h lafl« Seltlatn n M auz. % ein( suchenden ^Leuten ^n, um * um ganz ^l Augus, !e"?t, baf) V5S*« m Ntum die Land. ^Ktriefmd ^"szimm«, gerunzelter -Muhe und 'u dich nur Stecknadel, JjJ 8um Ech letb.“ tl" brüllte aus seinen ist denn Steden ist ixü letzte, tiMtC nm Ä tcm n. Mer tzat Lfii! r,eula- , über» gesund chend, ilfbar Ickte g und eitere e sind fet :Kb Fabrik garbO; [ihrem narkt te tstr. *-8 jtrafl®4 (offen « •*. ;tterJ Nr.295 Kvühausgabe 182. Jahrgang Donnerstag. 15. Dezember 1952 Eriche,ni tägltd), aufoet Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Dietzener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüsfe unter Sammelnummer 2251. Anschrift sür Drahlnach« richten Anzeiger Siehe«, pofischeckkonto: jironlfrrt om Main 11686. GietzenerAiizeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrvS nttb Verlag: vrühl'sche Univerfitülz-Vuch' und Zteindruckerei TL Lange in Gietzen. Schriflleitung und Seschästrftelle: 5chu!ftraße I. ännapme von Anzeige^ für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» klamean^eigen von 70 mnt Breite 35 Reichspfennig, platzvorschrist 20u , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein und *ür den Anzeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in (ßieyen. Die Lleberwindung der Deflation. Drei Ministerreden zur Wirtschaftspolitik. — Kein Kurswechsel, sondern Ausbau des Arbeiisbefchaffungsprogramms. Berlin, 14. Dez. (WTB.) Reichswirtschafts- minister Dr. Warmbold hielt in der Haupt- ousschußsihung des Reichsverbandes der Deutschen Industrie eine Bede, in der er u. a. folgendes ausführte: Mir scheint die stimmungs- mäß ge Beurteilung der Lage vielfach ungün- st i g e r zu sein, als es die W'rtschaftsziffern zulassen. Das hat, soweit ich sehe, zwei Ersuchen: Einmal die allgemeinen politischen W v - mente. Bach der beklagenswerten Beunruhigung durch die politischen Borgänge der letzten Zeit dürfen wir hoffen, nunmehr v o r e r st eine wesentliche Beruhigung zu erleben. Die zweite Ursache liegt darin, daß die Anzeichen sür eine w.rischaf/iche Belebung in der Welt, die wir seit Mitte des Sommers zu verzeichnen haben, zu weit gehende Hoffnungen hinsichtlich des Tempos der lleberwindung der Krise ausgslöst haben. Das Wirtschafts- Programm des 4. September hat drei Hauptteile: Erstens die Zuführung von Steuergut scheinen an die Wirtschaft zur Steuerentrichtung, zweitens die ebenfalls in Form von Sieuerguincheinen zu gewährenden Deschäf- tigungsprämien und drittens eine Arbeitsbeschaffung in Höhe von etwas mehr als dreivicriel Mi.l'arden Marl. An diesen drei Maßnahmen wird die neue Reichsregierung fest hallen. Bei allem aber steht die Realisierung jum größten Teil noch bevor. Die Arbeitsbeschaffung bedarf naturgemäß eines gewissen Anlaufzeit- raumes. ’ (Es ist daher auch nicht verwunderlich, daß heute, drei Monate nach Der- kündung des Wirtschaftsprogramms, die Arbeits- beschaßung erst auf Teilgebieten wirksam geworden ist. Man wird daher eine pessi- mistische Beurteilung des wirtschaftspro- gramms als voreilig bezeichnen müssen. Lv erscheint mir an der Zeit, in die Erinnerung zurückzurufen, daß man das Wirtschaftsprogramm als einen Linjahresplan bezeichnet Hal. Man soll sich dessen bewußt bleiben, daß von diesem Iahr prattisch erst zweieinhalb Monate, also noch nicht einmal ein Vierteljahr, verstrichen sind. Der Minister gab sodann ziffernmäßige Belege für die gegenwärtige wirtschaftspolitische Lage und sagte u. a: Auch die nüchterne Betrachtung dieser Ziffern kann nicht leugnen, daß hier eine Wendung eingetreten ist. Es sei an uns, diese Bewegung zu v e r st ä r k e n. Das wird — u. a. — insbesondere durch zwei llmstände geschehen: Einmal dadurch, daß sich das bisherige Arbeitsbeschaffungsprogramm erst in der Zukunft in eine Anregung der wirtschaftlichen Tätigkeit umsetzen wird, und zweitens dadurch, daß dieses Programm durch weitere zusätz-' lichcArbeitsbefchafsungergänzt werden soll. Dabei werden einige wichtige Gesichtspunkte beachtet werken müssen. Obenan muh der Grundsatz stehen, daß nur solche Arbeiten gefördert werden dürfen, dievolkswirtschaftlichnützlich sind und aus dem Zukunftsertrag verzinst und getilgt werden können. Ferner sollten die Arbeiten vorzugsweise und in der Regel a n Unternehmer vergeben werden. Diese Form der Arbeitsbeschaffung hat gegenüber der Form der Regiearbeiten den Vorteil, daß sie die private Initiative unmittelbar anregt und damit die allgemeine wirtschaftliche Belebung wirksam und schnell fördert, weiterhin wird man m der Regel nur futjfriftige Arbeiten übernehmen, damit sie, sobald die private Wirtschaft in das erstrebte größere Volumen hineingewachsen ist, alsbald gedrosselt und abgebrochen werden können. Denn Arbeitsbeschaffung darf nur Rotstandsmah- nähme sein und nicht zum Selbstzweck werden. Schließlich darf die Finanzierung nur in einer Form erfolgen, welche In keiner Meise die Währung gefährden darf. Man soll sich daran erinnern, daß wir drei Jahre hindurch überall und ausschließlich Ab <- wärtsbewegungundSchrumpfung erlebt haben. Schon die Tatsache, daß diese ununterbrochene Abwärtsbewegung und Schrumpfung aufgehö'rt hat, muh uns mit Befriedigung erfüllen. Wir können unmöglich einen schlagartigen sofortigen llebergang in Ausweitung und Auswärtsbewegung erwarten. Dies ist solange keine falsche Betrachtungsweise, als wir darüber nicht die noch bevorstehenden großen Aufgaben übersehen. Diese Aufgaben sind freilich noch außerordentlich schwer. Weltwirtschaftlich muh gelöst werden das vollständige Problem der internationalen Verständigung. Weiterhin müssen die unerträglich gewordenen Handelshemmnisse gemildert werden. Schliehlich bedarf es, eins der dringendsten und schwierigsten Probleme, einer endgültigen Stabilisierung der Währungen. Bei Fortdauer des gegenwärtigen Währungschaos in der Welt besteht die ernste Gefahr, daß alle Tendenzen zur Ausweitung dös Welthandelsvolumens und Damit der Weltproduktion durch die Auswirkungen der Währungsverschlechterungen zunichte gemacht werden. Auch innerwirtschaftlich stehen wir vor umfassenden Aufgaben. Ich brauche nur die Probleme der Kommunalfinanzen und der Bilanzbereinigungen zu nennen, vor allem aber ist Rückkehr des vertrauens und der Ruhe erforderlich. Ls gilt, die natürlichen Erscheinungen der Erholung zu verstärken durch eine ftetige, Experimenten abholde wirtschastspoli- t i k. Aufrechterhaltung der Währung ist hierfür dringendes Erfordernis. Die Devisenzwangswirtschaft muh — immer nur als notwendiges Hebel — so lange beibehalten werden, bis die internationalen Schuldprobleme gelöst worden find, und die Reichsbank ihren Gold- und Devisenstand erhöhen kann. Insgesamt können wir heute feftftcllen, daß die Deflation hinter uns liegt wir werden alle Maßnahmen dcfla- « tionistischen Charakters zu vermeiden haben, anderseits aber auch allzu stürmische Wertbewegungen nach oben, wenn wir mit Geduld, Zähigkeit und festen, von einem unerschütterlichen Glauben an den Wiederaufstieg getragenen willen an diese Zielsetzungen Herangehen, wird es gelingen, die lleberwindung der Wirtschaftskrise zu erreichen. Sanierung des Etats durch Entlastung der Wirtschaft. Reichsfinanzminister Graf Schwerin v. Krosigk rotes sodann nach, daß von 1929 bis 1932 eine Verschlechterung der Etats von Reich. Ländern und Gemeinden um etroa 10 Milliarden Mark festzustellen sei, und betonte, daß am Ende einer solchen Entwicklung das Chaos oder die Inflation gestanden hätte, wenn man nicht mit allen Mitteln versucht hätte, das Schiss der öffentlichen Finanzen zwischen Szylla und Charybdis hindurchzustouern. Dies sei durch außerordentlich drückende Erhöhungen auf der Einnahmenseite und durch schärfste Kürzungen auf der Ausgaben feite erreicht worden. Diese Maßnahmen, die man zur Behebung der 'Jlotlage der öffentlichen Finanzen durchführen mußte, hätten aber noch krisenverschörsend gewirkt. Gerade auch vom Standpunkt des Reichsfinanzministers aus habe diese Politik in dem Augenblick umge = ft eilt werden müssen, als der Boden der Krise erreicht worden fei, um die Wiederbelebung in der Privatwirtschaft zu erleichtern und zu fördern. Sanierung des Etats durch Entlastung der Wirtschaft, das sei der Grundgedanke der Steuergutscheine oder: Wieder- anschluh aus der Krise an die Zeit des Wiederaufstiegs. Es sei dies kein genialer Einfall, sondern lediglich die logische Konsequenz aus der wirtschaftlichen und finanziellen Situation. Die Frage, ob es nicht leichtsinnig sei, durch Schaffung der Steuergutscheine künftige Jahre vorzubelasten, müsse dahin beantwortet werden, daß diese Vorbelastung gegenüber einem Rückgang in den öffentlichen Finanzen von 10 Milliarden Mark von 1929 bis 1932 300 bis 500 Millionen Mark pro Jahr ausmache. Man könne erwarten, daß eine Besserung der Konjunktur sich unbedingt in diesem nötigen geringen Umfang auswirken werde. Unter das Kapitel Subventionen müsse ein Schlußstrich gezogen werden. Etwaige Mißbräuche, die sich bei der Durchführung des Wirtschaftsprogramms ergeben könnten, insbesondere die unrechtmäßige Inanspruchnahme von Steuerautscheinen für Mehrbeschästigun g, müsse Die Wirtschaft von s i ch aus bekämpfen, um das 3iri zu erreichen: ehrbare Wirtschaft in einem sauberen Staat, freie Wirtschaft in einem starken Staat. Belebung der freien Wirtschaft seht politische Mhe und Stetigkeit voraus. Berlin, 14. Dez. (TU ) Die Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände hielt in Berlin ihre ordentliche Mitgliederversammlung ab, die durch den Vorsitzenden, Generaldirektor Dr. Jng. e. h. Köttgen, eröffnet wurde. Dr. Köttgen führte u. a. aus: Eine grundsätzliche Wandlung der deutschen Wirtschaftslage ist nur dann zu erwarten, wenn nicht politische Einwirkungen von außen und innen neue Hemmungen und Rückschläge herbeiführen. Die neue Reichsregierung, die von allen «seilen mit Forderungen für ihre wirtschaftliche und soziale Politik und insbesondere mit Vorschlägen für Arbeitsbeschaffung und Beseitigung der Arbeitslosigkeit überschüttet wird, muß an der wirtschaftlichen Grundidee der früheren Regierung, die eine organische Heilung unserer roirtsck-astlichen und sozialen Nöte nur von einer Belebung der privaten Wirtschaftsführung erwartete, festhalten. Die deutschen Arbeitgeber fordern hierzu H e r st e l - lung der nötigen Bewegungsfreiheit und Ausschaltung unsachlicher politischer Einflüsse auf die private Wirtschaftsführung, insbesondere in der Lohnbildung, die Wiederherstellung der eigenen Verantwortlichkeit der Parteien des Arbeitsoertrages als einzige sichere Grundlage für die Erziehung zur Zusammenarbeit. Was die Wirtschaft vor allem braucht, ist Ruhe und Stetigkeit, Vermeidung ständiger Äenderungen der gesetzlichen Grundlagen in Wirtschaft und Sozialpolitik, Sicherung der Kalkulation auf weite Sicht und damit die Wiederherstellung von Vertrauen und unternehmerischer Initiative, ohne die eine zuverlässige Beseitigung der heutigen Arbeitslosigkeit selbst bei weitgehender öffentlicher Auftragserteilung unmöglich sind. 0er Freiwillige Arbeitsdienst. Anschließend erstattete Reichsarbeitsminister Dr. S y r u p ein Referat über den Freiwilligen Arbeitsdienst. Als Grundbedingung bezeichnete er den volkswirtschaftlichen Wert der Arbeit. Tie Ausführung von mittelbar volkswirtschaftlichen Arbeiten, wie die Errichtung von Spiel- und Sportplätzen, müsse auf ein Mindestmaß Hurückgeführt werden. Heber die sinnvolle Ausgestaltung der Freizeit sagte der Minister, die jungen Menschen mühten ihr eigenes Lebensschicksal im Rahmen der Röte unserer Zeit begreifen lernen und angeleitet werden, Wege zu neuem Aufstieg zu suchen. Der Staat sei bei dieser Erziehungsarbeit auf die Mitarbeit der erprobten Jugendbünde und Verbände angewiesen. Eine Verlängerung des Dienstes über 40 Wochen hinaus komme nicht in Frage, weil dadurch die Zahl, die man erfassen könne, zu stark herabgedrückt werden würde. Eine allgemeine Bevorzugung junger Kräfte sei im Hinblick auf die vielen erwerbslosen Familienväter unmöglich. Bei den Arbeitslosen selbst wachse der Wille zur Selbsthilfe, und gerade diese Ansätze müßten beachtet und unterstützt werden. Ebenso verdiene die Steigung der Arbeitsdienstwill'gen zur Siedlung jede Förderung. Arbeitsdienst und Siedlung gehörten in der Idee zusammen. Aufgabe der Staatsführung sei es, diese beiden Ströme der Volksgesundung in ein einheitliches Bett zu leiten. Der Kamps um die Notverordnungen. Die 2Reid)6regierung warnt im Haushaltsausschuh vor einer Aushebung. Berlin, 14. Dez. (VDZ.) Der Haushaltausschuß des Reichstages setzte seine Beratungen über die ihm vom Plenum überwiesenen Anträge auf Aushebung bzw. Aenderung von Rotverordnungen fort. Vorsitzender Torgler (Komm.) stellre eingangs fest, daß alle Anträge, die sich auf die Frage der Arbeitsbeschaffung beziehen, im sozialpolitischen Ausschuß zur Beratung kommen. Zunächst wurde die Gruppe von Anträgen behandelt, die sich auf die Rotverordnung vom 4. September 1932 beziehen. Abgeordneter Ersing (Zentr.) erklärte, als er vom Vorsitzenden zur Begründung des vom Zentrum eingebrachten Antrages aufgefordert wurde, daß eine Begründung nach dem gestrigen Abstimmungsergebnis ja doch keinen Zweck habe: man soll nun gleich zur Abstimmung schreiten. Der Zentrumsantrag wollte unter prinzipieller Aufrechterhaltung der Rotverordnung die Abschnitte gestrichen haben, die die Ausgabe von Steuergutscheinen auf Grund der Mehrbesch ä f t i g u n g vorsehen. Anstelle dieser Bestimmung sollten die Arßeitsbeschaffungs- maßnahmen verbessert werden. Ministerialdirektor Dr. Weigert widerriet im Auftrage des jetzigen Reichsarbeitsministers der vorzeitigen Aufhebung der" Steuergutschein« für Mehrbefchäftigung von Arbeitnehmern. Nachdem zahlreiche Unternehmer im Vertrauen darauf langfristige Aufträge angenommen und Arbeiter eingcftclH haben, würde ein vorzeitiger Abbruch zu schweren Schädigungen und zur Erschütterung des Vertrauens zu den Maßnahmm der Regierung führen müssen. Eine Wieder- entlafsung von Zehnta,cs enden von Arbeitnehmern würde in der jetzigen Zeit besonders bedauerlich sein. Die W.rlschaftsver- bände berichten über erhebliche Inanspruchnahme; namentlich in der Landwirtschaft hoffe man, mit Hilfe der Steuer- gutfcheine einen höheren Arbeiterstand den W.n°> ter über halten zu können. Bei Erhaltung der Verordnung leien weitgehende Verbesserungen der Durchführungsbestimmungen beabsichtigt. Abg. Reinhardt (Rats.) führte aus. die Belastung des Reichshaushalts der Jahre 1934 bis 1938 durch den Ausfall der Steuereinnahmen, die durch die Steuergutscheine abgelöst werden, belaufe sich auf rund 500 Millionen Mark jährlich. Wenn die Arbeitslosigkeit, was anzunehmen sei, in den nächsten Jahren nicht soweit zurück- gehe, da ß der Ausfall an Steuereinnahmen durch den verminderten Aufwand an Arbeitslosenunterstützung wettgemacht werden könnte, würde man sich einem großen Defizit im Etat gegenüber* sehen. Der mit Sicherheit zu erwartende Ausfall an Steuereinnahmen führe aber dann zu einer Einführung neuer Steuern. Abg. Reinhardt entwickelte zur Vermeidung dieser Gefahren ein Programm, wie durch die'e S e lergutscheine, die man als „Qlrbei tswechsel" bezeichnen könne, eine wahre Belebung der Wirtschaft herbeigeführt werden könne. Abg. Dr. Hertz (Soz.) wünscht die Anwesenheit des Reichsfinanz., des Reichswirtschaftsund des Reichsarbeitsministers. Ter sozialdemokratischen Fraktion liege nichts an Beschlüssen, öie keine Wirkung haben. Ministerialdirektor Weigert teilte mit, daß die drei Minister gern bereit seien, sich an der Aussprache zu beteiligen, daß sie aber durch unaufschiebbare Besprechungen am Erscheinen verhindert seien. Der Ausschuß beschloß, unter der Voraussetzung, daß die drei Minister am Montag erscheinen können, an diesem Tage die Anträge zur Arbeitsbeschaffung zu beraten. Jedenfalls soll aber die nächste Sitzung, wenn die Minister am Montag noch nicht bereit sind, zu dem frühest möglichen Termin einberufen werden. Oie Arbeit desReichskabinetis .ftein akademisches Werkjahr. — 1 ^Milliarden für Arbeitsbeschaffung. Berlin, 14. De;. (TU.) Die mehrstündige fia- binettssihung vom Mittwoch brachte als wichtigstes Ergebnis den Beschluß der Reichsregierung, die Tarlflockexnngsverordnung vom 5. September 1932 außer Kraft ju sehen. Damit ist den wünschen des Reichstages Rechnung getragen. In der Frage der Steuergutscheine sind irgendwelche weiteren Maßnahmen der Reichsregierung nicht beabsichtigt. Die Winterhilfe wurde eingehend behandelt, aber die Beratungen noch nicht zu Ende geführt, hier werden die zuständigen Stellen für die nächste Kabinettssihnng am Samstag eine Berordnung ausarbeiten, die dann vermutlich sofort in Kraft gesetzt wird. weiter wurde der Bericht des Reichsaußenministers über die Genfer Verhandlungen entgegengenommen und vom Kabinett gebilligt. Eingehend erörtert wurde die organisatorische Gestaltung der Arbeitsbeschaffung. Der Aufgabenkreis des Reichskommissars für Arbeitsbeschaffung wurde genau feffgelegt. Er wird durch eine Verordnung des Reichspräsidenten in den nächsten Tagen veröffentlicht werden. Für die Arbeitsbeschaffung stehen 650 Millionen aus nicht begebenen Steuergutscheinen und 350 Millionen aus dem alten Arbeitsbeschaffungsplan der Regierung zur Verfügung. Zu dieser Milliarde soll noch eine weitere halbe Milliarde beschafft werden. Innerhalb des Reichskabinetts soll ein Ausschuß f ü r Arbeitsbeschaffung gebildet werden, dem der Reichskommisfar Dr. Gereke seine Anregungen gibt. Ein weiterer Ausschuß im Kabinett wird sich im besonderen mit der Siedlung und der O st h i l f e befassen. Er soll unter Leitung des Reichsernährungsministers stehen. Das Kabinett hat sich dann weiter mit dem Vorschlag beschäftigt, ein Werkjahr oder ein halbes Werkjahr für die Abiturieu- t e n vorzuschreiben, die z u m akademischen Studium zugelasfen werden wollen. Es wurde aber davon Ab st and genommen, diese Neuerung bereits zum 1. April einzuführen, weil die technischen und organisatorischen Vorbereitungen nicht in dieser kurzen Zeit so schnell bewältigt werden können. Dagegen soll zunächst auf einen möglichst ft arten Einsatz der akademischen Jugend für den Freiwilligen Arbeitsdienst hingewirkt werden. Der Reichsinnen- und der Reichsarbeitsminister werden zusammen mit dem Reichskommissar für den Freiwilligen Arbeitsdienst diese Materie weiter bearbeiten und dem Kabinett bann entsprechende Vorschläge unterbreiten. Mit der Aufhebung der Sonderge- 1 MM Der Blick auf eine Tunnel-Einfahrt der St. Gotthard-Strecke. Die Situationsskizze mit der Unglücksstelle (Pfeil). Die Untersuchung der Schuldfrage. Aus aller Welt. Direktor Brolat abberufen. Lieber die eisenbahntechnischen Verhältnisse im Gütschtunnel wird amtlch milgeteilt: 3m Gütschtunnel müssen "beide Sch.e- nenstränge als E i n s p u r nach beiden Richtungen hm benutzt werden, und zwar dienen der östliche Strang für die Züge Zürich—Luzern und Luzern—Gotthard, der westliche für die Züge Luzern—Da,el und Bern—Luzern, so daß also bei zeitlichem Zusammentreffen zweier Züge immer der eine vor dem Tunnel onhalten muh. Bisher hat sich dieses System in den etwa zwei Mann im Führerstand sein sollten. — Es ,ei bemerkt, das) an der gleichen Stelle im Jahre 1911 elf Bahnarbeiter von einem daherrajenden Zug überfahret worden seien. 25 Jahren seit der Eröffnung des Tunnels ohne jegl.chen Unfall durchführen lassen, aber es bestand doch schon seit Jahren der Plan, die ganze Anlage auszubauen. Die Verwirklichung des Projektes scheiterte aber an den großen Kosten. Die „Vene Züricher Zeitung" wirft in einer Betrachtung der Katastrophe die Frage auf, ob die,es Unglück geschehen wäre, wenn der Stand der Eiszugslokomotive mit zwei Mann beseh! gewesen wä^e. Beide Züge seien nämlich in dem in der Schweiz vielfach gebräuchlichen E i n- manns y st e m betrieben worden. Die Meinung weiter Kreise gehe dahin, daß bei Fahrtgeschwin- digleiten von 70 Kilometer und mehr unbedingt richte und der Milderung der Terror, und Presseoerordnung hat sich das Kabinett dem pro gramm entsprechend heute noch nicht besaht. Sie bleiben einer Kabinettssihung vorbehalten, die für Samstag in Aussicht genommen ist und diese fragen bereits so stark fördern soll, dah die Verkündung im Laufe der nächsten Woche erfolgen kann. Oer persisch-britische Oel-Konfliki kommt vor den Völkerbundsrat. Aufhebung der Tariflockerungsverordnung. Berlin, 14. Dez. (WTB.) Die Reichs- regierung hat heute die Aufhebung der Verordnung zur Vermehrung und Erhaltung der Arbeitsgelegenheit vom 5. September 1 932 beschlossen. Als Das Eisenbahnunglück bei Luzern Insgesamt sechs Tote und dreizehn Schwerverletzte. London, 14. Dez. (XU.) Die persische R e - g i e r u ir g übergab am Dienstagabend dem eng» lischen Gesandten in Teheran die Antwort auf die letzte englische Note in der Frage der Anglo-Per- sian Oilkonzession. Die persische 'Jtegierung g-.bt für die ft'ünbigung der Konzession neun oelschiedene Gründe an. Vor allem weist sie darauf hin, daß die Konzession „unter Druck" erteilt worden sei. Sie beklagt ferner sich über die u n ge ■ rechte Verteilung d e r Gewinne und Re» galienzahlungen, über nicht genügenden Einfluß auf die Buchführung, die Steuerfreiheit der Gesellschaft, den zu'hohen Oelpreis in Persien und die Benachteiligung der persischen Oelfelder gegenüber den ausländischen. Die peisische Regie- rung erkennt nicht an, daß sie verpflichtet sei, sich einem Spruch des Haager Schiedsgerichtshofes zu unterwerfen, da dieser für einen Streitfall zwischen der Regierung und einer privaten Gesellschaft nicht zuständig sei. Sie weigert sich ferner, irgendwelche Verpflichtungen für etwa entstehende Schaden der Ang o-Peisian Dil Gesellschaft zu übernehmen, da sie niemals in die An- gelcgenheiten der Gesellschaft eingegriffen habe und erklärt, daß die Aufnahme von Verhandlungen mit der Gesellschaft unmöglich sei, solange England eine drohende Haltung ein nehme. Die persische Regierung bedauert, daß die englische Regierung den Widerstand der Gesellschaft duich Ausübung eines Druckes auf die persische Regierung fördere. Sie hält die englische Stellungnahme mit dem Geiste der Versöhn lich.erad)e halten. Die technischen Vorder, itun,en für die Verbreitung sind abge,chlossen. Die R»e wird auf allen heimischen Sendern sowie auf dem indischen De am verbreitetwerden. Für diejenigen Teile des Britischen Reiches, die nicht im Bereich der indischen Richtantenne liegen, wird die Rede durch die gewöhnlichen Großsender verbreitet. Handwerk will verstanden fein. Don Peter Peppermint. Wenn man in Genua auf dem Hauptbahnhof ankommt, darm sollte man, wenn man das Gefühl hat, recht unrasiert zu sein, die Via Balbi hinaufgehen und in die dritte oder vierte Querstraße hineinschwenken, um sich beim Signore Vit- torio Boccini zu einem noblen Mann machen zu lassen. Richt, als ob er besser rasiere oder vornehmere Essenzen zu seinem Handwerk gebrauche, als seine Kollegen, o nein, aber der kleine Herr, der einen so wohlsituierten Eindruck macht, weiß eine Geschichte aus seinem Leben zu erzählen, die nicht nur seine Wohlhabenheit begründet, sondern auch beweist, daß Dittorio Boccini nicht ohne Geistesgegenwart und angebome Schläue ist. Er hat die Geschichte vielleicht tausendmal erzählt, aber sie ist im Gegensatz zu vielem, was die Menschen zu erzählen wissen, stets die gleiche geblieben. Er wird Sie liebenswürdig begrüßen und Ihnen einen der sechs Stühle anbieten, die ganz modern sind mit auswechselbaren Sihflächen und derglei- chen neuzeitlichem Raffinement. Aber indem Sie Platz nehmen, erzählt er Ihnen gleich, daß fein Laden nicht immer so komfortabel eingerichtet gewesen wäre. Früher habe er nur ein ganz kleines Geschäft mit einem einzigen Stuhl besessen habe auch keine Gehilfen beichäftigen können, und sei überhaupt ganz allein gewesen. Aber das Schicksal habe ihm einmal vor einigen Jahren eine Belohnung in Höhe von 23 000 Lire in die Hand gespielt. Lind das ist eben die bewußte Geschichte. Während fein geschäftiger Pinsel die Seife über der Llnterpartie Ihres Gesichts gewaltig schäumen läßt, erzählt er Ihnen, daß eines Tages in jenem kleinen Lädchen - den Romen der Gasse habe ich vergessen - ein großer, starker Mann erschienen sei. »Ein Mann, sag ich? Ein Herr schon! Ein vor- nehmer Herr. Ein Cavaliere. Ich darf sagen, ein Cavaliere von fünfzig Jahren. Er wollte — per baccol - sich den schönen Dollbart abnehmen und die Haare färben lassen, Signore! Ein Mann donfunfzig Jahren, sonderbar." Der kleine freundliche Herr Boccini wird jetzt SlLx®9»"^ Schwung den Seifenschaum an der ^anö ins Decken schleudern, sich die Hände trock. ^afiemeffer in südländischem Tempo uvex den Streichriemen gleiten lassen. »Die Haare färben? Maledizione! Ich stutzte begann aber mein Handwerk. Wollen Sie bitte den Kopf etwas mehr nach links neigen, Signore! Grazie tante! Der Mann nahm eine Zeitung aus irgendeiner Tasche und las. Lind ich rasierte ihm den schönen Dollbart Stück um Stück ab. Ist das Messer auch nicht zu schürf? Lind wie der Mann los ~, ba, Signore, da fällt mein Blick auf ein Bild in seinem Journal, eine Photographie, — barf ich bitten, jetzt nach rechts! Grazie tante! Signore dieses Bild. - zeigte die Physiognomie meines Kunden! Ja, er war es! Mir zitterte das Messer in der Hand - denn da war ja ein Steckbrief abgedruckt und 23 000 Lire waren auf diesen Kops gesetzt, der unter meinem Messer war. Ich war ein armer Bursch und 2)000 Lire versprachen em Märchenland. Ich darf nachrasieren?" Wieder wird Dittorio Boccini zum Decken huschen und wieder einseifen und wieder erzählen. „Signore, der Mann war ein gesuchter Mörder. Ich war ein armer Friseur und, per bacco, kein Held! Ich starre auf das Bild und will vergleichen Ich schaue in den Spiegel, — da sieht w'ch dieses Gesicht an, diese Disage, da starrt dieser porcaccione, dieser Schweinehund auf mich, unheimlich, fest - ich wollte fliehen, ich wollte Hilfe holen — „Sie färben mir jetzt die Haare! Tiln sie das nicht, ist ihr Leben zu Ende! Allez!“ ün& unter der weißen Serviette lugte ein schwar- *^ng hervor, das mich schaudern machte. Boccini schabt dann aufs neue. „Eine verdächtige Bewegung durste ich nicht machen, Signore! Er verlangte, daß ich die Türe verschloß, damit uns keiner störe! Darf ich mit Essigwasser nachwaschen, Signore? B.tte. Wir wußten beide, wie es um uns stand. Ich habe gezittert und — ich bin ja Dittorio Boccini — habe überlegt. Etwas Puder angenehm? Richt? Gut. Ich habe seinen Wunsch erfüllt und ihm die Haare gefärbt. Si, Signore! Warum lernen wir Haare zu färben? Der Mann stand dann auf — er hat bezahlt, Signore! — er ging zur Türe, schloß von außen zu, maledetto, und bestieg ein Auto!" Boccini wird vor Ihnen daraufhin einige Der- neigungen machen und fragen, welche Wünsche sie noch haben. Dann wird er sogleich in der Erzählung fortfahren. Er habe laut gerufen und fei wenige Minuten nach feiner Befreiung auf dem Polizeibüro erschienen. „Dars ich Ihnen den Scheitel nachziehen? Mit ein wenig Oel oder Pomade? Ich habe der Polizei eine Mitteilung gemacht, die einen neuen Steckbrief auf den Mann zur Folge hatte! Sitzt der Scheitel so richtig? Ich denke doch!" Großbritannien und Persien in sich trage. Die englische Regierung erblicke in der Aushebung der Konzession der Anglo Persischen Oelgesellschaft einen Konflikt, der die sofortige Anrufung des Dölkerbundsrates auf Grund des Artikels 15 des Dölkerbundspaltes notwendig gemacht habe. Die englische Regierung kündigt in ihrem Telegramm an, daß eine eingehende Darlegung des gesamten Konfli t3 unverzüg ich dem Dölkerbunde übermittelt werden würde und verlangt den Zusammentritt des Dölkerbundsrates am Montag oder Dienstagnächster Woche zur Behandlung ber Angelegenheit. In englischen Kreis.n wird dresem Konflikt eine große Bedeutung beigemef- fen, da die Anglo Persische Oelgesellschaft der Hauptollie^erant der englischen Admiralität fei und diese unter keinen LI m ständen eine Aufhebung der noch jahr- .zchntelang laufenden Konzession zulassen werde. Alan hofft in englischen Kre.sen, dah d.e persische Regierung sich unter dem Druck des Dölkerbunds- ra^ einem Rachgeben bereitfinden werde, or ^twstand, dah die englische Regierung den -Artikel 1 5 der Dölkerbundssatzung zur Einleitung des Vers ährens vor dem Rat herange- zogen hat, heiht, dah England diesen Fall als r ~ c n V Trage ansieht, die für die । von allergrößter Bedeutung s• ' « . der Dölkerbundssatzung seht nämlich erne Streitfrage voraus, die, wie es im Pakt • vr V JJ.® m r u d> führen könnte". ■$}yfcr fAriikel ist in den zahlreichen Streitfällen, mit denen sich der Völkerbund in ken ve gangenen .papra1 zu beschäftigen hatte, abgesehen vo.n chine- sisch-iapanischen Konflikt, bisher nur in sehr ’r9 e ü Füllen angewandt worden. In Dolkerbunoskreisen nimmt man an. dah der Rat seinerseits nach einer kurzen Verhandlung die Frage dem Haager Gerichtshof überweisen wird. Vernehmung des Zugpersonals über den Hergang des Unglücks ist noch im Gange. Nach Auskunft der Bahndireltion soll es nicht richtig sein, daß der Lokomotivführer des Züricher Zuges das Haltesignal infolge starken Nebels überfahren habe. Am Dienstag habe über Luzern Hochnebel gelegen. Am Boden sei dagegen die Sicht gut gewesen. Der Lokomotivführer hatte bereits 41 Dienstjahre hinter sich-, er galt als äußerst zuverlässiger Mann Perlenfischer. Perlen haben ihren Zauber auf das Frauenherz au&aeubt, |eit ber erste Taucher mit feinen letzten straften die schlammbedeckte unjcheinbare Muschel b€n Schatz barg. Perlen haben in der Weltgeschichte mitgeipielt, Dynast.en gestürzt, Tragiken geidjaffen. Aber die „Tränen des Meeres sind heute t>ie> Tränen des braunen und des «U? (£in englischer Reiseschriftsteller eFdal)lt ^e Geschichte einer Perle. ,Zch werde trau» P9k.m®xn Auslage eines Juweliers betrachte denn ch kenne den Preis der Perlen. In der italienischen Kolonie Eryträa am Roten Meer habe ,ch zum Ersten Mal solche Perlen gesehen. Ich als Mich eines Tages ein Grieche fragte: „Wollen Sie Perlen schn?" Er zog ein Bundelchen aus der Tasche und als er es auf- banö, gl-kerte eine herrliche schwarze Perle im «onnenlicht. „900 Mark!" „Das ist doch zu viel", entgegnete ich „Kem Preis ist zu hoch für diese » n i /ntgegnete er. „sie hat drei Menschenleben gekostet. Auf einer benachbarten Insel mar ein Perlenfischer ein Somali, in die Tiefe getaucht nach einem Korallenriff, das mehrere Perlmuschetn barg. "reckt er seine Hand nach einer besonders großen Muschel aus, als diese noch rascher feinen Finger packte. Im selben Augenblick stieß fein Fuß an eine Niesenmuschel, die diesen gierig ergriff Er mar gefangen in der Tiefe. Die übrigen Taucher kehrten keuchend zurück an die Lust und füllten wieder ihre Lungen, verhängnisvolle Minuten verstrichen^ als man die Abwesenheit des Somali bemerkte. erhob sich ein Schrei des Entsetzens. Zwei Deendigungstermin ist der 31. Dezember 1932 vorgesehen. Lim jedoch Arbeitgeber, die von der Verordnung Gebrauch gemacht haben, und ihre Arbeitnehmerschaft vor wirtschaftlichem Schaden zu bewahren, kann der Schlichter unter gewissen Voraussetzungen die Berechtigung zurTa- riflohnunterschreitung noch bis zum 31. Januar 1 933 verlängern. Entsprechende Anträge müssen spätestens am 31. Dezember 1932 beim Schlichter eingegangen sein. Der zweite Teil der Verordnung, der den Schlichter ermächtigt, für gefährdete Betriebe auf tariflichem Gebiet Erleichterungen zu gewähren, kommt mitCnde Januar 1933 zum Wegfall. Mit der Verordnung verlieren auch die zu ihr ergangenen Aussührungsbe- ftimmungen ohne weiteres ihre Wirkung. Luzern, 14. Dez. (TU.) Die Ausräu- mungsarbeiten im Gütsch Tunnel wurden öie ganze Nacht hindurch ununterbrochen fortgesetzt. Dabei konnten auch die Leichen der beiden Lokomotivführer und des Zugführers des Luzerner Zuges endgültig freigelegt werden. Die am Dienstagabend in Luzern und Zürich verbreiteten Meldungen, daß drei Schwerverletzte gestorben seien, treffen glücklicherwe-ise nicht zu. Wie die Kreisdirektion Luzern der Bundesbahnen ferner mitteilt, befinden sich auch keine Vermißten mehr unter den Trümmern, wie ursprünglich befürchtet wurde. Die Zahl der Todesopfer beträgt unter diesen Umständen also sechs, die der Schwerverletzten 13. Außer dem getöteten Berliner Fahrgast T ü r k und der verletzten Berlinerin Rock befinden sich keine weiteren Ausländer unter den Opfern. Bei allen Verletzten, die im Luzerner Kantons-Krankenhaus liegen, ist eine relative Besserung des Beendens festzustellen — Die Bundesbahndirektion hofft, daß der Verkehr durch den Tunnel am Donnerstag wieder ausgenommen werden kann Die Gotthard-Züge werden über die Südbahn Muri—Schwyz geleitet. Für den Lokalverkehr von Luzern aus wird der Anschluß mit Kraftwagen hergestellt. Sie werden sich, da Sie fertig sind, erheben, aber in Erwartung stehen bleiben, weil Sie die Geschichte interessiert. Diese Minute benutzt Boc- cim, um Sie auf das Sorgfältigste abzubürsten. .Am nächsten Morgen wurde der Mann in Bizza aus Grund des neuen Steckbriefs, an dem mitzuwirken ich die Ehre hatte, verhaftet." .Wieso?" werden Sie fragen. .Ich bekomme drei Lire. Signore,“ wird Boccini schmunzelnd antworten. .Wieso? Ich hatte meinen sauberen Kunden gebratidmarkt." Sie zücken das Geld. Boccini verneigt sich. „Ich verstehe mein Handwerk. Ich kann Haare färben - und wie! Sogar so, daß sie am an. deren Morgen grün aussehen. Ein Mann mit grünen Haaren kann nicht spurlos verschwinden. Lind sehen Sie, Signore, deshalb erhielt ich die Belohnung. Grazie tante, Signore! A rivederci!“ andere Somali sprangen sofort ins Wasser und fanden ihn. Mit ihren Messern öffneten sie di« Schalen der Riesenmuschel und brachen die Perl- mu^chel vom Riff los. Die beiden Taucher, mit der Leiche beladen, kämpften sich zum Licht hinauf. Da gewahrten sie einen Hai, ein aufgesperrter Schlund näherte sich ihnen und ergriff einen der Schwimmer. Der andere gelangte m t dem Toten an die Luft. Schwarze Hände streckten sich ihm entgegen und zogen ihn mit seiner Last ans Ufer. Der vom Hai ergriffene Somali aber war ohne Hoffnung verloren, er mußte seinem grausigen Schicksal überlassen werden. Man begrüb den Ertrunkenen, nachdem man ihm die Muschel aus der Hand hatte winden müssen. In dieser Muschel aber fand man die wunderbare schwarze Perle. Als das Weib des Begrabenen von seinem Tod erfuhr, nahm sie sich mit einem Dolch das Leben. Dreihundert Mark für jedes bet drei Menschenleben — das ist der Preis eines Perlenfischers im Roten Meer ..." Es gibt mehr chwarze Perlenfischer als schwarze Perlen, und sie sind die ärmsten und elendesten der Menschen. Es gibt unter ihnen Blinde und Taube. Das hindert ie nicht an ihrem Geschäft. Denn in den schwarzen Tiefen des Meeres tastet sich der Blinde nicht schlechter zurecht als der Sehende. Das Gehör aber wird häufig durch das Tauchen zerstört. Anfangs ist ihm noch, als höre er m der Tiefe die geheim- vollen Geräusches des Meeres, als habe er tönende Muscheln an den Ohren Eines Tages aber fchwin- den diese Tone. Er ist taub geworden. Die Lebens- dauer der Taucher ist kurz Das regelmäßige Tau- chen in unmögliche Tiefen überanstrengt das Herz und verdirbt die Lungen. Die Taucher werden alle von Herzleiden und von der Schwindsucht befallen. Nach zehn Jahren dieser Tätigkeit sind sie blind oder taub oder auch beides. Und sie werden keineswegs reich dabei Sie stecken alle hoffnungslos in Schul- . n'C,^l)alb tauchen sie ja. Ihre Väter sind in Verschuldung geraten und die Söhne versuchen, die Schuld abzutragen, indem sie Perlenfischer werden. Aber ohne Ausnahme hinterlaßen sie ihren »indem eine noch höhere Schuld. Sie verkaufen die Perlen um lächerlich kleine Beträge. Die Händler nutzen das aus. Zweihundert Mark scheinen dem -Taucher ein Derrn'gen: und nicht selten verkauft der Händler die Perle um das Zwanzigfache. Im Oktober 1929 brachte ein arabischer Taucher eine ^ßerle aus der Tiefe, die auf 3/< Millionen geschätzt mürbe. Der Taucher aber wurde irrsinnig, ehe das Smisfes gelandet war. Sein armes Gehirn hatte den Gedanken an das märchenhafte Glück nicht zu ertragen vermochte. tretet mi/2 lein- Wengen v sonderen - Wls ®}f! in Attslü bewahrt, > RancnenV mit beson werden in werden. < LageM Minen.< 2, Sie an W Mchten IbAahr lich aud) deren De Peisonen »nonen schlc findet le to a r e n, stoffen en mehr als salz) aas Spiclware den. S.'s1 Spreng neu, Äta« hingen g werden r Haft best sängnis verwirlt Dorschris Destrafu! der Een Fcuerwer 3. An. besucht Feuerwer langen tt oder mit münde! Kinder u. nungsHs der (t'orl unb diese °hnr tddy tlÄMtz \) aufsichtig Fal.e pcl mit der i Ainzwjs, Pachtung < macht. D: Marnmi »rage lös «önbtDi «Iltbtt d M mi, Mittel in i JJJ« nid Wig?n , Dte Ko d° L°r>en Artschaf damit die ** berv o Sle Det b:r impensü Sedanker um °emerkbl & Ä Hebet Handel Eichen, ü bet wird Aus d Kammer Artikel 4 machen u die L oder füi der Da! Mr gehende 5 dird bis Sine Avid brzirkSLi bezirk (Li Men. 5« Del eigener Ter bi, öerDein Mi " 0er sm 5* jkreisa< liche^ kehr L Sana^ 1. schlage, o feilet Hm gen- Mcgr, 1 Kilogram weis ausnaM bis zu 1? beway (Speich^ inDerbi! SieDerwendung der hessischenMrgelder. HandwerkSkammer-LlntersuchungSausschuß des Hessischen Landtags. Aus der pwvinziashauvtüadt. Oer Verkehr mit Zeuerwerkskörpern. 3m neuesten Amtsverkündigungsblatt gibt das ÄreiSamt Giehen di« wichtigsten gesetzlichen Bestimmungen über den Verkehr mit Feuerwerkskörpern bekannt. Danach ist folgendes zu beachten: 1. Wer Feuerwerkskörper — Kanonenschläge, Frösche. Schwärmer und dergleichen — f e i l h a l t e n will, hat dies der Bürgermeisterei, in der Stadt Giehen dem Polizeiamt a n z u z e t - gen. 2m Kaufladen dürfen nicht mehr als 2,5 Kclcgr., im Hau,e außerdem nicht mehr als 10 Kilogramm vorrätig gehalten werden. Aus Aa«ch- weis eines besonderen Bedürfnisses kann au»- ausnahmsweise im Hause zeitweilig eine Lagerung bis zu 15 Kilogramm gestattet werden. Die Au f - bewahrung muh in einem auf dem Dachboden (Speicher) belesenen, mit keinem Schornstcinrohr in Verbindung stehenden abgesonderten Raume erfolgen welcher beständig unter Verschluß gehalten werden muh und m i t L i ch t n i ch t be » treten werden dars. Die Behälter müssen mit besonderen Bbfchuhvorr'.chtungen abgefeuert sein. Größere als die vorsteheno angegetenen Mengen sind außerhalb der bewohnten Orte in besonderen Magazinen auszubewahren, die unserer (Kreisamt) bzw. der Genehmigung des Polizei- amts Giehen bedürfen. Feuerwerkslorper dürfen in Kaufläden nur in verschlossenen Kisten aufbewahrt, oder nur unter Glas ausgelegt werden. Kanonenschläge und M:f)e Feuerwerls.örper, die mit besonderen 2lbsc u, or.ichtungen abgefeuert werden müssen, dürfe.c ..n Laden nicht ausbewahrt werden. Aufbrwahrungsräume in cht int Scha- tensgrcnze war. Staatsrat a. D. Wagner weiß sich nicht zu erklären, wie so die Bilanz von 1925 ter HZG. bereits den Ausgloichsbetrag von 125 000 Mark enthalte. Die entsch.idende Sitzung bsi Minister Raab über die Ueberschreitung der 325 000 Mark habe 1927 stattgcsunten. Es folgt die fast vierstündige Vernehmung des Direktors der HZG., Reusel. In einem Ex- poss teilt er u a. mit, daß bei einem Zesammen- brach der HZG. seinerzeit etwa 3900 Konten mit 3,8 Millionen Mark Forderungen hätten eingetrieben werden müssen. Davon wären etwa 1900 Handwerker mit rund einer Million Mark Außen- Meine ersten Erfahrungen in der Schaffung von Bühnenbildern und in der Inszenierung von Theaterstücken sammelte ich auf dem Boden einer „Prima ff. Fisch- und Aalräucherei", die der Vater eines Schulkameraden in einem Oderdorf betrieb. Dieser Schulkamerad, der auf den schmackhaften Beinamen „Spickaal" hörte, hatte von seiner Mutter, die im Städtischen Theater abonniert war, den Sinn für die Kunst geerbt. So war es kein Wunder, daß unsere Besuchs dort draußen mit einem Theaterspielen endeten. Unser ganzer Requisitenvorrat bestand aus einer Riesenmenge von goldgelben Blechbüchsen, die oben auf dem Boden ihrer späteren Bestimmung, Fischschuppen zum Versand an Schaumperlenfabriken aufzunehmen, harrten. Wir spielten Königsdramen, denn was ließ sich leichter aus goldenen Blechbüchsen bauen, als Königsthrone und Palastwände, und außerdem besaß einer von uns eine Krone aus Pappe, die immer vorkommen mußte. Als wir die ersten Schüleraufführungen im Stadttheater gesehen hatten, verzweifelten wir. Nie ließ sich „Wallensteins Lager" mit nichts als goldgelben Blechbüchsen inszenieren. So machten wir mit leisem Entsagungsschmerz unser Theater zu. In mir aber blieb das haften, woran unser Fisch' räuchereibodentheater zugrunde gegangen war, die Frage: „Wie wird's im Theater gemacht?" Was Wunder, daß ich mich eines Tages, nachdem ich einen kleinen Ararat von Treppen hinaufgekrochen bin, vor der dicken Eisentür wieterfinde, die ins Allerheiligste des Bühnenbildners führt. Also hinein! Ich stehe in einem Raum, der auf ten ersten Bl ck aussieht wie das Büro eines Ingenieurs: Zeichenttsche, Lineale, Ausziehtusche, Millimeterpapier. Ich werfe Hut und Mantel über den Grundriß von Lohengrins Brautgemach, räume eine italienische Früh.ingslandschaft von einem Hocker und fange nun an, den Bühnenbildner auszupressen. Schon vor Beginn der Spielzeit ist ter voraussichtliche Spielplan festgelegt, und der Bühnenbildner hat Zeit, sich mit den Werken vertraut zu machen. Er muß verstehen, das, was er schaffen will, dem Charakter des Werkes anzupassen. Alle Versuche der Festlegung auf einen Stil sind bisher immer noch gescheitert. So muß bei Opern ober Operetten das Bild von der Musik ausgehen, und der Bühnenbildner setzt sich, wenn eine Aufführung beschlossen ist, mit dem Kapellmeister zusammen, und läßt sich die Musik am Flügel vor- spielen. Nach dem Gehörten (und nach Kenntnis vom Text des Stückes) macht er Entwürfe, Aquarellzeichnungen, die dem hohen Kollegium von Intendanten und Regisseuren vorgelegt werden. Dem Entwurf folgt die Arbeit an der Modellbühne, die ein Abbild der großen darstellt, mit Andeutung der Versenkungen, des Rundhorizonts und der Bühnenöffnung. Alle Kulissen, Palast- wände, Torbögen, Häuserfronten und Bäum« werden im Maßstab 1:20 aus dickem Millimeterpapier geschnitten und ihr Aufbau erprobt. Der Regisseur sitzt dabei, er muß entscheiden, welchen Raum er braucht. Kein Felsblock darf da wachsen, wo der Held auf und ab gehen soll, kein Baum darf im Wege stehen, wo der Regisseur einen Engel herabschweben lassen will, und empfehlenswerterweise darf keine Kommode dazwischen sein, wenn Tra- viata in Alfreds Arme sinken will. Ist man sich einig, so wird ein Anschlag gemacht, was alles zur Ausstattung gebraucht wird, und schließlich können die maßstäblichen Zeichnungen hinausgehen in die Werkstätten. Da ist im Erdgeschoß bi« Tischlerei, wo die Kulissen ihr Gerippe erhalten und wo alles mögliche gezimmert wird. Baumgerüste und Empirekommoden, Kirchentreppen und Schiffskommandobrücken, kurz, in dem Kopf des Theatertischlers muß es etwa aussehen, wie in einer „Geschichte der Innenarchitektur aller Völker und Zeiten". Während er unten in seiner Werkstatt sägt, hämmert und leimt, werten im ständen im besetzten Gebiet betroffen worden. In ter Frage der Ueberschreibung der Beträge von 125 000 und 200000 Mark durch die Handwerkskammer an die HZG. belegt ter Zeuge, daß die Kreditkommisfion der Handwerkskammer am 17.8. 1926 den Betrag von 125 000 Mark zum Ausgleich des bilanzmäßigen Verlustes angewiesen habe. Die Bilanz von 1925 wurde von der Generalversammlung am 15. November 1926 genehmigt. Die Uebertragung des zweiten Postens ourch die Kre- ditkommifsion erfolgte am 18. März 1927, die Bestätigung über den Gesamtbetrag von 325 000 Mk. durch die Handwerkskammer aufgrund des bekannten ministeriellen Erlasses am 30. März 1927. Die Generalversammlung, welche die Bilanz von 1926 der HZG. genehmigte, sand am 31. Mai 1927 statt. Aus diesen Daten erklärt der Zeuge, daß die Bilanzierung vollkommen korrekt erfolgt sei. Der Zeuge berichtigt auch verschiedene Aussagen des Zeugen Bankbirektor R e i h - Groß-Gerau. Insgesamt seien von 717 Personen 333 000 Mark Krebite heute noch ausstehenb. Nur in 154 Fällen seien Aktien ber HZG. in Höhe von runb 5880 Mk. von Darlehensnehmern übernommen worben. Die 325 000 Mark sind nach Ansicht des Zeugen ter HZG. geschenkt unb von ben 570 000 Mk. des Ruhrfonbs seinerzeit abgebucht worben. Der Re- gierung5t>ertreter, Ministerialrat Hechler, hält baran fest daß bie 325 000 Mk. ber HZG. in Außenständen überwiesen wurden. Berschictene Fragen wird ter Zeuge in einer späteren Sitzung beantworten. Der Ausschuß vertagte sich auf zunächst unbestimmte Zeit. Die nächste Sitzung dürfte voraussichtlich erst im Januar nächsten Jahres ftattfinten. Oer Rau-mordversuch bei Biedenkopf. HF Tlarburg, 13. Dez. Die Staatsanwalt- schäft Rlarburg hat gegen ben Schlosser Ruppert aus Biedenkopf, ber am Samstagvormittag im Walde bei Dexbach ben Arbeiter Reis zu ermorden unb berauben versuchte, Las Ermittlungsverfahren wegen Raubmordver- fuches eröffnet. Die Verletzungen bes Ruppert, ber sich in ber hiesigen Klinik befinden, sinb soweit geheilt, baß er nunmehr ins Untersuchungsgefängnis gebracht werben kann. Das Befinben bes schwerverletzten Reis ist zufriebenstellenb. Malersaal die Kulissen gemalt. Ballen von Lein- wanb liegen da, baraus werden die Einzelstücke in ber notwendigen Größe zusammengenäht unb zunächst weih grunbiert. Inzwischen wirb in ber Farbenküche, in ber es höllisch nach Tischlerleim riecht, bie Farbe gekocht. Dann kommen die Maler. Sie haben eine Riesenpalette in Form eines kleinen Wagens, auf dem die Farbtöpfe stehen, und mit dem sie, nun auf dem Himmel ober ber Palastwand ober dem Straßenprospekt hin. unb herfahren. Mit einer Art von Besen wirb die Farbe aufgetragen und selbst bie „ganz feinen" Pinsel haben noch eine Breite, daß man einen Fensterrahmen bamit bequem mit einem einzigen Strich lackieren könnte. Die fertigen Stücke werben burch einen Schacht auf bie Bühne gelassen. Nicht alles wird auf Leinwand gemalt. Eben ist einer ber Maler dabei, auf einer Sperrholzplatte ein neues Mosaik für Lohengrins Brautgemach herzustellen. Das wird mit Kohle vorgezeichnet, mit Farben unb Gold ausgemalt und nur einige kleine Stückchen Holz werben als Mosaiksteine baraufgenagelt, damit das Ganze etwas plastischer aussieht. Mit den Werkstätten bin ich fertig also hinunter auf bie Bühne zu Aufbauprobe! Ehe bie Probe beginnt, habe ich noch Zeit, etwas auf ter Bühne umherzustrolchen, bie etwa zweieinhalbmal so breit ist, als es ter Bühnenausschnitt ahnen läßt. Ebenso ist es mit der liefe, von ber ter Zuschauer in den seltensten Fällen etwas sieht, da sie durch den Rundhorizont abgedeckt wird. Ich Nettere vom Bühnenboden hinab in bie „Untermaschinerie", wo in drei Etagen die verschiebensten Versenkungen tebient werben, und klettere wieber hinauf in bie „Obermaschinerie", bie aus wer weiß wie vielen Arbeitsgalerien bis zum Schnürboben besteht. Erlaßt es mir, bas Gewirr von Kabeln, Drähten und Tauen zu beschreiben, bas sich hier spannt! Hier ist ein Draht, an bem bie Klappe soundso bebient wird, hier werten die und die Scheinwerfer her- untergelaffen, hier sind bie Taue mit den Drähten, an benen bie Rheintöchter schweben, hier sinb an- bere Drähte, an benen sich bie Rheintöchter festhalten, um nicht burcheinanberzupenteln. Regenmaschinen, Donnertrommeln und dergleichen füllen die Galerien aus, bis ich vom Schnürboden eine beängstigend herrliche Aussicht auf die tief unter mir liegende Bühne habe, wo eben bie Aufbauprobe beginnt. Damit setzt sich bie gemeinsame Arbeit von Büh- nenbilbner unb Regisseur fort. Währenb in ben Werkstätten noch gehämmert unb gepinselt wirb, wirb auf ber Bühne praktisch die Ausnutzung bes Raumes erprobt. Durch alte Kulissen unb Versatzstücke wirb bie neue Dekoration angebeutet, unb bann wirb aufgebaut. Wilb genug sieht bas aus. Berge unb Höhen, die sich nachher dem Zuschauer als grüne Matten präsentieren, werben roh Ausam- mengeftellt aus sogenannten „Praktikabel , das sind Treppenstücke und Lattengerüste, auf bie dicke Platten gelegt werden, unb von benen es einen ganzen Keller voll gibt. Im Vorbeigehen sehe ich noch einmal in diesen Keller, won die Vorliebe des Theaters für Treppen Orgien feiert merfe ich noch einen Blick ins Magazin, wo die Wände des Wirtshauses „Zum weihen Rößl" an bas Felsennest ter„Carmen"-Schmuggler stoßen, und wo hun- bert laufenbe Meter Südseewogen, sauber aus Stanniol geklebt, sich an Klingsors Verließ anlehnen. Dann setze ich mich ins Parkett. Auf einem Prak- tilabelnberg baut man eine Schar von Engeln auf. Die dicke nach hinten unb bie zierlichen nach vorn. Immer wieder wird begutachtet und wieder umgebaut. Eine wahrhaft himmlische Geduld entfalten diese Ballettengel, endlich klappt's, und nun kann bie Singprobe anfangen. Aber das zu hören, ist nicht meine Aufgabe, unb so schleiche ich von bannen, nicht ohne im Bühnenhaus über einen Engel zu stolpern, der nach seinen Gummischuhen sucht Industrie- und Handelskammer Gießen. Paläste aus Latten und Leinwand. Werkstatt des Bühnenbildners im großstädtischen Opernhaus. Lon Manfred Jahnke. SJt.-tfpOlt trotzdem vor Gäste gingen legte sich zu wurden von immer sofort der Pause mehr vom Spiel. Die sogar in Führung. Steinbach versehr auf Einzelspiel. Die Angriffe der Hintermannschaft der Gäste abgestoppt. Nach dem Wechsel war lieh und nur einen Treffer erzielte. Ein ritterlicher Kampf! Atzbach II — Lrda I 0:2 (0:1). Die Gäste hielten den mit 10 Mann spielenden Platzbesitzer nur mit Glück nieder. Die Mannschaften waren sich gleichwertig. Es wurde sehr unplaciert geschossen. Erda konnte insgesamt zweimal erfolgreich sein. Atzbach ging leer aus. Albach — Burkhardsfelden 5:2 (1:2). In der ersten Halbzeit spielten die Gäste überlegen. Nach'dem Wechsel setzte der Kampf härter ein und brachte den Ausgleich für Albach. Verbissen wurde nun um den Sieg gekämpft, aber erst in den letzten 10 Minuten fielen 3 weitere Tore für den Gastgeber. Steinbach — hausen 1:3 (0:2). Hausen trat mit nur 9 Wann an, hatte aber Fast 14 Stunden in der Luft blieb der junge westdeutsche Segelflieger Göbels-Hamborn. Mit einem Segelflugzeug der Gruppe Hamborn vollzog er einen Dauerflug von 13:45 Stunden. Dom Bücheriisch des Sportlers. — Der Kampf feines Lebens. Neun wahre Geschichten um den Sport. Von Curt Rieß- Steinam. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. — (310) — Die Atmosphäre der großen Sportkämpfe wird in diesem Buche lebendig. Rieß Steinam kennt die weltberühmten Meister des Sports, einen Tilden, Arne Borg, McNamara, Segraoe ufw. Er weiß mehr von ihnen als die fabelhafte Rekordzeit, das entscheidende Tor, das große Turnier. Er kennt das Lächeln des Triumphes, aber er sieht auch die Augenblicke der Derzweif. lung, der Mutlosigkeit, des Zusammenbruches. Im schwersten Kampf ihres Lebens stellt er sie dar. Er läßt die menschliche Seite der Wetv.'ämpfe sehen, das seelische Ringen, das große Erlebnis, das jeder neue Kampf auch für die Großen im Sport bedeutet. In die gespannte Erwartung, mit der der Leser Phase um Phase des Kampfes verfolgt, mischt sich die Sorge: wie erträgt der Mensch im Sportsmann dieses hangen und Dangen, diese Mi- nuten vor Weltberühmtheit oder Niederlage? Das tragische Geschick der Großen, die einen Augenb ick des Zweifels nicht mehr einzuholen vermögen, der begeisterte Wagemut der Unterlegenen, die doch einmal den Sieg erringen, das Ungewisse der großen Sportkämpfe interessiert immer aufs Neue. Genaue Kenntnis der Sportwirklichkeit verbindet sich bei dem Verfasser mit einer Gestaltungskraft, die uns das Fluidum der Sportkämpfe lebendig werden läßt. Ein Buch für den Weihnachtstisch des Sportlers. Handball: MTV. Gießen -PSV. Butzbach. Sowohl in der DT. als auch DSD. sind die Handball-Derbandsspiele, mit wenigen Ausnahmen, in unserer Gegend beendet. Die 1. Mannschaft des Gießener MTV, die in diesem Jahre erstmalig in der Kreisklasse spielt, konnte nach schönen Spielen mit nur einem Punkt hinter dem TD. Wetzlar in der Gruppe „Lahn" der Kreisklasse den 2. Tabellenplatz einnehmen, und hat sich mit diesem Ergebnis für die Dorschlußrunde um die Kreismeist ersch aft qualifiziert. Anfangs Ia- miar werden die Gießener Männerturner demgemäß gegen die beiden Tabellenersten der Lahn- Nheingruppe in Dor- und Rückspiel und die weitere Teilnahmeberechtigung zu kämpfen haben. Um für diese schweren Spiele gewappnet zu sein, hat die 1. Mannschaft des MTD. Gießen noch für kommenden Sonntag mit der 1. Mannschaft des Polizeisportvereins Butzbach ein Freundschaftsspiel abgeschlossen. Das Spiel, das in Butzbach zum Austrag kommt, wird sicher beide Mannschaften jur Hergabe ihres ganzen Könnens zwingen, Die seither zwischen den beiden Mannschaften ausgetragenen Spiele endeten stets mit einem knappen Resultat. Handball im Latin-Oünsberg-Gau Die beiden in der Gauklasse zum Austrag gekommenen Spiele brachten Ueberraschungen. In Lollar erlebte man einen eindeutigen Sieg der Gäste aus Atzbach, Londorf muhte gegen Wieseck die Waffen strecken und kommt für die Meisterschaft kaum mehr in Frage. wieseck — Londorf 3:1 (2:1). Wegen Platzsperre in Londorf kam das Spiel in Wieseck zum Austrag. Beide Mannschaften spielten mit nur 10 Mann, Londorf außerdem mit Ersatz. Man sah ein ziemlich ausgeglichenes und faires Treffen. Wieseck nützte Torchancen glücklich aus. Londorf hatte ausgesprochenes Schuhpech, obwohl die Elf technisch besser war. Das Halbzeitergebnis lautete 2:1 für Wieseck. Nach dem Wechsel erzielten die Platzbesitzer noch ein Tor und konnten mit viel Glück das Ergebnis halten. Lollar — Atzbach 1:4 (1:1). Die Gäste revanchierten sich für die Dorspielniederlage. Sie stellten die bessere Mannschaft. Die Platzbesitzer erschienen anfänglich überlegen, erzielten das Führungstor, Atzbach glich aber noch por der Pause aus. Nach dem Wechsel war Atzbach überlegen und sicherte sich mit 3 weiteren Toren die Punkte. Bezirksklasse: Lauusbach — Garbenheim 1:2 (1:2). Ein flottes SpiSl. Beide Tore waren oft in Gefahr. Die Mannschaften waren ebenbürtig und sehr eifrig. Die Gäste lagen zunächst, den Wind im Rücken, im Dorteil und erzielten 2 Tore. Launsbach war nur einmal erfolgreich. Nach dem Wechsel sah man weiter ein unvermindert schnelles Spiel. Erfolge blieben aber aus. Ein Unentschieden hätte dem Spielverlauf entsprochen. Mainzlar I — Allendors D 2:7 (1:4). Die Gäste gingen, obwohl sie nur mit 10 Mann spielten, in Führung. Mainzlar fand sich schlecht, so dah den Gästen durch ihre gute Zusammenarbeit im Sturm drei weitere Tore gelangen. Bis zur Halbzeit holten die Gastgeber ein Tor aus. Nach der Pause erhöhte Allendorf auf 1 Tore, während Mainzlar klarste Chancen aus- der Kampf verteilter, für Steinbach fiel das Ehrentor, Hausen erhöhte auf 3:1 und verlieh als verdienter Sieger den Platz. 6 ze Sporinotizen. Zehn Nationen haben bereits ihre Meldungen für die Weltmeisterschaft än Zweier-Bob abgegeben, die am 11. und 12. Februar in Sch reibe rhau ausgetragen wird. Birger Ruud, der norwegische Olympiasieger, wird nach feiner Uebersiedlung nach Deutschland zum ersten Male an Weihnachten am Asch berg an den Start gehen und dort am Pokalsprunglauf teil- nehmen. Allgemeine Geflügelschau in Wieseck. Wieseck, 12. Dez. Der hiesige Geflügel- und Dogelzuchtverein hatte am vergangenen Sonntag zu seiner 2. Ausstellung, einer allgemeinen Ausstellung, eingeladen, die sehr gut beschickt war. Cs gelangten 274 Tiere, durchweg war es gutes Material, zur Ausstellung. Der Besuch der Ausstellung, besonders von auswärtigen Züchtern und Freunden, war sehr gut. Die Ausstellung, die besonders der heimischen Geflügelzucht galt, war aber außer von Wieseck auch aus der Umgebung beschickt. Die Preisrichter S ö d l e r , Rieder-Gemünden, und 3 ä g e r, Ober-Hörgern, hatten kein leichtes Amt. Cs wurden zwei Dundesehrenpreise vergeben, die au' Ha nburger Schwarz von Jakob Roth, Wie- seck, und Thüringer Geflügel tauben von August Seibert, Wieseck, fielen. Ehrenpreise mit der Bewertung .Sehr gut V" erhielten die Tiere nachfolgender Züchter: Hühner: Brahma: Funk (Mustergeflügel- hos Gießen); Plymouth-Rocks: Pfeiffer (Gro- ßen-Buseck): Rhodeländer: L. Zecher (Wihmar) und Hch. Sommer (Watzenborn): Russische Or- loffs: Ludwig Sommer (Gießen): Indische Kämpfer: Wilh. Souchan (Krofdorf): Rheinländer: W. Schmidt (Wieseck): Minorka, eins.: Alb. Bieler (Wieseck): Minorka. rosenk.: Äug. Seibert (Wieseck): Spanier: Otto Kaiser (Wieseck). Zuschlagsehrenpreis: Italiener, rebhuhnf.: Wilh. Schmidt lWatzenborn) und Karl Erb (Wieseck): I.aliener, silberhals g: Wich. Schlos - fer (Klein-Linden): Italiener, schwarz: Ludwig Schwalb (Alten-Duseck): Italiener, gestreift: Ludwig Heß (Wa^enborn): Drakel-Gold: Friedrich M a n d l e r (Wißmar ; Ostsri;se Si'bermöve: Alb. Lauch t (Krofdorf): Hamburger Silberlack: Gg. Jung (Watzenborn), 2mal E.: Susser-Dunt: Hch. Riehm (Lollar): Barnevelder: K. Doigt (Wieseck): Leghorn, weiß: Aug. Lotz (Wieseck): Deutsche Zwerge, silberhalsig: Wilh. Schmidt (Wieseck), 2mal E.: Zwerg-Wyanbottes, schwarz: Funk (Gießen): Bantam, schwarz: Aug. Fel- fing (Gießen) und Karl Wagner (Lollar): Federfühige Zwerge: HanS Eid mann (Wie- feck): Zwerg-Rhodeländer: August Seibert (Wieseck); Zwerg-Plymouth: Karl For b ach (Wihmar): En te n: Streicher. Hch. Dierau kl. (Wie- seck); Khaki-Champell: Wilh. P e p p l e r (Wie- feck), Zuschlags-Ehrenpreis: Tauben: Schönheits-Brieftauben: August Lenz (Klein-Linden): Altdeutsche Kröpfer: Karl Weih IV. (Watzenborn): Thüringer Schwalben- Friedr. Klingelhöfer iKlein-Linden). Zier - Geflügel: Hermann Fleck (Wie- feck), 2mal E.: Pfauen: Hch. Weller (Wieteckl Zuschlagsehrenpreis: Weiße Puten. Hans Eidmann (Wieseck). Sprechstunden der Redaktion. 1130 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäfts st eile zu richten. Neues für den Bücheriisch. — Ernst von Aster, Geschichte der Philosophie mit einem Anhang: Wie studiert man Philosophie? Kröners Taschenausgabe, Bd. 108, Alfred Kröner Derlag, Leipzig, Leinen 3,50 Mk. — (511.) — Diese Geschichte der Philosophie ist ein für das große Publikum bestimmter Grundriß, wie er für seinen Zweck besser und schöner nicht geschrieben werden konnte. Wie die Fülle der philosophischen Persönlichkeiten und Erscheinungen von der altindischen Philosophie bis zur jüngsten Gegenwart auf engem Raume bezwungen ist, so daß jedem beachtens- werten Denken sein ureigenes Recht wird und doch zugleich allenthalben nicht nur die persönlichen und sachlichen Beziehungen der Philosophen zueinander. sondern auch die geistigen Grundhaltungen und kulturellen älnterströmungen der Zeiten und Dölker sichtbar werden, ist vorbildlich und bewundernswert. Man merkt es dem Buche an. dah sein Verfasser mit der Geschichte der Philosophie durch zahlreiche frühere Arbeiten (Geschichte der antiken Philosophie, Geschichte der engl. Philosophie, Geschichte der Erkenntnistheorie von Descartes bis Hegel, Neubearbeitung der Falcken- bergschen Geschichte der neueren Philosophie, Plato, Kant usw.) und durch langes, erfolgreiches philosophiegeschichllich-pädagogisches Wirken besonders eng verbunden ist. Don der hohen Bewertung gerade der geschichtlichen Betrachtung in philosophischen Dingen legen die — übrigens auch als Beitrag zum Problem der Definition der Kulturbegriffe beachtenswerte — Einleitung und die im Anhang beigefügten Ratschläge zum Studium der Philosophie persönliches Zeugnis ab. Die von Manier und ernüchternder Trivialität gleich weit entfernte gepflegte, klare und lebendige Diktion berührt den Leser höchst wohltuend. Eine dankenswerte Ergänzung des Werkes bilden die ausführliche Zeittafel und die bewertend orientierenden Hinweise auf das einschlägige Schrifttum. — Lulu von Strauß und Torney: Dom Biedermeier zur Bismarckzeit. Aus dem Leben eines Neunzigjährigen. 237 Seiten mit acht Bildnissen. Geh. 4,50, Leinen 6,80. Engen Diederichs Verlag, Jena. — (532) — Die bekannte Dichterin erzählt in diesem Buche — nach Briefen, Auszeichnungen und aus eigener Erinnerung — das Leben ih:es Großvaters Viktor von Strauß: dies erscheint innerlich gerechtfertigt sowohl durch die interessante und keineswegs unbedeutende Persönlichkeit des Geschilderten, als auch durch die beziehungsvolle Einbettung des Persönlich-Biographischen in die größeren Zusammenhänge der deutschen Entwicklung im vorigen Jahrhundert. So entstand ein liebenswürdiges und vielfach aufschlußreiches Buch der Erinnerung: die Geschichte eines reichen Lebens, dessen Beschreibung sich zu einem reizvollen Zeit- bilde erweitert, weil sie fast ein Jahrhundert: deutscher Geschichte umspannt. Die eingestreuten Porträts beleben den Text aufs Angenehmste. — Lha Esch. Golgatha. Novellen. 316 Seiten. Verlag von Ernst Ewert, Kassel 1932. — (408) — Dis fünf Erzählungen von Lya Esch, deren früher erschienener Roman .Die Höhle" kürzlich an dieser Stelle angezeigt wurde, behandeln — jede mit einem Mädchennamen überschrieben — fünf Frauenschicksale: in einem recht konventionellen Stil und mit einer nicht durchaus erfreulichen Vorliebe für krasse Szenen und Motive. — Den lieben Kindern. Ein Bilderbuch mit 16 farbigen und 15 einfarbigen Bildseiten von Ioseif Dachlechner. Text von Bruder Willram. In Geschenkausstattung 2,80 Mark. Verlag Josef Müller, München 13. — (541.) — Ein Büchlein für die deutsche Kinderwelt! Das Beste, was Dachlechner geschaffen hat, ist in diesem Kinderbüchle'.n reproduziert. Die begleitenden Verse von Bruder Willram treffen nicht nur meisterhaft den Kinderton, sondern schmiegen sich so kunstvoll den Bildern an, daß sie förmlich zu einer Einheit mit ihnen verwachsen. Wirtschaft. * Felten & Guilleaume, Carlswerk, Köl-n-Mülheim. In der gestrigen Sitzung des AR. wurde mitgeterlt, daß der Rückgang der Umsätze in den letzten Monaten zum Stillstand gekommen ist und sich schwache Anze-ichen einer Be- lebung bemerkbar machen. Die Ausschüttung einer Dividende für das zu Ende gehende Geschäftsjahr kommt nicht m Betracht * Bergmann • Elektrizitätswerke AG., B e r l i n. In der AR.-Sitzung der Bergmann- Elektrizitätswerke AG., Berlin, erstattete der Vorstand Bericht über die ersten neun Monate des Geschäftsjahres, in denen sich trotz größter Einsparungen ein Verlust nicht vermeiden ließ. Der AR. beabsichtigt, der GV. im Frühjahr 1933 die notwendige Kapitalzusammenlegung vorzuschlagen. Nach Durchführung dieser Sanierung hofft die Gesellschaft wieder besseren Zeiten entgegensetzen zu können. * Der Anbau von Wintergetreide. Nach Mitteilung des Statistischen Reichsamts ergibt sich auf Grund der Schätzungen für Anfang Dezember, daß auch in diesem Jahr der Anbau bei allen Wintergetreidearten noch um ein Geringes ausgedehnt worden ist. Die Zunahme gegenüber der Herbsteinsaat 1931 wird im Reichs durchschnitt bei Winterroggen auf 0,9 v. Sy, bei Winterweizen auf 0,4 v. Sy, bei Winterspelz auf 1,4 v. H. und bet Winterro^en auf 1,4 v. H. geschätzt. Unter Zugrundelegung dieser Prozentzahlen würde bei Winterroggen eine Vergrößerung des Anbaues um rund 40 000 Hektar, bei Winterweizen und Winterspelz um zusammen rund 9000 Hektar anzunehmen fein. * Di e Lage im Lahn- und Dillberg, baugebiet. 9m vergangenen Monat wurden auf den Gruben des Lahn-Dillgebietes etwa 40 weitere Bergarbeiter neu eingestellt. Eine »nnensroerte I Absatzsteigerung ist bisher jedoch nicht zu verzeichnen. | Frankfurter Abendöörse behauptet. Frankfurt a.M., 14. Dez. Die Abendbörse war bei behaupteten Kursen sowohl für Aktien als auch für Renten nahezu geschäftslos. Dir Kulisse übte weiterhin Zurückhaltung, auch waren Orders außenstehender Kreise nicht eing .-troffen. Don den meist schwächeren Auslandbörsen ging ebenfalls keine Anregung aus. Don Lolalwerten blieben Aschaffenburger Zellstoff mit 29,5 v. H. gut behauptet. 3m Verlaufe bröckelten einige Werte um Bruchteile eines Prozentes ab. Neubesitzanleihe 6,55, Altbesitzanleihe 58,90, Schuhgebietsanleihe 5,80, Dresdner Bank 61,75, Reichsbank 130,25, Gelsenkirchen 47,5, Mannesmann 60,5, Rhein. Braunkohlen 183, Stahlverein 32,13, Aku 55,25, AEG. 32,90, Conti Gummi 117, 33.- Farben 96,5, Lahmeyer 113, Siemens 125,25, Aschaffenburger Zellstoff 29,5, Hapag 18. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 14. Dez. (WTB. Drahtmeldung.) Die Getreidebörse zeigte auch heute ein sehr stilles Aussehen, und auf allen Marklgebie- ren herrschte Geschäfts st agnation. Das Angebot trat etwas mehr in den Vordergrund, so daß bei Weizen ein kleiner Rückgang ein trat. Im Mehlgeschäft ist die übliche Belebung vor Weihnacht»- oollkommen ausgeblieben. Der Preis für Roggen- mehl senkte sich um XA Mark. Futtergetreide lag unverändert. Die Mühlennachprodukte schwächten sich im Preise gleichfalls etwas ab. Es wurden notiert: Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 Prozent Auswuchs 204 bis 205, Roggen 162,50, Sommergerste für Brauzwecke 180 bis 185, Hafer, inländischer 132 bis 137, Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 28,50 bis 29,25, niederrheinisches 28,25 bis 28,75, Roggenmehl 22,75 bis 24, Weizenkleie 7,75, Roggenkleie 8,25 Mark. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe Der zuletzt beichiojsenen Dwid nde an. — Reichsbankdiskont 4 o H Lombardzinsfuß b o. H. Jrannun a. 211. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend« bSrl Schluß« lurt Schluß!. Mittag« bchs- ■Jarum 13.12. 14.12. 13-12. 14.12. 6% Deutsche Reichsanleche v. 1921 77.25 76,5 78 76,5 6% ebem.7% $t. Reichsanl. v. 1829 92 94 92.5 94 o%% Boung-Anleihe von 1930 .. 76,5 76 76 75,5 Deutsche Anl.-Ablös..Schuld mii Auslol.-Rechten ............. 59,13 58,9 58,65 58.8 Desgl. ohne Äuslof.-Rechte...... 6.55 6.55 6.5 6,5 6% ehern. 8% Hell- BolkSstaat 1929 lrückzahlb. 102%)............ 70.65 72 72 72 Lberhessen Provinz-Anleihe mfi AuSlos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelab l.An — 57 — - leihe Seriel mit Ausios.-Rechten 54,75 54,65 54,25 54,5 6% cfiem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 83 82,5 _ _ 6% ehem. 7% Franks. Hop.-Banl Koldvfe. 16 unkündbar bis 1936 83 82,25 _ __ 6’/2% ehem. 4’,z% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Dfandbriese ..... 84,5 84,25 _ b'/,% ehem. 4l/j% Rheinische Hnp.-Bank-Liau.-cSoldvfe..... 87 85,9 _ 6% ehem. 8% Pr. Landespfaud briesanstalt, Psandbriefe R. 19 79,5 79 79 79 6% ehem. 7% Pr. Landespfand briesanstalt, Pfandbriefe R. io 79,5 79,5 — — <% Oesterretchische Soldronte... — 8,4 4,20% Österreichische Silberrente 1 1 1.05 1,05 4% Ungarische Golbrente....... 5,75 5,7 5,65 5.7 4% Ungarische Staatsreule v. 1910 5,6 5,6 5,4 5,25 4'/2% deSgl. von 1913.......... 5% abgest. Goldmerikaner von 99 6,5 4% Türkische Zollanleihe von 1911 1,75 3,7 3,7 3,7 4% Türkische Bagdabbahn-Anleihe Serie 1 ........... 4 4 4J 4 । 4% desgl. Serie II ............. 6% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 4 4,15 4,15 6 « 4^%Rumän.vereinh.Renlev.I913 9,2 - 4% Rumänische vereinh. Rente .. 3%% Analotter........ . .. 4,65 21,75 4,4 21,5 4.55 4,55 21.65 aian.un tieri.n Schluß«! kurs Schwßk. Abend« bö-se Schluß« kure Schluß!. Miitaq« bSrse Datum 13.12. 14.12. 13.12. 14.12. Hamburg.'Amerika.Pakci ..... 1 18.5 18 >8.75 18.13 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 - 32 Hansa Dampfschiff........... c — — — 25,75 Norddeutscher Lloyd ......... 0 19.5 18,75 19,65 19,13 A.iA. für VerkehrLchefen Akt. .. 0 46.25 46,65 46.5 46.25 Berliner Handelsgesellschaft.... 4 88 88 88,13 88,25 Commerz- und Privat-Bank ... Deutsche Bank und Disronto« 0 53,5 53,5 53,5 53,5 Gesellschaft................ 0 75 75 75 75 Dresdner Bank.............. 0 61,75 61,75 61,75 61,75 Reichsbank ................. 1 130 130,25 130.9 130,25 A.C.G...................... 0 32,75 32,9 32,5 33 Elektr. Lieferungsgesellschaft ... & 75 74,75 74,75 Licht und Kraft ............. 6 94,75 94.13 94,75 93,4 zelten & Guilleaume ........ Gesellsckiaft für Elektrische Unter« 0 55,25 54,5 55,5 55 nchmungen............... 4 73,5 74 73,9 74,4 Rbetnische Elektrizität ........ 5 84,5 84 83,75 85,5 Cchuckert & Co.............. O 78.25 78 77,75 77,75 Siemens & Halske........... rj 124 125,25 123 125,9 Lahmeyer L Co. ............. 10 113.5 113 112,75 113,75 Budcru« ................... 0 45,5 45,25 45,4 45,25 Teutsclfe Erdbl ............. 4 84 83,5 84,4 83,13 Gelsenkirchener.............. 0 48,5 47,5 48,75 48 Harpener................... 0 84,5 83 85,4 83,5 Hoelch Eisen—Köln Neuesten.. 0 — 52,25 52 tzlse Bergbau ............. 7 129 — 132,5 Hlse Bergbau Genüsse....... 7 100,5 102 I00 100,5 Klöcknerwerke ............... 0 47.25 48 17,4 47,9 Mannesmann Röhren........ ManSselder Bergbau......... O 60.65 60,5 60,9 60 0 25 25,25 25.25 25 Oberschles. KokSwerkc........ 0 43.9 44,5 Phönix Bergbau....... ... . 0 35 34.5 34,9 34,4 Rheinische Braunkohlen ...... 0 180.25 183 181.75 183 Ilhetnstah!............... u 75 74,5 75,9 74.4 zrankiurt a.3)l. Serlin Schluß« kurs Schlußl. Abend« böri Sch uß« turt Scklußk. 3711 lag. bör r Oaturn 13.12. 14.12. 13.12. 14.12. Bereinigie Stahlwerke..... 32,25 32,13 32,13 32 Claui Minen ............ ... 0 15,5 15,5 108,5 15 109 15 109 Kaliwerke Aschersleben..... ... 6 Kaliwerke Westeregeln .... Kaliwerke Salzdetfurth ... ... 6 ... v 171 114 171 115 171 114,5 I ®. Farben-tzlldustrie .... ... ? 96,5 154 96,5 96,75 96,63 Sckieideanstalt............ ...10 153 Goldschmidt ............. ... 0 29,25 28,75 29,4 29 RütgerSwcrke............. ... 0 42,25 42,65 42,25 42,9 Metallgelellschaft.......... ... 0 34 34 34 Philipp Hohmann........ 57,5 46,75 57,5 57 46,5 57,5 57,65 57 J5 Zementwerk Heidelberg ... Zementwerk Karlstadt...... ... 4 ... 0 Wayß Ä ffreytag ......... ... 0 __ 4,8 — - Schulthei» Payenhoser.... ... 0 98,4 gg Aku «Allgemeine Kunstseide) ... 0 57,25 53,25 57,13 55 Bemberg................ ... 0 63 63 63,75 60.5 Zellstofk Waldhof......... ... 0 48 47,5 47 47 Zellstofj Aschaffenburg .... Dessauer GaS............ Daimler 9)iot£*cn......... Deutsche Linoleum ....... ... 0 ... 7 ... 0 ... 0 28,25 19 46 29,5 19 101,25 19 28.5 99,75 19,4 44,25 Orensletn & Koppel ..... ... 0 Leonhard Tietz.......... ... 6 42^1 41,5 42,5 37 41,5 Eha de.......... ...... .12 152 153 151,5 154,75 Grttzner ... ....... 29,9 Maintraftwerle Höchlt a.M. ::: 4 30 Süddeutscher Zuikcr .. . ... S isT isT 152 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a TR. 13-vtzember 14-Dezember Amlllrbr ®cth Jioncninü 1 Nrie Ämililhr Geld lioiicruoq ^rlc Heising,ors. 6,024 6,036 6,064 6,076 Wien...... 51,95 52,05 51,95 52,05 Prag...... 12,465 12,485 12,465 12,485 Budapest ... — — Sofia..... 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland .... 169,23 70,53 70,93 169.57 70,67 71,07 169,28 70,98 71,43 169,62 Kopenhagen. 71,12 71,57 Stockholm... London ..... Buenos Aires Neuyork.... Srüifcl..... Italien..... Paris..... Schweiz ... Spanien.... Danzig.... 74,88 13,69 0,858 4,209 58,27 21,55 75,02 13.73 0,862 4,217 58,39 21,59 75,22 13,80 0.858 4,209 58,24 21,53 75,38 13,84 0,362 4,217 58,36 21,57 16,43 80,92 34.37 81,69 16,47 81,08 34,43 81,85 16,43 80,92 34,37 81,69 16,47 81,08 34,43 81,85 Japan ..... Rio de Ian. Jugoslawteu Lissabon... 0,879 0,269 5,624 12,76 0,881 0,271 5,636 12.78 0,879 0,269 5,624 12,76 0,881 0,271 5,636 12,78 Sanknoten _____ Berlin, Dezember Held ?r ETZ' Amerikanische Noten.............. 4,20 4 22 Belgische Noten.................. 58 08 Dänische Nolan ................. 7L06 58,32 71.34 Englische Noten ................. 13,76 Ü’82 Französische Noten............... 16,39 16 46 Holländische Noteu............... 168,91 169^59 Iialieniscke Noten................ 21,55 71 1)9 Norwegische Noten .............. 70,81 Deuttch Oettcrrrich, 4 1OO Schilling Rumänische Roten.............. ? 46 Schwedische Noteu............... 75 05 75 35 Srhroeticr Note».............. Spanische Noten................. 80,74 84 91 81,06 34 37 Ungarische Note»...............