tffeti ° und btf t Ml >be. °Uch dein Lei. * Ausba ^erl5 Ereignis Sb,5»»n i( dient bet r ^chwiinnie. >ß des 10. Sau. 1 HGn eifrig be- hange und Sf • ?u den Men kommen äsjtunben in ben ^nge Bezirks. ^TnORmm. sten- Deren Er. i der Bestands. 1 wies für den -"-suche (gegen Men haben |idj 'Urnerinnen und 3Cn drei Vereine 'mit 8 Mann, "d d„ ”■ haben bis jetzt ben. wahrend 32 und 7 den Lehr, n sind vorhanden: 'er eigene Wer ens" Geltung zu ver- iglen Forderung: !der Schwimmer Aeschästsbelebung irch die Verlange. Meckmäßige Aus- ■/ werden. Lleibl hrtdltommijlion ie eatjpiedjenbr r die Zeit nach fingen.“ x\t -au. An der Abend- Mittagsschlußkurje inben nur inner ätze statt, während t Aufträgen sehll. >en säst ohne Ein- lare innerpolitische iufe hörte jegliche bröckelten ver- 87 eher etwas, schwä- 8eichsbank 124,65, fiten. den. Gottesdienst in der io, 16. 3ultJ932. ends 8.50 und nffurf a-K ssH y 170'2» iS rÄ 76-» sr-Z 33,n 5,47 >. I,» 1,90 ,55 1,76 3,63 52-05 I2,4ö Ur. 164 Erstes Blatt 182. Jahrgang Zreitag, 15. Juli 1952 Erjche'ni täglich, außer *5onntags und Feiertags. Beilagen: Die 3Quftnerte Siebener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Vezugrprets: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 t^hne Illustrierte , 1 80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. gernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Eiehen. Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686. MeheiierAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesten Druck und Verlag: vrühl'sche Universiläts-Vuch- und Ztemdruckerei R. Lange in Sietzen. Zchriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20° ö mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Ma; Filter, sämtlich in Gießen. Gentlemen-politik. Diplomatisch geht der Notenwechsel zwischen H e r r i o t und Macdonald vielleicht in Ordnung, völkerrechtlich läßt er sich sogar unterbauen, aber schließlich soll die Politik doch etwas anderes sein als Schaumschlägerei oder als eine Kunst, den Gegner über die Löffel zu halbieren. Wenn der Quai. d'Orsay und die Downingstreet sich gegenseitig auseinandersehen, daß beiNich t- Vollzug des Lausanner Vertrags- Werkes auf den Voungplan zurückgegriffen werden müsse, so ist das nicht nur ein Bekenntnis jut „Heiligkeit der Verträge", sondern es ist leider auch ein Versuch, die Fronten gründlich einzunebeln. Eigentlich haben sich England und Frankreich alle Hintertüren offen gelassen für den Fall, daß die Genfer Tagung über die Abrüstung wie das Hornberger Schießen ausgeht, daß die Union dann aber auch keine Neigung zeigt, die Kriegsschulden zu streichen. Es hilft dann kein Drehen und Deuteln, England And Frankreich müssen an die Union weiter- zahlen, weshalb beide Schuldner den Rückgriff auf den Generalschuldner Deutschland schon vor- bereiten. Allerdings steht dem im Wege, daß Deutschland tatsächlich zahlungsunfähig ist, daß dies sowohl von Frankreich, als auch von England in Lausanne zugestanden worden ist, was bestätigt wird durch den Abschluß des Lausanner Vertragswertes. Aber wenn der Rückgriff auf Deutschland offen bleibt, wenn sogar Strafmaßnahmen angedroht werden können, so wird auch der politische Druck auf den Völkern weiterlasten, so wird also auch nichts geschehen und' nichts sich ereignen, was den Wiederaufstieg der Wirtschaft in Aussicht stellt. So sachlich nüchtern die englisch-französischen Ttotin klingen, so viel ist doch in sie hinein- zeheimniht worden, so daß alles dafür und nichts dagegen spricht, daß es sich zunächst einmal um «in Manöver gegen die Union handelt, die in der Kriegsschuldfrage klein beigeben soll, rhne sich über das Scheitern der Abrüstung Leiter aufzuregen. H e r r i o t mag sich seines Triumphes freuen, er mag es auch für einen Erfolg seiner Taktik auslegen, das enge Verhältnis zu England wieder hergestellt zu Haben. Aber es fragt sich doch, ob diesen Erfolg Europa nicht sehr teuer wird bezahlen müssen. Don der Union aus gesehen, bildet Europa tatsächlich heute eine Einheitsfront, die zwar noch nicht geschlossen ist, weil Deutschland erst hinein- §ezwungen werden soll, die aber als solche doch gegeben ist, um die Union in der Kriegsschuldenfrage vor vollendete Tatsachen zu siellen. Entweder gibt die Union nach, um den völligen Zusammenbruch der internationalen Wirtschaft mit der unübersehbaren Auswirkung politischer und sozialer Krisen zu verhindern, rder aber die Union läßt sich nicht überrumpeln, zumal die Kriegsschulden zum Teil erst nach lern Kriege entstanden sind, also mit den deutschen Tributen nichts zu tun ha- 3en. Deutschland geht dieses" Verhältnis nichts cn, denn es hat die Union nicht veranlaßt, ihren Tberbündeten von gestern mit großzügigen Krediten unter die Arme zu greifen. Deutschland braucht auch nicht von der Gentlemen-Politik -überrascht zu sein, die sich im englisch-französi- Ichen Notenwechsel offenbart hat, denn es ist ■bnc weiteres klar, daß, wenn das englische Unterhaus oder die französische Kammer das Lausanner Vertragswerk nicht vollziehen, eine neue Lage gegeben ist. Nur 'ist diese Lage nicht so beschaffen, wird auch nie -so beschaffen sein, daß der Rückzug auf den voungplan irgendwelche Lei st ungen aus Deutschland herausholen kann, denn der Voungplan mag als Dokument noch vorhanden fein, allein seinem Inhalt nach ist er gründlich und für immer zerstört. Es könnte sogar sein, daß an dem Tage, an dem bekannt wird, daß London oder Paris sich weigern, das Lausanner Vertragswert zu vollziehen, Deutschland gezwungen sein wird, aus Gründen -der Selbsterhaltung nicht nur den Rest der politischen Zahlungeneinzu stellen, also Hie Zinsverpflichtungen aus der Dawes- und .Hounganleihe, sondern auch den Zinsendienst lür die ges amte A us l a n d v e r s ch ul- 8u ng aufhören zu lassen. Ob die Neigung in England sehr groß sein wird, intet diesen Umftänben auf den Vollzug des Lausanner Vertragswerkes zu verzichten, oder vielleicht darauf zu verzichten, im Geiste des Herzlichen Einvernehmens der Gentlemen-Politik •auf Frankreich einzuwirken, das Lausanner Der- .lragswerk nicht zu zerstören, das können wir mlhig auf den Gang der Ereignisse ankommen Hassen. Die Einladung an Deutschland, Dem Pakt beizutreten, damit auch anzu- erfennen, daß das nichtvollzogene Lausanner Der- ttragswerk durch den Voungplan selbsttätig wieder erseht Wird, ist gewiß ernst gemeint, denn die Ventlernen-Politik hat sich zum Ziel gesetzt, eine Einigung der Gläubiger herbeizuführen, im den Hauptgläubiger aller Gläubiger zu veranlassen, auf die Kriegsschulden zu verzichten. Das ist ein Geschäft, das etwas wert it, erst recht eine Frontalstcllung gegen die Union, einmal dann, wenn diese Frontalstellung auch die Selbständigkeit Englands und Frankreichs in Sachen der Abrüstung oder Aufrüstung sichern wird. Auch darauf ist aufmerksam zu nachen, daß die Gentlemen-Politik zweifellos als e:n Druck auf Deutschland gedacht ist, dessen öffentliche Meinung das Lausanner Ver- bragswerk abgelehnt hat. Die neue Lage wird £aä deutsche Volk erst recht nicht dazu bereit finden. sich auf irgendwelche Schluhzahlungen einzu- Die innerpoliiischen Aufgaben des Reichskabinetts. Das preußische Problem.—Oie wirtschaftliche Aufbauarbeit.—Betreuung der Jugendlichen. < Berlin, 14. Juli. (OB.) Reichsinnenminisier Freiherr von G a y l trifft am Freitagvormittag wieder in Berlin ein, während der Reichskanzler, wie es von Anfang an vorgesehen war, noch einen Tag länger als Gast des Reichspräsidenten in Neudeck bleibt. Nach Rückkehr des Kanzlers werden am Samstag die k a b i n e 11 s b e r'a l u n > gen fortgeführt werden. Ls ist selbstverständlich, daß Kanzler und Innenminister ihren Kollegen zunächst über ihre Besprechungen mit dem Herrn Reichspräsidenten Bericht erstatten. Was den Inhalt dieser Besprechungen anlangt, so erörterte tnan heute in politischen Kreisen lebhaft die Frage, ob der Reichskanzler sich wohl die Ermächtigung zur Einsetzung eines Reichskommissars für Preußen geben lassen werde, eventuell in der Form eines grundsätzlichen Einverständnisses des Reichspräsidenten, von dem dann zu gegebener Zeit Gebrauch gemacht werden könnte. In gut unterrichteten Kreisen hält man derartige Kombinationen aber für gar nicht aktuell. An der Einsetzung eines Reichskommissars für Preußen ist schon deshalb nicht zu denken, weil der preußische Staatsapparat durchaus intakt ist, sich also keine handhabe zu einer Reichsexekutioe ergibt. (Eine ganz andere Frage ist, ob sich nicht nach den Reichstagswahlen also auch nach dem w i e d e r z u s a m men t r i 11 des Preuhi- scheu Landtages, die Notwendigkeit zeigt, die Bildung einer ft arten parlamentarischen Regierung mit größerem Ernst zu betreiben als bisher, vorläufig läßt sich aber die Situation, die sich nach dem 31. Juli ergibt, noch gar nicht übersehen. Es ist deshalb nach Auffassung maßgebender Kreise auch müßig, jetzt schon Erwägungen hierüber anzustellen. Näher liegen jetzt die weiteren Maßnahmen, die das Reichskabinett im Zuge seines wirtschaftlichen Aufbauprogramms plant. Die Verordnung über den Arbeitsdienst, die am Safnsfag veröffentlicht werden soll, wird nur ganz kurz sein, indem sie sich darauf beschränkt, den dahingehenden Beschluß des Reichskabinetts zu publizieren und alle Einzelheiten, auch die (Ernennung des Präsidenten S tj r u p zum Reichskommissar, dem Reichsarbeitsminister überläßt, der Anfang nächster Woche in seinen Ausführungsbestimmungen den Aufbau und die Richtlinien für die Organisation des Arbeitsdienstes verfügen wird. Der Reichsarbeitsminister hat hieraus übrigens in den letzten Tagen auch noch Besprechungen mit den Vertretern der Wirtschaft und der Arbeitnehmer gehabt, die ihm ebenfalls ihre Unterstützung zugesagt haben dürsten, von unterrichteter Seite wird besonders darauf hingewiesen, daß der Minister den größten Wert darauf legt, die Organisation so aufzuziehen, daß die Interessen der Wirtschaft nicht beeinträchtigt werden. Die weiteren Beratungen des Kabinetts gelten dann den Plänen, die das Reichsministerium des Innern in Zusammenarbeit mit anderen Ressorts über die geiftige und sportliche Beschäftigung der Jugendlichen ausgearbeitet hat. Diese Pläne greifen ergänzend in den Arbeitsdienst über und gehen von der Erwägung aus, daß der A r b e i t s b i e n ft feine volle moralische Auswirkung erst haben kann, wenn man sich auch des geistigen und körperlichen Wohls der jugendlichen Arbeitslosen annimmt. Man denkt an Borträge und ähnliche Einrichtungen, die sie auch für spätere Lebensaufgaben vorbilden und ertüchtigen helfen. Dann stehen weiter die Fragen zusätzlicher Arbeitsbeschaffung durch die Reichspost, die Reichsbahn und andere Zweige des Verkehrsministeriums zur Debatte. Namentlich ist dabei auch an eine größere Planung in den kommenden Winter hinein gedacht. Schließlich ist auch der Ausbau der Siedlung nicht zu vergessen. Alle diese Dinge sollen noch bis Ende des Monats vom Reichskabinett verabschiedet werden. Landtagspräsidenl Kerrl fordert den Reichskommiffar. Kassel, 15. Juli. (OB.) Der Präsident des Preußischen Landtages, K e r r l, machte heute hier in einer nationalsozialistischen Wahlversammlung eine aufsehenerregende Mitteilung. Er sagte, daß er nochheuteein S chreiben andenReichs- tangier richten werde, in dem eine Aenderung der Verhältnisse in Preußen gefordert wird. Die Nationalsozialisten verlangten, daß der Staat und, wenn dieser Staat nicht in der Lage sei, das Reich für geordnete Zu stände sorge und daß die Ordnung in Deutschland wiederhergestellt werde, sei es auch durch Verkündung des Belagerungszustandes. Oer Neichsiagswahlkampf. Eine Rede Oingeldeys. Bremen, 14. Juli. (TU.) Der Parteiführer der Deutschen Volkspartei, Dingeldeh, sprach am Donnerstag in einer Wahlkundgebung in Bremen. Das, was Lausanne uns gebracht habe, könne das deutsche Volk nicht mit Befriedigung ansehen. Es stelle eine Harle und unbefriedigende Lösung dar. Das Ziel, ein wirkliches Ende der Zahlungen herbeizuführen, sei nicht erreicht. Er, Dingel« dey, stimme aber doch dem Reichsbankpräsidenten Schacht zu, daß es verfehlt wäre, wenn man die Fortschritte, die diese Berhandlungen gebracht hätten, verkennen wollte. Daran, daß überhaupt noch von Zahlungen habe gesprochen werden können, sei die wechselnde Taktik der Regierung v. Pap en schuld, sie habe einmal Zahlungen angeboten, um Deutschland von der Last der Kriegsschuldlüge zu befreien. Das Ausland habe wohl die Zahlungen angenommen, aber die politischen Lasten trotzdem bestehen lassen. Pflicht der Reichsregierung sei es, die Zeit bis zur Ratifizierung des Abkommens auszunuhen, um die Grundlage deutschen Lebens und deutscher Ehre in Verhandlungen mit unseren Gegnern und die Frage der Tilgung der Kriegsschuldlüge und der Gleichberechtigung in der Rüftungs- und Wehrhoheit zu bereinigen. Dingeldeh wandte sich dann innenpolitischen Fragen zu und unterstrich das Bestreben der DVP. nach einer unabhängigen deutschen Regierung. Die DVP. lehne es ab, den Marxismus zu beseitigen, um dafür einen Sozialismus anderer Farben einzutauschen. Wels und Severing sprechen in Berlin. Berlin, 15. Juli. (ERB.) Die Eiserne Front veranstaltete gestern abend in den Tennishallen in Wilmersdorf eine gut besuchte Wahlkundgebung. Der Vorsitzende der SPD., Wels, sprach über die Bedeutung der bevorstehenden Reichstagswahlen und erklärte, daß es außer der Eisernen Front keine Einheitsfront zur Verteidigung der Dolksrechte gebe. Das Ergebnis der Verhandlungen in Lausanne habe bewiesen, daß die Politik der SPD. und der übrigen republikanischen Parteien die einzig mögliche sei. „Vertraut auf eure Führer", so schloß Wels, „un* ser Kampfruf heißt. Freiheit! Lieber wollen wir republikanisch sterben, als faschistisch verderben!" Anschließend sprach Minister Severing über die großen Gefahren, die das Hervorgehen eines unfruchtbaren Reichstages aus den Wahlen haben könnte. Die Nationalsozialisten versuchten heute von der Papen - Regierung abzurücken. Aber die erste Erklärung dieser Regierung mit den nationalsozialisti- Reue polnische Herausforderung an Oanzig. Danzig 14. Juli. (TU ) Von amtlicher Danziger Stelle wird mitgeteilt: Am Sonntag. 10. Juli, ist ein neuer Versuch polnischer Devölkerungskreise durch Provokationen der Danziger Bevölkerung und Danzigor Beamten Zwischenfälle zu schaffen, unternommen worden. Dank des würdevollen Verhaltens der Bevölkerung von P i e ck e l und dem energischen und taktvollen Verhalten der Danziger Beamten ist dieser Versuch gescheitert. An diesem Tage versuchte um 15.15 Uhr der polnische Raddampfer „Mars" an dem Danziger Weichselufer in der Nähe von Pieckel anzulegen. An Bord des Dampfers befanden sich einige hundert Personen, die bei dem Anblick von Pieckel mehrfach im Chor in polnischer Sprache riefen: „Hoch lebe Polen". Die D anz i ge r Dell m t e n gaben dem Schiffsführer durch Zeichen zu verstehen, daß er nicht anlegen solle. Er ließ jedoch den Dampfer an das Ufer auf der Danziger Seite treiben und legte dort an. Das Anlandge hen der auf dem Dampfer befindlichen Personen wurde durch Danziger Beamte verhindert. Die Personen auf dem Dampfer brachen hierauf in Schmäh- und S ch i m p f r u f e gegen Danzig aus und riefen chorweise und einzeln „Hoch lebe Polen", „Raus nach Brandenburg", „Nieder mit Deutschland", „Wir kommen wieder". Dazu wurde mit Fäusten und Stöcken gedroht. Der Dampfer, der 25 Minuten am Danziger Ufer gelegen hatte, fuhr in Richtung Dirschau davon. Die Regierung der Freien Stadt Danzig hat lassen, nachdem mm einmal feststeht, daß wir versuchen wollten oder müssen, den Zinsendienst für die private Auslandsverschuldung aufzubringen. Deutschland ist für absehbare Zeit mit zu großen internationalen Verpflichtungen überlastet, die weit über seine finanzielle Tragfähigkeit hinausgehen, daß es bei neuen Verhandlungen von Anfang an erklären wird, keine Belastung aus dem Voungplan oder aus dem Versailler Vertrag anzuerkennen. Es ist sicher, daß die internationale Wirtschaftskrise sich inzwischen weiter verschärfen wird, es ist leider zu fürchten, daß diese Verschärfung auch Deutschland trifft, wenn es auch möglich sein wird, mit klugen Maßnahmen die größten Härten zu mildern. Aber diese Verschärfung der internationalen Wirtschaftskrise wird auch Eng- land und Frankreich treffen, wird damit auch die Voraussetzungen schaffen, um mit der Versailler T r i bu t p o t i t i k ein- für allemal reinen Tisch zu machen. Die Volker, die guten Wittens sind, haben ja nun wieder öie Erfahrung gemacht, daß ohne die völlige Zerstörung von Versailles kein Friede und kein Ausstieg zu erreichen ist. 15. Deutscher Studententag. Königsberg, 15.Juli. (TU.) Am Donners- taanachmittag begann in der Stadthalle zu Königsberg der 15. D e u t s ch e S t u d e n t e n t a g, zu dem Vertreter aller deutschen Hochschulen erschienen waren. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden der Deutschen Studentenschaft, cand. phil. Krüger, sprachen die Magnifizenzen^der Königsberger Hochschulen und andere Gäste. Sodann gab für ben Vorstand Schickert einen Rechenschaftsbericht, der zunächst auf die Kämpfe des vergangenen Jahres einging. Ungeachtet aller Stürme sei die Deutsche Studentenschaft ein feftes Bollwerk geblieben. Die entscheidende Frage im März d. Js. sei gewesen, ob die Deutsche Studentenschaft von einer Gruppe beherrscht werden sollte. Es sei beschlossen worden, einen Schlußstrich unter öie Vergangenheit zu setzen. Der Vorstand wünsche der Studentenschaft das Gesicht, das ihr aus der N o t unserer Tage allein gezieme. Es sei das Gesicht des politischen Soldaten, den jeder deutsche Student heute darsteller. müsse. Die Auslandsarbeit der Deutschen Studentenschaft müsse unter den gleichen politischen Gesetzen stehen, wie die innere. Versailles dürfe nicht als Schicksal genommen werden, sondern gegen den imperialistischen Grundsatz des Westens müßten die kul- turbeziehungen zum europäischen Norden Gesetz werden. Die Reform der deutschen Hochschule sei unbedingt notwendig. Nach dem Bericht sprach der Berliner Schriftsteller Schwartz über Preußen und den Sinn einer deutschen Ostpolitik. Der erste Tag schloß mit einem riesigen Fackelzug der Tagungsteilnehmer und der gesamten Königsberger Studentenschaft, die mit ihren Bannern durch die Straßen der Stadt zum Altstädlischen Markt zogen. Dor dem Alten Rathaus nahmen sie Aufftellung. Hier hielt der Landeshauptmann Blunk eine Ansprache, in der er die Verbundenheit Ostpreußens mit dem Reich betonte und erklärte, Ostpreußen werde, auch wenn Polen seine Hand weiter nach deutschem Boden ausstrecke, deutsch bleiben für alle Zeit. Mit dem Liede „Burschen heraus" und Zusammenwerfen der Fackeln schloß die Feier. Wieder Zusammenstöße. In der Nacht zum Donnerstag ereignete sich in Niederlahn st ein eine wüste Schießerei. Heimkehrende Mitglieder der NSDAP., die von einer Versammlung in Oberlahnstein kamen, wurden von politischen Gegnern mit Steinwürfen und scharfen Schüssen empfangen. Ein Polizeiwachtmeister wurde durch Steinwürfe getroffen. Die Schießerei wurde so stark, daß die Polizei ebenfalls von der Dienstwaffe Gebrauch machen mußte. Die Nationalsozialisten wurden von der Polizei mit gezogener Waffe nach Hause begleitet. Zu schweren Zusammenstößen kam es gestern in den Mittagsstunden vor dem Arbeitsamt in Düren. Eine große Anzahl Erwerbsloser wollte die Unterstützung abholen, als plötzlich mehrere Schüsse fielen. Es kam zu einer Schlägerei, bei der mehrere Anhänger der Kommunisten durch Schüsse schwer verletzt wurden. Von den Nationalsozialisten trug einer eine klaffende Wunde am Kopfe davon. Das Ueberfallkommando der Polizei nahm mehrere Kommunisten fest, in deren Besitz sich Schußwaffen befanden. Bei einer Schießerei zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten im Norden Berlins wurde in der letzten Nacht ein keiner Partei angehörender Bäckermeister durch einen Bauchschuß schwer verletzt. Zwei Polizeibeamte wurden durch Steinwürfe leicht verletzt. gegen ein solches Vorgehen der Polen a u f D a n - ziger Gebiet bei der diplomatischen Vertretung der Pepublik Polen in Danzig schärfst en P ro te st eingelegt und die Ditte wiederholt, endlich dafür zu sorgen, daß derartige Zwischenfälle unterblieben. Der Danziger Dölkerbunds- k o m m i s s a r ist von diesem Schritt der Danziger Regierung unterrichtet worden". Hoesch bei Herriot. Paris, 15. Juli. (WTB. Funkspr.) Der deutsche Botschafter v. Hoesch ist heute vormittag in ein» stündiger Audienz vom Ministerpräsidenten H e r - r i o t empfangen worden. Gin bedeutsamer Vries Hoovers. Washington, 14.3u(i. (TU.) Präsident Hoover richtete an Senator B o r a h folgenden Brief: Lieber Senator Dorah! Ihr Schreiben über die Auswirkung der jüngsten Entwicklung in Europa auf die Regierung der Bereinigten Staaten habe ich durch Staatssekretär S t i m s o n erhalten. Das amerikanische Volk ist natürlich erfreut, wenn eine Regelung der rein europäischen Reparationsfrage oder irgendwelcher anderer politischer und Wirtschastsfragen erfolgt ist, die bisher eine Gesundung Europas verzögerten. Ein solcher Vorgang zusammen mit einem wirklichen Fortschritt in der Abrüstungsfrage wird erheblich zur Beruhigung der Welt beitragen. Ich wünsche aber vollkommen klarzustellen, dah die Regierung der vereinigten Staaten gegen keine der Abkommen, die nach Pressemeldungen in Lausanne abgeschlossen wurden, gefragt worden ist, und deshalb selbstverständlich durch keines der Abkommen in irgendeiner Weise gebunden ist. Subern ich nicht annehme, daß es die Absicht irgendeines dieser Abkommen ist, ein gemeinsames Vorgehen unserer Schuldner zu erzielen, wünsche ich auszusprechen, daß, falls irgend ein Abkommen so ausgelegt werden sollte, es ablehne, daß dem amerikanischen Volke irgendeine Haltung aufgezwungen wird, oder daß es in irgendeiner Weise durch eine solche Kombination entweder offen oder versteckt beeinflußt wird. Beitritt Belgiens. Brüssel, 14.Juli. (WTB.) Die belgische Regierung hat beschlossen, dem französisch-eng» lischen „Vertrauens"-Abkommen beizutreten. pariser Allerlei. Don unserem ^-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verbotenl Paris, Juli 1932. Die Konferenz in Lausanne begegnete einer Gleichgültigkeit bei dem Durchschnittsfranzosen, die bei der Wichtigkeit des dort Beschlossenen kaum zu erklären ist. Es ift fast unmöglich, ein Gespräch über Lausanne zu führen, alles wird mit einem skeptischen Achselzucken abgetan. Man überläßt alles den Politikern, man erwartete nichts, vor allem nicht, daß der schwerlastenüe Druck der Wirtschaftskrise bald nachlassen wird. Selbst die kleinen pittoresken Details über die Konferenz fanden nicht ihre gewohnte Amateure und wenn Herr Herriot von den französischen Journalisten eine Pfeife zum Geschenk bekam, so war das Jnteresie dafür weit geringer als noch vor kurzem für die Zigarettenspitze Tard'eus. Frivolität der Massen den großen Ereignissen gegenüber? Was echte Volkstümlichkeit ist, das sah man bei der Ueberfübrung der Leiche Briands nach Cocherel. Man sah in der Menge Gesichter, die man nicht gewohnt ist, bei großen Anlässen sonst zu sehen und durch einen Tag beherrschte wieder die Erinnerung an Briand die Pariser. „Wenn Briand leben würde..." hörte man oft. übe?'Lau- sänne sagen, wenn man mit aller Gewalt das Gespräch darauf lenkte, doch sagte man nicht, was Briand bann tun würde ... Die bevorstehenden Sparmaßnahmen oder Steuererhöhungen interessieren viel mehr als die große Politik. Man verübelte sogar Herriot seine fortwährenden Reisen nach Lausanne. Gespart muß werden, aus der Herabsetzung der Beamten» gehälter ist aber wieder nichts geworden. Richt einmal die Deputiertengehälter werden um fünf vom Hundert herabgesetzt, die Kammer hatte den Mut, diese fast symbolische Geste abzulehnen. Die Kriegsteilnehmer drohen mit einer Massendemonstration, wenn man die Pensionen antastet, obwohl die Maßnahmen, die der Finanzminister plante, sehr vorsichtig waren. Man denkt darum wieder an Steuererhöhungen und zwar soll die Börse herhalten. Die Börse wehrt sich nicht, sie ist viel zu schwach dazu. Ihr ist schon längst alles gleichgültig, aucy dieser „humoristische Einfall" des Budgetministers, wie man in der Kammer sagt. Denn wo nichts ist, dort hat auch der Fiskus sein Recht verloren. Irgendwo muh aber doch noch Geld vorhanden sein, sonst hätte man in Reims bei den Autorennen nicht dreißigtausend Flaschen Champagner aus- getrunken. Man mußte sich ober irgendwie über den sensationellen Sieg der Italiener trösten. Für etwas Heiterkeit in Paris sorgte nur öie Akademie mit ihrer „Grammaire". Seit dem Jahre des Heils 1634, also zweihundertachtundneunzig Jahre, haben die Unsterblichen an diesem Buche gearbeitet. Sie hätten aber daran noch ruhig ein paar Jahrhunderte arbeiten müssen, sagen die Pariser. Um die Bedeutung, die man dieser Grammatik beimaß, zu verstehen, muß man wissen, daß eine wirkliche Grammatik der französischen Sprache nicht vorhanden ist. Es gibt eine ganze Reihe von Streitfragen, über die man leidenschaftlich debattiert; davon abgesehen gibt es aber nur sehr wenige, die grammatikalisch richtig sprechen oder schreiben können. Die meisttzelesenen Schriftsteller und die Tageszeitungen scheinen sich nicht um die Gesetze der Sprache $u kümmern, und böswillige Kritiker ma- chen bei jedem neuen Buch Jagd auf die gröberen Verstöße gegen die Sprache. Als die Akademie ganz überraschenderweise das Erscheinen der „Grammaire de 1'Academie Fran^aise'1 ankündigte, war jeder gespannt und viele atmeten auf, daß man nun endlich wissen wird, wie man richtig schreiben soll. Das Damoklesschwert der Lächerlichkeit über jedem, der schreibt, sollte endlich verschwinden. Kurz: die Grammatik war dergrößteBücher- er folg der Saison. Hundertundfünfzigtausend Exemplare wurden in einer Woche verkauft soviele gab es, die den übermäßigen Preis von fünfzehn Franken für das schmale Büchlein opferten. Da wandelte sich der Erfolg in einen Heiterkeitserfolg und in einen Skandal um. Man las und staunte. In dreihundert Jahren schufen die Unsterblichen — sie können eben mit der Zeit großzügig umgehen — ein „Werk", wie es jeder Sprachlehrer in vier Wochen besser zusammengeschlagen hätte. Besser, denn die Grammatik wimmelt von den skandalösesten Sprachfehlern, für die jede höhere Tochter erröten würde. Die größte Autorität in Sprachfragen in Frankreich, Professor Brunot, zählte in einem zweimal so umfang- reichen Buch wie die Grammaire die Fehler auf. Vom Auslande kamen dutzendweise Exemplare, in denen öie Fehler rot unter st richen waren, an die französischen Redaktionen und ein findiger Feuilletonist verklagte die Akademie um fünfzehn Franken Schadenersatz... Auch eine andere ehrwürdige Körperschaft litt unter den Pfeilen des Spottes um diese Zeit, der Senat — und zwar wegen der militärischen Schutzmaßnahmen gegen die drohenden Suffragetten. Es sollte wieder einmal über das Frauenwahlrecht entschieden oder richtiger das Frauen- wahlrecht wieder einmal abgelehnt werden. Frankreich ist nämlich in dieser Beziehung das rückständigste Land. Reger, auch wenn sie Analphabeten Sib, haben Wahlrecht, Frauen aber, selbst eine adame Curie, sind nicht reif genug für die Politik. Jetzt wird ein Gesetzentwurf der Kammer unter» Ländliches Gommerfest. Von Siegfried von Vegesack. Weit über die feuchten Wiesen und Rebenhügel tönt es in das Dunkel der südlichen Sommernacht: das taktfeste Pauken eines Klaviers, das Schmach- ten einer Violine, das Geklapper und Geklimper eines Schlaginstrumentes. Und wenn für kurze Pausen die Tanzmusik aussetzt, fällt der unermüb- liche Chor der knarrenden Laubfrösche, der zirpenden Grillen in die nächtliche Stille. Und dort, zwischen den mächtigen Stämmen der alten Kastanien, schimmert es bunt und hell: rote, blaue, gelbe und grüne Lampions, an unsichtbaren Drähten aufgereiht, leuchten unter den dunklen Baumkronen und spiegeln sich im schwarzen Wasser des Weihers. Dies ist ein „Grotto", eine kleine Gartenwirtschaft, die ihre „Festa Campestre“, ihr ländliches Sommer» fest feiert. Der glatt gewalzte Boccia-Platz, die Kegelbahn der Tessiner, auf der sonst die hölzernen Kugeln rollen, ist mit Seilen und Girlanden umzäunt und in einen Tanzplatz verwandelt. Rundherum, an hölzernen Tischen, auf langen Bretterbänken sitzt man dicht gedrängt und trinkt den bunteiroten Rostrano. Da hockt alles durcheinanber: Bauernburschen mit aufgekrempelten Hembsärmeln, elegante Ladenjünglinge aus der Dorstadt, städtisch auf- geputzte Landmädchen, verwitterte Matronen. Ja, sogar kleine Kinder hat man mitgebracht: todmüde sitzen sie, Dornübergeneigt, die Aermchen auf dem Tisch, das Köpfchen in die Ellbogenhöhle gepreßt, und schlafen mitten im Lärm und Trubel des Festes. Zwischen den bunten Lampion-Reihen ziehen sich grüne Laubgirlanden mit roten und weißen Papierblumen quer über den Tanzplatz. Vorn, am bewimpelten Eingang, sitzt die Kassiererin hinter einem kleinen Tisch und verkauft Tanzkarten: zehn Centime bas Stück. Die Karte gilt für einen Tanz und ein Paar. Die eifrigen Tänzer erstehen sich eine rote oder grüne Papier-Rose, die sie sich ins Knovf- loch stecken. Der Festordner am Eingang verkündet jedesmal mit lauter Stimme: „i rossi!“ „i verdiI“, — die roten und grünen Kavaliere wechseln sich ab, damit der Boccia-Platz nicht überfüllt wird. Wer aber ohne Pause tanzen will, kann sich auch beide Rosen kaufen. An der Schmalseite des langen Tanzbodens spielen die Musikanten: der eine hämmert auf dem Klavier, der andere fiedelt mit schief geneigtem Kopf, der dritte bläst bas Saxophon, ber vierte bedient das Schlagzeug. Aber jeder Tanz dauert nur kurz: bann strömt alles zur Kasse und muß die Karten erneuern. Und die roten und grünen Kavaliere räumen einander das Feld. Der Herren vom Fußballklub Massagno mit dem dunkelblauen, rot gemusterten Sportdreß sind ohne Zweifel die Elite. Aber auch der Friseur Carletto von der Piazza Funicolare mit dem geölten Haarschopf, der junge Bäcker Figini, der elegante Metzgergehilfe aus Besso und der lange dürre Postbote aus Breganzona sind begehrte und unermüdliche Tänzer. Der Steinklopfer Guerino von Vezia mit der schiefen Ballonmütze und den tätowierten Armen kann sich mit ihnen nicht messen. Aber dafür tanzt er mit seinem Freunde Elvetio den wilden Tessiner Männertanz: beide drehen sich wie besessen linksherum, bleiben mit einem Ruck stehen und wirbeln dann rechtsherum. Es gibt keine besseren Tänzer, als diese Tessiner Burschen. Und nirgends kann man besser tanzen als auf dem glatt gewalzten Lehmboden eine Boccia-Bahn. Ader es wirb nicht nur getanzt auf ber Festa Campestre: es wirb auch gespielt. Ja, es gibt eine regelrechte Tombola: ein mächtiges Wagenrad mit roten Speichen ist am Stamm einer Kastanie befestigt unb wirb in kurzen Tanzpausen mit lautem Geschrei gedreht. Das Los — ein Holztäfelchen — kostet zwanzia Centime. Der Gewinn ist eine rätselhafte Kartonschachtel, die einen „Panetton“ — Rosinenkuchen — enthalten soll. Jedesmal, bevor das rote Rad gedreht wird, wandert ein Jüngling, die Schachtel hoch in der Luft schwenkend, laut rufend durch die Menge. Dann saust bas Rab klappernb in bie Runbe, unb ein neuer Karton kommt zum Vorschein. Ober ist es immer derselbe? Ich habe das Geheimnis nicht ergründet. An einigen Tischen spielt man sogar das verbotene „Morra-Spiel": zwei Burschen sitzen sich gegenüber, strecken gleichzeitig bie Hand mit gespreizten Fingern aus unb brüllen sich an. Da es babei oft zu Messerstechereien kommt, ist bas Spiel polizeilich verboten. Aber auf ber Festa Campestre nimmt man es nicht fo genau. Mitten im Gebränge stoßt eine feuchte Schnauze geaen meine Hanb, zwei mächtige Pfoten legen sich auf meine Brust: Aber Doro! Der schwarze Köter von Giuseppina, mehr Kalb als Hund, begrüßt mich stürmisch. Unb ba steht sie auch, bie Giuseppina, meine Aufwärterin, mit bem gewaltigen Kropf unb bem neuen blitzenben Gebiß im zerfurchten Gesicht. Damit man wenigstens bie anberen Zähne für echt hält, hat sie sich vorn extra einen Golbzahn einsetzen lassen. Unb nun lächelt sie immerfort, damit alle ihre schönen Zähne bewundern können. Und wer lächelt hier nicht? Die Gesichter dieser Tessiner Menschen sind glücklich unb strahlend wie breitet, ber den verheirateten Frauen, die bisher juristijch fast als minderjährig galten, die selbstverständlichsten Rechte zusichert, lieber politische Rechte will der Senat aber nichts hören. Die Suffragetten rächen sich während der Sitzungen des Senats auf jede erdenkliche Weise, indem sie sich mit Kette und Schloß an einer Säule befestigen, um nicht schnell hinausgeführt werden zu können. Während der Sitzungen verschloß sich darum der Senat jedem weiblichen Wesen, selbst der Luxemburggarten war gesperrt. Aber alles nützte nichts, eine findige Feministin schlug allen Vorkehrungen ein Schnippchen, sie warf von einem Flugzeug während der Sitzung Tausende von Flugblättern auf den Senat; Flugzeugabwehrgeschütze haben die Landesväter doch vergessen aufzustellen. Es geht um eine ernste Sache, durch die Art und Weise der Argumentation wird sie aber ins Lächerliche gezogen. Das weiß jeder; aber Paris ist so schlecht gelaunt, daß man alles verzeiht, wenn man einmal nur lachen kann. Aus aller Wett. Der Berliner Theaterdireklor Zickel f. Der bekannte Berliner Theaterleiter Dr. Martin Zickel ist an einer Blutvergiftung gestorben. (Eröffnung der Rachtflugsirecke Frankfurt—Köln. Der Nachtflugverkehr auf ber Strecke Frankfurt a. M. — Köln ist dieser Tage aufgenommen worden. Die Notlandung der amerikanischen 1B eiff Heger. 3m nächsten Frühjahr neuer Flug. Die amerikanischen Flieger Mattern unb © r i f f i n, bie. aus Moskau kommend, im Flughafen Berlin-Tempelhof von Vertretern der amerikanischen Botschaft unb der Deutschen Lufthansa begrüßt wurden^ waren trotz ihres Mißgeschicks guter Laune. Während Griffin nur eine leichte Hautabschürfung über dem rechten Auge davongetragen hat, erlitt Mattem einen Knoch el b r u ch an der rechten Hand. Der LInf all, von dem ihr Flugzeug, die „Century of Progreß“ betroffen wurde, ist mach dem Bericht der Flieger auf ein ungewöhnliches Mißgeschick zurückzuführen. Aach ihrer Schilderung entwickelten sie nach ihrem glatten Start von Berlin eine sehr gute Geschwindigkeit, und zwar annähernd 3 00 Kilometer in der Stunde. Kurz hinter der russisch-polnischen Grenze wurde durch den scharfen Propellerwind der Deckel des Mannlochs der Kabine abgerissen und mit großer Wucht in das Leitwerk geschleudert, das beschädigt wurde. Sie entschlossen sich zur Rotlandung, auf einem scheinbar geeigneten großen Feld, das aber zu ihrem Unglück sehr sumpfig war. Infolgedessen ging die Maschine bei b e r 2 a n * düng kopfüber und wurde so schwer beschädigt, dah an einem Weiterflug — ganz abgesehen von der Handverletzung Matterns — nicht mehr zu denken war. Mattern und Griffin wollen zunächst ein paar Tage in Berlin blet- ben und sich die Reichshauptstadt in Muhe ansehen. Rach ihrer Rückkehr nach Amerika wollen sie die Vorbereitungen für einen neuen Weltflug über dieselbe Strecke treffen, der vielleicht im nächsten Frühjahr durch- geführt werden soll. Die Amerikaner hatten S)i$» mor genug, um sich für dieses Mal mit der Tatsache zufrieden zu geben, dah sie denAtlantik in Rekordzeit überquert und als erste in direktem Flug von Amerika Berlin erreicht haben.. Wiederaufnahmeverfahren im Mordprozeß Dr. Richter beantragt. Gegen den im Iahre 1929 vorn Donner Schwurgericht wegen Mordes an Frau Mertens aus Bonn zum Tode verurteilten Arzt Dr. Peter Richter aus Dingen ist jetzt durch die Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Mannheimer, Mainz, und Rechtsanwalt Mayer II. das Wiederaufnahmeverfahren beantragt worden. Dr. Richter, dessen Strafe in lebenslängliches Zuchthaus umgewandelt wurde, befindet sich in der Strafanstalt Rheinbach. Die Verteidiger führen in ihrem Antrag drei medizinische Gutachten an, in denen wissenschaftlich fest gestellt wird, dah die Menge Strophantin, die Dr. Richter Frau Mertens eingeführt haben soll, bei weitem nicht ausreichte, um den Tod herbeizuführen. Selbst das Vierfache des Quantums, täglich angewandt, könne zu keinem tödlichen Ausgang führen. Weiter wird dargelegt, daß nach dem Ergebnis von Sektionen Strophantin als Todesursache überhaupt ausscheide, da es das Herz nicht zum Stillstehen bringe. Reue Beweismittel werden auch zur Frage eines eventuellen Selbstmordes der Frau Mertens vorgebracht. Unter Beweis wird weiter gestellt, chah Frau Mertens durch die Schwester der Heil- und Pflegeanstalt eine Kardialolsprihe erhalten habe. Kardiazol fei ein Herz gift und ein seit 1925 angewandtes medizinisches Mittel. Die Verteidigung verlangt eingehende Vernehmung der Schwester unb Klarstellung über den Ort der Aufbewahrung usw. Schließlich wird von den Rechtsanwälten die Frage gestellt, ob in der vorgerückten Racht- stunde nicht eine Verwechslung möglich war, und was die Schwester bewogen habe, die Verabreichung der Kardiazolspritze zu verschweigen« Wolkenbruch am Kaiserstuhl. lieber dem nördlichen Kaiserstuhl unb dem unteren Breisgau entlud sich ein schweres Gewitter, begleitet von wolkenbruchartigem Regen unb H a • gelschlag. Besonders heimgesucht wurden die Kaiserstuhl-Orte Riegel, Amoltern unb vor allem das Städtchen Endingen, wo die Wassermassen in die Keller strömten und in einigen Häusern sogar in bie Wohnräume des ersten Stockwerkes einbran« gen. Das Wasser stand stellenweise bis 1,20 M e t e r h o ch in den tiefer gelegenen Straßenzügen. Der starke Sturm deckte verschiedene Däcker ab. Die Feuerwehr arbeitete zusammen mit der Einwohnerschaft fieberhaft, um das Wasser aus den Kellern zu pumpen. Auch in dem Städtchen Kenzingen unb besten Umgebung wurde großer Schaden durch das Unwetter angerichtet. Sturm und Hagelschlag richteten auf den Feldern schwere Verwüstungen an. Wolkenbruch über Berlin. Berlin, 15. Iuli. (ERD. Funkspruch, eigene Meldung.) Ein überaus schweres Gewitter ging in der vergangenen Rächt über der Reichs- Hauptstadt nieder. Der wolkenbruchartige Regen war so heftig, dah die Gullys die niedergehenden Wassermassen nicht zu fassen vermochten. Viele Keller wurden unter Wasser gesetzt. Bei der Feuerwehr herrscht Ausnahmezustand. Allein in der Zeit von 1.30 bis 3.30 LIHr waren mehr als 300 Alarmierungen eingelaufen. Insgesamt wurde die Feuerwehr in der Rächt etwa fünfhundertmal alarmiert. Die Bergungsarbeiten am „Prornelhse" eingestellt. Nunmehr hat auch der italienische Bergungs- dumpfer „Rostro" Cherbourg verlassen unb-feine Taucherarbeiten an dem gesunkenen französischen Unterseeboot „Prom6th6e^ eingestellt. — Wie „Petit Parisi en" berichtet, hat der vom Marineminister hinzugezogene englische Ingenieur Cox, der die Hebung eines Teils der bei Scapa Flow versenkten deutschen Schiffe durchgeführt hat, erklärt, daß es überhaupt keine Möglichkeit gebe, das gesunkene französische Unterseeboot „Pro-' m6ch6e zu heben. Die Bemühungen seien aussichtslos, denn man könne täglich nur eine Stunde arbeiten, und wenn es gelänge, zwanzig Kabel an dem Rumpf des gesunkenen Bootes zu befestigen, dann würden die Bojen, an denen die Kabel an der Meeresoberfläche befestigt wären, im Augenblick des Hebeversuchs gegeneinanberppatien, unb die Kabel würden vorn Rumpf des Bootes abgleiten. Die Anbringung der Kabel würde bei täglich einer Stunde Arbeit, was auch nur bei günstigen Bedingungen und bei ruhigem Wässer möglich wäre, über ein Jahr in Anspruch nehmen und 10 0 0 0 0 Pfund Sterling kosten. Der englische Ingenieur fahre deshalb gar sticht erst nach Cherbourg, sondern habe dem französischen Marine- Minister bereits formell von jedem Hebeoersuch abgeraten. die großer Kinder. Und sie haben auch allen Grund, glücklich zu fein: sie dürfen hier bleiben. Um dieses Glück beneide ich den ärmsten Steinklopfer ... Die bunten Lampions tauchen im Dunkel der Ka- ftanien unter. Nur noch die Tanzmusik folgt mir klimpernd über die feuchten Wiesen und Rebenhügel. Die Laubfrösche knarren, die Grillen zirpen, Leuchtkäfer und Sterne flimmern in der blauen Sommernacht. Heber dem Salvatore steigt der abnehmende Mond auf. Wenn er sich wieder rundet, bin ich weit fort im Norden. Wie sieht es in der Stratosphäre aus? Professor Piccard rüstet sich, einen neuen Aufstieg in jene unbekannten Höhen der Luft zu unternehmen, die wir als Stratosphäre bezeichn nen. Dieses Himmelsgebiet, das in einer Höhe von etwa 10 Kilometer über dem Erdboden beginnt und von dem man noch vor wenigen Iahren nicht das Geringste wußte, hat mit den Fortschritten der Strcchlungsforschung und besonders auch durch den ersten kühnen Aufstieg Piccards, der bis in 17 Kilometer Höhe führte, schon mancherlei von seinen Geheimnissen verraten müssen. Was wir heute davon wissen, das faßt Dr. D. Thieme in der Frankfurter Wochenschrift über die Fortschritte in Wissenschaft und Technik, „Die älmschau", zusammen. Die Luftschichten, di« unserer Erde am nächsten liegen, und in denen sich die Wolkenbildungen abspielen, nennt man die Troposphäre. Diese enthält in den ersten 5 Kilometern die Schicht der tiefen Regenwolken, in den nächsten 5 Kilometern die Schicht der hohen feinen Wolken. Dann beginnt die Stratosphäre, in der die Temperatur bei 10 Kilometer bereits 50 Grad Kälte erreicht hat. Hier gibt es keine Wolken mehr; es herrscht ewig tiefblauer Himmel, denn der Gehalt an Wasser- damps, der in der Troposphäre noch sehr groß war und zu Wolkenbildungen führen konnte, wird immer geringer und hört in 50 Kilometer so gut wie ganz auf. Daher verschwindet auch das weißliche Blau des Himmels; seine Farbe wird um so dunkler, je höher wir hinaufsteigen, und wird schließlich fast schwarz. Zugleich erscheint die Sonne schärfer an ihren Rändern; ihre Strahlungskraft nimmt gewaltig zu. Die Sterne, die vorher von dem zerstreuten Himmelslicht überstrahlt wurden, treten immer deutlicher hervor und strahlen schließlich neben der Sonne am schwärzlichen TageShimmel. Da die Sonnenstrahlung den Weltraum durcheilt, ohne ihn zu erwärmen, und nur feste Körper, wie unsere Erde, erhitzt, so ist es zunächst sehr kalt. Aber merkwürdiger Weise nimmt die Wärme in den größeren Höhen der Stratosphäre wieder zu, und in 50 Kilometer Höhe hat sie bereits die beträchtliche Hitze von 37 Grad erreicht. Diese hohe Temperatur wird durch chemische Umsetzungen infolge der Sonnen-Einstrahlung hervorgerufen, die auf die in jenen Höhen vorhandenen Gase einwirkt. In der Stratosphäre gewinnt nämlich der leichtere Wasserstoff über den in unserer Luft vorwiegenden Stickstoff und Sauerstosi das älebergewicht, so daß in 50 Kilometer Höhe der Wasserstoff bereits 3 Prozent beträgt und in 100 Kilometer Höhe 96 Prozent. In den Schichten zwischen 50 und 100 Kilometer wird infolge der Energie-Llmwcmdlung der noch vorhandene Sauerstoff zu Ozon umgeformt, so daß man die Sphären über 50 Kilometer als Ozonschicht bezeichnet. In 50 Kilometer Höhe herrscht also eine fast tropisch warme und sehr ozonhaltige Atmosphäre, die ozonreichste unseres ganzen Erdballs, und unsere Kranken würde hier das gesündeste Klima finden, wenn nicht der Luftdruck immer mehr abnähme und es uns bisher unmöglich macht«, höher als rund 17 Kilometer in di« Atmosphäre einzudringen. Während auf dem Erdboden der Luftdruck noch einer Quecksilbersäule von rund 0,75 Meter entspricht, ist dieser Druck in 10 Kilometer Höhe schon auf 200 Millimeter, in 50 Kilometer auf 0,5 Millimeter und in 100 Kilometer Höhe auf wenige Tausendstel Millimeter herab- gesunken. Man hat nun festgestellt, dah in etwa 100 Kilometer Hohe eine neue Schicht beginnen muh, die nach ihrem ersten Erforscher Heavisideschicht genannt worden ist. Hier herrscht schon wieder eisige Kälte; der Wasserstoff macht bei 150 Kilometer 99,5 Prozent der Atmosphäre aus, und es erfolgt wahrscheinlich eine Anreicherung von Helium. Diese Wasserstoff-Sphäre reicht bis etwa 230 Kilometer Höhe. In den Schichten zwischen 50 und 100 Kilometer spielen sich fast ausschließlich die Nördlicht-Erscheinungen ab. Doch treten noch in 400 bis 500 Kilometer Höhe Leucht-Erscheinungen auf, und hier kommt es vermutlich nochmals zur Bildung einer elektrisch-wirksamen Schicht, d ie die Grenze des „blauen" Polar-Lichtes darstellt. Wir dürfen an- nebmen, daß die Verhältnisse in der Stratosphäre, der Ozon- und der Heaviside-Schicht unser Wetter wesentlich mitbestimmen. I lege" a;, 6ommf i durchs pl- W Ätzers em • st wuchs ° bilde s'ch ° 'nch sah dre> stock'" KL Jet der MS Ueber S Welt zu l( Unb jo wun Wenn weine Hiernach! aus Lchaden^ otrwirrenüe v 3d) wiU fei Zwei große, nen, die °u c halb her beiden Liefe kleinere beiden, denn weißen Ml 1 (feinen Traum Unb meine i daibte, baß ' A lastenden Mn ich >)c „Er ist doch Liebster, bah tonnen?" „Was sage« fuhr er fort: „Liefe un machen einen acs Wort nid „Ich sagte, daß man es il „Was denn Frau Rose daß zwei Tai Mn. „Du weißt acht, baß es < di Menschen, ärben lassen? fernen Dornen in das Dunkel Da wußte i wm zarten § ambreitet war M auf ihnen ''Derta. Mkunbgebu heute ab< Micher 2er nMntminifter Am Mp iljtt heutig U2g Druck Ä lautbar »Oh p bWöni bvler, ÜtnftjiJleut! -Tagei spielhaus, D - Aus uns geschriebc ihren Erfolgen 'S Äenmssana .men, bie i des ÜMiswi Stähle bes R Oesterreich un ler werben i Mieren. Du Beginn 20 1 Schüler Ermc — Die 91 a -haft, Orts jijen Eamsta ijrauenoerfam tt-tionalsoziali flonber (Be d« Nationalso, as der heutig ?C fobto. » «3äftä . esDew, ttlhte" dngeffeUL mische Lergungs- irloffen und feine gejuntenen fron« e* eingestellt, tet, Hot der vom nglifche Ingenieur ils der bei Supa bimfoMri Hot, HJlöglidjteit ücrfeÄoot „Pro« n feien muMs- eine stunde ar« zwanzig Kobel on vtes zu befestigen, nen die Kabel an obren, im Augen- anderprallen, und des Bootes abglei- mürbe bei täglich nur bei günfhgtn i Mer möglich iprud) nehmen und । kosten. Der eng; jar nicht erst nach inzMchenMonne« m Hebeoerfllch ab« be £|?anftalt £ ^rdiazvi ,ei 4ä >eruckten Acch' 'IMS öabe, die iU verschd«g^ Ml ;nb dem unteren ;®l“er,be« T unMo« „““rben die Ä °°r allem Meanaflen in I Hausern logar fmerfes einbran. “eiJe bis 1,20 E-nzügen. eM«ob. 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SURREND, summend, bedroht die Stechmücke den Menschen Tag und Nacht, keimbeladen, bösartig, gefährlichI Stechmücken sind nicht nur lästig, sie sind tödliche Feinde der Menschheit. Beladen mit Keimen gefährlicher Fieberkrankheiten bringen sie jährlich Tausenden den Tod. FL IT — überall bekannt — ist das beste Mittel, um Fliegen, Mücken, Schnaken und alle lästigen Insekten schnell und sicher zu töten. Achten Sie auf den Flit-Soldaten auf der gelben Kanne mit dem schwarzen Band. Nur i n der plombierten Kanne ist FLIT erhältlich. Der Rheinbrunnen auf seinem neuen Platz gegenüber dem Deutschen Museum in München. Der Brunnen, eines der schönsten Werke des Bildhauers Adolf von Hildebrand, stand früher in Straßburg, mußte dort aber aus politischen Gründen abgebrochen werden. Er wurde jetzt nach München zurückgebracht und mit einer schlichten Feier erneut enthüllt. Der Straßburger Vater-Meinbrunnen" in München eigene Waffen angeschafft unb mit der Landsmannschaft Darmstadtia ein Paukverhältnis ein* gegangen. 3m Wintersemester 1910 11 wurden die ersten dreizehn Mensuren auf der Wellersburg auf Chattenwaffen ausgetragen. Diese Beziehungen zur Landsmannschaft Dann* stadtia, der noch eine besondere Bote als Bach* Wirkung der engen Verknüpfung in den 80er 3ahren eigen war, führte notwendig dazu, daß auch innerhalb der Chattia sich immer mehr Bestrebungen geltend machten, selber der Deut* schen Landsmannschaft beizutreten. Diele Wünsche erlebten ihre Erfüllung durch die Aufnahme der Chattia als Landsmannschaft in den Coburger l.. C. im Februar 1914. Das enge Gemeinschaftsgefühl der Chatten bewirkte, daß der gesamte A.-H* Verband geschlossen diesen Schritt mittat. Doch bald sollte der Weltkrieg dem frohen Vundesleben der jungen Landsmannschaft für llt Fl. RM. 2.25, ‘/i FL RM 4.00, Ltr.-FL RM. 6.75. Haupt - Niederlage: Engel-Apotheke Marktplatz. 696V sonders nachdem auch die Landsmannschaft Merovingia in den Verband ausgenommen worden war. Eine besondere Errungenschaft der Vachkriegs* zeit ist die Pflege des Sports als wesentlicher Bestandteil des Bundeslebens. Unö so hat auch gerade die Chattia in wachsendem Maße sport* begeisterte junge Männer in ihre Reihen auf* genommen und in aufsteigender Linie gute sport* liche Erfolge erzielt, sowohl bei den Universitäts* wettkämpfen und bei den Meisterschaften der Hochschulkreise, wie auch in den Kampfspielen der Deutschen Landsmannschaft in Coburg. 3n der Entwicklung der Chattia fehlte nun noch eine wichtige Stufe: der Besitz eines Hauses. Während die studentischen Korporationen im Laufe des 19. Jahrhunderts durchweg in sehr bescheidenen Kneiplokalen hausten, die vielfach stallartige Anbauten oder Hintergebäude waren, so trat Ende des Jahrhunderts allgemein eine Tendenz zur Repräsentation in Erscheinung, die auch ein schönes Korporationshaus als lebens* notwendig für einen Bund erachtete. Der Hm* stand, daß die Chattia eine so allmähliche Ent* Wicklung durchmachte, war dem frühzeitigen Bau eines eigenen Hauses hinderlich. Doch nun ging es mutig ans Werk, trotz Inflation und wirt* schaftlicher Sorgen, dank der Opferwilligkeit der alten Chatten für ihren Bund und der Initiative Einzelner, besonders des A. H. Dr. B e cf e r 1. Es wurden der Reihe nach gekauft und wieder verkauft: ein Wohnhaus am Schiffenberger Weg und der „Andres" in der Sonnenstraße, und schließlich konnte am 27. Februar 1925 die Grund* steinlegung des Hauses auf der Höhe der Licher Straße begangen werden. In seinem Fundament ist eine Urkunde ein* gemauert mit den Worten: „Möge dieses Heim, das in der Zeit schwerer Rot unseres Vater* landes errichtet wird, allzeit eine Stätte wahren, deutschen Studententums fein.“ Und wir wollen hinzufügen: „Wie die Alten Herren im Geben Tüchtiges und zum Teil Hervorragendes geleistet haben, so möge auch weiter ein tüchtiger Schlag in der Chattia heranwachsen!“ Sief in Gießen. o____________ ________ heraus. Der Geist der Pflege treuer Kameradschaft, in der begeifte* rungsfähigen Jugendzeit fürs ganze Leben ge* knüpft, hat der Chattia die fünf Jahrzehnte ihres Bestehens hindurch das Gepräge gegeben. Im Sommer 1885 trat das „Blümchen" in ein freundschaftliches Verhältnis zu zwei anderen Gießener Korporationen mit denselben Grund* sähen, der jetzigen Landsmannschaft Darm* st a d t i a und dem K l o st e r . Jahrelang beftan* den diese Beziehungen, bis die Wege der drei Korporationen durch ihre verschiedenartige Ent* Wicklung von selber wieder auseinandergingen bzw. sich zeitweise trennten. Viele gegenseitige Kneipbesuche und besonders Exkneipen und Aus* flüge — mit Vorliebe auf den Gleiberg — kenn* zeichnen diese Gemeinschaft. 2m Sommersemester 1888 bezog die Verbindung das Kneiplokal in dem inzwischen von der Bild* fläche verschwundenen Restaurant Dusch auf dem Seltersweg, um hier Jahre hindurch seine Heimat zu haben. Mit diesem Lokal sind die schönsten Erinnerungen vieler Alter Herren verknüpft, und der Wirt vom damaligen „Busche Garten", Heinrich C l g e s, wird seitdem von jedem Chatten als guter Freund geschätzt. Vach Uebernahme seines jetzigen Gasthauses, des Hotels Hindenburg, folgte ihm Chattia auch bald dorthin, wo sie bis zum Umzug in das erste eigene Heim Kneipe und Stammtisch besah. Aus dieser Zeit sei auch des langjährigen Verbindungsdieners Wilhelm Kühr, genannt Paul, gedacht, so recht ein Typ seiner Art im besten Sinne. Die Entwicklung der Chattia vom Verein Blümchen bis zur heutigen Landsmannschaft hat sich geradlinig in gleichmäßigen Stufen vollzogen. Im Sommer 1896 reiht sich die Verbindung Blümchen durch Anmeldung bei dem Senat in die Gießener Korporationen offiziell ein, im Sommer 1901 wird der Vame Blümchen in Chatbia umgeändert. — Seit der Gründung des Bundes wurde nicht nur das Fechten auf regelmäßiger Fechtscheuer geübt, sondern es wurden von den Mitgliedern auch zahlreiche Mensuren geschlagen, die von der Waffen- und Wehrtüchtigkeit der Chatten alle die Jahre hindurch Zeugnis ablegen. Dabei wurde es natürlich als drückend empfunden, daß sie bei fremden Waffenverbänden belegen mutzten, und daß nicht der Freund als Sekundant dem Freunde zur Seite stand. Und so wurden im Sommer 1910 ' Vertagte Wahlkundgebung. Die Wahlkundgebung der Deutschen Staatspartei, die für heute abend angeseht wurde, muh wegen plötzlicher Verhinderung des Redners, Reichsfinanzminister a. D. Dr. Reinhold, auf einen späteren Zeitpunkt verlegt werden. Väheres ist ams der heutigen Anzeige ersichtlich. Am 16. und 17. Juli --------- Mannschaft Chattia die Feier ihres 5 0. Stiftungsfestes. Eine große Anzahl Alter Herren wird in diesen Tagen wieder in unserer Musenstadt weilen, um alte Freunde aus einer besseren Jugendzeit wiederzusehen, im Gefühl enger Zusammengehörigkeit mit den jungen Aktiven über die Werte, Wege und Ziele des Bundes in diesen schweren Tagen sich zu beraten und derer zu gedenken, die dem Freundeskreis für immer entrissen sind. In der Erinnerung dieser Alten Herren wird sich wieder lebhaft das Bild von dem Werden und der Entwicklung der Chattia im Laufe des verflossenen Halbjahrhunderts zusammensehen. Aber auch für die Gießener Hochschule und für die Stadt bedeutet die Geschichte ihrer Korporationen ein Stück eigener Geschichte. Die Geburtsstätte der Chattia ist der «Franks furter Hof" auf dem Lindenplatz. An dem runden Tisch, links neben der Tür, die zum Linden- plah führt, pflegte im Sommersemester 1882 sich eine Schar luftiger Musensöhne gesellig bei Scherz und Lied zusammenzufinden, meist alte Freunde aus der Pennälerzeit in Bensheim, die in ihren ersten Semestern an verchiedenen Hohen Schulen in deutschen Landen verstreut waren. Die echte Harmonie, die diesen kleinen Kreis beseelte, führte innerhalb weniger Wochen zwangsläufig auch nach außen hin zu einer gewissen Organisation. Die Diertischsihungen wurden regelmäßig, und zwar als wöchentliche Stiftungsfeste gefeiert, wobei ein Teil des Saales als Festlaube abgegrenzt und mit grünen Zweigen geschmückt wurde. Der Wahlsprucy „Freundschaft und Treue", der so recht zu diesem kleinen Kreise paßte, war bald gefunden. Reue Mitglieder wurden unter feierlichen, humorvollen Zeremonien in der Kegelbahn ausgenommen. Der Vame „Blümchen", den der Bund zwei Jahrzehnte lang führte, verdankt feine Entstehung einer rot geblümten Decke, die den Stammtisch zierte. Es lag nahe, sich auch Farben und Zirkel beizulegen. Im nächsten Semester werden Vereinssatzungen ausgestellt und Chargierte gewählt. Der Grundsatz der unbedingten Genugtuung war in Anbetracht der Tatsache, daß eine Anzahl der Gründer zugleich Inaktive schlagender Verbände waren, eine Selbstverständlichkeit. So bildete sich das „Blümchen" im Laufe seiner ersten Semester immer mehr zu einer or- Vergleichsverfahren. Heber das Vermögen des Hermann Leib, Inhabers der Firma Georg Leib & Lohn in Gießen, ist am 14. Juli 1932, 12 Uhr, das Vergleichsverfahren zur Abwendung des Konkurses eröffnet worden. Der Bücherrevisor Hermann Scharff, Gießen, Plockstraße 5, ist zur Vertrauensperson ernannt. Termin zur Verhandlung über den Vergleichsvorschlag ist auf Freitag, den 5. August 1932, vormittags 9 Uhr, vor dem Amtsgericht in Gießen, Zimmer 204, anberaumt. 5270D Der Antrag auf Eröffnung des Verfahrens nebst seinen Anlagen — und das Ergebnis der weiteren Ermittlungen — sind auf der Geschäftsstelle zur Einsicht der Beteiligten niedergelegt. Gießen, den 14. Juli 1932. Hessisches Amtsgericht. Brdhl’sche Druckerei, Gießen, Schulstraße 7, Anruf Nr. 2251 Boll Dankbarkeit bestätige ick Ihnen, daß ick mick wie neugeboren fühle, seitdem ick 4 Monate Hohma-Brot a (dunkel) esie. Die Müdigkeit, die ich immer tn den Gliedern spürte, ist verschwunden, mein Kopf ist klarer als früher, die Verdauung regelmäßig, kurz, ich fühle mich wie verjüngt! Meine Arbeitskraft ist eine ganz bedeutend stärkere als früher. Ich kann jedem hur den Genuß von Hohma-Brot wärmstens empfehlen. Hohma-Brot A (dunkel), Hohma-Brot B (weiß) zu haben bei den Bäckermeistern: Euler, Kaiserallee; Hölters, frankfurter Straße; Neurath, Asterweg; Ullisck, Neuen Baue Um Fälschungsversuche nicht aufkommen au lassen, nehme Mm das Brot nur in der Hohma-Brottüte, sonst weife man dieses als unecht zurück. 5185d Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 15.Juli 1932. • Legende einer Sommernacht. Die Sommernacht war von einem wundervollen glanz durchglüht. Aus dem funkelnden Pokal des Himmels tropfte silbernes Licht auf die atmende Crbe. 3m Duft eines Gartens stand in der Nähe des Weihers ein Rosenftock. Er wuchs wie aus Gottes Garten im Reichtum seiner Schönheit empor. Wie ein kostbarer Teppich breitete sich das dunkle Gras um ihn. Ich sah drei Rosen, vom Mondlicht umsprüht, von dem Stock in das Dunkel leuchten. Utzd plötzlich hörte ich sie sprechen. Vom König Salomo wissen wir, daß er die Sprache der Vögel, der großen Tiere, ia, selbst der kleinsten Käfer verstand. Ich glaube, daß er auch die Sprache der Blumen in seiner bunten Träume Paläste vernahm. Aber der weise König unterließ es in seines Lebens Ueberschwang, den Reichtum seiner Gaben der Welt zu schenken. Und so wurde diese herrliche Kunst begraben. Wenn meiner suchenden Seele nun in einer Sommernacht aus Sehnsucht die Kraft wuchs, des Königs Schatten zu beschwören, so glitt ich dadurch in eine verwirrende Fülle des Glücks. Ich will die drei Rosen ganz kurz beschreiben: Zwei große, vollerblühte waren es und eine kleinere, die auf einem schlanken Zweig etwas unterhalb der beiden größeren schlief. Diese kleinere war zweifellos das einzige Kind der beiden, denn Papa und Mama Rose wachten im weißen Licht des Mondes und sprachen von dem kleinen Träumer. Und meine Lust wurde Leid, als ich zu vernehmen glaubte, daß auch die Blumen beschwert sind von ewig lastenden Erziehungsfragen. Denn ich hörte Frau Rose sagen: „Er ist doch schon ein großer Bub. Meinst du nicht. Liebster, daß er alt genug ist, nm es ihm sagen zu können?" „Was sagen?", fragte Papa Roser Und brummend fuhr er fort: „Diese unsoliden, nachtschwärmerischen Käfer machen einen derartigen Lärm, daß man fein eigenes Wort nicht versteht." „Ich sagte, er ist jetzt wohl alt genug geworden, daß man es ihm sagen könnte." „Was denn sagen?" Frau Rose zitterte nervös mit den Blättern, so daß zwei Tautropfen auf den schlafenden Kleinen fielen. „Du weißt gut genug, was ich meine. Denkst du nicht, daß es Zeit ist, ihn aufzuklären über, — über die Menschen, die uns jäh nach solchen Nächten sterben lassen? Und daß er wenigstens lernt, sich mit seinen Dornen zu wehren, auf daß er als Kämpfer in das Dunkel hinübergeht?" Da wußte ich, daß der Blumen Leben und Leid vom zarten Kranz der Unschuld noch wundersam umbreitet war, und daß der ewige Fluch der Menschheit auf ihnen noch nicht lastete. M. A. VornoTizen. — Tageskalendersür Freita g : Lichtspielhaus, Dahnhofftratze: „Liebeskommando". — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: „Die vier Nachrichter" haben nach ihren Erfolgen in den Kammerspielen München und im Renaissance-Theater Berlin eine Tournee angetreten, die das Ensemble Münchener Studenten des theaterwissenschastlichen Institutes durch die Städte des Reiches, der Schweiz, Tschechoslowakei, Oesterreich und Holland sühren wird. Die Nachrichter werden am kommenden Sonntag in Gießen gastieren. Die Veranstaltung: „Hier irrt Goethe". Beginn 20 Uhr. Sommerpreise, Studenten und Schüler Ermäßigung. — Die Nationalsozialistische Frauen- jchaft, Ortsgruppe Gießen, veranstaltet am morgigen Samstag, 16. Juli, 20.30 Uhr, eine öffentliche sirauenversammlung, in der die Reichsleiterin der Nationalsozialistischen Frauenschaft, Fräulein Elsbeth Zander (Berlin) über das Thema: „Frauen und der Nationalsozialismus" sprechen wird. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. Jahre eine jähe .Unterbrechung bereiten. 127 Chatten zogen voll Begeisterung hinaus gc den Feind, 21 Bundesbrüder haben ihr Li dem Vaterland zum Opfer gebracht. Vach dem Kriege entfaltete sich von neuem daS studentische Leben und auch für den Gießener 1,. O, bedeutete diese Zeit ein neues Ausblühen, be* Tausende von Menschen verdanken ihren gesunden, tiefen Schlaf und ihre gek räftigten Nerven unserem Balhiin dienen den Belangen von Handel und Vorkehr, Industrie und Bewerbe, Landwirtschaft und Be- Pichens,8 £10^uten ksäe*/ Nene N"r / —— " / Bollen- und EMmkuus. Die Gemeinde Grohen-Linden beabsichtigt einen erstklassigen fetten Bullen und einen Eber auf dem Submissionswege zu verkaufen. 5264D Angebote können bis zum Dienstag, dem 19. Ifds M., mittags 12 Uhr, auf der Bürgermeisterei abgegeben werden. Die Bedingungen find auf der Bürgermeisterei einzusehen. Großen-Linden, den 14. Juli 1932. Bürgermeisterei Großen-Linden. Lang. Kleines Speisezimmer wenig gebraucht, mit echt. Lederstühlen für 225 Mark abzugeben. Kunst- und Möbelhaus Gg. Kq os ■ Plockstr. 14i Wettervoraussage für Samstag und Sonntag. Weiterhin lagert das Tiefdruckgebiet über Deutschland, das sich noch mehr nördlich entwickelt und einen neuen Kern über Südskandinavien gebildet hat. Das Störungssystem läßt zunächst das meist wolkige Wetter fortbauern, wobei auch einzelne Niederschläge auftreten. Da immer noch die Zufuhr kühler Luft vom Ozean her vorher.rscht, werden die Temperaturen in ziemlich mäßigen Grenzen gehalten. Aussichten für Samstag: Weiterhin vielfach bewölkt mit Neigung zu einzelnen Niederschlägen, Temperaturen wenig verändert. Aussichten für Sonntag: Zunächst noch Fortdauer der herrschenden Wetterlage. Lufttemperaturen. Am 14. Juli: mittags 23,3 Grad, abends 19,0 Grad: am 15. Juli: morgens 17,8 Grad: Maximum 22,6 Grad, Minimum 17,0 Grad Celsius:' Niederschläge 0,4 mm. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe. Am 14. Juli: abends 23,0 Grad, am 15. Juli: morgens 19,6 Grad Celsius. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen Wte Saison-Schluß-Verkauf o ... . - ■ ■' " - vom 18.Juli bis 6. August Ällerschärfsie Preisermäßigungen — daher die günstigste Kaufgelegenheit? Anzugstoffe enorm billig! Paletots Ulster Slipons Schlüpfer Gummimäntel Lodenmäntel Trenchcoats Anzüge Sportanzüge Smokinganzüge Abendanzüge Leinenanzüge Jagdanzüge Jünglingsanzüge Hosen Knickerbocker Breeches Flanellhosen Trachtenjoppen Lüstersakkos Leinenjoppen usw. GEBRÜDER STAMM S tagsmahl di dann Der t Der Jeff ool »flotte Bund l" [ehe*16 e U und sei etwa 3000 1 nähme. 2)ie von Darms Mainz naherenvr an. Ha"em sati°" L nung beytt netter fi4el Der Jefll Gesät an der sich r U 6 S e. Ansch Lze nie* tillerie-Bunde Kleinschm die Drtsgrupi zer sDarms «.r InzwMer Die Spitze i Dorfes poffi ließen. Dan es aber dc Geschütz, ein Wtzwagen beseht. Danr Schutzgöttin Zug der Ka und Musik versahen die jeder in schr schien. Der- i plan, in der merai) Alb Hattenrod, d Trab vor, tadellosen T Mit dem Ab GIESSEN Marktplatz Schulstraße 5156 A sanft entschlafen. Gießen (Ludwigstreße 33), den 14. Juli 1932. 5262 D Die Beerdigung findet Samstag, den 16. Juli, 12 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 14246 jahr von uns gegangen. 5265 d Eleg. Schlafzimmer in Mahagoni 04210 04235 NU» Mädel kinderliebes 04239 bei. 4939 V in auswcirt. größeres Gießen (Keplerstraße 5), Oberdielfen, Rosenthal, W.' Barmen, Cleveland (U S A.), den 14. Juli 1932. Die Beerdigung findet Montag, den 18. Juli, vormittags um 11 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt 5—6000 Mark für I. Hypothek in Gießenauszuleihen. Schrift!. Ansr. unt. 04244 an d. G. A. Im Namen der Hinterbliebenen: Hans Grieb Margarete Grieb, geb. Boller Sie pflegen - • Ihre Blumen, warum pfle* gen Sie nicht auch Ihre Füfae? »Le b e wohl« hilft Ihnen da- Geschäft zum sofortigen Eintritt gesucht. Schriftl. Angebote unter 5256D an den Gieß. Anzeiger erb. 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Du bist zwar bald einundzwanzig Jahre und wirst wahrscheinlich schon in wenigen Tagen dein Mündigkeibspapier erhalten, das Justizrat Stoll besorgen will, aber dein Benehmen ist noch sehr unreif." Lils Nerven gehorchten nicht mehr. „Ich wünschte, ich hätte das Papier schon, damit ich mich, bis mich Werner heiratet, in irgendeine Stellung verkriechen kann und dir nicht zur Last zu fallen brauche zur Erziehung." Sie hatte einfach nicht anders gekonnt, sie hatte das sagen müssen. Die Baronin wich unwillkürlich einen Schritt zurück und sah sie entgeistert an. „Dein Betragen ist einfach empörend, Lil. Wenn ich an Werners Stelle wäre, steckte ich dich erst ein Weilchen in ein Crziehungsinstitut, wo du lernst, was sich gehört. Werner ist ein gesuchter Arzt, er kommt mit vielen Menschen zusammen und seine Frau mühte in der Gesellschaft eine angenehme beliebte Dame sein. Dein ewiges Llebelnehmen und Dor-den°Kopf°Stohen ist nicht jedermanns Geschmack. Dadurch könnte er seine Potenten verlieren." Lil stiegen die Tranen in die Augen. „Vielleicht bin ich überhaupt nicht gut genug für Werner, sage das doch ganz frei heraus, Tante Adele. Dast du mich nicht besvnders magst, wuhte ich schon, ehe Vati starb, aber so deutlich wie letzthin und besonders heute, hast du es noch nie merken lassen. Ich werde Werner fragen, ob ich ihm so recht bin, wie ich bin. Wenn nicht, dann —" Die Baronin hob die Schultern. „Wir wollen nicht zu weit gehen, Lil, es könnte dich reuen, denn augenscheinlich legst du es darauf an, mich zu reizen." Lil schwieg. Es hatte keinen -Zweck, mit der Tante weiterzureden. Man drehte sich mit ihr im Kreise. Sie beleidigte, sie griff an und stempelte doch den anderen zum Schuldigen. O, muhte es unangenehm und schwer sein, mit ihr zus mmnenzuleben. Die Baronin erklärte: „Ich gehe jetzt nach Hause, komme nach, sobald du alles gepackt hast." Sie schritt mit leicht zurückgeworfenem Kopf zur Tür, sagte von dort her: „Ich erwarte von dir, dah du, bis du zu uns kommst, dein auffälliges Wesen gegen mich bereust und mich um Verzeihung bittest." Schon fiel die Tür zu. Lil blickte nach der geschlossenen Tür. Weih und ksthl und gleichgültig war die Tür, und Lil war es doch, als müsse sie jetzt darauf allerlei buntbewegte Bilder sehen, als müsse die Tür lärmen und tonen. 3n ihr war Heller Aufruhr. Wie ein kleines Kind, das genascht hat, sollte sie um Verzeihung bitten und hatte doch nichts Unrechtes getan. Bitter dachte Lil, als ihr Vater noch lebte, hatte sich Tante Adele niemals so empfindlich gezeigt. Alles, was ihr jetzt Grund zum Tadel gab, schien chr damals zu gefallen und sie hätte über dieselben Worte von heute nur gelächelt, vielleicht, wenn es hoch kam, sie ihre kleine temperamentvolle Lil genannt. Doch als Vater noch lebte, war Neichtum um mich herum, sann Lil, jetzt aber komme ich als ganz armes Luder in ihr Haus. Die -Zofe hatte ihr heute den ersten Beweis dafür gegeben, wie so ganz anders man angesehen wird, wenn man vom Glorienschein des Reichtums umstrahlt wird und Werners Mutter hatte ihr nun den zweiten Beweis geliefert. Ihr war es, als nähme ihr eine rücksichtslose Hand eine Drille fort mit rosigen Gläsern, durch die sie bisher geschaut und durch die ihr die Welt auch rosig erschienen. Wie ein eisiges Tuch legte es sich um ihren Körper. Sie schauderte zusammen. Es war mit einem Male furchtbare Lebensangst in ihr. Am liebsten hatte sie die Tür hier verriegelt und verschlossen, damit niemand herein konnte und sie quälte. Aber selbst das Schlafzimmerchen gehörte ihr nicht mehr. Man hatte ihr nur erlaubt, noch bis zur älebersiedlung in das Haus ihrer Tante, darin zu wohnen. Die hübschen Möbel, die der Vater einmal der Mutter geschenkt, würden verkauft werden wie alles, was sich hier im Hause befand. Sie begann wieder zu hacken, und als sie fertig war, atmete sie tief auf. Cs blieb ihr ja nichts anderes übrig, als zur Tante zu gehen. Wo sollte sie denn sonst hin? Es klopfte. Franz, der im Hause bleiben sollte, um alles in Ordnung zu halten, wie man gerichtlich beschlossen hätte, kam und meldete: „Herr Baron Sturm wünscht das gnädige Fräulein zu sprechen." Ein froher Schein flog über Lils Gesicht. „Bitten Sie meinen Kusin hierher, Franz, ich habe leider kein anderes Zimmer mehr zur Verfügung." Wenige Augenblicke später trat Werner Sturm ein und Franz, der ihn herbeigeführt, verschwand. Werner breitete die Arme aus und Lil kuschelte sich hinein. „Ich fuhr in meinem Auto hier vorbei", lächelte er, „und da wollte ich nachsehen, ob Mutter und du noch hier seid, weil ihr doch heute kommen wolltet. Ich vermisse nämlich Mutters sorgende Hand schon sehr, unsere Küchenfee hat es nicht los, es einem daheim so gemütlich zu machen wie Mutter. Unö das habe ich so gern, vielleicht doppelt gern, weil ich verhältnismästig wenig zu Hause Bin. Eine Mutter versteht eben alles am besten." Er küstte sie. „Armes Ding, hast ja nur kurze Zeit eine Mutter gehabt, aber die meine wird sie dir schon nach besten Kräften ersetzen." Lil hatte sich bei Werner das Herz freireden wollen, hatte ihm erklären wollen, wie seine Mutter alles, was sie tat und sagte, falsch und zu schroff auffastte, aber nun wagte sie es nicht. Er sprach von der Mutter in so warmem Ton, dah es für sie unmöglich war, sich auch nur ein ganz klein wenig zu Beilagen. Sie hätte ihm damit weh getan und das brachte sie nicht über sich. Nein, das durfte sie nicht und wenn sie es auch noch so vorsichtig tat. Eine Mutter beim Sohn anklagen war überhaupt etwas Hästliches. Er blickte voll Zärtlichkeit auf sie nieder. „Franz berichtete mir, Mutter wäre schon nach Hause. Wie ist's, Liebling, hast du dein Krämchen beisammen? Dann könntest du doch gleich mit mir fahren. Ich fahre jetzt heim, habe wieder mal meine Nachmittagspatienten abgeklappert." Er hob ihren Kopf. „Warum hast du Tränen in den Augen, Mäuschen? Denk nicht zu viel mehr an das Traurige und Trübe, es soll nun hinter dir zurückbleiben. Wir beide sehen uns doch jetzt jeden Tag, und mit der Gewißheit muht du alle kummervollen Gedanken in die Flucht schlagen." Lil zwang den Seufzer zurück, der sich aus ihrer Brust drängen wollte. Es war gewih schön und verlockend, mit dem geliebten Mann so nahe beisammen sein zu dürfen, aber seit heute empfand sie Furcht vor der Nähe von Werners Mutter. Sie fastte den Cntschluh, sich der Tante zu beugen, um Werners willen, den sie doch so über alles liebte. Sie verliest am Arme Werners das Vaterhaus, und an seinem Arm betrat sie das kleine Haus in der Lindenstraste, ihr Heim von heute an. Als sie sich bann am späten Abend mit der Baronin allein befand, brachte sie bescheiden die gewünschte Entschuldigung vor, die auch huldvoll, allerdings mit etwas erzwungenem Lächeln entgegengenommen wurde. Aber aus dem Herzen kam die Entschuldigung nicht. Nun Begann ein neues Leben für 211 Körner. 8. Kapitel. Lils Verzweiflung! Nun war es vollkommen Frühling geworden. Die letzten Maitage waren herrlich. Die Sonne lag mit fast südlicher Glut Über der ehemaligen Krönungsstadt am Main und die Mensck^n, denen man begegnete, machten, mit wenigen Ausnahmen, Feiertagsgesichter. Lil war nun schon völlig daheim in dem kleinen Hause der Linden- straste bei ihrer Tante, und doch war es ihr oft, als müsse ein Tag kommen, an dem sie hier wieder fovtgehen dürfe. Sie fühlte sich gar nicht wohl hier, obwohl Werner immer lieb und gut zu ihr war. Sie war daheim gewöhnt gewesen, den Tag nach chrem Belieben auszufüllen, hier schrieb ihr die Baronin ihre Beschäftigung vor. Lil half im Haushalt. Sie hätte es gern getan, weil es ihr Freude bereitete, jetzt alles zu lernen, was sie bald als Hausfrau können mustte, aber die Art und Weife, wie sie die Tante zur Arbeit heranzog, machte sie innerlich immer wieder aufsässig, wenn sie sich auch stets äusterlich zusammenrist. Sie tat es, weil sie Werner liebte. Nach ihrer Verheiratung muhte ja doch vieles anders werden. Sie wollte Werner dann überreden, ein Stockwerk in irgendeinem netten Hause zu mieten. Dem ewigen Bevormunden und Nörgeln der Tante war sie nicht für allzulange Zeit gewachsen. Es war am Nachmittag, die Baronin und Lil fasten im Wohnzimmer. Die Baronin las eine Zeitung und Lil besserte Kleinigkeiten an einem ihrer schwarzen Kleider aus, als die mit der Baronin sehr befteundete Frau von Welp gemeldet wurde. Lil konnte die sehr gesprächige Dame, die immer mit Neuigkeiten geladen herumzog, nicht leiden. Sie wollte aufstehen und schnell das Zimmer verlassen, doch Frau von Welp trat schon ein. Sie begrüßte wie immer die Baronin so stürmisch, als wäre sie eine nahe Blutsverwandte von ihr, die sie jahrelang nicht gesehen hatte, obwohl sie erst vorgestern da war, dann wandte sie sich Lil zu. Oil war aufgestanden und wartete aus den Händedruck, um dann unter einem Vorwande verschwinden zu können. Doch der Händedruck blieb aus. Frau von Welp, eine ziemlich dicke Dame, mit dreisten, vorquellenden Augen, sah sie an als toärte sie ein Ausstellungsgegenstand, meinte nach einem unangenehm hellklingenden Lachen: „Dor Ihnen fürchte ich mich jetzt, liebes Fräulein Körner, Sie sollen ja eine ganz gefährliche Junge Dame sein. Meine Nichte, Sie kennen Sie wohl nicht, die Gräfin Celia Äursmann, sie zog erst vor vierzehn Tagen aus München hierher, weil sie von einer Patin brausten in R^>elheim eine wunderschöne Villa erbte, Hat eine neue Zofe engagiert, und die erzählte meiner Nichte, in welch drastischer Art sie ihr zuleibe gingen. Die Zofe war vordem bei1 Ihnen, ehe der große Zusammenbruch rn Ihrem Vaterhause kam." lForttetzung folgt.) l ] Deutsche Staatspartei Die für heute abend angesetzte Wahlkundgebung muß wegen plötzlicher Verhinderung des Herrn Finanzministers a. D. Dr. Reinhold verschoben werden! 5267 D Neuer Termin wird bekannt- gegeben. Der Vorstand. öefienil. Z«MmiW am Samstag, dem 16. Juli, abends 8.30 Uhr, im Cafö Leib Uedneelnr SeSuIcin lSlsbeth Iandev Reichöleiterin der ^8-Frauenschaft. 04234 Thema: „Frauen und Nationalsozialismus" Unkostenbeitrag: 20 Pf., Erwerbslose 10 Pf. NSsgrauenfdyoft Ortsgruppe Gießen. Total-Ausverkauf Verkauf hochwertiger Qualitätsschuhe zu noch nie dagewesenen Preisen Carl Stückrath, Gießen 47 Asterweg 47 Einzelmöbel und Küchen Komplette Zimmereinrichtungen in jeder Preislage 5078 D Schuhhaus Herbert jetzt Marktplatz 2,1. Stock srs7v Verkäufe""^ Schriftl. Ang. unt. 04265 an d. G. A. Leeres Zimmer od. kl. Wohnung von solidem, älteren Herrn sof. gesucht. Schriftl. 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Oben: die Führer des britischen Weltreiches, die sich auf der Konferenz versammeln werden-, von links nach rechts: Premierminister M a c d o n a 1 d , der englische Lordkanzler Baldwin, der englische Do- minionminister Thomas, der kanadische Ministerpräsident B e n n e t, der der Gastgeber der Konferenz ist, und General Hertzog, Präsident der Südafrikanischen Union. — Unten: das Parlament in der kanadischen Regierungs-Hauptstadt Ottawa. an der Reige feines Lebens, durch einen Akt selbstloser Kameradschaftlichkeit bewiesen. ist Genüge getan, außerdem hat man die nach Selbständigkeit drängenden Söhne und Vettern der all- englischen Familie dadurch günstiger gestimmt, indem man ihnen den seit einem halben Fahr einge- führten englischen Wertzoll von 10 Prozent nicht abnimmt. Und darüber hinaus ist man besonders Südafrika und Australien entgeacngekom- men, indem man ihnen zusagte, vor Abschluß der Weltkonferenz mit anderen Ländern keine neuen Handelsverträge abzuschließen. Auf dem europäischen Festland unterschätzt man leicht die politische und wirtschaftliche Bedeutung der Entwicklung, die sich in England angebahnt hat und die in Ottawa zu festen und bindenden Entschlüssen führen soll. Lediglich Argentinien und Dänemark werden Beobachter nach Ottawa entsenden. Beide Länder sind besonders abhängig von der englischen Wirtschaftspolitik, in beiden Staaten wird man noch stärker als anderswo die in Ottawa gefällten Entscheidungen zu spüren bekommen. Ottawa bezweckt nicht mehr und nichts weniger, als den britischen Markt auf Ko st en des nichtbritischen Auslandes zu erweitern. London wünscht die Schaffung eines einheitlichen britischen Zollgebietes, es möchte also die Entwicklung zu den G r o ß w i r t s ch a f t s - räumen, wie sie in Rußland und Amerika zu beobachten ist, mitmachen. Aber während die Vereinigten Staaten und Rußland geschlossene Räume bilden, während auch Frankreich noch mit seinem nordafrikanischen Kolonialreich in innigster Verbindung steht, sind die englischen Dominions über die ganze Erde hin verteilt. Die Handelsbeziehungen der Dominions würden unter einer britischen Zollunion zuerst einmal zerrissen werden, und profitieren würde allein das englische Mutterland. Und Märkte, die Absatzgebiete bis an die Grenze des Möglichen zu erweitern. Technischer Fortschritt. Wissenschaft und Sportgeist zeigten sich hier als gelehrige Schüler der Wirtschaft, die an der Spitze der ungeheuren Umwälzung jenes Jahrhunderts marschierte. Schon in seiner Knabenzeit fand Amundsen die Taten der ersten Polarforscher vor. Als junger Mann verfolgte er mit glühendem Interesse die Expedition seines Landsmannes Fritjof Ran- sen, der auf feinem Schiss „Fram" den Aordpol beinahe erreichen konnte. Bald hatte ihn die Welle jene| großen Ehrgeizes gepackt. Schon damals galt er in seiner Heimat als vorzüglicher Sportsmann, als einer der besten Skiläufer seines Landes, als vorzüglicher Wanderer. Diese seine sportliche Betätigung machte ihn schnell mit den klimatischen Gesetzen seiner nördlichen Zone bekannt, seine Raturbeobachtungen rundeten sich in wenigen Jahren zu sicherem Wissen — aus dem Sportsmann ging organisch der Polarforscher hervor. Kein Wunder also, daß eine belgische Gesellschaft von Wissenschaftlern ihn kurz vor der Jahrhundertwende zur Teilnahme an einer -Südpolexpedition berief, wobei es freilich nicht Amundsens Schuld war, daß diese Expedition ihr eigentliches Ziel verfehlte. Aber der Anfang war gemacht. Gerade aus den Fehlern seiner Mitarbeiter zog der junge Norweger wichtige Schlüsse, seine ersten Erfahrungen waren gesammelt, er konnte, ohne sich und anderen als Scharlatan vorzukommen. im Jahre 1903 seine erste selbstständige Polarfahrt beginnen. Sein Ziel war der Rordpol. Zwei Jahre, bis 1905, tauchte er in der Polarnacht und dem endlosen Polarsommer unter. Mit wenigen Mitarbeitern leistete er auf seinem kleinen Kutter ..Gjöa" Wissenschaft- liche Wusterarbeit. Als er schließlich heimkehrte, konnte er über die Entdeckung der Rord- we st Passage berichten, die heute noch als Schlüssel zum Wasserweg in jene Zonen angesehen werden kann. r . ... Dreißigjährig, auf der Hohe seiner körperlichen Leistungsfähigkeit, war er also schon ein Forscher, von Weltgrößen anerkannt, von Ruhm und Reid umbrandet. Er gönnte sich wenig Ruhe. Schon waren alle Vorbereitungen zu seiner zweiten Rordpolfahrt getroffen, die auf Ransens alter Fram" endgültig das ersehnte Ziel erreichen sollte - da traf die Rachricht von P e a r y s angeblicher Entdeckung des Rordpols ein. Wenn sich diese Tat" auch in späteren Zeiten als aufgelegter Schwindel zeigte, genügte sie doch dem jungen norwegischen Forscher eine entscheidend^. als die Vorgänge auf dem europäischen Festland. „Los von England!", das darf im nationalstaatlich aufgelösten Binneneuropa um Himmelswillen nicht so aufgesaßt werden, als wollten sich die englischen Kronländer selbständig machen und vom In- lelreiche lösen. Noch fühlt sich der Engländer in Australien, Indien, Südafrika und Kanada als Untertan seiner britischen Majestät, des Königs Georg V. Das Zugehörigkeitsgefühl zum englischen Weltoolk und zur seelischen Verfassung des Eng- ländertums wird es noch auf sehr lange Zeit hinaus verhindern, daß sich die Kronländer verselbständigen oder gar Anlehnung an andere Weltmächte suchen. Wohl aber fühlen' sich die Mitglieder des englischen Weltreiches allmählich als erwachsene Söhne einer großen Familie, die frei fein wollen von der wirtschaftlichen Bevormundung des etwas überalterten Familienoberhauptes in London. Dieses Familienoberhaupt aber ist klug, es tut das, was sich immer als tunlich erweist, wenn innerhalb einer Familie wirtschaftliche Auseinandersetzungen gefährliche Spannungen erzeugt haben, es ruft einen Familientag zusammen. Am 21. Juli wird dieser Familientag, wird die „Empire Conference" in Ottawa zusammentreten. Die Wahl des Ortes ist geschickt auf die wirtschaftlich wichtigste Stadt im mächtigsten und zukunftsreichsten Dominion gefallen. Dem kanadischen Ehrgeiz andere Richtung zu geben. Alle seine Energien waren künftig nur noch auf den Südpol gerichtet, auf den anderen jungfräulichen Pol, dessen Entdeckung ihm Vorbehalten zu sein schien. Und er hat es geschafft — knapp fünf Jahre später. Am 14. Dezember 1911 konnte Amundsen, der das Wettrennen mit seinen angelsächsischen Konkurrenten Scott und S h a k l e t o n gewonnen hatte, die Fahne auf dem südlichsten Punkt des Erdballes aufpflanzen. Scott kam auf eine tragische Weise in der Arktis um, Shakleton kam wesentlich zu spät — die norwegische Ration erlebte dank oem Mut ihres Sohnes einen der größten Augenblicke, den sie in ihrer Geschichte aufzuweisen hat. Der Weltkrieg zerstörte alle Zukunftspläne Amundsens. Es kam auch jener Augenblick, in dem Amundsen, durch sein eigenes Temperament und die weltpolitischen Verwicklungen verwirrt, Deutschland dadurch schwer brüskierte, daß er seine sämtlichen deutschen Orden zurückschickte. In einem späteren Augenblick hat er Deutschland deswegen Abbitte geleistet. Und da wir in Deutschland auch aus der Rachkriegszeit eine Reihe von Beweisen haben, daß dieser Mann im Grunde seines Herzens doch auf Deutschlands Seite gestanden hat. haben wir heute keine Ursache, ihm eine momentane Entgleisung lahge nachzutragen. Die Umstände, unter denen er. fast schon ein verbitterter alter Mann, im Juli 1928 sein Leben verlor, sind noch in allgemeiner Erinnerung. Wir wissen, daß er damals alles, auch sein Leben, für einen Mann eingesetzt hat, mit dem er früher einmal, im Jahre 1926, mit der Ueberflie - gung des Rordpols, eine seiner letzten großen Taten vollbracht hat, — für den unseligen General R o b i l e. So hat Roald Amundsen, noch — Das Juli-Heft des „K u n ft w a r f G. D. W. Callwey, München) ist u. a. durch einen warmherzigen politischen Aufsatz Hermann Ullmanns über „Das deutsche Ringen im Gestalt" ausgezeichnet, der die „Ueberroinbung von Reaktion und Radikalismus im Politischen" als wichtigste Forderung, die „Gestaltwerdung des deutschen Volkes' zur Ausgabe aller deutschen Aufgaben erhebt. Im Sinne solcher positiven politischen Bildungsarbeit ist auch ein zuverlässiger „Wegweiser durch die moderne 6od>fd)u(nad)ricf)fen. In Marburg beging Geheimrat Professor Dr. Eugen Korsch eit dieser Tage sein 50- jähriges Doktorjubiläum. Seit 1893 Professor der Zoologie an der Universität Mar- bürg, hat Korschelt seine Wissenschaft nach den verschiedensten Richtungen hin bahnbrechend bereichert: er zählt heute au den führenden Biologen der Welt. Korschelt ist Mitglied zahlreicher Akademien und gelehrter Körperschaften des In- und Auslandes. Der 74jährige Forscher hat eine Anzahl den verschiedensten Problemen gewidmete Arbeiten veröffentlicht und erst unlängst ein großes Werk „Regeneration und Transplantation" vollendet, das auch für die Medizin von Bedeutung ist. Der „Mann aus Eis". Zu JRoatfr Amundsens 60. Geburtstage. Von Peter Ring. Am 16. Juli d. I. wäre der Polarforscher Roald Amundsen 60 Jahre alt getoor- den; am gleichen Tage ist er — wie man vermutet — vor vier Jahren gestorben. Rorwegen, Rorge ... Einzelne Panoramen tauchen hinter diesem Begriff überwältigend auf. Wasserfälle, die sich aus schwindelnder Höhe vom Hochgebirge in die Duchten des Meeres, in die Fjorde ergießen. Grünliche, leuchtende Gletscher, die ihre gewaltigen Eismassen langsam hinablenken in die Gewässer. Wildestes Hochgebirge, toll- bestes Meer, fast ohne Uebergang aufeinan- derstohend. Lange, strenge Winter, Helle Sommernächte, gewaltige Strecken von Oedland zwischen den menschlichen Siedlungen, die der Wanderer in diesem Lande auf Schneeschuhen oder in nagelbeschlagenen Wanderstiefeln zu durchqueren hat. HeroischeLandschaft. Heimat eines heroischen Geschlechtes unbeugsamer Männer, die das Unerreichbare wollen, denen das Unerreichbare oftmals fast geglückt ist... . , Es ist eine Ser ältesten Beobachtungen, daß große Landschaften große Charaktere erzeugten. Aus einem Volk, vesseii Leben noch völlig in der Ratur wurzelt, schälen sich leichter und häufiger Männer heraus, deren Abenteurersinn wirkliches Heldentum ist. So entstehe dort oben im Rorden seit Jahrhunderten eine Tradition großer Sportsleute, ein spartanisches Geschlecht wächst heran, dessen einzelne Glieder in der Welt oft zu meteorenhastem Ruhm emporsteigen, zu einem Ruhm, wie Rorwegens großer Sohn Amundsen ihn fast vierzig Jahre lang genießen konnte. Das Glück wollte es. daß er — Amundsen ist am 16. Juli 1872 in Borje geboren — schon als Knabe in eine heroische Epoche hineingeriet. Es war nicht die Epoche der Wikinger, die mit ihren geschnäbelten Schiffen eine ganze Welt eroberten, und die dabei ihren Schiffsleuten Gelegenheit gaben. Heldentaten auf ihren Wegen zu vollbringen. Aber die Epoche wissenschaftlicher Entdeckungen war hereingebrochen, die Epoche der großen Expeditionen, während der in allen Ländern die Parole stand: die Welt bis an den Rordpol und den Südpol zu vergrößern. Der große wirtschaftliche Aufschwung des 19. Jahrhunderts brachte die Rotwendigkeit mit sich, die — Tageskalender für Sonntag: Ober- hessischer Geschichtsverein, Sommerausflug. — Markus-Gemeinde, 14.30 Uhr, Hardt, Gemeindetag. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Liebeskommando". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Eine kleine Gruppe Werkstudenten, hervorgegangen aus dem Theaterwissenschaftlichen Institut der Universität München, hat sich zusammen- geschlossen zu dem Kollektiv des unter dem Namen „Die vier Nachrichter" morgen in unserem Theater gastierenden Ensembles. „Hier irrt Goethe" heißt ihr Stück, eine literarische Posse mit Gesang, Tanz und Musik. Ein Theaterabend, auf den man Hinweisen muß. Für dieses einmalige Gastspiel gelten Sommerpreise. Studenten und Schüler Ermäßigung. Kartenverkauf täglich von 10 bis 13 Uhr, morgen von 11 bis 12.30 und von 16 bis 17 Uhr. Beginn 20 Uhr. — Konzert in der Wa 1 deslust. Man schreibt uns: Auf das heute abend in der Waldeslust stattsindende Unterhaltungskonzert der auf 20 Mann verstärkten Gießener Feuerwehrkapelle sei nochmals hingewiesen. Der Abend wird noch durch eine Illu- mination verschönt. Am Sonntag findet ab 16 Uhr Unterhaltungskonzert einer modernen Jazzkapelle mit anschließendem Tanz bei freiem Eintritt statt. (Siehe gestrige Anzeige.) Das Britische Imperium vor -er Michskoufereuz in Ottawa (Don unserem O.-Korrespondenten.) London, Juli 1932. England gehört zu Europa, aber England gehört auch zur Welt. Es ist-noch nicht lange her, da hätte man auch sagen können: die Welt gehört England. Denn was mar schon das spanische, was war schon das römische Weltreich gegen das „United King» dorn", das „Vereinigte Königreich", welch offiziellen Titel die britische Weltmacht führt? Aber mit der englischen Weltbeherrschung ist es seit dem Weltkrieg, dem Erwachen der farbigen Völker und der Loslösung Rußlands vom Weltmarkt vorbei. Das Zeitalter der englischen Machtausdehnung ist zu Ende gegangen. Für England gilt es, das in Jahrhunderten Erworbene z u ordnen und zu erhalten. Das „Vereinigte Königreich" weist mancherlei Risse in seinem inneren Gesüge aus. Gleich im Mutterlande, in unmittelbarster Nähe der „Hauptstadt der Welt", wie der Engländer London zu nennen pflegt, beginnt es. Der irische Konflikt ist noch nicht beigelegt. Aus Indien treffen tagtäglich die Meldungen von immer erneuten Aufsässigkeiten ein. In 21 u ft r a l i e n und Neuseeland, in Südafrika und Kanada läuft seit Jahren die Parole um und gewinnt an Boden: „L o s von England!" Und den echten Engländer interessiert auch heute, am Tage der Rückkehr Macdonalds aus Lausanne, der politische und wirtschaftliche Zustand der Dominions mehr, ** Lehrer zum Kreisturnfest beurlaubt. Der hessische Minister für Kultus und Bildungswesen hat die Direktoren der höheren und der gewerblichen Schulen, sowie die Kreis und Stadtschulämter ermächtigt, diejenigen Lehrer, die am Kreisturnfest in Trier teilnehmen, auf deren Nachsuchen für Montag, 8. August, zu beurlauben. Der Unterricht soll nad) Möglichkeit von anderen Lehrern mitversehen werden. *• Der weitgereiste Star. Am vergangenen Sonntag schoß ein hiesiger Gartenbesitzer in seinem Garten an der Lahn vorn Kirschbaum einen Star, der den Fußring der Vogelwarte Helgoland mit der Rümmer 19 648a trug. ** Gartenbau-Ausstellung in Gießen. In einer gestern abend abgehaltenen Vor- standssitzung des hiesigen Obst- und Gartenbauvereins wurde die Veranstaltung einer Gartenbauausstellung am 11. September beschlossen. QIm Sonntag, 24. Juli, findet eine Besichtigung der Dereinsgärten statt. Wirtschaftsliteratur von Briccius zu begrüßen, ferner ein Beitrag von Karl Megerle, „Flucht ins Empire?", der auf die Gefahren politischer und wirt- schastlicher Natur aufmerksam macht, die ein Sich- Zurückziehen Englands auf seine engeren britischen Empire-Interessen zur Folge hätte. Ein guter Teil des Hestes rückt Rußland in den Vordergrund unseres Interesses: lieber russische ältere Kunst berichtet an Hand zahlreicher Abbildungen I. I. Mor- per, über „Neurussische Dichtung" der Dichter Ernst Wiechert, während die Erzählung „Das Tier" von Nikolaj Ljeßkows eine Probe großer russischer epischer Kunst darbietet. Außerdem berichtet Peier Muthmann über Shaws Eindrücke in Sowjetruß- land, Wolfgang Petzet über „Die Wirtschaftskrise des Tonfilms". — Mit Württemberg, dem an Raturschönheiten und Kulturdenkmälern so reichen Lande, will die neueste Rümmer der I l l u st r i r t e n Zeitung bekanntmachen. Dieses „Land der 'mannigfaltig* kett" schildert Wirtschaftsminister Dr. R. Maier in beredten Worten. Voll und Landschaft treten uns in einem reich bebilderten Aussatz von August Lämmle entgegen. In die württembergischen Städte, in denen sich alle Jahrhunderte, alle Stil- und Geistesrichtungen, Mittelalter und Reuzeit, Kunst und Arbeit widerspiegeln, führt Prof. Dr. Schwenkels illstrierter Artikel. Zwei weitere 'Beiträge behandeln Württembergs kulturelles Leben und seine neue Kunst. Eine große Zahl farbige und einfarbige Bilder — Aquarelle, Zeichnungen, Gemälde und photographische Aufnahm'-n — bringen dem Beschauer diese schone deutsche Landschaft nahe. Aus der provinzialtzaupistadt. Gießen, den 16. Juli 1932. Trunkenheit in Prozenten. Vorbei sind jetzt die trinkerfrohen Zeiten, in denen man, nach schwerer Kneiperei, noch immerhin vermochte zu bestreiten, daß man womöglich nicht ganz nüchtern sei. In München nimmt man von dem Delinquenten jetzt nur ein wenig Blut seit kurzer Zeit, und mißt dann polizeilich, nach Prozenten, genau den Grad der Trunkenboldigkeit. Nach einer scharf umriffnen Stufenleiter von Polizeiarzt Dr. Engelbrecht kommt man im Urteil jetzt entschieden weiter, ob einer leichter ober schwer bezecht. Ist eins vom Tausend Alkohol enthalten im Blut des Sünders, den man untersucht, so wird der Zustand in der Liste Spalten als „leichter Schwips" nach Ziffer 1 gebucht. Bei zwei vom Tausend wird die Diagnose als „Mittelrausch" jetzt amtlich ausgestellt. Bei drei vom Tausend guckt der Hoffnungslose bekanntlich stier und hilflos in die Welt. Die Beine wollen ihren Dienst versagen, was rechts und links, wird unbewußt vertauscht: er glaubt, er hat ein Stachelschwein im Magen ... Behördlich heißt der Zustand: „Schwer berauscht". Die Folgen bringen manchen in Erregung: Kommt jetzt der Mann spät abends mal nach Haus, und zieht er mit verdächtiger Bewegung, beseligt schwankend, Rock und Weste aus ... Die Frau enthält sich jeglichen Gezeters. Ein Tröpfchen Blut entscheidet jeden Streit, und nach dem Stand des Alkoholometers beweist sie ihm den Grad der Schlechtigkeit. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag: NS.- Frauenschast, Ortsgruppe Gießen, 20.30 Uhr, Cas6 Leid, öffentliche Frauen-Versammlung. — GDA., 20.30 Uhr, „Hess. Hof", Monatsversammlung. — Kurzschristverein von 1861, Karlsruhe, Vereins- Abend. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Liebeskommando". doch bleibt dem englischen Weltreich kaum ein an- derer Ausweg übrig, um sich von den Folgen der Wirtschaftskrise zu befreien. In Europa mit seinen hohen Zollschranken war für den Engländer schon seit langem kein Geschäft mehr zu machen. Amerika führt diese Zollschranken im 'Augenblick ein, und die russischen Ausbaupläne werden den russischen Markt nie wieder dem Welthandel öffnen. So ist das Ziel der britischen Weltkonferenz, zu beweisen, daß auch England mitsamt seinen Kronländern einen autarken Wirtschaftskörperbildet, der anderer Märkte nicht bedarf. Das Mutterland England ist bereit, den Dominions besondere Vergünstigungen in Gestalt erheblicher ZoUermäßigungen zu gewähren für Rohstoffe und Mittel des täglichen Bedarfes, welche die Dominions liefern. Umgekehrt fordert England, daß feine Fertigwaren f a ft völlig zollfrei in die Dominions eingeführt werden. Die Rechnung lautet einfach: England liefert mehr oder minder auf dem Tauschwege Jndustrieprodukte gegen Agrarund Plantagenerzeugnisse. Ob sich diese Rechnung allerdings in Ottawa so glatt und einfach lösen läßt, wie sie aussieht, bleibt abzuwarten. Theoretisch läßt sich, völlig im Gegensatz xum Deutschland der Heu- tigen Grenzen, eine englische Autarkie durchsühren. Was jedoch mit den nach dem Kriege übereilt auf- gebauten Industrien der englischen Kr on- lönder geschehen soll, das wird das große Rätsel der britischen Reichskonferenz bleiben. In London jedenfalls ist man optimistisch, man wird wieder einmal an einem Tische sitzen und festellen, daß die Sonne im Britischen Weltreich nicht untergeht. 'Aber auch diese Gewißheit und dieser Stolz vermochten das Reich Karls V. nicht vor dem Zerfall zu bewahren, als fich das Schicksal erfüllt hatte. ■m w« HtfpVAM. M MD dttr V E M ’J _____ Ofj im 64. Lebensjahre. 04281 Statt Karten! 04242 Fritz Roth Statt Karten! Gießen, Berlin und Leipzig, den 16. Juli 1932. 5326 D 04251 in Trohe Klein-Linden, den 16. Juli 1932. 5301 D 5283 V 04266 Lichtspielhaus Gießen Achtung I Heute und Sonntag 5320 C N e e b. 5282V Spezialwerkstätten Gebr. 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ZCarl&foll *£isa. £Noll, ge6. Textor Termäßlte Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen sagen wir herzlichen Dank. Besonders sagen wir Herrn Pfarrer Bremmer für seine tröstenden Worte, Schwester Frieda für ihre liebevolle Pflege, sowie allen, die uns hilfreich zur Seite standen, und für diezahlreichenBlumenspenden unseren tiefgefühlten Dank. Zhre Verlobung geben bekannt Mane Moos Hans Krug gießen, cfranUfurtev Straße 127 den 16. ß/uli 1932 General-Agentur Gießen: Dipl.-Ing. L. F. Schmitt - Friedensstr. 12 Fordern Sie kostenlose Zusendung unserer Prospektei Einzelmöbel in allen modernen Formen und Hölzern vZWECKSPARVED BAN D Möbelfabrik Karl Hahn Löberstr.17 • Das Haus f. 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Juli 1932 acht Tage auf dem Gemeindebureau zur Einsicht offen. Es werden Umlagen erhoben, wozu die Ausmärker herangezogen werden. Hattenrod, den 16. Juli 1932. hessische Bürgermeisterei. Haupt-Vertretung frei für den Bezirk. Koblenz mit Gießen-Wetzlar-Marburg Wir suchen für den Verkauf unserer neuen vollautom., elektr. Schnellwaage sowie für unsere Normaltypen derOriginal Berkelwaagen o (mit geschützten Neuerungen) einen tüchtigen Herrn mit eigenem Auto als selbständigen alleinigen Haupt-v ertreter Voraussetzung: geordnete Verhältnisse, großer Fleiß, Verkaufserfahrung, Ueberzeugungsgabe. Zusicherung: garantiertet und fester Bezirk, hohe Provision, Vorführungsfabrikate, große V erdienstmöglichkeiten. Grün dl. Ausbildung nach unseren bewährten Methoden. Angebote von seriösen, erfahrenen Herren, welche unbekümmert und zuversichtlich ihren Weg gehen wollen, erbeten an unsere Zentrale: [5297 V v. 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Für den Neubau von Kleinwohnungen sollen folgende Arbeiten vergeben werden: / 1. Erd- und Maurerarbeiten, 2. Zimmerarbeiten, 3. Dachdeckerarbeiten, 4. Spenglerarbeiten, 5. Glaserarbeiten, 6. Schreinerarbeiten, 7. Verputz- und Anstreicherarbeiten, 8. Jnstallationsarbeiten, 9. Schlosserarbeiten. Zeichnungen und Unterlagen liegen ab Montag, den 18. d. M., offen. 5307C Verdingungstermin: Montag, den 25. Juli, vormittags 10 Uhr. Gießen, den 15. Juli 1932. Städt. Hochbauamt. ________________Gravert.________________ Schafbock-,Eber-u.dullen- versteigerung in Lich. am Mittwoch, dem 20. Juli 1932 betr. Beginn der Versteigerung 10 Uhr vormittags. 5286V Insgesamt kommen zum Auftrieb 38 Lammböcke, 10 Fleckviehbullen, 8 Land- fchweineber und 2 Edelschweineber. Gießen, den 14. Juli 1932. Landwirtschaftskammer-Ausschuß für Oberhessen. VE Saison - Schluß-Verkauf beginnt Montag, den 18Juli 1932. Wir leisteten diesesmal ganze Arbeit, in sämtlichen Abteilungen unseres Hauses wurden Preishetab- Setzungen in außer gewöhnlichem Mab vorgenommen. Unsere Schaufenster verraten alles Weitere. 5246 A JCHMÖCKER. und igiml Yint billig Seid, ö ne lr W6'ien Unter !l Sch|ägt .JM Box. | eson- I Herrtn-Tourtt.Stjlf|| losten ertroffen Overkäufe, taunlichen ie deshalb igen mehr ÜMtz. 932, finbct Kinb- statt! jämtliches and Klauenseuche if am Markttage ras. 5292C arkt findet Mist , statt. 932. Gießen. ■nberg. »ebung. Kleinwohnungen »ergeben werden: verarbeiten, :n, i, "streicherarbeiten, eiten, offen. 53071 irrnitlagr 10 Uhr- 932. luaint. iuM ng 1° ^52860 m Auftrieb 38 Ln, 8 ft* oeineber. ^.Ausschuß Hr.165 Dritter Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) Samstag, 16. Zuli 1952 Denkmal für die Kriegsbrieftauben Das Kriegs-Brieftauben-Denkmul, das von den Ber- liner Brieftauben-Bereinen der Stadt Berlin zur Aufstellung an geeigneter Stelle geschenkt werden soll. Der Entwurf zu dem Denkmal stammt von dem Ingenieur Max R ü b l und Oberinspektor Hager von der Heeres-Brieftaubenanstalt. Auf einem vier Meter hohen Granitblock sitzen zwei Tauben. Vor dem Stein steht an der einen Seite ein Arbeiter, um die Brieftaubenzucht als Sport des kleinen Mannes zu charakterisieren. Auf der Gegenseite läßt ein im zerschossenen Schützengraben stehender Feldgrauer eine Brieftaube ausfliegen, um Hilfe zu holen. Wirtschaft. Berlin freundlich Berlin, 16. Juli. (WTB. Funkspruch.) Mehr stimmungs- als kursmäßig eröffnete die heutige Wochenschlußhörse, den Erwartungen des Vormittags entsprechend, in etwas freundlicherer Haltung. Dec Abschluß der 300-Millionen-Schil- ling-Anleihe für Oesterreich regte ebenso wie die Festigkeit cm der gestrigen Neuyorker Börse an, hauptsächlich waren die Kurserholungen aber doch wohl eine Folge von Deckungen der Kulisse. Das Geschäft als solches erfuhr keine nennenswerte Belebung, und eine ganze Reihe selbst wichtigerer Papiere, wie Rheinische Braunkohlen, Salzdetfurth, Contigummi, Chadeaktien usw. mußte zur Anfangsnotiz gestrichen werden. Besondere Momente fehlten allerdings auch. Die Kauflust des Publikums war weiter klein, doch genügte es schon, daß die A b - gabcneigung, die in den letzten Tagen vorherrschte, nachgelassen hat, um eine freundlichere Stimmung hervorzurufen. Soweit überhaupt Veränderungen festzustellen waren, konnte man Besserungen bis zu 1 Prozent erkennen. Ilse Genußscheine waren um 2 Prozent gebessert, HEW. um 1% Prozent und Niederlausitzer Kohle um 1)4 Prozent. Beim Kurs von Leonhard Tietz muß heute der Dividendenabschlag von 5,4 Prozent berücksichtigt werden. Am Rentenmarkt konnte die Stimmung heute als etwas gebessert bezeichnet werden. Deutsche Anleihen und Reichsschuldbuchforderungen wurden etwas hoher genannt, auch Reichsbahnoor- zugsaktien gewannen 54 Prozent, während Industrieobligationen und Goldpfandbriefe im allgemeinen nur wenig verändert waren. Bei letzteren scheint das Angebot weiter nachgelassen. Am Markt der Auslandrenten fiel eine rückgängige Bewegung der Bosnischen Anleihen um etwa % Prozent auf, während die 3proz. Mazedonier um etwa 5 Prozent ihres Wertes gebessert waren und auf 2,05 Prozent anziehen konnten. Im Verlaufe der Börse trat an den Aktienmärkten keine Geschäftsbeleb u n g ein. Kleine Abweichungen von 14 Prozent nach beiden Seiten gegenüber dem Anfang ließen die Tendenz etwas uneinheitlich erscheinen. Westeregeln wurden verspätet etwa 2)4 Prozent höher festgesetzt. Deutsche Anleihen bröckelten im Verlaufe eher wieder leicht ab. Am Geldmarkt war die Situation nach dem Medio wieder leichter, Tagesgeld war wieder mit 5)4 Prozent, zum Teil sogar mit 5% Prozent er- hältlich. Frankfurt still. Frankfurt a. M., 16. Juli. (WTB. Drahtmel- düng.) Auch die Wochenschlußbörse lag zu Beginn wieder sehr still und luftlos, da vor allem das Publikum wegen der innerpolitischen Unklarheit nicht in Erscheinung trat und es auch sonst an Anregungen fehlte. Die Neuyorker Börse schloß zwar m 1 befestigter Tendenz, was jedoch kaum beachtet wurde. Die Spekulation nahm anfangs kleine Deckungen vor, so daß die ersten Kurse gegenüber der Aben^ börse etwas höher lagen. Die Umsätze hielten sich aber dabei in engsten Grenzen. Später herrschte jedoch wieder stärkste Zurückhaltung vor, und zeitweilig stagniertedasGeschäftvoll- kommen. Es eröffneten IG. mit 87/4 Prozent 1 Dozent höher, Salzdetfurth gewannen 2 Prozent, AEG. und Stahlverein blieben behauptet. Zellstoff Waltos lagen auf die Ausführungen in der gestrigen GV. etwas schwächer. Leonhard Tietz blieben unter Berücksichtigung des Dividendenabschlages von 5,40 behauptet. Der Rentenmarkt war außerordentlich ft i 11. Deutsche Anleihen lagen auf dem erhöhten Niveau der Abendbörse behauptet, ebenso blieben Reichsschuldbuchforderungen unverändert. Goldpfandbriefe waren bei kleinen Umsätzen kaum verändert. Liquidationspfandbriefe tendierten uneinheitlich, doch betrugen die Veränderungen nach beiden Seiten selten mehr als 14 bis 14 Prozent. Im Verlaufe wurde das Geschäft ctroas reget, und die Kurse zogen allgemein wieder auf das An- sangsnioeau an. IG. konnten darüber hinaus etwa !4 Prozent anziehen. Am Geldmarkt blieb Tagesgeld zu 4 Prozent unverändert. Gießener Wochcnmarktprcisc. • Gießen, 16. Juli. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter 130 Pf., Landbutter 120, Kochbutter 90 bis 100, Matte 25 bis 30, Spinat 15. Wirsing 8 bis 10, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 12 bis 15, Römischkohl 12 bis 15, Erbsen 15 bis 18, grüne Bohnen 15 bis 20, gelbe Bohnen 20, Tomaten 25 bis 30, Zwiebeln 15. Pilze 40. Kartoffeln (neue) 6 Vis 7 (pro Ztr. 5 bis 5,50 Mk), Rhabarber 8 bis 10, Aepfel (ausl) 50 bis 60, Dörrobst 30 bis 35, Heidelbeeren 25 bis 28. Kirschen 35 bis 50, Stachelbeeren 25 bis 30,. Johannisbeeren 15 bis 20, Erdbeeren 35 bis 50, Himbeeren 30 bis 35, Pfirsiche 50 bis 60, Honig 40 bis 45, Suppenhühner 70 bis 80, junge Hähne 80 bis 90 Pfennig pro Pfund; Tauben 50 bis 60, Eier 8. Käse 5 bis 10, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 5 bis 10, Salatgurken 20 bis 30, Einmachgurken 5 bis 7, Oberkohlrabi 8bis 10, Rettich 10bis 12 Pf. pro Stck.; gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Radieschen 8 bis 10 Pfennig pro Bund. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Am Frankfurter Schlachtviehmarkt ist in der cchgelaufenen Woche eine merkliche Beruhigung ei-ngetreten und die Märkte zeigten bei allerdings ungleichmäßigen Auftrieben ein ziemlich normales Aussehen. Eine Belebung des Geschäftsganges war jedoch nicht zu verzeichnen. Das Geschäft hielt sich meist in sehr ruhigen Dahnen, die Märkte wurden aber fast überall geräumt. Die Preisgestaltung war allerdings nicht einheitlich, doch hielten sich die Veränderungen nach beiden Seiten im Rahmen von 1 bis 2 Mk. Der Auftrieb am G r o ß v ie h m a r k t betrug 1445 Stück und war um 247 Tiere stärker beschickt. Rach ruhigem Handel verblieb geringer Acberstand. Das Interesse beim Einkauf erstreckte sich wiederum in der Hauptsache auf Qualitätsware, die jedoch nur wenig zur Verfügung stand. Färsen konnten sich daher im Preis voll behaupten und wurden auch über Rotiz dezah i wogegen Bullen und Kühe vernachlässigt und etwas schwächer waren. Bei Ochsen cr- gaib )Kp zwar ebenfalls ein kleiner Rückgang, doch war die Rachfrage hierfür relativ lebhaft. Ochsen al) 32 bis 35. a2) 28 bis 31. bl) 25 bis 27. BuUen a) 28 bis 31. b) 23 bis 27. Kühe a) 24 bis 28, b) 19 bis 23, c) 15 bis 18. Färsen a) 33 bis 36, b) 28 bis 32, c) 24 bis 27. Am Kälbermarkt war der Handel zu Beginn der Woche sehr schleppend und die Preise gingen um etwa 2 Mark zurück. Später setzte sich aber eine lebhaftere Rachfrage durch. Der anfangs eingetretene Verlust wurde nicht nur wieder eingeholt, sondern darüber hinaus ergaben sich Preisbesserungcn von 1 Mk. für alle Gattungen. Der Zutrieb war mit 1339 Stück um 243 Stück geringer. Der verringerte Zutrieb von Schafen (87 gegen 113 Stück) wurde nach anfangs schleppendem, später mittelmäßigem Handel ausverkauft. Für beste Weidemastschafe war die Rachfrage gut, so daß 1 Mk. höhere Rotierungen erzielt werden konnten, während mittlere und. geringe Schafe vernachlässigt waren und Rückgänge bis zu 2 Mk. aufwiesen. Am Schweine markt war die Beschickung mit 5079 Stück um 1067 Stück größer. Das Geschäft war zunächst ruhig, später aber etwas besser, so daß der Markt geräumt werden konnte. Die Preise zogen um 1 bis 2 Mk. an. Schweine b) 43 bis 45, c) 42 bis 44, d) 40 bis 44, c) 36 Dis 41. Kälber b) 36 bis 39, c) 31 bis 35, d) 25 bis 30. Schafe al) Weidemast 26 bis 30, b) mittlere Mastlämmer 18 bis 25, c) fleischiges Schafvieh 12 bis 16. öJ.-fpor( Caracciola fährt auch Rundenrekord. Am Freitag gab es einen Vorgeschmack für die am morgigen Sonntag auf der herrlichen Automobilrennbahn in der Eifel zu erwartenden großen Ereignisse um den Großen Preis des AvD. Nicht weniger als 22 Wagen gingen im Laufe des Tages mehrmals über den schwierigen Kurs. Obwohl sich Schlüsse über den Ausgang des Rennens nach den Trainingszeiten noch nicht ziehen lassen, so ist jedoch die schneidige Fahrt von Rudolf Caraceiola auf seinem Alsa Romeo ein bedeutungsvoller Hinweis. Der Deutsche steuert seinen Wagen bereits mit vollendeter Sicherheit und erzielte auf Coni reifen für eine Runde mit 11:06 eine kaum glaubliche Zeit. Sein Markengefährte, der Italiener Nuvolari verbesserte sich mit 11:14 gleichfalls. Schwimmen „Quer durch Berlin". Zum 14. Male kommt am Samstag das Schwimmen „Quer durch Berlin" zum Austrag. Die 5500 Meter lange Strecke führt wieder von der Spree- treppe des Schlosses nach der Hansabrücke. Im Gin» zelscywimmen hat der beste Deutsche Bode» Hildesheim in dem Italiener Bacigalupo und dem schwedischen Langstreckenmeister Svensson zwei schwere Gegner erhalten. Bei den Damen wird dagegen die Dänin Nielsen gegen die guten Berliner Schwimmerinnen einen schweren Stand haben. Interessante Rennen werden die Staffeln bringen, erscheinen hier doch neben den Groß-Berliner Vereinen noch Poseidon Leipzig und Magdeburg 96 mit starken Mannschaften am Start. Heute: Doppelspiel int Europazonenfinale. Das Doppelspiel am heutigen Samstag werden die Deutschen jetzt in der Besetzung Prenn-von ©ramm gegen d e Stefani - del Dono bestreiten um den deutschen Sieg, wenn eben möglich, schon am zweiten Tage sicherzustellen. Der Enderfolg der Deutschen ist um so wahrscheinlicher, als Prenn sein Einzel gegen Palmieri gewinnen dürfte Damit würde Deutschland zum zweiten Male seit seiner Teilnahme am Davispokal-Wett- bewerb in das Interzonen-Finale gegen Amerika kommen. Der Sieger dieser Begegnung trifft dann auf den Pokalverteidigcr Frankreich in Paris. Der Schauplatz der Olympiade. Gin eindrucksvolles Bild von der Hauptkampfbahn, in der auch die hauptsächlichsten leichtathletischen Wettkämpfe ausgetragen werden. Das Stadion faßt weit über 100 000 Zuschauer. KP WM AH WM ME MH WOG - \ä-. -iA'" ■ Oer Hessische Sängerbund beim Sängerbundessest. Masfenchorproben in Darmstadt und Frankfurt. — Marschvrdnung. Darmstadt, 14. Juli. Zum Deutschen Sängerbundesfest hat der HesNsche Sänger- Kund soeben ein Merkblatt herausgege» den. Dem Merkblatt ist zu entnehmen, daß kne Sänger während des Frankfurter Festes sowoh fahrplanmäßige, als eingelegte Pendelzuge auf Sonntagsfahrkarte benutzen können. Den Vereinen wird empfohlen, Verhandlungen mit dmc einzelnen Stationen zu führen, daß genügend Wagen m den Zügen gestellt, oder ein Vorzug eingelegt wird Eine Massenprobe der Bundes- fäng er stndet am Samstag, den 23. Juli, 20 Uhr im Hofe des Goethegymnafiums statt. Die Rotenblätter haben die Sänger m tzubringen. 3m Schulhofe ist für Erfrischungen für die Sanger Sorge getragen Dortselbst sind auch Lampions mit Ersah- kerze für den Fackelzug zum Preise von 20 Pfennig erhältlich. Den einzelnen Vereinen ist mitgeteilt worden: Auf Wunsch des Dundesvorsihenden findet am Montag, 18. Juli, 20 Uhr in Darmstadt in der Festha 11e eine Dundesmassen- chorprobe statt. An dieser Probe können auch die Vereine der benachbarten Gaue teilnehmen. Die Dundesmassenchöre werden bei dieser Massenchor- probe wie auch in Frankfurt von Bundeschormei- ster Etzold geleitet. Die „Hymne" von Otten- Heimer wird ebenfalls in Frankfurt bei der Hessenkundgebung von der Darmstädter Sängerschaft gesungen und von Hofrat Ottenheimer selbst dirigiert. Die Sänger, die an der Massenchor- probe in der Festhalle teilnehmen, also sowohl die Sänger des Gaues Darmstadt, als auch der benachbarten Gaue werden gebeten, das Rotenmaterial auch zu der Probe mitzubringen. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus : Sonntag, 17. Juli: Der Freischütz; 3m weißen Röhl. Montag, 18.: Geschlossen, Dienstag. 19., Mittwoch. 20. und Donnerstag. 21.: Zirkus Äimec. Freitag, 22. und Samstag, 23.: 3m Thea Hasche, die erste deutsche Seefliegerin. Die erste deutsche Kunstfliegerin Thea Rasche hat jetzt in Warnemünde ihr Pilotenexamen für Seeflugzeuge bestanden und ist damit auch Deutschlands erste Seefliegerin geworden. weißen Röhl. Sonntag, 24.: Die Meistersinger von Riirnberg. Schauspielhaus: Sonntag, 17.: Freilichtaufführung: Geschichte Gottsriedens v. Derlichin- gen mit der eisernen Hand (Urgöh). Montag, 18.: und Dienstag, 19.: Geschlossen. Mittwoch, 20.: Freilichtaufführung. Zum ersten Wale: Egrnont. Donnerstag, 21.: Freilichtaufführung: Geschichte Gottfriedens von Berlichingen mit Der eisernen Hand (Urgöh). Freitag, 22.: Freilichtaufführung: Cgmont. Samstag, 23. und Sonntag, 24.: Freilichtaufführung: Geschichte Gottfriedens v. Berlichingen mit dec eisernen Hand (Urgöh). Gewinnauszug 4. Klasse 39. Preußisch-Süddeutsch (265. Preuß.) Staats-Lotterie. Ohne Gewähr Nachdruck verboten Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II______________ 2. Ziehungstog 14. Juli 1932 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 ©etotnne ju 50000 M. 279354 2 ©etninne ju 10000 M. 209030 2 Gewinn« zu 5000 M. 387503 4 Gewinne au 3000 M. 69518 265813 14 Gewinne zu 1000 M. 63480 143550 241129 282276 292937 327875 337576 24 Gewinne au 800 M. 4755 10697 14313 35370 135047 221232 242630 299942 330313 355067 371605 382615 56 Gewinn, au 500 W. 10163 28588 48607 66131 71952 81020 89128 90559 94602 101274 133020 133307 175382 178398 179934 183489 202211 204725 208058 221060 237515 244090 255444 270888 276519 296276 394063 396034 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinn« über 400 M. gezogen l Gewinn« yi 10000 W. 170835 366038 6 Gewinne au 5000 M. 91526 159539 354809 4 Gewinne au 3000 M. 138288 227713 14 Gewinne -u 2000 M. 1130 72312 128122 207279 276104 334997 387264 34 Gewinne au 1000 M. 37792 66083 88839 102594 159135 159692 240395 280406 284937 293565 308590 343224 353978 366161 377149 385792 389264 48 Gewinne au 800 W. 8769 23763 24051 32100 61277 90784 94353 95677 103554 109839 135651 217385 237091 247601 253354 268806 276431 315482 328253 335576 339192 350976 359191 390600 60 Gewinne au 500 M. 19166 20678 42694 63417 61644 80576 122218 166093 159303 210508 241930 253955 258132 283461 299734 300280 317442 336369 340906 343534 351097 364642 378429 378493 378893 384235 389228 390129 391612 392639 Die Ziehung der 5. Klasse ber 39. Preußisch- Süddeutschen (265. Preußischen) Staatslotterie findet vom 8. August bis 12. September 1932 statt. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 17. Juli. 8. Sonntag nach Trinitatis. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfr. Becker; zugleich Christen- kehr für die Neukonfirmierten der Markusgemeinde; 9.30: Pfr. Mahr; 11: Kinderkirche für die Matthäus- gemeinde; Pfr. Mahr. — Johanneskirche. 8: Pfr. Bechtolsheimer; zugleich Christenlehre für die Neu- konfirmierten der Lukasgemeinde; 9.30: Pfr. Ausfeld; 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld: 20: Bibelbesprechung im Johannessgal; Pfarrassistent Knell. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Professor Michel. — Llisabeth-Kleinkinderschule. 9.45: Pfarrassistent Knell. — Reue Aula der Landes- Universität. 11: Universitäts-Gottesdienst; Predigt: Professor D. Schumann. — Klein-Linden. 9: Hauptgottesdienst: anschließend Christenlehre für die weibliche Jugend; 10.15: Kindergottesdienst. — wieseck. 9.30; 10.45: Christenlehre. — Watzenborn-Steinberg. 13: Hauptgottesdienst mit Christenlehre. — Grü- ningen. 10: Hauptgottesdienst. — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn; Christenlehre für die männliche und weibliche Jugend; 12.50: Stiftsdechant Kahn; Festgottesdienst anläßlich des städtischen Iugendfestes.— katholische Gemeinden. Samstag, den 16. Juli. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 17. Juli. 9. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Kinder; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14: Andacht. Lonntansdienst d.Sterzu.4tvotdeken am 17.7.32 Dr. Geyer. Dr. S. Klein, Pelikan-Avotbeke. Zahnarzt: Dr. Kockerbeck 4967 d Schöne weiße Zähne schon nach einmaligem Putzen mit ber herrlich erfrischend schmeckenden „Chlorodont-Zahnpaste", schreibt uns ein Raucher. Tube 50 Pf. und 80 Ps. 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Das sollten Sie sich auch merken.Manches Stück Ihrer Gartengeräte und -Werkzeuge bedarf der Erneuerung u. auch manche Modernisierung und Erneuerung hätten Sie vorzunehmen, damit Sie künftig auch Freude an Ihrem Garten haben und die Schweißtropfen nicht so rinnen. - Alles, was Sie brauchen : Gartenschläuche, Schlauchwagen, Rasenmäher, Gießkannen, Scheren und anderes mehr führt Häuser gebrauchstüchtig, gut und billig. Ihre Garten Werkzeuge also künftig nur von Häuser. J. B. HAUSER, GIESSEN AM O 5 WAL DSC AR TEN aus der Sie die drastischen Preisherabsetzungen ablesen können. Hefro macht Ihnen kein X für ein U vor. Hefro trumpft mit Beweisen auf — und nur damit ist Ihnen gedient. Seifersweg 17 Gießen Bahnhofstr. 14 Größe 1—3 4—6 7—10 Auf alle nicht reduzierten Waren 10 Prozent Rabatt Hochwertiße Qualitäten Vorteilhafteste Preise sind unsere Schlaßer! Voranzeiße I Der Chasalla-Fuß-Spezlalf st hält am 20. und 21. 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Wanderzeit 4 Stunden. einfach auch in ihren Stoffen und Farben. Die Sorge, das Kind könne frieren, ist meist unbegründet: denn Kinder leiden viel häufiger an Heberhihung. Die normale Tageskleidung ist für ein Kind das beste Reisekostüm. sei bis zum Quellgebiet des Rheins: Mittelpunkt ist der Vierwaldstätter See. Eine vierfarbigc. klare Gesamtübersichtskarte der Schweiz ist beigefügt. Außerdem enthält der Band zahlreiche Sonderkarten der einzelnen Reisegebicte und Stadtplänc in größerem Maßstab. Die ausführliche Beschreibung der verschiedenen Reiserouten, Wanderungen und Bergtouren, Standquartiere und Sehenswürdigkeiten wird ergänzt durch eine Fülle von praktischen Angaben über zweckmäßige Ausrüstung, alpine Ausdrücke, Autoverkehr, und Wintersport, Klima und Kurorte, Unterkunft und Verpflegung und vieles andere. — Der mit Bildern und den Fahrplänen der Krastposten und der Personendampsschiffahrt vcr- sehene neue Gaststättenführer durch das Weserbergland enthält ein besonderes Ber- zeichnis preiswerter Sommerfrischen und ist vom Verkehrsverband Weserbergland, Hameln, erhältlich (25 Pf.). Man kann schon von 3 Mark an Pension haben. Eine ganze Reihe Pensionen gewähren Pauschalaufenthalte. — Württemberg und Hohenzollern, das Land der Mannigfaltigkeit. Die Mannigfaltigkeit des schönen Schwabenlandes offenbart sich schon auf den farbigen Titelseiten dieses neuen Führers und auf der neuartigen farbigen Reliefkarte, welche die Landschaftsgebiete des Schwarzwaldes, des Reckarlandcs, von Hohenlohe-Franken, der Schwäbischen Alb und von Oberschwaben bis zum Bodensee und Allgäu in übersichtlicher farbiger Darstellung zeigt. Etwa 250 Orte, Kurorte, Bäder, Sommerfrischen, Städte, in welchen ein Aufenthalt schon zu billigen Preisen möglich ist, sind in dem Führer kurz und praktisch beschrieben. Gießen—Albach—Lich. Wir gehen durch unseren schönen Stadtwald die alte Steinbacher Strahe entlang, auf der uns blaue Punkte das „Geleite" geben. Hinter dem Forsthaus Hochwart überschreiten wir die Licher Strahe und gelangen in den Fernewald, einen wenig begangenen Walddistrikt. Beim Treffpunkt der gelben Striche verlassen wir das seitherige Wegezeichen, und, dem neuen Zeichen folgend, gehen wir auf hübschen, einsamen Waldschneisen nach Albach. Don hier wandern wir Reiseliteratur. — Meyers Reisebücher: Zentral- s ch w e i z vom Bodensee bis zum St. Gotthard (früher „Schweiz I"). 24. neubearbeitete Auflage. 268 Seiten. Kl.-8°. Mit 11 Karten, 7 Stadtplänen und 14 Rundsichten. In Ganzleinen 5 Mark. Verlag Bibliographisches Institut AG., Leipzig. — (148.) —Der große Schweizführer behandelt, gänzlich neu- bearbeitet, die Nord-, Nordost- und Zentralschweiz vom Bodensee bis zum St. Gotthard und von Ba- Mit den Kindern in die Kerlen! praktische Winke für die Eisenbahnfahrt. Don Louise Diel. Das Burgtor von Lahneck steht auf! Don den noch erhaltenen und bisher bewohnten alten Burgen im Rheinland, ist Burg Lahneck eine der sehenswertesten. Bisher der Herrensitz des verstorbenen Admirals Mischke, wurde die Burg erst vor kurzem zur Besichtigung freigegeben. Sie hat eine große Geschichte. 1240 wurde sie von Erzbischof Siegfried von Eppstein erbaut und blieb Jahrhunderte lang im Besitz der Kurfürsten von Mainz. War eine Königswahl, so kamen sie auf ihrer stolzen „Diligence" (ein vornehmes, großes Schnellruderboot mit starker Besatzung) den Rhein herunter nach Lahneck und nahmen von hier aus an den Feierlichkeiten zu Ryens am Königsstuhle teil. Manche Fehde kam über die Burg und der Dreißigjährige Krieg ging nicht spurlos an ihr vorbei. In dem Raubkriege Ludwigs XIV. wurden die Dachgeschosse der Burg in Brand geschossen: ihr wuchtiger fünfeckiger Durgfried aber truht heute über 700 Jahre lang schon dem Zahn der Zeit. Anfang des 19. Jahrhunderts ging sie aus nassauischem Besitz in Privatbesitz über. Reben alten Mainzer Kurfürsten schauen in dieser Schloßburg die Originalbildnisse der Grafen von Rassau von den Wänden: ihre mehr als 300jährige Kriegskasse, mit feinem handgearbeiteten Schloß, das seinem Schlossermeister heute noch alle Ehre macht, ist genau so sehenswert, als das vom englischen Hofmaler Winterthalter gemalte Originalbild der Königin Diktoria von England im Krönungs- vrnat. Feinste Holztäfelung, uralte Parkettböden, große, echte Wandgobelins, Jntarsienmöbel sowie eine feudale hochfürftliche Hauskapelle mit poliertem Marmorboden und eindrucksvollster Glasmalerei, in der seit dem Dreißigjährigen Krieg zwar kein Gottesdienst mehr gehalten wurde, lohnen allein schon den Besuch dieser uralten Schloßburg, in deren Höfe und Gärten noch die Märchen von Durgfräuleins und Rittern und Knappen spinnen. — Gekrönt wird der Besuch von Burg Lahneck durch eine Besteigung des Burgfrieds. Er ist einer der gcmz wenigen, die fünfeckig sind: 40 Meter ist er hoch und in einem einfachen Raume birgt dieser Turm wohl die einzige lebensgroße Statue des deutschen Kaisers Adolf von Rassau, der 1295 auf Burg Lahneck Quartier genommen hatte. Auf schmaler Wendeltreppe geht's hinauf und von der Plattform des mächtigen Turmes bietet sich eine so herrliche Sicht ins untere Lahntal, die in ihrer ganzen Schönheit eben nur von diesem uralten Durgturm zu genießen ist. Dor dem Abstieg durch den schattigen Waldweg oder durch die Weinberge hinunter zur Lahn, ist ein Besuch in der Burgschenke von Lahneck zu empfehlen, der dem Besuch einen würdigen Abschluß gibt. Wanderfahrten. Gießen—Wettenberg—Krofdorfer Forst—Friedel- Hausen. Diese Wanderung ist, da sie zum größten Teil durch Wald führt, für die heiße Jahreszeit sehr zu empfehlen, jedoch ist, da sehr lange keine Llnterkunftsmöglichkeit vorhanden, Rucksackverpflegung nötig. — Wir wandern frühmorgens die Krofdorfer Straße entlang bis zum Wegweiser, der nach Launsbach zeigt. Hier beginnt die schwarze Punktmarkierung, die uns nahezu auf der ganzen Strecke begleitet. Bald hinter dem Wegweiser führt uns ein Pfad über eine Eisenbahnbrücke und hierauf in allmählicher Steigung auf die höchste Erhebung des Wettenberges, die sog. „Rapolionsnase", von der man einen entzückenden Rundblick genießt. Der weitere. Weg führt uns, nachdem wir die Krofdorf—Wihmarer Straße überschritten haben, alsbald in den prächtigen Krofdorfer Forst, in dem wir stundenlang weitergehcn. Wir überschreiten die Wißmar— Crumbacher Straße, sowie einige tief eingeschnittene Waldschluchten, kreuzen das idyllische Wihmarbachtal und später bei der „Dicken Buche" die rote Keilmarkierung, die zum Dünsberg führt. Bald darauf führt uns beim sog „Hirschsprung" ein vielfach gewundener Weg hinab in ein Tälchen, dem wir folgen, um in das anmutige, von Waldbergen eingeschlossene Salzbödetal zu gelangen. Hier verlassen wir unser seitheriges Wegezcichen, gehen dem Tal abwärts durch Salzböden nach unserem Endziel Odenhausen (gute Einkehr) bzw. nach der auf der anderen Lahnseite liegenden Bahnstation Friedelhausen. Dauer der Wanderung 5 Stunden. Eine halbe Stunde Enrico Caruso. 19.30: Unterhaltungskonzert des Philharmon. Orchesters Stuttgart. 21.00: Freiburg: Ein Darockjuwel am Bodensee. Hörbericht aus dem Birnau. 21.30: Robert Schumann. 22.45 bis 24.00: Rachtmusik der Stuttgarter Philharmoniker. Mittwoch, 20. Juli. 7.05: Frühkonzert. 12.00: Schlangenbad: Konzert des Kurorchesters. 13.30: Mittagskonzert. 15.15 bis 16.00: Stunde der Jugend. 17.00: Bad Kissingen: Rachmittagskonzert des Münchener Philharmon. Orchesters. 18.25: „Landschaftliche Betrachtungen". Von Dr. Werner Kulz. 19.00: Konzert (Schallplatten): Die Comedian Harmonists singen. 19.40: „Geflügelte Ede." Don Oscar Ludwig Brandt. 20.40: Mannheim: Virtuose Klaviermusik. Gespielt von Otto Voß, Heidelberg. 21.00: „Das Stauwerk." Hörspiel von Gerhard Menzel. Donnerstag, 21. Juli. 7.05: Bad Homburg: Frühkonzert. 12.00 (M. Berlin): XI. Deutsches Sängerbundesfest. Bannerübergabe auf dem Römerberg. 13.30: Mittagskonzert. 15.00: Stunde der Jugend. 17.00: Vesperkonzert. 18.25: Zeitfragen. 19.00: Konzert auf Schallplatten. 19.30: Von München: Bunter Abend. 20.00 (Berlin bis 21.00): Großer Saal des Saalbaues: 11. Deutsches Sängerbundesfest. Der jüngste Tag. Ein Oratorium nach Worten. Von Otto Iochum. Uraufführung. 21.50: Aus dem Musiksaal der Firma M. Welte und Söhne in Freiburg i. Dr. Mechanische Musik von Mozart bis Hindemith. 22.45 bis 24.00: Rachtmusik der Stuttgarter Philharmoniker. Freitag, 22. Juli. 7.05: Dad Homburg: Frühkonzert. 11.00: XI. Deutsches Sängerbundesfest. Paulskirchenfeier. 12.00: Konzert. 13.30: Konzert auf Schallplatten. 15.20: „Die Abschliehung und Trockenlegung der Zuidersee", Vortrag von Dr. Heinrich Kloha, Amsterdam. 16.00: Festhalle: XI. Deutsches Sängerbundesfest. Volksdeutsche Weihestunde. 17.35: Konzert. 18.30: Aerztevortrag: „Die Bedeutung der auf den Menschen übertragenen Tierkrankheiten". 19.00: „Vom lebendigen deutschen Denken". Vortrag von Dr. Hans Geisow. 19.30: Lieder, gesungen von Bernhard Klewitz. 20.00: Aus Reu- york: Kurt W. Sell: Worüber man in Amerika spricht. 20.15: „Das XI. Deutsche Sängerbundesfest", Vortrag. 20.30: XI. Deutsches Sängerbundesfest. Degrüßungskonzert des Sängerbundes Rassau. 21.30: Schwäbische Idyllen. Volkstümlicher Heimatabend. 22.00: Die griechische Olympia und die heutigen Olympiaden. Von Kasimir Cdschmid. 22.45 bis 24.00: Rachtmusik. Serenaden für Bläser. Manche Mutter seufzt heimlich: Wenn nur die Fahrt nicht wäre! Aber bei richtiger Vorbereitung ist das nur halb so schlimm. Cs gilt, ein genaues Programm zu machen. Man kennt das Alter und Temperament der Kinder und hat beides mit der Reise in Einklang zu bringen. Mit den Kleinen bis zu vier Jahren reist es sich wahrhaftig billig: denn sie brauchen noch gar nichts zu bezahlen. Der Säugling schläft, gewiegt vom Zugrhythmus, bald ein in der Mutter Arm. Die Milch wird in der Thermosflasche mitgenommen, und aller sonstiger Eilbedarf liegt in Kleinkoffer oder Tasche schnell greifbar geordnet. Bei längerer Reise, vor allem mit den Kleinen, die noch keine Eindrücke aufnehmen, empfiehlt es sich, den Schlafwagen oder Liegewagen 3. Klasse zu benutzen. Auch hier haben Kinder unter vier Jahren Freifahrt, denn sie teilen ja doch das Lager ihrer Reisebeschüherin. Die älteren vom vollendeten vierten bis zum zehnten Jahre sind meist schon so selbständig, um einen eigenen Platz beanspruchen zu können, trotzdem zahlen sie für die Eisenbahnfahrkarte nur den halben Fahrpreis, dazu den jetzt auf die Hälfte ermäßigten Zuschlag für Gil- oder Schnellzüge. 51m ein Kind richtig zu beschäftigen und die Zeit klug einzuteilen, bedarf es keiner Kofferladung von Spielsachen. Das Krabbelkind kann mit Kleinigkeiten unterhalten werden. Ein neuartiges Bilderbuch mit einer Geschichte, die Mutti halbleise vorliest, wirkt sehr beruhigend. Auch Papierpuppen und andere Ausschnittbilder bieten bei geringstem Platzanspruch viel Abwechslung. Tönende, laufende und bewegliche Spielsachen ermüden indessen die Kinder und die Mitreisenden. Schon die Dreijährigen lernen sich mit Plastilin und Knetgummi allein und still beschäftigen. Ihnen dies als Ueberraschung während der Fahrt auszuhändigen, ist ratsam. Wer in Schule und Kindergarten schon Disziplin gelernt hat, ist auf Reisen leicht zu lenken. Hier ist die richtige Gelegenheit, praktische Geographie und Raturgeschichte als Anschauungsunterricht zu treiben! Welch interessante Landstriche und Städte durcheilt der Zug, ringsherum Felder, Hügel, Dörfer und Flußtäler, gewaltige Brücken und in der Ferne auftauchende Kirchtürme! Aber laßt die Kinder nicht dauernd Ausschau halten, gebt nicht zuviel Anregung und gestattet nicht, daß sie die Mitreisenden mit Fragen belästigen. Kinderliebe Menschen plaudern von sich aus, die anderen bleiben besser unbehelligt. Wen nicht eine Platzkarte sichert, der tut gut, ein Abteil zu suchen, in dem schon möglichst gleichaltrige Kinder sind. Damit ist den Eltern sehr geholfen, sie müssen aber trotzdem leicht Zügel führen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie sehr das Reisen den Appetit onregt und wie gut es groß und klein unterwegs schmeckt. Trotzdem sollten die gewohnten Stunden der Mahlzeiten innegehalten werden, wenn auch mal zwischendurch ein kleines Butterbrot oder — was noch besser ist — etwas Obst verabreicht wird. Eßvorrat behalte aber seinen Platz oben im Gepäcknetz und werde nur von Zeit zu Zeit zur Entnahme herausgeholt. Die Ordnung und Regelung dieser Dinge ist beim Reisen mit Kindern ausschlaggebend, man hilft ihnen unö sich damit über Stimmungskrisen hinweg. Die Aufnahmetätigkeit von Körper und Geist muß beim Reisen bewußt begrenzt werden, denn die vielseitigen Eindrücke bringen ohnedies viel Anregung. Darum sollen auch die Kinder zwischendurch mal ein Viertel st ündchen die Augen schließen und vollkommen ausruhen, sie werden dabei oft fest einschlafen, was nur gut tut. Die Frage der Kleidung ist kein Problem. Die gegenwärtige Mode ist ja zweckmäßig und Sonntag, 17. Juli. 615 Uhr: Don Hamburg: Hafenkonzert. 8.15: Katholische Morgenfeier aus dem Franziskaner-Kloster Frauenberg-Fulda. 9.15: Stunde des Chorgesangs. 10.00 bis 10.30: Rür- burgring: Staffelreportage vom Rennen um den Großen Preis von Deutschland 1932. Start und erste Runden. 11.30: Rürburgring: Staffelreportage vom Rennen um den Großen Preis von Deutschland 1932. 12.00: Von Wien: Konzert. 13.00: Konzert. 14.00: Stunde des Landes. 14.30: Reichssendung: II. Fernprobe des DSDF. zu den Gesamtchören des ersten Hauptkonzertes des elften Deutschen Sängerbundesfestes in Frankfurt am Main. 15.15: Rürburgring: Staffelreportage vom Rennen um den Großen Preis von Deutschland 1932. Letzte Runden und Schluß. 15.30: Stunde der Jugend. 16.00: Karlsruhe: Konzert des Kammerorchesters der Dad. Hochschule und des Konservatoriums für Musik. 17.10: Mannheim: Unterhaltungsmusik für Dlasorchester. 18.00: „Romantik und Katholizismus", Vortrag von Dr. Huber, Frankfurt a. M. 18.25: „Der berufsständige Aufbau des Handwerks", Vortrag von Dr. Adolf Wagner. 18.50: Dreißig bunte Minuten. 19.30: Der Däcker-Jaggele. Von Rudolf Jeremias Kreutz. Gelesen von Mathilde Einzig. 19.45: Eine Viertelstunde Lyrik. Alma Johanna Koenig. Gesprochen von Charlotte Chri- stann. 20.00: Edmund-Eysler-Abend unter Leitung des Komponisten. 22.00: Mannheim: Betrachtungen zum OTIltag, von W. E. Süskind. Montag, 18. Juli. 7.05: Dad Mergentheim: Frühkonzert des Kur- vrchesters. 12.00: Konzert auf Schallplatten. 13.30: Konzert des Rundfunk-Orchesters. 15.20: „Wer ist die Hauptperson bei der Siedlung?", Vortrag von Frau Dr. ßaarmann, Münster i. W. 17.00: Rachmittagskonzert. 18.30: Englischer Sprachunterricht. 19.00: Konzert auf Schallplatten. Zwei große Szenen aus Richard Wagners Musikdramen. 19.30: Deutsche Reden. Hans Jost spricht. 20.00: Unterhaltungskonzert des Rundfunk-Orchesters. Kompositionen von Paul Lincke. 21.00: Platz 13... Reihe 13. Hörspiel von Hans Philipp Weitz. 22.00: Mannheim: Liederstunde. 22.45 bis 24.00: Rachtmusik. Dienstag, 19. Juli. 7.05: Frühkonzert. 12.00: Pforzheim: Konzert des Symphonie-Theater-Orchesters. 13.30: Mittagskonzert. 15.20 bis 15,50: Hausfrauen-Rach- mittag. 17.00: Konzert des Rundfunk-Orchesters. 18.25: „Kunst in Rot." Anläßlich der 2. Dudenmesse Frankfurter Künstler auf dem Römerberg im Juli 1932. 19.00: Konzert (Schallplatten): Erholungsheim Eichhof Lauterbach (Hessen) 10 Minuten o.Bad-Salzschlirf, am Süd o st' abbang des Eichbergs mit großen rn die Waldungen des Eichbergs übergehenden Parkanlagen. Neuzeitliches Schwimmbad in nächster Nähe. Ruhige, sonnige Höhenlagen sichern beste Erholung. 3953 d Volle Pension SlJl 3/50. lNWIllllllllUlIWlIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIUIIIIIllllllllllllllllillU I /V BEWÄHRTE HEILQUELLEN • SCHÖNER ALTER PARK I I PREISWERTE PAUSCHALKUREN I • AUSKUNFT: SCHE 8ADEDIREKTION- • Stark herabgesetzte Preise, insbesondere für die beliebten Pauschalkuren. 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