Warum Deutschland nicht nach Genf geht Das Fest der Deutschen Kolomlgeseüsthafi Ganz Herriot London Punktes und bezeichnet es daher als unklug, wenn Deutschland lediglich aus solchen Gründen die Viermächtekonferenz zum Scheitern bringen würde. Auch „News C h r o b i c l e" hält die ablehnende Haltung Berlins gegenüber Genf für unklug, muß aber doch zugeben, daß sie schließlich niemanden habe überraschen können, der den Verlauf der Kontroverse verfolgt habe. Der Eindruck in London geht dahin, daß man auf dem toten Punkte angelangt sei. Man ist der Ansicht, daß der nächste Schritt von London gemacht werden müsse, aber verantwortliche Stellen in London erklären, sie wüßten nicht, w a s s i e Vorschlägen sollen. Frankreich habe einen taktischen Vorteil erlangt indem es Großbritannien dazu brachte, Gens als Zusammenkunftsort der Konferenz zuzustimmen, Deutschlands Antwort aber sei ein rasches und unnachgiebiges Nein. Was sagt man in Paris? Deutschland hat an dem Mißerfolg schuld. Paris, 15. Oft. (ERB. Funkspruch. Eigene Meldung.) Die Morgenpresse ist einmütig in der Beurteilung der deutschen Ablehnung der Stadt Genf als Tagungsort der Viererkonferenz. Das Organ Herriots, die „E re R o u v e l l e" schreibt, Deutschland würde eine Konferenz angenommen haben, bei der es von vornherein die Gewähr Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20u/o mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Berantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Or.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil i. D.TH.Kümmel sämtlich in Gießen. Berlin, 14. Oft. (WTB.) Die Deutsche Kolonialgesellschaft beging heute abend die Feier ihres 50jährigen Bestehens durch eine Festsitzung im Reichstag, die durch die Anwesenheit der Spitzen der Reichs- und Staatsbehörden sowie aller namhaften Persönlichkeiten der ehemaligen Kolvnialverwaltung einen besonderen repräsentativen Charakter erhielt. Der Präsident der Deutschen Kolonialgesellschaft Gouverneur Dr. Schnee gedachte in seiner Begrüßungsansprache der Anfänge der kolonialen Bewegung unter Bismarck. Er hob hervor, daß Bismarck unter wesentlicher Einwirkung und Mithilfe der in den beiden Muttervereinen der Deutschen Kolonialgesellschaft tätigen Persönlichkeiten, darunter in erster Linie des Willensstärken Kolonialpioniers Dr. Karl Peters, in wenigen Jahren ein gewaltiges Kolonialreich für das deutsche Volk erworben hatte. Dr. Schnee gab einen Ueberblick über die Schaffung einer geordneten Verwaltung und Rechtspflege und über die kulturelle Arbeit, die in den Kolonien geleistet worden ist. Er erwähnte besonders die großen Leistungen auf dem Gebiete der Seuchenbekämpfung und der Gesundheitspflege in den deutschen Kolonien. Die deutsche Kolonialleitung, so sagte Dr. Schnee, steht ebenbürtig neben der jeden anderen Kolonialvolkes der Erde und doch habe es die feindliche Propaganda fertig» gebracht, gegen Deutschland denVorwurfdes Versagens in der kolonialen Zivilisation zu schleudern. 2m Versailler Diktat sei unter dem Vorwande deutscher kolonialer Unfähigkeit und Unwürdigkeit Deutschland der Verzicht auf seine sämtlichen überseeischen Besitzungen aufgezwungen worden. 3m Kampf um die Wiedergewinnung der widerrechtlich entrissenen Kolonien sei die Deutsche Kolonialgesellschaft Vorkämpferin geworden. Oer Verfaffungsstreii zwischen Preußen und dem Mich. Sozial- und wirWastspolttische Beschlüsse des Aeichskabinetls. Berlin, 14. Ott. (ERB.) Die heutigen Beratungen des Reichskabinetts, die bis in den Abend hinein dauerten, galten in erster Linie wichtigen wirtschaftlichen Fragen. Zunächst hat man sich mit dem Problem des Bankenkom- m i s s a r s beschäftigt und ist dabei zu dem grundsätzlichen Beschluß gekommen, daß seine Befugnisse erweitert werden müssen; die Einzelheiten sollen aber noch geregelt werden. Vorläufig wird Dr. Ern st dieses Amt behalten; da er aber gleichzeitig Staatssekretär und Leiter des preußischen Handelsministeriums ist, ist wohl in absehbarer Zeit mit einem Wechsel zu rechnen. Grundsätzliche Beschlüsse hat das Kabinett über die Erhöhung der sozialen Leistungen in der Arbeitslosenver- O so einfach, wie sich Macdonald und bei ihrem vertraulichen tete-ä-tete in ---- die Sache mit Deutschland gedacht haben, war sie nun doch wieder nicht. Freitag mittag wurde in London eine amtliche Mitteilung herausgegeben, in der es hieß, daß die Viererkonferenz in Genf bereits gesichert sei, weil die italienische Zustimmung schon bedingungslos gegeben sei und weil man mit der Zustimmung Deutschlands glaube rechnen zu dürfen. Die Rechnung war ohne den Wirt gemacht. Die Vermutung im bekannten Stil des englischen Zweckoptimismus war zu früh geäußert worden. Roch liefen die telephonischen Unter» Haltungen mit Berlin. Am Vormittag war von London aus beim Reichsaußenminister v. Reurath angefragt worden, ob die Annahme der Einladung Macdonalds nach London auch für Genf als gültig angesehen werden dürfe. Um postwendende Antwort war gebeten worden. Die Reichsregierung war also vor eine schwerwiegende Entscheidung in kürzester Frist gestellt worden. Es ist manchmal sehr gut, wenn man - sich auf der Stelle entscheiden muh und feine Zeit findet, all die Hemmungen und Bedenken einzuschalten, die bei längerer Ueberlegungsfrist sich immer einzustellen pflegen. Die Antwort ist mit erfreulicher Klarheit gegeben worden: Gens kommt nicht in Frage. Wir hatten die Einladung nach London un» Höhlung der Landesregierung z. B. durch Heber» tragung der vollziehenden Gewalt möglich .Die Reichsgewalt dehne sich aus, die Landesgewalt schrumpfe zusammen, aber immer habe die Landesgewalt nur das Land. Die gegebene Maßnahme in Preußen wäre also gewesen, die staatlichen Machtmittel der Reichswehr und der Polizei in einer Hand zusammenzufassen. Einem nach Art. 48 Abs. 2 bestellten Reichskommissar kann die vollziehende Gewalt übertragen werden. Anordnungen, die nicht der Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, sondern anderen Zwecken dienen, kann er nicht erlassen. Der Reichskommissar kann Instruktionen an die Vertreter Preußens oder eines anderen Landes im Reichsrat nicht erteilen. Wenn es zur Zusammenarbeit zwischen dem Reichskommissar und den sechs Ministern gekommen wäre, hätte diese Zusammenarbeit nichts daran ändern können, daß Instruktionen für den Reichsrat und die Ernennung neuer Bevollmächtigter ' für den Reichsrat rechtlich nur von den Ministern und ihren Stellvertretern ausgehen könnten. Die Minister Preußens können im Reichsrat nur einheitlich die Stimmen des Landes Preußen abgeben. Ministerialdirektor Dr. G o 11 h e i n e r erklärte auf die Frage des Vorsitzenden nach der Dauer der kommissarischen Negierung in Preußen: , Die Reichsregierung wünscht ein möglichst rasches Zu st an bekommen einer handlungsfähigen preußischen Staatsregierung, um gehabt hätte, seine These durchzusehen. Deutschland wolle dagegen nichts von einer Verhandlung wissen, bei der man sich darauf beschränken müsse, die deutschen Forderungen und ihre Tragweite sich etwas genauer anzusehen. — Das radikale „Oeubre“ erklärt, wenn die lobenswerte, aber übertriebene Bemühung Macdonalds um die Aussöhnung mißlang, würden jetzt wenigstens Mac- donald und das englische Volk wissen, wer für diesen Mißerfolg verantwortlich, wäre. — „V o l o n t e“ nennt Deutschlands Weigerung, die Einladung Macdonalds nach Genf anzunehmen, absurd, und gefährlich. — Bezeichnend sind die Ausführungen des Außenpolitikers des „Journal", die beweisen, wie recht die Reichsregierung hatte, Genf abzulehnen, nachdem Herriot London abgelehnt hatte. Das Blatt schreibt: der französische Widerstand gegen den Vorschlag Macdonalds sei auf einen Einwand der Form und auf einen grundsätzlichen Einwand zurückgegangen. Der Einwand der Form sei jetzt beseitigt, da Genf als Konferenzort in Frage komme. Der grundsätzliche Einwand müsse ebenfalls aus dem Wege geräumt werden, weil die Schlacht nicht bezüglich des Grundsatzes der Gleichheit ausgekämpft werde, sondern hinsichtlich des französischen Planes der Sicherheitsgarantien. Nie Rechnung ohne den Wirt Von unserer Berliner Redaktion. Berlin, 15. Oktober 1932. Leipzig, 14. Oft. (WTB.) Vor dem Staatsgerichtshof hob in der Erörterung der Befugnisse des Reichspräsidenten aus Artikel 48 Absatz 2 Professor Carl Schmitt für die Reichsregierung hervor, daß gerade hier dem Ermessen des Reichspräsidenten ganz offenbar ein bedeutender Spielraum gegeben sei. Man dürfe den Gedanken des staatlichen Notstands nicht übersehen. Der Diktator aus Artikel 48 Absatz 2 könne nicht nur die gesamte Exekutivgewalt des Landes ausüben, sondern habe sogar das Recht, eine eigene Diktaturorganisation als Reichsorganisation aufzubauen, der die Länderinstitutionen zur Verfügung stehen müßten. Die im preußischen Fall erfolgte Schaffung eines Ersatzorgans, das die Landesstaatsgewalt aus- übt, fei infolgedessen ein Minimum gegenüber den bestehenden Möglichkeiten, das sich auf das Nötige beschränkt und das Land als solches bestehen läßt. Was die Art des Vorgehens anlange, dürfe man nicht vergessen, daß das Reich außer seinen 100000 Mann Reichswehr feine Exekutiv- gemalt gegenüber einem Lande habe, und da, wie z. B. Reichswehrminister von Schleicher gesagt habe, es der Reichswehr fein Vergnügen machen würde, auf'Me Schutzpolizei zu schießen, sei an dem erfolgten Vorgehen nichts zu bemängeln. Min'steriafdirektor Dr. Brecht war der Ansicht, daß Artikel 48 Absatz 2 ganz bestimmte Grenzen gezogen wären. In Artikel 48 selbst werde vorausgesetzt, daß es eine Landesregierung gibt. Schon hieraus folge, daß eine Landesregierung rechtlich nicht auf Grund von Artikel 48 (Absatz 2 absetzbar ist. Dagegen sei eine Aus.bas Reichskommissariat dann aufheben zu können, Im Preußischen Landtag muß eine Mehrheit sich finden, die die Bildung einer handlungsfähigen Regierung ermöglicht. Der Herr Reichskommissar wird, wie bis'b*, auf diese Regierungsbildung hinwirken. Die einzelnen Maßnahmen nach dieser Richtung hängen von der Entwicklung der politischen Lage, insbesondere nach der Reichstagswahl, ab. Sie lassen sich im einzelnen heute von niemanden klar übersehen." Professor Giese erörtert die beamtenrechtlichen Befugnisse aus Artikel 48 Absatz 2. Die Deamtenpolitik des Reichskommissars sei diktatur- zweckgebunden und müsse ebenso den Verhältnissen angepaßt werden. Glaubwürdig sei ihm mitgeteilt worden, daß kurz nach dem 20. Juli im preußischen Innenministerium ein Mitglied des Reichswehrministeriums erschienen sei mit einer im Reichswehrministerium aufgestellten Liste von Personen, deren Absetzung wünschenswert sei. Die preußischen Minister sind Beamte und können nur unter den rechtlich genau geregelten Formen ihres Amtes enthoben Werdern Unzulässig ist in diesem Sinne nicht nur ihre Amtsentfernung, sondern auch eine Amts» ausübungsbehinderung. Der Reichskommissar dürfe in den Personalstand der Länder nicht eingreifen. Ein solcher Eingriff sei nicht nur unzulässig, sondern auch unnötig, weil nicht das geringste Rechtsbedürfnis dafür bestehe. Professor 5r. 3 a f o bi erwidert: 3n der Monarchie sei der Minister natürlich ein Beamter gewesen. 3n der Demokratie dagegen, in der die Minister nicht gehorsamspflichtig, sondern verantwortlich sind, fallen die Minister nicht unter das Beamtenrecht, sondern stehen i n einem öffentlich-rechtlichenVerhält- n i s. Selbst aber wenn man die Minister als Beamte ansehen wolle, so seien auf sie nicht die allgemeinen beamtenrechtlichen Vorschriften anwendbar, sondern höchstens die Vorschriften für die politischen Beamtem Dr. Brecht wendet sich gegen die Absetzung von mehr als 90 'Beamten durch den Reichskom- miffar, die eine Verletzung der wohlerworbenen Rechte der Beamten darstelle, zumal deren Bezüge dabei vielfach bis auf die Hälfte gekürzt wurden. Es folgte die Aussprache über die für das Verfahren sehr wesentliche Frage der gerichtlichen Rachprüfbarkeit der Maßnahmen, die durch Artikel 48 eingeleitet wurden. Professor Peters für die Zentrumsfraktion ist der Ansicht, daß hinsichtlich des Absatzes 1 des Artikels 48 (Reichsexekution) in gewissem Umfange ein freies Ermessen für den Reichspräsidenten bestehe, daß dagegen bei Absatz 2 (Diktatur zur Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung) die Frage bestehe, ob die öffentliche Ordnung gestört sei. Die Absetzung von Ministern, soweit sie mit der öffentlichen Ordnung nichts zu tun haben (Landwirtschafts-, Handelsminister usw.), sei keine „nötige" Maßnahme für die Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung. 3n solchen Fällen sei die Rachprüfbarkeit durch den Staatsgerichtshof ebenso gegeben wie die Möglichkeit der Aufhebung der entsprechenden Handlungen. Für die Reichsvertretung erklärt Prof. Jacoby daß das Wesen der Diktaturgewalt gekennzeichnet sei durch die Ermessensfreiheit des Reichspräsidenten und daß diese Crmessensfreiheit durch den Gerichtshof nichtnachprüfbar sei. Eine richterliche Rachprüfung des diktatorischen Ermessens sei mit der herrschenden Lehre dann: nicht gegeben, wenn die Einheitlichkeit der Staatsführung auf dem Spiele stehe oder wenn eine Desavouierung der politischen 3nstanz eine Gefahr für das Staatsganze bedeute. eine Ueberspannung des Rechtsgedankens könnte zum Schaden für den Staat werden, und man sollte infolgedessen an der weisen Zurückhaltung der bis^rigen richterlichen Praxis festhalten. Dr. Brecht erklärte, die Verordnung vom 20.3uli müsse in dieser Form aufgehoben werden. Dann könne man sehen, was man aus Artikel 48 sonst machen könne durch Einsetzung eines Kommissars für die Polizei usw. Die Entfernung der SPD.»Minister sei ein politisches Ziel, das aus Artikel 48 zu verfolgen unzulässig sei. Der Reichskairzler habe sich zu Herren seiner Umgebung wiederholt darüber geäußert, daß er mit Rücksicht auf die der RED AP. eröffneten Aussichten Maßnahmen hinsichtlich der preußischen Regierung und Personalien treffen müsse. Hierüber werde, falls notwendig, die Vernehmung des Staatssekretärs Planck und Herrn v. Gleichens beantragt. — Die Verhandlung wurde dann auf Montag vertagt. ter Berufung auf die Schlußerklärung von Lausanne und auf die Zweckbestimmung in der Einladung Macdonalds angenommen. Wenn wir nach Gens gehen würden, so könnte das den Anschein erwecken, als ob wir nicht unerschüttert zu unserem Entschluß stünden, uns in keiner Weise an Genfer Abrüstungsverhandlungen vorder Anerkennung des Grundsatzes der Gleichberechtigung zu beteiligen. Welchen Rainen man dem Kind gibt, darauf kommt es ja gar nicht an. Was für das Bureau der Abrüstungskonferenz und für die weiteren Verhandlungen dieser Konferenz gesagt wurde, das muß auch für eine Genfer Zusammenkunft der Locarnomächte gelten, die das gleiche Thema auf ihre Tagesordnung gesetzt hat. Und darüber war man sich ja, gestützt auch auf die letzten Berichte aus London, in Berlin vollkommen klar, daß Herriot Mac- donald gegenüber bisher in keiner Weise den Willen zu einem materiellen Entgegenkommen bekundet hat. Und in der Downingstreet scheint man sich allzuschnell befriedigt erklärt zu haben, getrieben allein von dem Wunsch, zunächst einmal die Konferenz zu retten. Was in London als eine „Konzession" bezeichnet wird, können wir nicht als eine solche ansehen. Herriot will sich dazu bereit erklären, unter Ausschaltung jeder guantitativen Aufrüstung über eine qualitative Reorganisation der Reichswehr zu sprechen. Solange irgendwelche Derbotstaffeln einseitig gegenüber Deutschland aufgestellt bleiben — wobei Form und 3n- 5alt des Verbotes nicht das Wesentliche sind — kann von Gleichberechtigung nicht die Rede sein. Wir habcn gar nicht die Absicht, auf das französische Riveau aufzurüsten. Dagegen sprechen mit allem Nachdruck finanzielle Rotwendigkeiten, aber auch militärisch-technische Ueberlegungen. Wir wollen heraus aus einem Zustand, in Lern wir vor uns selbst und vor der Weltöffentlichkeit als ei ne Ration zweiterKlasse erscheinen. Wir wollen schließlich auch — das sollte man sich, doch vor allem auch endlich in London und Washington eindringlich zu Gemüte führen — mit der Anerkennung der Gleichberechtigung, mit der Feststellung unserer Wehr- freiheit eine Waffe in die Hände bekommen, die wir im Kampf nicht für die eigene Aufrüstung, sondern für d ie allgemeine — Abrüstung einzusetzen vermögen. Konzeffionen haben bisher nur mir gemacht. Die Reichsregierung hat sich bekanntlich in ihrer Antwort auf die Einladung Macdonalds damit einverstanden erklärt, daß der Teilnehmerkreis über die Locarnomächte hinaus erweitert werde. In Locarno war es so, das zwar nur die Großmächte am Verhandlungstisch saßen, daß aber Polen und die Tscheche! zur Entsendung von Vertretern aufgefordert waren, die sich dann immer höchst störend in die Verhandlungen hineinzuschieben suchten. Eine Konferenz in Genf mit ähnlichem Charakter, die nicht mehr nur eine vertrauliche Aus- fprnd)« der vier Großmachtvertreter wäre, trägt die Gefahr in sich, daß wir ohne Klärung unserer Gleichberechtigungsforderung in die Berührung mit der Abrüstungskonferenz oder etwas Aehnlichem hineinmanövriert werden. Daß das Herriots Absicht war, steht ja außer Frage. An einem andern Ort stehen wir zur Verfügung. Nie Engländer verschnupft. London, 15. Oft. (CNB. Funkspruch.) Ein großer Test der englischen Blätter zeigt für die deutsche Ablehnung Genfs als Konferenzort wesentlich weniger Verständnis als für die Weigerung Frankreichs, auf den ursprünglichen britischen Vorschlag, London als Konferenzort zu wählen, einzugehen. So erblickt zum Beispiel ,T i m e s" in der deutschen Stellungnahme lediglich die Wahrung eines PrestigeDr. Schnee betonte, daß Deutschland an dem deutschen Rechtsanspruch auf Rückgabe seiner Kolonien sesthalte. Dieser Anspruch gründe sich einmal daraus, daß die Wegnahme der Kolonien als solche rechtswidrig ist; denn sie stehe im Widerspruch. M der vereinbarten Friedensgrundlage betf 14 Punkte Wilsons, nach dessen Punkt 5 „eine freie, weitherzige und unbedingt unparteiische" Schlichtung aller kolonialen Ansprüche erfolgen sollte. Der Anspruch gründe sich weiter daraus, daß die von den Alliierten a l s G r u n d für die Wegnahme der Kolonien ausgeführte Behauptung von Deutschlands Versagen in der kolonialen Zivilisation, von seiner Unfähigkeit und Unwürdigkeit als unwahr erwiesen ist. Es handele sich gleichzeitig um eine Lebensnotwendigkeit Deutschlands. Deutschland b e - dürfe Der kolonialen Rohstoff- und Absatzgebiete ebenso wie kolonialer Siedlungsgebiete. Der Ehrenpräsident der Deutschen Kolonialgesell- schaft. Gouverneur a. D. Dr. Seitz, gab einen Uoberblick über die Geschäfte der Deutschen Kolonial- gefellschaft. Reichspräsident o. Hindenburg hat der Gesellschaft folgenden Glückwunsch übermittelt: Der Deutschen Kolonialgesellschaft wünsche ich zur Feier ihres 50jährigen Bestehens, daß ihre selbstlose hingebende Arbeit die erwarteten Früchte bringen möge. Reichskanzler v. Papen schrieb: Mit lebhaftem Anteil verfolgt die Regierung die Bestrebungen der Deutschen Kolonialgesellschaft, auch unter den gegenwärtigen schwierigen Verhältnissen den kolonialen Gedanken im deutschen Volke lebendig zu halten, die Kolonialächtung zu beseitigen und dem deutscken Volke den Weg zu eigener kolonialer Betätigung wieder freizumachen. — Weitere Glückwünsche lagen vor vom Reichsminister des Auswärtigen v. Neurath, Reichswehrminister von Schleicher und vom Reichbankpräsidenten Dr. Luther. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Manats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschliisse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehrn. paftscheSkonto: Frankfurt am Main 11686. General-Anzeiger für Vberhessen Pnitf und Verlag: vrühl'sche Universitäts-Such. un» Stein»ruckerei R. Lange in Sietzen. Schristieitung un» Geschäftsstelle: Schnlstratze 7. Nr. 243 Erster Blatt 182. Jahrgang Samstag, (5. Moder (932 Giehener Anzeiger Aus der Provinzialhauptstadt ge- e l e g t. Maschinen, die in Schauplatz der Katastrophe dos Dorf unbedingt bebte für nur ;um hab und Der Schaden ist ungeheuer groß und Teil durch Versicherung gedeckt, viel Gut ist verbrannt. Oie Winternothilfe rüst! Nächste Woche Kleidersammlung. — Helft alle helfen! Eigene Drahtmeldung des .(Siebener Anzeigers" * BernsHausen bei Schlitz, 15.Ott. ©e- Hern vormittag gegen 11 Uhr ertönte in unserem Dorfe Feueralarm. * in den aufgeslapcllen Stroh- und heuoorräten reichliche Nahrung fanden, von der Scheune aus rasch um sich, sprangen auf das Wohnhaus über, und bald darauf wurden auch weitere Gebäude der umliegen, den Landwirte vom Feuer erfaßt. Die »ttammen schlugen aus den mit Ernteoorräten g e • x V c11 Scheunen hoch zum Himmel empor und ließen fast alle Bemühungen der Feuerwehren, dte aus der ganzen näheren und weiteren Umgebung herbeigeeilt waren, illusorisch erscheinen. Den Flammen war kaum Einhalt zu bieten. Die Motorspritzen der Städte Lauterbach, Schlitz und Fulda waren herbeigerufen und griffen energisch ein. Dle Feuerwehrleute arbeiteten aufopfernd, mußten sich aber doch darauf beschränken, die dem Brand- den Scheunen untergebracht waren, fielen den flammen fast völlig zum Opfer. Bieh konnte ^^m Teil gerettet werden. Kälber, «chweme, Rinder, viele Hühner kamen in den Flammen um. Als gegen Abend des Feuers Gewalt dank des stärksten Einsatzes aller Feuerwehren gebrochen war, bot der Schauplatz der Katastrophe (die der Brand für das Dorf unbedingt bedeutet) das Bild einer wüsten rau- ch end en T r ü mm e r st ä t t e. Die Gehöfte oer Wittve H o h m e i e r und der Landwirte Hch. l l e nd o r f. Valentin Gering, 3ohie Not i st groß! Insbesondere an warmen Kleidungsstücken ist dringlicher Bedarf vorhanden. Darum helfe jedermann, so gut es nur möglich ist! Die Wintemothilfe dankt im voraus allen freundlichen Spendern herzlich. Anmeldungen zum Kartoffelbezug werden von den hilfsbedürftigen Familien noch am Dienstag, 18. Oktober, und Donnerstag, 20. Okto- £fr, jeweils von 9 bis 12 Uhr in der Alten Klinik, Eingang vom Liebigmuseum, parterre, 2. Air links, entgegengenommen. Spenden für die Hilfsbedürftigen. Gelegentlich der 71. Geburtstagsfeier der Altersvereinigung 186 1 — 19 11 wurde auf Anregung des Borsitzenden eine Geldfamm- lung zum Testen der Wintemothilfe vorgenom. men. Ter Ertrag der Sammlung in Höhe von 25 Mark wurde dem Hilfswerk überwiesen und dort mit wohlverdientem Danke verbucht. Ferner hat die Firma Kaisers Kaffee-De schäft der Gießener Wintemothilfe folgende Spenden zu- gewiesen: für den Monat November 50 Pfund Zers, für Dezember 50 Pfund Erbsen und für Januar 50 Pfund Dohnen. Weitere Geld- und Naturalspen- den sind dem Hilfswerk dringend erwünscht und werden jederzeit mit herzlichem Danke entgegengenommen. Gewaltiges Großseim im Schlißerland Sünf Gehöfte in Bernöhausen völlig eingeäschert. Gießen, den 15. Oktober 1932. Emiedankieft. Diele Menschen sehen am Herbst nur das Sterben und Verwelken, nur den Untergang dessen, das schon ist. An diesem Dahinschwinden finden sie einen gewissen Reiz; voller Melancholie sagt einer von ihnen: „Goldenes Entfärben schleicht durch den Hain, auch Vergehen und Sterben deucht mich, süß zu fein." Aber der Herbst ist auch Kraft und Leben, denn er ist die Zeit der Ernte. Wer es ermöglichen kann, sollte jetzt öfters einmal durch unsere Fluren gehen. 3n den Dörfern summt die Dreschmaschine; junge, starke Männer tragen die schweren Kornsäcke nach dem Speicher, lieber ausgefahrene Feldwege knarren und poltern die Karren, auf denen man Rüben i Leerung gefaxt Durch eine besondere Notverordnung soll ein Teil der in der Arbeitslosenversicherung dorgenommenen Kürzungen für öie Monate November bis März gemildert werden. DerWinterzuschlag soll in der 1. bis 6. Lohnklasse für einen verheirateten Arbeitnehmer rund 2 Mark betragen. 2Iuon- statten geht. Die Hausfrauen werden dringlichst um Hilfe gebeten.' Am besten ist es, die Pakete mit den Kleiderspenden schon am Tage vorher zu packen und sie bei dem Trompetensignal möglichst an Die Haustür zu bringen. Wer Den Weg von der Wohnung zur Haustür aus irgendwelchen Gründen nicht zurücklegen kann, möge den Helfern ein Zeichen geben, damit die Spende in der Wohnung abgeholt werden kann. Herd naheliegenden und am stärksten gefährdeten Gebäude zu schützen. Es konnte aber nicht oerhin- dert werden, daß das Seuet auf insgesamt 5 Gehöfte Übergriff. Frch 3brugger (Berlin), Herausgeber des Tua;es „P. G. — Feldgraue in Frankreichs Zuchthäusern" eine Dilderreihe der Reichsvereinigung chem. Kriegsgefangener vorführen, die das Ergebnis einer jahrelangen Sammelarbeit ist und ein umfassendes Bild von dem Erlebnis der Kriegsgefangenen in aller Herren Länder vermittelt. Man beachte die heutige Anzeige. •• Ein Fünfundsiebzigjähriger. 21m morgigen Sonntag kann der ehemalige Regiments - Schneidermeister Valentin Gonder, wohnhaft Kaiserallee 54. in geistiger und körperlicher Frische seinen 75. Geburtstag feiern. ** Handelskammerprüfung für Geschäfts st enographen. Man schreibt uns: Am 20. November findet, wie aus dem heurigen An- zeigenteil zu ersehen ist, die diesjährige Herbst- Prüfung für Geschäftsstenographen seitens der 3n- dustrie- und Handelskammer statt. Es kann allen Geschäftsstenographen und denen, die sich diesen Beruf erwählen wollen, nicht dringlich genug empfohlen werden, sich an dieser Prüfung zu beteiligen. Das mit dem Bestehen der Prüfung erroor- bene Zeugnis bildet einen sehr wesentlichen Vorteil bei der heute so schwierigen Stellungssuche. Die Teilnahme an der seit einiger Zeit eingeführ» ten Vorprüfung in der Geschwindigkeit von 120 ©ilben ist ebenfalls sehr zu empfehlen; sie gibt den Anfängern einen richtigen Maßstab für ihre Leistungen und gleichzeitig ein Gefühl Der Sicherheit für Die später abzulegende Geschäftsstenographen. Prüfung. Die Vorprüfung besteht, ebenso wie die Hauptprüfung, in Der stenographischen Aufnahme eines Diktats von zweimal 5 Minuten, mit einer Unterbrechung von einer Minute, und der sofortigen Ucbertragung in Kurrentschrift. Die zulässig« Uebertragungszeit beträgt bei handschriftlicher Uebertragung 96 Minuten, bei der Ucbertragung mit der Maschine 64 Minuten. Wer die Vorprü- fung bestanden hat, erhält kein eigentliches Zeugnis, sondern lediglich eine Bescheinigung Es sei jedoch ausdrücklich bemerkt, daß die Vorprüfung nicht Vorbedingung für die Hauptprüfung ist. ** D i e Vogtschen Handelsschulen Gießen und Herborn weisen im heutigen Anzeigenteil darauf hin, daß am 17. Oktober neue Hnterrichtslehrgänge beginnen. Die Schüler werden in allen wissenschaftlichen und technischen Fächern für die kaufmännische Praxis und ähnliche Berufe gründlich vorbereitet. Gerade in der heutigen Zeit ist eine intensive Ausbildung in allen Handelsfächern die Voraussetzung, um sich im Leben mit Erfolg Durchzusetzen; Denn nur die gut vor- und DurchgebilDeten junge Leute können heute ihre Stellung halten, oder neue Anstellung bekommen. 3nteressenten leien auf Die heutige Anzeige aufmerksam gemacht. Ausstellung von Handarbeiten. Die Kammgarnspinnerei Schachenmahr veranstaltet am Samstag, 15. Oktober, und am Sonntag. 16. Oktober, im „Katholischen Dereinshaus' eine Ausstellung von Handarbeiten. Dazu schreibt man uns: Gegen 200 von Hand gearbeitete Modelle erregen bei der Damenwelt allgemeine Bewunderung. Die Sachen sind aus der mottensicheren „Schachenmahr Romotta-Wolle" hergestcllt, und zwar teils gestrickt, teils gehäkelt, zum Teil auch mit Dem „Schachenmayr-Handwebeapparat" gewoben. Pullover, Westen, Kissen, Deck-n, Schals unD viele andere Dinge sind zu sehen. Die Ausstellung Dauert bis Sonntag 19 Hhr. Man beachte die heutige Anzeige. Oaö Ermittlungsverfahren gegen Klepper eröffnet. Berlin, 15. Oft. (CRD.) Der Generalstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft I in Berlin hat gestern nachmittag gegen Den f r ü- h e r en preußischen Finanzmini st er D r. Klepper, Der, wie gemeldet, im Unter- fuchungsausschuß der Korruption während feiner Tätigkeit als Leiter Der Preuhenkasse be- ischuldigt wurde, das Ermittlungsverfahren eröffnet und die beschleunigte Prüfung der Akten angeordnet. Die Bearbeitung ist dem Oberstaatsanwalt L a u tz übertragen worden. Sine Erklärung der „Germania". Berlin, 14. Oft. (CRD.) Die „Germania" gibt folgende Erklärung: 3n den Berichten über Die gestrige Sitzung des sogenannten Klepper- Untersuchungsausschusses wird von einigen Zeitungen behauptet, daß auch die „Germania" von der Preußenkasse Kredite empfangen bzw. in der Form einer D e t e i 1 i g u n g von ihr finanzielle Unterstützung erfahren habe. Diese Behauptungen, für Die der im Ausschuß erstattete Bericht über die Kreditgeschäfte der Preuhenkasse nicht denge- ringften Anhaltspunkt bietet, sind in jeher Beziehung völlig unzutreffend. Die „Ger- mania"-AG. hat zu Der Preuhenkasse weder D i r e f t noch indirekt zu irgend einem Zeitpunkt in finanziellen Beziehungen gestanden. Sin Däne provisorischer Völker- vundskommiffar für Danzig. G e n f, 15. Oft. (WIB. Funkspruch.) Der Völker- bunbsral Hal heule vormittag Den Vertreter der Abteilung für internationale verwattungsfragen im Völkerbundssekretariat, den Dänen Helmer Rosting als provisorischen Völkerbundskommissar in Danzig bis zum 1. Dezember d. 3. ernannt. und Kartoffeln nach Hause bringt. Das Kornfeld, der Obstbaum, des Rebgelände find tausendmal von Dichtern verklärt worden, die Kartoffel aber hat außer dem alten Matthias Claudius noch keiner besungen, und der hat das in seiner mitunter etwas hausbackenen und schnurrigen Art getan: „Schon rötlich die Kartoffeln und weiß wie Alabaster und firvD für Mann und Weid und Kind ein rechtes Magenpflaster." Mancher sieht es als selbstverständlich an, daß die Erde uns Die nötige Nahrung spendet. Wer sich in der Geschichte nur ein wenig umgesehen hat, weiß jedoch, daß das keineswegs selbstverständlich ist. Alte Chroniken melden immer wieder von Fahren, in denen durch Maifrost, Hagclschlag, Regenguß, lieber- schwemmung, allzu große Hitze Die Ernte vernichtet worDen ist. Und wir Die wir Durch Den verhängnisvollsten aller Kriege hindurchgegangen sind, wissen, wie Durch kriegerische Ereignisse Hungersnot entstehen kann. 3n Museen hat man schon früher unter Glas und Rahmen Brot gesehen, Das im Regenjahre 1816 gebacken wurde, auch Ostseekorn, Das Die preußische Regierung in jenem 3ahre nach Dem notleidenden Westen hatte bringen lassen. 3m 3ahre 1817 hat man zur Erinnerung an diese harte Zeit eine Denkmünze geprägt. Diese zeigt auf der einen Seite eine Mutter mit zwei hungernden Kindern und die Hmfchrift: „O gib mir Brot, mich hungert sehrl" Auf der anderen Seite ist eine Waage zu sehen, die eine Schale mit einem Gewichtsstein zeigt, darunter steht geschrieben: „1 Pfund 3 Lot." Auf der anderen Schale liegt ein Laib Brot, hier lautet die 3nschrift: „12 Kreuzer." 3n den letzten 3ahrzehnten hat die Abteilung unserer Museen, Die man „Hungersnot" überschreiben kann, neuen Zuwachs bekommen. Man sieht jetzt dort die Brotration, die im 3ahre 1917 jedem Deutschen wöchentlich zukam, und dann aus dem 3ahre 1923 kleine Semmeln, die mit 3 Milliarden Mark zu bezahlen waren. Der Einsichtsvolle weih, daß es nicht an Den Menschen liegt, wenn sie das tägliche Brot haben, sondern an Dem Walten des allgütigen Gottes, dessen Schöpferkraft sich immerfort kundgibt und der in jedem 3ahre neues Leben in der Natur hervorbringt. Auf Der erwähnten alten Denkmünze ist auch ein Anker abgebilDet, Der in einer ©etreiDegarbe haftet und die Hnterschrift trägt: „Verzaget nicht, Gott lebet noch." Dieses Wort hat immer wieder Bedeutung. Gott hat uns in diesem 3ahre unsere Nahrung wachsen lassen, er bat erfüllt, was in einem alten Kirchengebete zu lefen ist: „Vor Pestilenz und teurer Zeit, vor Krieg und Blutvergießen, vor Hagel und Hn- getoitter, vor Feuer- und Wassersnot, behüt uns, lieber Herre Gott!" und „Du wollest Dem CanDe seine Frucht geben und bewahren, das Werk unserer Hände bei und fördern". Der Mensch, der es gelernt hat, Gott für seine Wohltaten au danken und der das Gute mit zufriedenem Sinn hinnimmt, sieht mit Zuversicht auch in die Zukunft. Am morgigen Erntedankfest dieses 3ahres soll uns die Hoffnung beleben, daß Die schwerste Zeit Der Deutschen Not hinter uns liegt, Dafj es mit Der Arbeitsbeschaffung nun vorwärts gebt unD daß auf dem fruchtbaren deutschen Boden wieder Menschen wohnen, die in Einigkeit des Geistes zusammen stehen, um das Deutsche Schicksal in glücklicher Weise zu meistem. H. B. iHornütwcii. . — Tageskalender für Samstag: Ge> fellschaftsoerein, 20 Uhr, Bunter Abend. — GDA. 20.30 Uhr, Monatsversammlung, „Hess. Hof" —' Verein heimattreuer Oberschlesier, 20.15 Uhr, im „Auerhahn", Mitgliederversammlung — Kurzschrift- Verein von 1861, 20.30 Uhr, Cafö Ebel, Vereins- abend. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Ein bißchen Liebe für dich! — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: ^nbeas Hofer" und „Der Tag Der Vergeltung". — Wiesecker Lichtspiele, 20.30 Uhr, „Ben Hur". ^,"7 TageskalenDer für Sonntag: Stadttheater, 18.30 bis 21.30 Hhr, „Dattecich"- 22 bis 0 Hhr, Nachtkabarett.. — Ober hessischer Kun st verein, Turmhaus am Brandplah, 11 bis 13 Hhr, Ausstellung. — Lichtspielhaus, Dahnhof- ftrabe, 11 Hhr, „Die Drei Kreise", Tänze von Ange Dach; ab 15 Hhr, „Ein bißchen Liebe für dich". — VDA., Liebigshöhe, 15.30 Hhr, VDA - Nachmittag. — Philosophenwald, 16 Hhr, Militärkonzert. — Gießener Schwimmverein, 15 Hhr, Städt. Dolksbad, Klub-Kampf mit Schwimmklub Poseidon (Koblenz). - DHV, 10 Hhr, Cafö Leib, Kreistag. — Wiesecker Lichtspiele, 16 unD 20.30 Hhr, .Den Hur". ~ 21 us Dem Stadttheaterbureau toirb uns geschrieben: Morgen, Sonntag, 1. Abend i des Zyklus he-sischer Dramatiker mit einer Auf- i fubrung des „Tatterich", hessische Lokalposse von I ®rnft Vlias Riebergall. Spielleitung Heinrich i Hub, der auch Die Rolle Des Datterich spielt, j Diese Aufführung ist nur einmalig und geht i nicht durchs Abonnement. Ermäßigte Preise, Gut- ! scheine haben Gültigkeit. Spieldauer von 18.30 : Aus aller Welt. Der erste Schnee im Schwarzwald. Der plötzliche Temperatursturz in Süd- haben — am Donnerstag wurden noch 15 Grad ffiarmc gemessen — brachte nach anhaltenden Regenfallen dem Hochschwarzwald in der letzten Nacht den ersten Schnee. Bis auf 1000 Meter berab liegt eine geschlossene leichte Neuschneedecke. Bei ansteigendem Barometer ist mit einer Der- scharfung des Frostes zu rechnen. Furchtbare Bluttat eines Amokläufers. — Lin Toter, vier Schwerverletzte. Eine furchtbare Bluttat ereignete sich dieser -tage in Letmathe bei Dortmund. Ein gewisser Karl Sommer aus Genna geriet mit seinem Vater in Der Nahe der Polizeiwache in Letmathe in Streit, Der jedoch von der Polizei bald geschlichtet werden konnte. Auf dem Nachhausewege muß Dann aber oer streit wieder ausgebrochen sein, denn Sommer stach ptotzllch feinen 23a t c r mit einem i Den drei Töchtern eines der betroffenen Landwirte ist dir Aussteuer völlig verlorengegangen. -Zahlreiche Gebäude waren stundenlang schwer gefährdet. Gegen Einbruch der Dunkelheit konnte ein Teil der Feuerwehren wieder abrücken. Am Drand- plah muhten starke Brandwachen zurückgelassen werden, denn das Feuer drohte immer wieder aufzuflackern. Die Hauptgefahr ist zur Stunde zwar gebannt, jedoch bedarf es noch aller Aufmerksamkeit, um zu verhindern, daß der Brand erneut ausbricht. Nicht zuletzt dürfte die katastrophale Ausdehnung des Feuers darauf zurückzuführen sein, dah der starke Wind die flammen immer wieder wellertrug und dadurch die Gefahr wesentlich erhöhte. Wenn auch der hauptsächlichste Schaden durch Bersicherung gedeckt sein dürfte, so wird es doch der Zusammenfassung aller Kräfte und aller Hilfsbereitschaft bedürfen, um das. was das Feuer vernichtete, wieder herzustellen. Die Staatsanwaltschaft Giehen und Beamte der Landeskriminalpolizeistelle Giehen begaben sich heute morgen an die Brandstelle, um nach der Ursache des Brandes zu forschen. Schwere Berkehrsunfä le. WSN. K ö n i g st e i n. 14. Oft. Einem von Höchst kommenden schwerbeladenen Last- k r a f t w a g e n brach auf der steilen Königsteiner Strahe oberhalb Neuenhain das Differentialgetriebe. Der Lastwagen geriet rückwärts in abschüssige Fahrt und der Lenker suchte durch Einbiegen in den Graben Halt. Dabei geriet ein mitfahrenderMann aus Oberems im Taunus, der sich durch Abspringen retten wollte, unter das stürzende Lastauto. Aach schwerer Arbeit konnte er mit völlig abgequetschtem Llnterschen- k e l unter dem Wagen hervorgezogen werden. Der Verunglückte wurde ins Hörster Krankenhaus übersührt. Der Wagenführer und ein anderer Mitfahrer kamen unverletzt davon. • WSN. N ie r st e i n, 14. Oft. Hier wurde in der Nähe des Rheinhotels ein Motorradfahrer von jungen Leuten angehalten und gebeten, sie aus dem Motorrad mitzuneh.nen. 3n diesem Augenblick passierte ein Lastauto mit Anhänger in Richtung Mainz die Stelle so dicht auf der rechten Seite, dah der 21jährige Kaufmann Ernst Ebel aus Aierstein von dem Anhänger ersaht, überfahren und sofort getötet wurde. Der Motorradfahrer wurde mit seiner Maschine an die älfermauer gedrückt und dabei ebenfalls erheblich verletzt. Das Lastauto fuhr weiter, doch konnte die Aummer durch einen nachfahrenden Motorradfahrer sestgestellt werden. Die Straßenbahnlinie Gießen-Wieselk. Die Erweiterung des Grehener Strahenbahn- netzes nach Wieseck ist jetzt soweit voran- geiommen, dah in etwa zwei Wochen der Strahen- bahnverkehr auf der verlängerten Strecke bis zur Giehener Grenze vor Wieseck beginnen kann. Damit wird ein neuer Abschnitt in den Beziehungen zwischen Giehen und Wieseck seinen Anfang nehmen. Zwar wird dann das Ziel einer langjährigen kommunalpolitischen Arbeit, den wirt- schädlichen Interessen der beiden Gemeinden durch die Strahenbahnverbindung noch besser als bisher zu dienen, zu einem wichtigen Teile erreicht sein. Leider kann man aber noch immer nicht das Schluhstück, die Hineinführung der Strahenbahn in den Ort Wieseck und damit eine gute Fahrverbindung' aus der Ortsmitte heraus nach Giehen, verzeichnen. Im „Giehener Anzeiger" Ar. 222 vom 21. September haben wir der Gemeinde Wieseck den Rat gegeben, sich ungesäumt mit der Giehener Stadtverwaltung in Verbindung zu sehen und die Hereinführung der Strahenbahn etwa bis zur Mitte von Wieseck vorzuschlagen. In jenem Artikel w esen wir darauf hin, dah zur Erreichung dieses Zieles voraussichtlich kein allzu grohes Opfer der Gemeinde erforderlich sei, vielmehr die Lleber- nahme einer gewissen Zinsgarantie bei der Finanzierung des Anschlusses nach Wieseck hinein durch die Stadt Giehen genügen dürfte. Unsere Anregung fand in einer Zuschrift aus Wieseck, die wir in Ar. 227 vom 27. September veröffentlichten, ein zustimmendes Echo; der Einsender betonte dabei insbesondere, der G e - meindevorstand von Wieseck dürfe die jetzt sich bietende Gelegenheit nich.t unbeachtet vorübergehen las- s e n. Während man in Giehen unzweifelhaft nicht abgeneigt ist, der Gemeinde Wieseck entgegenzu- lommen, muh man bei den maßgebenden Kreisen W.esecks jede Initiative zur Schaffung dieser günstigen Fahrtverbindung aus dem Orte heraus nach Giehen vermissen. Es ist daher kein Wunder, wenn man in Giehen nachgerade den Eindruck bekommt, dah man in Wieseck sich absichtlich spröde zeigt in der Meinung, dadurch vielleicht eine noch günstigere Regelung erzwingen zu können. Wir glauben, dah man sich in Wieseck bei einer solchen Beurteilung der Lage ebenso imIrrtum befindet, wie dies hinsichtlich der Postomnibusverbindung zwischen Wieseck und Giehen der Fall ist. Man hört nämlich in manchen Wiesecker Kreisen die Meinung laut werden, die Reichspost werde ihren Omnibusbetrieb von Alten- Buseck her trotz der Strahenbahn beibehalten, der Omnibus werde künftig durch die Lichtenauer Strahe an der Karlsruhe vorbeifahren und auf dieser Strecke der Wiesecker Einwohnerschaft eine Fahrgelegenheit nach Giehen bieten. Einer solchen Regelung steht der Vertrag zwischen der Reichspost und der Stadt Giehen st r i k t e entgegen. In diesem Vertrag hat sich die Oberpostdirektion Darmstadt unzweideutig verpflichtet, den Omnibusbetrieb zwischen Giehen und Wieseck e i n z u st e l l e n, sobald auf dieser Strecke eine städtische elektrische Strahen- bahn in Betrieb genommen wird. Ferner ist vertraglich fest gelegt, dah die Reichspost auch keinerlei Parallelverkehr neben einer elektrischen Strahenbahn zwischen Giehen und Wieseck, auch nicht zur Beförderung von Fahrgästen von und nach Allen- Duseck, aufrechterhalten wird. Aach diesen Vertragsbestimmungen, von denen die Stadt Giehen nach unserer Kenntnis der Ansicht maßgebender Kreise nichts Preisgeben wird, kommt also künftig keinerlei Kraftomnib usverkehr zwischen Gießen und Wieseck mehr in Betracht, die Autobusse von und nach Alten- Buseck werden vielmehr zwischen Alten-Buseck und Wieseck ohne Aufenthalt durchfahren. Sollte für den Lokalverkehr zwischen Alten- Buseck und Wieseck in diesem Orte eine Ein- unv Aussteigmöglichkeit für den Verkehr von und nach Alten-Buseck in Betracht kommen, so wird diese Einrichtung keinesfalls für die Omnibusbenutzung zwischen Wieseck und Gießen vorhanden sein. Die Sachlage wird, wenn Wieseck die jetzige günstige Gelegenheit der Schaffung der Straßen- bahn-Linie nach Wieseck hinein versäumt, für die Folge so sein, daß die Wiesecker Bevölkerung unmittelbar aus ihrem Orte heraus keine Fahrverbindung nach Gießen zur Verfügung haben wird, sondern den Weg bis zur westlichen Ortsgrenze zurücklegen muß, um erst hier die Straßenbahnwagen besteigen zu können. Wir vermögen uns nicht vorzustellen, dah die Wiesecker Einwohnerschaft einen solchen Zustand auf die Dauer erträglich finden könnte. Wenn man in Wieseck bei der jetzigen Strahenbahn-Erweiterung Weitschauende Verkehrspolitik zur Richtschnur seines Handelns machen wird, so kann man sich nur nach der Richtung hin entschlichen, dah man ungesäumt an die Stadt Giehen mit dem Ersuchen fcrantritt, die Straßenbahnlinie im Verlaufe der gegenwärtigen Arbeiten auch in Wieseck selbst Herzust eilen. Wird aus einer falschen Beurteilung der Lage, oder aus einer gewissen Eigenbrödelei heraus die jetzige gute Gelegenheit versäumt, so dürfte man zu einem späteren Zeitpunkt unter Um- ständen d i e Vorteile, die in der ausgedehnten Nutzbarmachung des gegenwärtigen Arbeitsvorganges liegen, wohl nicht mehr genießen können. Die Wiesecker Einwohnerschaft wird gut tun, wenn sie nicht einer falschen Einstellung folgt, sondern sofort darauf hinwirkt, daß jetzt unter allen Llmständenganze Arbeit gemacht wird. * Im Zusammenhang mit der Erweiterung der Straßenbahnlinie nach Wieseck stehen auch Wünsche undHoffnungen des Giehener Bahnhof st rahenviertels. Der Verein der Anwohner der Bahnhofstraße, Marktstraße, Neustadt usw. hat vor einigen Tagen, wie wir in unserer Nummer 237 vom 8. Oktober mitteilten, eine Eingabe an die Stadtverwaltung gerichtet, in der die Forderung erhoben wird, die elektrische Straßenbahn in Zukunft auch wieder durch die Marktstraße und Bahnhofstraße fahren zu lassen. Insbesondere wird in der mit 133 Untcrfcßriften versehenen Eingabe das Verlangen vorgebracht, von der Inbetriebnahme der erweiterten Wiesecker Linie ab die Marktstraße und Bahnhofstraße wieder zu befahren. Wir haben in unserer Nummer 237 bereits zum Ausdruck gebracht, daß wir den Standpunkt der Dahnhofstrahei als berechtigt anerkennen, und wir möchten heute noch einmal der Stadtverwaltung dringend nahelegen, den Wunsch der Bahnhof- st ratzen - Anlieger zu erfüllen. Es ist nicht zu leugnen, dah die Marktstrahe, Bahnhof- SJL-tfpoit Spielveremigung 1900 Giehen. Die verbandsspielfreie Ligareservemannschaff der Spielvereinigung trägt am Sonntagvormittag zu Hause ein Gesellschaftsspiel gegen den Wetzlarer Dorstädter Sportverein „Sportfreunde" aus. In der Hauptsache rekrutiert sich die 1. Elf der Wetzlarer aus Spielern des ehemaligen Wetzlarer Dallspielklub. Die Mannschaft ßinterließ bei ihrem Auftreten hier gegen VfB. sportlich und spielerisch einen recht guten Eindruck. Die Hiesigen dürfen die Begegnung nicht auf die leichte Schulter nehmen. Der Ausgang ist offen. Die 4. Mannschaft der Spielvereinigung trägt ein weiteres Derbandsspiel aus. Diesmal empfängt sie vormittags auf dem Sportplatz an der Liebigs höhe Dutenhofens 2. Elf und sollte dabei endlich zu ihrem ersten Sieg in dieser Saison kommen, da die Vertretung durch Neueinstellungen wesentlich verstärkt erscheint. Jugendspiele. Am kommenden Sonntag treten fünf Mannschaften zu Pflichtspielen an und zwar: 1 9 00 AI gegen L ich AI. Auf Grund der in den letzten Spielen gezeigten Leistungen kann man die Blau- weißen wohl als Sieger erwarten. — 1 9 0 0 All gegen Steinberg AI. Wenn die Mannschaft komplett antritt und den nötigen Ehrgeiz aufbringt, sollte sie das Treffen gegen den noch nicht so spielerfahrenen Gegner gewinnen können. — 1 9 0 0 B — Klein-Linden B. Zwei wohl gleichstarke Mannschaften, die bisher mit wechselndem Erfolg gegeneinander kämpften. Der Gast etwas stärker und eifriger, der Plahverein technisch etwas besser. — 19 00 C 1 — CollarC. Die Lollarer Schüler dürften zur Zeit Wohl die stärkste Mannschaft in ihrer Gruppe fein, so daß die Dlauwcißen vor einer schweren Aufgabe stehen, wenn sie Sieg und Punkte in Gießen behalten wollen. — 1900 C2 — VfB. CI. Lokalderby der Kleinsten vor dem Ligaspiel auf dem VfD.- Platz. Sicher werden beide Mannschaften mitnach- §uatmendem Eifer und Ehrgeiz um den Sieg kämpfen. Die Dlauweißen haben aber wenig Chancen. Spielveremigung 1926 Leihgestern. Am morgigen Sonntag empfängt die zweite Mannschaft der Spielvereinigung Leihgestern die erste Mannschaft des Sportvereins Hochweisel zum Derbandsspiel. Die Gäste aus der Wetterau sind in ihren Leistungen hier weniger bekannt, außerdem stellt das Spiel die erste Begegnung zwischen den beiden Mannschaften dar. Immerhin wird die zweite Mannschaft alles aufbieten müssen, wenn sie sich ihren ersten Tabellenplatz weiterhin sichern will. Die Iugendmannschaft empfängt zum Pflichtspiel die zweite Iugend des DfD. Gießen. Wenn die heimische Mannschaft nicht komplett antritt, hat sie wenig Aussichten auf Sieg. Die erste Mannschaft muh zum fälligen Derbandsspiel zur I. des VfR. Butzbach. Die Gastgeber stellen auf ihrem eigenen Platz einen sehr gefährlichen Gegner dar. Nach dem Ergebnis des letzten Spieles zu urteilen, wird es der Mannschaft aus Leihgestern schwer fallen, sich die wertvollen Punkte zu sichern. Sporiabieilung des Turnvereins Lollar In Lollar findet am morgigen Sonntag das Lokaltreffen Lollar I. gegen Daubringen I. statt. Auf dieses Treffen ist man allgemein gespannt, da sich beide Mannschaften schon des öfteren sehr gute Spiele geliefert haben. Das letzte Treffen endete Unentschieden. Wer nun den Sieger stellen wird, ist im voraus nicht zu sagen. Beide Mannschaften werden ihr Bestes geben. Schwimmsport-Weitkampf Gießen-Koblenz. Am morgigen Sonntag treffen sich der Koblenze r Schw imm k l ub „Poseid on" und der Giehener Schwimmverein im hiesigen Volksbad. Seit Herbst 1930 waren die Koblenzer den Gießenern noch einen Rückkampf schuldig, der seither aus verschiedenen Gründen noch nicht zur Durchführung gebracht werden konnte. Während sich vor zwei Iahren die Gießener in Koblenz als die durchaus Besseren erwiesen, muß man nach einer so langen Zeit den Ausgang des Kampfes offen lassen. Die Gegner werden sicher alles daransetzen, um die damals erlittene Niederlage wieder auszugleichen. Aber auch die Gießener haben eifrig für den Kampf trainiert So werden sich in allen Lagen, die in diesem Kampfe nur in Form von Staffeln aus- getragen werden, harte und spannende Kämpfe entwickeln. Das Programm enthalt die gleichen Wettkämpfe wie seinerzeit in Koblenz, wo es den Deranstaltern nur gelang, die 3X100-m-Frei- stilstaffel und das Wasserballspiel zu getoinnen, während die Giehener die Lagenstaffel, die Brust- staffeln und die große Freistilstaffel für sich entscheiden konnten. Gleichzeitig mit diesem Klubkampf gelangt morgen ein Staffelwettkampf der Marburger Damen mit den Giehener Damen zum Austrag, über dessen Ausgang infolge Derschiebun- gen der Kräfte auf beiden Seiten wenig gesagt werden kann. Umrahmt werden die Klubkämpfe durch Schauspringen, Reigenschwimmen und Rettungsvorführungen. ffraße und die angrenzenden Straßen feit der Stillegung der dortigen Straßenbahnlinie mancherlei Nachteile zu verzeichnen haben, die ohne schwerste wirtschaftliche Schädigunngen auf die Dauer nicht bestehen bleiben können. Die Gelegenheit zur Besserung der Lage ist gegeben, sobald bi eerioeiter te Straßenbahn von Wieseck her den Verkehr aufnimmt. Mit Recht knüpft man im Bahnhofstraßenviertel an diese Straßenbahnerweiterung die Hoffnung einer gewissen wirtschaftlichen Belebung. Vom Standpunkt der Straßenbahn-Betriebsführung aus erscheint uns die Wiederherstellung des früheren Derkehrszustandes im Bahnhofstraßen- oiertel ebenfalls geboten. Der Umsteigeverkehr auf dem Marktplatz wird nach der Eröffnung der erweiterten Linie voraussichtlich so stark werden, daß daraus mancherlei Schwierigkeiten und unerwünschte Vorgänge entstehen können, wenn die Verbindung zwischen Marktplatz und Wieseck nur Pendelvetrieb bleiben und vom Marktplatz zum Bahnhof die gesamte Frequenz sich auf wenige Wagen konzentrieren soll. Es erscheint uns vielmehr richtig, nach der Eröffnung der Wiesecker Linie den Verkehr von der V o l k s h a l l e her im Zuge der geraden Gleis- sührung über den Marktplatz durch die Bahnhofstraße zu leiten und den Straßenbahnbetrieb zwischen Wieseck und Bahnhof, ebenfalls im Zuge der geraden Linie, durch den Selters- w e g gehen zu lassen. Für diese Regelung spricht auch die Erwägung daß nach dem Bahnhof zu von Wieseck her zweifellos ein st ä r t e r e r Direkt- verkehr einsetzen wird, als aus der Richtung Volkshalle, da bekanntlich in Wieseck eine große Anzahl Eisenbahner und auswärts beschäftigte Arbeiter ihren Wohnsitz haben. Eine derartige Verkehrsregelung zum Nutzen der beiden Geschäftsstraßen (Seltersweg und Bahnhofstraße) entspricht aber auch dem elementaren Erfordernis einer ausgleichenden wirtschaftlichen Gerechtigkeit, die unter dem Drucke der schlimmsten Not vielleicht für eine gewisse Zeitspanne suspendiert werden konnte, auf die Dauer aber nicht unbeachtet bleiben kann, noch dazu nach der Inbetriebnahme der Straßenbahnerweiterung nach Wieseck. Die maßgebenden städtischen Verwaltungsstellen sollten daher nicht zögern, bei der Betriebsdeputation des Stadtrats eine Neuregelung des Straßenbahnbetriebs unter voller Berückfichti- guna der Forderung des Bahnhofsstraßenviertels in Vorschlag zu bringen. Grünberger Gallusmarkt am 9. und 10. November. '+' Grünberg, 15. DEL Die Bemühungen der vom Gemeinderat zur hessischen Regierung entsandten Kommission, das Verbot des Gallus- marftes für den 16. Oktober rückgängig zu machen, sind leider erfolglos geblieben. Die Regierung hat das Verbot aufrechterhalten, jedoch hat sie gestattet, den Gallus markt drei Wochen später, am 9. und 10. November, abzuhalten, wenn keine neuen Fälle von spinaler Kinderlähmung eintreten. Eine Kommission aus dem Kreise der hiesigen Geschäftsleute wurde ferner beim Kreisgesundheitsamt in Gießen vorstellig und bat, die Kreisgesundheitsbehörde möchte von Amts wegen den übertriebenen Gerüchten über die Erkrankungsfälle in Grünberg entgegentreten, da hierdurch bas Geschäftsleben in unserer Stadt stark zu leiden hat. Der Kommission wurde vom Kreisgesundheitsamt die Erfüllung ihres Wunsches zugesagt. Beide Kommissionen berichteten gestern abend in einer Sitzung der Marktkommission. Im Anschluß an die Berichte wurde beschlossen, an der Abhaltung des Gallusmarktes am 9. und 10. November festzuhalten. Ferner soll auch die geplante Verlosung stattfinden. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen Für unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefugtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. «UT ßru$^@) Jetzt: Beutel 35 Pf., Dose 4U q. 75 Pf. Zu haben in Apotheken, Drogerien und wo Plakate sichtbar. 7298V la.Mastenten und Suppen - Hübner , JürSchlager [.Ranges „Jedermanns-Artikel", für Dersand-' gesch. geeign., gef. gesch^intell. Personen gesucht (auch Promnzorte). Tauersache. Zeitgemätz. Verblüffend zugkräftig. Berus gleich. Versandem- richt, roird gestellt. 180 Mk. Betrrebs- mitt. nötig. Ernste Bewerb, (unaus- sührliche keine Antwort) an M. Fehlt, Massenartik. (gegr. 1919), Breslaul3s Selbständiger, jüngerer, lediger Eisendreher für die verschiedensten kleineren Dreherund Schleiferarbeiten nach Kontroll- und Lebr-Smtem wird als Vorarbeiter gef. Ausführliche schriftliche Angebote mit Zeugnissen unt. 7307D an den Gietz. Anz. Meiei in guter Lage, an solo. Fachmann zu vermieten. Näh. d. 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Heute früh 1.30 Uhr entschlief sanft und ruhig unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater Herr Adam 8A Lahre ziem den, io kö ob der Ar den sei; t ist eine gr eingetreten und Arbe größer ge> Ende ! 14597 15165 Derb deutsch' im (chub 11 gegenüber ml! * „ohine °e Loluincn । jjt einget M der aut «Jg eingeluhuer abge!'u"ke" Das Ar Dencht ub i-hen Wnaisö' Die M finf ioe i t nur auf „d ivilligen Ai auf das Bei' das den Un dene Delei Aus den richtsmoi 1830 des senfürsor 3587 des onerkanl empfa richts'.eit moimts. 1751 Pe, n 7267 a Jed gerr Mu Ve V'o l"o Ai: _ Gi Kr. 2<3 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag, (5. Oktober 1932 84 Millionen Ausfuhrüberschuß. Der deutsche Außenhandel im September. Berlin, 15.Oktober. (WTB. Funkfpruch.) Die deutsche Außenhandelsbilanz schließt im September mit einem Ausfuhrüberschuß in Höhe von 84 Millionen R M., gegenüber 97 Millionen RM. im August. Die Einfuhr ist gegenüber dem Vormonat um 29 Millionen RM. quf 360 Millionen gestiegen. Diese Zunahme bedeutet sowohl dem Wert, als auch dem Volumen nach eine Mehreinfuhr um 8 i v. H. Die eingcsührten Rohstoffe, auf hie 20 Millionen RM. -der Mehreinfuhr entfallen, weisen zum Teil eine bedeutende Steigerung ihrer Durchschnittswerte auf, während das durchschnittliche Preisniveau der eingeführten Lebensmittel und Fertigwaren weiter abgesun-ken ist. Die Ausfuhr hat gegenüber dem Vormonat eine Zunahmeum 16 Millionen R M. auf 444 Millionen RM. erfahren. Dem Volumen nach ist sie um 74 d. $)., dem Werte nach jedoch nur um 34 v. H. gestiegen. Es macht sich jetzt die Preiskrise, die bis jetzt während der Krisen- und Depressionsmonate im Sinne einer E n t - l a st u n g der Handelsbilanz wirkte, in der Richtung einer preismäßigen Belastung der Handelsbilanz nachfolgend bemerkbar. Da damit zu rechnen ist, daß die hauptsächlich die Ausfuhr ausmachenden Fertigwaren im Preise zunächst noch weiter sinken, während die zum größten Teil die Einfuhr bildenden Rohstoffe schon steigen, wird das deutsche Außenhandelsergebnis der nächsten Zeit von diesen Preiseinflüssen wesentlich mit abhängen. Zefferimg der ArbeilsmaMage in Oberhessen. Das Arbeitsamt Gießen teilt in seinem Bericht über die Entwicklung des oberhessischen A r l> e i t s m a r k t e s im Verlaufe des Monats September folgendes mit: Die Arbeitsmarktlage hat im Monat September eine weitere Besserung erfahren, die nicht nur auf die Arbeitsaufnahme in Auhcnberufen, auf die Förderung von Notstandsarbeiten und freiwilligen Arbeitsdienst, sondern auch auf das Arbeitsbeschaffungsprogramm der Reichsregierung zurückzuführen ist, das den Unternehmern ermöglicht, über die vorhandene Belegschaft weitere Arbeitskräfte e i n z u ft e l l e n. Betrachtet man die im letzten 2ahre ziemlich hochbleibende Zahl der Arbeitsuchenden, so könnte man den Eindruck bekommen, als ob der Arbeitsmarkt unbeweglich, ja starr, geworden sei; dies ist nun nicht der Fall. Tatsächlich ist eine größere Fluktuation auf dem Arbeitsmarkt eingetreten, der Wechsel von kurzfristiger Arbeit und Arbeitslosigkeit ist im letzten Jahre immer größer geworden. Ende September standen dem Arbeitsmarkt 14 597 Personen zur Verfügung, gegenüber 15165 des Vormonats und 11 028 des Vorjahres. Aus den Mitteln der Reichsanstalt mürben im Le- richtsmonat 1665 Personen unterstützt, gegenüber 1830 des Vormonats und 4844 des Vorjahres. Krisenfürsorge erhielten 2871 Personen, gegenüber 3587 des Vormonats und 3956 des Vorjahres. An anerkannten Wohlfahrtsunter st ützungs- empfängern zählten wir am Ende der Berichtszeit 3069 Personen, gegenüber 2571 des Vormonats. Mit N 0 t st a n d s a r b e i t e n wurden 1751 Personen, gegenüber 647 des Vormonats beschäftigt. Im freiwilligen Arbeitsdienst arbeiteten 4190 Arbeitsdienstwillige. Im Berichtszeitraum konnten wir 486 Personen in Arbeit vermitteln, gegenüber 543 des Vormonats. Belebung im Tabakgewerbe. Der Beschäftigungsgrad im Tabakgewerbe ist als gut zu bezeichnen. Die Besserung der Lage ist nicht, wie vielleicht angenommen wird, auf den Weihnachtsbedarf zurückzuführen, denn die hierfür erteilten Aufträge sind bereits in den Monaten Juni, Juli, August erledigt worden, sondern auf die Belebung des Arbeitsmarktes, die durch das Arbeitsbeschaffungsprogramm der Reichsregierung heroorgerufen wurde. Wir konnten die Feststellung machen, daß in unserem Bezirk im vergangenen IHonat ca. 300 Tabakarbeiter und Arbeiterinnen wieder in Arbeit kommen konnten. Auch in den übrigen Berufen dieser Berufsgruppe sind die Beschäftigungsmöglichkeiten verhältnismäßig gut. In den letzten drei Tagen wurden wieder 141 Leute eingestellt. Im Verlaufe der letzten drei Tage sind zur Arbeitsleistung im Rahmen des Arbeitsbeschaffungsprogramms der Reichsbahn von der Reichsbahnverwaltung in Oberhessen weitere 75 Arbeiter eingestellt worden. Bei.Stra- ß e n b a u a r b e i te n in Oberhessen fanden . während der letzten drei Tage wieder 41 Leute Beschäftigung, in verschiedenen Stein- bruch betrieben kamen 25 Mann wieder in Arbeit. Insgesamt haben also weitere 14 1 Leute neue Arbeits - und Verdien st Möglichkeit bekommen. Berlin freundlich. Berlin, 15.Oktober. (WTB. Funkspruch.) Die freundlichere Tendenz vermochte sich an der Effektenbörse auch zum Wochenschluß zu behaupten, nachdem vormittags im Hinblick aus die noch ziemlich undurchsichtige außenpolitische Lage eine gewisse Unsicherheit vorherrschend gewesen war. In Spezialwerten war das Geschäft für einen Samstag sogar recht lebhaft. Die provisorische Regelung, die sich bei den Devisenoerhandlungen zwischen Italien und Deutschland hat erzielen lassen, sowie die mit 84 nach 97 Mill. RM. noch über Er- 'warten große Aktivität der Außenhandelsbilanz für den Monat September waren anregende Momente. Die Ansangsnotierungen lagen vielfach bis zu 1 0. H. für einige Montane, JG.-Farben und Kunstseideaktien sogar bis zu 2 v. H. höher. Für die erstgenannte Marktgruppe stimulierte die Meldung über den Abschluß der deutschen Kokskonvention; außerdem sprach man von einem günstigeren Zusammenlegungsverhältnis beim Stahlverein. Für die letztgenannten Werte rief die Nachricht über steigenden Absatz in Viscose-Kunstseidegarnen Interesse hervor. Durch schwächere Haltung fielen heute einige Zell- stoffwerte, sowie Gummiaktien auf. Besonders Aschaffenburger Zellstoff lagen mit minus 1,75 v. H. stärker gedrückt. Eine Sonderbewegung nach oben hatten EW. Schlesien, die 2,75 v. H. gewannen. Im Verlaufe trafen größere Kaufaufträge aus dem Reiche ein, so daß sich bei lebhafterem Geschäft weitere Befserun- gen bis zu etwa 1 v.H. ergaben. Besonders fest waren Kali Aschersleben, Oberkoks, Deutsche Erdöl und Dessauer Gas. Später ließ das Geschäft allerdings wieder etwas nach, so daß sich auf dem erhöhten Niveau leichte Schwankungen ergaben. Deutsche Anleihen waren im allgemeinen nur knapp gehalten. Altbesitz verloren sogar 0,50 v. H. Reichsschuldbuchforderungen lagen weiter lebhaft und fest. Das Geschäft in kurzfristigen Anlage- werten hat etwas nachgelassen, während langfristige Renten anscheinend erwas mehr Beachtung finden. Ausländer lagen bei geringfügigen Veränderungen sehr ruhig. Lissabonner Stadtanleihe gewannen 40 Pfennig. Am Geldmarkt machte sich der heutige Medio natürlich etwas stärker bemerkbar. Der Tagesgeldsatz zog an der unteren Grenze auf 4,50 bzw. 4,38 v. H. an. Monatsgeld blieb unverändert 5 bis 7 v. H. Auch heute waren Prioatdiskonten, wie schon in den letzten Tagen, überwiegend angeboten, das Herauskammende Material dürfte aber doch glatt aufgenommen werden. Frankfurt befestigt. Frankfurt a. M., 15. Okt. (WTB. Drcchtmel- dung.) Die Wochenschluhbörse setzte im Anschluß an den gestrigen Abendbörsenverkehr ihre Befesti- I g u n g fort. Stimulierend wirkten» neben der Er- v Ijolung der Neuyorker Börse auch kleine Orders der Kundschaft und einige Deckungsneigung der Spe- I kulation. Einer lebhafteren Geschäftsentwicklung stand die Absage Deutschlands an der Genfer Abrüstungskonferenz hemmend im Wege. Im allgemeinen waren Kursbesserungen von 0,5 bis 1 v. H. zu verzeichnen. Stärker befestigt waren am Kunstseidemarkt Aku mit plus 2,25 v. H., wobei die Nachricht über besseren Geschäftsgang anregte. Etwas lebhafter war die Umsatztätigkeit am Mon- tanmarkt, vor allem für Stahlvereinsaktien, die 0,65 0. H. höher notierten und im freien Verkehr 1 v. H. höher gehandelt wurden. Phönix und Buderus lagen bis zu 1,5 v. H. freundlicher. Am Elektromarkt dominierten Schuckert mit einem Gewinn von 1,40 v.H., aüch AEG., Lahmeyer und Siemens kamen bis zu 1 v. H. fester zur Notiz. IG. zogen zunächst um 0,5 0. H. und später um weitere 0,75 v. H. an. Don Nebenwerten lagen Contilinoleum Zürich mit plus 2,25 v. H. recht fest, ferner zogen Daimler und Schifffahrtswerte bis zu 0,65 v. H. an. Zellstoff Waldhof blieben zu 44,90 0. H. gut gehalten. Am Rentenmarkt war Altbefitz auf Abgaben matt und etwa 1 0. H. niedriger. Späte Reichsschuldbuchforderungen waren wieder gesucht und mit 66,65 0. H. etwa 0,40 v. H. fester. Von Jndustrieobliga- tionen gewannen Stahlvereins-Bonds 0,5 und Reichs- bahnvorzugsaktien 0,25 v. H. Gold- und Liguida- tionspfanbbriefe sowie Kommunalobligationen lagen bei ruhigem Geschäft unverändert. Von Auslandrenten waren Russen-Prioritäten im freien Markt etwas belebter. Da weitere Kundenordersausblieben bröckelten die Kurse im Verlaufe überwiegend ab, zum Teil noch unter das Anfangsniveau, so IG. und Aku. Montanwerke blieben relativ gut gehalten. Reichsschuldbuchforderungen konnten ihren Anfangsgewinn nicht halten. Das Geschäft schrumpfte auf allen Marktgebieten stark zusammen. Tagesgeld war zu 3,5 v. H. unverändert und leicht. * * 2 V2 Proz. Kartoffelmehlverwendungszwang für Weizen- und Roggenmehl. Mit Rücksicht auf die gute Kartoffelernte hat der Reichsernährungsminister den Hundertsatz des ab 16. Oktober 1932 für ein Llahr zu Verwendendenden Kartoffelstärkemehls auf 2,5 v. H. der in den Betrieben verwendeten Mahlerzeugnisse des Weizens und Roggens festgesetzt. Die Strafvorschriften für Zuwiderhandlungen gegen die Verordnung sind verschärft worden. (Schluß des redaktionellen Teils.) Immer blitzsaubere Aluminiumköpfet Scharf wirkende Mittel vermeiden, weil sie die schöne glatte Oberfläche zerstören. Man sollte immer nur erprobte milde Reinigungsmittel wie Persil, iMi oder Ata nehmen. Hochglanzpolierte Geschirre reibt man mit einem weichen, trockenen Tuch ab. Von Zeit zu Zeit putzt man sie mit einem guten Metallputzmittel. f)at sich Kesselstein angesetzt, bann gibt man dem kochenden Wasser auf 1 Liter 1 Eßlöffel iMi zu und läßt das Wasser noch einige Zeit kochen. Dann ist der Kesselstein aufgeweicht und gelöst und kann ohne Stoßen und Kratzen entfernt werden. 6906A 1 Bon Sie hüte ieio nioloieosier Alle Photoarbeiten und Vergrößerungen werden in meinen neuzeitlich eingerichteten Dunkelkammern und Vergrößerungsräumen durch hierfür geschulte Kräfte gewissenhaft fertiggestellt — Bitte machen Sie einen Versuch und bringen Sie Ihre Photoarbeiten in das Alice-Schulverein. 88900 Anmeldungen zu den Kursen in NeAslM, Sticken u. Scüneiöern u. zu der Haushaltungsschule werden jederzeit entgegengenommen. Beratungsstunden. Dienst, von 7—10 Uhr, Freit, v. 3—6Uhr. Alles nähere Steinstr. 10. 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Nachdruck verboten I Es kam nicht in Frage, daß er, Fritz Lohgarten, um dieses Reichtums willen die Tochter heiratete. Aber der alte Herr wollte ihn so gern zum Schwiegersohn und hatte ihm das unumwunden gesagt. „Wozu sich etwas vormachen. Leber Lohgarten? Einmal müssen Sie doch auch heiraten. Sie werden doch nicht immer einsam bleiben wollen? Lind ich würde mich freuen, wenn Sie mit meinem Geld Ihre alte Firma wieder zu neuem Glanze brächten." „Oluf dem Geld meines Schwiegervaters richte ich mich nicht auf", hatte er trotzig gesagt. Da hatte der alte Herr gelacht, so herzlich und erfrischend, dah er schließlich mit in dieses Lachen einstimmen mutzte. „Der Gedanke macht Ihnen Ehre, aber wenn ich nun doch einmal mein Geld hier hineinstecken will und — hm! — meine Tochter — hm..." Das war sehr deutlich gewesen, und Fritz Lohgarten wußte, datz es jetzt nur an ihm lag, ob und wann er sich mit dem reichsten Mädel der Umgebung verloben würde. Und er hatte ernstlich daran gedacht. Ilse war ein hübsches blondes Mädchen, fast ein bißchen zu gesund. Sie würde ihm hübsche, gesunde Kinder schenken, und das war doch schließlich der Wunsch eines jeden Mannes, zu wissen, für wen er arbeitete. Der Gedanke an eine Che mit Ilse Wiedener hatte immer festere Form angenommen. Er ging auch bei ihnen ans und ein. Sehr viel war man in diesen letzten Wochen zusammen gewesen. Und wenn er es sich recht überlegte, dann hatte Ilse Wiedener jetzt beinahe schon ein Recht, zu verlangen, datz er sie zu feiner Gattin machte. Er war viel zu viel mit ihr zusammen gesehen worden, als daß er sich jetzt noch hätte zurückziehen können. Wollte er denn das? Gewiß nicht! Er hatte sich doch an den Gedanken, Ilse als seine Frau zu sehen, schon gewöhnt. Und sie war doch wirklich ein lieber, netter, lustiger Kerl, der einen schon die Grillen vertreiben konnte. Aber er liebte sie nicht! Rein! Er wußte nur, datz er wahrscheinlich mit ihr sehr gut auskommen würde, und datz sie sich vielleicht auch noch ein bitzchen nach seinem Wilsen würde modeln und formen lassen, trotzdem sie sonst gewitz eine sehr selbstbewutzte junge Dame war. Aber aus verschiedenen kleinen Anzeichen wutzte er, daß sie sich von ihm lenken lassen würde, ohne dah da allzuviel Worte darum gemacht werden mutzten. Und das allein schon hätte ihn bestimmt, Ilse als seine zukünftige Frau zu sehen. Heute kam ihm plötzlich ein verrückter Gedanke: W shalb hatte er es denn soweit kommen lassen, datz Ilse Wiedener und ihr Vater glauben durften, er trage sich mit ernsthaften Heiratsabsichten? Wenn er sich weiterhin ganz allein auf sich verlassen und dieses schöne Menschenkind an sein Herz genommen hätte? Diese schöne kleine Traute? Fritz Lohgartens Faust sauste auf die Schreibtischplatte nieder. Erschrocken zuckte Traute empor. Er entschuldigte sich, aber sein Blick brannte in dem ihren. „Entschuldigen Sie, manchmal ist man eben doch einen Augenblick lang nicht Herr seiner selbst." Sie arbeitete wieder, aber ihre Hand zitterte leicht, und sie mutzte heute sogar einiges an ihrer Arbeit ausbessern, ehe sie sie dem Ehef abliefern konnte. Fritz Lohgarten aber schalt sich verrückt. Wie konnte er, der reife Mann, solche Gedanken hegen? Traute, die ein Kind ihm gegenüber war! Aber an diesem Morgen sah der Chef der Lohgarten-Werke noch einige Male sinnend zu Traute hinüber. Irgendein Kaufmann oder Beamter, der die kleine, schone Traute küssen würde? Merkwürdig, welche Wut er auf diesen Unbekannten in sich spürte? Und was würde beim auch in Kürze geschehen? Traute würde kommen und den Vormund um die Einwilligung zu ihrer Heirat mit Herrn Soundso bitten. Das würde sehr einfach und mit wenigen Worten abgemacht sein. Fritz Lohgarten ging gegen elf älhr plötzlich zu einem Rundgang in die Fabrik hinüber. Er hielt es nicht mehr aus, Traute im Laboratorium gegenüberzusihen. Und gerade heute hatte er noch einmal die neuen Farbstoffe vornehmen wollen. Aber es war ihm unmöglich. Und drüben ging er dann mit Bolscher durch die Säle. Einmal blieben sie miteinander an einem der groben, breiten Fenster stehen. Drunten im Hof wurden Ballen aufgeladen. Ein großer, schlanker Mensch bewältigte spielend die größten Lasten. „Wer ist das?" fragte Lohgarten. „Das ist der Rudolf (Stier, Herr Lohgarten. Er möchte sich gern um die Traute bewerben, aber sie will ihn nicht." „Ja, da kann man nichts machen. Die junge Dame wird sich eben den zukünftigen Gatten selbst wählen wollen", sagte Lohgarten leichthin. Und er täuschte den alten Mann so darüber, wie es in Wirklichkeit in ihm aussah. Und Bolscher dachte: Er ist ganz ruhig, und meine Angst war umsonst. Wie konnte ich aber auch auf solch verrückte Gedanken kommen? — „Ra. Bolscher, ich denke, datz wir so Anfang Januar den gesamten Betrieb von früher wieder aufnehmen können. Es wird sich einiges ändern." Bolscher lächelte ein bitzchen verlegen. Er wutzte nun nicht, ob er eine kleine Bemerkung auf die Ehegedanken des Chefs machen sollte, oder ob sich das nicht gehörte. Schlietzlich schwieg er aber doch, denn er war schon alt und wutzte, datz Schweigen in jedem Falle immer das Klügste war. Aber diese kleine Bemerkung des Chefs zielte doch auf seine baldige Hochzeit mit der einzigen Tochter des schwerreichen Wiedener. Das war doch klar, datz dann sofort die Lohgarten-Werke wieder im alten Glanz erstanden, wenn erst Wiedenersches Geld hineingesteckt werden konnte. Und der alte Werkmeister Bolscher war nun ganz und gar heruhigt. Siebentes Kapitel. Die ganze Stadt sprach von dem Skandal im Hause Heinz Altendvrfs. Die beiden Damen wagten sich kaum noch auf die Straße, weil sie neugierige Fragen, mitleidige oder schadenfrohe Blicke fürchteten. Zudem war Hilma ernstlich erkrankt. Es war keine Krankheit, die aufs Krankenlager warf, es war eines dieser schleichenden Leiden, die sicher und langsam den Tod herbeiführen. Hilma litt unsagbar unter der Trennung von ihrem Wanne. Das heißt, die Trennung war so gut wie nicht da, denn Altendorf wohnte noch mit in der schönen alten Villa am Pfeilsring, und vorläufig machte er auch durchaus keine Anstalten, woanders hin überzusiedeln. Er ah außerhalb, verreiste wohl auch ab und zu einige Tage, und er kam den beiden Damen nicht zu Gesicht. Hilma stand aber stundenlang am Fenster und w:r ete, b.s er kam. Dann z tterte sie am ganzen Körper und konnte sich kaum noch auf den Fühen halten, so sehr erregte sie sein Anblick. Tenn sie liebte ihn noch immer. Vielleicht liebte sie ihn sogar mehr denn je. Aber ihr Stolz war endlich erwacht. Sie durfte sich ihm nicht immer wieder anbicten. Eines Morgens, Hilma sah allein im Wohnzimmer, klopfte es kurz, und gleich darauf trat ihr Gatte ins Zimmer. Schön, elegant, liebenswürdig, ganz der Herzensbrecher, der er immer gewesen. Er hielt prachtvolle dunkle Rosen in der Hand und übergab sie Hilma mit den Worten: „Guten Morgen, mein Schatz. Ich denke, nun ist's genug mit der Komödie. Ich möchte mich mit dir aussöhnen, Hilma." Fassungslos blickte sie ihn an. Ihr armes, zertretenes Herz wand sich. Was sollte sie tun? Da brannten seine Lippen auf den ihren. „Hilma, Iah doch die Leute reden und nimm mich, wie ich bin. Schlietzlich waren doch auch sehr viele nette Stunden in unserer Ehe — nicht wahr?" Er setzte sich dicht neben sie und legte den Arm um sie. Lind Hilma fand kein Wort. Sie fühlte, wie sie diesem Manne gegenüber machtlos wurde, immer machtloser. Ein triumphierendes Lächeln stand um den Mund Altendorfs. Das hatte er ja gewußt. Jetzt gehen? Jetzt, wo fein bester Freund die Situation genützt und ihn arm gemacht hatte? Situation? Rein! Den Haß, den grenzenlosen Hatz, den Heinz Altendorf und seine Mutter gegen die Lohgartens fühlten, den hatte der falsche Freund genützt und hatte alles durchgebracht. Lind nun sollte er, Heinz, mittellos in die Welt hinaus? Riemals! Er blieb! Jetzt war er einmal so schön mit drinnen im Sch oh der Lohggrtenschen Familie, und nun wollte er auch mit darin bleiben. Lind das, was man in der Stadt und in der Gesellschaft redete, das wußte natürlich auch Heinz Altendorf. Fritz Lohgarten würde die reiche Ilse Wiedener heiraten! Tort also suchte der ideale Fritz Loh- garten nun doch noch seine letzte Rettung, um wieder reich zu werden, weil seine anderen Bemühungen stets im Keime erstickt worden waren. Ja, ja, mit Geld konnte man alles! Mit Geld konnte man einem Menschen alles zunichte machen, denn für Geld verrieten die meisten Menschen, was sie nie verraten durften. Jetzt galt es, sich auf dem Platz zu behaupten, den man erst nur durch Lieberwindung eingenommen, denn er hatte ja Hilma nie geliebt. Sie war ihm manchmal geradezu widerwärtig gewesen mit ihrem Liebesgegirre. Doch jetzt? Jetzt war es gut, daß sie ihn liebte: beim jetzt war ja gerade ihre Liebe die Waffe, die er gegen die Lohgartens besah, nachdem er sein eigenes Vermögen durch die Schlechtigkeit und Falschheit seines Freundes Eugen Mittelbach verloren Jetzt sollte Hilma diejenige fein, die wieder Geld ins Haus trug. Sie muhte eben zu irgendwelchen Zwecken größere Summen von ihrem Stiefbruder verlangen, sobald er im Besitz des Wiedenerschen Geldes war. — Wie weit man dann noch für Zersetzung sorgen konnte, war heute noch nicht vorauszusehen. Die gute Mama hatte nicht damit gerechnet, dah ihr einziger, geliebter, vergötterter Sohn Heinz dabei mitocrarmen könnte, als er ihren Willen erfüllte und Fritz Lohgarten ruinierte. Run muhte man eben weiter sehen. Lind das Leben war ja so schön. Wunderschön war es. Lind wunderschön war es, daß man da ein Mittelchen besah, das einem immer wieder auf die Deine half, wenn einmal die allerdings etwas sehr mitgenommenen Rerven und Kräfte revoltierten. Das Morphium! Der Freund und Retter! Heinz Altendorf rih sich gewaltsam aus seinen Gedanken. Seine schöne, gepflegte Hand strich über Hilmas Haar. „Wir werden uns wieder vertragen, Hilma. Möchtest du mit mir ausfahren? Ich rufe dann bei Peters an, damit er einen guten Wagen und einen zuverlässigen Chauffeur schickt." „Ich möchte heute noch hierbleiben. Aber morgen, morgen gern“, sagte Hilma leise. In diesem Augenblick trat Frau Lohgarten herein. Entsetzt blickte sie auf das Bild, das sich ihr bot. Hilma in den Armen ihres Gatten! Sie hatten sich also ausgesöhnt! Der Augenblick, den sie so sehr gefürchtet, war also doch gekommen. Daß Altendorf den Versuch machen würde, hatte sie immer gefürchtet, aber sie hatte ihrer Tochter doch mehr Charakter zugetraut. Wie konnte sie Altendorf verzeihen, daß er sie mih- handelt und mißachtet, dem Gespött der Menschen preisgegeben hatte? „Hilma, möchtest du mir nicht erklären?" fragte sie außer sich. Heinz Altendorf erhob sich lächelnd, Hilma mit sich emporziehend. „Gestatte, liebste Mama, dah ich dir erkläre. Wir haben uns versöhnt. Der Gedanke einer Trennung war ilnfinn, und nun siehst du eben zwei glückliche Leutchen." Spöttisch ruhte der Blick seiner dunklen Augen in den ihren. Frau Lohgarten blickte auf ihre Tochter, und als die wie selbstverständlich an der Seite Altendorfs verblieb, verlieh sie wortlos das Zimmer. Drüben telephonierte sie sofort an ihren Stiefsohn. Er war selbst am Apparat. Roch ganz aufgeregt berichtete sie ihm die Tatsache, daß Hilma sich mit Altendorf aus- gesöhnt habe und dah nun der ganze Trennungs- fkandal umsonst gewesen sei. Run gingen die Aufregungen von neuem los, sie fühle es. Denn niemals meine Altendorf diese Versöhnung aufrichtig. Lind sie fragte ihn, was nun zu geschehen habe? „Richts, liebe Mama. Wir sind machtlos. Ich aber schlage dir vor, wegzugehen. Ich will gern für dich ein gemütliches Heim schaffen, damit du Ruhe hast. Zu mir kann ich dich allerdings nicht bitten, weil ich — weil sich hier auch einiges ändern wird." (Fortsetzung folgt.) HerKönigdarSuperhetempfänger ä Radio ROLAND 5 .KÖNIG dar EMPFÄNGER* Das ist der Superhet, den Sie sich wünschen - ein Wunderwerk, grandios in Leistung und Wiedergabe I SEIET SUPERHET TYP ROLANDE Erhältlich in den Fachgeschäften. GENERALVERTRETUNG. 6908 D Hch. Fricke, Frankfurt a.M., Kronprinzenstr. 55,1., Tel. 33181. !!!IV!!!!!!!!!!!!!!!!!!!I!!!!!!!!!!!!!!!!!!!I!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!R!!!!!!!!!!!!!!!!!!!I!!!!!!!!!!!!!!!! Holländische Blumenzwiebeln Hyazinthen, Tulpen, Narzissen, Crocus, Scilla, Schneeglöckchen, span. Iris usw in nur Qualitätsware äußerst preiswert Samenhaus Heinr.Hahn Bahnhofstraße Ecke Wolkengasse Telephon 3403 — Herbst-Preisliste zu Diensten! 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Oktober Vogt“1“ Privat-Handelsschulen Gießen Herborn Direktion: Gießen —Goethestraße32 ___________________7292 A m. 243 Zweites Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag, 15. Oktober 1952 mit innerer Güte. Ihr Vorzug ist lediglich ihre Festigkeit, ihre zähe Schale und ihre Saftarmut, die verhindert, daß der amerikanische Apsel beim Transport faule Stellen bekommt. P i r m a s e n s in der Pfalz ist die Hochburg der deutschen Schuhmacherei. Wir haben immer noch eine Einfuhr ausländischer Schuhe von rund 1 Million Paar im Jahr. Dabei ist die Hälfte der deutschen Schuhfabrikarbeiter arbeitslos. Die ausländische Massenware ist nicht einmal billiger als der gleichwertige deutsche Schuh. Wir haben in Deutschland erstklassige Rohstoffe und die bestausgebildeten Facharbeiter. Rhein- und Mosellande und das deutsche Saargebiet nicht zu vergessen: Trinkt deutschen Wein aus allen deutschen Weinbaugebieten! Er ist immer gut. preiswert und bekömmlich. Frankfurt a. M.: Deutschland hat die höchst entwickeltste chemische Industrie der Welt. Daher steigt auch von Jahr zu Jahr in Deutschland und im Auslande die Achtung vor den deutschen Seifen und Parfümerien. „Zum guten Ton" gehört heute der Gebrauch deutscher Parfums und Seifen. Ausländische Kosmetiken machen zwar in unserer Gesamteinfuhr keinen hohen Posten aus, — aber es kommt auf das Beispiel an. Gerade die Gesellschaftsklassen, die noch für ihre Körperpflege kaufen können, was gut und teuer ist, müssen durch die Tat beweisen, daß sie deutsche Erzeugnisse allen anderen vorziehen. Rur einen kurzen Streifzug haben wir mit diesem Führer durch die deutschen Erzeugungs- aebiete unternommen; der Inhalt der kleinen, lesens- und beherzigenswerten Schrift ist damit nicht erschöpft. Sie gibt nicht nur den Frauen, sondern allen Verbrauchern ein gutes Bild der deutschen Wirtschaftsnote und zeigt einen Weg zur Hilfe. Kaust deutsche Ware! Ein Streifzug durch die deutschen Erzeugungsgebiete. Der „Volkswirtschaftliche Aufklärungsdienst", E. V., Berlin SW 11, bringt in der Reihe seiner Schriften jetzt ein Heft 4 heraus, in dem Dr. Sigurd Paulsen unter dem Motto „Denk deutsch — kauf deu tsch", einen Reisebericht über die deutschen Erzeugungs- gebiete erstattet, in dem er jeweils Reisende in Gesprächen sich über die deutschen Waren und die Rotwendigkeit, sie der Auslandware vor- zuziehen, unterhalten läßt. Die leichte Form dieser Gespräche macht die trockene volkswirtschaftliche Materie schmackhaft und bringt sie dem Verständnis näher. Run wollen wir einmal die Hausftauen von Ost nach West und von Süd n^ich Rord aus dieser Reise mitnehmen und wenigstens über die Waren etwas hören lassen, die sie in erster Linie angehen und von ihnen gekauft werden. In der Lausitz erfahren wir über die Kartoffel, daß die Lausitzer Bauern schon in der zweiten Iunihälfte „Reue Kartoffeln" denen anbieten, die sich nicht mehr mit der vorjährigen Ernte begnügen wollen — die Einfuhr der Reuen oder der „Malta" ist also für die deutsche Hausfrau entbehrlich. Am Magdeburg herum wächst die Z u ck e r- rübe. Hier erfahren wir: Der Zuckerverbrauch ist in Deutschland immer noch erheblich geringer als in manchen anderen Ländern, z. B. in den Vereinigten Staaten. Die Hausfrau möge vor allem bedenken, daß Zucker leicht verdaulich und daher ein schneller wirkendes Kräftigungsmittel ist, als schwerverdauliche Fett- und Eiweihstoffe. Bei anstrengender Arbeit, auf Wanderungen und beim Sport erhöht er die Ausdauer. Das mag der Grund sein, warum sein Verbrauch beim sportliebenden amerikanischen Volk so hoch ist. Wir könnten vor allen Dingen in Deutschland unseren Winterbedarf an Obst durch eingemachte Früchte zum größeren Teile decken als bisher. Der deutsche Zucker soll dem deutschen Obst zum Verbrauch im eigenen Lande helfen. In Sachsen besuchen wir die deutsche Tex- til-Industrie. Zuerst, liebe Hausfrau, erfahren wir, daß mehr als 4,5 Millionen Mark jährlich für ausländische Handarbeitsgarne gezahlt werden. Das deutsche Handarbeitsgarn ist aber durchaus hochwertig. — „And dann noch etwas: Warum sprechen wir eigentlich immer noch von Georgette oder Erepe Marocain usw. Die deutsche Hausfrau wird lernen müssen, daß gerade die schönsten und duftigsten Gewebe aus Kunstseide sind." „Aber wenn von der Bekleidungsindustrie die Rede ist, müssen Sie sich doch vor allen Dingen an die Männer wenden. Wieviele tragen wohl einen Anzug aus englischem T u ch." — „Es gibt keinen Grund, weshalb man in England besseres Tuch sollte herstellen können als in Deutschland. Etwa deswegen, weil England sich für seine Tuchfabriken die besseren Wollen sichert? Davon kann praktisch nicht die Rede sein. Die Londoner Wollauktionen sind zugänglich für jedermann. Der deutsche Einkäufer steht hier neben dem englischen und bietet auf die gleichen Wollpartien. Gerade die feinsten australischen und südafrikanischen Marken werden von den deutschen Firmen gekauft." — „Aber ich denke, das eigenartig gleichmäßig feuchte englische Klima begünstigt die Tucherzeugung. So ein Klima haben wir doch in Deutschland nicht?" — „Das stellen wir künstlich her. In Deutschland hat die physikalische Wissenschaft Apparate zur künstlichen Luftbefeuchtung geschaffen, die die Luftfeuchtigkeit im Betriebe erhöhen und dauernd auf der gleichen Stufe halten. Dadurch sind die deutschen Tuchfabriken jetzt selbst Ländern gegenüber überlegen, deren atmosphärische Luftverhälbnisse an und für sich günstiger als die deutschen sind. Englische Tuche sind vielfach teurer, aber nicht besser als deutsche, wenn man qualitativ gleiche Fabrikate gegenüberstellt." In Schlesien wählen wir für unsere Be- ftchtigung als Industrieerzeugnis: deutsches Leinen und deutsche Wirkwaren und als Erzeugnis der Landwirtschaft: deutsche Eier aus. Das Zeichen der deutschen Leinenindustrie, die „Schwurhand", bürgt für deutsches Erzeugnis aus reinem Leinen, für Qualität und Haltbarkeit. Leinen wird aus Flachs gesponnen und Flachs ist die einzige Faserpflanze, die in Deutschland in großen Mengen an- gebaut werden kann und von der deutschen Tex- til-Industrie als Rohstoff verwendet wird. 2m Jahre 1931 wurden für 13 Millionen Mark Leinengarne und -waren aus dem Auslande ein- geführt. Gegenüber dem Jahre 1930 wurde der deutsche Bedarf an Leinengarn um ein Fünftel mehr aus der eigenen deutschen Produktion statt von ausländischem Garn gedeckt. Die Wirkwaren-Industrie zeigt ihr eingetragenes Warenzeichen „Deutsche Arbeit", das auch sonst im Reich Verwendung findet, und an dem man den tadellosen deutschen Strickstrumpf erkennt. Das deutsche Ei kann die Hausfrau an dem Stempel „Deutsch A“ erkennen. Warum soll man gerade deutsche Eier kaufen? Weil sie frischer sind als die durch lange Reisewege oder Kühlhauslagerung meist oft beeinträchtigten Auslandeier — weil sie nun endlich durch die gesetzlich vorgeschriebene Stempelung der Auslandeier zu unterscheiden sind von fremder Ware —, weil wir dadurch 170 Millionen Mark, die wir im Jahre 1931 für eingeführte Eier an das Ausland bezahlten, dem deutschen Erzeuger zugute kommen lassen, weil wir dadurch die schwer bedrängte deutsche Geflügelzucht, die einen jährlichen Produktionswert von über einer Milliarde Reichsmark dorstellt, unterstützen und somit der deutschen Wirtschaft wieder vorwärts helfen können. Griffen Sie auch, warum Eier so gesund sind? Einmal, weil sie einen hohen Gehalt an Mineralstofsen, Eiweiß und Fett, d. h. also an lebensnotwendigen Rährstoffen aufweisen und ferner deshalb, _jeil sie in sich alle Vitamine (= lebenswichtige Ergänzungsstoffe) vereinigen und das nevenstärkende Lezithin in großer Menge enthalten. Wißt Ihr aber auch etwas über die Bedeutung des deutschen Süßwasserfisches? Statt ausländischen Delikatessen leiste man sich öfter deutsche Aale, Hechte, Brassen, Plötzen, Zander und vor allem den herrlichen Karpfen. Der Eiweißgehalt dieser Fische reicht teilweise an den des Warmblüte'-fleifches heran, außerdem sind sie gut bekömmlich. Im ganzen Deutschen Reich wirft die Binnenfischerei 125 Millionen Mark ab und ernährt rund 1700 Fisch-Groß- und 40 000 -Kleinbetriebe. Von Braunschweig, dem Hauptsih der deutschen K o n f e r v e n - I n d u st r i e, hat sich die Verarbeitung von Obst und Gemüse zu Konserven über ganz Deutschland verbreitet. Aeber- all befinden sich heute zahlreiche Konservenfabriken. Rund 120 Millionen Rormaldosen Obstund Gemüsekonserven werden jährlich in Deutschland erzeugt. Deutsche Obst- und Gemüsekonserven sind nicht nur im Winter und Frühjahr die von der Wissenschaft anerkannten besten Vitamin- und Rährsalzträger, sondern zu jeder Jahreszeit, auch im Sommer, der Hausfrau unentbehrlich durch stets gleichmäßige Frische, hohe Qualität und schnellste Zubereitung ohne jeden Abfall. Erfurt, die deutsche Blumen st ad t. Kauft deutsche Blumen! Denn es gibt insgesamt 30 000 deutsche Blumen- und Pflanzenbau-Betriebe, zumeist Kleinbetriebe. Jährlich gehen viele Millionen Mark für Blumen nach Frankreich, Italien oder Holland. Durch den langen Transport sind sie weder billiger noch haltbarer geworden als die ebenso schönen in der Heimat gewachsenen Blumen. Run nach Südwestdeutschland! Im Bodensee g e b i e t wird deutsches Ob st, voll ausgereift, geerntet, ist frisch, schmackhaft und gesund. Der deutsche Tafelapfel ist dem amerikanischen an Güte weit überlegen. Das auffallende Rot der oft künstlich gewachsten Schale der in Deutschland beliebten Auslandsorten vereinigt sich selten Aus dem Kongreß der panemopäer. Don unserem V.-Korrespondenten. Basel, Oktober 1932. Die Sonne von Locarno ist seit einigen Jahren untergegangen, und nur noch ein Abglanz ihrer Strahlen lebt in einigen europäischen Politikern fort. Leider befinden diese sich zumeist ziemlich weit vom Schuß. Aber es ist doch festzustellen, daß in einem Augenblick, in dem internationale Roten wie Dolche gekreuzt werden, neben Genf und neben den großen Konferenzorten Tagungen internationaler politischer Verbände stattfinden, deren Beratungsgegenstand die Befriedigung und Einigung Europas ist. Wir meinen nicht jene pazifistischen Organisationen, die eher zu einer Störung als zu einer Befriedigung der europäischen Verhältnisse beigetragen haben. Sondern re handelt sich um zwei anerkannte internationale Verbände, die in ihren internationalen Gruppen Vertreter aller möglichen Parteirichtungen erfassen: der Weltverband d e r D ö l k e rb u n d s l igen und die Paneuropa-Anion. Der Weltverboz»d hat dieser Tage eine Entschließung angenommen, in der es heißt: „Die Debatten der Abrüstungskonferenz haben unsere Auffassung bestätigt, daß es nicht möglich ist, die Staaten in zwei Klassen zu teilen und daß sich der Völkerbund den Grundsatz der Gleichheit für „Sieger" und „Besiegte" zu eigen machen muh". Gewiß haben die Völkerbundsligen nur eine Stimme im Genfer Chor, aber es muh doch anerkannt werden, daß ihnen ebenso wie der zugehörigen „Deutschen Liga für Völkerbund" in der ganzen Welt vernünftige und auch national denkende politische Köpfe angeschlossen find. In dem allgemeinen Wirrwarr, in dem internationalen Streit scheint dieser Entschluß der Völkerbundsligen unterzugehen. Hoffentlich jedoch wird hier ein Feuer wachgehalten, das nach Beendi- gung des Sturms, zu gegebener Zeit einmal wieder die internationalen Konferenzen entzünden kann. In diesem Sinne hat man die Entschließung der Völkerbundsligen auch hier in Basel aufgefaßt, wo „gute Europäer" aus allen möglichen Ländern zu einer paneuropäischen Tagung versammelt sind. Der Führer der pan- europäischen Bewegung, Graf Couden- hove - Kalergi, hat sich durch die internationalen Schwierigkeiten nicht beirren lassen und das stattliche Fähnlein seiner Getreuen nach Basel zusammenberufen. Für einen Rassenforscher ist der Besuch des Kongresses sicherlich ebenso interessant wie für den Politiker. Man trifft hier alle Temperamente, alle Sprachen, alle Rassen. Graf Coudenhove allein vereinigt in sich ein halbes Dutzend Rassen, vom Germanen bis zum Mongolen fehlt nichts. Einer feiner Getreuen, der frühere englische Kolonialstaatssekretär, ist ein Angelsachse reinsten Wassers und von dem Rumänen Herrn Manoilescu bis zu dem Geiger Dronislaw Hubermann sind Europas Völker und Stämme vertreten. Cs zeigt sich, dah jeder Europäer von Paneuropa eine andere Auffassung hat, es gibt auch genug groteske Szenen auf diesem Baseler Kongreß. Der Franzose Blon - d e l beispielsweise, der Vertreter Herriots, welcher in letzter Minute abgesagt hatte, wußte nichts anderes für Paneuropa zu tun, als Hetzschriften gegen Deutschland zu verteilen, — immerhin sah und hörte man auf diesem Kongreß doch eine große Anzahl besonnener Männer, die überzeugend klarlegten, dah es in Europa bei Wahrung der nationalen Eigenheiten eine zumindest wirtschaftlich bedingte Verständigung geben kann. Sehr wesentlich waren unter diesem Gesichtspunkt die Ausführungen, die der Abgesandte Mussolinis, Marquis Giorgio Quartara machte, wichtig auch die Erklärungen des deutschen Bankiers Hans F ü r ste n berg. Vieles Unzuläng- liche muß man von dieser Tagung abziehen. Auch die Haltung Coudenhove-Kalergis ist nicht immer eindeutig. Man kennt seine guten Beziehungen zu dem tschechischen Außenminister Bene sch und fragt sich, ob seine große Rußlandfeindlichkeit zum Beispiel nicht zum Teil aus dieser Quelle der Polen- und Tschechenfreundschaft herrühre. Immerhin hat Coudenhove, ein begabter, glänzender Redner, in Basel eine Anzahl Formulierungen gefunden, die nicht nur Paneuropa, sondern ebenso der deutschen Forderung nach Gleichberechtigung entsprechen. Und es muh an» erkannt werden, dah dieser Graf Coudenhove länger als ein Jahrzehnt rastlos durch Europa reift und für Paneuropa wirbt. Es gibt hier in Paneuropa auch sehr kriegerische Pazifisten, wie z. B. den Griechen Professor C a l o y a n n i, der durch radikale Reden dauernd die Konferenzen zu sprengen droht. Was nach diesen Abzügen übrig bleibt, ist immerhin ein gutes Maß von Vernunft, die Erkenntnis einer Schicksalsgemeinschaft zwischen den Agrar- und Industrieländern Europas, der Glaube, dah die europäische Einheit nicht nur gegenüber der amerikanischen Wirtschaftseinheit, sondern auch gegenüber der jetzt noch femliegenden Gefahr einer asiatischen Entwicklung notwendig ist. Dieser Paneuropa-Kongreh hatte kaum ein positives Ergebnis. Einige der jugendlichen Redner bedauerten diese Tatsache außerordentlich und der Belgier Henri de Zurpele beantragte, wenigstens ein internationales europäi- schesStudienkomitee zu bilden, um etwas Positives von Basel mit nach Hause zu nehmen. Die Auguren lächelten, — nicht nur am Dor- standstisch. Cs ist jetzt nicht der Augenblick , Positives für eine wirkliche europäische Befriedigung zu tun. Es gilt nur, das Feuer im Herd zu erhalten, für eine spätere Zeit, die bei der Kurzlebigkeit der Tagespolitik nicht einmal so fern zu fein braucht. Und immerhin sind, wie diese Tagung zeigt, neben Scharlatanen, doch eine große Anzahl vernünftiger, ernsthafter Politiker in Europa vorhanden, die als Vestalinnen das verdeckte Friedensfeuer bewahren. Das französische Fragezeichen im Orient Warum Syrien französisch wurde. Don unserem P. P.-Korrespondenten. Damaskus, Oktober 1932. Wozu ist Syrien eigentlich französisch? Ich habe die Frage hier öfters gestellt, und habe immer dieselbe, manchmal lächelnd, manchmal mit Achselzucken gegebene Antwort bekommen: Das weiß kein Mensch! Es klingt überraschend, aber der Zweck des französischen Mandats ist wirklich nicht so leicht einzusehen. Was England im Vorderen Orient will, ist flar. England will zunächst den Hafen von Haifa mit dem Anhängsel Palästina als maritimen Brückenkopf für .die Verbindung nach Bagdad und Indien haben. Bagdad und das Irak- gebiet muhten englisch werden, weil die alte Türkei und die türkisch-deutsche Dagdadbahn eine Flankendrohung gegen die Ueberlandroute nach Indien bildeten. Transjordanien gehört selbstverständlich zum englischen Block, und das Mos- fulgebiet darf gar nicht anders als englisch sein, weil es dort Petroleum gibt! Warum aber in aller Welt ist Syrien französisch? Geopolitisch liegt es isoliert zwischen der Türkei im Rorden und den englischen Gebieten im Süden. Ein Hinterland hat es nicht, die Franzosen nennen selbst das schmale spitze Dreieck, mit dem das „levantinische Frankreich" bis an den Tigris vorstöht, den Entenschnabel. Raturschähe, eine reiche und dichte Bevölkerung, eine handelspolitisch wichtige Lage finb~ nicht vor- Händen und man sieht auch keine Möglichkeiten einer größeren, wirtschaftlichen Entwicklung, am allerwenigsten unter französischer Verwaltung. Die Handels- und Zahlungsbilanz sind pasftv, das Wirtschaftsgebiet ist zu klein, um durch sich selbst etwas zu bedeuten, zwei Drittel sind Trockensteppe oder Wüste. Also wozu dies „Mandat" für Frankreich? __ _ „ Es ist zunächst ein Mandat des Prestiges. RapoleonHI. hat einmal den christlichen Maroniten im Libanon gegen ihre Feinde, die Drusen, militärisch geholfen, als die Türken Oer Dichter Herbert Eulenberg schwer verunglückt. Der in Kaiserswerth a. Rh. lebende, bekannte rheinische Dichter Herbert Eulenberg wurde auf der Kaiserswerther Straße in Düsseldorf von einem Auto angefahren und zu Boden geschleudert; er erlitt dabei schwere Verletzungen und wurde besinnungslos zur Holzheimer Klinik gebracht, wo er sofort operiert werden mußte. Sein Zustand ist ernst, doch sind nach Auskunft der Aerzte die Verletzungen nicht lebensgefährlicher Ratur. nicht einschritten. Dafür setzte er eine prunkvolle französische Inschrift an die berühmte Felswand am Hundsfluß bei Beirut, wo die assyrischen Keilinschriften und die ägyptischen Pharao- nenbilder eingegraben sind. Beirut bekam auch eine französische, von den Jesuiten geleitete Universität, und die reichen syrischen Familien ließen ihre Söhne und Töchter in Paris erziehen. Dadurch wurde ein gewisser frankophiler Stamm geschaffen, der sogar vom einheimischen christlichen ins muhammedanische Lager Übergriff. Sv entstand die These vom französischen Kulturgebiet Syrien und von Frankreichs „geheiligter syrischer Missio n“. Den Jargon kennt man. Im Weltkrieg gestand England den Franzosen außer Syrien auch das kleinasiatische Cilicien und das Petroleumgebiet von M o s s u l zu. Aus Cilicien wurden sie aber von den Türken hinausgeworfen, und Mossul nahmen die Engländer später für sich. So blieb nur das heutige beschränkte Gebiet übrig, mit dem „Enten- schnabel" statt der schönen Petroleumfelder. Auch aus dem anderen Plan, das französische nord- syrische Alexandrette zum Seehafen der Bagdadbahn zu machen, ist nichts geworden. Die alte Dagdadbahn endet als toter Stumpf im nördlichen Mesopotamien, und die neue, englische, wird von Haifa aus gebaut. Aber nähern wir uns der eingangs aufgeworfenen Frage von einer anderen Seite her. D a m a s- kus hat seit kurzem ein Kabarett „großen Stils", in dem die ausführenden Damen vor und nach der Dorstellung mit den Herren aus dem Publikum tcmzen. Dazu kommt eine Menge französischer Offiziere, und man muß sagen: die Ar- tillerieleutnants tanzen glänzend. Man machte mich darauf aufmerksam, daß kaum einer der Herren etwas ausgab. Die französischen Offiziere und Beamten leben sehr sparsam. Wie in allen französischen Besitzungen gibt es sehr viele Funktionäre. Französisch-Indochina mit 20 Millionen Einwohnern hat viel mehr weiße Beamte, als Dritisch-Indien mit 300 Millionen. Die Gehälter sind gut. Der Kapitän oder Zivilkommissar kommt abends vom Dienst nach Hause in seine höchst bescheidene, nicht allzu saubere Wohnung, wirft den Rock ab, und setzt sich in Hemdsärmeln ohne weitere Kulturpräliminarien an das einfache Essen, das ihm seine Frau oder Maitresse zusammengekocht hat. Die Frau hat ihre Puderdosen, Schmink- und Lippenstifte, und e i n eleganteres Fähnchen, wenn Einladungen beim Vorgesetzten und offizieller Ball ist, außerdem einen Kochtopf, drei Teller und ein Tischtuch. So „ökonomisch" wird gewirtschaftet, um mit hübschen Ersparnissen nach Hause zu kommen, toenn die Jahre in Syrien um sind. Echt französisch; der Franzose ist gar nicht der Viveur, wie er im Buch steht, er ist sparsam bis zum Mangel an Körper- und Wohnkultur Insofern also kann man sagen: Mag auch Syrien für Frankreich keinen großpolitischen oder wirtschaftlichen Zweck haben — für Tausende von Franzosen ist es eine nützliche Sparkasse! Riemand weiß, wieviel französisches Militär in Syrien steht. Die wahrscheinlichste Schätzung lautet auf drei Divisionen, zirka 20 000 Mann: Franzosen, Fremdenlegionäre, Marokkaner, sogar Madagassen. Bei der Uebernahme wurde Syrien in vier gesonderte Teile zerstückelt, um es bequemer zu verspeisen; von Freiheiten für dieDe - völkerung, wie die Mandatsidee sie vorsieht, war keine Rede. Der zweijährige Aufstand 1926/27 hat die Franzosen vorsichtiger gemacht. Es gibt jetzt eine „Republik Syrien", und eine „Libanon-Republik", mit Staatspräsidenten, Ministerien, Parlamenten, die aber meist außer Funktion sind, und es gibt zwei direkt ver- waltete Territorien, das der Drusen und das der Alviten oder Rossairier. Beides sind eigentümliche Sekten, die zugleich eine nationale Gemeinschaft bilden . Die Drusen haben vor sechs Jahren den Franzosen den großen Aufstand bereitet, der bis nach Damaskus Übergriff. Don der Beschießung der Stadt durch den General S a r r a i I liegt jetzt noch ein ganzes Quartier in Trümmern. Daß es nicht wieder aufgebaut wird, zeugt von der geringen wirtschaftlichen Lebendigkeit des Landes unter den Franzosen. Jetzt sind auf den Höhen westlich von Damaskus mehrere Forts gebaut, die es ermöglichen, bei jeder neuen Unruhe die Stadt gleich unter Feuer zu nehmen. Wenn von der syrischen W i r t s ch a s t die Rede ist, so muß übrigens gesagt werden, daß es mit zum französischen System gehört, alles, was es am öffentlichen Arbeiten, Unternehmungen und Konzessionen gibt, französischen Gesellschaften zuzuschanzen. Insofern bedeutet Syrien, in mäßigem Umfang, ein Ausbeutungsobjekt für das französische Kapital. Auch die ganze Finanzverwaltung ist auf den einseitigen Ruhen Frankreichs zugeschnillen. e Hut hnt man bei alledem nie den Gindruck des Großzügigen, wie in den englischen Interessengebieten, sondern mehr den des Kleinlichen. Es wird nichts geschafft, entwickelt, sondern es werden die kleinen Profite zusammenge- lesen. Wan bleibt dabei, daß es schwer ist zu sagen, wozu Syrien eigentlich französisch wurde! Gießener Wochennrarktyreise. * Gießen, 15. Oft Auf dem heutigen Wochen- martt kosteten: Kochbutter 100 Pfennig das Pfund. Süßrahmbutter 130, Landbutter 120 bis 130, Matte 25 bis 30, Käse (das Stück) 5 bis 10, Wirsing 6 bis 8, Weißkraut 4 bis 6. Rotkraut 7 bis 8, Gelbe Rüben 8. Rote Rüben 7 bis 8, Spinat 15, Römischkohl 8. Unter-Kohlrabi 5 bis 6, Rosenkohl 20 bis 25, Tomaten 15 bis 20, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 70, Schwarz- wurzeln 30 bis 35, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln 3, Aepfel 15 bis 30, Dirnen 10 bis 20, Pfirsiche 30 bis 40, Honig 40 bis 45, Düsse 35. Suppenhühner 60 bis 80, junge Hähne und Gänse je 70 bis 80; Tauben 50 bis 60 Pfennig das Stück, Eier (aust) 10 bis 11, (int) 12, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 10, Salatgurken 10 bis 20, Endivien 10 bis 15. Ober-Kohlrabi 5 bis 8. Lauch 5 bis 10, Rettich 8 bis 10, Sellerie 10 bis 35; Radieschen 10 Pf. das Bündel; Kartoffeln 2,50 bis 3,00 Mark der Zentner, Weißkraut 2,50 bis 3.00, Wirsing 4,00 b 50. Rotkraut 5,00, Aepfel 12,00 bis 25,00 Ma.; der Zentner. Oberheffen. Landkreis Gießen. x. K l e i n - L i n d e n, 14. Okt. 3n der jüngsten Gemeinderatssihung wurde der Voranschlag für das Rechnungsjahr 19 3 2 beraten. Die Betriebsausgaben betragen 94 459,74 Mark, denen Betriebseinnahmen in Höhe von 69 459,74 Mk. gegenüberstehen. Es ergibt sich hiernach ein Fehlbetrag von 25 0 0 0 M k., der durch Umlagen gedeckt werden muß. Insgesamt wurden zum Ausgleich des Voranschlags vom Gemeinderat 4000 Mk. in den einzelnen Rubriken gestrichen, außerdem wurden von dem Betriebskapital 3000 Mk. entnommen. Der Voranschlag wurde durch das Ergebnis der Einzelberatung ausgeglichen und in dieser Fassung genehmigt. Das Ersuchen des Kreisamts Gießen, für da« Kalenderjahr 1933 eine Bürger st euer in Höhe von 500 v. H. desLandessahes zu erheben, wurde vom Gemeinderat abgelehnt und beschlossen, eine 300prozentige Dürgersteuer für 1933 zu erheben. v. Londorf, 14. Okt. 3n der Dacht zum Freitag wurde bei dem Kaufmann Joseph und bei dem Schlosser Ludwig Göbel Hierselbst ein» gebrochen. Bei ersterem drangen der oder die Diebe durch das Küchenfenster ein und montierten im Wohnzimmer den Radioapparat mit Lautsprecher fachmännisch ab; sonstige Sachen scheinen hier in den offenstehenden Schubladen nicht entwendet worden zu fein. Dann sind die Einbrecher durch das Wohnzimmerfenster mittels Leiter herausgestiegen und haben von der Straße aus durch ein kleines Fenster verschiedene Waren vermittels dieser Leiter herausgenommen. Bei Schlosser Göbel wurden aus einem Aushängekasten verschiedene Artikel im Werte von über 100 Mark entwendet Die Gendarmerie nahm sofort die Der hiesige O-is. gewerbevercin hielt am Donnerstagabend unter dem Vorsitz von Schlossermeister Heinrich Schmidt II. im .Hotel Hirsch" eine gut besuchte Versammlung ab. in der Syndikus R o h r von der Handwcrkskammer-Debenstelle Gießen über die Gewährung des Reichszuschusses für die Instandsetzung von Wohnungen und den Umbau gewerblicher Räume zu Wohnzwecken einen aufklärenden Vortrag hielt. Anschließend beantwortete der Redner noch eine Reihe Anfragen. Kreis Schotten. X Schotten, 14. Oft Der hiesige Bolks- bildungsverein blickt auf sein 5 0jähri - ged Bestehen zurück. Aus diesem Anlaß fand im ..Posthäuschen" eine Feier statt Dach Degrüßungsworten des Vorsitzenden, Berufsschullehrer Hitz, hielt Lehrer Schwarz (Rudingshain) einen fesselnden Vortrag mit Lichtbildern über .Entrissenes deutsches Land". Die Bilder gaben einen Ueberblick, welch wertvolles, schönes deutsches Land uns in Elsaß-Lothringen, im Dorden, in Tirol, in der Ostmarf, in den Kolonien durch den Versailler Vertrag schmählich entrissen worden ist. Reicher Beifall ward dem Redner zu teil. Kreisdirektor Dr. 3 a n n ergänzte die Ausführungen des Redners und übermittelte dem Verein die Glückwünsche des Kreisamts. Bürgermeister M e n g e l überbrachte die Glückwünsche und den Dank der Stadt für die vom Verein in den langen 3ahren feines Bestehens geleistete volksbildnerische Arbeit Er wies insbesondere auf die umfangreiche, wertvolle Bibliothek des Vereins (die etwa 2500 Bände umfaßt) hin und auf den erzieherischen Wert eines guten deutschen Buches. Der Abend war sehr gut besucht und brachte dem Verein viele neue Freunde und Mitglieder. Kreis Büdingen. 'Büdingen, 14. Oft Die Stadt beabsichtigt, in der nächsten Zeit W a s s e r m e s s e r in die Privathäuser einbauen zu lassen. Die ortsansässigen 3nstallateure wurden bereits aufgefordert, sich auf der Bürgermeisterei zur eventuellen Uebernahme der Arbeiten zu melden. „T Didda, 14. Oft 3n einer hier abgehaltenen Sitzung des Gouvorstandes des Hessischen Sängergaues „Diddatal" wurde beschlossen, den Gausängertag am Sonntag, 23. Oftober, im Weitzschen Saale zu Ober- Widdersheim abzuhalten. 3m Mittelpunkt der Veranstaltung sollen die Festlegung und Gestaltung des Gauliedertages für 1933 stehen, der beschlutzgemätz jedes zweite 3ahr stattfindet. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Derbindlichkeit der Schriftleitung.) R. 1. Eine zu Zuchthaus unter gleichzeitiger Entziehung der bürgerlichen Ehrenrechte oerurteille Person kann selbstverständlich beleidigt werden, und zwar dadurch, daß ihr noch in einer nach Form und Inhalt ehrenkränkenden Weise die Bestrafung oorgeworfen wird. Ein zu Ehrverlust Verurteilter ist sonach nicht „vogelfrei". 2. Der Ehrverlust tritt erst in seiner bürgerlichen Wirkung nach der Verbüßung der Freiheitsstrafe ein. Der Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte hat auf die ausgesprochene Dauer die Wirkung, daß der Betreffende die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher, und der aus öffentlichen Wahlen heroorgegangerien Aemter sowie das aktive und passive Wahlrecht verliert 3. Die Verurteilung zu Zuchthaus wegen Meineides hat zur Folge, daß der Verurteilte niemals wieder eidlich vor Gericht oder einer Verwaltungsbehörde vernommen werden kann, höchstens als Aus- kunstsperson ohne Eidesabnahme. 4. Eine wegen eines Verbrechens unter Aberkennung der Ehrenrechte verurteilte Person kann sich in einem Zioil- prozeß vor Gericht selbst vertreten und auch in einem etwaigen neuen Strafprozeß selbst oertei- digen. Zur Vertretung fremder Rechtsinteressen, insbesondere insofern das gewerbsmäßig geschehen sollte, wird eine solche Person nicht zugelassen werden. J. h. 1. Wenn .zwischen Vermieter (Hauseigentümer) und Mieter hinsichtlich der Treppenbeleuchtung keine anderweiten Vereinbarungen (mündlich oder schriftlich) getroffen worden sind, hat der Vermieter für die Treppenbeleuchtung zu sorgen und für ihre Kosten aufzukommen. Kommt ein Unfall infolge mangelnder Beleuchtung vor, so hat sich der Beschädigte zunächst an den Hausherrn zu hallen. 2. Eine Bestimmung darüber, rote lange nach eingetretener Dunkelheit das Treppenhaus (Hausflur) zu beleuchten ist, besteht nicht. Es entscheidet die Ortsüblichkeit. Sache des Hauseigentümers ist es, zu bestimmen, von wann an die Haustür geschlos- sen gehalten werden muß. In seiner Anordnung darf keine Schikane gegen die Mieter liegen. Entscheidend ist auch die Wahrung der Verkehrssicherheit im Hause, z. B. um das Einschleichen lichtscheuer Elemente nach eingetretener Dunkelheit zu verhindern. Es darf angenommen werden, daß dem Hauseigentümer, nach dem den Mietern bekannt- gegebenen Zeitpunkt der Schlleßung der Haustüre, die auch dann tatsächlich oorgenommen worden ist, eine Treppenbeleuchtung nicht mehr angesonnen werden kann. Wettervoraussage. Unter dem Einfluß kühler ozeanischer Luft, welche an der Rückseite des über Skandinavien abziehenden Wirbels folgt, bleibt die Witterung im ganzen noch wechselhaft, wenn auch eine gewisse Beständigkeit in Erscheinung treten wird, bedingt durch den hohen Druck von der Biskaya her. Obwohl dabei die Be- wöllung abnimmt und zeitweise Aufklaren erfolgt, verursachen noch Störungsreste vereinzelte Schauer. Die Anzeichen zur Besserung rd)etnen nach der gegenwärtigen Druckoerteilung nur rvorübergehend zu fein, denn Island nähert sich berells eine neue Störung. Aussichten für Sonntag: Beständiger, aber noch wechselnd bewölkt mit zwischenzeitlicher Aufheiterung, kühl, nur vereinzelt geringe Schauer. Lufttemperaturen am 14. Oktober: mittags 12,2 Grad Celsius, abends 6,2 Grad; am 15. Oktober: morgens 5,1 Grad. Maximum 12,5 Grad, Minimum 3,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 14. Oktober: abends 10,7 Grad; am 15. Oktober! morgens 7,9 Grad Celsius. — Niederschläge 2 mm, Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 16. Oktober. 21. Sonntag nach Trinitatis. Erntedanfsesk. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Mahr; 11: Kinderkirche für die Matthäusgerneinde, Pfr. Mahr; 18: Pfr. Becker. — Iohanneskirche. 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; Pfr. Bech- tolsheimer; 18: Pfr. Ausfeld; 20: Bibelliesprechung im Iohannessaal; Pfr. Groh. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Lenz. — Elifabeih-Kleinkin- derschule. Fällt aus. — Saal der neuen Krippe. 11: Kinderkriche für die Iohannesgemeinde; Pfr. Aus- feld. — klein-Linden. 9: Gollesdienst; hl. Abendmahl für die männliche Jugend; 11: Kindergottesdienst. — wieseck. 9.45: (Frauenchor); Kollekte; 11: Kinder- kirche. — Alten-Buseck. 10 (Frauenchor); Kollekte; 13: Kinderkirche. — Oppenrod. 8-30: Gottesdienst. — Grohen-Buseck. 10.30: Gottesdienst (Posaunenchor). 19: liturgische Erntedankfestfeier (Kinderchor, Lichtbilder). — Kirchberg. 10; Kollekte; 11: hl. Abendmahl für die alten Gemeindeglieder von Staufenberg; 13.30: Daubringen und hl. Abendmahl; 13.30: Mainzlar und hl. Abendmahl. — Hausen-Garben- teich. 10.15: Hausen; 13: Garbenteich. — Dahenborn- Steinberg. 13: Hauptgottesdienst «Posaunen- und Kirchenchor), Kollekte; 20: Erntedankfeier der Kinderkirche. — Gröningen. 10: Hauptgottesdienst (Kollekte). — Lich. 8: Stiftspfarrer Draudt; 9.30: Stifts- dechant Kahn; 13: Kindergottesdienst. katholische Gemeinden. Samstag, den 15. Oktober. Gießen. 16.30: und 19 Uhr Beichte Sonntag, 16. Oktober. 22. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe, Kommunion der Kinder; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14: Andacht. Die Rosenkranz- andachten sind Montag, Mittwoch und Freitag um 20 Uhr, Dienstag, Donnerstag und Samstag um 18 Uhr. — Echzell. 11: Messe mit Predigt. — Grünberg. 8: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Lau buch. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Vortrag mit Andacht. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag mit Andacht. — Lollar. 8.45: Messe, Hochamt mit Predigt. — Didda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hoch- amt mit Predigt. Mittwoch, 19. Oktober. Hungen. 7.15 Uhr: Messe. Sonntagsdienst d 9lmte n-Avotbeken am 16.10.82 Sanitäts-Rat Dr. Schlievbake. Dr. (Sener. Hirscki» Apotheke. 8rthnant: Jäger. leicht findet Nlen Wer vergleicht, erreicht'. sogen die Besitzer des Mende 138, denn sie empfangen mit Leichtigkeit fast olle europäischen Sender. 50 Stationen sind auf der Skala verzeichnet, die sich nie verändern. 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Oktober im „Katholischen Vereinshaus", Gießen Ommfetbroehen geöffnet von vormWogs 10 Uhr bis abends 7 Uhr Kcsfenlose Erklärusg aller noeeree Handarbeitstechniken Verföhruo^ des Schachenmayr Handwebe-Apparates ■ ANTRITT »II EINTRITT FRII '■!-- 7317 V Schachenmayrs Nom otta-Wolle in allen Farben im aus der andarbeit Seltersweg Nr. 73 MOTTO i Und dräut der Winter noch so sehr mit trotzigen Gebärden Schaff Dir’nen Häuser-Ofen her, dann wird Dlr’s wärmer werden!!! Zwei - and doch so warm, daß man In Hemdsärmeln herumlaufen könnte. Das wfll in der heutigen Zelt des Sparens viel beißen. Aber bei einem Häuser-Ofen Ist sowas eben möglich. Darob voll „warmer ‘ Freude läßt Onkel Mollig seinen Grammophon spielen und wirft schadenfrohe Blicke nach Nachbar Meier rüber, der immer noch auf seinem alten Ofen sitzt und sich vor Kälte nicht retten kann. Auch der wird sich noch einen Häuser-Ofen kaufen. Und Sie? Wollen Sie Me er oder Mollig heißen ? Bedenken Sie doch, ein Häuser-Ofen Ist ein Sparofen und Sie wollen doch auch In den strengen Wintertagen eine gemütl ehe Stube haben. Warten Sie also nicht erst, bis der Schneesturm ein setzt und die Eispollen fliegen, sondern kommen Sie heute noch zu mir und sehen Sie sich einmal meine neuesten Ofenmodelle an. Sie werden sich wundern, daß diese gar nicht so teuer sind, wie Sie glauben, und Ihre „wärmste* Freude daran haben. 6783 A J. B. H AUSER, GIESSEN AM OS WAL DSG ARTEN WWW Aluminium trocken putzen polieren Nach dem Putzen mit einem trockenen, wei- chen Tuch nachreihen! ist von Nutzen, die Sachen trocken stets zu putzen! V Nehmuu Sie zum Aufwaschen, Spülen und Heutigen Henkel'» Henkels Putz-und ■\ I g\ Scheuerpulver putzt und reinigt alles/ H er gestellt in den Persilwerken SlMWMMlW der Stadt Gießen. Nonlag, den 17., und Dienstag, den 18. Oktober 1932, sollen die leihfällig gewordenen Grundstücke der Stadt Gießen öffentlich meistbietend an Ort und Stelle aus weitere sechs Jahre verpachtet werden, und zwar: 7187C Montag, den 17. Oktober 1932. a) 8% Uhr, Zusammenkunft an der firen- ZUng Aulweg-Darkweg: 5 Grabstücke, 2 Aecker, Flur VII, Am Schlangenzahl, links vom Aulweg in der Nähe der Körnerstraße. Hieran anschließend: 1 Grabstück, Flur V, Ecke Wilhelm- und Welckerstraße. b) 9% Uhr, Zusammenkunft am ehemall- gen Sägewerk im Lrdkauterweg 20: 23 Grabstücke. Flur XII, im Gelände des ehemaligen Sägewerks. Hieran anschließend: 1 Grabgarten, Flur IV, Ecke Aulweg- Schiffenberger Weg 1 Grabstück, Flur IV, Lessingstraße. c) 11 Uhr, Zusammenkunft am Alten Steinbacher Weg (Bahnübergang Gie- ßen—Fulda): 12 Grabstücke, Flur XVI, zwischen dem Alten Steinbacher Weg und der Licher Straße. Hieran anschließend: 12 Grabstücke, Flur XVII, gegenüber dem Siechenhaus, Licher Straße. 1 Grabstück, Flur XVII, unterm Kugelberg. d) 14 Yt Uhr, Zusammenkunft an der neuen Schule in den Lichgärten: 13 Grabstücke, Flur III, Ecke Wolf- straße-Eichgärtenweg. Hieran anschließend: 27 Grabstücke, Flur XVIII, Auf die Professorsstücke. e) 16 Uhr, Zusammenkunft Dlesecker Weg, hinter Gärtnerei Noser: 4 Grabstücke, Flur XIX, bei der Taubentränke am Waldbrunnen. 1 Grabstück, Flur XXII, die Tauben- tränke an der Marburger Straße. 7 Grabstücke, Flur XXII, an der Alten Marburger Straße. Dienstag, den 18. Oktober 1932. a) 8Vi Uhr, Zusammenkunft An der Nar- gareteuhütte: 8 Grabstücke, Flur VI, am Wetzlarer Weg, im Eisenfeld. Hieran anschließend: 1 Grabgarten, Flur XXXVIII, an der Mühlbach, am Hamm. b) 10 Uhr, Zusammenkunft am SOachi- hos: 1 Acker, Flur XXXVIII, an der Leimenkaute. 1 Grabstück, Flur XXXVm, hinter der Pulvermühle. Hieran anschließend: 9 Grabstücke, Flur XXIX (Schrebergärten), zwischen der Lahn und Wiß- marer Weg. Gießen, den 11. Oktober 1932. Bürgermeisterei Gießen. ______I. V.: Dr. Rosenberg.__ Bekanntmachung. Betr.: Prüfung für Geschäftsstenographen. Am Sonntag, dem 20. November b.3„ vormittags 9 Uhr, findet im Sitzungssaal der Industrie- und Handelskammer Gieren, Lonystraße 7, eine Prüfung der Ge- chäfksstenographen statt. Geschrieben wird nur in der Einheitskurzschrift, und zwar in den Abteilungen 150, 180, 200, 220 und 240 Silben. Außerdem wird eine Vorprüfung in der Geschwindigkeit von 120 Silben abgehalten. — Die Gebühren betragen 2,— RM. für die Hauptprüfung ind 1,— RM. für die Vorprüfung; sie ind mit der Anmeldung (Angabe der Sil- icnzahl) zu entrichten, die bis zum 10. No- vewber d. 3. bei dem Sekretariat zu er- olgen hat. 7275V Wer die Uebertragung in Maschinen- chrift Herstellen will, hat die Maschine elbft zu stellen. Gießen, den 15. Oktober 1932. Industrie- und Handelskammer Gießen. _______Ludwig Rinn._______ Der Voranschlag der Gemeinde Oden- 6 entfett für Ri. 1932 liegt ab 17. bis 24. Oktober auf der Bürgermeisterei Odenhausen zur Einsichtnahme offen. Einwendungen sind schriftlich oder zu Protokoll vorzubringen. Ausmärker haben zu der beschlossenen Umlageerhebung beizutragen. 72siv Bürgermeisterei Odeuhausen. Nachtigall ÜBEL Sonderverkauf Nur beste Qualität • Besonders günstige Preise SCHLAFZIMMER Eiche mit Nußbaum, 180-200 cm nnr mit Toilette..........von RM. uOO." bis 765.- Birke, poliert, 180-200 cm, mit r/in Toilette..............von RM. u*rlL* bis 960.- Kauk. Nußbaum, poliert, 180 bis r*7F 220 cm, mit Kommode, von RM. U IÜ." bis 1200.- Mahagoni, poliert, 180 cm, mit nir Kommode...............RM. 01 Ue" SPEISEZIMMER Eiche mit Nußbaum Büfett, 160 cm, Kredenz, Tisch, nrr 4 Stühle, gepolstert .. von RM. Uu3e" bis 430.- Büfett, 180 cm, Kredenz, Tisch, nnr 4 Stühle, gepolstert.. von RM. 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Mitglieder, Angehörige und Gäste willkommen! 7178 v Philosophenwald Sonntag, den 16. Oktober 1932: Ms Militörkoniert ausgeführt vom Musikkorps des Gren.-Batls. Leitung: Obermusikmeister E. K r a u ß e. tir.ho wie neu, billig 11 Auch auf Teilzahlung. — Zwanglose Besichtig, erbeten. Pianohau* R. Schönau Seltersweg 52. 73ieA Bienenhonig feinst. Qual., kauft man nur direkt vom Imker. Per Pfund 1,20 Jf o. Gl. C686D Ed. Schäfer, Am Nahrungsb. 10. 'öalbdannbctt. SDht Kissen 15,-. Preis!. ar. Kirschbcrg, Berlin W. 30. 05852 Eich. Hartholz 5Ztr. v.Wg.S 51 Jt Slnmachholz Der Wagen 6 51.n Hanfväne u. Wagen 3,50 51 Jt frei ans HauS. fX-ür Erwerbslose Hartholz ä Zentner 60 Pf. ab Hof. ?iul. Wellhörer, Tel. 2313. Marburger Str. 24. 6519Ü ist und bleibt unübertroffen! 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