Br. |38 (Erftes Blatt SvühausgaSe Mittwoch, 15. Juni 1932 GießenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Prrrf vnd Verlag: vrühl'sche Univekstlair-Vuch- ond Steinönidcret R. Lange in Liehet. Zchnstlritunq und Sefchäftzlelle: Zchnl'trahe 7. Annahme von XnzetaeN für die Tagesnummer bis zum jlacbmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8. ausmärts 10 Beichspsennig; für ‘Xe* klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Xeichspsennig, Platzvorschrift 20" , mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Mlh. Lange. Derantwonlich für Tolitih Dr Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.Tbyrwt; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzei zenteil Max <1 ilicr, iämtlid) In Gieren Erf che,nl täglich, außer Sonntags und Fe.erlag». Beilagen: Die Illustrierte Giesten-e ^amilienblattrr Heimat im Bild • Die Scholle Monat,H. Hier ist der Teil des Arbeitsentgelts, der bei der Berechnung des '21 r- beitslofenversicherungsbeitrages nicht berücksichtigt wird, mit der Höhe dieses Beitrages (34 vH.) z u r Abgabe nicht herangezogen worden. Bei Arbeitseinkommen zwischen 700 RM. monatlich und 3000 RM. monatlich beträgt die Abgabe von den ganzen Bezügen 5,75 vH. Sofern das Arbeitsentgelt im Monat den Betrag von 3000 RM. übersteigt, beträgt die Abgabe 6,5 vH. Auf der anderen Seite fällt aus Vereinfachungsgründen mit Wirkung vom 1. 7. 32 d i e Krifenlohn- steuer weg. In die Abgabe sind auch die Personen einbezogen worden, deren Gehalt oder Lohn auf Grund der Gehaltskürzungsoerordnungen zu kürzen ist, d h. die B e a mt e n, Angestellten, Arbeiter des Reichs, der Länder, Gemeinden und sonstiger Körperschaften des öffentlichen Rechts Die Abgabe für diese beträgt 1J vH. Die Abgabe entspricht in ihrer Höhe der Belastung, die die Reichsregierung Brüning mit der Ijprozcntigen Beschästigungsabgabe unter Beibehaltung der Krisenlohnsteuer vorgesehen hatte. Weitererhebung der Krisensteuer der Veranlagten. Durch die neu eingeführle Abgabe zur Arbeitslosenhilfe kommt die KrisenlOhnsteuer mit Wirkung vom l.Iuki 1932 ab in Fortfall. Da von der Abgabe zur Arbeitslosenhilfe nur die Lohnempfänger betroffen wecken, soll zum Ausgleich außer der bisher vorgesehenen einen Krisen steuerveranlagtenra te im Oktober 1932 noch eine zweite solche Rate im Januar 1 9 3 3 erhoben werden. Der Krifensteuer der Teranl-g en unterliegen bekanntlich außer den Lohnem'-s n-»ern über 16 003 Mk. alle sonstigen Einkommensbezieher ohne Rücklicht auf die Höhe des Einkommens, also z. D. auch Personen mit Einkommen aus Kapitalvermögen, Hausbesiy, aus freien ‘Berufen und aus Gewerbebetrieb. Das Aufkommen aus dieser zweiten Rate wird mit 45 Mill. Mk. angenommen. Aufbringungsumlage 1932. Auf dem Gebiete der Aufbringungsumlage sieht die Verordnung eine wesentliche Herabsetzung des bisher für das Rechnungsjahr 1932 vorgcschriebenen Aufkommens und damit öeällm- lagesatzes vor. Vei Beibehaltung der Freigrenze von 500 000 Mk. wird die Hope der Aufbringungsumlage für 1932 auf die Hälfte herabgesetzt, wobei ^u bemerken ist, daß der Um* lageschlüssel voraus'ichtlich immer noch höher sein wird als der für die letzten Jahre maßgebende. Was die Verteilung des Aufkommens anlangt, so werden von den 103 Mill. Mk. nur noch 40 Mill. Mk. für den Reichshaushalt in Anspruch genommen. Die restlichen 63 Mill. Mk. sollen in Höhe von 45 Mill. Mk. für die Zwecke der Oft» Hilfe und in Höhe von 15 Mill. Mk. für die gewerblichen Kredite verwendet werden. Galzsteuer. Die durch das Steuermilderungsgeleh vom 31. März 1926 aufgehobene Salzsteuer wird mit Wirkung vom 16. Juli 1932 ab wieder eingesührt. Sie beträgt 12 Pf. pro Kilo. Umsatzsteuer. Bei der Um Iahst euer wird die Freigrenze, die jetzt 5300 Mark beträgt, be'eitigt Dis zum 1. Juli 1931 hat in der Ilms atz steuer überhaupt keine Freigrenze bestanden. Sie ist erst durch die Notverordnung vom 1. Dezember 1933 eingeführt worden. Von den rund 4.5 Millionen umlaysteuerpflichtigen Personen fiel dadurch etwa die Hälft« aus der Umsatzsteuer heraus. Finanziell lieh sich der Ausfall verand- Der Gesamtplan der Arbeitslosenhilfe. ErleWemngderWoUahrlMenderSeinemdrii Giftmörderinnen. Die Gubener Giftmörderinnen Elsa Ziehm und Frau Ladewig sind verurteilt. -3n der Verhandlung haben sie die typische Erscheinung der Giftmörderinnen gezeigt, die uns erst vor einem Jahre in dem Riesenprozeß der ungarischen Giftmischerinnen so vielfach entgegentrat. Diese düsterste Gestalt des weiblichen Verbrechens ist uralt. Als der erste große Giftmord- Prozeß im Jahre 131 v. Ehr. in Rom verhandelt wurde, da glaubte man zunächst, vor einam Rätsel zu stehen. Plötzlich starben kurz hintereinander viele der angesehensten Männer an der gleichen Krancheit, die man erst für eine Pest hielt, bis ausfiel, daß nur Männer von ihr befallen und hinweggerafft wurden. Schließlich verriet eine Sklavin die Verschwörung vornehmer Frauen gegen das stärkere Geschlecht, enthüllte die Geheimnisse ihrer Gistküche, und nicht weniger als 170 Frauen wurden hingerichtet. Es blieb ein Rätsel, daß so viele Frauen, zudem aus den edelsten Geschlechtern, zu so gemeinen Mörderinnen werden konnten. Die damals größten Gelehrten konnten keine Antwort geben, und so nahm man leine Zuflucht zu einem alten, bei Unglücksfällen üblichen Brauch: Man ließ durch einen besonders dazu gewählten Diktator einen ehernen Ragel in den Jupitertempel einschlagen um das geschehene Anheil für die Vergangenheit zu tilgen und für die Zukunft zu „vernageln" zu verhindern. Allerdings har dieser Ragel nicht viel genützt. Ein endloser, grausiger Zug von Giftmörderinnen geht durch die Geschichte. Erst die moderne Psychologie hat sich darum bemüht, die Geheimnisse des Seelenlebens aufzuklären, aus denen solch schaurige Taten erwachsen. Auch Männer greifen zum Gift, aber sie tun es meist nur in einzelnen Fällen zur Erlangung eines bestimm- ten Zweckes, nicht gewohnheitsmäßig. In einer von der Wissenschaft angefertigten Statistik er- scheint eine viel größere Zahl von Frauen als Giftmörder, und die Zunahme der weiblichen Verbrechen dieser Art tritt besonders seit der Worten, da er bei dem damaligen Amsahsteuev- satz von 0,85 v. H. nur etwa 40 Mill. Mark betrug. Inzwischen ist dieser Ausfall aber durch die Erhöhung des Satzes auf 2 v. S>. auf 100 Mill. Mark gestiegen. Arbeitsbeschaffung. In Uebereinstimmung mit weiten Kreisen des Volkes empfindet es die Reichsregierung als unbefriedigend, daß dem weitaus überwiegenden Teil des großen Heeres der Arbeitslosen Hilfe nur a u f dem Wege der Unter st ützung gewährt werden kann. Sie versteht ihren dringenden Wunsch, anstatt der Unterstützung Arbeit zu erhalten. Die Lösung dieses Problems ist eine der vordringlichsten des ganzen öffentlichen und privaten Lebens. Die Arbeitsbeschaffung durch die öffentliche Hand, die übrigens immer nur in sehr geringem Ausmaße zur Milderung der Arbeitslosigkeit beitragen kann, sind leider durch die bedrängte Lage der öffentlichen Finanzen und durch die Verhältnisse auf dem Kapitalmarkt besonders enge Grenzen gezogen. 3m Rahmen dieser beschränkten Möglichkeiten wird aber die Reichsregierung alles tun, um w e - nigstens einen Teil der Arbeitslosen wieder in das Wirtschaftsleben einzugliedern, sei es auch zunächst nur für eine vorübergehende Zeit. Gedacht ist insbesonders an die Förderung öffentlicher Arbeiten auf dem Gebiete des Straßenbaues, des Wasserbaues und der landwirtschaftlichen Bodcnverbesserungen. Diese Arbeiten sollen ent» weder als öffentliche Notstandsarbeiten oder wo das zweckmäßig erscheint, im Wege des freiwilligen Arbeitsdienstes ausgeführt werden. Die Kosten und insbesondere die baren Aufwendungen werden mög-lichst niedrig zu halten sein. Die Notverordnung gibt der Reichsregierung die Möglichkeit, die hierfür erforderlichen Maßnahmen mit größter Beschleunigung und in einem möglichst vereinfachten Verfahren zu treffen. Zur Förderung der Arbeitsbeschaffung wird die Reichsregierung auch den weiteren Ausbau des freiwilligen Arbeitsdienstes ihre besondere Aufmerksamkeit zuwenden. Die Ausgestaltung des freiwilligen Arbeitsdienstes wird im Interesse der gesamten Wirtschaft auf zusätzliche Arbeiten beschränkt bleiben müssen. Jnstandsetzungsarbeiten an Wohnungen und die Teilung von Wohnungen verdienen vom arbeitsmarktpo.litischen und wohnungspolitischen Gesichtspunkt aus besondere Förderung. Die Reichsregierung hat sich daher entschlossen, die Zinsen für Darlehen durch Zuschüsse zu verbilligen sowie ferner Bürgschaften für Verpflichtungen aus derartigen Darlehen zu übernehmen. Ersparnisse in der Rechtspflege Vereinfachung der Rechtsmittel. Eine weitere Verordnung des Reichspräsidenten über Maßnahmen auf dem Gebiete der Rechtspflege und Verwaltung befaßt sich zunächst mit den Vereinfachungen und Ersparnissen. Die Rot der Zeit gestattet es nicht mehr, in jeder Strafsache drei Instanzen zuzulassen. In Zukunft wird daher gegen jedes Urteil des Amtsrichters oder des Schöffengerichtes nur noch ein Rechtsmittel, entweder die Berufung oder die Revision zulässig sein. Für bedeutendere Strafsachen wird das Gericht erster Instanz die Zuständigkeit der zweite-r Strafkammer (drei Derufsrichter, zwei Laienrichter) begründen. Revisionsinstanz ist das Reichsgericht. 3n allen Sachen, in denen das Rechtsmittel der Berufung gegeben ist, soll, um Verzögerungen zu vermeiden, das Gericht den Umfang der Beweisaufnahme nach seinem freien Ermessen bestimmen. Von den weiteren Reuerungen auf strafprozessualem Gebiet seien folgende hervorgehoben: Das Haftprüfungsverfahren unterbleibt, wenn der verhaftete Beschuldigte selbst darauf verzichtet. Die zulässige Dauer einer Unterbrechung der Hauptverhandlung wird von drei auf zehn Tage erhöht. Auch i n 3ugendsachen soll in Zukunft in gleichem Umfange wie bisher in gewöhnlichen Strafsachen der Einzelrichter an Stelle des Schöffengerichtes entscheiden können. 3n Privatklagesachen tritt das Gericht, außer den Armenrechtssachen, erst dann in Tätigkeit, wenn ein Vorschuß gezahlt worden ist. 3n E h e sch e i d u n g s- und Ehesachen, fotoie in Streitigkeiten wegen Herstellung der ehelichen Gemeinschaft wird die Revision nur dann zugelassen, wenn das De- rufungsurteil einen dahingehenden Ausspruch enthält. Weiter wird in Kostenfachen die Beschwerde von einer Deschwerdesumme von 50 Mark abhängig gemacht. Für die Einsichtnahme des Schuldnerverzeichnisses und die Erteilung schriftlicher Auskünfte sind Gebühren von 50 Pf. bzw. 1 Mark eingeführt worden. Um die Aufhebung des SA.-Verbols. Machen die Länderregierungen Schwierigkeiten? Mieikündigung und Zwangsvollstreckung. Die in der Verordnung des Reichspräsidenten vom 8. Dezember 1931 zugunsten des Grundbesitzes getroffenen Schutzmaßnahmen waren in ihrer W.rtung zeitlich beschränkt. Bisher war der Eintritt von Rechtsfolgen, die sich an die Richterfüllung gewisser Verbindlichkeiten und Lasten anknüpsten, nur für Leistungen ausgeschlossen, die bis zum 15. 3uli d. 3. fällig werden. Diese Frist ist jetzt auf den 15. Januar 1933er st reckt. Um die Dealkreditinstitute vor den Schaden, zu bewahren, die eintreten würden, wenn die Institute die ihren Pfandbriefgläubigern zu zahlenden Zinsen ohne Entschädigung aus anderen Mitteln verauslagen müßten, ist eine Vorschrift eingefügt worden, nach der der I Gläubiger befugt sein soll, bei Richtzahlung nach I dem 15. Juli 1932 fällig werdender Zinsraten einen vereinbarten Zinszuschlag zu verlangen, jedoch nur bis zur Höhe von jährlich 0,5 v. H. des Kapitals. In der Verordnung vom 8. Dezember 1931 war die Möglichkeit der einstweiligen Ein - stellung der Zwangsversteigerung nur einmal auf die Dauer von höchstens sechs Monaten zugelassen. Jetzt ist folgende neue Regelung getroffen worden: Die einstweilige Einstellung kann unter der Auflage der Erfüllung der Zinsverbindlichkeiten angeordnet werden. Sie darf grundsätzlich nur mit dieser Maßgabe erfolgen, wenn die Forderung des betreibenden Gläubigers innerhalb der ersten sieben Zehntel des Grundstückswertes sich hält. Die einstweilige Einstellung kann künftig auf ein weiteres halbes Jahr erneut angeordnet werden. Auch die erneute Einstellung soll grundsätzlich nur unter der Bedingung gewährt werden, daß der Schuldner seinen Verpflichtungen zu wiederkehrenden Leistungen in der Zeit der Einstellung nachkommt. Die erneute Einstellung soll aber schlechthin unzulässig sein, wenn der Schuldner bereits bei Inkrafttreten der Verordnung oom 8. Dezember 1931 mit wiederkehrenden Leistungen für einen Zeitraum von sechs Monaten im Rückstände war und zur Stellung des Antrages auf Fortsetzung des Verfahrens diese alten Rückstände nicht bezahlt hat. Für landwirtschaftliche Grundstücke ist im Inter- esse der Sicherstellung der Betriebsführung bis zur Ernte vorgesehen, daß die bei der Einstellung der Zwangsvollstreckung vorgesehenen Auflagen für die Zeit bis zum 30. September 1932 unzulässig sind. Für die Folgezeit soll es für die landwirtschaftlichen Grundstücke bei den allgemeinen Vorschriften bewenden. Besondere Beachtung verdienen die Uebergangs- bestimmungen zu den Vorschriften über die erneute einstweilige Einstellung der Grundstückszwangsversteigerung. Lohn- und Gehaltspfändung. Die Pfändungsgrenze betrug in der Vorkriegszeit monatlich 125 Mark. 1928 wurde sie auf 195 RM. erhöht. Die Pfändungsgrenze ist mit Wirkung vom 1. Juli d. I. ab auf 165 RM. monatlich herabgesetzt worden. Keine Verlängerung der Bürgersteuer. Bei Fehlbeträgen in den Gemeindehaus- Halten Durchprüfung der Ausgnbenfette. Berlin, 14.3uni. (CNB.) 3n der Notverordnung über die finanziellen Maßnahmen ist eine Verlängerung der Bürger st euer nicht enthalten. Von unterrichteter Leite erfahren wir, daß das Kabinett sich schlüssig geworden ist, sie f o r t f a l l e n zu lassen. Sie geht also mit dem Monat 3 u n 1 ; u Ende. Die Gemeinden hatten zwar beantragt, sie auch vom 1. Juli ab zunächst weiter zu erheben. Die Reichsregierung war aber der Ansicht, daß dse Gemeinden ohne die Bürger st euer aus- kommen müßten, da das Reich ihnen für die Oie innerpolillsche Notverordnung verzögert sich. Hitler beim Reichskanzler. Berlin, 14.3uni. (LNB.) Ls steht nunmehr fest, daß die Notverordnung über die innerpolitifchen Fragen, die mit der Pressefreiheit und der Aufhebung des SA.- und des Uniformverbois Zusammenhängen, nicht vor Donnerstag zu erwarten ist. Der Grund der Verzögerung liegt darin, daß Schwierigkeiten in der Uniformfrage eingetreten find, und zwar insofern, als eine Form der Notverordnung gefunden werden muß, die verhindert, daß die Länder von sich aus Verbote erlassen, und damit die Absichten der Reichsregierung durchkreuzen. Es scheint, daß mit den Ländern selbst wohl noch Fühlung genommen wird, um zu einer Verständigung zu gelangen. 3n politischen Kreisen nimmt man an, daß mit dieser Frage auch ein Besuch Adolf Hitlers und Görings beim Reichskanzler zufammen- hängt, der bereits am Dienstagnachmittag stattfand. WDAP. und Reichsregjemng. Berlin, 14. Juni. (CNB.) Unter der Ueber» schrift: „Wir warnen die Reichsregierung! — W o bleiben bie angekündigten Taten?' bringt der „Singriff" heute zwei Artikel, die sich mit der Haltung der Reicysregieruna gegenüber den oppositionellen Bestrebungen beschäftigt. Unter Bezugnahme auf eine Rede des Reichsbannerführers Höltermann in Darmstadt, welcher die schärfste, auch außerparlamentarische Opposition angekündigt hatte, schreibt das Blatt, die Regierung scheine kein Gefühl dafür zu haben, daß diese Worte die ganz eindeutige Drohung seien, daß das Reichsbanner es sich vor- । behält, angesi chts derAufhebungdesSA.- | Verbots zur Selbsthilfe zu greifen. Die Regierung werde sich lehr bald darüber klar werden müssen, ob sie die Dinge so weitertreiben taffen wolle wie bisher und ob sie es verantworten könne, der Anhäufung eines gefähr. lichen Zü n d st o f f e s mit einer an Apathie gemahnenden Gelassenheit fernerhin zuzufehen. Wenn die Regierung von Papen ihren erbitterten und vor keiner Infamie zurückschreckenden Gegnern gegenüber in der bisherigen Taktik des mißoerstanden- vornehmen Gewährenlaffens beharrt, so sehen wir außerordentlich trübe in ihre Zukunft. Der andere Artikel, den der Abg. Dr. Göbbels geschrieben hat, ist überschrieben: „Papen, werde hart!" Dr. Göbbels wendet sich gegen die Polemiken der Linlsblätter, gegen die Regierung und b.'milngelc die Z ^ckhältung I er Reichs- rcgierung. Dr. Göbbels schließt: Je länger man wartet, umsomehr gewinnt der Gegner an Zeit. Und ist er wieder einmal obenauf, er wird nicht mit sich spaßen lassen. Es geht um^pehr als um Partei- und Tagesfragen. Es geht um bie Sicherheit von Volk und Ration. Und darum rufen wir: „Papen, werde hart!" Der „Dölkische Beobachter" verzeichnet es als erfreulich, daß die Reichsregierung in Sachen _ der Aufhebung des SA.-Verbotes gegenüber den Länderministern fest geblieben sei. Eine andere Frage sei die, ob die frondierenden Länderregierungen, die nahezu alle nur geschäftsführende feien, es wagen würden, Anordnungen der Reichsregierung durch gewiss^ Ausführungsbestimmungen und andere Maßnahmen zu durchkreuzen. Jedenfalls würden derarttge Pläne erwogen. Die SA. werde aufderHutsein und jeden Versuch, den jetzigen verfassungswidrigen Zustand in den Ländern gegen den klaren Willen des Reichspräsidenten und des Reichskabinetts zu verewigen, unter Ausnutzung aller rechtlichen Möglichkeiten mit schärfster Abwehr beantworten. Wo in einem derartigen Kampfe die besseren Chancen lägen, brauche wohl nicht besonders gesagt zu werden. wohlfahrtsleistungen in diesem Etatjahre 670 Millionen statt 230 Millionen im Vorjahre zugewiesen hat. H?o sich in einzelnen Fällen Fehlbeträge ergeben, ist nach Auffassung der zuständigen Reichsstellen zunächst eine Durchprüfung der Ausgabenseite erforderlich. Recht interessant ist die Frage, ob bie Länder von s i ch aus berechtigt sind, die Bürgerffeuer weiter zu erheben. Das wird in Kreisen der Reichsregierung als unzulässig bezeichnet. Das Reich hat für die Erhebung bestimmte Vorschriften erlassen und darüber hinaus haben die Länder nicht die Berechtigung zu einer weiteren Erhebung. Die Gründe, die zum Fallenlassen der Bürgersteuer geführt haben, liegen vor allem in der generellen Belastung durch die 2lrbeifslofenabgabe. Dazu kommt, daß z.B. in Preußen die Beamten eine weitere Kürzung ihrer Bezüge erfahren haben. Eine rein nationalsozialistische Regierung in Oldenburg. Oldenburg, 14. Juni. (CNB. Funkspruch.) Nunmehr steht, wie aus einer Mitteilung der Parteileitung der NSDAP, in Oldenburg hervorgeht, fest, daß die Nationalsozialisten die oldenburgische Negierung allein bilden werden. Die Kandidatenfrage ist noch nicht geregelt. Aus aller Wett. Ein vierjähriges Kind von einem Adler entführt. In Ptre (Norwegen) war eine Familie mit ihrem vierjährigen Töchterchen zu einer Tauffeierlichkeit auf einem Bauernhof zu Besuch. Nachmittags hatte man sich ohne das Kind etwa 10 Minuten oom Hof entfernt. man zurückkam, war das Mädchen versch den. Nach vier Stunden ergebnislosen S: wollte man schon alles aufgeben, bis einer der Bauern darauf hinwies, daß nachmittags Aur Zeit, als man den Hof verlassen hatte, ein Adler über dem Gehöft schwebte. Sofort ging man erneut auf die Suche Iunb nach vielen Stunben kurz vor Mitternacht fand man das Kind in einem fast ^unzugänglichen Hoch- gebirgsmoor in der Nähe des Adlerhorstes. Da das Kind an einer sehr steilen Stelle aufgefunden wurde, nimmt man an, baß der Adler nicht die Kraft gehabt habe, das etwa 18 Kilo schwere Kind mit in feinen Horst zu schleppen. Das Kind war abgesehen von einigen Schrammen am Kopf u n - verletzt. Es erzählte, ein großer Vogel habe es mitgenommen. Solche Fälle haben ficy in Norwegen schon öfter ereignet, aber nie ist es den Adlern gelungen, die Beute in ihr Nest zu schleppen. Blausäurevergiftungen bei einer Schiffssäuberung. Ein folgenschwerer Unfall ereignete sich in Amsterdam bei der Säuberung des aus Niederländisch- Jndien zurückgekehrten 18 000 Tonnen großen Mo- torschiffes „Marnix van St. Aldegonde". Bei der Reinigung wurde Blausäuregas verwandt. Durch ein versehentlich nicht geschlossenes Kabinen- fenster war Blausäuregas ins Freie entwichen. Eine Anzahl Perfone erlitt dadurch schwere Vergiftungen, doch konnten die bereits bewußtlosen Personen wieder ins Leben zurückgeru- s e n werden. Ein hinzugezogener Arzt jedoch, der gleichfalls einen Ohnmachtsanfall erlitt, ist seitdem spurlos verschwunden, so daß vermutet wird, daß er im uZstande der Bewußtlosigkeit über Bord gestürzt und ertrunken ist. Der Vermißte ist der Assistent des Professors Synders vom Institut für Tropenhygiene in Amsterdam, Dr. Hoffmann. Der frühere Kaiser von Abessinien aus dem Gefängnis entkommen. Wie aus Addis Abeba gemeldet wird, ist der seit 1917 verhaftete frühere Kaiser von Abessinien, Liy Vassu als Frau verkleidet aus dem Gefängnis entkommen und befindet sich in dem unzugänglichen Godjamgebiet. Die Regierung hat starke Truppenabteilungen aufgeboten, um seiner habhaft zu werden, da befürchtet wird, daß sich Yassu Wiederinden Besitz des Thrones setzen will. Jahrhundertwende hervor. Dabei machen sich, wenn man so sagen will, gewisse „Moden" bemerkbar. Während das Arlenik, das Hauptgift der Renaissance, noch im Anfang des 19. Jahrhunderts vorherrschte, wird in den fünfziger Jahren durch die damals aufkommenden Phosphorzündhölzer dieses zurückgedrängt, ist aber doch das wichtigste Mordmittel geblieben. Warum die Frau so oft zu Gift greift, hat Professor Arthur Heffter in einer Schrift dargelegt. „Der Gewaltmord mit der Waffe liegt der Frau nicht", schreibt er, „denn es fehlt ihr an Kraft und persönlichem Mut ,an Entschlossenheit und Geschicklichkeit, während sie bei der Unauffälligkeit des Giftmordes keine Stärke aufzubieten braucht und kein Blut fließen sieht. Was sie beobachtet, Erbrechen und Schmerzen, ist ihr als Krankenpflegerin der Familie bekannt. Sie bleibt also innerhalb der Zuständigkeit ihres Geschlechtes. Heimlichkeit und List, die den Giftmord vorbereiten, sind nicht seltene weibliche Eigenschaften: hierzu kommt, daß die Freude an der schwer ober gar nicht entdeckbaren Ursache des Erfolges mehr weiblich als männlich ist." Die Giftmörderinnen suchen ihre Opfer häufig unter den nächsten Angehörigen. So verabreichte zum Beispiel die berüchtigte Marquise von Drin- villiers ihrem Vater etwa dreißigmal das Gift und führte ihm acht Monate lang Arsenik zu, bis er schließlich starb. Die Holländerin grau van der Linden, die 1885 zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt wurde, hat ihren Vater, ihre Mutter und ihren Sohn vergiftet. Margarete Gottfried in Bremen, deren Tat in der Romantik so großes Aufsehen erregte, vergiftete ihre ganze Familie. Frau van der Linden tötete außerdem 23 Personen, machte 36 schwer krank und rief bei 14 Personen Vergiftungserscheinungen hervor. Manchen Unglücklichen hat sie fünf- bis sechsmal zu vergiften versucht. Die Französin Marie Jean- neret wurde wegen neun Giftmorden zu 20 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Helene Jegado, die 1822 in Rennes hingerichtet wurde, vergiftete 26 Personen. Wie die Frauen dazu kommen, solche Massenverbrechen zu verüben, läßt sich aus den Geständnissen vieler Giftmörderinnen erkennen. Zunächst wollen sie wirkliche oder vermeintliche Hindernisse überwinden. Wenn dies geglückt ist, läßt sie die Geldgier zu weiteren Morden schreiten, und schließlich morden sie um des Mordes willen. Von der „deutschen Brinvilliers", der Rürnbergerin Margarete Zwanziger, die zuerst aus Rache, dann aber ohne jeden ersichtlichen Grund Gift gab, hat der große Kriminalist Anselm Feuerbach gesagt, das stolze Gefühl unwiderstehlicher Macht habe sie zu den Verbrechen getrieben. Bei der Jegado war es eine ausgesprochene Monomanie. Sie war ein tüchtiges Dienstmädchen aus der Bretagne, das die Personen, die sie vergiftet hat, bann mit großer Sorgfalt pflegte. „Ueberall, wohin ich auch komme, folgt mir der Tod", sagte sie. Die erbliche Belastung läßt sich in dielen Fällen nachweisen: daneben zeigt sich be- sonbere Willenskraft und seelische Stumpfheit. — Bezeichnend für die Gemütsverfassung dieser Mörderinnen ist die Aussage der Gottfried, die erklärte: „Ich hatte gewissermaßen Gefallen am Giftgeben. Ich schlief ruhig, und alle diese unrechten Handlungen drückten mich nicht. Man schaudert doch sonst vor dem Dösen: allein, das war bei mir nicht der Fall. Zuweilen war ich monatelang von dem Vergiftungstriebe frei, dann kam aber wieder eine Periode des Gegenteils. Am häufigsten gab ich Mäusebutter gkrfonen, mit denen ich allein war. Da fühlte ich diesen Trieb am stärksten. Ich konnte mit Lust morden!" A. F. Oer Denkzettel. Eine hübsche Geschichte aus der friderizianischen Zeit wird in der kürzlich erschienenen und von Wilhelm v. Massow verfaßten Familiengeschichte des pommerschen Adelsgeschlechtes „Die Massows" erzählt. Der Held der Geschichte ist der Etatsund Kriegsminister Valentin v. Massow, den Friedrich der Große kurz nach dem Frieden von Hubertusburg auf diesen wichtigen Posten berief und der in seinem stattlichen Haus in der Wil- helmstrahe, der heutigen Dienstwohnung des Reichspräsidenten, bis zu feinem Tode segensreich wirkte. Massow besah einen ungewöhnlichen Leibesumfang. Als zwei der jüngsten Offiziere vom Regiment Gensdarmes einst in den Straßen von Berlin spazieren gingen, fiel ihnen ein ungeheuer dicker Herr auf, und in ihrem Uebermut schloßen sie eine Wette ab, wie dick der alte Herr wohl sei. Run hieß es: „Wir müssen den Dicken me,s:n!" Dieser war unterdessen herangekommen: der eine der jungen Leutnants trat auf ihn zu und bat mit angenommenem feierlichen Ernst, ihn messen zu dürfen. Dies wurde mit der größten Liebenswürdigkeit gestattet. Dann trennte mein sich mit höflichem Gruß. Einige Tage darauf e.h e. en die leiden jungen Herren eine Einladung Su Tisch zu dem ihnen ganz unbekannten Minister v. Massow. Reugierig nahmen sie die Einladung an, aber wer beschreibt ihr Entsetzen, als sie in dem Hausherrn, der sie freundlich begrüßte, den dicken Herrn wiedererkannten, den sie gemessen hatten! Roch größer wurde ihre Verzweiflung, als sie hinter dem Hausherrn die Gestalt des gefürchteten Generals v. Ramin, des Komman- danten von Berlin, auftauchen sahen, der durch die übergroße Strenge bekannt war, mit der er gegen die Streiche junger Offiziere vorging. Wenn er etwas von der Geschichte erfuhr, war es um ihre Karriere geschehen. Mit großem Unbehagen setzten sie sich zu Tisch. Anfangs ging alles gut, aber dann begann der Minister, zu Ramin gewendet: „Denken Sie sich, Herr General, was mir kürzlich passiert ist!" — und nun erzählte er die Geschichte von der „Messung". Der General geriet darüber in gewaltigen Zorn und versicherte, er werde die Täter exemplarisch bestrafen: ob Se. Exzellenz nicht wisse, wer die beiden frechen Kerle gewesen seien? Rach einer kurzen Pause, die den beiden erblaßten armen Sündern eine Ewigkeit dünkte, zuckte Massow lächelnd die Achseln und erklärte dem wütenden Kommandanten, er habe sich darum nicht gekümmert und nicht einmal auf die Regimentsuniform geachtet. So ging alles für die beiden Missetäter glücklich vorüber, aber an den feinen Denkzettel, den sie auf diese Weise erhalten hatten, haben sie ihr Leben lang gedacht. Dr. von unserem Di« von Weizsäcker mefrzinftchen Standpunkt aus behandelte, sprach Prose'sor M« zger - Marburg über die ju- risti'che Seit«. Den Vorträgen folgt« eine an- gen Tagen beendet sein. Anschließend wird vom Stadtbauamt eine Erneuerung der Fahrbahn vorge- nommen, bei der dieser Teil der Sonnenstraße, der bekanntlich sehr stark befahren wird, endlich auch eine glatte Fahrbahndecke bekommen soll. Diese Verbesserung wird zweifellos in weiten Dürgerkreisen begrüßt werden. 120 Kilometer Schne1l;ugS- aesckwindigkeit pro (stunde.. WSV. Mainz. 14. Juni. Aus der Strecke Mainz — Mannheim und zurück wurde dieser Tag« zur Erprobung neuer Loko- m o t i v e n ein Eonderzug gefahren, der die De - schwindigkeit von 120 stk m erreicht«. Die normale Geschwindigkeit der Schnellzüge beträgt im Höchstfälle 90 km. Wisset schafiliche Tagung in Bad-Nauheim. geregt« Aussprache. Kommunistische Gewalttaten nach Hitler-Kundgebungen WSA. Mainz. 14. 3uni. Die gestrige Hitler- Kundgebung fand ihren Ausklang in einem Fackelzug, der sich in später Abendstunde bur3> Der« schiedene Straßen der Stadt bewegte. Das gab den Kommunisten Veranlassung, Gegenot' monstrationen zu versuchen. Als die Spitze des Fackelzuges die Kaiserstraße erreichte, ver- suchten die Kommunisten. denZug zus pr en - gen. Es kam dabei öfters zu Zusammenstößen zwischen den Nationalsozialisten und den Kommu- niften, die stets von der Polizei mit dem Gummi- knüppel wieder au sein anderge trieben wurden. Em Aus Einladung des Ehes« des Gießener Polizei- omtes. Polizeidirektor Dr. Kayser, fand gestern mittag im Polizeiamt eine Besprechung mit einer Anzahl Herren aus der Gießener Durger- fchcrst statt, die der Organisation des zivilen Luftschuhes für die Stadt Diesten galt. Aach einer Verfügung des hessischen Innenministers ist, wie in zahlreichen anderen deutschen Städten, auch für die Stadt Gießen ein Luf tschuhbeirat zu bilden. Polizeidirektor Dr. Kayser leitete die Besprechung mit einer Ucbersicht über die Ge- dankengänge. di« zu dieser Organisation führten, ein Anschließend entwickelte Polizeimaior Hof - mann in einem längeren Vortrage die verschiedensten Möglichkeiten für die Tätigkeit des Luft- schuhderats Es handelt sich dabei um v o r b e u - gend« Sicherheitsmaßnahmen zum Schutze des Lebens der Zivil bep oller ung für ben Fall eines feindlichen Flieaer- Vorstoßes bei etwa.gen rriegerischen Verwicklun- gen. Ein« akut« Gefahr nach freier Dichtung hin besteht ja gegenwärtig nicht aber angesichts der Entwicklung der Zliegerwaffe und der durch daS Diktat von Versailles unserem Daterlande zwangsweise auferlegten völligen Abrüstung aus diesem Gebiete erscheint eS dringend geboten, wenigstens alles das zu tun. um der Zivilbevölkerung soweit wie möglich Schutz gegen feindliche Fliegerwirkung zu gewährleisten. 11 ebn - genS sind gleiche Sicherheitsmaßnahmen nicht nur in vielen anderen deutschen S'.ädten vorbeugend bereits getroffen worden, sondern auch im Ausland« hat man auf diesem Gebiete schon seit langer Zeit umfassende Vorkehrungen für die Sicherheit der Zivilbevölkerung geschaffen Ais Ergebnis der Desprechung wurde em Luftschutzbeirot für unkte Stadt ein- gefetzt, dem zwölf Herren angeboren.und be’fen Vorfitz der jeweilige Pvlizeidirektor fuhren wird. 3n dem Ausschuß wirken Vertreter der öllent- Heben Betriebe, der Industrie, der Aerzte'chaft. der einschlägigen Wissenschaft der toben ©am- tätskolonnen und der Technischen Aoth.lfe mit. Reisepässe rechtzeitig beantragen' Das Polizeiamt Gießen teilt mit: Mit Aückficht auf die bald einsehende Aeisezcit ist eS vorteilhaft, di« Aeisepässe rechtzeitig, späte st ens 5 Wochentage vor Antritt der Aeif«. bei d e m z u st ä n d i g en P o 1 i - zeib^zirk z u beantragen, damit sie nach dieser Zeit auf dem Polizeiamt, Zimmer Ur 40 (Paßstelle) in Empfang genommen tocröen fon- nen. Aur in ganz dringend gelagerten Fällen (schwere Erkrankung. Todesfall) kann die Ausstellung eines Passes in kürzerer Zeit Dor genommen werden. W r weifen ferner darauf hin, daß deutsche Dä'fe, deren Geltungsdauer bereits abgelaufen ist. nicht mehr verlängert werden, können. Di« Verlängerung eines Paffes kann nur vor Ablauf auf dem Polize.amt (Paßstelle) erfolgen. Bereits auf die Dauer von fünf 3obren ausgestellte Pä'fe werden mit Ablauf ungültig, eine Verlängerung ist nicht mehr möglich Die Paßbilder müssen aus neuester Zeit fein, die Gleichheit der dargestellten Perlon mit dem Paßinhab r zweifelt rci erkennen lassen und dürfen einen Stempel oder Telle eines solchen nicht tragen. Bei Beantragung muß die betret-- sende Person, auf die der Paß lauten foll, selbst erscheinen, auch die Abholung des Paßes muß vom 3nhab«r auf dem Polizeiamt (Paßstelle) erfolgen. Da ein« eigenhändige Unterschrift zu leiden Durfte. Sylvester Matuska, der größte Verbrecher des Jahrhunderts, wie ihn der Berliner Kriminairat Gcnnat nannte, war der erste in jener Reihe von Kapitaloerbrechcm, die durch ihre Untaten säst ein Howes Jahr hindurch ganz Oesterreich in Atem D. Berichterstatter. tilgung ist, weiß auch bei Jüterbog jeglichen Verdacht von sich abzulenlen. Durch die am Tatort gefundene Rümmer einer nationalsozialistischen Zeitung mit Den Worten: -Attentat. Revolution, cieg |eilten rechtsradikale Kreise verdächtigt werden. Die damals hervorgcrusene Empörung gegen die- Rechtsparteien ist noch allen in Erinnerung. Über auch bei Jüterbog gibt es noch keine Toten. Matuska aber will tote, will namenlose» Elend sehen 21m 13. September 1931 fliegt der Schnellzug Wien—Budapest bei Bia-Torba- g i) in die Lust, zwei Schlafwagen, drei Personen- wagen samt Tender und Lokomotive sausen oom Viadukt in einen Abgrund. Unter ihren Trümmern 30g man 22 Tote. 107 Schwerverletzte und zahlreiche Leichtverletzte hervor. 21m Tatort sand man einen Zettel mit kornmu- Sylvester Matuska aus der Anklagebank. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Wien, 13. Juni 1932. Arn 13. September 1931 Mittag wurde ganz Mitteleuropa durch die Hiobsbotschaft alarmiert: „Eisenbahnattentat bei Bia-Torba» gy! 22 Tote, 107 SchwerverletzteI" Jetzt, säst an dem Tage neun Monate später, wird sich der Urheber dieses furchtbaren Verbrechen», der auch die aufsehenerregenden Anschläge von Jüterbog und 21 n z b a ch auf dem Gewissen hat, der ungarische Kaufmann Sylvester Matuska, vor den Wiener Schossen zu verantworten haben. Hier in Oesterreich, wo er nur zwei mißglückte Anschläge aus den D-Zug Wien—Passau bei Anzbach im Winter 1931 versucht hat, wird Matuska nur des Verbrechens der öffentlichen Gewalttätigkeit unter besonders gesährlichen Verhältnissen angeklagt. Im Lause der Verhandlung wird aber auch die Geschichte der mörderischen Anschläge in Deutschland und Ungarn zur Sprache kommen, so daß dieser Prozeß einer der interessantesten der modernen Kriminalgeschichte wer- Aus Der ProtMtutofbaupfftotH Gießen, den 15. 3uni 1932. politische Kraftwagenti aneporte wieder verboten. Amtlich wird entgegen umlaufenden Gerüchten darauf hingewiefen, daß das Tragen von Parteiuniformen nach wie vor d erbot e n iß Die Polizeibehörden sind angewiesen, mit aller Strenge aus die Einhaltung de» Verbots zu achten. Für den Lastkraftwagentransport zu politischen Zwecken, der verboten ist, waren für die Zeit de» Wahlkampfe» gewisse Lockerungen zuaelassen worden. Das hat zu schweren Miß- brauchen geführt. U. a. wurden in Reichenbach im Odenwald von den Nationalsozialisten zur Ver- S A. - M a n n erhielt einen Magenstoß, so daß er bewußtlos zusammenbrach und in das Krankenhaus gebracht werden muhte. Erst in später Abendstunde war die Ruhe wieder her- O^WSR. WormS, 14. Iuni. Der Polizei bericht meldet zu der am Sonntag hier stattgesundenen Hitler-Kundgebung-. Sehr starker polizeilicher Schutz wurde seit den Vormittagsstunden auf den Zufahrtsstraßen, in der Stadt und um das Stadion aufgeboten. Um 19 Uhr kam eS in der Main» zer Straße zu schweren Ausschreitungen. Obwohl die Straße polizeilich beseht war, wurden von der Stadt abfahrende Lastkraftwagen einer Gruppe nationalsozialistischer Versammlungsteilnehmer auS dem Hinteichalt aus Häusern und aus Verstecken in den angrenzenden Gärten beschossen und m i t Steinen beworfen. Als die Wageninsassen auSgestiegen waren, drohte eine Schlägerei allergrößten Umfanges: es fielen wieder Schüsse. Den anwesenden Polizeibeamten gelang es. die Schlägerei nur dadurch zu verhindern, daß sie ebenfalls einige Schüsse abgaben. Sofort herbeigerufene Polizeiverstärkung schaffte rasch Ordnung und zerstreute die außergewöhnlich großen Ansammlungen au- diesem Stadtteil. Festgenommen wurden zwei Personen wegen Widerstandes und Werfens mit Steinen. Einbrecher auf Tour. WSW Frankfurt a. M., 14. 3unL In den letzten Tagen sind wieder viele Einbrüche bei der Polizei zur Anzeige gelangt. Es handelt sich haup sächlich um Wohnung seinbrüche. 3n der Kelsterbacher Straße konnten die Diebe Kleidungsstücke. Bargeld. Schmuckfachen und sämtliche im Hause befindlichen Fahrräder mitnehmen. 3n einem Hause im Rordend erbeuteten sie Schmucksachen im Werte von über 2500 Mark, außerdem 500 Mark in Goldstücken. Einem Kassierer einer Kranken- und Lebensversicherung wurde aus der Küche eine Kassette gestohlen, die etwa 400 Mark enthielt. Die leere Kassette wurde in einem in der Rahe befindlichen Garten gefunden. Außerdem sind zahlreiche Büro- unä Schaukästeneinbrüche und auch ein Einbruch In ein Zigarrengeschäft in der Friedberger Landstraße, wo für mehrere hundert Mark Zigarren und Zigaretten gestohlen wurden, verübt worden. Sühne für Bia-Torbagy. Oer Massenmörder im ÄiedermannSgewand — Sisenbahnalteniate am lausenden Band. WSA. Bad-Rauheim, 14. Ium. Hessische Vereinigung für geriet- lichePsychologteundPfychiatn« hielt im hiesigen Kerckhofs-Institut unter Leitung von Geh. Iustizrat M i t t« r m a i« r - Gießen eine Tagung ab. die von etwa 50 Juristen und Aerzten besucht war. 3m Mittelpunkt der Verhandlungen standen zwei Referate über P'ychoanalyse und individuelle Psychologie. Während Professor --- .Heidelberg das Thema vom punft aus behandelte, sprach der Täter signalisiert war ... Sechs Monate später rüttelte der Jüterboger Anschlag die Welt auf. Matuska, der, wie der Wiener Polizei-Vizepräsident Dr. Brandl vor einigen Wochen in einem Vortrag in der Internationalen kriminalistischen Gesellschaft darlegte, ein wahrer TI e i ft e r der Spurenver- ftärfung ihrer Anhängerschaft mittels eines Last- krastwagen» Parteimitglieder aus Bensheim und Zwingenberg herangeschafft, die schwer bewaffnet "DasDorfahrtrechtderKraftposten ist wie das Postamt Gießen uns mitteilt, neuerdings wieder durch das Oberlandesgericht Jena als Revisionsinstanz bestätigt worden. Zur Begründung wird angeführt: Rach §19 des Postgesetzes vorn 28. Oktober 1871 muß jedes Fuhrwerk den Posten auf das übliche Signal ausweichen. Der Begriff „Fuhrwerk- erstreckt sich selbstverständlich auf Kraft- wagen, unter „Ausweichen- fällt auch das Frei- machen des Weges bei einer Kreuzung. Der anye- zogene Paragraph ist mit dem Poftgesetz noch gul- ttg- ob die Aufrechterhaltung des Dorfahrlrechts der Postwagen unter den heutigen Derkehrsoerhaltnissen noch berechtigt ist, Hal das Gericht nicht zu prüfen. — Die Entscheidung ist für die Kraftwagenfuhrer und für alle Fuhrwerksbesitzer von besonderer Wich- tigkeit, denn Unkenntnis des Gesetzes schützt nicht vor Strafe. •• Sitzung des P r o v t n z i a l a u s ( ch u (- s e s. Am nächsten Samstag. 18. Juni, 8.30 Uhr bc- I ginnend, findet im Sitzungssaal des Regierungs- gebäudes zu Gießen eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhejsen statt mit folgender Tagesordnung: L Klage des Bezirks- fürsorgeverbandes Detmold-Stadt gegen den Bezirks- fürsorgeverband des Kreises Friedberg auf Erftal- I tung von Derpflegungskosten für Willi Keeb aus Detmold. 2. Klage der Maria Theresia Breu tn Bad-Nauheim gegen den Beschluß des Kreisamts Friedberg oom 11. Mai 1932 wegen Verjagung der Erlaubnis zum Betriebe einer Gaftwirtichaft im Hauie Waldstrahe 20 in Bad-Nauheim 3. Klage der Luise Schild in Münster gegen den Beschluß des Kreisamts Friedberg oom 11. Mai 1932 wegen Verjagung der Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirt- schäft in Münster. •• Sonderzüge nach der f) 111 c r > -8 e r • f a m m I u ng. Um die von auswärts kommenden Besucher ber 5)itler-®erlammlung am nächsten Freitag- abend int) er Dolkshalle wieder heimbefärdern zu können, ist der Verkehr von 5 Sonderzügen ab Bahnhof Gießen vorgesehen. Die Sonderzüge werden wie folgt gefahren: Gießen ab 0.16 Uhr über Londorf nach (Brünberg und von dort über Reis- kirchen nach Gießen zurück: Gießen ab 0.23 Uhr nach Friedberg-, Gießen ab 0.10 Uhr nach Limburg. Gießen ab 0.07 Uhr nach Hungen- Gießen ab 0.08 Uhr nach Marburg. •• Wasserleitungsverbefserung und Straßenherstellung. Zur Zeit laßt das Städtische Wasierwerk in der Sonnenstraße z.vi'chen Schulstraße und Kreuzplatz zur Verbesserung der Wasserleitungsanlage eine nette Rohrleitung verlegen. Diese Arbeiten werden voraussichtlich in eint- seiner Freude an Grauen und Sensation fröhnen zu lönqen. Denn erwiesenermaßen hatte, Matuska bei seinen Anschlägen nicht den gering ft cn materiellen Vorteil, lediglich sein Trieb und eine „innere Stimme“ waren Komponenten seiner Handlungsweise. Wenn man einerseits härt, daß dieser Mann durch seine Untaten „die Arbeitenden dieser Welt erlösen wollte“ und andererseits erfährt, daß der Der- brecher ein ausschweifendes Sexualleben führte, knapp vor jedem Mordanschlag die widerlichsten Orgien feierte, um gleich darauf durch Spreng- stoftanschläge seinen wirren, weltanschaulichen Wünschen Geltung zu verschaffen, so erscheint cs fast, als ob ein Geisteskranker die furchtbaren Der- brechen verübt hätte. Dennoch Haden die Sachoer- ständigen Matuska für g c t ft i g normal erklärt, wenn sie bei ihm auch einen stark hcrostratisch- sadistischen Zug, fcftfteUcn konnten. Das Raffinement, mit dem der Verbrecher zu Werke ging, war geradezu grandios. Er machte aus (einen Untaten ein Studium. In jahrelanger Arbeit wurde jede einzelne Möglichkeit erwogen. Er knüpfte Bekanntschaften an, um sich über die Wirkung von Sprengstoff zu informieren, er lauft um teures Geld einen Steinbruch, nur um sich unauffällig Ekrasit beschaffen zu können. Nach dem Anzbach er Anschlag, bei dem glücklicherweise noch keine Todesopfer zu beklagen waren, wird in ganz Europa nach dem Täter gefahndet. Zur selben Zeit sitzt ein angesehener Kaufmann, Sylvester Matuska, in feiner gut bürgerlich eingerichteten I Wohnung beim Kaffee und lieft feiner Frau empört aus der Zeitung von dem Verbrechen vor. Derselbe Matuska, der mit peinlichster Sorgfalt noch vor einigen Stunden in einem Wiener Hotel die bei dem Attentat getragenen Kleider und "den entstellenden Gcsichtsoerband verbrannte, mit dem nistischen Schlagworten. Nun verdächtigte ganz Europa die .Kommunisten der furdubaren ‘Bluttat, aber schon am 7. Oktober ist der schwerverdächtige Matuska bei der Wiener Polizei in Haft Nach langem Leugnen bricht der Mann zusammen, und al» seine Gattin belastende Angaben mau^i, legt er ein Geständnis ab. Der Zettel von Bia-Tordagy, eine phantastische Geschichte über das Jüterboger Attentat, das angeblich durch einen 'Berliner Geheimklub, wo man mit Blut unterschreiben mußte, verübt wurde, bestärken die Oefscnilichkeit in der Annahme, daß Matuska Kommunist (ei. Matuska wurde ein Politikum der Wiener und Budapester Blätter. Ein Wiener Linksblatt wurde verdach- tigt, mit dem Verbrechen in Zu(aminenhang zu stehen, als Antwort wurden Bilder von Matuska bei einem Horty-Bankett veröffentlicht, die Wiener ungarische Gesandtschaft (ah sich genötigt, zu intervenieren und in ganz Wien gab es nur ein einziges Thema: Matuska. Es stellte sich jedoch bald heraus, daß der Mann ohne jeglichen Auftrag allein feine Taten begangen hatte. In der Hast selbst verhält sich der Attentäter ganz absonderlich. Matuska, der sich schon während der Verhöre (ehr kindlich und religio» gegeben hatte, betet viel, arbeitet an religiösen Zeichnungen, von denen feine Familie leben (oll, und macht die tollsten technischen Projekte. Daneben lieft er eifrig Biographien berühmter Männer und macht Randbemerkungen, wie etwa Napoleon die Schlacht bei Waterloo doch hätte gewinnen können und dergleichen mehr. Außerdem hat Matuska zwei ganz absurde Tonfilmproiekte ausgearbeitet, die, wie verlautet, sogar im Prozeß zur Verlesung kommen sollen. Man hört, daß es dem Mann beinahe noch einmal gelungen wäre, durch eine neue, ganz unglaubliche Geschichte, die er nach Widerruf feiner Geständnisse dem Untersuchungsrichter auftischte, jeglichen Verdacht zu entkräften. Die Polizei war 14 Tage bemüht, feine (ehr präzifen Angaben zu I überprüfen, und nur der genauen Arbeit der Berliner Kriminalisten ist es zu verdanken, daß dieser letzte Fluchtversuch aus den Maschen des Gesetzes verhindert wurde. Die Behörden bezeichnen das Verhalten dieses interessanten Mannes als meisterhafte Simulation. Es ist daher begreiflich, daß man mit größter Spannung dem Prozeßbeginn am 15. Juni entgegensieht. Das Beweismaterial des Staatsanwaltes soll große Ueberraschungen bringen. So wird unter anderem ein Pariser Zeuge geführt, der aussagen soll, daß Matuska im Jahre 1926 ben französischen Staalseisenbahnen ein geradezu geniales Patent zur Verhütung von (Eifenbahnunfällen zum Kauf anbot. Es kam später doch nicht zu diesem Geschäftsabschluß. Man könnte daraus ableiten, daß der Verbrecher durch feine Untaten die Welt auf die Notwendigkeit seiner Erfindungen aufmerksam machen wollte. Sylvester Matuska, der Pontofsel- machersohn und Spekulant aus Kroatien, dieser sittlich derart entartete Mensch, diese sonderbare Mischung von Herostrat und Satyros — dieses kindlich-naive Verbrechergenie wird tn Oesterreich nach den Buchstaben des Gesetzes milde bestraft werden. In Ungarn aber wartet man aus den 22fachen Massenmörder mit dem Gedanken: „Sühne für Dia-Torbagy!" ft«n ist. M nderjährig« bedürfen zur Ausstellung eine« waren Bei "der Durchsuchung auf Waffen wurden I Pa'ses der Einwilligung .^ ScfetzUchen Dertre- zwei Pistolen, darunter eine Kaliber 08, gefunden. I tert. (Vaters, oder gerichtlich bestellten Bor- Zahlrciche andere Waffen wurden auf dem Platz munds.) Per'onen we^he noch keine 6 Tonale gefunden auf Dem die Teilnehmer an der Fahrt fr« gemeldet find muffen eine Unbedenklich- gelagert hatten, so z. B. Dolchmesser, Gummi- keitstoche.nigung ihres letzten Aufenthaltsortes knüppel, Latten, zugeschnittene Holzknüttel und an- bei der Antragstellung vorlegen, dcrc Schlagwerkzeuge. Der Minister des Innern Sollt Wendfeier auf der Herchenhamer hat deshalb Anweisung gegeben, daß bas Iran »• I portDcrbot für Lastkraftwagen rolc-l' VOkie. der In vollem. Umfang mit der bisherigen Di« 3 u g« nb des Vogelsberger Hö - Strenge gehandhabt wird. hen-ElubS (V H E.) begeht am SamStag. tfrleidlferunaen öer (3runbfteuer 18. Iuni, auf der Herchenhainer Höhe k zä. cz x rx I baS althergebrachte Fest der Sonnwendfeier. unö Oonoergebäuoesseuer. Aach Ankunft des letzten Abendzuges in Hart- Aus Grund de» Artikels 3 Ads. 4 des hessischen mannshain wird etwa um 21.30 Uhr ein mäch- Ausfuhrungsgeletzes zum Fmanzausgleichsgcjetz tigeS ©onntDenbfeuet auflobern du bem mit ®e- unb bes Artikel» 12 des hessischen Soribergebaube- nehmtgung des jorftamto Grebenhain Holz in steuergesetzes hat der Hess. Finanzminister für da» dem nahen Walde gesammelt worden ist. »'.ne Rechnungsjahr 1932 und folgende bestimmt: Feuerred« des Obmanns der VHG-3ugeich wird ep ^U9l ytllt,uluv .......... ... —.... 1. Zwingt die gegenwärtige Wirtschaftslage zur dem Feuer vorausgehen: das Lied ..Flamme @r mar auch der erste in dieser eerie, der Vermietung von Gebäuden oder Ge» empor!", gesungen von Buben und Mädels, wtro üU9 cjncm gUt bürgerlichen Milieu stammt, ein bäubetellen zu einem geringeren Be - die lodernden Flammen begle-.ten. „Leucyicnoer Verbrecher in Biedermannsgewand, trag als dem, der der gesetzlichen Miete ent- Schein! liebe wir singenden Paar« schworen am ßicfcr braoc Familienvater war zugleich ein Der- spricht, (o sind auf Antrag die hierauf entfallende Flammenaltar«, Deutsche zu fein!' Dann hat Die brc(2er allergrößten Stils, der sich ein Eisen- — auch aus Rechtsgründen etwa bereits herab- Iugend daS Wort mit Spiel und Tanz, mit t)üf)ndllcntat bis zu 800 Reichsmark kosten liefe, gesetzte — staatliche Sonbergebäubefteuer unb ber Zupfgeige und Fiedel, mit unb bas nur, um, wie er selbst angibt, -Zuschlag zur staatlichen Grundsteuer nach dem Frohscin. Aach älebernachten im Dater-Benver- |ejncr Freude an Grauen und Sensation fröhnen Gesetz vorn 5. Dezember 1930 im Verhältnis des Heim kann am Sonntag in Herchenhain der Mietunterschiedsbetrags zur gesetzlichen Miete zu Gottesdienst besucht werden, wonach eine ermäßigen. Die Ermäßigungen sind zu gewähren kurz« Dedenkfeier an dem Ebrennial oom 1. de» Monats ab, für ben die geringere der gefallenen 03^5. er stattfindet. Der Miete zu entrichten ist. Anträge sind bi» zum Ab- Sonntagnachmittag ist bann ganz dem frohen lauf ber Einspruchsfrist gegen ben Steuerbefdjeib Spiel der Iugend auf den Matten der Herchen- für da» betreffende Rechnungsjahr bei dem Fi- Hainer Höhe gewidmet. Die „reifere 3ugcnb . nanzamt zu (teilen. so von 20 bis 70 Iahren. muß an dem Tage I 2 Soweit Wohngrundstücke (z. B. Ein- mit Hilfe des mitgebrachten St mm s ch ei ns fatnilienhäufer, Dillen), die bisher eigenbenutzi in Herchenhain ihrer Wahlpflicht genügen, waren, ganz oder teilweise unverschuldet leerstehen, ^erienssudenten ül6 Erntehelfer, sind auf Antrag die — auch aus Rechtsgrunden I o i etwa bereits herabgesetzte — staatliche Sonderge- 3m Laufeder letzten 2ochresind bäudesteuer und der Z u s ch lag zur staatlichen der praktischen Landwirtschaft auf Grund der Grundsteuer nach dem Gesetz vorn 5. Dezember guten Erfahrungen immer ^hr dazu uöerge 1930 zu ermäßigen. Die Ermäßigung ist nach dem gangen, wahrend tor dreimonatigen go$f$ul Verhältnis zur Friedensmiete des leerstehenden ferien (Mitte 3uli bis Ende Oktober) Studenten Teils des Grundstückes zu der gesamten Friedens- für die versch.el>nsten ^eiten einzustel en. ^ miete au berechnen, und zwar für die Zeit vom Landwirtschaft hat gerade »n dieser Zeit einen 1 des^Monals ab, in dem die Räumung erfolgt besonders starken ^^"^kraften manmg- ist Als .Leeren" bczw. „Räumen" einer Woh- faltiger Art, to auf diese ‘206116 gut Jw nunq gilt auch die Entfernung solcher Einrich- den kanm. Die Studierenden wiederum haben da tungsstucke, ohne deren Vorhandensein ein Be- durch Gelegenheit, andere legenden mit Land wohnen der Räume im üblichen Sinne nicht mehr und Leuten kennenzulernen und was ft^ große möglich ist (Beispiel: Küchen- und Schlafzimmer- Teile der Stadierenden besonders wichtig ist, cinnchtuna sind entfernt im übrigen sind die Mö- I während der werten Geld zu verd^nen. Aach den bei in ber® „geräumten" Wohnung9 zurückgeblieben), »orlicgenben ®^abrunflen ©erb^ bie Gegebenenfalls ist nach Lage bes Einzelsalles ab- den der Landwirtschaft für die Arbeiten auf dem xuftufen Mnkaä tclliina wie bei 1. Lande erklärlicherweise stark bevorzug^ so daß 3 3 Mrd eine große ^Wohnung in 2, 3, 4 usw. in den letzten Iahren mehr ordert wurden selbständige Wohnungen durch wesentliche Umbau- al« zur ^rsügung sta^m ^r dato ^lmmt arbeiten geteilt so ist — ohne Rücksicht au die damit rechnen will geeignete Studierende der wie b»l 1. platz 9, unter möglichst genauer Angabe der Lustschuhdeirat Gießen. näheren Bedingungen. SJt.-tfpOTt VfB. -1900. Die Spielausschüsse der beiden Vereine haben sich entschlossen, ein neues Freundschaftslokaltreffen der Ligamannschaften noch vor der Spielsperre stattfinden zu lassen. Das Spiel wird am Sonntagabend auf dem Waldsportplatz ausgetragen. Dem Kampf sieht man mit Spannung entgegen, da die Mannschaften in letzter Zeit gegenüber ihrer bisherigen Form sehr an Spielstarke gewonnen haben. Der Ausgong des Kampfes ist durchaus offen. Gpielvereinigung 1900 Gießen. Bereits am Samstagabend trug die Ligamannschaft noch ein in letzter Stunde vereinbartes Gesellschaftsspiel in Wetzlar aus. Gegner war die zur Zeit in bester Form befindliche Ligaelf vom Wetzlarer Sportverein. 1900 mußte für Heilmann Ersatz einstellen. Henrich fehlte auch. Beim Gastgeber fehlte Benner. Es entwickelte sich von Anfang an ein schönes und forsches Spiel, das insofern eine kleine Ueber- raschung brachte, als es von Anfang bis zum Schluß überaus fair durchgeführt wurde. Der Schiedsrichter Klier (Wetzlar) hatte kaum Grund einzuschreiten. Mit seinen Entscheidungen war man einverstanden. Das wirkliche Freundschaftsspiel dürfte sehr zur Hebung der Beziehungen beider Vereine beigetragen haben. Die Gießener machten das einzige und entscheidende Tor in diesem Treffen, leider ins eigene Gehäuse und unterlagen dadurch mit dem knappsten aller Ergebnisse (1:0). Das Spiel begann überaus nervös. Die Angriffe wechselten fortwährend und ließen die Verteidigungen nickt zur Ruhe kommen. Zahllos waren beiderseits die Chancen, die ausgelassen oder vergeben wurden. Die drei Schlußleute waren hüben wie drüben groß in Fahrt und ließen keinen Erfolg zu, doch Z e i l e r (1900) machte Mitte der ersten Spielhälfte im Uebereifer ein zu verzeihendes Eigentor. Niemand hätte geglaubt, daß dieses das Spiel entscheiden würde. Einen weiten hohen Ball will Schlarb II. im Gießener Tor fangen, der vor ihm stehende Zeiler will durch Kopfball klären, hebt aber den Ball hoch unter die Latte ins eigene Tor. Auch nach dem Seitenwechsel machten beide Parteien noch verzweifelte Anstrengungen. Wetzlars Stärke war der glänzend spielende Sturm, der von hinten heraus mit weiten hohen Vorlagen überfüttert wurde. Technisch und taktisch der beste Mann Diehl (früher Ehringshausen), der den Spielaufbau besorgte, so, wie dies sonst Heilmann bei 1900 zu tun pflegt. Die Aktionen des Gießener Angriffes waren reichlich unklar. 1900 zeigte durch das Spiel der Läufer den flacheren Spielaufbau und schuf sich vielleicht gerade dadurch die besseren Torchancen. Die Wetzlarer waren in ihrer Gesamtheit eifriger und hatten auch manchmal mehr vom Spiel, so daß der knappe l:0-Sieg den gezeigtes Leistungen entspricht. Die Ligareserve schlug in einem äußerst matten Spiel Grünbergs 1. Elf mit 4:0 Toren (Halbzeit 1:0). Bei 1900 versagte auffallenderwcise der Sturm, während die Verteidigung überragend spielte. Das Spiel fand fast nur in Grünbergs Spielhälfte statt. Olympischer Sport-Club Gießen. Die drei Vertreter des OSC., Jäger, Luh und G r ö l z , konnten sich trotz guter Leistungen beim „Internationalen" des IG.-Sportvereins in' Frankfurt a. M. nicht durchsetzen. Jäger lief die 400 Meter in 54 Sekunden. Diese Zeit reichte nur zu einem Mittelplatz in dem 20 Mann starken Feld. Der junge Luh konnte trotz seiner 37 Meter Diskus, die er warf, gegen die „Kanonen" Sievert, Hirschfeld und Hoffmeister natürlich noch nicht ankommen. Auch im Weitsprung reichten seine 6,18 Meter nicht zu einem Platz, da die Sieger fast an die 7 Meter sprangen. Eine ansprechende Leistung zeigte Grölz über 1000 Meter. Nachdem er sich im Vorlauf in den Endlauf durchgerungen hatte, belegte er im Endlauf mit der guten Zeit von 2.44 Minuten einen guten Mittelplatz. Um die Gaumeisterschast der Schützen. Die Kampfmannschaft des Schützen-Vereins Gießen trat am Sonntag gegen den Schütze n- Verein Alsfeld zum Austrag der Gaume i st e r f ch a f t an. Die Resultate waren folgende: Auf 300 Meter: Dingeldey (Alsfeld) 643 Ringe; H. Appel (Gießen) 699 Ringe. Auf 175 Meter: Hill (Alsfeld) 649 Ringe; H. Sann (Gießen) 746 Ringe. Auf Wehrmann :Ruppel (Alsfeld) 599 Ringe; G. Schilling (Gießen) 777 Ringe. A u f Pistole: Meyer (Alsfeld) 584 Rings , W. Georg (Gießen) 904 Ringe. Auf Kleinkaliber: Ramschbeck (Alsfeld) 542 Ringe; C. Dreyer (Gießen) 534 Ringe. Alsfeld erzielte also insgesamt 3017 Ringe und Gießen 3660 Ringe. Mithin war Gießen Sieger und Gaumeister für 1932. Die Gießener Mannschaft tritt demnächst mit den Siegern der Nachbargaue in Kon- kurrenz um die Bezirksmeisterschaft. Großer Erfolg des Hadclub Germania 1899. Die 1. Radballmannschaft (A. Baum-W. Stammel) nahm am Sonntag an den Radballspielen in Münster teil. Im Vorspiel trat sie gegen die 1. Mannschaft von Biebrich an. Die Gießener, die sichtlich verhalten spielten, um für den Kampf gegen den Weltmeister gerüstet zu sein, schlugen Biebrich 6:4. Unter großer Anteilnahme des Publikums traten sich am Nachmittag die „Germanen" (Gaumeister des Lahngaues) und „Weltmeister" Schreiber mit dem guten Nachwuchsspieler W. Braun, der den eigentlichen Weltmeisterpartner Schreibers, Blersch, recht würdig vertrat, zum Kampf um den 1. Platz gegenüber und das, womit niemand gerechnet hatte, trat ein: die „Germanen" konnten ihren großen Gegner sicher mit 9:7 bezwingen. Die Gießener, die gegenüber dem Vorspiel nicht wieder zu erkennen waren, lieferten wohl ihr bisher größtes Spiel und führten eine ganz glänzende Spielweise vor. Schon kurz nach Beginn gingen sie in Führung, die sie dann abwechselnd mit den Frankfurtern tauschen mußten, um gegen Mitte der zweiten Spielhälfte auf 9:6 davon zu ziehen. Den Frankfurtern gelang alsdann im verzweifelt geführten Endkampf, in dem besonders Schreiber nochmal alle Register seines großen Könnens zog, ein Treffer, jedoch am Endsieg der „Germanen" war nicht mehr zu rütteln. Unter starkem Beifall des Publikums konnten sie als verdiente Sieger den Platz verlassen und den wertvollen 1. Preis in Empfang nehmen. Der Sieger-Preis ist zur Zeit im Be- kleidungshaus Frensdorf, Bahnhofstraße, ausgestellt. Handball der Sp.-Dg. 1900. 1900 I — Io. Garbenkeich I 8:3 (3:0). Wenn auch beide Mannschaften zu dem Spiel am Samstagabend nicht ihre vollständigen ersten Garnituren zur Stelle hatten, so entwickelte sich doch ein spannender Kampf. Die 1900er zeigten das'bessere Zusammenspiel. Im allgemeinen waren die Garben- teicher Gäste im Feldspiel "nicht stark unterlegen. Die aufmerksam arbeitende Gießener Hintermannschaft, in der der Torwart eine gute Partie lieferte, ließ jedoch nur drei Erfolge zu. Oie Endspiele um die deutsche Handballmeisterschast. Die Endspiele um die deutsche Handballmeisterschaft werden am 19. Juni auf der Südkampfbahn in Chemnitz ausgetragen. Hm 3.30 Hhr treffen zunächst die Damen des SC. Char- lottenbuvg (DSD.) und von Vorwärts Vreslau (DT.) unter der Leitung von Jlgner-Leipzig zusammen, anschließend spielen Polizei Weißenfels (DSV.) und TV. Herrnsheim-Worms (DT.). Schiedsrichter Wohlschläger-Berlin. Sportliche Wettkämpfe am Verfaffungsiag 1932. Die Hessische Amtliche Pressestelle teilt mit: Die Turn- und Sportvereine werden darauf aufmerksam gemacht, daß auch in diesem Jahre die zur Feier des Verfassungstages stattfindenden turnerischen und sportlichen Wettkämpfe durch Verleihung von Auszeichnungen besonders gefördert werden. Der Herr Reichspräsident hat wiederum genehmigt, daß eine auf die Veranstaltung des Tages hinweisende Plakette, die in Silber und in Bronze zur Ausführung gelangt, verliehen wird. Ferner ist vorgesehen, Ehrenurkunden mit der Unterschrift des Herrn Reichspräsidenten auszugeben. Es muß besonderer Wert darauf gelegt werden, die Zahl der Plaketten in angemessenen Grenzen zu halten. Die Plaketten können daher nur an die besten der Sieger und nur bei größeren Wettkämpfen verliehen werden, während in allen übrigen Fällen lediglich die Ehrenurkunden in Betracht kommen. Heber die Verleihung der Plakette wird wiederum ein Besitzzeugnis ausgestellt werden. Die für die Wettkämpfe und die Verleihung der Plaketten usw. geltenden Bestimmungen können bei den Kreisämtern und den Bürgermeistereien Darmstadt, Mainz, Gießen, Offenbach und Worms eingesehen werden. Es können Wettkämpfe in Leichtathletik, Schwimmen, Radfahren, Schießen, Boxen, Jiu- Jitsu, Segeln, Kanufahren, Fußball, Handball, Kraftsport, . Automobilsport, Motorradsport und Kegelsport unter den beschriebenen Bedingungen ausgetragen werden. j Es wird jedoch besonders darauf hingewiesen, daß die Verleihung der Plaketten und der Ehrenurkunden nur für solche Wettkämpfe in Betracht kommt, deren besondere Beziehung zum Derfassungs- tag feststeht. Die Vereine, die zur Feier des Verfassungstages derartige Wettkämpfe austragen, wollen eine nähere Beschreibung der in Aussicht genommenen Veranstaltung, sowie Angaben über die Zahl der erforderlichen Plaketten und Ehrenurkunden mit Vorschlägen über die Verteilung dieser Auszeichnung bis spätestens 2 3. Juli bei dem Ministerium für Kultus und Bildungswesen, Darmstadt, Wilhelminen- straße 3, einreichen. Verbands-Meisterschaften der OSB. Die Meisterschaften der Landesverbände der DSB. finden in diesem Jahre am 18. und 19. Juni statt. Nur der Baltische Spielverband trägt seine Meisterschaften erst acht Tage später, am 25. und 26. Juni, aus. Aurmi startet weiter. Wie erwartet, wurde die Meldung aus Schweden, daß der Finnische Verband seinen Meisterläuser Paavo N u r m i disqualifiziert habe, dementiert. Der Finnische. Verband erklärt, lediglich dem AC. Kronohagen die Lizenz für eine geplante Veranstaltung entzogen zu haben, da dieser es mit den Spesenabrechnungen nicht so genau nehme. Nurmi wird in der nächsten Zeit in einem Sportfest über 5000 Meter und 25 Kilometer an den Start gehen. Auch für den Marathonlauf in Los Angeles ist er in Aussicht genommen. DsB. Stuttgart — Schalke 04 0:5. Vor 6000 Zuschauern lieferte der Westdeutsche Meister ein prächtiges Spiel, das viel größeren Eindruck machte, als vor einigen Wochen das Gastspiel der englischen Berufsspieler. Ohne sich jemals ganz auszugeben, waren die „Knappen" der Platzmannschaft so einseitig überlegen, daß zwischen ihrem Können und dem der Platzherren mehr als ein Klassenunterschied zum Ausdruck kam. Der beste Mann der Gäste und damit der beste Mann auf dem Platze überhaupt war der Mittelläufer Jatzek. Die Stuttgarter Bewegungsspieler lieferten in der Gesamtheit ein äußerst schwaches Spiel, besonders der Sturm war von einer nicht zu überbietenden Harmlosigkeit. Schalke siegte nach Belieben und hätte das Ergebnis mit Leichtigkeit weit höher schrauben können. In der 19. Minute erzielte Kellner das erste Tor, das zweite fiel in der 30. Minute durch Ti- bulski, und in der 40. Minute stellte Kellner den Halbzeitstand auf 3:0. In der zweiten Hälfte legte sich Schalke Reserve auf, dennoch fiel in der 20. Minute durch Kellner der vierte und durch einen fabelhaften • Nass aursche Landes bank, Nassauische Sparkasse, Wiesbaden. Die Nassauische Landesbank hat das Krisenjahr 1931 infolge ihrer vorsorglichen Liquiditätspolitik gut überstanden, und sie konnte allen Anforderungen in vollem Hmfange gerecht werden. Die Bilanz- summe ist zwar auf 407,8 (457,5) Mill. Mk. zurückgegangen, doch ergab sich bei vorsichtigster Dilanzierung einschließlich 18 864 Mk. Vorjahresvortrag ein Neingewinn von 505 961 (968 864) Mk. Die Entscheidung über die Verwendung des Reingewinnes liegt in diesem Jahre, wie bei allen Landesbanken und Girozentralen, bei dem preußischen Innenminister. Einem Bruttogewinn aus Zinsen und Provisionen von 5,10 (5,64) Mill. Mark standen Verwaltungsunkosten in Höhe von 4,60 (4,68) Mill. Mk. gegenüber. * D i e Ruhrgas-AG., Essen, hat ihre GV. auf den 28. 6. einberusen. Die Gasabgabe des Unternehmens konnte im Geschäftsjahr 1931 auf 796 (i. V. 710) Mill. Kubikmeter gesteigert werden, doch ist wieder ein Verlust entstanden (i. V. 53 Mill. RM. Verlustvortrag). * Tellus - AG. f ü r VergbauundHüt- tenindustrie, Frankfurt a. M. Die GV. der Tellus-AG. für Bergbau und Hüttenindustrie, Frankfurt a. M., genehmigte einstimmig den Abschluß für das Geschäftsjahr 1931. Der Reingewinn von 2529 RM. wird der ordentl. Rücklage zugeführt. Nach Mitteilung der Verwaltung ist in dein Bilanzposten „Verbindlichkeiten und Rückstellungen" von 661 216 RM. auch eine Tlmstel- lungsreserve aus der im Vorjahre erfolgten Sanierung in Höhe von 130 000 RM. enthalten. Ein aus der Kapitalzusammenlegung stammender Spitzenbetrag von 5000 bis 6000 RM. Aktien wurde von der Gesellschaft übernommen und soll zu gegebener Zeit wieder abgestoßen werden. * Cornelius Heyl - AG., Wo rm s a. Rh. Die Cornelius Heyl-AG., Worms a. Rh., erledigte die Regularien und beschloß, den im Geschäftsjahr 1930/31 entstandenen Verlust von 350 096 RM. vorzutragen (i. D. 4 Proz. StammAlleingang Kuzorras der fünfte Treffer. Speidel (Stuttgart) leitete zufriedenstellend. Kurze Sporinotizen. Süddeutschlands Handballelf wurde in Aachen von Westdeutschland mit 17:11 (11:7) Treffern geschlagen. Deim Kesselbergrennen des Bayrischen AC. waren Tom Dullus (NSH.) bei den Rädern und Rud. Carraciola (Alfa Romeo) bei den Wagen die besten Fahrer. . । Das DeutscheTraberderbh in Ruhleben brachte einen Heberraschungssieg von „Adria" (Jauß sen.). Der Sieger trabte den Kilometer in 1:26,2 Minuten. Jonath - Bochum, der noch am Dorsonntag in Bochum die Weltrekordzeit von 10,3 Sek. lief, wurde in Amsterdam von dem Holländer Der- ger in 10,5 SeL um Handbreite geschlagen. Turn- und Spörigemeinde Rodheim a. d. B. Marburger Freistudenten — Rodheim-imü Kinzenbach kombiniert 7:2 (3:0). Der Universitätsmeister trat bis auf zwei Mann Ersatz in der angekündigten Aufstellung an. Sofort nach Anstoß entwickelte sich ein flottes und sehr schnelles Spiel, das bis zum Schlüsse in unvermindertem Tempo durchgehalten wurde. Marburg stellte eine körperlich sehr starke Mannschaft. Durch sehr schnelle und forsch vorgetragene Angriffe gelang es den Gästen, in der ersten Halbzeit drei Tore zu erringen. Die Ausbeute an Toren in der ersten Halbzeit hätte für Marburg größer sein können, wenn ihnen nicht' in dem Tormann der kombinierten Mannschaft ein großer Könner entgegengetreten wäre. Das Zusammenspiel der Gastgeber in der ersten Halbzeit ließ zu wünschen übrig. Außerdem stellte sich ihr in dem Tormann des Universitäts- meisters ein fast unüberwindliches Hindernis entgegen. Nach der Pause entwickelte sich sofort wieder ein technisch hochstehendes Spiel. Die kombinierte Mannschaft hatte nach Umstellung im Sturm sehr an Durchschlagskraft gewonnen. Alle noch so gut gemeinten Angriffe der ADTer scheiterten jedoch vorerst noch an den vorzüglichen Leistungen des Marburger Torhüters. In der zweiten Halbzeit gelang es Marburg, noch 4 Tore zu werfen, denen Rod- heim-Kinzenbach außer dem Ehrentor noch ein weiteres Tor entgegenstellen konnte. Beiden Mannschaften gebührt ein Gesamtlob. Schiedsrichter Zöller amtierte einwandfrei. aktien- und 6 Proz. Dorzugsaktien-Divibende aus 686 925 RM. Reingewinn). Bei der Wahl des AR.-Dorsitzenden Reichsministers o. D. Dr. Johannes Decker, Darmstadt, enthielten sich zwei Mitglieder der Familie Hehl, die 10 550 Stimmen vertraten, der Stimme. * Deutsche Schiffs- und Maschinenbau AG. (Deschimag), Dremen. Der Verwaltung der Deutsche Schiffs- und Maschinenbau AG. (Dcschimag), Dremen, ist es gelungen, für das Werk Weser in den letzten Wochen den De- schäftigungsstand zu verbessern. Sie hat einige größere Reparaturaufträge hereinnehmen können. Ferner hat das Ausland einige Aufträge erteilt. Es sind jetzt Verhandlungen mit dem Dremer Vulkan in Vegesack ausgenommen worden, die darauf hinzielen, die Gesellschaften zu verschmelzen. Die Desprechungen, die in diesen Tagen geführt werden, sind jedoch noch nicht soweit gediehen, daß sich hier ein Ergebnis absehen ließe. frankfurter Abendbörse weiter fest. Frankfurt a. M., 14. Juni. Die Abendbörse war bei ruhigem Geschäft überwiegend weiter b e f e st i g t, doch beschränkte sich die Tlmsahtä- tigkeit nach wie vor nur auf die Kulisse, während das Publikum wegen der ungeklärten politischen Verhältnisse dem Markte fernbleibt. Gegen den Berliner Schluß war die Mehrzahl der Papiere gut behauptet, für einige Spezialwerte, wie IG.- Farben und Reichsbank, setzten sich Befestigungen von 0,5 bzw. 1,25 Proz. durch. Deutsche Erdöl blieben dagegen nur knapp gehalten. Im Verlaufe war das Geschäft weiter sehr ruhig und die Kurse erfuhren keine nennenswerte Veränderung. Am Rentenmarkt lagen Reichsschuldbuchforderungen nur knapp gehalten, deutsche Anleihen konnten leicht anziehen. Reubefitz 3,40, Alt- besih 38, DD-Dank 31, Reichsbank 126, Rheinstahl 41,50, AEG. 20, Deutsche Erdöl 64, Lichts Kraft 69, IG.-Farben 93,75 bis 93,50, Laymeyer 78,95 Rütgerswerke 33,50, Südd. Zucker 98, Norddeutscher Lloyd 12,13. Wirtschaft. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o. H, Lombardzinsfuß 6 v. H. Sronnur a. Di. »en Schluß- kurä Gchlußl. Abend- börV Schluß« turrf Schluß!, mittag» bürte '.Datum 13 6 14.6. 13.6. 14.6 6% Deupche Reichsanleihe v. 192; 53 — — _ 7% Deutsche Reichsanleihe ». 192S 60 — 60,5 59,5 5'/i% Doung-Anleihe von 1930 . 55 55 55,7 55,9 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten....... 38 38 37,75 37,9 Deögl. ohne Auslvs.-Rechte . 3,4 3,4 3,25 3,35 8% Heil. Bolksstaat von 1929 (rückzahlb. 102%)...... _ 46,5 45,75 Oberheilen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten .... 36,25 _ Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1...... 34 34,25 35 34,25 8% Franks. Hnp.-Bank Goldpse 15 unkündbar bi» 1935 .... 67,5 66,5 7% Frankl. Hyp.-Bank Goldpse. unkündbar bis 1936 Serie 16 . 66,25 4y,% Franks. Hyp.-Bank Llgu.- Psandbriese........ 76,5 76,25 *y2% Rheinische Hhp^Bank-Ligu. Goldple. ....... 75,25 75,25 _ 8% Pr. Landerpsandbrtelanstalt, Psandbricle R. 19...... 68 68,5 68 68 7% Pr. Landespsandbriesansialt, Psandbriele R. 10 4% Oelterretchtiche Goldrente . . 4,20% Oesterreichilche Silberrente 8 8,25 7,75 8,4 1.2 1,25 1,25 1,2 4% Ungarische Goldrente ... 5,13 5,13 5 5,2 4% Ungarische StaalSrente v. 1910 5 5 5,4 5,75 4'/r% desgl. von 1913 . . — 6% abgest. Goldmerikaner von 99 5 5 — _ 4% Türkische Zollanleche von 1911 2,05 2,35 2,4 2,45 4% Türkische Äagdadbahn-Anleihe Serie I . . ■ 4% DeSgl. Serie II....... 6% Rumän. veretnh. Rente V.1903 2 2,5 2,5 2 2,35 2,5 2,45 — 4 ckVi%Rumän.vereinh.Rentev.l91S 6,4 6,5 6,75 6,8 4% Rumänische veretnh. Rente . 3,2 3,5 3,4 3,5 2y*% 1. önaloHer...... — 15,4 15,8 15,9 — Franllur' a. Di. Serlln Schlußkurs Schlußt. Abend- börr Schlußkurs Schlußt. mittag« böric Dalum 13 6 14.6 13 6 14 6. Hamdurg-Amerita Pate. Hamburg-Südam. Dampsschiss . b — 11,5 11,13 11,4 . 0 — 43,5 43 Hansa Tampsschisl . . . c — — 21 Nordoeutjcher Lloyd .... . 6 12,13 12,13 12 12 A.G. für Verkehrswesen Akt. 28,75 28,9 Berliner Handelsgesellschast . 8 87 86 87 86 Tommerz» und Privat-Bank . 7 16 16 16 16 Darmstädter und Nmionalban 8 18,5 18,25 18,5 18,5 Deutsche Bank und Dtsconto-Gesellschast. . . 6 31,25 31 31,25 31 Dresdner Bank...... 6 18,5 18,25 18,5 18,5 Reichsbank........ 12 124 126 122,9 124,75 A.E.G........... . 7 21,5 20 21,4 19,9 Bergmann........ . 9 — 17,75 18,25 18,4 Elektr. Licserungsgesellschast. 10 — 64,25 64 Licht und Kray . . . . 10 68 69 68 68,5 Felten & Guilleaume.... 6>/2 38 Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... 9 53,25 53,25 52,9 53,65 Rheinische Elektrizität . . . . 9 — 68 67 67 Schlickert & Co. . ..... 11 58,5 59 58,4 58,25 Siemens L Halske ..... 14 118 117,75 115,75 117 Lahmeyer L Co....... 12 79 78,25 78.75 77,75 Buderus......... . 4 26,75 — 26,75 26,75 Deutsche Erdöl...... . 5 64,75 63,75 63,5 64,4 Gelsenkirchener...... . 8 44 43,5 43,4 43,4 Harvener......... . 0 45 45 45,5 45 Hoesch Eilen........ . 6 — — 26 26,4 Ilse Bergbau....... 10 — 126 121 126 Klöcknerwerke....... . 6 24 24 24 24,25 sköln-Reuessen....... »y, Mannesmann-Röhren . . . . 6 40,13 40,75 39,75 40 yianofclbcr Bergbau .... . 0 14 14 14 Lberschles. Kokswerke . . . . 8 32,4 33,25 Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohle«. . . »y» 18,75 18,5 18,75 18,25 10 165 166 164,5 165,5 Rbetn llahl........ . 6 40,5 41,5 40,5 41,5 .vrannut .. di. 2)erim Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. mittag- börfe Datum 13.6. 14.6. 13.6. 14.6. Riebeck Montan......7,2 — — — — Bereinigte Stahlwerke ....■! 16,5 16,9 16,75 16,75 Otavi Minen......16’/» 11 — 10,65 10,65 Kaliwerke Aschersleben ... 10 85,5 85,5 84,4 83,4 Kaliwerke Westeregeln ... 10 95,5 92 94 91,5 Kaliwerke Salzdetfurth ... 15 146,5 148 149 149,75 I. ®. Farben-Inbustrie ... 12 Verein, chem. Industrie Frank- 92 93,5 91,25 93,25 _ - _ _ Sckeideanstalt.......10 134 133,5 _ _ Goldschmidt..... . . . 0 16,5 16,25 — 16,5 Rütgerswerke..... 5 33,75 33,5 33,25 33 Melallgefellfchaft.......5 25 25,5 25 25 Philipp Holzmann......8 32,25 32,5 32,75 32,75 Zementwerk Heidelberg.... 7 Cemcntwerk Karlstadt.....7 38,5 38,5 _ — Watch & Freytag......0 4,5 4,5 4,5 4,5 Schultheis Patzenhofer ... 15 — <___ 47,4 48 Mu ('Allgemeine Kunstseide) 0 34 33 34,5 33,25 Bemberg......... 0 32,25 32 31,5 32,5 Zellstoff Waldhof.....12 23,5 24,4 23 24,25 Zellstoff Aschaffenburg ... 6 18 — 19 Dessauer Gas........9 — — 82 78 Daimler Motoren..... 0 12,25 12,25 12,25 12,25 Deutsche Linoleum.....5 31,25 32 32 31 Orenstein & Koppel.....0 — — 22,25 22,13 Leonhard Tietz.......8 53 53 54 54,25 Svenska.........15 — 6,5 6,5 Chade ............ 187 189,5 187.5 187,75 Frankfurter Maschinen . . . . 0 _ _ _ Gritzner..........0 15,5 15,5 — 15,5 Mainkraftwerke Höchst a. M.. . 6 18,25 48,25 —. Süddeutscher Zucker .... 10 — 98 Devisenmarkt Berlin — Jtantfud a. 2H. 13.Fünf 14.3unl Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brie' Geld 1 »rief Hclsingsor» . 7,143 7,157 7,143 7,157 Wien. . . . 51,95 52,05 51,95 52,05 Prag . . . 12,465 12.485 12,465 12,485 Budapest . . — — Sofia . . . 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland . . 170,63 170,97 170,63 170,97 Oslo. . . . 76,97 77,13 76,82 76.98 Kopenhagen. 84,47 84,63 84,42 84,58 Stockholm . 79,17 79,33 79,12 79,28 London. . . 15,465 15,505 15,46 15,50 Buenos Aires 0,948 0,952 0,948 0,952 Neuyork . . 4,209 4,217 4,209 4.217 Brüssel. . . 58,73 58,84 58,70 58,82 Italien. . . 21,60 21.64 21,59 21,63 Paris . . . 16,585 16,625 16,58 16,62 Schweiz . . 82,27 82.-13 82.21 82,37 Spanien . . 34,67 34.73 34,67 34,7 3 Danzig. . . 82 52 82,68 82,47 82,63 Japan . . . Rio de Ian.. 1,319 1,321 1,319 1,321 0,325 0,327 0,325 0,327 Jugoslawien. Lissabon . . 7,043 14,09 7,057 14,11 6,993 14,09 7,007 14,11 Banknoten. Berlin, 14 Juni Geld »Fiel Amerikanische Noten . . . . 4,20 4,22 Belgische Noten..... 58,54 58,78 Dänische Noten...... 84,23 84,57 Englische Noten...... 15,42 15,48 Französische Noten..... 16,54 16,60 Holländische Noten..... 70,26 170,94 Italienische Noten..... 21,59 21,67 Norwegische Noten..... 76,65 76,95 Deutsch-Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten..... 2,495 2,515 Schwedische Noten..... e e e 78,94 79,26 Schweizer Noten...... . . . 82,03 82,35 Spanische Noten...... 34.53 34,67 Ungarische Noten.....