Nr. 296 Erstes Blatt 182. Jahrgang Hreitag, 16. Dezember 1952 Erlcheinl täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Manats-Bezugspretr: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüsfe unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Siehea. Postscheckkonto: Zronlfurt am Main 11686. Metzeim Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnltk und Verlag: vrühl'jche Universitäts-Such- und Steindruckeret R. Lange in Giehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7. Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig: für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20"., mehr. Thefredakteur: Dr. Fnedr. Will). Lange. Berantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein undfür denAn- zeigenteil L D.TH.Kümmel sämUich in (Biegen. Edouard Herriot. Porträt eines gestürzten Ministers. Von E. von G. Achtzig Prozent aller photographischen Aufnahmen. die von Edouard fierript in die Oejfentlichkeit gedrungen sind, zeigen diesen Mann in einer Haltung, die der üblichen Photographierpose geradezu entgegengesetzt ist. Häufig sieht man auf dem Bild folgendes: em Heiner, rundlicher Mann, ausgesprochen unelegant angezogen, dem Typus und der Haltung nach ein kleinbürgerlicher Beamter, steht inmitten vieler anderer Leute, um die er sich nicht kümmert, in fliegenden Blättern lesend, einen Zwicker auf der Nase, einen runbgeknifften Hut ein wenig schief auf dem Kopf. Diese unscheinbare Allüre eines Mannes, der seit bald zwanzig Jahren eine entscheidende Rolle in der französischen Politik spielt, erklärt den Charakter Herriots vielleicht besser, als viele Worte es vermögen. Edouard Herriot ist kein Großer, kein Gewaltiger und hat es auch niemals sein wollen. Nie hat das französische Volk ihm einen Ehrennamen gegeben wie etwa dem „2iger" Clömenceau. Er ist erstaunlich unaffettiert. Seine Weichheit, seine ganz und gar unfranzösische Sentimentalität, die allzu oft in' der Politik einer schwankenden, allzu schwan- kenden Position entsprochen hat, läßt sich nicht verheimlichen. Es ist merkwürdig, daß die Mehrzahl der bedeutenden französischen Politiker im letzten Vierteljahr-Hundert Advokaten gewesen sind. Bor allem Briand, Poineare, Cl^menceau gehören in diese Gruppe. Herriot ist absolut nicht von ihrer Rasse. Man könnte ihn sich kaum als Anwalt, als entschiedenen Vertreter einer These vorstellen ... Dabei ist er nicht frei von Schwärmerei. Seine Schwärmerei gilt in erster Linie einer bestimmten Auslassung des Wortes „Kultur". Er bewegt sich dann auf dem Hochplateau der Begriffe von ewiger Wahrheit, ewiger Menschlichkeit, auf einem teils ästhetischen, stark idealistischen, zum andern Teil ein wenig kleinbürgerlich-rührseligen, mit pathetischen Worten und Gedanken gepflasterten Boden. Sein Idealismus, der nicht bestritten werden kann, schlägt aber im Gegensatz zu Briand selten um in einen Idealismus der Tat. Er betet die große Linie an — vielleicht, weil er sich in der Geschichte, in der Wirklichkeit nicht auf ihr zu bewegen versteht. Es ist kein Zufall, daß er seine Karriere als Tlniversitätsprofessor für Literaturgeschichte begonnen hat. Cs ist ebenso wenig ein Zufall, daß er jahrelang ausgerechnet an der Spitze der radikalsozialistifchen Opposition steht, einer maßvollen, bürgerlichen, nicht allzu kritischen Opposition, die es mit der Praxis nicht so ernst nimmt wie mit der Utopie. Es ist noch weniger ein Zufall, daß er, von Haus aus in der Theorie der typische Wellbeglücker, in der Praxis der ausgesprochene Versöhnler vor großen politischen Aufgaben in der Regel immer wieder Schiffbruch erlitten hat. Man kennt ihn in Deutschland als enthusiastischen Verehrer Beethovens, als Verfasser einer sehr kenntnisreichen. wenn auch ein wenig geschwollenen Lebensbeschreibung seines Lieblingskomponisten. Noch in diesem Jahre hat Hindenburg seiner Verdienste für die deutsche Kunst in einer Ehrung aus Anlaß des Goethe-Jahres gedacht. Zwischen diesem Herriot und dem anderen, dem Bürgermeister von Lyon, dem konsequenten und rücksichtslosen Unterstützer der südfranzösischen Seidenindustrie, dem französischen Ernährungsminister im Kriegskabinett Briands, dem Autor der Worte: „Nein! Niemals! Nie!" ii\ der Frage der deutschen Gleichberechtigung besteht aber kaum eine Brücke. Er hat es nicht fertiggebracht, Theorie und Praxis zu versöhnen, aus Kulturfana- ftsmus und Realpolitik eine gemeinsame Linie zu spinnen, die ihn als einen Politiker vom Geist Bn- ands oder vom Format ClSmenceaus gezeigt hätte. Er ist der starren, engstirnigen, aber selbst in ihrer Kleinlickckeit gewissermaßen großartigem Krämerhaftigkeit Poincares ebenso fremd wie der edlen Begeisterung Briands. In mancher Beziehung schöpft er aus denselben Quellen wie einer seiner Vorgänger, der geschliffene, zynische, bis in die Fingerspitzen kultivierte und noch im Haß große Clemenceau — aber mit welch verschiedenen Resultaten! Diese drei Männer waren und sind Figuren — Herriot aber ist heute wie vor zwanzig Jahren ein labiler, schillernder, uneinheitlicher, ganz und gar nicht großartiger Proteus - Mensch. In seinem geistigen Ri- veau dem fetten Spekulanten und politischen Dunkelmann T a r d i e u turmhoch überlegen, bringt er es doch nicht — unter dem Druck einer wahnsinnigen Zeit — zu einem politischen Format, das sich moralisch oder taktisch vorteilhaft von der seines Vorgängers abgehoben hätte. Er mußte stürzen, weil er seinem Herrn, dem französischen Bürgertum, nicht mehr genügte. Seine Einstellung. selbst seine Opposition, verfallen dem Fluch der Veraltetheit. Ein Mann „mit den besten Absichten" wird bei lebendigem Leibe von seiner Zeit, der er nicht gewachsen ist, überfahren — das ist vielleicht, abgesehen von allen politischen und vor allem ökonomischen Quellen, der schicksalhafte, „moralische" Sinn seines jetzigen Sturzes. Nie pariser Regierungskrisis. Herriot lehnt ab.-Chautcmps beauftragt. Paris. 15. Dez. (1BIB.) Der Präsident der Republik hat heute nachmittag herriot um die Neubildung des Kabinetts ersucht, herriot hat jedoch diesen Auftrag a b g e l e h n t, weil er, wie er später Pressevertretern erklärte, überhaupt in kein Kabinett mehr einte e te n wolle, gleichviel von wem es gebildet wer- Das Echo der Schleicher-Rede. Berliner preffestimmen zum Programm des Kanzlers. Berlin, 16. Dez. (ERB. Eig. Meldung.) In den Kommentaren der Morgenblätter zu der Rundfunkrede des Reichskanzlers wird fast übereinstimmend hervorgehoben, daß der Eindruck dieser Rede in erster Linie nicht den General, sondern den Politiker erkennen ließ. Eine Anzahl Blätter, die der früheren Reichsregierung Papen in scharfer Opposition gegenüberstanden, spricht von einem Gegensatz in der Tonart gegenüber Papen. So schreibt die „Germania" (Zentrum): Dort die Vorliebe für die schneidige, forsche Tonart, hier ein Mann von beinahe leidenschaftsloser Kühle, fast gänzlicher Verzicht auf rhetorischen Glanz, eine Diktion, die mehr an einen Kaufmann als einen General erinnert. Ein überlegender Stratege, der anscheinend sehr bewußt alle psychologischen und politischen Faktoren in sein Programm einschaltet. Diese Rede scheint in all ihren Teilen zu bestätigen, daß dieser Kanzler die Klugheit als seines Amtes besseren und wichtigeren Teil von vornherein erkannt hat. Wir glauben durchaus, daß die gestrige Kanzlerrede die Entspannung und Beruhigung unserer Politik, die schon der Kanzlerwechsel einleitete, weiter fördern wird. Der Lokalanzeiger lDeutschn.) beschäftigt sich vor allem mit den Ankündigungen des Kanzlers über das Arbeitsdelchaffungsprogramm, dessen „Dämme" gebaut werden sollten, auch wenn sie „nicht hundertprozentig den strengen Gesetzen der wirtschaftlichen Vernunft entsprächen". Das Blatt fragt, ob nicht dabei die ungeheure Gefahr eines Dammbruches bestehe, nach dem dann alles viel schlimmer sei, als wenn man die Wasser nicht erst künstlich aufgestaut hätte? Rechtzeitig handeln sei gut, und nach alter Soldatenregel sei ein Fehlgreifen in der Wahl der Mittel dem Richthandeln vorzuziehen. Aber ob diese Soldatenregel auch dann gelte, wenn man eine ungeheure Wirtschaftskrise beheben wolle? — Der Tag (Deutfchn.) vermißt «ine Antwort auf die entscheidende innerpolitische Frage der Macht- auseinandcrsehung zwischen dem Parlament und dem Kanzler einer Legierung, die das Recht und die Pflicht habe, Staat und Ration Aitoritär zu führen. Gerade diese Frage sei schicksalshaft. Kein Kanzler einer autoritären Staatsführung könne ihrer letzten Entscheidung ausweichen. Die „Tägliche Rundschau" („Tat'-kreis) schreibt, man habe selten von einem Chef der Regierung so offene und hart an die Grenze des Brutalen gehende Worte gehört, wie aus dem Munde des Soldaten. Die Wirtschaft, das Parlament, der negative Radikalismus und auch die Jugend hatten manches hören müssen, was vorher nicht gesagt worden sei. Und was wichtig sei: Rach der spröden und kühlen Art Brünings, nach der schroffen und überheblichen Art Papens sei endlich wieder einmal die Stimme des Volke s zur Geltung gekommen, der General habe ausgesprochen, was heute jeder denke. — Die „K r e u z z e i t u n g" (Stahlhelm) nennt die Rede ein „Programm der Tat" und meint, gegenüber Befürchtungen, die nach dem Antritt der neuen Regierung geäußert worden feien und die zweifellos ernsteste Aufmerksamkeit auch in Zukunft erfn-'^m, könnten die deutlichen Worte an die Parteien und das parteist-atliche System in ge- toinem Umfange Beruhigung bringen. Die „V o s s i s ch e Zeitung" (dem.) nennt die Regierungserklärung alles in allem ahne hart gezeichnetes scharfes Profil. Ein Notstandsprogramm, dessen Dominante die Arbeitsbeschaffung, sei also auf eine gewisse Wartezeit abgestellt. — Die „DAZ." (gern Rechte) meint, daß als Summe der einzelnen Ankündigungen über die beabsichtigten Maßregeln weite Kreise der Bevölkerung einen neuen Hoffnungsschimmer auf Beruhigung unter einer gerechten Staatsführung entnommen haben dürften. — Der „B ö r s e n k u r i e r" (dem) betont, daß die erst geweckte, dann durch politische Kämpfe wieder geschreckte Unternehmungslust in Deutschland wieder gefestigt werde durch die Versicherung, daß keinerlei Wirtschaftsexperimente zu befürchten den würde. Rach herriots Ablehnung ist der bisherige Innenminister im Kabinett herriot, L h a u - tems, ins Elys re berufen und mit der Bildung der Regierung beauftragt worden. Beim verlassen des Llysäes erklärte Lhautemps, der Präsident der Republik habe ihm den Auftrag der Kabinettsbildung angeboten. Er, Lhautemps, habe darauf hingewiesen, daß er mit der Aktion herriots eng verbunden fei, weshalb es ihm schwer fallen würde, ohne seine Mitarbeit eine Regierung zu bilden. Auf Drängen des Präsidenten der Republik habe er sich jedoch bereit erklärt, die politische Lage mit einigen Persönlichkeiten zu besprechen. Er werde im Laufe des morgigen Tages dem Präsidenten seine Antwort mitteilen. Oer 15. Dezember. Wer hat seine Rate an Amerika bezahlt? Washington, 15. Dez. (WTB.) Im ganzen sind heute sechs Staaten ihren Verpflichtungen aus den Kriegsschulden nach- gekommen, nämlich England, Italien, die Tschechoslowakei, Finnland, Lettland und Litauen. Die von ihnen gezahlten Raten belaufen sich auf insgesamt 125 Millionen Dollar. Fünf Staa - seien, und daß der Kern des Papenschen Wirtschaftsprogramms aufrechterhalten bleibe. Der „Vorwärts" (Soz.) hebt hervor, die Veränderung gegenüber dem Papenprogramm liege im wesenllichen nur in der Verstärkung des Anteiles der öffentlichen Arbeitsbeschaffung. Herr von Schleicher habe aus dem Papen-Programm die Teile weggelasfen, deren Versagen heute schon hervorgetreten sei. Das Schleichersche Wirtschaftsprogramm sei ein Programm des Wiederaufbaues des Kapitalismus und stehe im strikten Gegensatz zu den Plänen der sozialistischen Aktion. Cs werde der grundsätzlichen sozialistischen Opposition der Sozialdemokratischen Partei begegnen. Der „Völkische Beobachter" zur Kanzlerrede. München, 16. Dez. (CNB. Funkspruch.) Der „Völkische Beobachter" wendet sich in der Betrachtung, die er der gestrigen Rundfunkrede des Reichs- kanzlers widmet, gegen die Kritik des Kanzlers an der Reichstagsrede des Alterspräsidenten L i tz - mann und meint, aus ihr spreche die Absicht, die Nationalsozialisten von vornherein zu diskreditieren. Die Frage, wie der Kanzler die Schwierigkeiten zu überwinden gedenke, sei nicht beantwortet worden, während sich Hiller bereit erklärt habe, binnen 48 Stunden ein kurzes Programm über die von ihm beabsichtigten außen-, inner- und wirtschaftspolitischen Maßnahmen vorzulegen. Der Kanz- te n, und zwar Frankreich, Belgien, Polen, Estland und Ungarn haben die heute fälligen Raten im ungefähren Gesamtbetraa von 25 Millionen Dollar nicht erlegt. Die Zahlungsverweigerung verschiedener Schuldnerstaaten hat in politischen Kreisen starke Mißstimmung hervorgerufen. Der demo.ratische Senator Mac Kellar von Tenessee kündigt eine Vorlage an, die für Geschäftsleute und Touristen, die nach Frankreich reisen wollen 5000 Dollar Ausreiseoisumkoften vorsieht. Der republikanische Senator Johnson von Kalifornien wird eine Vorlage einbringen, die d e n Handel mit Wertpapieren der Schuld- nerregierungen verbietet, die sich für zahlungsunfähig erklärt haben. Zuwiderhandlungen sollen mit 10 000 Dollar Geldstrafe oder fünf Jahren Gefängnis belegt werden. Unter den gegenwärtigen Umständen hält man den Abschluß des seit Monaten in Arbeit befindlichen Handelsvertrages zwischen beiden Staaten für unmöglich, die Hearstblätter gitteren aus den kürzlich veröffentlichten Akten des Staatsdepartements aus dem Jahre 1918 über die Beziehungen zu Rußland den Band 3, der darstellt, wie Frankreich sich gebärdete, als es in der umgekehrten Situation _roar und Rußland f i ch weigerte, feine Schulden an Frankreich zu bezahlen. Darin heißt es: Am 14. 2. 1918 unterbreitete der französische Finanzminister Klotz dem ler habe unverbindliche Redensarten vorgetragen und fein Regierungsprogramm. Nirgends sei eine klare Entscheidung, eine entschiedene offene Stellungnahme, überall nur vorsichtiges und taktisches Lavieren. Im „A n g r i f f" schreibt Dr. Goebbels u. a.: Nach Weihnachten wird der Kampf in ganz breiter Front wieder a u f g e n o m m e n werden müssen. Die Krise wird offen a u s d r e ch e n. Wenn eine Regierung national regieren will, dann geht das nicht ohne ober gar gegen jene Zwölfmillionenbewegung, die sich in dem deutschen Nationalsozialismus verkörpert. Eine Bewegung aber wie die unsere kann und darf nicht eingesetzt werden, indem man sie zwar im Ueberfluß mit der Verantwortung belastet, ihr dafür aber nur ein Minimum an Macht übergibt, sondern dieser Prozeß muß Zug um Zug vor sich gehen, und für jedes Stück Verantwortung muß ein entfprechendes Stück Macht dargereicht werden. 3n Ostpreußen stehen zur Siedlung 80000 Morgen zur Verfügung. Wie amtlich mitgeteilt wird, ist in der gestrigen Reichskanzlerredc folgender redaktioneller Fehler zu berichtigen: In der Provinz Ostpreußen werden der Siedlung 8 0 000 Morgen (nicht 800 000) zugeführt werden. Insgesamt stehen also 580 000 Morgen, nicht 1,3 Millionen zur Verfügung. Interalliierten Rat eine Resolution folgenden In Halls: „Rußland kann seine Verpflichtungen nicht ablehnen, ohne das Völler- recht bis in feine Grundpfeiler zu erschüttern. Es gäbe bann keine Sicherheit mehr im Verkehr zwischen ben Staaten, und es wäre unmöglich, langfristige Verträge einzugehen wegen der Gefahr, daß diese Verträge später ignoriert werden." Die französische Zahlungsverweigerung hat dazu geführt, daß die Stimmung im Kongreß einer freundlicheren Behandlung Groß britanniens günstiger wird. Wie verlautet, wird Senator H e r r i s o n, der ein führendes Mitglied der Demokratischen Partei ist und vom 5. März ab den Vorsitz im Finanzausschuß übernehmen wird, schon in ben nächsten Tagen einen Gesetzentwurf über die Herabsetzung der britischen Kriegsschulden einbringen. Dieser Vorschlag eines prominenten Mitgliedes der aus dem Wahlkampf siegreich hervorgegangeneil Partei hat mehr Aussicht auf Aufnahme, als wenn Hoover dem Kongreß die gleiche Maßnahme empfehlen würde. Roosevelt, der künftige Präsident, gilt als durchaus geneigt, den britischen Wünschen entgegenzukommen, sofern sich eine Neuregelung des Schuldenprobloms finden läßt, durch die nicht die gesamte Last auf die Schulten, Amerikas abgewälzt werde. Gefesselte Präsidenten. (Stagnation her Wirtschaft. Von unserem ck-Derichterstatter. Grabesruhe im Weißen Haus. — (Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Re uh o rk, Dezember 1932. Die amerikanische Verfassung sieht vor, daß zwischen der Wahl und dem Amtsantritt eines neuen Präsidenten stets etwa vier Monate zu ve.gehen haben, in denen der neue Mann nichts zu sagen hat, während der al t e uneingeschränkt fortregiert. Der künftige „Ex" tut gut, seine Zeit auf der Jagd oder sonst auf Reisen zu verbringen, während der neue aber noch nicht regierende „Pre" gut daran ist, wenn er es nicht viel anders hält. Am wieviel mehr, so sagte man hier allgemein, würde nun diese Pause eintreten, da diesmal ein grundsätzlicher Sy st em wechsel eingetreten ist, und die Demokraten die Republikaner ablösen! Richt nur im Weißen Haufe, sondern auch in fast allen Parlamenten des Landes und der Mehrzahl der Gouverneurssitze in ben Staaten. Die Erwartungen, daß schnell etwas geschehen würde, waren daher auch nicht allzu groß, nachdem die Präsidentenwahl einmal vorüber war. Allerdings nahm man an, daß sich Hoover und Roosevelt wenigstens darüber verständigen würden, was in den nächsten Monaten zu geschehen habe. Die Rot der Zeit, die ja auch in USA. schwer zu spüren ist, verlangte, daß umgehend klargestellt würde, daß etwas zu geschehen habe, damit diese Pause von vier Monaten diesmal nicht eintrete. Run, wenn derartige Hoffnungen bestanden haben, so sind sie jedenfalls schnell und gründlich enttäuscht worden, da sich die „Richt- arbeitsfähigkeit" der amerikanischen Verfassung schneller und gründlicher herausgestellt hat, als man das wohl erwarten konnte. Da es einen Rücktritt des Präsidenten und die darauf erfolgende Amisichernahme des neuen Präsidenten nicht gibt — die Verfassung läßt das nicht zu — blieb nur die Hoffnung auf eine Verständigung zwischen Hoover und Roosevelt übrig. Hoover hat denn auch mngehend den Versuch unternommen, sich mit seinem siegreichen Gegner zu einigen, um möglichst wenig Aeibungsflächen zu schaffen. Aber — ob es ihm geglückt ist, sich in der mehrstündigen Besprechung mit ihm zu verständigen, das weiß niemand so recht zu sagen. Die amtliche Verlautbarung: „Es seien Fortschritte erzielt worden", bedeutet natürlich säst gar nichts, und böse Zungen munkeln, die Einigung zwischen den beiden Männern habe darin bestanden, daß Hoover nichts tun solle, und daß alles übrige dem Kongreß überlassen werden solle! Stimmt diese Auslegung der Vereinbarungen zwischen den beiden Präsidenten, so heißt das cvlfo nur, daß die Pause, die von der Verfassung vorgesehen ist, auch noch ausdrücklich vereinbart wurde ... Daß der rosige Optimismus der Geschäftswelt, der noch vor kurzem hier überall festzustellen war, unter diesen Umständen schwindet und daß an seine Stelle allmählich eine allgemeine äln- lust tritt, ist daher kaum zu verwundern. Die Unternehmungslust wird eben gelähmt, wenn die Politik störend dazwischen kommt. Man braucht sich ja auch nur einmal klar zu machen., wie es denn um die Wirtschaftslage der USA. bestellt ist. Sie ist, das muß man immer wieder betonen, schlechter denn je, denn die Stühungs- maßnahmen Hoovers haben zwar all$u große Krachs verhindern können, sie haben eine plötzliche, schlagfertig e ns tz nde Wirlschaf skatastrophe vermieden, aber das Absterben der Wirtschaft, die ständige Vergrößerung der Arbeitslosenziffer nicht verhindern können. Man hat sozusagen den Selbstmord auf offener Straße verhindert, und doch nichts dagegen tun können, daß der Delinquent leise um die Ecke schlich, und sich dann dort umbrachte: und die Wirkung ist, daß die Fassade steht, hinter den leeren Fenstern der Gebäude aber der Hunger umherzieht. llnb bah bei einer Lleberfülle der Vorräte, wie sie schlimmer nicht gedacht werden kann! Roch immer liegt in Amerika der Jahresverbrauch der Welt an Getreide und Baumwolle als überschüssiger Vorrat einmagaziniert, noch immer mehr als das halbe Gold der Welt — und doch Lohnt sich bei etwa 60 v. H. aller landwirtschaftlicher Betriebe der Anbau der Produkte nicht mehr und die Banken schwimmen so im Geld, daß sie froh sind, wenn sie zwei Prozent erzielen. Dabei ist die Arbeitslosenziffer gegenüber dem Vorjahr zweifellos um mehr als anderthalb Millionen gestiegen, so dah jetzt schätzungsweise zwischen 12 und 15 Millionen in Amerika feiern. Daß die Landwirtschaft mit über 12 Milliarden Dollar verschuldet ist, und unter der Zinsenlast immer mehr erliegt, daß der Staat ein offenes Defizit von rund 1,2 Milliarden hat, zudem wahrscheinlich noch weitere 300 Millionen im nächsten Jahr dazu kommen (zusammen rund sechs Milliarden Mark!) und daß seit 1930 die Staatsschulden um 4,4 Milliarden zugenommen haben, d. h. um rund 10 Milliarden im Jahr, also fast ebensoviel, wie Deutschland in einem Jahre aus- gi-bt) — das beleuchtet nur eine Lage, die ebenso undurchsichtig wie wenig aussichtsreich ist. Man sollte also meinen, das; angesichts dieser bekannten Tatsache, um so mehr der Anlast gegeben sein sollte, schnell ein Rettungsprogramm auszuarbeiten und zu irgenlweichen Entscheidungen zu kommen. Aber dazu müstte Hoover eben in der Lage sein, sich mit dem Kongreß zu verständigen. Das aber ist ganz ausgeschlossen. Die persönliche Animosität Hoovers gegen die parlamentarischen Routiniers, die jeder Europäer versteht, der hier hinter das Getriebe sehen kann, die fast zu persönlichem Hast gesteigerte Feindschaft vieler demokratischer Führer gegen Hoover, die jetzt schon sich bemerkbar machende Unentschlossenheit Roosevelts, der ja aber auch seinen eigenen ßeuten nichts zu sagen hat, bevor er nicht im Amte ist, schaffen eine Atmosphäre des Mihtrauens und der Lähmung, m der die kleineren Geister stets geneigt sind, dem Gegner zu zeigen, „was eine Harke" ist, während die Klügeren die Hände in den Schoß legen und hoffen, dast wenigstens in den nächsten Monaten nichts passiert. Mit Besorgnis sieht aber der ausländische Beobachter, wie sich auch hier die Massen radikalisieren. Der Kommunimus, eine bis dahin in Amerika fast aussichtslose Angelegenheit, gewinnt mit jeder Woche mehr Anhänger, wie das die Demonstrationen in den grasten Städten einwandfrei beweisen. Jetzt marschiert hier auch »schon eine „Hungermarschkolonne" nach Washington — unter kommunistischer Führung natürlich, älnd das Schlimme ist, das Publikum findet kaum mehr etwas dabei. Selbst angesehene Blätter stellen fest, dast es sich bei den Demonstranten im Grunde um vernünftige Leute handele, ünb Hoover warnte in seiner Kongrehbotschaft be- reiits vor staatskapitaliistischen Experimenten, vor der Verstaatlichung der Banken! Das Erbe, das Roosevelt antreten wird, ist jedenfalls so schwer, wie noch kaum je das eines Präsidenten der USA. — trotz einer Fast-Zweidrittel-Mehrheit der Demokraten im Kongrest! Englands Oelkonfiikt mit Persien. London, 15. Dez. (DU.) Der Sonderberichterstatter der „Daily Mai?' in Mahommerah an der persischen Grenze meldet, dast der Befehlshaber des englischen Flugzeuggeschwaders in Basra nach Bahrein am Persischen Golf geflogen sei, um dort mit dem Oberbefehlshaber des ost indischen Geschwaders, Vizeadmiral Dumüar-Rasmith an Bord des englischen Kreuzers „Hawkins" Besprechungen abzuhalten. Der Berichterstatter glaubt, dast die Deiprechung mit dem englisch- persischen Oelstreit im Zusammenhang stehe. Er meldet ferner, dast mehrere englische Fliegeroffiziere den Befehl erhaltenn hätten, di« KNKMM Vornan von Margarete Antelmann. Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle (Saale) 7 Fomeyung Nachdruck verboten „Ich werde Sie auf jeden Fall begleiten. Fräulein Winter. Man kann nie wissen: so ein junges Mädel — wie leicht kann eine Schiebung gemacht werden." „Lieber, guter Herr Fischer. Wie reizend Sie sind!" Tann stellte sie sich in Positur: „Also hört, meine lieben Kolleginnen und Kollegen! Heute wird gefeiert! Ich lade Sie alle ein!" „Fräulein Winter! Sie fangen ja gut an!“ Teutobert Fischer erhob warnend den Finger. „Ich an Ihrer Stelle würde lieber warten, bis ich das Geld in der Hand hätte, ehe ich mit meinen Einladungen so freigebig wäre." „Mein Gott! Hoffentlich bekomme ich das Geld gleich. Ich besitze keinen Pfennig mehr! Alles ist für das Los draufgegangen. Aber wir werden ja sehen." Es dauerte wirklich einige Tage, bis alle Formalitäten geregelt waren und bis Magdalene das erste Geld von der Bank abheben konnte. Eine Stunde später erschien sie im Betrieb. „Also, es ist so weit. Ich habe mein Geld! Ungeheuer viel Geld! Heute muh hier bald Feierabend gemacht werden! Heute abend lade ich euch ein. Auch Hippolyt must mitlommen. Wenn er auch manchmal recht ekelhaft zu mir war — jetzt soll alles vergessen sein." Tann ging sie zu Teutobert Fischer inS Privatkontor. »Herr Fischer! Ich habe das viele Geld bekommen. Und jetzt will ich Ihnen noch danken, dast Sie immer so nett zu mir waren. Und wollen Sie mir nicht die Freude machen, heute abend mitzukommen?" „Mich müssen Sie aus dem Spiel lassen, Kind, fo_ gern ich auch an Ihrer Freude teilnebmen wurde. Aber ich bin gegenwärtig gar nicht in der Stimmung, Feste zu feiern. Ich würde Sie alle nur stören. Und, Fräulein Magdalene, eines möchte ich Ihnen noch sagen: Lassen Sie sich durch das viele Geld nicht blenden: seien Sie vor allen Lingen vernünftig! Werfen Sie es nicht zum Fenster hinaus! Selbst so viel Geld könnte sonst schnell einmal ein Ende nehmen. ^"d dann — wenn Sie irgendwann einmal einen Freund brauchen oder einen Berater, versessen Sie nicht, dast ich immer für Sie da bin." »Ich danke Ihnen, Herr Fischer. Und ich weist, dast ich einen Freund an Ihnen habe." Einladungen zu einem Ball des englischen Klubs in Mahommerah abzulehnen, um sich im Falle eines Konflikts nicht auf persischem Boden zu befinden. Revolution in Honduras. Tegucigalpa, 15. Dez. (WTB.) Aufständische bemächtigten sich des Hafens von A m a - p a la, wo General Reina sich zum Präsidenten erklärt hat. Die Revolutionäre versuchten zur Geldbeschaffung zwangsweise Zollerhebungen. Die Regierung von Honduras ist der Revolution gegenüber machtlos: sie hat den Hafen von Amapala geschlossen. Die fremden Gesandtschaften haben Maßnahmen zum Schuhe ihrer Staatsangehörigen ergriffen. Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags. Darmstadt, 15. Dez. (WHP.) Im Finanzausschuß wurde ein nationalsozialistischer Antrag auf Aufhebung von Mietpfändungen behandelt, der in folgender Fassung gegen die Sozialdemokraten bei Stimmenthaltung des Zentrums Annahme fand: „Die Regierung wird ersucht, unverzüglich bei der Reichsregierung eine Neuregelung der Steuervoll st reckung dahin zu erwirken, daß Miet Pfändungen wegen Steuerrückständen dann aufzuhcben sind, wenn die Miet- bcträge zur Abwendung einer Zwangsversteigerung für die Zahlung geschuldeter Zinsen benötigt werden." — Der Gemeinschaftsantrag der DVP, des Landvolkes, der Nationalsozialisten und Deutsch- nationalen. auch bedürftigen Mietern in Neubauwohnungen Mietzuschüsse aus der Sondergebäudesteuer zu gewähren, wurde für eine weitere Ausschußsitzung zurückgestellt, weU man erst einen gangbaren Weg in Beratung mit der Regierung finden will. — Einstimmige Annahme fand der nationalsozialistische Antrag, bei der Reichsregierung die Aufhebung der Salz- steuer zu fordern. Oer Thüringische Landtag beschließt ein Schächtgesetz. Weimar, 15 Dez. (WTB.) Der Landtag mm Thüringen hat nach mehrstündiger Debatte das von der Regierung eirgebrachde Lierschutzgesetz in namentlicher Abstimmung mit den Stimmen der Regierungsparteien und der Deutschnationalen gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten und bei Enthaltung des Vertreters der Deutschen Dolkspartei angenommen. Den Kernpunkt des Gesetzes bildet das Verbot des betäubungslosen Schlachtens (Schäch. t e n). Don den Gegnern des Gesetzes wurden außer wirtschaftlichen auch politische und rechtliche Bedenken ins Treffen geführt. Don den Rednern der nationalsozial stischen Fraktion wurde der Vorwurf, daß das Gesetz antisemitische Tendenzen verfolge, zurückgewiesen. Tumult im Berliner Rathaus. ^Berlin, 15. Dez. (END.) In der Berliner Stadtverordnetenversammlung kam es zu unbeschreiblichen Tumults zenen. Bei den Ausführungen eines kommunistischen Stadtverordneten wurde plötzlich die Tür zum Sitzungssaal aufgerissen und etwa 25 Frauen drangen unterlautemGeschreiindenSitzungs- saal. Sie stießen Rufe aus wie: Wir sind die Frauen der erwerbslosen Arbeiterschaft! Wir verlangen Brot, Winterkleidung und Kohlen für untere Kinder! usw. Die Frauen kletterten aus die Rednertribüne, füllten die Magistratebänke, beschimpften die nichtkommunistischen Stadtverord- neten und schrien auf die Bürgermeister ein; diese versuchten gemeinsam mit dem Stadtverordneten- Vorsteher, die Frauen zu beruhigen, aber vergeblich. Die Frauen schrien immer aufs neue nach Brot und Kleidung für ihre Kinder und erklärten, den Saal nicht eher verlassen zu wollen, als ihnen Draußen war die wehmütige Stimmung schnell vergessen. „Also, Kinder, heute abend um acht Llhr im Hotel Stadt Rom. Macht euch alle so fein wie möglich." Wie ein Wirbelwind war sie draußen. Magdalene winkte einem vorübersahrenden Auto und lieh sich ins Hotel »Stadt Rom“ fahren, dem ersten Hotel der Stadt. Jetzt würde es anfangen, das Leben, von dem Magdalene immer geträumt hatte! Jetzt endlich hatte sie es in der Hand! Jetzt wollte sie die Wünschelrute gebrauchen, die ihr den Weg zu allen Schönheiten öffnen würde. Sie gebot dem Chauffeur, vor dem Hotel zu warten. Etwas verblüfft besah sich der Portier das junge Mädchen in dem einfachen, etwas abgetragenen Strahenkoftüm, das nach dem Direktor verlangte oder dem Geschäftsführer. Wenige Minuten später stand ein eleganter und gepflegter Herr vor Magdalene. Würdevoll hörte er ihrem Anliegen zu. Kritisch musterte er sie, als sie den großen Auftrag erteilte. Diese Kleine da bestellte kurzerhand ein großes Abendessen für so viele Personen, mit allen möglichen Schikanen — das sah eigentlich ziemlich unglaubwürdig aus...? „Gnädiges Fräulein, darf ich Sie darauf aufmerksam machen, daß Sie sich im ersten Hotel der Stadt befinben. Darf ich Ihnen vielleicht eines der einfacheren empfehlen, in denen Sie auch vorzüglich bedient werden?" „Wenn ich zu Ihnen komme, mein Herr, dann wünsche ich auch bei Ihnen bedient zu werden!" unterbrach ihn Magdalene sehr von oben herab. »Den Preis müssen Sie meine Sache sein l en. Vielleicht machen Sie mir gleich einen Ko ten- Vvranschlag, damit ich Ihnen eine Anzahlung geben kann. Lch begreife übrigens, dah Sie Referenzen haben wollen. Vielleicht wenden Sie sich an Die Firma Teutobert Fischer. Herr Fischer selbst wird Ihnen zur Verfügung fielen." „Aber, meine Gnädigste.. Der Direktor wollte protestieren. Magdalene unterbrach ihn von neuem, bat ihn um Vorschläge. Aach einer halben Stunde verließ Magdalene das Hotel, begleitet von den tiefen Bücklingen des Direktors und der anderen Hotelangestellten. Der Chauffeur, der sich schon Gedanken gemacht hatte über seinen verschwundenen Fahrgast und den indischen angeschwollenen Fahrpreis, sah diese ehrfurchtsvollen Bücklinge und war beruhigt. Wenn der Direktor von „Stadt Rom“ sich Derart selbst bemühte, mußte an diesem ärmlich gekleideten Mädchen schon was dran fein. Da brauchte er um sein Geld keine Angst zu haben. Er wunderte sich nicht mehr, als ihm befohlen wurde, zum teuersten Modesalon der Stadt zu die Erfüllung dieser Forderungen zugesagt sei. Inzwischen war ein Kommando der Schutzpolizei in den Dorraum des Sitzungssaales gerufen worden. Die Frauen wurden darauf aufmerksam gemacht, daß sie von der Polizei entfernt werden müßten, wenn sie nicht den Saal verließen. Dem Zureden mehrerer Stadtverordneter gelang es schließlich, die Frauen zum Verlassen des Saales zu bewegen. Plünderung von Lebensmittelgeschäften in Hamburg. Hamburg, 15. Dez. (TU.) Am Mittwochabend ist es in mehreren Stadtteilen Hamburgs zu P l ü n- derunaen von Lebensmittelgeschäften durch Kommunisten gekommen. Der Polizei- bericht meldet darüber folgendes: Gegen 19 Uhr wurden die Scheiben einer Schlachterei in der Eimsbütteier Chaussee zertrümmert. Bei den Tätern handelt es sich um eine größere Anzahl jüngerer Leute, die kommunistische Abzeichen trugen. Sie raubten etwa 30 Schinken und für rund 2 00 Mark Wurstwaren. In einer Schlächterei in der Flotowstraße raubten etwa 15 Männer, die gleichfalls kommunistische Abzeichen trugen, L e - bensmittel im Werte von 100 Mark. Weiter wurden in der Spaldingstraße und in der Weidestraße Wur ft waren und Butter aus Lebensmittelgeschäften geraubt. Am Neuen Steinweg konnten Kriminalbeamte zwei Männer festnehmen, die gerade im Begriff waren, die Scheiben eines Lebensmittelgesäftlftes einzuschlagen. Die Kriminalpolizei hat eine eingehende Untersuchung darüber eingeleitet, ob es sich um planmäßig betriebene Laden Plünderungen handelt. Schärfere Ueberwachung der Preisverzeichnisse. Berlin, 15. Dez. (CRB.) Der Reichs- kommissarfürPreisüberwachung hat in einem Rundschreiben die obersten Landesbehörden ersucht, die Befolgung von Vorschriften über den Preisverzeichniszwang für gewisse Waren und handwerkliche Leistungen schärfer zu überwachen und gegebenenfalls Geldstrafen zu verhängen. Er begründet diese Maßnahme damit, dast die Bevölkerung in diesem Jahre mit einer gegenüber den Vorjahren noch erheblich mehr geschwächten Kaufkraft in den Winter trete und dast es daher im Interesse der Derbraucherschaft der Sicherung des Absatzes und der Gesamtwirtschaft unbedingt vermieden totben mü Je, eine Steigerung der Preise zuzulassen, die nicht durch eine etwaige Erhöhung der Weltrohstoffpreise oder der inländischen Agrarpreise bedingt sei. Schern will seine eigene Amnestie München, 15. Dez. (TU.) Der Bayerische Land- tag verhandelte am Donnerstag über die Anträge der Kommunisten und Nationalsozialisten über die Amnestiefrage. Im nationalsozialistischen Antrag wird die Regierung ersucht, den im Reichsrat zu den Beschlüssen des Reichstages in der Amnestie frage eingelegten Einspruch zurück- zuziehen; wenn keine Reichsamnestie zustande- tarne, solle in Bayern Straffreiheit für politische Straftaten, bei denen Menschenleben nicht zu Schaden gekommen seien, gewährt werden, ebenso für Vergehen aus wirtschaftlicher Not. Ministerpräsident Dr. Held führte aus, er sei nicht i/4 Pfund 0.65 Feinste Java-Perlmischung ..*.*,* x'< Pfund 0.70 Allerbeste Costarica-Maragogype-Mischung,'/. Pfund 0.75 Konsum-Verein Gießen und Umgegend, eingetr.G.m.b.H. WEISSWEIN für Feiertage Laubenheimer............... Freilaubersheimer Roxheimer Birkenberg, Riesling Schloß BÖckelheimer.......... ROTWEIN Oberingelheimer ..... SÜSSWEIN Tarragona Alle Weine ohne Glas! 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Der Betankern der riesigen Staumauer, des 'Abschlusses der mächtigen Talsperre, die jetzt im Südhatz ihrer Vollendung entgegengeht. WM M ML Oberheffen Siadirat in Bad-Nauheim. -- Bad-Nauheim. 15. Dez. In der jüngsten Sitzung des Stadtrats lagen weitgehende Anträge der Sozialdemokratischen Stadtratsfraktion und des kommunistischen Stadtratsmitglieds 3. Schäfer auf Gewährung einer Winterbeihilfe vor, die abgelehnt wurden, weil die Stadt den dazu erforderlichen Betrag in Höhe von etwa 1 7 0 0 0 QH f. nicht aufbringen kann. Annahme fand ein Kompromißantrag der Wirtschaftspartei, wonach 6 0 0 0 M k. für die Zwecke der Winterhilfe bereitgestellt werden, die durch das Wohlfahrtsamt in Form von Gutscheinen zur Verteilung kommen. Diese Gutscheine können in hiesigen Geschäften in Zahlung gegeben werden, wobei Filialen auswärtiger Firmen ausgeschlossen sind. Der Konsumverein wird auf Antrag der sozialdemokratischen Fraktion von der Ausschliessung ausgenommen. Während der Beratungen über die Winterhilfe vernichten vor dem Stadthause Erwerbslose durch Sprechchöre die Sitzung zu stören. Die Polizei zerstreute die Menge. 3m Sihungssaale selbst kam es auch zu einem Zwischenfall. Wegen wiederholter Zwischenrufe aus dem Zuschauerraum ordnete Bürgermeister Dr. Ahl die Räumung des Zuhörerraumes an. Der kommunistische Stadtrat 3. S ch ä f e r, der dagegen protestierte, mußte mehrmals zur Ordnung gerufen und schließlich von der Sitzung ausgeschlossen werden. Als weiterer wichtiger Punkt stand aus der Tagesordnung ein Antrag der Verwaltung aus Einführung der Bürger st euer mit 500 ü. H. des Landessatzes für die Zeit vom 1. April bis 31. Dezember 1933. Trotzdem Bürgermeister Dr. Ahl eingehend die unabweisbare R o t w e n - digkeit dieser Steuer zur Balancierung des Etats für 1933 begründete und trotz des Hinweises. daß die Stadt die Bürgecsteuer durch Abbau» und Sparmaßnahmen seither ferngehalten habe, wurde die Steuer vom Stadtrat e i n m ü - t i c gegen die Stimmen der Verwaltung a b g e ° lehnt. 3n der Aussprache zeigten zwar die meisten Redner Verständnis für den Standpunkt der Verwaltung, wünschten aber keine neue Steuerlast. sondern weitere Einsparungen, woraus Bürgermeister Dr. Ahl erwiderte, daß hier das Aeuherste schon getan sei, trotzdem die Verwaltungsarbeit durch die Rotzeit ständig vermehrt werde. Ablehnung fand auch der Antrag der Verwaltung bezüglich der Sähe der städtijchen Hundesteuer 1 9 3 3. Diese bewegen sich auf der Höhe der Ziffern, die von Bürgermeister Dr. A h l vor 3ahresfrist aus eigner Macht für 1932 festgesetzt worden waren (1. Hund 24 Mark, 2. Hund 36 Mark, 3. Hund 48 Marl, für den 4. und jeden weiteren Hund ein Zuschlag von 8 Mark aus den Sah von 48 Mark). Angenommen wurde ein Antrag der Wirtschaftspartei, der zu den Sätzen von 1931 zurückkehrt (1. Hund 12° Mark, 2. Hund 24 Mark, 3. Hund 36 Mark, für den 4. und jeden weiteren Hund ein Zuschlag von 8 Mark aus den Sah von 36 Mark). Bürgermeister Dr. A h l führte dazu aus, daß er nicht aus Vergnügen eine Erhöhung der Hundesteuer oder die Einführung der Bürgersteuer bringe. Er habe den ehrlichen Willen, mit dem Stadtrat harmonisch zusammenzuarbeiten. Wenn er in Zukunft jedoch vielleicht von dem ihm zustehenden Recht der zwangsweisen Einführung einer Steuer Gebrauch machen müßte, so tue er das lediglich in Ausübung seiner Pflicht. Gemeinderat in Hungen k. Hungen, 15. Dez. Der Gemeinde- rat beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung nochmals mit der am 1. Oktober durch die Oberpostdirektion eingeführten Beschränkung in der Postzustellung. Trotz des einmütigen Protests und der starken Mißbilligung, die man dieser Maßnahme allerorts entgegengebracht hat, zeigt die Oberpostdirektion wenig Verständnis für die auf die Dauer untragbaren Zustände der einmaligen Postzustellung. Der Gemeinderat legte nochmals entschieden Verwahrung da- gegen ein, daß man in Hungen nur noch eine Postzustellung täglich zuläßt, während in der Vorkriegszeit dreimal täglich Post zugestellt wurde. — Die Hunde st euersätze für das Jahr 1933 sollen wie bisher beibehalten werden. Dorüft?pbu0 * Storndorf, 15 Dez. Seit einiger Zeit sind in unserer Gemeinde Anzeichen von Para- t v p h u s vorhanden Das Kreisgesundheitsamt hat sofort umfassende Maßnahmen zur Bekämpfung der Seuche getroffen lieber einzelne Gehöfte wurde die Sperre für Milch und Molkereiprodukte verhängt außerdem wurden in allen verdächtigen Fällen bakteriologische Untersuchungen oorgenommen Der Gemeinderat hat auf Vorschlag des Kreisgesundheitsamtes zur Pflege und Kontrolle der Kranken für einige Zeit eine Fürsorgerin angestellt Bis jetzt sind die Erkrankungen, dank der umfassenden behördlichen Abwehrmaßnahmen, günstig verlaufen, so daß zu Beunruhigungen kein Grund vorhanden ist. Landkreis Gießen ---- L i ch. 15. Dez. Am Mittwochnachmittag fand im Rathaus unter dem Vorsitz von Pfarrer D r a u d t eine Sitzung des Ausschusses für die Winterhilfe statt. Der Vorsitzende gab zunächst den Abschluß der Rechnung deis vorigen Jahres bekannt. Rach eingehender Beratung der in diesem 3ohre zu ergreifenden Maßnahmen wurde auf Grund der guten vorjährigen Erfahrungen beschlossen, auch in diesem Jahre wieder ein Milchfrühstück an die dafür vorgeschlagenen Kinder zu verabreichen. Ferner soll eine Geld- und Raturaliensammlung durchgeführt werden. Auch die Gewährung von Mittagessen soll pach Möglichkeit in besonders dringenden Fällen, erfolgen. Göbelnrod, 15. Dez. Dieter Tage hielt Obstbauinspektor E n k l e r «Gießen) in der hiesigen Schule einen Vortrag mit Lichtbildern. Zunächst besprach er die von der Landwirtschofts- kammer zum Anbau empfohlenen Ob st - forten und ging dann des weiteren aus die Obstbaumpflege und die Schädlingsbekämpfung ein. Die Zuhörer folgten dem Dortrage mit großer Aufmerksamkeit. 3n der Aussprache wurde gewünscht, daß ab und zu Rundgänge gemacht würden. Auch wurde die Gründung eines Obstbauvereins empfohlen. Der ersteren Anregung wurde sofort entsprochen und am nächsten Morgen unter Führung von Obstbauinspektor C n k l e r ein Rundgang unternommen Kreis Alsfeld. * Ober-Breidenbach, 15. Dez. Der Arbeiter Johannes Grünig von hier wurde von einem Auto angefahren und zur Seite geschleudert. Der bedauernswerte Mann hat mehrere Rippenbrüche und Prellungen am Oberkörper davongetragen. Der Unfall ist^durch Schleudern des Autos auf der vereisten Straße entstanden. chNieder-Gemünden, 15. Dez. Mehr denn je ist das Augenmerk der Züchter auf die Rasse- geslügelzucht gerichtet. Dies zeigt sich überall in der vortrefflichen Beschickung der Ausstellungen. So sind für die bevorstehende 6. Bezirks-Geflügel- schau des Bezirks 2 (Kreise Alsfeld und Lauterbach) am kommenden Sonntag rund 400 Tiere aller Raffen angemeldet. Der veranstaltende Verein ist bemüht, die Schau mustergültig zu gestalten. Da nicht alle Ausstellungstiere im Södlerschen Saal untergebracht werden können, wurde das benachbarte Kornhaus für diesen Zweck eingerichtet Oer neue Kurator der Marburger Universität. WSR. Marburg, 15. Dez. Zum Kurator der Philipps-Universität in Marburg ist Ministerialrat Dr. jur. et rer. pol„ Dr. med. h. c. Klingelhöser ernannt worden. Ministerialrat Klingelhöser, dessen Familie aus Hessen stammt, wurde 1878 in Lüdenscheid geboren. Er studierte an den Universitäten Freiburg, München und Berlin Rechts- und Staatswissenschaften und wurde 1920 zum Gerichtsassessor ernannt. Von 1920 bis 1925 wirkte er bei den Provinzialschulkollegien Berlin, Schleswig und Koblenz als Regierungsassessor bzw. Regierungsrat. Seit 1925 gehört er der Hochschulabteilung des preußischen Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung an, woselbst er 1927 zum Oberregierungsrat und 1929 zum Ministerialrat befördert wurde. Ministerialrat Dr. Klingelhöser hat insbesondere die Universität Marburg jederzeit in umsichtiger und fruchtbarer Weise gefördert. An ihrer schnell aufstrebenden Entwicklung in den letzten sieben 3ahren hat er hervorragenden Anteil. 3n dankbarer Anerkennung seiner großen Verdienste wurde ihm 1929 von der medizinischen Fakultät der Universität Marburg die Würde eines Ehrendoktors der Medizin verliehen. Schafft Arbeit! Ein kirchlicher Mahnruf an Staat, Gemeinden und wirtschaft. WSR. Frankfurt a. M., 15. Dezember. Die Frankfurter Landeskirchenversammlung nahm einstimmig eine Entschließung an, in der sie der schwersten «orge über die Not zahlreicher Glieder des deutschen Volkes Ausdruck gibt. Sie sehe, wie in vielen Häusern die letzten Bestände des zum Lebensunterhalt Notwendigen aufgebraucht seien und darüber hinaus viele Menschen ein Leben in tiefer Verzagtheit, ja Verzweiflung führten. Für junge Menschen bedeute die Erwerbslosigkeit Entwurzelung aus Familie, Heimat und Kirche, ja oft sogar Verwilderung In dieser Lage richte die Landeskirchenver- sam'mlung an alle Verantwortlichen im Staat, Stadt und Wirtschaft, insbesondere auch an die Reichsregierung, den dringenden Ruf, vor allem andern das Ziel der Ueberwin- duug der Arbeitslosigkeit mit ganzem E r n ft ins Auge z u fassen. Zur Erreichung dieses Zieles sei Abbau der Renten unmöglich vielmehr sei zu fordern, daß Renten und Unterstützungen wieder so gestaltet würden, daß sie ein menschenwürdiges Dalein ermöglichen. Es gehe darum, daß der Glaube an die Gerechtigkeit und an den Sinn des Ledens nicht in Millionen von Menschenherzen zusammenbreche. 25 Jahre Frankfurter Festhalle. WSN. Frankfurt a. M., 15. Dez. In diesem Jahr waren es 2 5 I a h r e, daß mit dem Bau der Frankfurter Fe st Halle nach dem Entwurf des Professors von Thiersch in Verbindung mit der Maschinenbauanstalt Augsburg-Nürnberg und und der Firma PH. Holtzmann AG. begonnen wurde. Im Jahre 1909 wurde die Festhalle endgültig fertig» gestellt, und im Laufe des Jahres entstand eine Reihe weiterer Gebäulichkeiten, die zusammen mit IkC eigentlichen Festhalle bis zu 15 000 Personen fassen. Seit ihrem Bestehen hat die Frankfurter Festhalie zahlreiche bedeutende Veranstaltungen für Frankfurt ermöglicht, so u. a. 1908 das 11. Deutsche Turnfest, 1909 den dritten Wettstreit deutscher Männergesangvereine (Kaiserpreissingen), im gleichen Jahre die Jla (Internationale Luftfahrtausstellung), 1911 das 28. Deutsche Radsahrerbundessest und die Jntcr- nationale Kochkunstausstellung, 1912 das 17. Deutsche Bundes- und Goldene Jubiläumsschießen, W1 1 den 4. Wettstreit Deutscher Männergesangvereine, von 1919 bis 1929 die Internationalen Frankfurter Messen und in diesem Jahre das 11. Deutsche Sängerbundesfest. 300 gestohlene Weihnachtsbäume WSN. Frankfurt a. TI., 15. Dez. Aus den Volkersbrunner Waldungen wurd. n etwa 30 0 Tonnen bäume widerrechtli h geschlagen und abtransportiert. Die Spur w> s nach Frankfurt a. M., wo die Bäume entdeckt und beschlagnahmt werden konnten. Ein Zahr Zuchthaus für 1OO Mk. WSR. Limburg, 15. Dez. Die hiesige Große Strafkammer verurteilte einen früheren Ar- gestellten des Landratsamts Tßc- sterburg wegen Unterschlagung von 1 00 Mark in Verbindung mit Urkundend - schung zu einem 3ahr Zuchthaus. Dr Angeklagte erlitt im Kriege eine schwere Hir. - Verletzung und leidet infolgedessen an Bewuß - seinsstörungen, Epilepsie usw., außerdem sind seine Rerven total zerrüttet. Drei ärztliche Sachve - ständige bestätigten, daß durch die Berlehm g Aenderungen am Gehirn organischer Art eii - getreten sind. Der Sachverständige Profess c Jahrmärker, auf den es ankam, erstatte i ein längeres Gutachten, konnte aber nicht c - klären, daß zur Zeit der Tat eine Bewußtseinsstörung beim Angeklagten vorlag. Daraufh >r erging das harte Urteil, das allerdings nur d e Mindeststrafe darstellt. Das Gericht beschloß von sich aus, ein Gnadengesuch einzureichen. G. A Sport. Kunstturnwettkampf in Lollar. Helsterbach Mörfelden—Waldgirmes— Lollar. Am morgigen Samstag veranstaltet der Turn» Verein Lollar, in Verbindung mit einem Kunst- turnmannschaftskampf, einen großaufgezogen u turnerischen Werbeabend. Das größte Jntcreßr nimmt natürlich der zum erstenmal zum Austra.; kommende Mannschaftskampf der Vereine Kelsterbach—Mörfelden—Waldgirmes—Lollar in Anspruch. Die jeweils zwei Vereine des Main-Rod-Gaues und Lahn-Dünsberg-Gaues stellen das Beste dar, war der Südwestdeutsche Turnoerband an turnerischen Kräften an den Geräten auszuweisen hat. Bei der Gleichwertigkeit der Mannschaften ist dec Ausgang des Kampfes nicht^vorherzusagen. An bekannten Spitzenturnern des STV. sind u a. oorzu- finden: Eisenacher-Mörfelden, Hardt und Zulauf-Kelsterbach, Ferber und Schmidt- Waldgirmes, Hofmann und B i e r a u - Lollar. Der Wettkampf hat im ganzen Gaugebiet das Lahu- Dünsberg-Gaues großes Interesse gefunden und dürfte sich zu einem Erfolg für den Gau und öt n rührigen To. Lollar gestalten. alles bekommt! .Wie gut ihm jetzt Kinder brauchen leichte Kost. Darin kennt Mutter sieb aus; < sie nimmt stets Palmin Mil Palmin zubereiteL wird alles 106 Pt 26— 22 s verdaulich. Magen und Kopf bleiben unbesenwert — wie wichtig gerade in diesen Zeiten I PALMIN Jede Kost-leichte Kost ÄCHTEN SIE AUF DEN NAMENSZUG (Nehmen Sie zum Aufwascnen, Spülen und Reinigen Henkels @ Gerade hierfür ist Ala vorzüglich geeignet, weil es durch seine feine Beschaffenheit alle polierten Flächen schont Ala ist sehr ergiebig und deshalb sparsam im Gebrauch- Ala schon! aber auch Dir Portemonnaie, weil es nur wenige Pfennige kostet Alle diese Vorzüge — es sind viele für so wenig Geld! — machen Ala zur meislgebrauch- ten Puiz- und Scheuerhilfe in Millionen Haushaltungen. Sie sparen beim Scheuem und Putzen wie alle, die Henkel's Ata benutzenf Auch für Aluminium bestens bewährt! Aluminium trocken putzen! ^ÖAuch Kacheln oder Marmorsachen Ws soll man mit ATA sauber machen! -------------- _ — — putzt und reinigt alles Her gestellt in den Persilwerke n________ Zutzbatt der höheren Schulen. Oberrealschule — Gymnasium 5:1. Die beiden Mannschaften lieferten sich einen spannenden Kampf. Die eifrigen Gymnasiasten wurden von den dosier spielenden Oberrealschülern mit 5:1 Toren geschlagen. Die Oberrealschule trat Mit Ersatz an. Kirche und Schule. Dekanatskonfeienz in Gietzen. Eine Dekanatskonferenz der evange- tischen Geistlichen des Dekanats Gießen wurde gestern im Markusfaal zu Gießen von Dekan Gußmann (Kirchberg) mit Schnftlefung unb Gebet eröffnet. Es folgte ein Vortrag von cand. theol. Seipp über „D a s Erziehungswerk des freiwilligen Arbeitsdicn- st es". Als Vorschule der Volksgemeinschaft sollte diese Einrichtung jeden jungen Menschen mindestens ein Dohr zum Dienst am Volke fähig machen. Durch Schaffung ernster Werte und Pflege der Gemeinschaft sollte die Lage der Arbeitslosen mehr seelisch, als materiell erleichtert werden. Die zu leistende geistige und körperliche Arbeit sollte gemeinnützig und zusätzlich sein und weder Arbeitgeber, noch Arbeitnehmer schädigen. Träger des Dienstes sollten gesinnungsbildende Gemeinschaften sein. Der Forderungsbetrag ist keine Bezahlung der geleisteten Arbeit. Eine Erweiterung der Bcst'm- mungen wurde notwendig. Nach den neuen Bestimmungen können alle Jugendlichen bis zu fünfundzwanzig Jahren, aber keine älteren mehr ausgenommen werden. In Oberhessen hat der freiwillige Arbeitsdienst erfreuliche Fortschritte gemacht: eine Behebung des Mangels an richtigen Kolonnenführern ist im nächsten Jahre zu erwarten. Das hessische Heimatwerk will bei seiner Betreuung einen Abklatsch der Volkshochschulen vermeiden. Fortlaufende Vorträge, behandelt vom ständigen Betreuer (Volkskunde, Heimatkunst), werden durch ein gestreute Lichtb.ldervorträge, Besichtigungen und Wanderungen in Gemeinschaftsabenden ausmün- dcn. Schwierigkeiten dürfen nicht abschrecken. Für 4100 Arbeitsdienstwillige stehen heute 100 Mitarbeiter zur Verfügung: es ist sicher zu erwarten, daß ihre Zahl weiter steigen wird. Eine rege Aus- spräche belohnte den sachkundigen und von großem Idealismus getragenen Vortrag. Eine Reche von dienstlichen Besprechungen schloß sich an. Kreis Schotten. i Groß - E i che n , 15. Dez. Zur Zeit findet in unserer Gemein" e eine Evangelisationswoche durch den bekannten Volksmissionar Walther (Beuern) statt. Qln jedem Abend spricht der Vortragende in der Kirche über ein aktuelles religiöses Thema. Mittags finden Dibel- stunden in der Kirche statt. Die Vorträge erfreuen sich eines guten Besuches. Wirtschaft. Ersenverbrauch und Investitionen. Berlin, 15.Dez. (WTB.) Geschäftslage und Ertragsaussichten der eisenschaffenden Industrie wurden in letzter Zeit verhältnismäßig günstig durch die Oefsentlichkeit beurteilt. Veranlassung hierzu bot, nach dem Wochenbericht des Instituts für Kon'unktursorschung, zunächst die bemerkenswerte Stetigkeit des inländi- schenEisenabsahessüt Anfang o s lau'en- den Jahres. 3n letzter Zeit hat sich der Geschäfts- gang durch Aussenaufträge, Bestellungen der Reichsbahn, Lagerkäufe des Handels, sowie Ein- Deckungen der Verarbeiter weiter gebessert. Trotz der Geschäftsbeleüung in den letzten Monaten erreicht die Eisenproduklion gegenwärtig mir etwa ein Drittel des älmfanges von 1928. Die Belebung des Znlandgeschäftes wird aber erst dann einen durchgreifenden Aufschwung nehmen können, wenn die Investitionen zunehmen. Der reine I n l a n d v e r b r a u ch von Eisen liegt im Jahre 1932 um 80 Prozent unter dem Stand von 192 7. Fast ebenso stark ist der inländische Maschinenverbrauch zurüclgegan- gen, Nährend sich induftr'e'le Gesamtproduktion und Beschäftigungsgrad nur um etwa 45 Prozent verminderten. Mit der zunehmenden Dringlichkeit von Ersah- investit'onen, die allerdings erst mit stärkerer Wirtschaftsbelebung in größerem Stile vorgenommen werden können, wird die Verkleinerung des Pro- duktionsapparatcs immer weniger tragbar. Immerhin ist der Produklionsapparat der Wi.tschast noch immer größer, als es den derzeitigen Aus- nutzungsrni'glichkcilen entspricht. Reu'n.estitionen werden wahrscheinlich erst nach verhältnismäßig langer Zeit notwendig werden. Für die Beurteilung der Eeschästsaussichten in der Eisenindustrie ist von Bedeutung, daß der Anteil der Eiseneinfuhr am Inlandverbrauch 1932 zugenommen hat, während die Ausfuhr rascher gesunken ist, als die Erzeugung. Berlin freundlich. Berlin, 16. Dsz. (WTB. Funksoruch.) Ent- aegen den Erwartungen mußte der offizielle Börsenbeginn heute enttäuschen. Es lagen am Montanmarkt überwiegend Kauforders vor, unb man hatte damit gerechnet, daß die Börse durchweg fester eröffnen würde. Zu den ersten Kursen kam' dann aber an verschiedenen Märkten noch Material heraus: die Spekulation schritt an diesen Märkten zu Glattstellungen und nahm auchTaulch- operaf onen in Montan- und einigen Elektropapie- ren vor. Die Grundstimmung konnte aber trotzdem als freundlich bezeichnet werden. Die gestrige Rede des Reichskanzlers wurde allgemein günstig ausgenommen, zumal in ihr das Problem der Arbeitsbeschaffung als die wichtigste Aufgabe bezeichnet wurde und neue Belastungen für die Wirtschaft vermieüen werden sollen. Die Erhöhung der Roheisen- unb Rohstahlproduktion, die lebhaftere Tätigkeit in der Maschinenindustrie, die höhere Ruhrkohlenförderung, das Anziehen der deutschen Werte im Auslande, die Einigung in der Wolt'schiffahrt usw. waren anregende Momente, die aber doch nicht die -erhoffte Wirkung erzielten. AEG.-Aktien lagen weiter schwach, auch Farben waren angeboten und rückgängig, gleichfalls Kunstseidenwerte. Die Umsätze am Montanmarkt waren ziemlich groß, di» Kurse zogen aber nur bis 1,13 o.5). an. Mannesmann waren ziemlich stark gefragt, da Gerüchte von einem großen neuen Russenauftrag an das R ähren syn'dUat stimulierten. Während Schultheis fast 2 v.H. zurückginaen, zogen Dortmunder Union-Brauerei 4 50 v. 5) an. Die f e st v e r z i n s l i ch e n Märkte waren anfangs kaum behauptet, eher etwas schwäch e r. Auch Jndustrieobllgationen zeigten keine einheitliche Tendenz. Im Verlaufe gaben AEG. auf die alten Zusammenlegungsgerückte weiter nach, und hiervon ausgehend erptroen sich auch an fast allen anderen Märkten Rückgänge bis zu 1,50 v. H. AEG. stellte sich auf nur 29 v. S). Am Geldmarkt blieb die Situation nach glatter Ueberwindung des Medios unverändert leicht. Tagesgeld war an der unteren Grenze mit 4,40 o. 5)., bzw. 4,25 o. 5). und vereinzelt 4,13 v. 5). erhältlich. Privatdiskonten waren wenig gefragt, doch lag fein größeres Angebot vor. Reichsweckfel per 15. März blieben so gut wie umsatzlos. Die Reichsschatzwechsel per 18. April sind ausverkauft, es ist eine neue Tranche per 15. Mai ausgegeben. Frankfurt uneinheitlich und schwächer. Frankfurt a. M., 16. Dez. (WTB. Drahtmel- bung.) Gegenüber den relativ freundlichen Vor- mittagstaxen eröffnete die amtliche Börse uneinheitlich. und auf Grund der Schwäche einzelner Spezialpapiere gaben die Kurse im Verlaufe allgemein nach. Die gestrige Reichskanzlerröde fand zwar ein günstiges Echo, sie blieb aber auf die Tendenz ohne Einfluß. Die Kulisie schritt zu einigen Glattstellungen, denen kaum Orders seitens der Kundschaft gegen- überstanden, was bei der herrschenden Geschäfts- st lle überwiegend zu kleinen Rückgängen führte. Die Kursbildung war uneimhcitlich. Wetter fest lagen nur Montanworte. Gelsenkirchen gewannen VA, Stahlvevein und Harpen er je 1, Phönix % Prozent, Mannesmann, Rheinstahl und Buderus blieben jedoch nur knapp behauptet. Der erneute Rückgang der IG.-Färbenindustnie auf 96% Prozent (minus 1 Prozent) und später auf 95% Prozent, sowie die matte Haltung der Aku-Aktie, die in Nachwirkung der ungünstigen Nachrichten über den Geschäftsgang VA Prozent einbüßten, führten zu äußerster Zurückhaltung. Später bildete die starke Abschwächung von AEG., die insgesamt 2% Prozent verloren, ein wesentliches Unsicherheitsmoment, um so mehr, als man nicht weiß, woher die Abgaben kommen. Im übrigen eröffneten Scheideanstalt, Metallgesellschaft, Rütgerswerke, Gesfürel, Schuckert, Siemens, Reichs-» bank, Sch.ffahrts- unb Zellstoffaktien uneinheitlich, wobei die Veränderungen nach beiden Seiten etwa Vi bis 1 Prozent betrugen. Der Rentenmarkt lag nahezu gefchafts- l o s. Reichsaltbesitz blieben mit 58% Prozent und späte Reichsschuldbuchforderungen mit 73% Prozent unverändert. Stahloerö.nsbonds lagen mit 68,20 Prozent zum ersten Kurs nur knapp behauvtet. Auch die übrigen Industrieobligationen lagen wesentlich ruhiger. Der Pfandbricfrnarkt tendierte uneinheitlich, doch überwogen Rückgänge von 0,25 bis 0,5 v. H. für Gold- und Liguidationspfandbriefe. Kommunalabligationen blieben verhältnismäßig behauptet. Unter dem Eindruck der Schwäche einiger Spezialwerte (Aku erneut bis 2 v. H., AEG. 29 v. H. Brief. IG. 95,5 v. H. Brief) bröckelten die Kurse im Verlaufe bei größerer G e s ch ä f t s ft i 11 e allgemein um 0,5 bis 1 o. H. ab. Tagesgelb war zu 3,75 v. H. unverändert. Schweinemarlt in Wetzlar. O Wetzlar, 15. Dez. Der gestrige Schweinemarkt war mit 212 Ferkeln und 12 Läufern beschickt. Trotz geringem Käuferbesuch entwickelte sich ein lebhafter Handel. Es wurden bezahlt: für 5—6 Wochen alte Ferkel 8—9 Mark, für 7—8 Wochen alte Tiere 10 -12 Mk., für ältere Ferkel und Läufer bis zu 20 Mk. je Stück. Der Markt wurde geräumt. Eewinnauszug 3. Klasie 40. Preuß.-Siiddeutsche (266. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lost gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 1. Ziehungslag 14. Dezember 1932 3n der heutigen Dormittaasziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 Cetoinne |U 100 0 M. 98694 6 < em nne gu 60UU -JlL 63912 177510 190708 4 Gewinne »u 3000 M. 313514 395469 10 Gewinne »n 2000 W. 140313 245529 254020 337255 386832 14 Gewinne >u 1000 M. 3139 62153 73116 83753 119678 214790 325292 22 Gen- nne n 800 -tt. 52901 84047 94001 127761 161200 218570 252999 267436 301411 318166 388435 54 Gewinne.u 500 M. 14504 16418 21159 49430 68997 100637 114202 125323 167674 209033 235350 250640 251030 281190 289326 325954 331833 332878 335912 341284 344284 352854 355976 356732 360046 375270 380172 Sn der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 Gewinne zu 10000 M. 252453 4 Gewinne tu 2000 M. 48873 362309 26 Gewinne ,u 1000 AI. 15869 22609 32146 123864 145973 152302 189256 238123 248456 283045 306265 326275 398197 38 Gewinne zu 800 M. 29984 31529 38466 43383 123312 132155 167421 167472 168600 228796 229279 230484 254940 262895 271685 280541 301849 344557 359806 44 Gewinne ju 500 W. 11017 21307 22243 27335 31063 41999 54614 72441 86467 89273 125723 189570 224820 228887 229986 246208 281825 292244 296633 297923 305167 364603 I.INGE — das/teste! r-8° 10 1214 16^-1 Alleinverkauf: w »a SCHUH-HAUS oAtn Gießen, Marktplatz 7 8809 D »Hnp Afhm<>inp be'onbers aud> vrankUche, «Ulf vaJlVtlllV» zurückgebliebene und olche mtt steifen Deinen, gefunden und 163D entwickeln sich überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes RASSOLxä mengen. 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