Donnerstag, 17. März 1952 ßr. 65 Erstes Matt 182. Jahrgang GWnerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrv.) verlangt daß Ober- und Regierungspräsidentenposten an einem Orte in einer Person vereinigt werden. Die landwirtschaftlichen Schulen mußten nach Möglichkeit erhalten werden. Der Roggenpreis müsse erhöht, der Preis für Veredelungserzeugnisse in ein vernünftiges Verhältnis zu den Gestehungskosten gebracht werden. Wenn bei einem Rückgang des Holzprei- f e 5 um 50 v. H. amtliche Stellen die Verwendung von Auslandshölzern empfehlen, so sei das unverantwortlich. Die Siedlung könne man durch Einführung des Ar beitsdien st Pflichtjahres wirtschaftlich gestalten. Abg. Auschke (Stp.) erklärt, es sei unerhört, wenn Hakenkreuzflugzeuge am Tage der Wahl Flugblätter mit der Lüge abwarfen, wonach Hindenburg einen Schlaganfall bekommen und Hitler an fein Krankenlager gerufen worden sei. (Hört! Hört! links.) Auch mit falschen Versprechungen hätten die Nationalsozialisten die Wähler ködern wollen. So habe Goebbels vor der Wahl gesagt, daß 24 Stunden nach der Machtübernahme durch die NSDAP, alle drückenden Zwangsgesehe fallen sollten. Am Wahltag aber habe Hitler erklärt, dah er selbstverständlich nicht alle Notverordnungen beseitigen könne und daß er auch Ersah für den Versailler Vertrag schaffen wolle. Hier zeige sich die doppelte Moral der Nationalsozialisten ebenso wie in den verschiedenen Versprechungen, die sie den Arbeitern oder im vertrauten Kreise in Düsseldorf den Schwerindustriellen machten. Weiterberatung Donnerstag. Außerdem: tiativgesehentwurf der Wjrtschaftspartei Heraufsetzung des Wahlalters. Abstimmungen sollen am Freitag erfolgen. Regierungswechsel in Irland. Oe Valeras Sieg in den parlameniswahlen. — Wie steht England zu einem radikalen Kurs? Von unserem ^.-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! London, März 1932. Die Wahlen in Irland haben der bisherigen Regierungspartei und ihrem Führer Cos- grave eine Niederlage gebracht. Er hat die schwache Mehrheit, die er zusammen mit einigen anderen kleinen Parteien hatte, verloren. De Va - lera, der Hauptgegner England, der irische Nationalheld und Revolutionär, hat an seiner Stelle jetzt mit seinen Republikanern d i e Mehrheit im irischen Parlament und wird voraussichtlich zusammen mit den irischen Arbeiterpartei- lern eine neue Regierung bilden. Der Umschwung ist also keineswegs so groß. Don einem überwältigenden Wahlsieg der irischen Republikaner, d. h. also der irischen Nationalisten, ist keine Rede. An die Stelle einer Regierung mit schwacher parlamentarischer Mehrheit ist lediglich eine andere Koalitionsregierung mit ebenso schwacher Mehrheit getreten. Es ist daher noch sehr die Frage, was für ein Schicksal Die von De Valero gemeinsam mit Der Arbeiterpartei zu bilDenDe Regierung haben wirD. Es kann sehr leicht sein, Daß sie sehr bald wieDer gestürzt wird, oder daß sie zumindest eine sehr vorsichtige Politik betreiben muß, um sich am Ruder zu halten. Die eigentliche Bedeutung der irischen Wahlen liegt daher auch weniger im praktischen Ergebnis, als im Grundsätzlichen, das mit diesen Wahlen zum Ausdruck gekommen ist. Denn man muh sich einmal vorstellen, welche Bedeutung Cosgrave und De Dalera für die Politik der grünen Insel hatten, die nun seit zwölf Jahren unabhängig von Groß-Britannien ihre eigene Regierung hat. Cosgrave ist der Mann, der es als erster zuwege gebracht hat, in Irland überhaupt eine geordnete Regierung zu bilden. Er hat trotz aller revolutionären Wirren, trotz der Schwierigkeiten, die auch die Engländer machten, sich immer wieder am Ruder gehalten. Das war eine Leistung, die man als außerordentlich bezeichnen mutz, wenn man die Umstände berücksichtigt, unter denen Cosgrave die Ordnung in Irland wiederhergestellt hat. Er hat es verstanden, einem aus allen Fugen gegangenen Land wieder eine geordnete parlamentarische Regierung zu geben, eine zuverlässige Armee, ein geordnetes Finanz- und ein gut funktionierendes Gerichtswesen zu schaffen, nachdem es vierzig Jahre lang an den Bürgerkrieg und die Desorganisation des gesamten Staatswesens gewöhnt worden war. Das ist nicht ohne schwere Kämpfe gegangen. Cosgrave mußte eine Rebellion Der ursprünglich von ihm selbst mitgeschaffenen Armee nieDerschlagen, sich mit Waffengewalt gegen Den viel raDikaleren De Valero, den NationalhelDen, wenDen, unD wurDe obenDrein von Den EnglänDern gezwungen, Den Verzicht auf Ul ft er (NorDirlanD) auszusprechen, um überhaupt einen FrieDen mit Den EnglänDern zu erreichen. Er war Durchaus nicht ein Mann Des Kompromisses. Er roirD von einer späteren Geschichtsschreibung zweifellos zu Den beDeutenDften Staatsmännern Dieses JcchrhunDerts gezählt roerDen, Da er in JrlanD erst wieDer Gesetz unD Recht eingeführt hat unD Der Welt bewies, Daß JrlanD zur Selbstregierung fähig ist. Die Niederlage feiner Partei in Den Kämpfen um Die Parlamentssitze erscheint Daher auf Den ersten Blick ungerecht, und man fühlt sich an Das Sprichwort erinnert. Das von Dem UnDank Des Volkes spricht. Damit würde man den Dingen, wie sie nun einmal in Irland liegen, jedoch nicht gerecht. Es war eben Cosgraves tragisches Schicksal, daß er abtreten mußte, weil er die Schwierigkeiten, unter denen das Land jetzt leidet, nicht mehr zu meistern vermochte. Die wirtschaftliche Not, der Druck der Pachtzinsen der vielen kleinen Bauern, die schlechten Preise für die landwirtschaftlichen Erzeugnisse drückten auf die Volksstimmung und machten Cosgrave unpopulär. Ein Staatsmann, der dem Volke „prosperity“ nicht zu sichern vermag, kann sich nicht halten, wenn er auch noch so große andere Verdienste aufzuweisen hat. Kenner der irischen Verhältnisse haben daher seit langem erwartet, daß die Wahlen dem nationalistischen Gegner Cosgraves, De Dalera, eine Mehrheit bringen würden, schon weil sein Programm mehr auf den Volksgeschmack zugeschnitten war. De Valera vertrat ja seit langem im Gegensatz zu Cosgrave den Stand- punkt, daß nur die völlige Llnabhängig- keit Irlands von England diesem Lande eine bessere Zukunft sichern könne. De Baler«, der an der Spitze aller revolutionären Bewegungen Irlands seit nunmehr über zwanzig Jahren gestanden hat und sein Leben oft genug für fein Ideal aufs Spiel gesetzt hat, predigt ja seit fahren daß die wirtschaftliche Not des Landes aus den Bindungen herrühre, die in dem englisch-irischen Vertrage enthalten seien. (Wie weit das zutrifft, muß durchaus dahingestellt bleiben, weil die effektiven Lasten aus dem irisch-englischen Vertrag in Wirklichkeit unerheblich sind.) Und De Valera fand damit immer mehr Gehör bei seinen Landsleuten, die vor allen Dingen keine Pachtzinsen an den englischen Staat zahlen wollten De Valera. und auch die letzte Erinnerung an die einstige Herrschaft der Engländer in Irland, denTreu- eid für den König, beseitigt wissen wollten. Daß diese Forderungen bei einer starken Minderheit des irischen Volkes, insbesondere bei den Dauern, lebhaftes Verständnis fanden, ist ja schließlich auch begreiflich. Immerhin wird man berücksichtigen müssen, daß De Dalera ja keine sichere Mehrheit im Parlament erzielt hat, so daß er zur Durchsetzung seiner Forderungen auf die Unter* stützung der Arbeiterpartei angewiesen ist, die auch jchon bisher in der Regierung vertreten war. Er wird also viele von seinen radikalen Forderungen zurückschrauben müssen, und sich mit Maßnahmen begnügen, die durchführbar sind. Mit den radikalen Wahlparolen wird er also nicht ohne weiteres Politik machen können. In England sieht man das Ergebnis der irischen Wahlen daher auch mit einer gewissen Ruhe an, die zunächst frappierend wirkt, wenn man daran denkt, daß ja De Valera der Todfeind der Engländer ist. Aber die Engländer wissen eben, daß Irland für den Absatz seiner landwirtschaftlichen Produkte auf den englischen Markt angewiesen ist, und daß der Llebergang der Engländer zum Zollschuh gerade im rechten Moment kommt. Denn nun sind die Iren darauf angewiesen, eine Verständigung mit den Engländern zu suchen, weil sie ja sonst in eine Wirtschaftskrise hineingeraten würden, aus der es für das Land keine Rettung geben würde. Daß De Valera aber gerade jetzt eine Katastrophe herbeiführt, wo er endlich nach zwanzig Jahren voller Kämpfe zum erstenmal an der Spitze seines Volkes steht, das hält man eben in England für ausgeschlossen. Ob diese Ansicht zutreffend ist oder nicht, das wird erst die Zukunft zeigen. Jedenfalls gibt es wieder eine irische Frage, die eine bedeutende Rolle in der britischen Reichspolitik spielen wird, da ja gerade wirtschaftliche Fragen jetzt stärker denn je für die künftige Gestaltung des Empire in Die Waagschale fallen. Die kommende Reichskonferenz in Ottawa gibt solchen Staaten wie Irland die Möglichkeit, politische und wirtschaftliche Forderungen in ganz anderem Umfange durchzusetzen als das bisher der Fall war. Daß ausgerechnet in einem solch schicksalsschweren, Augenblick in Irland De Dalera ans Ruder gekommen ist, zeigt, wie groß die Gefahren sind, die der Derwirklichung der Zoll- pläne der Engländer drohen. Denn gerade der Wunsch, Irland im englischen Reich zu halten, kann unter Umständen zu Konzessionen führen, die den ganzen großen Plan durchlöchern. Der Wahlsieg De Daleras kann also auf Umwegen vielleicht doch noch eine größere Bedeutung gewinnen. Oe Valeras nächste Pläne. Einstellung der Jahreszahlungen an England. Dublin, 16. März. (WTD.) Ministerpräsident de Valera erklärte einem Pressevertreter, er beabsichtige in der nächsten Sitzung des Kabinetts ein Dekret vorzuschlagen, durch das das kürzlich erlassene Gesetz über die öffentliche Sicherheit aufgehoben wird. Ferner habe er die Absicht, vor Den Verhandlungen Mischen England und Irland keine weitere Ra t e der I a hre szahlungen an England zu entrichten, da er der Auffassung sei, daß keinegesehlicheDerpflichtung für die Entrichtung solcher Jahreszahlungen bestehe. Er werde daher auch verlangen, daß die bereits entrichteten Jahreszahlungen, die sich auf 30 Millionen Pfund Sterling belaufen, zurückerstat- t e t werden. De Valera gab ferner der Hoffnung Ausdruck, daß die natürlichen Grenzen zwischen Nord - und Südirland eines Tages beseitigt werden. Die Regierung schlage ferner die Entfernung des Treueides zur englischen Krone aus der irischen Verfassung vor. Dann werde kein Bürger mehr Grund haben, den Gesetzen den Gehorsam zu verweigern. Im Hinblick auf die Organisation Der Fianna Fail und deren republikanische Armee sagte de Valero, dah er sich für eine einheitliche Regierung und eine einheitliche Armee einsetze. Wegen kinDesentführung zu lebenslänglichem Gefängnis verurteilt 3n Warren (Ohio) sind zwei Verbrecher, Da* weU und Hargraves, Die Den Sohn Des Unternehmers 3ames De Jutte auf Dem Wege zur Schule an Demselben Tage entführten, an Dem Lind bcrgDs KinD geraubt wurDe, zu lebenslänglichem Gefängnis verurteilt roorDen. Rn ©tflenfti Je< di »1'8. 1 Amen der < sechs lachkm die Dedeiit^ virtschastlA sprechen: Ob Io rki-König ftehtagh Im, Frau M Madel Otto Erns ßndell Verdi Staat, Derbu Landgeric linen sehr fof genannte tu p Polizei ü Veltanschauir hing und W Ierbrauchersck Bei einer Dmschatzes fände fehl, m Teil diese ^omkichitular! reise ausbewc N mit Die lnliquar Dr mder ans dkl 3n Madri • Dkongreß. D spanischen Hindere Bedeut Werbung ■ der besten - xS Kichsarbei^ ßrderiM- * yorsiMdtt Seckger. N I Otto Ern ! Mischen & Mnslaltem f März, !>. j 'jiohe öffentli i chnt toird ■ jner FunbO I genten 2ru > neiflet Dr. 9 LV S- berliner 3tnn ®$ ] käreter Der t chen Lhiru eralfefrefär de kMamschte is. Auch der ies in beson prache seine , irchend auf d Kn Leiter dc hin. 5 ßaim'oxuc Habersan) Koslback 7°>"R SS lein Q ,eit £ l°nd ^.kuten, ^nhn " Eliten Aus aller Welk. Deutscher Reklametag 1932. Der Deutsche Reklametag beginnt am Samstag, dem 19. März, mit einer Reitze von Vorträgen. Zuerst spricht Dr. Adolph, das Vorstandsmitglied der Berliner Straft- und Licht-A.-G. ;* und der Bewag über „Werbung und Industrie". L Dann wird Reichsminister a. D. Gras von StaniB über „Werbung und Landwirtschaft" J und Heinrich Grünfeld, Vizepräsident der - Berliner Industrie- und Handelskammer, über | „Werbung und Einzelhandel" zu Wort kommen. Zum Schluß spricht Derlien, Hannover, als I Präsident des Reichsverbandes des deutschen I Handwerks über „Werbung und Handwerk" und * Dr. Freiin von Walter, MdL., über | „Werbung und Hauswirtschaft". Rach diesen Fachvorträgen über die Qlufgaben und Dedcu- I tunfl der Werbung für die wichtigsten Wirt- I fchaftsgebiete bietet die Ufa durch Vorführung der besten Werbefilme aus jüngster Zeit einen Querschnitt durch diese interessante Werbeart. Am Rachmittag haben die 25 werblichen Verbände, die zu dem Reklametag eingeladen haben, Gelegenheit zu geschäftlichen Sitzungen und Besprechungen. Abends sprechen: Reichsminister a. D. Dr. Dr. h. c, Kröhne, Vorsitzender der ,lt Mtge rnTrru, Wien voll. M Harfen lonbere bei Wien, ist ja en müssen, lehrheit zur Durch. Unter, i angc« der Äegie. viele non schrauben mögen, die en Dahl, res Politik Reichsarbeitsgemeinschaft für deutsche Verkehrs- förderung. Kommerzienrat Dr. Krumbhaar. Vorsitzender des Vereins Deutscher Zeitungs- Verleger, für die Werbemittel-Industrie und Otto Ernst Sutter, der Vorsitzende des Deutschen Reklame-Verbandes, im Ramen der veranstaltenden Organisationen. Sonntag, den 20. März, findet im Ufa-Palast am Zoo eine große öffentliche Veranstaltung statt, die eingerahmt wird von Vorträgen des Großen Berliner Funk-Orchesters unter Leitung seines Dirigenten Bruno Seidler-Winkler. Oberbürgermeister Dr. S a h m wird die Versammlung im । Ramen der Stadt Berlin begrüßen. Dann werden L sechs fachkundige Redner in kurzen Ansprachen U.. die Bedeutung der Werbung als geistige und wirtschaftliche Macht würdigen. Es werden u. a. sprechen: Oberpräsident a. D. Erz. von Dato ck i - Königsberg, Prof. Dr. Freiherr von Frehtagh-Loringhoven. MdR., Breslau, Frau Maria 3eder, MdRWR., Aachen, Dr. Häckels der g e r - Öflingen (Baden) und Otto Ernst Sutter - Frankfurt a. M. De- . handelt werden folgende Themen: Werbung und Staat. Werbung und Weltgeltung, Werbung und Weltanschauung, Werbung und Politik, Werbung und Wirtschaft und endlich Werbung und / Derbraucherschaft. Deutsche wieder auf dem Internationalen Lhirurgenkongreh. gebnis der gewissen )idt, wenn i der Tod. Engländer lbsah seiner den engst, und daß ider zum Moment daraus an, it den Eng- eine 2Birt» xi der ct röxte. Dah Katastrophe rzig fahren der öpihe den in Eng. oder nicht, Jedenfalls g e, die eine Wpoliti! iche Fragen Gestaltung allen. Die Ottawa Möglichkeit, ,gcn in ganz das bisher einem solch In Madrid tagt der 9. Internationale Chirur- genkongreß. Die Eröffnung erfolgte unter Vorsitz des spanischen Staatspräsidenten Zamora. Be- • sondere Bedeutung hat der Kongreß dadurch, daß zum er st en Male nach dem Kriege die Vertreter der deutschen und österreichischen Chirurgie an ihm teilnahmen. Der Generalsekretär des Kongresses, Dr. Mayer (Brüssel), beglückwünschte die Versammlung zu diesem Ereig- I nis. Auch der Präsident Quervain aus Bern wies in besonders herzlichen Worten in deutscher Sprache seine französisch gehaltene Rede unterbrechend auf die Bedeutung der Rückkehr der deutschen Leiter der Chirurgie in den internationalen Kongreß hin. Deutschland ist vertreten durch Prof. Sauerdruch (Berlin), Anschütz (Kiel) und ä Haberland (Köln). Kostbarkeiten des Salzburger Domschahes verschoben. Bei einer Inventaraufnahme des Salzburger '' Domschatzes stellte sich heraus, daß 13 Gegenstände fehlten. Nachforschungen ergaben, daß t ein Teil dieser Gegenstände in der Wohnung des , Domkapitulars Angelberger unrechtmäßigerweise aufbewahrt worden war. Im Zusammenhang mit diesen Unterschlagungen wurde der Antiquar Drettschneider verhaftet und in das Landgericht Salzburg übergeführt. Er hat ; einen sehr kostbaren kleinen Reisealtar und die * sogenannte eucharistische Taube veräußert, s Die Polizei konnte inzwischen diese beiden kostbaren Gegenstände sicherstellen. Grubenunglück In Rordosk-vöhmen. Im Kohinor-Schacht der Brücher Koylenwerke- AG. in Druch, einer der größten Gruben des nordostböhmischen Draunkohlenreviers. entstand in einem in etwa 350 Meter Tiefe gelegenen Schacht ein Drand, bet sich mit großer Schnelligkeit ausdehnte. Es befanden sich glücklicherweise nur die Grubensicherungsmannschaften im Schacht. Iedoch wurden diese von den sich ausbreitenden Kohlenorydgasen ohnmächtig. Die ablösende Belegschaft begann sofort mit den Rettungsarbeiten. D i S auf acht Mann konnten die Bergleute gerettet werden. Etwa 20 hatten Rauch- und Gasvergiftungen erlitten. Die noch eingeschlosfenen acht Bergleute konnten nicht geborgen werden. Rach zwei kleineren Gasexplosionen war von ihnen eine telephonische Meldung eingelangt. dah sie versuchen würden, zu einem Wetterschacht zu flüchten. Die Rettungsmannschaften konnten infolge der Hitze nicht bis zu den eingeschloffenen Bergleuten Vordringen. Seit vielen Sturrden ist von den Vermißten kein Lebenszeichen mehr zu erlangen. Man gibt daher allmählich die Hoffnung auf, sie noch lebend zu bergen. Die Ursache des Grubenbrandes liegt in der Beschaffenheit der leicht brennbaren Kohle. Selbstentzündung ist in diesen Fällen keine Seltenheit. 2TTarga von Etzdorf in Bangkok gelandet. Die deutsche Dftafienfliegerin Marga von Etzdorf i[t von Hanoi kommend glatt in Bangkok gelandet. Sie benötigte für die 1000 Kilometer lange, fast ununterbrochen über urwaldbedeckte Berge führende Strecke knappe sieben Flugstunden. Auf dem Flugplätze von Bangkok wurde ihr durch die deutsche Kolonie ein herzlicher Empfang zuteil. Todesurteil gegen einen Mörder. Das Elbinger Schwurgericht verurteilte den Gutsarbeiter Schimanski aus Stein bei Deutsch-Eylau wegen Mordes zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Er hatte in der Nacht zum 22. Januar d. I. die 16 Jahre alte Schülerin Ilse Legal, die Tochter des Gutsbesitzers, auf Gut Stein in den Stall gelockt, sie dort zu vergewaltigen versucht und das Mädchen, als es sich wehrte, erschlagen. Dieder Schallplatlenmusik im Rundfunk. Die Reichsrundfunkgesellschaft und bie Schall- plattenindustrie teilen mit, daß nunmehr über das Senden von Dchallplatten im Rundfunk Vereinbarungen zustandegekommen sind, die den Interessen beider Parteien Rechnung tragen. Die Industrie wird dem Rundfunk Schallplatten für Den de zwecke wieder zur Verfügung stellen. Aus Der provtnzialdauvtstadt Gießen, den 17. März 1932. Jugendherbergen — ein Luxus in dieser Zeit? Unsere Zeit ist hart, bitter hart für viele Millionen von Volksgenossen. Man kann diese Frage verstehen von Menschen, die mit dem Aeußersten zu kämpfen haben. Für sie ist es auf den ersten Blick wohl nicht zu verstehen, daß hier etwas geschaffen ist, was gerade der äußersten menschlichen Rot begegnen soll. Man müsse sie schon einmal hinausführen können in solch eine Jugendherberge und müßte ihnen die Ju- gend zeigen, die dort zusammenkommt. Sind das die Ueberfatten, die von vollbesetzten Tischen Herkommen? Davon wird man wenige finden. Um so mehr aber werden sie von den jungen Menschen finden, deren Wiege in Hinterhäusern stand, die nie ein Fahrrad, nie einen eigenen Fußball besessen haben, denen an Arbeit und Entbehrung nie etwas geschenkt war. Was suchen sie dort draußen in der Äatur, was suchen sie auf ihren Wanderungen, was in den Herbergen? Wir wissen es: Ein wenig von dem, was junge Menschen in noch viel stärkerem Maße brauchen als die Aelteren, ein wenig Lebensfreude. Ein wenig von der Freude, einmal frei zu sein vom Zwange eines harten Lebens, einmal die Luft in vollen Zügen einzu- atmen, einmal sich austoben und dem Körper das Glück der Weite zu schenken, das er in seiner Behausung schmerzlich missen muß. Heißt das nicht menschliche Rot gewendet, wenn man der Iugend zu solcher Freiheit, zu solcher Freude verhilft? Soll sie nicht — selbst wenn die Erwachsenen gezwungen sind, im äußersten Kampfe zu flehen — auf Stunden oder Tage einmal heraus treten dürfen aus diesem Kampfe? Heraustreten dürfen, um sich ein Herz voll Freude zu holen; von jener Freude, die ein gesunder Körper, eine beschenkte Seele schafft, und die gerade die jungen Menschen so nötig brauchen für den Alltag und den Kampf? Wollen wir das Luxus nennen? Dann müßten wir auch Freizeit und Erholung Luxus nennen. Oder wollen wir es Luxus nennen, daß dieser nach Freude und Freiheit dürstenden Iugend in den Iugend- herbergen jene Heime erbaut werden, in denen sie sich wirklich auf Stunden und Tage frei fühlt, in denen ihr Freude in jeder Form begegnet, die es ihr überhaupt erst ermöglicht, herauszulommen und hinauszuziehen auf frohe Fahrt? Wollen wir uns nicht alle darüber freuen, daß es noch Menschen gibt, die selbstlos und uneigennützig für diese Idee eintreten, und die dieses Werk für die Iugend unseres Volkes aus kleinsten Mitteln geschaffen haben und es erhalten? Wollen wir nicht selbst daran Mitarbeiten, daß dieses Werk unserem Volke und feiner Iugend erhalten bleibt, Mitarbeiten, indem wir uns dem Werk anschließen und es unterstützen? Und wenn einmal der Tag kommen sollte, an dem durch unsere Hilfe die Zahl der Jugendherbergen den Bedarf auch nur um eine einzige übersteigt, dann werden wir noch immer Zeit haben zu fragen, ob wir »ns für die Gesundheit und die frohe Lebensgestaltung unserer Jugend diesen „Luxus" werden leisten können. K. L. Winiernoihilfe-AbendimStadttheaier. Zugunsten der Gießener Winternot- Hilfe findet am Samstag, 19. März, im 6 t a b t- theater ein Bunter Abend statt. Das Programm besteht aus zwei Teilen; im ersten Teil wird Intendant Dr. P r a s ch das Märchen von Andersen „Die Rachtigall" vortragen, wobei Universitätsmusikdirektor Dr. Themesvary die musikalische ^Begleitung bieten wird. An Stelle von Frau Heermann wird ein neu- verpflichtetes Mitglied des Stadttheaters, Fräulein Gva Herms, sich dem Gießener Publikum vorstellen. Herr Hub wird mit gesanglichen Darbietungen zur Ausgestaltung des Abends beitragen. Den Beschluß der Veranstaltung bildet als zweiter Teil eine Parodie, dargestellt von Mitgliedern des Stadttheaters. Die Eintrittspreise sind äußerst niedrig gehalten (1 bis 3 Mk.), so daß es vielen Mitbürgern möglich fein sollte, durch Besuch der Veranstaltung dem Winterhilfswerk förderlich zu sein. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag. Verein Kreditreform: Generalversammlung, 17.30 Uhr in den Geschäftsräumen des Vereins. — Haus- frauen-Beratung: 20 Uhr, „Einhorn", Vortrag über „Kampf den Motten". — Kriegerverein: 20.30 Uhr, „Postkeller", Monatsversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Stürme der Leidenschaft". — Asto» ria-Lichtspiele, Seltersweg: „Wir schalten um auf Hollywood". — Aus dem Stadttheaterbure au wird uns geschrieben: Morgen, Freitag, 18. März, bleibt das Theater wegen der Marburger Erstaufführung „Romea und Julia" geschlossen. Die Gießener Erstausführung dieses Trauerspiels ist am Sonntag, 20. März, Wir bringen das Shake- spearestück schon jetzt, um dem ausdrücklichen Wunsch unserer Rachbarstadt Marburg entgegenzukommen. Die Goethefeier des Stadttheaters Gießen wird daher erst im April stattfinden können. Samstag, 19. Mär^, 20.15 Uhr, Sonderveranstaltung zu Gunsten der Gießener Winter- nothilse. — Kirchenmusikalische Passionsandacht. Auf die kirchenmusikalische Passionsandacht, die am Freitag, 20 Uhr, in der alten Friedhofskapelle stattfindet, sei besonders aufmerksam gemacht. (Siehe heutige Anzeige.) — Der Verkehrs- und Verschone- rungsverein lädt im heutigen Anzeigenteil zu einer Hauptversammlung am kommenden Montagabend im „Aquarium* ein. Vor bet Versammlung soll eine Des ichtigung des Städtischen Elektrizitätswerks statt- finden, an der die Vereinsmitglieder teilnehmen können. Weitere Mitteilungen sind aus der heutigen Anzeige ersichtlich. • Preisabbau bei den Schlacht- scheingebühren im Kreise Gießen. Wie das Kreisamt Gießen im neuesten Amts« Verkündigungsblatt bekanntgibt, hat der Kreisausschuh des Kreises Gießen beschlossen, ab 1. April die Schlachtscheingebühren für Saugferkel und Eauglämmer von 80 auf 50 Pf. herabzusehen. •• D i e Maul- und Klauenseuche ist in Massenheim (Kreis Friedberg) und in Rieder- Erlenbach (Kreis Friedberg) erloschen. ** Schülerkonzert der Musikschule Holzapfel. Am Montagabend hatte man im Singsaal des Realgymnasiums Gelegenheit, die Schülerinnen und Schüler der Musikschule Amalie Holzapfel bei der Ausübung ihrer Kunst zu bören. Das Konzert war gleichzeitig ein Querschnitt durch die Tätigkeit der Musiklehrerin, die sich — das bewies der Abend — gründliche Ausbildung der ihr anvertrauten Schüler angelegen sein läßt. Das Programm trug den Fähigkeiten, dem Alter dem Können der Schüler Rechnung und stellte dementsprechende Anforderungen. Lieselotte D i e t o r und Hilde Adolph, die jüngeren in diesem Kreise, warteten mit leichteren Kompositionen auf, Heik Schmidt und Hilde Koch boten eine Sonatine und offenbarten gute technisch^ Fertigkeit. Waltraut S ch ä 111 e r (Violine) und Joachim Stork (Klavier) gaben sehr eindrucksvoll eine Mozartsche Sonate wieder. Später hörte man Waltraut Schät Her (am Klavier Rose D. Trümpert) noch in einem Mozartschen Menuett, dessen Wiedergabe starken Beifall auslöste. Liselotte Erler, Rose B. Trümpert, Helmuth Roloff und Joachim Stork brachten außerdem verschiedene klassische Kompositionen zu Gehör und fanden für die in technischer wie in künstlerischer Hinsicht sehr sicher vorgetragenen Darbietungen lebhaften Deifall. Das Programm war abwechslungsreich und brachte Musik der hervorragendsten Komponisten (Mozart, Beethoven, Brahms, Reger und Schumann). Für die Musikschule Holzapfel stellte der Abend einen schönen Erfolg dar. Weitere Lokalnachrichten im zweiten Blatt. Wettervoraussage. Die Störung über Finnland nimmt ihren Weg südostwärts nach Rußland und bringt dabei Kaltluft abwärts, welche Deutschland berührt. Auch durch das Mittelmeertief entsteht eine gewisse Beeinflussung unserer Wetterlage, die namentlich in der Lustzufuhr Zur Geltung kommt. Durch die Störungstätigkeit gelangen wir in den Bereich vorwiegend kühlerer Lust, in deren Begleitung Bewölkung folgt und die auch zunächst vereinzelt zu geringen Niederschlägen führen dürfte. Außerdem werden die seitherigen starken Temperaturgegensätze zwischen Tag und Nacht beteiligt, und tagsüber wird sich Abkühlung einstellen. Aussichten für Freitag: Temperatirr- ausgleich zwischen Tag und Rächt, tagsüber etwas kühler, wechselnd wolkig mit Aufheiterung, feine ober vereinzelt geringe Riederschläge. Aus sichten fürSamstag: Meist trockenes Wetter, wolkig und wieder mehr aufheiternd. Temperaturaegensähe zwischen Tag und Rocht wieder zunehmend. Lufttemperaturen am 16. März: mittags 10,3 Grad Celsius abends 0,3 Grad; am 17. März: morgens — 0,4 Grad. Maximum 11,4 Grad, Minimum —2,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 16. März: abends 2,4 Grad; am 17. März: morgens 0,6 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer: 10>5 Stunden. CREME Nichts anderes I - Es gibt eben keine creme, die des hautverwandte Euzerit Haut- d De Dalera ie grofi die ig der Zoll- gerade der s> zu halte«, onen führe«, löchern. Der 4 Hinwege« •bcutung ge- diarit. ingcit sterprali^ Vertreter, er I * ich das da- nanS^ uff oiwg i(6tung>" ngen bestehe Se b-relck auf« rüdcrftd„ 6« 3»" > etn^°£ glMur "Erfassung steigern- < ft j), 'rbrech^' £i"6 M Im ganzen Lande verbreitet es das Radio: Von 111 SHNS-W „Sanne und Ella66 wissen, wie bequem und sparsam man heute kochen kann — mit Sanella nämlich, die allen Speisen Nährwert und Geschmack gibt! Und wie schmackhaft und gesund ist sie auf Brot! — Verfolgen Sie die weiteren Ratschläge von „Sanne und Ella66 in diesem Blatte und im Radio —- vielleicht enthalten sie noch eine Überraschung für Sie! Millionen Hausfrauen i bevorzugt! 16 c ne ' V. n Hausfrau [ die vor»1 . f/2W 32 Sanella nehmen heißt wirklich spar< Sanne und Ella“, die Vorkämpferinnen für modernes,’ sparsames Wirtschaften erteilen Im Ihnen folgenden praktischen Ratschlag: _ v „Kochen Sie Gemüse in Salzwasser ab Hu und schwenken Sie es dann — statt in ßyu 1 Mehlschwitze — einfach in Sanella! Das 1 schmeckt besser — ist moderner und J Wv 1/ gesünder — und spart Ihnen Arbeit und fc \ . Zeit!“ PvJ U/piRuioin 19Sler 80 Pfennig p. Liter neiDWein 1930er 80,106 u. 120 Pf. p.Lit> Rfituioin UVOer 120 Pfennig p. Liter ilUlWuin 1931er 90 Pfennig per Liter Hassia-Sprudel, Vilbel 25 Flaschen Ck Liter) EM. 5.— Komniissionelager Gießen: Carl Bnräenne, Gnautästr. 5 Wachvlderbmsasl altervrobtes Blutteinigungsmittel klSMMsWgilld.MMM Fachgeschäft für Pflan-en-Exttakte und Naturheilmittcl. oiesi Knabeninstilui Lucius Forsthaus bei Echzell (Oberhess.) Sexta/Untersekunda. O. - Realsch. n. Realgymn. GründL Unterricht in kleinen Klassen. 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Berlin SW 68128. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Ludwig Seipp, Kirchendiener Gießen, den 16. März 1932. Die Beerdigung findet Samstag, den 19. März, vormittags 11.30 Uhr, in Gießen auf dem Neuen Friedhof statt Von Beileidsbesuchen bittet man absehen zu wollen. Heute morgen 3 Uhr entschlief sanft und unerwartet nach kurzem, schweren Leiden unsere liebe, treusorgende Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Kätchen Dörmer, geb. Engel Witwe des Forstgartenverwalters Heinrich Dörmer. Das Urteil zweier Generationen: ..Einer der ersten war mein Vater, der sich um das Jahr 1869 eine Sack’sche Drillmaschine mit der Nr. 858 zulegte. Die Maschine arbeitet also schon etwa 60 Jahre und ist heute noch in dem Zustande, daß sie meinen Nachkommen immer noch eine Reihe von Jahren dienen kann. Das Material ist unverwüstlich und so dauerhaft, daß außer den Scharspitzen noch keine Reparaturen daran vorgenommen wurden. Mit der Maschine drille ich jahraus, jahrein allein meine Saaten vorn Roggen bis zu den Bohnen. Die Saat ist innerhalb der Reihe eine ganz gleichmäßige.Fehlstellen oder sonstige Unregelmäßigkeiten kenne ich überhaupt nicht“. Freitag,18.März,20U. I. Vereinslok.,, Aquarium" Walltorstraße Vortrag des 1. Verbandsvorsitzend. Herrn Dörr. Um zahlreichen Besuch wird gebeten. aiosD Der Vorstand. Arthur Knupper Rittergutsb esitz er. Schön.,kleinerer Garten mit Hlnichen und Wasser zupachten ges Schr.Ang.unter 2064D an den Gieß. Anzeiger. Die Beerdigung findet Freitag, den 18. März, nachmittags 2 Uhr statt 0'677 In tiefer Trauer; Aenne Dörmer, Ernst Dörmer, Ria Dörmer. LOO Rasierklingen a. f.Edelst. Haarsch. nur RM. 3.30 Nachn. 50 Stück RM. 2.20 Rasierkl. Spezialh. 0. Arnold. Köln-Loneerhfi Kassenschrank und fast neue Burroo6hs- Redienmasdiine billigst zu verkaufen. Auskunft wird Landgrafenstr. 2 v. 2 leerstehende Räume mit Zentralheizg. z. Unterstell, v. 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