nr. 40 Erste; Via« 182. Jahrgang Mittwoch, 17. Zedruar 1952 Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die illustrierte ©irRener ^amihenblatter Heimat m Bild Die Schalle monats Be$ng$pret$: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne IllustrieNe , 1 80 Zustellgebühr. „ -.26 Auch bei Nichterscheinen van einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. zernsvrechanschlösse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach richten Anzeiger Gießen Potl©enai& Bedeckt.9 wolkig. Wärtern, die za nen waren, Dar Aus aller Well. Einbrüche bei der amerikanischen Delegation in Gens. Am 2., 3. und 4. Februar erfolgten nachts Einbrüche, zuerst bei dem Botschafter G i b s 0 n, bann bei Senator Swans 0 n und schließlich bei dem Presseattache. In allen Fällen wurden die Koffer offenbar nach politischen Dokumenten durchsucht. Entwendet wurde nichts. Irgendwelche wichtigen Dokumente sind den Tätern nicht zu Gesicht gekommen, da alles politisch Bedeutsame, auch der Telegrammschlüssel, im Safe sicher verwahrt ist. Eine englische Verbündete Gandhis. Fräulein S l a d e , Tochter eines englischen Admirals und treue Anhängerin Gandhis, den sie bei seinen letzten europäischen Reisen begleitete, wurde durch die Polizeibehörde gebeten, Bombay binnen 24 Stunden zu verlassen. Fräulein Slade hat einen Werbesecdzug für die indischen Gewebe geleitet und hat mit den noch auf freiem Fuß stehenden Kongress ührern in engen Beziehungen gestanden. Wie verlautet, wird sie sich weigern, aus Bombay abzureisen. Schießerei in einem Pariser Lase. In einem Boulevard-Cafö hat der 32 Jahre alte Argentinier Fernandez L u i z drei Landsleute durch Revolver sch üsse tödlich verletzt. Luiz wurde verhaftet. Bei seinem Verhör gab er an, daß er seine Landsleute nach längerem Suchen in Paris gefunden habe und mit ihnen eine Auseinandersetzung wegen einer grohenSpiel- schuld gehabt habe. Er habe in dem Augenblick geschossen, als seine Landsleute nach ihren Taschen griffen, wahrscheinlich um ihnniederzuschie» ßen. In den Taschen zweier der Argentinier wurden tatsächlich Revolver gefunden. Hochwasserkalastrophe im Donaudelta. 2m Donaudelta hat sich eine gewaltige Ratur- katastrophe zugctragen. Infolge emer Wasser- st a u u n g auf dem Donauabschnitt bei Braila ist eine gewaltige Flutwelle vermischt mit Eisschollen auf die niedriggelegene Gemeinde D a I - c 0 v niedergegangen. Das Llnglück geschah zur Rachtzeit, so daß die Bevölkerung nur notdürftig bekleidet die Häuser verlassen konnte und auf den benachbarten Anhöhen bei 30 Grad Kälte Zuflucht suchen mußte. Wehr als 400 Personen sollen mit schweren Frostschäden in die Krankenhäuser eingehefett worden sein. Sieben Lskimodörfer durch Sturmfluten vernichtet. Erst jetzt wird bekannt, daß kurz vorWeih- nachten sieben Eskimodörfer auf der Relson- Inselgruppe im Beringomeer durch Sturmfluten völlig vernichtet wurden. Bei dieser Katastrophe dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach keiner ihrer Einwohner mit dem Leben davon g e k 0 m m e n sein. Walfischjäger, die die Rachricht hierherbrachten, berichten, sie hätten zahlreiche Leichen von Eis umschlos- s e n gefunden. Die Sturmfluten haben übrigens die ganze Inselwelt zwischen der Koskowin-Bucht und dem Cap Romanzof heimgesucht. veberschwernmungen auf der Halbinsel Malakka. Eine der größten Eisenbahnbrücken an der Ostküste der Halbinsel Malakka ist durch Wasser zerstört worden, so daß die 'Verbindung zwischen Pakang und Kelanten unterbrochen ist. Fünf E1 ng c b d r ene fin in den Fluten umgekommen. Der Schaden ist beträchtlich, besonders in den Bezirken Kuala und Kangsar. Raubüberfall auf eine Sparkassensiliale. In der Sparkasse Wandsbek bei Hamburg er- schienen zwei junge Leute und forderten den anwesenden Sparkassenbeamten unter Bedrohung mit dem Revolver auf, das Geld herauszugeben. Als sich der Beamte weigerte, versetzten sie ihm einen Schlag vor den Kopf und 1 entrissen ihm die Brieftasche mit etwa 500 Mark Inhalt. Durch den Schlag erlitt der Ueberfallene eine stark blutende Kopfwunde. Hausbewohner und Straßenpassanten verfolgten die Täter, konnten sie aber nicht erreichen. Der eine Räuber lief querfeldein und schoß auf seine Verfolger, ohne jedoch zu treffen. Die Lungenpest auf Java. In mehreren Orten Ost- und Mitteljavas herrscht seit mehreren Wochen eine Pestseuche. Dor etwa Monatsfrist brach sie in einer nordwestlich von Bandung liegenden Ortschaft aus, wo ihr achtzehn Menschen zum Opfer fielen. Gegen Ende Januar wurde amtlich bekanntgegeben, daß auch in anderen Ortschaften, vor allem in der Umgebung der Stadt Surabaja, Pcst- erkrankungen aufgetreten seien. Nunmehr wird aus Samarang berichtet, daß im dichtbevölkerten mitteljavanischen Distrikt Kadu der in der Regentschaft Temanggung liegende Ort Lemuk von der Außenwelt abgeschlossen werden mußte, da in der verflossenen Woche 14 Todesfälle durch Lungenpest zu verzeichnen waren. Oie Metterlaae * lehnet a Graupeln, e MtDel R * 9?ön bod)ftQ 0 ^nr übrig. 1.2 uns aufgeg^Ma ^‘*9 S?nan' kftimmim^-k« S «Äut*'2"!: sss -**ä£ *rÄ ÄS 7Ä.L7L «lang und entscheidend >n m eigenen Lande ist eine ‘9 großen 2ut- «9 erlitt der iiebersaHene nunbe. fjaiisbetDöfjntr und |ten die Täter, tonnten sie fr eine Müder lies quer* ine Verfolger, ohne jedoch >esl auf 3aoa. t- und Mitteljaoos herrscht ine Pestseuche. Lor etwa n einer nordwestlich ron t)aft aus, wo ihr ad)!- n Opfer fielen. Segen tlich betanntgtgtbtn, tafo sten, vor allem in der abt Surabaja, W- seien. Mnmehr wird au; , baß im bichtdevölkerlcn ; Kadu der in der Wegent- ende Ort Lemuk von dcr chlossen werden mufclt, Woche 14 Todesfälle zeichnen waren. ^s?ss* ntni 8®‘"&$n'ÄMeS r«eS%ÄsE °V>‘S**' *1«* z. SOZ n ^' 9 motfle& 5tunb(n- S*“ Aus Der Provinzialbaupifiodt Gießen, den 17. Februar 1932. Kreis-Obst- und Garienbauvere n Gießen. Unter der ßeihmg feine» ersten Vorsitzenden, Polizeidirektor Wolf (®ießen). hielt der Äret» - Obst- und G a r t c n b a u v e r c i n Drehen am LamStagnachrnittag feine Haupt- verfammlung ab, die außerordenllich gut besucht war. Der Saal de» Katholischen DcreinShauseS war bi» auf den letzten Platz befeht. Polizeidirektor Wolf begrüßte die Mitglieder und die Gäste, sprach kurz von den Fortschritten, die im Obstbau im DercinSgebict zu verzeichnen seien, forderte auf, darauf hinzuwirken, daß die Hausfrauen da» einheirnifche Obst mehr bevorzugen. verlangte aber andererseits von den Obstzuchtern, baß fie unter allen Umständen dafür Jorgen, einwandfreie, gleichmäßig gute Qualitäten in vorschriftsmäßiger Verpackung auf den Markt zu bringen. Gr begrüßte sodann die neu aufgenommenen Vereine «Mainzlar. Xrai» a. b. ßumba, SttingShausen und Albach). Oekonomie- rat Dreibenbach begrüßte die Versammlung im Hamen de» LanbwirtfchaftSkammerauSschutseS für Ober helfen. Die Rechnung von 1931 verzeichnete in Sinnahmen 1966.15 Mark, in Au«gaben '2266.43 Mark. Die Mehrausgabe wurde au» dem Vermögen gedeckt Die Rechnung wurde genehmigt. Der Voranschlag für 1 932, der in Sinnahmen und Ausgaben mit dem Betrag von 1925 Mark abschließt, wurde gutgeßeißen. Dem Rechner wurde Entlastung er eilt. 3m neuen Haushalt ist vorgesehen, den größten Teil der aufkom- menden Beträge den Vereinen zur Weiterarbeit im Obstbau wieder zuzuleiten. 3m Anschluß daran gab Obstbauinspektor Enklcr vom Landwirtschaft-kammerau-schuß einen interessanten Bericht über seine Tätigkeit. Sr teilte u. a. mit, baß in ber Provinz Oberhessen etwa 750 Bäume umgepfropft worben seien unb etwa 7000 Edelreiser zum Versand kamen. 3m Rohmen ber Schädlingsbekämpfung seien in Oberhesfen insgesamt 19 500 Bäume gespritzt worben Auf biefem Gebiete müffe allerdings noch weit mehr geschehen. Energischen Kampf gelte e- besonder» gegen bie Zwetschen- Ächildlau« zu führen. 3m Laufe be» vergangenen 3ahreS feien viele Vorträge gehalten worben, auch bie veranstalteten Kurse feien regem 3nter- esse begegnet. Zum Schluß tagte er den Daum- toartern, die zahlreich zur Versammlung erschienen waren. Dank für ihre wertvolle Arbeit. Polizeidirektor Wolf gab sodann noch einige Zahlen über die Einsuhr landfremden Obste» bekannt. 3m 3ahr 1931 seien z. D. auf dem Bahn- Hos Frankfurt a. M. für 7 Millionen Mark italienische und spanische Apfelsinen verladen worden. 3n der Zeit von 3uli bi» September wurden am gleichen Platz für eine Million Mark Pfirsiche, von August bi» Rovember für 900 000 Mark Trauben und von 3anuar bl« August für 500 000 Mark Gartenerzeugnisse umgeschlagen. Rach einer kurzen Aussprache über die Einfuhr, den Obstanbau, die Schädling-bekämpsung usw. hielt Staatsförster Schott von Schotten einen Vortrag über »Vogelschutz, feine Begründung und Ausführung auf natürlich wiffenschaftlicher Grund- läge". Vogelfchuh. fo führte er u. a. au«, fei nicht nur eine moralische, sondern auch eine volkswirtschaftliche Angelegenheit. Durch die Kultivierung des Lande« seien viele Vögel ihrer natürlichen Existenzbedingungen beraubt worden, die ihnen wieder zurückzugeben seien. Da» könne nicht mit künstlichen Mitteln geschehen, denn zivilisierte Ratur müsse durch natürliche Mittel wieder korrigiert tocrMt Erste» Erfordernis sei. den Vögeln stilgerechte Ristpeegenheiten au verschaffen. Hier seien zwei Klassen zu unterscheiden. Auf der einen Seite die Freibrüter, auf der anderen die Höhlenbrüter. Für die Freibrüter seien bie Hecken zu pflegen, für die H hlenbrüter gelte e». Ristkästen zu beschaffen, die den natürlichen De- binoungen, unter denen bie Vögel Nisten, genau entsprechen. Der Rebner empfahl besonders die von Freiherrn von Berlepsch konstruierten Risthöhlen. er gab Anregungen für zweckmäßige Fütterung ber Vögel, ging kurz auf bie Bedeutung der einzelnen Vogelorten im Hinblick auf ihre Tätigkeit al» Infektenvertilger ein unb wußte eine Anzahl praktischer unb einfacher Ratschläge zu geben, die den Zuhörern klare Wege au wirkungsvollem Schutz ber Dooelwelt wiesen, eine lebhafte Aussprache schloß sich an den sehr beifällig aufgenommenen Vortrag an. Mit einer Verlosung verschiedener Risthöhlen, Futtermittel. Samen usw. fand bie Versammlung ihr Ende Kaplan Iahsel ü er Konnersreuth. Vor vielen Zuhörern sprach am ®am«tagabcnb Kaplan Fahsel im Katholischen DereinShau« über da« Thcing ..Konnersreuth und da« Wesen der christlichen Mhftir'. Heber Therese Reumann- Konnersreuth dürfe man. so sagte er u. a.. nur dann sprechen, wenn man eigene Erfahrung zugrunde legen könne. Sein Vortrag bedeute Kampf dem solchen Urteil. Seinem Vortrag gehe ein 14jährige« Studium ber christlichen Mvstik vorau«. Therese Reumann sei keine erst- malige Erscheinung Rach bleien einlcitenben Bemerkungen erzählte Kaplan Z a h s e l von dem persönlichen Schicksal ber Therese Reumann, von ihrer Krankheit unb deren wunderbarer Heilung unb von der seit bieser Zeit anbcnS gearteten EMcnz diese» Bauernmädchen«. Er ging besonder» auf ihre mystischen Leiden ein. Sic höre Stimmen, schaue Visionen, erkenne Sünden anderer, unterscheide (im kirchlichen Sinne» Geweihte» und Ungcweih- ’o»; natürliche Gesetze der Schwerkraft leien an ihr aufgehoben, wenn fie sich in dem Zustand befinde. in dem fie ihre Visionen schaut. 3n einem Zustand zwilchen Trance und Bewußtsein (ber ..Eingenommenheit") sei sie imstande, von den «schauten Visionen zu erzählen, und ihre Schll- oerungen stünden in keinerlei Widerspruch zu Vernunft unb realer Wirklichkeit Der Trance- zustanb der Therese Reumann unterscheide sich wesentlich von jedem anderen auf suggestive ober autosuggestive Methode erzielten Trancezustand, er sei nicht ..System", sondern Gabe, er greise den Körper nicht an. sondern erareifc ihn nur. 3m Zustand ber „Eingenommenheit" halte sie jedem Kreuzverhör stand. Der Redner sprach weiter von den Zuständen ber Therefe Reumann die im Sinne ber christlichen Mystik mit ..mystilchem Debet", mystischem Schlaf" unb »mystischem Tob" bezeichnet werben und Formen darstellen, bie in übertragenem Sinne al« WelcnSzustände ber Seele, al» ..Reinigung" (im Debet), ..Erleichterung" (im Schlaf) unb ..Einigung" (im Tob) in ber Liebe zum Hei- lanb zu betrachten feien 3n biesen Formen ber bei Therese Reumann aus tretenden . LicbeSekstaie" leien Seelenkräste in außerordentlicher Weise aktiviert. während dabei ein sichtlicher Verfall ber körperlichen Kräfte vorübergehend in Erscheinung trete. Diese mystischen Er'cheinungssormcn seien auch schon bei früheren christlichen Mystikern ausgetreten. 3n seinen weiteren Schilberungen ging Kaplan Fahs el auf bie verschiebenen Stigmen ber Therese Reumann ein. Die Wundmale seien zu einem späteren Zeitpunkt al» die Visionen ausgetreten: es handele sich um tiefe Fleischwunden, die vor den Tagen be» Passion»feste« zu bluten begännen unb jebem normalen Heilung-prvzeß unzugä glich eien. Seit geraumer Zei sei Therese Reumann jibe» RahrunaSaufnahme- unb Schlafbedürfnisse« enthoben. Ihre Sristenz sei gleichzeitig nicht mehr dem ko»mischen Jahre verbunden, sondern dem kirchlichen anßeimgegeben. 3ebe Jfirc Anzeigen werden durch sorgfältige, wirksame Satzausstattung werben wenn Sie sie frühzeitig genug aufgeben ihrer geistigen Aeußerungen diene irgendwie dem Seelsorgerischen, dem Bestreben, durch die vcr- mittclnbe Liebe bc« Heilande» (al« dessen Werkzeug sie sich fühlt) eine Freundschaft ansubaßnen -wischen ber Seele bc« Menschen unb Gott, eine Harmonie zu bereiten auch zwischen ber Seele unb bem Körper, letzten Ende« bem Ziele blcnenb, ben Menschen jener Vollkommenheit entgegen- Mifüßren. welche bie Voraussetzung für ben Bestand Im Ewigen ist. 3n der Zusammenfassung seiner Worte erklärte der Redner, daß er Therese Reumann in bie Reihe ber christlichen Mystiker stelle. Therese Reumann sei eine stumme Predigt der Liebe, ein Zeichen der Hoffnung für bie Welt ber Gegenwart und ein Mittel Gotte», ben Glauben zu stärken an eine Macht, die über aller Welt ist. Er sprach auch von dem Leid unserer Zeit, von dem Leid unseres Volke«, da« für bie Welt eine Prüfung für ben wahren christlichen Sinn fei. Den einen lasse Gott in Rot unb Elenb fallen, bamit ein anderer Gelegenheit habe, au helfen unb beibe Gotte» Größe unb Allmacht erkennen. Der Rebner fanb bankbaren Beifall bei seinen aufmerksamen Zuhörern. OaS römifefe Germanien und die ReickSpolitit. Den letzten Vortrag biefe» Winter» im Ober- hessischen Geschichtsverein hielt Uni- versitätLprofessor Dr. Taeger übet da» römische Germanien und die Reichspolitik. Rach kurzer Einsührung durch den Vorsitzenden, Bibliv- thekS-Direktor Pros. Dr. Ebel, in der auf die frühere intensive Betschäftigung des Vereins mit der Römerzeit in Germanien hingewiesen wurde, sprach der Vortragende zunächst über die römi'che Herrschaft, die sich heute noch in monumentalen Resten im Gebiete unserer engeren Heimat jcigt. Er wandte sich bann ber römi- 'chen Reichsvolitik zu. weil bie Germanienpolitik stets nach ihren Grunbsähen gelenkt worben sei. Die Germanen seien, so führte bet Rebner u. a aus. erst spät in ben Gesichtskreis ber Römer getreten, ber Zusammenstoß mit ben Gimbern unb Teutonen war nur eine Episode, bie Politik sei erst von Cäsar enticheibenb umgeformt worden. Unter dem Einfluß seiner universalistischen Reichsidee habe er die Unterwerfung der Rord- völker in Germanien und im eurasischen Steppengebiet geplant. Eäsar habe sich damit aber von dem Slaatsgebanken seine» Volkes abgelöst, und die Folge sei die Verschwörung im 3obre 44 gewesen. Den Verschwörern sei jedoch ber Erfolg versagt geblieben Octavian. der spätere Kaiser Augustus, sei au» dem Streit als Sieger ßer- vorgegangen, der den cäfarischen Univcrfali»- mu« ablehnte unb sich ber Mittelmeervolitik zu» wandte, der er einen neuen weiteren Sinn gab. Sein 6 reben nach ben kürzesten unb besten Grenzen habe au einer großartigen Erweiterung bes Desamtreiche« geführt. Seine Dermanicn^o'itik sei nur eine scheinbare Fortsetzung, in Wahrheit aber eine Abkehr von ber cäfarischen gewesen. Die Germanienpolitik sei zunächst burchaus erfolgreich gewesen, bie Sicherung ber Elb-Donau» linte schien nahe au sein, ba brachte die Rieberlage im sa'tus tcutoburgiensis ben Umschwung, der durch Tiberiu»' Befehl an Germanicus. bie Operation einzustellen, besiegelt worben sei. Dcr Vortragenbe ging schließlich noch auf bie weitere Entwicklung der römi'chen Rcichspclltik unter den schwachen Rachfoigern der beiden ersten Kaiser «in. sprach von DeSpasian. der erst wieder eine aktiv« Germanenpolitik getrieben habe, die bann von Domitian • (dessen Wirksamkeit untere heimische LrmeSanlagen erst ganz erkennen lassen>. fortgetührt wurde, schließlich aber wieder verfiel. um von Marcu» ein letzte» Wal ausgenommen zu werden, in ber Folge aber unter Eom- modu» wieder aufgeßoben wurde Mit einem Rückblick auf bk Krifenzelt de« 3 Jahrhundert» ben Zusammenbruch ber LimeSllnie. ben Verlust der Gebiete jenleit« be» Rheine» und der Donau, und mit einer kulturhistorischen Betrachtung ber Einflüsse von verbleibender antiker kultureller Werte für die weitere Entwicklung in den von den Römern verlorenen Landstrichen, fand ber beifällig aufgenommene Vortrag fein Enbe. 3m Schlußwort sprach der Vorsitzende dem Redner den Dank de» Verein» au» füi die unter großen Gesichtspunkten ausgebauten und au»- geze-chnet durchgeführten Darlegungen de» Vortrag». Vornotizen. — Tageskalender für Mittwoch Stadttheater Dießen: „Ema Sarafin", 20 bi» 22-30 Uhr - Aliceschule: Reucs Schloß. 11 bi» 13 und 15 bi» 17 Uhr, HandarbeitS-Seminar-Au«- stellung. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße- ..Salto Mortale". — Vortrag Deffonoff fällt au«. Der von der StaatSwissenschaftI-chen Fachschaft für heute abend angefünbigte Vortrag von Professor B e s s o n o f s fällt au». (Siehe Anzeige, i — Englische Hausmusik im Zeitalter Shakespeares. Man schreibt un«: Da» Musikwissenschaftliche Seminar ber Landes- universität veranstaltet in Derbinbung mit dem Englischen Seminar am morgigen Donnerstag. 18. Februar, 20.30 Uhr im Groyen Hörsaal eine Dorsührung .Englische HauSknusik im Zeitalter Shakespeares", bei der die Hochblüte ber englischen Vokal- unb Instrumentalmusik um 1600 burch den Vortrag bedeutender Kunstdenkmäler (Lhor- und Solowerke) in Form einer wissenschaftlichen Demonstration gekennzeichnet werden soll. Entgegen ber weitverbreiteten Ansicht, baß England ba« .Land ohne Musik' sei, wirb damit durch lebendige Zeugen bewiesen, baß da« englische Do k biS inS 17. 3aßrbunbcrt hinein eine ursprüngliche Musikkultur besaß, die es verdient, nicht nur vom historischen, sondern vorzugsweise von einem allgemein ästhetischen Standpunkt au», auch heute to ober zum Bewußtsein gebracht zu werden. (Siche Anzeige vom Sam»tag.) — Vortrag über Posaunenmusik. Man schreibt uns: Pastor i.R. D. 3oh. Kuhlo wird am Freitagabend in dcr Johanneskirche reden und blasen. Er hält gegenwärtig eine Pofaunenchorfreizeit in Großcn-Lindcn, zu der der Gerne.nschastsvcrband und der kirchliche Posaunenchorverband von Oberbesscn und der Krcis- verband von Wetzlar cingeladen haben. Pastor D. Kuhlo ist bekannt als vorzüglicher Flügel- Hornbläser. (Siehe heutige Anzeige.) •’ Einschränkungen auf ber Kraftpost l i n i e Gießen — Steinbach — Alba ch. Das Postamt Gießen teilt mit: 3nfolge sehr schwacher Benutzung einiger Kursfahrten treten auf ber Krastpostlinie Gießen -Steinbach— Albach ab 18. b. M. nachfolgende Aenderringen ein: Die bisher Montags, Mittwochs, Freitag» und SamStag am Bahnhof Gießen 7.56 unb in Albach 9.10 Uhr abfahrenden Kräftigsten verkehren nur noch Mittwochs. Es fallen an SamStag e n au» bie bisher nur Samstag» ab Gießen Bahnhof 14.36 verkehrende unb die bisher jeden Werktag von Albach 13.55 Uhr abgehende Kraftpost. ** „3 n g a g i, der Herr der Wildni S." Der Kulturfilm de« vergangenen Sonntags im Lichtfp e.hauö, Bahnhofstraße, begegnete, obwohl das Thema nicht mehr neu ist, wieder lebhaftem 3nteresse. Der Bildstreifen führte nach Afrika, durch Urwald und Steppe, durch das Wild- paradie», das gleichzeitig ein Eldorado der Säger ist und den Kameramann auf Schritt und Tritt vor eine eigenartige, jederzeit wechselnde Szenerie voll des intensivsten LebenS stellt. Die Erped'.tionsteilnehmcr — Amerikaner — machten vom Objektiv und (manchmal höchst überflüssiger Weise) auch vom Gewehr reich.ichen Gebrauch. Das flüchtige Wild der Steppe, die Gnus. Ze- bras. Antilopen, Gazellen. Steinböcke, groteske Giraffen und das wuchtige Rashorn, waren im Bilde festgehalten. Der Zuschauer lernte die gefährlichen Leoparden in ihrer ganzen ursprünglichen Wildheit kennen, sah den König der Tiere, den Löwen, in Verfolgung unb Verteibigung, das Raubzeug be« Wassers, ba« Krokodil, die harmloseren schwerfälligen Flußpferbe tauchten auf unb unter, bie Geier sah man bei ihrer unsympathischen Räuberei. b:e H"änen wurden auf- gestöbert unb geisterten durch das Bild: noch vieles andere forderte unb fand berechtigte Aufmerksamkeit. Den Abschluß des FilmeS bildete bie IBiebergabe einer gefährlichen 3agb auf Menschenaffen. auf Gorillas, bie von den Eingeborenen ,3ngagi“ genannt werden unb im hohen Bu'ch bie wahren Herrscher finb. 3n bramati'cher Hanb'ung zogen sensationelle 03Uber an bem Besucher vorüber unb ließen ba« unheimliche Fluibum ba« ben Bu'ch ber Gorillas beherrscht, fühlbar werben. Der'ch ebene intcreffante Aufnahmen von den Gebräuch"n ber Eingeborenen gaben bem Film, ber technisch allcrbtnq« manches zu wün'chen übrig ließ, besonderen Eharakter. OberbeRen Landkreis Gießen • Bellersheim. 16. Febr. Zwischen den Landwirten unseres Dorfes unb ber Fürstlich Draunlelsschen Gutsvcrwaltung bestehen feit vorigen Herbst Differenzen über bie Höhe bes Pachtpreises für bas in ber b'.chgcn Gemarkung vcrpach'.ete Braunfelssche Lanb. 3m Frühjahr 1930 war ber Pachtpreis um etwa 15 Prozent bei einer neuen Pachtzeit von 18 3aßren erhöht worben, woburch für bie Pächter in unterer Gemeinde natürlich eine wesentliche Mehrausgabe entstand. AngcsichtL der stark verschlechterten Lage der Landwirtschaft stellten bie Pächter hn Herbst 1931 Antrag auf Pachtermäßigung, jedoch kam e« trotz wiederholter Derhandiungen bi» jetzt noch zu keiner Einigung iwllchen der Derpächterin und den Pächterr Tic Dächter haben daraufhin fohba* riich beschlossen, die Angelegenheit beim Pachteinigungsamt in Hungen vorzubringen und big zu dessen Entscheidung bie Bezahlung be» PachtprciscS einiustellen Die Fürst- llche Gutsvcrwaltung ließ bekanntgeben, daß am 12. Februar im hiesigen Rathause die Pacht erhoben werden solle. Am Morgen diese« TaaeS flatterte jedoch vor dem Rathau« die in der Rächt befestigte schwarze Zahne al» Zeichen ber bäuerlichen Rot. Don ben 86 Pächtern de» fürstlichen Lanbe« erschien nur einer und leistet« eine Anzahlung, während alle übrigen Pächter bem Zahlungstermin fembliebcn. Man siebt hier mit Spannung der Entscheidung be# Pachteini- gungSamte« entgegen. «rci» Alsfeld >4 2 l - seld, 16. Febr. Am Sonntag gab bat Gießener Stabttßcater im Saalbau ..Deutsche« Haus" bie Operette ..Die tolle Lola" bei nahezu ausvcrkauftcm Hause Die Ausführung war in jeder Beziehung ein voller Erfolg. Die hervorragenden schauspielerischen Leistunaen aller Darsteller, bie glanzende Ausstattung der Bühnenbilder und die wirkungsvollen Beleuch- tung»cffeite schufen eine ausgezeichnete Aufführung. Die Tänze waren eine großartige Leistung. Wohl feiten hat eine Vorstellung de» Gießener Stadtthcater« hier solchen Beifall gefunden, wie biefe Operette Dabct zeigten sich bie großen Dorteile ber von ber Stadtverwaltung bei Errichtung de« großen Saale- geschassenen geräumigen Bühne, deren Einrichtung seinerzeit nach den Dorschlägcn des Gießener SladtthcaterS erfolgt ist. Sewlnnauszug 5 Klasse 38. Preutzisch-Lüdbeulsch« (264. Prevtz.) tetaats-ßoUcrlc Ohne Gewähr Nachdruck verdole« Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich Hetze Gewinne gefallen, und zwar je einet auf bie Lese fließet Nummer in den Heiden Ableitungen I unb II 6. Zlehungstag 15. Februar 1932 In der heutigen Bormittaa»ziebung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 12 «ttrinii. ■■ 6000 226761 2M768 266908 302112 346167 360553 16 ettpmnr »u 3000 TL 22666 44061 68764 87662 169035 197124 354966 379420 62 •etrinnt >u 2000 W. 665 9 13302 37166 60598 68160 101260 112228 135470 146485 150554 168245 159252 194629 201361 20HS20 211931 236633 271646 281106 291941 292890 327212 337805 344317 371677 388465 142 ettoinnt i. 1000 ej(. 3771 6492 9427 10624 20502 20966 21342 23900 25580 26306 27520 39144 43347 48455 54163 69724 86739 104586 104788 112056 117228 120213 134872 144896 148824 167458 168685 160926 181534 182801 183080 188160 188321 190623 201029 228260 229344 244-136 245420 247161 218999 257866 262216 271065 274134 276462 285073 294676 299453 305002 315600 317483 318139 319675 319958 323177 323282 323453 326650 327475 323648 332684 335982 353016 355029 363220 365262 373603 377489 386753 308781 210 i rtri-ne .» 500 . 3636 3972 5408 9442 9956 10758 16674 19086 21516 3330-1 33770 38115 38183 40825 41516 44655 45770 49266 61697 52774 55413 55508 6245 7 68682 69125 66-172 71533 78360 81498 84168 85396 87796 93535 93766 97863 108268 114347 117366 117772 118170 120031 127462 133434 138136 138385 138682 141757 I45924 162876 15'294 164165 169200 173059 180325 183767 19i203 192161 196228 197819 19'429 200021 201291 206531 210121 213326 214225 2113091 226718 237488 241136 2450.34 24 487 249566 250381 260000 261202 207064 276085 281100 281600 281801 236317 289384 306887 319482 321398 325112 331444 331620 341042 342482 344614 355 ,39 356820 356887 357863 368211 370318 378-!38 383669 392081 392123 394071 394161 399901 3n ber heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinn« über 400 M. gezogen 2 ®»tDlnn« m 75000 1 160893 2 ®«®1nnt in 10000 TL 382373 H attD.nM *u 6000 31L 19509 21903 193692 395622 14 Octolrnt ,n 3000 TI. 17662 49519 78290 187648 orri17 qanodo 60 •«- . in 2000 i 1611 11605 34880 61577 74415 82428 83853 89855 94220 94721 111214 114170 161679 178756 190470 204925 205625 209312 225968 234216 25 895 285418 290163 304506 313638 325172 350539 371436 372554 382718 103 Ortrtme p 1000 TI. 2001 10921 16491 18061 60-395 6 3464 66616 7 8 366 60264 93705 107568 103018 113861 120475 121959 123459 125322 134280 137605 139613 14 -276 148649 14966s 155428 167302 163.57 188062 194040 195898 213731 216811 220312 226707 233136 234235 236481 263332 276273 281577 287318 288035 300408 314871 325530 330227 337184 343032 351527 359595 367459 368676 379830 .386 44 39337i 106 »n« in 600 mger Gießen, den 16. 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Durch Verordnung vom 22. 3anuar d 3. gelangten sie, wenn auch in geringerer Hohe als früher, erneut zur Einführung. Die Zu- fchläge betragen ab 1. Februar 1,5 v. H. für icden angesangenen halben Monat, um den die Steucrzay.una verzögert wird. Hierfür in Frage kommen alle hauptsächlichen Steuern, nämlich Einkommensteuer. KörperlchasiSsteuer, Dermögcns- steuer. Umsahsteuer. Erbschaftssteuer. Aufbringungsumtage. Grundsteuer. Gewerbesteuer. Son- dergebäudesteuer und Krisenfteuer Demnach also nicht d.e Kirchensteuer. Grunderwerb-steucr. Wert- zuwachssteuer. indirekte Steuern. Geldstrafen usw. M t dem Zuschlag belegt werden alle diesbezüglichen Rückstände, die vor dem 1. Februar fällig und bis dahin nicht bezahlt waren, bzw. später bis zur Fälligkeit nicht entrichtet werden. Die Zu- schlagsfrist lauft ab 1. Februar bzw. ab der später eintretenden Fälligkeit. Zuschläge auf rückständige Beträge unter 10 Mark werden nicht erhoben, im übrigen werden zur Berechnung deS Zuschlag- die rückständigen Beträge auf 10 Mark abgerundet. Für die Zeit, für die der Derzugs- zu'chlag gefordert wird, werden die üblichen Ber- zugszinsen nicht berechnet. Diese Verzugszinsen betragen nach der 4. Notverordnung 12 v. H. jährlich bei tagcweiser Berechnung. Sie werden bei unpünktlicher Entrichtung der nicht mit dem Verzugszuschlag zu belegenden Steuerleistungen erhoben Die Rcueinführung der Verzugszuschläge zwingt alle, die ihren Steuerpslichten nicht pünktlich nachkommen können, zu entsprechenden Stundung-- a n t r S g e n. Rach der 4. Rotverordnung sind auch im Falle der Stundung Zinsen in Höhe von mindesten- 5 und höchsten- 8 v. H. jährlich festzusehen. Dagegen betragen die neuen Verzuqs- zu'chläge 36 v. H. jährlich (1,5 v. H. für jeden angesangenen halben Monat) und die Verzugszinsen für nicht mit Verzugszuschlägen belegte Rückstände 12 v. H. SS empfiehlt sich also immerhin. jeweils einen Stundungsantrag zu stellen, sofern eine fällige Zahlung nicht eingehalten werden kann. Für die Stundungen gelten die seitherigen Vorschriften weiter. Im Stundungsantrag, der natürlich auch gestellt werden kann, fallen die Berhältnisfe deS Antragstellers offen und ausführlich dargestellt werden. Ganz allgemein gehaltene Anträge hoben wenig Aussicht auf Erfolg Am besten werden zahlenmäßige Angaben gemacht über die Höhe der vorhandenen Mittel (Bank- usw. Guthaben, bareS Geld), bzw. die dem- nächst zu erwartenden Geldeingänge auS Austenständen. Zinsen. Mieten und etwaigen anderen Forderungen einerseits und die fälligen bzw. demnächst sällig werdenden Verpflichtungen andererseits. Wenn möglich, soll der Steuerpflichtige die sofortige Zahlung eines den Verhältnissen entsprechenden Teiles der Steuer'chuld an- bieten Für den Zeitpunkt der Tilgung deS weiteren Teiles soll er Vorschläge machen. Der Reichsfinanzminister verlangt ausdrücklich genaue Erforschung der vorliegenden Verhältnisse in jedem einzelnen StunduggSfall. 3n einem neueren Erlast fordert er kategorisch, dast vorhandene flüssige Mittel oderBank- guthaben grundsätzlich zu Steuerzahlungen mitverwendet werden. Lohn st euer und Umsatzsteuer werden grundsätzlich nicht gestundet. Rückstände an diesen Steuern darf man nicht auskommen lassen Die Finanzämter sollen mit wirtschaftlicher Unvoreingenommenheit den Sachverhalt prüfen -und entscheiden. Es soll vermieden werden, dost zur Begleichung einer Steuerschuld Betriebsmittel verschleudert werden müssen. Bestehen beim Finanzamt Zweifel, ob etwa die Ablehnung etneS StundungSgefuchS den Steuerpflichtigen wirtschaftlich gefährdet, so soll die Beruf-vertretung (Handwerkskammer. Handelskammer usw.) gehört werden. Gegen die Ablehnung eine- 6hm- dungSgesuche- durch das Finanzamt ist die Beschwerde beim Landesfinanzamt zulässig. Es findet nicht die Billigung de- Finanzministers, wenn Finanzämter ohne zwingenden Grund die 6tun- dungSzinsen in Höhe des Höchstsätze- berechnen. Bei schwieriger wirtschaftlicher Lage de- Steuerpslichtigen soll der Zinssatz niedrig festgesetzt werden. Auch bei den Verzugszuschlägen sollen unnötige Härten vermieden und ganz von ihnen abgesehen werden, wenn der Steuerpflichtige die Frist unverschuldet um ein geringe- überschritten bat Weiter besteht eine Reihe von gesetzlichen Möglichkeiten. um eine Herabsetzung verschiedener Steuern zu erreichen. Anspruch auf Herabsetzung der Barauszahlungen auf die Einkommensteuer (die am 10. April fällige Rate ist laut Rotverordnung auf den 10. März vorvcrlegt) haben gemäst § 100 deS Einkommensteuergesetzes - zunächst auf dem Wege der Stundung - diejenigen, die glaubhaft ma- chen. dast ihr Einkommen im 3ahre 1931 um mehr al« ein Fünftel (mindesten- aber um 1000 Mark) gegen die Festsetzung im Jahre 1933 niedriger ist Bei Heineren Einkommen wird die Mindestgrenze von 1000 Mark nicht erreicht. Jedoch sollen auch diese Fälle nach einer Aeuße- rung des Reichsfinanz ministers an den Reichs- verband des Deutschen Handwerks Berücksichtigung finden, und zwar unter Anwendung der allgemeinen Billigkeit-Vorschriften im § 108 der Abgabeordnung. Weiter können besonders erschwerende wirt- fchaftliche Derhältnifse eines Steuerpflichtigen, die feine steuerliche Leistungsfähigkeit wesentlich beeinträchtigen, zu einer Herabsetzung oder zum Erlast feiner Einkommensteuer führen, sofern es sich nickt um ganz groste Einkommen handelt (§ 56 Einkommensteuergesetz). 3n Frage kommen z. D. auherordentliche Belastungen durch Unterhalt oder Erziehung einschl. Berufsausbildung der Binder, ferner durch Unterhalt mittelloser Angehöriger, durch Krankheit. Verichuldung, Unglücksfälle usw-, sofern hierdurch tatsächlich eine Beeinträchtigung der steuerlichen Leistungsfähigkeit eingetreten ist. Wer 1930 kein Einkommen hatte und seinen Unterhalt aus dem Vermögen, insbesondere aus den Ersparnissen deckte, hat ebenfalls Anspruch auf Einkommenfteuerermästigung für 1931. sofern er nicht als buchführender Gewerbetreibender den erlittenen Verlust in der zulässigen Weise vertragen kann lGesetz vom 29. Juli 1929). InS- befondere n chtouchlührende Gewerbetreibende, die 1930 keinen GcfchäUegcwmn hatten und vom Verlustvortrag mangels Buchführung keinen Gebrauch machen dürfen, können diese Möglichkeit wahrnehmen und einen entsprechenden Antrag stellen Auch für die Vermögen-st euer bestehen Ermästigungsmöglichkeiten. Ganz allgemein können nach § 15 des Verrnögenss'.euergesetzeS die Vorauszahlungen auf Antrag zum Teil gestundet werden, wenn durch Bermögensrückgang die endgültige Steuer erheblich niedriger fein wird, alö die Vorauszahlungen. Ein solcher Vermögensrückgang wird namentlich bei Gewerbetreibenden häuUg vorliegen. Aus diesem Grunde hat der Reichsfinanzminister ganz allgemein zugelassen, dast ohne Antrag die am 15. Februar fällig gewesene Vermögenssteuerrate zur Hälfte in allen Fällen zinslos gestundet wird, in denen ein neuer VerrnögenLsteuerbescheid noch nicht zugestellt ist. sofern nicht etwa durch Einzelantrag eine noch weitergchende Stundung erwirkt wird. Ein erheblicher Rückgang des Betriebsvermögen- wird auch eine Herabsetzung der fälligen Vorauszahlungen auf die Aufbringungsumlage zur Folge haben, wenn entsprechender Antrag gestellt wird. (Sine ähnliche Vorschrift besteht für die Landes st euer, nämlich die Gewerbe-, Grund- und Sonderge- bäudesteuer-Dorauszahlungen. Dese Vorauszahlungen sind (ebenfalls zunächst im Wege der Stundung) zu ermäßigen, wenn glaubhaft gemacht wird, dast infolge Rückgangs der Besteuerungsgrundlagen bei der endgültigen Festsetzung der Iahressteuerbeträge diese drei Steuern voraussichtlich um zusammen mehr als ein Fünftel (oder mehr als 100 Mk.) hinter den gegen- Zur Wiederbelebung der Dauwirtschaft und mit Rücksicht auf den WohnungSbedarf. sowie auf Grund deS Gesetzes über den Geldcntwertungs- ausgleich bei bebauten Grundstücken sind für die nach dem 1. 3uli 1918 errichteten Wohngebäude in den einzelnen Steuergesehen bzw. in Verwaltungsanordnungen besondere Bestimmungen getroffen, die derartige Grundstücke steuerlich begünstigen sollen. 3e nach dem Umfang der Steuerbefreiung und dem Zeitpunkt der Erstellung können die neuerrichteten Wohngebäude in folgende drei Gruppen eingekeilt werden: 1 Wohngebäude, die in der Zeit vom 1. 3ull 1918 bis 1 April 1924 errichtet wurden, und zwar a; ohne Beihilfen aus öffentlichen Mitteln, b) mit Beihilfen aus öffentlichen Mitteln, 2. Wohngebäude, die nach dem 1. April 1924, jedoch vor dem 1. April 1931, bezugsfertig wurden, 3. Wohngebäude, die nach dem 31. März 1931 bezugsfertig wurden bzw. bi- zum 31. März 1934 bezugsfertig werden. Die unter die erste Gruppe fallenden Wohnge- taude werden steuerlich nur insofern gegenüber den Altbauten ander« behandelt, als sie nur bann nach dem Hessischen Sondergebäudesteuergeseh von der Eondergebäudesteuer befreit sind, falls sie ohne Beihilfen au- öffentlichen Mitteln errichtet wurden. Sofern sie mit Beihilfen aus öffentlichen Mitteln erbaut sind, sind sie nur mit der Hälfte des Wertes, der als gemeiner Wert 1914 für das betreffende Grundstück festzusehen gewesen wäre, wenn es damals schon bestanden hätte (Friedenswert). zur Sondersteuer heranzuziehen. AIS Beihilfen aus öffentlichen Mitteln gelten nicht Dau- darlehen. über die der Eigentümer erst nach dem 13. Februar 1924 verfügen konnte. Für die Wohngebäude der zweiten Gruppe kommt neben der bei der ersten Gruppe erwähnten Befreiung von der Sondersteuer für Hessen noch eine auf Antrag zu gewährende befristete Befreiung von der staatlichen Grundsteuer in Frage. Für die Gemeindegrundsteuer sind im allgemeinen die gleichen Bestimmungen durch den Stadt- rat bzw. Gemeinderat getroffen worden. Rach diesen. nicht durch Gesetz, sondern durch Derwal- tungsanordnungen getretenen Bestimmungen wurden bereits seither öie unter die zweite Gruppe fallcnben Wohngebäude aus Antrag des Eigentümers für 5 Jahre nach der Fertigstellung von der Grundsteuer befreit. Diese Befreiung bezog sich jedoch nicht auf den Hofreitegrund und die dazu gehörigen Hausgärten. 3n Uebereinftim- mung mit der preußischen Regelung ist nunmehr eine Erweiterung erfolgt derart, dast die Grundsteuervergünstigung in Hessen über 5 3ahre hinaus gewährt wird. Für daS 6.. 7. und 8. Jahr wird noch Freistellung von der staatlichen Grundsteuer und für das 9. und 10. 3ahr Ermästigung um die Hälfte bewilligt: über das Ende des Rechnungsjahres 1938 hinaus soll sich die Vergünstigung jedoch nicht erstrecken. Die Wohngebäude der dritten Gruppe sind ebenso wie diejenigen der ersten und zweiten Gruppe sonderfteuerfrei. 3m übrigen sind für diese Gruppe die durch das RealsteuersenkungSgesetz (4. Teil der Rotverordnung vom 1. Dez. 1930 > getroffenen Bestimmungen mohgebend. Die lande-rechtlichen Bewältig zu leistenden Vorauszahlungen zurück- bleiben werden Wann diele Bedingungen erfüllt sind, ist jedoch nicht einsach zu errechnen. Die Ermästigung möglichll ten liegen hauptsächlich auf dem Gebiet der Gewerbesteuer, da für die Grund- und Sondergebäudesteuer feste De- ftcucrungegrünt)lagen in Gestalt der Friedens- werte vorhanden sind- Für die Sondergebäude- fteuer sind eine Re he von Ermästigungsmöglich- keiten zugelassen, die hier nicht alle angeführt werden können Die Vvrauszahlungen auf die G c w e rbeste u e r 19 3 1 gründen sich gegenwärtig noch auf den Einheitswert vom Januar 1928 bzw- den Gewerbeertrag 1929. D'e neue Einheitswert- feflftcllung auf den 1. 3anuar 1931 ist meist noch nicht erfolgt, wird aber der endgültigen Veranlagung zugrundegelegt werden müssen Wer also glaubhaft macht, dast der Änheitswert deS Betriebsvermögens per 1.3anuar 1931 nach der abgegebenen Vermögenserklärung erheblich niedriger sein wird, als der Einheit-wert per 1. Januar 1928, wird einen Ermästigungsantrag (zunächst wiederum durch Stundung) hieraus gründen können. Aehnlich verhält es sich mit dem der Gewerbesteuer zugrundegelegten gewerblichen Ertrag. Die Vorauszahlungen sind, wie oben erwähnt, berechnet aus dem gewerblichen Einkommen vom Jahre 1929. Eine Ermästigung lästt sich hier erreichen, wenn das gewcrbliche Einkommen des 3ahres 1930 erheblich niedriger war, als das gewerbliche Einkommen des Jahre- 1929. Bei den Gemeindesteuern (Gewerbe-. Grund- und Sondergebäudesteuer) ist da- System der Vorauszahlungen in Wegfall gekommen. Sie werden in einem endgültigen Steuerbescheid nach den Besteuerungsgrundlagen de- Vorjahres erhoben. Den gegenwärtigen Gemeindesteuern ist demnach ebenfalls der Einheitswert deS Betriebsvermögens vom 1. Januar 1928 und der Gewerbeertrag des IahreS 1929 zugrundegelegt, aber endgültig. Ein gesetzliches Recht auf Ermästigung in den Fällen, in denen daS Gewerbe- kapital sowohl, als auch der Gewerbeertrag in der damaligen Höhe nicht mehr vorhanden sind, gibt es hierbei nicht. Indessen Wurde den Gemeinden in einer ministeriellen Anweisung empfohlen. Steuernachlässe bzw. vorherige Stundungen zu gewähren, wenn glaubhaft gemacht werden kann, dast wesenlliche Verminderungen deS Gewerbekapitals, oder des Gewerbeertrags in-- zwischen eingetreten sind. Die Gemeinden sind angehalten, generelle Beschlüsse darüber zu fassen, in welchen Fällen eine wesentliche Minderung als vorliegend zu erachten ist. Hierdurch besteht die Aussicht, auch eine Ermästigung der Gemeindesteuern herbeizuführen. freiungsvorschristen finden auf derartige Grundstücke keine Anwendung mehr. Hiernach tritt ohne Antrag für derartige Wohngebäude bis zum Ende deS Kalenderjahrs bzw. Rechnungsjahr- 1938 eine Bejreiung von der Grundsteuer der Länder und Gemeinden, sowie von der Einkommensteuer. Körperschaftssteuer, Vermögenssteuer und gegebenenfalls von der Ausbringungsumlage ein. Die Befreiungen finden jedoch keine Anwendung auf Gebäude, die mit Hilfe einer Brandentschädi- gung wieder erstellt werden, sowie auf Wohngebäude von Siedlerstellen, die auf Grund des ReichsfiedlungSgesehes begründet werden. Für Gemeinden, die zu einem wesentlichen Teil aus nach dem 1. April 1931 erstellten und biS zum 31. März 1934 bezugsfertig gewordenen Woh- nungsneubauten bestehen, kann die oberste Landesbehörde eine Befreiung von der Gemeindegrundsteuer ausschliesten. 3m Gegensatz zu den seitherigen landesrechtlichen Bestimmungen erstreckt sich die Befreiung neben den Wohngebäuden auf ihre bebaute Grundfläche und die zu- gebörigen HauSgärten: sie gilt jedoch höchstens biS zum Zwölffachen der bebauten Grundfläche. Dient ein Gebäude, das vom 1. April 1931 biS 31. März 1934 bezugsfertig wird, teils Wohnzwecken. teils anderen Zwecken, so gilt die Befreiung nur für den Wohnzwecken dienenden Teil. Entfallen nach dem Verhältnis der IahreSroh- micten auf den Wohnteil 75 Prozent und mehr, so gilt die Befreiung für das ganze Gebäude: andernfalls tritt überhaupt keine Befreiung ein, wenn der Wohnteil nicht mehr alS 25 Prozent beträgt. Die Befreiung ist nicht an die Person des Erstellers gebunden. Sie gilt innerhalb des Befreiungszeitraumes auch zugunsten eines Erwerbers. Die Befreiung gilt ohne Rücksicht auf die Gröhe der Wohnungen und erstreckt sich auch auf unterrichtete Rebengebäude, die als wirtschaftliches Zubehör des Wohnungsneubaus an- zufehen sind (z. D. Kohlenställe. Garagen usw.). Die Befreiung läuft bei allen unter die reich-- gesetzliche Befreiungsvorschrift fallenden Grundstücken zur gleichen Zeit ab. und zwar bei der Grundsteuer und Vermögenssteuer am 31. März 1939 und bei der Einkommen- und Körperschaftssteuer am Schlüsse de- Steuerabschnitts, der ün .Kalenderjahr 1938 endigt. Bei der Sinkommen- fteuer und Körperschaftssteuer sind die Reineinkünfte icinfchliehlich Wert der Rutzung einer Wohnung im eigenen Haus) auS den befreiten Wohngebäuden nicht der Steuer äu unterwerfen. Dementsprechend sind Schuldzinfen insoweit nicht abzugsfähig. als sie im wirtschaftlichen Zusammenhang mit den Einnahmen'aus den befreiten Wohngebäuden Reben. Ebenso sind bei der Vermögen- fteuer Schulden, die in wirtschaftlicher Beziehung zu den von der Dermögensteuer befreiten ®ebäu- den stehen, nicht abzugsfähig. Aendert sich die Schuldenlast durch Rückzahlung au- anderem steuerpflichtigen Vermögen und tritt hierdurch eine Minderung deS steuerpflichtigen Gefamtvermö- genS um mehr als den 10. Teil, oder um mehr als 50 000 Mk. ein, so kann Reuveranlagung auf den Beginn deS der Veränderung folgenden Kalenderjahres beantragt toerben. Die Reuveran- j lagung gilt dann für Oie Zeit vom Beginn deS RechnungsjahreS. das dem Kalenderjahr, in daS dte Veränderung fällt, unmittelbar-folgt. Reue Gefahren für den kaufmännischen Mittelstand. 3on Otto Thiel. DlbH. Aus Kreisen der deutschen Automatenindustrie ist an die ReichSrcgierung der Wunsch heran- gctragen worden, die Ladenschluss und Sonntae.-. ruhe-Testimmungen in der Reichege.verb.o du.ung für den Vertrieb von Waren durch Automaten aujzuheben. Dieser Anregung haben sich — sicherem Vernehmen nach — maßgebende Verbände angeschlosfen. Man glaubt, den e.nschneidenden Eingriff in bestehende Vorschriften begründen zu können mit dem Hinweis darauf, dah bei Außer- krastschung der in Frage kommenden Bestimmungen ein solcher Anreiz zur Reuanschaffung von Automaten geschaffen würde, dast die Automaten herftcllende Industrie 2*00 Arbeiter für die Dauer eines halben Jahre- würde beschäftigen können. Durch Rotverordnung (I) soll festgesetzt werden, dah die Warenausgabe au- Automaten jederzeit, also ohne Innehaltung der gesetzlichen Vorschriften über Ladenschlust und Sonntagsruhe, in den offenen Verkaufsstellen fiattfin- den darf. Zweitausend brachliegende Arbeitskräfte für ein halbes Jahr in Arbeit und Brot, — das ist ohne Zweifel ein lockendes Ziel. Aber rechtfertigt es bic durch die angestrebte Verordnung entstehenoen Rachteile für den mittelständischen Einzelhandel? Das ist die Frage I Die Zahl der Artikel, die heute für den Verkauf aus Automaten in Frage kommen, ist weit gröber, als gemeinhin angenommen wird. Bei der fortgeschrittenen Technik der Automaten-In- dustrie ist es möglich, so ziemlich alle Waren, die sich in Packungen .nichtsperriger" Gröhe unter- bringen lassen, durch entfpreck^nde Apparate zu vertreiben. Es können also neben den schwerer verderblichen Genuhmitteln beispielsweise Papier» und Schreibwaren. Bücher. Konfitüren, Schuhe Oberhemden und sonstige Bekleidungsmittel, sowie zahllose weitere Handelsartikel für den automatisierten Vertrieb genormt werden. DaS aber würde schliehlich geradezu eine Revolution unserer gegenwärtigen Warenverteilung bedeuten I Der Einzelvertrieb von Waren durch menschliche Verkaufskräste würde weitgehend überflüssig gemacht. Daran ändert auch die angeblich beabsichtigte Einschränkung nicht-, dah eine Firma jeweils nur den Berkaus von solchen Waren durch Automaten soll vornehmen dürfen, die zu ihrer eigenen Branche gehören. Diese Einschränkung soll den Anschein erwecken, als wolle man den wertvollen Spezial-Einzelhandel nicht schädigen. DaS zu glauben, wäre aber eine gefährliche Täuschung I Ein Einzelhandels-Spezialgeschäft, mag eS noch so renommiert sein, kann, wenn eS nicht an einem groben Knotenpunkte deS Verkehr- liegt, gar nicht daran denken, Automaten für den Verkauf seiner Waren aufzustellen: hier schiebt die Wirtschast- lichkeit des Betriebe- einen Riegel vor. Dagegen kann ein Warenhau- in günstiger Verkehr-läge für alle einigermaßen gängigen Artikel mit gutem Ruhen Automaten aufstellen. Gs ist gar nicht ab- zusehen, was die Schaffung einer solchen Möglichkeit arbeitsmarktpolitisch für den Bereich der groben Einzelhandelsgeschäfte bedeuten würde. Es ist nicht möglich, auch nur schätzungsweise anzugeben. wieviel Verkaufskräfte im Einzelhandel frei würden, wenn bei fortschreitender Typisierung der Waren die Automatisierung der groben Geschäfte in dem gedachten Umfange durchgeführt würde. Würde man wirklich an die Möglichkeit glauben, den gefamten Einzelhandel in erheblichem Ausmaße mit Automaten zu versehen, dann mühte man von Seiten der Automatenindustrie natürlich von ganz anderen Beschäftigung-Möglichkeiten in den Fabriken sprechen. Dah man es nicht tut, ist ausreichender Beweis dafür, dah man selbst ganz genau weih, dah die Automatisierung nur für einen verhältnismäbig beschränkten Kreis von Grohuntemehmungen rentabel und möglich ist und dah die möglichen Gewinne auf Kosten deS mittel ständischen Einzelhandels erzielt würden. Wollte man für die mittel ständischen Betriebe, die au- naheliegenden Gründen nicht mit Automaten arbeiten können, einen Au-gleich für den erwachsenden Schaden schassen, dann könnte da- wirksam nur geschehen, wenn für den gesamten Einzelhandel, ebenso wie es ja für die Automaten zur Erreichung der Rentaoilität gewünscht wird, die geltenden Bestimmungen über Sonntagsruhe und Ladenschluß außer Kraft gesetzt werden. Rur dann wäre ein erfolgreicher Wettbewerb mit dem Automatenhandel möglich Ob eine solche Maßnahme, abgesehen von den sozialpolitischen Bedenken, wirtschaftspolitisch zu recht- fertigen wäre, daS ist wohl sehr d'e Frage. Ohne Zweifel würde ein volkswirtschaftlicher Leerlauf ohnegleichen entstehen Schließlich muß auch das berechtigte Interesse des kaufenden Publikums berücksichtigt werden, und daS spricht ganz entschieden gegen die Automatisierung. Wir empsinden es als groben Fortschritt, daß es heute Spezialgeschäfte gibt, in denen erstklassig geschulte- Verkäuferpersonal das Publikum berät, über Wert und Unwert der Waren ausklärt und über Sinn und Entwicklung der Geschmacksrichtungen unterrichtet. Rur so ist eine günstige Gestaltung des Verhältnisse- von Preis und Qualität möglich. DaS Publikum nimmt heute den .Kundendienst" als eine selbstverständlich gewordene Bequemlichkeit hin. Durch die Automatisierung würde er von selbst wieder verschwinden. Die Preise würden zwangsläusig erstarren, und eS entstünde darüber hinaus die Gesahr. dah werte Käuferschichten auf einen Markt übersteuerter Ramschware abgedrängt und übervorteilt würden. Automatisierung be6 Einzelhandel- bei Aufhebung der Bestimmungen über Ladenschluß und Sonntagsruhe würde also bedeuten: Schwerste Schädigung des mittelftändischen Einzelhandel- zu Gunsten weniger Grohunternehmungen. erneute Belastung des ArbeitSmark^es durch freiwerdende Verkaufskräfte und nicht zuletzt Benachteiligung des kaufenden Publikums, das beim Spezialeinzelhändler mit geschultem Personal am besten lauf* llnter diesen Umständen kann die Reichsregierung nur dringend gewarnt werden, um scheinbarer Augenblicksvorteile willen ein .Entgegenkommen'' zu zeigen, das schwerste volkswirtschaftliche Schäden im Gefolge haben mühte. (Steuerbefreiung neuerritbteter Wohngebäude. Don Steuerinspektor Free-, Gießen. Vereinigte Staaten von Mttelamerika? Oie miiielamerikanischen Indianer-Republiken unter der Kaust der USA. Don unserem U.-Derichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Havanna, Feor. 1932. Eine weit über das nördliche Mittelamerika verbreitete Sage erzählt von einem Dämon, der Sisemit heißt. Er ist einäugig, seine Füße sind verkehrt mit nach vorn gerichteten Fersen. Seine Haut ist rot. Mit einem Knüppel im Arm durchstreift er die Wälder und sucht die Menfchen einzufangen, um sie Hu fressen. 2m Penon de Siqui- nala wohnt er in einem goldstrohenden Palast, der unsichtbar ist. Don da aus begibt er sich auf die Plantagen und verschleppt die hübschen Indianerinnen. Auch in Westguatemala, bei der Finca „El Porvenir", besitzt der Sisemit in einem hohlen Felsen eine Wohnung, aus der in der Nacht Glockenläuten und Hundegebell ertönen, dann lauschen die Zauberer der Indianer den seltsamen Klängen und wissen, daß ihnen Unheil droht. Mittelamerita ist ein I n d i a n e r st a a t und die vielen Grenzen, die die Länder untereinander trennen, sind nichts als künstliche Schöpfungen der weihen Eroberer und der Ladinos, die Präsidenten, Minister und Abgeordnete werden wollten, die alle die Indianer zur Fronarbeit zwangen und die sogar, um ihrem Ehrgeiz zu genügen, Krieg miteinander führten, wie den 2>?neg Guatemalas gegen El Salvador am Anfang des 20. Jahrhunderts. Aber trotz der indianischen Grundbevölkerung ganz Mittelamerikas sind d i e Indianer keineswegs Herren über ihr S ch i ck s a l. Wenn der Fremde nach Guatemala oder in einen der anderen Kleinstaaten Zentralamerikas kommt, dann erscheint ihm das indianische Volk in seiner Gesamtheit als ein tiefstehender, allseitig von den übrigen Devölkerungs- schichten verachteter Menschenschlag, der angeblich ein Hemmnis für die Entwicklung des Landes darstellt. Man kann dementsprechende Aeuherungen von der führenden Oberschicht und von allen in Mittelamerika ansässigen Ausländern hören. Hier wirkt noch immer, wie auch in anderen ibero-ame- rikanischen Ländern, öie (SinTeilung der früheren Konquistadores nach, die die Eingeborenen als „Gente sin Razon“, d. h. als Wesen ohne Dernunft, betrachteten. Der Neuankömmling begegnet den Indianern als Arbeitssklaven auf den Plantagen, sie erscheinen geistig trüge und sind in der Nähe der sogenannten Kulturzentren dem Alkohol verfallen. In den Gebirgen sind die Indianer anders dort haben sie nochl manche der noblen ilebeclieferungen bewahrt, aber auf diese Stämme stößt der Besucher des Landes nicht. Der letzte große I n d i a n e r a u f st a n d in Mittelamerika fand 1898 statt. Die Chuj- Indianer ermordeten, Nachdem sie furchtbare Martern auszustehen hatten, Hunderte von Weihen und Mischlingen. Furchtbar war das Strafgericht der Weihen, so grausam, dah die Stämme seitdem nie eine Erhebung gegen das Fronjoch der Weihen und Mischlinge gewagt haben. Aber auch die schönen, sorglosen Zeiten für die kreolische Oberschicht, die durch Jahrzehnte und Jahrhunderte in Mittelamerika herrscht, sind vorüber! Schwere Krisen politischer und wirtschaftlicher Natur, und ein vielleicht noch schwererer Druck der (Bereinigten Staaten von Nordamerika lasten auf den von der Natur reich beschenkten Kleinstaaten Zentralamerikas. Wenn unsere grobe Zucker- und Tabakinsel Kuba als eine Dependance Nordamerikas gedacht werden kann, wenn in Havanna nichts gegen die Interessen Wallstreets und Washingtons geschehen darf und uns durch den Vertrag „Pratt" die Hände gebunden sind, so sind die mittelamerikanischen Staaten nicht viel besser daran. Man trägt zwar in Washington der Liebhaberei der Kreolen, Verschwörungen anzuzetteln und gewaltsame Präsidentenwechsel vorzunehmen, Rechnung, jedoch nur solange die Interessen Nordamerikas nicht darunter zu leiden haben. Dann wird rücksichtslos durch Landung von Marinetruppen und durch andere Gewaltmittel Ordnung geschaffen. Nikaragua und Panama bieten dafür ein beredtes Beispiel. In Nikaragua unterstützten die Vereinigten Staaten in der jüngsten Vergangenheit General Chamorro mit bedeutenden Geldmitteln und ermöglichten es ihm, den gewählten Präsidenten Solorzano gefangenzunehmen. Da sich Chamorro aus eigener Kraft nicht halten konnte, so wurden unter dem Vorwande, Leben und Eigentum von Nordamerikanern zu schützen, Marinetruppen gelandet, und auf Befehl des Admirals Latimer wurde eine Polizeiaktion, für die völkerrechtlich nicht die geringste Rechtfertigung vorlag, ins Innere des Landes ausgerüstet. Puerto Cabezas wurde zu einer neutralen Zone erklärt, in der sich die Nordamerikaner zu bleibendem Aufenthalt ein- richteten, und schließlich wurde General D i a z an Stelle von Chamorro zum Präsidenten „ernannt“. Aus Dankbarkeit für seine Gönner schloß Diaz mit Washington einen Vertrag ab, der Nordamerika das ausschliehliche Recht gewährt, parallel mit dem Panamakanal mit dem Graben eines Kanals quer durch Nikaragua zu beginnen. Man spottet in Lateinamerika über diesen Vertrag und meint, dah ihn die Vereinigten Staaten mit sich selbst abgeschlossen hätten, denn Präsident Diaz sei ja nur eine vorgeschobene Strohpuppe. Völkerrechtliche Bedenken haben in der Politik der Vereinigten Staaten in Zentralamerika niemals ein Hindernis gebildet. Wenn nicht anders, muh die Monroe-Doktrin, so wie sie ' in Washington ausgelegt wird, als Rechtfertigung dienen. — Es bleibt das weltpolitische Ziel Nordamerikas, die Herrschaft über den Panamakanal und über den zukünftigen Nikaraguakanal zu besitzen, und weder Revolutionen in Mittelamerika, noch völkerrechtliche Proteste werden Washington von dieser Politik ablenken. Die Tatsache, dah sowohl das politische wie auch dos handelspolitische Expansionsbedürfnis der Vereinigten Staaten so häufig mit Unterstützung der Kriegsschiffe und mit Gewaltanwendung erfolgt, hat selbstverständlich Wider- spruch bei den Lateinamerikanern hervorgerufen, die auf dem panamerikanischen Kongresse in Havanna, der von Hoover persönlich eröffnet wurde, beinahe zu ernsten Differenzen geführt hätten. Die Dankeefeindlichkeit macht sich jetzt besonders bei der lateinamerikanischen Jugend bemerkbar und findet einen deutlichen Ausdruck bei der über ganz Lateinamerika verbreiteten „APRA". Es ist das eine nationale Bewegung mit sozialistischem Einschlag, entfernt dem deutschen Nationalsozialismus vergleichbar. Der Führer der „Apristas“ ist Haya de la Torre, der besonders den spanischindianischen Rassegedanken in_ den Vordergrund stellt. Der Professor für Völkerrecht an der Universität von Lima, Dr. Ulloa, protestiert in einem Aufruf, der in allen lateinamerikanischen Staaten ein lebhaftes Echo gefunden hat, gegen d i e Vergewaltigung Zentralamerikas durch die Vereinigten Staaten, gegen die man sich auflehnen müsse. Auch die vielen panamerikanischen Kongresse seien nur ein Ausfluß des nordamerikanischen Imperialismus und seien als solche zu bewerten. Teilweise unter dem Druck der politischen Verhältnisse, hauptsächlich aber bedingt durch die schwere wirtschaftliche Kcye haben die kleinen mcktelamerikanischen Staaten den Plan gefaht, sich in einer überstaatlichen mittel- amerikanischen Union zu vereinen, die nach außen mehr Widerstandskraft gegen fremdes imperialistisches Vordringen besitzen und die durch Verwischen unnatürlicher Grenzen dem wirtschaftDie kalten Wintertage dieses Februars Haden auch vor Venedig, dem Inbegriff des sonnigen Südens, nicht halt gemacht. In der vereisten Lagune liegen die schneebedeckten Gondeln und warten danms, oatz die Sonne wieder über den blauen Wassern glänzt. lichen Leben einen neuen Anstoß geben würde. In der Hauptstadt von Guatemala haben bereits die Verhandlungen zwischen den Bevollmächtigten von Guatemala, Nikaragua, Honduras, Salvador und Costa Rica über die Gründung einer einigen mittelamerikanischen Republik auf der Grundlage der gemeinsamen Rasse, Religion und Geschichte begonnen. Mittelamercka als Ganzes genommen ist ein Gebiet mit reicher Zukunft. Guatemala z.D. liefert die besten Kaffeesorten. In etwa 2000 Plantagen werden jährlich eine runde Million. Zentner des wertvollsten Kaffees produziert. Die besten Gewächse gedeihen in den Bergprovinzen Alta- Verapaz, Coban und Costa Cuca, unter anderem der großkörnige, sehr aromatische Waragojipe. Aber nicht so sehr uer Kaffee, als vielmehr der Bananenüberfluß bildet den eigentlichen Reichtum Mittelamerikas. Als der vor einigen Jahren verstorbene Minor Keith den Plan faßte, QTorbamenta mit Südamerika durch eine Bahnlinie zu verbinden, ließ er überall längs dcm Schienenstrang Bananenpflanzungen anlegen, u.n durch die Beförderung der Frucht die Bahn rentabel zu machen. Minor Keith wurde zum Begründer der United Fruit Co-, deren Pflanzungen heute eine ungeheure Ausdehnung besitzen. Ueberall vor Kuba und im Golf von Mexiko begegnet man der weihen Flotille der Fruit Co.» die die Bodene'rzeugnisse Mittelamerikas nach den Vereinigten Staaten befördert, und die auf dem Rückwege Industrieprodukte aus der Heimat, Textilwaren, Aluminium und allerlei Tand ins Herz Mittelamerikas einführt, Waren, die die Gier der bedürfnislosen Indios wecken und sie in Schuldabhängigkeit zur Kompanie zwingen. Auch die meisten Danken und Eisenbahnen Mittelamerikas befinden sich im Besitz der nordamerikanischen Fruit Co-, deren Direktoren mitunter eine größere Macht als die jeweiligen Präsidenten ausüben. In Kuba, wie auch in den anderen lateinamerikanischen Staaten werden die Derhandlun- gen in Guatemala mit dem größten Interesse verfolgt, jedoch bestehen berechtigte Zweifel, ob sie von Erfolg gekrönt sein werden. Jeder der mittelamerikanischen Staaten hat seine Kirchturm s i n t e r e s s e n, die Indianer aber, die ja eigentlich die Grundbevölkerung bilden und die sicher nichts gegen eine Aufhebung der Grenzen einzuwenden Hätten, werben nicht befragt. Sie bleiben dem Dämon Sisemit aus- geliesert und werden, ob nun eine Einigung zwischen den Staaten zustande kommt oder nicht, in den primitivsten Verhältnissen weiterleben müssen. Immerhin verdienen die Verhandlungen in Guatemala über die Bildung einer mittelamerikanischen Union Beachtung, da sie für die lateinamerikanische Welt von weittragender politischer Bedeutung sind. Naturschutz in Oberheffen. 5 Frie dberg, 16. Sehr. In einer gut besuchten Lehrerversammlung sprach hier Lehrer O h w a l d, Bad-Nauheim, über das neue hessische Naturschutzgesetz vom 14. Oktober 1931. Der Redner gab einen Ueberblid über den Inhalt des Gesetzes, das den Schutz seltener oder schonungsbedürftiger Tier- und Pflanzenarten, den Schuh von Naturdenkmälern und deren Umgebung, den Schuh des Landschaftsbildes (Heimatschuh) und darüber hinaus die Schaffung besonderer Naturschutzgebiete anstrebt. Weiter gab er Kenntnis von einer Konstnissionssihung der Oberhessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde, die kürzlich in Gießen stattgefunden und sich eingehend mit den oberhessischen Gebieten beschäftigt hat, für die seit langem vom Vogelsberger Hohenklub, von der Oberhessischen Gesellschaft und den Gießener Universitätskreisen, sowie von Privatpersonen der Naturschutz gefordert wird. Cs feien hier nur die Gießener Enzianwiesen und vier Forstbezirke Breungeshain und Rudingshain im Oberwald genannt. Eingehend behandelte der Redner bann die zum Teil schon stark gefährdeten Gebiete des Kreises Friedberg, für die im Interesse von Wissenschaft und Unterricht Schutzmaßnahmen dringend geboten erscheinen. Die Konferenz beschloß, im Anschluß an das Referat, den amtlichen Stellen als besonders schutzbedürftig zu nennen: 1. Das Salzmoor bei Münzenberg: 2. die Salzstellen bei Dad-Nau- heim und Wisselsheim mit den dem Binnenlande sonst fehlenden seltenen Tier- und Pflanzenarten; 3. die Trolliuswiesen bei Ockstadt und Reichelsheim, 4. einige „pontifche" Hügel der Wetterau mit ihren letzten Zeugen einer einst weiter verbreiteten, wärmeliebenden Steppenflora: 5. eine Waldparzelle bei der Grube Johanna (Butzbacher Wald) mit seltenen Vertretern des montanen Florenelements. Als geologische Naturdenkmäler, die dem gesetzlichen Naturschutz zu unterstellen wären, wurden von der Versammlung in Vorschlag gebracht: Der junge und der alte Wolf. Don JRalpt) Urban Am 6. Februar 1924, zur Zeit des Hochsommers auf der südlichen Erdhalbkugel, erhielt der Kommandant der Militär-Fl.egerstation von Mormanton an der nordaustralischen Küste den sunktelegraphischen Befehl, nach dem vermißten Flugzeug Nr. 87 der Luftfchiffahrtsgesellschaft von Adelaide zu suchen. Die Maschine war drei Tage vorher von einem Engländer, dem Besitzer australischer Goldfelder, für den Flug nach der Nordküste gemietet worden, war zuletzt in Oda- natta (Zentralaustralien) zwischengelandet und seither mit Fahrgast und Piloten verschollen. Gleichzeitig wurde dem Kommandanten mitgeteilt, dah der Ueberland-Telegraxh zwischen Creec Station und Alice Springs unterbrochen fei, was als Notsignal gewertet werden könnte. — Bald darauf erhob fich vom Flugplatz ein mächtiger Doppeldecker, um die Suche nach den Vermißten aufzunehmen. Um diese Zeit hatten vier Menschen alle Hoffnung hinter sich gelassen. Wolfgang Bras, der alte Wolf, wie ihn die spärlichen Nachbarn zum Unterschied vom jungen Wolf, seinem Sohn, nannten, kam stets zum Monatsende nach seiner winzigen Schaffarm, sagte dem jungen Wolf „guten Tag", legte sich ins Bett und schlief drei Tage und drei Nächte. Das machte den Hauptteil der hundert Stunden Schlaf aus. die ihm sein Dienst im Monat erlaubte. Der alte Wolf führte die achtspännige Postkutsche von Alice Springs fünfhundert Kilometer weit ins Innere bis nach Georgina Village. Einmal im Monat hin und zurück, 12 000 Kilometer jahrein und jahraus. Die Pferde, die die Farmer beistellten, wurden bei jeder Station gewechselt, der Postmann blieb. Von weit und breit tarnen Farmer. Jäger. Fallensteller zu den Poststationen, wenn der alte Wolf fällig war, denn er kam so pünktlich, daß die Leute nach seinem Eintreffen die Uhren richteten. Kaum hielten die schäum- bedeckten Pferde, wurden frische Tiere in das Geschirr gespannt, die Post verteilt, und mit Peitschengeknall ging die wilde Jagd weiter, über die holprige Buschstrahe, über die Stepve oder durch das Sandmeer der Wüst-- Tag und Nacht Der Wastcrvorrat, der mitgef hrt werden konnte, war beschränkt, und wenn es Du., Brunnen zu Brunnen durch die Wüste ging, mußte der alte Wolf aus den Pferden alles herausholen, denn er fuhr um sein Leben. Wehe, wenn zur Zeit der Dürre einmal ein Wüstenbrunnen auÄ- trocknen würde oder wenn die Pferde versagten. Wenn der alte Wolf den Dauerschlaf daheim beendet hatte, holte er das versäumte Essen auf einmal nach und unterhielt sich einige Stunden mit seinem Sohn. Da es keine Schulen gab. erteilte er ihm selbst ein wenig Unterricht und sprach mit seinem Jungen Deutsch, denn der alte Wolf war zwanzig Jahre vorher in Australien eingewandert. Mit der vierten Nacht ging sein Heimurlaub zu Ende, da ritt er fünf Stunden lang nach Georgina Dillage, um feinen Dienst anzutreten. Der junge Wolf sollte einmal das Amt seines Vaters übernehmen. Die Farmer schüttelten die Köpfe, als an jenem denkwürdigen Abend die Post in Georgina Village zum erstenmal nicht eintraf. In den zwölf Jahren seiner Dienstzeit war es noch nie vorgekommen, daß der alte Wolf sich verspätet hatte. Mit Besorgnis wartete man die ganze Nacht. Am Morgen galoppierte der junge Wolf los, entschlossen, auch durch die Wüste zu reiten, wenn er dem Vater nicht eher begegnen sollte. Cs wurde ein schlimmer Ritt. Am dritten Tag schritt der junge Wolf, das erschöpfte Pferd am Zügel, durch den glühenden Sand der Wüste. Immer wenn er die Höhe einer Düne erreichte sah er hoffnungsvoll in der Ferne einen grünen Fleck, den Brunnen. Er wußte, wie man Entfernungen in der Wüste unter'chäht. und daß es noch Stunden währen mochte, bis die Herrlichkeit dort zur Wirklichkeit würde Der Wasserschlauch vor dem Sattel war leer, die zwei Feldflaschen an seinem Gürtel waren nur für den Fall der ärgsten Not. Ein Surren lenkte feine Aufmerksamkeit auf sich, und bald entdeckte er im Blau des Himmels einen großen silbernen Vogel. Es war das zweite Mal, daß er ein Flugzeug sah selten nahm eins seinen Kurs über das unbewohnte Innere des Landes Die Maschine kam rasch näher Schon konnte der Junge aus den unteren Seiten der Tragflächen je eine große „87" entziffern, als das Knattern des Motors aussetzte und wieder ansprang, um schließlich endgültig zu verstummen Dann fiel das Flugzeug unheimlich rasch, zog eine scharfe Schleife, kam auf etwa vierzig Meter Höhe herab, trudelte einen Augenblick unbeholfen und sackte schräg ab. Ein Krachen, ein Splittern, bann Ruhe Der junge Wols saß schon im Sattel unb nach wenigen Minuten besanb er sich an der Unglücksstelle unb zog zwei Männer aus ben Trümmer hervor Sie waren am Leben wenn auch arg zugerichtet. Nach besten Kräften machte der Junge ben Samariter, "reinigte bie Wunden mit dem Wasser aus der Feldflasche, benützte Streifen aus seiner Wäsche als Verbandszeug und schiente das gebrochene Bein des Piloten mit Holzteilen der zertrümmerten Maschine. Der junge Wols atmete auf, als die Verunglückten erklärten, bas achtspännige Fuhrwerk nicht gesehen zu haben, denn nun konnte er hoffen, daß seinem Vater in der Wüste nichts zugestoßen sei. Ohne Bedenken hinterließ er den Verletzten den Rest seines Wasservorrates, versprach, bald wie- derzukommen und ritt dem Brunnen zu. Pferd und Reiter taten ihr Bestes, um die Oase mog- lichst rasch zu erreichen. Der junge Wols hatte nicht mehr bie Kraft, barüber nachzudenken. wie bie Rettung der Verunglück en bewerkstelligt werben könnte, er hatte jetzt nur einen Gedanken unb nur eine Hoffnung^ Wasser! Als er endlich die winzige Oase erreicht hatte, sah er, daß eine Gestalt mit ausgestreckten Armen aus ihn zu- wankte. Es war der Vater, und das Wiedersehen wurde traurig. Der Brunnen war ausgetrocknet. Den Blick starr geradeaus gerichtet, die verdorrten Lippen zusammengepreht, aber mit dem Willen des ©o'b-ten. der die letzte Hoffnung auf sich gerichtet weiß, schritt der junge Wolf durch die Wüste. Cs tarn chm nicht in den Sinn, wie aussichtslos und lächer.ich der Versuch eines Der- durstenden fei. die siebzig Kilometer lange Strecke bis zur Ueberlandtelegraphenlinie ohne Labung zurückzulegen, um die Drähte zu zerschneiden. (In Australien ist es Menschen in Not erlaubt, durch das Zerstören der Telegraphenleitung ein Signal zu geben, worauf von der nächsten Station eine Expedition aufbricht, die nach der Ursache der Unterbrechung zu sehen hat- Selbst wenn es dem jungen Wols gelungen wäre, die Linie zu erreichen so hätte es noch einige Tage dauern können, bis man ihn und bie anderen Verdurstenden in der Wüste gefunden hätte. Stunde um Stunde marschierte er bie ganze Nacht hinburch. Am Morgen sprang vom Osten ein leichter Winb an, ber mit jeder Minute stärker wurde, bis die Sand- wolken die glühende Sonne verdunkelten und alles Leben zur Hölle machten. Der Junge spürte nichts mehr von diesen Qualen, auch nichts mehr von den brennenden Schmerzen des Durstes, er fühlte das nahende Ende. Er fiel vornüber in bie Knie, kroch noch ein Stück im gewohnten Takt des Marschierens auf allen Vieren, bann ging es auch bamit nicht mehr. Als sich bas verdorrte Gras im Winde bog, nahm er erst wahr, daß er die Steppe erreicht hatte. Was hals es. Der Sturm würde bie Telegraphenlinie balb er. reicht haben der Sturm! Noch einmal richtete sich ber junge Wolf auf, benn ber Gebanke an ben Orkan gab ihm Kraft. Mit zitternben Händen mühte er sich, Streichhölzer zu entflammen, bann züngelten niedrige Flänunchen, die sich rasch in das braune Gras fraßen. Mit ungelenken Zügen malte er noch einige Worte auf ein Stückchen Papier, dah er dann aus seiner Brust befestigte. Wenn ber Steppenbranb den Telegraph zerstört — war der letzte Gedanke des jungen Wolf. Das Militärflugzeug kreuzte schon feit geraumer Zeit in der Gegend der brennenden Steppe. Der Deobachtungsoffizier sagte sich, dah das Feuer nicht von selbst ausgebrochen fein konnte, und suchte nach dem Ausgangspunkt, überzeugt, dort auch die Ursache des Brandes zu finden. Plötzlich bemerkte er unterhalb der niedrig fliegenden Maschine etwas, das einem menschlichen Körper ähnlich sah. und sofort war das Flugzeug gelandet. Man fand den jungen Wolf in tiefer Bewußtlosigkeit. Der Offizier entzifferte die Worte auf dem Zettel, aus denen zu ersehen war, wo sich der Vater und bie verunglückten Flieger befanden. Offizier und Pilot labten ben jungen Wolf vorsichtig unb brachten ihn in bas Flugzeug. Eine halbe Stunbe später hatten sie den alten Wols an Bord, unb nach einer weiteren waren auch bie beiden Verunglückten dem Wüstentod entrissen. Ohne ben rettenden Einfall des jungen Wolf, die Steppe anzuzünden, wodurch tatsächlich die Telegraphenleitung zerstört worden war, und bie Militärflieger aufmerksam gemacht würben, wären bie vier Menschen verloren gewesen... Das wußte auch der gerettete Besitzer der Goldfelder zu würdigen. Es wirkte sich dahin aus, dah der alte Wolf heute ein sorgenfreies Leben hat und der junge Wolf die Aussicht, im Dienst der westaustralischen Gold - Company ein großer Mann zu werden. Öochfcbulnocbricbten. Im Alter von 57 Jahren verschied der ordentliche Professor der Baukunst und Bauwissenschaften an der Technischen Hochschule inDarm - st a d t, Stadtbaurat a. D. Dipl.-Jng. Karl Roth. Professor Roth, der 1929/30 das Rektoramt der Darmstädter Hochschule bekleidete, stammt aus Mannheim: zunächst im kommunalen Dienst in Pfo.zh.im, Dre-dcn und M. nnheim tätig, wurde er später Assistent bei Geheimrat Hofmann in Darmstadt, wirkte als Stadtbaurat in Mannheim unb folgte 1920 einem Rufe als Orbinarius an bie Technische Hochschule in Darrnstabt. Der Der» bienstvolle Architekt war Erbauer ber Rathäuser zu Kassel, Dresben unb Barmen. P ofessor Dr Hermann Rein in Freiburg im Breisgau hat ben an ihn ergangenen Rus auf Iben Leh.stuhl ber Physiologie an ber Universität Göttingen als Nachfolger des Geheimen Medizinaüates P- Jensen angenommen. Wirtschaft "O$& -chM. an Banhwlen. combardzinssoh 8 o h. Nachdruck otrooicn 14 fiortleflung der Dank sehen, dem Kopfe, al« zündete sich eine so gerinj unter Hal Zigarre an und erhob sich. .Ich muh nun gehen, Rose." Ruch Rose st and auf »Du wirst Tönnies nun in rheinisches mit AuStaulchweizen 37,25—38.05. öon« Vermahlung 35,50— 36,30. Tendenz befestigt. Taten für Mittwoch 17. Februar 1854: der Großindustrielle Friedrich Alfred Krupp in Offen geboten. — I65f: der Dichter Heinrich Heine in Paris gestorben. Deutschlands Aussuhr-Lieberschuh um 23% gefunden. Die soeben oerössenttichten Außen- Handel-Ziffern zeigen einen starken Rückgang de» deutschen Export» seit Beginn de» Jahres. Diese Tatsache, die sich auf da» ganze deutsche Wirt» schait»ledcn sehr ungünstig auswirkt, ist auf die Erhöhung der Zollmauern in den meisten Ländern Europa» zurückzusühren. HolzversteigerungS - Termine. Donnerstag, 18. Februar. Bürgermeisterei Annerod: Zusammenkunft 1. Der Steinberg bei Münzenberg mit seinen riesigen verkieselten Konglomeraten, die zum Teil aus Taunusgeröllen gebildet sind: 2. das Gipfelgebiet deS Winterstein- i hessischer Taunus) mit seinen der Witterung bisher trotzenden mächtigen QuanilblMen aus dem unteren Devon (Altertum der Erde). Ferner wünschte die Dersammlung lokale polizeiliche Mahnahmen, die dem Berkaus der Trollblume, eines sür die Wetterau sel- gerlin, 16.?ct>ru eicht sollte ich bie Ehance, bie mir geooten wird, wahmehmen? Die meisten in meiner Lage machten es. Dann wäre ich auS allem Schlamassel heraus. Unb Eva brauchte nicht Doktor Fahrenkrug zu heiraten. Die Mutter hatte eS ihm unlängst gesagt, daß Eva auf diese Heirat angewiesen sei, um eine Versorgung zu haben. Unb der Mutter Zukunst wäre gesichert. War es nicht seine Pflicht, sich für die Seinen zu opfern? Rose riß ihn au« feinen Gedanken. .Herr Tönnies, wir gehen für einige Wochen mit Papa an die See — dort werd ich ihn schon dazu bringen, daß er zu allem ja und 2bnen sagt. Sie müllen mich natürlich dabei unterstützen. Wollen Sie?" .Gern, gnädiges Fräulein." »Ra, also, dann ist unsere Sache nicht hosf- nungSloS." Sie lächelte ihm zu. .Und nun machen Sie sich, bitte, keine Sorgen mehr darüber. Es wird alles gut werden." Sie ist doch ein gute« Mädchen, dachte HanS- Achim, nahm ihre Hand und berührte sie mit den Lippen: .Haben Sie Sant'4, sagte er leise. Sie errötete. .Sie haben mir nicht zu danken, lieber Freund. Rur zu helfen. Sorgen Sie dafür, dah Ihre Frau Mutter mit unS nach Borkum kommt." Er versprach eS. ,Run gut, und ich werde morgen zu Ihrer Frau Mutter gehen, um ihr PapaS Einladung und Grüße zu übermitteln. Ich sollte eS noch heute tun, aber ich hatte etwas anderes vor. Ich habe Gäste zum Tee eingelaben. Uebrigen« sehr interessante Persönlichkeiten." (Fortsetzung folgt) mit der AuSftchl auf eine baldige Dör'en-Wiede» erölsnung, auf die abermalige Ermäßigung des PrivatdiSkontsatzeS und auf den Sturz des Kabinett- Laval vorherrfchte, übertrug fich auch auf den heutigen Tclephonverkchr, zumal Reu- York wieder feste Schlußkursc gemeldet hatte. Die Umlaotätigfcit war zwar wieder nicht sehr groß unb beschränkte sich auf Favoritpapiere ber letzten Zeit, es kam aber anderfeits auch so gut wie gar keine Ware heraus ('Banken unb Schlfsahrtswerte ausgenommen), so daß selbst flogen bie festeren gestrigen Abendkurse noch weitere ein- b i 6 zweiprozentige KurS - befferungen emtraten. Die Ansichten über ben Wert des geplanten Börsenfreiverkehrs gehen zwar etwa- auseinander, doch hofft man, wie schon gestern gemeldet, zum 1 März fo weit zu sein, um den Börsenapparat in Gang zu bringen und möglichst bald wieder zu einem amtlichen Börsenverkehr mit Kursen zu kommen. Allerdings werde es sicherlich noch Schwierigkeiten machen, ben Telephonrcriehr. der sich jetzt gerade eingespielt habe, in die Börsenräume zu Der- pslanzen, obwohl dadurch zweifelsohne eine direktere Verteilung der Orders möglich fei. Auch wird da- beabsichtigte Verbot der 6rehitlonen noch Verhandlungen in den einzelnen Verbänden notwendig machen. Auf G und der in den bevorstehenden Dilanz- sitzungen zu erwartenden Bereinigungen lagen Bankaktien heute ziemlich schwach. Commerz- und Danatbank waren biS zu 3 Prozent rück- aängig. Auch Schiffahrtswerte lagen infolge der schon gestern gemeldeten schwierigen Finanzlage bei Hapag-Lloyd weiter im Angebot und verloren abermals etwa 10 Prozent ihreS effektiven Wertes. Anderseits zeichneten sich Schultheis durch sehr feste Haltung auS. Lhadeaktien waren abermals um etwa 3 Mk. gebessert, die Kaliwerte waren biS zu 3 Prozent höher und Reichsbahnvorzugsaktien gewannen 2 Prozent. Am festverzinslichen Warft war die Tendenz ruhig, aber weiter durchaus freundlich. Deutsche Anleihen und Schuldbücher waren bi- zu 0,5 Prozent gebessert. Auch die übrigen Gebiete deS Anlagemarkte« hätten eher anziehende Kurse zu verzeichnen. Don dem heutigen Reichsbankausweis für die zweite Februarwoche konnte keine besondere Anregung ausgehen. Frankfurt obgeschwacht. Frankfurt a. M., 16. Febr. Der Frankfurter Schaltet, verkehr zeigte eins ehr stille« Aussehen. Die Abschwächung an der Reuyorkcr Börse rief bet der Spekulation und Kundschaft starke Zurückhaltung hervor, zumal auch die innerpolitische Lage noch recht unübersichtlich ist. Die Tendenz neigte etwas zur Schwäche, doch nahmen die Rückgänge kein größeres Ausmaß an. Auf kleine Abgaben, die vornehmlich auS Gewinnmitnahmen resultierten, senkte sich da- Kur-niveau für Spezialwerte um bi« zu 2 v. H., an den Rebenmärkten betrugen die Abschwächungen etwa 1 v. H. Bemerkenswert schwach lagen SchiffahrtSaktien, bei denen eine eventuelle Reichshilfe verstimmte: Hapag und Rordd. Lloyd büßten je 2 v. H. ein. Don den fogenannten I Dalutawerten gaben Chadeaktien 3 Mark nach. Ärles 4,22 58.77 79.96 14,51 16,61 170,94 21.90 78.96 2,51 81.21 82,28 33,17 O&erHen. e6t einer gut fe. nitnlung sprach hier Auheim, über dar neue °>eh vom 14. Oktober ilebetblid über den ton Schuh seltener obtt » unb PslanMarlen, malern und deren Ihn« LandschastSbildes (Aci- naus die Schaffung be- e anftrebt. Weiler gab ^oiMiisfionSsitzung der für Aotur« unb Heil« efjen ftatlgcfunben unb Hessischen Gebieten 5e« angem vom DoaelSber« berhessischen Gesellfchast siiätskreisen, sowie von schuh gefordert wird. 64 :r Cnzianwiesen unb dis n und Rudingshain im gehend behandelte der il schon stark gefährdeten riebberg, für bie im ft unb Unterricht Schuh« loten erscheinen. I, im Änschluh an das teilen als besonöerS nnen: 1. DaS Lchmoor Miellen bei Dad«7iau« i den ban 2inneniande ,ier« unb Pstcnvenarien: i Öästabi unb Aeichelt« >e“ Hügel der Wetterau ; einer einst weiter »er« n Steppenflora: 5. eine ube Johanna lMbacher retern des montanen Flo« rbenfmäler.bitbfm unterstellen twreittour« g in Vorschlag gebracht. .Wie steht ihr eigentlich miteinander?" .Freundschaftlich.' „Freundschaftlich? — Mehr nicht?" Rose wurde roL „Rein! Mehr nicht! — Warum fragst du? Du wirst doch die Hergabe de« Geldes nicht davon abhängig machen wollen, wie TönnieS zu mir steht?" .Doch — doch! Ich habe so meine Berechnung, Rose. Du darfst mir die nicht übelnehmcn. AuS dieser Berechnung harauS habe ich TönnieS auch die Anstellung gegeben. ES würde mich kränken, wenn die nicht in Erfüllung ginge. Du ahnst sie?" Rose schüttelte mit dem Kopfe — stellte sich ahnungslos bei seinen Worten. .Ra, dann nicht. Dann will ich sie dir offenbaren. 2116 Dater einer einzigen Tochter hat man den Wunsch, diese gut unterzubringen. Den Wunsch wirst du begreifen?" .Den Wunsch begreife ich. — Unb wie ift deine Berechnung?" Münchmeyer wurde verlegen. .Run ja — ich denke mir, bei TönnieS bist du gut aufgehoben. Er ist ein verläßlicher Mensch, hat allerlei gute Eigenschaften, die ihn zum Ehemann qualifizieren. Solid, strebsam, anspruchslos. Und außerdem ist er ein famoser Mensch, sieht gut aus. Man sollte meinen, er gefällt jeder Frau. — Oder gefällt er dir etwa nicht?" .Gewiß. 2tbct ich kann ihm doch nicht sagen. Du gefällst mir, ich möchte deine Frau werden." .21 ec! Gewih nicht! Das hast du auch gar nicht nötig I Du brauchst eS ihm nur zu zeigen, daß du ihn gern hast." .Zeigen?" Rose zuckte mit den Schultern, machte einen tiefen Zug au« ihrer Zigarette: .Es könnte ihm ja belieben. daS nicht zu bemerken." .Ra also — du willst ihm daS Geld nicht geben", sagte sie, .bevor er sich mir nicht erklärt hat? Ist eS so?" .Ja, so ist es!" .Das ist mir sehr fatal, Papa!" Sie zerdrückte den Rest ihrer Zigarette in der Aschenschale. .Ich hatte ihm deine Hilfe fest zugesagt." .Das hättest du nicht tun sollen, Rose." Der Diener betrat das Zimmer, um zu melden, daß im Speisezimmer gedeckt sei. Der Kommerzienrat erhob sich hastig, sah auf seine Uhr. „Gs ist auch die höchste Zeiti 3m Tempo einer Stationsmahlzeit muß gefrühstückt werden." 800' *00 16 Jtbruar 17 .'Htmiar tamtlidx «•ei' JMeruna 2W Umtlitfx Xencrung »elf PNe' frelltnglot» . titrn 6.593 49.95 6.607 50.05 6 603 49.95 6.617 50.05 frag . 12.465 12.485 12,465 12 485 eucaprt . 56 94 57.06 56,94 57.06 Sofia 3.057 3.063 3.057 3.063 Vc.lant) 170.33 170.67 170.43 170.77 ClU> 78.82 78.98 78.82 78.98 Rrpet| 82,14 82,30 82,17 82,23 Spanten 23.17 33.23 33.07 33,13 tanjlfl . . 81.97 82.13 81,97 82.13 .lapan 1.484 1 ,486 1 484 1.466 Stk» oe.Ian.. 0.250 0,252 0.250 0,252 Iuaoklawte». Waben 7,463 7.477 7.463 7,477 1319 13.21 13,19 13,21 2060 nur zwei Tr?ff«-entgegen- GerÄewettumen im Lahn-Diinsberg-Gau Billige Seelachs, Kabeljau 48 Gießen, Telephon 2060 — Wehlar l 2:2. fairen Spiele führte Wiß< Geschäftsdrucksachen Rechnungen Brie,blätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei Brühl. SchulstraOe T mar bei Halbzeit mit 2: 0. Nach der Pause wurde Wehlar merklich überlegen und schuf den verdienten Ausgleich. Lang-Göns 1 — Hausen I 0: 2. Hausen war in Lang-Göns zu Gast. Zwei gleichwertige Gegner mähen ihre Kräfte. Das Plus der Gäste an Technik glich Lang-Göns durch großen Eifer aus. Hausen gelang es, den sehr guten Hüter der Plahbesiher zweimal zu schlagen. — Vorher standen sich die zweiten Mannschaften beider Vereine gegenüber. Hier konnte Hausen knapp mit 2:1 Toren Sieger bleiben. Kinzenbach I — Waldgirmes I 2:1. Beide Nachbarn standen sich in Kinzenbach gegenüber. Die Kinzenbacher bereiteten den Nachbarn und Gegnern nur mit viel Glück die knappe Niederlage. der entsprechenden Entscheidung des Schiedsrichters nicht zufrieden, so daß das Spiel mit dem Stande 2:3 für Naunheim abgebrochen wurde. Naunheim dürfte als Kreismeister zu betrachten sein, sofern eine übergeordnete • Instanz nicht anders entscheidet. Gießen! — Marburg I 9:0. Die Mannschaften standen sich im Freund- schastsspiel gegenüber. Gießen komplett (Marburg mit Ersatz), war dem Gegner technisch überlegen und flinker am Ball. Schon nach wenigen Minuten gelang es den Plohbesitzern, in Führung zu gehen. Die Marburger spielten reichlich planlos und mußten sich auf wenige Durchbrüche beschränken, die von der Verteidigung der Platz- besiher abgeschlagen wurden. Bis Halbzeit gelingt es Gießen, noch drei Tore zu erzielen. Nach dem Wechsel kam Marburg mehr auf, verlor aber einen Spieler und mußte bis Schluß mit nur 10 Mann kämpfen. Die Gießener errangen einen hohen Sieg und revanchierten sich für die Niederlage des Vorsonntags. — Vorher: Gießen Jugend — Fronhausen Jugend 2:1. Grüningen I — Wieseck II 2:9. Wiesecks 2. Mannschaft war in Grüningen zum Freundschaftsspiel zu Gast. Die Gastgeber strengten sich mächtig an. um den Gästen ein gleichwertiges Spiel zu liefern. Wieseck, technisch dem Gegner aber überlegen, erzielte Tor auf Tor, denen die Gastgeber sehen konnten. Wißmar 1 In einem flotten, Gauturnwart Keller nahm sodann Die Siegerehrung vor. Turner-Oberstufe: 1. Walter Bierau- Lollar, 113 Punkte. 2. Wilh. Schmidt-Waldgirmes, 115. 3. O. Bender-Nodheim, 112. 3. L. Hettche-Lollar, 112. 4. Alb. Drescher-Lollar, 110. 5. Heinrich Römer-Wieseck, 108. 6. Ludwig Lepper-Waldgirmes, 102. 7. Waldemar Grote-Lollar, 100. 8. E. Deibel-Lollar, 99. 9. Hein d> Weller-Ahbach. 98. 10. Karl Agel-Lollar, 95 P. Mittelstufe: 1. Otto Agel-Ahbach. 113' Punkte. 2. R. Reeh-Rodheim, 114. 3. Hch. Größer- Steinbach, 113. 4. Wilh. Bepler-Kinzenbach, 111. 5. A. Hildebrandt-Wieseck, 110. 6. Georg Bepler- Kinzenbach, 107. 7. Ed. Keller-Nodheim, 105. 8. Karl Weller-Wieseck, 104. 9. Karl Heih-Wicsect. 103. 9. Richard Bepler-Kinzenbach, 103. 9. Ldw. Knorz-Atzbach, 103. 9. Hch. Muskat-Ahbach, 103. 10. Paul Becker-Waldgirmes, 101. 10. Wilh. Lepper-Waldgirmes, 101 P. Unterstufe: 1. Willy Werner-Wieseck, 127 Punkte. 2. Hans Mank-Wieseck, 118. 3. Wilh. Schneider-Odenhausen, 117. 4. E. Pfeiffer-Launs- bach, 111. 4. L. Fuchs-Mainzlar, 111. 5. Anton Roth-Steinbach, 109. 6. Wilh. Moos-Lollar. 108; 7. Reinh. Schmidt-Kesselbach, 104. 8. Alb. Schneider-Lollar, 102. 9. Alb. Stamm-Waldgirmes, 100. 10. K. Weimer-Waldgirmes, 99. 10. A. Nathan- Mainzlar, 99. 10. K. Kümmel-Wiefeck, 99 P. Turnerinnen: 1. P. Hildebrandt-Wieseck, 132 Punkte. 2. O. Schreiner-Wieseck, 120. 3. Lina Erb-Wieseck, 118. 4. C. Seipp-Lollar, 112. 5. L. Grün-Lollar und Minna Loh-Wieseck, je 108. 6. Wilma Schleenbecker-Kinzenbach, 104. 7. Anna Pausch-Wieseck, 103. 8. Auguste Möfer-Wieseck, 101. 9. Minna Seibert-Wieseck, 97 P. 25 35 Goldbarsch Pfund Filet Pfund 45 und Schellfisch o. K., Pfund Elegante Maßanfertigung im eigenen Atelier 125.- 138. 148.- 158.- Maßkonfektion aus Maßstoffen mit einer Probe nach genauen Maßen angefertigt.. Mk. 89.- 98.- 108.- Betr.: Vergleichsverfahren über das Vermögen der Firma Ferdinand Ne n nstiel, Tapetenhaus und deren Inhabers Ferd. Nennstiel sen. in Gießen. Beschluß. Der im Termin am 11. Februar 1932 bekanntgegebene Wahl- und Prüfungs termin (25. Februar 1932) wird hiermit aufgehoben. 13190 Gießen, den 12. Februar 1932. Hessisches Amtsgericht: gez. Leun. Für die Ausfertigung: D e r s ch, Justiz-Inspektor. Handball der Sp.-Dg. 1900 1900 komb. — Tv. Großen-Linden I 4:6. Zunächst schien es, als ob sich die Gäste gegen die 1900er nicht recht behaupten könnten, denn die Einheimischen lagen schon bald 2:0 in Führung. Nach Seitenwechsel drehte jedoch die Turnermannschaft mächtig auf und holte einen Vorsprung von zwei Toren heraus. Der Sieg war auf Grund ihres besseren Stehvermögens verdient. In der zusammengewürfelten Gießener Mannschaft waren einige Posten fehl besetzt. Gporiabteilung des TV. Wieseck. Wieseck l. —VfB. Gießen II. 1:9 (0:4). Die beiden Mannschaften trafen sich am Sonntag auf dem Platz zu Wieseck zu einem Freundschaftsspiel. VfB., durch einige Spieler der Liga verstärkt, ging bald in Führung und konnte trotz des heftigen Widerstandes der Platzbesiher bis Halbzeit insgesamt 4 Tore erzielen. Rach dem Wechsel sah man eine Zeitlang verteiltes Spiel, die Gäste gewannen aber dann wieder die Oberhand und schossen in regelmäßigen Abständen fünf weitere Tore. Ein mißlungener Abschuß des Tormanns wurde von den Wieseckern aufgegriffen und entschlossen zum Ehrentor verwandelt. Die technische Heberlegenheit der Gäste versuchten die Platzbesiher durch erhöhten Eifer auszugleichen. Von den einheimischen Spielern konnte besonders der Torhüter, der Mittelstürmer und der rechte Verteidiger gefallen. Arbeiter-Turn- unö Sportvuni) Dockenheim I — Naunheim I 2: 3. Zum letzten Spiel um die Kreismeisterschaft war Naunheim in Bockenheim zu Gast. Mit großer Spannung sah man diesem entscheidenden Tressen entgegen. Der Spielbeginn sah Bockenheim im Angriff. Bald kam aber auch Naunheim in Fahrt und führte nach wenigen Minuten mit 1:0. Nicht viel später lautete das Resultat 2:0 für Naunheim. Auch Bockenheim leitete schöne Angriffe ein, doch konnte die Verteidigung der Gäste immer klären. Halbzeit 0:2. Nach dem Seitenwechsel ging Bockenheim mächtig los, kam bald zum ersten Erfolg und auch zum Ausgleich. Lange währte die Freude der Platzbesiher nicht. Naunheim lag wieder im Angriff, ein scharfer Schuß prallte an der Torlatte der Plahbesiher ab und wurde vom Halblinken der Gäste zum Führunastor oinnMdWf-- ""n^crnßeim nnb sich mit ä >4° üb,,y„Q"' LH d) e Angelegenheit hatte das Ergebnis, daß die Kreivbauecnichaft beim Reichslandbund vorstellig werden soll, der für sofortige Herabsetzung der Düngemittelpreise eintreten soll. 0 Krofdorf, 15. Febr. Der Turnverein Krofdorf hielt gestern seine Jahreshaupt- Versammlung ab. Der erste Vorsitzende. Lehrer Jaeger, gab zunächst einen Heberblick über das verflossene Vereinsjahr, das den Verein in turne- rischer Hinsicht auf alter Höhe sah. Mit Spannung sah man dem Bericht des ersten Turn- warts Leib entgegen. An 455 Turnstunden nahmen 6404 Turner und Turnerinnen teil. 122 Einzelsicge, drei Siege der Musterriege und zwei Mannschaftssiege wurden errungen. In der Aussprache wurde betont, daß das Geräteturnen zu pflegen und dem turnerischen Nachwuchs besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden sei. Spiel- Wart Schlcenbecker teilte mit. daß die drei Handballmannschaften insgesamt 18 Pflicht- und 31 Freundschaftsspiele ausgetragen haben. An den fünf Wanderungen nahmen 185 Turner teil. Der Kassenbericht, von Kassenwart Fabel erstattet, wies einen günstigen Stand der Finanzen aus. Eine Senkung des Beitrages wurde angeregt. Dem Vorstand gehören folgende Herren an 1. Vorsitzender: Lehrer Jaeger: 2. Vors.: S. Süßkind: 1. Turnwart: W. Leib: 2. Turnwart: H. Am end: 1. Schriftführer: H. Schmidt: 2. Schriftf.: K. Gerlach. Kassenwart: K. Fabel: Beisitzer: K. Wagner und K. Debus: Zeugwart: W. Reeh: Schmuck- Wart: K. Leib: Fachwarte: E. Wagner (Wanderwart), E. Schleenbecker (Spiclwart), W. Schmidt (Vergnügungswart), W. Reeh II (Gesangwart). Eisschieß-Wettlämpfe -er Schulen und Vereine. Am Montagnachmittag wurden auf der Eisbahn an den Eichgärten Cisschieß-Wettkämpfe ausgetragen. An den Wettkämpfen beteiligten sich sieben Moarschaften, die sich mit großem Eifer dem schönen Sport Hingaben. Es entwickelten sich spannende Wettkämpfe. Jede Moarschaft spielte gegen jede. Die Eisverhältnisse erwiesen sich nicht als besonders günstig, denn das Eis wurde bei der milden Temperatur reichlich weich und die Teilnehmer standen meist im Wasser. Trotzdem hielten sie alle (mit Ausnahme der Damen des Mtv.) aus und führten die Wettkämpfe (es ergaben sich etwa 50 Spiele) zu Ende. Als iÄeger aus dem Treffen ging die Moarschalt des Cisvereins hervor, die auf Grund größerer Wettspielerfahrung den Kampf für sich entscheiden konnte. Den zweiten Platz hielt die Moarschaft des Männerturnvereins. Die Ergebnisse im einzelnen sind aus der folgenden Tabelle ersichtlich: Sieg Verein Gewinn- Verlust- Note Pkt. Pkt. 1. Eisverein 131 53 2,471 2. Männerturnoerein 87 55 1,581 3. Realgymnasium I 86 68 1,264 4. Oberrealschule 67 85 0,787 5. Ak. To. Rheinfranken 70 100 0,700 6. Realgymnasium II 73 108 0,675 7. Gymnasium 71 107 0,654 8. Mto.-Damen aufgegeben. Spielvereimgung 1900 Gießen Iugendspiele. 1900 1. Igd. - DfD. Friedberg 1. 2gd. 2:1 (1: 0). Dem mit Ersatz antretenden Platzverein merkte man an, daß er acht Wochen Wintersperre hinter sich hatte, es haperte anfangs am gegenseitigen Verständnis. Der Gast, Gruppenmeister der ^-Klasse im Taunuskreis, kombinierte zuviel und sein Sturm war nicht durchschlagskräftig genug. Zudem meisterte 1900s Schlußmann in sicherer Manier einige recht gefährliche Sachen. Die Blau- weißen waren mit vorbildlichem Eifer bei der Sache. Im Sturm wollte es aoer mcht recht klappen. so daß des Gegners Verteidigung vorläufig leichte Arbeit hatte. Als nach einem sauber getretenen Strafstoß 1900 mit 1:0 in Führung kam, ging Friedberg mächtig aus sich heraus und drängte auf Ausgleich. Dadurch wurde 1900 auch angespornt und zusehends besser, es entwickelte sich nun ein schnelles interessantes Feldspiel, in dem keine Partei der andern etwas nachgab. Der Platzverein war dann etwas im Vorteil und konnte eine schöne Kombination mit einem wuchtigen Torschuß zum 2:0 abschließen. Kurz darauf kam Friedberg zum längst verdienten Ehrentor. Germania Marburg 1- Jugend — 1900 2. Jugend 2:0 (0:0). Die mit nur 10 Mann nach Marburg fahrende Elf lieferte dem stärkeren Gegner in der ersten Halbzeit eine ebenbürtige Partie. Nach der Pause erlahmte 1900 etwas, so daß der Gegner zeitweise im Vorteil war. Als nach zwei groben Schnitzern des einen Verteidigers Marburg zu zwei billigen Toren kam, versuchte 1900 mit aller Macht, aber vergeblich bis zum Schluß das Resultat zu ändern. 1900 2. Schüler — Muschenheim 1:1 (0:1). Die Kleinsten waren dem Gast körperlich nicht gewachsen. Dieser führte ein schönes und faires S/>iel vor und konnte durch einen Bombenschuß des Mittelstürmers in Führung gehen. 1900 lieh sich aber nicht beirren, durch technisch besseres Spiel und unermüdlichen Eifer gelang in der zweiten Halbzeit der verdiente Ausgleich. Iugendspiele des VfB. DfD. 1. Jugend — Sp.-D. Garbenteich 1. Jugend 1:1. Die 1. Jugend trat mit einigen Ersatzleuten gegen die spielstarken Gäste an. Nach einem äußerst spannenden und rassigen Kampf, der allerdings infolge Versagen des Schiedsrichters z. T. sehr hart durchgeführt wurde, trennte man sich mit einem gerechten Hnentschieden. Die 1. Schülermannschaft lieferte der gleichen des Tv. Wieseck eine unentschiedene Partie mit 2:2. Die Kleinen zeigten trotz der langen Ruhepause ein beachtliches Können. Der Ausgang des Spieles entsprach dem Stärkeverhältnis. FAHRPREIS O OO — an einschl. voller von RM ni ■ Verpflegung DER FRUHLINGSSONNE ENTGEGEN I. REISE: 18. Mln ab Hamburg - 8 April in Genua Ober Madeira. C4dli (Sevilla, Granada). Malaga. Ceuta (Tetuin). Barcelona, villefranche (Nitze. Monte Carlo) GRIECHENLAND UND KONSTANTINOPEL IL REISE: 6. April ab Genua - 26 April in Venedig über Neapel, Tunis (Karthago), Malta. Konetanbnopel. Phaldron (Athen). KaUltolon (Olympia). Itea (Delphi"). Corfu PALÄSTINA UND ÄGYPTEN III REISE: 2. Mol ab Venedig - 24. Mai in Genua Ober Corfu, Rhodoa. Beirut (Synon), Haifa (Palästina). Port Seid (Ägypten). Measina(Taormlna). Neapel (Rom) SÜDITALIEN-SÜDSPANIEN-MAROKKO IV. REISE: 26. Mai ab Genua — 13. Juni in Hamburg über Nea pelfRom),Palermo, Palme do Mallorca. MAlaga (Granada). Ceuta (Tetuän). 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März d. 3. schriftlich an die hiesige Bürgermeisterei einreichen. 131 ID I Harbach, den 16 Februar 1932. Hessische Bürgermeisterei Harbach S ch o m b e r. Versteigerung. Freitag, den 19. Februar 1932, nachmittags 2 Uhr, werden im Erdgeschoß des Finanzamts Gießen, Lesiingstr. 1, zwangsweise gegen Barzahlung versteigert: Bestimmt: eine Schreibmaschine und verschiedene Kurzwaren. 1300D Finanzamt Gießen, Dollstreckungsstelle. BILLIGE MITTELMEERREISEN MIT M/S.>ONTE ROSA"