Mittwoch, |6. November 1952 182. Jahrgang Nr. 270 Erstes Blatt Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvek und Verlag: vrühsische Unwerfitats Buch- und Zleindruckerei K Lange in Gießen. Zchnftlettung und Gefchästrstelle: ZchulftraßeT. Annahme von Snzergen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re« Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20u, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für denAn- zeigenteil i. B. Th.Kümmel sämtlich in Biegen. Erscheint täglich, auher Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Giegener Familienblätter Heimat lm Bild • Die Scholle Monair-Sezugspreis: Mit 4 Beilagen Rll.il. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. zernsprechanschlüste unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Zronkfurt am Main 11686. Randnoten. Zum letztenmal vor der großen Volksabstimmung im Jahre 1935 sind die Einwohner des Saarlandes am Sonntag zur Urne gegangen Die Gemeinderatswahlen waren — nach den Lam desratswahlen vom März dieses Jahres — eine Art Generalprobe, die noch einmal die Kräfteverteilung deutlich zeigen sollte. Wir Deutsche können mit dem Ergebnis zusrieden sein. Von den 330 000 Stimmen sind ganze 1341 für die sog. „Unabhängige Arbeiter- und Bürgerpartei" abgegeben worden, hinter der sich die F r a n z o s e n f r e u n d c versteckten. Sie haben es nicht einmal gewagt, eine Liste aufzustellen, die nach außen hin ihre ^Ziele deutlich verrät. Sie haben ihre französischen Sympathien getarnt und offiziell unter der Parole „Das Saargebiet den Saarländern!" gefochten Trotzdem dieser mehr als bescheidene Erfolg, der in Zahlen ausgedrückt nicht einmal ein halbes Pro- z e n t ausmacht. Von den insgesamt 4300 saarländischen Gemeinderatsmitgliedern entfallen ganze sieben auf die Saarbündler, die eigentlich, wenn sie nur aus eigener Kraft arbeiteten, an dem Fluch der Lächerlichkeit ersticken müßten. Denn tatsächlich ist ja ihre Bedeutung noch gerinaer. Bei den Gemeinderatswahlen haben viele mitgewählt, die erst seit 1919 ins Land gekommen sind, die also bei der Volksabstimmung gar nicht stimmberechtigt sind. Der Begriff der hoffnungslosen Minderheit ist eigentlich noch zu wohlwollend für diese riesenhafte Blamage. Trotzdem darf der Erfolg die Deutschen nicht sicher machen, denn eben weil die Saarbündler ja nur Puppen sind, die nach den Pariser Drähten tanzen müssen, ist es ganz zweifellos, daß die Franzosen ihre Absichten nicht aufgeben. Sie haben ihre Taktik im Laufe der vergangenen Jahre ja ost genug gewechselt und werden auch jetzt wieder einen Ausweg finden, bei dem sie sich mit neuen Erwar- tungen selbst betrügen. In Versailles mögen sie geglaubt haben, daß es ihnen möglich sein würde, das ganze Land später einmal überzuschlucken. Daran denken sie schon längst nicht mehr. Sie haben sich schon lange darauf beschränkt..ihre Propaganda in bestimmten Grenzgebieten, hauptjäcblich in der Ecke von Saarlouis und tn dem Warndt zu konzentrieren. Hier sollten die Saarbündler ihnen den Boden bereiten und Stützpunkte schaffen, die in den nächsten Jahren ausgebaut werden könnten, damit bann mindestens eine Teilung erreich« werden könnte, die Frankreich in den Besitz des wertvollen Kohlengebiets brachte. Aber auch bannt ist es nichts gewesen. In dem Warndt ebenso wie in Saarlouis ist der Mißerfolg der Saarbündler fast noch katastrophaler als in den anderen Bezirken Die Spekulation der Franzosen, daß Deutsche um wirtschaftlicher Vorteile willen oder aus der Sorge vor den wirtschaftlichen Schwierigkeiten in Deutschland ihre Heimat verraten könnten, ist gründlich fehlgeschlagen. Wenn die Siegerstaaten von Versailles Mut hätten, dann müßten sie einsehen, auf welchen ungeheuren Betrug die ganze Komödie der Volksabstimmung aufgebaut war, sie müßten ihren Irrtum eingestehen und d i e Besetzung aufgeben. Darauf aber können wir, nach allem, was wir erlebt haben, nicht rechnen. Uns kann es schließlich ja auch recht sein, wenn die Franzosen es darauf ankommen lassen wollen, daß ihnen in der Volksabstimmung die Verlogenheit ihrer Politik noch einmal ausdrücklich bestätigt wird Herbert Hoover hat zwar mir noch eine Amtszeit von knapp fünf Monaten vor sich, aber bas Ende seiner Amtszeit verlangt von ihm noch eine Entscheidung, die auch seine Aachsolger bindet. Am 15. Dezember müssen b i e Schuldner 6er Union d i e rückständigen Zins» unb Ablöfungsraten auf denTisch legen, aber weder Frankreich, das wohl zahlen kann, nach England, dem es schon er- yeblich schwerer fällt, von den anderen Schuldnern gar nicht zu reden, haben dazu Lust und Steigung. Frankreich hat etwa 100 Millionen Mark zu bezahlen, England etwas übet 430 Millionen Mark, die anderen Lander entsprechend weniger. Slun geht es dem Staatshaushalt der Union auch nicht gerade gut, denn er ist mit einem Fehlbetrag belastet, der nur durch außergewöhnliche Maßnahmen ausgeglichen werden kann. Wenn nun die Schuldner nicht zahlen, so muß das Schatzamt der Union die Mittel flüssig machen, um die Zinsen für die unterschiedlichen Kriegsanleihen leisten zu können. Das Problem der Kriegsschulden ist für die Union tatsächlich nicht so einfach, denn ein großer Teil dieser Kriegsschulden ist in Form von Anleihen im Volke untergebracht. Das erklärt auch, warum bas Volk bet Bereinigten Staaten bisher wenig Steigung gezeigt hat, auf die Rückzahlung der Kriegsschulden zu verzichten, denn dieser Verzicht ist für den Staatsbürger, der die »Eiegesanleihen" der Skrbünbcten gekauft hat, gleichbedeutend mit einem Vermögens» v e r l u st. Daß die Union selbst die Bürger entschädigt, ist wenig wahrscheinlich, finanziell auch für absehbare Zeit kaum durchzuführen. Die Schuldner der Union, die sich im Versailler Frieden ungeheure Steute zugeschanzt haben, begründen ihre SEbneigung gegen die Zinsenzahlung damit, daß auch Deutschland die Tribute nicht aufbringen kann. Der Unterschied besteht aber darin, daß Deutschland durch den Dersaitter Skrtrag so gründlich ausgeplündert worden ist, daß die weitere Zahlung von Tributen nur möglich gemacht werden kann auf Ko- ft en der gesenkten Lebenshaltung des deutschen Volkes. Davon kann und darf keine Rede fein, was auch die Gläubiger widerwillig eingesehen haben, wenn auch der Vertrag von Lausanne mit einigen Vorbehalten belastet worden ist. SIber Deutschland HeuieBeginn derBesprechungenmii denparieisührern Die Sozialdemokralen lehnen ab. Berlin, 15. Rov. (DDZ.) Der Vorstand der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion hat em- timmig beschlossen, der Einladung des Reichskanzlers v. P a p e n zu einer Unterredung in der Reichskanzlei nicht zu folgen. Der Reichskanzler v. Papen habe durch zweimalige Auflösung des Reichstags das deutsche Volk zweimal über seine Regierungspolitik befragt und zweimal vernichtende Absagen erhalten. Die Verfassung, die er beschworen hat. gebe ihm nicht das Recht, weitere Verhandlungen zu führen; sie verpflichte ihn vielmehr zum Rücktritt. Sein ganzes Verhalten mache ihn als Verhandlungspartner für die SPD. ungeeignet. Die SPD. erblicke in dem Reichskanzler v. Papen den Sachwalter einer winzigen Minderheit, die sich in rücksichtsloser Wahr» neymung ihrer eigenen Klasseninteressen nicht scheue, über das Grundgesetz der Republik und die Rechte des Volkes hinwegzugehen. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion könne aus allen diesen Gründen von der geplanten Besprechung ein Ergebnis nicht erwarten. * hierzu wird in R e g i e r u n g s k r e i s e n darauf hingewiesen, daß die Tatsache, daß der Reichskanzler mit den Parteien Fühlung nimmt, keineswegs ein ungewöhnlicher Vorgang sei. Es fei immer üblich gewesen, daß solche Besprechungen zwischen Wahlen und der Reichstagseröffnung nicht vom Reichspräsidenten, sondern vom Führer der Regierung geführt wurden. In diesem Falle komme noch hinzu, daß Reichskanzler von Papen die Be- prechungen im ausdrücklichen Auftrag >es Reichspräsidenten führe. Die Ablehnung der Sozialdemokratie wird in Regierungs- kreisen als ein Akt der Agitation und Flucht aus der Verantwortung gewertet. Es wird hinzugefügt, daß die Sozialdemokratie lieber sagen soll, was sie denn an dieStelle der jetzigen Regierung setzen wolle. Die Forderung nach dem Rücktritt sei gerade vom Standpunkt der Formaldemokratie aus ungerechtfertigt, weil die Frage eines Rücktritts auch unter normalen Verhältnifs.n erst bei einem Mißtrauensvotum akut werde. Die NSDAP, zur Lage. München, 15. Rov. (TU.) Der Reichs- pressechef der RSDAP., Dr. Otto Dietrich, veröffentlicht in der Mittwochnummer der RSD. einen Artikel mit der Ueberschrift..Präsidialregierung und Verantwortlichkeit". Darin heißt es nach einem Hinweis auf die Pläne des Herrn v. Papen u. a., die Sünden einet parlamentarischen Regierung habe allein das Volk auszubaden. SBen aber treffe die Last der Skr- anttoortung für den Schaden, den das Versagen einer vom persönlichen Vertrauen des Reichspräsidenten berufenen Präsidialregierung für Volk und Reich anrichte? Das sei bezüglich des Präsidia-lka^'-die Kehrseite der Medaille, die sich beveitS heute stark in den politischen Dordergru..^ schiebe und wenn der Reichspräsident gut beraten sei, nicht ohne Einfluß auf seine weiteren Entscheidungen sein werde. Für den Generalfeldmarschall als Träger eines historischen Ramens werde es nicht gleichgültig sein, ob unter feiner Präsidicllherrschast der aus dem Volke selbst herausgewachsenen großen nationalen Freiheitsbewegung die Sßege geebnet oder statt dessen durch die Regierung seines besonderen Vertrauens der Bolschewismus grohgezogen würde. SBenn der Reichspräsident sich nicht von dem verhängnisvollen Rezept des Herrn v. Papen distanziere, dann werde ihn die Dynamik des Geschehens in eine historische Verantwortung hineinziehen, die jeder gute Deutsche dem Generalfeldmarschall ersparen möchte. Schon die nächsten Tage würden den Offensiv- geist und die politische Kampfkraft der natio- nalsozialistischen Bewegung erneut unter Beweis stellen. Man werde sehen, was die anderen den nationalsozialistischen Angriffen noch entgegenzusetzen haben. Vielleicht hätten sie inzwischen gelernt, daß zu faulen Kompromissen auf Kosten der Rationalsozialisten heute noch weniger die Zeit sei, als am 13. August. Das deutsche Boll aber werde erkennen, daß ihm nicht das falschverstandene Idol einet Präsidial- regierung helfen könne, sondern daß allein die, nationalsozialistische Bewegung das Schicksal Deutschlands in den Händen halte. 3e eher diese Erkenntnis auch im Reichspräsidentenpalais durchdringe, um so besser. Senn _ um so weniger braucht sie dann durch die Härte der Tatsachen erzwungen zu werden. Das Zentrum. De-rlin, 16. Rov. (TU.) Die ,Ger- mania“ schreibt in einer Besprechung der Der- Berlin, 15. Rov. (WTB.) Reichswirtschaftsminister Dr. W a r m b o l d hielt heute nachmittag vor der Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels eine Rede, in der er nach einer Begrüßung der Versammlung als Vertreter der Deichsregierung u. a. ausführte: Ihre Tagung fällt in einen Zeitpunkt, in dem wir die ersten Anzeichen einer gewissen Besserung nach jahrelanger Krise beobachten können. Man darf daher die berechtigte Hoffnung haben, daß diese Besserungszeichen auch in dennächsten Mona ten anhalten werden, und daß, wenn keine besonderen Ereignisse eintreten, im kommenden Frühjahr ein noch deutlich sichtbarer Umschwung in der Wirtschaftslage der wichtigsten Länder und auch Deutschlands eintreten wird. Diese ersten Keime der Hoffnung müssen aber sehr pfleglich behandelt werden. Welche Anzeichen der Besserung können wir nun beobachten? Cs ist keine Frage, daß auf dem Weltmarkt schon vor einigen Monaten die Rohstoffpreise eine Besserung erfuhren. Die Pessimisten können in diesem Zeitpunkt mit gewissem Recht darauf Hinweisen, daß der Höchststand schon wieder etwas unterschritten ist; aber demgegenüber muß doch mit allem Rachdruck betont werden, daß diese Auslegung der Pessimisten den Tatsachen nicht gerecht wird, weil der gegenwärtige Stand der Rohstoffpreise noch immer bedeutend höher liegt. Es ist ferner darauf hinzuweisen, daß die Lagervorräte in der Welt nicht mehr ansteigen, sondern daß zum mindesten Erzeugung und Skrbrauch zum Ausgleich gebracht sind und daher diq Lagervorräte das erreichte Riveau bewahren können. Don nicht geringerer Bedeutung ist die außerordentliche Verflüssigung der Geldmärkte in den wichtigsten Wirtschaftsgebieten der SBelt. Die Verflüssigung der Geldmärkte hat außerhalb unserer Grenzen bereits begonnen, a u f d i e Kapitalmärkte überzugreifen. Das muß als ein weiteres Zeichen der Besserung gewertet werden. Die Kursederfe st verzinslichen Papiere sind gestiegen, und das ist ja das erste Zeichen dafür, daß auch der Kapitalmarkt eine Belebung erfährt, die die Vorbereitung für den wirtschaftlichen Aufschwung darstellt. Handlungen des Reichskanzlers mit den Parteiführern u. a.: Es ist müßig, über die politische Entwicklung der kommenden Woche und über die mutmaßliche Entscheidung des Reichspräsidenten irgendwelche Kombinationen anzustellen. Man kann nur wünschen, daß allen an der Entscheidung Beteiligten, mögen sie nun in oder außerhalb der Regierung stehen, das ungeheure Riesenrnah ihrer Verantwortung voll und ganz zum Bewußtsein gekommen ist. Sßenn diese Erkenntnis mit dem ehrlichen Willen verbunden ist, unter allen Umständen eine Rotgemeinschast zur Rettung unseres Landes zu schaffen, dann wird diese vielleicht letzte Chance zu einer friedlichen Fortentwicklung sicher nicht verpaßt werden. 3n dieser Erwartung richten sich schon heute alle Blicke auf den Reichspräsidenten von Hindenburg, von dem das ganze Volk einen klaren Entschluß zur Entwirrung einer unerträglichen Krise und zur Sicherung einer verfassungsmäßigen Politik erhofft. Rach allen diesen Anzeichen dürfen wir auch für unser Land den Standpunkt vertreten, daß die Krise den Tiefpunkt erreicht hat, und daß wir erwarten dürfen, daß — wenn keine innerwirtschaftlichen Störungen den Skrlauf der Dinge beeinträchtigen — in den kommenden Monaten eine langsame Besserung unserer Verhältnisse eintritt. Das Ihnen bekannte W irisch a s t s p r o g r a m m der Reichsregierung hat daher, soweit sich heute übersehen läßt, den richtigen Zeitpunkt für Erleichterungen in den Belastungen, für Belebung auf den Kreditgebieten und für das Wach rufen einer neuen Wirtschaftsinitiative gefunden. Ls kommt infolgedessen alles darauf an, die bereits aus natürlichen Gründen wirksamen Kräfte und die Stärkung, die sie durch das wictschastsprogramm erfahren haben, durch den willen und den Lntfchluß gerade in den Kreisen der selbständigen Existenzen zu unterstützen und zu fördern. Das ist das sicherste Mittel der Selbsthilfe, das in diesem Augenblick jedem einzelnen empfohlen werden kann. Die Tatsache, daß die Rentenkurse verhältnismäßig stärker als die Aktienkurse gestiegen sind, läßt mit aller Deutlichkeit erkennen, daß das Vertrauen m die Stabilität unserer Währungsverhältnisse sich fortschreitend verbessert hat. Ich darf auch an dieser Stelle die Versicherung hinzufügen, daß die Reichsregierung und die Reichsbank an dem Grundsatz festhalten, an der Währung nicht zu rüi ° t e l n und alles zu tun, um die Währung stabil zu halten. Auf dieser Grundlage besteht auch für den Einzelhandel keinerlei Risiko, sich in das allgemeine Belebungsprogramm der Reichs, regierung auf der ganzen Linie einzuschalten. Das wirksamste Mittel, die Kreditbereitschaft der Banken zu erhöhen, scheint mir auf dem Gebiet der Selbsthilfe zu liegen. Es ist mir bekannt, daß die Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels ia rechtzeitiger Erkenntnis der hohen Bedeutung der Selbsthilfe gerade für die mittelständischen Kreise hier wertvolle Arbeiten aufgenommen hat, die auf den Gebieten der Betriebskontrolle, der Betriebsberatung und der Durchführung liegen. Ich bin überzeugt, daß die energische Fortsetzung dieser Arbeiten und ihr llebergreifen auf die breiten Schich- Die Ausgabe des Einzelhandels im Rahmen des wirtschaftlichen Wiederausbaus. kann.und wird für unabsehbare Zeit keine Tribute mehr aufbringen, we^ die Gläubiger sich alles was nicht niet- und ..ugelfest war, schon geholt haben. Ob am 15. Dezember die fälligen Schuldenraten in Reuhork gezahlt werden, ist eine Sache, die zunächst nur die Union und ihre Schuldner an- geht. Soweit Deutschland auf Grund eines Sonderabkommens noch Zahlungen an die Union zu leisten hat, werden sie wohl gestundet werden müssen, ob nur vorübergehend oder dauernd, hängt davon ab. wie sich die internationale Wirtschaftslage gestaltet. England und Frankreich machen gemeinsam den Versuch, der öffentlichen Meinung in der Union vorzuschlagen, auf die Kriegsschulden ganz oder doch zum größten Teil zu verzichten, um dafür die Verpflichtung Europas einzutau- fd)en, aus der Union Rohstoffe, Lebensrnittel und Fertigwaren zu beziehen. Der Gegenwartswert der Kriegsschulden wird auf etwa 22 Milliarden Mark geschätzt, die in Jahresraten von abnehmender Größe bis Ende 1980 bezahlt werden sollen. Daß Hoover über diese Sache entscheiden wird, ist nicht aryunehmen, zumal et im Kongreß keine Mehrheit hinter sich bat. Also wird wohl Präsident Roosevelt berufen fein, gemeinsam mit dem Kongreß die Maßnahmen zu treffen, die die Völker und die internationale Wirtschaft von dieser bösen Hinterlassenschaft des Krieges befreien. Die Union wird dann merken, daß sie es war, die die Kastanien für ihre Schuldner aus dem Feuer geholt hat. 3m vorigen 3ahre hat besonders das Einfrieren der kurzfristigen Kredite der Reichsregierung große Sorge gemacht. 3etzt ist diese Ausgabe im wesentlichen gelöst, aber nun bringt die Mobilisierung der in immer größerer Zahl fällig werdenden langfristigen Kredite, also namentlich der Hypotheken, neue Schwierigkeiten. Wenn in normalen Zeiten eine gute Hypothek zur Rückzahlung gelangen muh, so fällt es dem Schuldner nicht schwer, einen anderen Kreditgeber zu finden und mit dem Selbe aus der neuen Hypothek die alte zurückzu- zahlen. Heute aber gerät jeder Hypothekenschuldner bei Eintritt eines Fälligkeitstermins in die allergrößten Verlegenheiten. Denn der Kapitalmarkt ist so völlig aufnahmeunfähig für neue Kredite, daß es praktisch unmöglich ist. Crsatzhypothe- ken für fällig gewordene zu erhalten. Das Reichs- labinett hat sich deshalb zu einem radikalen Eingriff in die Hypotheken-Schuldverhälkniffe entschließen müssen: Durch eine kürzlich veröffentlichte Rotverordnung wird bestimmt, daß jeder Hypvthekenschuldner, dessen Hypothek zur Rückzahlung fällig wird, einen Zahlungsaufschub bis zum 1. April 1 934 beanspruchen darf. Bisher bestand lediglich ein Moratorium für alle landwirtschaftlichen Hypotheken, das freilich zeitlich etwas weiter als das jetzige, nämlich bis zum 1. April 1935, reicht. Außerdem bestand bisher für alle nicht landwirtschaftlichen Hypotheken ein Kündigungsschutz bis zum 31. Dezember 1933, der sich jedoch nicht auf vertragsgemäß fällig werdende Hypotheken erstreckt. 3eht hat man dieses allgemeine Moratorium nicht nur u m e i n Vierteljahr verlängert, sondern es,was noch viel wichtiger ist, auf alle fällig werdenden Hypotheken ausgedehnt, ganz gleich, ob die Fälligkeit durch Kündigung oder durch Fristablauf oder aus anderen Gründen eingetreten ist. Rach der neuen Rotverordnung besteht also nunmehr ein allgemeiner Aufschub für die Rückzahlung von Hypothekenschulden. Er hat rückwirkende Kraft, so daß auch Hypotheken, die eigentlich bereits hätten zurückgezahlt werden müssen. bis zum 1. April 1934 prolongiert werden. Sogar wenn bereits ein Zahlungsurteil vorliegt oder die Zwangsvollstreckung eingeleitet ist, greift das Moratorium Platz, und zwar auch in denjenigen Fällen, in denen der Hypothekenschuldner durch Richtzahlung der Zinsen selbst den Eintritt der Rückzahlungsfälligkeit verschuldet hat. Ausgerwmmen von dem Moratorium find nur Aufwertungshypotheken, da deren Rückzahlung ja bereits endgültig geregelt ist. Das allgemeine Hypothekenmoratorium erfahrt nur dadurch eine Einschränkung, daß der Gläubiger beim Amtsgericht Fortfall oder Slbkürzung der verlängerten Zahlungsfrist verlangen kann, wenn er nachweift, daß seine eigene schwierige Lage — wenn er z. D. selbst Hypotheken oder andere Schulden zurück- zahlen muh — mehr als die des Schuldners Berücksichtigung verdient. Das Hypvthekenmorato- rium ist selbstverständlich nur als eine vorläufige Rotmahnähme anzusehen, die den Schuldnern Zeit zur Regelung ihrer Verpflichtungen schaffen soll. PK ,7 "77. y<<» »X, ♦ -•_y- • ; 'Z'):i ■ >z teMl %■!- mW p wipq V z X . Etz. I lU/- Das Einsturzunglück in Warschau 0 — Erdtemperaturen in | 15. November: abends 2,7 Grad; ; am 16. November: morgens 2.6 Grad Celsius. nicht ersichtlich, tote eine Gesamtlösung Zustandekommen soll. Die Regierung Hoover hofft, daß durch die Aufstellung eines überparteilichen Programms eine Regelung der Kriegsschuldenfrage herbeigeführt werden kann. Lufttemperaturen am 15. November: mittags 2,7 «rcb Celsius abends 1,7 Grad, am 16. Nooember: morgens 0,3 Grad. Maximum 2,8 Grad, Minimum — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am Badens Vertrag mit der Evangelischen Kirche. ^Ä£rJ8r^e' 15- Aov. (ERB.) Am Montag wurde der Vertrag des Landes Baden *7 evangelischen Kirche unter- Vertrag enthält 10 Artikel. In xia 'S.» badische Staat der Freiheit und der Ausübung der evan- nt1 u»CJV9J0!1- gesetzlichen Schutz zu, wäh- rend Artikel.2 di« Kirche ihre Angelegenheiten Su!» r, '^lbstandig verwalten läßt. Dor der «Uunfl b«« Kirchenpräsidenten our«tz oas zuständige kirchliche Organ wird Die Biskaya- und Skandinavien-Störungen setzen sich langsam weiter durch und bringen das konti. nentale Hoch zum Abbau. Wenn auch im Nordwesten wieder hoher Druck herannaht, so kann er sich doch vorerst nicht auswirken, vielmehr aelanat durch seine Vorderseite feucht-milde Ozeanluft iüb- wart-, die ebenfalls zur Fortdauer des meist diesigen Wetters beitragt Niederschlage werden in stärkerem Maße wohl nicht auftreten, doch geht des öfteren le-chter Nebelregen nieder. Auch die TemperatÜreü ausgeglichen.^" 2a9 Unb *ad)t °°rerst ziemlich 2lussi chten f ü r Donnerstag: Meist die- "nd bewölkt mit Nebelnässe, Temperaturen zwi- scheu Iqq und Nacht ziemlich ausgeglichen. f »r Freitag. Weiterhin viel- punft b 9' Q*ts Temperaturen um den Gefrier- Wer ist der Autor? Französische Pressepolemik um dieNrheber» schäft des Abrüstnosplanes. Paris, 16. Nov. (WTB. Funkspruch.) lieber die Frage, ob die von den Militärs verlangten Abänderungen an dem ursprünglichen Entwürfe des raiuösifchen Sicherheits- und Abrüstungsplanes sich »urchgesetzt hätten, wie „Echo de Paris" steif und est behauptet,-ist jetzt im ganzen Blätterwalde von Paris ein erbitterter Streit entstanden. Der offi- ziose „Petit Parisien" oevsucht die Behauptung zu dementieren, -was allerdings nicht in sehr überzeugender Form geschieht. Biel wichtiger itzdoch ist eine Erklärung des ehemaligen Ministerpräsidenten T a r d i e u, die sich gegen die Behauptung des „Echo de Paris", daß der Entwurf Geist'von einem Geiste sei und nichts anderes als ein Produkt seines Vorschlages vom 5. Februar. Tardieu greift dabei auch die Autoren des Planes Herriot und Paul Boncour an. Er stellt nämlich fest: 1. habe sein Plan vom 5. Februar zwischen Deutschland und Frankreich die rechtliche wie die tatsächliche militärische Ungleichheit bestehen lassen; 2. habe er den allgemeinen Grundsätzen der französischen Militärorganisationen keinen Abbruch getan und die Frage der Milizen nicht aufgerollt; 3. habe fein Plan keinen Vorschlag zur Revision der Verträge enthalten. Einen solchen Vorschlag nennt Tardieu beispiellos in der französischen Politik; er sagt, die Umwandlung der Reparationen, in die Frankreich eingewilligt habe, hätten sich doch nur a u f Zahlen bezogen, die in den Verträgen selb st nicht aufgeführt wären. Amerika verschnupft. Das „abgekartete Spiel" der europäischen Schuldner. Washington. 15. Rov. (WTB.) Don einem prominenten Mitglied des amerikanischen Schatz, amtes. das sich mit der durch die Roten Eng. lands, Frankreichs und Belgiens geschaffenen Lage federführend befasse» muß, erfährt der Der. tretet des WTD., daß bei frriben t>oliti- srhen Parteien starke Verstimmung herrsche, und zwar nicht so sehr über den allgemein erwarteten Antrag selbst, als vielmehr über den Zeitpunkt und die Form. Man ist ziemlich fassungslos über die als taktlos bezeichnete Hast mit der die Alliierten ihre Forderung vorgebracht haben, als noch nicht einmal alle Stimmen der Präsidentenwahl gezählt waren und das größte in- nert>ohtU<» Ereignis der letzten vier Iahre noch leben Amerikaner stark beschäftigte. Man betrachtet dieses Eindringen in die Aufregung des amerikanischen Volkes über das Wahlergebnis als einen schweren Mangel an Verständnis für die Psyche Amerikas. Man hätte Amerika wenigstens eine Woche nach dem Wahlfieber Ruhe lassen müssen und dann durch britische Erklärungen über den Pfundsturz usw. die Stimmung all. DD,r?€t/iten sollen. So aber wird die Aktion als abgekartetes Spiel auf. n-?08 selbst den Freunden Europas eine Llnterstutzung schwer mache. Im Schatzamt nimmt man an, daß allenfalls ein Mo- ratorium gewährt werden dürfte, daß aber nur England Aussicht auf Grmätz?. gungdes Zinsfußes habe. Die Stimmung gegenüber Frankreich, das Goldvorräte auf- speichere und für Rüstungen große Summen aus- gebe, sei dagegen allgemein ablehnend. So- gar der führende republikanische Senator Feß erklärte, Amerika wolle nur Zahlungen, falls das Ausland zahlen könne, aber wenn das Ausland Geld für törichte Dinge ausgebe, so könne es sich nicht auf Zahlungsunfähigkeit berufen. In demokratischen Kreisen ist man weiterhin darüber verstimmt, daß man gerade dem sich sei- n^ Sieges freuenden Roosevelt sofort diesen .Wechselbalg" der alliierten Schulden vor die Tür gelegt habe. Die Schwierigkeit der ganzen Frage wird offenbar in den Schuldnerländern unter- schätzt. Die Partei Roosevelts lehnt jede Der- antwortung vor März ab. Deshalb ist vorläufig i 3n Warschau stürzte, wie schon gemeldet, die zwei Stock hohe FeuermauereinesBraubaus- unt” ber L°st von einigen tausend Zentner Gerste ein. Die Trümmer begruben ein da- nebenstehendes hölzernes Mlethaus. Von den Bewohnern des Hauses sind 21 getötet und mehrere schwer verletzt worden. — Unser Bild gewährt einen Blick auf die Unglücksstätte Eupen-Malmedy im Kampf um Selbstbestimmung. Der Bischof von Lütt'ch greift einseitig in den Wahlkampf ein. Köln, 15. Nov. (CNB.) Im Eupener Jünglings- haus fand die erste große Wahlversammlung der Christlichen Volkspartei Eupen-Mal- medy und SanktVith statt, in der der Spitzenkandidat Dehottay ein Schreiben des Alschofs von Lüttich an die Geistlichkeit der Dekanate Eupen - Malmedy • Sankt Vith verlas. In dem Schreiben heißt es u.a.: In den Dekanaten befindet sich nur eine Liste, die katholisch genannt werden darf. Dies ist die Katholische Union. Infolgedessen ist es im Gewissen verboten, eine andere Liste, auch ch r i st- sich genannte Liste zu wählen oder diese in irgendeiner Weise zu unterstützen. Die Verlesung dieses Schreibens nahm die Versammlung mit tieft ster Empörung auf. Dehottay betonte, die Christliche Volkspartei stehe auf dem Boden der katholifchen Weltanschauung. Sie werde aber niemals von ber Forderung nachSelbstbestimmung, bie von der Katholischen Partei Belgiens verweigert und mißachtet werde, abaeben. Die Union versuche mit allen Mitteln, die Assimilierung zu erreichen. Das Gewissen eines Katholiken sei nicht belastet, wenn er die Christliche Volkspartei wähle. Die „K o l n i f che Z e i t u n g" schreibt dazu u. a., es Jet geradezu tragisch zu nennen, daß eine Be- Dolferung, in der nach dem Zeugnis der nationalistischen „Nation Beige" sozusagen jeder Berufstätige Kacholik sei, nunmehr ihren geistigen Ober Hirten in ihrem Kampfe um Recht und Selbstbestimmung im Wege finde. Die Stand- Hastigkeit der Bevölkerung Eupens unb Malmedys werde neuerdings auf eine harte Probe gestellt. — In der „Kölnischen Volkszeitung" (Zentrum) heißt cs: In aller Ehrerbietung wird man dem Herrn Bischof von Lüttich sagen müssen, daß er eine n Fehlgriff getan hat. Wir finden keine andere Erklärung für das Schreiben des Bischofs, als daß die b e lg i; 4 . ... gierung einen starken Druck auf ihn ausgeübt hat. Es ist unerhört, wie die belgische Regierung die bischöfliche Behörde in eine solche Zwangslage versetzen kann. dieses beim Staatsministerium sich bar* über vergewissern, ob gegen die Per- > fönen de» zu Bestellenden seitens der Staatsregierung irgendwelche Bedenken bestehen. Artikel 3 sichert der Landeskirche das Eigentums- und Vermögensrecht nach Maßgabe der Reichs- verfafsung zu. Artikel 4 regelt die Staatsleistungen an die Kirche. Danach wird die Staats- l e i st u n g an die evangelische Kirche a u f j ä h r- lich 240 000 Mark festgesetzt. Artikel 5 befaßt sich mit der Bestellung von Mitgliedern der Kirchenregierung, Artikel 6 mit der Benachrichtigung der zuständigen Stellen der Staatsregierung von der erfolgten Bestellung und in Artikel 7 wird die wisfenfchaftlicheAus- bildung der Geistlichen behandelt.Rach Artikel 8 besteht unter den Vertragschließenden Einverständnis darüber, daß der evangelische Unterricht an den Schulen ein ordentliches Lehrfach ist. Rach Artikel 9 sollen Meinungsverschiedenheiten auf freundschaftliche Weise beseitigt werden, während nach Artikel 10 der Vertrag möglichst bald ratifiziert und ausgetauscht werden soll. Aus aller Welt. Amerikanische Freundschaftsbeweise für den Kreuzer Karlsruhe". Der gewaltige Andrang der Besucher zum Kreuzer „Karlsruhe" bauert, wie aus pleurjort berichtet wird, an. „Daily Mirror" stellt m. efn«m Leitartikel fest, der ber „Karlsruhe" bereitete Empfang beweise zur Genüge, daß zwischen dem mnerikanischen und dem deutschen Volte eine feste Grundlage freundschaftlicher Empfindungen wieder hergestellt worden sei. _ Zeppelinhafen Sevilla. Zwischen Dr. Hugo Eckener uib der Stadtverwaltung von Sevilla wurde nach einer Meldung des Berliner Lokalanzeigers' ein Vertrag unterzeichnet, durch den Sevilla Z w i - schenstation für die Amerikafahrten des „©raf Zeppelin" wird. Die Stadtverwaltung verpflichtet sich, einen Landemast und eine Wasserstoffgäsanlage noch vor dem Sommer 1933 3u errichten. Dr. Eckener erklärt sich bereit, jährlich mindestens 18 Landungen in Sevilla auf der Rück- faf)rt von Amerika nach Europa zu unternehmen. Auf ber Hinfahrt zu landen ist er nur verpflichtet, a>enn wenigstens vier Passagiere an Bord genommen werden müssen. Sevilla wird ferner für einige Fahrten die europäische Endstation für den „Graf Zeppelin" werden, sobald dort eine genügend große Luftschifthalle errichtet worden ist. Berüchtigte Ein- und Ausbrecher in einer Kirche verhaftet. Der Duisburger Polizei ist es gelungen, die seit langem gesuchten Verbrecher T h e i ß e n, P e tz o l b und Lump zu verhaften. Die Polizei hatte in Erfahrung gebracht, daß sich Thei- ßen mit seinen Komplizen in der Petrikirche in Duisburg-Hochfeld aufhie t Ein Heber, all-Kom- mandv war alsbald zur Stelle und umstellte die Kirche. Als die Räuber sich umzingelt sahen, versuchten sie zu flüchten. Theihen erhielt dabei einen Kopfschuß und mußte lebensgefährlich v e r l e tz t ins Krankenhaus geschafft werden. Seine beiden Komplizen Petzold unb Lump konnten verhaftet und dem Polizeigefängnis zu- gefuhrt werden. Die Räuber trugen Armeepistolen mit insgesamt 77 Schutz Munition bei sich. Brillontenraub im VZug. Ein Kaufmann aus Antwerpen ist in einem internationalen l)-Zug, der von der belgischen Grenze über Frankfurt—Würzburg nach Bayern fährt, b e - Zohlen worden. Der Geschäftsmann, ein Edelsteinhändler, wollte mit dem O-Zug nach Süd- deutschland fahren. Er hatte in feiner Tasche einen Briefumschlag, der 200 größere und klei- nere Diamanten enthielt. Die Brillanten besitzen einen Wert von etwa 17 000 Mark. Der Kaufmann legte sich in einem Abteil dritter Klasse zum schlafen nieder. Anscheinend wurde er von internationalen Gaunern schon beim Einsteigen beobachtet. In der Nacht wurde ihm der Briefumschlag a u s b e r Tasche gestohlen. Der Diebstahl muß sich zwischen Köln und Frankfurt oder Frankfurt und Würzburg ereignet haben. Als der Reisende erwachte und den Verlust fesfttellte. schlug er sofort Alarm, doch konnten die Täter nicht mehr erwischt werden. Sie haben jedenfalls auf der nächsten Station nach der Tat den Zug mit ihrer Beute verlassen. Anglück beim Ärafttoagenrennen in Nizza. ^3tei einem Kraftwagenrennen in Rizza fuhr ein Wahrer, ber bie Gewalt über seinen Wagen ver- loren hatte, in bie Zuschauermenge. Fünf Personen würben mehr ober weniger schwer verletzt. Heuschreckenschwärme auf Öen Kanarischen Inseln. •S^e Kanarischen Inseln sind biefet Tage von Heuschreckenschwärmen heimgesucht worben. Der Gouverneur ist in Kenntnis gesetzt worben. bah eine Anleihe von 100 000 gkfctag beantragt werben solle, bie zur Bekämpfung ber Heu- schreckenschäben bestimmt sei. Wettervoraussage OieReichöbaudarlehen fürEigenheime B e r I i n , 15. Nov. (WTB.) Im Rahmen des Ar- beitsbeschaftungsprogramms der Reichsregierung ist auch die Forderung des Eigenheimbaues vorgesehen. Die Reichsregierung will mit dieser Aktion den gesunden Zug zum Eigenheim vorwärts treiben. Durch die Bereit st ellung von Reichsbaudarlehen soll dem Bauwilligen der Spitzenbetrag zu- sieführt werden, der ihnen für die Inangriffnahme ihres Hauses vielfach fehlt; damit wird die Bau- wirtschaft belebt und zugleich den im Spar- strumpf steckenden Kapitalien eine sichere An» lagemoglichkeit geschaffen. Die näheren Be- ftunmungen über die Forderung des Eigenheimbaues sind nunmehr im Deutschen Reichsanzelaer veröffentlicht worden. ten des Einzelhandels auf dem Gebiet des Personal- kredils eine völlig neue Lage zu schaffen vermögen. Es ist mir bekannt, daß Sie bie schon lange in Aussicht stehenden Aenderungen der Gewerbeordnung mit Ungeduld erwarten. Ich darf Ihnen hierzu Mitteilen, daß die Jto- velle, in der eine wirksamere Bekamp- fang der Auswüchse im hansier- und Wandergewerbe vorgesehen ist, sich schon seit einiger Zeit im Reichsrat befindet. 2ch hoffe und wünsche, daß sie dort alsbald beraten und verabschiedet werden möge. Zn dieser Novelle ist in jüngster Zeit noch eine Ergänzung vorgeschlagen und von der Reichsregierung angenommen worden, die die Möglichkeit geben soll, unzuverlässige Elemente des Handels durch Entziehung der Handelserlaubnis auszuscheiden. Durck die Notverordnung vom 9. März ist endlich die reichsrechtliche Grundlage für die Errichtung non Einigungsämtern geschaffen worden. Sie werden die Möglichkeit geben, die wertvollen Erfahrungen, welche in Ihren Kreisen gemacht werden, in der Praxis bei den Verwaltungsbehörden und den Gerichten zur Geltung zu bringen und damit über den Rahmen des vorgeschriebenen Rechts hinaus die besten Sitten und Gebräuche des Kaufmanns wirksam zu machen. Ich weiß, daß viele Wünsche des Einzelhandels noch nicht befriedigt find; ich darf Ihnen die Versicherung geben, daß das Reichswirtschaftsministerium gerne bereit sein roirb, alle diese noch offenstehenden Wünsche mit Ihnen Zu erörtern und sie eingehend zu prüfen. Gegen grnndsätz'iche Reformen. Das Zentrum lehnt Gayls Bor.chläge ab. Berlin, 16. Rov. (ERB.) Die Haltung ber Zentrumspartei zu ben Derfassungs- unb Wahlreformplänen kommt in einem Artikel bes Mitteilungsblattes der Zentrumspartei zum Ausdruck, in dem es u.a. heißt: Die Reformen, die zur Behebung der Mißstände erforderlich sinb, können ohne Beeinträchtigung ber demokratischen Grundlage unserer Verfassung durchgeführt werden. Echte Autorität ist in ihrer konkreten Form keineswegs an die verschletert diktatorischen Methoden einer sog. autoritären Regierung gebunden. Aus dieser Grundhaltung heraus lehnen wir alle Plane der Regierung ab, bie auf eine Ausschaltung ober Entrechtung ber gewählte n Volksvertretung hinauslaufen. Wir können nicht ber Einrichtung eines Ober- h a uses zustimmen, das sich überwiegend aus nichtgewählten, sondern berufenen Mitgliedern zusammenseht und vermöge seiner Rechte den Reichstag praktisch ausfchalten oder lahmlegen kam». Aus gleichen Gründen wehren wir uns auch gegen die Bestellung eines Prüft d i a l r a t e s. Dagegen fordern wir eine genaue Festlegung der Rechte des Reichspräsidenten, insbesondere seiner Befugnisse aus Artikel 48. wie zugleich auch fest- bestimmte konkrete Anwendungsfälle festgelegt werden müssen. Wir lehnen jeden Versuch ab. das allgemeine, geheime und direkte Wahl- re 4 t zugunsten irgendwelcher Bevorzugungen einzelner Kre.se, z. B. durch ein Pluralwahlrecht abzulösen. Die Mängel des bestehenden Wahlrechts werden auch von uns gesehen, doch machen sie keine so umstürzende Reformen notwendig, wie die Regierung sie zu beabsichtigen scheint. Eine Verkleinerung der W a h l k r e i s e und eine Beschränkung des Listensh st ems würde den gewünschten Erfolg herbeiführen. Ein Giedelungsplan des Lungdeutfchen Ordens. Ber l i n, 15. Rov. Der Hochmeister des Iung- Deutschen Ordens, Artur Mahraun, gab ber OluMunft über seinen Plan zur Beseitigung der Wirtschastsnot unb ber Staatsnot. Der Iung- deuftche Orben sehe ber alten Parole „Volk ohne Raum" bte neue Parole einer ausreichen- denOrganisationbesRaumsunbber Menschen entgegen. Er will den Groß- grundbesitz abschaffen unb auf bem frei- toerbenben Land eine Million Sieblerfa- m l l ien ansehen. Daburch würben vier Millionen Menschen in Arbeit unb Rahrung gesetzt. Zele Zahl verringere sich um eine Million Men- scher^ die bisher als Anternehmer unb Arbeiter un ®rofjgrunbbcfi$ beschäftigt waren. Der verbleibende Rest von brei Millionen müsse bann um bie runb 500 000 Menschen vermehrt werben, für bie bas Anwachsen der bäuerlichen Bevölkerung De schäftigunasmöglichkeit in §7ünri?clt“nb ® cti>€r^ schaffe. 800000 junge Menschen konnten m der einjährigen Arbeitsdienst p s l i ch t Unterkommen. Mahraun kommt AU einer Gesamtzahl von 4,3 Millionen Menschen, die durch das Siedlungswerk in ber Wirtschaft mit Vorteil verwanbt werben könnten. Um die Lösbarkeit ber Finanzierungs- r?9 e du beweisen, kapitalisiert Mahraun die vier Milliarden Mark jährlichen Aufwands für die Arbeitslosen zu einem Satz von 5 o.H. und kommt dabei auf eine Kapitalsumme von 80 Milliarden Mark. Die sechs Millionen Ar- beitslo-sen in Deutschland seien also ein totes Kapital von 80 Milliarden Mark, das lebendig werden wurde, wenn die Arbeitslosen inderLandwirt- schaft nutzbringend verwandt würden. Der Großgrundbesitz solle mit einem Gesamtbetrag Don acht Milliarden Mark festverzinslicher Staats- Papiere abgefunden werden. Zur Verzinsung dieser Abfindung seien nur 400 Millionen Mark erforber- a bk Großgrunbbesitzer aus ihrem Landbesitz eine Rente von 5 oder gar 8 o H die ie oraktifch nie hcrauswirtschaften könnten. Die Er- tellung der Gebäude solle mit Hilfe von Baustoffen Sh Staav 3U sofern feien. Mahraun K Ausstattung der neuen Bauernhöfe mit - "ebskapital m Hohe von je 2000 Mark für : erforderlich , Millionen Hausfrauen kochen MAGGls Suppen Sie MAG6I- Gutscheine, es lohnt sich! I weil sie wissen, r daß sie gut und billig sind ®ct -ickchsi' loinpl^ g« Stoffe, ölfiglaj PhO-Pl -as oit Zusalif Äcnge flüchtig aber y und AM zuctec & t die emi infamii bchen uns - Dir fi den D schrifte bedenli Glaubk Es ' fcobad exakte Disfen neu e handlu Dieder chn ab reicher Indus! haltig« keines der 2 Mur! derÄ auf hii Zucker »uckers hinaut die m gebe I 3ni beitet! im Sn ter St einbrii Mein achtun funter neuer versiu hing tigtn ter Des« fcret täglich entert fabtW betab' Sir die d wird, keimti langei mein Am ihrer nicht I feinet rasche Beim ( iasche, ml ’m Antve Honig bM Dicy sefod Stabt üch" -N> atn' Haui Nt Wes«. iäl»" L L,r S«lM sten erhielt dabei einen ’ lebensaesähr. chaus geschafft tverden tjolb unb Lump tarn» Mize/gesängniS ui» ' trugen Qlrmeepifto» Munition bei sich. n V-Zutz. pen ist in einem intet« der beigifchen Erenze iad) Bayern fährt, be« jchäftsmann, ein Ebel« m v«Zug nach Süd« in feiner Tasche einen röstete unb klei« eil. Die Brillanten bf [7 000 Tiart Der Kauf« bteil dritter Klaffe । wurde er van inler« ■im Einsteigen beabach- bm der SrieMjlf h|en. Der Diebstahl Frankfurt vder Frank- chen. Als der Reifende tftelüe, Idflufl er Wort I« nld)t meherm* i auf bet nächsten da« Mihm S* ** entennen in . men in er seinen Wagen va- juschauermengL r oder tvenrget schwer n Kanarischen Onfele- ÄK Dekänipsung Zerium n,r n & K > •jÄj * lchen dmigen Erde, die er aus den fernen Bergen auf seinen Wellen mit hierhergetragen. Es war wie Herbst, als Kurt von der Heimat Abschied nahm. Cs war ein Abschiednehmen wie noch nie. Der Vater war ja die Heimat gewesen. Run war alles, alles fremd hier. Auf Vaters Platz saß dieser glatte, immer liebenswürdige, fremde Mensch, den man nie fassen konnte, der bald ihm. bald der Stiefmutter zum Munde redete, und der doch — Kurt fühlte es in tiefster Seele — falsch war von Kopf bis Fuß. Da war die Stiefmutter, die. seitdem sie hier die unumschränkte Herrschaft hatte, noch stöber, noch unnahbarer. gegen den Stiefsohn war. Da war Hans Egon. Seit er die Mutter im Besitz großer Mittel wußte, war er noch fauler geworden und erwog ernstlich, seine Laufbahn auszugeben. um als Grandseigneur sein Leben mit Richtstun, Reisen und Sport auszufüllen. Es ekelte Kurt an, wenn er sah, tote daS vom Vater so schwer erarbeitete Vermögen fortan nur die Grundlage für Luxus und Trägheit bilden sollte. Die einzige, die eine wirkliche Trauer zu fühlen schien, war HUtrud. Von der Stiefschwester hatte er es am wenigsten erwartet, aber sie hatte sich sehr verändert. Sie war viel stiller und nach- denklicher geworden, der unerträgliche kindische Hochmut war gedämpft: und oft schien es Kurt, als suchte sie, mit ihm in nähere Fühlung zu kommen. Aber zu groß war sein Mißtrauen aus den verflossenen Jahren, als dah er Hiltruds schüchternen Versuchen entgegengekommen wäre. Er traute ihr nicht, er traute der ganzen Familie der Stiefmutter nicht. Auch war er selbst viel äix unglücklich und zerrissen, um sich mit anderen Menschen zu beschäftigen, die ihm bisher noch nie etwas Gutes getan. Vierzehntes Kapitel. Es war ein kalter, regnerischer Abend, als Kurt von Erika Abschied nahm. Sie hatten sich die ganzen Tage nur flüchtig sehen können, und auch jetzt war Kurt sehr in Eile: gab es doch noch Verschiedenes zu besprechen, ehe er reiste. Erika stand schon eine Weile und spähte hinter der großen weitschattigen Pappel, die den Eingang zum Fabrikhose flankierte, nach dem Schloß aus. Endlich hörte sie Schritte und sah nun auch die Gestalt Kurts auf sich zukommen. Wortlos ergriff er ihre Hand und zog das Mädchen ein Stück weiter, den Anlagen zu. die in ihrem regnerischen Dunkel sie vor den neugierigen Blicken schützten. „Erie", Kurt blieb stehen und sah das Mädchen mit heißen Augen an, „ich gehe nun fort: Warrn ich wiederkomme, weiß ich nicht. Die Heimat ist mir nicht mehr Heimat, seit der Vater fortging. Rur du. lleine Erie, nur bei dir ist nun für mich noch Heimat. Erie, wirst du mich nicht vergessen, auch wenn ich lange nicht komme?" „Rein, Kurt, ich werde dich nicht vergessen", sagte leise das Mädchen und sah mit vertrauensvollen Blicken in Kurts Antlitz, das ihr jetzt sehr nahe war. „Erie, wenn dies nicht alles jetzt gekommen wäre, der Tod des Vaters und all die Veränderungen, dann hätte ich noch lange geschwiegen, um dich in deiner Ruhe nicht zu stören. Aber heute muß ich dir sagen: Erie, ich hab' dich lieb — anders lieb als früher! Erie, wirst du auf mich toarten wollen, bis ich dich holen tarnt — als meine liebe, liebe Braut!?" Unendliche Innigkeit bebte in seiner Stimme. Ein Wehrs und zugleich unendlich süßes Gefühl, das sie noch nie gekannt, ließ Erika erzittern. Eie vermochte nicht zu sprechen. Aber ihr Gesicht wandte sich mit einem so rührenden, selbstvergessenen Ausdruck der Hingabe dem Manne zu. daß Kurt es nicht mißverstehen konnte. Sanft zog er das bebende junge Geschöpf an sich und drückte einen leisen und scheuen Kuh auf die unberührten Mädchenlippen. (Fortsetzung folgt.) Denken Sie an Stoffe/ denken Sie an L Bernard Die Beerdigung unseres lieben Kameraden Wilhelm Bernhardt Gärtnermeister findet Donnerstag, den 17. November, nachmitt. 3 Uhr statt Um zahlreiche Beteiligung bittet der Vorstand. 8080 D der Vorstand. 8O7GD 1871 1921 @r. Eageriönme mit Keller, evtl. Garage u. Büro (auch getrennt), Nähe der Balin zu vermieten. Schrift!.Angeb. unt. 06748t"t.b.WiefL'Jlm. W . KriegerVerein Gieben. DieBeerdigungunse- resliebenKameraden Gärtnermeister Wilh. Bernhardt findet am Donnerstag, den ^.November 1932. nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt.Um zahlreiche Bete ligung bittet Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsre Mitglieder von dem Ableben unsreslb. AlterskoUegen Wilh. Bernhardt in Kenntnis zu setzen. Gießen, den 15. November 1932. Die Beerdigung findet Donnerstag. den 17. November, nachmitt. 3 Ühr statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet so79D der Vorstand. | Vermietungen | 2- u. Z Zimmer- Wohnungen mit und ohne Bad (Neubauwohnung.) i. d. Schubertstr. zu vermiet, durch tmad %rdHteftPh,Nicolans a-Zlm.-Wohn. (Nenb.) m.komvl.Bad,Zen- tralheiz.v.sof.o.svät. zu vermieten, ob?« Friedrichstr. 53 I. Eine neue 2« bzw. 3-Zimmerwohn.m. Anteil a. Garten, an der Strecke Gießen- 1 Butzb., sehr vreiSw.' zu vermiet. Schrift!. Anfragen u. 8070D a.d.Gießen.Anzeig. 1- od. 2-ZimmerwohD. zu vermiet.Schrift!. Zlngebote u. 06754 g. d. Gießener An;. WM Nordanlagc 27,in der seither eine Schlosserei betrieben wurde, zu vermieten. 0675» Heinrich Giel, Nordanlage 27 n Vevstchevnugs- Vermittlet»! Mietgesucne Jg.kinderl. Ehepaar sucht leeresZimmer (evtl, möbliert) mit Krichenbenutzung. 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Beschaffung v Neweismat In Straf- u. ivilvroz streng diskr Svrechst.:9b 12'/," 3—6 11 br Geschäfts-Drucksachen bei Brühl, Schulstraße) Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten Erklärung! Ich habe im Juni d.J. beim Arbeitsdienst in Reiskirchen gegen den Mühlenbesitzer Adolf Hille- brecht, Gr. - Buseck, Aeußerungen fallen lassen, die sein Geschäft schädig. Diese nehme ich hiermit bedauernd zurück. Otto Becker, 06743 Rödgen. Illllllllllllllllllllllllllllllllll) Vereine D. BL V. Donnerstag, 17.11., 2030 Uhr, im Heim Monatö-Hauvt- vcrsammlung. Anschl. gemütliches Beisammensein mit Damen. sostd Krieger- Verein Gieta 17. Nov., 10 Uhr im Poatkeller: Familienfeier Lichtbilder-Vortrag von Kam. Bonhard „Land und Leute" und eigne Erlebnisse inNkazedonien Am Sonntag, 20. Nov., (Totensonntag) 10.30 Uhr Zusammen- knnft l.d.narktlaub. (S. Hess.Kamerad.) Um zahlreiche Beteiligung bittet 8O7?d der Vorstand. MOTTO: Und dräut der Winter noch so sehr mit trotzigen Gebärden, Schaff Dir ’nen Häuser-Ofen her, dann wird Dlr’s wärmer werden tt! den Nachbar Huber zu überzeugen. Doch nun weiß er: Er braucht nur zu Häuser zu gehen, und er bekommt den Ofen, den er sucht. Das sagte Onkel Mollig, a’s er wieder In seine warme Stube trat. Vergnügt wischt er sich den Schweiß von der Stirn. Er hatte doch wieder einmal recht gehabt Ein Häuser-Ofen bleibt eben ein Häuser-Ofen. Und dräut der Winter noch so sehr mit trotzigen Gebärden 6783 A Schaff Dir nen Häuser-Ofen her, dann wird D«r’s wärmer werden 1 Und wenn es sich darum handelt, Säle oder große Fabrikräume zu heizen, dann erst recht Oenn Häu^r hat alle diese Modelle, die hierfür in Frage kommen und die auch gar nicht teuer sind. Wenn man also die Fabriksäle heizen will oder d.e Schulstuben kalt Har* „Tan cbe!L?Cä e Oken haben muß, auch für diese Räume, dann geht man zu Hauser. Häuser sorgt dafür, daß man auch Im kältesten Winter seine „wärmste“ Freude hat 3. B. HAU SEP, GIESSEN AM OSWALDSCARTEN Mittwoch, (b. Novembe 1932 Gichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefienl Ur. 270 Zweites Blatt Für den Büchertisch Alte und neue Gedichte Politik und Geschichte der Zeit mitgerissen, selber zum Stürmer wird und schließlich als Opfer seines Kämpfertumes fällt — diesen kurzen Inhalt eines Lebens hat Hanns Heinz Ewers, dem Mutter und Schwester des Verstorbenen eine Fülle von Mitteilungen der beiden Menschen, Lisa und Kolp, sichtbar und haften im Gedächtnis. 0. Th. — Hanns Heinz Ewers: Horst Wes- s e L Ein deutsches Schicksal. Roman. Ganzleinenband 4,80 Mark, Kartonband 3,30 Mark Verlag der 3- G. Cottaschen Buchhandlung Rachfolger, Stuttgart und Berlin. (326.) — Hanns Heinz Ewers' neues Buch handelt vom Leben und Sterben des nationalsozialistischen Sturmführers Horst Wessel. Wie Wessel aus der behüteten Enge des väterlichen Pfarrhauses hinaustritt in das Leben, wie er, von den Stürmen Auslandskunde. — Dr. Paul Rohrbach: Erwachendes Asien, Erkenntnisse einer Asienreise 1932, mit 30 Bildern. Preis 4,80 Mark. Verlag F. Bruck- mann AG., München. — (268) — Wer seinerzeit die im Gießener Anzeiger veröffentlichten Reise- berichte Rohrbachs aus vier Erdteilen verfolgt hat, wird mit besonderem Interesse zu diesem Buch greifen, in dem einer der bestgcschulten und grünO- lichsten Kenner des Auslandes die Eindrücke seiner letzten Weltreise mit den Ergebnissen der hiswri- schen Forschung zu einem aufschlußreichen Gesamtbild des erwachenden Asien zusammengefaßt hat. Indien, China und Japan, jedes verschieden nach seiner historischen Entwicklung wie seinen geopolitischen Bedingtheiten, sie alle drei zeigen das gleiche Nebeneinander ältester geschichtlicher und religiöser Tradition und modernster technischer und wirtschaft- licher Einrichtungen. Rohrbach hält sich nicht an der Oberfläche auf, wie die meisten landläufigen Reiseberichte, die den Büchermarkt überschwemmen, seitdem Indien uns durch die Persönlichkeit Ghandis interessant geworden ist und der Streit um die Mandschurei die Blicke auf den Fernen Osten lenkt. Rohrbach sucht vielmehr den Dingen auf den Grund zu gehen und dem für die großen weltpolitischen Zusammenhänge leider noch immer ungeübten Auge seiner deutschen Landsleute eine klare An- schauung zu geben von den ungeheuren Problemen, , vor die das erwachende Asien mit seinem brodelnden Kessel unqezähller Völkermassen, widerstreiten- der wirtschaftlicher Interessen und unvergorenen politischen Ideen die Großmächte Europas und Amerikas heute schon stellt. Bücher, wie dieser neue Rohrbach sind Auslandskunde im besten Sinne. — Rolf Brandt: Erlebtes Äfrika. Eine Fahrt von Tanja nach Kairo. Broich. 3;60, Leinen 5,25. Brunnen-Verlag, Willi Bischoff, Berlin SW 68. — 132. — Für alle Freunde kolonialer Literatur ist das Buch lesenswert und aufschlußreich, da nur die wenigsten eine Ahnung davon haben, welch ungeheure Veränderung in Afrika seit 1918 vor sich gegangen ist. Rolf Brandt urteilt selbständig und ist von stereotypen Legenden in seiner Schilderung nicht abhängig. Er erzählt keine Löwengeschichten, keine Hißephantasien, keine Küstenstories. Was er erzählt, I ist immer fesselnd, gerade weil es sich von Phantastik freihält und ganz gemeinverständlich ist. — Elara Diebig: Menschen unter Zwang. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart, Preis geb. 4,80 Mk. (282.) Die Dichterin hat für ihren neuen Roman offenbar zum Vorwurf einen Kriminalfoll von erschütternder Tragik genommen, der sich vor einigen Jahren auf einem schlesischen Landsitz in der Rähe Hirschbergs zugetragen hat. Der Dämon des Geldes beherrscht die uralte Schlohherrin, die es von der einfachen Tempelhoser Bäuerin zur vielfachen Millionärin gebracht hat. Aber ihr eiserner Wille, ihre zähe Arbeitskraft vermag nichts über den schicksalhaften Ablauf des Geschehens. Sie kann den Verfall ihrer Familie nicht aufhalten und nach dem tragischen Tode ihrer Llrenkelin, der Erbin all chrer Millionen, sieht sie auch diese in wertlosen Pa- Pierbillionen zerrinnen. Unter dem Dämon des Geldes, der Gier nach Macht und Glück handelt auch der Gutsvcrwalter, der seine starke suggestive Begabung dazu mißbraucht, mit Hilse seiner ihm blind gefügigen Stieftochter, die reiche Erbin an sich zu fesseln. Aber auch feine Berechnungen scheitern an der Ohnmacht menschlichen Willens. Leidenschaftliche Eifersucht triumphiert über suggestiven Gehorsam: Das Opfer ist ein seinnerviges Mädchen, das wie ein reiner Tor, die dunklen Zusammenhänge kaum ahnend, zwischen diesen vom Dämon gepeitschten Gestalten steht. Eine geheimnisvoll düstere Stimmung liegt über dem Buch, kein freundliches Licht, kein versöhnendtröstlicher Schein fällt in diese furchtbare Tragödie der Menschen unter Zwang. — Ger hardDohlmann: Dies ilberne 3 ungfrau. Roman. Gehestet 4 Mk., in Ganzleinen 6 Mk. Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig. (330) — Das Buch ist kein historischer Ro- man, der das Leben der 3ungfrau von Orleans noch einmal erzählt. Es ist der Roman eines Volkes in Rot, eines Landes in Rot, dem das Wunder geschieht und die Retterin geschenkt wird. „3ohannas Wesen lebt, ihr Geist geht um. Die Prahlerischen und Selbstsüchtigen wissen nichts von ihr, aber alle Völker, die sich aus Rot und Rächt mühen, erinnern sich ihrer als einer ewigen Verheißung." Aus dieser Vision ist Gerhard Bohlmanns Werk geboren. Die ferne Zeit, die fernen Menschen, die unbegreiflichen Geschehnisse sind atemnahe Gegenwart. Mit der unwiderstehlichen Kraft der echten Erzähler reißt der Dichter in den Dann seines Buches. — Hermann Kesten: Der Scharia- t a n. Roman. 553 Seiten, 8°. Gustav Kiepenheuer Verlag, Berlin 1932. - (287) - Auf dem Umschlag steht, dieser Roman sei „ein magischer Spiegel der Welt und die spannendste Chronik des 20.3ahrhunderts". Was für em großartiges Buch müßte entstanden fein, wenn der Inhalt auch nur zur Hälfte hielte, was der Umschlag verspricht! Wir können das leider nicht finden: wir finden diesen Roman unerfreulich, peinigend und oft peinlich zu lesen. Jedermann weiß, daß wir nichts zu lachen haben, und daß in dieser Welt nicht alles Gold ist, was glänzt: aber wenn das in Romanform ausführlich festgestellt werden mußte, dann hätte es anders gesagt und vor allem besser geschrieben werden müssen: in diesem Buche, dessen „wunderbar dichterische Sprache vom Verlag gerühmt wird, häufen sich die ärgerlichsten Merkmale eines miserablen Stils, alnd wenn, wie anderwärts zu lesen war, der „Scharlatan" dem skeptischen Idealismus des Autors entsprang, dann ist der 3dealismus hier, wie uns scheint, so sehr zu kurz gekommen, daß nur noch eine ätzende und verletzende Skepsis übrig blieb. Was sind das alles für Menschen, die oa dem Erfolg und der P c&e und dem „Sinn des Lebens" nachrennen: man kann melancholisch werden, wenn man sie reden hört und handeln sieht: und man sträubt sich dagegen, in der Schilderung ihrer trüben und trostlosen Schicksale einen magischen Spiegel der Welt und unseres 3ahrhun- derts zu erkennen. -y- — Edmund H a h n: Lisa wird eine Frau. Roman. 305 Seiten. Deutsche Verlags- Anstalt. Stuttgart, Berlin. (269.) — Ein junges Mädchen erlebt zum ersten Male die Liebe, und die körperlichen und seelischen Erschütterungen dieses Erlebnisses bringen sie ganz aus dem Gleichgewicht. Sie sieht ihre Umwelt mit neuen Augen, entdeckt die ältere Schwester, die ihr bisher nichts bedeutete, und muß ein neues Verhältnis zu den vorher so selbstverständlich geliebten Eltern finden. Lisa wird eine Frau, — to:e ein Mann sich das so vorstellt. Die meisten Mädchen werden diese erste große Erschütterung wohl mehr in sich verschlossen tragen und nicht wie ein ungebärdiges Böckchen nach allen Seiten um sich stoßen: nur die grenzenlose Langmut aller Beteiligten verhindert, daß Lisa am Schluß von den Eltern und dem Geliebten verlassen dasteht. ßifa muh noch viel erfahren und in sich Zwei Flieger-Bücher. — HermannKöhl: Bremsklöheweg! Das Lebensbuch eines deutschen Fliegers. 228 S., 8°. Sieben-Stäbe-Verlag, Berlin 1932. — (412.) — Es ist ein buntes und abenteuerliches Leben, von dem der bekannte deutsche Ozeanflie'er Hauptmann a. D. Hermann Köhl hier in seiner ehrlichen und unbekümmerten Art berichtet: angefangen Don den ersten ausgesprochenen Mißerfolgen in der Schule und im Kadettenkorps über seine Erlebnisse als Kriegsflieger. in Gefangenschaft und auf der Flucht durch Frankreich — bis zu dem großen Ozeanflug, der seinen Homert in aller Welt berühmt gemacht hat. Auch über Köhls unermüdliche Arbeit an der Entwicklung der Zivilfliegerei wird man mit manchen interessanten Einzelheiten unterrichtet. Richt ein übertriebener Optimismus, aber ein beruhigtes Wissen um die starken Kräfte in unserem Volke machen dieses Lebensbuch eines Fliegers zu einem sympathischen Zeitdokument. — Elly Beinhorn: Ein Mädchen fliegt um die Welt. 224 Seiten, Groß- Oktav mit 64 Tiefdruckbildern. Ganzleinen 6 Mk. Verlag von Reimar Hobbing, Berlin SW 61. — (406) — Das ist ein wirklich schönes und aufrichtiges Buch, so frisch erzählt, ein Reise-Buch in dem Entfernungen keine Rolle mehr spielen. Vor ein paar 3ahrzehnten wäre das ein spannendes CKäcdjen gewesen, zu lesen, wie ein Mädchen allein über den Balkan, Konstantinopel, die Türkei Persien und 3ndien fliegt, wie sie den reichen Maharadscha von Repal in ihrem Flugzeug mtt- nimmt zum Himalaya, wie sie über die endlose Wasserwüste und die Zaubereilande der Südsee nach Australien fliegt Dann treffen wir sie wieder hoch über den Cordilleren in den Wolken über dem ewigen Eis. Das wäre noch für unsere Väter und Mütter ein schön erdachtes Märchen gewesen Daß es keines ist, beweist die mutige Fliegerin durch die Fülle erstklassiger Photv- aufnahmen. die das abenteuerliche Buch ihrer gefährlichen und heiteren Erlebnisse auf dem Weltflug schmücken. Einleitend berichtet sie von dem ersten Afrikaflug, den Vorbereitungen, der Zwischenlandung im Schwarzwald, dem Flug Über die Wüste, von ihrer einsamen Wüstenwanderung nach Timbuktu und tollen Begebenheiten dort älnd dann gehts zum Flug um die Welt, als fet es ein Wochenendausflug. Das ist ein wirklich schönes und lesenswertes Buch Westphal die auch im Norden wirkenden politischen Kräfte der Gegenreformation anschaulich zu machen, die unter Johann und Karl IX. Schweden in den Kreis der großen Politik der europäischen Mächte zogen. Damals schon wurden Grundlinien sichtbar, die Gustav Adolf wiederaufnehmen sollte. Er, der Enkel des Gründers der Dynastie, hat schon als Sechzehnjähriger außenpolitisch durch Beilegung des Streits mit Dänemark und Rußland zielbewußt klare Bahn geschaffen und innenpolitisch durch eine Staatsreform im Sinne einer Militärmonarchie sich die starke Waffe geschmiedet, die er brauchte, wenn Schweden in die große Auseinandersetzung mit der römisch-habsburgischen Macht eingreifen wollte Diese Vorgeschichte und schließlich die deutsche Politik Gustav Adolfs als Machtpolitik sind von Westpfahl mit außerordentlicher Klarheit in die großen weltpolitischen Zusammenhänge eingefugt worden. Das ist das große Verdienst dieses Buches, daß es den Staatsmann Gustav Adolf, den Leiter einer national-schwedischen Machtpolitik, ins rechte Licht rückt, ohne seine außerordenlliche Persönlichkeit und die großen ideellen Grundlagen seines politischen Handelns irgendwie zu verkleinern. — ElisabetEßlingerrKaiserinEuge- nie und die Politik des zweiten Kaiserreichs. Preis 7,50 Mark. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart. — (234) — Erst wenig mehr als zehn Jahre sind vergangen, seitdem in der englischen Verbannung als hohe Neunzigerin eine Frau reifen lassen, ehe sie eine wirkliche Frau wird. Auch werden die meisten bürgerlichen Familien nicht mit solcher Einsicht über die erste illegale Liebesnacht der behüteten Tochter zur Tagesordnung übergehen. Der Widerspruch von naturalistischer Darstellung — wir hätten dem Verfasser 'manche physiologischen Rotwendigkeiten, die er sehr ausführlich behandelt, gern geschenkt — und modern romantisierender Lebensauffassung wirkt oft peinlich. Ebenso störend ist die Furcht des Verfassers vor kurzen Sähen, die ihn dazu verleitet, mit Kommata zu verbinden, was dem Sinne nach durch Punkte getrennt werden muhte. Wirklich reizend und lebendig sind in diesem Erstlingswerk die Liebesszenen: die am Anfang und die improvisierte kleine Autoreise. Hier werden in wenigen Worten die seelischen Beziehungen und die nur ihnen eigentümliche Lage Deutsche Erzähler. — Hermann Stegemann: Die Herren von Höhr. Ein Roman aus dem 3ayr 1792 Deutsche Derlagsanstalt, Stuttgart, Preis geb. 6.25 Mk. (273.) Der Verfasser, durch seine Kriegsberichterstattung für den Berner „Bund breitesten Kreisen des deutschen Volkes bekannt und sympathisch geworden, verbindet aufs gluck- lieferte künstlerische Gestaltungskraft nut umfassendem historischem Wissen. Den Geschichtsschreiber des Rheinlandproblems und der Westgrenze zieht es immer wieder zur Darstellung der deutsch-französischen Beziehungen, für die vielleicht das interessanteste Kapitel die vielfältigen und tiefgreifenden Einwirkungen der großen französischen Re- volution auf den deutschen Westen waren. 3n die spannende Episode des ersten Koalitionskrieges gegen die junge französische Republik stellt Etegemann die Familiengeschichte eines rheinischen Adelsgeschlechts, ein Ehelchicksal von tragischer Größe, dessen Fäden durch zwei Generationen verwoben sind mit den großen politischen Ereignissen diesseits und jenseits der Grenze. Das Buch ist aus einem Guß. ein mit großem Schwung entworfenes. vielfarbiges Kulturbild dieser schillernden Zeitenwende. Krasse Gegensätze, wie die schmarotzende Emigrantenwirtschaft der französischen Aristokratie in den Erzstiften am Rhern und das freiheitstrunkene, aufruhrgepeitschte Paris wird man in der eindrucksvollen Schilderung Stegemagns sobald nicht vergessen. Aber auch Szenen von zarter 3nnigteit hat das Buch, dessen Lektüre ein Gewinn bedeutet. — C. Julius Cäsar: Der Gallische Krieg. Ins Deutsche übertragen unter Berücksichtigung der neuzeillichen Heeresausdrucke von Prinz Max zu Löwenstein, Rittmeister a. D. Mit 147 Bildern und 16 Karten und Plänen erläutert — Die schönsten deutschen Gedichte. Ein Hausbuch deutscher Lyrik von den Anfängen bis heute. Gesammelt und geordnet von Ludwig Goldscheider und Paul Wie gier. 470 S. Mit 64 Bildern in Kupfertiefdruck. Ganzleinen 2,85. Phaidon-Derlag. Wien. Leipzig. — (422.) — Dies ist eine Anthologie, die durch feines Ge- hör und innere Geschlossenheit sich auszeichnet. Kompilatorische Deispielsammlungen, mehr oder minder brauchbare Handbücher und „Blutenlesen" gab es und gibt es zur Genüge: aber es genügt nicht, schöne (oder auch nur berühmte) Gedichte zu einem bunten Strauß zusammenzubinden: ausschlaggebend ist die geiftme Rundung, die Komposition der Auslese. Die Ordnung ist nicht nach Autoren, sondern nach Stilen durchgeführt: dadurch kommen gewisse bisher vernachlässigte Zeitabschnitte, wie Frühbarock oder Rokoko, ganz anders zur Geltung. Auch d:e mo- devne Dichtung ist berücksichtigt: Rilke Mom- bert, Dau Ernstfall eine Qlt Kchsr L kgenant und eile dem Ihn halte u boten i denen 0 stellt tix an btt der Qq Wü 'amt' K 3i Mi, di keine ®iflion Nkm emn , aranen Es i lolchet gesund leicht k bat. ba verbrie verlauf kechtigu ptigu Agiert Meich! Mds o I andern Mer ?Mtu diel ft; »"$ Eugens Met S de !frn ge yUlirüf ®ine |j vach tz &* .Yftntßet Las st! gnmdfätzi' und jeder M i" loren. » worden, I Bühne in von der gegen die Iber Gel wird. Nur die Propa Lond oer, mit lanh und jeden gerüstet d seine Sich entwaffne Snindsest „Sicher wir in d Politiken Begriff, b stelle fiel Schlag' Wirtschaft je bis bis ein 8 bis 11 13 Mk., 17 Mk. geringer Mk., von sechs bis acht Wochen 11 von acht bis dreizehn Wochen 13 Der Handel war gut, jedoch blieb Lleberstand. Gchach-Ecke. Bearbeitet von W. OrbaL. Sprechstunden der Redaktion. 1L30 bis 12 30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen. Anzeigenauflräge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. Für unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Problem Nr. 331. Don Dr. W. Galitzky, Kasan. Weih 4 Steine: Kh2; Daß; Se5; Ba2. Schwarz 4 Steine: Kfl; Ba7, e2, f3. Weih zieht und setzt in drei Zügen matt. Ein sehr feiner Schlüsselzug führt hier zu überraschenden Mattwendungen. Problem Nr. 332. Don QL L. Dull, Twickenham. Weih 6 Steine: Kb2; Dh6; Te6; La4; Saß- Bc3. Schw/irz 6 Steine: Kd5; La2; Sb7, d8; Bb3, e7. Weih zieht und seht in zwei Zügen matt. Partie Nr. 239. Spanischer Angriff. Aus der Schachwelt. ~~ 3n dem bekannten Schachdors Ströbeck wurde vor kurzem der in den beiden OberUassen eingeführte Schachunte.rlcht mit Genehmigung der Regierung zum Pflichtschach erhoben. — Weltmeister Dr. Aljechin spielte vor dem Berner Turnier in Frankreich in 25 Städten simultan: er erreichte hierbei das glänzende Ergebnis: + 685, —19, =25. Die nachstehende, theoretisch bedeutsame Partie wurde im Meistertumier des 10. Pfälzischen Schachkongresses zu Ludwigshafen, 3uli 1932, gespielt. Als Sieger aus diesem Kampfe ging Weihgerber, Saarbrücken mit + 51/» vor Dr. llRödl, Nürnberg, und Drinckmann, Kiel, mit + 4V2 Punkten hervor. nechmerverbände der verschiedensten Dranchen- gruppen, wurde die Errichtung der .Interessengemeinschaft der konzernfreien Eisenwirtschaft Deutschlands" mit dem Sih in Essen beschlossen. Es handelt sich hierbei nicht um die Gründung eines neuen Verbandes, sondern um die Einsetzung einer von den interessierten Verbänden getragenen Zentralstelle zur Bearbeitung ge* schäftspvlitischer Belange der konzernfreien Eisenwirtschaft des gesamten Reichsgebiets. • Elektrische Licht- und Kraftanlagen AG., Berlin. Der Aufsichtsrat hat beschlossen, der am 7. 12. stattfindenden GD. für das am 30. 6 32 beendete Geschäftsjahr die Verteilung von wieder 6 Prozent Dividende auf das dividendenberechtigte Aktienkapital vor- zuschlagen. Schweinemarkt in Butzbach. Pb. Butzbach, 15. Rov. Zum heutigen Schweinemarkt waren 351 Ferkel aufgetrieben. Es wurden bezahlt für Ferkel bis zu sechs Wochen Die berühmten Rennfahrer des Sechstagerennens in Berlin fahren Eontinental-Reifen. Ein Beweis für die älnübertrefflichkeit dieser Reifen. 8085 v • Interessengemeinschaft der ton* zernfreien Eisenwirtschaft Deutschlands. 3n einer in Hagen i. W. abgchaltenen Aussprache einer gvohen Anzahl konzemfreier, Werke der eisenverarbeitenden Industrie, in Ge- I meinschaft mit Vertretern einschlägiger Unter- I Wieseck den Ausgleich wieder hergestellt. Das Spiel wurde zusehends schärfer. Ein Spieler der Gastgeber und zwei Spieler der Gäste wurden vom Felde gewiesen. Die wenigen Minuten bis Spielende konnte Gießen geschickt ausnützen und zum Siegestor kommen, das unter Umständen entscheidend für die Dezirksmeisterschast werden kann. Weiß: QI. Drinckmann, Kiel. Schwarz: G. Kkeninger, Köln. 1. e2-e4, e7-e5. 2. Sgl-f3, Sb8-c6. 3 Lfl-b5 f7 - f5. (Die Meinungen über diesen Gegenangriff in der Spanischen sind geteilt, aber sicherlich behauptet Weih einen kleinen Stellungsvorteil.) 4. Sbl-c3, f5x e4 5. Sc3xe4, Sg8-f6. 6. Se4xf6, g7xf6. 7. d2-d4, e5-e4. 8. Sf3-g5!l (Eine große äleberraschung, Dr. Tartakovers Weisheit sieht in der hypermodernen Schachpartie „f)ier nur“ 8. Sh4, De7. 9. Lxcb, bxcö. 10 St5, Df7 mit folgendem d5 mit günstigem Spiele für Schwarz.) 8.....Lf8-b4+. 9. c2-.c3, f6xg5? iDieS Schlagen führt zu raschem Verlust.) 10. Ddl - h5 + , Ke8-f8. 11. Lclxgß, Sc6 —e7. «Da nämlich 11...., Le7 an 12 Lh6+ Kg8. 13. Lc4+ ufto. und 11...., De8an 12 Dhb-s-usw. scheitert.) 12 Lb5-c4, d7-d5. 13. Lc4xd5! (Ein glänzender Schluhzug, auf 13...., Dxd5 entschied 14. Lhb+, Kg8.15 De8matt; Schwarz gab auf.) Eine hübsche Miniaturpartie. Lösung des Problems IHr. 329. Don Schiffer. LLf5-g6l, Kf4xe5. 2. Dc5-d4+? usw. 1..... Kf4-g5. 2. Sgl-f3+ usw. 1.....Sg8-f6. 2. Dc5- cl+ufto. 1.....Sg8-h6. 2. Sgl-e2+ufto. 1...., b4xa3. 2. Sgl -H3+ ufto. Anderes einfach! Lösung beS Problem- Ar. 330. Don Dotz. 1. Db2—b7! ufto. rung, bis es den Gästen gelang, dieselbe zu übernehmen und trotz aller Angriffe bis Schluß zu halten. Allendorf I — Kinzenbach I 3:0. Kinzenbach war in Allendorf zu Gast und mußte energische Abwehrarbeit leisten. Aus der Gegenseite wurden Aktionen von der guten Verteidigung oder dem Tormann zunichte gemacht. Das Ende sah Allendorf als verdiente Sieger. Wieseck Jugend — Lollar Jugend standen sich in Wieseck gegenüber. Hier übernahm Lollar die Führung, doch stellten die technisch besseren Platzbesitzer bald den Ausgleich her und erhöhten in gleichmäßigen Ab ständen das Ergebnis auf 7:1. Handball. Gießen I — Wieseck I 5:4. Wieseck übernahm die Führung und erhöhte bald auf 2:0. Bis Halbzeit stellte jedoch Gießen das Resultat auf 3:2. Nach Seitenwechsel erhöhte Gießen das Resultat auf 4:2. Nach kurzer Zeit hatte jedoch Auötiang des Berliner Sechstagerennens. Sieger: Droccardo—Guimbretiere Am Dienstag um Mitternacht wurde das 28. Berliner Sechstagerennen im Sportpalast zu Ende geführt. Sieger blieben die Franzosen Broc- cardo—Guimbretiere mit 555 Punkten. 3hnen folgten eine Runde zurück die Deutschen Funda— Schön mit 817 und mit zwei Runden Rückstand Rieger—Ehmer mit 388 Punkten. Drei Runden zurück folgten an vierter Stelle Siegel—Thierbach mit 533 Punkten, dann die Belgier Duysse— Bielliet mit 408 Punkten. Sechster wurden das deutsch-holländische Paar Miethe—Pijnenburg mit 287 Punkten und den Beschluß bildeten die Gebr. Rickel mit 240 Punkten und 5 Runden Rückstand. Die Sieger erreichten in den gefahrenen 145 Stunden 3289 Kilometer. Die Sieger und Funda—Schön konnten in der letzten Stunde noch einen Rundengewinn verbuchen. Zum Schluß gab es bei den Ehrenrunden einen Skandal, denn Die Franzosen wurden ausgepfiffen und mit allen möglichen Gegenständen beworfen. Arbeiter-Turn- und (-portbund. Heuchelheim I — Gießen I 1:4. 3n Heuchelheim lieferten sich die Kreisklaffengegner ein flottes, zeitweise recht hartes Spiel. Heuchelheim stellte eine flinke Mannschaft ins Feld, die häufig in taktisch klugem Abseitsspiel dem Gegner gefährlich wurde. Die Gästeelf war in allen Teilen gut besetzt. Die Verteidigung spielte sehr hart. Gießen gelang es, trotz der angewandten Abseitstechnik der Platzbesitzer, viermal zum Erfolge zu kommen, während Heuchelheim infolge der Hilflosigkeit seines Sturmes nur das Ehrentor erringen konnte. Riederwöllstadt I — wieseck I 5:3. Wieseck trat in Niederwöllstadt mit 10 Mann an. Der Spielbeginn sah die Mannschaft deprimiert, die Platzbesitzer nützten das aus und legten in wenigen Minuten zwei Tore vor. Durch ein Selbsttor kamen sie billig zum dritten Erfolg. Nun kam Wieseck auf und lieferte den Gastgebern ein völlig gleichwertiges Spiel, holte zwei Tore auf und schoß, nachdem Nlederwöllstadt auf 4:2 erhöhte, ein weiteres Tor. Gegen Spielende prallte ein scharfer Schuß am linken Läufer ab in bas eigene Tor. Dom oberhessischen Arbeitsmarkt. Wegen Mangels an Aufträgen und Absatzmöglichkeiten hat die MitteldeutscheHart- steinindustrie die Stillegung ihres Werkes Rieder-Ofleiden bei Homberg beantragt. Zur Entlassung kommen 165 Arbeiter und 7 Angestellte. Ferner hat das Braunkohlenschwel- werk Hessen-Frankfurt AG. (Hefrag) in Wölfersheim wegen Stillegung ihres 016* raumbetriebes im Tagebau 140 Arbeitern gekündigt, von denen 120 Mann gestern bereits entlassen wurden. Anderseits war es dem Arbeitsamt Gießen möglich, in den letzten Tagen 210 Arbeiter bei Holzfällungen in Beschäftigung zu bringen. Mit einer weiteren Steigerung der Beschäftigung auf diesem Gebiete kann in Kürze gerechnet werden. Raunheim I — Niederflorsiadk I 3:1. Wenige Minuten nach dem Anpfiff übernahm Naunheun die Führung. Zur Halbzeit glichen die Gäste durch Elfmeter aus. Nach der Pause kam Naunheim in Fahrt. Die Gäste mußten sich mächtig wehren. Naunheim übernahm abermals die Führung, während die Angriffe der Florstädter noch an der guten Abwehr der Platzbesitzer scheiterten. Mit einem dritten Tor stellte Naunheim den Sieg sicher. Dorheim I — Altenstadt I 3:1. Dorheim übernahm zunächst die Führung, aber Altenstadt glich bald aus. Erst gegen Schluß erzielte Dorheim noch ein Tor, während Altenstadt ohne weiteren Erfolg blieb. In der Spielverlängerung erhöhte Dorheim durch Elfmeter auf 3:1. Gießen II — Lollar I 2:2. Gießen trat nur mit 10 Mann an, setzte aber den stinken Gästen energischen Widerstand entgegen und konnte ein verdientes Unentschieden erzielen. Gießen III — Grüningen I 2:1. Lange stand das Resultat 1:1, bis es Gießen kurz vor Schluß gelang, zum Siegestor zu kommen. Marburg I — wieseck II 1:2. Wieseck II war in Marburg zu Gast und lieferte dem Gegner ein spannendes Spiel. Wieseck übernahm bald die Führung, die auch trotz der zeitweise sehr gefährlichen Angriffe ter Gastgeber bis zum Schluß gehalten wurde. Daubrlngen I — Londorf I 3:0. Beide Mannschaften spielten flott, aber sehr laut. Bis Halbzeit hatten die Platzbesitzer bereits drei Tore vorgelegt. Nach Seitenwechsel wurde das Spiel ausgeglichener, aber es fiel kein Tor mehr. hausen I — wieseck III 2:2. In Hausen lieferten sich diese Mannschaften bei sehr schlechten Platzverhaltnissen ein ansprechendes Spiel. Die Wiesecker mußten sich mächtig wehren und konnten erst wenige Minuten von Schluß das dem Spielverlauf entsprechende Unentschieden Herstellen. Alsfeld II — Lindenstruth I 3:1. Lindenstruth hatte die Reise nach Alsfeld unternommen und brachte von dort eine unverdiente Niederlage mit nach Hause. Hungen 1 — Grohen-Buseck I 1:2. Großen-Buseck war in Hungen zu Gast. Auch hier rangen zwei gleichstarke Gegner lange um .die Füh- Oie Narrenkappe. Splitter und Sperren vom RedaktionStisch. Kollegen. Der große Schauspieler Emil Jannings gastierte vorigen Sommer in Wien. Der Künstler ist ein großer Naturfreund. Er machte eines Morgens einen weiten Spaziergang in die herrliche Umgebung. Nach einem mehrstündigen Marsch kam er in ein großes Gartenrestaurant. Es war idyllisch am See gelegen. Hier aß er zu Mittag und trank eine Fiasche Wein dazu. Nachdem er sich gestärkt hatte, verlangte er die Rechnung. Ihre Höhe setzte ihn in Erstaunen. Er forderte deshalb den Kellner auf, den Wirt zu rufen. Nach längerem Warten kam ein außerordentlich wohlbeleibter Herr, der sich als Chef des Hauses oor- stellte. Jannings drückte ihm feine höchste Verwunderung über die noch höheren Preise in seinem Lokale aus und sagte dabei ganz jovial: „Na, wenn Sie mal zu uns nach Wien kommen, Herr Kollege, werden Sie sich über die billigen Preise wundern!" Sofort ließ ihm der Wirt ein Drittel von der Bezahlung nach, wobei er lächelnd sagte: „3a, hätte ich gewußt, daß Sie ein Kollege sind, dann wäre die Rechnung glimpflicher ausgefallen! Selbstverständlich besuche ich Sie, wenn ich nach Wien komme,'Herr Kollege. Wo ist denn Ihr Lokals „Im Deutschen Volkstheater, wo Sie mich jeden Abend auf der Bühne sehen können!" „Aber wieso sind Sie ein Kollege von mir —V „Bin ich auch — ich spiele da nämlich einen Räuberhauptmann!^ Der Wirt war sprachlos — Jannings ebenso schnell verschwunden. (ßuft Dl.) Das Fensterbrett. Eine Münchner Familie unternahm einen Ausflug auf den Trifels in der Pfalz. Die ehemalige Kaiserburg ist jetzt eine bekannte Ruine. Der Turm ist oer- fallen, das Gestein all und verwittert, und aus den zerstörten Fensterhöhlungen wachsen blühende Sträu- cher. Auf diese deutete Frau Erlmoser — so hieß die Familie — und sagte zu ihrer Tochter: „Siehste, Rest, wie weit das kommen kann, wenn ma net jeden Tag das Fensterbrett richtig abstaubt!" Neu eröffnet! hgtliristkti ul Dilt-Sjeliehaee EDEX ,„