EA ir *. * «Mf- 1 Zrettag, lb. vezember 1952 182. Jahrgang Nr. 2<)6 Kvübaussabe Ostsiedlung der beste Grenzschutz AnpapensWirWastsprogrammwirdsestgehalien Zweck ist es unerläßlich, den vom ausgehenden Druck auf die Preise unter Sound besten Erzeugnisse, werden. Zu diesem Weltmarkt ebenso wie es für eine allmähliche Besserung der immer noch gespannten Finanzlage des Reiches keine bessere Garantie gibt, als das berechtigte Vertrauen, das dem derzeitigen Reichsfinanzminister aus allen Kreisen des In- und Auslandes cntgegen- aebracht wird. In kurzen Siifoen kann man die Finanzlage folgendermaßen charakterisieren: 1. Wir werden im laufenden Etatjahr im Reich ohne neue Steuern und ohne weitere Kürzungen der Personolaus- gaben durchkommen, was immerhin einen erheblichen Fortschritt gegenüber den beiden letzten Krisenjahren bedeutet. 2. Das Reich hilft Ländern und Gemeinden, deren finanzielle Verhältnisse zum Teil sehr schwierig liegen, durch organisatorische und finanzielle Maßnahmen. weitern, wie ich schon des Näheren ausgeführt habe. Traditionsgemäß beswht zwischen dem Sol. daten und der landwirtschaftlichen Bevölkerung ein ganz besonderes Verhältnis. Sie werden es deshalb verstehen, wenn ich auch als Reichskanz- ler bemüht bleibe, den Nöten der Land- Wirtschaft soweit als möglich abzuhelfen. Nach wie vor besteht ein Mißverhältnis zwischen den überhöhten Produktions.osten der Landwirt- Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm ‘Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig; für Re» klameanzeigen von 70 um 'Breite 35 Reichspfennig, plahvorschrist 20" , mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil (Ernft Mimischem und iür den zeigenteil i.D.Th.Kümmel sämtlich m Gienen Mit der Frage der Arbeitsbeschaffung hängt die Siedlung eng zusammen. Gerade als Wehrminister muß ich auf die Besiedlung unserer O st mark den größten Wert legen. Denn letzten Endes sind es doch immer d i e Menschen auf eigener Scholle gewesen, die einen festen Grenzwall gegen das Vordringen fremden Volkstums abgaben. Um in der Siedlungsfrage zukünftig schneller vorwärts zu kommen. ist innerhalb des Reichskabinetts dem Reichskanzler und seiner Vertretung, dem Reichskommissar für die Arbeitsbeschaffung, ein besonderer Einfluß aus das Siedlungswesen eingeräumt. Für das Jahr 1933 sind zunächst 50 Millionen für die Siedlung im Haushaltsplan bereit gestellt worden, und weitere 50 Millionen werden unter Mitwirkung der Reichsbank finanziert. 3n den Landbezirken Ostpreußen, Grenz- mark, Pommern und Mecklenburg wird der Siedlung etwa 1 300 000 Morgen Land zugeführt wer- den. Das ist gewiß eine erfreuliche Zahl; aber man darf nicht die Augen davor verschließen, daß jeder Siedlung, der alten wie der neuen, durch die Entwicklung der deutschen Agrarwirtschaft insbesondere durch den Tiefstand der Preise der Deredelungsprodukte ernste Gefahren drohen. Der tiefere Grund für die Rot Deutschlands und der Welt liegt darin, daß zuviele Menschen d i e Verbindung mit dem Boden verloren haben, in Großstädten zusommcn- geballt leben und immer mehr von jeder Wirl- schaftsoeränderung stärker betroffen werden als der Mann auf eigener Scholle. Ls wird der Arbeit einer Generation bedürfen, die Fehler dieser Entwicklung auszugleichen Aber gerade deshalb muh schon heute die Wirtschaftspolitik über die augenblicklichen Rotmahnahmen hinaus die Grundlagen für eine solche Entwicklung Produk t i onsgüter und auf ihre Verbesserung abgestellt werden, und die Vergebung der Arbeiten an Unternehmer ist der Ausführung eigener Regie vorzuziehen. Außerdem wird sichergestellt werden, daß die bereitgeffeUten Geldmittel ausschließlich für die Finanzierung dieser Arbeiten verwandt werden. Entscheidend wichtig ist es, daß für diese Finanzierung eine Lösung gesunden wurde, die jede Jnflationoollkommen ausschlie h t. Dafür bietet die Mitarbeit des Reichsbankpräsidenten Luther, den man wohl als Gralshüter der Währung bezeichnen darf, die sicherste Garantie, den nächsten Monaten völlig zu beseitigen. Ich werde aber alle meine Kräfte ein seh en , um die Not im Rahmen des wirtschaftlich Möglichen zu mildern und namentlich unbillige Härten zu beseitigen. Ich hoffe dabei auf die Mithilfe und die Opferbereitschaft aller, die vor der schlimmsten Not bewahrt geblieben sind. Als besondere Winterhilfe wird von der Regierung folgendes veranlaßt werden: sie wird vor allem die Frischfleischverbilligung verstärken und, wie im Vorjahre, über die Hilfsmaßnahmen der Kohlenerzeuger und der Reichsbahn hinaus eine weitere Verbilligung der Hausbrandkohle für die notleidende Bevölkerung auf Reichskosten vornehmen. Ferner wird sie den kreis der Empfänger auch auf die alleinstehender landwirtschaftlichen Erzeugnisse, insbesondere der Vieh- und Milchwirtschaft, des Gartenbaus und der Forstwirtschaft, möglichst schnell und wirksam entgegenzutreten. Die Reichsregierung wird beim Ausbau dieses Schuhes die von den vorhergehenden Regierungen eingeleiteten Maßnahmen fortsehen und ausbauen. Sobald hier die handelspolitischen Schwierigkeiten sortfallen und wesentliche Erleichterungen eintreten, wird die Reichsregierung von ihrer Zollautonomie im Interesse der Landwirtschaft in dem erforderlichen Ausmaß Gebrauch machen Außerdem wird sie der übermäßigen Einfuhr einzelner waren aus dem handelspolitisch jeweils geeigneten weg entgegenwirken. Ihr ganz besonderes Augenmerk wird die Reichsregierung auf die Beseitigung der Vermischung von Staat undPrivat- wirtschaft richten. Es geht nicht an, daß große Unternehmungen alle Vorteile der Privat» Wirtschaft genießen wollen, alle Nachteile aber, vor allen Dingen also das Risiko auf den Staat abwälzen. Für die Betriebe, die in irgendeiner Form mit Staatsgeldern arbeiten, dürfen in Zukunft nur die Grundsätze für Staatsbetriebe Geltung haben. Wit bescm- zialrentnern, Kleinrentnern Kriegsopfern herrscht. Auch beim Willen wird es uns nicht gelingen, diese Not in [cfjaft und den Preven der landwirtschaftlichen Hier muß ein Ausgleich geschaffen schaffen und sesthallen. Das bedeutet in erster Linie die st ärkere Ausnutzung des dünn bevölkerten Ostens im Sinne der inneren Kolonisation Friedrichs des Großen. 3n zweiter Linie erfordert e*9 ein Auflockern der Großstädte und ein Sehhaftmachen eines möglichst großen Teiles auch der städtischen Arbeiterschast im Sinne südwestdeutscher Bevölkerungsstruktur Es liegt auf der Hand, daß alle diese Probleme aufs engste mit der Frage unserer gesamten Wirtschaftsführung verbunden sind Für den Ches einer 'Regierung wird es nicht immer ganz leicht fein, aus dem Wirrwarr der verschiedenen Ansichten eine Lösung zu finden, die nach Möglichkeit allen Berufsständen gerecht wird. Ich habe dazu das Mittel angewandt, den Herrn Reichs wirt- schafts- und Reichsernährungsmini- st er— die Herren mögen mir diese Indiskretion verzeihen —, die beide ganz hervorragende Sachkenner und Verfechter ihrer Ansichten sind, In ein Konklave z u schließen, um die richtige Mittellinie zu finden Aus der Tatsache, daß die beiden Herren heute friedlich und arbeitsfreudig im Kabinett zusammen sitzen, können Sie den Erfolg dieses Verfahrens sehen Ich bin ketzerisch genug einzugestehen, daß ich weder ein Anhänger des Kapitalismus noch des Sozialismus bin, daß für mich Begriffe spie Privat- oder Planwirtschaft alle Schrecken verloren haben; ganz einfach, weil es diese Begriffe in absoluter Reinheit im Wirtschaftsleben gar nicht mehr gibt, auch gar nicht mehr geben kann Und deshalb nehme ich den Standpunkt ein, man solle in der Wirtschaft das tun, was im gegebenen Moment vernünftig i st und aller Wahrscheinlichkeit nach zum besten Resultat für Volk und Land führt, und sich nicht wegen eines Dogmas die Köpfe einschlagen. Ericherni täglich, autza Sonntags und Feiertags, detlogen: Die Illustrierte ©ienener Familienblätter Heimat mVild Die Scholle Monats-Sezugspreis: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bet Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Sernfpred)anfd)lüffe unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzen. Postfcheckkonto: Frankfurt am Main 11686. derer Freude habe ich lestgestcllt, öaß der Vorsitzende des Reichsverbands der Deutschen Industrie Dr. K r ll p p v. Bohlen u n d H a l b a h die gleichen Gedanlengänge zum Ausdruck bringt, wemi er u. a. sagt. „Der Reichsverband hat wiederholt in eingehender Form gegen d i e Fortführung der Subventionen, gegen jede Sozialisierung der Verluste Stellung genommen, und ich möchte diese Stellungnahmo hier mit aller Entschiedenheit unterstreichen." Und weiter sagt er: „Ein jeder, der für das von ihm geleitete Werk in der Notzeit u m st a a t l i ch a Subventionen ei ti gekommen ist, sollte der Erste sein, der sich in seinen Ansprüchen an das Werk freiwillig und aus eigener Ueberzeu- gung weitestgehend bescheidet, aber auch ein jeder, der ein Werk leitet, das mit V e r l u st e n arbeitet, sollte sich in seinen Ansprüchen aus feste Bezüge die größte Zurückhaltung auserlegen." Das sind goldene Worte, deren Beachtung das beabsichtigte Vorgehen der Reichsregierung ganz wesentlich erleichtern würde. Alle diese Maßnahmen, Arbeitsbeschaffung, Siedlung, Ankurbelung der Wirtschaft müssen aber erfolglos verpuffen, wenn das vertrauen auf stabile Verhältnisse utfb der Glaube an eine bessere Zukunft fehlen Wie ist dieses vertrauen und dieser Glaube» zu schaffen? Rur durch freudige Mitarbeit aller Vevölkerungsschichten und die m ö g l i ch st weitgehende Ausschaltung von Reibungen und abfich ' lichen Störungen Ls ist etwas viel verlangt, in dieser schweren Krifenzeit freudige — ich unterstreiche das Wort freudige — Mitarbeit zu verlangen, und doch weiß ich, daß beim deutschen Volke auch dies möglich ist, wenn bei allen notwendigen Anordnungen der soziale Gesichtspunkt berücksichtigt wird. Oer „soziale General". „Also ein sozialer General", höre ich ma idjctt meiner Zuhörer mit zweifelndem oder sogar spöttischem Achselzucken sagen. Ja, meine Damen und Herren, es hat in der Tat nichts sozialeres gegeben, als d i e Armee der allgemeinen Wehrpflicht, in der Arm und Reich, Offizier und Mann in Reih und Glied zusammen-- standen und in den Wundertaten des Weltkriegs eine Kameradschaft und ein Zusammengehörigkeitsgefühl bewiesen haben, wie es die Geschichte nicht seinesgleichen kennt. Ich betrachte es daher im Sinne der Neudecker Botschaft des Herrn Reichspräsidenten, der erst kürzlich wieder bei einer Unterredung mit den Führern der christlichen Gewerkschaften seine Volksverbundenheit zum Ausdruck gebracht hat, als eine meiner Hauptaufgaben, den Joviale n Gesichtspunkt bei allen Regierungs- maßnohmen zur Geltung zu bringen. Auf dem Gebiet des sozialen Rechts ist eine gewisse Entspannung schon dadurch eingetreten, daß die Verordnung zur Vermehrung und Erhaltung der Arbeitsgelegenheit, die starke Eingriffe in den Tarifvertrag geuiaa>t hatte, ohne die in sie gesetzten Erwartungen auf dem Gebiet des Arbeitsmarktes zu erfüllen, aufgehoben wurde. Die schwierige Lage unserer Wirtschaft und die weitverbreitete Kurzarbeit hat die Arbeitseinkommen tief herabgedrückt. Eine weitere allgemeine Senkung ist weder sozial erträglich, noch wirtschaftlich zweckmäßig. . Die Reichsregierung bekeimt sich zur Sozialversicherung. Sie wird alles tun, um die Dersicherungsträger leistungsfähig zu erhallen. Dem Zwang zur Einfachheit und Sparsamkeit wird sich auch die Sozialversicheruna nicht entz ehen. Die Organisation der Arbeitslosenhilfe, wie sie jetzt ist, kann nicht befriedigen. Die Reichsregierung will die Spannungen, die hier bestehen, beseitigen, d i e Beitragszohler z u ihrem Recht kommen lassen und die vertrauensvolle Zusammenarbeit aller beteiligten Körperschasten herbeiführen. Berlin, 15. Dez. (WTB.) Reichskanzler v. Schleicher hielt heute abend, 19 Uhr, im Rundfunk seine angekündigte Rede, die von sämtlichen Sendern des Reiches übernommen wurde. Der Kanzler führte u. a. folgendes aus: Meine Damen und Herren, geftatten Sie mir zunächst einige perjönliche Bemerkungen. Der General i |3 m a n n hat als Alterspräsident im Reichstage, also in einem Augenblick, in dem er nur seiner eigenen Disziplin, seinem eigenen Gewissen unterstand, Bemerkungen über den Herrn Reichspräsidenten gemacht, die auf da s schärfste z u r ü d g e m i e f e n werden müssen. Wenn auch die historische Persönlichkeit des Herrn Reichspräsidenten weit über derartigen Angriffen steht, so bleibt es doch tief bedauerlich, daß ein angesehener General des Weltkrieges mit diesen Angriffen nicht nur gegen das Staatsoberhaupt, sondern auch gegen den alten Kameraden und seinen großen Führer im Weltkriege Stellung genommen hat. Dies hier zum Ausdruck zu bringen, ist mir Pflicht und Bedürfnis, sowohl als Reichskanzler wie als Soldat. Ich habe gegen die Annahme des Kanzleramtes die allerfchwersten Bedenken gehabt. Einmal, weil ich nicht der Nachfolger meines Freundes P a p e n , dieses Ritters ohne Furcht und Tadel, sein wollte, dessen vom reinsten Wollen und hoher Vaterlandsliebe getragenes Wirken erst eine spätere Zeit voll anerkennen wird, vor allen Dingen_aber, weil der Wehrminister nach Militärdiktatur riecht und weil die Gefahr nicht von der Hand zu weisen ist, daß durch eine Verbindung dieser beiden Aemter die Wehrmacht zu stark in die Politik gezogen werden könnte. Rur die Ueberlegung, daß eine solche Maßnahme den Ernst der Situation so scharf kennzeichnen und auf gewisse Unruhestifter so abkühlend wirken würde, daß dadurch der tatsächliche Einsatz der Wehrmacht verhindert werden kann, hat mich zur Zurückstellung meiner Bedenken Her an laßt. Ich möchte deshalb heute an alle Volksgenossen die Bitte richten, in mir nicht nur den Soldaten, sondern den überparteilichen Sachwalter der Interessen aller Be- volkerungsschichten für eine hoffentlich nur kurze Roheit zu sehen, der nicht gekommen ist, das Schwert zu bringen, sondern den Frieden. „Arbeit schassen" der einzige Programmpunkt. Zunächst werde ich schon zufrieden fein, wenn die Volksvertretung der Regierung ohne Hineinreden und die hinlänglich bekannten parlamentarischen Methoden Gelegenheit gibt, ihr Programm durchzuführen. Dieses Programm besteht aus einem einzigen Punkt: ^Arbeit ,ch ass en!" Alle Maßnahmen, bie die Reichsregierung in den nächsten Monaten durchführen wird, werden mehr oder weniger diesem einen Ziele dienen. In unserem Volke lebt etn Schaffensdrang, der durch keine Enttäuschung umzubringen ist, und in allen Bevöikerungsschichten kämpft man mit demselben Mut und derselben verbissenen Zähigkeit wie im Kriege heute gegen die schweren wirtschaftlichen Nöte unserer Zeit. Das ist hoch bewundernswert. Und gerade deshalb muß es oberstes Gesetz unserer Staatsführung sein, diesen Kampf zu unterstützen und einer Verzweiflung und Katastrophenstimmung vorzubeugen. Tas aber ist nur zu erreichen, wenn man bei der Arbeitsbeschaffung neben den wirtschaftlichen auch psychologische Gesichtspunkte zur Geltung kommen läßt. Sicher ist z. B. der Gesichtspunkt richtig, daß die Arbeitslosigkeit auf die Dauer nur durch d i e Wiederbelebung der Wirtschaft bekämpft werden kann. Aber Menschen, die der Verzweiflung nahe sind, kann man mit Auseinandersetzungen darüber nicht trösten, daß nach den Gesehen wirtschaftlicher Vernunft aus jedes wirtschaftliche Tief ein Hoch zu folgen pflegt. Sie wollen alsbaldige tatsächliche Hilfe sehen. Deshalb muß man rechtzeitig Dämme einbauen, damit die Fluten nicht über uns hinweggegangen sind, bevor die wirtschaftliche Erholung sichtbar wird, auch wenn diese Dämme nicyt hundertprozentig den stre igsten Gesetzen der wirtschaftlichen VernunU entsprechen. Ich habe deswegen dem Herrn Reichspräsidenten die Ernennung eines Reichskommissars für Arbeitsbeschaffung voraelchla- gcn. Seine Aufgabe wird es fein, jeder Arbeits- möglichkeit nachzuspüren, ein großzügiges Arbeitsprogramm aufzustellen und seine Durchführung zu überwachen, wöbe- er bureaukratischen und sonstigen Hemmungen gegenüber die Rolle des Schäferhundes übernehmen muß Fraglos ist eine solche Arbeitsbeschaffung volkswirtschaftlich betrachtet mit größeren Risiken behaftet als eine aus natürlichem Wege eintretende Arbeitsvermehrung. Lurusaufrvendungen scheiden daher auf dem Ar- beitsbcschaffungsp'-ogramm vollkommen aus. Das Programm muß in erster Linie auf die Instandsetzung der vorhandenen Oie Winterhilfe. Ich weih sehr wohl, welche Not heute den Millionen von Arbeitslosen, In diesem Sinne hält die Reichsregierung z u r Zeit folgende wirtschaftlichen Richt- linien für vernünftig, ^ras nicht ausschließt, daß nach Jahr und Tag die Situation andere Maßnahmen erfordert. Unsere wirtschaft kann nur gedeihen, wenn wir nebeneinander sowohl die R u h u n g des heimischen Bodens wie auch die gewerbliche Tätigkeit für den Inland m a r k t und schließlich den Warenaustausch mit dem Ausland im zweckmäßigen Verhältnis zueinander pflegen, von dieser Grundeinstellung aus hat die frühere Regierung ihr bekanntes Wirtschaftsprogramm aufgebaut. Dieses Wirtschafts- Programm halt auch die gegenwärtige Regierung in feinen wesentlichen Teilen für eine geeignete Grundlage zur Lenkung der wirtschaftlichen Entwicklung. Sie ist davon überzeugt, daß bieieä Programm dazu beigetragen hat, die wenn auch zunächst noch bescheidene Verbesserung unserer Wirtschaftslage herbeizuführen, wie sie sich in den Ziffern über die Belebung der gewerblichen Produktion, die Zunahme des Verkehrs und den relativen Rückgang der Arbeitslosigkeit kennzeichnet. Sie ist sich aber ebenso darüber klar, daß es noch einer größeren Zeitspanne als der bisher vergangenen bedarf, um öie vollen Auswirkungen jenes Programms festzustellen. Das gilt um so wehr, als große Teile dieses Programms, wie z. D. die Steuergutsche'.ne und die Deichäftigungsprämien, erst zu einem geringen Bruchteil oder noch gar nicht in Wirkung treten konnten. Auch die Durchführung der öffentlichen Arbeitsbeschaffung, jenes Programms von etwa 1 Milliarde Marl, hat zwar begonnen, doch kann ihre volle Auswirkung erst nach mehreren Monaten in Erscheinung treten. Darüber hinaus wird die Reichsregierung die öffentliche Arbeitsbeschaffung noch erheblich er» GictzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dnid und Verlag: vrnhl'sche Univerfilütr-Vuch- unö öteindruckerei k. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulltraße 7. Der Reichskanzler spricht im Rundfunk. Schleichers große Programmrede vor dem Mikrophon. - Oie Grundlinien für die Arbeit des neuen Kabinetts. bbaifettr ben jamstag cor- tusgang 5.15. beirds 4 Uhr. lesbienft in Uzember. bs 435 unb rrkt. : 85 Rin, )tine, dar- 1 bezahlt: 3 bis 36; les Echos- 0 bis 300 200 bis Sirla 160 - Markt- iltelmöhig, I ’m, be. uncer. fiterer '?■ W-tf. .enNtn hunb> b!t H- „er. .’.^Wöer. '^Ulübuch, 1 .Men fe5rumä: ^rentd .QIWn M au un- "Malions. J blieben ltanb noch 'ft,für Besse, schneien, he kleinen ‘ voll be= Deilerhin h. unoer- its-Freude ben in der dliin g bs:»d Mi j -ebnere -gsr> ER pfehlenwir ' 2.85 2.85 2.85 5.70 ' 3.75 " 2.85 6.50 le Haut 0.15-100 dl-n Unlerstüßungsberechtlglen, zu denen auch bic Kleinrentner gehören, auvdehncn. Ob « möglich ist. die Hilfsmaßnahmen noch über diesen Nahmen hinaus zu erweitern, vor allen Dingen in der Verbilligung von Milch und vrol, hängt von dem Ergebnis der Verhandlungen ab, die in diesen Tagen gepflogen werden. In diesem Zusammenhang muß ich aber ein Wort ernster Mahnung an die Reichs- tagsausschiisse richte». Ich verstehe durchaus, das, die Volksvertretung sich mit allen Kräften um die Besserung der uKrlschaftlichen Lage ihrer Wähler bemüht. Ich kann es aber nicht mehr als verankwortunasbewlifzt bezeichnen, wenn man Entschlüsse saht, die dem Reich viele Hunderte von Millionen kosten würden, ooii denen man also genau weisz, das; sie bei der ernsten Lage der Reichssinanzen niemals d u r ch g e s ü h r t werden können. Durch derartige p a p i e r n e Beschlüsse werden in der Bevölkerung Hoffnungen erweckt, auf deren Nichterfüllung eine umso größere Enttäuschung folgen muh- Aufhebung der Ausnahmebestimmungen. Aber schärfster fl ampf den gewerbsmässigen Heyern. Die zur wirtschaftlichen Beruhigung notwendige Ausschaltung al>er absichtlichen Störungen hat In der Vergangenheit leider eine graste Zahl von A u s n a h m e b e st i m m u n g e n nötig gemacht. Ich habe den Herrn Reichspräsidenten gebeten, die zweifellos eingetretene Beruhigung zum Anlast zu nehmen, um derartige Ausnahmebestimmungen aufzuheben, um endlich einmal wieder zu normalen Rechtsverhältnisse» zurückzukehren. Der Herr Reichspräsident will diesem Vorschlag im Vertrauen auf den gesunden Sinn der Ordnungslieben- den Bevölkerung entsprechen, hat aber zum Ausdruck gebracht, dost er nicht zögern würde, eine scharfe Verordn u n g zum S ch u st e des deutschen Volkes zu erlasfen, falls er sich in feinen Erwartungen getäuscht sieht. Den gewerbsmähigen Unruhestiftern ebenso wie einer gewissen aufreizenden, die Atmosphäre vergiftenden presse darf ich in diesem Zusammenhang warnend zur Kenntnis bringen, dost eine solche Verordnung fertig im Schub- k a st e n liegt und in der Tal in ihrer Lückenlosigkeit eine ausgezeichnete Arbeit darstellt. Ich hoffe, dah Ihre Anwendung ebenfo wenig notwendig werden wird wie der Einsatz der Wehrmacht. Ich möchte aber auch die staatsfeindliche kommuni st ische Bewegung nicht im Zweifel darüber lassen, dah die Reichsregierung auch vor drakonischen Auvnahme- b e st i m m u n g e n gegen die Kommunistische Partei nicht zurückschrecken wird, falls sie die Lockerung der Zügel zur vermehrten Verhetzung der Bevölkerung mihbrauchen sollte. Gorqe für die Lugend. Eine Frage, die dem Wehrminister besonders am Herze» liegen must ist die körperliche und geistige Ertüchtigung der Jugend. Ich gehöre allerdings nicht zu den Leute», die der I»ae»d jede» Tag einmal erzählen, dost sie das Salz der Erde und die Blüte der Ration sei. Das führt nur zu einer Ueberheblichkeit und zu einer äußerlichen und innerlichen Diszivi in l o s i g k e i t, die uns in den vergangenen Jahre» die Jugend manchmal ungenießbar machte. Wieviel Väter, Mütter und Erzieher haben in diesen Zeiten sorgenvolle Briefe an den Wehrminister gerichtet, mit der dringenden Bitte, die allgemeine Wehrpflicht wieder einzuführen Und in der Tat gibt es keine bessere Schule für die Jugend, um Selbstdisziplin, äußere und innere Bescheidenheit und Kameradsc1;aft zu lernen. Solange das Diktat von Versailles uns diese wirkliche Lösung unmöglich machte, muhten andere Mittel gesunden werde». Das Kuratorium für Jugendertuchligung Reichskanzler von Schleicher vor dem Mikrophon. (Frühere Aufnahme.) -MM und die Organisation des Freiwilligen Arbeitsdienstes sind neben den staatlich unterstützten Sportvereinen aller Art die Früchte dieser Bemühungen. Das Erfreuliche an diesen Einrichtungen Ist die U e b c r io i n b u n g des Parteigei st es In eine Maste, daß Parteihäupter und Verbands- grösten schon anfangen unruhig zu werden und um die Seelen ihrer Schäfchen zu fürchten. Die Reichsregierung wird allen geeigneten Einrichtungen, Insbesondere auch freiw'.lUge Käme- radfchaften jugendlicher Erwerbsloser öffentliche Rüttel zur Verfügung stellen, wenn sie gewillt sind, den Teilnehmer» gemeinsame V'rvslegung, körperliche Hebung und geistige Fortbildung zu verschaffen. Zwei weitere Dinge gedenkt biie Reichsregierung im kommenden Frühjahr in Angriff zu nehmen: das freiwillige Werkhalbjahr der Abiturienten und die freiwillige Dauernhilfe. Das freiwillige Werkhalbsahr der Abiturienten soll dem Nachwuchs aller überfüllten Hochschulen Gelegenheit geben, im Zusammenhang mit dem Freiwilligen Arbeitsdienst, der Lrnte- hilse, dcm Geländcsport und dem Notwerk der deutschen Iugend gemeinsam mit Altersgenossen aller Volkskreise in praktischer Tätigkeit einen beispielhaften Volkvdienst abzuleisten Vie frei- willige vauernhllfe soll jugendlichen städtischen Erwerbslosen auf dem Lande in solchen Bauernwirtschaften, die sich bezahlte Arbeitskräfte n cht halten können, als mitarbeitende Haus- und Familiengenosfen unterbringen. Der Plan der Rei )sregierung zur Heranführung der Fugend an der Staat wird durch die geschilderten Maßnahme» um so sicherer gelingen, wenn die Jugend auf der Schule in dieser Richtung eingekeilt und vorgebildet wird. Auch aus diesem Gebiete gibt es eine Menge bringen- der Fragen, z. V. drohende Heberalterung und Vergreisung unseres Lehrerstandes, die lln- Übersichtlichkeit der Organisation des mittleren und höheren Schulw srns, der Unfug des überspitzte» und daher wertlosen Ve- r e ch t i g u n g S w e s e n s. Die geistige und ma- teiüelle Rot des akademis hen Rachwuchses haben das Reich schon zu Hilfsmaßnahmen veranlaßt. Daneben bleibt die Ausgabe der Hochschule außer der Frage der Wissenschaft, die Erziehung ihrer Jugend zum Staat. Aber so wichtig Bildung und Lehre für den Geist unseres Volkes sind, so warne ich doch vor der Heberschähung des Gntellektuellen. Die geistige Erneuerung der Ration, die das Ergebnis der Krisenzeit sein muß, in der wir stehen, wird mehr von unten als von oben erreicht werden müssen. Ich glaube, daß die neuen Formen, in denen heute die Volksgemeinschaften neu erlebt werden, der Arbeitsdienst, die Jugendertüchtigung, die berufskändis :cn Genosse schäften und ähnliches zu einer Gemeinschaft d ä igen. Ich sehe die besondere 2lufgibe des Reiches darin, diese Ansätze zu fördern und hier den Rahmen zu schaffen, in dem die Kräfte der Ration von selbst heranwachsen können. Deutschlands Forderung an das Ausland. Ich habe eben von der allgemeinen Wehrpflicht gesprochen. Das führt mich zu unserer Stellung in der Abrüstungsfrage. Ich habe immer wieder betont und tue das auch heute, dah wir bereit sind, unsere Wehrmacht nur noch mH Messer und pappe n f d) i I b auszurüsten, wenn unsere Nachbarn desgleichen täten. Das stehl nicht gerade nach Aufrüstung aus. Id; habe allerdings auch, und zwar mit aller Deutlichkeit, ausgesprochen, dah die deutsche Negierung nicht gewillt sei, sich wehrlos den Hals abfchneiden zu lasten, dah feine Wehrmacht ihm also dieselbe Sicherheit garantieren müifc, wie jedem anderen. Ein Volk, das in der Wehrfrage unter Ausnahmerecht steht, ist nicht souverän, und der italienische R e g i e r u n g s ch es, ter unteren Anspruch aus Gleichberechtigung in jeder Derhandlungsphase trä nist., s unlei stützt hat, wofür ihm das deutsche Volk Dank weiß. ha. ganz reckt, wenn er in diesem Zusammenhang einmal äußerte, daß das Gewehr für den Deutschen ein Svmbol bedeute, das Symbol des freien Mannes a u f freier Scholle. Ich bin überzeugt, daß wir durch die Genfer Vereinbarung einen großen Schritt nach vorwärts gemacht haben, und daß wir dem Herrn Reichsaußen- minifter dankbar fein müssen für die zähe und erfolgreiche Verteidigung der deutschen Interessen. Ich milchte dabei aber auch der Verdienste des Reichskanzlers Dr. Brüning gebauten, der es verstanden hat, ebenso wie in der Reparationsfrage in der Abrüstungsfrage das Weltverständ- nis für den deutschen Standpunkt zu wecken und ebenso auch meines Herrn Amtsvorgän- gers. der in Lausanne die Reparationsfrage zum Abschluß brachte und die G.eichberechtigungs- frage mutig uno energisch anpackte und vorwärts- trieb. Das deutsche Volk will als freie, gleichberechtigte und beachtete Nation im Kreise der Völker den Platz einnehmen, aus den es nach seiner Gröhe, Vergangenheit und feiner Leistungssähigkeit Anspruch Hal Um diesen ^Unfprud) zu verwirklichen, wird die Rcichsrcgie- rung in ruhiger Entschlossenheit und Stetigkeit an die großen Aufgaben Herangehen, die sich aus der augenblickl chen Lage ergeben. In nüchterner Würdigung der politischen Realitäten, zugleich aber auch im vertrauen aus die gesunde innere Krast unseres Volkes sind wir bereit zur aufrichtigen freundschaftlichen Zusammenarbeit mit allen den Regierungen, die auch ihrerseits gewillt sind, eine Lösung der offenen internationalen Probleme auf dem Wege gerechter und billiger Verständigung zu suchen. Zusammenschluß aller gutwilligen Kräfte. Wenn ich an dieser Stelle dem Gefühl engster kameradschaftlicher Verbundenheit und herzlichen Dankes für die Wehrmacht Ausdruck gebe, so wird man dies dem Wehrminister nicht verübeln, zumal wenn er an diesen Dank die Ermahnung knüpft, an dem überparteilichen Standpunkt festzuhalten. Dann wird die Wehrmacht immer mehr zum Sammelbecken deutscher Kraft und Einigkeit werden. In gleicher Linie liegen die großen Aufgaben des deutschen Beamten st andes, der feit den Tagen Friedrich Wilhelms L bis auf den heutigen Tag eine der Hauptstützen des Staates Ist. für feine Hingebung, aber namentlich in den letzten Jahren nur wenig Dank in der Öffentlichkeit gefunden hat. Ich werde nicht aushören, an dem Zusammenschluß aller gutwilligen Kräfte zu arbeiten, die gerade einem Präsidialkabinett den notwendigen Rückhalt im Volk geben müssen. An Verbände, Gruppen und Parteien möchte ich aber in dieser Stunde die Olt ab- nung richten, daran zu denken, dah sie nicht Selbstzweck sind und ihre Daseinsberechtigung verlieren, wenn sie sich der Mitarbeit am Staat entziehen. Das deutsche Volk hat ein sehr feines Gefühl für ein Versagen auf diesem Gebiet und wird sich enttäuscht von denjenigen abwenden, denen es in reichem Maß sein Vertrauen geschenkt hat, weil es große positive Leistungen von ihnen erwartete, und nicht Taktik und Qiegation. Denen aber, die da meinen, eine autoritäre Staatsführung könne des Rückhaltes im Volke entbehren, diq, darüber hinaus sogar jede Zusammenarbeit mit dem Parlament ablehnen, möchte ich entgegenhalten, daß Wille und Mut allein zum Regieren nicht genügen, daß auch Verständnis für das Empfinden des Volkes und das Erkennen des psychologischen Momentes dazu gehören. Deshalb wird die von mir geführte Reichsregierung für ihre Arbeit den besten Moltkesprnch „Erst wägen, dann wagen" zur Richtschnur nehmen. Mecfter des Eisenbaus. 3u Alexander Gustav (ListelS 100. Gebultülage Don Dr. Hranz Stiftler. In den Elfenbahnzüge», die fid) Paris nähern, kann man stets das gleiche Sdjaufpiel erleben. Alles drängt sid) an die Fenster und fucki den Eiffelturm zu erspähen. Er ist das Wahrzeichen dieser Stadt. Weithin sichtbar hebe» sich seine seine» Linien von, Horizont ab. Wie ein zartes Gespinst nehmen sie sid) von der Ferne gesehen aus. .yoch überragt seine blitzende Spitze das Häusermeer. Wenn man näher kommt, wird der Eindruck ein Immer gewaltigerer (Ei wird am stärkste», wenn ma» unten zwischen den vier weit ausladenden Füßen steht und erkennt, wie sid) das Gitterwerk des Eisens aneinandersügt, wie es gelungen ist, durch eine einzigartige Bauweise zu einer Höhe zu ko »men, die lange Zeit hindurd), mehr als vier jrji'hnte, die höchste war, die jemals auf Erden erreicht wurde. Dreihundert Meter über dem Boden liegt die Spitze des Turms. Dieser Bau bat den Namen seines Schöpfers in der ganzen Welt bekannt gemacht. Aber auch ohne ihn müßte man diesen Ingenieur zu den hervorragendsten Techniker» aller Zeile» rechnen. Dao, was er vor der Erbauung des.Eisfellurms ausge- führt hatte, begründete das Vertrauen das man dem von ihm für den Turin ausgearbeiteten Plan entgegenbrachte Durch dieses Vertrauen gelang es ihm. sich gegen viele Widerstände durchzufetzen. Viele Techniker glaubten nicht an die Ausführbarkeit. Ihre Einwände gründeten sid) auf Erwägungen. an denen man nicht ohne weiteres vor- iibergehen konnte. Hauptsächlid) wurden Zweifel darüber geäußert, ob ein Eisenwerk von dieser Mächtigkeit, ob diese Unmenge von eisernen Trä» grrn und Stäben nicht bald durch Rost zugrunde gehen würde. Einzelne beredeten sogar die voraussichtliche Lebensdauer und kamen zu dem Ergebnis, daß sie im höchsten Fall zehn Jahre betragen würde. Für ein derartiges kurzes Dasein aber wäre die Bausumme die sich säst aus sieben Millionen Franken belief, zu hoch. Eissel batte alles bedacht, auch wie man den Turm vor den Einslüssen der Witterung und damit vor dem Verrosten schützen könne. In seiner 'Her gange »he II hatte er Erfahrungen genug gesammelt Er war kein iunger Man» mehr und wußte genau, was er wollte. In diesen Tagen sind hundert Jahre Ukrgangen, seitdem er zu Dijon geboren wurde, i hatte er seine technischen Studien vollendet. | Das war gerade um die Zeit, wo man das Eisen auf neue» Gebieten als Baustoff zu behandeln begann. U überall wurden Eisenbayncn gebaut. Dabei tauchte immer wieder die Frage aus, ob man die Brücken aus Stein oder aus Eisen Herstellen solle. Den Stein war man gewohnt, dem Eisen traute man »och nicht so recht, mußte es dod) der schweren Last der Züge und den von ihnen ausgehenden Erschütterungen standhal- len. Eissel setzte sich von Anfang an für Metall ein. Unter seiner Leitung entstand eine große Eisenbahnbrücke von 5 0 0 Meter Länge bei Bordeaux. Diese Brücke zeichnete sid) nicht nur burd) ihre 'Ausdehnung aus, sondern and) durch die Art und Weise ihrer Ausführung. Eissel hatte ganz neue Verfahren, insbesondere für die Herstellung ber Pfeiler erbadjt. In ber Folgezeit führte er noch zahlreiche Brückenbauten stets in Eisen aus. Das Eisen wurde überhaupt sein Element. Sein Ruf verbreitete sich rasch. Aus allen Ländern t'nssen hm Aufträge zu. Er schuf de» Bah»hof von Pest. 1867 erbaute er die Maschinenhal e für bie Pariser Weltausstellung -und elf Jahre später für Die nächste 'Ißcltauoftellung den Pavillon der Stadt Paris. Bis nad; Asien drang sein Ruhm. Auch dort führte er Bauten aus. Zugbrücken von "och nicht dagewesener Kühnheit entstanden. In mannigfadicr Weise trug Eissels Lebensarbeit dazu bei, die Verwendung des Eisens bei Bauten der verschiedensten Art zu fördern. Auf uer|d)icbenen Gebieten des Metallbaus wies er neue Wege Auch die große Kuppel auf der öternmarte zu Nizza ist fein Werk. Sie hat ein Gewicht von mehr als 100 000 Ki.ogramm. Um sie leicht drehbar zu mad)en, setzte sie Griffel auf einen ringförmigen Schwimmer, der in eine Flüssigkeit eintaucht, die nid-t frieren kann. Dadurch wird bewirkt, daß sie sid) ohne jede Anstrengung bewegen läßt. Im Jahre 188!) jollte in Paris wiederum eine Weltausstellung stattfinden. Eissel trat an die französische Regierung mit dem Plane heran, auf dem Aucstellungstzelände am Marsseld als weithin sichtbares Zeichen und zugleid) als Beweis für bie hohe Stufe, bie technisches Können erreicht hatte, einen Turm v o n n o d) nicht ba gemefe n e r H ö h e und vollständig aus Eisen z» errichten. Alle Eimvände die von ted)ni[d}er Seite gemacht wurden, widerlegte er. Zwei Jahre, vier Monate und neun Tage dauerte ber Bau des Eiffelturms Die flache, die er überdeck! stellt ein Quadrat von 130 Meter Seitenlange bar Aus vier Betanklönen ruht er, hie tief in die Erde hinein versenkt sind Diese Grundpfeiler tragen das ganze ungeheure ("ewichl des Turms, das sid) aus neun Millionen Kilogramm beläuft. Rasch verjüngt sich ber Bau nach oben zu. Die erste Plattform in 58 Meter Höhe stellt nur noch ein Quabrat von 65 Meter Seitenlange dar, 115 Meter darüber bie zweite Plattform mit 30 Meter Seitenlange. Von hier an läuft ber Turm in eine einzige Säule aus. Aufzüge führen bis hinauf in feine Spitze, von ber man einen wunderbaren Bl ck genießt, ber sich bei gutem Wetter bis zu 70 Kilometer Entfernung erstreckt. Riffel Hal, ein Beweis für seine ungeheure Arbeitskraft, auch während des Baus seines Turms nod) verschiedene andere Bauten aucgeführl und Entwürfe zu weiteren bearbeitet. Er ist am 28 Dezember 1923 gestorben. Mit ihm hat die Welt einen hervorragenden Techniker verloren, einen glänzenden Förderer des Eisenbaus, also einer Bauart, die heute eine Rolle spielt, von der man, als Gaffel seine Tätigkeit begann, noch nichts ahnte. Gefährliche Wanderung auf dem Treibeis. Gin junger Schotte, Alexander Austin, ist jetzt nach dreijährigem Jägcrlebeu im Polark.eis nach Vancouver zurückgekehrt, während sein Gefährte, ein f^anzö,.scher Kanadier namens RapoleonDer- uille, der mehrere Zehen durch Frost verloren hat, im Krankenhaus zu Gdmonteu schwer darnieder- liegt. Die beiden jungen Leute haben im Gis des hohen Rordens ein sehr gefährliches Abenteuer bestanden. Das Schiff, mit dem sie nach Rorden fuhren, der Dampfer der Hudson-Bai-Gesellschaft „Baychinw", ist verloren gegangen; er geriet ins ®iä in der Rähe von Point Varrow in Rord- alaska und fror hier fest, so daß seine Ladung Pelze im Werte von etwa 2 Millionen Mark von Flugzeugen geborgen werden mußte. Das verlassene Schiff wird jetzt von den träge nach Osten >ch.ebenden Gismassen mit fortgefüfjrt und toirb, wenn sein kräftiger Rumpf den schweren Druck aushält, in etwa zwei Jahren durck) die Rordwest-Pafsage gebracht werden, das wäre eine Reise, die nur solch ein Geisterschiff vollenden kann. Austin und Verville waren unterdessen auf der Jagd nach den seltensten und kostbarsten Pelztieren der Arktis, dem Weißfuchs und dem SU- berfuchs. Alles ging gut. bis das Hnglück über sie beifiel, als sie eine zugefrorene Meerbucht von Kap Lcnnbton aus überqueren wollten. Als sie in die Rahe der gegenüberliegenden Küste kamen, war das Eis sortgetrieben, und sie waren gezwungen, zurückzukehren. Sie wanderten nun ans dein Treibeis sechs Tage lang von Scholle zu Scholle und wagten kaum, auf den eisigen Flößen zu schlafen, bie nach dein Meere hintrieben. Zunächst nährten sie sich von -dem rohen Hafermehl, das sie für die Hunde mitgenommen hatten. Dann mußte ein Hund dran glauben; er schmeckte wie Seife. Austcn erzähltem „Wir waren gar nicht hungrig, aber wir wußten, daß wir essen mußten oder sterben. Es blieb keine Wahl: der Hund oder wir!" Schließlich sanden sie einen Weg zur Küste und dort eine verlassene Hütte, in der ein Ofen stand. Rachdem sie sich etwas erholt hatten, gelangten sie mühselig in furchtbarer Kälte nach der Es!':mo-S'edlung an der Storkersson-Bucht. H er mußten Vervilles Zehen mit einem Rasior- m ier alaenommen werden. Er halte die Hnvor- sick-tigkeit begangen, im Schlitten einzufchlcifen. Die Eskimos wußten Rat; sie beorderten mit der Selbstverständlichkeit eines Großstädters ein Flugzeug aus Edmonton zum Transport des Kranken. und auf diese Weise wurde Verville 2030 Kilometer weit nach dem Krankenhaus gebracht. Austin ging dann, nachdem er sich erholt hatte, weiter auf Jagd, aber er wurde krank. Ein Händler, dessen Vatezr-ein Deutscher war. brachte ihn zu seiner Mutte'.. Der Deutsche war im Besitz eines Thermometers; er maß Austin und erkannte seine Krankheit als Typhus. Der Patient wurde mit Rennfiermilch genährt, bis er wieder gesund war. Er hat aber seht von seinen Erlebnissen im hohen Rorden genug und will nicht mehr ins ewige Gis zurückkehren. £od?fdniln a cb nd) fett In Derlin ist Professor Dr. Hans H e ß v o n Wich dorff von der Preußischen Geologischen Landesanstalt tm Alter von 56 Jahren an einem Scr|fd)Iag gestorben. Professor Heß von Wichdorfs stammte aus Gotha und hat auf dem Gebiete der Geologie. Heimatkunde und des Be.g- baues gearbeitet. Besonders b.ckannt geworden ist er durch seine „Geschichte des Thüringer Berg- baus" und sein Buch „Masuren. Land und Leute". Professor von Wickdorsf entdeckte 1910 die Feen- grofte bei Saalfeld i i T .ü i gen. die eirzi e buntfarbige Höhle der Welt, und 1915 das große ost- germanische Gräberfeld bei Löhen in Masuren, bas er vollständig ausgrub. Geh. Hofrat Professor Dr. Erwin B o i t, der bekannte Münchener Physiologe. Miig'ied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften and Rittherausgeber der Zeitschrift für Biologie, voll- enbet am 16. Dezember sein 8 0. Lebensjahr. Professor Dr. Heinrich Spangenberg in TR und) en hat den Ruf auf den Lehrstuhl für Eckenbeton- und Massivbrückenbau an der Tech» nifchen Hochschule in Charlottenburg ab* gelehnt. Aus der Provinzialhauptstadt. Hamstergeld und Zluchtkapiialien kehren zurück. Seit mehr als Jahresfrist muhte in Deutschland der Kamps gegen das Geldhamstern ge.ührt werden. Diesem Kampf war ein erfreulicher Er,olg beschieden, denn in den letzten Wochen und Monaten sind, wie eine Reihe von Anzeichen erkennen lassen, die gehorteten Geldoeträae zu einem erheblichen Teil wieder in den Verkehr geflossen. Darauf läßt die günstige Entwicklung der Spareinlagen bei den Sparkassen, aoer auch die Bewegung am Rentenmarkt schließen. Auch das in das Ausland geflüchtete inländische Kapital hat Heimweh bekommen. Die Betroffenen haben gemerkt, daß Kapitalflucht nicht nur ein schlechtes Geschäft ist, sondern daß die Vorstellungen von der Sicherheit des Geldes im Ausland sehr übertrieben und kmrchaus nicht immer zutreffend waren. Der Rückfluß von Hamstergeld und die Rückkehr ier Fluchtkapitalien ist eine wichtige Voraussetzung für die pleoerwindung der Krise. Die Wi^i^aftsbelebung kann nur langsam einsetzen, und das ist gut so: denn jede zu stark und künstlich geförderte Belebung würde leicht die Gefahr einer Uebertreibung und Niederspannung und damit die Keime einer neuen krisenhaften Entwicklung in sich bergen. Die Bereitstellung bereits vorhandenen, aber bisher in Strümpfen und Kisten zurückgehaltener Kapitalien für die Kreditgewährung an die Wirtschaft ermöglicht die Finanzierung einer gesunden Arbeitsbeschaffung. Gegen alle Projekte, die auf eine künstliche Kreditschöpfung hinauslaufen, werden mit Recht schwerwie- geirde Bedenken erhoben. Der normale und auch ergiebige Weg geht über die Sparinstitute. Einen Beweis dafür, wie stark jetzt die früher häufig verkannte Bedeutung des Sparens und der Sparer für die Wirtschaft in der Oessentlichleit gewürdigt wird, liefert die vor kurzem erfolgte Gründung Les „Dolksbundes zum Schutz ersparten Vermögens". Diese Front der Sparer hat alsbald ein starkes und gutes Echo gefunden. Reichsbankprä- sident Dr. Luther hat die Arbeit des Volks- bundcs als eine große soziale unb. wirtschaftliche Aufgabe bezeichnet, die sowohl im Interesse der vielen Millionen Sparer, als auch zum Schuh des wirtschaftlich und sittlich wichtigen Sparsinns und zur Förderung der unentbehrlichen nationalen Kapitalbildung gepflegt werden muh. Durch diesen Zusammenschluß, den die berufenen Sparinstitute nach Kräften fördern, wird die Macht der Sparer gestärkt und damit ein weiterer wichtiger Faktor für die Gesundung der wirtschaftlichen Verhältnisse geschaffen. Spenden für die Winiernoihilfe. Don der Geschäftsstelle der Gießener W-internot- hilfe werden uns die nachstehenden weiteren Spenden miig: teilt: Frau Jenny Wohlmuth, Selterswe-g 59, 10 M.irt: 'Hausfrauenberatung: 2. Sammln r.

en, Nonnenroth, Langsdorf, Eberstadt, Steiinhoim, Rabertshausen, Reich.m bei Hungen, Allendorf a. d. Lumda, Doubi. gen, Ruttershausen, Mainzlar, W.itershain, Rü.'.ör.gshausen, Geilshausen, Oden- hausen, Beue-rn, Großen-Luseck, Oppenrod, Reiskirchen, Burthandsf.'lden, Bersrod. In neun von diesen Orten ist die Sammlung noch abzuholen. Ungenannt hat durch die Stadt lasse 10 Mark überwiesen. ßvne Warn nq an die Käufer. Vom Landesverband des Hessischen Einzelhandels, Sitz Darmstadt, wird uns goschvieben: Es durchziehen augenblicklich Hausierer die hiesige Gegend, um uns mit ihren Artikeln — oft handelt es sich um ausländische Fabrikate — zu beglücken. Die ortsansässigen Geschäfte leiden schwer darunter. Aber sie haben nicht allein den Schaden, sondern der Käufer ebenfalls; denn man bezahll erfahrungsgemäß diese du ch den Hausierhandel gekauften Gegenstände und Masch ncn oft viel teurer, als wenn man sie bei den ortsansässigen Gefchäften bestellt. Die Hausierer machen ihre Geschäfte jo vielfach nur aus Grund ihrer oft fabelhaften Ueber- redungskunst, und wenn jemand nicht ganz fest ist. wird er von den redegewandten Hausierern fast regelmäßig umgeworfen. Man sollte nie einen Gegenstand durch den Hausierhandel kaufen, ehe man sich nicht vorher beim ortsansässigen Handel darüber unterrichtet hat, ob man in bezug auf den Preis nicht überfordert wird und ob die Oual'tät auch dem Preise entspricht. tD:e von den Hausierern gebotenen Zahlungserleichterungen sind vielfach wesentbch ungünstiger, als sie vom einheimischen Handel gewährt werden können, und müssen zudem durch den viel höheren Preis zu teuer bezahlt werden. Das beste Mittel, sich gegen die Aufdringlichkeit der Hausierer zu schützen, ist, sich überhaupt nicht in Unterhandlungen m't ihnen einzulassen, sondern ihnen zu erklären, daß man nicht vom Hausierer, sondern beim Fachaeschäft am Platze kauft. Hat man sich nämlich mit solch einem redegewandten Herrn einmal eingelassen, dann wird man ihn nicht mehr los; und hat man ihm den kleinen Finger gereicht, dann hat er bald die ganze Hand. Es g'bt heute fast keinen Ver- kanfsartikel, der nicht auch von Hausierern ange- boten wird. Besonders schlimm ist es bei Nähmaschinen, Radioapparaten, Fahrrädern, Wasch- ma'ch'nen, Staubsaugern, Bildern, Teppichen, Wäsche usw. Mit Rücksicht auf die schwierige deutsche Wirtschaftslage sollte jeder heute darauf achten, daß in er st er Linie deutsche Erzeugnisse gekauft werden. Es ist letzten Endes ein Akt vaterländischer Klugheit, die deutschen Produkte zu bevorzugen, besonders auch dann, wenn sie dem ausländischen Erzeugnisse nicht nur ebenbürtig, sondern sogar überlegen und zudem preiswerter sind. Von zuständiger Stelle in Frankfurt wird folgende Warnung vor Betrügern verbreitet: 3n letzter Zeit Haven wiederholt Personen in verschiedenen Orten sich als angeblich Beauftragte der ft-irma Josef Witt, Bersandgeschaft, Weiden, ausgegeben und Bestellungen auf Textil- und Leinenwaren entgegengenommen, oder minderwertige Waren im Umherziehen abgesetzt. In mehreren Fällen haben sie auch Anzahlungen herausgeschwinde. t. Es handelt sich durchweg um Betrüger, da die F:rma Witt keine Reisenden oder Vertreter angestellt hat. Das Publikum sei daher vor angeblichen Vertretern obengenannter Firma gewarnt. Zuchlviehversteigerung m (Siegen. Bei der am Mittwoch vom Landwirtschafts- kammer-Ausschuß für Oberhessen durchgeführlen Bullen- und Eberversteigerung in Gießen kamen 22 Bullen und 13 Eber zum Verlauf. Vor der Versteigerung wurden die Bullen g.rich €.. Die Prami erungs.ommiisi.on bestand aus den Herren Oberveterinärrat Dr. Mon - n a r d - Gießen, Heinrich G ö r l a ch - Ober-Hör- gern und Ludwig D a m e r - Röthges. Die Prämiierung hatte folgendes Ergebnis: 1. Preise: Freiheml'ch RiedeselscheGuts- verwaltung - Sick ndorf und Ldw. H a u b II.- Rieder-Weisel. 2. Preise: Otto Weih- Heuchelheim (Wet- terau), Eberhard R u m p f Ill.-Eberstadt und Karl Lindemeier - Trais-Münzenberg. 3. Preise: Willy Hanack-Zell, Arbeiter- k o l o n ie - Reu-äll.ichstein, Karl Schaaf- Winihauien, Heinrich G ü n ther IV.-Maar, Otto Wahl- Strebendors und I.Bern Hardt U.- Angenrod. Die Eber fanden bei annehmbaren Prellen flotten Absatz. Die Preise bewegten sich zwischen 95 und 133 Mark. Die zur Versteigerung gebrachten Bullen konnten nahezu alle abgeseht werden. Trotz recht guter Qualität der Bullen waren die Preise gedrückt; sie bewegten sich zwischen 330 und 460 Mark je Tier. •• Vorläufig keine Ausgleichsabgabe zur he, fischen Schlacht ft euer. Vom hessischen Finanzministerium wird mitgeteilt, daß von der Anmeldung der Einfuhr von Schmalz in das Gebiet des Volksstaates Hessen und von der Festsetzung und Erhebung der Ausgleichsabgabe bis auf weiteres abgesehen wird. Diese Maßnahme bedeute zunächst keine Abänderung der gesetzlichen Vorschriften und Ausführungsbestimmungen, sondern sei nur getroffen, um besondere Härten zu vermeiden. Sie stelle eine vorläufige Regelung dar. Die endgültige Entschließung soll nach Abschluß der Verhandlungen mit den übrigen Ländern wegen gleichmäßiger Regelung der Ausgleichsabgabe erfolgen. Der Versand von Weihnachtspaketen. Die Post hat umfassende Vorkehrungen für die schnelle und pünktliche Zuführung der Weihnachtssendungen an die Empfänger getroffen. Rach Mögl ch eit werden die Pakete auch außerhalb der Schalterstunden ohne Einlieferungsgebühr angenommen: unter Vermehrung der Betriebsmittel und Zustellungskrä'te werden sie mit gewohnter Pünktlichkeit zugestellt. Bei rechtzeitiger Auflieferung werden die Pakete stets zur gewünschten Zeit den Empfänger erreichen. Wenn man verhindert ist, die Pa'ete selbst beim Postamt einzuliefern, gebe man sie dem Paket- zusteller mit, und zwar kann das überall da geschehen, wo d'e Paketzustellung mit Fahrzeugen ausgeführt wird, die Schilder mit der Aufschrift „Annahme von Paketen" tragen. Die Abholung der Pakete, für die eine Gebühr von 23 Pf. zu entrichten ist, kann auch durch Fernsprecher oder schriftlich beim Postamt bestellt werden. Postkarten oder einfache Zettel genügen hierfür: sie können unfrankiert in die Briefkasten gelegt, oder den Zustellern mitgegeben werden. ** Weihnachts- und Reuiahrspost- karten. Gedruckte einfache Weihnachts- und Reu'ahrspostkarten, die in Größe, Form und Padierstärke den Bestimmungen für Postkarten en'suchen und ohne 3.1m'chlag versandt werden, un erlieg n einer ermäßigten Gebühr. Auf d'esen Karten dürfen außer den Absenderangaben (Absendungstag, Rame, Stand und Wohnort nebst Wohnung des Absenders! noch weitere 5 Wörter, die mit dem gedruckten Wortlaut im Zusammenhang stehen müssen, handschriftlich hinzugefügt werden. Als solche zulässigen Rachtragungen gelten z. B. die üblichen Zusätze „sendet", „Ihre", „Dein Freund", sendet Dir", sendet mit besten Grüßen Ihre" usw. Die Gebühr beträgt sowohl im Ortsbereich des Aufgabeorts, a's auch im innerdeutschen Fernverkehr, sowie im Verkehr mit der Freien Stadt Danzig, Litauen und Memelgebiet, Luxemburg und Oesterreich für e:n- fache Karten (ohne Umschlag versandt) 3 Pf, für Karten in offenem Umschlag bis 20 Gramm 4 Pf. Amtsgericht Gießen. Daß auch an sich harnlos erscheinende Unterhaltungen unter vier Augen und dabei fallende gelegentliche Aeußerungen, namentlich wenn sie irgendwie m't Politz k zusammenhängen, bei mangelnder Vorsicht leicht gerichtliche Rachspiele zur Folge haben törnien, bewies eine der letzten Gerichtsverhandlungen. Ein Schlosser in der Umgegend hatte sich in einem Fabrikraum in Abwesenheit Dritter mit einem anderen über die Gehaltsverhältnisse der Gewerkschaftsangestellten unterhalten und dabei die Aeußerung getan, der Gießener Kreisleiter der RSD-AP. beziehe einen Monatsgehalt von 433 Mark. Dies war nicht erweislich wahr. Ein Versuch, den Wahrheitsbeweis zu erbringen, wurde auch gar nicht gemacht. Doch erschien es von vornherein ausgeschlossen, daß die Aeußerung wider besseres Wissen geschehen war. Der Kreisleiter, ein vielbeschäftigter Veterinärarzt in der Umgegend mit guten Einnahmen, auch Landtagsabgeordneter, fühlte sich durch die Aeußerung in seiner Ehre gekränkt und in der öffentlichen Meinung herab- gewürdigt. Er strengte Privatklage an, da er der Ueberzeugung war, aus der Aeußerung sei zu entnehmen, er, der Privatkläger, lasse sich seine politische Gesinnung bezahlen und nütze seine im Interesse der Partei geübte Tätigkeit ru deren finanziellen Schaden pekuniär aus; die Kränkung sei um so schwerer zu bewerten, weil er gut situiert sei und derartige Rebeneinahmen durchaus nicht bedürfe. Das Gericht hat in der Aeußerung eine Beleidigung erblickt; sie wiegt, objektiv betrachtet, auch schwer; doch handelt es sich anderseits nur um ein dem Beschuldigten zufällig zu Ohren gekommenes Gerücht, das er gelegentlich eines Zwiegesprächs ohne Absicht einer Beleidigung — diese ist nicht etwa Voraussetzung der Strafbarkeit der letzteren — gutgläubig weitergegeben hat. Der Privatkläger beanspruchte auch einen erhöhten Ehrenschuh gemäß Kapitel 3 § 1 bis 3 der Rotverordnung, Teil VIII vom 9. Dezember 1931. Das Gericht erachtete aber die Voraussetzung für die Anweisung dieser Gcsehesstelle nicht für vorliegend: der Privatkläger stehe zwar im öffentlichen Leben, die Beleidigung sei aber keine öffentliche gewesen. Strafe: 2 0 Mark G e l d st r a f e wegen Beleidigung im Sinne des §186 StDBs. „An der Kläranlage" stand ein Rationakfozia- list, der die ständigen Belästigungen durch dortige Kommunisten müde war. im Begriff, in die Innenstadt auszuziehen.^Cr selbst war beim Umzug nicht anwesend, hatte aber seiner Ehefrau vier Helfer geschickt. Sofort als der Umzug bekannt wurde, f ammelten sich etwa 50 Leute, meist Kommunisten, vor dem Hause, darunter die drei Angeklagten, ein 19jähriger Arbeiter, eine vielfach, zum Teil schwer vorbestrafte Ehefrau, sowie deren ebenfalls vorbestrafte ledige Schwester. Daß die nunmehr folgenden Verunglimpfungen einen politischen Einschlag hatten, ergab sich aus den Zurufen aus der Menge heraus, die ahe auf die RS DAP. gemünzt waren. Deshalb fand bei der Bestrafung auch § 12 der Verordnung des Reichspräsidenten gegen politische Ausschreitungen vom 14. März 1932 Anwendung. Ramentlich die au3- ziehende Ehefrau wurde von den beiden ange- klagten Frauen auf das Gemeinste beschimpft: sie wurde wider die Wand gestoßen, ihr ins Gesicht geschlagen und dergleichen mehr. Dem einen Packer ging es nicht besser; doch setzte sich dieser zur Wehr. Als die Frau nach der Polizei gehen wollte, wurde sie mit Gewalt daran gehindert. Der Arbeiter und die angekiagte Ehefrau erhielten eine Gefängnis st rafe von je zwei Monaten, derer. Schwester erhielt eine solche von sechs Wochen. Bücher unter dem Weihnachtsbaum Neue Kalender. — Athenaion-Kalender .^Kultur und Natur" 1 9 33. Als Abreißkalender eingerichtet, mit einem farbigen Titelbild nach einem Gemälde von Willi ter Hell und 220 Abbildungen in Doppel- tondruck. Mit einem originellen, unterha.tenden Preisausschreiben im Werte von 1000 RM. Preis 2,40 RM. Akademische Berlagsgesellschaft Athenaion m. b.H. Potsdam. — (522.) — Inhaltsreich und billig präsentiert sich der Kalender in geschmackvoller Ausstattung, als ein freundlicher, anregender Begleiter für jeden Tag des Jahres. Wissenschaftlichkeit, Schönheit und Zweckmäßigkeit sind sinnvoll in ihm vereinigt und werden in mannigfacher Abwandlung, lebendig und fesselnd, mit Geist und Laune in Wort und Bild dem Beschauer und Leser bargeboten. Eine Fülle interessanter Kunstdruckbilder aus allen Gebieten des Lebens verleiht dem Kalender Reiz und Wert. Die Bildunterschriften sind zu kleinen, aber erschöpfenden Artikeln aus der Feder erster Sachkenner geweitet, mit Anekdoten, Sprüchen, Sprichwörtern, Reimen, Wetterregeln, mit willkommenen Gartenratschlägen bringt der Kalender eine Fülle der Anregung. — Köhlers Illustrierter Deutscher Kalender für 1 9 3 3 (Wilhelm Köhler Verlag, Minden i. W.) ist 224 Seiten stark, mit über 100 Abbildungen und einem farbigen Kunstblatt geschmückt und enthält eine Fülle interessanter Aussätze und Plaudereien und eine Reihe spannender, illustrierter Erzählungen. Der Landwirt findet bas vollständige Verzeichnis der Messen und Märkte, interessante Schaubilder, auch eine Wettervoraussage für 1933. Preis 70 Ps. — (335) — Philosophie. — Dr. Max Ape 1: Einführung in die Philosophie, Reclams Univ. Bibliothek Nr. 7187—89, Leipzig 1932, geh. 105, geb. 1,45 Mk. — (455) — Das kleine Buch führt m.t großem pädagogischem Geschick und vorbildlicher Klarheit der Ausdrucksweise auf dem Wege historischer Darstellung in die Hauptprobleme der Philosophie ein. Mit besonderer Liebe ist die Philosophie Kants behandelt. Aber auch über die gegenwärtige Laae der Philosophie berichtet der Verfasser. So erscheint diese Einführung wohl geeignet, jedem Leser den Zugang zu den Grundfragen der Philosophie zu öffnen und ihn auch an dem Geiste der philosophischen Bewegung der Gegenwart teilnehmen zu lassen. — Rudolf Kayser, S p i n o z a , B i l d n r s eines geistigen Helden. Wien-Leipzig, Phai, don-Verlag in Leipzig. — (416) — Zur 300. Wiederkehr von Spinozas Geburtstag Ist dieser Spinoza-Roman erschienen, der der historischen Ueberlieferung Treue bewahrt, aber mehr sein will als Biographie: Das Buch möchte in den Menschen Spinoza „hineinhorchen". Lebendig ersteht vor uns die Gestalt des großen und edlen Denkers, dessen Philosophie heute weniger um ihres metaphysischen als um ihres ethischen Gehaltes willen „aituelll heißen darf. In einem Zeitalter tobender polit.scher Leidenschaften hat Spinoza Erhebung des Geistes über das Gewühl der Affekte gepredigt und vor- gelebt. Wer sein Leben war nicht das des abseits forschenden Gelehrten, es war erfüllt vorn Kampf um die Freiheit des Geistes gegen die Widerstände des ewig Gestrigen. Der verfemte Jude hat den Kamps mit Mut, Kraft und Würde geführt. Wir danken es Rudolf Kayser, daß er uns zur Selbstbesinnung diesen Kampf mit schriftstellerischer Beredsamkeit und Darstellungskunst geschildert hat, mag auch die Warnung Gebhardts in seiner eben erschienenen kleinen Spinoza-Biographie, „Spinozas Leben nicht zu sentimentalisieren" — eine Warnung, die für Kayser zu spät kam — dem Leser öfters bei der Lektüre in die Ohren klingen. — Dr. Carl Gebhardt, Spinoza, Reclams Univ.-Bibliothek Nr. 7193.94, Leipzig. Geh. 70 Pf-, geb. 1,10 Mark. — (457.) — Der als verdienstlicher Spinozaforscher feit langem bekannte Verfasser war wie kein anderer berufen, zum 300. Geburtstag Spinozas die Feder zu ergreifen. Er bietet uns hier in bescheidenem Gewände nicht bloß einen Auszug aus bisherigen Veröffentlichungen, sondern eine in sich abgerundete zum Teil auf allerneueste eigene Forschungsergebnisse gegründete überaus anregende Biographie und Darstellung der Gedanken Spinozas, die jeden Verehrer des großen Philosophen aufs Nächste angeht. Aus fremden Literaturen. — Selma Lagerlöf: Der verzauberte Hof. Und andere neue Erzählungen. („Die kleine Bücherei", Bd. 5.) Albert Langen erg Müller, München 1933. — (401) — Sei cl : leise Llnzufriedenheit einer Bäuerin mit ihrem Los, die aus seltsame Weise geheilt wird: sei es das stille, freundliche Glück eines buckligen Mädchens in seinem Umgang mit kranken Tieren: oder sei es ein Stück Leben und Schicksal voll herbem Entsagen: za lauterem Gold wird, was die Hand dieser Dichterin berührt, denn Selma Lagerlöf umgibt es mit dem Geheimnis aller großen Dichtung, die aus dem Kleinsten und Unscheinbarsten ein ewig Gültiges formt. — John Galsworthy: Die Ersten unddieLetzten.PH. Reclam Verlag, Leipzig. Preis geb. 0,75 Wk. — (458) — Ein kriminalistischer Stoff wird hier durch die Erzählungskunst Galsworthys, des jüngsten Nobelpreisträgers, den spannenden novellistischen Aufbau, die tiefe psychologische Durchdringung zum wahrhaften Kunstwerk gesteigert. Die scharfen Gegensätze, in denen Galsworthy zumeist arbeitet, geben der Handlung das Gepräge. Zwei Brüder, Keith und Lawrence Darrant, stehen sich gegenüber: Keith, der stahlharte, unerbittliche Rechtsanwalt, Hüter des Ge- setz'es — und Lawrence, der jüngere, ein weicher, schwacher Mensch, der sich in die zwanzigjährige Wanda verliebt, die aus Rot zur Dirne wurde. Aus Rotwehr erwürgt Lawrence ihren viehischen Gatten, einen Mädchenhändler. Aus Liebe zum Bruder und aus Angst vor der Gefährdung seiner eigenen Karriere sucht Keith Lawrence zu retten. Lawrence und die mit ihm in den Tod gehende treue Geliebte lassen sich nicht retten. Keith, die Stühe des Rechtes, wird zum Rechtsbrecher, Lawrence, der Totschläger, und Wanda, die Dirne, wandeln sich in der echten, tiefen Reinheit ihrer Gefühle aus den „Letzten" in die „Ersten" — Io van A m m e r s - K ü l l e r. Der Apfel und Eva. Roman aus dem Hcll indischen. Deutsch von Eva Schumann. Gebd. 5,o0 Mk. Carl Schünemann, Verlag, Bremen. — (503) — Das Buch führt uns in die große Welt, unter die Passagiere eines Luxusdampfers, in große Hotels und in das phantastische Getriebe eines Pariser Modehauses. Die Erzählung selbst ist elegant und graziös. Aber das Eigentliche liegt tiefer. Worum es in „Der Apfel und Eva" geht, sind die Leiden, die Kämpfe und das wahre Glück der modernen Frau, die ein eigenes Leben führen, selbständig als geistiges und gesellschaftliches Wesen sein will, und die doch als Frau gebunden bleibt an die Instinkte des Weibes und der Mutter. Sie zeigt die Schwierigkeiten, denen die moderne Frau in der Ehe begegnet, und läßt ihre Helden zum Schluß den Weg finden, den jede Frau zu allen Zeiten zum Glück führt. Zugendschristen. — Im Verlag I. F. Schreibe^ Eßlingen a. R., erschien ein hübsches Bilderbuch: „Leckerl i ‘. Die Geschichte einer süßen Puppe. Verse '/on Gerdy Strieber. Bilder von Elsbeth Iähnichen. 1.90 Mk. — Beachtung beanspruchen ferner Schreibers lustige Malbücher: „Die Eisenbahn". Ein Malbuch von Wilh. Bertz, mit Figuren zum Ausschneiden und Auf stellen. 0,55 OTai-f; mit Pinsel und Farben 0,90 Mk. „Reues Landschaftsmalbuch". Von Karl Rohr. 0,93 Mk. „Retzmalbuch". 0,90 Mk. „Allerlei aus dem Tierlebär". Zwei einzeln käufliche Hefte zu je 0.63 Mk. — Die vortreffliche Sammlung Schreibers Beschäftig gungs- und Arbeitsbücher wurde um zwei weitere Hefte vermehrt: „Mir bauen uns Eegelflugzeugmodelle". Praktische Winke mit Konstruktionszeichnungen für den Bau. Von Ing. Fritz Hohrn. 1,10 Mk. Rr. 90: „Wir fliegen mit unserem selbstgebauten Segelflugzeug". Aach der genauen Anleitung und den Konstruktionszeichnungen von Ing. Fritz Hohm. 1,35 Mk. — Die weitverbreiteten Technischen Modellierbogen und Modelliermappen bringen: 2 Togen., BMW Motorrad mit Beiwagen" 50 Pf., 3 Bogen „Propeller-Schwebebahn" 75 Pfg., 3 Bogen „Dornier-- Derkehrsflugzeug Do K“ 75 Pf„ 5 Bogen „Sin- Hel ts - Schnellzugs - Lokomotive der Deutschen Reichsbahn 1,25 Mk., 5 Bogen „Riesenkran" 1,25 Mark. Allen Modellierbogen ist ein 1530 Mk.- Preisausschreiben mit Preisaufgabe beigegeben. Es kommen 575 wertvolle Preise zur Verteilung. Die Aufgabe ist leicht. — (490.) — — Leonhard Roggeveen, Das Geheimnis des Bram Vingerling. Die merkwürdigen Abenteuer eines Schülers. Großoktav. 190 Seiten. Mit farbigem Vollbild von F. Barlog und 33 Testbildern von Willy Eoertzen. In Ganzleinen mit farbigem Schuhumschlag 4 Mk. Herold-Verlag Levy & Müller, (Stuttgart. — (364.) — Bram Dingerling ist wirklich ein Glückskind. Er. gerade er erhalt den Preis, den das Gymnasium am Schutzahrschluß dem besten Schüler ausseht. Aber nicht genug, durch den Kauf einer alten Taschenuhr, die Bram für seine physikalischen Basteleien benötigt, kommt er einer geheimnisvollen Erfindung auf die Spur, die den Fünfzehnjährigen plötzlich zu einer berühmten Persönlichleit macht. Technische Wunder, eine Radio-Detektiv-Geschichte, eine rasende Autofahrt wechseln ab mit den merkwürdigsten Abenteuern und Begebenheiten. — Adele Elkan, An der schönen blauen Donau. Eine Iohann-Strauß-Er- zählung für junge Mädchen. 256 Seiten. Mit Buchschmuck von G. Abel. In Ganzbatist mit farbigem Schuhumschlag 4 Mk. Herold-Verlag Levy & Müller, Stuttgart. — (363.) — Die neue Erzählung der bekannten Schriftstellerin spielt in Wien zur Zeit von Johann Strauß. Wiener Musik, Wiener Walzer, Wiener Mädel ... Aus allen Seiten dieser heiteren und beschwingten Erzählung klingt es uns wie im Dreivierteltakt entgegen, der die Herzen schneller schlagen läßt. — Josephine Siebe, D i e kleine Mamsell Pfefferkraut. Eine Erzählung aus der Zeit der Befreiungskriege für junge Mädchen. 96 Seiten. Mit farbigem Titelbild von Erich M. Simon und 10 Textbildern von R. Werner. In Ganzleinen mit farbigem Schutz» Umschlag 2 Mk. Herold-Verlag Levy & Müller, Stuttgart. — (360.) — Malvine Kraut ist, was ihren äußeren Menschen anbetrifft, stiefmütterlich bedacht worden. Ihre Häßlichkeit, verbunden mit einem schlagfertigen Mundwerk, haben ihr den Spitznamen „Mamsell Pfefferkraut" eingetragen. Aber das Herz sitzt ihr auf dem rechten Fleck und ist voller Güte und Liebe. Allezeit hilfsbereit, steht sie gern jedem mit Rat und Tat zur Seite, tröstet und greift tatkräftig ein, wo es nötig ist. Llnd wo war es damals nicht nötig, schrieb man doch die für Deutschland so schweren Jahre 1812/1813. So erwirbt sie sich in der Sturm-eit allgemeine Achtung und Liebe, und fühlt sich glücklich und reich, die kleine „Mamsell Pfefferkraut"! S.J.-fpori Spiel gegen Mainbezirksliga. Union Niederrod auf dem Plötz der Spieloereinigung 1900. Die Pause zwischen den Derbandsspielen der Q3ot> und Rückrunde füllen die Vereine durch Gesellschaftsspiele aus. Auch die Spielvereinigung will ihre Mannschaften beschäftigen, sie ist dabei ernsthaft bemüht, gute Gegner zu verpflichten aium 14.12- 15.12. | 14.12. 15.12. 6% Deu kicke ReichSanleihe v. 192) 76.5 76.5 76.5 76,5 6% ebem.7% Dt. Reick«anl.v. 1929 94 94,25 94 93,5 5Vz% Young-Anleche von 1930 .. Deutsche '?lnl.-AblöI.-Schuld ml- 76 76,5 75,5 76,5 AuSlos.-Reckten ............. 58.9 58,5 58,8 58,5 Desql. ohne Auslos.-Rcchte...... 6% ebcm. 8% Hess. Solfdftoat 1929 6.55 6,55 6.5 6,5 (rüd^afflb. 102%)............ Oberhellen Provinz-Anleihe utti 72 71,5 72 71,25 AuSIos.-Rechten ............ Deutsche ftomm. Eammelab I.An 57 — — — leihe Serie 1 mit AuSIos.-Reckten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank 54.65 54,9 54,5 54,65 Goldvse. 15 unkündbar biä 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.°Ban! 82.5 82.5 — — Koldvse. Iß unkündbar bis 1936 6/i% ehem. 4'/,% Franks. Hyp. 82.25 82,5 — — Bank-Ltqu.-Psandbriese ..... 6/» % ehem. 4!',% Rheinische Hhp.-Bank-Liau.-Goldpse. ... 6% ehem. 8% Pr. Landcsvsand 84,25 84,5 — — 85,9 85,75 — — briesanstalt, Pfandbriese R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landesvsand 79 79,75 79 79,25 briesanstalt, Pfandbriefe R. 79,5 79,5 — — 4% Oefterretchtscke Molvrenle... — _ 8,3 4,20% Oesterrcichische Silbenente 1 1 ,03 1,05 4% Ungarische Goldrente....... 5,7 5,65 5,7 5,65 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 5,6 5.25 5,45 4/*% deegi. von 1913......... i.i 5% abgesl. Goldmexikoner von 99 — — _ 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe 3,7 3,85 3,7 3,75 Serie 1.................... 4% de4gl. Serie 11 ............. 4 4 4,1 4,15 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4'/?%Rumän.vereinl).Remev. 1913 6 5,65 - 4% Rumänische vereinh. Rente .. 3%% Anatolier........... 4.4 '"■1.5 4,4 21,5 4,55 21 65 4.5 ...an, ui ... oen.:. Schluß- hird Ech.ußk. Abend. bSfte Schluß» furd «Scklußk. Mittag. kSrse Datum 14-12. 15.12. 14.12. 15.12. Hamburg-Ämertka-Paket .....< Hamburg.Lüdam. Dampfschiff, o 18 18.25 18.13 18,65 — 32 32,75 Hansa Dampfschiff...........o _ — 25,75 25,5 Norddeutscher Lloyd .........0 18,75 19 19,13 19,25 A.A. für Verkehrswesen Akt. .. 0 46.65 46 46.25 44,75 Berliner Handelsgesellschaft.... 4 Commerz, und Prival-Bank ... 0 88 53,5 88,5 53,5 88,25 63,5 88,5 53,5 Deutsche Bank und DiSeonto- Gesellschaft................o 75 75 75 75 Dresdner Bank..............o 61,75 61,75 61,75 61,75 Reichsbank ................. i 130,25 131 130.25 130,9 S.E.G......................o 32,9 31,65 33 31,65 Bektr. LieferungSgesellschafl... ö 74,75 73,75 74.75 73,25 Lickt und Kraft .............e 94,13 94.65 93,4 94,25 gelten & Guilleaume ........ö Gesellschaft für Elektrische Unter, 54,5 54,5 55 55.25 nehmungen............. 4 74 75 74,4 75,13 Rheinische Elektrizität ........ö 84 89 85,5 89 Echuckert & do..............o 78 80,75 77,75 80,25 Siemens S Halske...........fi 125,25 127 125,9 127,5 Lahmever LCo..............io 113 114,5 113,75 114 Buderus ...................o 45,25 46 45,25 45,75 Deutsche Erdöl .............4 83.5 84,25 83.13 84 Geilenkirchener..............0 47,5 50,5 48 50.25 Harpencr .................0 83 85 83.5 85,5 Hoesch Eilen—Köln-Neuellen.. 0 62 52,65 Alse Bergbau .............. 7 — —- 32.5 Bergbau Genüsse........ 7 102 101.25 100,5 101,25 Alocknerwerke ............... 0 48 19 47,9 48,5 Mannesmann-Nöhren........0 Mansfelder Bergbau....... 0 60,5 '5,25 62,9 25,5 60 25 61,75 24,5 Oberschles. Kokawcrke........ 0 44,5 45,13 Phönix Bewbau.............0 Rheinische Braunkohlen ......10 34,5 183 36.75 189,5 34,4 183 36 189 i.heiustabl .................o 74.5 76,25 74,4 76,13 Hrankiun a.Dl. Berlin Schluß- hiri Schlußi. Abend- börs Sch uß- furt Scklußk. Mi. lag- bflrt 'Datum 14.12. 15.12. 14.12. 15.12. Äeremtgte Stahlwerke..... 32,13 35 3? 34,65 Olavi Minen ............ ... 0 15,5 15 13 16 Kaliwerke Aschersleben..... ... 6 108,5 110 109 110 Kaliwerke Westeregeln..... ... 6 114 115,5 114,5 116 Kaliwerke Salzdetfurth .... ... 8 171 170 171 3 G. Farben-Induftriö .... ... 7 96,5 97 96,65 97 Scheideansta.l............ ...10 153 149,25 Goldschmidt ........ ... 0 28,75 29 29 29,75 Rütgerswerke............ ... 0 42,65 43,9 42,9 43.65 Metällgesellschaft.......... ... 0 34 33,75 334 Phllipp Holzmwm........ ... 0 57 57,73 57,5 52,65 Zementwerk Heidelberg ... Lcmentwerk Karlstadt...... 46,5 57,5 46,5 68.5 Wayß & ffrcytag ......... ... 0 4.8 4,6 — — Schultheis Patzenhoser.... ... 0 98 100 Wu ('Allgemeine Kunstseide) ... 0 55,25 53,5 55 54,13 Bembera.............. Zellstoff Aschaffenburg .... ... 0 29J5J 30^75 28,5 29,5 Dessauer GaS .... ...... Daimler Motoren........ ... 0 19 19 "g',4 19'4 Deutsche Linoleum ....... ... 0 45 45 44,25 44,75 L-renstein & Koppel ....... ... 0 37 37,5 Leonhard Tietz ........... ... 6 41,5 —— 41,5 40,13 Thade................... ..19 153 152 154.75 151 Gritzner................ Mamkraftwerk» Höchst a,*OL :::5 29 35 5 29,75 Süddeutscher Zucker ...... ... r 152 150,5 veoi enmarfl Berlin - Frankfurt a M 14.Dezember IS.Oqtmber Amtucke (»rlh llotieruna Srie Ärmlich r Jiotierun« 1 2ric Heising sors. 6,064 6,076 6.074 6,086 Wien...... 51,95 52,05 51.95 52,05 Prag...... 12.465 12,485 12,465 12,485 Budapest ... 3,057 — — Sofia..... 3,063 3,057 3.063 Holland .... 169,28 169,62 169,28 169,62 Lslo....... 70,98 71,12 71,13 71,27 Sovenhagen. 71,43 71,5 71,53 71,67 Stockholm... 75,22 75,38 75,32 75,48 London..... 13,89 13,84 13.82 13,86 Buenos Aires 0,858 0,862 0.858 0,862 Reuyork.... 4,209 4,217 4,209 4,217 Brussel..... 58,24 58.36 58,24 58,36 Italien..... 21.53 21,57 21,53 21,57 Paris..... 16,43 16.47 16.425 16.465 Schweiz ... 80.92 81,0 80.92 81,08 Spanien... 34,37 34,43 34,35 34,41 Danzig.... 81.69 81,85 81,69 81,85 Japan..... Rio de Jan. 0,879 0.269 0,881 0,271 0,879 0,269 0,881 0,271 Jugoslawien Lissabon... 5,624 12,76 5,636 12,78 5.614 12,76 5. G26 12,78 Bantnoten. ___25trHn, 15. Dezember Meld Sriei Amerikanische Noten....... 4,20 4.22 Belgische Noten........... ------- 58.08 58,32 Dänische Roten .......... Englische Noten .......... 71,16 13,78 71,44 13,84 Französische Noten ........ 16,38 16,44 Holländische Noteu........ ...... 168.91 169,59 Ztalienische Roten......... 21.47 21,55 vkvrwegtiche Roten .............. Deutsch Oesterreich, 4 IOO Schilling 70,96 71.24 Rumänische Roten........ 2.46 2,48 Schwedische Roten........ Schweizer Roten.......... 75,15 80,74 75,45 81,06 Spanische Noten.......... 34,21 34,35 Ungarische Roten......... CM €» t= O <51 s* •t E E 3 « E ♦O R* *© £-» o «r ♦« ö> O M HB* o x> f51 5-ot=if 2 «5W 28 ä53 g» E 19 E cti) E c c "5 F F ~ o •§ g» Es B $5 15 -O "K 3 Z-E4t EJ V> gE-E E 4.8 reo» ? E- E B E S* «1 es S 5=2 BE'- = L>b |h§ 8 B ö£2.SÖ E 3 =R 19 2 L g S o ’S "i i ^^6755 i -e s? e 8K 8- e 9 3 O 55. 5 = CÄ >°-ZS Z-L--L ■e s = °a a ^£§e *ha: u . E - 5 ■e5göSg--s '5 O Ofi ÖG0E3 — o SQ -- 41 ff P®* B=3 E _ F o *■* = _ 5 <= ELE 3 " c-6 22 o ff <£ 5 ° 3 E^EE S * 3 °-° 3 to9S 3.2-8 35 m E 3W‘-*e 3 B (9 5 ff .-3 3 .3 £ * ff z ° 19 ir^ ff F _o- — " 3Z5L =5^ . «, . £>E :E E o = _.8 o.K lgf s %S§ ■E5 f» S'f5 = A, .X* »— W-- CD *- 2±*5 hii.E IÄB«=g Bsäjg'S, ©•28 Z L -B-S8Z e fü-0»» *3-Z"-3 .30 5 3 >~ «• f o C :3 F •— o: _ .2» •= lE<5c“Se JSR = '2 E to 3 •5* •e-. &e l» 3 o .5 3 (»>3 o ,E a *2 i3to: i : 6eS®|« ^3«^§ «O^o *■•* o<9 E | 3 0 0 S ° B 8 =** f rO.S- 3 _r §L^3 " L -S-g 5^1*5•£ E 3 3 3 = -'S S 5-s e^ 2.3^-E 5-§ E'55 or.d o * L ;3Ö4:? ... o7 3 Sl^g- ^£L5 s ctEZ e £ 33 23 E = - = E &=- -HZ „ _ c“C B 'S E'j'G * SSSe« »<8=B«g2 rr.gsxi 33a—J=3 28565 •* BMA« E - *■8' 3 0 '—' -.•&ES- 3-8* Ö Z :O ifc st°s - = £^§22- 213“ •s ™‘p >=> 4? Q O 8 ^Dsr^ etji t; D-e«. 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