Hr.139 Erstes Blatt Donnerstag, 16. Juni (932 (82. Jahrgang Macdonaid eröffnet die Konferenz von Lausanne Hitler spricht in Darmstadt grüßungsworten bcntm wies schastskonseren; geeinigt hallen. Ls wurde sich also nicht mehr lediglich um eine Hilfsaktion sür die Donau- und Dalkanstaaten handeln. kNacdonald halle r» sür unerläßlich, sehr rasch Vorzüge h e n und möglichst bald zu praktischen Schluh- solgerungen zu gelangen. Vie Konserenz von Lausanne, die durch diese neuen Maßregeln eine erhöhte Bedeutung annähme, würde sich unter diesen Umständen über den 1. Juli hinaus hinziehen. Macdonaid die Konferenz im Schatten der Annahme von Snzetae» sür die lagesnummer ote zum Nachmittag vorher. Preis für ( mm höhe sür Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärt, 10 Neichopsennig: für R*- klameanzeigen von 70 mm Brette 35 Neichspsennig, Platzvorschritt 20*. mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lang«. Verantwortlich für Vohtifc Dr. Fr Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H Ikyriot; sür den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. renz zu europäischen Wirt- Oie innerpoliiische Notverordnung. Umfassendes Kontrollrecht des Reichsinnenministers gegenüber den Verbänden Oie erste Sitzung. Lausanne, 16. Juni. r|e behMtei. Juni An der Abend- clhaltung tpegr. Wichen Lag- eb" hr (leinen Umla&tr. amen. Sie eiimmung n&licb, und gegen U «urfe meift gut iaen vorübergehend Z aber im »ult iren >25 Prozent und von ®olötcntCiÄE äSS S1*85 S-ä: im zu Handnoten. Die Genfer Abrüstungskonferenz hat sich zunächst nun auch aus Eis gelegt. Ihre Delegierten, soweit sie irgendwie politisch orientiert sind, haben ihre Stqfler gepackt, um nach Lausanne auszuwandern. Denn die Entscheidung über das weitere Schicksal der ganzen Abrüstung ist zunächst in die Hände der Politiker ficlegt. Ein etwas beschämender AuSgang. Tat- ächlich ist die Arbeit der letzten beiden Konlercnz- nwnatc im luftleeren Raum erfolgt. Die verschiedenen Ausschüsse haben sich mit Ausnahme des „chemischen Ausschusses" nicht einigen können. Die Gefahr, daß die Konferenz also aufflog, war greifbar nahe, zumal nachdem die deutsche Delegation nun zu ihrem Gegenstoß ausgeholt und ihren Antrag über d i e qualitative Abrüstung eingebracht hatte. Sin sehr kluger Schachzug. Die in den ^Interausschüssen niedergestimmten Anträge sind wieder ausgenommen und zu sammengesaßt, mit dem Grundsatz, daß ja an dem Berinller Vertrag die ersten militärischen Sachverständigen der Siegerstaaten mitgearbeitet haben, daß dort also der Extrakt dessen, was man als An- jriffs- und Verteidigungswaffe anfehen müße, zu- ammengefaßt fei und daß deshalb nur diese Betimmungen als Grundlage benutzt zu werden brauchen, um einen wesentlichen Fortschritt durch die qualitative Abrüstung zu erreichen. Herr Hqrriot ist darüber so nervös geworden, daß er schmucklos erklärte, Frankreich konnte keiner Maßnahme für die qualitative Abrüstung zustimmen, die von dem Versailler Vertrag als Grundlage ausgehe: ein indirektes Eingeständnis, dpß also alles, was bisher von den Siegerstaaten über die Bedeutung der deutschen Abrüstung gesagt worden ist, mit den Tatsachen nicht überein- ft i m m t Der Konflikt schien also eigentlich unvermeidlich, als Ausweg wurde dann wieder die übliche Geheimsitzung des Konferenzbüros angesetzt, in der nun in irgendeiner Form die Bilanz gezogen werden muhte. Sie ist dahin gezogen, daß die Sachverständigen der Abrüstung ausgeschaltet werden und der Versuch gemacht werden soll, durch unmittelbare private Verhandlungen der Politiker die Grundlage für eine Verständigung zu finden. An Widerspruch gegen dieses Verfahren hat es nicht gefehlt. Die Spanier haben auf die Gefahr hingewiesen, daß dadurch ein allgemeiner Zusammenbruch der gesamten Abrüstungspolitik ei »geleitet werden könnte. Der Vertreter Portugals schloß sich diesen Bedenken an. Aber die Verlegenheit war so gioß, daß schließlich doch beschlossen wurde, den allgemeinen Ausschuß erst wieder einzuberufen, wenn aus den politischen Verhandlungen sich eine Grundlage der sachlichen Uebercinftimmung ergeben hat. Die Parallelschaltung der Abrüstung und der Reparationen ist damit vollzogen, die Voraussetzungen f ü reinen großen Kuhhandel sind also gegeben. Aber die Franzosen werden sich doch irren, wenn sie glauben, daß sie Deutschland damit mürbe machen können. Sie werden sich auch auf diesem Umwege nicht um die klare Entscheidung herumdrücken können, ob sie ernsthaft gewillt find, die Abrüstungskonferenz zu sabotieren oder an dem Versuch einer wirklichen Abrüstung ehrlich mitzu- arbeiten. Man darf freilich die Beweglichkeit und Anpassungsfähigkeit dieses Mannes nicht unterschätzen. Er wird sicherlich Banken finden, die ihm genügend Geld zur Verfügung stellen, ohne ihm zunächst allzu schwere Sebingunyn aufzuerlegen. Gelingt es ihm bann, mit Hilfe dieser Bankkredite über die gegen- roärtige Depression hinwegzukommen, so wird er später die Bankgelder wieder abstoßen können. Das amerikanische Automobil ist kurzlebig und bedarf sehr bald der Erneuerung. Für den Fordwagen gift das ganz besonders. In ein oder zwei Jahren wird, wenn die Wirtschaftslage sich inzwischen bessert, wieder eine Riesennachfrage nach Automobilen in Amerika vorhanden fein. Wenn Ford bis dahin mit an der Spitze der Automobilprobuzenten burchhält, so wird er sich leicht aufs neue einen Mastenabsatz erobern können. In Krisenzeiten ist bie Hauptaufgabe, am Leben und wettbewerbsfähig zu bleiben« Qui vivra, verra. Wenn Henry Forb jetzt gezwungen wirb, Bankkredit in Anspruch zu nehmen, um seine Fabriken in der Depression über Wasser zu halten, so gibt er damit ein Prinzip auf, dem er zweifellos in nicht viel geringerem Grade feinen Aufstieg verdankt als der billigen Massenerzeugung von Automobilen. Man behauptet in Amerika schon seit einiger Zeit, daß Fords große und glückliche Zeit vorüber sei. Das ist ein Schicksal, das jeden großen Bahnbrecher neuer Ideen früher oder später zu treffen pflegt. Seine Konkurrenten haben ihm bie Geheimnisse seiner Erfolge abgesehen. Sie haben feine Leistungen so lange nachgeahmt, bis die Schüler schließlich dem Meister ebenbürtig, ja in manchen Dingen überlegen geworden sind Schon einmal hat deshalb Ford seine Werke schließen müssen, um nach eineinhawjähriger Produktionspause einen ganz neuen, vollkommeneren Wagen herauszubrfngen, mit dem er sich dann gegenüber der Konkurrenz der General Motors und Ehevrolet bisher erfolg- ihre wirtschaftlichen Angelegenbeiten in Ordnung bringen können, ohne durch Krieg und Geschrei gestört au werden. .Mein Appell an diese Konferenz ist", so schloß Macdonaid, .aus unserem Beratungszimmer viele Vorschläge hcrvorgehen zu lassen, die durch ihren bloßen Eharakter die Unterstützung der ganzen Welt sichern." Erweiterung zur Wirtschafiskonferenz? Nur fcd)enwiiatiflC6 Moratorium für Tcutschland? pari», 16. Juni. (IDID. Funkspruch.) Die Son- derberichtcrstalter der sranzösischen Rachrichlcnpresse, die sich in Lausanne aushalten, melden heute gemeinsam, daß der Vorschlag gemacht werde, da» Deutschland gewährte Moratorium für die Reparation»- 1 ersten Dirrlchhr jeugung weiter von 'erkserzeugung ton '“)5ba(i5 gewählten Dch Zahlen schiäs. s. Allerdings habk rb eine bessere $f, auch für die nach. !ning anhallen. (h uni eine oorüber- Sin Umschwung der । ebenso in der k;- sei nicht erfolgt. Äe ufträge habe zuso^ nd dem allgemeinen sei bei den Zechen eitere» Absinlcn der Ausblick in die Zu- )meinfurt),W« Ms «1—-Tis 52,05 12,485 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Vrvlk vnd Verlag: vrühl'fche Univer^lair-Vuch- und Steinöruderel H. lange in Gieße 1. Schnflleinmg und Geschäftsstelle: SchulNraße 7. Der große Umschwung in Amerika ist auch an dem weltbekanntesten Unternehmer der Vereinigten Staaten, an Henry Ford, nicht spurlos vor- übergegangen. Es wird sich jetzt erst zeigen müssen, ob sein in den Zeiten der „ewigen prosperity" zur ührenden Automobilfabrik der Welt gewordenes (nternehmen auch die Eigenschaft der Krisenwider- tandsfähigkeit in genügendem Maße besitzt, um i n chlechten Zeiten durchhalten zu können. Die eigenartigen Fabrikations- und Finanzierungsprinzipien, auf denen Henry Ford fein Lebenswerk aufgebaut hat, waren durchaus den Bedürfnissen und Möglichkeiten der H o ch k o n j un k t u r angemessen. Aber werden sie sich auch in der tiefen Depression bewähren, in bie Amerika nun eingetreten ist? Werden sie sich in einer Zeit geschwäch ter Kaufkraft und geschwächter Finanzkrast überhaupt aufrechterhalten lassen? Henry Fords Grundgedanke war die Masse n s a b r i k a t i o n, die es ihm ermöglichte, feinen Kraftwagen zu einem so niedrigen Preise an den Markt zu bringen, daß ganz neue, breiteste Käufer- schichten für bell Automobilismus gewonnen werben konnten. Jedem Amerikaner fein Automobil! Das war das Schlagwort, unter dem es ihm gelang, seine Automobilerzeugung bis auf 8000 Wagen täglich zu steigern. Aber in einer Zeit, in der cs in den Vereinigten Staaten 10 Millionen Arbeitslose gibt, sind für solche Riesenmengen von Kraftwagen keine Käufer zu gewinnen. -Len gutbezahlten amerikanischen Arbeiter der Hochkon- innktur konnte Henry Ford mit Hilfe feines billigen Massenwagens zum Automobilisten machen. An dem arbeitslosen Proletarier, der auch drüben immer lauter nach staatlicher Unterstützung ruft, muß auch fein Genie scheitern. 'Aber auch bas andere Geschäftsprinzip Henry Fords, dessen Befolgung ihn groß und reich gemacht hat, wirb sich in ber Krisenzeit nicht auficchterhaltcn lassen, nämlich bas ber Unabhängigkeit vom Bankkredit. Ford hat stets betont, daß er deshalb so billige Automobile bauen könne, weil er nur mit eigenem Geld arbeite und seine gesamte Produktion selbst finanziere. Bankkredit führt notwen- digerweise dazu, daß ein Teil des Ertrags in Weltall von Zinsen dem Unternehmen entzogen wirb. Außerdem droht er den Produzenten früher ober später in Abhängigkeit von den Banken zu bringen. jemals bie Welt in Friebenszeiten betroffen habe. „Die ganze Welt ficht auf uns", so führte er aus, „unb hat niemals von einer internationalen Konferenz früher f o dringend Abmachungen erwartet, die zur Beseitigung ber bestehenben Notlage beitragen können. Lor kurzem hat bas Wirtschaftskomitee bes Lölkerbunbes uns barüber unterrichtet, baß dcrWertdesinternationalenHan- b c l s heute nur noch bie Hälfte oder vielleicht weniger als bie Hälfte besten ausmacht, was er zu Anfang 1929 betrug, daß bie Zahl ber Arbeitslosen s i ch mehrals verboppelt hat unb 20 bis 25 Millionen Menschen heute ohne Arbeit sind, und daß diese Lage täglich schiech- t e r wird. Ich lege Wert daraus, zu betonen, daß es sich um eine Weltkatastrophe handelt. Es kommt nicht auf die Richtung der Regierung an,, die an der Svitze steht. In jedem Falle verfällt ber -Staat in Armut, unb bas Einkommen der Völker ist vernichtet. Die Hilfe, bie bie Gemeinschaft dem einzelnen geben kann, muh vermindert werben, bie Lebenshaltung, bie der einzelne führt, nimmt ab, unb um feine Finanzen zu schützen, hat ein Staat nach dem anderen Einschränkungen bes Außenhanbels vornehmen müssen, bie unvermeiblich dazu beigetragen haben, bie Abbröckelung zu verschlimmern, in sich bie Völker befinden." Man habe heute einen Teil der Urfachen dieser Notlage zu behandeln, eine bringende Frage: die finanzielle Erbschaft des Krieges. Ihre Wirkung auf die Weltwirtschaft müsse durch ein Abkommen liquidiert werden Dies könne nicht das Ende der staatsmännischen Arbeit fein aber ein wirksamer Beginn. Ein Grundsatz sei sicherlich sehr klar der Konferenz unbreitet: feierlich eingegangene Verpflichtungen könnten nicht durch einfeitige Verleugnung befcitigt werden. Aber dieses Prinzip werde, wie er überzeugt sei, von niemand angefochten. Diesem Prinzip stehe aber die Notwendigkeit gegenüber, Verpflichtungen, die sich als unerfüllbar erwiesen hätten, ju re- vidieren Wir müssen die destruktiven Einflüsse im ganzen beseitigen. Wenn wir das tun, so kann Europa nicht allein handeln Die Einheit ber Menschheit ist heute mehr als ein Schlagwort unb es hat eine außerorbentliche praktische Bebcu- tung. Dir können beshalb alle bie Zusicherung willkommen heißen, baß nach Ueberroinbung ber gegenwärtigen Phase bie Vereinigten 5 t a a- t e n uns zu bem Glauben ermutigt haben, baß sie bei ber Prüfung einiger weiter gesteckter Probleme Mitarbeiten werben unb sich mit uns Der- einen werben, um eine Politik für die Aufrechterhaltung der Zivilisation zu schaffen. Der Erfolg in Lausanne kann nicht voll geerntet werden ohne Erfd 1 g in Genf. Wenn man die wirtschaftlichen Schwierigkeiten überwinden soll, die uns hier hauptsächlich beschäftigen, so muß eine Periode wirtschaftlicher Ruhe gewährleistet werden, in der die Völker Erläuterungen zur Notverordnung. Berlin, 15. 3uni. (CND.) Amtlich, lieber die gestern veröffentlichte Notverordnung sind in der Öffentlichkeit verschiedentlich Unklarheiten entstanden. Amtlich wird betont, daß für die Durchführung der Bedürftigkeits- Prüfung, die jetzt auch auf die Krisenempfänger ausgedehnt worden ist, keinerlei neue Behörden geschaffen werden sollen. Dies erübrigt sich schon deshalb, weil die Krisenfürsorge nur dann eintreten darf, wenn in den einzelnen Fällen die betreffende Gemeinde die Hilfsbedürftigkeit des Unterstützungsempfängers bestätigt hat. Unrichtig sind weiter Meldungen über die Rentenkürzungen in der Reichsversorgung durch die neue Notverordnung. Unrichtig ist insbesondere, daß die bisherigen Renten aller Leichtbeschädigten neu um 20 v.H. gekürzt werden, daß alle Kinderzulagen und Waisenrenten mit dem 15. Lebensjahr Wegfällen. Die neue Kürzung um 20 v. H. trifft nur d i e kinderlosen Leichtbeschädigten: diese erleiden damit lediglich die gleiche Kürzung, die bisher schon die Leichtbeschädigten mit Kindern betroffen hatte. Die Kinderzulagen und Waisenrenten können künftig b e i Berufsausbildung auch über das 15. Lebensjahr hinaus, bei Waisen und Kindern Schwerbeschädigter bis zum 21. Lebensjahr gezahlt werden. Bei Kindern Leichtbeschädigter soll die Weiterzahlung unter gewissen Voraussetzungen b i s z u m 18. Lebensjahr ermöglicht werden. Mit dieser Aenderung ist der Zustand beseitigt, dah die Kinder selbst dann bis zum 18. Lebensjahr berücksichtigt werden, wenn sie schon in Arbeit und Verdienst stehen, und eine gewisse Angleichung an die Sozialversicherung erreicht, in der diese Angleichungen ausnahmslos mit dem 15. Lebensjahr enden. In der neuen Notverordnung ist in dem Abschnitt über die Wohlfahrtshilfe die Rede davon, daß 20 Millionen für den freiwilligen Arbeitsdienst cmfge- wandt werden sollen. Vom Reichsarbeitsministerium wird dazu mitgeteilt, daß diese 20 Millionen nicht etwa zur allgemeinen Finanzierung des freiwilligen Arbeitsdienstes dienen, sondern an die Gemeinden zum Ausgleich der Ko st en überwiesen werden sollen, die diesen für die Durchführung des freiwilligen Arbeitsdienstes bei Wohlfahrtsunterstützungsempfängern entstehen. Für das Arbeitsbeschaffungspro- g r a m in find 60 Millionen für Durchführung von Straßenbauarbeiten, 50 Millionen für I Wasser ft raßenbau und 25 Millionen für | landwirtschaftliche Meliorationen zu verausgaben. Dieser Betrag von istsgesamt 135 Millionen soll dadurch aufgebracht werden, daß die Reichsunternehmen durch AusgabevonHan. d e l s w e ch f e l n, die sie aufeinander ziehen, und die dann bei der Reichsbank diskontiert werden sollen, die notwendigen Beträge flüssig machen. Oie Städte fordern Verlängerung der Bürgersieuer. Widerspruch des Ncichsfinanzministcriums Berlin, 16. Juni. (TU.) Der Deutsche Städte- tag weist darauf Hin, daß der Fehlbetrag der deutschen städtischen Haushalte für das 3ahr 1933 die Summe von 750 Millionen Mark erreichen würde. Die Erhöhung der Reichshilfe von 230 auf 680 Millionen, also um 450 Millionen, bringe zwar eine fühlbare Erleichterung, jedoch verblieben immer noch 3 0 0 Millionen Mark, die durch Einsparungen an den Ausgabennichtaufgebracht werden könnten. Auch die Erhöhung der Einnahmen sei durch die Realsteuersperre nur in beschränktem Maße möglich, so daß aus die Bürger st euer wohl nicht vernichtet werden könne. Die Auffassung, daß die Erhebung der Bürgersteuer durch die neue Notverordnung nicht mehr möglich sei, sei nach Ansicht des Städtetages irrig, da die Entscheidung über die Weitererhebung dieser Steuer bei den Länderregie ru ngen liege. Auf die Dür- gersteuer könnten gerade die kleineren Städte nur schwer verzichten, da diese Steuer der einzige bewegliche Faktor ihrer Einnahmen sei. Dagegen wird vom Reichsfinanzministerium erneut festgestellt, daß die Bürgersteuer sich auf reichsrechtliche Grundsätze stütze und aus diesem Grunde von der Ländern nicht ohne besondere Reichsermächtigung erhoben werden darf. Die hessischen höheren Beamten zur Verufsnot des akademischen Nachwuchses. Der Landesverband Hessen des Reichsbundes der höheren Beamten beschäftigte sich, wie man uns schreibt, auf feiner letzten Bertreterversammlung auf Grund eines Referates des Anwärteroertreters eingehend mit der Frage, was zur Linderung der Not desJungakgdemikertums zu tun sei. Die Erörterung führte zu der grundsätzlichen Feststellung, daß die Not des akademischen Nachwuchses fein Bildungsproblem, sondern ein wirtschaftliches Problem ist, dessen Lösung dem Staate obliegt. Den Berufsorganisationen kommt dabei nur eine beratende Aufgabe zu. Der Staat hat die Pflicht, für den berufsbereiten Nachwuchs, den er in beamteter Eigenschaft beschäftigt und ausdrücklich als geeignet anerkannt hat, dadurch Unterbringungsmög- lichkeiten zu schaffen, daß er d i e Ueberlaftung der Beamten durch die Schaffung gesunder Arbeit sbedingungen beseitigt, alle Funktionen, die akademische Ausbildung voraus- fetzen, auch Akademikern überträgt und Kriegsteilnehmer sowie verheiratete Anwärter vor den weiblichen berücksichtigt. Vor dem verzweifelten und egoistischen Mittel einer Abriegelung der Laufbahnen durch eine völlige Sperre muß ernstlich gewarnt werden: jedoch sind einschränkende Maßnahmen wie schärf st e Auslese auf den Hochschulen und in der Berufsausbildung, Beschränkung der Zahl der in die Berufsausbildung aufzunehmenden Bewerber und Uebernahme in das Anwärterverhältnis nur nach dem Bedarf zu fordern. Für die diesen Ausleseprozeß nicht bestehenden Bewerber und für den Ueberschuß an studierender Fugend ist ein neuer Arbeitsraum bereitzustellen, der innerhalb des für die gesamte deutsche Fugend zu schaffenden neuen Lebensraumes liegt (Vermehrung des Heeres, Arbeitsjahr, Siedlung). Fn der ernsten und von tiefer Anteilnahme an der Not der Fugend getragenen Erörterung wurde immer Sozialversicherung und Arbeitslosen- fürsorge in der neuen Notverordnung. Erläuterungen des Neichsarbeiisministeret Schaeffer. Berlin, 15. Juni. (WTD.) 3m Rahmen der der Reichsregierung vorbehaltenen Rundfunkstunde sprach nach einem kurzen einleitenden Vortrag des Reichsinnenministers Freiherrn v. G a y l Reichsarbeitsminister Schaeffer über den sozialen 3nhalt der Notverordnung. Der Minister wandte sich dann den Gefahren in der Sozialversicherung zu, die zunächst von den wachsenden Deitragsverlusten kommen. Es wäre ungerecht, für diese Deitragsverluste die Versicherungsträger verantwortlich zu machen. Die Verluste stammten aus dem allgemeinen Niedergang der Wirtschaft. Die Sozialversicherung dürfte aber ihre schicksalsmähige Verbindung mit der Wirtschaft nicht vergessen. Bei Wiederaufbau der Sozialversicherung nach der 3nflation haben die Dersicherungsbenuher nicht immer das rechte Augenmaß für die wirklichen Größen- verhältnisse gehabt. Der echte Wert der Rentenversicherung bemißt sich nicht nach der Höhe der Renten. Er liegt vielmehr in der dauernden Leistungsfähigkeit der Versicherungsträger. Die notwendige Voraussetzung dafür ist, daß die Leistungen auf das rechte Maß zurückkehren. Die Notverordnung kürzt die Renten um der Sozialversicherung willen. Für den Spargedanken wird die Rückbildung bei den Leistungen sämtlicher heilsamer sein, als die Fortdauer des Mißverhältnisses zwischen Beiträgen und Leistungen. Die Sozialversicherung muß nicht bloß sozial, sie muß auch wirtschaftlich denken. Nicht weniger dringlich ist die Anpassung der Vorschriften über die Arbeitslosenhilfe an die Lage des Arbeitsmarktes. Die Regierung hat eine Durchschnittszahl von sechs Millionen Arbeitslosen ihren Berechnungen zugrundegelegt. Die Reichsregierung ist bei aller grundsätzlicher Anerkennung des Versicherungsgedankens der Heberzeugung, daß schon aus zwingenden finanziellen Gründen das fürsorgemäßige Element der Arbeitslosenhilfe heute stärker betont werden muß als bisher. Demgemäß hat sich die Regierung entschlossen, die Prüfung der Bedürftigkeit, die bisher schon in der Krisenfürsorge vorgeschrieben war, den Grundsätzen anzupassen, die hierfür in der öffentlichen Kirsorge gelten. Organisatorisch bringe die Neuregelung zwar nicht die Beseitigung der Dreiteilung, wohl aber würden die Reformen der Arbeitslosenhilfe in ihren Voraussetzungen und Leistungen weitgehend einander angeglichen. wieder betont, daß die geistige und wirtschaftliche Eingliederung der berufsbereiten Fugend in die Volksgemeinschaft eine der dringlich st en Aufgaben der heutigen Staatspolitik darstellt. Oer neue Kurs in Oldenburg Der (Sauleiter der NSDAP, zum Ministerpräsidenten vorgesehen. Hannover, 15. Juni. (WTB.) Der Olden- burgische Landtag tritt am Freitag zu seiner Er- ösfnungssikung zusammen. Die n a t i o n a l sozialistische Fraktion, die mit 24 von 46 Mandaten d i e absolute Mehrheit besitzt, hatte eine Fraktionssitzung, nach der bekanntgegeben wurde, daß die Nationalsozialisten als M i n i st e r- präsidenten für Oldenburg den Gauleiter Karl Roever Vorschlägen werden. Als Landtagspräsident wird vorgeschlagen der Abgeordnete Joel. Weiter werden die Nationalsozialisten den Antrag stellen, die Zahl der Mini st e r, die neben dem Ministerpräsidenten der Regierung angehören, von zwei aus einen herabzusetzen, so daß das künftige Ministerium nur den Ministerpräsidenten und einen Minister umfassen wird. Weiter sollen die Ministergehälter auf 12000 Mark im Jahr ermäßigt werden. Da die Verringerung der Zahl der Minister von zwei auf einen oerfos- sungsändernd ist, wird die Wahl des Ministerpräsidenten er st nächste Woche stattfinden können, lieber die Person des zweiten Ministers ist vorläufig noch nichts bekannt. Es verlautet aber, daß die Nationalsozialisten unter Umständen den gegenwärtigen Finanzminister Miller als Fachminister beibehalten werden. Kleine politische Nachrichten. 3n der für die Reichsregierung vorbehaltenen Rundfunk stunde spricht am Donnerstag um 19 Uhr der Staatssekretär im Reichsfinanzministerium Dr. Z a r den über „Die finanziellen Bestimmungen der letzten Notverordnung". Der Vortrag wird von sämtlichen deutschen Rundfunkgesellschaften übertragen. • Nach rund vierjähriger Dauer wurde der Pensionsprozeh des ehemaligen Führers der Marinebrigade Kapitän Ehrhardt gegen den Reichsfiskus endgültig zugunsten Ehrhardts entschieden. Es handelte sich für Ehrhardt darum, dem Reich das Recht abzustreiten etwaige Schadensersatzansprüche aus dem Kapp-Putsch gegen ihn geltend zu machen und gegen feine Pension aufzurechnen. * Der Reichsarbeitsmini st er legte Vertretern der Arbeiter- und Angestelltengewerkschaften den Standpunkt dar, den er in der Sozialpolitik und zu den Gewerkschaften im allgemeinen einnimmt und begründete zugleich die Notwendigkeit der sozialpolitischen Maßnahmen in der neuen Notverordnung. Darauf trugen die Vertreter der Gewerkschaften ihre Auffassungen, Besorgnisse und Wünsche vor. 3n der Aussprache bestand Uebereinstimmung darin, dah für die Vorbereitung sozialpolitischer Maßnahmen die Mitwirkung der Gewerkschaften nützlich und notwendig ist. Mit Zustimmung des Königs von Schweden verlobte sich der älteste Sohn des Kronprinzen, Prinz Gustav Adolf, mit Prinzessin S i - öylle von Sachsen-Coburg-Gotha, der Tochter des Herzogs Karl Eduard von Sachsen-Coburg-Gotha. Die Verlobung wurde im Schloß Callenberg bei Coburg bekanntgegeben. Aus aller Welt. Amerikanische Stiftungen für die Universität Göttingen. Bei der Jahresfeier der Göttinger Universität teilte Professor Dr. Riecke in dem Jahresbericht mit, daß von amerikanischer noch ungenannter Seite der Universität ein Vermögen gestiftet wurde, dessen Zinsen jährlich 100000 RM. betragen, die für d i e Krebsforschung verwandt werden müssen. Von der gleichen Seite wurde eine Summe zum Bau eines Erholungsheimes für Professoren und Studenten zur Verfügung gestellt. Die Rockefeller-Stiftung hat weiter 300 000 NM. zum Ausbau des Instituts f ü r organische Chemie zur Verfügung gestellt. Schwere Grenzverletzung in Graubünden. Italienischer Schmuggler auf schweizerischem Boden erschossen. In Castasegna (Graubünden) hat sich ein schwerer Grenzzwischenfall abgespielt. Ein italienischer Schmuggler war nach der Schweiz geflüchtet, um der Verfolgung zu entgehen. Als er auf einem Felde im Dienste eines Bauern aus Castasegna, bei dem er in Stellung getreten war, arbeitete, wurde er durch einen italienischen Grenzwächter erschossen. Der Grenzwächter rief herüber, man solle die Leiche über die Grenze schaffen. Man benachrichtigte die schweizerische Polizei; die Leiche wurde nach Casta- fegna geschafft. In dem italienischen Heimatort des Erschossenen herrscht infolge dieses Vorfalles außerordentliche Erregung, und die Polizei hat alle Mühe, die Ruhe und die Ordnung aufrechtzuerhalten. Lin rheinischer Großindustrieller mit der Jagdflinte verunglückt. Der 66jährige Geheime Kommerzienrat Max von Guilleaume, Mitinhaber der Kabelwerke Felten u. Guilleaume, Carlswerk A.-G. Köln-Mül- heim, wurde auf seinem Sommerfitz Haus Calmuth bei Remagen erschossen aus gefunden. Sein Diener, der sich in den oberen Räumen des Hauses aufhielt, hörte plötzlich einen Schuß; als er nach unten eilte, fand er feinen Herrn, den Kopf zur Seite geneigt, mit einer klaffenden Wunde am Tisch sitzend. Ein Schuß aus einer Jagdbüchse war mit solcher Wucht in die Stirn gedrungen, daß ein Teil der Schädeldecke sich abgelöft und die Fensterscheibe zertrümmert hatte. Offenbar hatte sich Herr Guilleaume mit seiner Jagdflinte beschäftigt. Er hatte kurz vorher mit seinem Förster eine Fahrt zum Anstand verabredet. Todesurteil im Vombenattentäter-Prozeh in Rom. Rom, 16. Juni. (TU.) Im Prozeß gegen die Bombenattentäter und ihre Helfershelfer, die einen Anschlag auf Mussolini geplant hatten, wurde vom Sondergericht zum Schutze des Staates am Mittwoch gegen 23.30 Uhr das Urteil gefällt. Der Hauptattentäter, der 29jährige Kaufmann B o - w o n e, wurde gemäß dem Antrag des Staatsanwalts zum Tode verurteilt. Sechs Angeklagte, darunter die österreichische Tänzerin Mar- aarete Blaha, wurden zu je 3 0 Iahren und zwei Angeklagte zu je zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Ein Schuß in der Belgischen Sammer. Als die Belgische Kammer am Mittwochnachmit- tag gerade ihre Sitzung begonnen hatte, gab ein Tribünenbesucher von der zweiten Galerie herab einen Schuß ab. Das Geschoß streifte den unteren Westenknopf des sozialdemokratischen Abgeordneten ilytfoever. Der Täter, der sofort von der Hauswache gestellt wurde, ist ein früherer städtischer Arbeiter, der nach dem Kriege entlassen wurde. Man hält ihn für g e i st e s g e st ö r k. Der Täter wollte sich an dem Äbgeordneten Uhtfoever rächen weil er glaubte, dieser habe sich in seiner Eigenschaft als Sekretär des betreffenden Arbeiter- shndikats seiner Interessen bei der Entlassung nicht genügend angenommen. 10 Wohnhäuser niedergebrannt. 3n Rappelsdorf (Schleusingenland) brach ein Schadenfeuer aus bisher noch unbekannter Ursache in der Scheune des Besitzers Karl Zentgraf aus. Der Brand griff bei dem herrschenden Winde schnell um sich. Bald standen 10 Wohnhäuser, mehrere Stallungen und 9 Scheunen in Hellen Flammen. Sämtliche Gebäude wurden trotz schnellem Eintreffen der Feuerwehren aus der ganzen Umgebung inSchuttund Aschegelegt. 7 Spritzen waren an der Bekämpfung des Feuers beteiligt; lebendes und totes Inventar ist in den Flammen umgekommen. 14 Familien sind obdachlos geworden. Drei Schüler beim Baden ertrunken. Drei Schüler im Alter von 11—13 3ahren hatten trotz ausdrücklichen Verbots in der Nähe von Lille in der Lhs gebadet, als sie plötzlich von der Strömung fortgerissen wurden. Trotz sofortiger Hilfe gelang es nicht die Knaben zu retten, da die Strömung zu stark war. 3n den Abendstunden gelang es, die Leichen der Knaben zu bergen. 21. Deutscher Feuerwehrtag irt Karlsruhe. Als äußere Dokumentierung der Idee der Hilfsbereitschaft in den deutschen Feuerwehren findet im Rahmen des 21. Deutschen Feuerwehrtages in Karls- ruhe am Sonntag, 7. August, ein großer Fe st z u g der deutschen Feuerwehren durch die Hauptstraßen der badischen Landeshauptstadt statt; er wird durch die Beteiligung mehrerer Kompanien der rühm- reichen Bürgerwehren, die als Vorgängerinnen der freiwilligen Feuerwehren im badischen Lande zu betrachten sind, in ihren schmucken Uniformen sowie durch die Mitwirkung der Reitervereine der Hardt ein besonderes Gepräge erhalten. Namentlich aus den. Schwarzwald und dem Kraichgau werden sich Bürgerwehren am Zuge beteiligen. Den Zug wird eine Abteilung berittener Polizei eröffnen. Ihr folgen drei Kompanien Bürgermilizen, dann Reitervereine, die zum Teil auf die übrigen Zugabschnitte verteilt werden. Den Hauptteil bilden die Massen der nach Verbänden gruppierten deutschen Feuerwehren zwischen denen die zahlreichen Feuerwehrkapellen in bestimmten Abständen eingestreut sind. Der sehr stattliche Festzug wird in der Kaiserallee am Mühlburger Tor und in den dortigen Seitenstraßen aufgestellt. Der etwa fünf Kilometer lange Zugsweg führt durch die Kaiserstraße bis zum Durlacher Tor, sodann zurück über den Marktplatz durch die Karl-Friedrich-, Ettlinger-, Baumeister-, Wilhelm- und Schützenstraße zum Stresemannplatz; in der Beiertheimer Allee wird er aufgelöst werden. Sobald die Spitze des Zugs am Rathaus (Marktplatz), woselbst ihn die Ehrengäste erwarten, angelangt ist, wird er zum Gedächtnis der Gefallenen des Weltkrieges zwei Minu- ten stillstehen. Im Zuge wird auch eine historische Gruppe, die Dillinger Feuerwehr vor 100 Jahren, mitmarschieren. Schweres Schadenfeuer. 3n dem in Krauchenwies (Hohenzollern) an der Bahnlinie Konstanz—Sigmaringen gelegenen Dampfsägewerk der Firma Ettlinger & Weber in Mannheim entstand ein großes Schadenfeuer. Als Brandursache ist einwandfrei Brandstiftung festgestellt worden.Das Feuer brach gleichzeitig an zwei verschiedenen Stellen des Werkes aus. Das Schnittholzlager von etwa 9000 Kubikmeter ist völlig eingeäschert. Ebenso sind das Maschinenhaus und der Teerraum dem Brand zum Opfer gefallen. Der Gesamtschaden beträgt mindestens eine halbe Million Mark. Die Wohn- und Verwaltungsgebäude sowie das eigentliche Sägewerk und das Bündelholzlager konnten gerettet werden, weil es gelang, den dortigen Brandhe.rd im Keim zu ersticken. Die Löscharbeiten wurden dadurch behindert, daß zunächst das Wasser^a-us der etwa 500 Meter entfernten Alach herausgepumpt werden mußte. 3nzwischen hatte sich eine so ungeheure Hitze entwickelt, daß es nicht gelang, weit genug an den Brandherd heranzukommen. 3n- folge der Vernichtung des Maschinenhauses ist der ganze Betrieb lahmgelegt, und die 65 zum größten Teil verheirateten Arbeiter müssen feiern. Tagung des Deutschen Müllerbundes. Der Deutsche Müllerbund, Sitz Leipzig, hielt seinen diesjährigen Bundestag in Meißen an der Elbe ab. Die Tagung wurde eingeleitet durch eine gemeinsame Sitzung des Vorstands und Verwaltungsrats, in der insbesondere die Feuer- und Haftpflicht-Versicherung, die Reform der Unfall- Versicherung und der Kreditschutz der Mitglieder zur Verhandlung kamen. 3n der Mitglieder-Der- fammlung trug Direktor Wohlfarth den Geschäftsbericht und Obermeister Clauß die 3ahresrechnung vor. Die Tagung 1933 soll in Würzburg abgehalten werden. Auf der Hauptversammlung konnte Vorsitzender Lüttgerding eine stattliche Anzahl von Ehrengästen begrüßen, u. a. Vertreter des Sächsischen Wirtschaftsministeriums, des Deutschen Landwirtschaftsrats, der sächsischen Gewerbekammern, des Landbundes, des Däckerinnungsverban- des Saxonia usw. Direktor Wohlfarth sprach über „Die wirtschaftliche Lage der Müllerei" und Gewerbe-Oberstudienrat Dr.-3ng. Eckardt von der Deutschen Müllerschule in Dippoldiswalde über: „Die Güte des Mehles, ihre Bewertung und Beeinflussung". Eine Entschließung über wirtschaftspolitische Forderungen des Kleinmühlen-Eewerbes fand einstimmige Annahme. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 16. 3uni 1932. Vogelschutz auch im Gommer. Wohl mancher Leser wird die Forderung, daß der Vogelschutz auch im Sommer notwendig ist, mit Kopfschütteln abtun, zumal es ja leider noch Menschen gibt, die von der Notwendigkeit des Vogelschutzes im Winter nicht voll überzeugt sind und höchstens sich zu einer zeitweiligen Fütterung bet großer Kälte verstehen. Gewiß wird es keinem Vogelfreunde einfallen, etwa eine Fütterung anzuregen, der Tisch ist ja für untere lieben Sänger überreich gedeckt. Etwas anderes ist es schon, in Gegenden, wo es an fließendem Gewässer mangelt, der Durstnot zu gedenken. Die Vogelwelt hat das Bedürfnis, bei großer Hitze tagsüber mehrfach mit Waffertrunk sich zu laben und sich auch zu baden. Wer hätte sich nicht schon gefreut, wenn ein Buchfink im dünn fließenden Rinnsale sich „pubbeit", babei mit ben Flügeln schlägt, unb bas zarte Feberkleib mit bem Schnabel reinigt! Es ist erfreulich, baß bie moderns Gartenarchitektur dem Wafferbedürfnis der Vögel Rechnung trägt durch Errichtung von flachen Planschbecken, Freilandaguarien und künstlichen Kleinteichen. Und wenn auch hierbei der Gedanke der Vogelpflege nicht Hauptzweck ist, so ist er doch bei der Anlage mitbestimmend. Jedermann, der über ein Gärtchen verfügt, kann sich aber auch für die gefieberten Lieblinge einen künstlichen Trink- unb Babeplatz selbst Herstellen. Ein großer Blumentopfuntersatz, auch eine flache Schüssel mit abgerundetem, nicht scharfem Rande auf ben Boben gestellt, ober erbgieich eingegraben, unb mit Wasser gefüllt, erfüllen schon den Zweck. Sie werden auch gern aufgesucht. Damit gute Sicht gegen heranschleichende Katzen vorhanden ist, sollen Beerensträucher und Buschwerk nicht in der Nähe sein. Gerade die Jugend wird durch eine solche einfache Anlage ^um Beobachten des geschäftigen Tuns und des vorsichtigen Handelns der Vögel angeregt. Gestern noch konnte sich der Gartenliebhaber an der sorgenden Mutterliebe eines Buchfinkenpaares erfreuen, das feine fünfköpfige Kinderschar im kunstvollen Nest auf der Verknorrung eines starken Astes des Apfelbaumes soweit groß gebracht hatte, daß in den ersten Tagen der Ausflug der Gelbschnäbel zu erwarten war. Heute schon ist das Nest leer, die Alten fliegen suchend die Nachbarschaft ab. Eine strolchende Katze hat das schöne Elternglück zerstört! Ein stachelbewehrter Baumring, ähnlich der Schutzvorrichtung an den eisernen Masten des Ueberland- werkes, hätte das Unglück verhindert. Ja, einige Meter Stacheldraht, mehrfach sperrig um den untersten Astquirl gewickelt, ober auch ein Kranz aus Dornen, hätten schon genügenbe Abwehr gebilbet. Alle Katzen, auch bie beftgenäfjrtefte unb wohlgepflegte Hausmietze, hat bissen Raubtrieb in sich, unb man muß den Nestern der Fliegenschnäpper, Buchfinken, Rotschwänzchen und Goldammern in Hausgärten besonderes Augenmerk angedeihcn lassen. Ein noch schlimmerer Feind ist — der Mensch. Zuchtlose Kinder heben oft die Gelege der Freibrüter aus, um sich eine Eiersammlung anzulegen, oft auch aus reiner Zerstörungswut. Da selbst vorschriftsmäßig ausgeblasene Eier bald in ihrer Farbe verblassen, leistet eine gute Abbildung weit bessere Dienste. Das Ausheben fast flügger Zungen (Distelfinke, Hänflinge) endet fast immer mit einem Mißerfolg. Deshalb ist auch das Auffüttern von 3ungvögeln, die aus dem Nest gefallen sind, meistens ein erfolgloses Beginnen. Versucht man die Fürwitze wieder in ihr Heim zu bringen, so wird gewöhnlich das Unheil noch vergrößert, weil noch mehrere dann in ihrer Angst über den Nestrand flattern. Ist man von vornherein au der lieber- Zeugung gelangt, daß man nicht imstande ist, ein halbflügges Vögelchen großzuziehen, so töte man es durch einen Schlag auf den Kopf. Ä Feuer. LU heftens &M? * dadurch A ‘Fkroy jJ9 ** '[Wtumbt ^*8 nS!ontmt^ 3n! ua chinenhauk» j, ? und die 65 nn ^ütrbunbti ?Ä« «sas ft die Feuer- und ?°nn der Unfall. >uh der Slitgliebtt «W*SS arthdentzeiWit. Jahrerrechnung Durzburg abaeha? «rfammfung formte ältliche Anzahl La- ‘Vertreter der 'UA fa Dcuischen il^cn Eeiverbekam- laerimiungsverbm- Zsorth sprach über Müllerei" und Ge- I- ßdarbl von der dPoldiSwalde über: belvertung und De- ug über loirtschaftS- inmühsen-Teloeiber föaupfMt >en 16. Juni 1931 i Sommer. Forderung, daß der notwendig ist, mü ja leider noch Men- :ndigkeit der Bogel- überzeugt sind und igen Fütterung bei ^freunde einsallen, der Tisch ist ja für ich gedeckt. Etwas chen, wo es an slie- ier Sutilnol ju ge- > Bedürsnis, bei gro- mit Wasjertrunk sich jben. Wer hätte sich i Buchsink im dünn dell", dabei mil den > Federkleid mit dem sich, daß die moderne bedürsnis der Bogel chlung von stachen ien und künstlichen hierbei der Wanke -eck ist, io ist " doch nd. Jedermann, der „n sich aber auch sur en künstlichen Trink- rfflb auch eine slache KN-« n«-11 erdglcich einsegr°d-n, len schon den 3®.c°: cht- Damit gu e o'ch i vorhanden .st, I°l schwerk nicht 'N de Md wird durch «ne cobadjtcn des S'st^i igen Adelns * ■.SÄ «SÄ W:- /«“‘yfferW 9't?n h« Ueberland- ^st^ des " einige erh'nder^ un|(r- sperrig u" aU$ in * » »St* d-l J! &*.-**■ tat Ven'ch. nd W7., her 3^’* die anzulegen- in th«. W ziehen- I Eines immerwährenden Schutzes bedürfen die Bogel, die durch die Kultur immer mehr zurückgedrängt werden. Es sind die» die äutzerft selten ge- wordene Blaurake, das überaus nützliche Blaukehlchen und der leider oft noch wegen seine» geringen Schadens verfolgte, im Prachtgefieder glanzcnoe Eisvogel. Bw. £if(en(5onntt)endfeier auf dem Hoherodslopf. Die au- dem heutigen Anzeigenteil eriichtlich ist, findet die Sonnwendfeierde rRSDAP auf dem HoherodSkopf, in deren Verlauf Adolf Hitler zu den Besuchern sprechen wird, am kommenden Sam-tag in der Zeit von 17 bis 20 Uhr statt. DaS Postamt Sieben hat zum Besuche dieser Veranstaltung von Sieben au« KraftomnibuS-Sonderfahrten vorgesehen, die um 14 Uhr vom Hauptpostamt und um 14,10 Uhr vom LudwigSplatz auS nach dem Hohe- rodSkopf abaehen werden. Die Omnibusse sind natürlich auch für die Rückfahrt nach Sieben vorgesehen RähereS in der heutigen Anzeige- Klagelied über den Roller. Der kennt da- Ding nicht, mit dem die Buben Und Mädchen tagtäglich sich abtollen? Auf Streben und auf Bürgersteigen Mit Poltern unS entgegenrollen Der rechte Fuh steht auf dem Brette, Der linke .stumpf' mit Kraft die Erde, ES gibt ein Rennen um die Wette Mit dem Fahrrad und dem Pferde. Die Fahrt wird immer ungestümer, SS gibt kein Stoppen und kein Halten, Selbst wenn sie auf die .Publikümer" Oft nach schärfstem Endspurt prallten. Gefürchtet ist deshalb da- Rollen Bei allen biederen „Sieffer Bergern", Weil sie nicht umgerannt sein wollen Und weil sie sich nicht krank woll'n ärgern. .Gewitterkeil" flucht ein Schustermeister, Dem endlich die Seduld geriffen. Weil ihn ein LauSbub, so ein dreister Mit dem Roller beinah' umgeschmissen. .Weil bei dieser tollen Rollerhetze Der Kuckuck soll sie heut' noch swle, Sich nor die linke Schuh' abwehe Krieg einen ich nor zum Besohle." H.E. Meine Daunendecke. Weil meine Daunendecke mir zu kurz ist, hab ich beim Schlafen immer das Gefühl, daß sie im besten Falle nur ein Schurz ist, und irgendwo ist eS dann immer kühl. Seh ich zu Bett, so zieh ich meine Decke biS an das Kinn. So ist eS stets geschehn. Och schlafe ein. — Erwache und erschrecke, denn unten kann ich meine Zehen sehn. Och fah die Decke bann mit meinen Zehen und deck die Zehen durch die Zehen zu. Och denke mir, so wird eS jetzt wohl gehen, und lege mich erneut zu kurzer Ruh. Och seh im Traum jeht weihe Blütenbäume und treibe selig durch die Lüfte hin; doch ein Gefühl stört plötzlich meine Träume: Och wache auf, mich friert eS jetzt am Kinn. Och denke nach. Soll ich der Decke Ränder an meinen Zehen, ebenfalls am HalS befestigen durch starke Summibänbcr? DaS wäre noch ein AuSweg allenfalls. Doch reibt ein Banb und schnellt mir an die Sohlen, dieweil ich schlaf, so schrecke ich zur Höh unb benk vielleicht, man schiebt hier mit Pistolen! Unb bennoch sriert'S mich an ber groben Zeh. Och schlafe toieber ein. Genau gemessen bedeckt die Decke Zehen mir unb Kinn. Och träume süß. Ein kalter Hauch inbeffen streicht wieder über meine Zehen hin. Und wieder zieh ich meine Daunendecke mit meinen Zehen zehenwärtS unb glatt, unb weih jetzt endlich auch, zu welchem Zwecke ber Mensch an seinen Füßen Zehen hat! Puck. Oie Berufsberatung beim Arbeitsamt Gießen. Die Berufsberatung wurde itft Berichtsmonat Mai -ron 178 Ratsuchenden (137 männlichen, 41 weid- ji^en) mit verschiedenster Schulbildung in Anspruch ■genommen. Der größte Prozentsatz derselben stand Dieberum völlig unentschlossen vor der Berufswahl. Diese Unentschlossenheit war in manchen Fällen in- ■folge der unsicheren Wirtschaftsverhältnisse so groß, Laß sich eine bestimmte Berufsentscheidung, der man keineswegs aus dem Wege gehen wollte, kaum her- »eiführen ließ. Die starke Einschränkung der Berufs- vahl durch den schlechten Gesundheitszustand lieler Jugendlicher erschwert die rechte Berussent- scheidung noch im besonderen Maße. Auf andere lieber wirkt die augenblickliche Berufslage gerade im umgekehrten Sinn, sie überlegen überhaupt nicht mehr und sind geneigt, jeden Derufsrat und jede sich bietende Lehrstelle anzunehmen, nur um unter- zukommen. Die männlichen Besucher äußerten 32, die weiblichen 7 verschiedene Berufswünsche. Am begehrtesten □aren die kaufmännischen Berufe, dann folgten die Berufe des Metzgers. Bäckers, Schuhmachers, der Schneiderin und Hausgehilfin. Auffallend ist, daß außer den kaufmännischen Berufen (die schlechtweg, besonders auf dem Lande, als „bessere" Berufe gelten, als wenn nicht jeder Berus, in dem man Züchtigeres zu leisten vermag, der eigenllich bessere ■ei) die sonst üblichen Modeberufe wie Elektriker, !lutojchlosier, Friseur etwas in den Hintergrund :reten. Berufe, in denen die Lehrlinge Kost und Wohnung erhalten, sind zeitgemäßer geworden. Das Schnellgerichts-Verfahren. 3m Anschluß an den Berscht in Rr. 132 beS .Siebener Anzeiger" mit ber Ueberschnft .Schnellgericht wegen SttahenschmierenS' wirb uns geschrieben: Die prvpaganb.stischen Oclsarbcninschristen zierten erst wenige Stunden baS Sttahenvllaster alS die vier Täter schon ermittelt waren, und wieder wenige Ltunben danach waren fie schon durch den Schnellrichter verurteilt. E- ist bieS ein typisches Beispiel für ein Schnellgerichtsverfahren besten Wesen aber nicht selten verkannt wirb. On Laienkreisen herrscht vielfach bie irrige Meinung, bie ber Verhandlung zugrunde liegenden Vorgänge, namentlich solche politischer Art. würden in bewegten Zeiten bei den Gerichten durchgepeitscht, um baldmöglichst zu einem Urteil zu kommen und bie rasch« Sühne der Straftat der Allgemeinheit alS abschreckenbcS Beispiel vor Augen zu führen. DaS trifft durchaus nicht zu. Die Hauptverhanblungen unterscheiden sich. waS Sründlichkeit und Tempo anlangen, durch nichts von denjenigen im ordentlichen Verfahren. Sie fallen, legt man besonderes Gewicht auf den Rarnen. auS dem Schncllgerichtsveriahren heraus, oder bilden nur da« letzte Glied desselben. Vollauf zutreffend ist der Rame nur für die Zeit von dem Abschluß der Ermittelungen an biS zu der Hauptverhandlung. 3n diesen Zeitraum fällt eine ganze Reihe wichtiger Prv^esthandlungen die weit über den Gang beS gewöhnlichen Verfahrens hinaus von ben Gerichten unb den Staatsanwaltschaften wesentlich beschleunigt werben können, DaS Oustizmini- sterium hat diesen Behörden bestimmte Richtlinien gegeben, um diese Möglichkeit, insbesondere bei politischen Strafprozessen, in der au-giebigsten Weise auSzunutzen. selbstverständlich stet- im Rahmen der Gesetze. Auch der § 212 der RcichS- strasprvzeßordnung (Hauptverhandlung ohne schriftlich erhobene Anklage und ohne Entscheidung über die Eröffnung deS Hauptverfahrens unter gewissen Voraussetzungen) gibt eine Handhabe dafür, die einschlägigen Strafsachen zu einer beschleunigten Aburteilung zu bringen. Dazu kommt, daß durch die Verordnung deS Herrn Reich-Präsidenten vom 18. März 1931 für die Anwendung der genannten Gesetzesstelle ein erheblich erweiterter Spielraum geschaffen worden ist. Der Angeklagte kann, wie die- schon oben angedeutet wurde, in ber Hauptverhandlung alle Rechte, bie ihm versallungsmäßig und auf Grund der ReichSstrafprozeßordnung zustehen, ausüben. Seine Verteidigung darf unter keinen Umständen beschränkt werden. Er darf sich eines Verteidigers bedienen unb sachdienliche Anträge stellen, auch zwecks restloser Klärung ber Sache solche auf Vertagung. Der Richter muß auf diese eine Entscheidung fällen. Daß er auch alle zur Entlastung des Angeklagten dienende Momente berücksichtigt, ist eine Selbstverständlichkeit; ebenso selbstverständlich ist es. daß er auch von Amt-wegen bie Verhandlung, etwa zwecks Herbeischaffung weiterer Beweismittel, vertagen kann, all’ da- auf die Gefahr hin, daß durch die AuSsehung ber Verhandlung zunächst ein Stillstand deS Schnellgericht-verfahren- eintritt unb dieses in daS ordentliche Verfahren über geleitet wird. Kaum einer Erwägung wird e- bebürfen, daß der Der- urteilte alle »hm gesetzlich zu stehenden Rechtsmittel gegen die Gericht-erkenntni sfe einzulegen befugt ist. Orrtümlich ist auch die Annahme, die Angeklagten ständen im allgemeinen dem Schnellrichter mißtrauisch gegenüber. TaS Gegenteil kann Wohl behauptet werden. Die Mehrzahl der in Betracht kommenden Angeklagten haben ollensichtlich Verständnis für ein möglichst rasch gegen sie durch- zuführendeS Strafverfahren. Sie wünschen geradezu eine schnelle Erledigung ihrer Strafsache, um baldigst Gewißheit über bie Folgen ihrer Straftat zu erhalten unb von ber Polizei- bzw. Untersuchungshaft, falls eine solche emgetreten ist. verschont zu werben. Oeber Polizeibearnte, ber bei Festnahmen ober ben ersten Ermittelungen tätig war, wird die- bestätigen tonnen. Allerdings farm eS auch vorkommen, daß der eine ober ber anbete Angeklagte sich bet einem derartigen Wunsch von dem Gedanken leiten läßt, auf diese Weise würden die Rachforschungen nach seinen persönlichen Verhältnissen, nach feinem Vorleben und namentlich nach seinen Vorstrafen mindestens erschwert werden. DaS mag vielleicht äu einem kleinen Teile in manchen Fällen richtig fein; hinsichtlich seiner Vorst raf en irrt er aber gewiß, denn diese pflegen in allen Fällen vor der Haupt- verhandlung eingeholt zu werden, evtl, mit Hilfe des Telephons, oder des Telegraphen, Atoci Verkehrsmittel, die im Schnellgerichtsverfahren eine sehr beachtliche Rolle spielen. DaS Straf Vollzugs verfahren wird nicht zu dem Schnelligkeitsverfahren gerechnet werden können, wenn auch für dieses von dem 3uftiAmini- fterium ebenfalls Richtlinien gegeben sind, dahingehend, bah namentlich bei QJerurteilungcn wegen politischer Vergehen unb hier inSbesonbere bei Zusammenstößen politischer Art, ber Strafvollzug unverzüglich unb ohne RücksichtSnahmen duvchgesührt und eine Vergünstigung, z. B. ein bedingter Strafaufschub, nur ausnahmsweise dem Verurteilten gewährt werden soll. Abschließend fei gesagt, daß die Einrichtung ber Schnellgerichte sich bis jetzt im Dolksstaat Hessen im allgemeinen bewährt hat. Bel einer Anzahl von Ratsuchenden war vor der endgültigen Beratung noch eine ärztliche bzw. psychologische Eignungsuntersuchung notwendig. An eine Reihe von Arbeitgebern mußten einzustellende Lehrlinge auf ihre voraussichtliche Berufseignung be. gutachtet werden. Reuangemeldct wurden 2Ö offene Lehrstellen (16 für Knaben 4 für Mädchen), 20 Zuaendliche (16 Knaben, 4 Mädchen) konnten In Lehrstellen vermittelt werden. — In den Außenbezirkssprechstunden fanden 42 Beratungen und 6 Lehrstellenvermittlungen statt. Bornotrzen. — Tageskalender für Donnerstag: nationale Einheitsliste, 20.30 Uhr, Eaf6 Leib, Wahl-Kundgebung. — Oberhessische Sesellschaft für Qlatur- und Heilkunde, Raturwissenschaftliche Abteilung, 20.15 Uhr, Hörsaal des Geologischen Instituts, Sitzung; Lichtbilder-Vortrag von Oberbergrat Dr. h. c. Köbrich über „Geologie und Raturschutz", anschließend Mitteilung von Prof. Henneberg über „Die Wollhandkrabbe im Lahngebiet?" — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Hort". — Das Lichtspielhaus Gießen gibt ab heute, Donnerstag, nochmals den vaterländischen Tonfilm „V ort" mit Werner Krauß, dem größten deutschen Schauspieler, in der Hauptrolle Von höchstem künstlerischen Wollen beseelt, hat die Ufa alle nur erdenklichen künstlerischen und technischen Mittel aufgeboten, um den Film „Vork" unter möglichster Wahrung des historischen Geschehens als ein beispielloses Werk erstehen zu lassen. Oeder Deutsche muh diesen Film sehen. (Siehe heutige Anzeige.) • •• Vom städtischen Bebauungsplan. On einer D kanntmachung im heutigen Anzeigenteil teilt die Stadtverwaltung mit, daß der Stadtrat den Bebauungsplan über das Gebiet zwischen dem Alten Friedhof und der Bahnlinie Gießen —Gelnhausen unb einer entsprechenden Ortsbausatzung zugestimmt hat. Osienlegungs- und Einspruchsfrist vom 23. Ouni biS 9. 3ulL Räheres in der Bekanntmachung. •• Vermietung ber Warktlauben Die Stadtverwaltung schreibt in unserem h utigen Anzeigenteil bie Reuvermietung der Marktlauben für die Zeit vom l.Ouli 1932 bis 33. Ouni 1933 aus Interessenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen. •• EineRachtragsordnung zur Vergnügungssteuer liegt im Stadthaus Bergstraße vom 17. Ouni ab auf eine Woche zur Einsicht offen. Räheres in der Anzeige. ,e Wertsachen in denBadeanstalten a b g e be n! Bei der Kriminalpolizei sind in ben letzten Tagen Anzeigen über Dicb'tähle in Badeanstalten eingelaufen. Die Polizei empfiehlt allen Badenden dringend, die Wertsachen an den Schaltern der Badeanstalten zur Aufbewahrung abzugeben. um dadurch mit Sicherheit vor Verlusten bewahrt zu bleiben. •• Roheitsakt am Schulhaus in den Eichgärten. Der heutige Polizeibericht meldet: On der letzten Rächt wurden an dem Schulhaus- bau in den Eichgärten sieben große Fensterscheiben von unbekannten Tätern eingeschlagen. Der Sachschaden ist erheblich. Ueber den oder die Täter ist bisher noch nichts bekannt. ** Was i st Anthroposophie? Im Härsaal 45 der Universität sprach gestern abend Dr. Leiste- Magdeburg über bas Thema „Was ist Anthroposophie?" Seinen Ausführungen sei folgendes entnommen: Anthroposophie sei das Wissen um den leiblichen, seelischen und um den geistigen Men- schen. Sie wolle den Menschen aber nicht von ber Religion, von der Kunst oder allein von der Wissenschaft her sehen. Steiner habe sie als Geisteswissenschaft gewollt. Die Frage sei allerdings, wie sich die Anthroposophie in die Wissenschaft hineinstelle. Kon- tret wisse die Wissenschaft nur vom leiblichen Menschen. Aus der Naturwissenschaft heraus könne man auch nur das Leibliche erkennen, das Leben als solches verschließe sich dem Blick. Die Lebenskraft an sich könne man nicht sehen, lediglich ihre Wirkungen seien sichtbar. Die Psychologie wünsche die Zusammenhänge näher zu erkennen. Das wissen- schaftliche Ergebnis müsse aber als noch sehr gering betrachtet werden. Man müsse versuchen, konkrete Antworten zu geben auf die Frage nach dem Wesen der Existenz des „Ichs". Rudolf Steiner, der Be- gründer der Anthroposophie, sei der Meinung, daß eine organische Weiterbildung der Naturwissenschaft zu Erkenntnissen führen müsse. Er habe sich in der Verfolgung dessen an eine geistige Wirklichkeit herangearbeitet, die er von der Mathematik her als zu schaffen für möalich halte. Gleichzeitig habe er den Begriff der „Intuition" am Mathematischen entwickelt. Das Resultat feines geistigen Experimentierens sei die geistige Erfahrung. Erkenntniste könnten nur durch Intuition errungen werden. Die Intuition sei also ein Organ des Geistigen. In der Folge habe sich deshalb Steiner gegen Kant und für Goethe entschieden. An Goethe zog ihn weniger der Dichter (den er verehrte), als der Naturwissenschaftler an. Dabei aber weniger wiederum seine naturwisienschaftlichen Erkennisse, als seine Art der naturwissenschaftlichen Betrachtung. Goethe sage, es müßten des Leibes Augen mit des Geistes Augen in lebendigem Bunde wirken. Das sei noch Rudolf Steiner „Imagination" zu nennen, die er zu exakter Imagination entwickelt habe und die ihm reale Ge.sterkcnntnis geworden ist. Die Philosophie Steiner sei eine Auswertung Goethescher Denkpraxis. Er habe eine Erkenntnistheorie des imaginativen Bewußtseins geschaffen. Dieses imaginative Bewußtsein sich zu erringen, sei schwierigste Aufgabe der neueren Kultur. Die Imagination lasse nicht nur eine Auswertung der leiblichen Funktio- nen, sondern auch der seelisch geistigen zu. So führe die Anthroposophie auf dem Wege der moralischen Bewußtseinsänderung von der allgemeinen Wissenschaft ab. Es sei die Werbung bes geistigen Men- schen. Anthroposophie wolle keine Religion sein, sie streife nur bie Religion, denn das Ehristentum rücke im Lichte ber Anthroposophie in bie Sphäre ber Erkenntnis da, wo es sich bisher als Glaube bargetan habe. Die Glaubenselemente, bie Realitäten bes Christentums würben faßbar werben. Die Antropo- fopbie fei fo wahre Schicksalswisienfchaft. Der Vortrag wurde von ben Zuhörern nui gespannter Aufmerksamkeit verfolgt •• Versammlung der Gießener Fuhrunternehmer. Man berichtet unS über eine Versammlung der Fuhrunternehmer unserer Stadt folgendes: Die Gießener Sufrruntcmebmcc hielten dieser Sage in ihrem Versammlungslokal eine gut betuchte Versammlung ab. Dabei kam insbesondere die Konkurrenz des städtischen Auto- suhrparkeS zur Sprache, die nicht nur ein altes Gewerbe vernichte sondern auch die Gießener Steuerzahler erheblich schädige, da die Unterhaltung des ftädttschen Fuhrbetriebes weit teurer sei, als daS private Fuhrgewerbe. Dieselbe Arbeit, die z. B heute die drei Müllautos mit einem Anlagekapital von etwa 120 003 Mark und einem großen Aufwand an Zinsendienst, Amortisation, Reparaturkosten, Bedienung, Betriebsstoff usw. leisten, könnten 4 biS 5 Pferde vollbringen unter einem Aufwand von etwa nur einem Viertel der genannten Summe Daß die städtische Mull- abfuhrgedühr dann gaiu wesentlich zu senken möglich sei, liege auf der Hand. Die jährlichen Ausschreibungen der städtischen Fuhrleistungen würden eigentlich nur der Form halber getätigt, denn den größten und besseren Teil der Fuhrleistungen lasse die Stadtverwaltung doch durch ihren eigenen Fuhrpark auSsühren. Daß diese jährlichen Ausschreibungen der Fuhrleistungen nur der Form halber erfolgen, gehe schon daraus hervor, daß die diesjährigen Akkordanten die bereits schon ein Vierteljahr daS Fuhrwerk an Hand haben, bis heute noch keinen Vertrag unterschrieben hätten. Es wurde ferner festgestellt daß bereits grobe Städte der wirtschaftlichen Rotlage Rechnung getragen und ihren Fuhrpark eingeschränkt. oder ganz eingestellt haben. Die weit d^ S FuhrmannS- gewerbe in Gießen — nicht ohne die Schuld der Stadtverwaltung — bereits geschädigt wurde, beweise die Tatsache, daß die Fuhrwerksbesitzer nicht mehr in der Lage seien, ihre Steuern zu bezahlen. Einige der Fuhrunternehmer haben sogar bereits das Wohlfahrtsamt in Anspruch nehmen müssen, nur um ihr Leben fristen zu können. Da eS nicht nur im Interesse der FuhnverkSbesiher sein könne, sondern auch im Interesse deS Handwerks und sonstiger Steuerzahler liege, daß Abhilfe geschaffen wird, wurde einstimmig beschlossen, demnächst eine öffentliche Protcstversammlung abzuhalten. Hauptversammlung des Kreisrinder- zuchtvereinS für hessisches Fleckvieh. • Li ch, 15. Ouni. Unter dem Vorsitz von Bürgermeister Müller- Ober-Hörgern fand hier dieHauptversammlungdcSKrei»- ri n de rz u ch t ve re i n S für hesfifche» Fleckvieh im Kreise Gießen statt. Geschäftsbericht und Rechnungsablage für 1931 zeigten einen günstigen Stand. Die Mitgliederzahl betrug am 1. Januar 1932 61 Gemeinden und 400 Einzelmitglieder mit 720 Herdbuchtieren. Der Verein ist gegen das Vorjahr auf seiner Höhe geblieben. Von den korporativen Mitgliedern ist bie Gemeinde Hattenrod ausgetreten. 3n 1931 wurden 191 Tiere neu angelört. 24 Mitglieder wurden neu auf genommen, dagegen sind 21 Mitglieder ausgeschieden und 182 Tiere geschlachtet bzw afcgefd)afft worden. AIS Zuschuß für di« Milchleistungsprüfung wurde ein Betrag von 40- Mark an den Landwirtschaftskammer-AuS- schuß abgeführt. Geschäftsführer B ü ch S l e r erstattete die Oahresrechnung; die Einnahmen betrugen 2319 Mark, di« Ausgaben 1318 Mark, das Vermögen des Kreisvereins zeigt 3768 Mark. Der Voranschlag für 1932 wurde mit 1409 Mark in Einnahme und Ausgabe angenommen. Für Stallschauen, di« Anfang Juli im Bezirk Lich durchgeführt werden sollen, wurden 300 Mark, für eine Buttenhalteprämiierung 110 Mark eingestellt. Bei der Beratung des Voranschlags toutbe der Mitgliederbeittag um ein Fünftel gegen 1931 gesenkt. Der Direktor des staatlichen Q3eterinät-Unter< suchungsamtes Gießen, Oberveterinärrat Dr. R o ß k o p s, gab sodann in einem Vortrag über „Freiwillige Tuberkulosebekämpfung" lehrreiche Aufschlüsse. Den Bericht über die DLG.-Ausstellung in ' Mannheim erstattete Oberlandwirtschaftsrat Dr. W aa ne r-Gießen. Wenn auch das Fleckvieh, so führte er u. a. aus, nicht übermäßig stark vertreten war, so bedeutete Mannheim doch einen Erfolg dieser Rasse. Gegen Stuttgart 1926 hab« sich der Typ des Fleckviehs wesentlich wirtschaftlicher gestaltet. In bezug auf Körperbau unb Milchleistung seien bedeutende Qkrbefferungen festgestellt worden. Unter Punkt Verschiedenes wurde angeregt, dah daS Ompfferum billiger geliefert werden solle. Wettervoraussage. Weiterhin hält ber skanbinaoische Hochbruckeinfluß ftanb, so baß seine ausfließcnden ßuftmaffen zur Fortbauer ber herrschenden Wetterlage führen. Borhersage für Freitag: heiter, warm unb trocken. Lufttemperaturen am 15. Juni: mittags 23,4 Grab Eelsius, abenbs 19 Grab; am 16. Juni: morgens 16,8 Grab. Maximum 24 Grab, Minimum 13,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 15 Juni: abends 14,6 Grab; am 16. Juni: morgens 18,6 Grad. — Sonnenscheinbauer 3)4 Stunben. Verantwortlich für das Feuilleton: i. D. Dr. Fr. W. Lang e. Nichts anderesl - Es gibt eben keine 11 andere Hautcreme. die das hautverwandte Euzerit | / enthält! • • $ U M (gowyv MM Je billigerdeiJfaffeB-u^ Wirkung! ü Elisabeth erobert sich das Glück Roman von Margarete Ankelmann Copyright by M. Feuchtwanger, Hall«. 11. Fortsetzung. Nachdruck verboten! „Nicht doch. Elisabeth, das ist er nicht. Ein Herrenmensch, gewohnt, seinen Willen durchzusehen. Das ist er. daran müssen sich alle gewöhnen. die mit ihm zu tun haben. Aber Sie willen ja, daß wir nicht allzuviel mit ihm zusammen sein müssen. Wenn es Frühjahr wird, dann wird er noch seltener kommen. Er hat dann auf dem Gut zu tun, und vor allem wird er sicher bald wieder irgendeine große Reise machen. Seine Besuche werden selten werden, und diese seltenen Besuche werden Sie schon überstehen — nicht wahr, Kind?" Lachend sah Frau Schelmer ihre Schutzbefohlene an. Elisabeth muhte jetzt selbst lächeln. „Wie kann man nur solche Angst haben vor einem Manne, Sie dummes Kind?" „Oh, Tante Schelmer, im allgemeinen bin ich gar nicht so furchtsam. Aber... wenn Herr von Lctertsburg mich so ansieht... als wolle er bis aus den Grund der Seele blicken... dann verschlägt es mir immer den Atem. Ich ärgere mich über mich selbst, aber ich kann es nicht ändern." „Nun, das wird sich geben, hoffe ich. Das ist alles nur so stark, weil Sie zum ersten Male in der Fremde sind, Elisabeth. Aber ich möchte so gern, daß Sie sich hier zu Hause fühlen, Und, Kind, wir sind jetzt so gemütlich zusammen Wollen Sie mir nicht etwas von sich erzählen? Bis jetzt wollte ich Sie noch nicht fragen; aber jetzt ist einige Zeit über allem vergangen, was Sie erlebt haben. Vielleicht tut es Ihnen gut. sich mit jemandem aussprechen zu können." „Oh, wie gut Sie sind, Tante Schelmer! Ich habe ja keinen Menschen sonst, der sich um mich kümmert — seit mein Mütterchen tot ist. Das ist jetzt acht Wochen her. Ich habe alles mit Mutter verloren; ich habe die ganze Zeit über innerlich gefroren vor Alleinsein. Dann bin ich zu Ihnen gekommen, Und als ich Sie zum ersten Male sah, als Sie zu mir sprachen, wußte ich, daß ich einen Menschen gefunden hatte, daß Sie es gut mit mir meinten.“ Frau Schelmer preßte das Mädchen innig an sich. „Ja. ich meine es gut mit Ihnen, Sie liebes, goldiges Geschöpf. Ich will versuchen. Ihnen die Mutter zu ersehen; ich will Ihnen immer helfen, so gut ich es kann. Gott hat mir eigene Kinder versagt, jetzt schickt er mir dafür gleich ein großes Mädel in die Arme. Elisabeth, wollen Sie mich als Ihre mütterliche Freundin betrachten?Wollen Elisabeth schluchzte auf, lehnte ihren Kopf an die Schulter der warmherzigen Frau. „Weinen Sie nicht mehr, Kindchen. Bedenken Sie, wie gut es Ihr Mütterchen hat, daß sie ausruhen kann von alledem, was das Leben ihr brachte. Auf Sie aber wartet das Leben, Elisabeth, wartet, daß Sie es meistern, Und nur der wird damit fertig, der mit frischem Mut darangeht, mit heiterem Sinn und mit offenen^ Augen. Sie müssen vorwärts sehen, nicht zurück. Danach müssen Sie immer handeln." Frau Schelmer drückte einen Kuß auf Elisabeths Stirn. Oh, wie wohl das tat, endlich einmal wieder einen Menschen zu spüren, eine mütterliche Liebkosung, zu wissen, daß da eine Frau war, die sich um einen sorgte. Eigentlich war sie undankbar, wenn sie unzufrieden war oder traurig. Das Schicksal hatte es gut mit ihr gemeint, besser, als sie es sich vor acht Wochen hätte träumen lassen. Sie durste ihrer Musik leben, durfte lernen und arbeiten, Klavier spielen und Singen nach Herzenslust. Sie hatte ein schönes Heim, einen Menschen, der sie betreute. Sie hatte wirklich alle Ursache, froh und dankbar zu sein. ilnö alles wäre ja auch gut gewesen, wenn dieser Mann nicht dagewesen wäre! Sie kam nicht los von ihm, ihre Gedanken kreisten um ihn, den ganzen Tag über. Es war seltsam, wie wenig fie an Hubert Heilmann denken mußte. Es war fast, als ob er ausgelöscht, als ob er nie dagewesen wäre. Nur eine flüchtige Erinnerung an seine Liebkosungen, an seine Schwüre zogen manchmal durch ihr Him, und sie bedauerte nicht einmal, daß das alles vorbei war. Es mochte vielleicht doch nicht die richtige Liebe gewesen sein, die sie für Hubert gefühlt hatte. Sonst hätte sie ihn nicht so leicht vergessen können. Achtes Kapitel. Elisabeth hatte lange geschlafen. Sie war gestern nachmittag noch mit Frau Schelmer in der Stadt gewesen; beide hatten den weiten Heimweg zu Fuß zurückgelegt. Waren rechtschaffen müde gewesen, bald zu Bett gegangen. Köstlich hatte Elisabeth geschlafen. Es war jetzt zehn Uhr. die Helle Wintersonne schien durch eine Ritze des Vorhangs. Heute war Sonntag, da brauchte sie nicht ins Konservatorium. Elisabeth dehnte und reckte sich, sah sich dann im Zimmer um. Es erschien ihr immer noch wie ein Traum, daß sie in diesem reizenden Zimmer wohnen durfte. Alles war noch neu und entzückend wie am ersten Sage, an dem sie hierher gekommen war. Dann stand sie auf, ging hinüber ins Badezimmer. Sie lieh sich lange Zeit zur Toilette. Es war ein halb zwölf älhr, als sie hinüberging in die Wohnräume. „Oh, da kommt sie ja endlich, unsere kleine Langschläferin! Aber ich freue mich über Ihren guten Schlaf, Elisabeth. Ich hatte um neun Ubr nach Ihnen gesehen, da schliefen Sie noch so fest, daß kaum ein Kanonenschuß Sie hätte wecken können. Ein Zeichen, daß Sie innerlich ruhig geworden sind. So, und jetzt werden wir frühstücken." Während die beiden Frauen beim Frühstück sahen, klingelte es an der Wvhnungstür. Ein Bote war da, mit einem großen Strauß gelber Rosen für Elisabeth. Ein Brief lag bei, von Herrn von Eckertsburg, mit zwei Eintrittskarten zur heutigen „Carmen"-Vorstellung. Herr von'Eckerts- burg würde sich erlauben, hieß es in dem Briefe, die Damen eine halbe Stunde vor Beginn der Vorstellung abzuholen. Elisabeth war es ganz heiß geworden. Sie verbarg ihr Gesicht in den Blumen. Er würde sie abholen ins Theater? Er schickte ihr Blumen! Warum schlug nur ihr Herz so wahnsinnig? Scheu sah sie zu Frau Schelmer hinüber. „Freuen Sie sich, Kindchen? Sie kommen doch zum ersten Male in ein so großes Theater?" „Ob... ja...!" „Es wäre Ihnen wobl lieber, wenn wir beide allein bingeben könnten? Soll ich Lothar anrufen, ihn bitten, nicht zu kommen?" „Nein, nein, das geht doch nicht! Da würde er furchtbar böse werden. Ich muh mich doch daran gewöhnen, mit ihm zusammen zu sein; da hilft alles nichts." Mit verstohlenem Lächeln beobachtete Frau Schelmer Elisabeths Gesicht. Sie war erfahren genug, zu sehen, was in dem Mädchen vor sich ging. Das war nicht Haß, was sich da widerspiegelte. Das war nichts anderes als Liebe, eine scheue, uneingestandene Liebe, die sich langsam zum Erwachen vorbereitete. Hoffentlich merkte Lothar nichts davon; er würde über diese Liebe nur spotten, und das hatte Elisabeth nicht verdient. Pünktlich eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn fuhr Lothar von Eckertsburgs Auto am Hause vor. Elisabeth stand im Musikzimmer, ihr Herz klopfte zum Zerspringen, während sie auf Lothar warteten. Auf besonderen Wunsch Frau Schelmers hatte Elisabeth große Toilette gemacht. Anfangs hatte sie sich gesträubt, jene Kleider anzuziehen, die Frau Schelmer im Auftrage Lothars für Elisabeth besorgt hatte. Sie wollte viel lieber ihre alten Kleider tragen, sie wollte auch vorläufig nichts anderes tragen als Schwarz. „Die Trauer liegt nicht in der schwarzen Farbe, Kind, das können Sie mir glauben", hatte Frau Schelmer erwidert. „Sie machen Ihrer guten Mutter viel mehr Freude, wenn Sie das tun, was Ihrem Fortschritt taugt. Sie müssen trachten, so gut als möglich auszusehen. Das gehört zu Ihrem Beruf, Und Ihre alten, unmodernen Fähnchen passen in Ihre Kleinstadt, aber nicht hierher nach Leipzig. Professor Walter, der es so gut mit Ihnen meint, hatte das alles mit meinem Neffen besprochen, ehe Sie zu uns tarnen. Sie vergeben sich nichts, wenn Sie diese Kleider tragen. Sie werden sehen, wie bald Sie sich wohl darin fühlen, wie gut Sie darin aussehen werden." Elisabeth hatte sich gefügt, sich langsam daran gewöhnt, schick und gut gekleidet zu fein. Heute hatte sie zum ersten Male eines der Abendkleider angezogen, die man für sie gekauft hatte. Es war ein grünes Spihenkleid, gerade und ganz schlicht gearbeitet, ohne irgendwelchen Aus- putz. Sie grüne Farbe wirkte wundervoll zu Elisabeths blondem Haar, die gerade Form brachte ihren schmalen Körper zu reizvollster Wirkung. Eckertsburg blieb überrascht an der Tür stehen, als er sie so sah. Ein schnelles Rot lief über sein Gesicht. Aber — er sagte nichts. Gleich daraus saßen alle drei' im Auto, das sie zum Theater brachte. Elisabeth war wie von einem Fieber gepackt. Zum ersten Male würde sie in einem richtigen, großen Theater sitzen, würde sie eine herrliche Opernvorstellung erleben dürfen. Ihre Kehle war wie zugeschnürt vor Erregung; sie hatte für eine Weile sogar Lothar von Eckertsburg vergessen. Dann sahen sie in den tiefen Sesseln der Proszeniumsloge. Elisabeth wußte nicht, wohin sie zuerst blicken sollte. Hm sie herum sahen festlich gekleidete Menschen; es schwirrte und flutete hin und her. Da unten saßen die vielen, vielen Musiker und stimmten ihre Instrumente. So ein großes Orchester hatte Elisabeth noch nie gesehen. Endlich erloschen die Lichter, das Summen der Menschen verstummte. Der Kapellmeister klopfte mit seinem Taktstock; eine tiefe Stille war ein» getreten, als der erste Ton aufklang. Das Blut schoß Elisabeth zu Herzen, als die Ouvertüre begann, als die feurige, berauschende Musik an ihr Ohr drang. Ihr Atem stockte, als sie jene bekannten Melodien ernannte, sie sie selbst so oft gesungen hatte. Lind bann, auf einmal teilte sich der Vorhang, ein buntes Bild erschien vor ihren entzückten Augen: spanisches Volk, -Soldaten, Kinder und Zigeuner tummelten sich auf einem Platze in Sevilla. Miceala, das Bauernmädchen, trat zu Jose „ ihm das Bild der Mutter zu bringen und einen Dank zu bekommen, und vielleicht sogar einen Kuß. Ioss aber hatte nur Augen für die schöne Zigeunerin, die mit seiner Liebe spielte... (lßio< BunQdlJiog) Sparen! Von unserer GEG-Mühle Mannheim Aas unserer (B Oemflse-Konserven- ’s Utseh. ’e Stendal Fabrik LK Metzgerlehrling Trais-Horloff, Rudingshain, Utphe, den 16. Juni 1932. Die Beerdigung findet am 17. Juni, nachmittags 3% Uhr statt en 4570 D schlosser und Scharniere. 4573D Unter Garantie 4580 n o ob Ihr, prassen a.naurnnrewiRkritflu Hardt. 4S7*P Drula Bleich wache Gießen, Kreuzplatz 10. Engelapothcke. 249 JA Weizenmehl (Spezial 0).. Weizenmehl (Rheinstern) Pfd. 23 Pf. Pfd. 26 Pf. . Pfd. nur 40 Pf. . Pfd. nur 40 Pf. . Pfd. nur 45 Pf. . Pfd. nur 25 Pf. Freitag, den 17. Juni, nachmittags 2 Uhr, verkaufe ich freihändig gegen sofortige Barzahlung: einen Posten Haus- und Küchengeräte, bestehend aus Glas-, Porzellan-, Holz- und Emailwaren, Herdschiffe sowie Tür- Zwetschenmus...... Vierfrucht-Marmelade Apfel-Gelee......... Sirup.............. WeizenmehKaUerf. Kuchenmehl).. Pfd. 28 Pf. 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Für die überaus zahlreichen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei unserem schweren Verluste, insbesondere für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Steiner, sowie für die Ehrungen von Gemeinde, Vereinen und Organisationen, sagen wir auf diesem Wege herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Klara Hörr, geb. Schmandt Hausen, den 16. Juni 1932. nach langem, schwerem und mit großer Geduld ertragenem Leiden im Alter von 51 Jahren. Im Namen der trauernd Hinterbliebenen: Katharine Schwarz, geb. Michel Familie Lehrer Schwarz Wilhelm MicheL MlWaiMea s.Haush.ges.Vorzuft. zwischen 12 u. 1 Uhr mittags. Zu erfr.i.d. Gschst.d. G.A. 03747 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sagen wir aut diesem Wege herzlichen Dank. Frau Wilhelmine Schmidt und Kinder. zur Sonnenwendfeier auf d. Hoherodskopf am 18. Juni Abfahrt Haupt-Postamt 14.00 Uhr Abfahrt Ludwigsplatz.. 14.10 Uhr Rückfahrt nach Ende der Feier 4581 d Fahrpreis 4 RM. — Fahrkarten-Ausgabe Schalter 6 bis spätestens Samstag 10 Uhr Feinste Fischfilets Pfund von 35 Pf. an Fischhaus »Cuxhaven1 Marktstraße 23 4572 a Telefon 2417. Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß ist heute unser innigst- geliebter Sohn, Bruder, Schwager, Pate und Onkel Wilhelm Will, Küfer im 25. Lebensjahre von uns gegangen. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Familie Will Familie Becker Familie Kehr Anna Linnestruth H17.VI. geschl. 18. VI. 19'\U.1 . Sonnt.19.VL 18 ü.: Job. L auD für sofort gesucht. Arbeitsamt Gieße ,. B cufsberat^Bahn- [Verschiedenes] 15000 bis 20000 Mk. zur Ablösung einer 1. Hypothek auf ein gr. neues Geschäftshaus in denkb. best. Lage gesucht. Smriftl. Ang. unt. 03754 a. d. G. A. Todes-Anzeige. Am 15. 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N Ws 1 oiii eine Sarnes )tm de> peitere -usspH liner J Pie be* «Mchland v [jdj und aue> Hing träge s püft* rechtsert.gu"g di-i-r Bürde tlaujel des 2 fle§r Sena' wurde im ein heroorra tion mu r setzten die m oer Reparal fest Nochderr 1 6 000 0000 im Me 19 setzte dos M scheu Industr der Besetzun Ordnung W den Eesamtb Im Young- lungsforderu $ 27641 00t Sroßbr Zahlung an das Doppelt erhält (S 86 Hälfte seines ncr Zahlung Bereinigten t ein. Unter d es weit meh Für die er direkter fin den Reparat jedoch vollko storifcher scher 3ufi nannten Nachweisen (i den sich auf densuertrag urteil Di gutgläubig g bereits o o r Es tlafft den moralisch der Reparatu höhere moral Einforderung 1919. 3n de Augen darüi Täufchun ziele der En ms hat die Motiven di sichtlich jede regelung ze Versuch, es als der half genügen zu Das alter! Streichung Entente den der Anne rettet Hot Historiker a! absurdu: An desZc 'e Ao°°e »SS rccnnbaO war zu vier Form und schloß ab mit ancrfemxentxm Ansprachen deS DezirkSvertretcre, Unit>erfität8burcau- direktor Wilh Erle (Gießen) und des LandrateS M i ß (Wetzlar). Rachfolgend geben wir einen Auszug aus den Ergebnissen. Oie Siegerlifte: Turner (über 18 Fahre alt). Fünfkampf. 73 Bewerber. 63 Sieger. 1. Sieg iß Langenohl, Heuchelheim. 105 P., 2. C Stengel, Großen-Linden. 99 P., 3. D. Lindenstruth. Mtv Gießen. 98 P., 4. E Ploch. Mto. Gießen. 90 P.; 5. W Reitz. 1846 Gießen, 87 P., 7. H. Müller. Heuchelheim. 85 P., 8. E. Stern. Großen-Linden. 84 P.; 9. 8. Leun und K Seipp, Großen-Linden. ft. Leineweber. Treis (Lumda). 83 P.; 10. W Weller. Heuchelheim und D. Bach. Krofdorf. 81 P.. 11. ft Hahn. Großen-Buseck, 80 P., 12. W. Voll, Horns- heim. 79 P., 13. H Jammert. Mto. Gießen. H. Ißeber. Hochelheim, und 21. Leib, Krofdorf 77 P.; 14 W 2lrzbächer, 1846 Gießen, E. Rinn, Krofdorf. 76 P; 15. 21. Mittermoier. Lich, 75 P.; 16. ft. Würtz, Krofdorf. 74 P.; 17 R. Schöndorf, 1846 Hießen. H. 9unq, Großen-Linden, 73 P.; 18 G Schwan, Mtv Gießen. 70 P., 19. K. Weber, Heuchelheim, 69 P; 20. ft. Dort, Großen-Buseck 67 P.. II H Vogt, 1846 Gießen. 66 P.; 22 W Röhrs- beim, Krofdorf. H Waller. Lich, H. Vogt, Hochel- beim, 65 P.; 23. R Velten, Leihgestern, 64 P, 24. L. Herbert. 1846 Gießen. M Mertens Grünberg, <3 P; 25 H Lang, Hörnsheim, E. Luh, 21llendorf, P Koch. Krosdorf. 62 P.; 26 21. Kullmann, Lich, El P.; 27. H Herbert. 1846 Gießen, 21. Luh. und 21. Ulm. Allendorf (Lahn). 60 P.; 28 21. Rau, Großen- Suseck, 59 P.; 29. Hch Rinn, Heuchelheim. 58 P.; kl W. Reh. 21llendorf (Lahn). 56 P.; 32. Fr Eckart. Hochelheim. 55 P.; 33 H Schmidt, Mtv. Gießen, H. Faber, Hochelheim, 51 P.; 34. E. Bewig, Lich, BO P. Viehmarkt. ti- ytrieb: 151 ^ Saugkälber 35 ^falber 30 bis 34 nlammer unb jüiu 28 bis 30, mittlere mel unb gut i»ges Echasvieh 17 von etwa 240 bis bis 42, von etwa «wicht 40 bis 42 Lebendgewicht 38 i etwa 120 bis 160 8 SIL arktpreisc. Ileten auf dem Heu- : Kochbutter 90 bis 'butter 110 bis 120, >binat20,S5mili>. Spargel 30 bis 50, i 12, Tomaten 45 6er 8 bis 10. alte mslänbifche Äepiel Kirschen 35 bis 40, >eeren 100 bis 123, 80 bis 90, Suppen- (f: Käse 5 bis 10, menkohl 40 bis 60, 35 bis 45, Über- bis 15; bas Dunb: ichen 8 bis 12 Pf.; bis 4.80 M W«s. impfe. einen der Hessen- ch der l.Dorsihenbr, rnwartes KarlSrb -n Sonntag früh die a des Dezirv vom icm Zuge nach Kr°9 jonen Turnplatz bei i Kampfrichtern und ebrfämp’e unter 2 t' Paul Echuiee chluh. M emem ttags bei Bezirkstag .er * r Turner unb en Beifall, die ner neuen, »tirbigen Jugend, Oberstufe (17 und 18 Fohre alt). Fünfkomps: 62 Bewerber, 60 Sieger. 1. Sieg K. Strack Mtv Gießen. 107 P.; 2. W Wagner, Mto Gießen, 106 P; 3. H. Fach. Großen-Linden, 100 P.; 4. ft. 5aber, Großen-Linden, 95 P.; 5. H 13arttj, Mto. Gießen, H. Seipp, Großen-Buseck, 92 'P.; 6. R Reufchling, Heuchelheim. R. Mack. Hochei- hfim, 91 23 ; 7. ft. Braun, Hochelheim, H. Nickel, Treis (Lumda), L. Ulm, Allendorf (Lahn), 90 P; 3 ft. Diehmann, Hcchelhcim, 86 V-; 10. W Faber, i Leihgestern, 21. Kehr. Heuchelheim, 85 P., 11. ft Rinn. Heuchelheim, 84 P.; 12. O. Neidei, Heuchel- * Ij.’im. 83 P, 13. H Textor, Großen-Linden, 81 P.; I 15. K Erb, Lich, 79 P.; 17. ft. Weber, Hochelheim, 77 V ; 18 E. Ploch, Mtv Gießen, 76 P.; 19. ft. Bechtold, Krofdorf. 75 P.; 20. R Gombert und W. ' Schmidt, Krofdorf. 74 P.; 21. P. Stein, Grünberg, 7i P 22. W Mehl, Großen-Linden. D Ströd, Heuchelheim. 72 P; 23. 21. Volk, Allxndorf (Lahn). 70 P - 27. Fr Wagner. Großen-Buseck, 66 P.; 2v H Mootz, Großen-Buseck, E. Spengler, V Lützellinden, 65 P-: 29. W Luh, Großen-Linven. 4.' P.; 31. Fr. Feldmar, 1846 Gießen, 60 P; 33. I W. Hofmann. GroßenLinden, 9- Speckmann, Grün- | berg, 57 P. Jugend, Unterstufe (15 und 16 Fahre alt). Fünfkampf: 52 Bewerber. 42 Sieger. 1. Sieg M H Leib, Krofdorf, und H. Schmadel, Grünberg, 101 ■ P; 2. E Frohme, Wetzlar, 99 P.; 3. ft. Gaul. Nau- ■ vorn, 94 P; 4. R Bloß. Großen-Linden, 92 P.; ■ 5 O. Röhrsheim, Krofdorf, 91 P; 7. W Eisentraut, 8 iQrünberg, 86 P ; 9. W. Hußke, Mto. Gießen, 82 P.; i 10. PH Schaaf, Treis (Lumda), 81 P; 12. ft. 1 aum Großen-Linden, 79 P.; 14. Fr. Ritsert, Mtv. I itziehen, R Wagner, Großen-Linden H. Bloh, Krof- hort L 2lmenb. Treis (Lumda). 76 P-; 15. E Jung, Hachelheim, 74 P; 17. 21. Hardt Großen-Linden, -chwarzhaupt, 1846 Gießen, 72 P., 18. W Mül- Ä ler. Grünberg, 71 P.; 20. E. Volk, Großen-Buseck, ■ 67 P., 21. E. Schneider, Mtv. Gießen, 66 P.; 23. ' ) Seel, Leihgestern, 21. Kreiling, Heuchelheim. H. Schaum, Hochelheim, 61 P; 24 W Weber, Klein- 3 nben, 60 P.; 26 Th. Hofmann, Heuchelheim, ft. Shiefcrstein. Hochelheim, 57 P., 27. W Schimmel, ) uchelheim, 55 P.; 28. 21. Weber, Heuchelheim, 52 P. Schüler (12 dis 14 Fahre alt). Fünfkampf: 113 Bewerber, 110 Sieger. 1. Sieg K Fr. Waldschmidt, Wetzlar. 134 P.; 2. Bornarius, M Großen Buseck, 110 P ; 3 W. Berghäuser, Wetz- M lar-Nicdergirmes, 104 P.; 4 O. ftlingelhöfer, Mto. «Biefeen. W. Göbel, Treis (Lumda), 101 P.. 5. W Schneider, Mtv. Gießen, 97 P 6 E. Klei, Mto. Gießen. 96 P.; 7. H. Wagner, Großen-Linden. 91 Ai 8. E. Bender. Krofdorf. 90 P., 9. H Kühlingcr, 1M6 Gießen, E. Kempf Lich, O. Weiß, Großen- M L nden. W. Lang, Klein-Linden, 89 P ; 10. L Fried- rii). 1846 Gießen. 88 P; 11. ft. Möckel, Mtv Gie- hm. H. Fischer und E. Dellen. Großen-Linden, sf P.: 12. H. Fleischmann. 1846 Gießen. 84 P; 15. W Töpfer, 1846 und B Walter, Mto. Gießen, L Bolz, Lich, H. Müller, Großen-Linden, ft. Marten, Eein-Linden. E. Schmidt, Krosdorf, 83 P.; 15. ft. Schmidt, Krofdorf. 81 P. 16. 21. Zörb, Großen- rmden^^P^17^^^^icgand^84i^Gieben^^ E Schmidt, F Schneider und G Wagner, Krosdorf. 40 P 21. H Leib. Krofdorf. I. Leinberger. Heuchelheim. 38 P. 22. E Dörr, Krosdorf. 37 P-: 24 L Brunow. Mto Gießen, 34 23.; 25. CF. Schmidt. Krofdorf, 33 P Das Ergebnis des kNannschaitskampfes im Hochsprung und Schien der boll. Bei dem im Anichluß an die Mehrkämpfe ausgetragenen Mannschaftskampf, bestehend aus Hochsprung und SchleuderboU. war auch in diesem Fahre wieder eine gute Beteiligung zu verzeichnen. Feder der teilnehmenden Vereine hotte vier Mann zu stellen, deren Leistungen sowohl im Hochsprung als auch Schleuderballweitwurf zusammengerechnet mürbe n Lus diesem Mannschaftskampf ging die Mannschaft des Gießener Männer-Turnvereins mit Linde n st r u t h , Molkomesius. Erich Ploch und Strock als überlegener erster Sieger hervor, die Mtver erzielten hierbei 114 Punkte. Als zweiter Sieger placierte sich Tv Heuchelheim mit 98 Punkten. an britte Stelle setzte sich Tv. Großen-Lmben mit 92 Punkten. Zweimal Weltrekord in Kassel. Vie deutsche Nationalstaffel in Hochform. Die Rekordstasfel: Lammers, Körnig, Borchmeyer, Fonath. DerSchützenverein Gießen im 3*1931 Hege sportliche Tätigkeit — bea chtenSwerte Erfolge. Der Vchützenverein Gießen hatte im vergangenen Fahre eine rege sportliche Tätigkeit entfaltet. Man hatte sich bewußt darauf eingestellt, d a S sportliche Schießen zu sördern. Insbesondere galt eS, die Kampsmannschast für die Meisterschaftskämpfe des Deutschen SchützenbundeS zu trän eren. low e die Dor- beteitungen für die Teilnahme am DerbandS- schießen des DerbandeS Daden-Mit- telrhein-Pfalz zu treffen. Die Mannschaft für die Dundeswettlämpfe wurde in folgender Ordnung aufgeftellt «der Ersatzmann ist jeweils in Klammer genannt): Feld: H. Appel (C. Wagner); Stand: H Sauer (R. Koch); Wehrmann: G- Schilling (Ehr Weeg); Pistole: Oc. v. Bentheim (W Georg); Kleinlaliber: 6. Dreher (Fr. MöbS) Der Kamps wurde mit einer Ausnahme in der genannten Ausstellung bestritten. Die Austragung der Kämpfe erfolgte auf Öen Schießftänden des Frankfurter Schützenoereins. dec auch die Meisterschaft an fich riß und mit 3093 Äingen gegen 2762 Ringe, die die Gießener Schützen erzielten, die Hiesigen aus den zweiten Platz verwies. Im Rahmen der gleichen Veranstaltung wurde auch um die Gaumeister,schaft im Kleinkaliberschießen gekämpft. In diefem Wettbewerb standen sich der Gießener Schützenverein und der Schühenverein Frankfurt - Vockenheim gegenüber. Hier blieben die Gießener mit 1406 Ringen gegen 1379 Ringen des Gegners Sieger. Der Gießener Schützenverein war durch H. A p - pel, C. Dreher, W- Georg, R. Koch und G Schilling (Ersatz O- Schönau) vertreten. In der Zeit vom 12. bis 19. Juli fand in W esbad nd 4 3 IVerbandsfchießen deS Echüyenverbandes V a ö e n • OH 111 e I - rhein-Pf alz statt Die Gießener Schützen waren zu dieser Veranstaltung sehr zahlreich vertreten und es gelang ihnen, eine Reihe hochachtbarer Siege zu erringen, die um so höher bewertet werden durften. alS sie gegen stärkste Konkurrenz errungen wurden So konnte sich beim Schnellfeuerfch eßen H Appel auf Feld den 4. und W. Georg auf Stand den 5. Platz sichern. Die übrigen Teilnehmer konnten sich gut placieren. Das Fest in feiner Gesamtheit nahm einen prächtigen Verlaus, insbesondere gestaltete sich die Uebetgabe des Vundesbanners durch den Schühenverein Gießen an die Schützengelellschaft Wiesbaden zu einem eindrucksvollen Höhepunkt. Herrn Ph. Nikolaus wurde aus Anlaß seiner Verdienste um das Gelingen des VerbandS- schießenS die Ehrenmitgl'edschalt der Wiesbadener Schützengelellschaft verl ehen, H Roll wurde aus dem gleichen Anlaß mit einer silbernen Gedenkmünze ausgezeichnet Dor dem Schcehen in Wiesbaden fand das Verbandsschießen für Hessen -Ra ssau in Alsfeld statt. Auch hier beteiligten sich die Schützen von Gießen zahlreich; es gelang ihnen indesfen nicht, die Meisterschaft zu erringen. Mit wenigen Punkten Vorsprung blieb Marburg Sieger. Im Schnellfeuerschießen wurde W A p - pel auf Feld 2. Sieger. Die Ergebnisse der übrigen Schützen waren durchaus gut zu nennen. Die Sch.eßveranstaltungen der Vereine L i ch, Laubach, Schotten und der Schützen- gesellschast Gießen wurden von einigen Mitgliedern des Schützenverein- Glehen mit gutem Erfolg besucht H Sauer errang in Scsi^ten zwei 1. unb drei 2 Preise, bei der Lchüheng.fei schäft G ehen einen 1, drei 2. und einui u. Preis Reben den Wettbewerben, die die Gießener Schützen als Gäste besuchten, fanden auch oerfchiedene interne Schiehveranskaltungen statt Das Eröffnungs- und PreiS- schießen leitete die Galfon ein, daS übliche Decherfchießen folgte und daS Königs- schießen fand in der üblichen Weise im September als Adlerschießen statt. Die KönigS- würde errang Heinrich Roll, 1 Ritter wurde R. Koch. 2. Ritter H D i p p e l. Als Abschluß deS Feuerschiehens wurde das Geflügel - und Hammelschießen abgehalten, mit dem gleichzeitig die Austragung der Vereinsmeisterschaft verbunden war. Meister für daS Jahr 1931 32 wurde W Georg Reben dem Kampf In den verschiedensten Wettbewerben bemühten sich verschiedene Mitglieder des Verein« mit Erfolg um die Schießauszeichnungen des Deutschen Dchühen- bundes. Als ein besonderes schießsportlicheS Ereignis war die Austragung der Westdeutschen Verbandsmei st erschaff deS Deutschen SchützenbundeS zu betrachten Hier war der Schühenverein Gießen mit seinen vorbildlichen Schieheinrichtungen der Gastgeber. Schützen aus Bonn, Frankfurt, Sulzbach und Herford traten hierzu an und fanden gastfreundlichste Uufnahme. Den Sieger im Kampf.stellten auch hier wieder die Frankfurter. ^Die Gchiehstände des Vereins befinden sich in bester Ordnung und werden von einigen befreundeten Organisationen gerne benüht. So halten .Hubertus", Verein weidgerechter Jäger, und die Kriegerkameradschaft „Hassia" auf den Ständen des Gießener Schühenvereins regelmäßig ihre Schießübungen ab. Del einer Wettkampfveranstaltung der Kriegerkameradschast konnten sich die Mitglieder Appel, Schilling und Georg mit bestem Erfolg beteiligen. Der Gießener Schühenverein kann auf feine sportliche Tätigkeit im Jahre 1931 mit Genugtuung zurückblicken Die Erfolge mögen den Siegern Ansporn zu toeiteren guten Leistungen, den anderen Kameraden aber nachahmenswertes Vorbild fein. Kitt TuT 51-95 12, «5 3.057 170,43 75,52 04,1 78.87 15,415 0,948 4,209 58,9 21-53 16,55 82'S 34,67 82,37 1,309 0,325 6,393 14,05 i —7ja s i.6 'S 84,33 79,03 15,455 0,952 4,217 58.71 21,57 16.5» 82,23 34,N 82,0 1.3Ü 0.327 7,017 14,07 jtanlfutl a.m. 58.72 84,37 i.1 Ö 76^5 2,515 79-* 82,21 34,67 n. 58,48 84-03 15,7 16, ’S'B 21,* 76,05 2,4?5 78.74 8hg 34-9 Der neue Famllien-Gasherd ■It Brat-1. Backofen — und der kleine Gas-Heißwasserbereiter sind stets nützliche und zuverlässige Helfer im Haushalt Nationale Einheitsliste Am Donnerstag, dem 16. Juni 1932, abends llhr, im (Lass Leib, Walltorstraße Fachmännische Beratung 4577 D bei den Mitgliedsfirmen der Gießener Gas-Vereinigung Vom 1. bis 30. Juni gibt die Gas - Vereinigung beim Einkauf eines neuen Gas-Geräts 10-30 cbm Gas unentgeltlich! Wahl-Kundgebung! Der Orts-Ausschuß <51$ D Redner: 1. Bürgermeister Or. A i e p o t h, Dchlih 2. Frau Teuffert, Harburg Z. Zimmermeister Zreidel, M. d. Reichstags, Hannover Llle Wähler und Wählerinnen sind freundlichst eingeladen. — Unkosten« britrag 30 Pfennig, für Erwerbslose sowie Kleinrentner 10 Pfennig Das Jahresfest des Zweißvereins Gieften der Gustav Adolf SliftuDß findet am 19. Juni in Kirchberg Mutt 1. Gottesdienst in der Küche Kirchberg 10 Uhr: Pfarrer Gebhard-Bieber.—KoUekte 2. Festversammlung: 13JK) Uhr Kirchberg vor der Kirche.Mitwirkungde»Pos.-ChorsGrotien-Buseck Ansprachen; Pfarrer Gebhard Bieber, Pfarrer Becker-Gießen il a.—Kollekte 4559d Zur Teilnahme ladet herzlich ein: Der ZieilferelB Glehen: Der e?. Kirdieinoniand KtrdiberO: Strack. Kirch en rat Gußmann. Dekan. 9fl[lü[enüdolj kur^geichiutten ver Wagen. 5—6 Str., 5'.Vif. ans Haus.Än- mactibolzverWagen 7Mk.ansHaus.,>ür Arbeitslose 2 Ztr. Hartholz I Mk. ab Hof 3114D Jul. Wellhofer Televbon 2313 nnimiiiiiiiiiuiiimiimiiiiD Sreibanf Freitag. __ den 17. Juni 1932, von 8 Uor ab *uiD Fleischverkaiis. Miiiiiiiiiiiiiifiuiiiiiiiiiiiiitn BerneiflerungunoBerlfluf Freitag, den 17. d. TU., versteigere ich vormittag» 9 Uhr im „Gambrinus", weh- steingasfe. meistbietend gegen Barzahlung einen kasfenschrank. Anschtiehend den ganzen lag freihändiger Verkauf der testierenden Bestände eine» Bürobedarfsartikelgcschäft». Ferner versteigere ich nachmittag» 2 Uhr pünktlich aus Konkursmasse 456-30 .9 Paar Damcnstrümpsc, 43 Paar Handschuhe in allen Größen. 25 Badeanzüge und 20 Turntrikots. L. LUiboff gerichtlich beeid. Taxator und Auttionator. bereiten Erdbeer* Marmelade Rezept TVi Pfund Erdbeeren und 3llt Pfund tucker (doch keinetlaUs uieni-jer) ohnt Waiier zum Köchin bringen und 10 Minuten brau- tend durch kochen.Hterau eine Normalflasche Opekto „flüiiig" zu 96 Pfg. somit den Saft einer Zitrone hineinrühren u. sofort m Gläser tüllen. Genaueste Koch- anuteisuno mit Rezepten liegt ieder A lasche bei Vorsicht beim (Jpekta-Ein- kaut Sicht zu verwechseln mit ähnlich aut en- len Geliermitteln. Opekta ist nur echt mit dem lamp- ’enderi t't- Mlnuten-Topl Opekta Aektangi eundtunki Sie hören Ober die Sendet dee Südweetfunlri Jeden Mittwoch vormittag von 11 00 ol« 11 15 Uhr den sehr Interetianten Lehrvortrag . 10 Minuten für die fortichrtttllche Hauifrau“ au* der Opekta- Küche — Bezeptdurchgabe l rocxen-Opene », _,pec.e n-uivenorm von gie.cn non* Qualität wie Dpekla flüitlg. Beute zu 23 Mg. t(jr etwa l Pld. Marmelade, und mi> joei 100 auttünrucnen Re- :epten für Marmeladen, Gelees, rortenUbergtisse, El« jnd >ü6ipei«en In den Geschäften erhältlich oder gegen /ore niendung von 20 Plg. in Briefmarken von de- O»EiCTä.g?S?1' SCHAFT tfOlN-BIEH' 230 Oberhesse«. 25 Jahre Wassergenoffenschast Lollar-Staufenberg-Mainzlar. ö" Lollar, 15. Juni. In diesem Jahre toten die Wassergenossenschaft „Glück au f", der die Gemeinden Lollar, Staufenberg und Mainzlar angehören, auf ihr 25jähriges Bestehen zurückblicken. Aus Anlaß des Jubiläums hatte der Genossenschaftsoorstand an die Gemeinderäte der angeschlossenen Gemeinden eine Einladung zu einer kleinen Jubiläumsfeier an den Quellen bei Allendorf a. d. Lda. ergehen lassen. Am vergangenen Sonntag fand diese Beranstaltung, von fast allen eingeladenen Gästen besucht, statt. Von der Bahnstation Treis a. d. Lda. führte der Marsch zu den im Walde gelegenen Quellen. Nach einem einfachen Mittagsmahl gab der Vorsitzende der Genossenschaft, Bürgermeister Schmidt- Lollar, in kurzen Worten der Bedeutung der Feier Ausdruck. Besonders begrüßte er den Erbauer der Anlage, Oberbauinspektor Müller-Gießen, unter dessen Leitung das Werk entstanden ist. Mit seiner Begrüßung verknüpfte er den Wunsch, daß Oberbauinspektor Müller noch lange der Berater der Genossenschaft sein möge. Dem derzeitigen Rohrmeister Becker - Staufenberg wurde dankbare Anerkennung gezollt. Oberbauinspektor Müller machte dann an Hand von Plänen in einem kurzen Vortrag die Zuhörer mit der gesamten Anlage vertraut. Insbesondere wies er auf die Schwierigkeiten des Geländeerwerbs hin, für den allein ein Betrag von 10 000 Mark aufgewandt werden mußte. Besonder» hervorgehoben wurde außerdem die Tatsache, daß die Wassergenossenschaft das Wasser zum billigsten Satz in der weiteren Umgebung Gießens abgibt. Im Anschluß an den offiziellen Teil der Feier blieb man noch einige Zeit in angeregter Unterhaltung beisammen. Landkreis Gießen. y. Lollar. 15. 3unt Kommenden Sonntag wird seit längeren Jahren wieder der G u st a v -> Adolf-Verein in unserem Kirchspiel einkehren. Sein Werk ist bekannt. Aber es muß zu allgemeiner Erkenntnis werden, daß er heute nötiger ist, als zu irgendeiner Zeit. Denn der verlorene Weltkrieg hat ihm neue, große Aufgaben gegeben. Davon wird geredet werden. Der eine Festprediger war früher Assistent im Kirchspiel Kirchberg und steht z. Z. in einer hessischen Diasporagemeinde. Näheres wolle man aus der heutigen Anzeige ersehen. xGroßen-Linden. 16. Juni. Der in Steinberg geborene, seit mehr als einem halben Jlahv hundert hier wohnhafte, noch sehr rüstige, Valtha- ser Schäfer feiert am morgigen Freitag seinen 8 0. Geburtstag. g. Watzenborn-Steinberg, 15. 3uni. Die Straßensammlung des Roten Kreuzes, die am vergangenen Sonntag zum Desten der hiesigen Sanitätskolonne vorgenommen wurde, hatte «in erfreuliches Ergebnis zu verzeichnen. Die Haussammlungen sind noch im Gange. Die hiesige Sanitätskolonne zählt zur Zeit 11 Mitglieder. Den ersten Ausbildungskursus (die Kolonne wurde am 1. April 1931 ins Leben gerufen) leitete Dr. Fabel. Den zweiten Kursus übernahm Dr. Heil; 10 Mitglieder nehmen daran teil. Bisher wurde die Sanitätskolonne in 64 Fällen (darunter in 9 schweren Fällen) zur Hilfeleistung in Anspruch genommen. Die älnfallmeldestellen sind über sämtliche Ortsteile verbreitet. Die Oeffentlichkeit weiß das Wirken der Sanitätskolonne wohl zu schätzen. blmetr-, ChalaoL, an Jeden, ToUiahJ«. KaUL tr. EllenmOhelfebnk Suhl (Th.* Mgte Önkd Mo,|ig zu seiner besseren Ehehälfte als er neulich durch die Ausstellungsräume der Firma J. B. Häuser ging. Einen praktischen und modernen Roeder-Herd mit Seltenfeuerung sah er dort und da er ohnedies mit dem Gedanken umging, seine alte Räucherkiste auszurangieren, so zögerte er auch nicht lange und ließ sich dieses neue Modell in seiner Wohnung aufstelfen. Kommen Sie doch auch einmal in unsere Ausstellungsräume. Sie werden erstaunt sein, wieviel neue Modelle an Küchenherden Sie bei uns vorfinden. Glauben Sie nicht, daß auch Sie noch einen praktischen Küchenherd für wenig Geld bei uns erwerben können? Wir erwarten Sie gern. X B. HÄUSER, GIESSEN __AM OS WAL DSC ARTEM 4566 A Bekanntmachung. Der Stadtrat hat in seiner Sitzung vorn 9. Juni 1932 dem Bebauungsplan über das Gebiet zwischen dem Alten Friedhof und der Bahnlinie Gießen—Gelnhausen sowie der dazu gehörigen Ortsbausatzung zugestimmt. Gleichzeitig hat er die Aufhebung nachfolgender Bebauungspläne und Ortsbausatzungen beantragt: 1. Plan genehmigt am 20.8.90 für Teile der Grünberger und Licher Straße. 2. Bebauungsplan über eine Verbindungsstraße zwischen Goethe- und Bleichstraße, genehmigt am 30. 10. 1895. 3. Plan für Straßenzüge am Nahrungsberg, genehmigt am 17. 3. 97. 4. Bebauungsplan für die Bergstraße, genehmigt am 17.3.97. 5. Bebauungsplan über den südlichen Teil des Schiffenberger Weges, fest- gestellt am 10. 7.1907 nebst zugehöriger Ortsbausatzung am 10. 7.1907. 6. Bebauungsplan über die Stephans- mark, genehmigt am 26. 8.1906, nebst Ortsbausatzung vom 2.7.1909. Der neue Bebauungsplan mit Ortsbausatzung sowie alle aufzuhebenden Bebauungspläne und die aufzuhebenden Ortsbausatzungen liegen in der Zeit vom 20. Juni bis einschließlich 9. Juli 1932 bei dem Städtischen Hochbauamt, Asterweg 9, während der Dienststunden zur Einsicht offen. Einwendungen gegen den neuen Plan und die Ortsbausatzung oder gegen die Aufhebung der alten Bebauungspläne und Ortsbausatzungen können bei Vermeidung des Ausschlusses während der Offenlegungsfrist bei dem Städtischen Hochbauamt schriftlich oder zu Prowkoll angebracht werden. 4561C Gießen, den 14. Juni 1932. Bürgermeisterei Gießen. ________I. V.: Dr, Hamm.________ AW-MMiM -er &iabt Gießen. Freitag, den 17., und Samstag, den 18. Juni 1932, soll das Heugras von den städtischen Wiesen öffentlich meistbietend versteigert werden, und zwar: 4504C Freitag, den 17. Juni 1932: 8J4 Ahr (Zusammenkunft am Schlachthof) von den Wiesen rm Neustädter Feld, bei dem Schlachthof, Hohleich und auf der Inlel. 9% Ahr (Zusammenkunft am Viadukt in der Ederstrahe) von den Wiesen in der Schwarzlach in 7 Abteilungen. 11 Uhr (Zusammenkunft in der Restauration von Georg Schrimpf, Kaiserallee 4) von den Wiesen im Heegstrauch, Rußland, Ohleberg, Am Weiher, Throms Garten, eins Wiese hinter der Kläranlage und vom Obstbaumstück in der Licher Straße in vier Abteilungen. 14 Uhr (Zusammenkunft in der Restauration Philosophenwald) von den Wiesen im Wiesecktal und an der Eselswiese. Samstag, den 18. Juni 1932: 9 Uhr (Zusammenkunft an Ort und Stelle) an der Anneröder Straße von den Wiesen um Altentisch und Utersbrun- nen, anschließend an der Rödgener Straße von den Ochsenwiesen und den Wiesen im Stolzen Morgen. 13 Uhr(Zusammenkunft an Ort und Stelle) von den Wiesen in den Gemarkungen Großen-Bufeck und Rödgen. Steigliebhaber, welche die Wiesen zu besichtigen wünschen, wollen sich an Wiesenmeister Klos, Bückingstraße 4, wenden. Gießen den 10. Juni 1932. Bürgermeisterei Gießen. L. I. B.r Dr. Rosenberg. , 4575D weg 28: MalzMIee Pfand 25 SAF-Spannarkenaol alle Waren WMchck ramrrinrrcwni Freitag, den 17. Juni, ab 10 Uhr vormittags, verkaufe ich im „Cöroen“, Reuen- 1 Badeofen mit Zimmerheizung (fast neu), 1 Schuster-Nähmaschine 6 Büfetts (von 65 Mark an), 3 Schreibtische, ein- und zweitürige Kleiderschränke (von 25 Mark an), 1 dreitürigen Kleiderschrank, Küchenschränke (von 50 Mark an), Waschtische, Küchentische, Eisschränke, 1 Motorrad, Herren- und Damenräder (von 49 Mark an, drei Jahre Garantie), 1 Schlafzimmer (Eiche, modern) Garderobenständer, Flurgarderoben, Betten. Der Verkauf findet bestimmt statt. Ludwig Aavimetz Neuenweg 28 — Telephon 3414 iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiin Stets frisch und eisßekfihlt Feine Tafelbutter iapiuih 70 Doppelt Gesiebt und aufgelockert SiF-MaOnelMehl das feine Kuchen-Mehl......Pfund 29 Etiralein.Ansznßsmehl Pfund 27 Weizen-Mehl.......Pfand 25,22 Moenns-Gold Feinkost-Marfi., Pfd. 60 Margarine gute Qualität.. Pfund 22 Pflanzenfett 100% m.. .Tatei 24 Schweineschmalz gar. rein, pm. 40 Zur 45580 Eittiq Bimheerslrnp, gar. rein.. Pfund 64 Himbeersirnp... h. 1.45, SO. 50 Orangeade...........m«80 Zitronen.............3 stick 18 Puddingpulver Paket M 8 Aeplelvein I m uter 28 Weiber Tisdiwein.omFa8, uter 54 Pialiensdiwabenl.HölleS55 Vilbeler Wasser..nasdtee.eias 22 AprikOSen, getrocknet.... Pfund 54 Sultaninen nun Rohessen.. Pfund 40 Kokosllodken, tunt.... ;;piund 15 YORCK Hanptr. Werner Kraus, Rudolf Forster, Grete Mosheim, Hans Rehman, Friedrich Kapier Yorck — der das größte Erlebnis seines Vaterlandes war, wird zum Erlebnis unserer Tage! Yorcks Aussprache mit dem König — Yorcks Appell an seine Truppe — Yorcks Aufruf an die Studenten — Yorcks Mahnung an das geeinigte Preußen in der Stunde der Wiedergeburt—so stürmen Schlagauf Schlag die Ereignisse vorüber, erschüttern u. begeistern u. tra- genLichtu.Hoffnungin die schwereZeit unsererTage Jeder Deutsche muß dlesenFilm 2nial sehen Um auch den Minderbemittelten, Kleinrentnern und Erwerbslosen Gelegenheit zu geben dieses grandiose Werk zu sehen, veranstalten wir 3 große Volkstage Hi zu ganz billigen Preisen. III. 0.40, H. 0.60, I. 0.80, Rang 1.00, S.-B. 1.10, M.-Loge 1.30 Kulturtonfilm — Ufa-Ton-Woche I Wegen des zu erwartenden Andrangs in den Abend- I Vorstellungen, bitten wir nach Möglichkeit dieNach- I mittagsvorstellungen besuchen zu wollen W______________________________________________«571 l Auf stürmisches Verlangen noch einmal die aufwühlende Erinnerung an Preußens Schicksalswende | Lichtspielhaus Gießen Ab Heute Neuaufführung I Geschäftsdrucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Beschäftskarten bei Brühl. Schulstralle f Kaufgesuche Grabgarten auf dem Sand, direkt an der Lahn zwischen Rudersport und Marineverein, zu kaufen gesucht. Schrift!. Ang. unt. 03746 a. d. G. A. 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Interessen i daß unwahr - behauptet c bucht ist hier । durch welche bi ßenbesoerteibigu dauer des Verb °us 4 Wochen hnieniger Aelle die neue dre Verordnung 0'c sogenannter U'sativnen lvurden. $ct Abalb nach b Wunsch geäch Ich ri ft en V erlass^ Als Lrsah fiir Machst in de ubcr polilischi rcaten. iinb in °u'9fnommen । ’u'tc,'n p .Mstniniffet, u" Sflh Zungen übn liegen. Dil “" Men Lesti !"e Ülenöf , ***W5auic o U -ZU- Lage txM 'UnQ Netzen to9i ÄS