Gießen. ' Heuchelheim, 16. Mai. Am Freitag wurden den Mitgliedern der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr Philipp Böhmer und Ludwig Kröck XIII. die staatlichen Feuerwehrehrenzeichen für 40jährigc Dienstzeit und August Engelhardt und Friedrich Wilhelm Kröck für 25jährige Dienstzeit durch Kreisfeuerwehrinspektor D i ck o r e überreicht. 8 Alten-Buseck, 16. Mai. Durch Verfügung der Schulbehörde wurde ^chulverwalter Fay mit der Verwaltung der Stelle an der Volksschule zu Weitershain bei Grünberg betraut. Nahezu 6 Jahre hat Schuloerwalter Fay an der hiesigen Schule zum Wohle der ihm anvertrauten Jugend und zur Zufriedenheit der Gemeinde gewirkt. Äuch die Schulsparkasse erreichte unter seiner unermüdlichen Tätigkeit einen sehr beachtenswerten Stand. Sein allezeit freundliches und zuvorkommendes Wesen, wie auch seine aroßen pädagogischen Fähigkeiten trugen ihm die Ächtung und Zuneigung der Gemeinde ein, so daß sein unerwarteter Weggang allgemein mit Bedauern empfunden wird. = Queckborn, 16. Mai. Am ersten Pfingst- feiertage, in aller Morgenfrühe, erfreute der hiesige Gesangverein „I u g e n d t r e u" die Einwohner des Dorfes mit dem Vortrag einiger Choräle. Von verschiedenen Ortsteilen klangen die feierlichen Harrnonien in das noch im letzten Schlummer liegende Dorf. Grünberg, 16. Mai. Heute sind 40 Jahre verflossen, daß Lehrer Valentin Roth als Lehrer in Grünberg tätig ist. Seit seinem Abgang vom Lehrerseminar in Bensheim im Jahre 1892 hatte er nur diese Stelle inne. Lehrerkollegium, Stadtverwaltung und Schulvorstand versammelten sich daher am Samstag nach Schulschlus; im Schulsaale des Jubilars. Rektor Bender und Bürgermeister Dr. Mild- ne r überbrachten die Glückwünsche dieser Körperschaften und betonten das treue Wirken des Geehrten als Lehrer und Erzieher der Jugend. Herr Roth dankte für die ihm erwiesene Ehrung. In weiten Kreisen der Kriegerkameradschast „Hassia" ist Herr Roth als rühriger Bezirks- vorsteher des Hassia-Bezirks Grünberg bekannt. Als langjähriger Leiter des hiesigen Kirchengesangvereins hat er sein reiches musikalisches Können in den Dienst der Allgemeinheit gestellt. Kreis Büdingen. ! Ober-Widdersheim, 12. Mai. Dqs BasaltwerkRickel, das eine Zeitlang völlig stillag und dann nur einen Teil der Belegschaft beschäftigte, hat dieser Sage den Betrieb in vollem Umfange wieder ausgenommen. Dadurch ist der Arbeitsmarkt in unserer Gegend wesentlich entlastet worden. Kreis Schotten. § U l r i ch st e i n , 16. Mai. Für den von hier nach Ebcrstadt bei Darmstadt versetzten Forstmeister D e sch, der noch im Lause dieses Monats in seinen neuen Wirkungskreis verziehen wird, veranstaltete der hiesige Zweigverein des VHC. im Groh- schen Saale einen gutbesuchten Abschiedsabend. Als Nachfolger des Scheidenden wurde Oberförster Zimmer, ein gebürtiger Gießener, von Babenhausen nach Ulrichstein versetzt und hat hier seinen Dienst bereits angetreten. Zugleich wurde Forstassessor Georgi hierher versetzt, um die Forsteinrichtung im Bezirk des hiesigen Forstamtes zu machen. Wirtschaft. * Die Indexziffer d e r Großhandelspreise. Die vom Statistischen Reichsamt für den 11. Mai berechnete Großhandelsinderziffer ist mit 97,7 gegenüber der Vorwoche unverändert. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 94,8 (plus 0,7 v. H.), Kolonialwaren 87 (minus 0,3), industrielle Rohstoffe und Halbwarcn 88 (minus 0,2) und industrielle Fertigwaren 119 (minus 0,3). * Lochanstalt norm. Meguin, Butzbach. Das gerichtliche Vergleichsverfahren der Lochanstalt norm. Meguin in Butzbach ist durch ausreichende Gläubigerzustimmung und. gerichtliche Bestätigung am 10. Mai beendigt worden. Die Voraussetzungen zur Erfüllung des Vergleichs wurden dadurch geschaffen, daß es gelang, neue Geldgeber für das durchaus lebensfähige Unternehmen zu finden. Der Betrieb arbeitet bereits seit 2% Monaten wieder, und zwar unter Aufsicht der gerichtlich bestellten Dergleichsperson Dr. jur. K. E. R u ck e l s h a u s e n , Gießen, der nunmehr als Treuhänder die Erfüllung des Vergleichs überwacht. 'Odenwälder Hart st ein - Industrie AG.. Darmstadt. Die Gesellschaft erzielte im Geschäftsjahr 1931 einen Betriebsgewinn von 1,76 (ohne Abzug der Löhne und Gehälter: i. V. 0,73 Detriebsgewinn abzüglich Löhne und Gehäl^ ter) Millionen Mark. Aus dem nach Abschreibung von 0,14 (0,19) Mill. Mark und nach Abzug der Löhne und Gehälter von 0,98 (i. D. Verwaltungsunkosten 0,33), der Steuern von 0,11 (0,14) und der Sozialabgaben von 0,13 (t. V. nicht angegeben) Mill. Mark verbleibenden Reingewinn von t6 848 (75 493) Mark soll der auf den 21Mai anberaum < Ten Generalversammlung die Verteilung von wieder 5 Prozent Stammaktien und wieder 6 Proz. i. V. — Aktiendividende vorgeschlagen werden. * Deutsche Gesellschaft für öffentliche Arbeiten AG., Berlin. Die Gesellschaft hat kürzlich für den schon in den vorigen Jahren mit namhaften Beträgen geförderten Ausbau der Provinzialstraßen in Hannover und Ostpreußen weitere Kredite von rund 1 Mill. Mk. bcreitgestellt. Außerdem ist der Provinz Oberschlesien für Straßenbautcn, Fluhregulierungs- arbeiten und Hochwasserschutzmaßnahmen ein Darlehen von 645 000 Mk. zugesagt worden. Berlin abwartend und ruhig. Berlin, 17. Mai. (WTB. Funkspruch.) Nach der dreitägigen Feiertagsunterbrechung schätzte man im heutigen Vormittagsverkehr etwas höhere Kurse, zumal in Montanen, besonders in Gelsenkirchen, Nachfrage bestand. Die amtlichen Eröffnungskurse zeigten dann aber kein einheitliches Aussehen. Teilweise waren kleine Abschwächungen festzUstellen, die aber ebenso wie die Besserungen bei nur geringen Umsätzen eintraten. Der Ordereingang aus Kundenkreisen war noch außerordentlich klein. Die S p e k u - lation verhielt sich im Hinblich auf die Vorgänge in Japan und die sehr undurchsichtige innerpolitische Situation in Deutschland völlig abroartenö'. Die schwache Veranlagung der deutschen Bonds an der gestrigen Neuyorker Börse verstimmte um so mehr, als am Aktienmarkt eine kräftige Erholung zum Schluß des Verkehrs eingetreten mar. Die verhältnismäßig steife Veranlagung des Berliner Geldmarktes, die im Gegensatz zu der internationalen Flüssigkeit steht, war ein weiterer Unsicherheitsfaktor. Hinzukam, daß man befürchtet, der plötzliche Tod des holländischen Bankiers Sternberg werde möglicherweise noch zu Glattstellungen an deutschen Plätzen führen. Schwächer cröfneten insbesondere Siemens mit einem Verluste von 2,5 v. H. Im Freiverkehr waren Wintershall auf die Erwartung schlechter Bilanzziffern in gleichem Ausmaße gedrückt, konnten sich jedoch später, anscheinend auf Interventionen, wieder gut erholen. Bis zu 4 v. H. fester waren Hansa-Dampf, die anfangs plus plus notierten, Stöhr, Chadeaktien und Westeregeln. Elektrizitätswerke Schlesien gewannen sogar 6 v. H. Lebhafter gehandelt wurden Reichsbankanteile und Montane. Deutsche Anleihen waren nicht ganz einheitlich, Altbefitz etwas schwächer, Neubesitz leicht anziehend. Die Rentenmärkte lagen ziemlich st i l l, Reichs, schuldbuchforderungen hatten nur kleine Veränderungen aufzuweisen, während Reichsbahnvorzugsaktien sich erneut bessern konnten. Im Verlaufe war die Tendenz unter kleinen Schwankungen eher etwas freundlicher. Das Geschäft blieb allgemein ruhig. Ausländer waren im allgemeinen nicht stärker verändert, lediglich Anatolier fielen durch recht feste Veranlagung auf. Im Gegensatz zu der Flüssigkeit an den internationalen Märkten zeigte der Berliner Ge l d m a r k t ein ziemlich steifes Aussehen. Tagesgeld zog auf 5,5 v. H. und darüber an, Monatsgeld blieb unverändert 6 bis 8 o. H. nominell. Frankfurt abwartend. Frankfurt a. M., 17. Mai. (WTB. Drahtmel- bung.) Die erste Börse nach der Unterbrechung durch die Feiertage zeigte bei Eröffnung ein ruhiges Aussehen. Die Vorgänge in Japan und die schwankende Haltung der Neuyorker Börse am Wochen^chlüß und gestern mahnten etwas zur Zü'rückhaltunh, zumal von der Kundschaft zunächst kaum Kauforders vorgelegen haben. Im Zusammenhang mit dem Tode des holländischen Bankiers Sternberg befürchtet man keine lokalen Exekutionen. Die neuesten Ausführungen von Professor Wagemann über das Thema „Kredit und Konjunktur" wurden lebhaft erörtert, sie sollen berschiedentlich zu einigen Meinungskäufen in Sachwerten geführt haben. Die ersten Kurse lagen uneinheitlich, doch betrugen die Abweichungen nach beiden Seiten gegen den Wochenschluß nur Bruchteile eines Prozents. IG. eröffneten mit 93,5 v. H. etwa 1 n. H. niedriger, AEG. lagen mit minus 1,25 v. H. recht matt. Dagegen zogen Schuckert erneut etwa 1 v. H. an, ebenso Reichsbankanteile. An den übrigen Marktgebieten lagen die Kurse bei kleinem Umsatz ziemlich unverändert. Im Verlaufe trafen vom Rheinland wieder einige Kauforders in Bergwerksaktien ein, denen sich die Spekulation mit neuen Deckungen airschloß. Bei zeitweise etwas lebhafter werdendem Geschäft zog die Mehrzahl der Kurse um 0,5 bis 1 v. H. an. Im Mittelpunkt des Interesses standen Stahlverein, Gelsenkirchen, Klöckner und andere Werte des Montanmarktes sowie IG., die ihren Anfangsverlust wieder ausglichen. Der Rentenmarkt zeigte freundliche Haltung. Bei kleiner Umsatztätigkeit lagen Deutsche Anleihen, Reichsschuldbuchforderungen und von Auslandrenten Mexikaner bis zu 0,25 v. H. hoher. In der zweiten Börsenstunde bröckelten die Kurse wieder übermieaenb ab, da die Geschäftsstille auf die Stimmung drückte. Die Veränderungen waren jedoch sehr gering. Am Geldmarkt war Tagesgeld zu 4,5 v. H. noch etwas angespannt, der Satz blieb aber unver- ändert. Frankfurter Schlachtviehmartt. Frankfurt a. M., 17.Mai. Auftrieb: 1019 Rinder, darünter 257 Ochsen, 85 Bullen, 388 Kühe, 250 Färsen: Kälber 294, Schafe 9, Schweine 3665 Stück. Es wurden bezahlt für 100 Pfund Lebendgewicht: Rinder. Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts: jüngere 32 bis 34, ältere 28 bis 31, sonstige vollfleischige: jüngere 24 bis 27; Dullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 28 bis 30, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 22 bis 27; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 25 bis 27, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 22 bis 24, fleischige 18 bis 21; Fäsen (Kalbinnen, Jungrinder): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 32 bis 35, volstleischige 28 bis 31, fleischige 23 bis 27. Kälber. Beste Mast- und Saugkälber 43 bis 46, mittlere Mast- und Saugkälber 38 bis 42, geringe Kälber 30 bis 37. Schweine. Fettschweine über 300 Pfund 35 bis 39, vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund 38 bis 40, von etwa 200 bis 240 Pfund 37 bis 40, von etwa 160 biL 200 Pfund 37 bis 40, fleischige Schweine von. etwa 120 bis 160 Pfund 34 bis 38 Mark. Marktverlauf: Rinder langsam, geringer Heberstand; Kälber und Schafe mittelmäßig, ausverkaust; Schwe>ne langsam, geringer Tleberstand. Erweitertes Schöffengericht Gießen. * Gießen, 11. Mai. Ein polnischer Arbeiter war des Einbruchsdieb st ahls im Sinne des § 243 Ziff. 2 StGB, angeklagt. Er hatte aus einem Hause eine Anzahl Würste und Wäschestücke gestohlen. Zugang zu diesen Gegenständen verschaffte er sich durch Aufbrechen eines Vorhängeschlosses. Der Angeklagte war in vollem Umfange geständig. Das Gericht erkannte deshalb auf die gesetzliche Mindeststrafe von 3 Monaten Gefängnis und rechnete ihm die volle Untersuchungshaft auf. Außerdem wird die Strafe, soweit sie zwei Monate übersteigt, bedingt aufgeschoben und eine Probezeit von 4 Jahren festgesetzt. Ein auswärtiger Landwirtschaftsinsoektor hatte sich wegen einer ganzen Reihe von in Bad-Nauheim und in Nürnberg begangenen Betrügereien zu verantworten. Neben Mietjchwindeleien hatte er auch mehrere Frauen dadurch schwer geschädigt, daß er sich von ihnen ckus außer Kurs gesetzte Fünzig- und Zwanzig-Markscheine gültiges Geld heraus- geben ließ. Der Angeklagte befand sich im Rückfall und wurde auch noch von mehreren anderen Behörden wegen ähnlicher Delikte gesucht. Auf Antrag des Staatsanwalts wurden dem Angeklagten mildernde Umstände versagt und er zu 2 Jahren Zuchthaus verurteilt. Ein Kaufmann und ein Steinarbeiter waren der fahrlässigen Tötung beschuldigt. Ersterer stieß mjt seinem Auto mit dem zweiten Angeklagten, der auf seinem Fahrrad fuhr, zusammen. Infolgedessen fuhr das Auto wider einen Baum und überschlug sich. Dabei wurde die im Auto sitzende Schwester des Kaufmanns getötet. Es fand eine umfangreiche Beweisaufnahme statt, zwei Sachverständige wurden vernommen. Das Gericht sprach beide Angeklagten schuldig und erkannte gegen den Kaufmann an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von vier Wochen auf eine Oelöftrafe von 84 Mark (3 Mark pro lag); gegen den zweiten Angeklagten wurde an sich verwirkter 6 Wochen Gefängnis eine (3 e Ib ft r a f e von 126 Mark ausgesprochen. • Gießen, 13. Mai. Eine umfangreiche Be- t r u g s s a ch e beschäftigte heute das Schöffengericht mehrere Stunden. Ein Kaufmann aus Baden hatte in Gießen und Umgegend Mitglieder für eine angeblich in der Ähweiz bestehende Pen'sionskasse geworben. Diese Kasse bestand aber nur in seiner Phantasie, und es war ihm nur darum zu tun. die Eintrittsgelder und die Beiträge zu erhalten. Die erforderlichen Formulare bestellte er sich in einer hiesigen Druckerei. Seine Angaben, er habe geglaubt, das von ihm erst zu gründende Unternehmen werde so viel einbringcn, daß er seinen Verpflichtungen hätte nachkommen können, schenkte das Gericht keinen Glauben. Auch als Viehhändler trat der Angeklagte auf, kaufte von Landwirten in der Umgegend Schweine und veräußerte sie alsbald, teilweise zu billigerem Preise gegen Barzahlung, blieb aber seinen Lieferanten den größten Teil des Kaufpreises schuldig. Auch hier nahm das Gericht an. daß der Angeklagte von vornherein in betrügerischer Absicht gehandelt habe, und erkannte wegen fortgesetzten Betrugs im Rückfall auf eine Gesamtgefängnis st rase von zehn Monaten. An mehreren Orten war der Angeklagte auch seine Miete schuldig geblieben. von zwei Frauen, mit denen er ein Verhältnis angefangen hatte, waren ihm größere Geldbeträge geliehen worden. In diesen Fällen Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v. H, Lombardzinsfuß 6 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Franyun a. M. Berlin Frankfurt a. 771. Derlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.2R. Schluß-1 1-llhr- furd 1 flurt Schluß-lAnsang- furd flurd Schluß-1 lur« | 1-tlhr- Kurs Schluß-lAnfang- lun« I Kur« Schluß-l 1-ilhr- kur«i | Kurz Schluß-l Anfang- lur« I Kur« 13.Mai 17.Mai Datum 6% Deuyche Reichsanimhe d. 1927 7% Deutsche ReichSanleiye v. 1929 6/i% Doung-Anleihe von 1930 . Deutsche Anl.-Ablös^Echuld mil AuSlos.-Rechten....... DeSgl. ohne Auikos.-Rechte . . . 8% Hess. Bolirstaat von 1929 (rückzahlb. 102%)...... Oberhellen Provinz-Anlethe mit AuSlos.-Rechten....... Deutsche komm. Sammelahl. Anleihe Serie 1..... • 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse 15 unkündbar bis 1935 .... 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. unkündbar bis 1986 Serie 16 . 4U% Franks. Hyp^Bank Liqu.- Psandbriese......... 4yz% Rhvntsche Hyp^Dank-Ltqu Goldpse........... 8% Pr. LandeSpsandbrtesanstalt, Psandbriese R. 19...... 7% Pr. Landeipsandbriesanstalt, Psandbriese 8L 10...... *% Oesterreichlsche Goldrentr . . 4,20% Oesterreichlsche Silberrente 4% Ungarische Goldrente . . . . 4% Ungarische StaatSrente v. 1910 4'/,% deigl. von 1913..... 5% obgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I........... 4% deSgl. Serie 11...... 6% Rumän. vereint». Rente v. 1903 4)4%RumSn.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente e%% L Anatolier...... 13.5. 65,5 53,5 43 3,25 50,5 34 33,65 73 72,4 78,5 77,5 73 54 — — 4 1 1 1 1 1 l 1 £ i 1 1 i l i 1 i i l l I l > Ml 13.5. 57,75 65,5 54,5 42.9 3,25 39,4 73,25 8,25 1,05 5,3 5,2 4,9 5,6 2.1 2,2 4.7 8,25 3,85 14,5 17-5. 43,25 3,6 — 5,25 - 2,2 4,25 8,25 3.8 14,25 Dalum ^amvurg-Amenla Pate, . . . e Hamburg-Südam.Tampslchiss. o Hansa Dampsjchiss .....0 Norddeutscher Lloyd.....6 A.G. für Verkehrswesen Akt. . . Berliner Handelsgesellschaft. 8 Tommerz- und Prioat-Bank . 7 Darmstädter und Nationalbank 8 Deutsche Bank und Tisconto-Gesellschast... 6 Dresdner Bant...... 6 Reichrbank........12 A.E.G............7 Bergmann.........9 Elektr. Lieserungsgesellschast. 10 Licht und Kraft......10 Felten & Guilleaume. . . . 6% Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... 9 Rheinische Elektrijität .... 9 Schuckert & Co. ..... • 11 Siemens S Haieke ..... 14 LahmeyerL Co.. ..... 12 Buderus ..........4 Deutsche Erdöl.......6 Gelsenkirchener.......8 Harpener..........0 Voesch Eisen.........6 Ilse Bergbau...... 10 Klöcknerwerke........6 Köln-Neuessrn.......6% Mannekmann-Röhren . ... f Mansselder Bergbau.....0 Lberschles. Kokrwerke .... 8 Phönix Bergbau......4% Rheinische Braunkohlen... 10 Rheinstahl........ 6 13.5. 83,25 20,5 36,25 20,5 115,5 74,75 54,75 57,5 82,5 38,9 39,65 15,5 18,75 17.5 13,25 117 24,25 72,75 60,25 110,5 28.5 60 27 13.5 12,5 40 13.4 33 83 18,75 20.5 36,25 20,5 116 25 16.9 61 75,25 41 55 72 57 113,5 26,4 59.9 38,75 43,25 27,5 126 26,5 39,25 15,5 34,5 18,5 156,25 40,75 17.5. 12,25 40 21 12,75 33 117,75 24,5 64.75 41,5 57 73,5 60 110^5 28 59,9 41 45 28,13 28,25 39,5 15,25 35.5 19,25 40,75 Dalum Riebeü Monian......7,2 Bereinigte Stahlwerke .... 4 Olavi Minen......16'/, Kaliwerke Aschersleben ... 10 Kaliwerke Westeregeln ... 10 Kaliwerke Salzdetfurth ... 15 9. ®. Farben-Industrie ... 12 Verein, ch-m. Industrie Frank» furi a.M........... Scheideanstalt...... 10 Goldschmidt. . .......O RütgcrSwerke........6 MetallgeseUschast.......6 Philipp Holzmann......8 Zementwerk Heidelberg. ... 7 Zementwerk Karlstadt.....7 Wayß L Frehtag......O Schulthei» Patzenhofer ... 15 Aku (Allgemeine Kunstseide) C Bemberg......... O Zellstoff Waldhof.....12 Zellstoff Aschaffenburg ... 6 Dessauer GaS........9 Daimler Motoren......O Deutsche Linoleum.....6 Orenstein & Koppel.....O Leonhard Tietz ...... 8 Svenika.........16 Lhade............ Frankfurter Maschinen . . . . 0 Grchner........ . 0 Mainkrastwerke Höchst a. M.. . 6 Süddeutscher Zucker . . . 16 13.5. 16 89 98 93,25 128,25 18 30,5 29.4 39,5 ■E «2 23 36,13 I Kl 1 I 1 £ 1 K 1 1 1 1 1 1 IÄI ISI 1 1 1 1 1 1 Illi 13.5. 16 10,4 88 98 150 93 18,25 30,75 40 = 58,13 41 40.5 31 23 90,75 12 36 24,5 57,5 11 205,25 96,65 17.5. 17,13 10,5 90 100 151 93,5 40,5 - 59,75 41,75 39,5 31,5 23 90,75 11,9 34,5 24,25 56,75 9,75 209 98,5 Amtliche Noiierunq <»tlb | Ariel Amtliche Notierung Geld : Brief Heisings«» . Wien. . . . Prag . . . Budapest . . Sofia . . . Holland . . Oslo. . . . Kopenhagen. Stockholm . London. . . Buenos AtreS Neuyort . . Brüssel. . . Italien. . . Paris . . r Schweiz . . Spanien . . Danzig. . . Japan . . . Rw de Jan.. Iuaoslawiar. Lissabon . . Der 7,133 51,95 12,465 3,057 170.78 77,42 84,17 78,22 15.38 1,018 4.209 59,14 21,38 16,605 82,27 34,37 82,62 1.339 0.314 7,423 14,09 In, 13.Mai 7,14- 52,0 -12,48 3.06 171,1 77,5 84,3 73,3 15,4 1,02' 4,21 59,2 21,7 16,64 82,4 34,4. 82.7 1,34 0,31 7,43 14,1 3anfno en 7,133 51.95 12.465 3.057 170.88 77,12 84.22 78,32 15.38 1.013 4.209 59,12 21.67 16,605 82.32 34,47 82,62 1,339 0,314 7.423 14,09 Geld 7,147 52.05 12,485 3.063 171,22 77,28 84,38 78.48 15.42 1,017 4.217 59.24 21.71 16.645 82,48 34,53 82.78 1,341 0.316 7.437 14,11 ' Ärles Amerikanische Noten ....... Belgische Noten......... Englische Roten ......... Französische Noten........ Holländische Note»...... . Italienische Noten...... . Norwegische Noten........ Deuts ch-Oesterreich, • 1OO SchDing Rumänische Roten........ Schwedische Noten........ Schweizer Noten....... . Spanische Noten......... Ungarische Noten ••••••«. 4,20 58.98 83.98 15,34 16,57 170,41 21,73 77^25 2,49 78.04 82.09 34.23 4,22 59,22 84,32 15,40 16,63 171,09 21,81 77,55 2,51 78,36 82,41 34,37 hielt da» Gericht einen 'Betrug nicht für erwiesen und erkannte insoweit auf Freisprechung. Degen Widerstand- und Körperverletzung eine- Forstbeamten hatten sich zwei Arbeiter au- Usenborn zu verantworten Sie waren von dem Förster betroffen worden, alt sie. mit Säge und Reihhaken versehen. Leseholz holten 6te versuchten die von dem Förster beschlagnahmten Werkzeuge diesem wieder zu entreißen, drangen mit Knüppeln auf ihn ein und dc» letzten ihn nicht unerheblich. Unter Zubilligung mildernder Umstände oerurte lte da- Gericht beide Angeklagte zu der gefetzlichen Mindeststrafe von drei Monaten Gefängnis und billigte ihnen bezüglich zweier Monate bedingten Straf, ausschub zu. Kunst und Wissenschaft. flknerallntenbantin Luise Dumont f. Die Generalintendantin des Düsseldorfer Schauspielhauses, Frau Luile Dumont, ist am Pfingstmontagabend an doppelter Lungenentzündung gestorben. Luise Dumont wurde am 22. Februar 1862 in Köln als Tochter de- Kaufmann- Aubert Hey - nen geboren; ihre Mutter Maria Elisabeth war eine geborene Dumont, diesen Hamen legte sich die Tochter später al- Künstlernamen zu Al- Luise Dumont trat sie erstmal» an einem kleinen Theater auf, da- nach der Vorstellung abbrannte, wodurch die junge Künstlerin stellungslos wurde 1883 kam sie nach Berlin an da» .Deutsche Theater". mit 25 Jahren an da» .Wiener Hofburg- tbeater", wo sie neben ihrer großen Landsmännin Eharlotte Wolter, die ihr Ideal und Vorbild gewesen war. auf der Bühne stand. Von Dien ging sie 1895 nach Stuttgart, dann wieder nach Berlin, zuerst an da- .Lessingtheater" und 1897 abermals an da» .Deutsche Theater", wo sie unter Brahm besonder» die großen Ibfenrvllen spielte. Luise Dumont hatte sich unterdessen mit Gustav Lindemann verheiratet Da» Ehepaar faßte 1905 den kühnen Entschluß, da» .Düsiel- dorfer Schauspielhaus" zu gründen. Mit Fleiß. Selbstverleugnung und Ausdauer haben sie diefe» Theater au führender Stellung unter den deutschen Buhnen emporgearbeitet und den Hamen Dumont-Lindemann für alle Zeiten in die deutsche Theaiergeschichte eingezeichnet Luise Dumont» Tod bedeutet einen schweren Verlust für da» Theater unserer Zeit. Hoffentlich läßt sich der vor kurzem bekannt gewordene Plan der Künstlerin, die Gründung eine» .Deutschen Theater» am Rhein" in Köln, nun noch verwirklichen Oberspielleiter Han» Strohdach nach Darmstadt berufen. Der Oberspielleiter der Kölner Oper. Han- Strohbach. ist zur nächsten Spielzeit an da» Hessische Lande-theater in Darmstadt berufen worden. Verleihung der Frankfurter Gvethejahr-Wedaille. Die mit den Mitteln der Frankfurter Künstler- Hilfe geschaffene. Goethejahr-Medaille der Stadt Frankfurt wurde anläßlich der Eröffnung deS erweiterten GoethemuscumS den Herren Landrat a. D- v. Be r nu s, dem Vorsitzenden de» Freien Deutschen HochstistS. und Professor Dr. Beutler, dem Direktor des Goethemuseum», verliehen. Die Goethejahr-Medaille. die außerdem bisher schon Professor Albert Schweißer erhalten hat. wurde ferner anläßlich der Tagung des Ständigen Au-schulfe- für Literatur und Kunst deS Völkerbundes überreicht dem Präsidenten dieses Ausschusses. D e st r ö e. dem Untergeneralsekretär des Völkerbünde». Dufour- Zer once. und dem Leiter der Kulturabteilung deS deutschen Auswärtigen Amte». Gesandten Frey tag. Fürth süddeutscher Handballmeister. BfA. Mannheim mit 7:1 (3:0) geschlagen. In dem Odenwaldstädtchen Michelstadt wurde am Pfingstsonntag zwischen den beiden Abteilungssiegern V s R Mannheim und Spvg Fürth das Entscheidungsspiel um die Süddeutsche Handballmeisterschast ausgetragen In einem sehr harten Kamps siegten die Jürther überraschend hoch mit 7: 1 (3:0) Treffern und brachten damit zum viertenmale den Titel eines süddeutschen Meisters an sich Es muß vorweg gesagt werden, daß der Sieg der Fürther ..Klee- olättlcr" zwar verdient war, aber doch dem Spielverlauf nach zu hoch ausfiel. Eine Trefferdifferenz von zwei bis drei Toren hätte genügt. Fürth, dessen Mannschaft das reifere und bessere Spiel zeigte, hat das klare Ergebnis in erster Linie feinem ganz ausgezeichneten Tormann zu verdanken. Sodann kam aber auch noch hinzu, daß die Mannheimer Rafenfpieler wiederholt start vom Pech verfolgt waren. So sah man einmal von ihnen hintereinander drei Lattenschüsse. Handballspiel um die Batl.Meiflerschafl L/15. 1. Kompanie — 2. Kompanie 4:9. Am Freitag standen sich auf dem Waldsportplatz de» VfB. Gießen die 1. unb 2. Kompanie zum Endspiel um die Bataillon--Meisterschaft gegenüber. Man bekam einen flotten und fairen Kampf zu sehen, den die 2. Kompanie dank belferet Kombination und Ballbehandlung mit 9:4 für sich entscheiden konnte. Zum Spielverlauf ist zu sagen: Man sah zuerst verteilte- Feldspiel. Allmählich machte sich der Titelverteidiger (2. Kompanie) aus der Umklammerung frei, und schon nach 6 Minuten fiel durch den Mittelstürmer Krämer das 1. Tor Dann Ausgleich. Hach weiteren 4 Minuten stand da» Spiel wieder remis. Die 1. Kompanie hatte nun eine Sch wache Periode zu überwinden, und in der 20. und 22. Minute fielen in kurzer Aufein-, anderfolge das 3. und 4. Tor. Kurz vor Halbzeit stellte der Halblinke Schickert durch einen Alleingang das Verhältnis auf 5:1. Hach der Paule machte sich der Wind stärker bemerkbar, infolgedessen erzielte die 1. Kompanie das 2. und 3. Tor. Allmählich gewann aber die 2. Kompanie wieder die Oberhand und erzielte durch einen Strafwurf de» Halbrechten Schmitt da» 6 Tor, dem sich bald darauf das 7. anreihte. Die 1. Kompanie konnte bald darauf das 4. Tor erzielen, dagegen konnte der BataillonS-Meister noch zweimal einfenben unb ba» Ergebnis beim Schlußpfiff auf 9:4 stellen. Der SchiebSrichter war dem Spiel ein gerechter Leiter DaS Ergebnis entspricht dem Spielverlauf. „ZRunb um Schotten." Um die Deutsche Motorradmeisterschaft am 5. Juni. Da» größte sportliche Ereignis in Hessen ist in diesem Jahre der Kampf der Motorradfahrer im Vogelsberg um die Deiche Meisterschaft. Zum achten Male findet in diefem Jahr das Rennen statt, zum dritten Male als Lauf um die Deutsche Meisterschaft. Es gibt nur ganz wenige Rennstrecken in Deutschland, über die alljährlich ein große- Rennen geht, unb es zeugt von Wagemut unb freubiger Entichlußkrafl. wenn broben im hohen Vogelsberg eine Trabition entstanden ist, die so manche andere DeranstaUung überflügelt hat. Don vielen Rennen, die ursprünglich' int rhein-mainischen Dtädtekranz gefahren wurden, blieb nur „Rund um Schotten" alS Meisterschaftsrennen eine der maßgebenden motorsportlichen Veranstaltungen in Deutschland. ES ist kein Fahrer von Rus (Bullus, Dauhoser, Soenius, Rüttchen, Mörih. Schneider ufto.). der nicht schon in Schotten an den Start ging. ES ist auch kaum eine europäische oder amerikanische Firma (Indiean. Harley, MotoScoche, FN., BMW. unb DKW.) bie nicht im Kankpf um den Sichenkranz deS Siegers vertreten gewesen wäre. Aber nicht nur der Erzielung von Höchstleistungen gilt da- Rennen: der Veranstalter erblickt auch eine Hauptaufgabe darin, dem Motorsport immer neue Anhänger zu gewinnen, einen neuen Nachwuchs heranzuziehen, der sich im DogelSberglauf seine ersten Sporen verdient. In diesem Jahre hat der Veranstalter, der Vogelsberger Automobil - und Motorradclub Schotten noch zum ersten Male in Deutschland ein Donderrennen. für Kleinkrafträder ausgeschrieben, ba sich gerade das Kleinkraftrad zur gegenwärtigen Zeit einer besonderen Beliebtheit erfreut. Man ist gespannt, wie sich die Kleinkrafträder auf der schwierigen Dergstrecke bewähren werden. „Kleeblättler" in Frankfurt besiegt. JSD. Jranffutl — Spog. Fürth 3:1 (0:0). Dor 6000 Zuschauern konnte der FSB. Frankfurt am Samstagabend auf seinem Platze am „Bornheimer Hang'^ einen verdienten Sieg von 3:1 über die Spog. Fürth erzielen. Beide Mann- schäften hatten Ersatz-, so fehlten u. a. die internationalen Leinberger (Fürth) unb fi n ö p f 1 c (FSB ). Trotzdem gab es ein recht gutes Spiel. Auch die „Kleeblättler" zeigten seine Leistungen, aber ihr Sturm war nickt diirchschlagskräftig genug. Dach torlofer Halbzeit schossen die Frankfurter in der zweiten Halbzeit durch Schweinhart und Hensel zwei Treffer. Fürth kam durch Frank zu einem Gegentor, mußte sich aber kurz vor Schluß noch durch Schweinhardt einen dritten Treffer der Frankfurter gefallen lassen. Englische Fußballer in Deutschland. T h e l s i a und Everton. bie beiben ausgezeichneten englischen Fußballmannschaften, begannen am PfingstsamStag ihre Deutschland- Tournee. E v c r t o n spielte in Dresben gegen eine deutsche Auswahlmannschaft unb siegte nach schönem Spiel nur knapp mit 3:2 (2:1). Die Torschützen für bie Gäste waren der berühmte Dine Dean (2) unb Johnson, während Heimchen (Lhcmnitz) und K o b i e r s k i (Düsseldorf) für Deutschland erfolgreich waren. Weniger glücklich begann Chelsea in Berlin gegen eine kombinierte Mannschaft Preußen- Viktoria. Die Engländer zeigten ein feines Spiel, waren zeitweise feldüberlegen, kamen aber zu keinen Torerfolgen. Die Berliner hatten Gelegenheit au wenigen, aber gefährlichen Angriffen und siegten 2:0 (2:0). Für die Tore zeichneten S i e n - Holz II und Walter verantwortlich. Am Sonntag verlor der FC. Birmingham in Mannheim gegen eine kombinierte Mannschaft (Waldhof, Hcaarau. Phönir Ludwigshafen) vor 15 000 Zuschauern mit 1:2 (0:1). Im zweiten Gverton - Lehrspicl erreichte die deutsch« Ländermannschäft in der Schlesier- Buntes Unverdauliche Musik. Ob ba» Ohr auch einen Genuß will haben, wenn Zunge und Magen sich erlaben, das ist e,ne Frage, die von alterher eifria erörtert worden ist. Wahrend die Griechen zunächst bei ihren festlichen Gelagen sich nicht genug an Gelang und anderer Musik erfreuen konnten, treten dann heftige Feinde der Tischmusik auf, und wie Sokrate» und Plato haben auch späterhin gerade die weisesten Manner und die größten Fcinlchmccker die musikalische Begleitung des Essen» energisch abgelehnt. Daß in dieser Der- pönung der Tischmusik eine sehr richtige Beobachtung liegt, da» zeigen die neuesten Dersuche, die über den Einfluß von Geräuschen auf die Verdauung von amerikanischen Gelehrten durchgeführt worden sind. „Die Wirkung der Musik auf Appetit und Verdauung sollte mehr als bisher trachtet werden", schreibt darüber ein amerikanischer Gesundheitsbeamter Dr T. Swann Aarbing in der Zeitschrift „American Mediane". Er behauptet, baß durch die Herrschaft der Jazzmusik viele Derdauiingsstörungen hervorge- rusen wurden und bezieht sich auf den Vortrag des Bostoner Chirurgen Dr. Harvey Eusching, der die wahre Ursache des Maaenkrebses nicht im Magen, sondern im Gehirn gesucht habe Der Physiologe der Colgate-Universität, Pros Donald Laird, hat sich besonders mit diesen Beziehungen zwischen Geräuschen und Berdauungsvorgängen beschäftigt. Er berichtet, daß nach seinen Versuchen Lärm in einem hohen Maße für die Verdauungsstörungen verantwortlich ist, die im modernen Leben so häufig auftreten. Nach seinen Beobachtungen wirb burch gewisse Laute das Fließen des Speichels und de» Magensaftes behindert und sogar abgeschnitten. Man kann dieser hemmenden Einwirkung der Geräusche durch gewisse Speisen begegnen, so durch stärkeren Genuß von Süßigkeiten, von Kaffee, auch von Brot. Nach der Ansicht dieses Gelehrten wird alles, was bas Erregungszentrum bes Gehirns beunruhigt ober anreizt, sofort in dem „Hunger"- unb in bem Der- bauungs-Zentrum" verspürt Diese Zentren wieder wirken auf die Nerven ein, die die Muskelbewegun- gen und die Blutzufuhr des Magens kontrollieren. Eine leichte Erregung, sie durch sanfte Musik oder durch leise Geräusche ausgelost wird, kann einen günstigen Einfluß auf die Verdauung haben. Aber jeder starke Lärm, jede Dissonanz, besonders die grellen und scharsen Töne des Jazz üben eine sehr ungünstige Wirkung auf den Verdauungsvorgang aus, vor allem, wenn sie wahrend des Eilens auf- genommen werden. In den großen amerikanischen Restaurants wird kein Jazz mehr als Tafelmusik geduldet Wißmar, 16, Mai. Der Gemeindevertretung lag ein Erlaß des Regierungspräsidenten vor, nach dem ab 1. April 1932 die Vergütung für d i e Gemeinde-Vorsteher nur 40 P§. pro Kopf der Einwohnerzahl und Jahr betragen soll. In Abwesenheit des Gemeindevorstehers beschloß die Gemeindevertretung einstimmig, dagegen Einspruch zu erheben und es bei der jetzt geltenden Vergütung von 90 Pf. zu belassen, da man es trotz aller berechtigten Sparsamkeitsbestrebuntzen dem verantwortlichen Leiter der Gemeindegeschäfte nicht zumuten kann, bei der sich dauernd steigernden Arbeit und Schwierigkeit der Verwaltung für 762 Mark jährlich die Arbeit zu leisten. Er ist nicht in der Lage, noch einem anderen Verdienst nachzugehen. — Der Volksbildungs-Ausschuß hielt seine satzungsgemäße Frühjahrsversammlung ab. Aus" dem Jahresbericht ging hervor, daß im abgelaufenen Winter die Vorträge gut besucht waren und daß die Volksbücherei immer starker benutzt wurde. (2716 Bände Ausleihe.) Der Kassenbericht schloß mit einem Bestand von 147,32 Mark ab. Für Bücherbeschaffung wurden 147 Mark verausgabt, für Vorträge rund 30 Mark, für Wohlfahrtszwecke 84,80 Mark. Die Satzung wurde dahin geändert, daß hinfort auch Einzelmitgliedschaft möglich ist. Für den Sommer wurden.drei Wande- runge vorgesehen, die erste am 19. Juni über Staufenberg zum Todtenberg bei Treis. Eine lokale Obst- und Gartenbauausstellung wird im Herbst veranstaltet werden. Die Arbeit des Volksbildungsausschusses wurde von den Anwesenden voll und ganz gewürdigt und dem Arbeitsausschuß herzlicher Dank gesagt. # Atzbach , 16. Mai. Im hiesigen Grund- stücks-Zusammenlegungs-D erfahren werden von den Grundstücksbesitzern zur Kostenverbilligung Arbeiten im Eigenhandbau geleistet. Zu einer jetzt in Erledigung begriffenen Arbeit hat die Gemeinde für ihren Grundbesitz 16 Arbeiter zu stellen. Zu der Ausführung der Arbeit sollen Einwohner, die mit Steuern im Rückstände sind, und Landwirte, die sich in Zahlungsschwierigkeiten befinden, herangezogen werden. Eine Barzahlung gewährt die Gemeinde für die Arbeitsleistung nicht. Der verdiente Lohn wird auf die Gemeindeabgaben verrechnet. Bei weiter auszuführenden Eigenhandbauleistungen soll ein Wechsel in den Arbeitern der Gemeinde stattfinden, damit jedem dringend bedürftigen steuerzahlenden Einwohner Gelegenheit geboten ist, einen Teil seiner Gemeindeabgaben durch Arbeitsleistung abzugelten. 00 Dorlar, 17. Mai. Hier wurde gestern ein seit dem 4. Mai aus Dutenhofen verschwundener 32jähriger lediger Mann aus der Lahn ge- l ä n d e t. Es liegt unzweifelhaft Selbstmord vor. Amtsgericht Gießen. Objekt eines Augenscheins kann auch der Angeklagte selbst fein. 3m Fragefall war dieser, ein auswärtiger Chauffeur, am 20. Februar, als er im Hofe einer Autoreparaturwerkstätte einen Wagen'reinigte, von einem Gießener Kraftwagenführer beobachtet und bei der Polizei denunziert worden, weil er eine einheitliche, an der Mühe mit einem Abzeichen der Motorsturmstaffel der Nationalsozialistischen Partei versehene Kleidung trage, um seine Zugehörigkeit zu dieser äußerlich zu kennzeichnen. Ein Polizeibeamter begab sich in den Hof und fand die Angaben bestätigt. Er blieb in den Verhandlungen dabei, der Angeklagte habe gegen § 1 Kap. II, Teil 8, der 4. Notverordnung verstoßen. 3n der ersten Verhandlung konnte sich das Gericht kein klares Bild über die Beschaffenheit der angeblich verbotenen Parteikleidung verschaffen, und in der nächsten Verhandlung erschien deshalb auf gerichtliche Anordnung der Angeklagte in der nämlichen Kleidung, die den Anlaß zur Anzeige gegeben hatte. Auf Grund eingehender Besichtigung vermochte das Gericht nicht die Lieberzeugung zu gewinnen, daß es sich um eine verbotene Parteikleidung handle; sie weiche von der heutigen bürgerlichen Kleidung keineswegs ab und werde in weiten Kreisen namentlich als Berufskleidung getragen; zudem habe der Angeklagte die Kleidung teilweise schon vyr 5 Jahren besessen, also zu einer Zeit, wo er noch gar kein Angehöriger der Partei gewesen sei. An dieser Auffassung ändere auch nichts die Tatsache, daß er ein einschlägiges Abzeichen an der Kleidung trug, und es fei auch gleichgültig, ob das Abzeichen an der Mühe, oder an dem Rockaufschlag getragen werde. Das Verbot, ein derartiges Abzeichen überhaupt zu tragen, fei durch die Notverordnung vom 16. Januar 1932 wieder aufgehoben worden. Er erfolgte deshalb Freisprechung. Ebenso in einem weiteren ganz ähnlich liegenden Falle. Ein Gläubiger hatte bei einer Schuldnerin einen Toilettetisch pfänden lassen, der aber von einem Dritten, dem Angeklagten, als Eigentum in Anspruch genommen wurde. Dieser erhob sog. Interventionsklage gegen den Gläubiger auf Freigabe des Pfandes, wurde aber abgewiesen, und die zunächst eingestellte Zwangsvollstreckung nahm ihren Fortgang. Vor dem Versteigerungstermin nahm aber der Angeklagte den gepfändeten Gegenstand an sich und entzog ihn auf diese Weise der Versteigerung. Eine solche Handlungsweise ist nach § 137 St.G.B. strafbar. Strafe: 30 Mark. Ein 19jähriger vorbestrafter Bauschlosser wurde zu einer Gesamt gefängnis strafe von 2 Wochen verurteilt. Er hatte mit großer Frechheit in einem Hose der Frankfurter Straße von einem Fahrrad die Laterne und einige Tage später von einem anderen auf dem Bürgersteig aufgestellten Fahrrad einen Bosch-Dynamo gestohlen und beide Gegenstände dann weiterverschenkt. Der Beschenkte, der um die Diebstähle wußte, oder wissen mußte, erhielt wegen Hehlerei an Stelle einer an sich verwirkten geringen Gefängnisstrafe eine Geldstrafevon 12 Mark. Rundfunkprogramm. Freitag, 20. Mai. 7.05: Frühkonzert auf Schallplatten. 7.30 (Von Baden-Baden): Konzert. 12 (M., Köln und München): Konzert des Rundfunk-Orchesters. 13 (Von Köln): Konzert, Operettenmusik. 17 (Von München): Desperkonzert. 18.25: .Der Viehhandel in der Volkswirtschaft", Vortrag von Dr. C. R. Scholtz. 18.50 (Von Mannheim): Aerztevortrag: „Die Behandlung von 'Bewegungsstörungen". 19.30: „Die Braut" — und — „Wasserschlacht". zwei Kurzgeschichten, erzählt von Emil Heß. 20.45. Chansons aus zwei Jahrhunderten. 21: Klassische Musik, gespielt vom Philharmonischen Orchester Stuttgart. 22.45 bis 24: Nachtmusik, Ouvertüren und Koloratur-Arien. Samstag, 21. Mai. 7.05: Frühkonzert auf Schallplatten. 7.30 (Von Bad Homburg): Konzert. 12: Konzert auf Schall- platten. 13 (Von Pforzheim): Mittagskonzert des Symphonie-Theater-Orchesters, Pforzheim. 14. Konzert der Kapelle Fred Hett, Stuttgart. 15.30 Stunde der 3ugcnö: Wettbewerb (Qkiftclftunöc als Wettbewerb). 17 (M. und Köln): Konzert. 18.25: „Der Mythos über Berthold Schwarz", Vortrag von Anton Fendrich, Freiburg. 18.50: „Laufendes Band und ArbeiterfchicksuU, Vortrag von Georg Schwarz. 19.30: Dom Clown der Manege zum Exzentrik des Darietes, von Helmut 3aro 3aretzki. 20.15 (Don Karlsruhe): Orchester- fonaert des badischen Landestheater-Orchesters. 21.45: Der Stein, eine Kantate für Rundfunk, von Herbert Trantow. 22.45 bis 0.30: Tanzmusik. . (Schluß des redaktionellen Teils.) In der Passage der Firma L. Nowack, Seltersweg, wird zur Zeit ein Maschinenschnellstopf-Appa- rat vorgeführt. 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