Dienstag, 15. November (952 182. Jahrgang Nr. 269 Erstes Blatt Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen VN'S und Verlag: vrühl'fche Univerfitüts-Vuch- und Steinörudcrei 8. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftrftelle: Zchul^traße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mrn Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re« hlameameigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20“ , mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Will). Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für den An« zeigenteil i.D. Th.Kümmel sämtlich in (Biegen. Erscheint täglich, auher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Biegener Familienblatter Heimat m Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen WM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsvrechanschliifse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach« richten Anzeiger Etehen. Poftschecklonto: fTonlfrrl am Main 11686. Das Echo des französischen Eicherheiisplans. Aufwärmung des Genfer Protokolls. - Schwere Bedenken für Deutschland. JmSpiegel derBerlinerpreffe Berlin. 15. Nov. (CNB.) Der französische Ab. rüftungsplan wird von den Morgenblättern bereits tcmmenfiert: Die „B o s s. Z t g." bezeichnet als dos Gesamtcharakteristikum neben der Derquickung von Problemen, bie auf ganz verschiedenen Ebenen liegen, die mangelnde Durchsichtigkeit des Wortlautes. Der Plan laufe Gefahr, von weiten Teilen des deutschen Volkes ab gelehnt zu werden, wenn nicht die gerechte Lösung für die deutsche Forderung nach Gleichberechtigung von französischer Seite nochmals scharf um tcistricher. werde. Er sei viel zu k l a u f u l i e r t, als daß ein oft enttäuschtes Volk daraus sofort Hoffnungen jchapfen könnte, und nicht genügend ein- fach militärisch, um durchführbar zu erscheinen. Und doch müsse er die Basis einer Aussprache bilden. Es bedürfe eines klaren deutschen Gegenpro- g r a m m s , das wohl an die Grundidee der Miliz anknüpfen könne, aber im übrigen den berechtigten eigenen Sicherh.eitsforderungen zu entsprechen habe. Die „Germania" bemängelt ebenfalls, daß der Plan sich nicht durch die großzügige Klarheit wie derjenigen Hoovers auszeichne. Er nehme nicht die materielle Abrüstung, sondern die E r w e i t e - runa der vertraglichen Sicherungen zum Ausgangspunkt, und es sei eine Neuauflage des Genfer Protokolls vom Fahre 1924. Deutschland werde nicht das einzige Land sein, das diesen französischen Plan für unausführbar erklären werden. Das Blatt hofft, daß dieser französisch? Plan nur eine erste unverbindliche Vorlage darstelle, und daß die Engländer mit ihren Vorschlägen den europäischen Notwendigkeiten bester Rechnung tragen werden. Die „D A Z." hält es für völlig unmöglich, daß Deutschland sich mit Formulierungen zufrieden gebe, die sein juristsches Anrecht aus Gleichberechtigung weiter bestritten Sehr bedenklich sei auch, daß nur von einer fortschreitenden Vereinheitlichung des Rüstungsmaterials die Rede sei. Unter dem Gesichtspunkt der allgemeinen Abrüstungspolitik und im Hinblick auf die weiteren Genfer Deratunaen, je, ein Punkt bereits jetzt mit voller Klarheit festzustellen: eine Regelung der Gleichberechtigungsfrage sei völlig undenkbar auf rein empirischem Wege. Es wäre ein schwerer Fehler, wenn wir uns etwa sagen wollten, daß auf Grund des französischen Planes und einiger Andeutungen, die er enthalte, im Verlaufe von künftigen V e r h a n d l u n g e n die Gleichberechtigung herauszukristallisieren sei, gewissermaßen als Schluß punkt der ganzen Angelegenheit. Die Verhandlung, für die der französische Plan zweifellos eine Grundlage biete, könne nur zu einem Ziele führen, wenn vorher die Anerkennung der Gleichberechtigung erreicht sei. Was sagt man in London? London, 15. Nov. (WTB. Funkspruch.) Der fronzösische Abrüstungs- und Sicherheitsplan wird von der Presse als geeigneter Ausgangspunkt für Besprechungen bezeichnet. Es wird aber auch erklärt, daß es sich nicht um Vorschläge handele, die in Bausch und Bogen angenommen oder ab gelehnt werden müßten. In den konservativen Blättern werden Zweifel an der praktischen Durchführbarkeit einiger Punkte geäußert, vor allem in bezug auf die Rolle, die dem Völkerbund im Falle eines bewaffneten Konfliktes zugedacht ist. „M o r n t n g P o st" bemerkt, der Plan ordne alle anderen Erwägungen dem Gedanken unter, die G e ° fährdung der Sicherheit auf dem europäischen Äontinent zu beseitigen. Es sei allerdings fraglich, ob der Völkerbund fähig fein werde, im Notfall mit genügender Schnelligkeit und Einigkeit zu handeln, und ob Großbritannien bereit sein werde, an dem oorgeschlagenen Mittelmeer^ Pakt teilzunehmen. — „Daily Telegraph" stellt fest, daß die zur Definition des „Angreifers" empfohlene Methode mit der britischen Auffassung in Widerspruch stehe. Das gleiche gelte von den Vorschlägen über Zwangsmaßnahmen gegen einen Angreifer. Die britische Regierung werde sich das Recht vorbehalten, darüber zu entscheiden, ob sie zum Kriege schreite, und wenn ja, mit welchen Mitteln. „Time s" schreibt der allgemeine Sinn des Planes stehe im G^nde nicht im Widerstreit mit den Vorschlägen der brittschen Regierung. Somit gebe es kein Hindernis gegen eine Verschmelzung der Vorschläge Frankreichs, Großbritanniens und Amerikas zu einem Plan der Rüstungsoerminderung und -Begrenzung. Ein solcher Plan sollte überdies von Anfang an der deutschen Forderung nach Gleichberechtigung Genüge tun, indem er keine dauernde Unterscheidung in qualitativer oder quantitativer Hinsicht zwischen dem deutschen Wehrsystem und dem anderer Nationen mache. Der Prozeß tatsächlicher Angleichung könne natürlich nur schrittweise vor sich gehen. Frankreichs gute Absicht brauche nicht angezweifelt zu werden. Frankreich aber sei „bis an die Zähne bewaffnet" und die „Sicherheit" schiede bei ihm die „Abrüstung" völlig in den Hintergrund Die genaue Auslegung des Artikels 16 der Völkerbundssatzung sei immer zweifelhaft gewesen. Es sei keinesfalls wünschenswert, daß jede weitere Verminderung der Rüstungen aufgeschoben werden solle, bis diese sehr strittigen theoretischen Fragen entschieden seien. Vor allem müsse man daran denken, daß das unmittelbar zu erledigende Problem die Regelung der deutschen Forderung nach Gleichberechtigung sei. Ist Paris nun zufrieden? Paris, 15. Nov. (WTB. Funkspruch.) Rach der Veröffentlichung des Wortlauts des französischen Abrüstungsplans zeigen sich die nationalistischen Blatter jetzt weniger beunruhigt als bei früheren Betrachtungen. — „Echo de Paris" bezeichnet den Plan als ein biologisches System, das lediglich den Intellekt zufrieden stelle, mit den praktischen Forderungen aber nur Berührungspunkte aufweise. Immerhin sei das gestern veröffentlichte Dokument als bedeutend besser zu bezeichnen als der Entwurfs man habe nämlich inzwischen sehr fühlbar tert- liche Qlenberungen vorgenommen. — „Aven.r" nennt den Plan verworren. Er versuche, absolut heterogene Dinge in Einklang zu bringen. Am bedenklichsten sei, daß durch diesen Plan alle Friedensverträge über den Haufen ge- Oie weitere Prozedur. Zunächst Private Be prechingeu it it Neurath. Genf, 14. Rov. (TU.) Der große Ab- rüstungs- und Sicherheitsplan Herriots hat in internationalen Kreisen zunächst eine stark geteilte Ausnahme gefunden. Llebereinstimmend wird jedoch bereits nach der ersten Prüfung festgestellt, daß dieser Plan keineswegs den Charakter eines Abrüstungs-, sondern vielmehr eines älmrüstungsvorschlages trage. Man erwartet daher, daß der Plan bei den neutralen Mächten, insbesondere bei den skandinavischen Staaten, auf allers ch ä rfsten Widerstand stoßen wird. Bereits jetzt wird von den verschiedensten Seiten heftige Kritik an dem außerordentlich verwickelten und unzulänglichen Charakter dieses Planes laut. Dom deutschen Standpunkt zeigt sich jetzt schon, daß der Plan in großen Linien auf eine Festlegung Deutschlands auf den DersaillerSta- t u s und auf den gegenwärtigen militärischen Stand Deutschlands hinausläuft, während die in dem Plan vorgesehenen Ausnahmen Frankreich und der französischen Bundesgenossen- Ein politischer Abstecher von Dresden. Kommt eineBegcgnung miiHitlcr zustande? Halle, 15. Rov. (TLl.) Reichskanzler von Popen ist am Montagabend nicht, wie ursprünglich vorgesehen, nach Berlin zurückgekehrt, sondern hat sich von Dresden aus nach Halle an der Saale begeben, wo er am späten Abend mit dem D-Zug eintraf. Don Halle an der Saale aus fuhr er im Auto zum Besuch des Grafen Wuthenau nach Schloß H o h e n t u r m (Kreis Bitterfeld), wo er bereits vor etwa 3 Wochen zu einem Iagdbesuch weilte. Wie der „Lokalanzeiger" erfährt, wird Herr von Papen dort Dienstagvormittag mit politischen Freunden Zusammentreffen und abermals — ähnlich wie am Samstag in Schlesien — wichtige politische Unterredungen führen die mit der Frage einer Zusammenkunft mit dem Führer der RSDAP. in Zusammenhang stehen. Der Kanzler trifft am Dienstagmittag zu den weiteren vorgesehenen Verhandlungen wieder in Berlin ein. Auch die SPD. wird empfangen. Dresden. 14. Rov. (Sil.) Reichskanzler v. Papen erklärte, daß das Werk der Derfas- sungsreform in gesetzmäßiger Weise durch geführt werden soll. Ob sich das Regierungsprogramm mit dem Reichstag durchführen lasse, werde sich vermutlich bei den Parteiführerbesprechungen im Laufe dieser Woche ergeben. Er sei fest entschlossen, die Verwirklichung einer nationalen Konzentration anzustreben. Es müsse sich doch ermöglichen lassen, daß zwischen dem Führer der Rationalsozialisten und ihmeine offene Ausspr ach e herbei geführt werde. Weiter hat der Reichskanzler mitgeteilt, daß et auch die Führer der Sozialdemokratie hinzuziehen werde. Erst auf Grund des Ergebnisses der Besprechungen werde der Reichspräsident seine weiteren Entscheidungen treffen. Der Wille der Rcichsregierung sei, alles zu versuchen, um «in arbeitsfähiges Parlament zu schaffen, warfen werden sollten. Das ganze System der Friedensverträge fei als verloren zu betrachten, sobald man erst einmal eine Bresche geschlagen habe. Frankreich müsse „stark" bleiben und sich als „starkes Land" direkt mit Deutschland auf der Grundlage der Gleichheit Der- ft< nj.cen — „Quc t d e ." ,ch.ei t die Bestimmungen des Planes hätten die Schaffung der Bereinigten Staaten von Europa zur Doraussehung, weil er einen überstaatlichen Oberbefehl vorsehe. — „Republique" meint, Frankreich weise in diesem Plan Deutschland Wege, wie die Gleichberechtigung verwirklicht werden könne. — Der sozialistische „Populaire" erklärt, der Plan sei unter der Voraussetzung gutzuheißen, daß alle Länder durch ihn gleiche Rechte und Pflichten erlangten. Wit Bezugnahme auf die vorgesehenen Offensiv- truppen fragt das Blatt, wäre der Friede nicht besser gewährleistet und wäre die Sicherheit aller Länder nicht besser garantiert, wenn überhaupt kein Staat im Besitze von An- griff 8toaffen wäre? schäft eine weitere Aufrechterhaltung ihrer Militärmacht erlauben würden. Man beurteilt hier die Aussichten auf Annahme dieses Planes wenig günstig. Es ist bereits die Frage erörtert worden, ob der französische Plan f o • fort im Bureau der Abrüstungskonferenz erörtert werden soll oder ob die Behandlung des Planes bis zum Zusammentritt des Haupt» auLschusses Ende Rovember verschoben wird. Darüber ist noch keine Entscheidung gefallen. Die englische Regierung hat jedoch wissen lassen, daß sie Wert darauf legt, ihren Standpunkt im Bureau der Abrüstungskonferenz noch vor dem Beginn der Ratstagung, somit vor dem Eintreffen der deutschen Vertreter darzulegen. Man erwartet, daß die Engländer und Franzosen gleich nach dem Eintreffen des Reichsaußenministers v. R e u r a t h Anfang nächster Woche an die deutsche Abordnung mit dem Wunsche auf private völlig inoffizielle Besprechungen über die Abrüstungsfrage herantreten werden. 2m Laufe der nächsten Woche dürfte sich dann die erste Fühlungnahme zwischen den Großmächten über die Gleichberechti- gungssrage und damit über die Rückkehr Deu ts ch lands in die Abrüstungskonferenz an- schließen. damit dem Volke die Möglichkeit zurückgegeben werde, seine Stimme wirklich zur Geltung zu bringen. Wie verlautet, hat der Reichskanzler den Führern der SPD., Wels und Dr. B r e i t s ch e i d, eine Einladung zu einer Besprechung zugehen lassen. Die Besprechung soll am Mittwochnachmittag erfolgen. Besprechung mit der Bayerischen Volkspartei. München, 14.Rov. (TU.) 2m Rahmen der Parieiführerbefprechungen ist Der Parteivo sitzende der Bayerischen Dolkspartei, Staatsrat Schäffer, für Mittwoch zu einer Aussprache beim Reichskanzler von Papen eingeladen worden. Unter dem Vorsitz Schäffers farrd eine Sitzung der Landesparteileitung der Bayerischen Volkspartei statt, über deren Ergebnis eine Verlautbarung ausgegeben wurde, die u. a. besagt: Die Bayerische Volkspartei wird alles daran setzen, um eine ruhige und gesehlicheEnt- Wicklung in Deutschland zu fordern, ein Zusammenarbeiten z w i sch e n Reich s re - g i er u n g und Reichstag zu erleichtern und alle parteipolitischen Schwierigkeiten um des Vaterlandes willen zu überwinden. Die Gerüchte, wonach die Verhandlungen nur zum Schein geführt würden und die Reichstagsauflösung noch vor Zusammentritt des Reichstags und, ohne dessen Arbeiten abzuwarten, beschlossene Sache fei, wurden dabei ernsthaft geprüft. Es kam die Ueberzeugung zum Ausdruck, daß, wenn hinter diesen Gerüchten Absichten ernst zu nehmender politischer Persönlichkeiten stehen, die Bayerische Volkspartei einer solchen Politik mit allen Mitteln entgegenarbeiten und unentwegt die Zusammenfassung aller gut gesinnten Kräfte im deutschen Volk anstreben muß. Oer Anspruch der NSOAp. auf die ungeteilte und uneingeschränkte Staatsführung. München, 15.Rov. tCRB.-Funkspruch.) Gregor Straßer fordert heute aufs neue in einem Artikel in der nationalsozialistischenPartei-Korre- Geteilte Aufnahme in Gens. vermutlich starker Widerstand bei den kleineren Neutralen, weil statt Abrüstung nur Umrüstung geplant. papens Pläne für die politische Aussprache spondenz die Einschaltung der außerordentlich starken, ausbauwilligen, opferbereiten, energiegeladenen Kräfte des Rationalfoüalismus ui die Staatszuführung. „Und zwar", so schlecht er, „ganz ohne Widerspruch, ungeteilt und uneingeschränkt, garantiert allein durch den Entscheid des Schöpfers und Führers der Bewegung." Einberufung des Reichstags erst zum 6 Dezember. Berlin. 14. Rov. (DDZ.) Gegenüber Pressemeldungen über eine Reichstagseiicherusung sofort nach Feststellung des amtlichen Wahlergebnisses wird mitgeteilt, daß Reichstagspräsident Goring nicht die Absicht hat. den Reichstag vorzeitig einzuberufen. Präsident Goring wird den Reichstag bestimmt erst für den 6. Dezember, dem verfassungsmäßig letzten Termin, einberufen. Oer Reichskanzler über die Gleichberechtigung. An das englische Volk zum Nachdenken. London, 14. Rov. (TTl.) „Daily Mail" bringt einen Artikel des Reichskanzlers, in dem über die deutsche Gleichberechti- gungsforderung berichtet wird. Don Papen tritt darin der falschen Auslegung der deutschen Gleichberechtigungsforderung entgegen, indem er betont, daß Deutschland keine Wiederaufrüstung, sondern allgemeine Abrüstung wünsche. Es sei Deutschlands bitterster Ernst bei der Forderung einer internationalen Abrüstung, die alle Rationen umfasse, und die in demselben Ausmaß und in derselben Methode durchgesührt werden müsse, wie sie von Deutschland durchgesührt worden sei. Die deutsche Gleichbcrechtigungssorderung liege nicht nur im Sinne des deutschen Volkes, sondern auch des Weltfriedens. Deutschlands Erklärung in Genf, daß es nicht mehr an der Abrüstungskonferenz teilnehmen wolle, bis seine Gleichberechtigungsforderung anerkannt sei. sei nur erfolgt, um die Abrüstungskonferenz wieder auf einen richtigen Weg zur wirklichen Abrüstung zu lenken. Die Behandlung, die die deutsche Gleichberech- tigungssorderung bisher erfahren hat, zeige deutlich, wie berechtigt der Verdacht gewesen sei, daß man ' des deutschen Militärs Minderwertigkeit verewigen wollte. Deutschlands Gleichberechti- gungdfe-rberung sei nicht dazu bestimmt, Deutschland zur Entwicklung seiner militärischen Stärke zu befähigen. Deutschland nehme die radikalsten Abrüstungsvorschläge an, wenn sie von allen Staate» durchgeführt würden. Weiter wies v. Papen auf die deutsche Enttäuschung über die Abrüstungskonferenz hin, auf die Deutschland so große Hoffnungen gesetzt habe. Die Anregung des Grundsatzes der deutschen Gleichberechtigung sei der Prüfstein für den guten Willen der Konferenzmitglieder. Das Reichsbanner für Wehrsport und Freiwilligen Arbeitsdienst. Bremen, 14. Rov. ($11.) Auf einer Bundeskonferenz des Reichsbanners erklärte Bundesführer Höltermann u. a.: Das Ziel der Machthaber von heute ist, die Kraft der Arbeiterschaft von heute niederzuringen. Unfere Ausgabe ist es, zu zeigen, daß sich die Methode des Faschismus an der Kraft der deutschen Arbeiterschaft zerbricht. Den Kampf um die Wiedererrichtung der Demokratie müssen wir rücksichtslos aufnehmen. Aber es gilt, nicht nur Stimmen zu holen, sondern vor allem die guten und brauchbaren Kämpfer für die Idee der demokratischen Freiheit zu sammeln. Sehr eingehend behandelte Höltermann dann die Frage des Wehrsports, für dessen Durchführung auf breitester Grundlage und unter Benutzung aller sich bietenden Ge^genheiten er sich unter dem Beifall der Tagung einjehte. lieber die Beteiligung des Reichsbanners am Freiwilligen Arbeitsdienst berichtete der Bundesreferent Dr. Schwannecke, daß vom Reichsbanner 10 000 Kameraden in mehr als 100 Vorhaben unter Leitung des Reichsbanners tätig seien. Konkordatsstreit in der badischen GpO. Mannheim, 14. Rov. (TU.) Innerhalb der badischen Sozialdemokratie sind anläßlich der nunmehr abgeschlossenen Konkordatsverhandlungen mit der katholischen Kirche ernste Meinungsverschiedenheiten ausgebrvchen. Die sozialdemokratische Landtagsfraktion hatte den Beschluß gefaßt, sich bei der Abstimmung über das Konkordat der Stimme zu enthalten Sie stellte sich damit in offenen Gegensatz $um Vorstand und Parteiausschuß, bie erklären die Haltung der Fraktionsmitglieder entspreche nicht dem Willen der absoluten Mehrheit der badischen Sozialdemokratie. Die Mehrheit der badischen Parteimitglieder wünsche eine positive Abstimmung der Fraktton, das heißt die Ablehnung des Konkordats. Darauf hat die Landtagsfraktion geantwortet: Wäre die Ansicht des Landesvorstandes richtig, so hätten auch die preußischen Genossen die positiv für einKon- k o r d a t stimmten parteischädigend gehandelt. An der Stellung ändere sich nichts. 952 en der «sich« ifl Dr. - Der •3eb etc iit fei- nber lemeln 1 über ha.-.l« 'erben nat ir- roci« lief)« P Dr. Do» iblitfc- Khlb- 'Iah'- - lUOl- chkeit .ihren und irlene Kam. n. — liner Z'igk, leiten, well» >c sie »olly. r b o. c c» er» ulen Er- als auch inen iirrf) An. uch" aus ent« brif dem .) A. fein, ch- her ei- uf, -er fen -en« ns ’ib je ich es nb l)t ür b- ft, t- € g. i- it. n ft »- f) h -r s i 2 7 Aus aller Welt ie- >er Genf, die „Stadt des Friedens", gleicht jetzt einem Kriegslager Starke Posten mit Stahlhelm und Maschinengewehren hielten die Straßen im Zentrum von Genf besetzt, um jeden neuen Aufruhr von vornherein im Keim zu ersticken 2lm letzten Derhandlungstag im Freiburger Colloredo-Prozeß würbe der Schriftsteller Schöpwinkel vernommen, der angab, persönlich an einem Doktortitel nicht interessiert gi toefcn zu sein. Nur seine Organisation, die übu bie ganze Welt Filialen habe, habe ihm geraten, einen deutschen akademischen Grad zu erwerben. Er sei mit einem gewissen Legationsrat Dr. Friedrich in Freiburg bekannt geworden und habe mit diesem über die Erwerbung des Eisernen Kreuzes am weih-schwarzen Bande und des Doktorgrades der medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg korrespondiert. Er habe gegen Einsendung von 550 Mk. eine recht primitive Urkunde erhalten. Schöpwinkel fühlt sich durch den Angeklagten nicht geschädigt: er hält den Angeklagten für einen kranken Menschen, nicht für einen Schwindler. Oberstaatsanwalt Fitz ne r hielt das Plädoyer. Die Anklage sei in allen Punkten erwiesen. Das Gericht fällte folgendes Urteil: Der Angeklagte Colloredo wird wegen Betrugs und erschwerter Urkundenfälschung zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt. Die Untersuchungshaft von fünf Monaten zwei Wochen wird angerechnet. Der Angeklagte, Schriftsteller Schmolte, Berlin, wird wegen Hehlerei zu drei Wochen Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte, Schriftsteller und Kunstmaler A a k e t te , Frankfurt a. M, wird freigesprochen. Der Haftbefehl gegen Colloredo wird aufgehoben und an seine Stelle tritt der Auslieferungshaftbefehl für die Schweiz. Ein neu gebildetes Trommler- und Pfeiferkorps, das vom Reichsverband zur Erziehung deutscher viugend jetzt im Rahmen einer größeren sportlichen Schau den Vertretern der Marine- und Heeres- leitung auf dem Truppenübungsplatz Döberitz vorgeführt wurde. Zwei große Dampfer durch Feuer zerstört. Durch einen heftigen Brand wurde in einer der letzten Nächte im Amsterdamer Hafen der 15 000 Tonnen-Darnpfer „P. C. Hooft" der Dampfschiffahrts-Gesellschaft Neederlande vernichtet. Der Dampfer, der in voriger Woche von einer Reise nach Niederländisch-Ostindien zu- Nlckgekehrt war, wurde vor einigen Tagen zur Vertilgung ton Natten mitBlausäurever- 6 a st- Kurz danach war an Bord des Schiffes üeuer ausgebrochen. Als ein starkes Aufgebot der Feuerwehr und zwei Löschboote an der Brandstelle erschienen, hatte das Feuer auf die Kabinen erster und zweiter Klasse übergegriffen. Trotz der großen Wassermossen, die aus vielen Rohren in das Schiff geschleudert wurden, stand bald der größte Teil des Mittelschiffes in Brand. Unter heftigem Geklirr ging das dicke Spiegelglas der Fensterscheiben in Trümmer. Ein Rettungsboot stürzte in Flammen gehüllt hinunter, brennende Bretter und Balken folgten. Wiederswlt hörte man dumpfe Knalle, die von der Explosion von Sauer- Das Reichskuratorium für Zugeud- Ertüchiigung Hai seine Arbeit begonnen Antofagasta haben eine sofortige Untersuchung te- dreisten Ueberfalles angeordnet, ohne jedoch bisher die geringste Spur von den Räubern entdeckt zu haben. Taifun und Großfeuer in Japan. An der Küste des Stillen Ozeans wütet, wie aus Tokio gemeldet wird, ein heftiger Taifun. Sn Vokohama sind etwa 30 Häuser ein- gestürzt. Sn Numazu wurden durch einen Brand 500 Häuser vernichtet. Die polizeilichen Nachforschungen nach den Urhebern des Bombenanschlags auf das Stadthaus in Lausanne sind von der Polizei mit Nachdruck durchgeführt worden. 50 Polizisten besetzten in der Nacht ein bekanntes Nachtlokal. Bisher find jedoch noch keine Spuren von den Tätern festgestellt worden. Unter den fünf verletzten Personen befinden sich ein junges Mädchen und vier junge Männer, die, wie sich jetzt herausstellte, a m ganzen Körper schwer verletzt worden sind. Nach Auffassung der Polizei handelt es sich hierbei um einen wohloorbereiteten 21 n ■ schlag, da die Bombe, die eine außerordentliche Durchschlagskraft besaß, von einem Sachverständigen mit großer Sorgfalt hergeftellt worden sein muß. . Genf, 14. Nov. (TU.) Die Nacht auf Montag ist hier oöllig ruhig verlaufen. Die Polizei hielt während der ganzen Nacht einen strengen Patrouillendienst aufrecht. In der Nacht wurden von der Polizei die Haussuchungen u n d B e r h a f t u n g e n von Kommunisten fortgesetzt. Drei Kommunisten, denen es gelungen war, in der Kaserne, in der die Truppen untergebracht sind, kommunistische Aufrufe zu verteilen, wurden verhaftet. Es handelt sich bei den Verhafteten um diejenigen, die in der Nacht auf Donnerstag den A n g r i f f auf die Truppen geleitet haben. Man fand bei ihnen Waffen und Stahlhelme von Offizieren und Mannschaften. Das Genfer Regiment mit Ausnahme einer Kom- panie wird heute entlassen werden. Das Walliser Bataillon bleibt zur Verfügung des Platzkomman- vanten in Genf. k« lt würde. Die gegenwärtigen Bestrebungen, die Gesetzgebungsgewalt des Parlamentarismus zu mindern, könnten von den Kriegsopfern nicht gutgeheihen werden. Der Redner begründete dann das Aktionsprogramm des Reichsbundes, das die vordringlichsten Forderungen der Kriegsopfer für ihre Versorgung in der Gegenwart aufzeigt. Nach weiteren Vorträgen wurde eine Entschließung der Reichskonserenz über die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf ti? Kriegsopfer angenommen. Der Colloredo-prozeß in Freiburg. «m* LAMPEN stoff-Flaschen und von Flaschen mit Preßluft her- j^rten. Das in Flammen stehende Schiff bekam inzwischen Schlagseite gegen Land, worauf es nach Chellingwoude geschleppt wurde. Der Schaden wird auf viele Millionen Gulden geschäht Zu erwähnen ist daß das Schiff erst 1926 auf der Werft von St. Nazaire gebaut wuxte, während des Baues bereits einmal brannte, wobei ein großer Teil des Schiffes vernichtet wurde. Der englische 6000-Tonnen°Frachtdampfer „Ore- gou-Star", der in einer Werft in Habburn auf. gelegt ist, wurde durch ein Großfeuer fast vollständig zerstört. Der erste Offizier des Schiffes kam in den Flammen ums Leben. Dns Feuer, das mit großer Schnelligkeit um sich griff und die benachbarten Schiffe stark gefährdete, konnte erst gelöscht werden, nachdem es 24 Stunden lang von zwei Feuerlöschbooten aus bekämpft worden war. Die Ursache des Brandes, der im Vorderschiff aus- gebrochen war, ist noch unbekannt. Der angerichtete Schaden ist sehr groß. Grohfeuer in einer Mühle. Die Hessischen Mühlenwerke G. m. b. H. Altenburg bei Felsberg wurden von einem Grohfeuer heimgesucht, das sich mit großer Schnelligkeit ausbreitete, da die Flammen in den großen Getreide- und Mohlvorräken reiche Nahrung fanden. Di« Felsberger Ordsweihr und die benachbarten Wehren arbeiteten mit aller Macht an der Eindämmung des Brandes, jedoch waren infolge des starken Windes ihre Bemühungen vergebens. Der Brand dehnte sich immer weiter aus und die Flammen ergriffen das gesamte Muhlengebäude. Hm den anschließend gelegenen gefüllten großen Getreidesilo zu retten, wurde die Kasseler Feuerwehr zu Hilfe gerufen, mit teren Hilfe es nach sechsstündigem hartnäckigen Ringen gelang, di« Gefahr des Hebergreifens des Brandes auf den Getreidesilo zu beseitigen. Der Schaden ist sehr groß: er soll jedoch zum Teil durch Versicherung gedeckt sein. Die Untersuchung über die Ursache des Brandes ist noch im Gange. Flucht aus der Verbrecherkolonie Cayenne. Nach einer Meldung aus St. Martin de R6 ist es in der letzten Zeit wieder 15 Strafgefangenen gelungen, aus der französischen Verbrecherkolonie Cayenne au entfliehen. Alle 15 Sträflinge sind in die Wälder von Cayenne entkommen, von wo sie versuchen werden, holländisches Gebiet zu erreichen. Unter den Flüchtlingen befinden sich mehrere Mörder, die von französischen Gerichten zum Tode verurteilt wurden, deren Strafen aber auf dem Gnadenwege in lebenslänglich« Zwangsarbeit umgewandelt worden war. Deutscher Dampfer auf ein Felsenriff aufgelaufen. Wie aus der Stadt Mexiko berichtet wird, ist der deutsche Dampfer „Distula" mit 60 000 Faß Petroleum auf der Reise von Tampico nach Hamburg südlich von Veracruz auf ein Felsenriffaufgelaufen. Der Dampfer „Rio Bravo" hat die 808-Rufe der „Vistula" beant- wortet und ist ihr zu H^lse geeilt. Die Besatzung ter „Distula" leidet schwer unter, der strengen Kält« und dem schweren Seegang. Das Schiff ist ein Danziger Dampfer, ter der Baltisch- Amerikanischen Petroleumeinfuhrgesellschaft gehört und 1920 in Kiel gebaut worden ift Piratenüberfall auf einen deutschen Dampfer in Chile. Dem „Hamburger Fremdenblatt" wird aus Antofagasta berichtet, daß Piraten den im Hafen von Antofagasta vor Anker liegenden deutschen Dampfer „Eisenach" überfallen und reiche Beute gemacht hätten. Während der größte Teil der Besatzung des rund 4200 Tonnen großen Dampfers sich an Land befanden, erkletterten die Seeräuber unter dem Schutz der abendlichen Dunkelheit den Dampfer, überwältigten nach kurzem Kampf die Bordwache und banden sie an Mast und Reeling fest. Die Piraten nahmen dann eine gründliche Durchsuchung des Schisses vor und raubten schließlich 500 Kisten Tee. Mit der Beute konnten sie ungehindert entkommen. Die Polizeibehörden von Kunst und Wissenschaft. hauptmann-Feier der BühnenGenossenschafk. Die Genossenschaft deutscher Dühnenangehori- ger beging gemeinsam mit den Derbänden des deutschen Schrifttums eine Dorfeier des 70. Geburtstages Gerhart Hauptmanns in Berlin. Hauptmann wurde, als er mit seiner Gattin erschien, von den Anwesenden stürmisch gefeiert. Beethovens Leonorenouvertüre leitete ten Abend ein. Oberbürgermeister Dr. Sahm hielt die Festansprache Er nannte den Dichter ten Wegweiser einer neuen Literatur-Epoche. Auf einer Berliner Bühm ,ei Hauptmanns Werk zum Siege geführt worden, auf ten bedeutendsten ‘Berliner Bühnen habe es sein Heimatrecht erworben. — Der Dichter Carl Zuckmayer überbrachte den Dank der schaffenden deutschen Sugenb und °deutschen Schrifttums. Kein Deutscher könne . m öt>n Gerhart Hauptmann geprägten Wort Florian Geyers verschließen: „Der deutschen Zwietracht mitten ins Herz". - Carl Wa l- lauer ter Präsident der Dühnengenossenschast. stattete den Dank ter Deutschen Bühne und der teutschen Schauspieler ab. - Nachdem Frieda m ^chlußgesang ter Drünhilde aus ter ^Götterdämmerung" vorgetragen hatte, dankte Hauptmann selbst mit bewegten Worten. 80 Jahre Römisch-Germanisches Zentralmuseum in Mainz. Als Schwesterinstitut des Germanischen Mu- feums in Nürnberg ist 1852, also vor genau 80 Sahren, das Römisch-Germanische Zentralmuseum in Mainz gegründet wor- dem Das Museum hat die Ausgabe, die Denkmäler ter deutschen Urgeschichte bis zur Zeit Karls des Großen und die der auswärttgen Kulturen, insbesondere ter römischen, die mit dem Werden der Kultur auf deutschem Boden in Zusammenhang stehen, in Originalen und Nachbildungen zu einer Studien- und Lehrsammlung zu bereinigen und ter Wissenschaft wie der Volks- bildung nutzbar zu machen. Das Museum hat den Charakter einer Stiftung und erhält Zuschüsse Vom Reich, von Hessen und von der Stadt Mainz. Der derzeitige Bestand ist auf die Schau- 'äle des Kurfürstlichen Schlosses, eine Studiensammlung, die nur dem Fachmann zugänglich gemacht wird, und eine Verkaufsausstellung im Lehrmittelhaus des „Snstituts für Völkerpäda- aogtr aufgeteilt Als Ergänzung hierzu ist ein „Bildarchiv" eingerichtet. Eine Werkstatt mit fünf * aeschickten Spezialarbeitern ist damit beschäftigt. Altertumsfunte, die aus allen Teilen Deutschlands eingesandt werden, zu konservieren und Nachbildungen für das eigene Museum und für andere herzustellen. Veröffentlichungen verschie- - teuer Art haben den Zweck, das Museum wissenschaftlich und volksbildnerisch auszuwerten. Letzte Nachrichten. Der amerikanische Gchahkanzler erklärt sich für den Zahlungsaufschub nicht zuständig Waffjlnglon, 15.Koo. (mZB. Funkspruch.» (Reuter.) Der republikanische Schahsekretär Ogden Mills, der Nachfolger Mellons, hat heute erklärt, die Gewährung eines Zahlungsaufschubs für die am 15. Dezember fälligen Zinsen für Kriegsschulden sei nicht Sache der Cxe- kutive. vorher gehöre die Erörterung dieser Frage vor den Kongreß. Der Brandstifter von Bühl. Der 42jährige Schwachsinnige Karl Widmer, der als vermutlicher Brandstifter des Brandes im Kinderheim Bühl (Schweiz), bei dem zwölf Personen umkamen, gesucht wurde, ift jetzt oerhas - t e t und ins Gefängnis eingeliesert worden. Der Verhaftete, der feit seinem 4. Lebensjahr mit einigen Unterbrechungen in der Anstalt untergebracht war, muß als unzurechnungsfähig betrachtet werden. Er hat z u g e g e b e n, den Brand angelegt zu haben. Drei junge Leute bei einer Mondscheinfahrt ertrunken. Drei bei einem Gutsbesitzer in Pribbernow (Kreis Gammln) beschäftigte junge Leute unternahmen m j t einem morschen Boot eine Mondscheinsohrt auf dem Gutsteich Als sie am Morgen noch nicht heimgekehrt waren, ging man auf die Suche. Man fand auf dem Teiche den kieloben treibenden Kahn. Später konnte man die Leichen der drei Bootsinfasfen aus dem Teiche bergen. Vom Lastkraftwagen überfahren und gelötet Einer oft gerügten Unsitte ist dieser Tage in Kassel wieder ein junges Menschenleben zum Opfer gefallen. Einige Knaben hatten sich an einen Lieferwagen angehängt, um mitzufahren. In der Magazinstraße stürzte der achtjährige Ernst Horch ab, geriet unter den Wagen und wurde üb er fahren. Der Knabe erlitt einen Schädel- uud Wirbelsäulenbruch und war auf der Stelle t o t. Reichskonferen; des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten. 3" Königsberg fand die 21. Reichskonferenz des Reichsbuntes der Kriegsbeschädigten statt. Sn seiner Eröffnungsrede wies ter erste Bundes- vorsihente darauf bin, daß es die Aufgabe dieser Konferenz sei, gegen den Mißbrauch sozialer Not zu parteipolit.scheu Zwecken Derwahrung einzulegen, aber dafür einzutreteu, daß die Lasten des Krieges in gerechter Weife verteilt würden. Aus keinen Fall dürften aber die Kriegsopfer noch neue Lasten aufgebürdet bekommen. Nach einem Vortrag Professor Dr. Hermbergs (Sena) über Wirtschaftskrise und Sozialpolitik sprach ter zweite Buntesvorsitzeude des Reichs- buntes, Soh. N o a, über die Not der Kriegsopfer. Er verwies auf die Zahlen des Reichshaushalts 1927 und 1932. 1927 wurden für etwa 2 300 000 Dersorgungsberechtigte rd. 1 387 000 000 Mark aufgewendet, 1932 betrugen diese Mittel für etwa die gleiche Anzahl Kriegsbeschädigter und Kriegerhinterbliebenen nur 1 045 324 000 Mk. Diese Rentenversorgung sei durch eine Kette von Notverordnungen in ihren Grundsätzen erschüttert worden. Die Grundsätze der Versorgung, der Versicherung und der 'Fürsorge seien in ihren | Grundlagen nicht mehr klar voneinander getrennt. Eine gute Versorgung und Versicherung entlaste die Fürforge. Es sei daher zu fordern, daß der Dersorgungsauspruch, ter in den letzten Sahren nach und nach seines Charakters als Rechtsanspruch entkleidet worden ist, to i eb er in einen Rechtsanspruch zurückentwik- • Aus der provinzialhauptsiadt er* Abt. 79, Osthofen-Rheinh. 8047 V wiemete xrau K a l bs l e i s ch tenpult Kapellmeister Walter Mo»ehl, lanzensche übernommen Shr, w.e auch her ßc*ber ge Leitung: Ballettmeister Ewald Bä ulke. Ende samtrnAuLste.lung, standen auch diesmal weder fihr viele Mitglieder willig zur Verfügung. Rur so _ Dom Konzertverein wird uns ge- tonnte sich die Schau zu dieser Vollständigkeit schrieben- Unser Vorhaben den großen Hessischen entwickeln, in der sie sich trotz mannigfacher 'sS A o 1 d M e n de l s s o H n'An Beschränkungen den Besuchern und Besucherinnen ~ fönten H versität verbunden ist, durch die Aufführung einer ein. Man horte einen interessanten Dvrtrag vmi noch im Manuskript befindlichen „Ouvertüre zu Universitatsprofefsor Dr. Kr aemer, der über einem Rittermährchen" zu ehren, ist leider zu die Bedeutung des Bauernstandes Wasser geworden. Schuld daran sind nicht wir, sprach (wir kommen auf den Vortrag noch zurück), sondern der „Vterband zum Schuhe musikalischer während Frau Kalbfleisch über Salate aus Aufführungsrechte in Deutschland", der für die deutschen Gemüsen referierte und im Anschluß Aufführung jenes Musikstückes mit einer übertrie- | bar an Kostproben zur Verteilung gelangen liest, benen und bei unserer Finanzlage ganz untragbaren Anforderung an uns herangetreten ist. Rie- mand bestreitet, daß der „Verband" verpflichtet ist, für die Belange seiner Schutzbefohlenen nach Kräften einzutreten. Aber der von ihm beliebte Weg einer den wirtschaftlichen Verhältnissen in keiner Weise angepaßten Schröpfung der „Musik- £ I M Am — auch die Werke noch lebender oder jüngst ver- eröffnete das Gießener Sta^tt Heater ftotbener Tonseher vorzuführen, ist sicher nicht im £ne ineSjabngcn Wmtergastspiele mit dem Sinne der Verordnung zur Ankurbelung der Schauspiel „Der 18. Oft ober von Walter Wirtschaft und am allerwenigsten im Sntereffc Erich Sch äf er. Die mustergültige Ausführung seiner Schutzbefohlenen. Sn diesen Tagen ging die hinterließ einen tiefen Eindruck. Die Leistungen Nachricht durch die Zeitungen, daß eines unserer der einzelnen Schauspieler losten bantbaren Chei vornehmsten Musikinstitute, die Philharmonische fall aus Hoffentl^ gellngt es, bte regelmahi- Gesellschaft in Bremen, für ihren diesiahrlgen gen Gastip.ele des Gießener Stad.theaters m Als Winterplan auf die Aufführung tantiemepfllch- selb auch weiterhin aufrecht zu erhalten. tiger Werke überhaupt verzichtet hat. Welche schwerer VerkehrsUNsall he! Schotten. Schädigung es für bie Komponisten bedeutet, wenn * dieses an hervorragender Stelle gegebene Beispiel x. Schott en, 14. Rov. Auf von anderen Konzertinstituten befolgt wird, was Laubach — Sch otten in der Rahe der Ab- mit Sicherheit zu erwarten ist, welche Hemmung fahrt nach Betzenrod, ereignetesich_ am weiter ein solches zwangsweises Fernhalten der Samstagabend ein schwerer Der kehr su Gegenwartsmusik von den Spielplänen für un- f al L ©ort wurden von dem Auto emer Sa^ fere musikalische Kultur bedeutet, läßt sich leicht gesellschaft aus Friedberg der °us Sch^te^^ m-tvfmen hurtige H. Schuchmann unb bie aus Betzenrod errecynen. . I stammende E. Appel, die sich im Anschluß an eine Familienfestlichkeit auf einem kurzen Spaziergang ins Freie befanden, in der Kurve von dem Auto umgefahren. Während der junge Mann mit einigen Prellungen noch glimpflich ba- vonkam, erlitt bas bedauernswerte Mädchen Beinbrüche unb einen schwerenSchä- belbruch. Die Autoinsaffen hielten ihren Kraftwagen sofort an, nahmen die beiden Verunglückten in den Wagen unb verbrachten sie schleunigst nach dem hiesigen Krankenhaus. Während der je- 952 !cn der 11 i d) e 10 Dr. — Der tzeb fte üt sei- ! über tcmeln j über t rn.it • werten hatiir« . wei« lief). iölich- iiciab« Jahr« mol- ichkeit ähren und trlene Kam« n. —. .liiier Kiflt, pltcn. well« >e sie >olly« r l» o. e es ers ulen (frais auch inen urch An- uch" aus ent« brik dem .) A. •fein- ch- hcr ei» Ultet ren en« ns -Id je >ch es nd ht en ür h- ft. f- C g. i- it. 'N ft tz h V X 6 T Oer Gang zu Nowack macht sichbezahlt! Mäntel und Kleider sowie K eider-und Seidenstoffe BoilClÖ, reine Wolle — in vielen mo- 1.25 dem en Herbstfarben Meter für die nächsten Tage besonders billige Angebote GIESSEN WW Wwfll Seltersweg Nr. 81 7949 A Deshalb: Ihr ersterWag zu zusammengestellt. 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Das alles ist wichtig für die Erhaltung Ihrer Gesundheit. Atmen Sie daher durch die Nase, denn sonst gelangt die Außenluft kalt, trocken und mit Keimen beladen in Radien und Lungen, und Sie erkälten sich. Schnupfen, Husten, Halsschmerz, Heiserkeit, Kehlkopf- und Radienkatarrh sind oft nur die Folgen der schlechten Gewohnheit, durch den Mund zu atmen. Lassen Sie also die Nase zu ihrem Recht kommen, und nehmen Sie überdies von Zeit zu Zeit einige WYBERT. Wybert-Pastillen regen die Speichelsekretion an, wirken beruhigend auf die entzündete Sdileimhaut und überziehen die Atmungswege mit einer erfrischenden, reizmildemden Schicht Aus reinen Naturprodukten hergestellt, sind Wybert bekömmlich, auch für den empfindlichsten Magen, Große Dose mit ca. 400 Wybert . . 90 Pf. Kleinere Dose für die Tasche ... 45 Pf. 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Die trat der tzeima »Tu n Taj Denn die nimmt unb M m\\ h rühmt wer und Venn sten ganz schöiner 3 mo schunn nämlich zu Maurer ai .Lihje, bis, lunscht flie .Elchwind bchl" Abe Weit, wen e erklär le, in ' JSer jetzt n ihra-Iichen 'e MekrO.65 ität . Mekrö.ßS Met» 1,25 '"Still -Ä1J5 e.ca.loOcmA p* m8en,MirXlQ|| Qual., ft aa MeterZjö teil, reine ft An touitrü.31) SEN !9 Nr. 81 Stadttheater 10.45-18,30 llhi M.Statiler. Volisvonlillug. Auß. Äom. GM Heine Preise von 0,30—1.60 3)11. Zum letzten Male. TerTatleritb. Die berühmte Hess. Lolalvoi'Ie von E. E. 3äebergall. Mittwoch, IK-Nob.. 20-22.30 Uhr Auh.Abotm.Krem' denvorst.-Emab. Coetettenpreiie. lZum ersten Male.) Pevvina. Ooerette in 3 Akten 1. 'M. Oeüerreichcr. ’Jlufilv.'M.Stoh. * nod) flanz Envärmunfl eigen Blut- rreger. 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Don diesem Staat und diesem Dolk werden wir als Deutsche in vornehmster Weise behandelt werden! lind wenn wir dann wie einst die Auswanderer zu Maria Theresias Zeiten die Donau hinunterschwimmen von der alten Grenz'este Passau aus durch die abwechslungsreiche Wachau zur alten Kaiserstadt Wien, in der Abendstunde das märchenhaft schöne Budapest in seinem oezaubernden Lichterglanz erreichen, und wenn dann unser Schiff ruhig und still durch die weite ungarische Tiefevenc der neuen Heimat unserer Brüder und Schwestern zugleitet, wer- den in unserem Bewußtsein die schönen Worte wieder wach, die uns dieser Tage ein echter Mensch vom Bande der Karpathen zurief: „Wir Ausländsdeutsche freuen uns ja immer so ganz mächtig, wenn uns ein Deutscher vom Deiche besucht. Ob Ihr draußen das wohl fassen könnt? Ich glaube kaum! Wir hier in der Fremde, ganz weit vom Mutterlande, fühlen uns immer wieder heimgezogen. Das ist so etwas Magisches, so ein eigenes Gefühl. Wir tragen alle in uns eine tiefe Sehnsucht: Einmal nur möchte ich nach Deutschland!" gestiegen ist Die Zunahme der Ausfuhr geht sowohl dem Werte, wie der Menge nach über die Steigerung hinaus, die saisonmäßig zu erwarten gewesen wäre. An der Mehrausfuhr sind mit 31 Millionen Reichsmark ausschlaggebend die Fertigwaren beteiligt. Der Auslandabsatz deutscher Waren konnte im Oktober nach f a st allen Absatzgebieten g e ft e i g e r t werden, insbesondere auch nach den überseeischen Ländern. und am Kalimarkt Westeregeln 1 v. H. gewannen. Die AltbesiZanleihen und Reichsschuldbuchsorderungen gaben 0,25 bis 0,5 v. H. nach. Tagesgeld zum Medio etwas gesucht und um 0,5 auf 3,75 v. H. erhöht. das ..Lißje" aus den Arm Bösel" uns erzählt von dem Eure ernste Mahnung liegt in all diesen Erfahrungen. Die dortigen Schulen, die noch ganz primitiv ausgestattel sind, die mitunter 100 und noch mehr Schüler beherbergen, denen es an modernen Lehrmitteln fehlt, diese deutschen Schulen, die nach dem dritten Schuljahr das Serbische als Staats- und Unterrichtssprache respektieren müssen, bedürfen unserer größten Aufmerksamkeit und Hilfe. Der deutsche Lehrer in Südslawien ist dankbar für jeden Gruß und jede geistige Hilfe der Heimat' Stöbert euere Bücherschränke durch, wie viele sind Depots toten Kapitals - , schickt alles, was ihr entbehren könnt an pädagogischen Abhandlungen, Lesestoss für jung und alt, Bildern, Bilderbüchern, den deutschen Brüdern und Schwestern! Der Schwäbisch-deutsche Kulturbund in Neusatz stellt sich als Mittler gern zur Verfügung. Wer helfen will, wende sich an den Verfasser. Die geplante Wanderausstellung von künstlerischem Wandschmuck, illustrierten Märchen- und Sagenbüchern, Bild- und Bauernkalendern und Fibeln, wird einem großen, brennenden Bedürfnis, nicht allein der Schule, sondern auch des einfachen Mannes entgegenkommen ungleichmäßig. Während Goldpfandbriefe meist unverändert und Kommunalobligationen eher etwas fester lagen, gingen Liquidationspfand- Im Auftrag d s „Schwäbisch - deut- Ichen Kulturbundes" in Neusatz unternahm Lehrer W:lhelm Becker aus Hornbach i. O eine Vortragsreihe z u den Donauschwaben imBa- nat, in der Batschka und in Dtzr - mien. Er sprach in verschiedenen Städten und Dörfern über das Thema „Die Re- form der Landschule", an Abenden über Elternhaus und Schule". Aus fernem reichen Schatz von Erfahrungen schreibt er folgendes Frey (Bad Kreuznach) errang bei den k utschen Meisterschaften im Geräteturnen, die in Berlin zum Austrag kamen, den Meistertitel 1900 Al Jugend in Wetzlar. Sv Metzlar AI — 1900 AL Der Sportverein Wetzlar hat für morgen die 1. Jugend von 1900 zu einem Werbespiel eingeladen, das vor dem Treffen zwischen der Liga desselben Vereins und der Spielvereinigung Fürth im Stadion von Wetzlar ftattfinbet. Die Blau Weißen folgen gern diesem Ruf. 1900 wird in stärkster Aufstellung antreten. Da auch der Gegner über eine ganz beachtliche Spielstärke verfügt, wird es ein interessantes und schönes Spiel geben. Ob 1900 AI seine Erfolgserie der letzten Zeit wird fortsetzen können, hängt mit vom Spiel der Läuferreihe ab. Die Stürmer müssen sich eneergieooUer einsetzen. Man erwartet ein diskutables Ergebnis. G. A.-Gport. Oer neue deutsche Turnermeister Der deutsche Außenhandel im Oktober 84 Millionen Mark Ausfuhrüberschuß. — Steigender Auslandsabsatz. An der Zunahme der Einfuhr sind, wie Vormonat, sämtliche Warengruppen beteiligt, doch haben im Oktober die Fertigwaren mit 21 Millionen einen stärkeren Anteil an der Einfuhr als die Rohstoffe, deren Einfuhr um 13 Millionen Reichsmark Berlin, 15. Roo. (WTB. Funkspruch.) Im Oktober haben die Einfuhr (398 Millionen Reichsmark) und die Ausfuhr (482 Millionen Reicys- mart) um den gleichen Betrag von 38M.I- lionen Reichsmark zugenommen. Dem Werte nach bedeutet dies für die Einfuhr eine Zunahme von 10,5 o. $)., für die Ausfuhr um 8,5 v. S). Der Menge nach hat die Ausfuhr nur um etwas mehr als 7 v. H zugenommen, die Einfuhr dagegen um 11 o. H Infolge der Zunahme von Ein und Ausfuhr um den gleichen Betrag beträgt der Aus - fuhr-Ueberschuß, roie im September, 8 4 Millionen Reichsmark und beziffert sich für die zurückliegenden zehn Monate dieses Jahres auf 9 30 Millionen Reichsmark Wenn auch die Landschaft, die weite, unendliche Donauebene mit ihren endlosen Weizen- und Kukeruzfeldern (Mais), den Besucher eigenartig anmutet, wenn Paprika und Melonen uns auf den ersten Bissen nicht recht munden wollen, wenn die geometrische Anlage der Dorfpläne, der Gemarkungsgrenze und des Wegnetzes durch den „Hotter" (Gemarkung) und das gleichförmige Bild der Häuscranlagen nüchtern wirken auf das Auge, das die alten, mehrhu bertjährigen Holzhäuser in deutschen Gebirgsdörfern gewöhnt ist ile&erall und überall, auf der Diele und im Wohnzimmer, in Küche und Dchlafraum, im Keller und in der Vorratskammer, in Kisten und Schränken, in Hof und Stall, im Dorf und auf den Feldern, überall dieselbe peinliche Ordnung und Sauberkeit, überall deutsche Grü ndlichkeit. Cs ist, als ob die „züchtige Hausfrau, die drinnen waltet und herrschet weife im häuslichen Kreise", den stämmi- gen Bauern überbieten wollte an treuer, peinlicher Pflichterfüllung. Die deutschen Dauern dort im Banat, in der Datschka, in Syrmien muh man kennengelernt haben! Nur mit sehr primitiver Schulbildung auf- briefe weiter zurück. 3m Verlaufe hielt die Geschäfts stille an. Nennenswerte Kursveränderungen waren nicht festzustellen. Einige Montanwerte tarnen noch bis zu 1 v. H. schwächer zur Notiz, während von Auslandwerten Chade-Attien unverändert waren weise mit 414 Prozent erhältlich. Der Monatsgeld- satz blieb unverändert Das Angebot in Privat- diskonten war heute natürlich stärker als an den Vortagen, das herauskommende Material dürfte aber glatt aufgenommen werden. Frankfurt still und schwächer. Frankfurt a. M., 15. Nov. (WTB. Draht - meldung.) Für den heutigen Börsenverkehr lagen fo gut wie keine anregenden Momente vor. Die Neuyorker Börse schloß in schwächerer Senbenx, die europäischen Börsen verkehrten uneinheitlich, und die innerpolitische Situation ist nach wie vor ungeklärt. Zu Beginn der Börse herrschte daher sehr große Geschäfts st ille und eine schwächere Stimmung vor. Infolge Unterbrechung des Geschäfts durch den morgigen preußischen Buß° und Bettag übte man allgemein Zurückhaltung. Auf kleine Abgaben der Spekulation bröckelten die Kurse um 0,5 bis 1 v. H. ab. Die Außenhandelsbilanz für den Monat Oktober, die wirtschaftspolitisch gesehen relativ günstig ist, machte keinen Eindruck. Etwas freundlicher lagen nur Elektrowerte, wobei angeblich die Schweiz als Käufer aufgetreten fein soll. Licht & Kraft, Gesfürel und Siemens gewannen bis zu 1 v. H., AEG. gaben 0,5 v. H. nach. Am Chemiemarkt setzten IG. 0,75 v. H. und Scheideanstalt 0,5 vH. schwächer ein. Don Montanwerten gingen Klöckner 0,5 v. H. zurück, Stahlverein eröffneten mit 23,5 v. H. unverändert, ebenso von Kupferwerten Otavi-Minen. Ausgesprochen matt lagen Schifffahrtsaktien, von denen Norddeutscher Lloyd 1,13 und Hapag 0,5 v. H. nachgaben. Don Neben- werten büßten Gebr. Iunghans und Contilino- leum 0,5 v. H. ein. . ... Am Rentenmarkt gingen Reichsaltbesitz und später Reichsschuldbuchforderungen je 025 v. H. zurück, dabei hielt sich etwc^ bnt^esse für Schutzgebietsanleihen bei 6,60 v. H. 3m Srei- verkehr waren ausländische Prioritäten, von denen Warschau-Wiener Eisenbahn erneut 0,5 v. H. an- zogen, weiter gesucht. Am feftverzinslichen Markt I war das Geschäft sehr klein und die Kursbildung „Einen Dorwur) kann ich euch nicht ersparen! 3hr habt uns vergessen gehabt! Ihr habt nicht mehr gemußt, daß an der Donau auch Deutsche wohne n!" Das soll ich den Drü- dem und Schwestern im Reich ausrichlen. So hat mir's der alte Wittmann in der deutschen Siedelung Franzjeld bei Belgrad in einer unvergeßlichen Ab. ndstundc e.ngchämm.rt. Wahrlich, ein kluger Bauer, dieser alte Wittmann, ein feinet Kopf! So abgewogen hat er das Schicksal der Donauschwaben geschildert, wie sie über eineinhalb 3ahc »änderte die verschiedensten Anstürme der Nachbarvölker hatten über sich ergehen lassen müssen, wie die Herrschaften wech- selten: der Bauer aber stand treu auf feiner Scholle, in seinem Volkstum! „Wenn alle deutsche Kultur zu versinken drohte unter den Nalionali» fierungsbestrcbungen der Herrenoölker, da konnten wir nicht vergessen, was bie Mutter uns einst ins Ohr geflüstert, wie die Mutter uns einst oeten gelehrt!" So sprach's ein alter grauköpfiger Dauer mit zarter Stimme in später Abendstunde. 3mmer wieder dasselbe Lied: „Wir können und dürfen nicht los von unserer ererbten Kultur, von dem. was uns die Väter überbracht als heiliges Gut der Heimat. Sprache und Volkstum hasten uns an wie der Schatten, und wenn wir es wollten, könnten wir uns nicht davon lösen." Diese Selbstverständlichkeit wurde bekräftigt von dem serbischen Schuldirektor, der es klipp und klar aussprach ..Wenn ein Deutscher zu uns käme und.würde sagen: ,3ch passe mich eben den Verhältnissen an, ich lebe im serbischen Staat, nun ja, ich bin jetzt auch Serbe', so müßten wir ihm sagen Geh, du Verräter! Heute verleugnest du dein eignes Fleisch und Dlut, morgen wirst du uns verleugnen!'" Der Serbe bemühte sich, den Deutschen, den er als Kulturträger in seinem Lande schätzt, auch in seiner volklichen Eigenart zu achten Er weih eben nur zu gut, wie weh der Druck des herrschenden fremden Volkes tut, wenn es das kostbarste Erbgut der Minderheit, " ~ nicht in st en ganz genau weih, daß er „enn ordentlicher, fchäiner Du is", wenn sie genau weiß „Er werd ma schunn alles vazäihle, wann ich nunner tumm". nämlich zur Daustelle in Belgrad, auf der er als Maurer arbeitet, und die Mutier schäkert nur so. Lißje bischt bäis? - Bleib emol ruig stöih. sunscht' fliegscht de zum Fenster naus" und ,G schwind Lißje. ich will der emol de, Rotznas buhel" Ader die Höhe erreicht doch die Heimat- lichkeit, wenn die besorgte Mutter kurz vor Belgrad erklärt ..Kumm Lißje, mer gächn emol brunfe, in Belgrad kann ma doch net brunse Wer jetzt noch zweifelt an der ^Invertierbarkeit sprachlichen Gutes, dem ist nicht zu helfen. Seien wir ehrlich: Wer von uns hat eigentlich eine rechte Vorstellung von diesen deutschen Siedelungen? Man muh sie gesehen haben! Ich hatte mancherlei Berichte von Kriegskameraden, die auf dem Balkan waren, gehört, und stellte mir lediglich eine Anzahl primitiver Bauerndörfer vor mit deutscher Sprache und Sitte. Ich hatte mir dieses Bild zusammengedacht. Was ich kwrt erlebte war eine völlige Lleberraschung ganz geborgen in eine deutsche Welt ausgenommen zu werden, in eine Welt voller Herzlichkeit Gastfreundschaft, Aufgeschlossenheit. Ehrlichkeit und Brüderlichkeit, so voll Hunger nach der alten Heimat, so voll Fragen und Sorgen um das deutscheSchicksal, das Zusammensein und selbst der Händedruck so klar sprechend! Immer wieder neu das elementare Erlebnis und das frohe Bewußtsein „Wir sind Brüder und Schwestern I" Berlin lustlos und eher schwächer. Berlin, 15. Nov. (WTB. Funkspruch.) Die Börse zeigte heute ein außerordentlich ruhiges Aussehen. Die Kurse bröckelten allgemein etwas ab, doch gingen die Verluste nur in ganz seltenen Fällen geringfügig über 1 Prozent hinaus. Die Spekulation bekundete wenig U n • ternehmungslust wofür die morgige Verkehrsunterbrechung miwestimmend gewesen fein durste Außerdem bestanden Befürchtungen hinsichtlich der innerpolitischen Weiterentwicklung. In Börsenkreisen glaubte man verschiedentlich, daß weitere Exekutionen drängen Etwas stärker an geboten waren Farben, die 1/4 Prozent einbüßten, während Bernberg und Ilse Genußscheine bei ganz geringen Umsätzen bis zu 1/4 Prozent nachgaben. Einige Elektrowerte fielen heute durch freundlichere Veranlagung auf. U. a. waren Siemens 1 Prozent und Rheag 1J4 Prozent höher Bremer Wolle konnten heute 2 Prozent ihres gestrigen Verlustes aufholen, doch betrug der Umsatz nur 2 Mille. Im Verlaufe ergaben sich bei anhaltend kleinstem Geschäft geringfügige Abweichungen nach beiden Seiten. Die Außenhandelsziffern für Oktober machten einen guten EindruH Die Rentenmcir kte lagen **eute gleichfalls ziemlich ruhig und kursmäßia unregelmäßig, eher aber schwächer. Deutsche Anleihen hatten kleine Abbröckelungen aufzuweisen, nur Schutzgebietsanleihe waren eher freundlicher. Reichsschuld- buchforderungen gaben bis zu 14 Prozent nach, Reichsbahnvorzugsaktien verloren % Prozent. Am Markte der variabel gehandelten Industrieobliga- tionen kam es zu einem stärkeren Rückschlag, von dem insbesondere Hoesch, die insgesamt beinahe 2 Prozent, und Krupp, die etwa 1 Prozent ein- büfcten betroffen wurden Pfandbriefe, Kommunalobligationen, Jndustrieobkigationen usw. waren zu I den Kassakursen allgemein etwas angeboten. Ausländer tendierten bei ganz geringfügigen Veränderungen nicht einheitlich Am Geldmarkt machte sich am heutigen . Medio natürlich eine Versteifung bemerkbar. Tages- I gelb war an der unteren Grenze mit 4%, teil- I gewachsen, Hal dieser Dolksschlag prächtige Bauerntypen hervorgebracht. Da wird nicht alles so gemacht, wie man es von Großvater und Ur- grvßvaler überliefert bekam. Der .schwäbische" Bauer ist durch Zeitung, Dorträge und privates Studium bestens orientiert über die neuesten For» schungsergcbnisse der einschlägigen Wissenschaft, er weiß Bescheid übet das Geschehen in der ganzen Welt, nimmt mit kühlem Kops teil an den politischen Kämpfen in Deutschland. Nichts schmerzt ihn mehr als der Parteihader, der Dru- derkamps „draußen im Reich". Seine schlichte Sachlichkeit stellt alle politischen und konfessionellen Disserenzen zurück hinter das elementare Bewußtsein Wir sind in erster Linie Deutsche und als Schicksalsgemeinschast darauf angewiesen, in echter Brüderlichkeit und Hilfsbereitschaft unsere Not zu meistem. Dabei beherrscht er in erstaunlicher Anpassungsfähigkeit an das dortige Völker- gemisch rundum wohnen Serben. Ungarn. Rumänen. Bulgaren. Kroaten, Slowenen, Tschechen, Zigeuner nicht selten 2, 3, 4 Sprachen Aber fehlerlos schreiben kann er in gar vielen Fällen noch nicht drei Sätze Liegt in dieser Tatsache, die mir ein solcher Prachtmensch erschüttert eingesteht, nicht eine tiefernste Mahnung für uns? Muh uns nicht daran gelegen sein, unseren Brüdern und Schwestern im fernen Lande zu Hilfe zu kommen bei dem Bemühen um die Erringung dex.not» wendigen geistigen Güter? Bedarf es eines stärkeren Beweises |ur den geistigen Hunger dieser Menschen als des folgenden? Ein Bauer mit einem Stelzfuß! fährt 100 Kilometer weit mit der Dahn, um den pädagogischen Vorträgen, die ein „Deitschländer" in Detschkerek hält, beizuwohnen! Lediglich deshalb, um rür die Erziehung seines neunjährigen Sohnes klare Richtlinien mit heimzunehmen! Eine Reihe von präzisen, gewichtigen Fragen legt er vor und verlangt eine ebenso präzise Antwort. Und dann Einfache Bauersfrauen kommen zu denselben Veranstaltungen, hören stehend die Vorträge, eine Stunde, zwei Stunden, drei Stunden! Am Vormittag und am Nachmittag! Und zum Elternabend sind sie wieder da. Die angebotenen Stühle lehnen sie dankend ab. „Wir können stehen!" Und wiederum. Als in vorgerückter Stunde die Berichte aus deutscher Heimat, aus deutschem Dorf leben mit Rücksicht auf die Besucher abgebrochen werden sollen, da springen die Gäste aus mit erhobenen Händen: „Weiter! Weiter! Weiter!" Ein alter Graukvpf ist der stürmischste unter ihnen. uff de Gaß" und ihre „guti Viehzucht" rühmt, wenn die Weibsleit no Delgrad gäihn" und wenn die „Bärwel" von ihrem Herzallerlieb- Gemeinschastsabend bei Arbeitsdienftwilligen. * Rodheim a. d. Dieber, 13. Nov. Die Arbeitsdienst willigen von Rodheim hatten für den vergangenen Donnerstag zu einem Gemeinf chaf tsabend in die Turnhalle eingeladen. Nahezu 350 Einwohner hatten der Einladung Folge geleistet. Landes-Oberwege- meifter Schmidt vom Iungdeutschen Orden (Träger der Maßnahme) begrüßte im Auftrage der Arbeitsdienftwilligen die Besucher und brachte feine Freude darüber zum Ausdruck, daß die Einwohner Aodheims dem Freiwilligen Arbeitsdienst fo lebhaftes Interesse entgegenbringen. Im Anschlüsse daran statte der Redner der Gemeindevertretung für das Zustandekommen der Arbeit, den Fuhrwerksbesihern für das kostenlose Anfahren des Steinmaterials und den Arbeitsdienst- willigen selbst, die bereitwilligst ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellten, Dank ab. Der Freiwillige Arbeitsdienst sei heute zu einerNolwendigkeit geworden, und es wäre zu wünschen, daß die seitherigen Bestimmungen insofern eine Erweiterung erfahren, als auch alle über 25 Jahre alten Arbeitsdienftwilligen zugelassen werden könnten und die Beschäftigungsdauer der einzelnen auf mindestens 40 Wochen erhöht wird. Der Freiwillige Arbeitsdienst und seine geistige Betreuung seien dazu angetan, den Gemeinschaftsgeist im deutschen Volke wieder zu beleben, der durch die politische Zersplitterung fast verlorengegangen sei. Der Abend solle im Zeichen des Gemeinschaftsgeistes stehen. Tie Musikkapelle unter der Leitung von Musiklehrer H. Leib (Launsbach) unterhielt mit ausgezeichneter Musik. Die Herren Regie- rungsrt Dr. Dues, Studienrat Klotz und 3u» stiz-Obersekretär Rolle begrüßten die Teilnehmer des Abends. Die Veranstaltung nahm einen allseitig befriedigenden Verlauf._________________ Sprechstunden der Redaktion. 11J0 bis 12 30 Uhr, 16 bl» 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen In einer Sonderschau zeigt das Teppichhaus Otto Täubert, Seltersweg 70, die besten Erzeugnisse her deutschen Teppichinduftrie, den Teszet-Orient-Teppich. 7962V Das vertrauen zur Marke. Einer Glühlampe können Sie es als Laie nicht anjehen, ob sie gut ift Sie haben auch nicht zu Hause die Meßinstrumente, mit denen man feststellen kann, ob die Lichtleistung der Lampe im Vergleich zu ihrem Wattverbrauch so hoch ift, wie es der heutige Stand der Technik möglich macht. Wenn Sie aber Lampen kaufen, die den Markennamen „Osram" tragen, dann haben Sie die Gewißheit, daß diese Lampen dem Höchst. Wie traut es Hingt, wenn man weit, der Heimat doch so heimatlich begrüßt wird. „Gu n Dag!" ..Gu n Morjed!'' ..Gu n Owed!" 952 ten der rlich - ng Dr. — Der »leb ?!c lit fei- l über .cmein g über 'ira-.k- oerten natür- t wci- l'Ich. Dr. Do> , iblich- dcrab- Jahr- ivo!- ichkeit obren und v lene Man»- 'n. — jrliiier jfigr, elfen, well- )e sie ’)oUn- r b o. je es c r s uiten Er- als auch inen >urch An- uch" aus fent* ibrit dem I) A. .'fein- ich- ber xi- g. •i st. n ft s- ch h ten len» ins eib ie *iCy !nd len iür list, 'S V.v SCHUHHAUS' 2°Täb|.^ JÖTdbl r bis zum Fälligkeitstermin beglichen werben; wenn man an meine Dienststelle Meldung macht, bin ich erledigt." „Das lassen Sie nur meine Sorge sein!" beruhigte Axel gönnerhaft den Aufgeregten. „Ich werde mit den Leuten schon fertig werden. Geben Sie mir nur die nötigen Unterlagen und uber- lassen Sie mir die Verhandlungen. Aber eine Bedingung knüpfe ich daran: Sie geben mir schriftlich, daß Sie alle Anordnungen, die Ihre Mutter durch mich trifft, autheißen werden, denn ich sehe schon, daß es hier allerhand zu bereinigen geben wird. Ein Prokurist, der wagt. Ihnen die Zahlung einer so dringend notwendigen Summe mit der Ausrede zu verweigern, er müßte erst das Testament abwarten — ein solcher An- gestellter hat nicht das genügende Interesse für die zukünftigen Besitzer des Bremerwerks, denn daß Ihre Frau Mutter und Sie sowohl wie Hiltrud es sind, ist doch klar. Ihre Mutter erzählte mir schon häufig von der Parteinahme der meisten Angestellten hier für Ihren Stiefbruder. Das scheint mir hier wieder ein solcher Fall zu sein. Ganz gleich, wie die Testamentsvorschriften im einzelnen sein werden; ich halte es für richtig, so schnell wie möglich andere Zustände hier zu schaffen. Ich kenne ja einen solchen Betrieb, ich werde alles tun, um im Sinne meiner hochverehrten Schwiegermutter. Ihrer Mutter, einzugreifen." Hans Egon, dem — wie allen schwachen Menschen — Energie immer imponierte, wagte nicht zu widersprechen. So unterschrieb er denn einen Schein auf dem er sich zugunsten seines Schwagers jeder Einmischung in die Geschäftsführung zu enthalten versprach. Dreizehntes Kapitel. Als Kurt auf dem Bahnhof in der Heimatstadt ankam, sah er Hans Egon neben einem ihm unbekannten Herrn stehen. Auch dieser Unbekannte war in korrektes Schwarz gekleidet und trug am Arm einhü Trauerflor. Etwas abseits von ihnen, in die Ecke des Bahnhofsgebäudes gedrückt, stand Erika. Ihr liebes Gesicht sah Kurt mit einem Ausdruck der zärtlichen Sorge und des Mitfühlens entgegen. Und nefer Blick aus den Augen des heimlich geliebten Mädchens war der erste Trost, den Kurt seit seiner Abreise aus der Universitätsstadt empfand. Aber er vermochte nicht sogleich zu Erika zu gelangen, denn gleich beim Aussteigen empfing ihn Hans Egon. Er schüttelte ihm mit einem schmerzvollen Gesicht die Hand. Er wußte nicht, daß in Kurt ein Gefühl der bitteren Abwehr aufstieg. Jetzt — etzt konnten sie Trauer tragen um den Toten — dem Lebenden waren sie niemals gerecht geworden. ' Wer er kam nicht dazu, diesen bitteren Gedanken weiter nachzuhängen. Der fremde junge Mann, mit dem glatten, schönen Gesicht, trat einen Schritt vor und fragte gedämpft. "Hans Egon, willst du nicht so freundlich sein —** Schon sagte Hans Egon: „Dies, Kurt, ist Hiltruds Verlobter — Baron Axel Ivarsen?" Kurt gab dem jungen Herrn höflich die Hand; er faßte es nicht sogleich, daß Hiltrud verlobt sein sollte. Er hatte nichts von den Ereignissen erfahren, die sich in dem Seebad abgespielt hatten. Axel las das Vichtbegreifen von Kurts blassem Gesicht. „Sie empfinden es vielleicht als taktlos, Herr Bremer'., sagte er glatt und gewandt, „daß Hiltrud und ich in diesen traurigen Stunden mit der Nachricht unserer Verlobung nicht, noch zurückhalten. Auch ich habe es mir lange und reiflich überlegt, ob man unseren Schritt nicht in diesem Augenblick mißverstehen würde Andererseits hielt ich es für meine Pflicht, den beiden Damen ganz und mit allen Kräften zur Seite zu stehen. Wenn ich Hiltrud keiner Mißdeutung aussetzen wollte, blieb mir nichts anderes übrig, als die Verlobung letzt schon belanntzugeben. Ich hoffe, meine Gründe werden Ihnen einleuchten. In diesem Sinne bitte ich auch Sie, mich als Mitglied in Ihre Familie aufzunehmen." Er streckte Kurt nochmals die Hand hin, in die Kurt mechanisch die seine legte. Er vermochte es nicht ein paar freundliche Worte zu sagen, wie es sich gehört hätte. Aber er war so müde — so müde — und diese lange, wohlgesehte Rede hatte m ihm ein Gefühl des peinlichsten Mißtrauens hervorgerufen. Das alles war so glatt, so vorbereitet, der ganze etwas so Glattes, in dem schönen ©efi >es nd d)t 'eit ür h- |t, Hf. 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