Mittwoch, 15. Zum (952 (82. Jahrgang Ut. (58 Erstes Statt Oie presse zur Notverordnung n-Dividende M der WM des I o. D. Dr. Jo- hielten sich zwei 10550 Stimmen 3m Memellanbiscken Landtag stellte sich das neue Landesdirektorium Dr. Schreiber. Sziegoud und Walgapn mit einer längeren Regierungserklärung vor. Das Direktorium erhielt das Vertrauen des Landtages mit den 19 Stimmen der Landwirtschaftspartei und der Volkspartei. Die Sozialdemokraten und d'e Litauer, die insgesamt sieben Sitze haben, ent» gelten sich der Stimme. Die drei Kommunisten stimmten dagegen. §der Freigrenze wirken tnuß, ein aus der Tatsache, daß durch sie die wo au fürchten habe. i Die DAZ. (gemäß. Rechte) führt aus: Auch die | Zlinahme »en Mnjeigen ftit die laqesnummer vis jum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breit« örtlich 8, ausmärts 10 Reichspjennig; für 9i*> klameanzeiqen von 70 mm Breit« 35 Reichspfennig, platzvorschrisl 20' , mehr. (Tbefrebakttur Dr. Fnrdr. IBilt). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Will). Lang«: für Feuilleton Dr H.Tbnnot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein unb für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Keine Fusion alter Parteien. „Verantwortung des Einzelnen bei frei« williger Vindung an die (§csan th.it " Berlin, 15. 3uni. (TU.) Am Dienstagabend um 21 Uhr sand In der „Deutschen Gesellschaft von 1914" die Gründungsversammlung der neuen Bürgerlichen Partei statt wie es in der Einladung dazu heißt, war es eine Zusammenkunft führender Männer des deutschen geistigen und wirtschasttichen Lebens. Etwa 200 Persönlichkeiten waren der Einladung gefolgt. 3n der Aussprache, die im übrigen vertraulich war, kam die einmütige Ueberzeu- gung zum Ausdruck, daß unter Ablehnung aller allen bürgerlichen Parteien eine neue Gruppierung des Bürgertums unter neuen Führern nolroen- d i g {ei und daß es sich nicht darum handele, etwa eine Fusion alter politischer Parteien herbeizusühren. Die neue Partei dürste keine 3nteressenvertretung sein, sondern sie müsse eine große 3 bee vertreten und zwar die der Verantwortung des Einzelnen bei freirollliger Bindung an bie Ge- s a m 1 h e i t. 51,7« ,5’ä i6,g 170,g 21,07, 76^ 2.Ä 71-10 3t<61 7,143 51.95 2,465 3,057 170,63 76,82 83,42 79,12 5,46 0,94« 4,2- 51,0 21-ä 16/5? 82,21 34,67 82,47 1,31 0,325 6,993 14,00 ,20 ,54 ,23 t8 U >,65 ,195 s 1.53 Maschinen« men. Der 2er« d Maschinenbau S gelungen, für Lochen ben De« Sie hat einige nehmen können, lufttage erteilt, it dem Dremer en werden, die en verschmel« liefen Tagen ge« nicht soweit ge« is absehen liehe, »eifer fest. Die Abendbörse «egend weiter ch die Umsahtä- Kulisse, während lättrni politischen leibt. Gegen den zahl der Papiere Itoertc, wie 3®.' ich Befestigungen -ritsche Erdöl blie* 3m Terlausewar g und die Kurse eränderung. AeichsschuldbuH. - deutsche, AK' nibelih 3K A"' if 126, ME 64, Lich^ÄI Laymeyer 78,-v er 98, Aorddeul- neinde 8. a.i» & “n- Sofort !,es und (ehr ZrhUnDermin' 2°'burg stellt, filfegeton dl°'T°rezuer! ^.ersten halb, n tonnen, wen» Ier kombinierten Mengettelen Mftfleber in der 4bng. Auherdcm Des UniDerfTtäts. ' hlndrrnig ent. 1$ foforl wieder E lombiniette lm Sturm sehr c "°ch Io gut ge* werten jedoch vor- iungcn dez Mar. Halbzeit gelang ■len, denen Rod- tor noch ein mei> .ein @e|amM inwandsrei. frfdjeini täglich, außer Sonntags unb Feiertags Beilagen: Die Illustriert« Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen *RTI. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr. . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zemsprechanschlüsfe enter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach* richten Anzeiger Gießen. Postscheckkonto, granlfurt am Dlain 11686. 52,05 12,485 3,063 170,97 76.98 84 58 79,28 15,50 0,952 4,217 58,82 21.Ö 16.62 32.37 34.N 82j 1,321 0,327 J, 007 14,11 Die Znnenpoitische Äotvewrdnung serttggestellf. Morgen Aushebung des 3'M.« und Uniform- Verbote. Berlin,». 3uni. (CJIB. Funkspruck) Wie wir erfahren, ist bie Rotvcrordnung über bie Aushebung bcs SM.- unb des Uniformucr- b o I e s unb bie Jlcuorbnung ber Bcftimmungcn über bie p r e s s e s r e i h e i t nunmehr fertiggestellt Sie wird voraussichtlich am Donnerstag oeröffent- ticht werden. 3n den tehten Besprechungen beim Reisinnenminister hat es sich darum gehandelt, die Schwierigkeiten zu überwinden, bie In ber Stellungnahme ber Cänber namentlich zur Frage des Uniform tragens liegen. Lin Bc- chluh der Cänberregicrungen hierzu liegt noch nicht vor. Rian hat aber den Eindruck, daß bie.Sänber- regierungen vorläufig nicht bie Absicht hoben, die Aushebung des Verbotes in ihren Machtbereich durch eigene Notverordnungen zu verhindern. Dagegen ist wohl damit ,u rechnen, daß in den Ländern während des Reichstagswahl' § Die Gesichtspunkte, die gegen eine allgemeine Ausweitung der U m j a B st e u e r ms Id geführt werden könnten, liegen auf der pichen Linie, die ... her Schonung der veranlagten Einkommen ge- wiesen Hai. Es mußten seinerzeit schon die schwer, ften Bedenken überwunden werden, ehe man ben Ümfahfteuerlah von 0,S5 auf 2 Prozent erhöhte. Aber eben diese Erhöhung hat den Betrag des Ausfalls wesentlich vergrößert, der durch die mt Herbst 1930 neu angesetzte Steuergrenze verursacht wurde. Wie tiefgreifend die nunmehr vorgenommene Be« Ls wurde beschlossen, einen Arbeitsausschuß zu beauftragen, an alle zwischen den Rationalsoziati st en und dem Zentrum flehenden Parteien und deren bisherige Wähler einen Aufruf ergehen ju lassen, der dazu aufforbert, unter Zurückstellung aller bisherigen parteimäßigen ober persönlichen Sonber- interessen bas Bürgertum z u einer großen politischen Bewegung zusammen,uschliehen, um für bie Zukunft ficherzustellen, daß bas britische Bürgertum aus bie politische Entwicklung Deutschlands gegenüber den radikalen Strömungen von links unb rechts ben Einfluß erkämpft, ber not- wendig ist, um Volk und Reich wirtfchaftlich unb kulturell vor schweren Erschütterungen zu bewahren. Der Arbeitsausschuß seht sich zusammen aus den Linberusern ber Versammlung, Dr. Eckener, Horry Plato, Ehrenpräsident ber Deutschen Handwerks- unb Gewerbekammer, Botschafter a. D. Dr. Sols, Geh. 3usti;rat Dr. Wilbhagen. Frau profeffor Hochsch unb Dr. Weyer. Der Ausfchuh wurde erm-^.igt, sich felbflänbig mit weiteren perfönlichkeiten zu ergänzen und beauftragt, bie erforderlichen weiteren Vorarbeiten zu leisten, sowie ein Glaubensbekenntnis des deutschen Bürgertums unb einen Ausruf auszuarbeiten. nach den 'Sätzen der Vorkriegszeit und durch die Kürzung der Kriegsrenten bei den leichtbeschädigten Kinderlosen finden soll. . , ... . Für sechs Millionen Deutsche wirkt sich der Seil der Rotverordnung am bittersten aus. in dem die Unterstützungssätze empfindlich herabgesetzt werden. Man mag Dem leitenden Gedanken noch so sehr die innere Berechtigung zusprechen, daß nämlich den Haupt- trägern der Whlsahrtsverpflichtungen die Erfüllung ihrer Aufgabe wenigstens in beschränk^" Maße gesichert werden soll. Das kann die ‘Betroffenen als Einzelne und als ^coectnehmersckicht nicht darüber hinwegtrösten, daß mit der tatsächlichen Beseitigung desDersicherungs- Prinzips in der Arbeitslosenversicherung em stolz empfundener sozialpolitischer Fortschritt Wirtschast und Finanzen bilden: sie würden auch von allen einsichtigen Arbeitern. Angestellten und Beamten gebilligt werden trotz der großen Opfer, die diesen auserlegt würden. Es gelte jetzt Farbe zu bekennen, ob wir endlich festen Fuß fassen oder täglich den Zusammenbruch vor Augen haben wollten. — Der „*Bör* fen-G ouricr" (Dem.) betont, die Rotverordnung sei der lebendige Ausdruck deutschen Elends. Selbst wer sich auf Schlimmes gefaßt gemacht habe, sei erschüttert. Das Einzige, was mit der Verabschiedung dieses Etats erreicht werde, sei, daß man fütbic nächste Zeit keinen Kassensturz von einschneidender Bedeutung irgend- tn. :;N Der „T a g" (Hugenberg) betont, daß die Regierung eine Derantwortung aus sich genommen habe, die sie vor aller Oeffentlichkeit allein zu tragen habe. Sie habe eine Zwischenmaßnahme getroffen, und man könne nur die Hoffnung aussprechen, daß nach Lausanne die Maßnahmen getroffen würden, die den Abbau des jetzigen Systems zur Folge hätten, daS nur darin bestehe, mit neuen Lasten die Kosten der Arbeitslosenhilfe zu decken, die durch das Heber- maß der Lasten zum Sell verschuldet seien. — Der „Lokalanzeiger" (Hugenberg) schreibt, wenn eine Aktiengesellschaft schlecht gewirtschaftet habe, dann habe das in der Regel zur Folge, daß die Verwaltung freiwillig oder unfreiwillig ihr Amt niederlegen muß. Die neue Verwaltung führe bann eine Sanierung durch, wobei die_2lf ti o • Oie neue Bürgerpartei. Gründungsversammlung in Berlin. — Unter neuen Führern und neuen Ideen. neue Rotverordnung bereite wenig Freude. Schon jetzt erhebe sich gegen die neuen Belastungen vielfach folgender Einwand, man habe geglaubt, d.e entsprechenden Entwürfe zum Ausgleich des Haushalts von der Ausgabenseite her lägen längst vor und eS habe der Regierung Brüning nur an ber Energie gefehlt, sie burchzusnyrrn. - Es hätte also jetzt nach dem Kabinettswechsel möglich sein müssen, statt der neuen Steuern b i e immer toieber erörterten Reformen zu betreiben. Es werbe kein grundsätzliches Reformwerk vorgelegt, sondern es werde für ben Anfang lebiglich, wie bisher schon versucht, den Brand an ben Stellen zu ersticken, wo er am heftigsten wüte. Cs hanbele sich ganz einfach barum, bie Zusammenbrüche öffentlicher Kassen für die nächste Zeit zu verhindern. Die „Germania" (Zentr.) sagt, man sehe auf ber g dngen Linie nichts Reues, man sehe nur eine gefährliche unb unsoziale Verschlechterung der von dem früheren Kabinett geplanten Maßnahmen. So könne immerhin eine belehrende Wirkung auf diejenigen ausgehen, die bisher geglaubt hätten, daß es genüge, neue Männer in ber Regierung zu haben. Das Blatt fragt nach ber seelifchen Fun- bierung ber neuen Rotverorbnung unb meint, daß eine ganze Reihe psychologischer Fehler auf- zuzeichnen sei, deren Auswirkung mit größter Sorge erfüllen müsse. Der Rotverordnung fehle auch jedes großzügig aufbauende Element unb jedes Gegengewicht zu ben schweren Opfern. Die neuen Männer hätten aus dem im Kem übernommenen alten Entwurf gerabe bie planvollste 3bce herausgestrichen. Die Voss. Zig. (Ullstein) fragt, habe man bazu Brüning gestürzt. Man habe nicht nur einen Seil ber von ber alten Regierung geplanten Maßnahmen in Kraft gesetzt, sondern alle und noch einige darüber hinaus. Aber gerade die Abweichungen nähmen sich nicht gerade vorteilhaft aus. — Der Vorwärts (Soz.) überschreibt seinen Bericht „Hitlerstaat als Elendsanstalt". Alles in allem lege bie neue Rotverordnung durch Steuererhöhung unb Sozialabbau ben breiten Massen neue Opfer von runb P/i Milliarben auf. Wo aber blieben bie Opfer ber Blitzenden? Mit einiger Mühe entbede man. daß die Besitzenden ganze 45 Millionen mehr Krisensteuer aufbringen sollten. Neue Opfer. Auch ber Reichspräsident soll erstaunt gewesen fein, als ihm ber Inhalt ber neuen Rotverorbnung vorgetragen würbe. Unb wo ber Rauch eines solchen Gerüchtes aufsteigt,1 ba bart man auch Immer irgendwo ein Feuer vermuten. Roch mehr hat ber steuerzahlende Bürger heute das Recht, erschreckt unb bestürzt zu sein. Es sinb unzweifelhaft grausame Opfer, bie toieber vom beulten Volke verlangt werben. Gin Felbherr unb ein Staatsmann darf grausam sein, wenn er mit verlangten Opfern neue unb größere Werte für bas Ganze schassen kann. Hinter bem bebrüdpnben Dilb der neuen Rotverorbnung sind | nun allerdings Versprechungen ausgestellt worben. Leiber sinb sie in ihren Umrissen nochsehr wenig bestimmt unb schwer faßbar. Man kann nickt sagen, baß bie neuen Herren bei ber Durchführung ihrer schwer empfunbenen Maßnahmen mit befonberem psychologischem Feingefühl vorgegangen sinb. Der Sinn bes Regierungswechsels würbe allgemein nicht nur so empfunden, baß bie so stark angewachsene nationale Massenbewegung als starkes Aktivum in ben deutschen Freiheitskampf eingesetzt werben sollte. Alle Welt war auch hoffnungsfroh bavon überzeugt, baß nun in ber inneren Finanz- unb Wirtschaf tspolitik bie große Denbe kommen würbe, daß man nicht mehr sich damit begnügen würde, bie stets neu auf- geriffnen Löcher zu flicken, baß man vielmehr bem liebel an bie Wurzel gehen wollte, um ber Politik der länblichen Steuerschraube unb ber unaufhörlichen Belastungen ein Ende zu sehen. Die Regierung hat dieser Auffassung unb ben großen Erwartungen zum mindesten nicht entgegengearbeitet. 3n ihrer ersten Erklärung hat sie sich nur zu ber Rotwendigkeit bekannt, Seile des Brüningschen Deckungsprogramms zu übernehmen, um ber dringendsten Rot in der Finanz- unb Kassenlage zu steuern. Heule muß sie bekennen, daß sie mehr, wesentlich mehr als Seile übernehmen mußte. Die Opfer, bie unsauferlegt werben, sinb erheblich höher als bis vor kurzem er wartet wurde. Die genaue unb rücksichtslose Prüfung. bie sich nicht nur auf bie Finanzen bes Reiches bezog, sonbern bie Fehlbeträge bei Ländern und Gemeinden unb bei ben Srägern ber ( a m p f e s iveltgehcnd Aufrnarfchvcr- b o l e zur Sicherung der öffentlichen Ruhe und Ordnung erlassen werden. Bezeichnend in diesem Zu- ammcnhang dürfte das Verhältnis in Berlin fein. Von nationalfozialiftifcher Seite war angekündigt worden, daß am nächsten Sonntag auf dem Tempel- Hofer Feld eine große Parade der wieder- erflanbcncn S A. und SS. vor Adolf f) Hier stattfinden würde. Diese Demonstration wird jedoch kaum Zustandekommen, da in prcu- jen seit dem ZI. Oktober o. 3- ein allgemeines verbot für politische Demonflra- Honen und Umzüge besteht. Rach dieser Verordnung sind Ausnahmen nur für völlig unpolitische Umzüge und Demonstrationen zugclassen. Für die Zeit der Reichspräsidenten- und der preußen- wahlcn hatte der preußische Minister des 3nncrn den Regierungspräsidenten und in Berlin dem Polizeipräsidenten die Ermächtigung erteilt, diese Ausnahmcrmächtigung auch auf politifche Veranstaltungen auszudehnen, was z. B. dazu diente, daß den großen Parteien je einmal der Lustgarten zu einer Kundgebung freigegeben wurde. Diese Ausnahmeermächtigung ist jedoch Mitte Mai wieder aufgehoben worden. Oie RSDAP. zur neuen Notverordnung. München, 15. 3uni. (ERB. Funkspruch.) Der „Völkische Beobachter" schreibt in seinem Kommentar zu ber neuen WirlschaftSnolverorb- nung u. a., bie RSDAP. lehne bic erste Rotverorbnung a l s neue für das deutsche Volk unerträgliche Belastung umsomehr ab, als sie in dieser ersten praktischen Maßnahme ber Regierung k e i- ncrlei Ansatzpunkte für eine ge - nügenbe Aenberung ber bisherigen Politik zu erkennen vermöge. Die Regierung stelle in ihrer Erklärung zur Rotverorbnung zwar grunblegcnte Maßnahmen zur Arbeitsbeschaffung in Aussicht. Solange sie aber btefe Versprechen nicht burch Taten zu belegen in ber Lage sei. habe bie RSDAP. keinen Anlaß, ihre seither vertretene Auffassung zu änbem. Polen verletzt Danziger Hoheitsrechte. Danzig, 15. 3uni. (WTB. Funkfpruch.) 3n offenkundiger Verletzung der Bestimmungen, die für das Anlaufen polnifcher Kriegsschiffe im Danziger Hafen gelten, ist heute früh gleichzeitig mit den englischen Torpedobooten das polnische Kriegsschiff „wicher" in den Danziger ha- fen eingelaufen, ohne s i ch vorher beim Danziger Senat angemeldet zu haben. Ferner hat der Kommandant der „Micher" bei dem englischen Flottillenkommandant innerhalb der Danziger Hoheitsgewässer einen Besuch abgestattet. Kleine politische Rachrichten. Die Reichsregierung wirb von ber ihr vor- bchaltenen Runbfunk stunde Gebrauch machen. Es spricht um 19 Uhr Reichsinnenminister Freiherr v. Gayl einführende Worte, worauf Reichsarbeitsminister Schäffer über ben so- -ialpolitstchen 3nhalt ber neuen Rotverorbnung sprechen wird. Beide Ansprachen werden von sämtlichen deutschen Aundfunkgefellschaften übertragen. Unter Führung von Professor ho r n e f f e r (Gießens Hal sich in einer zu Essen tagenden Dersamm. lung eine Partei gebildet, die den Namen führt: „Die neue Mitte" (Sozialliberale Partei). GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnitk und Dcrlog: vrühl'fche Uittvtl^atr-Vuch. und Stelnbrudcrei K. Lange in Gießen. Zchriftleilung und Geschäftsstelle: Zchufttaße 7 preisaegeben wurde. DaS Positive kann nur ba erblickt werben, wo die Gemeinden aus ihrer unerträglichen Rot unb Unsicherheit befreit werden. ©ic wissen jetzt ganz genau, woran sie sind. Sie kennen die Höhe ihrer Derpslichtungen und das Maß dessen, was sie vorn Reich zu erwarten haben. Wenn man alles in allem nimmt, so überwiegen die schmerzlichen Eindrücke. Die Verteilung der Lasten erscheint nicht durchweg von Gesichtspunkten der sozialen Gerechtigkeit diktiert, und die Gemeinden müssen die finanzielle Hilfe und die Erlösung aus ihrer Unsicherheit mit einer neuen Einschränkung ihrer Selbstverwaltungsrechte erlaufen. Immerhin hat sich die Regierung gedrängt gefühlt, wenigstens Andeutungen über bic ferneren Pläne zu machen, die sie auf der neuen Grundlage verwirklichen will. In den Versprechungen spielt vor allen Dingen bie Arbeitsbeschaffung durch bie öffentliche Hand und die Einführung des freiwilligen A r - beitsdienstes eine Rolle, Maßnahmen, mit denen man der dringendsten Forderung gerecht zu werden hofft, die Unterstützung durch Arbeit zu er- fetzen. Aber man erfährt nichts Genaues, und die Versprechungen find an fo viele Bindungen und Einschränkungen geknüpft, daß der niederdrückend» Eindruck dieser Notverordnung auch in dem ange- fügten Ausblick kaum abgeschwächl werden kann. Sozialversicherung einbezog, hat ein noch schlimmeres Gesamtdefizit ergeben. Die Regierung tritt nun vor das deutsche Volk mit bem Anspruch, daß sie ihm die bittere Medizin nicht löffelweise einslößcn, sondern aus c i n - mal zu 'chluckcn geben will. Sie erklärt, daß sie nur so ben Zusammenbruch der Kassenlage und Kiu< VUUIV1,UIIH ________ der sozialen Einrichtungen überhaupt verhindern närc eineZuzahlungleisten müßten. Sie könne, daß nur so die Basis für ihre lonftrut- buchten bas Opfer in der Hoffnung, auf ben ge- tiven Ausbaupläne zu schaffen sei. Sie macht sich z^^en Fortbestand bes Unternehmens unb in im gleichen Atemzug bafür stark, daß btes derCrwartung aufbessereZeiten. Es unbedingt di« letzten Opfer fein tour- verhängnisvoll, wenn das deutsche Volk auch ben, die sie dem deutschen Volke auferlegen werde. biefc Hoffnung nicht mit Recht an die Maßnahmen An diesem Punkte unterscheidet sich der neue tvcr ncucn Regierung knüpfen dürfte, bic hossent- Finanzminister nicht von seinen Vorgängern. Wir hoih ein entsprechenbes Arbeitsbe- können nur hoffen, daß er ein besserer Prophet schafsungsprogramm vorzulegen in ber ist als Herr Dietrich. Lage sei, nachbem ber drinaenbste Geldbedarf des Der eine Grund dafür, daß das Loch im Staats- Reiches unb vor allem auch ber Gemeinben fürs fand so furchtbare Ausmaße angenommen hat, ist erste gesichert erscheine. , __ . In dem zunehmenden Schwund auf ber Die „Dörsenze11ung' (Kons.) ist ber Aut- Einnahme feite zu erblicken. Die Steuern sassung. daß bic neuen Maßnahmen oon allen haben im Etatjahr 1930 6'.> Milliarden erbracht, richtig bewertet würden, bie sich nach Ord- im Etatjahr 1931 sanken die Einnahmen auf 5,5 nung unb Klarheit sehnten denn fie Milliarden und im Etat für 1932 sind sie schon sollen bic Grundlage für eine Gesundung von unter Einbeziehung der neuen Steuern mit 5,4 Mil- *■ * " ,A ***"* liarben veranschlagt. Auf der andern Seite sind d i c Aufwendungen für die gesamte Erwerbslosen, fürlorge nach dem gegenwärtigen otanb der Ar- beitslosenziffer und der Unterstützungssätze mit 3^ Milliarden anzusetzen. Das ist runb eine halbe Milliarde mehr als im Fahre 1931. Unter diesen Umständen erschien es der Regierung unmöglich, den Fehlbetrag allein von der Einnahmenseite her zu decken. Hier finden dieerheblichen Ab st r > ch e am Sozialetat ihre Begründung. Die uner- fraglichen Lasten ber Gemeinden mußten in die Gesamtregelung einbezogen werden. Die Gemeinden haben im abgelaufenen Etatiahr nach Abzug der Reichsunterstützungen eine JJl u 11 a r D e für Woh 1 fabrtslasten verausgabt. Es 'st dabei in ben Haushalten der Kommunen cm Defizit von über 300 Millionen entstanden, das nur ein- mal durch außerordentliche Maßnahmen gedeckt f e i tt g u n HÄ e°gncn(u n2IgUtefunöenOroeCrben.ni)ieC 'Difk/enj Zahl der Umsatzsteuerfälle eine Verdoppelung er- von 1350 Millionen den Betrag für die Wohlfahrts- fahren wird. Betroffen werden natürlich von diesem ?oken und dem Fünftel des gemeindlichen Betrags Teil der Notverordnung wiederum nur schwache zur Krstenunterslützung, und den 680 Millionen, die Schultern, die kleinen unb kleinsten Gewerbe- fünf'tia i ock zu eigenen Lasten der Gemeinden gehen treibenden und Geschäftsleute. Mn9mu?ie ebenfall" ausgeglichen werden Die 6 a 13 ft e u e r findet ihre Begründung dann, ' s»' Sh 6er S)auptbeirag 't>c5 ©efijits aus ber d°b m 6er >lIch-r„U auf der «usgabtnfe.t, neue Erwerbslofenfürsorge ergibt, wird in Zusammen- Posten in den Etat eingesetzt wurden. H^er stehen 50 Hs^na berefts bestehender und von der früheren Millionen für b.e landwirtschaftliche ---.edlung an kSunJ^ geplanter Steuern die Arbeitslosen- | der Spitze. die ihre Deckung durch eine 6o*uer abgabe eingeführt, deren Satze l'ch aus einer Erhöhung ber Krifenlohnfteuer umi IS ^rojent ergeben Diejenigen Einkommen, bie nicht in Lohn und Gehalt begründet find, von der Erhöhung frei bleiben, haben eine zusätzliche Rate der .Hrifenfteucr Schilf der Gießener Kaufmannschaft Llmorgamsationen in der ASSAP. Keine parlamentarischen Anträge ohne Nachprüfung im Braunen Haus. München. 14. Ium. (TL1.) In der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei sind wichtige organisatorische Veränderungen getroffen worden. Der Leiter der Organisationsabteilung II, Oberst a. D. Hierel. hat um Enthebung von diesem Posten gebeten, da er seine ganze Arbeitskraft der Arbeitsdienst- pflicht und ihrem Aufbau widmen will. Die Organisationsabteilung II wird mit der Ov- ganisationsabteilung I unter dem Namen Neichsorganisationsleitung der NSDAP, vereinigt und die Leitung der vereinigten Abteilungen Gregor Strasser übertragen mit der Maßgabe, daß auf seinen Antrag hin alle Abteilungen, die sich mit wirtschaftlichen Fragen befassen, als Referat ,.W i r t s ch a f t" zusammengefaßt werden, mit dessen Leitung Walter Funk beauftragt wird. Zugleich hat Adolf Hitler zum Reichsinspekteur der Reichsinspektion I den Oberleutnant a. D. Schulz ernannt. Die Reichsinspektion II übernimmt der bisherige Reichsinspekteur Dr .Robert Leh. Alle Anträge in parlamentarischen Körperschaften von Gemeinden bis zum Reichstag, die sich mit g r u n d s ä h l i ch e n F r a- gen auch wirtschaftlichen Charakters befassen, oder nach der Art ihres Inhalts eine wichtige Stellungnahme der Partei bedeuten oder in der Oeffentlichkeit besondere Beachtung finden werden, sind vor der Einreichung dem Reichsorganisationsleiter zuzuleiten, der seinerseits eventuell eine Nachprüfung bei den zuständigen Sachbearbeitern der Reichsleitung oder einen Entscheid des Führers herbeiführt. Zu den Llmorganisationen hat der Reichsorganisationsleiter Gregor Strasser folgende Ausführungsbestimmungen erlassen: Die bisherigen Organisationsleitungen I und II werden zu einer Reichsorganisationsleitung zu- sammengefaßt. Damit wird eine Llrn-- und Oie Liste Or. Leuchtgens. Bon der Pressestelle der „Liste Dr. Leuchtgens" werden wir um Aufnahme folgender Ausführun- gen über Sinn und Bedeutung der Liste Dr. Leuchtgens bei der Hessischen Landtagswahl gebeten: In der Zeit der sozialistischen und kollektivistischen Hochflut, in der wir in Deutschland leben, glauben viele Deutsche, nur bei der „Masse" und bei dem „großen Haufen" auch politisch das Heil zu finden. Eine Liste wird in dieser Zeit veraltet anmuten, die w i e d e r auf 5er „P e r- sönlichkeit" und nichtaufParteimän- nern und dem sachlich unbekannten Apparat einer „Partei" fußt. Was tun wir aber mit Landtagsabgeordneten, wenn sie nicht die Gewähr bieten, daß sie auch in der Lage sind, unser Staatsleben mit eigenen Ideen und mit eigener Arbeit zu befruchten und zu gestalten? Die Liste Dr. Leuchtgens ist in ihrer Art ein P r o t e st teilweise Neuorganisation verbunden. An der Spitze der Reichsorganisation steht der Reichsorganisationsleiter. Ihm unterstehen 5 Hauptabteilungen: Reichsinspektion I, Leiter Oberleutnant a. D. Paul Schulz M.d. L., Reichsinspektion II, Leiter Dr. Robert Ley M.d.R., Hauptabteilung III, Leiter vorerst Gregor Straf- s e r M.d.L., Hauptabteilung IV für Wirtschaft, Leiter Dr. h. c. Otto Wagener, Hauptabteilung V für Landwirtschaft, Leiter Walther .Darre. Die Neichsinspektion umfaßt folgende Landesinspektionen, nämlich Landesinspektion Ost, Berlin, Mitteldeutschland, Brandenburg, Nord, Niedersachsen. Die Reichsinspektion II umfaßt vier Landesinspektionen und eine Landesleitung, nämlich Landesleitung Oesterreich, Landesinspektion Bayern, Südwest, Sachsen-Thüringen, West. Die Hauptabteilung III umfaßt: 1. innerpolitische Abteilung, 2. rechtspolitische Abteilung, 3. ingenieurtechnische Abteilung, 4. Abteilung für Volksgesundheit, 5. Abteilung für Volksbildung, 6. Abteilung für Kommunalpolitik, 7. Abteilung fürKriegs- opferoerforgung, 8. Beamtenabteilung, 9. Abteilung für Frauenarbeit, 10. Reichsbetriebszellenabteilung, 11. Ausländsabteilung, 12. Presseabteilung. Der Hauptabteilung III unterstehen ferner: Nationalsoz. Juristenbund, Nationalsoz. Lehrerbund, Nationalsoz. Aerztebund. 0 Die Hauptabteilung IV (Wirtschaft) umfaßt: als Unterabteilungen 1. Währungs-, Finanz- und Produktionsgebiet, 2. Sozialpolitik, 3. Arbeitsbeschaffung, 4. Presse und Propaganda, 5. Zwischenstaatliche Wirtschaftsbeziehungen, 6. Wirtschaftswissenschaft. Die Hauptabteilung 5 enthält auch die Abteilung Forstwirtschaft und wieder entsprechende Unterabteilungen. gegen den Unsinn der Listenwahlen. Sie ist eine Fanfare fürdie zukünftige „Personen wähl". Sie stellt ein Bekenntnis bar zu einem „politischen Charakter" zu einem „Mann des Wissens und der Tat". Sie steht unter dem Wahrspruch: „men, not messures". I)r. Leuchtgens hat sich in jahrzehntelanger politischer Arbeit theoretisch und praktisch eine Fülle von Kenntnissen und Erfahrungen in Staats-, Gemeinde-, Finanz- und Wirtschaftspolitik erworben. Er darf als einer der besten Kenner dieser Gebiete in Hessen angesprochen werden. Er hat seit Jahren in Wort und Schrift, in der Presse, in Volksversammlungen, in Gemeinde- und Volksvertretung gegen die unzulängliche Nachkriegspoli- tU angetampft und die verkehrten Maßnahmen gegeißelt, die neben dem verlorenen Krieg unser Elend verschuldet haben. Man hat ihn nicht gehört. Nun hat die Entwicklung der letzten Jahre seine Politik nach jeder Richtung hin' gerechtfertigt. Neben der Landwirtschaft und dem Gewerbe sehen auch heute weite Kreise der Beamtenschaft ein, daß Hessen lediglich auf dem Wege saniert werden kann, den Dr. Leuchtgens seit Jahren verfolgt und in seinem klaren Programm nidergelegt hat. Es gilt die Statsaufgaben und die Staatsausgaben den verarmten Verhältnissen der Nachkriegszeit anzupassen. Es gilt, die aufaebläh- te Staatsverwaltung in Hessen auf ein verständiges und sachlich erforderliches Maß zurückzuführen. Es gilt, wieder zur Einfachheit im öffentlichen und privaten Leben zurückzukehren. Steuern, Abgaben und öffentliche Lasten müssen auf allen Gebieten gesenkt werden. Es gilt vor allem, alle sozia- l i st i s ch e n Einrichtungen und Auffassungen, ob sie nun von einem Rechts- oder einem Linkssozialismus ausgehen, zu bekämpfen und zu überwinden. Es gilt wieder pri- o a t w i r t f ch a f t l i ch e s Denken und Han- Genf, 14. Juni. (WTB.) Das Büro der Abrüstungskonferenz trat heute nachmittag zu einer Sitzung zusammen. An der Sitzung nahmen u. a. teil: Gibson, Herriot, Sir John Simon, Nadolny, Grandi, Zaleski, Hymans, lieber die Sitzung wurde folgende Mitteilung ausgegeben: Das Büro der Konferenz für die Herabsetzung und Beschränkung der Rüstungen hat beschlossen, die Delegationen aufzufordern, ihre privaten Besprechungen wieder aufzunehmen. Zweck dieser Besprechungen ist, gewisse grundsätzliche politische Fragen, die in den Berichten der Land-, Flotten- und Luftkommissionen sowie der Kommission für den chemischen und bakteriologischen Krieg aufgeworfen sind, zu klären, um die Behandlung dieser Berichte durch den Hauptausschuß der Konferenz zu erleichtern. Henderson teilte mit, daß die deutsche Delegation einen Vorschlag eingereicht habe. Botschafter Nadolny erläuterte kurz diesen Vorschlag, der von der Grundlage ausgehe, die die Friedensverträge bezüglich der qualitativen Abrüstung geschaffen hätten. Man habe in den letzten Wochen gesehen, wie schwierig es für die militärischen Sachverständigen sei, Regeln für die Abrüstung ihres eigenen Landes aufzustellen. Man müsse sich infolgedessen a n das Beispiel halten, das in den Friedensverträgen bezüglich der qualitativen Abrüstung gegeben worden fei. Diese Abrüstung sollte ausdrücklich den ersten Schritt zu einer allgemeinen Abrüstung bilden Insbesondere hätten die deutschen Vertreter im Hauptausschuß und den technischen Kommissionen konsequenterweise gefordert, daß die qualitative Abrüstung allgemein auf dasselbe Niveau festge- s e tz t werde Aus diesen Gründen und angesichts der Ergebnisse der technischen Kommissionen habe er sich erlaubt, diese Forderung in Form eines besonderen Vorschlages dem Hauptausschuß zu unterbreiten. Die deutsche Delegation schlägt vor, daß man bei der Bezeichnung derjenigen Waffen, die der qualitativen Abrüstung unterworfen werden sollen, von folgender Fragestellung ausgehen soll: Angenommen, daß ein Staat eine Pol itik des bewaffneten Angriffs dein zur Richtschnur unserer Politik in Reich-. Ländern und Gemeinden zu machen. Der „t ü ch - tige strebsame Mensch" muß wieder dem Massentrieb und ihren Jüngern entgegengesetzt werden. „A r b ei t und L e i st u n g" sollen die Maßstabe für die Beurteilung der Menschen, ihre Bewertung in Staat und Gesellschaft, aber auch für den ideellen und materiellen Erfolg ihrer Tätigkeit abgeben. Die Selbstverantwortlichkeit der Person muß an die Stelle der Staatshilfe und der Sozialpolitik treten. Wenn diese Grundsätze für der Wiederaufstieg des Staates und des Volkes Geltung gewinnen sollen, brauchen wir Männer, die Wissen und Einsicht mit Umsicht und Mut vereinigen, und die die Gabe besitzen, ihre Forderungen in Tat und Wirklichkeit umzusetzen. Ein solcher Mann ist Dr Leuchtgens, und barum gibt es eine Liste, die er führt, und für die feine {jfeunbe eintreten und kämpfen. annimmt oder Angriffshandlungen gegen einen anderen Staat unternimmt, welches sind dann die A b w e h r m i t t e l, die mit Rücksicht auf ihren spezifischen Charakter, und, ohne ihre Verwendung zu Verteidigungszwecken zu präjudizieren, am meisten geeignet find, die Handlungen zum Erfolg zu führen? Der deutsche Vorschlag zählt sodann im einzelnen die Waffen aus allen Rüstungskategorien auf, die diesem G e- sichtspunkt der qualitativen Abrü- stung unterworfen werden sollen. Dabei sind namentlich diejenigen Waffen angeführt, die Deutschland durch den Versailler Vertrag verboten worden sind. In der Aussprache erklärten der italienische Delegierte Grandi, der russische Delegierte Lunatscharski und der österreichische Delegierte Pflügt, daß sie mit dem deutschen Vorschlag vorbehaltlos einverstanden seien. Der französische Ministerpräsident Herriot erklärte, daß die französische Delegation den deutschen Vorschlag aufmerksam prüfen werde, unter Berücksichtigung des g^r u n d s ä tz l i ch e n Standpunktes, den Frankreich zu den hier aufgeworfenen Fragen einnehme. Wettervoraussage. Die Einwirkung einer im Osten lagernden Störung ist auch bei uns zur Geltung gekommen, so daß sich der Wolkenschirm bis in unser Gebiet ausgedehnt hat. Bereits in Norddeutschland kommt jedoch absinkende Luft des skandinavischen Hochs zur Wetter- Wirksamkeit, was sich dort heute morgen bereits in wolkenlosem Himmel kennzeichnete. Wenn auch Bewölkungsreste vorerst noch in unserem Gebiet zum Auftreten kommen, so wird der Einfluß des Hochs sich wieder durchsetzen und zu erneuter Herstellung der sommerlichen Wetterlage führen. Aussichten für Donnerstag: Nach anfänglicher Bewölkung mehr und mehr aufheiternd, warm und trocken. Lufttemperaturen am 14. Juni: mittags 24,7 Grad Celsius, abends 17,8 Grad: am 15. Juni: morgens 17,3 Grad. Maximum 27,6 Grad, Minimum 14 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 14. Juni: abends 27,6 Grad; am 15. Juni: morgens 19,8 Grad. — Sonnenscheindauer 15 Stunden. Der Landtagswahlkampf in Hessen Wie-erausnahme-erArbeitinGenf Neue deutsche Initiative auf der Abrüstungskonferenz. Hab Gönne im Rücken! Von Hans Natonek. Der erste Grund- und Lehrsatz, der dem Anfänger beim Kauf einer Kamera eingeschärft wird, ist bekanntlich: Bei der Aufnahme immer die Sonne im Rücken . . . Alle Rechte im Rowohlt Verlag. .. dann nehmen Sie einfach 1/60 Sekunde, das genügt vollkommen bei diesem Anastigmat. Blende Sechs Komma zwo in der Mittagsstunde, Die Hauptsache ist, daß man die Sonne im Rücken hat. Ein Satz Gelbscheiben ist sehr zu empfehlen, Don wegen des ultravioletten Lichts, Und wenn Sie diesen Selbstauslöser wählen. Brauchen Die bloß bis zwanzig zu zählen, Weiter nichts. Das kann jedes Kind, und Sie sind schon im Bilde." „Was meinst Du, Hilde? Gut, packen Sie ein, u. nun wollen wir traben." „Aber beachten Sie, meine Dame, Daß Sie die Sonne stets, stets die Sonne im Rücken haben. Wenn Sie der gnädigen Frau ganz etwas Rei- zendes schenken wollen, Nehmen Sie diese herzige Kamera in Notizbuchformat, Echt Krokodilleder, selbstverständlich mit Filmrollen, Und dazu einen Vergröberungsapparat, Weil die Bilderchen ein wenig klein ausfallen. Dafür aber doppelt so scharf. Sicherlich haben Sie auch Bedarf Für einen Belichtungsmesser. Aber vergessen Sie nicht, Sonne im Rücken, im Rücken das Sonnenlicht. Das macht dann zusammen zweihundertachtzig Mark, Die Lichtstärke der Linsen ist aber auch extra Nun können Sie knipsen, nun sind Sie komplett Aber die Hauptsache bleibt das Photo-ABZ: ' Ob im Gebirge, ob an der See, Ob in den Tropen ober im Schnee, Ob Autofahrt, ob Motorjacht, Db Wintersturm, ob Frühlingspracht, Db Kind und Kegel, Heim und Sport, Beachten Sie das goldne Wort: Wo, wie, wann immer Sie den Kasten zücken: Hob Sonne im Rücken, immer Sonne im Rücken! Klassisches Sanatorium. Neue deutsche Ausgrabungen in Pergamon $cm Leiter der deutschen Ausgrabungen in Pergamon, Geh. Rat Wiegand ist es jetzt gelungen auch die glanzvollste Stätte dieser an- tifen Stadt ans Licht zu heben, nämlich jenes berühmte Heiligtum des Heilgottes Asklepios, in dem der größte Sohn Pergamons, der bekannteste Arzt des römischen Altertums. Galen, lehrte und ein viel besuchtes Sanatorium eröffnet hatte Diese medizinische Hochschule, zu der nicht nur die Kranken, sondern auch die Aerzte der damaligen Welt strömten, befand sich außerhalb der Stadt, etwa ein Kilometer südwestlich in einer sanften Talmulde. Die Grabungen sind zwar noch nicht ganz abgeschlossen, aber es läßt sich doch schon das Ganze überblicken und auch über die Ar t desKurbetriebes manches sace.i. Darüber berichtet nun Wiegand Näheres" in der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift". Bei den Ausgrabungen wurden die Reste zweier gewaltigen Rundbauten freigelegt. Der eine stellte fiel) als das eigentliche Kult-Heiligtum heraus, als der Tempel des Asklepios, der den Mittelpunkt As Ganzen bildete. Südlich von diesem schönen Kuppelbau liegt aber ein zweiter mit noch größeren Dimensionen, 60 Meter im Durchmesser der aus zwei Stockwerken besteht. Der Oberstock'enthalt einen einzigen, von sechs halbrunden Ka- pellen umgebenen Rundsaal. Da nun keine ein- Sige Inschrift hier gefunden wurde, die auf eine religiöse Verwendung des gewaltigen Baus hätte schließen lassen, so muß man annehmen, daß es sich hier um einen Zweckbau in der Art eines „Ku r s a ales" handelt. Von dem Obergeschoß nach dem Llntergeschoh führten Treppen. Das letztere besteht aus zwei kreisrunden Parallel-Ge- wolben, die sich um einen kreisförmigen Kern legen. Laufbrunnen mit Steigerohren traten an mehreren Stellen zutage. Der nördliche Teil dieses Labyrinths war ohne Fenster und Türen, lag also im Dämmerlicht, und hier war zweifellos der Ort, an dem sich die Kranken zu dem heiligen Tempel- schlaf niederließen, in dem ihnen der Gott Anweisungen zur Heilung ihrer Leiden gab. Von dem Oberbau, dem Kursaal, führte ein direkter Zugang in die Wandelhalle aus weißem Marmor, die nicht nur die Südseite des vorgelagerten Festplahes begrenzte, sondern an der Südwestccke rechtwinklig umbog und dann in nördlicher Richtung weiterlief: sie bildete zusammen mit der an sie anstoßenden Nordhalle eine große, hufeisenförmige, schattige Promenade von insgesamt etwa 350 Meter Länge, die den mit weißen Marmorplatten belegten Platz vor dem Asklepios-Tempel umschloß. Der Festplah entspricht in seiner Anlage fast genau dem Pariser Platz in Berlin. Die Nordhalle geht an ihrem Ostende in einen etwa 22 Quadratmeter großen Prachtsaal über, der dem Kaiserkult diente. Hier entstieg nämlich dem Schutt eine überlebensgroße Marmorstatue des Kaisers Hadrian, die ihm wohl zum Dank für die Neuanlage der ganzen Anstalt dargebracht worden war. Daß Galen nicht nur für den Körper seiner Kranken sorgte, sondern auch auf ihre Seele wohltätig einwirkte, zeigt das marmorne Theater, das am Nordwestende der Nordhalle ausgegraben wurde und etwa 5000 bis 6000 Menschen faßte. Die einst dreistöckige Bühnenwand war in die Orchestra gestürzt und bot ein wildes Durcheinander dar, wie es durch ein furchtbares Erdbeben hervorgebracht worden war. Hier wurden die Patienten, nachdem sie vorher mit kaltem Wasser und Gymnastik behandelt worden waren, durch Musik, Aufführungen und Vorträge in eine glückliche Stimmung versetzt. Vom Untergeschoß des „Kursaales" führt ein 3 Meter breiter und ebenso hoher unterirdischer Gang nach der Mitte des Festplahes. Man hört unter den Marmorplatten des Fußbodens das Wasser rauschen, das in einem breiten Kanal aus der berühmten Heilquelle von Pergamon strömte. Der dunkle Gang mag wohl auch SU den mystischen Mitteln gehört haben, mit denen man die Kranken zu dem Tempelschlaf geleitete, der bei der antiken Suggestionsbehandlung eine so große Rolle spielte. Aus der Richtung des Wasserabflusses wurde man auf die Gegend hingeleitet, in der die Quelle entspringen I mußte und Yvt das Quellbassin festgestellt. Es I liegt etwa 10 Meter südlich von der Nordhalle, in der Gegend vor dem Theater auf dem freien Festplatz. Da es noch ganz mit schweren Dau- gliedern angefüllt ist, die von dem Erdbeben hineingeschleudert wurden, so läßt sich vorläufig nur sagen, daß der Raum etwa 4 zu 5,5 Meter groß war, daß die Wände mit starken Marmor- platten eingefaßt waren und von Osten eine Marmortreppe hinabführte. Die nächste Aufgabe wird darin bestehen, dieses Quellbassin auszuräumen und gegen Ende des wahres dürften die Arbeiten abgeschlossen sein. Gerade in der ilmgegenö des Bassins hat man öie meisten und interessantesten Inschriften gefunden, unter denen sich aber keine einzige über Wunderheilungen befindet. Während man bei anderen Sanatorien der Antike, z. B. dem von Epidauros, das von der Wissenschaft jetzt eingehend erforscht wurde, den Eindruck eines „priesterlichen Kurschwindels" erhält, so war in Pergamon, der Bedeutung des leitenden Arztes entsprechend, die Behandlung auf vorwiegend wissenschaftlichen Grundsätzen aufgebaut, wobei allerdings die Traumdeutung als ein uraltes suggestives Hilfsmittel beibehalten wurde. Mozari-Anekdoie. Es war bei einer Festlichkeit am österreichischen Hofe. TNozart spielte und die Zuhörer waren bezaubert. Doch da war ein Herr, der trotz alles Beifalls ein skeptisches Gesicht aufsetzte. Als man ihn fragte, was er zu tadeln fände, da sagte er, feiner Meinung nach sei nicht jeder gute Komponist auch ein guter Klavierspieler. Ob sich der Herr Mozart wohl getraue, ein schwieriges Stück vom Blatt zu spielen. Mozart kam dazu und erbot sich, den Beweis zu erbringen. Der Fremde zog ein Blatt Papier» aus der Tasche und notierte eilig ein paar Akkorde, reichte Mozart die kleine Komposition und bat ihn, das einmal vorzuspielen. Mozart warf einen Blick auf das Papier, lächelte, ging zum Flügel und begann. Es war ein kurzes Präludium, das mit zwei Akkorden endete: die Linke griff tief unten in den Daß. die Rechte umspannte die Oktave im Diskant — da stand nun ein einfaches bescheidenes C in der Mittellage. Wie sollte man das herausholen? — Mozart beugte den Kopf tief herunter und schlug das C mit der Nasenspitze an. Aus der Pwvinzialhauptstabt. ® i e ß e n. ben 15.3uni 1932. Wenn jemand eine 2Reifc tut... Meine Jungen kamen vor einigen Togen und verkündeten mit Siegermiene. „3n ein paar Wochen bekommen wir Ferien. Wir gehen doch wieder an ök vee? Ohne meine bejahende Antwort, die Ne für selbstverständlich hielten, abzuwarten marschierten sie ab. F"ien? Urlaub? Aufenthalt an der See? Bor W. ihnachten oder vor Geburtstagen pflegen meine Sohne die Tage zu zahlen. Bei den Ferien scheint es nicht so zu jein, scheinbar haben sie es nicht notig. Aber ich. Ich mochte auch einmal ausspannen Ich zahle also ... Aber wie wäre cs, wenn wir einmal einen Neinen Uebcrschlag machten, was die Sache tosten soll? Im vorigen Jahr? Ja, aber Heuer? Ich rechne, rechn, rufe meine Frau zu Hilfe. „Die Ausgabe geht nicht auf.' seufzend (cjge ich Bleistift und Papier weg. Wir wollen die suche noch einmal beschlafen. Am andern Tage, bei hellstem Sonnenschein, sieht sich s schon wesentlich anderes an. Aber für die See "icht's nicht. Das haben wir nun festgestellt. Gibt's denn sonst keine Gelegenheit, sich zu erholen? Natürlich, wir haben Thüringen, wir Hoden den Taunus, den Vogelsberg, das Sauerland. Ueberoll über- all ist es schon. Und schon stehe ich am Äücher- schrank. Im linken Fach, etwas abseits, stehen die Neiseführer. liegen die Sonderkarten schön geordnet. Ich überfliege die Namen auf den Rücken, Ziehe mir hier und da ein Büchlein hervor. Wie war's damit? Der dicke Badeker von der Schweiz leuchtet in seinem roten Gewand. Ich nehme ihn zur Hand, blättere darin. Erinnerungen steigen auf. Ich höre die Glocken der Viehherden, sehe die blau- grünen Seen, die weißen Schneegipfel ... Ach ja, e» wäre zu schön! Aber mit der ganzen Familie einige Wochen? Nein! Der Bädeker kommt an seinen Platz. — Endlich haben wir uns für den Harz entschieden. Nun kommen die Tage der Vorbereitung, die Tage der Erwartung, kommt der Ausblick auf die Sommerreise. Es ist, als ob wir auf einem hohen Turme stünden und schauten hinaus in eine weite Landschaft Ganz drüben, hinter den blauen Bergen, wissen wir ein Plätzchen, am plätschernden Vach, gan, heimelig und lauschig. Da werden wir ein paar Wochen des Jahres ;ubringen, Erholung und Erquickung suchen und Sorgen und Arbeit vergessen. Dann mag der Herbst kommen ... Ich hole dos Kursbuch, das Buch mit den vielen Zahlen. Aus den trockenen Zohlen und schwarzen Strichen weht doch ein geheimnisvoller Hauch Sommerreise! Wir vergleichen und studieren die verschiedenen Züge, versuchen statt v-Zügc beschleunigte zu nehmen, und siehe! es geht. Da hoben wir Anschluß, do geht es wieder nicht. Fangen wir also von vorne an! Vielleicht geht da ein Auto? Auch darüber gibt uns das Kursbuch Aufschluß. Wir stellen fest, daß wir gerade noch Aufenthalt haben, um in W einen guten Freund zu besuchen. Dann geht's wieder weiter, die letzte Viertelstunde zu Fuß, dann sind mir an Ort und Stelle. Dor zwölf Jahren waren wir schon einmal da. Was wird sich verändert haben? Die Landschaft sicher nicht. Vielleicht die Menschen? So ziehen tausend Hoffnungen, tausend Erwortun- gen durch unser Herz, wie gaukelnde Schmetterlinge umflattern sie uns, erhellen uns aber den Tag und die Arbeit. Leicht beschwingt gehen wir unfern Ge- schäften nach Auch nachts kommen Reifeerinnerun- gen In unsere Träume. Wir versäumen keinen Zug, ärgern uns nicht über unangenehme Nachbarn. Noch ist olles rosig überdeckt mit dem Schleier der Vorfreude. M. Wichtig für die Landtagswahl. Die Bürgermeisterei veröffentlicht im heutigen Anzeigenteil eine Bekanntmachung über die Land- lagswahl am nächsten Sonntag, 19. Juni. Alle Wahlberechtigten feien auf diese wichtige Bekanntmachung. aus der die G i n t e i l u n g der W o h I - bezirke, die Wahlräume, die Ab st im- m u n g S z e i t, die Namen der Wahlvorsteher und deren Stellvertreter usw. ersichtlich sind, hingewiesen. Die Ausstellung von Wahlscheinen kann bei dem Wahlamt (Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Ar. 13- nur bis einfchl. Samstag, 18. 3 u n i, 17 Uhr, beantragt werden. Die Ausstellung ist nur möglich, wenn ein Wahlberechtigter am Wahltage aus zwingenden Gründen von Gießen abwesend ist und in einem anderen hessischen Orte wählen will. Adolf Hitler in Gießen und auf dem Hoherodskopf. Wie die Aationalsozialistische Deutsche Arbei- lerpartei unS mitteilt, muß die für heute abend angcsehte Bcrsammlung mit Dr. Goebbels auSfallen. Am Freitag, 17. Juni, 20.30 Uhr spricht in der Dolkshalle der Führer der Nationalsozialistischen Bewegung Adolf Hitler, tim eine sichere Abwicklung der Veranstaltung au gewährleisten, wird die Dolkshalle bereits um 15 tihr geöffnet. Eine Kapelle mit 60 Mann der ehemaligen SA.- Kapelle der Standarte 116 konzertiert vor Beginn der Versammlung. Der Vorverkauf der Karlen beginnt heute und wird Freitag mittag um 12 tihr geschloffen. Vorverkauf-steile: Seltersweg, Astoria-Lichtspiele. Am SamStag, 18. Juni, treffen alle National- lozialisten Oberheftens mit ihrem Führer Adolf Hitler und Hauptmann Göring M d. N. auf Mnchcn feiert feinen benftoen Mballmeisier. Die „Bayern"-Mannschaft, die in Nürnberg die diesjährige Deutsche Fußball-Meisterschaft gewann, wurde nach ihrer Rückkehr im feierlichen Zug durch ihre Heimatstadt München geleitet. Das Volksschulwesen in Sind! unb Kreis Gießen. Oie Volksschule im Spiegel der Statistik. In der Stadt Gießen werden im laufenden Schuljahr (Stichtag 10. Mai) in 69 Klassen (gegenüber der gleichen Anzahl im Vorjahr) im ganzen 3399 Kinder (3213), und zwar 1726 Knaben (1629) und 1673 Mädchen (15M), unterrichtet. Dem Glau bensbefenntnis nach entfallen auf Evangelische 2919 (2747), Katholiken 331 (324), Israeliten 51 (60), Freireligiöse 40 (34), sonstige Weltanschauung 58 (50) Kinder. Die Volksschule verfügt über 67)4 Lehrerstellen, von denen auf Lehrer 5114 Stellen, auf Lehrerinnen 16)4 Stellen entfallen. Tatsächlich besteht aber der Lehrkörper aus 70 Personen (68), davon find 63 Lehrer, die voll beschäftigt sind. 6 Lehrkräfte, die nur % und einer Lehrkraft, welche nur zur Hälfte beschäftigt sind, außerdem verfügt die Schule noch über 5 technische Lehrkräfte für Handarbeit-, lurn- und Schwimmunterricht usw. Dem religiösen Bekenntnis nach amtieren 59 evangelische, 9 katholische Lehrer und 2 Lehrkräfte mosaischen Glaubens. In den drei Schulgebäuden sind die Schüler in den vorhandenen 69 Klassen in solgender Ordnung verteilt: 52 Klassen mit Knaben, 8 Klassen mit Mäd- chen und 9 Klassen mit Knaben und Mädchen zu- fammen. Die Durchschnittsbesetzung der Klassen beträgt 49 (46) Kinder. Außerdem verfügt unsere Volksschule für schwach begabte Kinder über eine Hilfsklasse, die von 28. (37) Schülern, 22 (28) Knaben und 6 (9) Mädchen besucht wird. In 2 Klassen mit erweitertem Lehrziel (sog. Förderklassen) werden 61 Kinder unter- richtet. Die gesamte Schülerzahl verteilt sich nach Jahr- gangen (es wird das erstemal in der statistischen Zusammenstellung ein Nachweis gegeben) wie folgt: 555 (505) erstes Schuljahr, 497 zweites Schuljahr, 483 drittes Schuljahr, 497 viertes Schuljahr 389 fünftes Schuljahr, 346 sechstes Schuljahr, 395 siebentes Schuljahr, 209 achtes Schuljahr, 14 unu 7 neuntes und zehntes Schuljahr. Die beiden letzteren Jahr- gange bilden eine kombinierte Klasse mit erweiterten Lehrzielen. Das Gießener Pädagogium, das als Privotschule dem Stadtschulamt unterstellt ist, wird im ganzen von 80 Schülern, 66 Knaben und 14 Mädchen besucht. 9769 Volksschülcr im kreise Gießen. Die Gesamtzahl der Volksschulen im Kreise Gießen beträgt im Schuljahr 1932 (Stichtag 10. Mai) 9769 (gegen 9099 im Vorjahr, darunter sind 4948 (4675) Knaben und 4811 (4454) Mädchen. Dem Bekenntnis nach entfallen 9493 auf Evangelische, 100 auf römische Katholiken, 71 auf Israeliten. 11 auf Freireligiöse und 94 auf andere christliche Welt- anschauungen. Die Zahl der Schulen im Kreise beträgt wie im Vorjahr 78, die der Klassen 194 (189). Als Lehr- stellen sind im Kreise vorgesehen 171 */« Stellen für Lehrer unb 15'/« für Lehrerinnen Der Lehrkörper besteht jedoch aus 194 (189) Personen, welche ausschließlich dem evangelischen Bekenntnis angehören Infolge der Zunahme der Schülerzahl, gegenüber dem Vorjahr, mußten die Lehrkräfte um 5 für den Kreis vermehrt werden. In der Gesamtzahl des Lehrpersonals sind die nicht voll beschäftigten Hilfslehrer einbegriffen. dem Hoherobskopf zu einer Sonnenwend- feier zusammen. Näheres im heutigen Anzeigenteil. Das Kollektivabkommen in der Metallindustrie. Das Kollektivabkommen für die Metallindustrie im Lahngau und Oberhessen ist nach Kündigung durch den Arbeitgeberverband mit einigen Abänderungen erneuert worden. Die Sicherungen betreffen wie uns mitgeteilt wird, hauptsächlich den Akkord-lieber- verdienst und die Bezahlung des Urlaubs. Volkswirtschaftlich besonders wichtig ist die Auf- nähme einer Bestimmung, die cs erleichtert, zum Zwecke der Arbeitsbeschaffung und der Anpassung der Akkorde auch unrentable Auftrage hereinzunehmen Bekanntlich ging seither manche Beschäftigungsmöglichkeit Derlei en, da die Starrheit der tariflichen Bestimmungen' von der Norm abweichende Vereinbarungen unmöglich machte. Pornotizcn. — Togeskalender für Mittwoch. Anthroposophische Arbeitsgruppe Gießen: 20.15 Uhr, Universität, Horsaal 45, Vortrag über „Was ist An- throposophie?". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße. „Bomben auf Monte Carlo". ** Drjngenb verbesserungsbedürftig! Grünflächen, Anlagen, Vorgärten usw. inmitten der Stadt sind nicht nur von hoher hygienischer Bedeutung, sondern sie sind auch Schmuck- stücke im Bilde der Stadt. Der kleine Vorgarten an ber Stadtpost wirb diesen Erfordernissen nicht gerecht. Diese kleine Grasfläche, die sehr schön aussehen könnte, ist völlig ohne jede Pflege: Steine, Butterbrotpapiere, Zigarettenschachteln, von den Bäumen gebrochene Aeste, Schokoladepackungen und sonstige Abfälle „zieren" die Fläche. Das Gras ist schütter und dürr. Mit Umgraben, mit Grasneueinsaat und mit einigen BlumLn könnte viel zum Bessern getan werden. Im Zusammenwirken der Eigentümerin mit den für bas Stadtbild verantwortlichen Stellen sollte sich ein Weg finden und eine Verbesserung durchführen lassen, die ohne allzu große Kosten zu er- reichen wäre. * Dienstjubiläum beim Arbeitsamt. Morgen kann b'r Dureauvorsteher des Arbeitsamtes Gießen. Ober nspektor Karl Müller, auf eine 25jährige Tätigkeit im Dienste bes öffentlichen ArbeitS-Nachweises zurückblicken. Am 16. Juni 1907 übernahm ber Jubilar, getragen von dem Vertrauen der städtischen Behörden, die Gcschäftssührung des Arbeitsnachweises seiner Vaterstadt. Es war ihm beschieden. die Dermitt- lungstätigkeit dieser Stellen vorbildlich aus bescheidenen Anfängen heraus in beachtliche Höhe zu entwickeln. Oberinspektor Müller hat, ge- stützt auf reiche Lebenserfahrung, wiederholt Anregungen zur Ausgestaltung der Arbeitsvermittlung gegeben, die sich als sehr wirksam erwiesen und den anderen öffentlichen Arbeitsnachweisen als Vorbild dienten. Als Arbeitsnachweisbeamter hat er die Jahre wirtschaftlicher Hochkonjunktur miterlebt, aber auch alle die Schwierigkeiten, die der Krieg und die Wirtschaftskrise mit sich brachten. In all den Jahren hat der Jubilar sein 1 Bestes im Arbeitsnachweis und Arbeitsamt getan. Möge eS ihm beschieden fein, noch viel« Jahre für das Allgemeinwohl wirken zu können. •* Sechziger se irr der 187271932er. Am vorigen Sonntag sanden sich hie im Jahre 1872 geborenen Manner unb Frauen im Gottesdienst ber dasür fcjtlidj geschmückten Stadlkirche zusammen um als sechziger gemeintem kirchlich zu feiern. Wohltuend unb erbebenb ist dieser (eil Jahren geübte Brauch der altcrsoereinlaungen. 50. 60, 70 und mehr Jahre sind die Marksteine Psarrer Becker sprach m der Predigt, auf die 60er Feier immer wieder besonders eingehend, über rechtes Denken, Gedenken und Danken aus wirklich frohem Herzen und reiner Seele, nicht nur für Gutes, sondern auch für Bedruckendes und Schweres Die Ausführungen bes Geistlichen fesselten Herz und Gemüt der Zuhörer über die Stunde hinaus in bleibender dankbarer Erkenntnis Der Gesangverein „Liederkranz- sang nach einem Vorspiel de» Organisten Simon „Die Himmel rühmen be» Ewigen Ehre" mit Orgelbegleitung. Der gesamt« Gottesdienst war eine wirklich hohe Feier. So können die Altersoereinigungen, vom rechten Geist« ?/tragen, segensreich wirken: die Gemeinschaft um- aßt alle ohne Unterschied von Beruf. Stand, Religion, Politik usw, unb baß gleicher Sinn in unserem Volke Gemeingut werben möchte, ist sicher ber Wunsch vieler. •• VHE. Gießen Nach einem der anmutigsten Teile des nordöstlichen Taunus veranstaltete am Sonntag der VHE Gießen mit über 50 Teilnehmern seine Iuniwanderung. Nachdem vom Bahnhof Nauheim die liebliche Badestadt durchs schritten war, ging es unter Vermeidung der verkehrsreichen Landstraße auf schattigen Pfaden durch den schönen Nauheimer Hcchwald nach dem ForstbauS Winterstein. Die Sonne meinte es recht gut. als wollte sie daS Versäumnis der letzten kalten Wochen nachholen. Nach einer angemesse- nen Frühstückspause führte der Marsch an der Kaisergrube vorüber, wo auch dem benachbarten LimeSturm ein Besuch abgestattet wurde, zunächst durch Wald, später über blumenreiche Wiesen durch das stifte Dörschen FriedrichSthal und von hier auf aussichtsreicher Höhenstraße nach EranS- berg. einem der reizvollsten Taunusorte, daS. in langgestrecktem Talkessel liegend, mit seiner schonen Kirche und dem aus mächtigem Felsen sich erhebendem Schlosse von der Höhe herab einen überaus malerischen Anblick gewährt. Nach der Mittagsrast ging es weiter durch das idyllische tiStal, wiederum auf schattigen Waldwegen, nach Ziegenberg, dessen hochragendes Schloß die Wanderer schon von weitem sichteten. Zwei hier bereitstehende PostautoS nahmen die gesamte Wanderschar auf, um sie in schneller Fahrt zum Endziel Ostheim zu bringen. Schwindel mit Sauaufträflcn. WSN. Marburg, 14. Juni. Wie viele ander« Menschen, war auch ein 33jähriger Architekt infolge de- Darniederliegens der Bauwirtschaft in finanzielle Sorgen geraten. Nachdem alle Stellende Werbungen ergebnislos verliefen, ließ et sich nacheinander in ® i c ß c n , Siegen, Schmallenberg und Marburg als sebständiger Architekt nieder. Als auch in diesen Orten sein Geschäft nicht in Schwung kam, verzog er schließlich nach Biedenkopf, wo es ihm auch nicht besser erging. 3n seiner Not suchte er sich und feine Familie durch großzügige Schwindeleien zu retten, ör entnahm aus Tclephonr-erzeichnissen die Anschriften Hunderter von 'Saufirmen aus Mittel-, West- und Düddeuts-chland, und ließ sich ebensoviele Postkarten etwa des Inhalts drucken, daß er in der Nähe des Standortes der betreffenden Firma umfangreiche Bauarbeiten zu vergeben habe Auftragsgemäß (gewöhnlich wurde ein vielversprechender adliger Name angegeben) forderte er die Firma zur Angebotsabgabe auf. Abgabe der Unterlagen erfolge gegen Einsendung von 6.50 bi« 10 Mark, j« uach Größe des Projektes. Daß die meisten Firmen, die ja heute alle schwer zu kämpfen haben, die zum Erhalt ber Unterlagen nötigen Summen an den Architekten einsandten, ist nicht verwunderlich. Aus den Postkarten wurde ja auch durch An- gabe von Bankkonto, verschiedene Buchstaben- beAcicbnungcn und Telephonanruf, der in Wirklichkeit gar nicht vorhanden war, der Eindruck erweckt, als ob es sich bei dem Architekten um ein größeres technisches Büro handele. In einigen Sailen sandte dieser auch fingierte Unterlagen an bie Firmen ab. meistenteils hörten fic jedoch nichts mehr von der ganzen Angelegenheit, nachdem sie das angesorderte Geld für die angeblichen Unterlagen überwiesen hatten. Nach in Fachblättern der Baubranche ergangenen Warnungen konnte der „geschäftstüchtige" Architekt anfangs Februar d. I. feiner Schwindeleien, burch die er sich mehrere Monate über Wasser gehalten, überführt und festgenommen borden. Vor dem hiesigen Schöffengericht gab er gestern seine Verfehlungen zu, wobei er seine Notlage vorschühte. Insgesamt sind dem Gericht etwa 160 Firmen bekannt geworden, welche auf bie geschilderte Art von dem Architekten geschädigt worden sind, der übrigens noch bi« zu feiner Verhaftung in einem Opelwagen herumfuhr. Das Gericht schätzt jedoch die Zahl der geschädigten Daugeschäste, aus 4 00 bis 5 00 da es annimmt, daß sich viele Firmen nicht gemeldet haben. Die Nachforschungen nach dem Vorleben des Schwindlers haben ergeben, daß dieser toegen ähnlicher Betrügereien in früheren Jahren schon öfters im Gefängnis gesessen hat. Das Urteil lautete auf ein Jahr sechs Monate Gefängnis. Wei*1 ein eimipai CLUB geraucht hat, mag alle anderen Marken probieren - er wird doch zu CLUB zurückkehren, denn die CLUB-Mischung kann weder durch Reklame noch durch „Zugaben“ ersetzt werden. mit 4534 A Photo-Winlerhoil Nein, teuer ist das Knipsen garnicht. Aber man hat was davon I Sprechen Sie Oh . Jot Jahr * un fct, mii Drtt, das 35ha '-'n! ö,e'ct Acai $*•$ ^Hfang do, *, bis tW.f r” bat sjch S 610? Milieu brarbrii' > 5*? L^bt und inn»b nagelt,, <■ dieses V Sinn- nrr dies- der/unf $,e »n V ®e“% Anhb»ch l, iraud)-"1 "-»"'S' dazu gehou- vallkom-nen e> Toiletten b«e W«'”"6 kam dann aus, io konnte :»öl' j gar ihr ®l,1J wollte. So tri auf dem S°^ nen Eleganz. Tanzlokolgeh Wie anders lchen der vei wohnten Gest bracht, dag at läffigtM In langen diskutiert, Pn aen, daß die ' wenn der Flst tnüfien. Der §amer Wort bei her' Schnitt und it wie kaum em spielerin stud Stosse für f« den schmeichel Seide benötic „Linie" gestel Ja. selbst di die Heldin in mit Stahlmö wird sie natu wenn sie ein möbeln und! Da nun her ist, sind in o Filmgesellscha leute und Kos verstehen, die verschiedenen passen und da lichen Sigena zu werden. S film „Der Cii Käthe von 1 Modekünstler verstanden ha nischen Millic Wünsche erfül ge/mgenen Ic Aber nicht n Toiletten dem das uotjugüd? Tijp, die rasst sönlichkeit. da wird. Der Paris andere Frai und aus dem teil, sie pflec stötigt es ihi besitzt. Wie stolz doch in me Westens das sehen, dessen aus der Ren Wie popul lerin gework mir am erste sürstendamm Kleider nach Noch aus e Nagy ein V die in Deut und zwar bi Käthe von sei daran er jjre Schwa, Ausdruck bi Pieren, und anöeren bei zusammen 8 Saalöffnung 3 Uhr Beginn 8Yi Uhr 9 10 11 Filiale Gießen • Marktplatz 8 - Telefon 2829 4537 D | Mietgesuche"" PfIQnZ6fi 12 Zirka Schutzmittel 13 14 15 16 andere 17 18 Ma-Anim i Nichtraucher m. Taschen. Distanz- messer, wie neu,Ge- in 3 Tagen durch legenheitskauf, für 120 DJinrt im Aus- NHok - Mundwasser m. trän zu verkaufen. Verschiedenes 1 2 3 Vereine 4 5 6 7 Mäusburg 4 Geschäftsdrucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei Brühl. Schulstraße I Zu verkaufen: Gr. 2tür. Kl.-8chrank Ein Plorgen Wiese am Schrffenb. Weg sof. auf einige Jahre zu verpachten. Näheres A. Becker, Kevlerstr. 9. in der Alten Klinik, Liebigstraße 16, Saal 7 (Erdgeschoß), Eingang rechter Flügel: Wahlvorsteher: Bankbeamter Theo Weber: Stellvertreter: Kaufmann Friedrich Hirsch; in der Alten Klinik, Liebigstraße 16, Saal 8 (Erdgeschoß), Eingang Haupt- portal: Wahlvorsteher: Oberreallehrer • Himbeersaft. . 1 Pfd. nur 55 Pf Für die heiße Jahreszeit: Große Auswahl in Erfrischungen Zur Beruhigung unserer Gutschein-Sammler teilen wir mit, daß unsere Zugaben auch weiter nach dem 10. Juni ausgegeben werden dürfen. — Sammeln.Sie daher weiter unsere so beliebten Spargutscheine! Orchester-Verein Diese Woche keine Probe Nächste Probe am Srelfflg, 0.24.3uni . uiüttgcbr-chin tue leinen Kahlran alt aussuchen Ion- sahldezirl (bet 19.1« chand wird in ben! n (gegen Abgabe ti-j hlscheins) entgegenr.-: er: Postinspcltor luter: Oberst a.D. nq (Abstimmung) sw! , 19. Juni 1932 «>' hi» 17 W statt. . ;sen nur amtlich her l, bie alle zugelof'm e Partei (Scnnworilw (len vier Bewerber \u Itcn, verwendet werdr. Gliederten SablocrKL des ersten und zwerw schiebt m der Vers . J ite durch cm 8“ui- ' Stimmzettel icht ober durch un.. ;’S Dar erlern^ ia!bt, welchem wdrfenlmbjowie^ te Stimmzettel I ibe der anttlichcn Iabltage tm . |Cr Aushändigung t» SffiSSI -dnung sul^ rofnn r. ÄX -** fc’ i -s&s ;*ää' sSs 19 sK:tz cm will»2- L-e* fir. 138 Zweiter Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen) Hiiftrooct), 15. )unt (952 Aus der Welt des Films. Film und Mode. Von Jrene Parker Nur wenige Jahre ist es her, da sagte der Filmregisseur au seiner Hauptdarstellerin, wenn er ihr das Drehbuch des neuen Films überreichte: „Also. Sie brauchen da eine große Abendtoilette, zwei Tee kleider, ein Straßenkostüm, na, und was sonst so dazu gehört." Damit war die Toilettensragc für ihn vollkommen erledigt, und die Wohl der einzelnen Toiletten blieb dem Geschmack und Gefühl der Künstlerin überlassen Kam dann der Film noch einigen Monaten heraus, so konnte es wohl geschehen, daß die Kostüme veraltet waren oder unkleidsam wirkten oder daß gar ihr Stil nicht zu der dargestelltcn Rolle passen wollte. So trug vielleicht die junge Filmprinzessin auf dem Hofball ein Kleid, das in seiner übertriebenen Eleganz eher in eine Bar oder ein mondänes Tanzlokal gehört hätte. ' Wie anders ist es heute! Die Wechselwirkung zwischen der verseinerten Filmtechnik und dem verwohnten Geschmack des Publikums hat zuwege ge- bracht, daß auch die Modefragc nicht mehr oernach- lässig! wirb. In langen Regiefitzungen wird darüber lebhaft diskutiert. Produktionsleiter und Realstem- vertan- gen. daß die Toiletten auch noch noch einem Jahr, wenn der Film in der Provinz läuft, modern fein müssen. Der Kameramann hat ebenfalls ein wichtiges Wort bei der Auswahl der Kleider, besonders ihrem Schnitt und ihrer Farbe, mitzusprechen, hat er doch, wie kaum ein anderer, Gesicht und Gestalt der Schau, spielerin studiert und weiß deshalb genau, welche Stosse für sie gewählt werden müssen, ob ihr IrjP den schmeichelnden Pelz, zarte Federn und sliehende Seide benötigt, ober ob sie ganz schlichte, nur auf .Linie" gestellte Toiletten tragen soll. Ja, selbst der Architekt hat mitzureden, denn wenn die Heldin in einer hypermodernen Atelierwohnung mit Stahlmöbeln und futuristischen Bildern lebt, wird sie natürlich anders gekleidet sein müssen, als wenn sie ein behagliches Stübchen mit Biedermeier- möbeln und Kanarienoagelkäsig bewohnt Da nun heute bie Modensrage so wichtig geworden ist, sind in allen Ländern der Well die größeren Filmgesellschaften dazu übergcgangen, Modefach. leutc und Kostümzeichner zu Rate zu ziehen, die cs oerstehen, die Toiletten der Schauspielerinnen den verschiedenen an sie gestellten Forderungen anzu- passen und dabei vor allen Dingen auch der persönlichen Eigenart der betreffenden Künstlerin gerecht zu werden So sind z. D- in dem Erich-Pommer-Ton- film „Der Sieger" bie Toiletten ber Hauptbarstellerin Käthe von Nagy von einem bekannten Berliner Modckünstlcr entworfen worben, ber es vortrefflich verstanden hat, das Wesen ber kapriziösen arnerika- Nischen Millionärstochter, bie gewohnt ist, alle ihre Wünsche erfüllt zu sehen, burch bie Art ber von ihr getragenen Toiletten zu unterstreichen Ader nicht nur bas, es ist ihm auch gelungen, biese Toiletten dem ureigensten Stil Käthe von Nagys auf bas vorzüglichste anzupassen, so baß ihr interessanter Typ, die rassige und scharmante Eleganz ihrer Per- sönlichkeit. dadurch auf das wirksamste hervorgehoben wird. Der Pariserin macht es nichts aus, wenn eine andere Frau ein Kleid nach dem gleichen Schnitt und aus dem gleichen Stoff trägt wie sie. Im Gegenteil. sie pflegt sogar recht stolz darauf zu sein, bestätigt cs ihr doch, daß sie einen guten Geschmack besitzt. Wie stolz könnte jetzt Käthe von Nagy sein, ist doch in mehreren Modegeschästen des Berliner Westens das Kostüm mit dem aparten Kragen zu sehen, dessen Original sie in „Der Sieger“ in den auf der Rennbahn spielenden Szenen trägt. Wie populär dieses Kostüm der beliebten Künstlerin geworden ist, erweist sich auch daraus, daß mir am ersten warmen Frühlingstage auf dem Kur fürftenbamm gleich zwei Damen begegneten, bie Kleiber nach biefem Schnitt trugen. Noch auf einem anberen Gebiete scheint Käthe von Nagy ein Mobevorbilb geworben, war sie es boch, die in Deutschlanb bie „Winbstoßsrstur" lancierte, unb zwar burch „Ronny". Käthe von Nagys Beispiel steht nicht allein ba. Es sei baran erinnert, wie viele Frauen unb Mäbchcn ihre Schwärmerei für Greta Garbo baburch zum Ausbruck bringen, baß sie beren Frisur genau kopieren, unb baß es heute in Berlin unb vielen anberen beutschen Stäbten kaum ein rothaariges junges Mädchen gibt, bas sich nicht ben Haarschnitt von Dolln Haas zu eigen macht, genau so, wie eine Zeitlang fast jede rothaarige Amerikanerin mit ihrer Frisur bem Sorbilb Clara Bows folgte. Der Ein sluh besten, was uns auf ber weißen Wanb gezeigt wirb, ist heute so groß, baß selbst ber historische Film, ber Kostümfilm, bie Tagesmobe maßgebend zu bestimmen vermag. Den deutlichsten Beweis hierfür bildet der Film „Der Kongreß tanzt“, der bekanntlich zur Zeit des Empire spielt. Dieser Film zeigte den Frauen von heute, wie kleidsam die Mode jener Zeit gewesen ist. Freilich, wer hatte diese graziösen Kleider auch besser zur Geltung bringen können als die zierliche Lilian Harvey, die ja selbst wie ein Nymphenburaer Porzellanfigürchen aus der Zeit um 1815 wirkt. Aber ohne den Kongreß-Film hätten wir kaum Gelegenheit gehabt, uns an den vielen lichten Ballkleidern im Empireschnitt zu erfreuen. in denen die jungen Mädchen auf den Bällen des vergangenen Wimers den ebenfalls durch den Äon- grcgfilm wieder zu neuem Leben erweckten Walzer tanzten Daß man heute keiner Frau ein größeres Kompliment machen kann, als wenn man ihre Aehntichkeit mit einer berühmten Filmschauspielerin konstatiert, ist bekannt. Aber ebenso, wie die Frauen das Aussehen der Filmstars beobachten, beginnen sie jetzt, sich die Filme auf Modentips hin anzusehen. Immer häufiger hört man im Kino, wie eine Dame zu ihrer Freundin sagt: „Siehst du. so lass' ich mir mein neues Kleid arbeiten " Unb vielleicht finb auch wir in Deutschlanb bald so weit, daß man, wie es in Amerika schon geschieht, nach ben Kleibern beliebter Filmkünstlerinnen Schnittmuster in ben Hanbel bringt, so daß sich jede Frau ihr Kleid ä la Lilian ober Käthe selbst schneidern kann. Die Zauberbude des weißen Mnnes. Besuch in einem afrikanischen Kino. 21m 6nb< einer jener wunderlichen afrikanischen Straßen, die halb wie ein Dors und halb wie ein Lager ausschen steht eine große Wellblechbude, von kleinen Läden eingeschlossen, in denen man billige Lebensmittel au kaufen bekommt und eS auf daS Programm, das einen uralten Film von Chaplin und ein aufregendes romantisches Drama nach fauligem Fisch riecht. Die Eingeborenen.nennen dieses Gebäude, das mit grellbunten Bildern an allen Wänden verziert ist, die Zauberbude des weißen Mannes. Es ist das Kino des Ortes, das von zwei unternehmenden Europäern, einem Deutschen und einem Schotten, geleitet wird. Rings um die Tür flaut sich schon lange vor Beginn der Vorstellung eine Masse von Eingeborenen die die Weißen sehen wollen, die sich h> er belustigen. .Wir werden zu unfern Sitzen- hoch- lehnigen harten Stühlen geführt", fo schildert ein Besucher dieses Kino in einer Londoner Wochenschrift. .Die Füße stehen auf bem harten Lehmboden. Ein beredter, überhöflicher amerikanischer Gentleman, tadellos gekleidet, macht uns seine Verbeugung. Die eine Seite des Gebäudes ist den Europäern Vorbehalten. Die Wände sind mit den Fahnen aller Rationen geschmückt, und Windlampen leuchten unter buntfarbigen Schirmen hervor. 2Iuf der andern Seite befindet sich eine Anzahl von Sitzen, die den unseren ähnlich sind. Hier Darf die Elite der afrikanischen Gesellschaft Platz nehmen. Manche der Männer kommen in Frack und weißer Weste andere in kurzen Hosen Die Damen tragen ebenfalls europäische Toiletten. Hinter diesen bevorzugten Plätzen sind die Bänke, auf denen sich die Masse drängt. Regermütter mit schreiend bunten Handtüchern um den Kopf geschlungen. die dicken Leiber in die lustigsten Farben eingehüllt, plappern hier miteinander, während die kleinen Regerle n auf ihrem Rücken hocken, die Arme um den HalS geschlungen. Dazwischen indische Frauen, deren schöne Augen aus dem halb verborgenen Gesicht hervorleuchten. Junge Leute, die eine Art Sportkleidung tragen, pfeifen andern schwarzen Gefährten zu, die nur mit einem Lendenschurz bekleidet sind. Alle harren gespannt von Valentina verspricht. Plötzlich verglimmen die Lichter, es wird dunkel. Das Orchester beginnt mit einem ohrenbetäubenden Lärm. 2ln dem Klavier ist höchstens die Hälfte der Roten in Ordnung, die anderen geben nur rauhe Schwirrtöne von sich; der Geiger ist mehr Akrobat als Musiker. Seine Körperverrenkungen erregen die allgemeine Bewunderung, und manchmal kann er aus körperlicher Erschöpfung nicht weiterfpielen, was den europäischen Ohren ein wahres Labsal bedeutet. Das schwarze Publikum begleitet den Lärm der Musik mit Lachen, Schreien und Johlen, daS immer stärker anwächst, je aufregender die Szenen auf der Leinwand werden. Manchmal stürzt ein wild gestikulierender Schwarzer nach der Leinwand vor, um seinen Helden oder seiner Heldin aus drohender Gefahr zu retten, ober er ruft ihnen eine gut gemeinte Warnung zu. Er wird rasch wieder auf feinen Platz befördert von einem schwarzen Riesen, dessen kurze Khakibeinkleidcr und mit Messingknöpfen verzierte Jacke eine Uniform barftellen, und den andern Respekt einflößen. Es ist der Schuhmann, der auf Ordnung zu halten hat. Er versieht sein Amt vortrefflich, bis er, ebenfalls von dem Zauber der Leinwand hingerissen, feine Würde und Verantwortung verliert und in die gellenden Rufe, die Schreckenöschreie und die tiefen Seufzer der anderen einftimmt. 3e Wetter die Vorstellung fortgeht, je wilder der Lärm der bingeriffenen Zuschauer zu dem niedrigen Dach aufsteigt, desto furchtbarer wird die Hitze. Die Luft ist zum Ersticken heiß. Aber niemand denkt daran, vor dem Ende aufzubrechen. Wir sind alle völlig gebannt von den Filmen. Schließlich ist alles vorüber, und wir treten unfern Heimweg zu unfern Dungalos auf dem Hügel an. Rur noch ein schwacher Lichtschimmer steigt unten von der Stadt herauf, und das dumpfe Dröhnen der Trommeln wird schwächer...“ Marlene Dietrichs Weg. Vom Konservatorium in die Schauspielschule. — Jahre des dingens. — Das erste Zilmengagement. Von Henriette pahlen. Immer von neuem finde! bie Presse ber ganzen Welt Anlaß, sich mit unserer berühmt geworbenen Lanbsmännin Marlene Dietrich zu befassen; neuer- binas ist es ein beunruhigender Anlaß, denn sie hat oerschiebene Drohbriefe bekommen, daß es ihrer kleinen Tochter ebenso ergehen werde wie Lind- berghs Kind. Als der erste dieser Briefe eintraf, tat Marlene Dietrich das, was immer als das unbedingt Richtige bezeichnet wird: sie übergab das Schreiben der Polizei unb bat, bie nötigen Schritte zum Schutz ihres Kinbes zu unternehmen. Die Polizei ließ bann an ber Stelle, bie man Marlene Dietrich angegeben hatte, ein Päckchen nieberlegen, so als wäre barin das verlangte Geld enthalten; aber obwohl man den Platz scharf beobachtete, gelang es nicht, irgendeinen verdächtigen Menschen in ber Nähe wahrzunehmen. Dann traf bald ein zweiter Brief ein, in dem die anfänglich geforderte Summe verdoppelt wurde, weil sie die Polizei benachrichtigt habe. Die arme Frau ist in die größte Aufregung geraten, und mit ihr bemächtigt sich der ganzen Nachbarschaft tiefe (Erregung. Hoffentlich gelingt es, einen fo schweren Schickfalsschlag von ihr unb ihrer Familie abzu- roenben. Noch vor wenigen Jahren war Marlene Dietrich froh, wenn sie einmal einen lag als Filmstatistin beschäftigt würbe. Dann ging sie nach Hollywoob, verdient fast anderthalb Millionen ijährlich unb >st heute eine der bekanntesten Filmschauspielerinnen ber Welt. Ihr Pater war preußischer Offizier, unb 'n ihrem Elternhause wurde Marlene in altpreußischcr Strenge erzogen Sie hatte aber eine große Borliebe für Musik unb hegte immer den Wunsch. Geigerin zu werden, sie übte auch in jeder Minute, bie sie irgenb erübrigen konnte Als ber Krieg ausbram, war Marlene neun Jahre alt. Ihr Vater machte ben ganzen Krieg mit. als er zuruckkehrte, kam bie Inflation unb beraubte bie Familie ihres Besitzes Er muhte sich entschließen, ein kleines Geschäft auszu- machen, um seine Familie zu erhalten. Zu biefem Zeitpunkt faßte Marlene ben Entschluß, durch die Musik ihrerseits zum Unterhalt der Familie beizutragen, und sie besuchte ein Konservatorium .n Berlin, um sich als Konzertgeigerin auszubilden. Dann jedoch traf sie ein schweres Mißgeschick Durch übermäßiges Uebcn zog sie sich eine Entzündung der Nerven des Handgelenks zu. fo daß es aussichtslos für sie war. auf eine Zukunft als Geigerin zu bauen. Marlene Dietrich lagt darüber: „Die Nachricht brach mir fast das Herz. Ich weinte tagelang. Nichts konnte mich trösten. Mir war, als würde ich nie wieder glücklich sein können. Ich konnte mir keinen anderen Beruf für mich denken Aber als ich wiederhergeftcllt war, entschloß ich mich, Schauspielerin zu werden, da ich nicht Geigerin werden konnte. Dieser Entschluß entsetzte meine Mutter und meinen Vater Eine von Losch sollte zur Bühne gehen! Undenkbar! Aber ich überredete sie, da ich natürlich meinen richtigen Namen nicht nennen würde, und ich beschloß, mich Marlene Dietrich zu nennen. Das war vor zehn Jahren. Ich besuchte die Theaterschule von Max Reinhardt in Berlin unb lernte eifrig. Aber nach wenigen Wochen verlor ich bas Selbstvertrauen. Ich dachte, ich würde nie eine gute Schauspielerin sein, und ich konnte es ebensogut gleich aufgeben unb nicht meine Zeit verschwenden. Meine Eltern unb meine Schwester Elisabeth waren, glaube ich, innerlich froh. Aber sic versuchten, mich zu trösten unb spornten mich an, es noch eine Weile zu versuchen. Ich folgte ihrem Rat, obwohl ich mich jebe Nacht in ben Schlaf meinte, unb wie froh bin ich jetzt, baß ich cs nicht aufgab. denn nach wenigen Wochen wurde mir eine kleine Rolle in einer Neueinstudierung von Shakespeares „Zähmung der Widerspenstigen" gegeben. Diese Rolle schenkte mir neue Hoffnung. Noch acht Tage vorher war ich verdrießlich und reizbar gewesen unb hatte nicht essen können. Jetzt tanzte ich durch das Zimmer und umarmte unb küßte jeden, der mir in den Weg kam. Als ich bie Schule verließ, würben mir einige kleine Rollen in verschiebenen Berliner Theatern gegeben. Später ging ich zur Operette. Ich heiratete, ich arbeitete für ben Fttm, unb dann entdeckte mich Joseph von Sternberg." In dieser kurzen Schilderung ihres Lebens spricht Marlene Dietrich nicht davon, daß Not sie zunächst auf diesen Weg getrieben hat. Sie erwähnt das auch selten, selbst ihren intimsten Freunden gegenüber. Das Geschäft ihres Vaters ging nicht gut, er geriet in Schulden, und eines Tages erfuhr Marlene, daß seine Gläubiger ihn gezwungen hatten, Konkurs anzumelden. Seine Frau und Elisabeth weinten unaufhörlich. ihr Vater war schwer in Sorge. Marlene aber war tatkräftig. Sie tröstete ihre Angehörigen: „Es wird alles gut werden. Ich bitte bie Gläubiger, daß sie warten sollen. Ich zahle bie Schulben von dem Gelbe zurück, bas ich oerbienen werbe." Sie schrieb sich alle Namen unb Abressen ber Gläubiger auf unb machte sich am nächsten Tage in aller Frühe auf den Weg. Der erste erklärte, nicht warten zu können, aber Marlene setzte ihm auscinanber, baß ihr Vater keinerlei Hilfsmittel habe unb baß im Augenblick nichts gezahlt werben könne. Sie aber sei Schauspielerin unb werde jeden Pfennig zurückzahlen. Der Kaufmann ging darauf ein. Bei anderen bedurfte sie großer Ucberrebungs fünfte, um sie ihrem. Vorschlag geneigt zu machen. Aber enblich erklärten alle sich bereit, zu warten. Nun begann Marlene Dietrich zu arbeiten. Jeden Monat teilte sie ihr Gehalt in zwei Teile, der kleinere Teil wurde für ihren Unterhalt verwandt, während der größere an die Gläubiger des Vaters gezahlt wurde. Schließlich bekam auch der letzte Gläubiger sein Gelb, und Marlene konnte diesen Tag festlich begehen. In dieser Zeil versuchte sie immer wieder, beim Film ein Engagement zu bekommen, aber sie fand keinen Beifall; nur gelegentlich einmal durste sie al» Statistin mitwirken Als sie einmal in einer Massenszene mitspielte, erschien die Darstellerin einer kleinen Rolle nicht, unb ber Hilfsregisseur Rubolf Sieber bekam ben Auftrag, unter ben vorhanbenen Statt- ftinnen ben passenden Ersatz zu suchen. Ihm fiel Marlene Dietrich auf, und sie bekam die Rolle, die sie mehrere läge beschäftigte. Nicht lange danach Aus Berliner Theatern. OreyerS „Vampyr^-Zilm. Dor Jahren brachte uns ber französische Film- techniker unb Künstler der Leinwanb. Eh. Th. Dreyer, mit feinem ..Scanne d'Arc'-Füm ein Werk, bas, obwohl es ein gewagtes Experiment unb etwas ganz Eigenartiges war. ungeteilten Beifall fand. Wie keiner vor ihm verstand es bieler Regisseur, das Traumhaft-Visionäre fd- mi'ch zu erfassen. Der Bildstreifen war ein großer Anfang, der weitere beachtliche Arbeiten erwarten ließ. Doch haben wir sehr lange ausharren müssen, bis uns das neue Dreyer-Produkt, der .Vampyr -Film, vorgesetzt wurde. Auch hier wieder hat sich der Franzose einen ganz ausgefallenen Stofs gewählt, mit dem er aber w recht das Milieu ..zwischen Traum und Wirklichkeit bearbeiten konnte. Die Handlung entstammt pri- mittvem Dolksaberglauben: ein weiblicher Vampyr treibt aus dem Grabe heraus werter fern Wesen und verfchasit sich mit einigen Schüfen seinen Blutgenuß. Die Hauptfigur, Allan Gray, ein Träumer und Phantast, erlebt drese Geschichte im Traum und kann gleichzeitig die Vernichtung des Vampyrs getreu der Dolkssage herberfuhr^r, indem er ihn durch einen Hagel im Sarg fest- nagelt und an die Erde heftet, wodurch er unschädlich gemacht ist. Es ist einleuchtend daß dieses T^ma keinen Spielsilm im eigentlichen Sinne abgeben kann, dazu ist dieses Werk Dreyers allzu nervös und zu phantastisch ausgefallen. Es ist sicherlich der sensibelst wirkende Frlm^ den dieser Künstler je geschaffen hat, aber ern Slim, der ohne Rücksicht auf Erfolg und Publikums- beifall ein eigenartiges Kunstwerk ist uno tn seiner Art unbedingt einzig dasteht. Trotzdem Drever dafür bekannt ist. daß er bei der Auswahl seiner Schauspieler den rüstigen Typ „auf den ersten Blick" erkennt, sind ihm diesmal einige Fehlbesetzungen unterlaufen, denn fad und ohne Farbe - bleiben die Hauptgestalt des Träumers Julien West und die Ma- donncngestalt der Rena Mandel. Hervorragend unter ben Darstellern der grausige Vogelkovs des Dorfarztes, den ein Freund Dreyers, 3an Heron i m k 0, in echter Maske gibt. Richt zu vergessen Sybille Schmitz, die in jeder Szene groß ist. Reben der Kunst des Regisseurs darf aber auch nicht die Photographie von Rudolph Mate verge'fen werden, die uns Rachtaufnah- men (gegen Licht!) zeigt, die wohl nicht zu übertreffen sind. Der Fehler dieses Kunstwerkes ist der Ton — nicht die Musik von Wolfgang Zeller, die für diesen Fümstofs wie geschaffen ist —, der infolge der schlechten Dialogführung den Stoff lächerlich macht und dadurch das Werk erheblich herabmindert. Die ersten Aufführungen im Ufa-Theater Kurfürftendamm in Berlin zeigten. daß das heutige Publikum sich diele Gruselgeschichten statt mit Kunstsinn mit überbetonter Sachlichkeit angegeben hat. daß also dieser Film nicht die Zustimmung der breiten Waise finden konnte, was gewiß auch Dreyer nicht bezweckte. Vielleicht kann fein nächster Film, ebenfalls eine gespenstische Angelegenheit, „Frankenstein", viele, die heute mit Dreyer noch nicht ganz einig sind, von seiner großen Kunst überzeugen. Und deshalb sind wir der Ufa dankbar für den Mut. daß fte uns auch dieses seltsame Werk Drehers zeigte. Sin Sänger-Film. Wer bie Wahl zwischen einer verfilmten Tauber- Operette unb einem jttepura-Film hat — seine „eingenbe Stabt“ ist noch unvergessen — wähle Kiepura unb seinen wahrhaft erfrischenden Film „Das Lieb einer Nacht“, ber in einer lustigen unb vorn Regisseur Anatol Litwak überaus bewegt unb filmisch ausgezeichnet bargestellien Handlung jebe bentbarc Gelegenheit gibt, zu fingen: Kiepura singt ganze Dpernpartien aus „Rigoletto", „Traoia- ta“ unb „Boheme", er singt italienische Volkssieber, er singt in seinem Auto, er singt in seinem Segelschiff, er singt mit seiner frischen, unverbrauchten Stimme unb spielt mit feiner naturburschcnhaften Herzhaftigkeit, spielt sich selbst, einen berühmten Sänger, ber hier Ferraro heißt, sich von seinem weiblich-teuflischen Impresario (Margo Lion) befreit, auf Abenteuer ausgebt unb dabei in bie Fänge eines Hochstablers (Fritz Schulz) gerät, der für eine Zeit selbst an den Ehren teilnehmen kann, die dem Tenor zugedacht sind, eine Verwechslungs- tomödie, bei ber sich Iba Wust unb Otto Wallburg besonbers auszeichnen. Diese nicht immer originellen, aber sehr flott unb beweglich gebrachten Vornan ge geben sozusagen zwanglos bie Vorwände, Kiepura fingen zu lassen, die musikalische Ausstattung hat Mischa Spaliansky besorgt unb auch den Schlager geliefert, den man bald hören wird: .Heute Nacht ober nie sollst bu mir sagen . . ", unb bie cs jagen soll, ist natürlich bie Geliebte (Magba Sdjnciber), bie burch bas happy end mit Ferraro vereinigt wird, unb die Nacht wirb burch bie herrlichsten Aufnahmen bargestellt, benn bie Handlung spielt zwischen Lugano und Locarno, und die Berge, Städte und Seen liefern bie schönsten landschaftlichen Hintergründe, bie ben Capri-Aufnahmen ber „Singcnben Stabt“ vollkommen ebenbürtig sind. Sin toller Sinfall. „Ein toller Einfall" erlebte im Ufa-Palast am Zoo vor einiger Zeit feine Uraufführung unb bewies, daß nicht nur Sommerhitze, sondern auch Winterkälte ein günstiges Klima für solche Eingebungen ist. Jacob Tiebtle besitzt ein Schloß und auch kein Geld Während er nach England reift, wo einer Sage nach noch reiche Geschäfts- freunde wohnen, denen man vielleicht das Schloß und seine Gemäldesammlung verkaufen kann, be- wohm der Neffe Paul, seines Zeichens Kunstmaler, feiner Herkunft nach Willy Fritsch, mit Birnstiel, seinem Kunsthändler und Mentor das üppige Haus. Die zufällige Frage eines Fremden löst bei Paul Lüders den „tollen Einfall" aus — das Schloß wird im Handumdrehen ein Winterfport- Hotel. Viel Weiblichkeit zieht ein, eine Schar mit Evelyn Miller an der Spitze. Die Tänzerin Anita — von Rojy B a r f o n y mit Beinen unb Mäulchen allerliebst und quirlig getanzt, geschmollt und gelacht — will ihr treulos gewordenes Paulchen wieberhaben, das aber seinerseits Evelyn bis zum Heiraten ernst den Hof macht. Wilhelm Benbow, der als ruhefuchender Kurgast in einem Wirbel von Jazz und Tanz verstört umherirrt, bis er bei Paul Hörbiger, ber feinen niegezahlten Hausknechts- lohn im kühlen Keller „abtrinkt", in ben Zustand gerät, den ber Schlager bes Abenbs melbct: Heute bin ich gut aufgelegt. Ach, wie bin ich aufgelegt. Heute muß ich einfach luftig fein ... Die Iagb nach Paul setzt unermüblich bie weiblichen Käste in Bewegung unb gibt Gelegenheit, fchöne Bilder von bayrischen Wintersportplatzen, Eislauf- fünfte und ähnliches zu zeigen. Verwechslung Ma- bei Millers — Dorothe Wieck — ber Tochter bes erhofften Schloßkäufers, mit Evelyn Miller, bcm Girl, schürzen den Knoten, unb es bebarf noch man- ches Regieeinfalls, um ben Tollen Einfall zum happy end zu führen. Aber natürlich gelingt es aufs Beste. Max 21 b a l b e r t 5 bissige Trockenheit hält ben oft etwas jerflatternben Stil zusammen. Willy Fritsch braucht nur zu fein, was er im Leben ist: Charmant und umschwärmt. Ellen Schwannecke gibt als Evelyn Miller einen reizenden Jung-Mädchen Typ, ber sich durch seine frauliche Note von den ewigen Sportmädels wohltuend unterscheidet. Die Regie besorgte Kurt ®er« r o il verheiratete sie sich mit diesem ihrem ersten Ent- | er Marlene Dietrich, die mitspielte, und sofort wußte dccker. Dann kam die Einstudierung des „Blauen er, daß er mit dieser Frau die Leinwand erobern Engels". Joseph von Sternberg durchsuchte ganz könnte. Berlin nach einer passenden Darstellerin der Ka- Seine Ahnung hat ihn nicht betrogen. barettsängerin. Bei dem Besuch einer Operette sah * —■-- Zehn Jahre geteiltes Oberschlesien Äon Landrat Or. Llrbanek-Beuthen O/S. Am 17. Juni jährt sich zum zehntenmal der Tag, an dem der Reichspräsident, die deutsche Reichs- und-die preußische Staatsregierung in einem Aufruf dem deutschen Volk schmerzbewegt kundgaben, daß ein Teil von Oberschlesien einem fremden Staatsverbang einverleibt wurde trotz des klaren Ergebnisses der Abstimmung vom 20. März 1921. Am 17. Juni d. I. ist es zehn Jahre her, daß es zwei Oberschlesien, ein deutsches und ein polnisches, gibt, daß auf Grund des Genfer Spruches das Land von Königshütte und Kattowitz und Rybnik, Pleß, Tarnowitz und Lublinitz den polnischen Behörden übergeben werden mußte, daß Ueber- klugheit und Besserwissen die Grenze verrückt haben, die der schicksalhafte Schritt der Menschheitsentwicklung sieben Jahrhunderte lang innehielt: die Grenze Schlesiens gegen Osten, neben der Pyrenäengrenze die älteste Grenze Europas. Drüben begehen sie den Tag mit Feiern — denen doch die Freude vergällt ist, deren Geschrei nicht aufkommt gegen das Murren der Masse, gegen das Knurren des Hungers, und denen diejenigen sich enthalten, die sie, von ihrem polnischen Standpunkte, ihre besten Kämpen nennen müssen. Man hat es an nichts fehlen lassen, um das Land hem Polenreiche „einzuverleiben". Ohne nach dem Menschen, ohne nach höheren Verantwortlichkeiten, - hne nach den feierlich übernommenen Verpflich- ungen zu fragen, hat man im Sinne der polnischen ' latio drauflos „rationalisiert", hat mit den Machtmitteln eines der Rechtstontrollen ziemlich entbeh- ; enden Staates, hat mit Terror und List und Druck nd Umtrieben es erreicht, daß das Land ein p o l - ; ifches Gesicht bekam. Man hat auch technisch nd mechanisch die Grenzziehung „überwunden", : at die zerschnittenen Fäden des einst einheitlich - ber das ooerschlesische Land gelegten Produktions- ' istemes auf der polnischen Seite neugeknüpft, hat । us den Jndustriegesellschaften, deren Anlagen sich un auf zwei Staaten aufteilten, eigene polnische örper gebildet, hat die Gleise, die Seilbahnen, die ahrstrecken, die Straßen zum eigenen Kreislauf im " genen Staatsbetrieb umgelegt — wie auch wir auf ?r deutschen Seite es tun mußten. Denn das Leben 'rdert sein Recht, und Technik und Kapital vor- usgesetzt, läßt sich so was machen. Aber was ist -r Erfolg? Jedenfalls „Fehlinvestitionen" gran- oscsten Ausmaßes (das soll man den Amerikanern , gen, wenn sie darüber jammern, daß ihr schönes ,'clb, womit sie sich höchst geschäftstüchtig in dem i rucntdeckten Spekulationslande ankauften, versinkt nd zerrinnt). Das Volk sieht den Unsinn, jeder s eht ihn mit eigenen Augen, wer sich der Grenze öhert, und die äußere Schau bestätigt erst recht e unbeirrte innere Einsicht: Das ist alles Künste- i, ist Mache, wir sind ein Volk. Wir gehören zu- 1 'mmen. Der Wille des Schicksals mag sich auf Zeit " ilschen lassen. Aber schließlich setzt sich dasjenige -jeder durch, was die Vernunft der Dinge will, was ' öhere Mächte so gefügt haben. „So mußt du sein. Dir kannst du nicht entfliehen!" Strahlend vor Reichtum und Wirtschaftskraft, so '-atte man sich das polnische Oberschlesien gedacht. 3ronr war Deutschland der Sieger im '4 b sti m m u n g s k a m p f. Zwar hatte es von Friedrich dem Großen ab alle jene neiderregenden Werte entwickelt, zwar redet jeder Stein im Lande von Deutschlands Führung und Intelligenz. Aber die Schiedsrichter von Genf wollten teilen und sie teilten so, daß das unterlegene Polen von der oberscblesischen Kohleförderung %, von der ober- schlesischen Eisenindustrie §, die gesamte oberschlesische Zinkindustrie und beinahe die ganze ober- schlesische Zinkerzförderung erhielt. Polen sollte eben mehr haben als nur die nationale Selbstbestimmung und die Freiheit, auf eigenem Grunde das eigene Haus zu bauen. Polen sollte gleich wohlhabender und glücklicher Partner am Weltmärkte werden. Wie hat man sich getäuscht! I n A r - beitslosigkeit und Hunger windet sich das polnische Oberschlesien. Man kann sagen: Es ist bei uns nicht viel anders. Aber die Schwere der Lähmung und des Elends ist drüben doch noch einige Grade heftiger, und vor allem: Wie soll das anders werden? Die großen Wirtschaftsgebiete ziehen sich auf sich selbst zurück. Unter Krämpfen und Wehen formiert sich Mitteleuropa mit Deutschland als Kernstück und mit dem Ausbau gegen Südosten, indem Industriestaaten und Bauernvölker einander die Hand reichen und durch fruchtbare Gegenseitigkeit im großen Wirtschaftsraume ihr bestes Auskommen mehr und mehr erkennen. Aber Polen? Oestlich von Polen liegt die russische Sphinx, von der sich vermuten läßt, daß sie an der Einfuhr wenigstens von Schwergütern in einigen Jahren kaum mehr Bedarf haben wird. Die Entwicklung geht an Polnisch-Ob erschlesien vorbei. Wer soll ihm seine Arbeitserzeugnisse abnehmen? Italien wird fragen, wieviel Apfelsinen Polen verzehren kann, und wird finden, daß Deutschland der bessere Kunde ist, wird die Schwergüter also lieber von Deutschland kaufen. Und die nordischen Länder werden dieselbe Entdeckung für Holz und Schweine und Butter machen. Denn wenn in der jetzigen Lähmung diese Verhältnisse gewiß auch für Deutschland sehr trübe liegen, wie sollte aber Polen, dessen innerer Markt so wenig entwickelt ist, entsprechende „Kompensationseinfuhr" unterbringen? Die ober- schlesische Industrie wird immer mehr n u f den innerpolnischen Markt zurückgeworfen, die Frage wird immer brennender: wieviel Zuschlag an Schwerindustrie vermag der innerpolnische Markt zu verdauen? Die Frage hätte 1921 gestellt werden sollen, als es sich darum handelte, über Oberschlesien Entscheidung zu treffen. Die deut schen Unterhändler haben die Frage gestellt. Aber die Genfer Schiedsrichter mit ihren Sachverständigen sind überlegen lächelnd darüber hinweggegangen. Zu einem enormen polnischen Kohlevorkommen im früheren Großherzogtum Warschau und in Galizien hinzu, einem Kohleoorkommen, das das Doppelte bis Dreifache des gesamtoberfchlefi- schen ausmacht, Haden sie Polen noch neun Zehntel des oberschlelischen Kohlevorkommens hinzugegeben. Wäre es nicht, statt zu rauben, das Natürliche und Gesunde und Selbstverständliche gewesen, den Polen lieber zu sagen, daß sie, soweit etwa noch Bedarf sein sollte, ihre reichen heimischen Erdschätze durch planvolle Ausnutzung ihres großen Dorratsbeckens an menschlicher Arbeitskraft entwickeln sollten? Und heute? Wenn Deutschland den Zinkzoll einführt, ist die polnisch-oberschlesische Zinkindustrie erledigt. Der Kohlebergbau hält sich mit tausend Aengsten, indem die Kohle zu Hungerpreisen auf den Weltmarkt, besonders an die nordischen Staaten geworfen wird. So ist die Teilung Oberschlefiens zum Motor der Weltkrise geworden. Die Engländer hatten es sich anders gedacht, als 2>aß sie bei ihren treuesten Kunden von der soeben kreierten, aber aus „Geldhunger" gleich die Produktion stark forcierenden neuen Industriemacht Polen aufgeftöbert und in einem mörderischen Preiskampf zu immer tieferen Unterbietungen genötigt werden würden, eine der verhängnisvollsten Ursachen für die Destruktion der europäischen Wirtschaft. Wie der Bauer, dem der liebe Gott für ein Jahr lang gestattete, das Wetter selbst zu machen, etwas Geringfügiges vergaß, nämlich den Wind und damit den Befruchter des blühenden Roggenfeldes, fo vergaßen die Macher von Genf, als sie die deutschen Reichtümer den Polen schenkten, nur ein Kleines: die Märkte. Und jo verelendete das Land. Verelenden erst recht die Deutschen im Lande. Denn was es an einkömmlichen Stellungen gab, das haben ihnen natürlich die Polen abgesagt und adgepreßt. Darin sind sie Meister. Ihre Meisterschaft, die Rechte der andern auszuhöhlen, zeigt sich vielleicht am drastischsten auf dem nationalen Gebiete. Kann es etwas Heiligeres geben, als wenn im Genfer Vertrage der Satz steht, für die Frage, ob das Kind der Minderheitsschule zuzuführen sei, entscheide „uniquement la volonte des parents“ entscheide einzig und allein der W i l l ed e r Eltern. Und doch haben die Polen es anders gedreht. Einschüchterung der um das tägliche Brot Aengstlichen, alle Arten von Erpressung bis zur beliebig drehbaren Steuerschraube, massenhafte Kassierung abgegebener Unterschriften, Vorladung und inquisitorisches Verhör, Bedrohung des Lebens durch die stets betätigungsfrohen Aufftändifchenver- bände, alles mußte herlangen, um den Deutschen die Lust an der Minderheitsschule auszutreiben. Wer vermag den ständigen Tropfenfall solcher Schikanen auszuhalten? Man muß wissen, daß die oberschlesische Nationalitätenfrage keine Frage der Zunge, sondern der Gesinnung ist. Ein wesentlicher Teil derjenigen, die bei der großen Volksabstimmung für Deutschland stimmten, kamen von der polnischen Muttersprache her. Sie waren und sind Deutsche der Gesinnung und des Willens. Sie wollten im deutschen Kulturkreise leben und an der deutschen Zivilisation teilnehmen, wollen, daß ihre Kinder in bas deutsche Wesen hin- einwachsen. Sn Königshütte, einst der größten Stadt Gesamtoberschlesiens, der Arbeiterstadt, die bei der großen Volksabstimmung mit 73 Prozent für Deutschland stimmte und die man zu Polen schlug, obwohl sie unmittelbar an die Stadt Deuthen stößt und mit dem deutschgebliebenen Gebiete in räumlichem Zusammenhang steht, erhebt sich vor dem Gebäude der Reichspost, überragt von den Riesenschloten der Königshütte, ein hohes Postament, das in deutschen Zeiten die mächtige Gestalt der Germania trug. Die Polen haben die Germania gestürzt und haben das Standbild eines Aufständischen daraufgeseht. Neulich war aber eines schönen Morgens in unverfälschtem oberschlesischen Wasserpolnisch (es macht Spaß, bei manchen Wörtern den deutschen Stamm herauszufinden) da folgende Kreideschrift zu lesen: Ty hopcu bez micki Nie bedziesz stal tö na wdycki. Bo to przydzie jedna pani Ktöra ma wielkie cycki. Zu deutsch: Du Mann ohne Mühe Wirst hier nicht für immer stehen. Denn hierher kommt eine Frau, Die einen großen Dusen hat. O du unbekannter Oberschlesier, naturhafter Sohn deines Volkes, gesegnet mit der Sehergabe der Erdverbundenen, du hast uns das Ausständischendenkmal geweiht zum Male der Wiedervereinigung. Wirtschaft. Berlin uneinheitlich. Berlin, 15. Juni. (WTB. Funkspruch.) Wie schon in den letzten Tagen, hatten auch heute die Tauschoperationen des Auslandes eine uneinheitliche Tendenz zur Folge. Wieder wurden vorbörslich allgemein feste Kurse gesprochen, da für Farben und Reichsbank Nachfrage bestand. Die Spekulation läßt sich aber doch nicht mehr so leicht bluffen und wartet vor Eingehen neuer Engagements die Aufträge zu den ersten Kursen ab. Diese erfuhren heute aus rein technischen Gründen eine kleine Verzögerung. Daß die ersten offiziellen Notierungen den vorbörslichen Taxen nicht entsprachen und meist noch unter gestern lagen, hing in der Hauptsache mit der Einstellung zu der neuen Notverordnung zusammen, die die optimistischere Stimmung der letzten Tage doch etwas dämpfte. Mansfelder und Schultheis waren ebenso wie Reichsbankanteile etwas gebessert. Papiere wie Salzdetfurth, Chadeaktien, RWE., Elektrische Lieferungen, Eintracht-Braunkohle, Aschaffenburger Zellstoff und Schlesische B-Gas waren aber doch stärker gedruckt. Auch Rütgerswerke büßten in Erwartung der Beschlüsse der heute nachmittag stattfindenden Bilanzsitzung 1.25 v. H. ein. Auch die teilweise recht feste Veranlagung der deutschen Werte im Auslande wurde nur zur Kenntnis genommen und wirkte sich nicht einmal am Anleihemarkt stärker aus. Deutsche Anleihen waren zwar unbedeutend befestigt, Reichsschuldbuchforderungen lagen aber nur behauptet. Reichsbahnvorzugsaktien büßten 0,25 v. H. ein, Jndustrieobligationen hatten keine einheitliche Tendenz, und in Goldpfandbriesen schien das Angebot anzuhalten. Auslandrenten wiesen nur geringe Veränderungen auf. Anatolier konnten etwas anziehen. Auch im Verlaufe änderte sich an der geringen Geschäftstätigkeit nichts. Nachdem sich zunächst kleine Schwankungen nach oben und unten die Waage hielten, bröckelten die Kurse später meist um Bruchteile eines Prozents ab, und man hörte überwiegend Briefkurse. Eine Ausnahme machten Kali-Chemie, die gegen den Anfang 1,5 v. H. gewannen, und Schultheis die in Erwartung einer Einigung mit den Banken über das Einziehungsverhaltnis des Aktienkapitals auf Anfangsbafis gesucht blieben. Zurückhaltung in Frankfurt. Frankfurt a.M., 15. Sunt. (WTB. Draht- Meldung.) Der Beginn der heutigen Börse wurde von stärkster Zurückhaltung beherrscht. Bei weiterem Auftragsmangel seitens des Publikums entwickelte sich nur geringes- Geschäft innerhalb der Spekulation. Man nahm gegenüber dem bevorstehenden Beginn der Lausanner Verhandlungen und der Auswirkung der neuen Notverordnung eine sehr abwartende Haltung ein. Die feste Haltung der deutschen Werte an den Auslandplähen blieb fast ohne Einfluß. Gegenüber der Abendbörse war die Kursgestaltung wiederum uneinheitlich, doch lag die Mehrzahl der Papiere etwas abgeschwächt, da zur Abwicklung der letzten Terminengagements vereinzelt etwas Material herauskam, das infolge der bestehenden Zurückhaltung nur zögernd ausgenommen wurde. Lediglich Montanwerke traten zunächst noch mit kleinen Besserungen hervor, um aber später etwas nachzugeben. Niedriger eröffneten vor allem Reichsbank, Rütgerswerke und einige Elektropapiere, die bis zu 1,5 Prozent zurückgingen. SG. lagen nur knapp gehalten. Aku gewannen 0,25 Prozent. Nach den ersten Kursen ergaben sich für SG. und Reichsbank Abschläge von 0,5 bis 1 Prozent. Am Rentenmarkt war die Tendenz gut beh auptet, wobei die erhöhten Kurse für deutsche Werte im Auslande etwas Anregung gaben. Goldpfandbriefe neigten dagegen auch heute zur Schwäche, da weiter kleines Angebot vorlag. Die Abschläge betrugen etwa 0,25 bis 0,5 Prozent. Liquidationspfandbriefe tendierten uneinheitlich, die Veränderungen hielten sich im Rahmen von 0,25 bis 0,5 Prozent. Von Sn- dustrieoblvgationen zogen Stahlvereinbonds leicht an. Sm Verlaufe stagnierte das Geschäft nahezu vollkommen und die Kurse bröckelten verschiedentlich leicht ab. Am Geldmarkt blieb die Lage auch zum Medio leicht, Tagesgeld war zu 4 Prozent unverändert. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 15. Suni. Es wurden notiert: Weizen 267,50, Roggen 225 (nom.), Sommergerste für Drauzwecke 200 (nom.), Hafer, inländ., 175 bis 182,50 Mark pro 1000 Kilo: Weizen- mehl, südd., Spez. 0 mit Austauschweizen 38.75 bis 39,90, Weizenmehl, niederrh., mit Austausch- weizen 38,75 bis 39,65, Roggenmehl 27,25 bis 28,25, Weizenkleie 8,75 bis 8,50, Roggenkleie 9,00 Mark je 100 Kilo. Tendenz: sehr ruhig. Die Lase auf dem obecheMchen Arbeitsmarkt. Die Schwankungen in den einzelnen Berufsgruppen. Das Arbeitsamt Gießen teilt in seinem Bericht über die Entwicklung des Arbeitsmarkts in Oberhessen im Verlaufe des Monats Mai folgendes über die Lage in den einzelnen Berufsgruppen mit: Land, und Forstwirtschaft. Die Arbeitsmarktlage hat keine wesentliche Aende- rung erfahren. Die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Arbeitskräften war in der Berichtszeit verhältnismäßig gering. Die Landwirte beschäftigten für die dringenden Erntearbeiten in der Hauptsache orts- ansässige Arbeitslose tageweise als Gelegenheits- arbeiten Vereinzelt bestand Nachfrage nach Fachkräften und zwar konnten wir Melker, Gespannführer'und Melkmädchen vermitteln. Für die Heuernte bestand vereinzelt Nachfrage nach Tagelöhnern. Verschiedentlich haben Forstämter Holzhauer zum Holzeinschlag wieder eingestellt, dagegen wurden m einem unserer Bezirke Waldarbeiter wegen Beendigung der Arbeiten entlassen. Verfügbar waren am Schlüsse der Berichtszeit 405 Personen, gegenüber 406 des Vormonats und 296 des Vorjahrs. Bergbau. Die Lage des Arbeitsmarktes hat keine wesentliche Aenderung erfahren. Nur eine Erzgrube in unserem Bezirk wurde wieder eröffnet und 45 Bergleute zurückgerufen. Dem Verlauten nad) soll die Be- fdjäftigungsbauer drei bis vier Monate betragen. Wir zählten am Schluffe der Berichtszeit 504 Bergarbeiter, gegenüber 548 des Vormonats und 295 des Vorjahres. Industrie der Steine und Erden. Die Marktlage ist fehr uneinheitlich. Während einige Betriebe nach Erledigung ihres Reichsbahn- auftrags bzw. durch Nichtabruf des Auftrags gezwungen waren, stillzulegen, haben andere Betriebe nach Auftragseingang Arbeitskräfte eingestellt. In den Ziegeleibetrieben hat die saisonmäßige Belebung ein- gesetzt. Eine Dampfziegelei hat nach Auftragseingang 20 Arbeitskräfte eingestellt, ein anderes Werk hat aus demselben Grunde seine Belegschaft vergrößert. Als Arbeitsuchende meldeten sich am Schlüsse der Berichtszeit 624 Personen, gegenüber 1539 des Vormonats und 998 des Vorjahrs. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o. H, Lombardzinsfuß 6 v. H. .Tiannun u. u1.1 Bern Ärani'ur u. Berlin teajiuö'l urd | 1-uvr- K rd Schluß« i kur» | 4in|an$» Kurs Schluß«! lurd | i «Uhr- Kurs Schluß- urd Anfang- Kurd Dalum 14 6 | 15 6 14 6 15.6. Dalum 14 6 ! 15 6 14 6 15.6. 6% Deuyche iHeimoaniei^e v. itiü, — — — — »amvurg-Amertla '4,‘ate. . . l Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 11,5 — 11,4 11,25 7% Deutsche NeichSanIelhe v. 1929 - — 59,5 —— —- — 43 — 5'/i% Doung-Anleihe von 1930 . 55 — 55.9 — Hansa Dampsjchiss . . . . 0 —— — 21. — Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit AuSloi.-Rechten....... 38 38 37,9 38 Norddeutscher Lloyd.....6 A.G. für Verkehrswesen Akt. . . 12,13 12 28,9 12,13 28,75 Desgl. ohne Auslos^Rechte . 3.4 3,425 3,35 3,4 Berliner Handelsgesellschaft . 8 86 — 86 — 8% Hess. Volksstaat von 1929 (rückzahlb. 102%)...... — — 45,75 — Commerz- und Prival.Bank . 7 Darmstädter und Nationalbank 8 16 18,25 — 16 18,5 _ Oberhcssen Provinz-Anlethe mit Auelos.-Rechten . . . _ •— — — Deutsche Bank und TiSronto-Gesellschast. . 6 31 — 31 — Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1..... 34,25 34,25 Dresdner Ban! ..... 6 Reichsbank.......12 18,25 126 18,5 124,75 125 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse 15 unkündbar blS 1935 66,5 _ — A.E.G............7 □ 20 20 19,9 19,75 1% Franks. Hyp.-Bank Goldpse unkündbar bis 1936 Serie 16 66,25 — — _ Bergmann.........9 Eleklr. Lieserungsgesellschast. 10 17.75 — 18,4 64 62,5 4'/,% Franks. Hyp.-Bank Ltqu.. Pfandbriefe......... 76,25 —- — —— Licht und Krasl......10 Felten & Guilleaume . . . . 6yt Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen ... 9 69 68,4 >8,5 67,75 36.65 Kurs 14. Juni 15 .Juni Dalum 14 6 15.6. 14 6 156 Amtliche Jlolierung Geld | Arie' Amtliche Notierung Geld | Brie Helsingsor» . Wien.... Prag . . . Budapest . . Sofia . . . Holland . . Cfllo . . . . Kopenhagen. Stockholm . London. . . Buenos Aires Neuyork . . Brüssel. . . Italien. . . Paris . . Schweiz . Spanien . Danzig. . Japan . . Rio de Jan. Jugoslawien Lissabon . 7,143 51,95 12,465 3,057 170,63 76,82 84,42 79,12 15,46 0,948 4,209 58,70 21,59 16,58 82.21 34,67 82,47 1,319 0,325 6,993 14,09 7,157 52,05 12,485 3,063 170,97 76,98 84,58 79,28 15,50 0,952 4,217 58,82 21,63 16,62 82,37 34,73 82,63 1,321 0,327 7,007 14,11 Zanknoten 7,143 51,95 12,465 3,057 170,48 76,22 84,22 78,92 15,41 0,948 4,209 58,64 21,58 16,55 82,07 34,67 82,42 1,309 0,325 6,993 14,07 7,157 52,05 12,485 3,063 170,82 76,38 84,38 79,08 15,45 0,952 4,217 58,76 21,62 16,59 82,23 34,73 82,58 1,311 0,327 7,007 14,09 iHtebed Montan.....7,2 Bereinigte Stahlwerke .... 4 Olavi Minen......16'/. Kaliwerke Aschersleben ... 10 Kaliwerke Westereaeln ... 10 Kaliwerke Salzdetfurth . . . 1b I. G. Farben-InduStrle. . . 12 Verein, ckem. Industrie Frank- 16,9 85,5 92 148 93,5 133,5 16,25 33,5 25,5 32,5 38,5 4,5 33 32 24,4 12,25 32 53 189,5 15,5 48,25 il 1 1 I 1 1 S 1 1 1 SS Illi lÄl 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Illi CO CO m_____”___ 16,75 10,65 83,4 91,5 149,75 93,25 16,5 33 25 32,75 4,5 48 33,25 32,5 24,25 78 12,25 31 22,13 54.25 6,5 187,75 15,5 ; 98 16,5 10,65 82,5 146,75 93 32 32,5 50,25 33,25 33 24,4 17,75 77,5 30,5 21,25 54,4 183 _ Scheideanstalt.......10 Goldschmidt.........0 Rütgerswerke........6 Metallgesellschaft.......6 Philipp Holzmann......8 Zementwerk Heidelberg.... 7 Eemeniwerk Karlstadt.....7 Way» & Freytag ..... 0 Schultheis Patzenhofer ... 15 Aku (Allgemeine Kunstseide) C Bemberg..... 0 Zellstoss Waldho,.....12 Zellstoff Aschaffenburg ... 6 Dessauer Gas ........9 Daimler Motoren.....0 Deutsche Linoleum ..... 5 Crenfteln & Koppel.....o Leonhard Tietz.......8 SvenSka.........1b Cbade............ Frankfurter Maschinen . . . 0 Grihner.........C MainkraiNverke Höchst a. M.. . 6 Süddeutscher Zucker .... 10 ___________25c_ Amerikanische Belgische Not Dänische Note Englische Not Französische 9 Holländische 9 Italienische N Norwegische 9 Deutsch-Oeste Rumänische 9 Schwedische 9 Schweizer No Spanische No Ungarische No lln, 14. Juni Geld Bries Noten....... en ........ n......... n . . *...... oten........ oten ....... oten . ....... oten........ rreich, i 100 Schilling oten........ oten........ len. ........ en. ........ ten........ 4,20 58,54 84,23 15,42 16,54 170,26 21.59 76.65 2,495 78,94 82,03 34,53 4,22 58,78 84,57 15,48 16,60 170,94 21,67 76,95 2,515 79,26 82,35 34,67 9Jtxfp®Tt Mil It. 2 4528V loses" Persil gibt es nicht! nein- Persil «64- AM Originalpackung / »dycki. ni ein neuer Puppenwagen. Bestimmt: Frische Seefische <£♦ G. ^leinbeutt Bahnbotttraste 61 Monate betragen. nonats und 29a der - isju’1 Stau in hat. 'VS*« "d. ti23 ft« 16-5*. 76,65 M’5 8.« 34-y 1Z 58.3 li'S 170$ 21$ 79$, Zi,07 "7J43 51.95 12,«j 3,057 170$ 76.22 «’S 71.« 15. 0.948 4,209 5,64 21$ 16-55 82,0 34,67 82.42 1,309 0.325 6,993 14.07 L157 52,05 12.485 3,0« ig « 76$ H 2 79« 15.45 0,9« 4,217 58$ 21$ 16-1 82$ 34 i '. * 1.3>> o,3Z 7,007 14.09 LZL Vrschz,t ÄflWet Rannet ^et, ■ Ott neuen Hot, ein. '.-werte an Mufc Dogm! .^urKgeflaltung 5 lag die Mhr. chvacht, da zur ugagementS d«, [am. das infolge lur Zögernd aus, ntanwerte traten lerungen hervor, on. Niedriger er« dutgerstoerke und 1Prozent zu- 'V Scholten. Mu en ersten Kursen hsbank Wschlöge ijo Tendenz gut öhten Kurse für etwas Anregung n dagegen auch kleines Angebot n etwa 0,25 bis ibriefe tendierten n hielten sich im cvzent. Hon 3n» vereinbvnds leicht das Geschäft rnd die Kurse ab. Am Geld- um Medio leicht, unverändert. dcbörse. ,i. Es wurden no- > (nom.), Sommer- .), Haler, inlänb, ) Kilo: Weizen- auschlochen 38.75 mit Austausch- mmehl 2125 bis Loggen kiele 9,CO jt ruhig. K» 1 — Versteigerung. Donnerstag, den 16. d. TR., nachmittag» 2.15 Uhr. werden im Erdgeschoß des Finanzamts Giehen, Lessingstrahe 1, zwangsweise gegen Barzahlung versteigert: Jetzt ist die Zeit für Osenreparaluren! Ich kann Ihnen die nötigen Ersatzteile vronrvt liefern und Sie bauen dann Ihren Cfen bei den ersten lallen Tagen betriebsfertig. — Postkarte oder Teleobon- annrf zur Nachricht genügt. 4503A 6ögotBonmann. Gifenöölg, lei. 4165 mb Erden. inheitti*. । ihres Reichsbahn- des Auftrags g«' ;en andere Betriebe te eingestellt-^n den äkiae Belebung ein- :&s= Sr Die Beschäftigungskuroe ist in der Berichtszeit weiterhin gesunken. Während eine Möbelfabrik wegen Auftragsmangels Stillegung beantragen und eine Belegschaft von 88 Mann entlassen mutzte, ist ein anderer Betrieb zur Zeit gut beschäftigt. Auch bei den Sägeroerfsbctriebcn ist die Lage uneinheit- i lich. Entlassungen stehen Einstellungen gegenüber. I Verfügbar waren 902 Holzarbeiter, gegenüber 865 des Vormonats und 688 des Vorjahrs. Möbel u.Polstermöbel gut und preiswert kaufen Sie am vorteilhaftest. direkt b. HersteUer Metzger&Schlecht Möbelfabrik, Münzenberg. Sie erhalten dort nur Qualitätsware zu günstigen Bedingungen. Gangbare Modelle vorrätig und Neuanfertigung nach jed. Wunsch und Holzart kurzfristig. OoTi» durch die Heimat für die Heimat zu arbeiten, sei die Aufgabe des deutschen Lehrer st andes. An den Vortrag schlotz sich eine Lichtbildvorführung im hiesigen SchulhauS an. Lehrer Kallenbach- Darmstadt sprach an Hand wertvollen Bildmaterials über „D i e Bedeutung deS Ratur- pfades". Die Ausführungen der beiden Redner wurden beifällig ausgenommen. Mehrere Herren erklärten ihren Beitritt zuln Bund. Laubacher Ausschuß-Fest. □ Laubach, 14. Juni. Dom vergangenen Sonntag biS zum DienStag wurde in unserer Stadt daS LaubacherAationalsest .DerAuS- schütz' bei schönem Wetter gefeiert. Der Besuch des FesteS, insbesondere von auswärts, war auch diesmal wieder sehr gut. Der Ausschutz begann nach Beendigung der KreiSfcucrwehrtagung am Sonntagnachmittag mit einer Volksbelustigung auf der .Hülle", wo sich ein reger Festrummel entwickelte. Dach alter Sitte wurde bann nachts von der Laubacher Kapelle, die sich in zwei Abteilungen geteilt hatte, den Bewohnern Ständchen gebracht. Am Montagmorgen gegen 9 Mr nahm auf dem Marktplatz der in 13 Sektionen eingeteilte histo - rische Festzua Aufstellung, der unter Dor- antritt der mit Blumenkränzen geschmückten Jugend nach dem Schlotzhof marschierte. Aach einem Musikvortrag der Oberhessischen Orchester-Der- etnigung begrüßte bet Diesjährige Hauptmann Christoph Högel im Hamen der Ausschuhgesellschaft die gräfliche Familie und dankte Se. Erl. dem DrafenGeorg Friedrich für den gestifteten Hammel, fowie der Gräfin für das gestiftete Kleid (HammelSgabe). Seine Rede schlotz der Hauptmann mit einem Hoch auf die Mitglieder deS gräflichen Hauses. Der Graf dankte darauf dem Hauptmann für die Einladung zum AnSschutzfest und würdigte die Bedeutung des Ausschusses als eines Festes echter Bolksgemein- schaft. Hierauf fetzte sich der Festzug durch die Etratzen der Stadt nach der .Hülle" in Bewegung, wo das Frühstück eingenommen wurde. Hierauf zogen die einzelnen Sektionen auf den alten Schiehstand, wo mehr als 400 Schutzen den ganzen Tag über um die gestifteten Preise wetteiferten. Die erzielten Schutzleistungen waren in diesem Jahre sehr gut. Am Abend wurde die Preisverteilung vorgenommen, die folgendes Ergebnis hatte: Den Hammel errang August Dräut, die Hammelsgabe Willy Högel jun. Den Trostpreis erhielt Heinrich Döbel. Die Preisträger des Vabenstandes waren: 1. Christian Jochem. 2. Karl Lang, 3. Otto Rühl, 4. Karl Ledermann, 5. Friedrich Rudolf Siltz, 6. Johannes Justus, 7. Heinrich Göbel. 8. Karl Emmelius, 9. August Schars, 10. Georg Kreicker HL, 11. Karl Rühl. 12. Karl Gehringer, 13. Karl Ludwig Pitz, 14. Forstmeister Döbel, 15. Wilhelm Schmidt IV., 16. Karl Siltz. 17. Hermann Rühl II., 18. Friedrich Hofmann. 19. Georg Mohr, 20. Heinrich Wahl, 21. Hermann Thier, 22. Gustav Schneidt jun , 23. Hermann Hamburger. 24. Emst Fitzler. 25. Heinrich Theih. Die Sektion des Hammelschützen begab sich sodann vor das Schlotz. wo dem Sieger die im Jahre 1920 gestiftete Denkmünze von dem Grafen überreicht wurde. Anschlietzend zog man wieder auf den Festplatz. Am Dienstagvormittag fand Schweine - und Krämermarkt statt. ES wurden zirka 300 Ferkel auf getrieben; der Absatz war schleppend, Nahrung». und Gcnutzmittklgkwcrtx. Die Markttage dal in der Lertchlszeit keine Lende- rung erfahren. Wahrend zwei (Lietzener Betriebe noch Auftragseingang eine Anzahl Arbeitskräfte wieder einftellten, haben zwei andere Betriebe unsere» Bezirk» Arbeit»kräfle entlassen. Auch m anderen Betrieben dieser Berufsgruppe wird über Ablagmangel geklaat. Dem Arbeitsmarkt standen 809 Personen zur Verfügung, gegenüber 810 de» Lor- monat» und 548 des Vorjahrs vekteidongsgewcrbe Die Lage des Ardeitsmarkts ist auch hier al- uneinheitlich zu bezeichnen. Eine Kleiderfadrik In unserem Bezirk ist durch einen größeren Auftrag zur Zeit gut beschäftigt. Die Schuhfabriken dagegen sind gezwungen, mit reduziertem Arbeiterbcstand die Betriebe aufrecht zuerhalten, da die Auftrage nur sehr schwer hereinzudringen sind. 370 Arbeitsuchende stan den dem Ardeitsmarkt zur Verfügung, gegenüber 362 des Vormonats und 249 des Vorjahrs. Baugewerbe. Eine gewisse Entlastung des Arbeitsmarkts ist durch Inangriffnahme kleinerer Neubauten sowie durch Reparaturen und dergleichen mehr eingetrelen. Der Abgang an Arbeitsuchenden, wie er sich 'M vorigen Jahre gestollet hat, ist in diesem Jahre noch nicht annähernd erreicht worden. Auherdem sind die vorliegenden Arbeiten von nur kurzfristiger Natur, sc datz die Fluktuation sehr stark ist. Wir zählten 2431 Bauarbeiter, gegenüber 2546 des Vormonats und 1751 des Vorjahrs Gastwirtvgewerbc. Hauptsächlich in den Kurorten setzte eine gröhere Nachfrage nach gutem Hotelpersonal und hier in erster Linie nach jüngeren weiblichen Kräften ein. Es konnten 47 Arbeitskräfte vermittelt werden. Verfügbar waren 115 Personen, gegenüber 138 des Vormonats und 45 des Vorjahrs. Wieder lieferbar! „Allium venenum“ der erprobte Knoblaech-SiM die vortreffliche Entkalkungi-Knr Empfohl. b. Beschw. d. Alter» u. d-Wochselj., NervenL, Bluthochdruck. Drüsen- u. Stoffw.-Leid. Berichte u. Gutachten v. 03739 Mertens Jong, Da» frcbgacM t In ter Scbnlitr. Vermählungs-Anzeigen liefen me Brühl'sche Druckerei terbach Inspektor Becythold und für den Krel»- verband Gießen der stellvertretende Biand-Inspektor Wenzel. Nachdem der Vorsitzende Otto Stang den umfangreichen Jahresbericht gegeben hatte, erstattete K. ®lod - Schotten Bericht über die Rechnung, die eittfn lleberschntz ZU verzeichnen batte Im kommenden Jahre fallt der Bezirkstag aus, für 1934 ist die Tagung in Rainrod und 1935 in Schotten vorgesehen Der seitherige^ Vorstand: S t a n g - Schotten, Glock-Schotten, Schmidt» Lauterbach. Appel- Ober-Seemen und L e i d n e r. Wetterseld wurde wiedergewadlt und um zwei neue Mitglieder erweitert. Die Versammlung wählte einstimmig K r o m m - Rainrod und Schmidt- Ulrichstein in den Vorstand 3um Schluß sprach Kreisfeuerwehr-Jnspettor Ederheim- Schotten über „Schlauchtrockenvorrichtungen und Trocken- türme". Mit dem Wunsche, datz der seitherige Geist und die Pslichttreue in den Wehren des Kreise» Schotten auch für die Zukunft erhalten bleiben, schlotz der 'Vorsitzende die mehrstündige Tagung. Ein stattlicher F c st z u g, an dem etwa 6o0 Feuerwehrleute mit 5 Musikkapellen teilnahmen, bewegte sich durch die rcichgcschmückten Strotzen unlerer Stadt noch dem Festplatz „f>äUe“, wo Rom- Mandant Schmidt namene der Laubacher Frei» willigen Feuerwehr die sehr zahlreich erschienenen Gäste mit herzlichem Willkommen begrüßte. Da» sch.ine Wetter hielt die mit echt kameradschaftlichem Geist beseelten Feuerwehrleute noch lange auf dem Festplatz beisammen. «reis Lauterbach. £ Öauterbad), 14. Juni. Gestern gegen 9 Uhr ereignete sich bei den Straftenbauarbei- t c n zum städtischen Frcischwimmbad, die im Wege des freiwilligen Arbeitsdienst e s ausgeführt werden ein U n f a l l. Ein junger Mann, der auf der Feldbahn mit der Zufuhr von Steinen auS dem nahen Bilstein beschäftigt war. stürzte von einer mit den beiden Vorderrädern entgleisenden Lore herunter und kam dabei so unglücklich zu Fall, datz ihm ein Rad des schwer beladenen Wagens über einen Fuft ging; autzerdem wurde er von einem nachstürienden schweren Stein derart in die Seite getroffen, datz er noch einig e R i p» penbrüche davontrug und infolge der schweren . inneren und äußeren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden mutzte. Oberbeffen. (Sängerfagung in Klein'Linden. ch Klein-Linden, 14. Juni. Die unter Leitung von Ehormeilter Konrad Nicolai- Großen- Buseck stehenden Gesangvereine — Sänger- Vereinigung Alten-Buseck, „Sängerkranz" und .Heiterkeit" Grotzen-Buseck, „Sangerkranz" Grünberg, „Harmonie" Reiskirchen, Konkordia" Rödgen, Gesangverein Ruttershausen, „Liederkranz" Treis und „Urion" Klein-Linden — finden sich schon seit einigen Jahren einmal jährlich bei einem der Vereine xu einem Sängertag zusammen. Am Sonntag fand diese» Zusammentreffen in Äfein-ßinben statt. Um 13.30 Uhr versammelten sich einige hundert Sänger an der Kirche. Kraftvoll ertönte der Deutsche Sängergrufj. Alsdann wurde noch vor- heriger Begrüßung der Sänger und Sangesfreunde durch den Vorsitzenden des gastgebenden Gesang- Vereins „Arion" Klein-Linden, Lokomotivführer Müller, ein Chorlied „Rur die Hoffnung fest- gehalten" oorgetragen. Der Gau Bietzen-Stadt und -Land im Hessischen Sängerbund, oertreten durch seinen stellvertretenden Vorsitzenden, Lehrer Eberle- 1} oll ar, lieh dann die Sänger grüßen und die besten Wünsche für einen schönen Verlaus des Sängertages zum Ausdruck bringen. Dem Ehrenvorsitzenden des Gesangverein» „Arion" Klein-Linden, Gemeinderechner i. R. Joh. Germer, ließ der Bund bei diesem Anlah die Ehrennadel für über 25jährige Vorstandszugehörigkeit überreichen. Lehrer Eberle feierte den 70jährigen Jubilar mit ehrenden Worten und sprach ihm für die lange Amtsführung den Dank des Bundes aus. Der hochbetagte Jubilar dankte und gelobte, auch fernerhin bei der Pflege und Erhaltung des deutschen Liede» mitzuwirken. Der zweite Chor „Gott grüfje dich du schöner Wald", beschlotz das Massenchorsingen. Nach einer halbstündigen Pause begann im überfüllten Saale der Gastwirtschaft „Zur Deutschen Eiche" dos Singen der einzelnen Bruderoereine. Die Leistungen waren im allgemeinen gut und fanden starken Beifall, sowie lobende Anerkennung Einige Vereine brachten Glanzleistungen zu Gehör. Aus Wunsch einiger Zu- Hörer wurde der Gesangverein .^Liederkranz Treis, bei dessen Singen ein sehr guter Batz fest gestellt werden konnte, gebeten, den Chor „Im tiefen Heller sitze ich" vorzutragen. Der Verein kam dem Wunsche nach. Ein noch junger Sänger konnte im Solosingen autzerordentlich gefallen.^ Der Verein und insbesondere der hervorragende Solist ernteten reichen Beifall. Der gastgebende Gesangverein Arion" oerfammette sich abend» noch einmal im Festlokal zu einer Abschlußfeier. Heimatbund-Tagung in Hungen. k Hungen, 14. Juni. Am Sonntag fand hier im „Solmfer Hof eine Tagung des Hei- matbundes für Hessen statt, zu der viele Lehrer beS DezirkSlehrervereinS Hungen unb benachbarter DezirkSvereine erschienen waren. Rach der Begrüßung burch den 1. Schriftführer. Lehrer Schwarz- Rubingshain. sprach der Dundesvorsitzende. Lehrer L i d m a n n - Darmstadt, über bad Thema: eimatnot unb Heimatschule'. Er betonte, datz cS gerade in der Gegenwart rwtwenbig sei, den deutschen Menschen wieder zur Heimat zu führen, um ihm die Kräfte zu geben, die ihn befähigen, das Leben zu meistern. Heimat ist die in Ratur. Kultur und Bolksgenossen erlebte Umwelt. In der Heimat Turnverein Mesect. wieseck» 1. Schüler (Baumelfler. Am Sonntag wurde in Nauborn das Fußballrück- spiel um die Gaumeisterschaft ausgetragen. Im Vorspiel siegte Wieseck 3:U und konnte durch das Un- entschieden des Rückspiels die Meisterschaft erringen. Das Spiel der 1. Mannschaften sah Wieseck in Hochform. Nauborn verlor mit 4:6 Toren. VerbandS-Meiflerschasten der OSB. Die Meisterschaften der Landesverbände der DSB. finden in diesem Jahre am 18. und 19. Juni statt. Nur der Baltische Spielverband trägt seine Meisterschaften erst acht Tage später, am 25. und 26. Juni, aus. Neuer Weltrekord Ellen Braumüllers. Bei einem Frauensportsest in Berlin verbesserte Frl. Ellen Braumüller (Olympischer SE. Berlin) ihre eigene Welthöchstleistung im Speerwerfen von 42,28 auf 44,64 Meter. Arbeiter-Turm und Sportbund. Waldgirmes I — Raunheim 11 2:6. Naunheims 2. Mannschaft war bei dem Nachbar Waldgirmes zu Gast. Auch hier wurde in der ersten Hälfte ein flottes Spiel geboten. Später flaute das Spiel mehr ab und Naunheim stellte den Sieg fieber. O Heuchelheim 1 — wieseck I 3:3. Wieseck trat in Heuchelheim mit viel Ersatz an, wahrend die Platzbesitzer verstärkt antraten. Es ent- wickelte sich ein flottes Spiel. Wiesecks Angriffsreihe kommt öfters in gefährliche Nahe des gegnerischen Tores, doch wurden alle greifbaren Erfolge durch scheinbare Abseits unterbunden. Aus der Gegenseite gab es einige Ecken, die nichts einbrachten. Nach zwanzig Minuten kam Heuchelheim zum Führungs tor zwei Minuten später fiel der Ausgleich. Dann kam Heuchelheim durch Elfmeter abermals zur Führung. Kurz vor Halbzeit stellte Wieseck den Ausgleich wieder her. Nach der Pause ritz Wieseck die Führung an sich. Heuchelheim enttäuschte seine Anhänger in der Folge sehr. Gegen Schlutz des Spieles kamen die Platzbesitzer durch einen Fehler des rechten Verteidigers zum abermaligen Ausgleich. Der Schiedsrichter hatte viele Mühe. wieseck 1. Jugend — Hachborn 1 9:0. Aus dem Wiesecker Platze standen sich beide Mann- schäften in einem Freundschaftsspiel gegenüber. Wiesecks 1. Jugend zeigte erneut ihre beständige Form und bereitete dem Gegner eine Hobe Niederlage. Wiesecks 2. Jugend konnte di» 2. Mannschaft der Gäste mit 3:2 abfertigen. Wiesecks Schüler und Gie- tzen Schüler standen sich am Vormittag gegenüber. Metallindustrie. Die Lesckäftigungsmogitchketten Haden auch fn dieser Berufsgruppe keine Besierung erfahren. Lin Betrieb hat zwar nach Auftragseingang einige Former wieder eingestellt, doch wird in nächster Feit wieder mit Entlassungen zu rechnen sein. Die meisten Firmen arbeiten jur Leit noch kurz. Weiter hat sich im Berichtsmonat die Entlassung von qu»gelernten Lehrlingen stark bemerkbar gemacht. Durch das Dar- niederliegen de» Baumarktes dürfte vorerst mit einer wesentlichen Besserung nicht zu rechnen sein. Den llrbeitsmarkt belasteten 2666 Metallarbeiter, gegenüber 2669 de» Vormonat» und 2077 de» Dorsahr» Splnnftoffgeroerbe. Der seitherige gute Geschäftsgang in den ober- hessischen Leinwcbereien hat merklich nachgelasien Die Betriebe haben sich wegen Auftragsmangel» oer- anlatzt gesehen, kurz zu arbeiten. Dem Vernehmen nach soll in der Woche zwei bi» drei Tage gearbeitet werden. Verfügbar waren 96 Arbeitsuchende, gegenüber 93 des Vormonats und 74 des Vorjahrs Papierindustrie. Die Arbeitsmarktlage ist in dieser Berussgruope zur Zeit als gut zu bezeichnen Die oberhessischen Papierfabriken sind sowohl mit Inland- als auch Auslandaufträgen voll deschajtigt. Wir zählten 36 Arbeitsuchende, gegenüber 31 de» Vormonat» und 20 des Vorjahrs. Hotz und Schoi^ftossgewerbe. Auch hier konnte Wieseck mit 3:2 Toren Sieger werden. Wetzlar I — Allendors I 9:2. Der Bezirksmeister Allendors (Lahn) war zu einem Rückspiel in Wetzlar zu Gast Schon im Vorspiel mutzte Allendors eine tnappe Niederlage hinnehmen. Die Mannschaft hat indessen sehr an Spielstarke verloren und mutzte eine hohe Niederlage hinnehmen. Wetzlar dagegen war diesmal in guter Form und siegte verdient. Bodhcim I — Bezlrksschiedsrichtermannschast 4:1. Am Samstagabend standen die Schiedsrichter des Bezirks in Rodheim der dortigen 1. Mannschaft in einem Lehrspiel gegenüber. Bis Halbzeit lieferten sich die Mannschaften ein ansprechende» Spiel. Nach dem Wechsel flaute der Kamps ab und Rodheim konnte mit 4:1 Toren Sieger bleiben. Naunheim I — Lollar I 2:0. In Naunheim standen sich diese Mannschaften im Freundlchaftsspiel gegenüber. Die Gäste gingen mit großem Elan ins Spiel, was Naunheim aus der Fassung brachte. Bis Halbzeit verlief das Treffen torlos. Nach dem Wechsel wurde Naunheim merklich überlegen und konnte zwei Tore erzielen, während die Lollarer leer ausgingen. Mannfchafto-Gcrätelurncn. Um die Kreismeisterschaft im Mannschafts- Geräteturnen standen sich am vergangenen Sonntag Dreieichenhann und Wieseck in Drei- eichenhain gegenüber. Da öS sich hier um den entscheidenden Kamps handelte und beide Mannschaften sich völlig gleichwerttg waren, erwartete man das Ergebnis mit gesteigerter Spannung. An allen Geräten wurden sehr gute Leistungen gezeigt, die die Anwesenden öfters au lebhaftem Beifall hinriffen. An den ersten beiden Geräten, Pferd und Barren, konnten die Einheimischen einen kleinen Borsprung erzielen. Am Reck gelang es Wieleck. fünf Punkte aus.zuholen. Auch in den gymnastischen Hebungen konnte Wieseck nach einer sehr guten Leistung zwei Pluspunkte buchen, eS reichte jedoch -ahlenmühig nicht zu dem wenig verdienten Unentschieden. Dreieichenhain konnte mit nur 4 Punkten CBorlprung Kreis- meister werden. Mit den Entscheidungen der Kampfrichter war man nicht immer einverstanden. Die Ergebnisse deS Wettkampfes: Dreieichenhain: Reck 175, Barren 172, Plerd 170. Gym- nastik 35; Gesamtpunkte 552. Wieseck: Reck 180, Barren 167, Pferd 164, Gymnastik 37; Gel am t- punkte 548. Verantwortlich für das Feuilleton: i. B. Dr. Fr. W. L a n g e. obwohl eine grotze Anzahl von Marttbesuchem 1 auS der näheren und weiteren Umgebung crichte- > nen war. Am Rachmittag versammelten sich die i Laubacher Kinder vor dem Hause des Hauptmann« und zogen mit ihm und dem gesamten Borstand I der Ausschutzgesclifchaft nach dem Festplatz, wo bei BolkSbelustigung und bei Kinderspiel da« Fest seinen AuSklang fand. Kreisfeuerwehrtag in Laubach. □ Laubach, 13. Juni. Der bteejäbrigc 1 Äretsfeuerro'rbrtag des Kreises Schot- t e n, verbunden mit dem Ivjährigen Bestehen der Laubacher Freiw Feuerwehr, sand gestern hier, vom schönsten Wetter begünstigt, statt. Da» Fest wurde am Samstagabend durch einen Zapfenstreich, gespielt von der Oder- hessischen Orchester-Vereinigung, auf dem Markt- plag emgeleitet, woran die gesamte Laubacher Wehr teilnahm. Am Sonntagvormittaa versom nulten sich nach gemeinschaftlichem Kirchgang die Wehren und Delegierten wiederum auf dem Marktplatz, wo nach einer Parade von der Laubacher Wehr exakte Geräteübungen gezeigt wurden. Hiernach wurde ein groh angelegter Drandangriff auf den mittleren Teil des gräflichen Schlosses unternommen, wobei auch die Laubacher Freiwillige Sanität» tolonne mitroirtte. Nach dem Brandangrisf, der vorzüglich klappte, wurde eine Motorspritze der Firma Mogirus in Tätigkeit gesetzt, die allgemeines Interesse sand Anschlietzend sand im Saale des „Solmfer Hofes" die Tagung des Kreisvcrbandes Schotten statt. Zunächst begrüßte der Vorsitzende Otto Slang- Schotten die Abordnungen der Wehren und forderte zur weiteren Werbung für die Feuerwehrsache auf. Den Gasten entbot Bürgermeister Hogy namens der Stadt Laubach herzlichen Willkommensgrutz und beglückwünschte die Laubacher Wehr anlählich des Jubiläums. Re> gierungsrat Schwan vom Kreisamt Schotten übermittelte die Glückwünsche der Aufsichtsbehörde an die Tagung Er ehrte folgende Laubacher Feuerwehrleute für 25jährigen Feuerwehrdienst mit Abzeichen und Urkunde: Kommandant Heinrich Schmidt, Johannes Högel V., Friedrich Bernhard Diehl und Heinrich Diehl II Für den Hessischen Landesverband und für den Kreisver- . band Alsfeld sprach Kreisfeuerwehr-Jnspektor 5? n i e r i m - Alsfeld, für den Kreisoerband Lau- I iuniiiiiJHiiiiiiiiifiiiiTiiiniiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii!iHin Gingefüfcrie Vertreter für Auto- u. Jndu'trieöle gegen hohe Provision gesucht. Öff. u. I. V. MD an JnvalidendlinkAnn.-Erved.Franks. M. nilllillllllllllllllllllllllilllllllllllllllllllllllllllfllillllllllllllU Elisabeth erobert sich das Glück Noman von Margarete Ankelmann Copyright by M. Feuchtwcmger, Halle. 10. Fortsetzung. Nachdruck verboten I Er hatte feine Tante gebeten, die Fürsorge für Elisabeth Pfilipp zu übernehmen. Frau Schelmer hatte sich zuerst mit Händen und Füßen gegen dieses Amt gesträubt. Sie wollte nichts zu tun haben mit diesen-mysteriösen Schützlingen ihres Neffen, von denen man nicht wußte, woher sie kamen und wohin ihr Weg sie führen würde. Es hatte aller Aeberredungskunst ihres Neffen und Professor Walters bedurft, ehe sie sich bereit erklärt hatte, wenigstens den Versuch mit Elisabeth Pfilipp zu machen. And sie hatte diesen Versuch nicht zu bereuen. Sie hatte Elisabeth sehr lieb gewonnen. Die beiden Frauen verstanden sich ausgezeichnet, waren in wenigen Wochen die besten Freundinnen geworden. Herr von Cckertsburg wunderte sich nicht wenig, als er eines Tages plötzlich und unangemeldet in der Leipziger Stadtwohnung erschien, um sich nach seinem Schützling umzusehen. Wo war die Antipathie der Tante geblieben gegen diese jungen Künstlerinnen? Wo ihre starre Zurückhaltung all den Mädchen gegenüber, mit denen sie ab und zu zusammengekommen war? Diesem Mädchen gegenüber war sie ein anderer Mensch geworden, und Lothar wußte, daß die Zuneigung seiner Tante einen starken Hintergrund haben muhte. Elisabeth Pfilipp begann ihn zu interessieren. Als sie vom Konservatorium heimkam, lieh er sie zu sich in das Musikzimmer bitten. Scheu stand sie vor ihm, wagte kaum, ihn an» zuschen, als sie ihm die Hand gab. „Ich bin gekommen, mich nach Ihrem Wohlergehen und Ihren Fortschritten zu erkundigen, Fräulein Pfilipp. Fühlen Sie sich wohl bei uns? And machen Ihnen die Stunden bei Perlberg Freude?" Elisabeth schlug ihre Augen voll zu dem Fragenden auf. Was hatte dieser weiche Ton zu bedeuten, der auf einmal aus dem harten Mund kam? Es war das erstemal, dah Lothar von Eckerts- burg Elisabeths Augen voll auf sich gerichtet sah, dah er mehr bekam als einen halben, verlegenen Blick. Herrgott, hatte dieses Mädel wundervolle Augen! Groh, klar, von einer seltsamen, graugrünen Farbe, richtige Nixenaugen! Von schmalen, schön gezogenen Augenbrauen waren sie umrahmt, von langen, dichten Wimpern überschattet. Wie lange er in diese Augen gestarrt hatte, das wußte er nicht mehr. Er hatte nichts gehört von der Antwort des Mädchens, war zusammengefahren, als es plötzlich die Augen senkte. Was war das mit ihm? Fiel er auf ein Paar schöne Mädchenaugen herein, deren Trägerin entweder aus Koketterie oder aus Scheu ihn kaum ansehen wollte? Da mußte er schon sehen, sich ein wenig zusammenzunehmen. Seine Stimme klang wieder hart, als er sagte: „Ich habe mich bei Professor Walter nach Ihnen erkundigt. Man ist mit Ihnen zufrieden. And auch meine Tante hat sich lobend über Sie ausgesprochen. Ich möchte Sie bitten, mir etwas vorzusingen, wenn wir mit dem Essen fertig sind." Bald darauf ging man zu Tisch. Elisabeth erging es nicht anders als sonst, wenn Herr von Eckertsburg zugegen war. Kaum, daß sie von ihrem Teller aufsah, daß sie sich am Gespräch beteiligen konnte. Lothar von Eckertsburg wurde von dieser Scheu plötzlich und heftig gereizt. Was war das mit diesem Mädchen, das so ganz anders war als alle die anderen, denen er bisher geholfen hatte?! Er nahm sein Glas, um mit Elisabeth anzu- stoßen. Elisabeth zuckte jäh zusammen, als ihre Hände sich dabei berührten. „Auf Ihr Wohl, Fräulein Elisabeth, auf Ihre Zukunft..." Seine Augen bohrten sich fest in die ihrigen, ließen sie lange nicht los. Elisabeth erschrak bis ins Herz hinein, als er sie plötzlich bei ihrem Vornamen nannte. Ein Schauer rieselte ihren Rücken herunter: sie fühlte, daß dieser Mann eine seltsame Gewalt über sie besaß. Zitternd wandte sie die Augen ab, stellte ihr Glas auf den Tisch. Eine beklemmende Stille war eingetreten, selbst Frau Schelmer war still geworden. Sie wußte nicht, was sie von ihrem Neffen halten sollte. Was wollte er von dem Mädchen? Warum brachte er es so in Verlegenheit? Das war doch sonst nicht seine Art, am wenigsten seinen Schützlingen gegenüber. Alle drei waren froh, als das Mahl beendet war. „Sind Sie zu müde, Fräulein Pfilipp, oder können Sie jetzt etwas singen?" fragte Herr von Eckertsburg. „O nein, Herr von Eckertsburg, ich bin gar nicht müde. Wenn es Ihnen recht ist, können wir gleich ins Musikzimmer gehen." Elisabeth saß vor dem Flügel, ihre Hände gingen präludierend über die Tasten. Es war ihr jedesmal ein neuer Genuß, das herrliche Instrument zu spielen. Elisabeth vergaß mit einem Male die beiden Menschen, die außer ihr im Zimmer sahen, dachte an nichts als an die Musik. Leicht und perlend strömte es unter ihren Händen hervor, zuerst die „Darcarole" und dann die „Träumerei". Plötzlich fuhr sie, sich besinnend, auf: sie hatte doch singen sollen, Herr von Eckertsburg würde sich sicher über ihre Klimperei wundern. Mit einem kurzen Akkord brach sie ab, stand auf, sich Noten zu suchen. Sie griff „Tiefland" heraus, sang Nuris Morgenlied, das sie gerade studiert hatte. Ihrem reinen Sopran lag diese kindliche Partie außerordentlich: es war ein Genuß, ihr zuzuhören. Cckertsburg saß wie gebannt in seinem Sessel. Seine Meinung über das stille, scheue Mädchen hatte sich plötzlich und heftig geändert. Das war ja ein Geniel Anbegreiflich, was diese wenige Wochen des intensiven Studiums aus dieser Stimme gemacht hatten! Sowohl das Klavierspiel als auch der Gesang, das war Kunst in höchster Vollendung. Eine so wundervolle Stimme glaubte er kaum zuvor vernommen zu haben. Elisabeth Pfilipp übertraf mit ihrer herrlichen Stimme fast alle die berühmten Künstlerinnen, die in den großen Opernhäusern in Berlin oder in Wien oder in Dresden engagiert waren, und sie hatte noch etwas Besonderes voraus: ihre Jugend und ihre eigenartige Schönheit. Eckertsburg zweifelte nicht mehr, daß Elisabeth eine ganz große Künstlerin wurde. Ihr fehlte nichts mehr als die innere Reife. Sicher hatte das Mädchen noch nichts erlebt. Die kleine Episode, von der Professor Landar berichtet hatte, die war sicher nicht der Rede wert gewesen, die mochte keinerlei Spuren hinterlassen haben. Aber — das Leben würde an dieser Frau nicht vorübergehen, und dann erst würde sie als Künstlerin völlige Vollendung erlangen. Frau Schelmer war immer wieder von neuem ergriffen von Elisabeths Gesang. Sie konnte stundenlang regungslos sitzen und zuhören, und sie war auch heute begeistert, als Elisabeth sang, ein Lied nach dem anderen, ganz hingegeben der Musik. Frau Schelmer sah fast ärgerlich auf, als es leise an die Tür klopfte und Wanda hereinkam. Sie legte den Finger auf den Mund und stand unhörbar auf, verlieh das Zimmer. Eckertsburg war mit Elisabeth allein. Seine Augen konnten sich nicht abwenden von dem reizenden Gesicht der Sängerin, das — leicht gerötet — ihm zugekehrt war, und er konnte nicht genug bekommen von der süßen Stimme, die ihn ganz gefangen nahm. Plötzlich hielt Elisabeth inne, sah sich im Zimmer um und gewahrte, daß sie mit dem Manne allein war. Jäh errötete sie, stand auf. „Verzeihung... dah ich Sie so lange... ich wuhte nicht..." „Was wußten Sie nicht >" „Daß Frau Schelmer nicht mehr hier war. Ich vergaß Zeit und Ort, wie immer, wenn ich singe* And sich selbst überwindend, fuhr sie fort, zagettd und zitternd: „And ich möchte Ihnen auch einmal danken, dafür, dah ich immer singen, dah ich das alles lernen darf.. Hastig beugte sie sich nieder, ergriff die herab- hängende Hand des Mannes, drückte ihre Lippen darauf. Es war so schnell, so überraschend gekommen, dah keiner von beiden wußte, wie es geschah. Eckertsburg war tief erblaßt. Er riß förmlich seine Hand aus der des Mädchens, trat zurück. Sein Auge ruhte aufslammend für einen Augenblick in dem Elisabeths, dann wandte er sich ab. Schritt zur Tür, verbeugte sich, wortlos und knapp: dann war er gegangen. Lange stand Elisabeth regungslos da, lauschte .... hörte, wie er sich draußen leise verabschiedete. Jetzt ging die Korridortür. Er war fortgegangen, ohne ihr ein Wort zu sagen. Hatte sie ihn beleidigt, ihn gekränkt? Sie hatte ihm doch nur ihre Dankbarkeit zeigen wollen — nichts weiter. Elisabeth schlug die Hände vor das Gesicht, weinte bitterlich. So fand sie Frau Schelmer, als sie ins Zimmer zurückkehrte. „Aber, Kindchen ... Elisabeth.. .was ist denn .... warum weinen Sie?^ Elisabeth mußte erst noch eine Weile schluchzen, ehe sie Frau Schelmer berichten konnte. Die hörte aufmerksam zu, sagte dann leise, wie in Gedanken, vor sich hin: „So, so .. .und dann ging er fort...“ Eine Weile schwiegen die beiden Frauen. Frau Schelmers Gedanken beschäftigten sich mit ihrem Neffen. Deshalb also war er so wortkarg gewesen, so finster, war er fast grußlos weggegangen. Er war also doch nicht ganz so blasiert und unzugänglich, wie er immer tat. Es gab Dinge, die ihn doch tiefer berühren konnten. Sie freute sich dieser Entdeckung: sie hatte Lothar immer bedauert, seiner Empfindungslosigkeit wegen. Sie wandte sich zu Elisabeth. „Sie brauchen nicht traurig zu fein, Kindchen. Lothar hat sich sicher nichts dabei gedacht, daß er so plötzlich wegging. Solche Stimmungen überkommen ihn öfters. Sie werden sich sicher noch an seine Art gewöhnen. Lothar ist launisch, das habe ich Ihnen schon öfters gesagt: aber er ist ein guter Mensch. Es ist das beste, sich nach seinen Wünschen zu richten, ihm nachzugeben." „Oh, er ist ein schrecklicher Mensch...“ Fast wider ihren Willen war es Elisabeth entschlüpft. (Fortsetzung folgt.) Denken Sie an Stoffe, denken Sie an !♦ Bernard illlllllllllllllllllllllllM ] D Sandalen V 452/ A Oh,dieSe z maschine, 1 Bücherschrank. 4543D nur vormittags, Sonntags keine. 03738 Medizinalrat Dr. C. Frobenius 1 :K in modernen Stoffen Mk. Mk. modernsten Mustern Mk. 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Machen Sie es auch wie Onkel Mollig, geben Sie sich doch einmal elpen Ruck und besuchen Sie unsere Ausstellung in Küchenherden und Oefen. Wir Jaden Sie freundlichst mit Ihrer Frau Gemahlin zu dieser Besichtigung ein. 3661 A oder nrovve verwenden- S