nr. 269 KeühauSsabe 182. Zahrgang Dienstag, 15. November (952 Erlchein, täglich,autzer Lonniags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Bierjener Familienblatter Heimat Bild Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen Wit 1.95 Ohne Illustrierte „ 1 80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern insolge höherer Gewalt, /iernsvrechanschlüsse unter Samntclnummer 2251 Anschrift sür Drahtnachrichten Anzeiger Stehen, postscheckfonto: gronlfnrt am Main 11686. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drtid vnd Verlag: vrühl'sche Univerfitätr-Vuch- und Steindruckerel R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulttraße 7. .innagme von Anzeigen sür die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- hlameangeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfenniq, Platzvorschrift 20” , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undiür denAn. zeigenteil t D. Th.Kümmel sämtlich in Biegen. Oer französische Abrüstungsplan. Veröffentlichung des Inhalts auf Anordnung Herriots. Paris, 14. Rov. ($H.) Der französische Ministerpräsident läßt nachstehenden Auszugaus dem Abrüstungsplan veröffentlichen: Der französische Plan erseht nicht die Vorschläge anderer Abordnungen und insbesondere nicht diejenigen des Präsidenten Hoover, dem er im Gegenteil verschiedene Grundsätze entnommen hat. Die allgemeine Regelung des Friedens und die Rüstungseinschränkung, die die sranzösische Abordnung in Genf vokgeschlagen hat, ist von folgenden Gedankengängen getragen: Kapitel 1. Auf jeder Etappe der Verhandlungen ist immer mehr die zwingende Tatsache in den Vordergrund getreten, daß die Rüstungseinschränkungen im Sinne des Artikels 8 des Dölkerbundspaktes nur dann erhofft werden kann, wenn man der besonderen Lage eines jeden Kontinents, ja sogar eines jeden Staates und insbesondere den Bemühungen der Regierungen Rechnung trägt, die diese Einschränkung mit den bestehenden oder noch zu schaffenden Sicherheitsbestimmungen verbinden. Kapitel 2. Der Vorschlag des Präsidenten Hoover, nach dem das Hauptziel der Konferenz darin bestehen soll, die Verteidigung durch die Herabsetzung der Angrisfswafsen zu stärken, hat einstimmige Annahme gefunden. Die ersten Vorschläge und insbesondere diejenigen des englischen Auhen- ministers beschränkten die Tragweite der qualitativen Abrüstung auf das Material, und es war unmöglich, eine genaue Grenze zwischen den Angriffs- und Richtangriffswaflen zu ziehen. Als man über die effektiven Destände nach dieser Richtung hin verhandelte, ist man auf die Llmnöglich- kcit gestoßen, einen gemeinsamen Maßstab für die verschiedenen militärischen , Organisationen zu finden. .Frankreich schlägt also vor, eine umfassende Lösung anzustreben, xie stufenweise die Forderung des militärischen Ausbaus verwirklicht, die entsprechend den besonderen politischen und technischen Bedingungen des betreffenden Gebietes eine Angriffspolilik erschweren soll. Rur ‘auf diese weise, glaubt Frankreich, könne eine gerechte Lösung der deutschen Gleichberechtigungsforderung gefunden werden. Die französische Abordnung schlägt einen Gesamtplan vor. der unter dem Vorbehalt eines allgemeinen Abkommens, in dem für sämtliche Mächte die Abrüstungs- und Kontrollvorschriften festgesetzt sind, eine Reuregelung enthält, die geeignet erscheint, die Frage der Rüstungseinschränkungen sowohl vom politischen, wie auch vom technischen Standpunkte zu lösen. Dieses noch zu trefsendc Abkommen werde die gegenseitigen Maßnahmen in genauer Form feststellen, die die einzelnen Staaten in bezug auf Abrüstung und Kontrolle annehmen, und dafür werden sie als Gegenleistung auf dem Gebiet der Sicherheit und unter Berücksichtigung der besonderen Lage eines jeden Staates gewisse Garantien erhalten. Es besteht die Hoffnung, daß diejenigen Mächte, die sich diesem Aotommen nicht anschliehen, seine Anwendung dadurch ermöglichen, daß sic den von ihnen bereits unterzeichneten anderen _ Abkommen, wie dem Kelloggpakt mrd dem Völker- bundspakt, ihre volle Auswirkungsmöglichkeit geben. Ohne diese Annahme würde der gegenwärtige Plan undurchführbar werden. Don der Erklärung Stimsons ausgehend, wonach ein bewaffneter Konflikt alle Unterzeichner des Kellogg- Paktes angeht, die gegenüber dem Angreifer ihre Reutrabtzät nicht bewahren dürfen, hat das erste Kapitel des französischen Vorschlages das Ziel, diese Grundsätze noch einmal von allen Staaten annehmen zu lassen. Diese Staaten sollen sich insbesondere verpflichten, im Falle einer Verletzung des kellogg- pattes ihre wirtschaftlichen und finanziellen Beziehungen zu dem angceisenden Staat ab- zubrechen. f ipitel 3 Kapitel 3 bezieht sich ganz besonders aus die europäischen Mächte. Das System, das darin auseinandergesetzt ist, kann nur dann angewandt werden, wenn zum mindesten eine große Anzahl der Mächte unter Berücksichtigung ihrer besonderen geographischen Lage ihm zustimmt. Er ent- hält sowohl politische, wie auch militärische Bestimmungen. Die politischen Bestimmungen haben den Zweck, die Bedingungen festzulegen, unter denen ein unterzeichneter Staat das Recht auf älnterstützung der anderen Staaten hat. Diese gegenseitige Unterstützung muh automatisch durch den Angriff oder Linsall irgendeines Staates in Kraft treten, wenn dieser Linfall auf Forderung des angegriffenen Staates durch einen besonderen Ausschuß festgestellt ist, dessen Mitglieder noch in Friedcnszeiten durch die diplomatischen Vertreter und die Militärattaches bei den gesamten Regierungen namhaft gemacht werden. Sämtliche Unterzeichner des französischen Planes müssen auch dem allgemeinen Schieosgerichlsabkom- men beitreten. Sollte sich die eine oder andere der unterzeichneten Mächte weigern, sich der friedlichen Regelung irgendeiner Streitfrage zu unterwerfen, oder einem Ichiedsgerichtlichen Urteil nachzukommen, oder aber sich weigern, den Feststellungen des Böl- kerbundsrates auf Verletzung eines internationalen Abkommens Gehör zu schenken, so kann der andere Teil den Rat mit der Frage befassen, der dann die notwendigen Maßnahmen zu treffen hat. Die unterzeichneten Mächte werden in der Durchführung der zu treffenden Beschlüsse mitwirken. Der Völ- kerbundsrat, und das ist wichtig, wird diese Beschlüsse mit Stimmenmehrheit zu fassen haben. Die Bestimungen militärischen Charakters haben einen doppelten Zweck. Sie sollen nach den Grundsätzen der Hooversäien Vorschläge den Angriffscharakter 6er Landheere herabsetzen, die dazu bestimmt sind die europäischen Grenzen zu verteidigen, und anderseits die gegenseitige Unterstützung zugunsten einer der Unterzeichnermächte vorbereiten, indem sie die erste Hilfe regeln, die unverzüglich gebracht werden kann. Um das erste dieser beiden Ziele zu erreichen, werden die Heere der unterzeichneten Mächte allmählich gleichmäßig geregelt. Diese Regelung besteht in der Schaffung eines zahlenmäßig beschränkten Rationalheeres mit kurzer Dienstdauer Um die Gleichheit in der Entwicklung durchzuführen, ist vorgesehen, daß bei der Feststellung der effektiven Bestände in Ueberein- ffimmung mit Artikel 8 des Paktes die besonderen Bedingungen eines jeden Staates und insbesondere die Ungleichheit und Verschiedenheit der Rekrutierungsmöglichkeiten berücksichtigt werden. Außerdem muh der militärischen Ausbildung, die in den politischen Verbänden gegeben wird, ebenso wie der Wichtigkeit der Polizei Rechnung getragen werden. Die so geschaffene Rationalarmee wird über keinerlei bewegliches schweres Kriegsmaterial verfügen. Was die erste Hilfe anlangt, so wird eine besondere Anzahl von Truppen, die über die den Rationalarmeen verbotenen Mittel verfügt, zur Verfügung des Völkerbundes gestellt, um sofort in Wirksamkeit treten zu können. Diese Maßnahme ist erforderlich, da der neue militärische Aufbau es den Rationalarmeen nicht ermöglicht, mit der gewünschten Schnelligkeit in einen bewaffneten Konflikt einzugreifen. Andere Bestimmungen beziehen sich auf die unter Kontrolle des Völkerbundes stehenden Waffenlager in den einzelnen Staaten, die einem angegriffenen Staat zur Verfügung gestellt werden könnten, ferner auf bewegliches Kriegsmaterial, dessen Beibehaltung durch das allgemeine Abkommen erlaubt werden könnte, das aber den Rationalarmeen mit kurzer Dienstzeit untersagt wird. Außerdem beziehen sich die Bestimmungen auf die allmähliche Vereinheitlichung des Kriegsmaterials, dessen Herstellung kontrolliert und auf internationaler Grundlage geregelt wird. Zwischen den unterzeichneten Staaten wird eine ständige und regelmäßige Kontrolle der Durchführung der von ihnen übernommenen Verpflichtungen geschaffen. Die Verwirklichung dieses Programms wird in Etappen erfolgen, wobei alle notwendigen Sicherungen hinsichtlich der Efsektiv-Destände und der Schlagkraft der vorhandenen Stteitkräfte gegeben sein mühten, soweit damit keine Erhöhung der Rüstungen oder Rüstungs ausgaben von den Staaten in der Uebergangszeit vorgenommen werden. Kapitel 4 hand.tt von den See,lreitkräften und von den überseeischen Streitkräften iKo- l o n i a l t r u p p e n), die von -em im Kapitel 1 dargelegten System nicht betcos' n und nur durch das al gen eine Abkommen geregelt werden tonnen. Auf dem Geb.et dec Rüstungen zur See sieht der Abrüstungsplan den Fall vor. daß zw schen den intere fierten Mächten ein Mittelmeerpakt abgeschlossen wird, der eine genügende Garantie für die gegenseitige Tlnter- stützung gibt, damit den unterzeichneten Staaten die Mögt chkeiten geboten werden, auf dem Wege der He abs tzung des Tonnengehaltes soweit als möglich zu gehen. Auf alle Fälle und nach dem Wortlaut der Hooverschen Vorschläge fefbft muh das Verhältnis, das augenblicklich zwischen den einzelnen Flotten besteht, auftechterhalten bleiben. Infolgedessen müssen die Linschränkungs- bestimmungen auch auf die bestehenden See- streitkräfte ausgedehnt werden. Für diejenigen Mächte, die über Seestreitkräfte von weniger als 100 000 Tonnen verfügen, wird ein besonderes Abkommen getroffen werden müssen. Der französische Plan sieht ferner vor, daß jeder unterze.chnende Staat, der über Seestreit- Iräfte verfügt, auf Anforderung des Völkerbundes hin sofort die dringende Hilfe le stcn muß. auf die ein angegriffener Staat Anrecht hat. Diese Hilfe besteht darin, eine gewisse Anzahl aller Schisfsgattungen zur Verfügung des Völkerbundes zu stellen. Die genaue Zahl muh noch besonders formuliert werden Kapitel 5 Aus dem Gebiet der L u f t st r c i t k r ä f t e ist bereits im Rahmen des allgemeinen Abkommens das Verbot des Bombardements ausderLuft und die gleichmäßige Abschaffung aller Bombenflugzeuge beschlossen worden. Dieser Beschluß ist allerdings durch die Entschließung vom 23. Juli der Schaffung eines Systems untergeordnet worden, das es unmöglich machen soll, die Handelsluftfahrt für militärische Zwecke heranzuziehen. Die französische Abordnung schlägt deshalb ein Abkommen zwischen sämtlichen europäischen Luftfahrtmächten zur Schaffung einer „Europäischen Vereinigung für Lufttransporte' vor, ebenso wie der französische Plan die Bildung von besonderen Luftheeren enthält, die dem Völkerbund zur Verfügung gestellt werden sollen. Ebenso enthält er Vorschläge für die Bildung einer europäischen Luststreitmacht auf internationaler Grundlage, dessen Personal nach einem noch aufzustellenden Plan aus Freiwilligen aller Staaten herangezogcn werden soll. Dresden, 14. Rov. (WTB-Funkspruch.) Der Reichskanzler ist zu seinem angekündigten Staatsbesuch bei der sächsischen Regierung Montagm ttag in Dresden eingetroffen. M n sttrprä, ident Schieck entbot dem Reichs- kanz.ec den Willkomm. Die sächsische Regierung bearuße den Wun.ch enger per.önlicher Fühlungnahme zwischen Reichsregierung und Ländern. Eine solche fei notwendig, auch bei der Lösung des großen Problems der Reichsreform. Die sächsische Regierung fei bereit zur Mitarbeit auf der Grundlage, daß dem Reiche das gegeben werde, was eszurErhaltungund Festigung seiner Autorität nach außen und innen brauche, daß aber das Eigenleben der Länder unter genauer Abgrenzung der beiderseitigen Zuständigkeiten gewährleistet und den Ländern die Mitarbeit an der Gesetzgebung und Verwaltung im Reiche ermöglicht werde. Die Finanzirot rühre jetzt an dem Lebensnerv des Staates und seiner Gemeinden. Wenn man Sachsen in dieser Zeit wirtschaftlicher Rot nicht :m Stiche lasse, werde es die ihm geographisch und geschichtlich gestellte Aufgabe, zwischen dem deutschen Rorden und dem Süden Mittler zu fein, auch weiterhin in unverbrüchlicher Reichstteuc erfüllen können. Reichskanzler von Popen stattete dem Ministerpräsidenten feinen Dank tjfür die Begrüßung ab und wiederholte das Dekenn-tnis, daß die Reichsregierung vor allem und ganz auf föderalistischem Boden stehl. Wenn auch, so iuhr der Reichskanzler fort, in Zukunft es die besondere Sorge der Reichsreaie- Die sranzösische Abordnung macht am Schluß ihres Vorschlages darauf aufmerksam, daß s ä m t- < liche Artikel ihres Planes Untereinander verbunden sind, und daß die 'Verwirklichung allmählich und parallel zur Entwicklung des Vertrauens und der Ausrichtigkeit in der Durchführung der übernommenen Verpflichtungen bestehen muh. Oie Gleichberechtigungsfrage. Paris, 14. Nov. (TU.) Die Stelle, die sich auf die deulfche Gleichberechtigungsfordc- r u n g bezieht, hat im französischen Abrüstungsplan folgenden Wortlaut: „Wenn die französifche Regierung gegen die Umstände protestiert hat, unter denen die Gleich- berechtigungsforderung vorgebracht wurde, wenn sie den Wert der rechtlichen Beweisführung, auf die sich die Forderung stützt, nicht anerkannt und wenn sie auf dem Gedanken beharrt, daß jene Lösung, die eine A u s r ü st u n g nach sich zieht, als im Widerspruch zur Konferenz selbst stehend unannehmbar sein würde, so hat sie doch niemals geleugnet, daß die Frage selbst zu den Ausgaben gehört, die der Konferenz gestellt sind, orfjon am 29. Juli hat der Ministerpräsident das vor dem allgemeinen 'Abrüstungsausschuß erklärt. Die französische Abrüstiingsabord- nung hat das feste Vertrauen, daß ihre Vorschläge es ermöglichen, im Interesse des allgemeinen Friedens dieser Frage durch eine allmähliche Gleichstellung der militärischen Bestimmungen, sowie durch eine gleichmäßige Beteiligung an den Lasten und Vorteilen der gemeinsamen Aktion unter Beendigung jeder Aufrüstung eine gerechte Lösung zu geben." rung sein wird, den Ländern unter genauer Abgrenzung der beidersei'ttgen Zuständigkeit die Mitarbeit an der Gesetzgebung und Verwaltung im Reiche zu ermöglichen, so wird es nicht weniger wichtig fein, die Autorität des Reiches und seine r Regierung nach innen und außen in vol- fern Umfange zu wahren. Der Reichskanzler wies bann auf die Bemühungen der Reichsregierung zur Belebung der Wirtschaft hin und hob hervor, daß der Ruf der Reichsregierung gerade in Sachsen vielfach Widerhall gefunden habe. Da die Wirtschaftspolitik des Reiches in bestem Sinne eine Milteistandspolitik (ein solle, so habe die Reichsregierung nicht gezögert, auch Sachs em entsprechend seiner bedrängten Lage bef cuttere Hilfe angedeihen zu lassen, vor allem durch Einbeziehung einiger Teile Sachsens in das Oithilsegebiet ui.ib durch Errichtung einer Gefchäftsftelle der I-ndustriebank in Dresden. Weiter habe sich die Reichsregieruiiz bereit erklärt, bei e'.'ner Kreditgewährung an d i e sächsische Wirtschaft mitzuwtrkrn. Allerd'ngs seien die Verhandlungen darüber noch nicht abgeschlossen. Die leichte Besserung, die schon heule auf manchen Gebieten des Wirtschaftslebens verspürt werde, so schloß der Reichskanzler, sei eine zarte Pflanze, die mit der Sorgfalt äußersten Vertrauens gehegt und gepflegt, nicht aber mit dem mitleidslosen Absatz gehässiger Parteipolitik zertreten werden sollte. Die Reichsregierung werde dafür sorgen, daß der Gesundungsprozeß dec Deutsche Seeoffiziere ehren die amerikanischen Gefallenen. A Hi U - f I W 5 Kapitän E. W a ß n e r, der Kommandant des deutschen Kreuzers „Karlsruhe" bei der Kranzniederlegung am Grabe des „Unbekannten Soldaten", das sich in Washington befindet. Oer Kanzlerbesuch in Dresden. Sachsen bietet sich als Mittler an. 952 cn der 11 i d) • iß Dr. - Der ■leb ?'c lit fei« uber icmeln i über tni.;!- Krten natur- roci- I i d) • 0 Dr. Da» ibhet- K'ab- Fahl- Ivo! chkeit ihren und .'lene Slam- n. — liner .frigr, eiten, web- c sie 'Ollij* r b o. e cs c r s uten (frais auch urch An. uch" aus ent- brif dem ) A. •fe- tn- 4- )sr ei- uf- >er ien in- ns iih je 'ch es nd i)t 211 iir h- t. b C g. 1- ,t. n st >• h h r s r -— Aus aller Welt Wie uerban die L in Ob« der 'B abftim den, i wurde vom Tarif» gestern 1630 bürg c amerit in Mc Lhristo Mben in cal tte mitget (Id. oinjio (oroie Gronau in Warnemünde. Der Weltslieger v. G r o n a u ist in Warnemünde eingetroffen. Bereits in Rostock wurde er von zwei Staffeln Land- und Seeflugzeugen begrüßt, die den Zug bis nach Warnemünde begleiteten. Auf dem Warne-münder Bahnsteig wurden Gronau zahlreiche Ehrungen zuteil. Er wurde von Ministerialrat Dr. Barfurth und von Stadtrat Wulff als Bertreter der Seestadt Rostock sowie von Direktor Becker im Ramen der Lehrer und der Belegschaft der Deutschen Berkehrsfliegerschule Warnemünde begrüßt. An den Empfang schloß sich eine interne Begrüßungsfeier an. „Do X“ wieder in Altenrhein. Das Flugschiff „Do X" ist in den letzten Tagen bei uer Dornierwerft in Altenrhein glatt gelandet. „Do X" hatte am 5. November 1930 von Altenrhein aus seinen Amerikaflug angetreten. Seit diesem Zeitpunkt ist das Flugschiff nicht ein einziges Mal in einer geschützten Halle gewesen. Die Dornierwerke ehrten Stapitän Christiansen un) seine Besatzung durch einen Empfang. Ein Kind schwer verletzt aufgefunden. Auf dem Bahnkörper der Borortbahn imRor- den Berlins wurde die 6 Jahre alte Rosemarie Boddin schwer verletzt und besinnungslos aufgefunden. Die Kleine war nur mit einem Mantel und einem Hemd bekleidet. Sie war vollständig angezogen aus der elterlichen Wohnung weggegangen und nicht wieder h.eimgekehrt. Die Polizei vermutet, daß sie das Opfer eines W ü st l i n g s geworden ist. Das Kind wurde ins Krankenhaus gebracht, wo es bisher nur für kurze Zeit zum Bewußtsein kam. Sonderbarerweise wurde in unmittelbarer Räche des Fundortes eine Türfüllung aufgefunden, die bei einem Schiuleinbruch herausgeschnitten worden ist, der in einer der letzten Rächte im Rorden Berlins verübt wurde. Ob die beiden Verbrechen im Zusammenhang miteinander stehen, ist bisher noch nicht ermittelt worden. Brandstiftung im Kinderheim Wädenswil. , Die Ursache des Brandes des Kinderheims in Wädenswil, bei dem 12 Zöglinge ums Leben kamen, kann nunmehr als festgestellt gelten. liegt Brandstiftung vor. Als Täter 2l Pcr b-h. 2' dieses Prosastück, edel und sehr einfach in seiner Haltung, wurde so gesammelt und Doch säst nachdenklich gelesen, daß man stellenweise Den merkwürdigen Eindruck gewann, etwas ganz .neues, gleich'am eben erst Erlebtes und Geformtes $UuDAr?e -.e?' Erzählung eines Mannes, die, ein- gebettet zwischen kargem und fast verhaltenem Zwiegespräch, ein Geständnis und eine Lebensbeichte ist, Bencht^on der untergründigen Verknüpfung menfch- J- er ^ch'ch, e, hinuberspielend aus der alten in I bie neue Welt und — wahrhaft dichterisch — besiegelt durch die unendlich einfache und menschlich | GegcnwakMgendesJleiMigeiiAlbeiisdienstes Eine Unterredung mit dem Ue:chsarbeitsminister. Kunst und Wissenschaft. Hindenburgs Glückwunsch an Gerhart Hauptmann. ®er Herr Reichspräsident hat an Gerhart Hauptmann folgendes Glückwunschschreiben berichtet: »ge!?r geehrter Herr Hauptmann! Zu Ihrem 70. Geburtstag spreche ich Ihnen meine herzlichsten Glückwünsche aus. Anläßlich Ihres 60. Ge- burtstages ist Ihnen die höchste Auszeichnung der Adlerschild, verliehen worden, i-o bleibt mir heute nur übrig, erneut der An- m Ausdruck zu geben, die das deutsche Volk Ihnen und Ihrem dichterischen Schaffen entgegenbringt, und den Dank zu wiederholen ver Ihnen für Ihre Verdienste um die deutsche rr>unI*.«.un& nicht zuletzt für die Vertretung und Verteidigung des deutschen Gedankens in der ■ISelt tn so reichem Maße gebührt. Ich wünsche ^hnen ein weiteres langes Leben voll Gesundheit und Schaffenskraft und verbleibe mit freundlichen Grüßen Ihr sehr ergebener (gez.) von H i n den bürg." Die preußische Staatsregierung (Kabinett Braun) hat auf Antrag des Ministers für Wissenschaft und Volksbildung Grimme beschlossen, die große Goldene Staatsmedaille Preußens für Verdienste um den Staat Gerhart §ihen.^ t m a n n zu seinem 70. Geburtstag zu ver- Eine deutsch-italienische Kulturoereinigung. Die Gründung der deutsch-italienischen Kultur- vereinlgung in Mailand gestaltete sich zu einem überaus festlichen Ereignis. In Anwesenheit zahl- reicher Senatoren, Abgeordneten, Vertretern der kommt ein Anstaltsinsasse in Betracht, der 43jäh- rige geistesschwache Karl Widmer. Er ist in der ^Inglücksnacht mit seinen Sonntagskleidern und etwas Geld verschwunden. Am Vorabend hatte er mit einem anderen Anstaltsinsassen einen Streit und war von der Anstaltsleitung zurecht- gewiesen worden. Bei einer genauen Durchsuchung öe£ Zimmers, in dem er wohnte, kam in einer Kommode ein zerrissener Zettel zum Vorschein, aus dem geschlossen werden muß, daß Widmer aus Rache das Feuer anlegte. Das Ra.nenssch.ld des Kreuzers „Emden" auf dem W-ge in die Heimat. Das kupferne Ramensschild des deutschen Kreuzers „Emden", der am 9. Rovernber 1914 nach heldenhaftem Kampfe durch den australischen Kreuzer „Sydney" zerstört wurde, befindet sich auf dem Wege nach der Heimat. Die Platte war seinerzeit von dem Wrack genommen worden und wurde seit 1915 als Kriegstrophäe in einer besonderen Kassette im australischen Parla- rnentsgebäude aufbewahrt. Australien hat es nunmehr Deutschland zurückgegeben. Autounglück bei Tunis. — Vier Tote. . Etwa 40 Kilometer von Tunis entfernt wurde ein Auto bei einer Bahnüberführung von einem C i s e n b a h n z u g e r f a ß t und schlug um. Vier Personen wurden getötet, zwei verletzt. Sieben Tote bei einem Autounglück in Algier." Rach einer Havas-Meldung aus Algier hat sich bei ^lelat cm schweres Autobusunglück ereignet An Personentransportauto, das den Verkehr zwischen Mascara und Oran versieht, glitt auf dem aufgeweichten Boden aus und fuhr in voller Fahrt gegen einen Daum. Der Motor des Wagens wurde völlig in die Karosserie hineingedrückt Die Zahl der Toten beläuft sich auf sieben, die der Verletzten auf 22, darunter mehrere Schwerverletzte. Zuchthaus für eine Räuberbande. $aS Sondergericht in Königsberg verurteilte die an dem Raubüberfall auf einen Kassenboten des Warenhauses Karstadt am 3. Oktober d. I. Beteiligten, Kraftwagenführer Gell, Klempner Bouillon und Arbeiter Mett, wegen schweren Raubes zu je sechs fahren Zuchthaus, den Dreher Schulz als Anführer zu acht Jahren Zuchthaus. Vrahms: l. Symphonie in c-Moll. Jum bevorstehenden Eymphonielonzert des Gießener Konzertvereins. Die Tatsache, daß Johannes Brahms, ehe er fein erstes Streichquartett der Oeffentlichkeit übergab, runb zwanzig vorher geschriebene Quar- £*rCc.Dcr-n:c^tc*: hatte, läßt einen ähnlichen Rück- aUfUu^ «cm symphonisches Schaffen zu: denn erst als Dre.undvierzigjähriger tritt er mit seiner «En Symphonie hervor. Seine Redewendung- Mit erner Symphonie ist nicht zu spaßen", gibt bag beste Zeugnis seines künstlerischen Derantwor- tungsgefuhles. Angesichts der sieghaften Tra- oitivn der Beethovenschen Symphonien war er sich Auen Wohl bewußt, daß nur das wirklich Große auf Weltgeltung erheben konnte. Viel- leicht geht man auch nicht fehl in der Annahme, oq6 03^018 Jid) alle Möglichkeiten musikalischer Ausdrucksfah'.gkeiten untertan machen wollte ehe er an das höchste Ziel, an ein Weltbild in Tönen herantrat. Da Brahms niemals in seinen Werken sich einem Programm von realer Wirklichkeit untergeordnet, außermusikalische Momente also völlig ausgeschaltet hat, so läßt es sich unzweifelhaft vermuten, daß er erst von dem Zeitpunkt an die Symphonie zum Kündungsmittel erwählt hat nachdem er durch die Reichhaltigkeit, Fülle und Tiefgängigkeit der inneren Erfahrungen etwas Eigenes, Persönliches, älrsprüngliches zu geben vermochte: denn in feinen Aeutzerungen war Vrahms stets, wie kaum ein anderer, wahr, echt und sich selbst getreu. Man hat in der C - M o l l - Sy m pH o n i e gaiu bestimmte persönliche Schicksalserlebnisse als Viederscblag erkennen wollen und ist sicherlich an- 9 tr t® * r Brahmsschen Schafferiseigenart dabei schigegangen: beim nicht reale Begebenheiten, son- bern die inneren Zustände seines Ich-Erlebens haben feinem Werke den Inhalt gegeben. ODenn man versucht, wie es vielfach geschehen ist Symphonien ein Zurücktreten des Inhaltlichen vor dem formalen Moment zu erken- man dabei das Wesen der ,7nÄ<^n Symphonie, nämlich die Bändigung naffi&T"9 9Cft,gcn Erlebens, ohne durch eine Formgebung der Tiefe des Inhaltes Einschrantung zu tun. Dieses Ringen um den GU wird besonders dadurch be° ©{tuen fri! ?U ^Moll-Symphonie die ersten aSS Eni 3 8toei 3a&rae5nten zurückliegen. R 1 -*c ^'^oll-Symphonie als eine tra- I ÄU^mif könnte namentlich in Bo° jug auf die berdrn Ecksatze zutreffen, denn in ihnen I kündigt sich stärkstes Schicksalserleben. Seiner Anlage nach ist das vorliegende Werk eine Finalsymphonie, d. h. der Aufbau, im ganzen gesehen, strebt einer Krönung und Lösung der inneren Pro- • ^nirC,r lVt Schlußsätze zu, der entsprechend seiner inhaltlichen Stellung fast die Länge der drei vorausgchenden Sätze mißt. Die Höhe des letzten Satzes tritt in ihrer Gipfelsteilheit um so kontrastierender hervor, als die beiden Mittelsätze im Gegensatz zu dem bitteren Ernst der Ecksätze friedlichere Regionen erschließen. Die von innerem Gären erfüllte Einleitung des Kopflatzes wird mit ihrer starken Spannung zweier cnergiecrfuUter, einander gegenübergestellter Themen verstärkt durch Das Pochen des Orgelpunktes der Kontrabasse, des Kontrafagotts und der Pauke . leidenschaftlichen Aufwallen und erschöpf- ten Minken laßt sie die Hauptthemen des folgenden Allegras erstehen, dessen kampferfüllte Sphäre o.n elementarer Aufschrei der Holzbläser auftchließt. Mit sehnfuchtsvoller Wehmut erklingt das zweite it* DOn öer Oboe: bewundernswürdig !'.t die Kunst des Ueberleitens zu diesem Thema Dm Jleues Ausbaumen der Kampfeskräfte, gipfelnd in Unisono-od)lägen, leitet zur Durchführung, die .'^r Gedankenaufschließung ein mar- ArohmSichen symphonischen Stiles darstellt. Zwei Pianostellen werden hier zu Momenten innerer «chau: nach der zweiten bricht die Energiegewalt um so stärker mit drohenden, elementaren Steigerungen hervor. Nad) der Reprise mundet der Satz mit klagenden Klängen in auf- gelichtetem Dur. 1 Der langsame Mittelsatz (Andante sostenuto) 'fljeint mit feinem Eingangsthema einer Welt des Friedens zu entstammen: jedoch die Weiterführuna des Themas knüpft mit ihrer Chromatik an die Schichalsverbundenheit des vorausgegangenen Satzes an. Einem mit ergebener Zuversicht erfüllten Oboen-- gelang folgt ein sich auflichtendes zweites Thema non Holzbläsern getragen. Das Oboenthema wird $um Schluß des oafces hin klanglich verklärt durch das Horn, dem sich die Soloviolme gegenüberstellt. Der dritte Satz (Un poco Allegretto e grazioso) steht anstelle des sonst üblichen Menuetts bzw. >vcherzos. Seine Aufgelichtetheit ist zeitweilig getrübt durch die Erinnerung an das vorausgegangene '-chichalserleben: ein quasi-Triosatz läßt Streicher und Holzbläser als geschlossene Gegnergruppen in anmutigem Spiel gegenübertreten. Die Adagioeinleitung des Finales spiegelt das Suchen nach einem Ausweg aus den Hemmnissen Ichwerer «chichalsgebundenheit. Zwar klingt das Kopfthema des ^wuptsatzes schon hindurch, aber noch qt es öura) quälende Chromatik verschleiert. Pizzi- cato-Episoden, die ebenfalls später in die Entwicklung des Hauptsatzes eingreifen, gehen einem Aus- Diplomatie, der Generalität, der Wirtschaft der bedeutendsten Kulturinstitute und der Presse hielt Senator T r e c c a n i, der Herausgeber der Italienischen Enzyklopädie, die Eröffnungsrede, wobei er die Gründung als einen neuen Markstein der Freundschaft und Zusammenarbeit der großen du^) soviele Bande verknüpften Rationen bS- zeichnete. Die Gründung liege auf einer Linie mit oer vor einem Jahr in Köln gegründeten Italienisch-Deutschen Kultur-Gesellschaft, deren An- reger M u f s o l i n i persönlich gewesen sei. Mqr. Galbiati, der Präfekt der Mailänder Bib]io- teca Ambrosiana, sprach über Zweck und Programm des neugeschaffenen Instituts, das der innigeren Durchdringung der beiden großen Kulturen dienen solle. Der deutsche Generalkonsul Ge- beimrat Dr. Schmidt, der die Anregung zur ^^undung der Vereinigung gab, dankte für die beifällige Aufnahme des Planes und für die über» all zutage getretene Sympathie, die für die deutsche Nation zum Ausdruck fam. Ehrenvorsitzender der Vereinigung ist das Mitglied der italicni- Ieben 21^11110, Farinelli, der Herausgeber des Reisetagebuches des Vaters von Goethe. Die Versammlung sandte Ergebenheitstelegramme an Hindenburg, den König und Mussolini. Männerchor-Dall.ide „Die Brücke am Tah". , ,r>- Moellendorsfs große Männer- chor-Dallade „Die Brücke am Tay" (Dichtung von Th. Fontane), die in Westdeutschland nun schon zu den meistgesungenen Werken zählt, hatte unlängst auch bei ihrer Erstaufführung in Stettin durch den Lehrergesangverein unter Wiemann einen gewaltigen Erfolg. „Die Brücke am Tay" wird im Februar dort Zur Wiederholung gelangen. Berlin, 14. Rov. (WTD., Der Reichs- arbeitsminister gewährte heute dem Chef- rebafteur des WTB. eine plnterredung über wichtige Geaenwartsfragen des Freiwilligen Arbeitsdienstes. Der Minister gab zunächst seiner Befriedigung über den außerordentlichen Aufschwung Ausdruck, den der Freiwillige Arbeitsdienst auf Grund der Verordnung vom 16. Juli d. I. genommen habe und betonte dann mit Rachdruck, daß sich die Organisation des Arbeitsdienstes durchaus bewährt habe. Insbesondere hat sich, so fuhr der Minister fort, die Verbindung, die zwischen dem Frei- willigen Arbeitsdienst und den Einrichtungen der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung geschaffen ist, als recht zweckmäßig erwiesen. Von einer nebenamtlichen Betreuung durch die Bezirkskommissare in dem Sinne, daß bei ihnen her Freiwillige Arbeitsdienst gegenüber ihren sonstigen Aufgaben eine untergeordnete Rolle spiele, könne, so erwiderte der Minister, gar keine Rede sein. Richt nur der Reichskommissar, sondern auch die Tezirkskommissare widmen einen großen Teil ihrer Arbeitskraft der Leitung und Durchführung des Freiwilligen Arbeitsdienstes. Ihnen stehen überall Sachbearbeiter in ausreichendem Umfange zur Seite, pleberdies darf nicht vergessen werden daß sich die Organisation des Freiwilligen Arbeitsdienstes noch im Ausbau befindet. Das gilt vor allem für die Führerausbildung. Die richtige Lösung der Führerfrage ist von entscheidender Bedeutung für den Freiwilligen Arbeitsdienst. Der Reichskommissar hat eine planmäßige Füh- rerschulung schon vor einiger Zeit in die Wege geleitet. H Ein solcher Ausbau allein, so wandte der Besucher ein, will manchen Kritikern nicht genügen. Diese bemängeln an der jetzigen Organisation vor allem auch, daß sie dem Verbands- maUenJjeUfter Empörung voraus, Holzbläserfiguren über Lotreichertremolos werden zu verzweifelten schreien: ein hämmernder Paukenwirbel, klanglich entschwindend, weist den Weg aufwärts zur Er- lofung. In dem Piu Andante wird das Horn zum Trager des Friedensgedankens, dessen Auswirkung die Posaunen verstärken, und nun bricht das Allegro mit einem -Lfjema voll erwachter Lebensenergie durch: immer mehr erstarkt die Siegesstimmung mit Der mad/ienöen Siegesgewißheit. Der im Andante nod) mehr ahnungsvolle Friedensgesang des Hornes wird letzt zum Siegeshymnus und in der Coda werden die Posaunen zu machtvollen Kündern des Triumphes. £)r h gültige Gebärde, die Mann und Mädck-en stumm miteinander verbindet. Nach der Pause las Schaeffer aus dem Buche n™c!^ernab der Verein in diesem Jahre auf sein 50jährigeS Bestehen zurückblicken kann. Das Jubiläum soll mit einer schlichten, würdigen Feier am Donnerstag, 24. November, begangen werden. Der Vorsitzende gab ferner einige Aufschlüsse über das Programm, das der Jubiläumsfeier zugrunde liegen soll. Im Anschluß daran erstattete der Rechner, Herr Dehmel, den Kassenbericht, der einen kleinen Ueberschuß auswies. Die Rechnung war geprüft worden und in Ordnung befunden. Dem Rechner wurde Dank und Entlastung zuteil. Der Vorsitzende teilte im Zusammenhang mit der Rechnungslegung mit, daß das Vermögen des Vereins flüssig gemacht und für das Haus, das der Verein auf der Eiswiese erstellen lieh, zur Verfügung gestellt wurde. Vor der Vorstands- Wahl berichteten die Sportwarte über die im vergangenen Minter, wie auch in den übrigen Monaten des Jahres gepflegte sportliche Tätigkeit. Herr L oh berichtete über Eishockey und gab Anregungen für die fernere Gestaltung des Sportbetriebs in diesem Zweig der eissportlichen Betätigung; er erwähnte kurz das Eis-Kunstlaufen, - in dem die Mitglieder F»-tschritte gemacht haben, und sprach ferner vom Rollschuhlauf, der als Ergänzungstraining während der Herbstmonate gepflegt wurde und die Mitglieder hinsichtlich der Haltung und der Sicherheit vorangebracht hat. Sportwart Mohr berichtete über das Eisschießen und konnte dabei die Mitteilung machen, daß die Eisschieß-Mannschaft des Gießener Eisvereins auf dem Feldbergfest im vergangenen Minter die Meisterschaft des Südwestdeutschen Eislaufverbandes erringen konnte. Der Eisschieß-Betrieb soll im kommenden Minter erweitert geführt werden. Im Anschluß daran schritt man zur Vorstands- Wahl, die nach kurzer Beratung mit der Wiederwahl der meisten Vorstandsmitglieder ihre Erledigung fand. Reallehrer Etz schied aus dem Vorstand aus. Stadtbaurat Stöbert wurde in den geschäftsführenden Ausschuß gewählt, an Stelle von Reallehrer E h tritt Studienrat Schone b o h m in den Vorstand ein. Im weiteren Verlauf der Versammlung berichtete der Vorsitzende über den Dau des Hauses an der Eiswiese und gab seiner Befriedigung über das Geschaffene Ausdruck. In Verbindung damit machte er auf verschiedene, mit dem Hausbau zusammenhängende Angelegenhelten aufmcrlfam. Eine sebr angeregte Aussprache entspann sich über die Abhaltung der Südwestdeutschen Meisterschaften, deren Durchführung dem Gießener Cisverein angetragen wurde. Die Südwestdeutschen Cisineisterschaften sollen in der kommenden Saison nicht an verschiedenen Orten, sondern durchweg in Gießen ausgetragen werden. Das würde bedeuten, daß man, wenn der Verein sich zur Uebernahme der Meisterschaften entschließen könnte, ausgezeichneten Sport im Kunstlauf, im Eishockey, im Eisschnellauf und im Eisschießen zu sehen bekommen wurde. Eine endgültige Beschlußfassung brachte die Generalversammlung noch nicht, vielmehr wurden Kommissionen gewählt, die zunächst einen eingehenden Kostenvoranschlag ausarbeiten sollen. Der Rest des Abends war mit der Erörterung interner Angelegenheiten ausgefüllt. •• Werbeschau und Gründung eines „Z ie r f i s ch ve r e i ns Gießen". Der Aqua- rimnverein Marburg veranstaltete dieser Tage in Gießen eine Zierfisch-Werbeschau, die sehr stark besucht war. Reichhackiges Material an Zierfischen und Pflanzen stand zur Verfügung. Die gezeigten Aquarien waren schön und zweckmäßig eingerichtet. Während der Ausstellung wurde interessierten Besuchern Aufschluß gegeben über Zucht und Pflege der Tiere, ferner über Krankheiten, die den Tieren gefährlich werden können, Aufklärung geschaffen. Mit der Werbeschau war gleichzeitig die Gründung des „Zierfisch-Äereins Gießen" unter der Leitung des 1. Vorsitzenden des Aquariumvereins Marburg verbunden. Zahlreiche Aquarienliebhaber zeichneten sich in die aufliegende Mitgliedsliste ein. Der Verein macht es sich zur Aufgabe, durch den Austausch von Erfahrungen in der Zucht und Pflege der Fische seinen Mitgliedern zu dienen. •* „D e r Seiger von Floren z." Diele Freunde des stummen Filmes fanden sich am Sonntagvormittag im Lichtspielhaus Bahnhofstraße e.n. Man sah einen Film älteren Datums und so ganz anderer Art wie der Tonfilm, so daß man sich um einige Jahre der Filmentwicklung zurückversetzt fühlte. Das war nicht unangenehm, sondern bedeutete für die Zuschauer eine stille Freude. Vor allem fiel dabei auf, wie sehr viel mehr im stummen Film die mimische Ausdrucksfähigkeit der Schauspieler wesentlich wird, im Gegensatz zum Tonfilm, bei dem das gesprochene Mort manches an schauspielerischem Können zu ersehen, oder wirkungsvoller zu gestalten vermag. Hier sah man Elisabeth Bergner in der ganzen ilninerfalität ihres schauspielerischen Könnens und der unendlichen Wandelbarkeit von Mimik und Geste. Konrad Deidt, ihr ernster und würdiger Gegenspieler, und der sympathische Walter R i l l a machten es nicht schwer, das gesprochene Wort zu entbehren. Grete M o o s - heim, die in diesem Film sicherlich eine ihrer ersten Rollen spielte, hat inzwischen gelernt, sich vor der Kamera geschickter zu bewegen. Die Handlung des Filmes war sehr unterhaltsam und endete (es hat sich inzwischen darin gar nichts geändert) mit happy end. L.'bend.ge Musik vervollständigte die,e Kulturfilm-Vorstellung. *• „Ei n blonder Trau m". Es müssen nicht immer „Drei von der Tankstelle", sondern es können auch einmal zwei von der Fenster- Deinigungs-AG. „Blitzblank" sein, die sich heftig um die blonde Jou-Jou streiten und dabei doch zu keinem rechten Ergebnis kommen. Die beiden Fensterputzer, s e wohnen weit draußen vor den Toren der Großstadt, bei Mutter Grün in aus- rang'.erten Eisenbahnwagen; dahin nehmen sie die kleine Jou-Jou mit. Aber „Vogelscheuche" hat es gleich gesagt, daß das nicht gut gehen kann. Zwei junge Männer und nur ein Mädchen! Unö wenn es „Vogelscheuche" sagt, dann stimmt das auch. So gibt es denn allerlei Krieg und Durcheinander, bis es eines Tages zu einem, ernsten Zwischenfall kommt, der die Situation löst und zum guten Ende drängt. Die Handlung, die in vielen Punkten zum Film der „Drei von der Tankstelle" verwandte Züge aufweist, ist mit einer tüchtigen Portion Situationskomik durchsetzt, gute Regieeinfälle, leichte eingängige Musik, liebenswürdiger Singsang, viel Lachen und was alles zu einem solchen Film mit Willi For st, Lilian Harvey und Willy Fritsch gehört, ist hier vereinigt zum löblichen Zweck, gut zu unterhalten. Die drei Hauptfiguren des Filmes werden dann auch mit der ihnen eigenen Eleganz und spielerischen Leichtigkeit mit dem Thema fertig. Daneben sieht man noch zwei originelle Typen in PaulHörbigers „Vogelscheuche" und der „Illustrierten Ilse" der Trude Hesterberg. Die Darstellung läßt also keinen Wunsch offen, die Photographie ist selbstverständlich gut. die Tonwiedergabe auch einwandfrei. Der Film läuft seit gestern im Lichtspielhaus. "Märchen-Dachmittag und -Abend imBund Königin Luise. Das Hotel Schütz hakte am Sonntagnachmittag seltene Säfte im Haus. Eine große Schar von Kindern hatte sich eingefunden. um der Märchentante Frau Steinecke zu lauschen, die gekommen war, um ihre Märchen und auch alte Märchen vorzulesen und damit den Kindern eine Freude zu bereiten. Was es da zu hören und zu sehen gab, gefiel den kleinen und auch J>en großen Gästen sehr wohl, und so herrschte bald helle Freude und auch wieder jene ernste aufmerksame Besinnlichkeit. deren die Kinder fähig sind, wenn sie den Geschicken der Wärchenhelden und -Heldinnen folgen, ihre Nöte miterleben, ihre Befürchtungen teilen, um dann, wenn alles gut ausgeht und die Tapferkeit wie auch das Gute gesiegt haben, befreit aufzuatmen. Unb bald darauf klang dann wieder helles Sachen, denn die Märchentante S te i n ecke wußte auch gar zu lustige Dinge zu erzählen. Kleine Gedichte, Schnurren. Märchen wurden vorgelefen, frei vorgetragen und dazu Bilder gezeigt, die der Phantasie der Kinder reichste Nahrung gaben. Daß es die Erzählerin außerdem ausgezeichnet verstand, die Kinder mitwirken zu lassen, war ein besonderes Mittel, die zwei Stunden zum Erlebnis werden zu lassen. — Am Abend versammelten sich dann viele Erwachsene, insbesondere Frauen, die ebenfalls mit großer Aufmerksamkeit den Vorlesungen folgten. Frau Steinecke brachte hierbei nur eigene Märchenerzählungen zum Vortrag und breitete eine Stimmung um sich, die mit den lauten Tagen der Gegenwart nichts mehr gemein hatte. So hörte man ein Märchen vom „Frauenberg", die feinempfundenen Märchen vom „Himmelsschlüsselchen", vom „Prinzeßchen Schnee- flockchen", vom toten KöniZ, der seine Krone und damit die Ruhe im Grabe suchte, Märchen, die klar wie Quellen einer deutschen, mütterlichen Seele entsprungen zu sein scheinen und ihre Wirkung auf die Zuhörer nicht verfehlten. Die schöne, einfache Sprache, in der die Märchen geschrieben waren, die Art des Vortrages, wie auch der äußere Rahmen trug nicht wenig zum Erfolg bei, den diese Märchenveranstaltungen darstellte. Am Klavier saß Herr A l t h a u s - Leihgestern und füllte die Pausen mit dezenter Musik, die sich ausgezeichnet den Stimmungswerten der Märchen anpaßte. Frau A v p e l fang ein Lied von Schubert und fand dan'baren Beifall. Zum Abschluß des Abends zeigte Frau Steinecke noch eine Anzahl unterhaltsamer Bilder, Aquarelle, Holzschn.tle, Scherenschnitte ihres Sacken. Walter Steinecke, die die Märchen des Abends in oft sehr origineller Weise anschaulich machten. Den finanziellen Ertrag des Nachmittags und des Abends will der Bund Königin Luise (Ortsgruppe Gießen) der Winterhilfe des Bundes zur Verfügung stellen. „Treten Sie näher, meine Herrschaften..." Bericht von den Berliner edtraßenhändlern. Don Chr. H. Bauer. Unter Mitarbeiter hat einen kleinen Berliner Spaziergang durch die belebten Straßen der Geschäftsviertel gemacht, und er hat getreulich ausgezeichnet, was die Straßenhändler ihrem Publikum erzählen. Unsere Zukunft liegt im Schnürsenkel. „Die Damen bitte weiter gehen, die Herren bitte heran, noch dichter, viel dichter — so, jetzt gebt es — die Damen bitte weiter gehen — hier gibt'6 nur etwas für die reifere Herrenwelt... Liebe stiefeltragende Versammlung! Hört auf die Worte eines Mannes, der sich genug Wind hat um die Nase wehen lassen, ehe er heraus- fand, was denn eigentlich zum Wohle der Menschheit führen kann! Das hat nichts mit Politik zu tun, nein, mit etwas viel Wichtigerem: mit dem Schnürsenkel... Ja, da staunen Sie wohl — aber gleich werden Sie sehen, wie wahr diese meine wohl überlegten Worte sind! Frühmorgens stehen Sie auf, vielleicht waschen Sie sich auch ein bißchen — aber nicht zuviel, denn Seife macht die Haut dünne — und bann, nach dem Frühstück und dem Zeitungsartikel — dann beginnt die große Plage. In fünf Minuten müssen Sie losgehen - und stehen noch in Latschen — also rin in die Salamitreter. Eins, zwei drei, — und der Senkel ist gerissen. Knoten machen — nun belecken Sie die Spitze von dem Senkel und versuchen, ihn durchs Schnürloch zu bringen — Pustekuchen — is nid)! Endlich jeht's — mit viel Feuchtigkeit: macht rund ne Million Bazillen, die Sie da verschluckt haben. Der Knoten drückt, die Stirne brennt — blaß kommen Sie ins Bureau gerennt — knack: jetzt is der andere gerissen. Wieder der Knoten mit Hindernissen (siehe oben) — zweite Million Bazillen. Unb so geht bas Tag für Tag. Ja — meine Herren, denken Sie nich, daß sich das Ihr Körper auf die Dauer gefallen lassen wird — nee! Nein! Mitnichten! Die Bazillen überfluten Ihr Blut — 61» werden blaß und blässer und sterben eines Tages — wissen Sie nun die Ursache von dem furchtbaren 3eburtenrfidgang ? Aber dem Himmel sei Dank! Cs gibt etwas dagegen, die Menschheit kann noch gerettet werden. Unb bas Mittel?: Knulkes Patent-Gummisenkel! Elastisch und formenschön, stets straffer Sih mit Anti-Dazillenlösung geimpft - unb dieses Wunderwerk der Nächstenliebe gebe ich reklamehalber, auf Anraten meiner hochherzigen Firma, Paar für Paar 20 Pfennig! Lächerlich direkt: 20 Pfennig das Paar. Na, wer versuchtes noch mal. wer will beitragen zur Dolksverrnehrung durch Gummisenkel? Nur 20 Pfennig — bis morgen noch mal die Riesengelegenheit!!!" Alles aus Liebe! „Hier mal die große Gelegenheit für Ehemänner, ein Mittel zu kaufen, um sich mit ihrer besseren Hälfte endlich zu vertragen. Ich vermittle Ihnen gute Laune für 15 Pfennije! Muß man da nich zugreifen? Bedenken Sie mal: für 15 Pfennije, die Sie hier anwenden, wird Ihr kleiner Hausdrachen ein frohes Jesicht zeigen! Is das eigentlich nicht mehr wert als die paar Pfennije? Selbstverständlich! Aber ick bin nun mal ein edeldenkender Mensch unb mitfühlender Charakter unb lasse Ihnen deshalb meinen patentamtlich geschützten Wasserstrahler für diesen Spottpreis! Der Wasserstrahlregler wird unten am Hahn, so wie ich Ihnen das hier zeige, befestigt (Kinder, jeht mal ein Stück zurück! Oder soll ich euren Verstandskasten berieseln?) Wie oft war schon Krach am häuslichen Herd! Warum? Weil sich die Holde ihr neues Sonntagsnach- mrttagskleid an ihrer veralteten Wasserbrause naß jerncrcht hab Ich kenne Ihren Ausguß wie meine Westentasche, meine Damen und Herren? Der Hahn troppt Nacht für Nacht, bis sogar Ihr Hund nich mehr einschlasen kann Tagsüber beginnt aber bann ber richtige Spektakel: bet Ding beginnt zu spritzen, als wenns bafür bezahlt kriegte. All das wirb behoben für 15 Pfennije' Friebe unb Sonne kehren als Dauerjast in Ihr kleines Parabies — für 15 Pfennije! Mann! Greifen Sie zu! Zücken Sie Ihre Gelbmarie unb langen Sie her, die Messingknöpfe! — — Ach so — Sie sind jar nich verheiratet? Wat suchen Ee benn hier eijenttich? Sehen Sie nich, baß alle bie anderen Herren schwergeprüfte Ehemänner sind, die nur darauf warten, daß ich sie bediene? ..." Aber ich habe noch was. meine Herren! Sehn Sie mal her! Was mag wohl in dem Töpfchen drin liegen? Künstlicher Dünger, sagen Sie? Königsberger Fleck, meinen Sie? Malzbonbons behaupten Sie? Neeee! Kartoffeln, gelochte Kartoffeln, wie sie Tag für Tag eine Million Frauen auf dem weiten Erdrund kochen! Solche Kartoffeln kriegt jeder zweite Mann mittags vorgesetzt! Jawoll! Und da fragen Sie mit Recht: Wenn schon bie Kartoffeln aussehen wie künstlicher Dünger, wie steht s da mit Fleuch unb Jemüse? Fragen Sie lieber nich weiter! Sie würben zum sechseckigen Ci erstarren . . Aber auch hier gibt's eine Hilfe, bie Sie davor bewahrt, unabsichtlich von Ihrer jungen Gattin vergiftet zu werden! Kaufen Sie Pieseckes .Kochbuch. Lumpige eine Mark unb fünfzig deutsche Reichspfennige. In echt imitiertem Kunstleder- cinbanb! Den können Sie alleine fchon zu Brühe kochen! Eine Mark fuffzig zur Rettung Ihres Magens — is das zuviel verlangt? Ich sage janz unparteiisch: Nein! Oho! Keineswegs ist das zuviel!" Die Kanone in der Westentasche. „Mein Bleistift schlägt alles — er schießt' Kommen Sie ran, Damen und Herren. Volk ströme herzu. Vernehmt ihr Leute und laßt euch fragen: Kann man sich noch auf die Straße wagen? Wohnt nicht überall Raub und Mord? Geht Vater abends vom Stammtisch fort, bann benlt er: „Hütt ich doch wenigstens 'nen Stock, ein Stöckchen — brr ... ist das duster!" Sehen Sie, Damen unb Herren: so geht es vielen tausend Menschern Millionen zittern! Stetten Sie sich diese mal alle auf einen Hausen vor! Das Bild! Doch den Leuten kann geholfen werden: sehen Sie mal her. Was halte ich in ber Hand? Einen ganz gewöhnlichen Drehbleistift, deuten S-e. Falsch jetippt. Dieser scheinbare Bleistift, 'mit dem man auch schreiben kann, ist in Wirklichkeit -- bie Kanone in der Westentasche! Am oberen Ende befindet sich eine Kapsel, in die die prima Tränengaspatrone eingeführt wird. Kommt nun zu mitternächtlicher Stunde ber Räuber und verlangt die Brieftasche, bann ziehen Sie einfach Ihren Bleistift, drücken auf diesen Knopf hier? Unb das Resultat? Ein Feuerschein, ein Knall — und ber Knüppelhelb fängt zu flennen an wie ein neujeborenes Kind! Nun greifen Sie sich den Kunden, bringen ihn schnell zur nächsten Polizeiwache unb verdienen sich eine Belohnung ... Sie sehen also klar, baß mein schie^nder Bleistift nicht nur eine gesetzlich erlaubte Schußwaffe ist, sondern auch die beste Gelegenheit bietet, schnell einen Hausen Geld zu verdienen. Deshalb säumen Sie nicht, sondern kaufen Sie." (Eine Stimme aus dem Publikum): „Warum sind Sie denn noch nich reich geworden? Mensch, da stimmt doch wat nich?! .. Buntes Allerlei. Physik des Zo Jo. Das neue Modespiel Io - 2 o , das so rasch seinen Siegeszug durch d'e Welt gemacht hat, beruht auf jenen „geheimnisvollen Eigenschaften, durch die die Rolle ohne Gummi unb ohne Feber in bie Hanb des Spielers zurückkehri. Daß dieses kleine „Wunder" schon früher die Menschen ergötzte, ist durch seine vielhundertjährige Geschichte bargetan worden. Aber der Laie, der in ber Physik nicht recht betoanbert ist, fragt sich, auf welchem Prinzip das Spiel eigentlich beruht. Darauf gibt Dr. A. Krebs in der Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" eine erschöpfende Antwort. Die Funktion des Io-Io läßt sich mit Hilfe des sog. Maxwellschen oder Giesekerschen Rades barstellen. Dabei handelt es sich wie beim Pendel um die Umsetzung von Energie ber Sage in Energie der Bewegung und umgekehrt. Wird das Rad aufgewickelt, so ist damit eine ganz bestimmte Arbeit geleistet, die nun sozusagen in dem Rade steckt; es besitzt „potentielle Energie". Läßt man das Rad los, so bewegt es sich rollend nach unten, wobei sich die Energie der Sage in Energie der Bewegung verwandelt. Die Summe dieser beiden Energien ist am größten im tiefsten Punkt der Bahn, wenn die Schnur gani abgewickelt ist. An diesem Punkt behält aber die Rolle infolge von Trägheit unb Beharrungsvermögen ihre Umlaufrichtung bei und wickelt infolgedessen „selbsttätig" die Fäden um die Drehachse, „krabbelt" also wieder zur Ausgangslage empor. Das Spiel wiederholt sich von neuem in entgegengesetzter Richtung, unb so steigt das Rad längere Zeit auf und nieder. Es erreicht jedoch nicht immer dieselbe Höhe wie zu Anfang, da bei jedem Steigen und Fallen ein Teil ber hineingesteckten Energie durch Reibung und Wärme verloren geht. Schließlich ist diese ganz« Kraft verbraucht und das Rad bleibt unten. Die 2o-2o-Rolle funktioniert nach demselben Prinzip, aber gelangt infolge ber großen Reibung nach einigem Hin- und Her- pendeln verhältnismäßig rasch in die Ruhelage. Hier muh nun die Geschicklichkeit des Io-Io- Spielers eingreifen, indem dieser im geeigneten Augenblick die durch Reibung verloren gehende Energie durch den Ruck mit dem Finger ersetzt, damit also neue Kraft in die Rolle hineinsteck l_ Tüchtige Spieler lassen das 2o-2o aber nicht nur nach unten fallen, sondern geben ihm sofort eine gewisse Zusatz-Energie mit, wodurch der ganze Vorgang schneller und eindrucksvoller verläuft. Die Masse der Rotte, der Durchmesser des Aufwickel-Zapfens unb gewisse Kreiselwirkun- gen haben bei dem Spiel noch außerdem eine besondere Rotte. Erdbebenvorhersage aus dem Reisiopf. Ein junger Reishändler aus Tokio namens Hideji Matsuo behauptet, imstande zu sein, Erdbeben vorherzu'agen durch Beobachtungen am Reis, wenn dieser in der japanischen Form gedämpft ist. Er erklärt, daß et vor jedem größeren Erdbeben, das sich in 2apan in der letzten Zeit ereignete, bestimmte Kennzeichen einer Rostfarbe an dem gekochten Reis der vorhergehenden Ernte beobachtet hat. Diese Theorie ist von den Sachverständigen der meteorologischen Beobachtungsanstalt in Tokio untersucht worden, und man sucht die Erscheinung dadurch zu erklären, daß mit dem Wasser auf den Reisfeldern vor einem Erdbeben gewisse chemische Veränderungen vor sich gehen, bie diese Merkzeichen am gekochten Reis beroorbringen. Es hat sich sogar herausgestellt, daß die Rostflecken am Reis nach ber Schwere der Erschütterungen, die später eintreten, verschieden sind, und so kann man angeblich aus dem Reistopf sogar erkennen, ob eine größere Katastrophe zu erwarten ist. 952 en ber •! i d) • ig Dr. - Ter •leb etc nt je;- über icmeln 1 über »erben holilr- rod- lich« H Dr. Da» iblid> iciab- Jahr- inol- (tritt ihren unb rlcae Ham- n. — (hier Zeigt, eiten, west, e sie olltp r b o. e cs ers uten (frais auch inen urrf) An. ach" aus ent» brik )cm .) A fein- ch- )er ei» 4- »er en 'N- ns -Ab je d) cs lb i)t •II ir f)- t, t- C g. t. n ft f) b SJ.'fpori Radball-Weltmeister in Gießen. Der RC. „Germania" 1899 Giaßen veranstaltet am 3. Dezember hier ein Radballturnier, das für die Meister-6- und Jugendklasse des BDR. offen ist. Es ist bereits jetzt schon gelungen, den „Weltmeister" S ch r e i b e r / B l e r s ch vom RD. „Wanderlust", Frankfurt a. M., der vor einigen Wochen in Straßburg in ganz überlegener Weise ohne Spielverlust seine Gegner aus Frankreich, der Schweiz, Oesterreich und Belgien im Weltmeister» schaftskampf zum Teil zweistellig abfertigte, fest zu verpflichten. Obwohl noch keine offizielle Ausschreibung erfolgte, liegen schon Zusagen weiterer bekannter Mannschaften vor. Wir kommn auf die Veranstaltung zur gegebenen Zeit noch zurück. Opiewereinigung Fürth zu Gast in Wetzlar. Dem Wetzlarer Sportverein ist es gelungen, die 1. Mannschaft des deutschen Altmeisters, der Spielvereinigung Fürth, zu einem Spiel am morgigen Mittwoch zu verpflichten. Die Fürther werden in kompletter Aufstellung antreten, und zwar mit den internationalen Spielern Wenz, Franz, Lein- berger, Hagen und Frank. Ferner wirken mit Ävpi s, Zeis, Leupold, Full, Kraus und Wolf. Den Zuschauern wird Gelegenheit gegeben sein, erstklassigen süddeutschen Fußball zu sehen, der ja in der Mannschaft der Spielvereinigung Fürth typisch gepflegt wird. Besondere Beachtung wird man in diesem Kampf dem Mittelläufer Leinberger zu schenken haben, der der deutschen Mannschaft schon zwanzigmal eingereiht war. In der Elf der Spielvereinigung ist alles gediegenes Können mit neuerem Talent und neuer Spielanlage vereinigt. Man erwartet einen hochwertigen Kampf, in dem die 1. Mannschaft des Sportvereins Wetzlar alle Register ziehen muß, wenn sie nur einigermaßen ehrenvoll abschneiden will. Handball der Schulen. Oberrealschule — ATV. Rheinfranken. Am Samstag fand auf dem Universitäts-Sportplatz ein Handballspiel zwischen ATV. Rheinfranken und der Oberrealschule statt. Das Ergebnis 6:4 für die Oberrealschule entspricht dem Spielverlauf. Die körperliche Ueberlegenheit der Studenten glichen die Oberrealschüler durch ihre größere Schnelligkeit aus. Letztere werden in der nächsten Woche in Darmstadt gegen das dortige Realgymnasium um das Hesfenbanner spielen. OSC-Handball. Polizei Butzbach II — 056.1 3:2 (1:2). Unter der Leitung eines DT.-Schiedsrichters entwickelte sich ein flottes Spiel. Beide Mannschaften waren sich gleichwertig. Der OSC. konnte bei Halbzeit sogar 1:2 führen. In der zweiten Halbzeit waren die mit nur neun Mann antretenden OSEer etwas ermüdet. Butzbach stellte dann auch kurz vor Schluß mit zwei unhaltbaren Toren den Sieg sicher. Nürnberg erhält Deutsche Kampfspiele 1934. Der Deutsche Reichsausschuß für Leibesübungen befaßte sich in feiner letzten Sitzung mit der Vergebung der Deutschen Kampfspiele 1934. Don den zwei sich bewerbenden Städten München und Dürnberg erhielt Dürnberg den Vorzug, da hier bereits eine Grohkampfanlage vorhanden ist und nicht, wie in München, erst erstellt werden müßte. Lieber die Vergebung der Winterkampfspiele wurde ein Veschluh noch nicht gefaßt. Kurze Sportnotizen. Im Berliner Sechstagerennen führen am Montagnachmittag nach 114 Stunden Vuschenhagen/Desigcr m.t Dundenvorsprung vor Schön/Tietz, Broccardo Tuimbretiere und Ehmer/ Dieger. Gefahren waren 2606 Kilometer. D i e Frankfurter Winterbahn wurde sofort nach dem „Fest der Sportpresse" in Angriff genommen. Bereits am kommenden Samstag finden auf der Dahn die ersten Radrennen statt. * Schwer verletzt wurde die französische Meisterschwimmerirr Pvonne Godard bei einem Autounfall gelegentlich der Rückfahrt von den internationalen Schwimmwettkämpfen in Barcelona. * Der M ünchener Geher Reichel nahm am Sonntag in Mailand an einem international groß besetzten Geher-Wettbewerb teil und belegte hinter dem Italiener Olivoni im 100- Kilometer-Gehen den zweiten Platz. * E i n Damen-Hockehkampf England— Deutschland soll Ende des Icvhres in Wiesbaden zum Aus trag kommen. Amtsgericht Gießen. Es vergehen wenige Sitzungen, in denen keine Der Handlungen wegen Ueberlostung oder mangelhafter Bereifung von Lastkraftwagen anstehen. Im Fragefall wurde sowohl bei einem Lastkraftwagen, als auch bei seinem Anhänger ein Liebergewicht festgestellt, ebenso mangelhafte Bereifung der Hinteren Räder, die geeignet war, die Fahrbahn zu beschädigen. Der angeklagte Wagenführer, der auch seine Zulassungsbescheinigung nicht mit sich führte, wendete ein, nicht er, sondern der Halter des Fahrzeugs sei der verantwortliche Teil. Er irrte aber. Beide sind nach konstanter Rechtsprechung verantwortlich. Da er in mißlichen, finanziellen Derhältnissen lebt, auch noch nicht vorbestraft ist, erhielt er nur eine G e ldstrafe von 25 Mark. Bier Dationalsozialisten. ein junger Kaufmann und drei Studenten, gingen, um Zeitungen zu kaufen, eines Sonntags nach gemeinsamem Kirchgang über den Seltersweg nach dem Bahnhof und dann durch die Bahnhofstraße, Marktstrahe und Mäusburg wieder auf den Seltersweg zurück. Cs schlossen sich ihnen unterwegs noch sieben bis acht Dationalsozialisten an. Sie hatten sich teils zu zweit, teils zu mehreren gegenseitig eingehängt und gingen hintereinander. Dur zum Teil trugen sie Uniform. Sie fangen auch im Gehen ein und das andere Lied, aber nicht übermäßig laut. Auf dem Seltersweg wurden sie von der Polizei angehalten und zum Aus- einandergehen aufgefordert. Die Angeklagten gingen zusammen weiter. Die Polizei nahm einen „Aufzug" im Sinne der Verordnung vom 18. Iuli 1932 an, im Gegensatz zu den Angeklagten, die Freisprechung beantragten. Es erfolgte auch F r e i s p r u ch. Es handelte sich um keinen verabredeten. sondern nur um einen zufälligen Zusammenschluß von Gefinnungsgenosfen. Dies er» hellt schon daraus, daß sie nur zum Teil Uniform trugen. Sie benutzten wahllos verschiedene Straßen. Musik, Fahnen, Transparente und dergleichen führten sie nicht mit sich. Werbezwecke verfolgten sie nicht. Aufreizende Rufe wurden nicht gehört. Sie taten nichts, um die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich zu richten. Von einem „demonstrativen Verhalten" konnte nach alledem nicht die Rede sein, und die Annahme, es handle sich um einen verbotenen „Aufzug", ging fehl. Beachtet wurde auch, daß ein derartiges Zusammengehen unter gleichen Umständen von Studenten in Universitätsstädten gang und gäbe ist, und ernstlichen Anstoß niemand daran nimmt. Die Tatsache allein, daß eins der gesungenen Lieder einen politischen Einschlag hatte, konnte für das Gericht nach der anderen Seite nicht ausschlaggebend fein. Ein weiterer Angeklagter, ein Weißbinder- meister aus der Umgegend, ließ sich, wie eine von dem Arbeitsamt veranlaßte Kontrolle ergab, verleiten, für seinen bei ihm beschäftigten Sohn, was die Zahlung des Lohnes anlangt, eine falsche Bescheinigung zwecks Vorlage bei dem genannten Amt auszustellen, damit dieser Arbeitslosenunterstützung erhallen sollte. Das Amt konnte danach nicht anders annehmen, als daß es sich um einen Dargeldlohn und um eine versicherunaspflichtige Beschäftigung handelte. In Wahrheit hat aber der Sohn nur Kost und Woh- nung, sowie Anzüge, Schuhe und dergleichen erhalten und dies offensichtlich nur als Entgelt für Dienstleistungen des Haussohns im Hausstande der Eltern (§ 1612 DGB.). Ein Detrugsversuch wurde nicht angenommen, sondern entsprechend der Anklage nur Fahrlässigkeit im Sinne des t? 259a des Gesetzes über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung. Urteil: 15 Mark Geldstrafe. Der OHB. im Gau Main-Weser zur politischen Lage. Der G a u v o r st a n d des Gaues M a i n • • «T>e r ’ m hat sich in feiner am Sonntag in Mainz abgehaltenen Sitzung mit der derzeitigen politischen Lage befaßt und einstimmig folgende Entschließung angenommen: ...Der DHB. ist stets für eine autoritäre Staats- suhrung eingetreten, nicht aber für Selbstherrlichkeit einer dünnen, im Volke nicht verwurzelten Besitz- schicht. Zur Bildung einer volksverbundenen Regierung ist die Berufung eines Mannes notwendig, der vom Vertrauen der breiten Schichten des Volkes getragen ist. Aufgabe der neuen Regierung ist eine kluge unkraftvolle Außenpolitik, die die Gefahr einer drohenden weltpolitischen Isolierung Deutschlands abwendet und alle Schritte zur Herstellung der völligen deutschen Freiheit geht. Innenpolitisch müssen durch ein großzügiges Arbeitsbeschaffungsprogramm die in der deutschen Wirtschaft schlummernden Kreditmöglichkeiten geweckt und der leere Ostraum des Reiches besiedelt werden. Eine zielklare Wirtschaftspolitik hat die Beziehungen von Binnenmarkt und Well- wirtschaft so zueinander zu ordnen, daß der nationalen Wirtschaft der höchste Nutzen daraus erwächst. In der Sozialpolitik ist dem Gedanken der Selbstverwaltung der Berufsstände, vor allem in den Sozialversicherunasträaern, mehr als bisher Rechnung zu tragen. Der Staat kann sich auf eine allgemeine Aufsicht beschränken. Wir verlangen in der Sozialpolitik klare Rechtsansprüche der Arbeitnehmer, keine „Wohltaten". Die Mittel zur Unterstützung der Arbeitslosen müssen vom ganzen Volke und nicht allein von den Arbeitnehmern aufgebracht werden. Die ungerechte Lastenverteilung durch die letzten Notverordnungen ist zu beseitigen. Der trif vertragliche Schutz der Gehälter und Löhne muß erhalten bleiben. Ihre weitere Herabsetzung ist notfalls mit Hilfe des staatlichen Schlichtungswesens und der Devbindlicherklärung von Schiedssprüchen zu verhindern. Insbesondere erhebt der DHV. Protest gegen das vielerorts beobachtete Vorgehen des Einzelhandels zwecks weiterer Gehaltssenkung. Gerade aus diesen Kreisen I sollte mehr Verständnis für die Notwendigkeit der > Erhaltung und Stärkung der binnenländischen Kauf kraft aufgebracht werden. Für ein zielklares Regierungsprogramm, das von nationalem, sozialem und christlichem Geiste erfüllt ist, wird sich die große Mehrheit des Volkes stets einsetzen und notfalls bereit sein, dasür Opfer zu bringen. Die stärkste Stütze des Staatsmannes, der ein solches Programm umlegt, ist aber das Vertrauen des Volkes. Da die gegenwärtige Reichs- rcg.erung dieses Vertrauen nicht genießt, können ihre Maßnahmen auch niemals einen Dauererfolg haben." Mainzer Mehger-Znnung gegen die Schlachtsteuer. WSD. Mainz, 12. Dov. Eine stark besuchte Versammlung der Mainzer Metzger-Innung beschäftigte sich in der Hauptsache mit der Schlachksteuer und faßte eine Entschließung, in der die Einführung der Schlachtsteuer in Hessen einstimmig abgelehnt wird, weil fte eine Existenzbedorchung für das Wehgerhand- toerf bedeute, weil sie eine bei dem rückläufigen Emkommen aller Volksschichten unerträgliche Erhöhung der Fleisch- und Wurstpreise bringen mußte, weil die Schlachtsteuer mehr als jede an- neue Arbeitslose schaffe, und weil <$€n- Gebühren und viele Steuern in Hessen hoch über den preußischen Sätzen lägen, so daß das hessiische Mehgerhandwerk in Wirk- nchkeiit schon seit Iahren die Schlachtsteuer bezahle. Das . Metzgerhandwerk stehe auf dem Standpunkt, daß eine Ankurbelung der Wirtschaft nur durch Ermäßigung der Steuern und Einsparungen bei den öffentlichen Stellen möglich fei. Wirtschaft. * Gutehoffnungshütte Oberhausen 21®., Oberhausen. Bei der Gutehoffnungshütte Oberhausen AG., Oberhausen, verminderten sich im Geschäftsjahr 1931/32 die Roheisenerzeugung auf 0,31 (1930/31 0,52) Millionen Tonnen, das ist ein Rückgang von 40,08 Proz., die Roh- ftahlerzeugung aus 0,42 (0,61) Millionen Tonnen, das ist ein Rückgang von 31,34 Prozent und die Leistung der Walzwerke auf 0,31 (0,44) Millionen Tonnen, das ist ein Rückgang von 29,78 Prozent. Die Hüttenbetriebe mußten in einem noch nie erlebten Umfange Einschränkungen vornehmen. Der starke Absatzrückgang zwang zu einer Zusammenfassung des unterirdischen 'Betriebes der Schachtanlagen Bondern und Iacobi. Bis Ende 1932 soll die Förderung der Zechen Sterkrade und Osterfeld auf der letzteren zusammengefaßt werden. Die Abteilung Düsseldorf hat nicht unbefriedigend gearbeitet. Bei der Abteilung Gelsenkirchen haben Geschäftsergebnis und Beschäftigungsgrad eine weitere Verschlechterung erfahren. Die Einnahmen für verkaufte Erzeugnisse betrugen im Berichtsjahr 110,29 (141,99) Millionen Mark. An Löhnen und Gehältern wurden 38,86 (63.29) Millionen Mark bezahlt, für Steuern und Wohlfahrtsausgaben wurden insgesamt 11,78 (15,79) Millionen Mark aufgewendet. Die Gewinn- und Verlustrechnung verzeichnet einen Betriebsverlust im Iahre 1931/32 von 2,70 Millionen Mark (im Vorjahre Detriebsgewinn 13112 Mark), Abschreibungen wurden in Höhe von 3,13 (3.00) Millionen Mark vorgenommen. Zum teilweisen Ausgleich der Llnterbilanz werden aus der gesetzlichen Reserve 3,60 Millionen Mark entnommen, der ungedeckte Verlustbetrag von 2,23 Millionen Mark wird auf die Dachgesellschaft, die Gutehoffnungshütte, Aktien-Derein für Bergbau und Hüttenbetrieb in Rürnberg übertragen. Frankfurter Abendbörse geschästslos. Frankfurt a. M., 14. Rov. Die Abendbörse lag fast vollkommen geschäftslos, und unter dem Einfluß der schwächeren Reuyorker Eröffnungskurse neigten die Kurse gegen den Berliner Schluß fast allgemein um etwa 0,5 Prozent nach unten, mit Ausnahme von Klöckner- Werke, die im gleichen Ausmaß höher notierten. Die Spekulation verhielt sich mangels sonstiger Anregungen vollkommen passiv, vor allem wartet sie die weitere Entwicklung der innerpolitischen. Lage ab. Am Renten markt war für die Altbesih- an.'eihe bei Beginn kaum Interesse vorhanden, der Kurs ging im freien Markt um etwa 0,4 Prozent zurück. Später zeigte sich jedoch wieder e.nige Rachfrage, so daß sie schließlich unverändert zur Rotiz gelangte. Spätfällige Reichsschuldbuchforderungen blieben mit 71,4 Prozent knapp behauptet. Etwas Interesse machte sich im Freiverkehr für ausländische Prioritäten geltend, von denen neben einigen russischen besonders die Warschau-Wiener Eisenbahn-Prioritäten zu er* wähnen sind, die von 1,75 Prozent am Freitag voriger Woche auf 3,25 Prozent anzogen. Reu- besitzanleihe 6,50, Altbesihanleihe 56,50, Schutzgebietsanleihe 6,55, Reichsbank 126, Gelsenkirchen 37,50. Kali Aschersleben 101, Klöcknerwerk- 36 bis 36,25, Stahlverein 23.25, AKLI. 56 75, AEG. 32,50, Bekula 106,75, IG.-Farben 94,50. Siemens 117, Reichsbahn-Vorzugsaktien 90,50. Hapag 16,90, Lloyd 18,1. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 14. Rov. (WTB. Drahtmeldung.) An der Produktenbörse herrschte zum Wochenbeginn eine etwas freundlicher« Stimmung vor. Das Angebot in Brotgetreide blieb weiter sehr klein, und auf einige Rachfragq der Mühlen wurden die Preise im freien Markt für Weizen und Roggen bis zu 5 Mk. per Tonne höher bewertet. Das Mehlgeschäft war zwar still, aber immerhin etwas größer, als in der Vorwoche. Am Futtermittelmarkt hielt die gebesserte Stimmung an und die Forderungen für ölhaltige Futterartikel und Rachmehle wurden erneut um 0,25 Mk. höher bewertet. Es wurden notiert: Weizen 212,50, Roggen 165, Sommergerste für Brauzwecke 180 bis 187,50, inländischer Hafer 140 bis 145. Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 29.75 bis 30.50, niederrheinisches 29,75 bis 30, Roggenmehl 23,75 bis 25, Weizenkleie 8, Rog- genkleie 8,25, Sojaschrot 11 bis 11,25, Palmkuchen 8,75, Erdnußkuchen 12,50 bis 12.75, Heu 4.60 bis 4,80, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt 2,25 bis 2.50, gebündelt 2,25 bis 2,50, Treber 10,75 Mark. Tendenz: stetig, Futtermittel befestigt. Industriekartoffeln hiesiger Gegend per 50 Kilo 1,75 Mark bei Waggonbezug. Tendenz: sehr ruhig. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 12. Rov. Auf Grund der weiter rückläufigen Produktion blieb die feste Stimmung des Marktes erhalten. Das Geschäft in Frischeiern war sehr gering, da sich der Konsum in großem Umfange den billigen Kühlhauseiern zu gewandt hat. Der Umsatz hierin war wieder sehr flott, so daß eine weitere merkliche Verringerung der Bestände eingetreten ist. Es notierten in Pfennigen per Stück ab loco Frankfurt a. M.: Bulgaren 10 bis 10,25, Iugoslawen 9,50 bis 9,75, Rumänen 9,50 bis 9,75, Polen 9 bis 9,50, Holländer 9,50 bis 13,50, Flandern 11,50 bis 13, deutsche Frischeier 10 bis 14,50, in- und ausländische Mittel-und Schmutzeier 7,50 bis 8. Kühlhauseier: Rumänen 7,50 bis 8. Iugoslawen 7 bis 8 Bulgaren 8,25 bis 8,50, Holländer 9 bis 9,50, Flandern 8,75 bis 9. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12 30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. an Frank,un a. DL eien ui rurfl börl 12-11. I 14.11. 12.11. | 14.11 65,13 66 65,65 55,5 55,13 52 53 51,75 52,5 i ■ unlÜTtDbar bis 1935 61 81 6% ehern 7% tfranti Hnv.-Banl 16 unfünbbar biss 1936 81 84 86 85 84.65 78,5 78,5 78 77,5 79 79 Banknoten. 10,5 10,5 10,5 11 6,2 3,4 3,35 Reichsbankdiskont 4 v H 5 v. H. 6,25 6.15 2,47 74,00 80,79 34,25 4,22 58,47 72,90 14,06 16,51 169,44 21,57 71,29 74,4 90 71 4,20 58,23 72,60 14,00 16,45 168,76 21,49 71,01 90 71,25 73,9 90 71.75 6,4 3,4 6,3 6,13 6,13 3,4 5,3 8,75 4,75 20.5 | 4,6 20,65 Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beichlossenen Divid nde z,49 74,30 81,11 34,39 55,75 6,7 6,25 3.4 3,4 3,4 5,5 8,75 4,7 20,4 6 ‘'0 ut di, ?Keicboanieil)c o. 192. u°o ehem. 7%5t. iHeitfieanl.D.1029 5',j% Sounn-Ulnlethe von 1930 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mb 2lu4loi..Jied)tcn ' . Devm nhne Auslot.-Rechte . . 6% ehern 8%£>en 23olf»float 1929 (rua.tabtb iO2%) Cberbeijen 'Brocim-Hnlettie mii Ausloi.-Rechten Deutsche Komm SammelaLI. Antel» Serie 1 6% ehern 8% -vranlf. Hnv.-Bon! 56,5 6,5 56,6 6,6 5,6 8,85 4,7 20.65 6.25 6.1 6,35 6,65 veolsenmark» Berlin — Frankfurt a M | yrief 4% Oeficrteiditldie Golvrenie . 4,20% Cefterreidillrfje Sitbenenb 4% Unfiarildie (flolbrente 4% Unnartfdie Staatererfte v. 1910 4 *-2% veegi. von 1913 6% dbjefi (volbmexilaner von 99 4% luriildw Hi’Uaniethe Don 19h t% lürtildjr Bagoaobahn-Anleih Serie l 4% eeflni. Serie 11 6% iRumän oct inh Rente b. 1907 4^%Rumän.vereinb Reniev.1913 4% Rumänische vereinh. Rente ’4W% Anatolier..... 6y,% ehern 4 54% ,rranks.Hup> Ban •Jinu P m obriefe 6Vi% ebem. 4'/,% Rheinische Hn> Ban vi'iu «Wölb» c. . 6% ebem 8% ‘Br. l'anoe^Dfanb» brieianftü Bfnnbbnefe R. 19 6% ehern. 7% Br. Landespsand- brieianflai: ’Bfanbbriefe R. V 74.9 90 । 71.65 55.4 I 6.05 Berlin, I4,71ovcmder_______[ Amerllamfche Noten....... Belgiichc Roten......... Taniiche Noten......... (htgllldie Noten......... .Zronzölische Noten........ Holländische Noten........ Cftalieniidie Noten....... Nonuegifche Noten........ Deutsch-Oesterreich, * 1OO Schilling Rumänische Noten........ Schwedische Noten........ Schweizer Roten......... Spanische Noten......... Ungarische Noten........ -an u. ...... zier. ^ranffurt a.2)L Serlln Schluß, hird Ech.ußk. Abend- bS-se Schluß, kurs c-miußt. Millaq» börfe Schluß» für« (Ächlußt Abend» böri 8ch uß» furi Schlugt Ml lag» böre Datum 12.11. 14.11. 12-11. 14.11. Datum 12-11. 14.11. 12.11. 14.11. Vumhuifl-timeruu Pu.. . vamburg-Südam. Dampflchis>. o hania Dampfjchisl . . < Rvrddeuticher Llood . . . < 'S.® für BertebrSweien AU. o Berliner Handelsgeiellichast 4 Commerz- und Privat-Bonk 0 Darmstädter und NationoWon 0 Deutsche Banl unv Discontv-ttteielllchaft . . 0 Dresdner Ban....... 0 Reichsbani .......i •4.U.®..........o Bergmann.........o EleUr. Lieserungsne'--"lchaft. 5 Licht und Kraii . . 6 .selten & Guilleaume ... 0 Gelelllchast für Elektrilche Unternehmungen . . 4 Rheinische Gleltrijitäl . . 62; 3duideri S (So....... c Siemens Li HaMe..... 9 Lahmever & (io....... io Buoerus..........4 Deutsche Erdöl.......t Gelsenlirchener.......s Harpener..........0 Hvejch Eisen.........e iYlie Bergbau.......1t Ilse Bergbau Genüsse..... uwanerwerie ..... 6 Mannesmann-Röhren .... 6 Mansfelder Bergbau.....0 Cbcridilel. ftotüiperfe .... 8 Phönix Bergbau......4'/, Rbeiniiche Braunkohlen. . . 10 Rheinstahl.........6 17 18,25 30 53 75 61,75 126.5 32.75 69,5 91,5 54,5 71,25 73.75 71 121 - 19,5 74 37,5 73,5 97 33 26,25 171,5 16,9 18.13 39.5 90 53.5 75 61.75 126 32,5 68 92 54 70,4 73.5 70.75 117 109,25 39,25 74 37,5 74 129 97 36,25 52,75 26.5 172 66,5 I? 18 39,65 90,25 53,5 75 61,75 32,65 69,5 91,13 55 70,5 70,5 118 74 37,5 73,5 37.25 96 33 52,4 21,5 39,5 26,5 172,5 66,65 26 40 90,75 33,5 75 61,75 126,75 32,65 92,65 54,25 70,5 70.25 117.5 109 39 74 37,75 73." 37,13 36,75 ■>3,9 39.9 26,75 66 ■Ktebed Montan......7, Bereinigte Stahlwerke . . . . 0 ütaui Minen 0 Kaliwerke Aschersleben ... 6 Kaliwerke Westeregeln ... 6 Kaliwerke Salrdetturlh ... 9 3. G. Farben-Jndustrte ... 7 Scheideanstalt.......ie Gvldtchmidt.........0 Rütgerswerke........0 MetallgeieUschaft.....0 BHUlpp Hvtzmann......0 Zementwerk Heidelberg.... 4 Cementweri Karlstadt.....0 ®anft & Freu tag . . . . 0 Schultbets Patzenhoser ... 0 fflu tWgemelue Kunstseide! 0 Bemberg . . . 0 Zellstvss Waldhos..... g Scllftoff ülichafsenburg ... 0 Deljauer Gas 7 Daimler Motoren . . . i 0 Deutiche Linoleum .....0 Orrnstein & koppel.....0 Leonbaro Dietz......i 6 Svenska......... 0 ibaöe ............ .frankfurter Maichtnen . . . . 0 Gritzner .....0 Mainkrallwerke Höchg a. $L . . 4 Süddeutscher Zurkei...... 23.4 18 103 108 161 95 141 28 40 34,75 55,25 47 54 4,65 57,75 62 44 28,65 20 14.75 ä 160 £ -l '3,5 17,13 101 106 164 94,5 141 27,25 39 34 0 4,65 '6.75 61,5 43 28 0.25 43,65 44 134,5 | 23,5 16,9 103,5 108,75 162 94,75 28 39,5 54^5 59,75 56,75 60.25 43 29,5 94 20,25 । 44.75 34.75 45.5 1 159,51 23,75 17 1 108 162 94.75 39 52,_5 58,13 57 61,25 42,75 93.7' 20,75 43.9 34,13 44 158.15 25 134 12-November 14.Novern er Amtliche Notierung f^eio | Leie Amtliche Jiotierun« ®el» | 3nr Helstngsor« . Wien. . . . Prag . . . Buvaoetz. . Sofia . . . Holland ■» . Delo ... Kopenhagen. Srodholm London Buenos Aires 9?eut>od . . Brüssel. . . Italien. . . Pari- . . . Schweiz . . Spanten . . Danzig . . Japan . . . Rio ve Ian.. SugoHawten. Liiiabon . . 6,54 51,95 12,465 3,057 169,18 71,08 72.73 73,83 13.98 0,908 4,209 58,42 21,55 16,51 81,00 34,42 81.87 ',869 0,294 5,634 12,76 6,66 52,05 12,485 3,063 169.52 71,22 72,87 73.97 14,02 0,912 4,217 58,54 21,59 16.55 81,16 34,48 82,03 0,871 0,296 5,646 12,78 6,084 51,95 12,465 3,057 169,13 71.18 72,98 74,18 14,04 0,908 4,209 58,39 21,55 16,49 80,97 34,39 81,77 0,879 0,294 5.634 12,77 6,096 52.05 12,435 3,063 169,47 71,32 73,12 74,32 14,08 0,912 4,217 58,51 21,59 16,53 81,13 34,45 81.93 0.881 0,296 5,646 12,79 jiioull tftJ $rl4el -B-ti fie8«ne Hon» fl'14J öd"-/ 3* Luch 1 oon er infolge sirr' unter 2 Anfchn nchtrn >1 ’3er 10(1111'? temid jkwltm am, die Lorilau Teilen d den, m? beuifd tiauni icistriche als dah üoffnur fach mil dich ml b dürfe grami ontnüpfi eifern entipred Die „l Plan sn btrjenigi malend ru na jum Än läge : 1924. 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