nr. 159 Srühausgabe Donnerstag, 16. Jiim 1952 182. Jahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck vnd Derlog: vrühl'sche Univer^laisvuch. und Steinöruderei R. Lange in Giehei. Sd)rtftlcitnng und Geschäftsstelle: Zchulttrahe 7. Amnestiedebatte im preußischen Landtag !&er(in, 15. Juni. Konferenzbeginn in Lausanne itard Me Ankunst der deutschen Delegation Der deutsche Standpunkt zur Lost gelegt wird, Sprengstoffen, Herstellung 90 äider 40-, * ßjf Annahme von Anzeigen für die ‘Idgesnutnmer bis zum Nachmittag vorher. Preis flr l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8. auswärts 10 Neichsptennig; für Ns» lilamean eigen von 70 mm Breite 35 Heichspfennig, Dlayvorschrift 20* , mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr Wilh. Lange. Verantwortlich tür Tolilib Dr ftr Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H TKyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, Idmtlid) in Giehen. klagte aus Zürich, Berlin und Breslau, denen durch Beschaffung von (VDZ.) Bei Beginn der )es Preußischen Landtags heutigen Bknarfiijung des __ . „ sind auf den Ministerdänken einige Minislerial» von Sprengkörpern und Links: Finanzminister Graf Schwerin-Krosigk. — In der Mitte Reichskanzler o. Popen. — Rechts: Außenminister Freiherr von Neurath. menden Spreng st osfvorschrift Unter« Weisungen im Sprengversahren erteilt. Gutfche hatte sich als Leiter der Berliner Sprenggruppe, die sich mit der Herstellung aller möglichen Sprengkörper befaßte, durch Beschaffung einer umfangreichen Literatur über alle einschlägigen technischen Fragen auf bas brfte zu unterrichten gewußt. Aus Grund längerer Beobachtung aller verdächtigen Personen nahm die Breslauer Polizei am 27 Marz vorigen Jahres mehrere Haus- | u chungen vor, bei denen es gelang, den von Gutsche nach Breslau gebrachten Sprengstoff wieder zu beschlagnahmen. Kein vorzeitiger Optimismus. — Gänzliche Streichung der Reparationen Energisches Anpacken der Wirtschastskrisis. Amnestie die Staatsautorität gefährden würde. Die Staatsautorität kann nicht durch eine Amnestie gefährdet werden, sondern einzig und allein durch die Mängel der Au - toritätSpersonen. (Sehr richtig! bei den Nationalsozialisten.) Wenn ein Minister mit einer Freundin Amtsreisen unternimmt, darf er sich nicht wundern, daß seine Autorität im Volk dahin ist. (Sehr richtig! bei den Nationalsozialisten^ Die Rechtssicherheit ist nach unserer Ansicht heute schon ziemlich restlos beseitigt, und es besteht überhaupt nicht mehr die Möglichkeit, nach dieser Richtung hin durch eine Amnestie noch etwas zu gefährden. Der Terror ist lediglich e i n Ausfluß de r Schwäche derEtaatsge- w a l t. Daß die Amnestie in erster Linie Straftaten auS politischen Dewegg runden betrifft, ist selbstverständlich, da in politischer Hinsicht die größten Ungerechtigkeiten in der Rechtsprechung begangen worden sind Wir fordern aber auch, daß die Amnestie sich auf Straftaten erstreckt, die aus N o t heraus begangen worden sind. Auszuschließen sind Straftaten, die mit besonderer Roheit begangen wurden. Die Dehauptung des Justizministers, daß der beantragte Amnestieausschuß der rechtlichen Grundlage entbehre, ist lediglich eine juri fti- sche Spitzfindigkeit, um eine Hinausschiebung des Amnestiegesetzes zu erwirken Wir sind nicht gewillt, durch derartige juristische Spitzfindigkeiten unsere SA.-Leute und Parteifreunde länger im Gefängnis schmachten zu lassen 21bfl. M u 11 n e r (Soz.) betont, tatsächlich liegt hier nur ein politischer ZweckmaßigkeitshanDel zwischen extremen Parteien vor, die die gegenwärtige Konjunktur, daß sie gemeinschaftlich die Mehrheit haben, ausnutzen wollen (Unruhe bei den Nationalsozialisten), um sich gegenseitig für begangene Straftaten Straffreiheit zu verschaffen. (Anhai- lende Unruhe und Zwischenrufe bei den Nationalsozialisten.) Wir glauben, daß kein Drbnungsftaat es unbestraft dulden darf, daß Mord, Raub, Schandung von Gotteshäusern und Friedhöfen begangen werden dürfen. Ihre (zu den National- sozialisiert) Amnestie soll nicht dem allgemeinen Frieden dienen, sondern der Legalisierung des Terrors. (Händeklatschen bei den Sozialdemokraten. — Anhaltender tiarm bei den Nationalsozialisten.) Wenn in den nächsten Wochen abermals Dutzende unserer Mitbürger ermordet auf der Straße liegen, kann niemand, der diese Amnestie mitbeschlos- sen hat, beiseite treten und sagen: Ich bin unschuldig an diesem Blut! Abg. Cremer (Z): Dieses Gesetz steigert die Rechtsunsicherheit und stört die Staatsautorität, zumal es Straffreiheit auf Vorschuß gewährt. Unsere Forderung, schwere Körperverletzung und schweren Raub sowie Totschlag aus der Amnestie herauszulassen, ist nicht erfüllt. Ja, man will sogar die Fälle amnestieren, in denen der Täter von vornherein beadsichtigt hat, einem anderen Menschen schwere Körperverletzungen zuzufügen. Diese Vorlage macht das Richtschwert stumpf und untergräbt alle Grundlagen einer geordneten Rechtsprechung. Diese Vorlage widerspricht aber nicht nur dem weltlichen Gesetz, sondern auch dem göttlichen Gebot: Du sollst nicht töten! »u sein, Kindchen, tzbei gedacht, Stimmungen über« 11 sich sicher noch an ' ist launisch, doj gesagt: aber er ist Este, sich nach seinen Wgeben." Mensch.. war es Elisabeth Igt.) KKLU ’M Selcira-6«* SSÄäiEffi Großer Sprengstoffprozeß vor dem Reichsgericht. Tic kommunistische Propaganda der Tat Leipzig, 15. Juni. (WTB. Funkspruch) Vor dem IV. Strafsenat des Reichsgerichts begann ein großer Hochverratsprozeß gegen 2 4 Ange- echen sige Sten Eine erste vertrauliche Ehefbefprechung. Tonnerc-tag offizielle Eröffnum sfitzung. Lausanne 15. Juni. (TU. Funkspruch.) Die Lausanner Tributkonferenz hat am Mittwoch um 17.30 Uhr mit einer L he s v o r be s p r e ch u n g begonnen, an der Reichskanzler v. Papen, Reichsaußenminister v. Neurath, Macbona l d, Herriot. Grandi, der belgische Ministerpräsident Renkin und der japanische Botschafter in Rom Boshida teilnehmen. Nach amtlicher Mitteilung nehmen an der Lausanner Konferenz 18 Mächte teil, und zwar: Deutschland, England, Frankreich, Italien, Belgien, Japan, Rumänien, Tschechoslowakei. Düd- slawien, Ungarn. Griechenland, Polen, Portugal, chungen der einladenden Mächte seien plan- mäßigundzusriedenstellendverlau- f e n. An die Eröffnungssitzung am Donnerstag würden sich zunächst private Besprechungen mit den übrigen Staatsmännern anlchließen 21 m Freitag werde er sodann in der ersten Sitzung der Konferenz als Vertreter Deutschlands den Standpunkt derdeutschenRegierung zu den in Frage kommenden Problemen darlegen, lieber die Lebensfragen, die zur Erörterung auf der Konferenz stehen, bestehe in Deutschland keinerlei Meinungsverschiedenheit. ES könne hierin nur eine einzige Meinung geben. Reichsfinanzminister Graf Schwerin-Krosigk. roies sodann darauf hin, daß die letzte Notverordnung keineswegs fine endgültige Konsolidierung der Lage bezweckte, vielmehr stellte die Notverordnung einen Versuch dar, den drohenden kassenmähigen Zusammenbruch der öffentlichen Hand hintanzuhalten. Keineswegs fei, wie vielfach angenommen würde, die Notverordnung nur im Hinblick auf die Lausanner Konferenz erlassen. Jedoch bedeute die neue Notverordnung d i e beste Illustrierung der Notlage Deutschlands und sei ein Beweis, daß an eine weitere Reparationszahlung Deutschlands tatsächlich nicht mehr 3 u denken sei. Die Lausanner Konferenz Bildung von sogenannten Sprenggruppen, durch Anschaffung von Waffen und Munition die auf den gewaltsamen Umsturz gerichtete Arbeit der KPD gefordert zu haben. Im Vordergrund des Prozesses steht der am 3. Januar 1931 durchgeföhrte Einbruch in das Spreng ft offlager des Kaliwerkes in Oepitz bei Pößneck, wo den Tätern 52,5 Kg. Am monit in die Hande fielen. Dieser Sprengstoff war zunächst nach Erfurt und auf Grund von Besprechungen auf dem am Sonntag, 4. Januar 1931, in Erfurt tagenden Kongreß der Landesobleute des Bezirkes Groß-Thüringen der KPD. auf Betreiben des inzwischen geflohenen Thüringer Funktionärs Mager alias „Gu- stel" nach Berlin weitergeleitet worden. Schon einige Tage vor diesen Ereignissen war dem Berliner Landeskriminalamt bekannt geworden, daß die KPD. im ganzen Reich soge « elder i entzück' ;tern. ehr MH |te Stunden In I r ündSonne^/1 fehlen Ihnen ßl cht nur unsere 1 nen, preiswerten - IESCHUHE beamte erschienen In dest Reihen der national- sozialistischen Fraktion sieht man einige Abgeordnete mit den neuen Uniformen der SA Abg Kasper (Komm.) verlangt, daß ein Antrag aus Aushebung der neuen 91 o t Derer ö n u n g ohne Debatte an den Hauptausschuß verwiesen wird Der kommunistische Antrag nimmt u.a. auch die Forderung auf, die im Stuttgarter Gemeinderat in einem gemeinsamen Antrag derNationalsoziali st en,Sozialdemo traten und Kommunisten zum Beschluß er hoben wurde und die die Wegsteuerung aller Einkommen über 1 2000 R 'M verlangt Die Debattelofe Ausschußverweisung scheitert am Widerspruch der Deutschnationalen. Ein weiterer kommunistischer Antrag verlangt Einstellung der Zahlungen auf Grund des Poung Plans und aus den Dawes-Anleihen, Aufhebung der Reichsnotverordnungen und Beseitigung der Zölle An der Abstimmung beteiligten sich nur die Nationalsozialisten und Kommunisten. Die Kommunisten stimmen mit Ja, die Nationalsozialisten neben Enthaltungskarten ab. Es werden nur 205 Karten abgegeben. Der Landtag ist also beschlußunfähig. Mit den Stimmen der Kommunisten und der Nationalsozialisten findet der kommunistische Antrag Annahme, die Reichsregierung zu ersuchen, den Austritt Deutschlands aus dem VöI - kerbundzu vollziehen, und das preußische Staats- Ministerium auszusordern, sosort alle Versammlun- gen und Kundgebungen unter freiem Himmel wieder zuzulasten Der Der Abstimmung über den weiteren Antrag der Kommunisten, „Der Landtag fordert den sofortigen Rücktritt der Reichs- regierung v Pape n" ergibt sich erneut Beschluß Unfähigkeit, da nur 177 harten abgegeben wurden. Die Nationalsozialisten und das Zentrum bete.Iigten sich an der Abstimmung nicht. Kommunisten und Sozialdemokraten stimmten mit Ja, die Deutfchnationalen mit Nein. In der neuen Sitzung wird Der nationalsozialistische Antrag angenommen, anläßlich der Vorgänge beim Aufzug der Skagerrakwache den Berliner Polizeipräsidenten Grzesinski s o - fort au entlassen, den Polizeikommandeur Hei- mannsverg vor ein Disziplinargericht zu stellen, sowie die schuldigen Offiziere ihres Dienstes zu entheben Der nationalsozialistische Antxag. sämtliche preußischen Staatsmini st er, die der SPD. und der Staatspartei angehören, wegen schuldhafter Verletzung Der Verfassung und Der Gelehe vor Dem Staatsgerichtshof an« zukIagen. wird abgelehnt. Es folgt die zweite Beratung des vom Rechts- auSschuß beschlossenen Amnestiegefehent- wurfcS. der im wesentlichen auf einen nationalsozialistischen Antrag zurückgeht. Iuftizminister Schmidt: In erster Linie muß ich eindringlich warnen vor einer allzu weiten Ausdehnung der Amnestie. Allein im lausenden Jahre sind bereits m i n - De ft end 40 febmere Blu11atenzur Kenntnis des Justizministeriums gelangt. Angesichts solcher Zahlen muß ich empfehlen, die schwersten Straftaten, insbesondere Die Tötungsdelikte, auSdem Amnestiegeseh herauszunehmen Ich kann die ernste Sorge nicht unterdrücken, daß Die Amnestierung Der Tötungs- Delikte Hemmungen ausschalten muh, in einer Zeit, in DereineNeigung zurMißachtung des Lebens Des politischen Gegners in bedauerlichem Maße zunimmt, und geradezu einen Anreiz für Die Begehung weiterer gleichartiger Straftaten bilden kann. Nach Dem Amnestiegesetz würde 13 249 Personen, die rechtskräftig zu Strafen verurteilt seien, ihre Strafen aber noch nicht verbüßt hätten, Straferlaß gewährt werden. Bei 25 724 Personen wären Die anhängigen Verfahren einzustellen. Insgesamt also würden 38 973 Personen unter Das Amnestie- gefeh fallen. Linker dielen Verurteilten oder Beschuldigten befinden sich 525 Personen, Die wegen Mordes oder Totschlags verurteilt sind oder verfolgt werden. (Lebh. Hört! Hört! im Zentrum und bei den Sozialdemokraten! ferner 79 Personen, die wegen schwerer Körperverletzung, und 15 Personen, Die wegen schweren Raubes sich strafbar gemacht haben. Der Minister bittet um Annahme des Zentrumsantrages. Der vorschlägt, in Den § 4 Des Entwurfs wenigstens DieVerbrechengegen Das Leben, Die schweren Körperverletzungen und Die Fälle des §251 St. auszu nehmen unD diese Fälle nicht mit zu amnestieren. Besondere Bedenken hege er ferner gegen Die Dorfchrist des Entwurfs, nach welcher ein Ausschuß des Landtags eingesetzt werden soll zur Nachprüfung Derjenigen gerichtlichen Entscheidungen, welche d i e Straffreiheit versagten mit Der Befugnis, vergangene gerichtliche Entscheidungen ganz oder teilweise abju- ändern. Hierin liege ein verfassungswidriger Eingriff in Die unabhängige Rechtspflege. Abg. Muhs (Natt.) erklärt: Die Bedenken des Ministers gegen die Amnestie sind nicht stichhaltig. Von Parteien, die eine Amnestie früher in jeder Beziehung befürwortet haben, wird heute behauptet, daß d i c Der Aeltestenrat hat beschlossen. Den Sitzungs- abfchnitt Donnerstag enden zu lassen mit Der Aussprache über Die neue preußische Notverordnung, zu Der auch Finanzminister Klepper das Wort nehmen will. Der Landtag tritt dann am Mittwoch, 2 2. Juni, wieder zusammen, um die endgültige Wahl des Landtagspräsidiums vorzunehmen und den Versuch Der Wahl Des Ministerprösi« D c n t e n zu machen. Zwischen Den Nationalsozia- listen und dem Zentrum sind noch immer keine Verhandlungen zustandegekomrnen. Daher Dürften Die Fraktionen im ersten Wahlgang für ihre eigenen Kandidaten stimmen. Die Sozialdemo, traten werden wiederum den Ministerpräsidenten Broun aufftcUen, während das Zentrum für Dr. Hirtsief er stimmen will. Kanada, Australien, Neuseeland, Südafrika und Bulgarien. Die österreichische Regierung ist nicht eingeladen, da auf der Haager Konferenz bereits die österreichischen Reparationen endgültig geregelt worden sind. Die Sitzungen der Konferenz finden in dem altertümlichen Ehateau d Ouchy statt. Wegen der Ermordung des SowjetkommiffarS Wo- rowski auf der Lausanner Konferenz im Jahre 1923 find Die Kontrollmaßnahmen ungewöhnlich streng. Macdonald ist als Präsident der Konferenz ausersehen. Er wird in der feierlichen Eröffnungssitzung am Donnerstag offiziell gewählt werden. Arn Donnerstag werden lediglich zwei Begrüßungsreden von Dem Schweizer Bundespräsidenten Motta und von Dem PräsiDenten Der Konferenz gehalten werden. W BZ Ä&S -hX** 9te bum kife, bit er fort...« hnnSaueTL d-m . , M mit ihrm 1 16 toortiatg 8tu6h>8 toeggegan» ^loblaliertunb .aL 6» gab Dinge, ornilen 5ic freult ilk Lothar immer wßgkeit wegen. Erlchetnl täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Siebener Familienblatter Heimat an Bild Die Scholle Hlonats-Bejagsprefs: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illuftrien» , 1 80 Zustellgebühr . , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. zernfprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger tiefcen. Postscheckkonto: jfranlfuri am Blain 11686. nannte Sprenggruppen bilde und daß von ihr in verschiedenen Orten große Sprengstoff- und Waffendepots angelegt worden feien. Geheimnisvolle Besprechungen spielten insbesondere nach Bre Mau hinüber, wohin sogar- Spreng- stofftransporte von Berlin aus gegangen sein sollten. Ein Berliner Funktionär — es han Delte sich um den außer Landes befindlichen Josef Gutsche — hatte einige Parteigenossen in Breslau I sogar an Hand einer vom Militär ftam-l Oie deutsche Delegation vor der presse. Lausanne, 15. Juni. (TLl., Funkspruch.) Die verantwortlichen deutschen Minister auf der Lausanner Konferenz haben heute vor der deutschen Presse folgende Erklärungen abgegeben: Reichskanzler von papen betonte, die auf der Konferenz zur Verhandlung gelangenden Probleme feien i y m nicht fremd. Die deutsche Regierung werde selbstverständlich mit Der gleichen Festigkeit w i e ihre Vorgängerin Die nationalen Notwendigkeiten vertreten. Es handele sich jetzt nicht nur um die Frage, einen endgültigen Strich unter das Reparationsproblem zu ziehen, vielmehr müßte dieses Problem in feiner ganzen Tragweite sowie die Gesamtlage, in Der sich das gesamte Europa heute befinde, mit Den übrigen Staatsmännern vertraucnsoc^l behandelt werden. Die gesamte Oeffentlichkeit erwarte heute von Den Staatsmännern Taten. Die gegen- toärtige außerordentlich ernste Lage vertrage es nicht mehr, daß diese Konferenz nur mit Besprechungen und Zusicherungen ende. Dic Aufgabe vieler Konferenz sei, einen endgültigen Auftrieb für Deutschland und damit für das gesamte Europa zu finden. Dic heutigen ersten Dorbefpre- werde sich daher mit zwei großen Problemen zu befassen haben: dem Reparationsproblem und dem großen wirtschaftlichen Problem. Ls sei die Tragik aller bisherigen Konferenzen gewesen, daß sie immer zu spät gekommen seien. Line großzügig eingeleitete Regelung der Reparationsfrage unmittelbar nach dem Hoover- Moratorium im vorigen Jahre hätte damals vielleicht die Möglichkeit gegeben, die Krise stark einzuschränken. Ob jetzt zur lleberwindung der Weltwirtschaftskrise die Regelung der Reparationsfrage allein genüge, sei entschieden die Jrage. Die deutsche Regierung werde daher gerade der Frage der wirtschaftlichen Probleme die größte Beachtung schenken müssen. Die Regelung der Reparationsfrage sei zweifellos eine Voraussetzung für die Lösung der w'.rtschasts- frage. Ohne eine solche Lösung sei eine Gesundung der Wirtschaft nicht zu erreichen. Beide Fragen gehörten zusammen. Aber die Herbeiführung einer Gesamtgesundung der Weltwirtschaft sei jetzt eine unerläßliche Ausgabe geworden. Ob diese Konferenz für beide Fragen reif sei, sei allerdings die Frage. Reichsaußenniinister Irhr. v. Neurath erklärte sodann, daß die Delegation auf der Konferenz selbstverständlich versuchen werde, dem nationalen Interesse Deutschlands gerecht zu werden, lieber die Methoden könne vorläufig noch nichts gesagt werden. Der optimistische Ton der ausländischen Presse entspreche in keiner Weise der tatsächlich ernsten Lage, wenn auch die Erkenntnis von der Unmöglichkeit weiterer Reparationszahlungen Deutschlands allgemein durchgedrungen sei, sei es jedoch noch ein weiter Schritt bis zu deren offiziellen Anerkennung. Der Reichsaußenminister betonte, er teile keineswegs den sich vielfach geltend machenden Optimismus, daß auf der Lausanner Konferenz bereits in wenigen Tagen eine positive Lösung erreicht werde. Der Zusammenschluß der bürgerlichen Rechten. Eine Erklärung des Aktionsausschusses. Berlin, 15. Sunt (CAD.) Der Aktionsaus- schuh, der gestern in der Konferenz zur Reu- bildung der bürgerlichen Rechten eingesetzt worden ist, veröffentlicht folgende Erklärung über die gestrige Besprechung: Die am 14. Juni aus allen Teilen des Reiches zahlreich erschienenen Persönlichkeiten aus den bürgerlichen Schichten unseres Volkes waren in dem Willen einig, aUe geeigneten Schritte zu unternehmen, um eine einheitliche Zusammenfassung aller nationalenKräste herbeizuführen, die a u f dem Boden der bestehenden Wirtschaftsordnung für Freiheit, Sauberkeit und Gröhe von Staat und Vaterland zu kämpfen bereit sind. Der am 14. Juni gewählte Arbeitsausschuh erwartet von allen national-bürgerlichen Parteien die Bereitschaft, sich unter Deiseitestellung aller parteipolitischen Interessen zu diesem Werk zu vereinigen. Er wird sich seinerseits für dieses Ziel durch Verhandlungen mit allen in Frage kommenden Parteien, Verbänden und Vereinigungen einsetzen. Oie Giaatspariei bleibi selbständig. Berlin, 15. Juni. (CAD.) Don der Leitung der Deutschen Staatspartei wird mitgeteilt: Die Deutsche Staatspartei hat auf der Sitzung ihres Gesamtvorstandes am Sonntag offen und klar die Voraussetzungen gekennzeichnet, unter denen sie eine kraftvolle Zusammenfassung der verfassungstreuen Mitte unterstützen würde. Leider sind alle Sammlungsbe- strebungen in dieser Richtung gescheitert. Jetzt bleibt nur noch die Sammlung in der Deutschen Staatspartei, die als einzige intakte Mittelpartei verpflichtet und entschlossen ist, den Wahlkampf im ganzen Reich mit aller Kraft aufzunehmen. Sie wird diesen Kampf führen unter der Lösung „Gegen Radikalismus und Reaktion, gegen Sozialismus in jeder Form, für Frieden und Freiheit nach auhen, für Ordnung, Recht und Sicherheit im Innern, für Arbeitsbeschaffung und Siedlung sowie Lebensraum für die deutsche Jugend." - Angeln am Knierowsee. Don Charlie Noellinghoff. Wieviel Mann kannst du in deinem neuen Wagen mitnehmen? fragte Jupp. „Du muht rechnen, dah ein Platz für die Geräte abzuziehen ist!" „Um Gottes willen! Ich verstehe immer Geräte!" sagte Kurt. „Wir wollen doch nicht etwa angeln fahren?" „Ratürlich wollen wir angeln fahren!" sprach Jupp ernst. „Es gibt keine bessere Zeit zum Angeln. Gerade um diese Zeit steht der Fisch ausgezeichnet unten!" Hier legte sich Erich ins Mittel: „Es ist ein Unfug, so zu sprechen! Ich möchte wissen, wer die Märchen aufbringt! Meines Wissens siebt momentan die Plötze oben!" „Was tut die Plötze?!" fragte Jupp drohend. (Wobei hinzuzufügen ist, dah Jupp lebenslängliches Halbehrenmitglied der Aorddeutschen Grundanglerloge ist.) „Was tut die Plötze???" „Die Plötze siebt momentan!" beharrte Erich. „Hm. Das war mir nicht bekannt", gab Jupp zu. „Soviel ist jedenfalls sicher, dah es gar keine bessere Zeit gibt..." Erich bekam einen strahlenden Gesichtsausdruck und sprach lange Zeit. Er pries das Stehvermögen der jungen Domschleichen: seine Zunge schnalzte bei seinen Auslassungen über das Familienleben der Quintettforelle: und sein linkes Auge erglänzte, als er den gemeinen Dierbarsch erwähnte. Zu alledem schüttelte Jupp das Haupt. „Wir werden ja sehen," sprach er, „wenn wir Sonnabend hinausfahren. Kurt bringt uns mit den Geräten zum Knierowsee." Hier platzte Walters lange zugehaltene komische Ader. „Knierowsee??? Ich weih nur, dah im Knierowsee ein Pferd ertrunken sein muh!" „Was hat das mit uns zu tun?" fragte Jupp scharf. „Wenn das Pferd dort ertrunken ist, so hätte es eben vorsichtiger sein sollen! Man hätte Der unerbetene pvien-Besucv im Säten von Sanzi« Oaö Kriegsschiff „Wicher" wieder ausgelaufen. - Protest des Danziger Senats beim Völkerbundskommiffar. Danzig, 15. Ium. (TU.) Nachdem fünf englische Torpedobootszerstörer zum Besuch Danzigs gestern abend auf der Reede geankert hatten, traf, wie schon kurz gemeldet, in der Nacht ganz überraschend der polnische Torpedoboot s z e r st ö r e r „Wichet ein und a n - kerte in unmittelbarer Nähe der englischen Zerstörer. Kurze Zeit, nachdem die englischen Zerstörer heute früh in den Danziger Hafen eingelaufen waren, lief auch der po lnische Zerstörer in den Hafen ein und machte an der Westerplatte fest, ohne die v o r g e s ch r i e b e n e Erlaubnis des Danziger Senats einzuholen. Der polnische Kommandant machte darauf dem englischen Kommandanten des Zerstörers „Campbell" einen Besuch. Das - Verhalten des polnischen Zerstörers stellt eine der schwer st en polnischen Herausforderungen gegenüber der Freien Stadt Danzig dar. Der Zerstörer hat unter Mißachtung der Anlaufbestimmungen, die aufgrund der letzten Völkerbundsentscheidung von Danzig erlassen worden sind, den Danziger Hafen angelaufen, noch dazu ausgerechnet zum Zeitpunkt des englischen Flottenbesuches. Der Senat hat sofort die nötigen Schritte unternommen und bei den polnischen Behörden interveniert. Der Senat ist benachrichtigt worden, daß das Schiff Anweisung bekommen hat, unverzüglich den Hafen von Danzig zu verlassen. Auf eine vom Danziger Senat dem Generalkommissar Polens in Danzig überreichte Protestnote hat der Generalkommissar erklärt, daß das polnische Torpedoboot den Danziger Hafen angelaufen hat, u m e n t- sprechend dem bisherigen Brauch die englische Flottille zu begrüßen. Der Generalkommissar erinnerte gleichzeitig daran, dah die polnische Regierung die von der Danziger Regierung einseitig erlassenen Hafenanordnungen nicht anerkannt hat und diese nicht als bindende Rechtsnormen betrachtet. Die vom Senat der Freien Stadt Danzig gestellte Forderung, daß das Torpedoboot b 14 Uhr den Danziger Hafen verlassen soll, wurde vom Generalkommissar nicht zur Kenntnis genommen Tatsächlich hat jedoch das polnische Kriegsschiff den Danziger Hafen nach einem Aufenthalt von 5* Stunden verlassen. Die Danziger Regierung hat die Angelegenheit dem Kommissar des Völkerbundes in Danzig vorgelegt mit der Bitte, festzustellen, daß die polnische Regierung durch ihr Vorgehen eine durch den Völkerbundsrat ausdrücklich verbotene action d i recte begangen habe. Der Eisenbahnfrevler Matuschka auf der Anklagebank. Beginn des ersten Sensationsprozeffeö in Wien. Wien, 15.Juni. (WTB.) Der Prozeß gegen den Eisenbahnfrevler Sylvester Matuschka begann mit einiger Verzögerung unter allen Anzeichen der Sensation. Schon lange vor Beginn der Verhandlung hatten sich vor dem Haupttor des Landgerichts hunderte von Personen eingefunden, von denen aber nur ein kleiner Teil mit Karten Einlaß finden konnte. Auf dem Tisch des Vorsitzenden im Gerichtssaal liegen Bruchstücke von Eisenbahnschienen und Schrauben, Kleidungsstücke und Schachteln. Aach und nach kommen auch die Zeugen in den Saal, darunter Frau Irno Matuschka, mittelgroß und schlank mit sympathischen Gesichts- zügen. Sie ist ziemlich blaß. Eine Minute vor 9.30 Ahr betritt Matuschka, begleitet von einem Iustizwachbeamten den Saal. Er mustert aufmerksam das Publikum und nimmt dann auf der Anklagebank Platz. Auf der Anllagebank breitet Matuschka vor sich eineMenge Papiere aus, aus denen er vermutlich die wiederholt an- gekündigte große Rede halten will. Diese Rede hat er in verschiedenen Entwürfen abgefaßt und in verschiedenen Farben niedergeschrieben, so einen Aufruf an das ungarische Volk in den Farben rot, grün, blau und gelb, teils mit Tinte, teils mit Farbstift. Im gleichen Augenblick betritt der Gerichtshof, an der Spitze Oberlandesgerichtsrat Dr. Z e i ö - l e r den Saal. Unter atemloser Spannung des Publikums ruft der Vorsitzende den Angeklagten auf. Matuschka spricht stark mit ungarischem Akzent. Auf die Frage seiner Religionszugehörigkeit schreit er fast: „Römisch-katholisch bin ich." Dors.: „W a s sind Sie von Berus?" Matuschka: „Eisenbahnattentäte r." Auf den Einwand des Vorsitzenden, daß das doch kein Beruf sei, erwidert Matuschka schließlich, er sei Kaufmann gewesen. Aach Aufnahme der Per- Blick in den Sitzungssaal. Links der angeklagte Eisenbahn-Attentäter (X). fonalien und Vereidigung der beiden Schössen folgt der Zeugenausruf. 2lls Frau Matuschka auf» gerufen wird, schaut der Angeklagte blinzelnd zu ihr herüber. Die Zeugin wurde für Freitag vorgeladen. Auf eine Frage des Berichterstatters, ob sie ihren Gatten für zurechnungsfähig halte, antwortet Frau Matuschka, dah sie ihren Mann auf keinen Fall für zurechnungsfähig halte. Als die Zeugin beim Verlassen des Saales an ihrem Mann vorübergeht, rutscht er auf der Dank zu ihr und wirft ihr zwei Kußhände zu. Dabei verzieht er das Gesicht wie ein weinerliches Kind. Frau Matuschka winkt im Vorübergehen mit der Hand. — Der Schriftführer beginnt dann mit der Verlesung der 30 Seiten langen Anklageschrift. Die Vernehmung deS Angeklaalen Bei Verlesung der Anklageschrift benimmt sich Matuschka sehr nervös, sein Körper ist in ständiger Bewegung. Er meint wiederholt, schneidet Grünmassen und murmelt vor sich hin. Nach der Verlesung beantragt der Verteidiger, ungeachtet des psychiatrischen Gutachtens das Gutachten eines Individualpsychologen anzuhören, und stellt den Antrag, Dr. Alfred Adler zur Verhandlung hinzu- zuziehen. Dieser Antrag wurde a o ept lehnt. Sodann wird mit der Vernehmung des Angeklagten begonnen. Unter lautloser Stille fragt bann der Vorsitzende Matuschka erneut, ob er sich im ganzen Umfange der Anklage schuldig bekenne. Der Angeklagte antwortet mit Ja und wendet sich erregt gegen seinen Verteidiger. Seine weiteren Ausführungen sind ein unverständliches mit ungarischen Brocken ver- mischtes Kauderwelsch, das er laut schreiend vorbringt. Erst allmählich wird er verständlich. Er schilderte seine Einjährigenzeit 1913 beim 6. Hvnved- Jnsanterie-Regiment, seine Kriegsauszeichnungen, seine Abkommandierung in eine Einjährigenschule und dann seinen Frontdienst, wobei, er Kommandant einer Maschinengewehrabteilung gewesen sei. Unter großer Aufregung weinend und schreiend beschreibt er ein großes Gefecht, in dem allein 20 Offiziere gefallen seien. Er habe alle acht Maschinengewehre schießen lassen und die Toten hätten meterhoch gelegen. Matuschka erzählt dann von seiner Verheiratung, seinem Handel mit Petroleum und seiner Lehrtätigkeit. In Budapest habe er ein Gemischtwarengeschäft und drei Häuser gehabt. Dann erzählt er von der Gründung einer Aktiengesellschaft, deren erster Direktor und Vorsitzender er gewesen sei. Nach Wien sei er zum zweiten Male im Iayre 1927 in der Absicht, Häuser zu kaufen, gekommen. Auf der Fahrt nach Budapest sei ihm ein Geist begegne t, der ihm nahegelegt habe, die Eisen- baßnan(d)(pge zu verüben. Der Zweck der Anschläge sei gewesen, die Eisendahndirekio- n e n z u erschrecken. Er habe sie zwingen wollen, eine von i h m gemachte Erfindung über Zugsicherung, was er „technischen Umbau" nennt, einzuführen. Er schildert dann sehr wortreich, wie er sich diese Erfindung in der Praxis vorstellt. In Budapest habe er auf Anraten des Geistes, der ihm auch empfahl, eine Sekte zu gründen, das Haus, in dem sich das für die Sekte bestimmte Büro befand, mit allen Farben bemalen zu lassen. Diese Farben sollten das Sinnbild aller Religionen sein, denen zu dienen er beabsichtigt habe. Der Geist habe ihm den Vorschlag gemacht, die Gegend von Ansbach au einem Eisenbahnanschlag zu benutzen. Seine Absicht sei gewesen, dadurch berühmt zu werden. Er habe gewollt, daß alle Zeitungen über ihn schrieben. Menschenleben habe er nicht aufs Spiel setzen wollen. Dann tritt eine Pause ein. Parteien und Rundfunk. Wahlreden in der Woche vor der Reichstaqswahl. Berlin, 15. Juni. (WTB.) Die Reichsregierung hat beschlossen, für die bevorstehende Reichstagswahl den Parteien den Rundfunk nach Maßgabe folgender Richtlinien zur Verfügung zu stellen: 1. Wahlreden können Parteien halten, deren Wahlvorschläge zur bevorstehenden Reichstagswahl zugelassen werden, sofern jede dieser Parteien im Zeitpunkt der Auflösung des letzten Reichstages mindestens in Fraktions- stärke (15) vertreten war. Auf die Kommunistische Partei findet dies keine Anwendung. Gehen mehrere im letzten Reichstag vertreten gewesene Parteien in Form von gemeinschaftlichen Reichswahlvorschlägen oder ähnlichem zur Stimmverwertung getroffenen wahltechnischen Maßnahmen zusammen, so wird es ins Familienbad schicken sollen, dein Pferd! Woher weißt du das denn übrigens?" „Weil wir dort einmal angelten! Rach vier Stunden zuckte die Schnur, und der Kork verschwand! Ich zog und zog ..." „Ein Riefenkarvfen!??..." Jupp war aufgesprungen und hatte ein Bierglas zermalmt. „Rein!" Walter erhöhte die Spannung. „Er wird uns erzählen, er hätte am Knierowsee Pferde geangelt!" äußerte Kurt mit einem skeptischen Lächeln. „Das nicht", fuhr Walter fort. „Aber ein Hufeisen zog ich heraus! Wenn das Pferd gut gepflegt war, müssen noch dreie drin sein. Laßt uns zum Knierowsee fahren!" „Roch drei Pferde?" fragte Erich. „Also ich gehe jede Wette ein", erhitzte sich Jupp, „daß wir am Knierowsee nach Karpfen angeln werden!" „ Feine Wette!" lachte Walter. „Du wirst eine leere Odolflafche herausfischen und sagen, das hätte nichts auf sich. — Du für deinen Teil hättest trotzdem nach Karpfen geangelt, was?" „Egal!" entschied Erich. „Laßt uns hinaus- fahren! Die Silbersittiche des Distelfisches werden über uns hinstreichen... Die Glöckchen des Almenherings werden traulich läuten... Der fleißige Kreuzstichling wird am Gestade sticken... And dreist wird auch des Flachsstints Tritt den Pfad des stolzen Waldhechts kreuzen!..." Jupp, Kurt, Walter und Erich saßen an einem idyllischen Plätzchen des Knierowsees. Walters blondgelocktes Haupt lehnte an einem Wellblechlasten mit der Inschrift: „Hoch- und Tiefbau-AG. Knüllke, Berlin"... Kurts Auto stand neben einem Stapel verrosteter Schienen. Hierzu summte leise ein frischlackierter Tele- graphenpsosten. Aus dem benachbarten Wirtshaus klangen erhebend die Töne des elektrischen Klaviers: „Wer hat Opapa die Reese Dollgeschmiert mit Mayonnaise???" Vier Stunden saßen sie so. Es hatte mehrmals gebissen. Ameisen, Hornissen, Mücken und anderes I Getier. Erich führte dieses auf sein süßes Blut zurück und erzählte zum etlichsten Male die Geschichte seines Vaters, der dem Feldmarschall Ra- dezky das Leben gerettet hätte. In Krzmoszeszky war das, und der Feldmarschall konnte vor Wanzen nicht schlafen, bis er mit Erichs Vater das Lager tauschte. Worauf sie Erichs Vater hatte und Radezky so gut schlief, daß er den Aeberfall der Feindlichen verpaßte und dermaßen am Leben blieb. Am Abend saßen die Vier im Wirtshaus, und nach einem Blick auf die Karte der Atzungen schrie Jupp heißajuchhe auf: „Was habe ich gesagt!! Karpfen blau!! Ich weiß schon, was ich sage! Mir wollt ihrs ja nicht glauben! Der Knierowsee ist berühmt durch seine Karpfen! Wenn wir nur noch ein bischen Geduld gehabt hätten!..." And als Walter noch eine Portion nachbestellen wollte, meinte der Kellner: „'Mure sehr! Kommen erst morgen wieder aus der Stadt frische!..." Oer Bayer weint mit Humor. Die Bayern sind, wie alle Hochgebirgler, in ihrem Humor nicht zu übertreffen. Sie lassen sich auch ihren Humor durch nichts übertreffen. Sie gehören zu den Wenigen, die erkannt haben, daß es nichts in der Welt gibt, was so traurig wäre, dah es nicht noch ein Quentchen Humor vertrüge. And wiederum ist von allen Humoren der unfreiwillige der beste. Eine Schneidermeistersfrau war zur Witwe geworden und machte dies der Verwandtschaft und Kundschaft in folgender Anzeige bekannt: „Heute morgen schied ins Land der Geister — an der Schwindsucht unheilbarem Weh — mein geliebter Mann, der Schneidermeister — P. P. Paul im zwölften Jahr der Eh'. — Alle, die den Seligen kannten — wissen wohl, was ich an ihm verlor. — Still zu trauern bitt’ ich die Verwandten: — mein Geschäft betreib' ich wie zuvor." — Das ist ebenso köstlich, wie die berühmte Grabinschrift, die man auch da oben in den Bergen zu suchen hat, die ein Witwer zum Andenken an seine dahin» gegangene Gattin für ewige Zeiten in Stein hauen ließ: „Jetzt hat der Satan seine Ruh' — und ich dazu!" Oer Kongreß der Tippelkunden. Es gibt seit einigen Jahren einen Reichsverband der Tippelbrüder, der alljährlich einen ordentlichen Reichskongreß abhält. Die Leute, deren Feld die Welt ist, d. h. soweit sie in Landstraßen eingeteilt wurde, die von Herberge zu Herberge zrehen, wollten nicht länger heimatlos sein, sondern ihre sozialen Belange ebenso gesichert wissen wie die der Seßhaften. Man protestierte gegen die Ausnutzung der Wanderer in den Herbergen, verdammte das Klinkenputzen als standesunwürdig, wollte eigene Heime errichten usw. Der diesjährige Kongreß fand in Hamburg statt, zu dem sich aber nur knapp 500 Ritter von der Landstraße eingefunden hatten. Abgerissen und zerlumpt, vom Hunger gepeinigt, zeigte es sich, daß die Teilnehmer des Kongresses heute nichts mehr von der Poesie der Landstraße empfinden, vielmehr zu der Ansicht bekehrt worden sind, daß die Romantik des Tippelbruders nur solange lebendig Bleibt, wie die Kunden als Parasiten des Aeberflusses ihr beschränktes, aber ruhiges Auskommen finden, daß diese Romantik in einer Zeit der allgemeinen Rot aber rasch verschwindet. Die Diskussionsredner äußerten alle den Wunsch, wieder seßhaft zu werden, geregelte Arbeit zu finden. Aber wie das so geht, die süße Sünde des Richtstuns ist ein demoralisierendes Gift, das vor allem die Entschlußfähigkeit lähmt. Auch der Kongreß der Nichtstuer konnte sich zu keinen Entschlüssen aufraffen. Als ein kommunistischer Redner zur Gründung eines kommunistischen Komitees auf- forderte, wurde der Kongreß aufgelöst, die Teilnehmer liefen auseinander, ins Asyl für Obdachlose ober auf die Landstraße. •Äs* wnn jxj-’.r -°n. **»$» I bai ®er£?? “■Hilfe Neflaatoi !i" «Sn *» JfSMfe s?**Sjr $£*'«* W,'u erneut ob « -«yrj Äst «roden oer. ^rr laut Ichrej.nl. «Ntanblid), 6r 13 beim ö.jjonoeb. 'E^usZeichnunoen, ° ^niahr.genschule ö«/tr Rommanbant P« Itt Unter ' Wnb bfltbreibt ‘fQldjmeneemebre Hüten meterhoch gt. oon (einer Derhei. ^oleum und (einer ,e er ein Temijchl, ' gehabt. Dann er. i« rtttienge(ett(chost, l’Benber er geoelen i*en Male im Jahre 1 lausen, gelommen. (ei ihm ein Seist eg« habe, die Äsen, er Zweck der An. nbahndirekio. ibe sie zwingen ool- chle Erfindung los er „technischen r schildert dann sehr Erfindung in der habe er aus Anra- ■ id) empfahl, eine Haus, in dem sich Büro besand, mit i||en. Tiefe Farben ligionen (ein, denen Ter Seist habe ihm lend von Ansbach |u benutzen. Seine h berühmt zu laß alle Reifungen :ben habe er nicht tritt eine Pause ein. tundsunt. N ieichStastSwahl. B.) Die Aeichsregie« ^vorstehende Reichs- tundsunl nach Mah- zur Verfügung zu Parteien gölten, be« .orstehenden Reich«- , Wern jebe W Üuslösung deS, letzten in Frakt.ons ,ar. Aul die Äom finbet dies leine rore im letzten Rei^- leien in S°m leichsmhlv°« rtcertung zusammen, (o S - * L e Zeiten in J*« Satan (eine M jppelkunden. ti1 Sic W abhalt- Land- I. l^Krgt I» ie von WSJlol ehj 2 eknfo y Belange ptc- nC Mlenpu^ e $cnLÄ je fcjrtr knapp ich n haf ehr von W 2n. bie^Antit V oft bte .M.i6t wie WÄ ihr des " fiiM 2ln^^s?aemeinen et. Diesehhast ‘u**3b«e,i x »j8«,, «n«? E das v j.^greb •* &911' - S&j Ig4&* tm leiten tiger eint* eines oer- Vorsitzenben des IleberwachungSau-schusse« Reich-Ministerium deS Inneren einzureichen. kaust wurde. Der Verkäufer wurde wegen Betrugs verurteilt, weil er dos Geld nicht abgeführt hat. Nun fchc.nt diese Sache zum Ausgangspunkt einer weiteren Affäre zu werden, um so mehr, als sich nachträglich herausgestellt hat, dah das nach Saarbrücken verkaufte Bild eine Fälschung war, während das echte Bild nach Nürnberg verkauft wurde. Einer der Beteiligten hat bei der Staats- anwaltfchaft em Geständnis eingereicht. Die Polizei ist damit beschäftigt, die Angelegenheit zu prüfen, insbesondere dahingehend, ob weitere Fälschungen im Saargebiet oder anderwärts vertrie« ben wurden Eine Verhaftung ist bereits erfolgt, weitere dürsten beoorstehen. Aus aller Welt. Festspiele de» Deutschen Schiller-Bunde». Tleue Bilderfälschungsaffäre in Frankfurt. WSN. Frankfurt o. M., 15. Juni. Dor ger Zeit lief in Frankfurt ein Prozeh wegen Defregger-Bildes, das nach dem Saargebiet auch di« Vereinigte Wählergruppe zugelassen. wenn die in chr zusammengeschloisrnen Parteien im .«Uten Reichstage -usammenvon mindesten- 1 5 Abgeordneten vertreten toaren. 2. Jede zum Rundfunk zugelassene Partei oder Parteigruppe stellt einen Redner, delfen Auswahl ihr überladen bleibt Die Reden werden über den Deutschlandsender gehalten und auf alle Sender übertragen. 3. Für di« Durchsage der Wahlreden werden di« dem Wahlsonntag vorangehenden sech - Werktage, und zwar b;e Stunden von 19 bis 20 Uhr zur Verfügung gestellt. Jedem Redner stehen 25 ^Minuten zur Verfü- Sung. ®Te Reihenfolge der Reden wird durch i« Stärke der Parteien im letzten Reichstag dergestalt bestimmt, dah die schwächst« Partei di« Rednerreihe eröffnet. 4. Die Manuskript« der Reden sind dem Selbstexpenment am Galgen Oie Wissenschaft vom Tod. — Schmerzloses Sterben. von Or 3. Walter. 90000 Mark Reichszuschuß für das Mainzer Stadttheater. WDR. Mainz, 15. Juni. Die Bemühungen der Stadt Mainz um Erlangung eines Reichs- zuschusses für das Mainzer Stadttheater haben nunmehr zu einem Erfolg geführt. Der Reichsfinanzminister hat für daS Mainzer Stadttheater einen Reichszuschuß von 90000 W k. aus dem We st Hilfefonds bewilligt. Wie der »Mainzer Anzeiger" erfährt, sind für kulturelle Zwecke deS Doltsftootes Heften 162 000 Mk. bewilligt worden. Der weitaus größte Teil dieses Betrages entfällt also auf das Stadttheater in Mainz. Auch für andere kulturelle Mainzer Zwecke sind Reichszuschüsse bewilligt worden. Aus Oer provmzialhauvftladt. Dietzen, den 16. 3uni 1932. Was unsere Ab.tunenten w.rden. Don der Berus»beratungsstelle beim Arbeitsamt Bietzen wird mitgeteilt: lieber die Berufswahl und Lerufsuot der Abiturienten sowie über Hochschulüberfullung wird viel ( cschrieben, geredet und an höheren und Höchsten Stellen verhandelt. 2m allgemeinen ist man über Oie Lage der Abiturienten gut im Bilde, ohne daß um- affenbe zahlenmäßige Unterlagen dafür vorhanden waren. Die ReichsanstaU für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, zu der bekanntlich auch die öffentliche Berufsberatung gehört, versucht deshalb auf dem Wege einer Enquete durch die Arbeitsämter über das augenblickliche Berufsschicksal der in rage kommenden Schulabganger statistisches Ma- terial für das gayz« Reich zu erhalten. 2n Verfolg dieser Bestrebungen haben uns in anerkennenswerter Weise 10 von den 11 höheren Lehranstalten (SoUanftalten) unseres Ar b e i t » - amtsbezirks (Oberhessen) die Anschriften ämtlicher an Ostern 1931 entlassener Abiturienten und Abiturientinnen .mitgeteilt. Noch einem Jahr Der Arzt, der sich angesichts einer Gelehrtenversammlung mit Lucsgift infizierte, um sein Vertrauen zu einem von ihm erfundenen neuen Heilmittel dagegen xu demonstrieren: der Forscher, der einige Löffel lyphusbazillen herunterschluckte, um die an- gebl.che Ungefährlichkeit von Erregern zu beweisen, der Chirurg, der sich eine frisch herausoperierte Krebsgeschwulst in seinen Oberschenkel einpjlanzen ließ, um nachzuweisen, daß Krebs unübertragbar sei, der Gelehrte, der sich einen Gummischlouch von der Armvene aus bis in» Innere seines Herzens schob: diese Heroen der Wisienschast, die ihr Leden aufs Spiel setzten, um die Forichung zu fördern, sind Überboten, übertrumpft von den Sclbstexperi- menten eine» Bukarester Professors und dessen mutiger Schüler, die daran gingen, am eigenen Leib das Sterben zu erforschen! Im Hof ihre» Instituts war ein Galgen errichtet worden. Ein regelrechter, ein wirklicher Galgen. Und an diesem Galgen baumelte, die schlinge um den Hals, einmal der Professor, ein andermal einer der Studenten. Der strangulierende Galgenstrick wird angezogen, er würgt den Hals, unterbindet den Blutzusluh zum Gehirn, der Körper verfallt in kurze konvulsivische Zuckungen, wird dann reglos, steif. In diesem Augenblick springen die anderen hinzu, durchschneiden den Strick und rufen das menschliche Versuchskaninchen ins Leben zurück. Das menschliche Versuchskaninchen: e» war nämlich nur ein Versuch, ein wissenschaftliches Experiment, mit der Aufgabe, da» Sterben des Menfchen zu erforschen. Ein kurzer Ausflug in das unentdeckte Land, von des Bezirk kein Wanderer wiederkehrt. Der Wanderer kehrte wieder. Und erzählte, wie das Sterben am Galgen ift Alle, die sich da in dem Bukarester Institut an den Galgen hangen ließen, dec Profesior und seine Studenten, berichten übereinstimmend. Sie sahen einen ungemein grellen Blitz — den Reiz des Sehnervs —, hörten eine knallende Detonation — der Reiz des Hörnervs — und gleich darauf verloren sie das Bewußtsein. Don den Krämpfen und Zuckungen ihres erstickenden Leibes spürten sie nichts mehr, der Todeskampf bleibt unbewußt, von einem gütigen Schleier dem empfindenden Ich verdeckt. Das Sterben wird nicht mehr „erlebt", selbst nicht das Sterben am Galgen, das als das qualvollste und fürchterlichste gilt. Auch sonst aber hat die wissenschaftliche Erkenntnis den Tod feiner vermeintlichen Schrecken benommen. Dr. F. Kahn hat sechs Typen des Sterbens ausgestellt und nur ein einziger Typ verläuft ahne Trübung des Bewußt- seins: bei allen anderen stirbt der Körper, wenn das klare Denken bereits ausgeschaltet ist. Der erste Typus des Sterbens wird vom gleichzeitigen plötzlichen Erlöschen des Bewußtseins und des körper- lichen Lebens gestellt. Als Beispiel führt Kadn das Ende Thorwaldsens an: der 74fährige fühlte sich zwar seit einigen Tagen nicht recht wohl, hatte aber vormittags noch an einer Lutherbüste gearbeitet. Schutzes hat sich die Stadt Gießen schon durch Schrotschußverbot gegen ein Ausschinden ihrer Jagden im Rahmen des Iagdpachtvertrags schützen müsien, indem sie ftonoentionalftrafen einführte. Nach Schluß des geschäftlichen Teils sprach Ober- forstmeister Nicolaus über „Der deutsche Wald in Vergangenheit und Gegenwart". Der Vortrag, der den Weidmann einführen wollte in das Leben, die Bedeutung und Wirtschaft unseres Waldes und der getragen war von der warmen Liebe des Forstmannes und Jägers zu unserem schönen deutschen Wald, sand dankbarste Aufnahme. •• Der Christliche Sängerbund des Kreises Gießen, dem auch einige Gesangs chöre des Streifes Wetzlar angeschlossen sind, feierte am Sonntag auf der hiesigen Waldbühne fein Streis- fest, das sehr zahlreich besucht war. Nach einem Po- faunenoortrag eröffnete der Kreisoerbandsoorsitzende, Prediger W a ch o w i tz (Bellnhausen), das Fest mit Schriftoerlesung und Gebet Die vereinigten Gemischten Chöre (Leitung Dirigent C- M o tz) brachten dann einen Chorvortrag Prediger Schmidt von der Gießener Stadtmission sprach herzliche Worte der Begrüßung an die Vereine und Festgäste. Prediger Peters (Mücke) und Inspektor Euler (Marburg) hielten Festansprachen, in denen betont wurde, dah das evangelische Lied, das Lied von dem auferstandenen und erhöhten Herrn, in unser Volk, gleich dem gesprochenen Wort, hineingesungen werden müßte. Prediger W a ch o w i tz hielt die Schluh- ansprache Mit Danklied, Gebet und Seg#n fand bas Fest fein Ende. Bemerkt sei noch, daß die Leistungen der Einzelchöre, wie auch der beiden Malsenchöre auf recht beachtlicher Höhe standen. aber ihn auf weibliches Rehwild gestattet, kann nur als Uebergangsmaßnahme gewertet werden und wird deshalb auch fernerhin bekämpft werden. Die Gefahren, die gerade in ben heutigen Zeichen Wilbbestänben von feiten geschäftstüchtig - Iagbpächter drohen, sind bei Beibehaltung des herbstlichen Schrotfchufses enorm und sollten auch von ben Gemeinden erkannt werben. Mangels gesetzlichen speiste mittags in bester Laune mit dem Dichter Ochlenschlager und dem Märchenerzähler Andersen und gir.g abends ins Theater. Er erwartete auf feinem Sitz gleich den anderen Zuschauern den Aufzug des Vorhanges, als man plötzlich lab, dah er vom Sesiel gesunken war — lautlos, ohne Erregung, ohne Bewegung. Er war lot. Die große Kranzader seines Herzens hatte sich verstopft und so den schmerzlosen Sttllftand des Herzens und des Blutumlaufs bewirkt. Verdältnismähig rasch einlehenber Bewußt- seinsoerlust und langsame- Sterben de- Karp^S charakterisiert den Rarkosetyp des Sterberr«, wie e- bei Zuckerkranken, bei Harnvergiftung Rieren- leidender, bei Hirnhautentzündung und Leucht- gaSveraiftung erfolgt. Die Schlafkranken sterben einen solchen Tod. sie werden erst benommen, müde verfallen in einen Schlaf, der immer tiefer wird, buchstäblich tiefer, da er immer weiter in das Innere des Gehirns eindringt, bis er nach Wochen vielleicht das Atemzentrum erreicht. Der Kranke ist .entschlafen". Dazwischen liegt der -weite Typ. bei dem daS Bewußtsein durch einen Schlaganfall etwa augenblicklich erlischt, der körperliche Tod aber erst nach längerer Dewuhtlosig- keit erlösend eintritt. Völlig anders find die drei übrigen Formen deS menschlichen Sterben- geartet. Hier erfolgt daS Sterben unter Empfindungen, bei Bewußtsein, wenn auch nicht Bewußtsein vom Sterben. Dem Tod bei Fieber- und Erschöpsungskrankheiten gehen Träume und Delirien voraus. Das klare Denken ist gelähmt, um so lebhafter arbeitet die Phantasiesphäre im lrn. So starb Rapoleon von seinen Siegen delirierend, so starb Auber In musikalischen Phantasien umfangen. Gleich unheimlich und rätselhaft find die Vorgänge in der Seele deS Menschen, der bei einem Absturz von einem hohen Felsen etwa den Tod vor Augen sieht. Es ist keineswegs in das Reich der Fabel zu verweisen, Kahn bringt vielmehr viele glaubwürdige Beleg« dafür, daß der Mensch in den kurzen Augenblicken des Fallens den bilderreichen Film seines Lebens vorüberziehen sieht, ja. daß das Stürzen sogar ein wohliges, glück- hastes Gefühl vermittelt. Keine Spur von Todesangst, traumhaft schön« Bilder und Erlebnisse ander Vergangenheit iagen in rasender Lite vor dem inneren Auge vorüber und ein wie durch ein Wunder Geretteter sagt, daß er Stunden brauchte, um all das zu erzählen, was er in der Sekunde seine« Sturzcs erlebt habe. Llnd bleibt endlich beim sech- sten Typ des Sterbens das klare Bewußtsein ec- halten, so fehlen gleichwohl auch hier alle unangenehmen Empfindungen, ruhig und gefaßt findet sich der Sterbende mit seinem Schicksal ab. Mag auch dem Tod ein schmerzhaftes Leiden, eine schwere Verwundung zugrunde liegen, das Sterben selbst ist schmerzlos. langen in Leihgestern und Droßen-Linden am Dienstagabend zugrunde. •• Sonntagsrückfahrkarten zu den Goethe fest spie len in Frankfurt. Anläßlich des Goethejahres werden aus dem Römer> berg in Frankfurt vom 19. Juni bis Ende August auf einer Freilichtbühne Werke Goethes durch die städtischen Bühnen aufgeführt. Die Freilichtbühne hat Platz für 1400 Personen. Die Aufführungen finden Mittwochs und Samstags und teilweise Sonntags von 20 Uhr ab statt. Um den Besuchern eine verbilligte Fahrgelegenheit zu bieten, sind außer von den Bahnhöfen, die schon jetzt Sonntagsrückfahrkarten nach Frankfurt (Main) Hbf. aufliegen haben, auch von allen übrigen Orten im Llmkreis von 150 Kilometer um Frankfurt (Main) Sonntagsrückfahrkarten an Samstagen von Samstag, 18. Juni, 12 Ahr ab aus- zugeben. Die Karlen gelten bis zum Montag 9 Ahr. " Hubertus, Verein weidgerechter Jäger, in Gießen. In seiner Iuniverfamm- lung, bie nach oorausgeaangenem Uebungsschießen, im „Schützenhaus" ftattfanb, behanbelte ber „Hubertus, Verein weibgercchter Jäger, Sitz Gießen" vor allem bie Ausführungsbestimmungen zum Hessischen Naturschutzgesetz. Besonbers hervorge- hoben würbe babei, baß ber Grunbsatz bes Vereins, ben er gegen alle möglichen Wiberstänbe verfochten hat, „Dem Schalenwilb gehört bie Äugel", in weitgehendem Maße gesetzliche Anerkennung gefunden hat. Die Unlogik, die allerdings darin liegt, baß man den Schrotschuß aus den Rehbock im Sommer als unweidmännisch verbietet, im Herbst Wie alljährlich im Manat Juni, beaannen in 's Weimar bie Festspiele bes Deutschen Schiller-Bun- bes, bie die höhere Schuljugend aus allen brutschen (Bauen zu klassischen Festspielen im Deutschen Na- lionaltheater vereinen. Die diesjährigen Festspiele umfaßen drei Wachenreihen, aus bie sich bie Schülergruppen von 106 Schulen verteilen. Auch eine Lolkshochschulgrupoe aus Dänemark nimmt an ben Veranstaltungen teil. Die erste Wachenreihe begann mit einem Segrüfjungsabenb, ber Diesmal Goethe-Lieber in ber Vertonung durch alte und neue Meister, bargeboten von Sololraften bes Deutschen Nationaltheaters, brachte. Als Festspiele finb „(Egmont", „Die Braut van Messina", zwei kleinere Ggethe-Spiele unb bie Gluck-Oper „Iphigenie auf Tauris" vorgesehen. Große Raphta-Vorkommen im SübutaL Vor ber Akabemie ber Wissenschaften ber Sowjet- unlon berichtete Professor Gubkin über bie großen Raphta-Dorkommnisse bei Sterlitamak (Autonome Baschkiren-Republik). Aus geologischen flrünben seien bie Erdöllager von Sterlitamak, bie man übrigens bereits mit sieben Bohrtürmen ausbeute, geeigneter als diejenigen von Baku unb Grosny Die Naphtalager umfaßten ein Areal von mehr als 100 Hektar: bas Naphta sei besonbers hochwertig. Die Ausbeutung ber Crböllager im Süduralgebiet habe ben Export ber Sowjetunion um viele Millionen Tonnen gehoben. Damit rucke dieses Gebiet in bie oorberste Reihe ber Weltpetro- IcumDorlommcn, unb Rußlanb werbe imftanbe sein, (einen Bedarf an Erdöl aus eigener Produktion zu decken. Da» Urteil im Putbroeker Meuchelmord-Prozeß. 3n dem Prozeß gegen die Förster v a n der 6l»en und Sohn, beschuldigt, in den Sinnen- daelschen Waldungen in unmittelbarer Rähe der deutsch - holländischen Grenzedrei jungeMenschen auS bem Hinterhalt erschossen zu haben, wurde da« Urteil verkündet. Dan der El^en wurde wegen fortgesetzten Dergehens deS Totschlage« an den Gebrüdern Kersten und Franz Wehren« zu der zulässigen Höchststrafe von fünf- zehn Jahren Gefängni«, sein Sohn wegen Totschlages an Mathia« Äcrftcn zu acht Jahren Gesängnis verurteilt. 18 Millionen Mark Vcsizil in München. Der Fehlbetrag imS-tadthaushaltim Voranschlag für das Rechnungsjahr 1932/33 beläuft sich auf 18 bis 19 Millionen Reichsmark. Der Haushaltsvoranfchlag dürfte ohne Deckungsausgleich der Äreisrcgicrung vorgelegt werben, die bann a l s A u f s i ch t s b e h ö r d c die notwendig .-rfcheinenben Maßnahmen anorbnen wirb Das Defizit wirb burch Rückgang bes Steueraufkommens unb Steigerung ber Fürforgelasten hervorgerufen, «cht Todesopfer eine» Hotelbrande« in Eleveland. In einem eleganten Hotel brach ein Brand aus. Als bie Feuerwehr eintraf, fanb sie mehrere Personen vor, bie sich mit ben Hänben an den Fenster- kreuzen festgeklammert hatten. Bisher wurden a ch t lote geborgen. Mehrere Personen werden noch vermißt. Bisher ist es nicht gelungen, die Toten zu identifizieren. Der Brand ist durch eine Explosion entstanden. Eine I^ezeptfälscherin verhaftet. Die Rejeplformulare in Gießen gestohlen. Am Disn«tagab«nd wurde in Ärof borf eine frcmbc. SOjährige Frau verhaftet bte versucht halte, auf Grund von gefälschten Rezepten in der dortigen Apotheke Mor- p h i u m zu erhalten. Am Tage vorher hatte die Frau ein gleiches Rezept abgefertigt bekommen. Als sie wiederkam. schöpfte der Lkpotheker Verdacht und benachrichtigte die Polizei. Es stellte sich heraus, daß die Frau, eine seit 1912 in Deutschland lebende .als Wirtschafterin unb dgl. tätige Finnlänberin namens v. K r a n f e 11. al« Morphinistin D l a n k o r e z e p t e gelegentlich einer Behandlung in. ber Klinik z u Gießen gestohlen hatte. Sie füllte diese aus und versah sie mit ber Anterschrift eines Arztes, um durch bie gefälschten Rezepte in ben Besitz des von ihr begehrten Mittel« zu gelangen. Die Frau würbe bem Amtsgericht Wetzlar vorgeführt. politische Umzüge in Worms verboten. WSR. Worms, 15. Juni. Bor ber Wirtschaft „3um wilden Mann" auf dem Markt kam eS am Montagabend zu einer Schlägerei zwischen politischen Gegnern. Einem Zugteilnehmer wurde mit einem Stuhl eine schwere Schädelver- lehung beiaebrachi. Die Polizei konnte schlimmere Zusammenstöße verhindern. Dieser Vorfall gad Veranlastung. daß das Polizeiamt für diese B?oche keinerlei Amzüge mehr genehmigt. (Sfoenhoff beim hessischen Staatspräsidenten. WSR. Darmstadt, 15. Juni. Dem bekann- tat Rekord-Segelflieger Walter Groenhoff ist bekanntlich für feine vorzüglichen Jahresleistungen ber hessische Hans-Rehring- Wanderpreis zuerkannt worben. Groen- Hoss fand sich heute in Begleitung von Prof. G e o t g i i von der Technischen Hochfchulc in Darmstadt bei dem hessischen Staatspräsidenten ein. der ihm unter anerkennenden Worten den Preis überreichte. G r o e n h o f f erklärte, er wolle auch in diesem Jahre versuchen, durch besondere Leistungen ben Preis erneut an sich zu bringen. Schöffengericht Gießen. • Gießen. 15. Juni. Sin Krastwagensührer von ausw-ärtS hatte seinen Führerschein dadurch verfälscht, daß er vor die Klassenbezeichnung „IH b", auf die der Schein lautete, noch die Bezeichnung „II und" setzte. Den Führerschein hatte er bei verschiedenen Revisionen voraezeigt. Die Fälschung hatte er vorgenommen, weil er nur mit dieser doppelten Fahrtberechtigung eine Stelle bekommen konnte. Wegen schwerer Arkunden- fälschung wurde er äu der Mindeststrase von drei Monaten Gefängnis verurteilt. Am 16. Rovember 1931. dem Tag nach ben hessischen Landtagswcrhlen. war es in Lauterbach zu einer AuSeinanbersetzung zwischen einem Arbeiter unb mehreren politischen Gegnern gekommen, im Laufe beren ber erstere angepackt und bedroht wurde, auf der Flucht wurde er mit Steinen beworfen. Ein anderer Mann, ber irrtümlich an- nahm, sein Sohn sei überfallen worden, unb ber diesem mit einem ungeladenen Revolver zu Hilfe kommen wollte wurde von denselben Leuten ebenfalls angegriffen, bedroht und mit ©teintDÜdcn verfolgt. Als er in fein Haus flüchtete, wurden in diesem mehrere Fensterscheiben eingeworsen. Im Gegensatz zu ber Austastung ber Staatsanwaltschaft nahm das Gericht nicht an, bah Landfriedensbruch nachgewiesen sei. und erkannte auf namhafte Geldstrafen, wegen tätlicher Beleidigung, Bedrohung und Sachbeschädigung. •• gieparaturarbelten an her Stadtkirche. Am Dachstuhl unserer Stadtkirche sind einige Reparaturarbeiten notwendig geworden, die acgenwärtig ausgeführt werden. Es handelt sich babei um die Befestigung des Holzwurmes, der im Dachstuhlgebälk ausgetreten ist und durch Imprä- gnicrung des Holzes unschädlich gemacht werden soll. Bei Gelegenheit dieser Arbeiten soll der^Dachboden der Kirche gründlich gereinigt und der Schutt über das zur Zeit vor der Kirche aufgcfteUte Gerüst sortgcschasft werden. Es ist damit zu rechnen, dah die Arbeiten bis Ende dieser Woche abgeschlossen sind. •• Hotelverkauf in Gießen. Das bekannte Hotel Köhler ging käuflich in den Besitz des Küchenchefs Carl Heyne (Gießen) über. — Verhaftung eines nationalsozialistischen Redners. Gestern abend wurde in Dorf-Gill auf Anordnung der Landeskriminalpolizeistelle Gießen vor Beginn einer Wähierverlammlung ber RSD2P. ber 25 Jahre alte, als nationalsozialistischer Redner tätige Ingenieur Ernst Holzkämper aus Darmstadt wegen Vergehens gegen das Republistchutzgeletz und die Rotverordnung zur Bekämpfung politi- 'cher Auslchreitungen von der Gendarmerie verhaftet und dem Polizeiamt Gießen zugeführt. Der Verhaftung lagen Vorgänge in Derlamm- Schulkntlafsunq haben wir alsdann an diese ein Formular mit folgenden drei zu beantwortenden Fragen hinausgegeben: 1. Welchen Berufswunsch haben Sie bei der Schulentlassung gthabt’ 2. Welchen Berus (Berufslaufbahn) haben Sie tatsächlich ergriffen? 3. Wann und warum haben Sie Ihren ursprüng. lichen Berufswunsch gewcchsett? Sehr viele dieser Fragebogen sind ausgefüttt wie- der zurückgekommen, so daß wir, auch infolge be- anderer Unterstützung einiger Herren Obcrstudien- »Irektoren, das Resultat darüber von 131 Abiturienten (103 männlichen, 28 weiblichen) veröffentlichen können. Di« ursprünglich 11 begehrtesten Berufe waren (die Ziffer in Klammern bedeuten immer bie mit inbegriffene Zahl der Abiturientinnen): Volk«- schullehrer 18 (5), Theologie 15, Medizin 13 (2), unentschlossen 10 (3), Apotheker 9 (4), geh. mittlere Deamtenlaufbahn 6, R-ichswehrosfizier 5, höheres Lehramt 5 (2), Rechtswissenschaft 5 (1), Kaufmann 4, Zahnarzt 4 (1). Tatsächlich ergriffen worden sind folgende 36 verschiedene Berufe: Theologie 18; Medizin 15 (3): Apotheker 10 (5): DolkSschullehrer 9 (2); Rechtswissenschaft 8; Zahnarzt 6 (2): Kaufmann 5 (1): Höhere- Lehramt 4 (4); Volkswirt (1), ReichSbahniuper- numerar, Reichs Wehroffizieranwärter, Diplvm- braumeister. Väterliche Landwirtschaft. Philologie (2). Tierarzt. Kunststudium. Musik. Innere Mission, Gewerbelehrer, Diplomingenieur. Gärtner (1) je 2; Architekt. Mathematik (1), Raturwissenschaft (1), Meteorologie (1), Techn. Lehrerin (1), Laborantin (1), Gartenbauarchitell, Kunstgewerbeschule, Hotelfach, Polizei. Maurer, Wagner, Friseur, Landwirtschaft!. Arbeiter, Sekretärin (1) je 1; ohne Beruf (arbeitslos) 15 (3). Die verhältnismäßig meisten, rund 18 Prozent aller Abiturienten, studieren Theologie, dann folgen als bevorzugt. Medizin. Rechtswissenschaft, Volksschullehrer: bei ben Abiturientinnen stehen Pharmazie. Höheres Lehramt unb Webizin an erster Stelle. Ohne Berus und noch urbeitslo« sind 15 (3). Rach den gemachten Angaben haben 75 (11) ihren ursprünglich gewünschten Beruf ergriffen, dagegen 40 (6) = 30.5 Prozent einen andern. In 12 Fällen wurden als Grund deS BerufSwechsel« die schlechten Aussichten im gewünschten Beruf angegeben, in 9 die Richtzulassung zur Lehrer- lausbahn. in 7 das zu teuere Studium, in 3 Ablehnung bei Behörden, in 2 fehlende Lehr-, bzw. Praktikantenstelle. Auf Hochschulen gegen 74 (14), und 17 (6) befinden sich noch in vorgeschriebener Praris für ein Hochschulstudium, so daß 91 (20) — 70 Prozent sich einem akademischen Beruf zugewandt haben. Einige Abiturienten haben auf ber Hochschule schon bie Fakultät gewechselt. Sin Wort für die Stalltiere. Der Gießener Tierschutz - Verein, Henselstrahe 20. schreibt unS: Vom wirtschaftlichen unb gesundheitlichen Standpunkt aus wird viel darauf hingewiesen, wie nötig Licht. Bewegung und gute Luft zum Gedeihen ber HauStiere ist. Milch, Eier und Fleisch von Tieren, denen diese selbstverständlichen Gaben der Ratur nicht entzogen werden, sind für den Menschen gesünder alS bie Erzeugnisse von Tieren, bie ihr ganzes Leben in widernatürlich angelegten Ställen verbringen. Aber einmal abgesehen von den Vor- unb Rachteilen für ben menschlichen Besitzer: ein Leben ohne Sonne unb Bewegung ist für jedeS Lebewesen auf bie Dauer eine Quälerei. Man mache sich hoch einmal klar, wa« eS für ein junge«, gesunbes Geschöpf bebeulet. seinem natürlichen Drang nach Bewegung nie nachgeben zu können unb fein ganzes Leben in einem manchmal nur bürftig erhellten, dumpfen Stall zu verbringen! Deshalb überlege jeder Besitzer von Ziegen. Kaninchen. Schweinen und Hühnern. wie er seinen Tieren — durch Weidegele- genheit. durch Errichtung eine« noch so primitiven LaufstalleL. durch Vergrößerung der Stall- fenfler ufto. — Gelegenheit geben kann, möglichst viel Licht. Luft und freie Bewegung zu genießen. Die Tiere werden eS durch gutes Gedechen unb fröhliches Gebaren banken. Arbeitsbeschaffung und Arbeitsdienst. Unter dem Vorsitz des Geh. Regierungsrats Dr. Dr. h. c. § ae u f e r • Frankfurt a, M.-Höchst fand am Dienstag eine gemeinsame Mitgliederversammlung des Mittekrheinischen Fabrikanten-Vereins und der Vereinigung der Arbeitgeberverbände am Mittelrhein in den Räumen des Guten- brrgkasinos zu Mainz statt. Die sehr zahlreich besuchte Versammlung beschäftigte sich eingehend mit dem Kernproblem der heutigen Lage, der Ueberwindung der Arbeitslosigkeit. Zunächst berichtete Dr. Loening vom Reichsverband der Deutschen Industrie-Berlin über Pläne zur Arbeitsbeschaffung. D»r Redner gelangte unter eingehender Veweis- führung zur Ablehnung der zahlreichen Arbeitsbeschaffungspläne, die in unberechtigter Resignation die heutige Arbeitslosigkeit als unabänderlich ansehen und einen Ausweg lediglich in einer Verteilung der vorhandenen Arbeit auf alle Arbeitsfähigen durch Verkürzung der Arbeitszeit oder ähnliche Mahnahmen erblicken. All diesen Plänen liegt die irrige Annahme zugrunde, daß die vorhandene Arbeit einen gleichbleibenden Umfang habe, während sie in Wahrheit sich dauernd je nach dem Grade ihrer Rentabilität erweitere oder einschrumpfe. Deshalb bezeichnete Dr. Loening die Wiederherstellung der verloren gegangenen Rentabilität durch steuerliche Entlastung und freiere Gestaltung der wirlschaftsbedingungen als den einzig voll wirksamen Weg, die heute Arbeitslosen allmählich wieder in den Wirtschaftsprozeß einzuschalten. Der Redner berichtet sodann über die vom Reichswirtschastsrat bearbeiteten und anerkannten Projekte einer zusätzlichen Arbeitsbeschaffung, unter denen Arbeiten für die Reichsbahn und Reichspost, Straßen- und Wasserbauarbeiten, Meliorationen und Hausreparaturen vorgesehen sind. Die Durchführung dieser Projekte würde für einige 100 000 Arbeitslose unmittelbare Beschäftigung schaffen und so zu einer wesentlichen Verbesserung der gegenwärtigen Lage beitragen. Bezüglich der Finanzierungsmöglichkeiten betonte der Redner die Unmöglichkeit, Mittel auf dem Anleihewege oder durch Steuermaßnahmen aufzubringen. Es verbleibe nur der heute vielfach vorgeschlagene Weg der K r e d i t a u s w e i t u n g , der jedoch mit größter Borsicht beschritten werden müsse, da jede inflationistische Maßnahme allgemein und besonders auch von der Wirtschaft unbedingt abgelehnt werden müsse. Es sei Aufgabe einer verantwortungsbewußten Reichsbankleitung, jede vorzunehmende Kreditausweitung für zusätzliche Arbeiten unbedingt im gleichen Verhältnis zu der umlaufenden Gütermenge zu halten. ,,, r Der Vorsitzende sprach im Anschluß an die mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen des Redners unter der Zustimmung der Versammlung die Forderung aus,, daß den Beratungen des Reichswirtschaftsrats nunmehr baldigst die Tat folgen möge, und daß wenigstens ein Teil der in Aussicht genommenen Arbeiten umgehend in Angriff genommen werden. Als zweiter Redner gab Dr. Hans Heger (Wiesbaden) einen äleberblick über das Problem des Außendienstes, dessen Einführung heute von weiten Kreisen zur Linderung der Arbeitslosennot und zur Verhinderung einer seelischen Verwahrlosung der Jugend gefordert wird. Redner schilderte die in Bulgarien mit der Arbeitsdienstpflicht gemachten Erfahrungen, den Aufbau des seit Spätherbst 1931 in Deutschland eingeführten freiwilligen Arbeitsdienstes und die hierbei gesammelten, zum Teil recht befriedigenden, allerdings noch nicht sehr umfangreichen Erfahrungen. 3n einer Gegenüberstellung der Degründungen, Kritiken und Gegengründe für eine allgemeine Arbeitsdienstpflicht gab der Redner einen Einblick in die Gedankengänge, die eine besondere Dien st- leistungder jugendlichen Jahrgänge fordern, einmal aus Erziehungsgründen und sodann um den jetzt Arbeitslosen eine erträgliche Existenz zu sichern. Dies liege auch im Interesse der Erhaltung des deutschen Familienlebens. In der anschließenden angeregten Aussprache berichtete Dr. Walter Dyckernhoff über die Pläne und Arbeiten der von ihm ins Leben gerufenen Arbeitsgemeinschaft für freiwilligen Arbeitsdienst in Amöneburg, die auf dem Gedanken der Kameradschaft beruht und unter den Arbeitslosen eine über Erwarten große Beteiligung gefunden hat, sowie Fabrikant Armin Sartorius (Wiesbaden) über die von ihm geleiteten Arbeiten des freiwilligen Arbeitsdienstes zu Schierstein, über die auch günstige Erfahrungen mitgeteilt werden konnten. Diese Beispiele privater Initiative fanden bei der Versammlung lebhaften Beifall. Es wurde noch der Wunsch ausgesprochen, daß die heute zerstreuten gesetzlichen Bestimmungen über Unterstühungswesen und Arbeitspflicht organisch zusammengefaßt werden möchten. Der Vorsitzende schloß die interessante Aussprache mit der Forderung nach baldiger praktischer Durchführung aller bestehenden, heute schon realisierbaren Arbeitsbeschaffungspläne. Zweimal Weltrekord in Kaffei Die deutsche Nationalstaffel in grotzerForm. Das Abendsportfest des VfL. Hessen- Preußen-Kassel hatte am Dienstagabend in der Hessenkampfbahn rund 3000 Zuschauer angelockt, denen ausgezeichnete Leistungen geboten wurden. Besonders spannend waren die Kämpfe der deutschen Sprinterllasse^ und schon beim ersten Versuch mußte der Weltrekord über 4X100 Meter von 40,8 Sekunden sein Leben lassen. Die Rationalstaffel in der Besetzung Hendrix, Geerling, Borch- meyer und Ionath lief 40,7 Sekunden, die von drei älhren ongezeigt wurden, während eine 40,8 angab. Auch beide 100-Meter-Läufe brachten spannende Kämpfe. Den 1. Lauf gewann Lamme r s in 10.4 Sekunden vor Hendrix 10,5, Dorch- meyer 10,6 und Buthepieper 10,7, den zweiten Lauf holte sich M ä h r l e i n (Frankfurt in 11 Sekunden vor Kraft (Frankfurt) (Brustbreite), äleber 400 Meter führte der deutsche Meister Mehner (Frankfurt) von Anfang an und siegte in 48,6 Sekunden. Den 100-Meter-Laus für Frauen ließ sich Frl. Dollinger (Rürnberg) in 12,5 nicht nehmen. Auch der zweite Start der Rationalstaffel, diesmal in der Besetzung Körnig, Lammers, Borchmeher und Ionath brachte abermals einen neuen Weltrekord mit 40,6. Die Zeit wurde einwandfrei gestoppt und dürfte daher auch Anerkennung finden, so daß die bisherige Höchstleistung der deutschen Rationalstaffel mit Ionath, Corts, Houben und Körnig aus dem Jahre 1928 gleich zweimal an einem Tage unterboten wurde. Auch oie zweite Staffel mit Hendrix, Geerling, Dent und Pflug erreichte in 40,8 Sekunden den alten Weltrekord. 3m 800-Meter-Lauf führte der Düsseldorfer Lefeber bis zur halben Strecke, mußte dann aber Robus (Hannover) vorbeilassen, der in 1:55,7 klar siegte vor Lefeber in 1:56,6 und Müller (Zehlendorf) 1:58,1. Der deutsche Doppelmeister 3 o n a t h (Bochum) erzielte im 200-Meter-Lauf mit 21 2 Sekunden die bisher beste Zeit in diesem 3ahre in Deutschland. SC. Charlotterburg holte sih die 1500 Meter in 3:59. Die 110 Meter Hürden waren eine einseitige Angelegenheit für den Frankfurter Welscher. 3n den Wurfübungen gab es nur mäßige Leistungen. Leichtathletik-Meisterschaften derOSB. Am Wochenende halten sechs der sieben Landesverbände der DSB. ihre Meisterschaften ab. Lediglich der Baltenvcrband führt seine Meisterschaften erst am 25. und 26. Juni durch. Der Austragungsort der süddeutschen Meisterschaften ist M ü n ch e n, der Westen hat Essen vorgesehen. Brandenburg führt sie in Berlin durch, Mitteldeutschlands Titelkämpfe werden in Merseburg abgewickelt, Südostdeutschland hält sie in Breslau ab, und der Norden hat seine Meisterschaften nach Hamburg vergeben. Sonntagsrückfahrkarten zum Zeldbergturnfest. Don dem Mittelrheinkreis der Deutschen Turnerschaft wird das Feldbergturnfest am 18. und 19. Juni durchgeführt. Um den Teilnehmern und Besuchern eine verbilligte Fahrgelegenheit zu bieten, sind auch von den Bahnhöfen im Umkreis von 150 km um Cronberg (Taunus), die keine Sonntagsrückfahrkarten nach Cronberg aufliegen haben, Sonntagsrückfahrkarten am Samstag, 18. 6. und Sonntag, 19. 6. dorthin auszugeben. Die am Samstag, 18. 6. ausgegebenen Sonntagsrückfahrkarten gelten bereits von 0 Uhr ab zur Hinfahrt. Die Karten, die also auch am Bahnhof Gießen zu haben sind, gelten bis Montag 9 Uhr. Zechten im Turnsau Hessen (OT). Lin Kampfrichter-Lehrgang. In Bad-Nauheim fand am Sonntag für die 3. Mittelrheinische Kreisgruppe (Fechterschaft des Gaues Hessen) ein Kampfrichterlehrgang statt, der in Kreisfechtwart (Eigner (Mainz) einen ausgezeichneten Leiter hatte. Sämtliche Fechterriegen des Gaues Hessen waren vertreten. Der Äormittag galt der theoretischen Unterweisung, während am Nachmittag die Praxis in den verschiedenen Waffen zu ihrem Rechte kam. Ein weiterer Lehrgang soll im November stattfinden. VfB. Gießen. VfB. Gießen (II und III komb.) — Steinbach I 2:6 (0:2). Die Grün-Weißen zeigten am vergangenen Sonntag in Steinbach ein sehr schlechtes Spiel. Der Gastgeber nutzte dies weidlich aus und fertigte die VfBer verdient mit 6:2 Toren ab. Bis zur Halbzeit konnte Steinbach allerdings nur zwei Tore verlegen, aber in der zweiten Spielhälfte bauten die Gießener in dem Maße ab, wie Steinbach besser wurde. Steinbach gewann verdient. Die Alte-Herren-Mannschaft zeigte sich Steinbachs 2. Els überlegen und gewann mit 5:1. VfL. 1. Jugend — VfR. Butzbach 2. Jugend 5:0 (2:0). Der VfB.-Nachwuchs zeigte vor der Spielsperre noch einmal unzweideutig, daß er etwas kann. Die immerhin sehr spielstarken Butzbacher Jugendlichen kamen während des ganzen Spiels kaum zum Spielaufbau, denn die Läuferreihe der VfBer war glanzend in Fahrt, ebenso wie auch der Sturm, der fünf bildschöne Tore schoß. Der VfB.-Tormann bekam kaum etwas zu tun. Die 2. Schüler gewannen ebenfalls. Die 2. Schüler von Wieseck muhten sich mit 4:0 geschlagen bekennen. Schalke siegt in Trier. Dor 5000 Zuschauern gastierte der FC. Schalke 04 am Dienstag in Trier beim Kreisligameister Eintracht. Die Gäste ftrengten sich sehr wenig an und boten nur das, was nötig war, um zu siegen. Ihr Führungstor durch Röthardt glich Trier mit Glück aus. Dann schossen Czepan, Kuzorra und Röthardt bis Halbzeit noch drei ^Treffer und nach der Pause fiel durch Kuzorra ein fünftes Tor, so Daß der Kampf 5:1 endete. Süddeutschland—Westdeutschland. Zugunsten des Olympia-Fonds. Für den am kommenden Sonntag in Düsseldorf zum Austrag kommenden Fußballkampf Süd- gegen Westdeutschland zugunsten des Olympia-Fonds haben nun die Verbände ihre Mannschaften namhaft gemacht: Süddeutschland: Jakob —(Regensburg); Schütz, Stubb (beide Frankfurt); Grämlich (Frankfurt), liefet (Union Niederrad), Oehm (Nürnberg); Bergmaier (München), Rutz (Stuttgart), Rohr (Bayern München), Rühr (Schweinfurt), Welker (München). Westdeutschland: Buchloh (Speldorf); Hund (Essen), Busch (Duisburg); Janes (Düsseldorf), Bött- chen (Krefeld), Plate (Köln); Straßburger (Duisburg), Graffers (Ruhrort), Möck (Duisburg), Raffeln- berg (Benrath), Heidemann (Bonn). Wirtschaft Oie wirtschaftliche Lage der Apotheken. Von der Pressestelle des Deutschen Apotheker- Vereins wird uns geschrieben: Der Gesamtumsatz der deutschen Apotheken schwankte im 3ahre 1930 noch je nach der Größe der Apotheke (bei den Untersuchungen wuroen 5 Apothekengruppen nach der Höhe des Umsatzes eingeteilt) zwischen 96,14 Prozent und 92,06 Prozent des Umsatzes von 1929. 3m 3ah re 1931 da« gegen betrugen die Umsätze nur noch zwischen 86,23 Prozent und 78,19 Prozent des Umsatzes von 1929. Der Llmsahrückgang ist im 3ahre 1931 also doppelt so groß wie im 3ahre 1930 gewesen. , , , Schon diese Umsatzrückgänge haben natürlich die wirtschaftliche Lage der Apotheken außerordentlich verschlechtert. Darüber hinaus gestalteten sich die Ertragsverhältnisse durch die Reduzierung des vom Staate festgesetzten Ruhen- sahes an Arzneispezialitäten usw. aber noch wesentlich katastrophaler. Unter Berücksichtigung der Hypothekenzinsen usw. sank der Ertrag der deutschen Apotheken nämlich, der 1930 noch zwischen 92.75 Prozent und 77,32 Prozent des Ertrages von 1929 ausmachte, im Jahre 1931 auf 73,48 bis 59,23 Prozent des Ertrages von 1929. Die am schlechtesten gestellte Gruppe der Apotheken wird dabei regelmäßig von den kleineren Apotheken, besonders den Landapotheken, repräsentiert, und es bedarf keiner großen Sehergabe, um für diese Apotheken, wenn nicht irgendwelche durchgreifenden Hilfsmaßnahmen vom Staate ein» geileitet werden, für 1932 den sicheren Untergang vorauszusagen. Dafür würde es schon genügen, wenn der Umsatz- und Ertragsrückgang für 1932 gegenüber 1931 im gleichen Tempo vorwärts ginge, wie für 1931 gegenber dem Jahre 1930. Eine vorläufige Zusammenstellung der beim Deutschen Apotheker-Verein geführten Statistik von etwa 100 Apotheken verschiedener Größe ergab jedoch, daß der Umsatz der Apotheken in den ersten 4 Monaten des Jahres 1932 gegenüber den ersten 4 Monaten des Jahres 1931 insgesamt um durchschnittlich 20 Prozent zurüekgegangen ist. Dabei weist allein der Krankenkallenumsah (Krankenkassen-Rezeptur und Krankenkassen-Handverkauf) einen Durchschnittsrückgang von insgesamt 22,5 Prozent auf. Das bedeutet, daß sich das Tempo der Umsatz- Verringerung im Jahre 1932 gegenüber den Vorjahren noch erheblich beschleunigt hat. * Mnnnesmannröhren-Werke, D ü s- s e l d o r f. In der Generalversammlung der Man- nesmannröhren-Werke Düsseldorf, die den bekannten Geschäftsabschluß für 1931 und die von der Verwaltung vorgeschlagene Kapitalherabsetzung durch Einziehung von nom. 5 000 400 RM. eigenen Stammaktien einstimmig genehmigte, führte Ge- neraldirektor Dr. Bierwes aus, daß das Abwärtsgleiten der Beschäftigungskurve noch keineswegs zum Stillstand gelangt sei. Im ersten Vierteljahr 1932 sei die deutsche Rohstahlerzeugung weiter von 38 vH. auf 31 vH., die Walzwerkserzeugung von 39 auf 33 vH. der als Vergleichsbasis gewählten Produktion von 1929 gesunken. Diese Zahlen schlössen eine Ertragsmöglichkeit aus. Allerdings habe das Unternehmen vom April ab eine bessere Beschäftigung zu verzeichnen und auch für die nächsten Monate werde diese Besserung anhalten. Es handle sich aber hierbei nur um eine vorübergehende Arbeit für Rußlackd. Ein Umschwung der Wirtschaftslage im Innern und ebenso in der Ex- Portbetätigung der Gesellschaft sei nicht erfolgt. Die Hereinnahme größerer Russenaufträge habe zusätzliche Arbeit ergeben. Entsprechend dem allgemeinen Rückgang der Kohlenförderung sei bei den Zechen der Gesellschaft ebenfalls ein weiteres Absinken der Produktion zu verzeichnen. Ein Ausblick in die Zukunft fei unmöglich. ♦ Durbach-Kaliwerke-AG., Magdeburg. Rach dem Geschäftsbericht der Burbach- Kaliwerke-AG., Magdeburg, ging der Konzern-' absah auf rund 1,79 (2,51) Mill, dz zurück. Das Geschäft in Rebenprodukten war, abgesehen von Siedesalz, das eine leichte Absatzsteigerung aufwies, ebenfalls rückgängig. 3n Steinsalz betrug der Absatzrückgang zirka 16 Proz., in Bittersalz und Chlormagnesium etwa 20 Proz., in Chlorma- gnesiumlauge 30 Proz. und in Brom sogar 45 Proz. Die Erlasse für Kalisalze waren niedriger als im Vorjahr, für die Rebenprodukte waren die Preise befriedigend. Die Konzernbetriebe haben zufriedenstellend gearbeitet. Wegen des Absahrück- ganges mußten Feierschichten eingelegt und einzelne Werke für mehrere Monate stillgelegt werden. Ende des Berichtsjahres waren 394 Angestellte und 2697 Arbeiter beschäftigt. Die Oelför- derung belief sich im ersten Produktionsjahre auf 51 555 Tonnen, sie betrug 23,4 Proz. der deutschen Gesamterzeugung. Franksurter Abendbörse behauptet. Frankfurt a. M., 15. Juni An der Abendbörse hat sich die Zurückhaltung wegen der gesamten ungeklärten politischen Lage eher verstärkt, so daß bei sehr kleinen Umsätzen nur wenig Kurse zur Rotiz kamen. Die Stimmung war jedoch nicht unfreundlich, und gegen den Berliner Schluß blieben die Kurse meist gut behauptet. IG.-Farben gingen vorübergehend unter 92 Prozent, konnten sich aber im Verlaufe wieder leicht erhöhen. Am Rentenmarkt.waren 5,5proz. Frankfurter Hypoth.-Liquidation 0,25 Prozent und von Auslandrenten Oesterreich. Goldrente 0,75 Prozent höher; im übrigen herrschte Geschäftsstille. Altbesih 37.75, 4prvz. Oesterr. Goldrente 9, 5,5- proz. Frankfurter Hyp.-Liquidation 76,75, DD.» Bank 30,50, Reichsbank 124,75, Gelsenkirchen 43, Rheinstahl 41,75, Slahlverein 16,50, AEG. 19,65, IG.-Farben 92,25 bis 92, Lahmeyer 77,75, Reichsbahn-VA. 72,25, Rordd. Lloyd 12,40. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 5 o.H, Lombardzmsfuß 6 v. H. ifrrannur v. yt. Ser Schluß- kurs Schluß'. Abendbörte Schluß- furd Schlußk. Mittag- bürte Saturn 14.6. 15.6. | 14.6 15.6. 6% Deuyche Reichsanteche d. 192. — — — 53 7% Deutsche Reichsanleihe B.1929 — 59,5 59,5 59,5 5>/2% D°ung.Anlethe von 1930 . 55 56 55,9 56 Deutsche An!.-Ablös-Schuld mit AuSlos.»Rechten........ 38 37,25 37,9 37,75 Desgl. ohne Auslos.-Rechte . . 3,4 3,35 3,35 3,3 8% Hess. Bolksstaot von 1929 irüclzahlb. 102%)...... —— 45,75 46,75 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Austos.-Rechten .... 36,5 Deutsche Komm. Sommelabl. Anleihe Serie 1....... 34,25 34,13 34,25 35 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse 15 unkündbar bti 1935 .... 66,5 66 — _ 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse unkündbar bis 1938 Serie 16 . 66,25 _ — _ 4>/j% Franks. Hyp.-Bant Liau.> Pfandbriefe......... 76,25 76,75 _ _ 4>/2% Rheinische Hvp.-Bank-Ltau. Goldpse........... 75,25 74,9 _ _ 8% Pr. Landespsandbriesanstalt, Psandbriese R. 19...... 68,5 68 68 68 7% Pr. Landcspsandbriesanstalt, Psandbriese R. 10 — 4% Oeiterretchtsche Goldrente . 8,25 9 8,4 — 4,20% Lckterreichische Eilberrente 1,25 1,2 1,2 1,15 4% Ungarische Goldrentc . 5,13 — 5,2 5 4% Ungarische Staatsrcnte v. 1910 5 5,5 ',75 5,75 4’/-% desgl. von 1913 — 5,25 — 4,9 6% abgest. Goldmexiianer von 99 5 5,13 — — 4% Türkische Zollauleihe von 1911 ',35 2,25 2,45 — 4% Türkische Äagdadbahn-Anleihe Serie I • — 2,25 2,5 2,25 4% desgl. Serie II ',35 2,25 2,45 2,3 5% Numan, vereint,. Rente v. 1903 4 4 — — 4%%Rumänweretnh.Nentev.l913 6,5 7 6,8 7,4 4% Rumänische vereinh. Rente 3,5 3.5 3.5 3.5 2%% • Anatolier 15,4 15,75 15,9 16 Frant'M a. ))l. Sertln Schluß«! turd Schluß'. Abcnd- bört- Schluß- turd Schluß'. Mittag- börte '.Datum 14.6. 15.6 14.6. 15 6. Hamburg-Amerika Pate. i 11,5 11,75 11,4j 11,25 Hamburg-Südam. Dampsschiss 0 — — 43 — Hansa Dampsschiss .... . 0 — — 21 20 Norddeutscher Lloyd .... . 6 12,13 12,4 12 12,25 A.G. sür Verkehrswesen Akt. — 27,5 28,9 28,5 Berliner Handelsgesellschast . 8 86 86 86 86 Commerz- und Privat-Aank . 7 16 16 16 16 Darmstädter und Nationalban 8 18,25 18,25 18,5 18,5 Deutsche Bank und Disconto-Gesellschast. . . 6 31 30,5 31 30,5 Dresdner Bank...... 6 18,25 18,25 18,5 18.5 Reichsbank........ 12 126 124,75 124,75 1 124,75 A.E.G........... . 7 20 19,65 19,9 19,9 Bergmann........ . 9 17.75 —— 18,4 18,25 Elektr. LieserungSgesellschasi. 10 — — 64 62,5 Lickt und Kratt...... 10 69 68 >8,5 68 Felten & Guilleaume.... e>/r — 36 — 36,75 Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... 9 53,25 53,25 53,65 53,5 Rheinische Elektrizität . . . . 9 68 66 67 66 Schucierl L Co....... 11 59 58 58,25 58,5 Siemens & Halske . ... . 14 117,75 118 117 118,5 12 78,25 77,75 77.75 77,75 Buderus........ . 4 26,75 26,25 Deutsche Erdöl...... . 6 63,75 64,13 64,4 63,9 Gelsenkirchener...... . k 43,5 43 43,4 42,65 Harvener. ....... . c 45 46,25 45 45,75 Hoesch Eilen........ . 6 —— — 26,4 26,65 Ilse Bergbau....... IC 126 — 126 126,5 Klöcknerwerke....... . 6 24 24 24,25 23,4 Koln-Reuessen....... 6y. — — — — Mannesmann-Böhren . . . . 6 40.75 40 40 40,13 dJ?andfclber Bergbau .... . 0 14 13,5 — 13.75 Obcrschlei. Koksmerke . . . . 8 — — 33,25 33 Phönix Bergbau...... 4% 18,5 18 18,25 18 Rheinische Braunkohlen . . . 10 166 164 165,5 164 Rheinttahl........ . 6 41,5 41,75 41,5 41,75 Jrau. ut a. x-i. ZJernu Schluß- hird Schluß'. Abend- börl- Schluß- turd Schluß'. Mittag- börse Datum 14.6. 15 6. 14.t- 15.6 Rtcbeck Montan...... 7,2 — — — — Bereinigte Stahlwerke . . . 4 16,9 16,5 16,75 16,25 Otavi Minen ....... 16'/, —— — 10,65 10,75 Kaliwerke Aschersleben . . . 10 85,5 82,5 83,4 82,5 Kaliwerke Westeregeln . . . 10 92 91 91,5 91 Kaliwerke Salzdetjurth . . . 15 148 145,5 149,75 148 I. G. Farben-Industrie . . . 12 93,5 92 93,25 92,5 Verein, chem. Industrie Frank- flirt ii M........ —» — - Scheideanstalt....... 10 133,5 134,75 — — 0 16,25 16 16,5 RütgerSwerke....... b 33,5 32 33 32,75 Metallgesellschaft...... 25,5 25 25 25 Philipp Holzmann..... 8 32,5 31,75 32,75 32,5 Zementwerk Heidelberg. . . v 38,5 38,5 — — Cementwerk Karlstadt. . . . 7 — — — Wayh & Freytag..... 0 4,5 4,5 4,5 4 Schultheis Patzenhoser . . . 15 — — 48 51,5 Aku (Wlgemeine Kunstseide) O 33 32,5 33,25 32,5 Bemberg......... O 32 32 32,5 32,5 Zellsioss Waldhof..... 12 24,4 24,5 24,25 25.5 Zellstoss Aschafsenburg . . . 6 — 19,75 — 17,75 Dessauer Gas....... . 9 — — 78 77,5 Daimler Motoren..... . O 12,25 11,5 12,25 12 Deutsche Linoleum .... . b 32 31 31 31 Lrcnstein & Koppel .... . O — — 22,13 21,25 Leonhard Tietz...... . 8 53 54 54.25 54,9 Svcnska......... 15 — — 6.5 6 189.5 182.5 187.75 182,25 Frankfurter Maschinen . . . . O Grihner......... . 0 15,5 14,65 15,5 14,75 Mainkrastwerke Höchst a. M.. . 6 48,25 48 —— Süddeutscher Zucker .... 10 — 98 — Devisenmarkt Berlin - - Frankfurt a. 2H. 14.Juni 15 Juni Amtliche Notierung Amtliche Dotierung Meld 25rie' Geld Seiet Helsingsor- . 7.143 7.157 7,143 7,157 Wien. . . 51.95 52.05 51,95 52,05 Prag . . . 12,465 12,485 12,465 12,485 Budapest . . — — — Sofia . . . 3,057 3,063 3.057 3,063 Holland . . 170,63 170,97 170,48 170,82 OSlo. . . . 76,82 76,98 76,22 76,38 Kopenhagen. 84,42 84,58 84,22 84.38 Stockholm . 79,12 79,28 78,92 79,08 London. . . 15,46 15,50 15,41 15,45 Buenos Aire 0,948 0,952 0,948 0,952 9?eunort . . 4,209 4,217 4,209 4.217 Brüssel. . 58,70 58.82 58,64 58,76 Italien. . 21,59 21,63 21,58 21,62 Paris . . 16,58 16,62 16,55 16.59 Schweiz . 82,21 82,37 82,07 82,23 Spanien . 34,67 34,73 34,67 34,73 Danzig. . 82.47 82,63 82,42 82,58 Japan . . 1.319 1,321 1,309 1,311 Rio de Jan. 0,325 0,327 0,325 0,327 Jugoslawien 6,993 7,007 6,993 7.007 Lissabon . 14.09 14,11 14,07 14,09 Banknoten. Berlin, 15.Juni Geld Brief _ Anierikanilche Noten . . . 4,20 4,22 Belgische Noten..... 58,43 58,72 Dänische Noten..... 84,03 84,37 Englische Noten..... 15,37 15,43 Französische 'Noten .... 16,51 16,57 Holländische Noten .... 170,11 170,79 Italienische Noten .... 21,59 21,67 Norwegische Noten.... 76,05 76,35 Deutsch-Lelterreich, * 1OO Schilling — — Rumänische Noten .... 2,495 2,515 Schwedische Noten .... 78.74 79,06 Schweizer Noten..... ... 81,89 82,21 Spanische Noten..... 34,53 34,67 Ungarische Noten .... — —