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Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle monatsBejngsprels: Mit 4 Beilagen 97DL 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Iustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen 9lummtrn infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Siehr». Postscheckkonto: firanffurt am Main 11686. GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck und Verlag: vrühl'sche Unwer^lütL Buch- und Steindruckerei R. Lange in Sieben. Schristiettung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7. Annahme von Anzeigen für bie Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für 91s» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°,, mehr. Chefrebakteur: Dr. Friebr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein unb für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. Erziehung zur Wehrhaftigkeit „Wehrhaftigkeit bedeutet körperliche und geistige Mannhastigkeit an sich und Opserbereitschaft für die Gesamtheit." Diesem Ziel, wie es in den Richtlinien des Reichsinnenministeriums gekennzeichnet wird, dient die letzt beschlossene staatliche Organisation des Wehrsports. Die Regierung hat fast unmittelbar nach ihrer Amtsübernahme die große und lohnende Ausgabe erkannt die ihr nach dieser Richtung gestellt ist. Frühere Pläne aus den Zeiten der Minister Wirth und Grüner sind im Grunde nicht Über allgemeine Erwägungen über die Schaffung einer überparteilichen Sportorganisation hinausge- kommen. Die neuen Männer haben sich sofort entschlossen ans Werk gemacht. Die Durchführung des jetzt verkündeten Planes ist in der Zwischenzeit b e - reite in Versuchslagern erprobt roor- Öen. Die Vorbereitungen sind so vollkommen ab- geschlossen, daß das beschlossene Werk nun schnell- [kns auf breiter Grundlage in Angriff genommen werden kann. „Opferbereitschast für die Gesamtheit" — über dem engeren Begriff der Wehrhaftigkeit ist im Ziele eine Entpolitisierung unserer Jugend, eine Befreiung aus den Banden des fanatischen Parteienhasses und dafür eine bewußte und stärkere Rationalisierung, eine Erziehung zum deutschen Gemeinschaftsgefühl über bie sozialen und parteipolitischen Schranken hinaus einbegriffen. Auf das Gelingen dieses Planes ist zu einem ^gioßen Teile die politische Zukunft Deutschlands gestellt. Ruhige ausländische Beurteiler, die der Verwirrung durch den innenpolitischen deutschen Hader entrückt sind, haben die Möglichkeiten und Notwendigkeiten, die sich im Bereich der deutschen Jugend ergeben, früher unb klarer erkannt als bie beutsch« Oesfentlichkeit selbst. Der Herausgeber ber franzö- fischen Revue „Noire Temps", Jean Luchair e. hat soeben eine Schrift über „Die brei Deutschland herausgegeben. In einem höchst beachtlichen Schlußkapitel sagt er, baß bie psychologische und soziale Unausgeglichenheit von spezifisch innerer Ordnung nur von der Seite der deutschen 5 u - gend her überwunden werden könne. Wenn es den Jungen möglich wäre, den Streit der Weiteren Zu begraben und sich zusammenzuschließen, so könnten sie sich auf die große Aufgabe ihrer Generation werfen. Die Aufgabe ihrer Generation — Luchaire spricht von Momenten, wo ein einziges Land die Chancen eines ganzen Kontinents auf seinen Schultern trägt, und er ist der Auffassung, daß nach Frankreich und England heute Deutschland an der Reihe sei. Stärker als in dieser Mahnung eines Ausländers kann die Bedeutung eines Werkes kaum unterstrichen werben, 3ii dessen Begründung Hindenburgs Kundgebung einleitend sagt: „Die deutsche Jugend ist die Zukunft unseres Volkes!" Der Staat hat feine Aufgabe erkannt, daß er der Jugend entscheidend helfen muß in ihrem mehr oder weniger bewußten Drange, aus dem Klassen- unb Parteienhaß heraus zu einer neuen Gemeinschaft zu gelangen. Die Richtlinien, nach denen die Ausbil- düng erfolgen soll, führen w e g v o n d e r 21 m c - rikanisierung der Leibesü b u ngen , weg von der einseitigen Rekordhascherei auf der Aschenbahn und von der Beschränkung auf die Turnhallen hinaus ins Gelände, wo die körperliche Ertüchtigung im deutschen Sinne gesucht werden soll. Wanderungen, Ordnungsübungen und Geländespiele sollen den jungen Körper stählen. Sie sollen körperliche Leistungsfähigkeit, Gewandtheit und Härte, Willensstärke, Mut und Entschlußkraft, Zucht, Ordnungsliebe, Kamerad, schäft, Wehr- und Opferbereitschaft für Volk und Land vermehren und stärken und die Jugend in der Liebe zum gemeinsamen Vaterland und zum Boden der Heimat verwurzeln. Die Verbände sollen zwar in ihrer Unabhängigkeit nicht angetastet werden, es wird aber von nun an dafür gesorgt, daß zu einer sorgfältigen Führerauslese geschritten und daß die für die körperliche und geistige Ertüchtigung unserer Heranwachsenden Jugend auserwählten Personen eine entsprechende Vorbildung erhalten. Da. durch wird dem gesamten Wehrsport allmählich ein einheitliches Gesicht gegeben, es wird aber vor allem auch dafür gesorgt, daß gleichzeitig das Trennende in den Hintergrund gc. schoben und das Einigende hervorgehoben wird. Die Probe aufs Exempel wird schon die Zusammenfassung der aus den verschiedensten politischen Lagern kommenden Unterführer in gemeinsamen Ausbildungskursen fein. Finden sie sich in guter Kameradschaft und in dem ehrlichen Willen, dem Volke zu dienen, zusammen, und daran kenn wohl nicht gezweifelt werden, dann wird die Eemeinsamkeit des Strebens auch bei den Verbänden nach und nach zum Durchbruch kommen. So wird erreicht, daß die aus Partei» politischer Verbohrtheit entstandenen Abgründe zwischen den einzelnen Volksgenossen wieder überbrückt und die Gegensätze gemildert toer» den. Doch darin allein erschöpft sich die üleberwa. chung des Wehrsportes durch das Reich nicht. Gleichbedeutend mit der Entpolitisierung der Jugend ist es auch, wenn im Zusammenhang mit der deutschen Forderung nach Wehrfreiheit unsere mannbaren Jünglinge nach einheitlichen Gesichtspunkten so erzogen werden, daß ihre vermehrte Wehr, und Opferbereitschaft für das Land gegebenenfalls kraftvoll eingesetzt werden kann Die Mllimeii für die GeländesporiaiiMdimg. Wie in den Ausbildungslagern gearbeitet werden soll. Don unserer Berliner Redaktion. Berlin, 14. Sept. Die Richtlinien des Reichsministeriums des Innern für bie Ausbildung im Gelänbefport taffen beutlich erkennen, daß biefe Ausbilbung in einem mobernen folbati- f cf) € n Sinne erfolgen soll. Ordnungsübungen, Gewöhnung an Gehorsam unb Unterordnung, Dauermärsche mit schwerem Gepäck, Entfernungsschätzen, Geländeübungen, Kartenlesen, Meldungen, Anfertigung von Grundriß unb Absichtsskizzen, Orientierung nach Kompaß, Himmelserscheinungen, Karte- unb Wettererscheinungen, Kleinkaliberschießen, Geländespiele unb Gelänbeausnutzung sollen bie körperliche Einzelausbildung frönen. Trotzbem hat ber Reichswehrminister aber selbst Wert barauf jelegt, baß bie staatliche Organisation bes Gelänbe- portes bem Reichsinnenmini st erium ederführenb zugewiesen mürbe, weil einmal dem Ausland ber Borwand genommen werben soll, baß wir eine militärische Ausbilbung auf Umwegen anftreben, zum anbern aber auch, weil mit ber Erziehung zur Wehrhaftigkeit in minbeftens gleichgeordneter Weise bie Entpolitisierung ber I u g e n b. angestrebt wirb. Aus ben amtlichen Richtlinien bürsten zunächst bie Bestimmun- gen über bie Leistungsprüfungen interessieren. Für die abschließende Leistungsprüfung werben für Fünfzehn - bis Achtzehnjährige folgenbe Bedingungen gestellt: 1. Lauf: a) 100 Meter in 14 Sekunden, oder b) 400 Meter in 70 Sekunden. Für Neunzehn» bis Fünsundzwanzigjährige sind die Zeiten 13,5 und 68 Sekunden. 2. Sprung: Weitsprung 430 Zentimeter (460 Zentimeter für Neunzehn« bis Fünfundzwanzig- jährige). 3. Wurf: Schlagball 90 Gramm 50 Meter (Speer 80 Gramm 30 Meter, oder Diskus 25 Meter für die höhere Altersgruppe). 4. Kraftübungen: a) Kugelstoß 5 Kilogr. 9 Meter (7,25 Kilogr. 7 Meter), oder b) Lastentragen 50 Pfund 20 Meter (75 Pfund beidarmig 20 Meter weit), oder c) 5 (6) Klimmzüge bis zur Brusthöhe. 5. Ausdauerübung: a) Gepäckmarsch mit 15 Pfund Gepäck in 3 Stunden 15 Kilometer (20 Kilometer mit 25 Pfund Gepäck), b) 10-Kilome- ter-Laus in 55 (50) Minuten. 6. Kleinkaliberschießen 50 Meter. Je 5 Schuß freihändig liegend, kniend, stehend: offene Visierung 3 Minuten für je 5 Schuß, 10-Ring- scheibe: 60 Ringe, 12-Ringscheibe 75 Ringe (zwei Minuten für je 5 Schuß, 10-Ringscheibe 75 Ringe, 12-Ringscheibe 100 Ringe). 7. Geländeübung: 5 praktische Aufgaben. Entfernungsschätzen zwischen 100 und 400 Meter (1OO und 1500 Meter). 20 Prozent Fehlergrenze. 8. Schwimmen: 300 Meter in beliebiger Zeit (Grundschein der Lebensrettungsgesellschaft für die höhere Altersstufe). Dazu kommen, wo Gelegenheit geboten ist, Vielseitigkeitsprüfungen im Reiten, Melderitte über 20 bzw. 30 Kilometer in 7 bzw. 6 Minuten auf Geländestrecke und Orientierungsstrecke, Dressurprüfung und Springübungen nach den Erfordernissen der Klasse A bzw. entsprechend den Anforderungen für Erwerb des Reiterabzcichens in Bronze. Die Fahrübungen betreffen alle Leistungen in Pflege und Behandlung des Pferdes und im Fahren vorn Bock, zweispännig und vierspännig auf der Landstraße und im schwierigen Gelände. Zu ben Leibesübungen, bie in ben Ausbildungs- lagern gepflegt werben, gehören G y m n a ft i f mit unb ohne Gerät, Turnen, gymnastische Spiele unb Laus. Die Leistungsschule umfaßt Leichtathletik, Kampfspiele, Nahkampf (Boxen, Mann gegen Mann) unb Schwimmen. Der Zweck b-r Drbnungs- Übungen ist, bie zu Sport ober Wanderungen vereinigten jungen Leute orbnungsmäßig zusammen» zuhalten unb in guter, straffer Haltung unb Orb- nung durch Straßen unb Gelänbe zu führen. Der Wanbersport ist auf bie Ziele ber erwähnten ßeiftungsprüfung eingerichtet. Einrichten von -.ager- vlätzen. Aufschlagen von Zelten unb Abkochen, Augenübungen, Beobachtungs- unb Sinnesübungen, Gebrauch von Karten unb Kompaß, Spurenlesen, Anfertigung von Skizzen, Entfernungsschätzen unb Orientierung, Gelänbekunbe unb Geländebenutzung sinb in biesem Zweig ber Ausbilbung einbegriffen. Geländespiele unter Bilbung von zwei Parteien sollen Finbigkeit, Aufmerksamkeit, Urteilsvermögen unb Entschlußkraft fördern. Im Programm dieses Ausbilbungsteiles stehen Versteck- unb Suchspiele, Begegnungsspiele, Flucht- unb Derfolgungs- spiele, UeberfäUc, Hanbhabung ber g c • bräuchlichsten Nachrichtenmittel burch Fernsprechen, Winken, Blinken, Radfahrer, Kraftfahrer unb Reiter. Bei ber Ausbilbung im Klein- kaliberschießen sollen bie Grundsätze ber Reichszentrale für Förberung bes Kleinkaliber- schießwesens als Anhalt bienen. Die Ausbilbung erfolgt in Geländesportschulen (Lager) in benen auch jährlich zwei bis brei Prüfungen ftattfinben. Die Leistungen 1 bis 5 müssen babei an einem läge abgelegt werben, wobei gegebenenfalls 3 Versuche gestattet sinb. Sozialdemokratie und Wehrfrage. Oie wehrpolitische Aktion der Reichsregierung wird abgelehnt. Besondere Spitze gegen Schleicher. Berlin, 14. Sept (TU.) Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion teilt in einem Bericht über zweitägige Beratungen ber politischen Lage mit, baß in ben Verhandlungen zur Aktion ber Reichsregierung in ber Weyrfrage einstimmig eine Erklärung angenommen worden ist, in ber es u. a. heißt: „Die Reichsregierung hält nun den Zeitpunkt für gekommen, für Deutschland bie Freiheit zur Ausgestaltung seiner W e h r m a ch t zu beanspruchen. Die Sicherheit der Völker kann aber mit den Mitteln der militärischen Rüstung nicht erreicht werden Insbesondere gilt dies für Deutschland angesichts seiner geographischen Latze und der militärischen und wirtschaftlichen Kräfte der anderen Länder. Die Sozialdemokratie hält deshalb die wehrpolitische Aktion der Reichsregierung für verfehlt. Diese Aktion birgt die Gefahr in sich, daß sic den anderen den Vorwand zu einem uferlosen ffiettrüften gibt, bas am meisten die Sicherheit Deutschlands gefährden und die Völker in eine Katastrophe führen müßte. Nur eine Außenpolitik, bie aus bie 'Berte ibigung der V ö l k er auf den Boden allgemeiner Gleichberechtigung, auf die Erhaltung des Friedens und die internationale Abrüstung gerichtet ist, bürgt für die wirkliche Sicherheit." Weiter heißt es in der Erklärung: „Jeder Schritt im Sinne der deutschen Rüstungsnote, wie sie insbesondere durch zahlreiche Erklärungen des Reichs- wehrministers erläutert worden ist, birgt die Gefahr in sich, Deutschland in politische Isolierung zu führen, die Welt gegen Deutschland zusammenzuschweißen und das Versailler Diktat zu verewigen. Die sozialdemokratische Fraktion p rote ft i e r t mit aller Entschiedenheit gegen jede Entfesselung nationalistischer und militaristischer Instinkte in allen Ländern, da sie darin eine Bedrohung der Freiheit der Arbeiterschaft und eine Gefährdung des Weltfriedens erblickt." Daß die Reichsregierung in der größten wirtschaftlichen Krise und sozialen Verelendung mit kostspieligen Rüstungs- plänen heroortrete, fordere den entschiedensten Widerstand heraus. Abgesehen von dieser grundsätzlichen Ablehnung widerspreche die Fraktion den Plänen der Regierung auch schon deshalb, weil sie unter Ausschaltung bes Parlaments unb der öffentlichen Kritik durchgeführt werden sollen. Empfänge beim Reichspräsidenten. Berlin, 15. Sept. (WTB. Funkspruch.) Der Herr Reichspräsident empfing heute den metflen- burg-schwerinschen Ministerpräsidenten Granzow, der von dem mecklenburg-schwerinschen Gesandten Dr. Tischbein begleitet war. Ferner empfing der Herr Reichspräsident heute den Präsidenten des Deut- schen Landwirtschaftsrates Dr. Brandes. (Oran- zow gehört der NSDAP, an.) Oer Völkische Beobachter zum Ertüchtigungserlaß -erReichSregierung München, 15. Sept. (CNB. Funkspruch.) Zur Berufung des Reichskuratoriums für Ju- gendertüchtigung erklärt der „Völkische Beobachter", es werde notwendig sein, diese neue Gründung der Reichsregierung mit dem in solchen Fällen gebotenen Mißtrauen zu beobachten. 2Ius ben vorsichtigen Anbeutungen gehe her- vor, daß bas Reichskuratorium eine Behörbe werden soll, die sich vor allem für d i e politischen Verbände zu interessieren habe. Wie man sich allerdings in den Kreisen der Regierung vorstelle, etwa marxistische oder nationalsozialistische Organisationen zu gemeinsamer Arbeit zusammenzufassen, bleibe ein Geheimnis. Wenn die Regierung glaube, mit ihrer Neugründung so etwas wie einen „st a a t = l i ch konzessionierten Wehrverband" etwa gegen d i e SA. aufziehen zu können, so werde das Ergebnis negativ sein. Appell -er gesamten Münchener SA. un- SS. München, 15. Sept. (CNB. Funkspruch.) Auf Befehl bes Truppenführers Hochland, Freiherrn von Eber st ein, findet im Zirkus Krone heute abend ein SA.-Appell der gesamten SA. und SS. des Standortes München statt, bei dem Gauleiter Wagner über die politische Lage spricht. Zuschauer aus ber „zivilen Parteigenossenschaft" haben, wie es im „Völkischen Beobachter" heißt, mit Zustimmung ber (Bauleitung keinen Zutritt. 0ie Abrüstung. tLnqland schlägt ein Kompromiß vor. ß o n b o n , 15. Sept. (WTB- Funkspruch.) „Daliy Erpreß" erfährt, baß bie britische Regierung im Begriff sei, eine Vertagung ber Sitzung des Bureaus ber Abrüstungskonferenz nach dem Zusammentritt am 21. September vorzuschlagen. Danach soll zwischen den Hauptmächten eine Beratung stattfinden, an der wahrscheinlich die Vertreter Großbritanniens, Frankreichs, Deutschlands, Italiens, Belgiens und Polens teilnehmen werden, die ja auf jeden Fall wegen der Session des Völkerbundrates und der 'Abrüstungs- Verhandlungen in Genf sein würden. Die Initiative zu diesem Vorschlag soll von Macdonald kommen. Die jetzt von der britischen Regierung getriebene Politik werde in der Hauptsache darin bestehen, Deutschland im Prinzip die Gleichberechtigungsstellung zu gewähren, womit zunächst eine Vereinbarung verknüpft wäre, durch die Deutschland sich verpflichten würde, tatsächlich nicht a u f z u r ü st e n und dann eine Abrüstungs- konvention, in der sich d i e anderen Mächte verpflichten würden, in weiter- gehendem Maße abzurüsten, als sie es bisher getan haben. Gegen diese Formel wendet sich bereits ein Teil der französischen Presse mit schärfstem Pro- t c ft. „Journal" erklärt, dies würde auf nichts anderes als auf eine Schwächung Frankreichs hinauslaufen. Herriot dürfe sich nicht daraus einlaffen. Auch „Temps" glaubt nicht an die praktische Wirksamkeit eines derartigen Vorschlages, warnt aber davor, allen diesen Nachrichten eine zu große Bedeutuntz beizumessen, weil sie auf nicht- verantwortliche Kreise zurückgingen. Dies gelte auch von der Nachricht der eventuellen Einberufung einer Konferenz der europäischen Hauptmächte. Das Blatt ist im übrigen davon überzeugt, daß die französische Note allenthalben abgesehen von Berlin, eine günstige Aufnahme gefunden habe. Die Regierung sei fest entschlossen, ihre Haltung gegenüber der deutschen Gleichberechtigungsforderung nicht zu ändern, gleichgültig, wie sich die Regierungen Amerikas und Englands dazu stellen sollten. 0er Geßler-Hui im Elsaß. Am 5. Januar 1675 wurde die elsässische, damals noch Freie deutsche Reichsstadt Türkheim durch den sranzösischen Marschall lurenne einer mehrwöchigen Plünderung preisgegeben. Jetzt soll an einem der nächsten Sonntage in diesem Städtchen eine Turennesäule durch den General Weygand eingeweiht werden. Die Türkheimer und damit die Elsässer überhaupt werden durch diese Erinnerungssäule erneut darauf gestoßen, daß ihre Heimat in den Augen der Franzosen nichts weiter als ein erobertes Land ist, in dem sich die Eroberer alles Herausnahmen und selbst eine Art Geß- ler-Hut aufrichten dürfen. Die Elsässer haben vom Tage ihrer „Befreiung" an viel Leid ertragen müssen, daß man aber sogar dazu übergehen würde, einen Marschall zu verherrlichen, der das Elsaß i n Schutt und Asche legte, haben sie sich wohl niemals träumen lassen. Wir nehmen an, daß die Franzosen zahllose Gäste zur Einweihungsfeierlichkeit nach Türkheim laden werden. Hoffentlich ver- geffen sie nicht, möglichst viele Ausländer heranzu- holen, damit man endlich einmal außerhalb der französischen Grenzen erfährt, wie das Verhältnis der Franzosen zu den Elsässern in Wirklichkeit aussieht. Keine Verhandlungen zwischen Zentrum un- Nationalsozialisten. Berlin, 14. Sept. (CNB. Eigene Meldung.) Wie wir aus parlamentarischen Kreisen erfahren, werden die Verhandlungen zwischen Nationalsozialisten und Zentrum vorläufig nicht weiter fortgesetzt, da man erst die Entwickluntz im Reich verfolgen will bzw. da die Nationalsozialisten den Ausgang der Reichstagswahl abwarten wollen. Zuchthaus für politischen Mord. Wuppertal, 14. Sept. (WTB.) Das Sondergericht verurteilte in der vergangenen Nacht nach 14stündiger Verhandlung zwei Kommuni st en zu sieben Jahren sechs Monaten und zu vier Jahren Zuchthaus. Beide hatten in der Nacht zum 19. Juni einen Nationalfozia- listen durch Schüsse getötet und zwei verletzt. Das Gericht nahm Totschlag in dem einen Falle und Totschlagsoersuch in den beiden anderen Fällen an und erklärte bei der Urteilsverkündung, nach der Notverordnung vom 9 August wäre die Tat wahrscheinlich mit dem Tode zu sühnen gewesen. Oer Reichselternbund verlangt die Konfessionsschule. Berlin, 15. Sept. (ERD.) Der Evangelische Reichselternbund hat an den Reichsinnenminister Frhr. v. Gayl ein Schreiben gerichtet, das sich vor allem mit der Frage des Reichsschul- g e s e tz e s beschäftigt. Rach Auffassung der evangelischen Elternschaft bedeute es eine „Tleber- spihung des Toleranzgedankens", wenn wegen Minderheiten, die zahlenmäßig für das Dolks- ganze von ganz geringer Bedeutung seien, die christliche Grundlage des deutschen Schulwesens aufgegeben werde. Der Gedanke der christlichen Erziehung lasse sich auf die Dauer mit Erfolg nicht in einer christlichen Gemeinschaftsschule, sondern unter Anpassung an die deutschen Gegebenheiten allein in dee Bekenntnisschule verwirklichen. Das Schreiben verlangt ferner in Preußen die „Ab- lösung einzelner für ein christliches Schulwesen nicht länger tragbarer Persönlichkeiten" in der Schulverwaltung und Schulaufsicht. Aus aller Welt. Zwei Motorkutter in der Nordsee verschollen. Dvr mehreren Tagen find zwei Fischer mit je einem Motorkutter von Wilhelmshaven aus zum Krabbenfang in See gefahren. Da die Schiffe bis jetzt nicht heimgekehrt sind, nimmt man an, daß sie in Seenot geraten sind. Die sofort aufgenvmmenen Nachforschungen sind bis jetzt ergebnislos geblieben. Beide Motorkutter hatten je zwei Mann Besatzung. Wildwest in Lharlotlenburg. In Charlottenburg spielte sich vor dem Rathaus ein Wildweststuck ab, bei dem den Räubern etwa 40 000 Mark in die Hände fielen. Alltäglich werden die Einnahmen der Straßenbahn und Autobusse, die in der Helmoltstraße in einem großen Bahnhof untergebracht sind, in der 9. Vormittagsstunde nach der Giro -- Kasse, die sich i m Charlottenburger Rathaus befindet, abgeliefert. Während mehrere Beamten damit beschäftigt waren das Geld auszuladen, fuhr plötzlich ein elegantes Auto vor dem Rathaus vor, dem vier junge Burschen entsprangen. Roch ehe sich die Beamten zur Wehr setzen konnten, zogen alle vier Revolver aus den Taschen und eröffneten ein Schnellfeuer auf die Beamten, von denen vier getroffen zu Boden sanken. Dann ergriffen sie drei Kassetten, worauf sie in das bereitstehende Auto stiegen und daoonrasten. Man nimmt an, daß etwa 40000 Mark den Räubern in die Hände gefallen sind. Berliner Polizeibeamter von einem Fahrraddieb niedergeschossen. Der 36jährige Polizeioberwachtmeister Otto Tiegs wurde dieser Tage in Berlin-Wilmersdorf von einem Fahrraddieb, den er verfolgt hatte und feslnehmen wollte, niedergeschossen und getötet. Der Täter, dessen Personalien noch nicht feststehen, erschoß sich dann selbst in einem Vorgarten der Mansfelder Straße. — lieber den Hergang der Tat werden ergänzend folgende Einzelheiten berichtet: Der Dieb hatte in der Nähe des Fehrbelliner Platzes ein Fahrrad gestohlen und wurde von dem Eigentümer in einer Autodroschke verfolgt. Unterwegs verständigte der Bestohlene den Polizeibeamten, der am Fehrbelliner Platz Dienst tat, und nahm ihn in der Droschke mit. Der Fahrrraddieb wurde in der Mansfelder Straße eingeholt. Als der Beamte die Droschke verlassen hatte, zog der Dieb sofort eine Pistole und streckte den Beamten durch einen Schuß nieder, um dann zu flüchten. Don einem zweiten Polizeibeamten wurde er in einem Vorgarten in der Mansfelder Straße gestellt. Bevor der Beamte, der ebenfalls seine Dienstpistole gezogen hatte, ihn festnehmen konnte schoß sich der Täter eine Kugel in den Kopf. Die Person des Täters ist noch nicht bekannt. Es handelt sich um einen älteren Mann. Mil dem gestohlenen Kraftwagen gegen einen Baum. Zwei Tote. Bei Bremen ereignete sich an der Straße Brinkum—Mackenstedt ein schweres Kraftwagenunglück, das zwei Todesopfer forderte. Zwei junae Mädchen hatten die Bekanntschaft zweier jungen Männer gemacht. Die vier st a h l e n gemeinsam einen Kraftwagen und fuhren in Richtung Brinkum davon. Aus ungeklärter Ursache raste der Wagen in einer an sich ungefährlichen Kurve g e - gen einen Baum. Dabei wurden die beiden hinten im Wagen sitzenden Insassen herausgeschleu- Lert. Ein 17jähriges Mädchen war sofort tot, während der etwa 23 Jahre alte Reuter aus Bremen schwer verletzt ins Krankenhaus geschafft werden mußte, wo er jetzt feinen Verletzun - gen erlegen ist. Das zweite junge Mädchen kam mit leichteren Verletzungen davon, blieb am Unfallsort und stellte sich später der Polizei. Der Fahrer, der unverletzt blieb, ist entflohen. Ueberfaü auf einen Zug in der Mandschurei. — 11 Reisende getötet, 50 verletzt. Wie die Telegraphenagentur der Sowjetunion berichtet, ist auf den von Chardin nach Tschangtschun unterwegs befindlichen Zug in der Nähe des Bahnhofs Schuanjandzy von chinesischen Banditen ein Ueberfall verübt worden. Elf Reisende wurden getötet, fünfzig verletzt. Die Lokomotive und zwei Waggons wurden die Böschung hinabgestürzt. Fast 200 Fahrgäste wurden b e - raubt. Unter den Beraubten befinden sich ein russischer Generalkonsul und ein Vertreter des russischen Erdölsyndikats. Nach den Angaben der nach Mukden gelangten Fahrgäste soll die Bande mit den chinesischen Truppen zusammengearbeitet haben. Nächtliche Boolskatastrophe in Sroinemünbe. Im Swinemünder Hafen liegt zur Zeit die Segeljacht „Salamander", die dem Akademischen Verein „Hütte" gehört. An Bord der Jacht befanden sich fünf junge Studenten des genannten Vereins. Die Segler hatten am Abend des Dienstag zwei Mädchen an Bord eingeladen. Gegen 3 Uhr wollte der Führer der Jacht, der Student Walter Wilde aus Berlin, die beiden Mädchen in einem Beiboot nachihremWohnortOster- nothafen übersetzen. Dabei ist das kleine Boot in das Kielwasser eines einsah- renden englischen Dampfers geraten und gekentert. Alle drei Insassen sind seitdem verschwunden. Es besteht kein Zweifel mehr, daß alle drei den Tod gesunden haben. Der ertrunkene Student ist der 24 Jahre alte Sohn des Professors Ernst Adolf Wilde aus Magdeburg. Bis zur Stunde ist noch keine Leiche geborgen. Sprengftoffanfchlag in Schwaben. Auf das Anwesen des Amtsanwalts beim Weißen- borner Amtsgericht (bei Augsburg), Inspektor Weber, wurde in einer der letzten Nächte gegen Vt 1 Uhr eine Sßurfmine geworfen. Die Explosion richtete großen Sachschaden an, verletzt wurde jedoch glücklicherweise niemand. Die Wurfmine war 7,5 cm lang und wurde mittels einer 2 m lagen Zündschnur zur Explosion gebracht. Die Hauswand hat ein großes Loch daoongetragen. Die Erschütterung war auch in den umliegenden Straßen zu spüren. Die sofort aufgenommenen Ermittlungen haben bisher noch zu keinem Ergebnis geführt. Ergänzend wird noch berichtet, daß die Beweggründe zu der Tat nur politischer Natur fein können, da man am Tatort einen Zettel fand, wonach der nächste Anschlag dem der Bayrischen Dolkspartei an- gehörenden ßanotagsabgeorbneten und Bürgermeister Dr.-Jng. Lenz gelten soll. Riefenfeuer in fiolno. In der in der Starostei Lomza gelegenen Stadt Kolno, südlich der ostpreußischen Stadt Johannis« 200 Jungen dürfen fliegen. Der Aero-Club von Deutschland veranstaltete auf dem Flugplatz in Berlin-Staaken ein Jugendfliegen in Sportflugzeugen, an dem 200 Schüler teilnahmen, die so zum erstenmal das Erlebnis eines Fluges hatten. Christliches Liebeswerk in Hessen. Zahresiagung der hessischen Inneren Mission. Die diesjährige große Tagung der Inneren Mission in Hessen sand vom 11. bis 13. September in Saubad) statt. Der Festgottesdienst am Sonntag wurde unter Mitwirkung des Kirchenchors von Direktor Röhricht-Darmstadt abgehalten, der mit der Lage eines Paulus und Silas im Gefängnis, die um Mitternacht beteten, die gegenwärtige Lage der Inneren Mission verglich. Im F e st - kindergottesdienst stellte Stadtpfarrer Schmidt-Schlitz den etwa 150 Kindern den barmherzigen Samariterdienst lebendig vor Augen. In der N a ch o e r s a m m l u n g , die wegen sehr starken Windes nicht auf dem Ramsderg ftattfinben konnte, sprachen verschiedene Redner; so erzählte Pfarrer Wagner- Darmstadt, der Vorsitzende der Inneren Mission in Hessen, aus dem alten Laubach der 1880er Jahre und verwob damit in feiner Weise Gedanken der Inneren Missionsarbeit. Der Orts- IUeber die Schwesternstationen, die teilweise in schwieriger Geldlage sind, aber auch spüren durften, wie der Opfersinn gewachsen ist, sprach der Leiter des Diakonievereins, Pfarrer G u y o t - Darmstadt; die Kinderschulen tarnen in dem Bericht des Vorstehers des Diakonissenhauses, Pfarrer Hickel- Darmstadt, zur Darstellung. Wesentliche Veränderungen gab es nicht. Der Landesjugendpfarrer Lic. von der Au - Darmstadt sprach dann von dem Gebiet der Adoptionen und der Fürsorgeerziehung. Eine längere Aussprache, sowie eine geschlossene Versammlung, schlossen sich an. Am Nachmittag sprach Regierungsrat Dr. B u e s vom Arbeitsamt Gießen klar und überzeugend vom Freiwilligen Arbeitsdienst, der gerade in feinem Bezirk eine so große, segensreiche Entwicklung genommen hat. Der Landesjugendwart Grüber-Wiesbaden berichtete dann aus der geistliche Pfarrer Kornmann grüßte im Namen der Gemeinde und legte dar, wie die Arbeit im Sinne der Inneren Mission am Orte vor mehr als 200 Jahren begann. Eindringlich sprach außerdem Pfarrer Reith-Seeheim von der praktischen Arbeit der Inneren Mission in der Gegenwart. Stadtmissionsinspektor S ch ö p w i n k e l - Offenbach berichtete ferner — und man erkannte daraus erfreut und teilweise erschüttert — welch große Arbeit in der Stille geschieht; denn es will doch etwas bedeuten, wenn etwa 550 Trinkerfamilien Tag für Tag betreut werden. Schlußwort und Gebet hatte der von einer anderen kirchlichen Jubelfeier noch herbeigeeilte Superintendent von Oberhessen, Oberkirchenrat D. Wagner- Gießen, übernommen. Die Nachversammlung wurde durch die Mitwirkung der Laubacher Musikkapelle verschönert. Die Kollekten des Tages hatten ein sehr schönes Ergebnis. Am Montagmorgen fand die Jahresversammlung der Hessischen Inneren Mission statt, in der Direktor Röhricht zunächst den Jahresbericht gab. Man erhielt damit einen Einblick in eine weitverzweigte, sehr dankens- j werte Arbeit, die freilich hie und da von der finan- | ziellen Not der Zeit nicht unberührt bleiben konnte. > Praxis in Hessen-Nassau und ließ mitfühlen, wie schwer, aber auch wie notwendig diese Arbeit ist. Eine längere Aussprache über die Möglichkeiten einer Mitarbeit der Kirche schloß sich an. Am Abend berichtete in einer geschlossenen Versammlung Frl. Becker- Berlin, die Geschäftsführerin des deutschen Verbandes für Ge- fährdeten-Fürsorge, aus ihrer Arbeit. Der Dienstagmorgen brachte in Fortsetzung der geschlossenen Versammlung des Vortages eine fünfstündige Beratung der Leiter der Evangelischen Kreiswohlfahrtsdienste, wo die Winterhilfe, die Fürsorgeerziehung, die Trinkerrettung u. a. behandelt wurden. Mit Dank gegen das gastliche Laubach, in dem sich alle Teilnehmer gut aufgehoben fühlten, schlossen alle Beratungen. In zwei Gruppen führte im Laufe des Dienstag der Ortsgeistliche Gäste und Einheimische durch die Laubacher Einrichtungen der Inneren Mission; dabei fanden das Krankenhaus und die Kinderschule wegen ihrer Zweckmäßigkeit und ihres sehr guten Zustandes, denen man eine verständnisvolle Leitung anmerkt, allseitige Anerkennung. Bedauert wurde, daß das Altersheim, trotz der gleichen Vorzüge und zeitgemäßer Preise, nicht besser belegt ist. bürg, brach dieser Tage ein Feuer aus, das sich mit rasender Schnelligkeit über einen großen Teil der Stadt ausbreitete. Wassermangel und Sturm erschwerten die Löscharbeiten, so daß die halbe Stadt niederbrannte, lieber 2000 Personen sind obdachlos. Die „fliegende Fqmilie" Hutchinson wird nach Schottland gebracht. „Daily Herald" meldet in großer Aufmachung, daß er mit der Reederei des Schiffsdampsers „Lord Taldot" eine Vereinbarung getroffen habe, wonach der Dampfer nach Angmagsalik zurückkehren und die „fliegende Familie" und die Besatzung des Flugzeugs, insgesamt 8 Personen, abholen und sofort nach Schottland bringen soll. Der Dampfer hatte die Geretteten an dem genannten Platz gelandet und seine Fahrt fortgesetzt. Somit hätte die Familie Hutchinson und ihre Begleiter möglicherweise den ganzen Winter in Ostgrönland zubringen müssen. — Wie noch mitgeteilt wird, hatten die Hutchinson, da sie keine Polarkleidung besaßen, sehr unter der Kälte zu leiden. Hutchinson selbst war so ermattet, daß er bei der Ankunft in Angmagsalik sofort das Bett aufsuchen mußte. Großfeuer im Odenwald. WSN. Wald-Michelbach, 12. Sept. In dem Anwesen des Landwirts Leonhard Jöst-Gadern brach auf bis jetzt noch ungeklärte Weise Großfeuer aus, das mit großer Geschwindigkeit um sich griff. Die Scheune, die g eja mte Getreideernte, die gesamte Heu- und Grummeternte, sämtliche land- wirtschaftliche Maschinen, darunter eine neue Dreschmaschine, und elektrische Motoren, sowie die Stallungen und Holzschuppen fielen dem Brande restlos zum Opfer. Die Pferde konnten nur unter Lebensgefahr vor dem Er- stickungstode gerettet werden. Der Schaden beträgt nach vorsichtiger Schätzung ungefähr 40 000 Mk. Oie Ernte dreier Familien vernichtet. WSN. Marburg, 14. Sept. Zum drittenmal innerhalb vier Wochen brach in dem Dorf Herzhausen (Kreis Biedenkopf) Feuer aus. Diesmal brannte eine Scheune des Landwirts Wagner ab, nachdem die ersten beiden Brände das Anwesen seines Bruders und das seiner Schwester heimgesucht hatten. Außer seiner eigenen Ernte waren die Erzeugnisse der beiden Geschwister in der Scheune untergebracht. Trotz aufopfernder Arbeit der Ortsseuerwehr wie auch der Wehr von Holzhausen gelang es nur, den Brand auf seinen Herd zu beschränken. Die Scheune selbst ist völlig abgebrannt und damit die Ernte dreier Familien vernichtet. Lieber die Entstehungsursache des Feuers ist noch nichts bekannt. Aus »er provinzialhauptstadt. Gießen, den 15. September 1932. Wie bewahre ich Butter und Käse im Haushalt auf? Bei der Aufbewahrung von Butter und Käse im Haushalt werden vielfach Fehler gemacht, die ein schnelles Verderben dieser Erzeugnisse verursachen. Die Hausfrauen sind oft sehr überrascht, wenn ihre Butter in kurzer Zeit einen ranzigen Geruch oder gar einen talgigen Geschmack und ein weißliches Aussehen bekommt. Sie sind gar zu gerne geneigt, diese Erscheinungen in einer fehlerhaften Herstellung der Butter zu suchen. Die Molkereien bemühen sich aber heutigen Tages außerordentlich, wie schon die Markenbutterbestrebungen beweisen, erstklassige Erzeugnisse nicht nur von tadellosem Geschmack, sondern auch von einwandfreier Haltbarkeit zu liefern. Die Hausfrau ihrerseits hat daher ebenfalls die Pflicht, die Milcherzeugnisse so sachgemäß aufzubewahren, daß ihre Güte bis zum völligen Verbrauch gewahrt bleibt. Bei der Butter sind tiefe Wärmegrade, sowie der Abschluß des Lichtes und der Luft diejenigen Bedingungen, durch deren Erfüllung ihre Haltbarkeit am längsten gewährleistet wird. Die Räume, in denen Butter aufbewahrt wird, sollen möglichst kühl gehalten sein. Da die Zersetzung des Dutterfettes durch Sauerstoffaufnahme seitens des Fettes erfolgt, also durch die Einwirkung von Licht und Lust gefördert wird, müssen die wirksamen ultravioletten Strahlen des Lichtes ausgeschaltet werden. Dies geschieht am besten durch Aufbewahrung der Butter in verschlossenen Gefäßen, die für Licht nicht durchlässig sind. Wer die Butter gar in der Nähe des Fensters stehen läßt, hat in kürzester Zeit, oft in einem Tage, ein vollständig verdorbenes Fett zu erwarten. Bei der Aufbewahrung der Käse im Haushalt hat man diese hauptsächlich vor Fliegen zu schützen. Die Käsefliege ist eine kleine Fliege, die leicht durch alle Ritzen hindurchschlüpft, um am Käse ihre Eier abzulegen, aus denen sich in wenigen Tagen Maden entwickeln. Bei den Sauermilchkäsen ist diese Erscheinung weniger anzutreffen wie bei den Weichkäsen. Namentlich die Weichkäse nach Limburger Art üben infolge ihres Geruches eine große Anziehungskraft auf die Fliegen aus. Sauermilchkäse vertragen keine längere Aufbewahrung, sie müssen bald gegessen werden. Weichkäse sollten kühl aufbewahrt werden, damit sie nicht überreis werden und zu lausen beginnen. Hartkäse, wie die Schweizerkäse und Tilsiterkäse, werden ab und zu mit Salzwasser abgerieben. Auch werden größere Stücke in mit Salzwasser getränkten Tüchern aufbewahrt. Sind zwei Schnittflächen vorhanden, so wird die eine Fläche, um das Schimmeln zu verhüten, mit Blattzinn bedeckt. Gießener Wochenmarktpreise. • Gießen, 15. Sept. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter 130 Pf., Landbutter 130, Kochbutter 100, Matte 25 bis 30, Wirsing 8 bis 10, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, Römischkohl 8 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20, Bohnen (grün und gelb) 20 bis 25, Llnterkohlrabi 5 bis 6, Tomaten 10 bis 15, Zwiebeln 8 bis 10, Kürbis 5 bis 6, Pilze 25 bis 30, Kartoffeln 3,5 (pro Zentner 3 Mark), Frühäpfel 15 bis 25, Falläpfel 5 bis 6, Birnen 10 bis 20, Dörrobst 30 bis 35, Zwetschen 10 bis 15, Mirabellen 25 bis 30, Pfirsiche 30 bis 40, Preißelbeeren 30 bis 35, Brombeeren 20 bis 25, Honig 40 bis 45, junge Hähne 70 bis 80, Suppenhühner 60 bis 80 Pfennig pro Pfund; Tauben 50 bis 60, Eier 10, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 8 bis 10, Salatgurken 10 bis 20, Endivien 10 bis 15, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 12, Sellerie 10 b. 25, Oberkohlrabi 5 bis 8, Käse 5 bis 10 Ps. pro Stück; Radieschen 10 Pf. pro Bund. Vornotizen. — Tageskalender für Donnerstag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Gräfin von Monte Christo". • * 40 9ahre „Hotel Hindenburg". Das in weiten Kreisen auch weit über unsere Stadt hinaus im besten Sinne bekannte „Hotel Hindenburg" kann am heutigen Donnerstag auf ein 40jähriges Bestehen zurüÄlicken. Der Seniorchef des Hauses, Herr Heinrich Elges, hat die beliebte Gaststätte im Lause der Jahre auf eine achtbare Höhe geführt. Als er im Jahre 1892 in Gießen die Wirtschaft „Zum Dusche Garten" übernahm, verstand er es durch Fleiß, Geschicklichkeit und mit der für den Gastwirt nötigen Dosis Humor, nicht zuletzt aber auch mit Hilfe feiner unermüdlichen treuen Lebensgefährtin alle Kreise der Gießener Bürgerschaft als Gast zu gewinnen. In studentischen Kreisen ist Herr Elges senior ebenfalls über Gießens Mauern hinaus bekannt und mancher Student hat dem Seniorchef des „Hotels Hindenburg" vieles zu verdanken. Der Gaststätte, die heute unter der Führung von Herrn Adolf Elges sich in neuem Gewände zeigt, dürsten zum Jubiläum viele Glückwünsche zuteil werden. ** Festnahme. Seit einigen Tagen trieb sich ein Mann in den Anlagen, besonders am Goldfischteich herum, der in unsittlicher Weise schulpflichtigen Mädchen gegenübertrat. Gestern nachmittag konnte seine Festnahme bei frischer Tat erfolgen. Es handelt sich um einen 41jährigen, verheirateten Schneider aus Gießen. — In Schutzhaft genommen wurde der 46jährige Musiker Rudolf Scheurich aus Bernstadt, der sich in Frauenkleidern am hiesigen Hauptbahnhof herumtrieb und durch sein Verhalten einen Menschenauflauf verursachte. ** Arbeitszeit der Angestellten im Einzelhandel. Das Polizeiamt Gießen teilt mit: Nachdem der Verein der Einzelhändler Gießen den Tarifvertrag für die kaufmännischen Angestellten im Kleinhandel gekündigt hat, ist bis zum Abschluß eines neuen Tarifvertrages eine BeschäftilrV ' J gung der Angestellten nur bis zum 48 Stunden wöchentlich zulässig. Die Geschäftsinhaber werden besonders darauf aufmerksam gemacht. **. Der Tod durch Unfall. Nach der letzten Statistik sterben in Deutschland jährlich rund 750 000 Menschen, davon 50 000 durch Unfälle aller Art. Dazu kommen 20 000 Fälle, in denen Selbstmord oder Verbrechen oorliegt. lieber 3000 Menschen sterben jährlich den Ertrinkungstod, 8000 durch Betriebs- und 5300 durch Verkehrsunfälle. Durch Blitzschlag sterben jährlich 140 Menschen, obwohl der Blitz 6000 bis 8000 mal im Jahre einschlägt. Etwa 100 Menschen sterben an Pilzvergiftung, ebenso viele durch Schlangenbiß, 400 durch unvorsichtiges Hantieren mit Schußwaffen. 400 Menschen kommen durch Unfall mit Tieren ums Leben. Durch unglückliche Benützung der Badewanne sterben mehr Menschen als durch Unfall auf der Eisenbahn. Theoretisch kann man 1 Billion Kilometer mit der Straßenbahn, 600 Millionen Kilometer mit der Eisenbahn, 35 Millionen Kilometer mit dem Auto und 3 Millionen Kilometer mit dem Flugzeug zurücklegen, ohne daß sich ein Unfall ereignet. Mit dem Flugzeug könnte man nach der Statistik 40mal um die Erde fliegen, ehe sich ein Unfall zuträgt. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. 0 H^unst' U *ai- ®flure6®ot?ei lag Met hohe erklinge" M/l'ede ortsg erötlnete Saline äestpred'S LZO ntr erseht- • Aolltveg, haue ° bereitet. Trotz -°Wmr g1 H bald Gustavs Philipp von Dutzback noch 16 IKe laug bleiben, bis dos D Drounsels lam. D Aedner mit grösste Der Männer k nie" unter Stabsu verschönte durch c Thore die Feier- D- Engel) umrc Alle von der Gemci von der Orgel - 8 - und vom Posa Segen, gesprochen : Morgenseier. Wittags bewegte ein großer Fest die zu ehren, die bi ausg-gangen. Psa hielt eine Andacht, bige teilnahmen. D Da außerordentlich aus unfern Filialo ren, reichten alle S Kirche nicht aus, sitzen oder umtehrei lÄeichenbach), der eine Predigt. Er s als Freuden- und t u. a. alle Kriegsst standen hat. Der k treter Ltiftstechmi J Glückwünsche ies : wähnte, M" ien öesKi und hinsichtlich Opfert dieser TMr W- C Laht die Arast des 'Ä '-LL: fftvnii,. *£ Ä k« *?Ä& ‘aut « ,■ «0> L L-«: «ÄÄ% 55 s» 30' M 30 bi» A J? 40 biä 45 fc60 N u ¥•6i« io ,; 8 bis io ’S» bis 15, tcllene 106.2S 0 Pf- pro 6tüd; Jonntrst sw (tafln ag- een bindenburg' über untere «te.Hotel i Bonnerstag auf 1Der Senior- 6M hat die r yfljte auf eine im Jahre 1892 1 ^Iche ©arten“ > Steift. Geschick. Bafttoirt nötigen r auch mit Hilfe ensgesährlin alle ast als Tast sm ist Herr 61, Iiehens Dauern Stubent hat dem nburg“ vieles zu heute unter der Zes sich in neuem Jubiläum viele n lagen trieb sich ibers am Goldfisch- leise schulpflichtigen nachmittag konnte erfolgen. Es han- leiratden Schneider lammen mürbe her ur/ch aus Lern- t? bie(igen Sjaupb \ Verhalten einen zesteNten im amt Tietzen teilt nzelhändler Sieben Mischen Angestell, it, ist bis zum W- ges eine Leschöfti- ?£'> äftstn^ emachi- IL M 7Ä UnM ^tmorb ■ Xfi.'SMW« unsalle- v iVi ^5$ «Sss «ÄW'SI m««*5bS6 kisenb^^MM und * .kne M üdlÄ»915”“ jglSlM* Obecheffen. 300 Jahre Kirche zu Holzheim. 0 Holzheim. 14. Sept. 2lm vergangenen Sonntag hatte unser Dors einen „großen Tag". Galt es doch, das 300jäf)rigc Bestehen unseres Gotteshauses festlich zu begehen. Morgens lauteten die Kirchenglocken den Festtag ein. Anschließend lieft der Posaunenchor von lern 36 Meter hohen Kirchturm einige Lob- und Danklieder erklingen. Den Morgenfestgottesdienst eröffnete der Ortsgeistliche Schmid durch Verlesen eines Psalmen und des Glaubensbekenntnisses. Alsdann hielt der Superintendent von Oberhessen, Oberkirchenrat D. Wagner, Dietzen, die Festpredigt, deren drei Hauptgedanken waren: 1. in diesem Gotteshaus kommt Gott zu euch, 2. und tröstet euch: 3. hier kann bte_ Erneuerung aller Dinge geschehen. Alsdann überbrachte Prälat D. Ur. Dr. Diehl, Darmstadt, Glück- und Segenswünsche der Hessischen Landes- kirche. Er feierte zunächst den Landgrafen Philipp von Hessen-Butzbach, dem damals Holzheim zu- gehörte, als einen der gröftten Gelehrten seiner Zeit. Dann führte er u. a. aus: 1624 wurden bei Besetzung unseres Ortes durch hessische Truppen der reformierte Pfarrer und der reformierte Schulmeister abgescht und durch lutherische Männer erseht. Pfarrer H o l w e g k, ein Vorfahre des späteren Reichskanzlers Dethmann- H o l l w e g, hatte den Bau der Kirche vor- öereitct. Trotz der furchtbaren Rot führten die Holzheimer mitten im Dreiftigjährigen Krieg dieses grofte Werk aus. Dazu gehörte ein tiefer Glaube. Aber er sollte belohnt werden. Brachte doch bald Gustav Adolf den Evangelischen Hilfe. Philipp von Butzbach zwang aber die Holzheimer, noch 16 Jahre lang beim lutherischen Glauben zu bleiben, bis das Dorf 1648 wieder zu Solms- Braunfels kam. Die Festteilnehmer folgten dem Redner mit gröftter Aufmerksamkeit. Der Männergesangverein „Harmonie" unter Stabführung von Gg. Eames sen. verschönte durch einige sehr gut vorgetragene Chöre die Feier. Der gemischte Chor (Leitung D. Engel) umrahmte das gesprochene Wort. Alle von der Gemeinde gesungenen Lieder wurden von der Orgel — gemeistert von Organist Kuhl — und vom Posaunenchor begleitet. Mit dem Segen, gesprochen vom Ortspfarrer, endigte die Morgenfeier. Mittags bewegte sich bei herrlichstem Wetter ein grober F e st z u g nach dem Friedhof, um die zu ehren, die vor uns in der Kirche ein- und ausgegangen. Pfarrer K ö d d i n g (Eberstadt) hielt eine Andacht, an der auch viele Andersgläu- bige teilnahmen. Dann ging es wieder zur Kirche. "Da aufterordentlich viele Fremde — namentlich aus unferm Filialort Dorf-Düll — gekommen waren, reichten alle Plätze unserer sehr geräumigen Kirche nicht aus, so daft Leute vor den Türen sitzen oder umkehren muhten. Pfarrer Freitag (Dieichenbach), der 27 Jahre hier amtierte, hielt eine Predigt. Er feierte den 11. September 1932 als Freuden- und Danktag. da unser Gotteshaus u. a. alle Kriegsstürme, die hier tobten, überstanden hat. Der letzte Prediger Dekan^tellver» treter Stiftsdechan Kahn (Luch) überbrachte die Glückwünsche des Dekanates Hungen und erwähnte. daft Holzheim im Dekanat seit Jahrzehnten hinsichtlich des Kirchenbesuchs an erster Stelle und hinsichtlich Opserfreudigkeit meistens auch an dieser Stelle stehe. Er ermahnte die Gemeinde: Laßt die Kraft des Glaubens auf euch wirken! Werdet nicht müde im Gebet! Hebet euch in der Siebe! 2uch in der Rachverfammluna trugen gemischter Chor und Posaunenchor viel zur feierlichen Ausgestaltung bei. Alle fremden Teilneh- mer, die freudig überrascht waren von der in lichten Farben prangenden Kirche, waren in der Mittagspause und zum Kaffee Gäste der Dorfbewohner. Mehrere Eingeladene, darunter der Graf von Solms - Laubach, sandten die besten Wünsche zur Feier. Die zwei Kollekten dienen zur Kirchenerneuerung. Eine Haus- fammlung vor dem Fest ergab 5 15 Mark. 2lm kommenden Sonntag feiert die »Evangelische Gemeinschaft in ihrem Dereinshaus ihr Iahres- sest. — 3tt diesen Tagen sind eS 25 Jahre, daft die »Reue Schule" auf der Deune eingeweiht wurde. Landkreis Gießen. Klein-Linden. 15. Sept. Gestern abend ereignete sich hier ein Verkehrsunfall. Ein junges Mädchen namens C tlilie Steinmüller, das gegenwärtig zu Besuch bei Bekannten in unserem Dorfe weilt, wurde gegen 22 Uhr, während eines Spazierganges, von einem Auto angefahren und zu Boden geschleudert. Die Verunglückte erlitt Wunden am Kopf und an den Deinen. Der Kraftfahrer, dessen Rurnrner festgestellt werden konnte, bekümmerte sich nicht um die Verletzte, sondern fuhr ohne Aufenthalt weiter. Das Befinden der Verunglückten gibt zu ernsten Bedenken keinen Anlab- <£ Reiskirchen, 14. Sept. Durch die hiesige Gendarmerie st ation wurde hier ein schon lange fterfbrieflid) gefugter Schwind- l e r verhaftet und dem Amtsgericht Gießen zuge- führt. Derselbe trieb sich in hiesiger Gegend als angeblicher Homöopath herum und versuchte schlechte, minderwertige und teure Heilmittel an den Mann zu bringen. k. Hungen, 12. Sept. Der seit einiger Zeit im hiesigen Schlosse weilende Kunstmaler Jenner bat eine Anzahl Aquarelle und zwar meist Landschaften und Erntebilder aus Hungen und Umgebung gemalt, die gestern im Dieben- saal des Rathauses zur öffentlichen Besichtigung ausgestellt waren. Die Kunstwerke fanden allgemeinen Beifall und konnten zum größten Teil auch Abnehmer finben. — In diesen Tagen veranstaltete das Hessische Heimatwerk seinen ersten Vortragsabend für Zuhörer aus dem freiwilligen Arbeitsdienst. Rach einleitenden Worten von Bürgermeister Fendt, in denen er dem Wunsche Ausdruck gab, daß die vom Heimatwerk getroffenen Maßnahmen insbesondere zur Betreuung der jugendlichen Arbeitsdienstfreiwilligen, einen vollen Erfolg bringen mögen, sprach der Redner des Abends Dr. Kammer, Dillingen, über „Sinn und Zweck des freiwilligen Arbeitsdienstes". t Stangenrod, 13. Sept. Sonntag formte Stangenrod fein erstes Mifsionsfest feiern. MifsionSpredigten wurden schon immer einmal dort gehalten, aber ein eigentliches Missionsfest hatte gefehlt. Die große Beteiligung bewies, daft ein solches Fest einem Bedürfnis entsprach. Im Gottesdienst, bei dem die Kirche bis auf den letzten Platz besetzt war, predigte Missionar Walther von Beuern. Die festliche gesangliche Ausgestaltung gaben die Schüler von Stangenrod, die drei schöne Lieder unter Leitung von Lehrer G ö r g vortrugen. Auch die Rachverfammlung war gut besucht und konnte auf dem dafür ausgezeichnet geeigneten Platz oberhalb des Friedhofes gehalten werden. Hm die Herrichtung dieses Platzes durch den Aufbau eines schön geschmücktem Rednerpultes sowie durch die Beschaffung von genügend Sitzgelegenheiten wie überhaupt um die ganze Zurüstung des Festes hatte sich Lehrer G ö r g besonders verdient gemacht. Rachdem Dekan Schmidt die Erschienenen begrüßt und auf den Iubiläumscharakter des Jahres 1932 für die Mission hingewiesen — am 21. August 1732 hatte die Herrnhuter Brüdergemeinde ihre ersten Missionare ausgesandt — berichtete Missionar Walther aus seinen Misissivnserlebnissen in Kamerun. Der Gesangverein von Stangenrod unter Leitung von Lehrer D ö r g und der Kirchengesang verein Grünberg unter Leitung von Lehrer Roth brachten verschiedene Chöre zu Gehör, die dankbar entgegengenommen wurden. Mit kurzem Dankeswort wurde die Versammlung geschlossen. Als Gaben für die Mission konnten Missionar Walther 50 Mark eingehändigt werden. KreiS Sdiotten. □ Saubach, 14. Sept. Am Dienstagnachmitlag erlegte Se. Erlaucht Graf Georg Friedrich zu Solms-Laudach am Schömberg bei dem Dbernfeenerßof einen kapitalen Hirsch (Vier- zehnender). □ Laudach , 15. Sept. In der jüngsten G e • meinderatsf itzung wurden zunächst 600 Fest- Meter Fichtenstammholz an einen auswärtigen Händler verkauft. Mit der von dem Ministerium des Innern vorgeschlagenen Aenderung der Wasserbezugsordnung erklärte sich der Gemeinderat in der Hauptsache einverstanden. Die von der Freiwilligen Feuerwehr beantragte A n - fchaffung von 100 Meter Schlauch nebst Kupplungen wurde genehmigt. Krcis Alsfcld. ch Rieder-Gemünden, 13. Sept. Zu einer außerordentlichen Hauptversammlung hatte der hiesige Geflügelzuchtverein seine Mitglieder für den vergangenen Sonntag eingeladen. Einziger Punkt der Tagesordrmng war das Programm der vom 16. bis 18. Dezember d. I. hier stattfindenden »Bezirks-Geflügelschau". Zunächst gab Zuchtwart S oe d l e r einen Rückblick auf die von auswärtigen Vereinen in letzter Zeit stattgefundenen Besichtigungen hiesiger Zuchten. Die Besprechung der vorgesehenen Ausstellung und die Verteilung der Arbeiten gingen rasch von- statten, da sämtliche Mitglieder den Willen zeigten. nach Kräften am Gelingen der Schau rnrtzu- helfen. Die vorgesehene Ausstellungsleitung seht sich wie folgt zusammen: Vorsitzender Bürgermeister Wittich, Ausstellungsleiter: L. Otter dein. 1. Schriftf.: O. Herbst, 2. Schriftf.: Lehrer Loh, Rechner: O. So edler, Technischer Leiter. Kunst und Wiffenschast. Afrikaforscher Jrobenius aus Tripolilanien zurück. Wie der Telegraphen-Union aus Rom gemeldet wird, ist der bekannte Afrikaforscher Professor Leo Frodenius von seiner Expedition in das Innere Tripolitaniens mit einer reichen Ausbeute an wissenschaftlich interessanten und wichtigen Feststellungen über die Felszeichnungen, die den verschiedenen Stilepochen angehören, nach Rom zurückgekehrt. Professor Frodenius wird in diesen Tagen mit dem italienischen Kolonialministerium über die Auswertung seiner Funde in Füh- (una treten. Außer den zahlreichen Felszeichnungen soll der bekannte Afrikaforscher auch umfangreiche Strecken von siedlungsfähigem Weide- land in Fezzan festgestellt haben. Die unter der Leitung von Dr. Jensen stehende Abteilung der Forschungsexpedition, die noch in die Gegend von Gat oorgestoßen ist, dürste erst in einiger Zeit nach Europa zurückkehren. Professor Deycke hostt aus Diederausnahme des Lalmelte-Prozesies. Der im Lübecker Calmette-Prozeß verurteilte Professor Deycke hält sich seit einiger Zeit in Stuttgart auf. Don privater Seite ist ihm ein chemisches Laboratorium zur Verfügung gestellt worden, wo er mit bakteriologischen Versuchen beschäftigt ist. Seine Arbeiten sollen so weit fortgeschritten sein, daß er sie in absehbarer Frist abzuschließen hofft, um dann mit einem Wiederaufnahmeantrag durchdringen zu können. Rundfunkprogramm. Freitag, 16. September. 7.05 (Von Bad Bertrich): Frühkonzert. 12: Mittagskonzert. 13.30: Konzert. 16 bis 16.45 (Von Leipzig): Gustav-Adolf-Feier. 17 (Don Karlsruhe): Rachrnittagskonzert des Philharmonischen Orchesters Karlsruhe. 18.25: Stunde der Bühne: »Die Spielzeit 1932 bis 1933 in Darmstadt". 18.50: Aerztevortrag. 19.30: Lieder, gelungen von Maria von Basilides (Alt). 20.15 (Von Hamburg): Schiffahrt tut not! 21.15: Mo- zart-Aoend des Kammerorchesters der Dresdner Philharmonie. 22.45 bis 24: Rachtmusik und Tanz. Samstag, 17. September. 7.05: Frühkonzert auf Schallplatten. 10.10 bis 10.50: Schulfunk: Szenen aus »Der Königsleutnant" von Gutzkow. 12: Konzert auf Schallplatten. 13.30 bis 14.40 (Von Freiburg): Aus älteren Operetten. 15.30 bis 16.30: Stunde der Jugend. 17: Unterhaltungsmusik. 18.25: »Bedeutet Kreditschöpfung zu produktiven Zwecken Inflation?". Vortrag von Paul Alt. 18.50: »Hausbesitzer und Mieterschaft, Gemeinsames und Gegensätzliches", Gespräch zwischen Regierungsrat a. D. Ritter und Dr. Wilhelm Schulz. 19.30; Rheinische Frohnatur, eine heitere Stunde mit Rudolf Rieth, Alice Rhode und Schallplatten. 20.10 (Vom Zeppelinbau Friedrichshafen): Bunter Abend. Wettervoraussage Weiterer kräftiger Barometeranstieg hat zur Entwicklung eines Hochdruckgebietes geführt, das sich quer über Mitteleuropa erstreckt. Unter seinem Einfluß wird vorerst vielfach aufheiterndes Wetter herrschen, wobei allerdings verbreitete für das herbstliche Hoch charakteristische Frühnebelbildungen eintreten. Die Temperaturen, die durch Ein- und Ausstrahlung bestimmt werden, erfahren zwischen Tag und Nacht aber stärkere Gegensätze. Aussichten für Freitag: Nach Frühnebelbildungen tagsüber aufheiterndes und trockenes Wetter, Temperaturgegensätze zwischen Tag und Nacht sich etwas verschärfend. Lufttemperaturen am 14. September: mittags 20,4 Grad Celsius, abends 15,6 Grad; am 15. September: morgens 15,4 Grad. Maximum 21,4 Grad, Minimum 12 Grad. „Haarglanz* festigt die Frisur! Er macht das Haar straff und elastisch. Infolgedessen laßt es sich noch einmal so leicht frisieren, und die Frisur hält länger. „Haarglanz“ erhalten Sie mit jedem weißen Beutel Schwarzkopf-Schaum- pon, dem milden Haarpflegemittel und auch mit dem hochwertigen, kosmetisch wirk- samsten Schwarzkopf-Extra. 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Da dieser ihn selbst an den bekannten Rerven- arz-t empfohlen hatte, kam es ihm nicht überraschend, daß Andresen fort wollte, und da dieser ihn von der Rotwendigkeit seiner möglichst schnellen Abveise überzeugte, wurde es möglich gemacht. Roch der Rachtzug führte Heinrich Andresen nach Berlin, wo er in den frühen Morgenstunden anlangte, todmüde und voll Sorgen. An Gertrud Andresen hatte er ein paar Zeilen rn die Pension geschickt: „Mein liebes Kind! Ich danke Dir für Deinen verständigen Brief und für Dein Vertrauen zu Fräulein von Diemen! Du hast Recht. Es ist unmöglich, was man von ihr gesagt hat. Ich reise sofort ab und werde eher in Berlin sein, als dieser Brief bei Dir. Es ist nicht ausgeschlossen, daß wir beide, Du und ich, für Eva-Marie zeugen müssen! Ich erwarte von Dir, daß Du tapfer bist und Dich von niemandem in Deinem vernünftigen Gedanken wankend machen läßt. Ich vertraue Dir, kleine Gerti! Sobald ich kann, besuche ich Dich. Mit herzlichem Gruß Dein treuer Onkel Heinrich." Der Morgen schien schon hell in die Fenster der Billa Andresens, als Heinrich das Haus seines Bruders betrat. „Wie kommst du hierher, Heinrich!" begrüßte Karl Andresen ihn laut und verwundert. Elisabeth Guntermann, die Hausdame, verneigte sich und bot ihm die Hand mit sanftem Lächeln. „Eine große Veränderung, seit wir uns nicht gesehen haben, nicht wahr Herr Doktor! Lind soviel Trauriges inzwischen! Ich habe mich des verwaisten Haushalts einstweilen angenommen!" Da stieg der Zorn heiß in Heinrich Andresens Gesicht. Er stieß ihre Hand zurück, wie ein ekelhaftes Tier: „Was habt ihr mit Eva-Marie von Diemen gemacht?" — seine Augen funkelten zornig seinen Bruder an, mit tiefer Verachtung die Hausdame. Sie spielte verlegen mit der Seidenfranse ihrer schwarzen Schärpe. Dann sah sie auf und sagte mit einer Liebenswürdigkeit, die an der so leicht Beleidigten merkwürdig auffiel: „Wir, Herr Doktor? Ihr Herr Bruder war fast ebenso erstaunt wie Sie heute, als er von dieser schweren Verfehlung des einst so verhätschelten Gesellschaftsfräuleins erfuhr! Ich war vielleicht die einzige, die nicht ganz unvorbereitet war, die das scheinheilige Fräulein schon eher erkannt hat, und ich habe oft ihre Mißbilligung ertragen müssen, wenn ich mein Benehmen ihr gegenWer danach ein» richtete? Soviel wir gehört haben, hat diese von Diemen bereits ein teilweises Geständnis abgelegt!" „Sie lügen! Ihr haftete kein Makel an!" Doktor Andresen vergaß jede Höflichkeit. Die Guntermann zuckte die knochigen Schultern. „In solchen Sachen sind die Männer, ob alt oder jung, hübschen Frauenspersonen gegenüber ziemlich ahnungslos! Sie kommen aber von der Reise, Herr Doktor, ich darf wohl meiner Pflicht nachkommen, dem Gaste des Herrn Andresen eine Tasse Kaffee anzubieten!" „Lassen Sie mich in Ruh! Wo ist Fräulein von Diemen?" „In Moabit, in Untersuchungshaft!" antwortete etwas spöttisch Karl Andresen. „Glaubst du, man behält sie dort ohne Grund und Anlaß? Etwas muß doch dahinter sein, lieber Bruder!" „Ja!" sagte in höchstem Zorn Heinrich, „eine totale Verrücktheit oder eine bodenlose Gemeinheit! Eins von beiden! Und um das festzustellen, werde ich jetzt sofort zu ihr fahren!" „Tu, was du nicht lassen kannst", gab der Kaufmann kalt zur Antwort. „Ich verzeih dir deine sehr wenig brüderliche Art, und Fräulein Guntermann wird dir deine Unhöflichkeit verzeihen. Denn es ist ja nicht so leicht zu begreifen, wenn man sich in ein hübsches Mädel aus ersten Gesellschaftskreisen verliebt hat und findet sie nachher im Kittchen wieder!" Heinrich Andresen war in seiner Empörung so rasch wieder hinausgestürmt, daß er die häßlichen Reden seines Bruders kaum noch vernahm. Er nahm die nächste Fahrgelegenheit nach Moabit. So rasch und ohne Besinnen war er seiner Eingebung gefolgt, daß er erst beim Aussteigen aus der elektrischen Bahn gewahr wurde, daß er seinen Koffer von Hamburg noch in der Hand hatte. Er ging über den großen grauen Hof und suchte den Pförtner. Vor der Tür ging eine vornehm aussehende ältere Dame, tief verschleiert, auf und ab. Erregt und ratlos waren ihre Schritte. Ihr Gesicht war nicht zu sehen, denn sie hielt es gesenkt, und der Schleier verhüllte es. Ein robuster Mensch mit rotem, gutmütigem Gesicht und einer Beamtenmühe kam heraus aus einem der großen, grauen Gebäude mit den vergitterten Fenstern. Heinrich Andresen besann sich auf die Macht, die viele Türen öffnet, und drückte ihm einen Schein in die Hand. „Wohin will der Herr denn jern?" sagte der Mann in entgegenkommender Haltung. Dr. Andresen legte ihm die Hand auf die breite Schulter. „Das Doppelte gebe ich Ihnen, wenn Sie es mir möglich machen, das Fräulein von Diemen zu sprechen, das hier in Untersuchungshaft sein soll!" „Tut mir janz furchtbar leid! Ist janz aus- jeschlossen, mein Herr! Ob Sie nun der Bruder sind oder der Dräutijam, ist janz egal. Heute darf keen Mensch mehr rein? Denn morjen ist Termin, und da jeht es nich! Wenn ick menschlich denke und will Ihnen jern reinlassen, denn sitze ick morjen an der Luft! ilnb bei die Arbeitslosigkeit kann das keener riskieren!" „Dann sagen Sie mir wenigstens, an wen ich mich wenden kann, um es zu erreichen", bat Andresen. Der Mann schüttelte den Kopf. „Jeht nich und nutzt Ihnen nischt! Sie kriejen keene Erlaubnis! Bei sone schlimme Sachen darf vor die Termine keener rein! Da drüben jeht ne Dame. Die ist die Mutter, sagt se! lind sie darf ooch erst nach dem Termin mit die Tochter reden!" „Wann ist Termin?" fragte hastig Dr. Andresen. „Morjen früh halb zehne? Ra, und denn is ja die Oeffentlichkeit nich ausjeschlossen. Denn können Se ja beiwohnen. Denn sehen Se ja jleich, wat los is, und können hinterher mit ihr reden." „Ich danke Ihnen! — Rein, behalten Sie nur!" wehrte der Arzt ab, als der Pförtner ihm das Trinkgeld zurückreichen wollte, weil er nichts hatte für ihn tun können. Er tat wenigstens so. „Ra, denn danke ich schön! Für'n andermal, wenn Se mich brauchen!" Er legte die Hand an die Mütze, und Heinrich Andresen ging rasch die ziegelsteingepflasterten Wege durch den Hof dex Dame nach, die ihm scheinbar ausweichen wollte. Er stellte sich ihr in den Weg. „Verzeihung, ich habe die Ehre, Exzellenz, Eva-Maries Mutter, zu begegnen?" sagte er leise und höflich. „Um Gott? Wer sind Sie?" fragte sie angstvoll und brach in hilfloses Weinen aus. Dr. Andresen bot ihr in tiefem Mitgefühl den Arm. „Gestatten Exzellenz, daß ich als Eva- Maries aufrichtigster Freund Sie hier fortführe! Wir wollen überlegen, gemeinsam überlegen, was zu tun ist, um die Unglückliche zu retten!" Die Dame sah zu ihm auf. Die ehrliche Stimme, das sympathische Gesicht des Mannes, gaben ihr ein wenig Mut. „Darf ich um Ihren Rarneq bitten?" „Ich bin Dr. Andresen!" Er nahm den Hut ab. Aber bei dem Ramen wandte sich die Dame trostlos ab. „Sie werden mir verzeihen, Herr ' Doktor, daß Ihr Rame mir furchtbar ist. Ich wünschte, das Kind wäre nie, niemals in das Haus Andresen gekommen, das nun ihr Unglück geworden ist!" „Das kann ich verstehen, gnädige Frau!" antwortete er traurig. „Aber ich habe nichts mit dem zu schaffen, was man Ihrer Tochter im Hause meines Bruders angetan hat, und ich bin mit dem nächsten Schnellzug von Hamburg gekommen, als ich davon erfuhr, um sie so schnell zu erlösen, als es möglich ist!" „Und warum taten Sie das, Herr Doktors fragte Exzellenz von Diemen erstaunt. Er führte sie durch den düsteren Hof durch die Vordergebäude auf die freie Straße, ehe er antwortete. „Weil ich Eva-Marie vom Grunde meines Herzens liebe und beabsichtige, Sie, gnädige Frau, um ihre Hand zu bitten!" „Run wird mich wohl keiner mehr darum zu bitten wagen!" sagte mit tiefem Gram die Dame. „Herr Gott, es ist doch nicht möglich, daß Eva-Marie so etwas tat, aber die Schande, die Schande! Die bleibt auch, wenn sie unschuldig ist!" „Die Schande wird von ihr abfallen wie welke Blätter im Herbst, wenn erst Licht in diese Finsternis gebracht ist!" tröstete Heinrich. „Und um Eva-Maries Hand bitte ich heute schon! Daß sie mich lieb hat, das weiß ich, und mit Ihrer Einwilligung, gnädige Frau, geben Sie mir noch ein größeres Recht, für sie einzutreten, moralisch wenigstens! Vor Gericht ist es besser für sie. wenn ich mit gutem Gewissen beschwören kann, daß ich ihr noch fremd gegenüberstehe! Meine Gefühle für das liebe Mädchen gehen keinen Gerichtshof etwas an!" „Das lohne Ihnen Gott! Daß Sie auch heute treu zu ihr stehen!" sagte die Dame. Es war ihr ein großer Trost, daß sie dem Schweren nicht mehr so ganz allein gegenüberstand. Ihr Bruder hatte ja sogar verhindern wollen, daß sie hierher fuhr. Und sie liebte doch Eva-Marie mit echter Mutterliebe, wie ein eigenes, leibliches Kind. Dr. Andresen nahm den nächsten Wagen, hv8 die Dame hinein und fuhr in ein Hotel. „Ich mag meinen Ramen gar nicht einschreiben, wo er jeht durch jede Zeitung gezogen toirb?** schluchzte sie, als ber Kellner bas Anrneldebuch vor sie hinlegte und wieder verschwunden war. Da nahm ihr ber junge Mann den Stift aus der Hand und schrieb, daß sie es sehen konnte: „Dr. Andresen, Rervenarzt aus Hamburg, nebst Mutter." (Fortsetzung folgt.) am 12. September 1932 zu Dortmund- im 84. Lebensjahre. u. v. a. fl47OD gestorben Marten. Für die trauernden Hinterbliebenen: Berta Simon, geb. Joseph. Ordentliches 05397 Mädchen das perfekt kochen kann, für kl. Haush. (2Perf.)z.l.Okt.ges. Seltersweg 10 (Lad.) Beerdigung:Freitag.den 16. Sept.,ll.SOUhrvorm. _______________________________________________64G7D Londorf, Aliendorf a. d. Lda„ Paris, den 14. September 1932. Es gibt vieles- für Ihre Ge- sundheit I — Aber nur ein "" »Lebewohl« für Ihre Htih- neraugen. 4939 V L. Alchoff Gericht!, beeidigter Tax. u. Auktionator Stellengesuche, 21jährig. Mädchen, welches schon groß. Haush. geführt hat, sucht Stelle als HAUSTOCHTER Schrift!. Ang. unt. 6475 D a. d. G. A. Wir betrauern den Tod unseres lieben A. H.. des Pfarrer Reinhard Deife (Gi. 09) Heute vormittag entschlief sanft nach kurzem Krankenlager mein geliebter Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Herr Anselm Simon II. Der Gießener Wingolf I. N. u. A. Heinrich Schneider F. V. theol. o| Hühnerauften-Lebewobl u. Lebewohl-Ballen- ■cheiben. Blechdose (8 Pflaster)68Pf.. 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Aus dem Munde aller guten Kommunisten, aus den Spalten aller SowjetzeituiHen, in Versammlungen. in der Fabrik, beim Unterricht und zu Hause kann man es täglich hören: „Wir bauen eine neue Welt. Wir leisten Großes. Wir sind eine neue Epoche. Wir ... Wir ... Wir ...!" Don allen Wänden schreien es die Plakate, Lautsprecher verkünden es bis in die entlegensten Dauernkaten: „Wir bauen! Wir schaffen! Wir überholen Europa und Amerika!" Es wird täglich in alle Hirne einge- hämmert, es drängt sich jedem auf, die Luft ist davon erfüllt: „Neuer Beschluß der Partei ... der Regierung ... des T-Komitees: Wir bauen. Wir erfüllen, Wir holen ein!" Der M u s ch i k — bei Wjatka im hohen Norden, wo es nur vier Monate im Jahr keine Kältegrade gibt, oder in der Krim im Süden, mit seinem sub- tropischen Klima, oder in Zentralasien, wo Tee und Baumwolle wachsen, oder im Ural, wo er aus Haus und Hof verjagt und in der Fabrik vor die komplizierten Maschinen gestellt wurde — der Muschik streicht sich den ungepflegten Bart und schüttelt verwundert seinen Kopf. Er versteht die Regierung nicht. Warum diese Eile? Es lebt sich doch auch so ganz schön. Etwa wie früher ... Da gab es nicht diese Losungey: Bauen und Einholen. Man konnte im Winter auf dem Ofen liegen, hatte Sommers seine Arbeit, fein Stück Brot. Was verlangt man denn noch? Auch einen neuen Pflug konnte man sich einmal kaufen und ein buntes Kopftuch für die Frau. Heute aber? Man würde sich mit dem Regiment von Väterchen Stalin schon abfinden ... Aber kein Brot, kein neuer Kochtops — dafür „der neue Geist", von dem man schon übersättigt ist, dieses „Einhorn und Ueberholen". So der Dauer. Einer von den 120 Millionen. Seine Bequemlichkeit auf. Und bann tauchen ab und an neue Rezept« auf, wie zugunsten des Wohls der Massen gewirkt werden kann. — Erst kamen die Kaninchen. Ihre Zucht wurde als eine patriotische Tat hingesteUt, sie sollten den Staat retten. 3n ellenlangen Artikeln wurde ihr Fleisch als besonders schmackhaft und gut verdaulich gepriesen und bei der natürlichen Fruchtbarkeit dieses Tierchens sah man sich schon los und ledig aller Sorgen. — Aber die Sache hat einen Haken. Es geht nämlich doch nicht so schnell. Denn bei dem Fehlen aller Vorarbeiten, bei der Lässi-gkeit der Durchführung des Zuchtplanes können noch Jahre vergehen, bis die Millionen von Tieren da sein werden, die nötig sind, um auch nur eine bescheidene Rolle in der Dolksemährung zu spielen. — So ist das Kaninchen jetzt nicht mehr der Favorit. Dagegen ist man nun auf d ie Sojabohne gekommen. Das ist doch wieder was! Etwas Umwälzendes, etwas Grandioses! Flugs wurde ein „Institut der chinesischen Soja" gegründet, in der amtlichen Iswestija wird ihre Rahrhaftigkeit, die „doppelt so groß ist wie die des Brotes", gepriesen, aus ihr sollen Saucen und Würste gemacht werden, die Sojamilch soll mehr Eiweiß als die Kuhmilch enthalten — aber der „Konservativismus" der sturen Sowjetbürger wehrt sich gegen die neuen Gerichte. Und es heißt, daß man in der Ukraine Mahlzeiten aus Sojabohnen bereitet hätte, die „unter aller Kritik" sein sollen, an der Wolga habe man — Pralinen aus Sojabohnen gemacht, nach deren Genuß eine ganze Anzahl von Kindern erkrankt sein sollen, während ein findiger Kellner in Odessa den ganzen Plänen durch seine Bezeichnung eines Sojabohnengerichts als „Frühstück des Fünfjahresplanes" einen schweren Schlag in den Augen der regierten Bürger verseht hat. u,iuc£|ianuii^eiu>«..i.. «.in Stück Fleisch oder ein Ei doch noch vor, ob also die Sojabohne der Sowjetunion die Rettung von ihren Rahrungssorgen bringen kann, ist nach wie vor fraglich geblieben. Aber auch sonst steht es schlimm um die Versorgung des Sowjetbürgers. Man kann das heute schon aus den Leitartikeln der amtlichen Blätter selbst herauslesen. Die ..Iswestija" beginnt ihre Betrachtungen stets mit einer Lobeshymne auf die grandiosen Fortschritte, die allerdings an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig läßt. So kann man lesen, die Textilindustrie habe unerhörte Schritte vorwärts gemacht, sie sei heute ein wichtiger Zweig der Gesamtwirtschaft... aber: der Ausschuß betrage noch immer 30 v. H. der Gesamtproduktion: oft erschienen Mäntel ohne Kragen und ganz unmöglichen Zuschnitts auf dem Markt, die Aerinel sind verschieden lang, die Knopflöcher sind größer als die Knöpse oder sie fehlen ganz, die Kontrolle funktioniert nicht, Millionen werden verpulvert usw. - Aehnliche Zustände herrschen aus dem Schuhmarkt. Die „Iswestija" erzählt auch hier einige wenig erfreuliche Dinge. So waren in der Fabrik „Pariser Kommune" etwa 50 v. H. und in der Fabrik „Eojuskoscha" (Univnsleder) sogar 88 v. H. der ganzen Erzeugung absolut untauglich und mußten vernichtet werden. — Unter diesen Umständen kann es allerdings nicht wundernehmen, wenn ein Sowjetbürger in der Krasnaja Gaseta erzählt, welche Abenteuer er mit dem Bezugsschein in der Hand auf der Iagd nach ein paar Schuhen erlebt hat. Einen Monat lang ging er jeden Tag, den der liebe Gott werden ließ, an die Quelle selbst, in die Fabrik Treugolnik — seine Schuhe hat er aber heute noch nicht. Als Kommunist ist er mit seiner Quittung bis an die Maschine vorgedrungen — was nüht's? „Es ist zum Verzweifeln!", ruft er aus. „Bauen wir so die neue Welt? Wollen wir auf diese Weise Europa und Amerika überholen? Was nützen alle guten Losungen — man will auch einmal einen kleinen materiellen Erfolg sehen!" — Ia, vom Geist allein wird der Sowjetbürger nicht satt — er will auch einmal ein Stück Fleisch haben. träubt sich gegen die Unruhe und Unsicherheit, [ein gesunder Sinn will mit dem politischen Dabanque- piel nichts zu tun haben, er ist unempfindlich ;egen politische Strömungen, gegen Politik über- >Qupt, gegen alle Losungen und gegen jeden „neuen Geist" Er ist unkonseroativ — er will sich nur ab und zu einen neuen Pslug und einen neuen Kochtopf kaufen können. Und er will nicht den Erlös nahezu der halben Ernte für ein paar Stiefel ausgeben I n derSkadl aber eilt der kleine graue Men ich aus seiner Fabrik und aus dem Bureau nach „Hause", nach seinem Wohnloch, das ständig unge- lüftet ist, ewig nach Katzen und dem Benzinkocher riecht und in dem er neben drei, vier oder fünf anderen Kollektiowesen haust. Er steht in endlosen Reihen vor den Haltestellen der so seltenen Straßenbahnen und hat noch längst nicht die Flrbeitsmüdig- keit überwunden, — aber die Sorgen der nächsten Stunden stürmen schon auf ihn ein. In der drängenden Fülle der Straßenbahn zieht er sein Buch hervor, denn heute abend gibt es noch Unterricht oder einen Bortrag oder eine Versammlung oder einen Aus- spracheabend ober — und so fort. Dabei gibt es morgen kein Fleisch mehr, heute läuft die Karte ab Ob ich die Nachbarin bitte, sich sür mich in die Reihe zu stellen? — Jetzt stößt der Mann da wieder mit dem Ellenbogen, die Rippen werden wund. — „Eire kraftvolle Führung der kommunistisch-leninistisch.m Partei bietet die einzige Gewähr für die Befreiung des Proletariats von dem Joch des Kapitalismus. So lautet das Thema des heutigen Vortrags. — Ob ich mir noch ein Viertelpfund Butter leiste? D'k vorige Karte ist verfallen Müßte auf dem freien Markt taufen. Dort kostet sie nur noch 26 Rubel dos Kilo Aber auf Beschluß des Einwohnerkomitees wurde eine Sonderzeichnung der „abfchließenden Anleihe des Fünfiahresplans" in Höhe von 50 v H des Gehalts verlangt — „Besucht die Ausstellung der Ausschußwaren", fordert eine große Tabelle „Sie fördert die Selbstdisziplin .. " Ob ich die Nachbarin verklage, die mir gestern in den Kochtopf gespuckt bat9 Ihr Mann ist ober Kommunist und Boi fitzender der Kooperative Es ist gefährlich. — Dabei höbe ich fast vergessen: ich soll heute noch zur Schule Zur Rechtfertigung vor dein Schülerausschuß wegen der Tracht Prügel, die Mischa gestern bezogen hat Fragt mich der Dengel, ob nicht auch wie bei seinem Freund Wanja ein „Onkel" sein wirklicher Vater wäre. Dieser habe fein „großes leninistisches Ehrenwort" gegeben, daß der Mann der Mutter gar nicht immer auch der Vater sein müsse. Ganz aus der Art gelch-agen ist der Iunoe. Ein Riesenplakat fordert zu Spenden für das Sowjetluftschiff auf Auch im Luftschiffbau müßen wir einholen und überholen — Morgen ist Brottag. Vielleicht stellt sich Milcha an, wenn er nicht gerade Schülerversammlung hat — Dieser ekelhafte Bursche, der Genosse Fomin Hat mich angelchwörtt weil ich nicht in die Partei ein- treten will' Endlich zu Haufe . Der sreudtofe. gehetzte, geplagte gedrückte Sowjetbürger erklimmt die finiteren Stufen der Hintertreppe eines Mietshaus^, das unzählige Familien beherbergt. Seine Wohnung ist ein halbes Zimmer, ein Kreidestrich oder ein quer durch die Stube gezogener Bindfaden deutet die Grenze gegen den Rachbarn an. 2Iuf ctem Bett balgen sich Mischa und Fedja. Die Rach- barin schimpft, der Rachbar ist betrunken und lallt blöde vor lich hin. Der Mieterrat erscheint. Reuer einstimmiger" Beschluß Was tu ich nur? Ar- beiterversammlung. Schülerrat. Fleisch kaufen. Schlange stehen, Verordnungen. Beschlüsse. Einholen. Ueberholen... Dumpf läßt sich der Sowjetbürger auf seinen einzigen Stuhl fallen.. Das sowietrussischc Staatseigentum, genannt . Bürger" ist nicht mehr freies Individuum. Er ist nur noch Objekt des Kollektivismus! Die private Zeit und das fßerfügungs» recht darüber ist ihm genommen, er wird dauernd und jede Minute des Tages im neuen Geist erzogen. Der Fortgeschrittenere lehrt, der Zu- rückgebliebene lernt diesen Geist. Mit Losungen wird er gefüttert. „Deine Kraft gehört dem Staat! Du bist das Salz der neuen sozialistischen Erde! Dein ist die neue Epoche! Der neue kommunistische Geist wird sich in Dir und durch Dich tausendfältig fortpflanzen. Rur beeile Dich- Einholen und überholen!" Aber das Paradoxe an der Lage, daß nämlich der neue Staat, der die marxistische Lehre von dem reinen Materialismus verkündet, seinen Anhängern nicht einmal ein Exi- stenzminimum an irdischem Glück garantieren kann, geht auch hier immer wieder Sportabteilung desTurnvereinöLollar Die 2. und 3. Fußballmannschaften von Lollar trugen am Sonntag ihre ersten Verbandsspiele aus. Die 2. Mannschaft weilte in Krofdorf und brachte einen ll:l-Sieg mit nach Hause. Die 3. Mannschaft mußte Sieg und Punkte in Steinbach lassen. Mit 5:2 wurde die Mannschaft geschlagen. Sportverein 1928 Garbenteich. Garbenteich I — BfR. Lich I 5:2 (3:0). Die 1. Mannschaft des Sportvereins konnte sich am Sonntag die zwei ersten Punkte durch einen eindrucksvollen 5:2-Sieg über die 1. Mannschaft des VfR. Lich sichern. Es entwickelte sich ein harter, jedoch fairer Kampf, in dem die Platzbesitzer, die zunächst mit dem Wind im Rücken spielten, bis zur Halbzeit drei Tore vorlegten. Ein Elfmeterball wurde verschossen. Nach dem Seitenwechsel ging Lich mäch-, tig aus sich heraus und verkürzte auf 3:1 Dann rückte aber Garbenteich wieder auf und brachte das Licher Tor in ernste Gefahr. Noch zweimal konnten die Einheimischen den ausgezeichneten Torwart der Gäste überwinden, während die Gäste selbst nur noch ein weiteres Tor erzielen konnten Garbenteich siegte verdient. Die neuaufgefteUte 2. Mannschaft trug in Klein- Linden gegen die dortige 2. Mannschaft ein Gesell» schaftsrückspiei aus, das sie, dank ihres guten Torwarts, mit 2:1 gewinnen konnte FÄ. „Teutonia" Laubach. Fv. Teutonia Laubach I — Ettingshausen I 2:2 (2:2). Zum ersten fälligen Verbandsspiel trafen sich am vergangenen Sonntag auf dem hiesigen Platz die beiden 1. Mannschaften des FV. Teutonia Laubach und des FC. Ettingshausen. Das Spiel konnte im allgemeinen nicht sehr gefallen, da die beiderseitigen Stürmer- und Läuferreihen etwas langsam waren. Dagegen zeigten die Hintermannschaften gute Leistungen. In der dritten Minute erzielte die Platzmannschaft das Führungstor, bereits eine Minute später konnte Ettingshausen ausgleichen. Bei beiderseits wechselndem Spiel gelangte Laubach in der 43. Minute zum zweiten Tor, und kurz vor dem Schlußpfiff zur Halbzeit war auch von der Gäste- mannschast der Ausgleich erzielt. Die zweite Spielhälfte verlief torlos, trotzdem Laubach etwas überlegen mit dem Wind spielte. Beide Mannschaften teilten sich die Punkte. Handball im Gau Hessen (O.T.) Tv. Krofdorf 1 — Tv. Großen-Linden I 4:8 (2:3). Das Spiel litt stark unter dem heftigen Wind. Schon in der zweiten Minute gehen die Gäste in Führung. Krofdorf kam bald zum Ausgleich und konnte auch auf 2:1 erhöhen. Zwei weitere Tore der Großen-Lindener stellten den Halbzeitstand her. Rach der Pause kommen die Gäste noch zu weiteren fünf Treffern, denen die Einheimischen nur noch zwei entgegensetzen können. Vorher spielten die zweiten Mannschaften beider Vereine und trennten sich mit einem 6:3-Sieg für die besseren Krofdorfer. Avendorf (Lahn) II — Hochelheim II 8:2 (8:0). Am Sonntag weilte die zweite Mannschaft des Tv. Aliendors zum fälligen Rückspiel in Hochelheim. Es entwickelte sich ein lebhaftes Spiel. Beide Mannschaften spielten anfangs sehr ruhig. Der Platzbesiher hatte in der ersten Halbzeit etwas mehr vom Spiel und führte bis zur Halbzeit 8:0. Rach dem Wechsel spielten die Gäste mit dem Wind, sie wurden merklich besser und konnten innerhalb 8 Minuten 2 Tore erringen. Bei diesem Stande wurde das Spiel vom Siedsrichter abgebrochen. Allendorf spielte nur mit 10 Mann. Bergfest öesLahn-Oünsberg-Gaues Arn vergangenen Sonntag hielt der Lahn- Dünsbcrg-Gau auf dem Dünsberg sein diesjähriges Bergfest ab, an dem viele Turner und Turnerinnen teilnahmen. Das Fest, über das wir bereits am Montag berichteten, nahm einen sehr schönen Verlauf und brachte folgende Ergebnisse. (In Anbetracht der beschränkten Raumverhältnisse müssen wir uns auf eine entsprechend der Beteiligung prozentual gekürzte Wiedergabe der Ergebnisse beschränken.) Turner, aktiv: 1. Hch Rühl, Beuern, 84 Punkte. 2. H. Großhaus. Lollar, 80; 3. E. Winter, Launsbach, 71; 4. P. Schlierbach, Rodheim, 70; 5. Karl Heitz, Wieseck, Otto Schardt, Hausen, Hans Pfaff, Kesselbach. 69; 6. R. Schieferstein, Launsbach, 68; 7. Ernst Hasselbach. Londorf, H. Zulauf. Kelsterbach. 67. 8. Emil Becker. Ruttershausen. 65; 9. Fritz Geier. Atzbach. Ph. Launspach. Reiskirchen. Wilhelm Frank. Lollar. 63; 10. Fr. Balser, Reiskirchen. 62, 11. W. Billasch. Friedberg-Fauerbach, Hans Schmidt. Dorlar, 60, 12. Otto Speicr. Wißmar. A. Schmidt. Waldgirmes, R. Schmidt. Rodheim. 58. 13. E Iung, Lollar. W. Schmidt. Rodheim, 57 Punkte. T urnerjugend ° Oberstufe: 1. Ehr. Möbus. Reiskirchen. 100 Punkte; 2. Willi Will, Ruttershausen. 90; 3- Ph- Keil. Beuern. 75; 4. Sy Schmidt. Kinzenbach, 73; 5. Walter Müller, Collar R. Lanz. Watzenborn-Steinberg, Ewald Mandler. Wißmar. Ernst Fuhr. Beuern, E. Klas, Waldgirmes, je 72; 6. E. Gilbert. Lollar. W. Platt. Rodheim. 70; 7- G- Sommer. Friedberg- Fauerbach. Hans Kraft, Londorf, je 69 Punkte. Surncrinnen-ilntcrftufe: 1. E.Bittendorf. Mainzlar, 103 Punkte; 2. E. Lernp, Mainzlar, C. Felde. Staufenberg, je 98; 3. H. Schwabe. Lollar, 96; 4. E. Hofmann, Lollar, 95, 5 E. Herzberger. Mainzlar, 92; 6. A Schlund. Hausen, 86; 7. Herta Agel. Atzbach, 84; 8. E. Moos. Staufenberg. 83 Punkte. Iugendturner-llnterstufe: 1. Adolf Klinkel, Lollar. 113 Punkte; 2. Helm. Diehl, Lollar, 106; 3. L. Launspach. Reiskirchen, 92; 4. W. Pfa", Kesselbach, 91; 5. H. Hill, Dorlar, 85; 6. W. Kuhlmann. Dorlar. 81; 7. Fritz Bonder- heid. Hausen. Fr. Vogel. Staufenberg, H. Iäger. Reiskirchen, je 80; 8. Fr.Tasch. Atzbach. 78; 9. Friedel Ufer, Garbenheim, 77; 10. K. Klein. Salzböden. L. Schmandt, Watzenborn. 75 Punkte. Turner-Altersstufe (über 35 Iahre): 1. W. Gunkel, Bieber, 72 Punkte; 2. Karl Gisfel, Rodheim. 70; 3. L. Hasselbach, Rodheim, 61; 4. W. Dudenhöfer, Bieber, 59 Punkte. Turner-Altersstufe (über 35 Iahre): 1. W. Hofmann, Alten-Buseck, 91 Punkte; 2. Ludwig Depler. 86; 3. Otto Sauer, Ruttershausen, 84; 4. Karl Agel, Lollar, 82; 5. Heinrich Römer. Wieseck. K. Buchner, Hausen, 74; 6. K. Scherer, Wieseck, 70; 7. E. Keller. Rodheim, 68 Punkte. Turnerinnen-Ober stufe: 1. Luci Althaus. Dorlar, 95 Punkte; 2. Alma Decker. Lollar, 92; 3 W. Schleenbecker. Kinzenbach, 84; 4. Herta Kutscher, Lollar, 75 Punkte. Reichsjugend-Wettkämpfe in Grünberg -r Grünberg, 12. Sept. Dieser Tage wurden auf dem Turnplatz bei der Turnhalle die Reichsjugendwettkämpfe für den Bezirk Grün berg ausgetragen. Beteiligt waren die Schulen von folgenden Orten: Grünberg, Göbelnrod, Lauter. Lumda, Reinhardshain, Stangenrod und Stockhausen mit insgesamt 246 Schümm, von denen 166 die zum Siege nötige Punktzahl erringen konnten. Die Knaben turnten in zwei Stufen einen Dierkampf (75°Meter°Lauf, Weitsprung. Ballwurf und Bocksprung über 1 bzw. 2 Schüler), während die Mädchen nur einen Dreikampf bestritten (75-Meter-Lauf, Weitsprung und Ballwurf). Rachfolgend die Siegerliste. Knaben-Ober stufe (7. und 8. Schuljahr), 47 Teilnehmer. 30 Sieger. 1. E. Wagner (Grün- berg) 87 Punkte; 2. A. Schultheiß (Stangenrod) 83; 3. R. Müll (Göbelnrod) 81; 4. H. Schmidt (Grunberg) 74; 5. G. Siegfried iGrünberg) 73; 6. K. Seid und K. Dieck (Grünberg) 72; 7. H. Wagner (Stangenrod) 70; 8. R. Heß (Grünberg) 69; 9. K. Dietz (Grünberg) 68; 10. H. Heerz (Lauter) und. K. Wolf (Grünberg) 67 Punkte. Mädchen-Oberstufe (7. und 8. Schuljahr), 32 Teilnehmerinnen. 22 Siegerinnen: 1. 01L Rinker (Lauter) 59 Punkte; 2 M. Graulich (Reinhardshain) 58; 3. E. Rock ILauter) 57; 4. I. Enders (Reinhardshain) 56; 5. E. Damm (Reinhardshain). A. Möller und A. Rühl (Grünberg) 53; 6. A. Erb (Reinhardshain) 51; 7. E. Hoffmann (Grünberg) und H. Oeser (Stangenrod) 49; 8. F. Maikranz (Lumda) und M. Stiehl (Grünberg) 48; 9. L. Lotz (Lauter). E. Reitz und E. Schenk (Grünberg) 46; 10. M. Keller (Lumda) und C. Theiß (Stangenrod) 43 Punkte. Knaben-Unter stufe (5. und 6. Schuljahr). 100 Teilnehmer. 68 Sieger. 1. W. Iäger (Göbelnrod) 86 Punkte; 2. H. Thom (Grünberg) 83; 3. A. Krauß (Stockhausen) 81: 4. O. Dingmann (Stockhausen) und H. Lein (Grünberg) 80; 5. E. Iunker (Lauter) 79; 6. K. Weber (Göbelnrod) 78; 7. E. Römer, E. Winter (Grünberg). W. Schomber (Göbelnrod) und E. Enders (Rain- hardshain) 76; 8. H. Böcher, E. Repp (®rün- berg) und A. Kutscher (Stangenrod) 75; 9. H. Kühn, E. Stock (Grünberg) und A. Menz (Reinhardshain) 74; 10. O. ‘Büttner (Reinhardshain). W. Decker, H. Schulz (Göbelnrod) und G. Schlüter (Grünberg) 73; 11. E. Decker (Göbelnrod). W. Decker (Reinhardshain) und R. Wießner (Grünberg) 71: 12. W. Scharmann und H. Schmidt (Göbelnrod) 70; 13. K. Großhaus, F. Krumm, R. Muth (Grünberg). K. Hartmann (Stangenrod) und R. Römer (Reinhardshain) 69; 14. E. Schäfer und K. Schmidt (Lauter) 68; 15. W. Knapp (Grünberg) 67 Punkte. Mädchen-Linker stufe (5. und 6. Schuljahr). 67 Teilnehmerinnen. 46 Siegerinnen. 1. G. Schlüter (Grünberg) 70 Punkte; 2. E. Wenzel (Reinhardshain) 68; 3. M. Hoffmann (Grünberg) 66: 4. 2. Friedrich. L. Will (Grünberg) und E. Kröll (Lauter) 61: 5. W. Stephan (Grün- berg) 60; 6. M. Klöß (Stangenrod) 59: 7. M. Där. E. Kreuder (Grünberg) und M. Schmidt (Lauter) 57: 8. E. Weiß (Grünberg) 56; 9. I. Sprenkel (Lauter) und E. Riebergall (Reinhardshain) 54; 10. E. Klöß, M. Knapp. E. Wagner (Grünberg) und H. Müller (Reinhardshain) 53 Punkte. Rach Abschluß der Wettkämpfe führten die Mädchen der beiden oberen Klassen von Grünberg unter Leitung von Lehrer Wenzel noch einige Reigen und Volkstänze vor. Wirtschaft. Berlin zurückhaltend, leicht schwächer. Der l in, 15. Sept. (WTB. Funkspruch.) Der teilweise recht schwache Schluß der gestrigen Reu- yorker Dörse und die anhaltende Linsicherheit in der inneren Politik hatten im heutigen Dormittagsverkehr stärker« Zurückhaltung ausgelöst. Die Kursgewinne der gestrigen Frankfurter Abendbörse waren wieder verloren gegangen, und teilweise eröffnete die heutige Börse noch bis zu 1,5 Prozent unter dem gestrigen Mittagsniveau. Don einem drängenden Angebot konnte aber nicht gesprochen werden, und das Geschäft an sich war recht klein. Das Publikum trat kaum als Abnehmer auf. Es zeigte auf niedriger Basis eher Kaufinteresse, aber auch das Ausland war für Spezialwerte Käufer. Einige bessere Wirtschaftsnachrichten wirkten etwas tendenzstühend. besonders der mit 97 Millionen aktive Außenhandel für August wurde günstig kommentiert, obwohl dieser vergrößerte Lieberschuß aus einem Schrumpfen der Einfuhr um 35 Millionen resultiert. Die Diskonthoffnungen, die man bereits gestern für die nächste Woche hegt«, bleiben bestehen. Mit Sonderbewegungen sind Eisenbahnverkehrsmittel plus 2.5 Prozent, und Lahmeyer plus 2,75 Proz. als fest zu nennen, während anderseits Aku 2.25 Prozent. Bemberg 3 Prozent. Dortmunder Union 2,25 Proz., Rheinstahl 2 Proz.. Ilse Genüsse 2.39 Prozent, und Chadeaktien 3,50 Mk. verloren. Iu- lius Berger wurden durch die günstigen Mitteilungen aus der gestrigen Semestralsihung kaum beeinflußt. Deutsche Anleihen und die variabel gehandelten Industrieobligationen tendierten eher freundlicher. Don den übrigen festverzinslichen Werten sind Reichsschuldbuchforderungen als unverändert zu nennen, während für Goldpfandbriefe noch keine zuverlässigen Kurse zu hören waren. Ausländer waren im allgemeinen wenig verändert, nur Bosnische Renten notierten bis zu 0,65 Prozent höher. Im Derlaufe bröckelten die Kurse an den Aktienmärkten infolge der Geschäftsstille zunächst weiter um Bruchteile eines Prozentes ab, nur Montanwerte lagen bemerkenswert widerstandsfähig. später hörte man aber auf der bis zu 1 Prozent ermäßigten Kursbasis meist schon wieder Geldkurse. Der Geldmarkt war am heutigen Medio natürlich weiter etwas versteift, doch trat der stärkere Geldbedarf in den Sähen, die unverändert blieben, nicht in Erscheinung. Rach wie vor wird Diskontmaterial in der Hoffnung auf eine Diskontsenkung in der nächsten Woche, zurückgehalten, so daß das Geschäft am Diskontmarkt nur einen geringen Umfang an- nahm. Heute sind 30 Millionen Reichsschahanweisungen fällig, ein Teil der frei werdenden Gelder dürste dem Markte natürlich zufließen. Reichswechsel per 5- Dezember und Reichsschahanweisungen per 16. Ianuar wurden in kleinsten Posten umgesetzt. Frankfurt ruhig und schwächer. Frankfurt a. M.. 15. Sept. (WTB. Draht- meldung.) Linker dem Eindruck der schwachen Haltung der gestrigen Reuyorker Börse und der reich- lich unsicheren innerpolitischen Situation eröffnete die heutige Börse auf Glattstellungen der Spekulation in überwiegend schwächerer Tendenz. Dom Publikum lagen zwar auch heute kaum Derkaufs- orders vor, doch schien es, als ob auch keine niedriger limitierte Kauforders an die Börse gelangt wären. Man bekundete allgemein Zurückhaltung, wobei auch das dauernde Auf und Ab an den internationalen Warenbörsen nicht ohne Einfluß war. Gegenüber der eher etwas höheren Abendbörse ergaben sich Abschwächungen von 1 bis 1.5 Proz. und nur einige Rebenwerte wie Me- tattgesellschast, Rütgerswerke und Felten zeigten Besserungen von 0.5 bzw. 1.5 Proz. IG. verloren 1.5 Prozent und unterschritten somit wieder den ParistanL. Am Elektromarkt büßten AEG., De- kula, Gesfürel, Schuckert und Siemens bis zu 1,75 Prozent ein, nur Lahmeyer setzten ihre Aufwärtsbewegung um weitere 1,5 Proz. fort. Schwach lagen am Kunstseidemarkt Aku, die 3 Proz. verloren. Am Montan markt war das Geschäft etwas größer, da trotz niedriger Kurse einiges Interesse vorhanden gewesen sein soll. Buderus, Mannesmann, Rheinstahl und Stahlverein gaben bis zu 0,75 Proz. nach. Reichsbankanteile setzten 1,25 Proz. niedriger ein, ebenso lagen Schiffahrts- Werte bis zu 0,75 Proz. schwacher. Bon Einzel- werten bröckelten Gebr. Iunghans 1 Proz. ab. Bauunternehmungswerte und Dt. Linoleum blieben behauptet. Rach den ersten Rotierungen ging die Mehrzahl der Kurse weiter zurück, Rheinstahl lagen mit minus 2 Proz. stärker gedrückt. Der Rentenmarkt lag weiterhin sehr ruhig. Die für die nächste Zeit zu erwartende Klärung in der Diskontfrage konnte keine Anregung bieten, da demgegenüber Verpflichtungen über Zinskonversionsmaßnahmen der Reichsregierung geäußert wurden. Bon Deutschen Anleihen eröffneten Reu- besih mit 7 Proz. gut behauptet, während Rltbesth 0,13 Proz. nachgaben. In Reichsschuldbuchforderungen für späte Fälligkeiten fanden etwas größere Umsätze statt. Don fremden Werten lagen Rumänen etwas freundlicher. Der festverzinsliche M a r k t lag fast vollkommen geschäftslos und nur wenig verändert. Don Stadtanleihen kamen sieben- prozentige Stadt Heidelberg von 1926 nach längerer Pause mit 45 Prozent (zuletzt 51 Prozent) wieder zur Rotiz. Im Derlaufe war das Kursniveau auf Käufe seitens der Berliner Arbitrage etwas erholt. Die Besserungen betrugen meist von 1 bis 15 Prozent, das Geschäft war aber klein. Tagesgeld war zu 4,5 Prozent gesucht. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a.M., 15. Sept. Auftrieb: 104 Rinder, 1030 Kälber, 332 Schafe, 884 Schweine. Es wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 39 bis 41 Mk., mittlere Mast- und Saugkälber 35 bis 38, geringe Kälber 26 bis 34. — Schaf e: Mastlämmer und jüngere Mast- hämmel (Weidemast) 23 bis 26, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 20 bis 22, fleischiges Schafvieh 15 bis 19. — Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 44 bis 45, von etwa 200 bis 240 Pfund 42 bis 45, von etwa 160 bis 200 Pfund 39 bis 45 Mk. — Marktverkauf: Kälber und Schafe schleppend, geräumt; Schweine schleppend, äleberstand. Kunst und Wissenschaft. Hauptversammlung des Gesamtvereins der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine. In Stuttgart wurde, nachdem dort dieser Tage bereits der 23. Deutsche Archivtag oorausgegangen war, die Hauptversammlung des Gesamtoereins der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine abgehalten. Der erste Vorsitzende, Universitätsprofessor Geheimrat Dr. Wolfram, Frankfurt a. M., begrüßte die Vertreter des Reiches, der Länderregierungen, der Stadt Stuttgart, der Archivoerwaltungen und der deutschen Publikationsinstitute, ferner die Kollegen aus Oesterreich und Böhmen; er teilte mit, daß der Verwaltungsausschuß beschlossen habe, diejenigen Akten des Reichskammergerichts, die von der Reichsregierung den elsaß-lothringischen Archiven über» geben wurden und die damit der deutschen wissen- Ichaftlichen Benutzung verloren sind, in Regestenform herauszubringen. — Die Gruße des Reichsinnenministers überbrachte der Präsident des Reichsarchivs, Dr. o. H a e f t e n, Potsdam, die der württembergischen Regierung Ministerialdirektor Dr. Meyding. Die Tagung dauert zwei Tage und ist mit zahlreichen wissenschaftlichen Vorträgen aus- gefüllt. Mommsens Römische Geschichte. Dieses mit dem Nobelpreis gekrönte Standardwerk erscheint zum erstenmal in einer reich illustrierten Ausgabe, trotz prächtiger Ausstattung bei einem Umfang von 1000 Seiten und 132 Kupfertiefdruckbildern in echt Buckramleinen gebunden zum Preise von 4,80 Mark im Phaidon-Verlag, Wien. Neuerscheinungen im Verlag Ullstein. Der Verlag Ullstein gibt sein Herbstprogramm bekannt. Es enthält unter anderem die folgenden wichtigen Neuerscheinungen. Friedrich von Holstein: „Lebensbeichte", in seinen Briefen an Ida von Stülpnagel. Eingeleitet und herausgegeben von Helmuth Rogge. — Gustav Stresemann : „Vermächtnis", dritter (Schluß-) Band. Er umfaßt die Zeit von 1926 bis zll Strefemanns Tod im Jahre 1929. — Bruno H. Bürgel: „Weltanschauung des modernen Menschen". — Hendrik van L o o n : „Geschichte unserer Erde". — Dr. Richard Baer- w a l d : „Gedankenlesen und Hellsehen". — Das Lexikon der Hausfrau mit etwa 4000 Stichwörtern. — Das Lexikon des Kaufmanns mit etwa 2500 Stichwörtern. — Paul W i e g I e r : „Geschichte der Weltliteratur". Neue bis auf die letzte Zeit ergänzte Auflage (21. bis' 23. Tausend), in größerem Format mit viel neuem Text und neuen Bildern. — Volksausgabe für 2,85 Mark, Vicki Baum: „Stud. ehern. Helene Willfüer". Kreis Biedenkopf. * Rodheim, (Bö. Sieber, 13. Sept. In Rodheim erfolgt gegenwärtig der fünfte Einsatz im freiwilligen Arbeitsdienst unter jungdeutscher Führung. 63 Mann werden 20 Wochen lang (7500 Tagewerke) beschäftigt sein. Ausgeführt werden Arbeiten des Straßenbaues für die Gemeinde Rodheim. Träger der Arbeit ist die Gemeinde, Träger des Dienstes die Bruderschaft Biebertal des Jungdeutschen Ordens. Von der Bruderschaft Biebertal wurden bisher vier Maßnahmen des freiwilligen Arbeitsdienstes durchgeführt, die zum Teil schon beendet werden konnten. Sonne — kutt — körperliche Betätigung und: Kaffee Hag! Die Hilfe gegen Gicht und Rheumatismus. Sie wissen kein sicheres Mittel gegen diese Plagegeister? Einreibungen, Packungen, Bäder, Salben usw. lindern meistens nur für einige Zeit die Schmerzen, aber sie packen nicht immer das liebel an der Wurzel. Ich empfehle Ihnen ein wirklich erprobtes Mittel, und Sie sollen es selbst versuchen, ohne daß es Sie etwas kostet; aber ehe ich Ihnen mehr sage, lesen Sie die folgenden Briefe: Ich kann nicht umhin, Ihnen meinen herzlichsten Dank für die ausgezeichnete Wirkuna der Gichtosint- Tabletten bei Rheurnaleiden auszusprechen. Es ist doch ein Radikalmittel zur Beseitigung jeglicher Schmerzen. Ich bin alle Schmerzen los, ja selbst die Schwellungen im Hüft- und Kniegelenk find verschwunden und kann bei meinem Alter von 64 Jahren jetzt bei jedem Wetter täglich Fußmärsche von 3—4 Stunden ohne Unterbrechung unternehmen und ohne hernach Schmerzen oder Anstrengungen zu verspüren. F. L. in G. Vor einem Jahre bekam ich Jschiasleiden und war so weit, daß ich ohne Stock kaum noch gehen konnte. Da las ich etwas von Gichtofint. Als ich eine Woche diese Kur durchgemacht hatte, konnte ich schon den Stock in die Ecke stellen. Nach vier Wochen war ich vollständig geheilt und konnte die schwerste Arbeit in der Landwirtschaft mitmachen. Auch bei Wetter- umschlag spürte ich nichts mehr. Ich gehe in landwirtschaftliche Stellung, welches mir früher meine Gesundheit nicht erlaubte. Ich danke Ihnen für die wunderbare Kur usw. A. Z. in B. Gichtofint hat mir sehr gute Dienste getan. Der letzte Rheumaanfall im Januar d. I. war nach kurzem Gebrauch der Trinkkur behoben. Ich habe nach lOjährigem Leiden einen angenehmen Winter verleben dürfen, wofür ich Ihnen von Herzen dankbar bin. O. I. in F. Solche Briefe besitze ich über 11 000 (notariell beglaubigt), und nun hören Sie weiter: Gicht und Rheumatismus können nur von innen heraus wirklich kuriert werden, durch Entgiftung des Blutes. Dieses ist verunreinigt durch zurückgebliebene harnsaure Salze, und diese müssen heraus, sonst nützt alles Einreiben und Warmhalten nichts. Zur Beseitigung der Harnsäure dient das Gichto- sink. Sie können das glauben oder nicht, aber Sie sollen keinen Pfennig dafür ausgeben, ehe Sie sich überzeugt haben. Teilen Sie uns Ihre Adresse auf einer Postkarte sofort mit und adressieren Sie diese an: Or. 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Sevt., nachmitt. 3.30 Uhr Äbrudernii. Vereinsregatta (8 Rennen) Wir erwarten zahlreiche Beteiligung. 6472v Der Borstand. Haupt-Niederlage: 1668 V Engel-Apotheke, Marktplat»_______ 16.9. 20' 2ü.: B.-B. 6455P Statt Karten. Für die vielen Glückwünsche undÄlumen- spenden zu unserer silbernenHochzeitsagen wir allen auf diesem Wege herzlichen Dank. Ludwig Mohr und Frau Elisabeths, geb. Keßler. Vetzberg, den 13. September 1932. 05274 Detektiv K. Gerz, Bad-Nauheim, Kurstraße 17 erleöigt aüe vertrauliche Privat- u. Geschäftsangele- genbeiten, roie Auskünfte, Beobachtungen, Ermittlungen, Beschaffung 0. Beweismat. in Straf- u. .^ioilvroz. streng diskr Svreä)st.:9b 12'/, " 3—6 Nbr Vereine 224er Samstag, 17. 9. 32, 20 Uhr mr Andres. Besprechung wegen Batl.-Fest. Allseitiges Erscheinen notwendig.G453P Franklurler Sir. 2911. 1 Chaiselongue,neu 33 Mk., ein Bliisch- sofa, zurückgesetzt, 55 Mk., ein weißes Holz-Ltinderbettm. Stahl-u.Einl.-Matr. neu, 33 Mk., abzug. Liebigstr. 93111.^° M S & F-Sparmarken auf alle Waren I ',\\\\\WW_ 6459 A Homberg (Oberh.). 14. September 1932. Der Konkursverwalter. Wagner, Rechtsanwalt. Freitag, en 16. September, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28, zwangsweise gegen sofortige Bar- | Empfehlungen! Sleiftb- vevkauf LungesKuhfleisch ä Pfund 30 Pf. Metzger Fleck Schützenstr. 3. (0530s Uw-»=s7ap ■!>■ ■ Verkäufe Pianos neu u. gebr., gegen Ratenvreisw.z.verk. Pianohaus August Förster Gießen,Bahnhotstr.7i 8 30-k8-5-Sitzer- Bersonenwagen, in ganz hervorragend. Zustand,evtl.aucha. Lieserw.geeigru,um- ständeb.s.vreisw.z.v. Schriftl. Anfr. unt. 05315 an d. G. A. Neuer 05268 6-Sitzer-Jagdwagen schwererDovvelsv.-« §iastenwag.,desgl.l. Plattenwag.z.verk. K. Befort Wetzlar, Langgasse 1 Kesselofen, 1 Zinkbadewanne, zirka 60 Sensen, 1 Rest Stoffe und 1 Fahrrad. Die Versteigerung findet bestimmt statt. Meinet, Gerichtsvollzieher k. 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