’ühe. en »baden er«sd« E> eo ateifeiben Ä*®* a 0 Beichiftidrecbicb« Rechnungen Briefblittet BrielumschHe* Postkarten Geschäftskirten Brüll. Schitti*, SÄ LL'ALk» ja____.! ' *T- Ü-* 1&- 30.* l&ft- .-„W •**£* tation/Lf«11-'1' flil' ^luft ÄS I* Mdte, k , "We lich^ fNhjtnw " verloren, », ? ßenot« her, Ln W ober HM Mochten. JJWitetenn. Vfe: Ä Mdelchml«- ,r Morden, n ®Wna|ünn ab- r «mester Med,. 161 Mutter iid)| w landvtrtlchch. Me er immer aus verschiedener ech tn diese» Iic ihn gar nicht Mutter gestorben c doch nicht gesag- ein. It.) « foten Souz ^Äiun, K'L 1bei; 4 4ten nochi.^^rde und uS». K lein? *®n ?vte lvnnen s w W b«-A, Ur. 63 Erster Blatt 182. Jahrgang Dienstag, (5. März 1952 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Siebener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle IRonats-Bejugsprels: Mit 4 Beilagen 3i HL 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschllifi« unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Bnjeiger Stehen. Postscheckkonto: gretiffnrt am Blain 116M. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen ün».h hoterh; U 'N pf Am 24. April Landtagswahl in Preußen Oer Wahlquotieni auf 50 000 festgesetzt. Dagegen verlangte M a s s i g l i (Frankreich) überein st immend mit dem Präsidium, daß der Luftfahrtausschuß unverzüglich Die Frage der Internationalisierung der Zivilluftfahrt durchberaten und fo eine Stellungnahme des Hauptausschusses ermöglichen müsse. Französischerfeits will man die Frage der Zivilluftfahrt in den Vordergrund Die Pressestelle der AGDAP. schreibt zur Reichspräsidentenwahl: Trotz der Änterstühung, die dem Kandidaten der Front von Westarp bis Dittmann von Seiten der Regierung und der Behörden zuteil geworden ist. hat die Reichspräsidentenwahl in ihrem ersten Teil ihm die von den Trägern dieser Kandidatur erwartete 2Rehrheit der abgegebenen Stimmen nicht gebracht. Den jetzigen Machthabern ist es noch einmal gelungen, die Stunde der Abrechnung auf kurze Zeit hinaus- zufchieben. Die Regierung Brüning hat nach dieser eindeutigen Volksabstimmung nicht mehr das R e ch t, sich auf eine Mehrheit des deutschen Volkes zu berufen. Sie ist zu einer Minderheitsregierung geworden, deren Rücktritt nach der geltenden demokratischen Verfassung unverzüglich zu erfolgen hat. Das Volk hat gestern gegen das „Sylt c m" entschieden. Bei einer Reichstagswahl würde fich der Sieg der Rationalsozialisten in einer Steigerung von 107 auf 190 Mandate auswirken. Die nationalsozialistische Bewegung hat sich somit das Recht auf die politische Führung des Reiches erkämpft. Sie wird den Kampf nunmehr mit verdoppeltem Eifer weitertragen. Berlin. 14.März. (TU.) Unter der Ueber- schrift „Völlige Klärung" lehnt das Berliner Zentrumsorgan, die „Germania", die Anregung Hugenbergs unter Verzicht auf einen zweiten Wahlgang für die Wahl des Reichs- Präsidenten am 8. Mai zugleich zum Reichstag und zu den Landtagen zu wählen, ab und holt zugleich zu einem ungewöhnlich scharf en Gegenstoß aus. Hugenberg wisse, fo hecht es in dem Artikel, daß Hindenburg■ im zweiten Wahlgang w i e d e r g e w a h l t werde und datz feine, Hugenbergs, St et - lungnahme dabei keine wesentliche Rolle mehrspiele. Wie stehe es überhaupt um dessen Aktivlegitimation? Wir glauben nicht einmal, daß Hugenberg befugt sei, im Rainen der ..Rationalen Opposition" zu sprechen. „Wir gehen von rein fachlichen Erwägungen aus, wenn wir feststellen, der Weg zur positiven Mitarbeit in der Regierung führt nicht üb er die Methoden, die von feiten der fog. Rationalen Opposition bisher praktiziert wurden. Mit diesen Methoden gibt es für uns kein Paktieren. Wer nicht sachlich Mitarbeiten will, der unterlasse es. Die Regierung denkt ihrerseits nicht daran, irgend jemand zurückzustoßcn, der auf dem Boden der sachlichen Möglichkeiten zu aufrichtiger Mitarbeit bereit ist. Dazu bedarf es jebenfaU8 keiner Reuwahlen des Reichstages." Gegenüber den Stimmen, die einer Einbeziehung der Rationalen Opposi- tionindieRegierungsarbeit das Wort reden, erklärt die „Germania": „So, wie die Dinge heute liegen, halten wir eine Ueberwin- dung der Krise und eine Einordnung der radikalen Bewegung im Staat überhaupt nur für möglich, wenn die Regierung mit noch stärkerer Energie als bisher alle „aufrührerischen" Auswüchse des politischen Lebens, alle Aufwühlung der politischen Leidenschaften und die skrupellose Verhetzung bekämpft und rücksichtslos unterdrückt und die Gestaltung dieser Opposition nicht dem Zufall überläßt, vielmehr die völlig mangelnde Selbstdisziplin dieser Gruppe durch eine dann leider unerläßliche Zwangserziehung zur Anständigkeit erseht." Der Plan Hugenbergs auf Reichstagsauflösung findet auch in der übrigen Presse Ablehnung. — Das „Derl. Tageblatt" spricht von einem Verlegenheitsprodukt und nimmt an, datz die Reichsregierung sich auf Verhandlungen hierüber gav nicht erst einlassen wird. — Der »Dor- OerwirtschafilicheOonaubuud Zollpolitischer Borstotz in London. London. 14. März. (TTl) Die Pläne für ein Vorzugs-Zollsystem zwischen Oesterreich, Ungarn, Rumänien, Südslawien und der Tschechoslowakei sind, wie dem Londoner Korrespondenten der Telegraphen-Llnion aus diplomatischer Quelle versichert wird, fix und fertig, sodaß sie innerhalb von 24 Stunden in Kraft gesetzt werden könnten. Die Vereinbarungen sind unter Hinzuziehung von Bankiers, Wirtschaftssachverständigen und Statistikern erzielt worden. Auch die Zollisten sind schon im einzelnen ausgearbeitet. Die Vorzugsbehandlung erstreckt sich nur auf bestimmte Waren gruppen, die jeweilig den Bedürfnissen der einzelnen Staaten entsprechen. Der österreichische Gesandte in London, Baron Frankenstein, wird nach Anweisungen"Äus Wien bei den zuständigen Londoner Stellen Verhandlungen einleiten und darauf Hinweisen, daß d i e Verhältnisse in Oesterreich keinen weiteren Aufschub mehr gestatten, sondern schnellstens Maßnahmen zur Linderung der wirtschaftlichen Rot und dcr Arbeitslosigkeit getroffen werden mühten. Eine Verschiebung der Angelegenheit bis zur Lausanner Konferenz wird in den diplomatischen Kreisen der beteiligten kleinen Staaten scharf abgelehnt. Die sind sich dessen bewutzt, daß der Schlüssel jetzt bei England liegt, das bekanntlich sehr starke Bedenken gegen den Tardieu-P lan hegt. London müsse schnellstens eine Konferenz der in Frage kommenden Großmächte einberufen, um eine Klärung der Lage herbeizuführen. Ob die kleinen Staaten das von ihnen gesteckte Ziel erreichen werden, wird in diplomatischen Kreisen b e 5 to e i f e 11. Es wird durchaus mit der Möglichkeit gerechnet, daß England seinen Plan durchsetzen wird, wonach zunächst einmal ein Anfang mit Oesterreich und Lln- g a r n gemacht werden soll, da auch Italien ähnlicher Ansicht ist. Oie deutsche Kreuger-Anleihe. Berlin, 14. März. (ERB. Eigene Meldung.) Im Zusammenhang mit dem Selbstmord des schwedischen Finanzmannes Ivar K r e u g e r sind auch verschiedentlich Fragen aufgetaucht über die Auswirkungen auf Deutschland. Don unterrichteter Seite wird dazu festgestellt, daß die Rück- und Zinszahlungen aus der 5 00- M i l l i o n e n - A n l e i h e, die Deutschland ini Jahre 1925 ausgenommen hatte, an die amerikanische Bank Lee-Higgensen erfolgt, die die An- leihe seinerzeit vorfinanziert hat. Da die Firma Krcugcr bereits ihren Gegenwert bei Lee-Higgin- fen abgedeckt hat, so bestehen Beziehungen Deutschlands lediglich zu diesem B a n k h a u s e. Im übrigen läuft die Anleihe 50 Jahre. Die Stücke, deren Rominalbetrag so hoch ist, datz sie nicht für den Publikumsverkehr in Frage kommen, dürfen erstimIahrel935 auf den Markt gebracht werden. Oie Wetterlaqe. 4en rt ju. Berlin, 14. März. (ERD.) Die Deutschnationale Volkspartei erläßt einen Aufruf, in dem es heißt: Die Ausnutzung der Autorität, die der Rame des Feldmarschalls von Hindenburg in Deutschland genießt, die skrupellose Einsetzung der gesamten Machtmittel des Staates einschließlich der Gelder der Steuerzahler für die Parteiinteressen des Systems und Die Angst vor Erschütterungen, die Millionen von Wählern im Lager der nationalen Opposition zur Stimmabgabe für den Feldmarschall bestimmt hat, täuscht noch einmal einen Crsolg des schwarz-roten Systems vor. Der starke Stimmenrückgang der Shstemparteien und das gleichzeitige Ergebnis der Wahlen t n Mecklenbur g - Strelitz hat gezeigt daß es tatsächlich nur ein Scheinerfolg ist. Dort haben die Deutschnationalen bei den Landtagswahlen doppelt soviel Stimmen erhalt en wie bei der Reichspräsidentenwahl. Dort ist die DRVP., deren Stimmen sich seit der Reichstagswahl mehr als verdoppelt haben, zur stärksten Partei des Landes geworden. Die Wahlen in Preuhen und die Wahlen im Reich die wir auf Grund der Wahlergebnisse als Ausdruck des Volkswillens fordern, wer- den. das Anwachsen des nationalen Gedankens erneut zeigen und den Zusammenbruch der schwarz-roten Koalition besiegeln. Unter diesen Umständen wird der zweite Wahlgang hervorragend unter dem Gesichtspunkt der Preutzenwahlen zu führen sein. Unser nächstes großes Kampfziel heißt P r e u * 6en. Das Beispiel vonMecklenburg-Strelih zeigt, daß unser Ziel, die Beseitigung der marxistischen Herrschaft, zu erreichen ist, wenn alle Kräfte angespannt werden. Aufruf Hitlers. Der Kampf geht weiter für den zweiten Wahlgang. München, 14.März. (TU.) Adolf Hitler hat eine Kundgebung an die Mitglieder der Rationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei erlassen, in der es heißt: „Die erste Wahlschlacht ist geschlagen. Gegen das vereinte Auftreten aller anderen Parteien trotz schwerster behördlicher Unterdrückungen und Behinderungen unserer Propaganda hat die RSDAP. ihre Wählerschaft in knapp 11/2 Jahren f ast verdoppelt. Wir sind heute zur unbestritten weitaus stärksten Partei Deutschlands emporgestiegen. Mit einer Flut von Lügen, Verleumdungen und Irreführungen sondergleichen haben unsere Gegner gekämpft. Die gegen uns vereint aufmarschierenden Parteien sind von 21,4 auf 18,6 Millionen gesunken. Wir sind dagegen von 6.4 auf 11,3 Millionen gestiegen. Deutschnationale und Stahlhelm haben ihren alten Bestand gehalten. Was uns in diesem Wahlkampf noch nicht restlos gelungen ist, muß im kommenden vollendet werden. Rationalsozialisten! Wir haben aus eigener Kraft aus dem deutschen Genf, 14.März. (TU.) Im Hauptausschuh der Abrüstungskonferenz wurde am Montag als erste sachliche Frage die von Frankreich geforderte Internationalisierung der Zivilluftfahrt behandelt. Der Luftsahrtausschuh hatte sich zur Behandlung dieser Frage ohne vorhergehende Entscheidung über die Abschaffung der Militärluftfahrt unfähig erklärt. Das Präsidium legte dem Hauptausschuß eine Entschließung vor, in der die Frage der Snternationati- Zivilluftfahrt zur Klärung technischer v._o. . _..n Luft ahrtausschuß zurückoerwiesen wurde. In dieser Ent chließung wurde jedoch die von Deutschland beantragte Abschaffung der Militärluftfahrt überhaupt nicht erwähnt. Die Entschließung stieß auf starken Widerstand, da sie in dieser Fassung die Internationalisierung der Zivilluftfahrt als Hauptfrage in den Vordergrund rückt. Litwinow (Sowjetrußland) betonte, daß diese Konferenz keine Luftfahrt- sondern eine Abrüstungskonferenz sei, die sich nicht mit der Zivilluftfahrt zu befassen habe. Nur die Abschaffung der Militärluftfahrt müsse sofort grundsätzlich erörtert werden. Nad 0 lny (Deutschland) wies entschieden darauf hin, daß es völlig ausgeschlossen sei, über die Internationalisierung der Zivilluftfahrt ohne gleichzeitige Besprechung der Frage der Abschaffung der Militärluftfahrt zu verhandeln. Volk über 5 Millionen Stimmen erneut an uns gezogen. Der Angriff gegen die Zentrums- und Marxistenfront mutz nun sofort in der schärfsten Form aufgenommen werden. Ich weih, Parteigenossen, daß wir in dem Kamps schwere Opfer gebracht haben. Trotzdem fordere ich euch auf, augenblicklich den Kampf für die zweite Wahl zu eröffnen. Kein Tag Darf verloren gehen. Ich habe schon in meinen Reden angekündigt, daß ganz gleich, wie die Wahl ausgeht, der 14. März uns wieder an der Arbeit sehen wird und ganz gleich, wie groß und intensiv die Arbeit der letzten Wochen war, sie wird und muß noch gesteigert werden. Wenn die Wähler der gesamten nationalen Front sich auf das Gebot der Stunde besinnen, muh es uns noch möglich werden, die wenigen Millionen fehlenderVolkS- genossen aus der widernatürlichen Front unserer Gegner herauszubrechen und uns zuzuführen. Entsprechend der vor uns klar sichtbaren Aufgaben wird unsere Propaganda einer neuen LI eberprüf ung unter- zogen. Die Anordnungen für die Weiterführung und Verteilung des Kampfes gehen bereits heute abend an die Organisationen hinaus. Parteigenossen! Durch unsere Energie und Zähigkeit sind wir von sieben Mann nunmehr auf 11,3 Millionen gewachsen. Die übrigen nationalen Kräfte eingerechnet, umfassen wir damit rund 13,8 Millionen. Es muh uns möglich sein, die fehlenden 2,5 Millionen aus der gegnerischen Front herauszureihen und dorthin zu führen, wo sie hingehören. Wir sind es allen denen, die uns ihr Vertrauen schenken, schuldig, unser Höchstes und Allerletztes herzugeben, um den Sieg an unsere Fahnen zu heften. Der erste Wahlkampf ist beendet, der zweite hat mit dem heutigen Tag begonnen. Ich werde auch ihn mit meiner Person führen. gez.: Adolf Hitler." rücken um dabei den angeblichen ini l i t a r i s ch e ttz Wertderdeutschen Luftfahrt nachzuweisell und so die von Deutschland geforderte Abschaffung der Militärluftfahrt zu hintertreiben. Da di- uferlose Aussprache keinen Ausweg zeigte, wurde zunächst ein engerer Redaktionsausschuß aus Vertre« lern Deutschlands, Rußlands, Italiens, Frankreichs, Englands, Schwedens und Spaniens eingesetzt, der eine neue Entschließung für den Luftfahrt, ausschuß ausarbeiten soll. Awoixenioi 8neuer, »naro tedttxt. • wolkig. • Dcdtcia. »""-H * Schnet graupeln. w NeBeL KOewit'er.©WlndJtllle.<> X® leichter Ost d nissiger Südsüdwest q stormochy «ordwesl Die Piene fliegen mit dem wmde. Die enden Simonen stehenden Za» len (jenen dte cinbttultit, zufühien. Ob grstrcke Ziel etlichen Stet. hauS mit der d leinen Plan Hst einmal ch und Un« auch Italien Pa ' ‘ourbc J NZ stS aildach iiibon & Sy» 4 I- lobab |ie . ÄtQh J^atungm ,«».« ""elnzemen 7« erstreZ puppen, einzelnen &n'laton M“« Dien £ ^?and. } M die “* keinen JefcÜ^ Anleihe. me Meldung.! tlbltmorb M treugerfinb laucht über die chland. 3pt eftgestellt, dah u8 der 500* Deutschland ini .n die amerika- t, die die 2n« 5\i die Firma bei Lce-Higgln« Deziehun« ch zudielem ft die Anleihe ninalbttctig b blihimirftfr )ührcl9^ erden. mr »6 \4 r~NW'" / WL> ä über»« .. h„ 3t ° hr OH»»* ikenden«« 86D,iltUlbur^ae gedeßea raBQ^ljW lell-eAchiv^ ivaK- zum S>^ j ..Deiters Grab ,(Ilstar!' Bf« ::. Seide, in herrlichen Pastellfarben............. Damassi-Jakett Futter, hervorragende litlt, 70 cm breit..... Fleur Romaine elnfarb..relDeWone.elnganr besond.prclswertesAngebo Mantelstoff HO cm. 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Die Gewalttat des litauischen Gouverneurs in Memel hat im ganzen germanischen Norden Entrüstung hervotgeruscn. führende ^-Zeitungen stellen test, daß der letzte Nest vom Ansehen des Völkerbundes auf dem Spiel steht, weni^ cs ihm nicht gelingen sollte, in dem Zwergstaat Litauen den Rechtsstandpunkt durchzusehen. .Svenska Dagbladet" macht in diesem Zusammenhang daraus aufmerksam, wie gefährlich die isolierte Abrüstung einzelner Länder sür den Weltfrieden werden kann. Das wasscnstarrcnde Litauen würde sich den frechen Hcbcrgnff in Memel niemals erlaubt haben. wenn nicht das 20mal gröbere Deutschland durch die Zriedensvertrage wehrloSge- m a ch t worden wäre. Die Erkenntnis, dab in Wirklichkeit nicht ein Maeimum oder Minimum an Rüstungen den Frieden bedroht, sondern d i e Ungleichheit, kam auch in den Reden der nordischen Delegierten bei der Abrüstungskonferenz zum Ausdruck. Ucber die Wehrfrage selbst sind naturgemäh auch in den Nordländern — abhängig von der politischen Einstellung die Meinungen geteilt. UeberaU ist man jedoch davon überzeugt, dah der jetzige Zustand in Deutschland unhaltbar ist. Seit Jahren fordern probe skandinavische Blätter, dab nun endlich die Voraussetzung der deutschen Abrüstung'erfüllt wird und die früheren Feindländer, im besonderen Frankreich. ebenso weit abrüsten, wie Deutschland es getan hat Oder aber, dah Deutschland daS Recht erhält, über die Höhe seiner Rüstungen selbst zu beftimmen. Der entscheidende Punkt für die Wehrfrage in den Nordländern ist offensichtlich d a i Problem Sowjetruhland. Trotz deS soeben ab- Geschloffenen Nichtangriffverlrags mit Moskau bc- indct fich Finnland noch immer in einer Sonderstellung. Aus die Bevölkerung berechnet, werden sich nur wenige Lander der Welt militärisch mit Finnland messen können. Kaum ein andere- Land steht jedoch auch in so gefährdeter Lage wie daS frühere russische Grobfürstentum, da« die lange gemeinsame Grenze mit den Sowjet« hat und nicht weib. ob es ein rote« oder Weihes Rußland mehr fürchten foll. DaS finnische Heer ist in drei Divisionep einqeteilt. von denen jede drei Infanterieregimenter, ein Feldartillerie- reglrnent und ein Trainbataillon umfaht. Hierzu kommen die Iägerbrigade. die Kavalleriebrigade, die Lustwehr und die Marine. Gröhte Bedeutung hat jedoch das finnische Schuhkorps. daS jetzt weil über 100 000 Angehörige ^ählt und dem ferner 40 000 Frauen der .Lotta-Soard-Organisation" angeschlossen sind, die für Krankenpflege sowie Beschaffung für Ausrüstung und Geldmittel Sorge tragen. Fast alle Generale und Stabsoffiziere haben — sowohl in der finnischen Armee wie im Schuhkorps — ihre Sporen im deutschen Heere verdient, wo bekanntlich im Kriege das preußische Iägerbataillon 27 aus finnländischen Freiwilligen zusamrnengcstellt wurde. Finnland ist das einzige Nordland. daS im jetzigen Jahrhundert Krieg geführt hat. In S ch w e - den und Norwegen haben die Waffen über 100 Jahre lang geruht, in Dänemark feit 1864. Kein Wunder also, dah an manchen Stellen die Waffen zu verrosten anfangen. Selbst in Schweden sind viele der ruhmreichen Regimenter aufgelöst worden, die unter Gustav Adolf und Start XII. in ganz Europa kämpften und Schweden zur Grohmaä)tstellung vcrholfen hatten. Seit langem führen die nationalen Kreise Schwedens einen schweren Kampf, um weitere Abrüstung zu verhindern. Nach der jetzt durchgeführten Heeres- reform ist die Anzahl der Divisionen von 6 auf 4 herabgesetzt, wozu noch eine selbständige Brigade kommt. Obwohl da« groß angelegte Darrprogramm der ix r i c g i m a 1i n c nicht durchgeführt wurde, ist diese doch weniger beschnitten worden in den Mdlimdeni. G -Berichterstatter als daS Landheer, wo die kurze Dienstzeit auch qualitativ die Schlagkraft beeinträchtigt. Norwegen liegt noch etwas weiter von den Sowjets entfernt als Schweden' dicS kommt auch im Ltadrum der Abrüstung zum Ausdruck. Aus Sparsamkeitsgründen wurde die Friedensstärke von 6 auf 5 Heereseinheiten herabgesetzt, von denen die Oftlarck»Sdivision auS 2 Brigaden besteht und bie übrigen Einheiten durch Spezial - truppen verstärkte Brigaden darstellen. Drei Infanterieregimenter sind cingezogen und die übrigen Formationen entsprechend verkleinert toorben; die Dienstpflicht beträgt nur n och 84 Tage. Durch besondere organisatorische Maß- nahmen soll eS angeblich dem Kriegsministerium geglückt fein, trotz deS AbbauS den Kampfwert des Heeres und im besonderen der Flotte aufrechtzuerhalten. In der letzten Zeit ist in den Nordländern wieder viel vorn .SkandinaviSrnus" gesprochen worden. Nicht nur auf kulturellem und wirtschaftlichem, sondern auch auf militärischem Gebiet hat man in Festreden und Zeitungsartikeln nordische Zusammenarbeit gefordert. Doch allzu viele innere Gegensätze stehen hier im Wege. In erster Linie zwischen Dänemark und Norwegen, wo die Grönland f r a g e immer wieder die Gemüter erregt. Tiber auch im schwedisch-sinnischenDer- hältniS bildet die Frage der schwedischen Minderheit FinnnlandS und der Sprach- kämpf trotz aller gemeinschaftlichen Interessen einen Unruheherd, auf den gerade in diesen Tagen das Buch des schwedischen Majors Thorsten Weir- nerström. .Die Schweden in Finnland und Estland". interessante Schlaglichter wirst. Gin militärisches Bündnis zwischen Dänemark und den übrigen Nordländern kommt schon aus dem Grunde kaum in Frage, weil Dänemark in Zukunft keine eigentliche Wehrmacht mehr haben wird. Wenn die von der linksstehenden Regierung vorgeschlagene Heeresresorm durchgeführt wird, behält Dänemark nur noch eine Art 'Bürgerrecht und einige InspektionSschisfe. Trotz alledem kann man jedoch nicht sagen, dah sich daS Abrüstungsfieber in den Nordländern all- zufehr verbreitet hat. In Wirklichkeit ist nicht nur in den nationalen Kreisen, sondern biS nxit in die Arbeiterbevölkerung hinein die Erkenntnis durchgedrungen, daß das Beispiel einiger kleiner Staaten in der Abrüstungsfrage auf die Großmächte keinerlei Eindruck gemacht hat und daß an eine wirkliche Abrüstung bei den Ländern, auf die es anlommt, in absehbarer Zeit gar nicht zu denken ist. Die Genfer Konferenz und die De- glcitmufit vom Kriegstheater im Fernen Osten haben naturgemäß auch nicht dazu beigetragen, diese Ansicht zu verändern. Umgekehrt sprechen gerade in der letzten Zeit viele Anzeichen dafür, daß sich vielerorts im Norden der germanische Wehrwille regt. Mehrfach sind freiwillige Schutzkorps gebildet worden: besondere Bedeutung kommt der nationalen Bauernbewegung zu, die den Kampf gegen den Kommunismus ausgenommen hat. Es ift bezeichnend, dah die größte liberale Zeitung Schwedens und ganz Skandinaviens — „Stockholms-Tibningen" — sich auf das entschiedenste für die Erhaltung der Wehrkraft und die Schühenbewegung einseht. Einbrecher im Rathaus und Landratsamt. WSN. Biedenkopf, 13. März. In der Nacht zum Freitag wurde im hiesigen Rathaus und im Landratsamt eingebrochen. Während den Spitzbuben im Rathaus 30 Mark in die Hände fielen, erbeuteten sin im Landratsamt 34 Mark. Die Einbrecher haben mit Nachschlüsseln die Türen und Schränke geöffnet und. wo daS nicht gelang, die Behältnisse mit Gewalt erbrochen. Die Polizei ist eifrig tätig, die Fälle aufzuklären und die Einbrecher, denen man bereits auf der Spur ift, festzunehmen. Aus Der pnwinzialhsuptstaDt. Gießen, den 15.Marz 1932. Oberhessische Gesellschaft für Jiofun und Heilkunde. AIS Austatt zu der Gründung ber .6 n t o m o - logenDereinigung Gießen - Wetzlar fand im Hörsaal des ForstinstitutcS eine gemeinsame Sitzung mit der .Oberhessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde" statt. Profesfor Henneberg, der Vorsitzende der nun bald 100jährigen Oberhessischen Gesellschaft, hieß die Mitglieder der jungen Schwestervereinigung und die deS „HubertuS. Verein weidgerechter Jäger“, willkommen Dr. F. Klein referierte sodann über Ergebnisse seiner Zucht der Staubwanze. Dieser Name bezieht sich auf die Gewohnheit der Larven, sich tn allen Stadien ihrer Entwicklung in Schmutz zu hüllen, der an den Börstchen der Körperober- fläche hangen bleibt. Die Iunglarve trägt auch häufig ihr Sideckclchen auf dem Rücken, daS erst bei ber ersten Häutung abgcworfen wird. Die Larven leben wie der Dvllkerf räuberifch. Es zeigte fich auch, daß die Iunglarven dem Kannibalismus huldigen und mit ihrem mächtigen Rüffel ihre eigenen Artgenosfen aussaugcn. Die Eiablage geschieht ohne jede Sorgfalt. An den Embryonalhüllen entdeckte der Referent einen Eisprenger, wie er in anderen Familien der Dchnabelkerfe bereits bekannt ist. mit dessen Hilfe bis Larve das Eideckelchen absprengt, um ausschlüpfen zu können. Hierauf hielt Prof. Dr. M. D i n g l e r (Gießen) einen Dortrag über „Brutpflege bei Insekten". Einleitend betonte er, dah die Insekten im allgemeinen keine "Brutpflege treiben, vielmehr stirbt -das mütterliche Insekt meist alSbald nach der Eiablage ab. Wie und wo es die Eier unterbringt, ist freilich für die Nachkommenschaft von entscheidender Beben hing. Die Schmetterlinge, Rindenläuse, Gallwespen. Schlupfwespen usw. zeigen darin hoch entwickelte Instinkte. Ein weiterer Schritt ist die Nahrungs- und WohnungSzuberei- tung für die "Brut durch die Elterntiere, wofür die Blatttoller. Dock- und Dorkenkäser, die Mistkäfer, die Grabwespen und die einzeln lebenden Dienen geradezu wunderbare Deispiele liefern. Einer fokben „Dorforgenben“ Brutpflege steht bic direkte gegenüber, die sich auf einem Zusammenbleiben des Muttertieres mit den jungen Larven aufbaut (Beispiele: Ohrwurm, Blattkäfer, und gewisse tropische Insekten). Die höchste Form ber Gemeinschaft zum Zwecke ber Nachkommenfürsorge hübet ber Insektenstaat. Mit feiner Herausbildung bei den ftachettragenden Hautflüglern ist die Umbildung einer weiblichen Legeröhre (niedere Wespen) über den Lähmungsstachel (Grabwespen) zum Wehrstachel verknüpft. Die zahlreichen Zuhörer spendeten den mit Lichtbildern begleiteten Darlegungen der beiden Redner lebhaften Beifall. Eine angeregte Aussprache schloß sich dem Vortrag an. Konzert des Bauerschen Gesangvereins. Es ist dem Bauetschen Gesangverein zu banken, daß er in seinem biesjährigen Konzert zur Feier von Goethes 100. Todestag einige Vertonungen Goethescher Texte brachte, aber auch den 200. Geburtstag I. Haydns nicht vergaß- Daß dadurch bic Einheit bes Programms leiben mußte, ist zwar zu bebauern, anbernteilS wohl in diesem Fall kaum zu umgehen. I. Fr. Reichhardt, ber Berliner Hofkapell- meiste^ war lange Zeit Goethes Freunb Er war einer ber ersten, bie solch gewaltige Dichtungen von so ungeheurer Gebankentiese. ber Musik anscheinenb durchaus nicht zugänglich, wie das „Lieb der Parzen" aus Goethes ..Iphigenie auf Tauris", in Musik setzten Schwer und wuchtig, das überaus kraftvolle Stimmalerial zur höchsten Entfaltung steigernd, ließ Universitäts-Musik- bireftor Dr. Temesvarn das „Lied ber Parzen" erstehen, babei ben Gebanken ber Dichtung sehr fein nachgehend Sanft unb lieblich bis ins leiseste Pianissimo sich verlicrenb erklang Goethes Gedicht „An den Mond" in einer Vertonung von Alfred Schubert. Mendelssohns „Türkisches Schenkcnlied" wurde in ben äußeren Teilen scharf rhnthinilch herausgearbeitet. im mittleren mit melodisch schmiegsamer Kantilene gelungen, da» ganze einem Scherzo ähnelnd. Zwischendurch fang der Lhor einige alte Volksliedern ..Tageweise". ..In stiller Nacht". .Abschied". Da» sind Lieder aus ber Blütezeit des deutschen Volksliedes, denen man wünschte, mehr Gemeingut der deutschen Sänger zu werben, auch ber Männergesangvereine Leider ist aber gerade bei vielen Männergesangvereinen die Verbindung mit diesem alten wertvollen Liedgut fast völlig nerlorcngcgangcn. Echte Volkslieder wollen herb klingen. Jede sentimentale Ueberseine- rung. Bertünftelung des LatzeS «Tageweise). alS auch der gesanglichen Wiedergabe (Bll mein Gedanken) ist dem Vvllsliedcharakter entgegen. Die Rhapsodie für eine Tlltstimme. Männerchor und Orchester (auS GoetheS Harzreise im Winter), eine Komposition von IohS. Brahms, bildete den Abschluß des Abends. Der- Orchestervere,n batte den Orchesterpart übernommen. DrahmS schrieb diese Kompositton, ermuntert durch den Befolg seines »Deutschen ReguicmS", Anfang der 70er Jahre Dem Orchester liegt zu Anfang die Schilderung deS Hauptgedankens ob. Düstere Daß- linicn zeichnen in wechselvollen Farben ben Hel- ben der Rhapsodie, einen in Verzweiflung irrenden Jüngling Die Singstimme gibt nur zu dem Orchestergemälde die Erklärung. Erst bei den Worten „Ach wer heilet die Schmerzen" übernimmt sie b’c Führung und bricht in Klagen auS Im letzten Teil finden wir bann bic Singstimme im «Gebet. Das Feierliche unb Weihevolle wird durch Hinzuttttt des MännerchoreS gesteigert. Den Solotcil fang Frau Lena Stülpnagel. Mit ihrer weichen Stimme verstand sie eS. sich dem Grundgedanken ber Komposition anzupassen. Sie wurde sehr gut burch ben Orchesterverein unb ben Männerchor unterstützt, bem hier die gute Schulung seiner Stimmen in stimmlicher, als auch in musikalischer Hinsicht besonberS zustatten kam. Frau Lena Stülpnagel fang auherbem noch fünf Schubcrtlieder: „Du bist die Ruh". „Frühlingstraum". „Der Fischer", „Die Liebe hat gelogen", „Mut", bic UniversitätSmufikdirct- tor Dr. TemeSvary in sehr vornehmer Art begleitete. DaS Konzert für Diolincello unb Orchester in V-Dur von 3. Haydn war dem Andenken dieses Komponisten gewidmet. Herr Ernst Schneider spielte ben Lellopart mit sicherer Technik unb feinem musikalischen Empsinben. vom Orchesterverein unter Leitung von Universitäts- musikbirektor Dr.TcmeSvary stilvoll begleitet. Der Abend war für Dirigent unb Sänger Erfolg unb Lohn zugleich für mühevolle ernste Arbeit. g. nächtliche plakatanlleber vor dem Schnellrichter. Zwei noch im jugcnblid)en Alter stehende Angeklagte hatten in der Nacht vom 11. auf 12. Marz an Häusern, also an Stellen, die zum Ankleben von Plakaten polizeilich nicht zugelassen sind, Wahl- Plakate zu Propagandazwccken angeklebt, ohne daß diese der zuständigen Behörde zur Genehmigung vorgelegt worden waren. Als sie sich von zwei Po lizeibeamten beobachtet sahen, flüchteten sie, der Polizei gelang es aber, beide, die im Besitze eines Lcimtopfs und Pinsels waren, zu stellen und vorläufig sestzunehmen. Am Samstag hatten sie sich vor dem Schnellrichter zu verantworten. Beide waren geständig und erhielten, da noch nicht vor bestraft, Geld st rasen von je 25 Mark, die im Falle der Uneinbringlichkeit mit 8 Tagen Gefängnis zu verbüßen sind Ein dritter Angeklagter konnte der gleichen Tat nicht überführt und mußte freigefprochen werden. Gießener Goethe-Gedenkseier. Der Goethe-Bund v^anstaltet anläßlich des 100. Todestages Goethes am Montag, 21. März 20 Uhr in der Neuen Aula der Universität eine Goethe-Gedenkstunde. Um dieser Feier eine besondere Weihe zu geben, hat der Goethe-Bund den größten lebenden deutschen Goethe-Sprecher Dr. Ludwig Wüllner zu sich eingeladen. Das für Beeihoven-Gonaie. Eine wahre Geschichte von p. Bergen. „Man muß da sehr vorsichtig sein!", sagt die Dame zu ihrem Besuch unb dabei erzählt sie von einem Bettler, ber sie an der Tür um tewaS Essen ansprach: er wolle es sich verdienen, um ibn nicht abzuweisen, habe sie gefragt, was er könne, unb er habe gesagt: „Klavierspielen!": so flehentlich, bebrüdl und verschämt, baß sie ihn gegen alle Gewohnheit in die Wohnung gelassen habe. Mit Heißhunger fei er über die Suppe her, habe bann am Flügel gesessen, nun ein ganz Anbrer, habe gespielt: „Beethovens Sonate 110 As, bas Adagio baraus!". habe er gesagt. Nachher habe er ihr, man stelle sich so was nur vor, bie Hanb geküßt unb sei gegangen. Aber gleich darauf habe sic auch den Verlust ihres Pelzmantels bemerkt. sei ans "Telephon, habe der Polizei Tatbestand unb Signalement gegeben unb nun lese sie. bah ber Dieb bereits gefaßt sei. Ob sie te* mal» den Mantel wiedertehe, sei fraglich: .Die Polizei hat nichts gefunden, unb er leugnet hartnäckig." Soweit die Vorgeschichte dessen, waS nun vor dem Strafrichter erledigt wird... Der Angeklagte steht in der Anklagebank: es fehlen nicht die Neugierigen, darunter Freundinnen der Hauptzeugin: bic Gcrichtsreportersind da: auch Kriminalftudenten^ die hier eigene Fälle präparieren. Die üblichen Formalitäten erledigen sich rafch: Danach ift der Beklagte 25 Jahre alt, elternlos, lebig. Maturand eines Konservatoriums: er spielt in Großstadtetablissements in einem Orchester, wird stellenlos, verfällt öffentlicher Fürsorge, verliert sie mangels Ortszustän- bigteit unb bettelt nun, lucht tausendmal Stellung, sindct nichts, bettelt weiter, hungert unb darbt. Elend tut sich auf. Trotz allem Elend ober schreit ber Beklagte sein Nein an bic Richter: „Ich war's nicht! Ich habe den Mantel nicht gestohlen! Wohl machte Not mich zum "Bettler; aber ich bettelte um meiner Kunst willen; denn ich bin Künstler! Jawohl!", ruft er heftig, als man hämisch lacht. Er solle gestehen, mahnt man: der Verdacht falle einzig auf ihn. "Aber bann ist auf einmal im Saale ein Schluchzen: „Er kann es nicht gewesen fein!" Und ein junges Ding drängt in eine Gasse gaffender Menschen, die sensattonS- gicrig äugen... DaS Mädchen und der Beklagte wohnen in einer ©innigen Mansarde, unweit der Tatwohnung: in fünf Minuten ist man von dort in der »armen Hausung: in fünf Minuten!... Wenn die Zeugin nun sagt, ber Beklagte habe um Glock 12 bie Wohnung verlassen, und das Mädchen beeidet, daß er schon um 5 nach 12 bei ihr gewesen sei, ohne Mantel, unb es gebe in ber kurzen Zeitspanne keine Gelegenheit, sich des Mantels zu entledigen, bann könne er boch wohl nicht ber Dieb gewesen sein! Zudem hätte die Dame den Mantel unbedingt sehen müssen, als der Mann ihr bie Hand küßte; ein Mantel sei ja kein Pa- pierfeychen. das ber Winb verwehe! Schluch- zenb sagt cs bas Mäbchen; bic Dame wirb schwankend. — Ob nicht vorher schon Bettler da waren?... Ja. aber gegen 9!... Ob denn nicht der Mantel schon früher verfchwunden. der Verlust aber erst später bemerkt worden sein könne?;.. Das ist der Dame nicht wahrscheinlich; abermöglich ist'S!... Und so wird denn der Dellagte mangels Beweises sreigesprochen. Eng drängt sich das Mädchen an ihn... Das Gericht hat einen gütigen Richter, unb wenn ber bem Zreigesprochenen nun wegen Bettelns auch einen Tag Haft auf brummen muß, Io sinnt er boch darauf, ihm zu helfen; unb er fragt, ob er bereit fei, feine Künstlerschaff hier unter Beweis zu stellen?... 2a!... Unb so bezahlt der Richter aus eigener Tasche den Transport eines Flügels vom nächsten Pianolager zum Gericht: unb der bleiche Musiker sitzt bavor, spielt seinen "Beethoven, bas Adagio aus 110 mit dem schmerzlichen Rezitativ, bem tröstlicheren zweiten Thema, der leibvoll fragenben Wendung, dem klagenden As-Moll-Gesang. der kurzen Les-Dur- Freude, dem Zurücksinktti ins tiefe Leib!... Ach. so was hörte man hier noch nie!... Atemlose Stille weht in stiller Ergriffenheit; eS ift, als höre man die Herzen schlagen; unb bann bricht ein Beifall auf, ber wie ein brandender Sturm braust und tost. Lange, lange... Das alleS ist so absonderlich, daß die ganze Stadt davon spricht; bic Presfe nimmt sich beS I Falles an: Mitleid toirb wach: der Richter, ebenso gütig wie begeisterter Musikfreund, seht sich für den bleichen, hungernden Menschen ein, und etliche Tage nur später steht fein Harne auf dem Programm einet sehr angesehenen Konzert - vereinigung; und da erlebt er als Solist den juf- bclnben Triumph menschlicher unb künstlerischer Rechtfertigung!... Neue Hoffnungen werben rege, neue Möglichkeiten tun sich auf, neue Brücken bauen sich eine neue Zukunft!... O Wunber über QSunbcr!... Und bas alles ist nur ein mober- neS Märchen?... Nein, cs ist bie Wahrheit, in Mär unb Mehr gctleibct, unb sie trug sich zu vor einem Hamburger Strafrichter, den Paragraphen nicht erftidlcn, sondern der ein warmes Menschenherz behielt!... So merkwürdig sind die Menschenwege, bic auch immer Schicksalswege sind... Oer llrwaldkanips der „Königsberg". Als das merkwürdigste unb aufregenbfte Abenteuer bcS ganzen Weltkrieges wird in einem soeben in London erschienenen Buch „Das Königs- berg-'H ben teuer" von E. Keble Ehatterton der Kampf des deutschen keinen Kreuzers „Königsberg" bezeichnet. Bekanntlich wurde dieses unter dem Befehl bes Fregatten-Kapitäns Loo ff stehende Schiff von 3400 Tonnen in Deuttch-Ost- afrila vom Weltkrieg überrascht, und die Geschichte seiner Taten beginnt mit ber Versenkung des englischen Kriegsschiffes „Pegasus", bei ber ber deutsche Kreuzer burcf) Eröffnung des Feuers aus einer Entfernung von mehr alS 10 000 Meter seinen Gegner rasch besiegte unb im Hafen von Sansibar oerfcnttc. Infolge einer drahtlosen Meldung wurde der englische Kreuzer „Chatham" aus dem Roten Meer obkommandiert. um die „Königsberg" zu vernichten, denn der Kreuzer verursachte wie so viele der kleinen deutschen Kreuzer eine Panik unter den Handelsschiffen. Aber bet englische Gegner war nicht allein imstande, den kleineren deutschen Feind zu übertoältigen. Es bedurfte eines schweren Kampfes, bei dem schließlich drei große englische Kreuzer. Turmschiffe, alte Hafenschisse und Seeflug- zeuge eingesetzt werden mußten. Die „Königsberg" hatte sich im Delta des Rufidschi-FlusseS verborgen und zog sich von dort inS Innere zurück zwischen die von Krokodilen wimmelnden i SchlnmnissimVie des tropischen Urwaldes Drr I Eingang des Flusses wurde durch daS englische Schiss „Newbribge" blockiert, unb so war bie „Königsberg" in ber Falle. Aber sie ließ sich so leicht nicht kriegen. Eine ihrer erstaunlichsten Taten war bie Versenkung bes Blockadeschisses „Newbribge", die an Kühnheit der Versenkung der Blockadeschiffe von Zeebrugge pleidfogeftcllt wird. Wie sollte man das Schiff vernichten, nachdem man es im Urwald eingcschlossen hatte? „Es war klar", schreibt der Verfasser, „daß die großen modernen Kreuzer, wie „Chatham" und seine beiden Schwesterschifse ..Weymouth" und „Dartmouth", nicht abgesandt werden konnten, um ben Spuren ber Königsberg zu folgen. Sic wären dabei sicherlich auf ben Grund gegangen. An leichten Kreuzern aber herrschte ein großer Mangel. Man brauchte jie auf jedem Meer zum Schutz dco Handelslinien. War es boch die Zeit, in ber Abmiral von Spee immer mehr Schrecken hervorrief. Der Bericht von der Beschießung ber „Königsberg" unb von ben Angriffen der Flugzeuge schildert einen einzigartigen Gesechlsvor- gang des Seekrieges Die deutschen Seeleute zeigten eine besondere Geschicklichkeit in der Verwendung ihrer Kanonen, wie Ehatterton hervorhebt. Sie führten auch einen heldenhaften Kampf gegen bie tauiendfachen Gefahren innerhalb der Sümpfe und deS Urwalds, in die sie sich selbst begeben hatten. Zwei englische Flieger, bie in ben Sumpf ab stürzten, entgingen nur mit knapper Not ben Krokobilen. Schließlich würbe eine ganz kleine Flotte aufgeboten, um ben kleinen deutschen Kreuzer im Urwald zu fangen. „Um es genau zu sagen", schreibt der Verfasser, „so wurde die „Königsberg" zuerst ausgehungert, bann in immer größere Schisfahrtsfchwierigkeiten gebracht und schließlich eher beschädigt als zerstört." Die Versenkung erfolgte durch die Bemannung: Aber selbst als bic Flagge der Königsberg heruntergeholt war, dröhnte ihre Stimme noch durch das wette Land von Oftasrika, denn ihre 10 Kanonen. von denen jede durch ein Gespann von 403 kräftigen Eingeborenen gezogen wurde, nahmen wichtigen Anteil an den Verteidigungskämpfen bet deutschen Truppen in Oftafrika. unb auch die Besatzung stand ihren Mann. Kapitän Looff verdiente also in vollem Maße das Lob. bas ihm General Smuts für seine Taten zu Wasser und zu Lanbc aussprach. di« Feier vvm Künstler vorgesehene Dortrag-- Programm verrät, wie man uns schreibt, schon in der Anlage eine tiefinnere Verbundenheit mit Goethes Lebenswerk und eine seltene Gabe, in der derhältnismähig kurzen Zeit eines Vortragsabends den Geist unseres größten Dichters in der umfassenden Mannigfaltigkeit seines Cefüh srnch- tumes lebendig werden zu lassen. Die musikalische Umrahmung der Gedenkfeier hat der Bauersche Gesangverein unter Leitung seines Dirigenten, Universitäts-Musikdirektor Dr. Temesvary, übernommen. Obwohl die Kosten dieser Veranstaltung sehr hoch sind, hat der Goethe-Bund die Eintrittspreise so volkstümlich und niedrig wie möglich zu halten versucht, um damit allen Kreisen unserer Bürgerschaft die Teilnahme an dieser Gedenkstunde am Vorabend des deutschen Goethe- Tages möglich zu machen. Väheres in der heutigen Anzeige. Daten für Dienstag, 15. März. 44 v. Chr.: Julius Cäsar in Rom ermordet; — 1830: der Dichter Paul Heyse in Berlin geboren; — 1842: der Komponist Luigi Cherubim in Paris gestorben; — 1917: Abdankung des Zaren Nikolaus II. von Rußland. Gießener Wochcnmarktpreife. Gießen, 15. März. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Kochbutter von 90 Pfennig an, Süßrahmbutter 130, Landbütter 120, Matte 25 bis 30, Wirsing 10 bis 25, Weiß- kraut 10 bis 12, Rotkraut 10 bis 15, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 25 bis 30, Unter-Kohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 100 bis 150, Tomaten 50 bis 60, Zwiebeln 18 bis 20, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 35, Kartoffeln 4, Aepfel 8 bis 15, Dirnen 10 bis 12, Dörrobst 25 bis 30, Honig 40 bis 50, junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 70 bis 90, Düsse 35 bis 40; das Stück: Käse 5 bis 10, Tauben 60 bis 70, Eier 7, Blumenkohl 30 bis 70, Salat 25 bis 35, Endivien 15 bis 30, Ob er-Kohlrabi 8 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 40; das Bund: Radieschen 15 bis 20 Pf.; der Zentner: Kartoffeln 3 bis 3,50, Weißkraut 6 bis 6,50, Rotkraut 8 bis 10, Wirsing 15 bis 18 Mark. vorriotizen. — TageskalenderfürDienstag. Stadt- theater: „Der Hauptmann von Köpenick", 19.30 bis nach 23 Uhr. — Männer-Badeverein: 20 Uhr, „Pfälzer Hof", Generalversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Stürme der Leidenschaft". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute, 19.30 Uhr, Wiederholung des deutschen Märchens von Carl Zuck» mcü)er „Der Hauptmann von Köpenick". Spielleitung: der Intendant. Die Aufführung des Gießener Stadttheaters unterliegt keinen Kürzungen, die nicht an jeder anderen Bühne auch gemacht worden sind. Es wird im Gegenteil noch ein Bild gezeigt, das sonst nicht gespielt wird. Rur unter Anspannung aller technischen Möglichkeiten der Gießener Bühne konnte die Aufführung zustande kommen. Das gesamte Ensemble unter Hinzuziehung vieler Statisten wirkt mit. Die Titelrolle spielt Peter F a s s o t t. Beginn: 19.30 Uhr, Ende: nach 23 Uhr. 22. Vorstellung im Dienstag-Abonnement. — Morgen, Mittwoch. 16. März, als 23. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement Wiederholung des vielbelachten Lustspiels von Childs Carpenter „... Vater sein dagegen sehr!" Beginn trotz der sonstigen Gepflogenheit erst um 20 Uhr. Ende 22.30 Uhr. — Infolge einer Spielplanänderung in Darmstadt findet das Operngastfpiel des Hessischen Landestheaters nicht am Dienstag, 22., sondern erst am Mittwoch, 23. Marz, statt. In Szene geht „Don Iuan" mit der Musik von Mozart. Die Vorstellung gilt als 23. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement. Vorzugs- und Rundfunkgutscheine haben Gültigkeit. Opernpreise. Beginn: MoMIOMWtM Roman von 3 Schneider-Foerstl. Urheber-Rechtsschutz: Verlag D. Meister, Werdau. 3. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Als sie das Zimmer verließ, um nach der Küche zu gehen, sah sie ihn in dunklem Anzug über den Hof kommen und durch das Tor treten. Tessa, die Hündin, sprang an ihm hoch und empfing eine schmeichelnde Liebkosung. Dettermanns kleiner Reffe, der auf der Straße stand, reichte ihm das Händchen und ging mit ihm über die Wiesen, der Station zu. „Alles liebt ihn!" dachte Frau von Recklin- hausen und verfolgte Malnows Gestalt. Es gab niemand, der ihm nicht zugetan war. Er war sicher ein guter Mensch und ein feinfühliger Charakter. Wenn Lenore nur einigermaßen guten Willen hatte uni) vergessen konnte, würde sie sehr glücklich mit ihm werden. Plötzlich rissen sich ihre Gedanken von Malnow los. Sie lief in ihr Zimmer zurück, wo Hans Jürgens Brief noch immer zwischen der übrigen Korrespondenz lag. Was würden ihre Kinder sagen, wenn sie einmal mit dieser Reuigkeit vor sie hintrat? Sie sah Lenores gütig verstehenden Blick. Hörte Suses Aufweinen und ihre Äelteste ein rasches, hartes Wort sprechen. Es hat ja noch Zeit, dachte sie. Er wird sicher nicht erwarten, daß ich ihm schon heute oder morgen Antwort gebe. Als sie in das Speisezimmer trat, hatten ihre Töchter sich dort bereits eingefunden. Margret sah über eine Zeitung geneigt und nickte ihr flüchtig zu. Lenore ordnete noch etwas an den Gedecken, während Suse am Fenster stand und sich brüsk nach ihr umwandte: „Weiht du, daß Malnow schon vor sechs Uhr Feierabend gemacht hat?" „Er hat um Urlaub gebeten bis morgen früh", sagte die Mutter erklärend. „Er scheint Dringendes .erledigen zu müssen. Den Entgang an Arbeitszeit will er nachholen, hat er mir gesagt." Margrets Gesicht hob sich über die Zeitung. „Du bist sehr leichtgläubig, liebe Mama — wenigstens gegen diesen Malnow!" „Rach deinem Dafürhalten hätte ich also seiner Ditte nicht stattgeben sollen?" „Das nun gerade nicht", kam es mit Ueber- legung. „Aber ich hätte ihn geradewegs gefragt, was er eigentlich zu schaffen hat. Für gewöhnlich ist die Rächt nicht die geeignete Zeit, um Geschäfte abzuwickeln." „Es bleibt ihm doch sonst keine andere Stunde zur Verfügung", verteidigte Lenore 19 Uhr, Ende: 22 Uhr. Das Stadttheater Gießen bringt an Stelle des Operngastspiels am Dienstag die Erstaufführung des Schauspiels „Candida" von Vernarb Shaw. Spielleitung: Peter Fassott. ** Eine Polizei-Funk st ation in Gießen. Gegenwärtig wird auf dem Landgraf-Philipp- Platz vor dem Polizeiaint der Antennenbau einer Polizei-Funkstation errichtet, deren Inbetriebnahme in kurzer Zeit erfolgen wird. Auf dem staatlichen Grundstück des Universitäts-Reitplatzes ist ein etwa 30 Meter hoher Gittermast aufgestellt worden, eine zweite, etwa 10 Meter hohe Stütze wird in den nächsten Tagen auf dem Dache des Kreisamtsgebäudes angebracht werden. Zwischen diesen beiden Stützen wird die Antenne gespannt. Die Funkapparate werden im Polizeiamtsgebäude untergebracht. Bei der Anlage handelt es sich um die Installation der bisher in Friedberg betriebenen Polizei-Funk- station, die nach der Ueberliedelung der Friedberger Schupo nach Butzbach ebenfalls von dort weggenommen werde mußte und, da die Landeskriminalpolizeistelle für Oberhessen ihren Sitz in Gicßrn hat, zweckmäßigerweise hierher verlegt wurde. ** Devisenvorschriften und Rach- nah m e s e n d u n g e n aus dem Ausland. Um eine lückenlose Kontrolle der aus dem Auslande oder dem Saargebiet eingehenden Rach- nahmesendungen im Interesse der Devisenbewirtschaftung zu ermöglichen und andererseits Hemmungen im Geschäftsverkehr nach Möglichkeit zu vermeiden, hat sich der Reichswirtschaftsminister dem Verein Deutscher Spediteure E. V., Berlin, gegenüber damit einverstanden erklärt, baß die Spediteure aus dem Ausland oder dem Saargebiet eingehende Rachnahmesendungen ohne besonderen Nachweis der dem Warenempfänger zur Einlösung erteilten Genehmigung einlösen und die Sendungen an die Empfänger aushändigen dürfen. Die Spediteure haben jedoch den Devisenbewirtschaftungsstellen täglich sämtliche eingelösten Nachnahmen mitzuteilen. Dasselbe Verfahren gilt für Nachnahmen der Reichsbahn. " Verlegung des Fernsprechanschlusses rechtzeitig beantragen. Q3on der Oberpostdirektion Darmstadt wird mitgeteilt: Zum Anfang April werden sich die Anträge auf Verlegung von Fernsprechanschlüssen häufen. Damit die Dienststellen die Wünsche der Teilnehmer rechtzeitig erfüllen können, ist frühzeitig Antrag bei der zuständigen Vermittlungsstelle erforderlich. Die Anträge werden in der Reihenfolge des Eingangs ausgefuhrt. Den Teilnehmern wird daher geraten, die Anträge auch dann schon jetzt zu stellen, wenn der genaue Zeitpunkt der Verlegung noch nicht feststeht. Dieser kann später mitgeteilt werden, mindestens aber eine Woche vor dem Umzug. ** Prüfungen der Lebensrettungs- g e s e l l s ch a f t. Die von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft gestellten Prüfungsbedingungen für den Grund- und Prüfungsschein konnte von folgenden Herren erfüllt werden: die Urkunde für den Grundschein mit bronzener Nadel erhielten: Heinrich Simon (Gießen), Wilhelm Fay (Grüningen) und Jakob Büchler (Bernsbach); die Urkunde für den Prüfungsschein mit silberner Radel erhielten: Theodor Vaubel (Gießen), Hans-Joachim S ch u n ck (Gießen), Walter H i r - zel (Hirzenhain) und Helmut Hahn (Aßlar). ** R i ch t i g st e l l u n g. In dem Artikel „Die Ablösung der hessischen Sondergebäudesteuer" (Gieß. Anz. Nr. 61 vom Samstag, 12. März) ist ein sinn- entstellender Druckfehler enthalten. Im 3. Absatz in der 5.Zeile muß es richtig heißen: „... länger als einen Monat leerstehen ...", nicht „länger als einen M o m e n t". VfB.-Gießen. VfB. (Liga) — „Viktoria" Aschaffenburg (Oberliga) 2:4 (2:2). Die VfB.er ließen gestern in ihrem Spiele gegen die Gäste aus Aschaffenburg Hoffnungen wach werden, daß es in der Mannschaft besser werden könne. Tatsächlich lieferten sie dem Gegner eine gleichwertige Partie. Die Gäste hatten lediglich im Zuspiel etwas an Akkuratesse voraus. Im Sturm zeigten sie nicht wesentlich mehr als die VfB.er. Balser war wohl immer etwas mehr beschäftigt, hielt aber zuverlässig. Die Läuferreihe der Gäste hielt sehr geschickt die Verbindung zwischen Sturm und Verteidigung. Die Verteidigung selbst machte dem Gießener Sturm die Arbeit nicht leicht. Insbesondere hatte es Haupt sehr schwer, sich gegen seinen Gegenspieler durchzusetzen. Die VfB.er erwiesen sich als überraschend gut in Form. Die Mannschaftsleistung wies eine Geschlossenheit auf, die man bisher selten sah. Alle Mann spielten aufopfernd. Man sah viele geschickte Operationen und einige prächtig vor getragene Angriffe. Leutheuser machte als Mittelstürnrer keine schlechte Figur. Seine Reben- leute gingen auf ihn ein. In der Läuferreihe war Knaus gut auf dem Posten und spielte bei aller Berücksichtigung seiner Iugend kein schlechtes Spiel. Kreß war in Hochform. Seine Bomben- abschläge, nicht immer genau, schufen oft Luft. Bingel erschien immer noch etwas gehandikapt und durch seine Fußverlehungen an der vollen Entfaltung verhindert. Immerhin reichte seine körperliche Disposition aus, zwei Gegner unfair zu legen, und damit zwei Elfmeter zu verschulden, prompt verwandelt wurden. Dem Spielausschuß möchte man raten, die Mannschaft nun endlich einmal stehen zu lassen. . . Gleich zu Beginn zog Aschaffenburg mächtig los, zwei Ecken brachten den Gästen aber nichts ein; dann trug Haupt einen schönen Angriff vor, der abschließende Torschuß traf aber den Mann. Balser mußte in der Folge einige Male eingreifen und entledigte sich seiner Aufgabe mit Geschick. Bald darauf kamen die Aschaffenburger durch einen Clfmeterball zum Führungstreffer, unhaltbar für den Tormann. In der 25. Minute schuf Ritter durch einen prächtigen Schuß unter großem Beifall den Ausgleich. Rach anfänglicher leichter Feldüberlegenheit der Gäste kamen die VfB.er besser auf, man sah durchweg gleichverteiltes Feldspiel, konnte aber von feiten der Grünweißen nicht verhindern, daß ein rasanter Angriff des linken Flügels der Gäste die Aschaffenburger wiederum in Führung brachte. 3 Minuten vor Halbzeit wanderte in sauberer Kombination der Ball von Haupt zu Fehling, zu Seipel schließlich, der unhaltbar zum Ausgleich einschoß. Bald nach Wiederanstoh siel für die Gäste auf wenig eindrucksvolle Weise das dritte Tor. Das Spiel flaute dann (der weiche Boden beanspruchte die Mannschaften außerordentlich) etwas ab, wurde jedoch auch in der Folge nicht uninteressant; die Gäste kämpften zähe um die Vergrößerung des Vorsprungs, die VfB.er ließen nicht nach, ihr Schicksal war aber doch besiegelt, als ein zweiter Elfmeterball (übrigens haltbar für Balser) auf 4:2 erhöhte. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 (Liga) siegt in Rieder-Girmes 4:0 (0:0). Die Blauweißen knüpften an ihre seitherigen Erfolge an und biteben auch diesmal sicherer Sieger. Der aufgetaute kleine Platz stellte an die Gießener Spieler ganz ungewohnte Anforderungen. 1900 spielte in stärkster Aufstellung mit: Brambach; Zei- „Er hat doch feine Sonntage", warf Suse ein, errötete und senkte den Kopf vor dem vorwurfsvollen Blick der Mutter. Sie erinnerte sich, daß er an jedem der letzten Feiertage bis in die Rächt geschafft hatte. Das Mädchen brachte die Suppe und Frau von Recklinhausen empfand es dankbar, daß ihre Äelteste sie jeder Konversation enthob, indem sie von heiteren Zwischenfällen bei ihrem Examen erzählte. Zwischenhinein flogen ihre Gedanken zu Hans Iürgens Brief, der jetzt in dem Geheimfach ihres Schreibtisches versperrt lag. So verschieden waren ihre Töchter geartet! So verschieden! Harrs Iürgen hatte einen Trugschluß getan, als er glaubte, nun wären alle Bedingungen erfüllt, die ihr den Weg zu einem neuen Glück freigaben. Dieter Malnow saß in die Ecke eines drittklassigen Schnellzugwagens gedrückt und preßte den Kopf gegen das gelbgefaserte Holz der Wandung. Ihm gegenüber saßen drei Mitreisende mit übernächtigen Gesichtern und halb offenem, schnarchendem Munde. Rur eine Viertelstunde schlafen können, dachte er. Rur eine Viertelstunde. Er schloß die Augen und zwang seine Gedanken zur Ruhe. Es glückte kaum für den Bruchteil einer Minute, dann fielen sie wieder über ihn her, rissen ihm die Lider auf und machten, daß ihm der Schweiß über Brust und Rücken rann. • „Wie soll das nun werden? Wie denn?" zermarterte er sein Gehirn. Die Rachricht, die er heute erhalten hatte, zerstörte alles, was er in den verflossenen Iahren mit Mühe aufgebaut, zerschlug alles, was er an Plänen mit sich herumgetragen hatte. „Ich kann sie nicht zu mir nehmen", erwog er. „Unmöglich! Ich muß sehen, daß ich sie irgendwo unterbringe, in einer Pension oder so." Obwohl ringsum kein Auge offenstand und alles in tiefem Schlafe lag, deckte er doch die Hände über das Gesicht, um die Tränen zu verbergen, die ihm haltlos über die Wangen kollerten. Er hatte geglaubt, er liebe sie nicht mehr, es gäbe keinerlei Band mehr zwischen ihnen. Sieben Jahre lang hatte er das geglaubt. Er hatte keinen ihrer Briese beantwortet, nicht ein einziges Mal in dieser langen Zeit war eine Zeile von ihm zu ihr gewandert. Immer wieder hatte sie versucht, den Weg zu seinem Herzen zu finden, zu dem Herzen, das unter Groll und Unversöhn- lichkeit verschüttet lag. Und nun kam ihr Dries mit der Mitteilung, daß ihr Mann, der Kunstmaler Reinkert, plötzlich gestorben war. Und wieder, wie schon so viele Male, richtete sie die Frage an ihn: «Kommst du nun endlich zu deiner Mutter, mein Sohn?" „3a! Ich komme! Ich komme'!" dachte er, von Verzweiflung geschüttelt. Er stellte sich vor, wie er sie finden würde, die Frau, die für ihn dev Inbegriff alles Heiligen gewesen war, bis zu dem Tage, da er vor ihr auf den Knien gelegen und sie beschworen hatte, keine zweite Ehe einzugehen, um feinet», ihres einzigen Sohnes willen. Er war damals einundzwanzig Jahre gewesen und hatte sie kurzweg aufgefordert, zu wählen zwischen diesem Manne und ihm. Unb sie, das Einzige, was er besessen hatte, war Deinkerts Weib geworden. Am Tage vor ihrer Hochzeit hatte er heimlich das Haus verlassen und beschlossen, seinen ferneren Lebensweg allein zu gehen. Wie es ihr immer wieder geglückt war, in den Besitz seiner jeweiligen Adresse zu gelangen, war ihm ein Rätsel. Ob er hier oder dort in Stellung war, überall erreichten ihn ihre Briefe. Wie sie wohl aussehen mochte? Krank? Vom Leben zermürbt und ausgesogen? — Aber sie hatte es ja selbst gewollt! Und doch! Er gehörte nun einmal zu ihr. Und sie zu ihm; die Frau, der er das Leben verdankte. „Mutter,," Einer der Mitreisenden fuhr auf, so hatte er es hinausgeschluchzt. Er lieh den Kopf tief auf die Brust herabsinken und täuschte schweres Träumen vor. Als fein Gegenüber die Augen wieder schloß, ließ er die seinen wieder in das Dunkel gleiten. Um zehn Uhr mußte der Zug in München sein. Es blieben ihm bis zur Rückfahrt nur vier Stunden. Aber sie sollte wenigstens seinen guten Willen sehen. Jetzt, da der andere tot war, bekannte er sich wieder zu ihr, wollte ihr wieder der Sohn fein, nach dem sie all die Jahre verlangt hatte. Draußen, über dem Gelände, das der Zug durchschnitt, lag der Schein des Vollmondes. Von den Zäunen herüber winkten die weißen Gesichter der Holderbüsche. Warum war er denn so plötzlich gestorben, der andere? Es war alles so schön und friedlich gewesen! So viele Jahre hatte er gebraucht, um zur Ruhe zu kommen, und nun war alles wieder wund gerissen, das fast vernarbt war. Er schrak zusammen, als an einer Kurve das Fenster in den Spalt glitt und ihm die Racht- luft kühl um die Stirn streichelte. Er lehnte den Kops gegen den braunen Rahmen und ließ den Wind durch das dunkle Haar fliegen. Ob sie sich sehr verändert hatte? Wie war sie hübsch gewesen, trotz der vierzig Jahre, die sie damals zählte. Nie hatte sie etwas darüber geschrieben, wie ihre Ehe sich gestaltet hatte. Nichts von Freude, aber auch nichts von dem zu ertragenden Leid war in den Briefen gestanden. Sie hatten sich alle nur auf ihn bezogen und mit einem Bitten um fein Kommen geendet. ler, Jäckel; Henrich Langsdorf, Glitsch; Lippert, Arnold, Wilhelm!, Heilmann und Kurt Schmidt. Zwei Systeme standen sich gegenüber. 1900 bevor- zugte die flache Kombination, während der Platz- oerein Wetzlar-Niedcr-Girmes reichlich hoch spielte und dadurch das Spiel offen hielt. Bis zum Seitenwechsel gelang dies auch. Beiderseits wurden beste Gelegenheiten, zum Torerfolg zu kommen, verpaßt, allzuviel Bälle landeten im Aus. Das Spiel war deshalb nicht flüssig genug. Gießen geriet vor sei. nem Heiligtum hin und wieder auch in Bedrängnis, da die Läufer durch zu schwaches Abspiel manchen Ball an die flinken Gegner verloren, auch die Außenstürmer nicht immer richtig standen. Nach der Pause kamen die Blauweißen in Fahrt und damit auch zu Treffern. Der Linksaußen flankte und Wilhelm! lenkte durch Kopfball ein. Dann schoß Heilmann flach in die rechte Ecke. Ein überaus wuchtiger Flachschuß Wilhelmis prallte, vom Torwart zurück. Heilmann schoß nach schnellem Start vollends ein. Kurz vor Schluß erhöhte Arnold aus einem Freistoß zum 4:0 für Gießen. Gegen Spielende kam es noch zu unliebsamen Zwischenfällen zwischen dem Spielleiter Busch-Butzbach und dem Gastgeber Nieder-Girmes, an denen der Schiedsrichter nicht ganz schuldlos war. Der Sieg der Gießener war auf Grund der reiferen Spielweise verdient. Nieder-Girmes hatte seine besten Leute im rechten Läufer und im Torwart. Die Ligareserve fertigte auf dem- Sportplatz an der Liebigshöhe Schottens 1. Elf mit 4:2 Treffern ab. Schon nach einer halben Stunde führte 1900 mit 4:0. Die Mannschaft fiel aber bann immer mehr und mehr auseinander und ließ genau noch einmal soviel der sichersten Chancen aus. Die Gäste waren glücklicher und holten nach dem Wechsel 2 Treffer auf, während die Blauweißen leer ausgingen. Die Lehrmannschaft spielte vormittags in Gießen gegen Daubringens 1. Elf, trotz großer Ueberlegen» yeit im Feldspiel, nur unentschieden 0:0. Das Spiel war viel zu hart für ein Gesellschaftsspiel. Die 4. Mannschaft kehrte von Werdorfs 1. mit einer 5:1-Niederlage zurück. Der schußschwache Gießener Angriff verlor das Spiel. (Halbzeit 3:0 für Werdorf.) Die 5. Mannschaft holte gegen Schottens 2. auch nur ein Unentschieden heraus, denn auch hier versagte die Stürmerreihe. Bei der Pause führte 1900 mit 1:0. Westdeutsche Bezirks-Endspiele. Schalke 04 in großer Form. Im Gebiet des Westdeutschen Spiel-Verbande- wurden am Sonntag die Entscheidungsspiele zur Ermittlung der Bezirksmeister fortgesetzt. Im Ruhrbezirk sind Schalke 04, Schwarz- Weiß Essen und ©ermdnia Bochum an den Entscheidungsspielen beteiligt. Der erste Gang führte am Sonntag in Bochum vor 20 000 Zuschauern Schalke 04 und Germania Bochum zusammen. Schalke befand sich in prächtiger Verfassung und siegte leicht mit 7:0. Sämtliche Treffer fielen bereits vor der Pause. Im Niederrheinbezirk kam es zwischen den beiden Gruppenmeistern Meidericher Spielverein und FV. 08 Duisburg zum ersten Gang. Der vorjährige Bezirksmeister Meiderich siegte klar mit 4:0 und er ist auch Favorit für den zweiten Gang. Eine Überraschung gab es im Bezirk Westfalen. Die Sp.-Vg. Herten, die am Vorsonntag gegen die Hammer Sp.-Vg. den sensationellen 8:0-Sieg erzielt hatte, lag diesmal gegen Hamm mit 0:2 im Hintertreffen. Auch im Bezirk Südwestfalen ist ein Entscheidungsspiel notwendig geworden, da das entscheidende Spiel zwischen Hüsten 09 und Jahn Werdohl beim Stande von 2:2 abgebrochen werden mußte. Der Bezirk Berg/M art ermittelte am Sonntag seinen letzten Endspielteilnehmer. Schwarz-Weiß Barmen besiegte Tura Barmen mit nicht weniger als 11:0. Zusammen mit Fortuna Düsseldorf und VfL. Denrath bestreitet der Sieger jetzt die Endkämpfe. Wenn sie glücklich gewesen wäre, dachte er, dann hätte sie nicht so sehnsüchtig nach mir verlangt. Dann wäre ihr Dasein restlos ausgefüttt gewesen von dem Manne, dem sie sich zu eigen gegeben hatte. Also mußte sie doch wohl etwas entbehrt haben. Am Rande, der den Nachthimmel dunkel um- zeichnete, schoben sich lichte Flächen hoch. Ab und zu zitterte ein Scheinwerfer über die dunkle Ebene, die der Zug durchraste. Die Wagen schaukelten merklich unter verzweigtem Schienen- gcfträngc. Er erhob sich mit tauben Füßen und ödem Kopf, nahm seinen Hut aus dem Gepäcknetz und schlüpfte in seinen Mantel. Keine Handtasche, keinen Schirm, nichts hatte er mitgenommen. Wozu auch? Man würde bis zur Abfahrt doch nicht zu Bette gehen, sondern alles das miteinander besprechen, was eben besprochen werden muhte. Er verspürte etwas wie Angst, eine Beklemmung, die ihm den Herzschlag verlangsamte. Immer wieder suchte er sich vorzustellen, wie sie aussehen mochte! Alt! Grau! Wie alle Frauen, die das Leben müde gemacht, wie alle, die es enttäuscht hatte. Er war, als die Wagen hielten, der erste, der über das Trittbrett stieg. Unter der Menge der Wartenden suchte er nach ihrem Gesicht. Sie ist nicht gekommen, dachte er. Vielleicht hat sie mein Telegramm noch nicht erhalten. Aber er wußte ja, wo sie wohnte. Eine weiße Haube, wie sie die Darmherzigen Schwestern trugen, wirkte wie ein Schneefleck zwischen all den Mühen und Hüten. „Herr Dieter Malnow!" hörte er dicht neben sich sagen. Es riß ihn herum. „Meine Mutter?" fragte er tonlos. Die Angst preßte ihm die Kehle zusammen. „Die gnädige Frau konnte augenblicklich nicht abkommen", erklärte die Pflegerin rasch und flüsterte dem Kinde, das an ‘ ihrer Seite ging, leise etwas ins Ohr. Eine kleine, schmale Mädchenhand hob sich, zwei blaue Augen suchten in scheuer Bangnis zu Malnow empor: „Die Mama sehnt sich so sehr nach dir, lieber Dieter." Ein Strom eisiger Kälte ergoß sich über ihn. Er fühlte sich in Wirbeln gedreht. Noch immer hing die Kinderhand in der Luft. Er wollte fragen und suchte hilflos nach dem Gesicht der Schwester. „Das Dorli", lächelte diese. „Ich habe noch einige Telegramme zu besorgen, Herr Malnow. Würden Sie die Güte haben, am Rordausgang auf mich zu warten? Ihre kleine Schwester bitte ich einstweilen Ihrer Obhut anvertrauen zu dürfen." (Fortsetzung folgt.) r'nb h?, bZD°r< iith k. 5 ^otz« °>n n M,e w> ff«nben. $ Sinnf^ !« Jsyjj ß?5 *”S Ä.- * Ä imm-rdrn wie »He. d« - Ks Vs* ,d'°7'KS sich sag^' ,°M * •* ■go6 LS-" Wirischafi. Oie neuen Zinssätze. Berlin, 14 Mär, (WTB.) Bei den unter dem Dorfitz de- Banllommissar- im Zentralen KredttauSschuß geführten Derhandlungen über eine Abänderung de - Haben-Normal- zin-fuhe - im Anschluß an die Di-kontermäßi- aung wurde eine Reihe von Zin-sätzen vom Rormalzin-fuß gelöst. Für täglich fällige Gelder fallen, in provifion-freier Rechnung höchsten- 3L Prozent berechnet werden. Dabei bleibt e- den örUichen Kreditau-schüssen überlassen, die Sähe nach ihrem Qrmcllen nach unten seftzulegen Für Kündigung-gel- der sollen generell folgende Sah« bi- auf wei- terc- gelten Kündigung-gelder von 1 bi- aue- schlteßllch 2 Monaten höchstens 4 5 Prozent, von 2 Monaten und mehr höchsten- 5 Prozent, für feste Gelder von 31 die 01 Loge einschließlich 5,25 Prozent von 62 bi- 364 Tage 5.75 Prozen« Zusammensaffend kann gesagt werden, daß die Zin-spanne bei den De. nken um ein gute- halbe« Prozent gekürzt worden ist. Bezüglich de- Sparkafsenzin-fußeo durste eine Entscheidung noch im Lause d»escr Woche fallen zu welchem Zwecke der Banl- kommifsor mit dem Bankenkuratorium Fühlung nehmen wird. Der Habcn-Zin-suß bei den Spar- kaffen bleibt daher vorläufig noch 4 Prozent Der Aeich-kommilsar für da- Bankgewcrbc bat nach einer im heutigen ^Aeich-an-eiger' veröffentlichten Bekanntmachung den Beschlüssen de- Zentralcn KrebitausschusseS in der Frage der Zin-sähe für hereingenommenc Gelder zugestimmt. ‘ Der Großhandelsindex Die vom Statistischen Reichsamt für den 9. März berechnete Großhandel-inderzisser ist mit 100.2 gegenüber der Dorwoche um 0,4 v. gestiegen. Die 51nde»tssern der Hauptgruppen lauten. Agrar- stosse 97,0 (pluS 1.1 v H), Kolonialwaren 90.6 «plu- 1,1 v. Sy i, industrielle Rohstoss« und Halb» waren 90,7 «plus 0.1 v. H>. und industrielle Fertigwaren 121,1 lminu- 02 v. H ), Produktion-» mittel 119,8 lminu- 0,1 v H), Konsumgüter 122,1 lminu- 0.2 v. H) 3erhn widetfiLndssahia, später lebhafter. Berlin, 15. März. (WTB. Funkspruch) Die heutige Börse setzte - etwa den Schätzungen drS Dormittag« entsprechend auf ermäßigter Dali- ein. Die Kurse lagen verschiedentlich - bi- 2 Prozent unter denen von gestern abend, die Stimmung war aber trotzdem al- recht wider- 'tandSfähig zu bezeichnen, da diese Abschwächungen in keinem Verhältnis zu den starken Rückgängen am Schlüsse der gestrigen Neuhorker B^rsc standen. Austräge lagen bei den Banken weder auf der Kauf-, noch auf der Derkansfeite m nennenswertem Umfange vor. fo daß sich das Seschäft hauptsächlich innerhalb der Ku.isse ab- lpielte Biel Beachtung fand die stärkere ßrbp- lunfl der Lvenska-Aktie, die ansang- etwa b Mk. und im Verlaufe unter Schwankungen weitere 9 Mark betrug. Auch Äeich-bankante le lagen vor der Dividendenerklärung bemerken-wert fest und ziemlich lebhaft Farben neigten dagegen zunächst weiter zur Schwäche. Auch an den übrigen Märkten waren die Kurvveränderungen gegen fleftem mittag verhältnismäßig klein. Eyade- aktien lagen etwa« sester. auch Siemen- waren leicht gebessert, dagegen büßten Rheinstahl und Lchuckert ic 1,5 Proz^ ein. 3m Verlaufe wurde da- Deschäst, vom Markt der AeichSaan'anteile lu-gebenb, allgemein lebhafter. Diese zog n bei größeren Umsätzen etwa 4 Proz. an. Svensia blieben von der Arbitrage gefragt, so daß der Kur- weiter unter Schwankungen anzog. Die Aktien der Deutschen Zentralnoterk.cdit bü ton dagegen ern'eut 1,5 Proz. ein. Auch Farven waren im Verlause etwa- stärker beachtet, da man da- nut rechnet, daß nach dem Tode de- Photosönig» George <3 a ft m a n n , die Möglichkeit für eine Einigung zwischen der deutschen und der ameri- lanischen Photoindustrie größer geworden sei. Auch wurde der inzwischen bekanntgewordene deutsche Außenhandel für Februar, obwohl er nur einen Ausfuhrüberschuß von 86 Millionen ausweist, eher günstiger beurteilt. Von Kaliwerten waren Winter-Halt nach schwächerem Beginn im Verlause bemerlemStoert gut gehalten. Auch Berliner Licht L Kraft und Siemens tonnten mehrere Prozent gewinnen. Julius D.rger erhöhten sich um 4 Proz, und die ReichSbank- inteilc erreichten mit 6 Proz. über Anfang einen neuen Höchstkur- Am Pfandbrief markt schien zuerst weiter Angebot zu bestehen, und die Kurse wurden wieder 0.25 bi- 0,50 Proz. niedriger genannt. Später zeigte sich aber, daß die Tendenz der Anlage- verte ebenfalls recht wider st andsfähia war. deutsche Anleihen lagen bebautet, Reichcschuld- biubforberungcn nach ruhigem Beginn, befo. der- •ür späte Fälligkeiten, fester. Don Auslandrenten neigten Türken und Ungarn zur Schwäche. Für öiquidationSpsandbriese und 3nbu1trieoMiia'.io- nen bestand eher etwa- Nachfrage. Die Geldmarktlage blieb weiter angc- 'pannt, Die Sähe erfuhren heute zum Medio keine Veränderungen. Sronffurf im Verlaufe befestigt. Frankfurt a. M.. 15. März. (WTB.Draht- neldung.) Nachdem an der Abendbörse durch klein« Deckungen der Kulisse überwiegend Kur-besserun- gen eingetreten waren und sich allenthalben eine Beruhigung in Nachwirkung de« Wahlresullat- .icmcrfbar gemacht hatte, war im vorbbr-lichen Berkehr eine schwächere Stimmung unverkennbar. Da an der Neuyorker Börse gegen Schluß doch ein erheblicher Kurssturz infolge der Kreugervor- jängc zu verzeichnen war und auch die kontinen- alen Börsen sehr schwache Kurse gebracht hatten. nahm die Spekulation wieder Realisationen or, zumal auch von auhenher etwa« Angebot in Lrscheinung trat, das nur auf ermäßigter Baß- Ausnahme fand. So ergaben sich bei Beginn der rfsiziellen Börse meist Rückgänge von 1 bi- 2 Prozent. Später setzte sich jedoch wieder eine kräftige Befestigung durch, die ihren Au-gang ?om Reichsbankmarkt nahm, an dem auf gün- tige Dividendenhossnungen eine Erholung von l Prozent eintrat. Die Spekulation schritt wieder ju Rückdeckungen, und bei etwa« lebhafterem De- chäst ergaben sich auf den meisten Marktgebieten verwiegend Besserungen bis zu 1 Prozent. 3m Mittelpunkt des 3nteresses standen dabei 3.-D - ^arben, die 1,50 Prozent anzogen. Am Elektro- narkt stellten sich die Kurse um 1 bi- 1,50 Proz. wher, auch Kaliaktien sowie am Kunftseidemarkt Aku zogen um zirka 2 bis 3 Prozent an. Montanwerke lagen mit Ausnahme von Gelsenkirchen, die bei regerer Nachfrage 1 Prozent gewannen, nur unwesentlich verändert. Höher lagen ferner Scheldeanstalt, Zement Heidelberg. Zellstoff Wald» hvf und Schissahrt-werte. Bankaktien blieben hingegen nur gehalten. Stark erholt tagen Svenfka, die etwa 15 Mk. höher genannt wurden, auch Lhade zogen zirka 5 Mk an Am Rentenmarkt biteben Gold- und Li» quidationspsandbriese meist unverändert, während Anleihe-Altbesitz und Reich-schuldbuchsorde- rungen. sowie 3.-G - Farben-Bonds bi- zu 1 Proz. fester lagen. Don Au-land-renten tendierten Türken und Anatolier eher schwächer. 3m Verlause blieb die freundliche Stimmung erhalten, das Geschäft wurde aber merklich ruhiger. 3 -0 -Zarbeit und Reich-bank gewannen erneut 1 bzw 1.50 Prozent 2ün Geldmarkt war Tage-geld trotz de- Medio leichter, und der Sah wurde auf 6 Proz. ermäßigt Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Banknoten 14 Mär, 15 JMrj «mUiOt Setirnin^ Smibd-t Heueren4 Une" weid Z*ne< £r:ilngtocl . 6.953 49.95 7.007 50.05 6.993 49 95 7.007 50.05 lug 12.465 12.415 12.465 12 485 BuMwfl . 56 94 !7.nfi 56 94 57.06 Solid . . 3 057 3.063 3.057 3.063 t*ollons . . 169 13 170.17 169.88 170.22 •2.77 82.93 82,67 12 83 »oprebaflf« . . 84 02 84.18 84.07 14.23 etodtwl» t?52 82.68 12.52 87. b8 tonb»o 15.25 15.29 15 76 15.30 tlumo« SUrt 1.073 1.077 1.073 1.077 Waioert 4.209 4 217 4 209 4.217 thuifri 58.69 51.81 58.79 58.91 nulie« . . v-n» . . 21.11 21.85 21.81 21.85 16.57 16.6) 16.58 16.62 €et| 81.59 81.75 81.57 81,73 ferantc« 32.37 32.43 32.12 32.18 lanua 82.07 82.23 82.07 82 23 tzavon K» N 3e Koten....... Roroeglibe Sloten ....... ZrutfcT^Lrflrneidl, S 100 LchUNng Kyminiidie Sloten ... ed'rocbnt.f Sloten.....5 ■ tdireetjer Boten. ....... fepüiillche Noten ....... Unflanichf Noten 426 58.53 83.83 15.21 16.53 169,46 22,11 82,58 2,49 82,33 81.41 32.24 4.22 58.77 84.17 15.27 16.59 170.14 22.19 82.92 2,51 82.67 81,73 32.36 Reldjsbanfblsfont 6 Pro;. — Lambardfah 7 Pro;. HinDermarft in Gießen. Auf dem heutigen Rinder - Nutzviehmarkt standen 728 Stück Großvieh, 101 Fresser und 151 Kälber zum Berkaus Es wurden notiert: Milchkühe oder hochtragende Kühe II. Qualität i 300 bi- 420 Mk-, (2. Qualität) 200 bi- 300 Mk.. (3. Qualität) 100 bt- 200 Mk.: Schlachtkühc 60 bis 250 Dl : Rinder (halb- biS dreivierteljährig) 70 bi- 140 Mk.. (dreiviertel- bis zweijährig) 100 bis 200 Mk. ltragend) 150 bis 320 Mk : Kälber (daS Pfund Lebendgewicht) 20 bis 35 Pf — Markt- vcr lauft Fahrkühe und tragende Rinder gesucht. Ausverkauft. Frankfurter vtermarkt. Srantf urt a. QH., 12. März. (WTB.) Die Pretse am Frankfurter Eiermarkt blieben während der ganzen vorigen Woche gut behauptet. Die Hmfatjtätiflfcit hielt sich jedoch wegen der schwachen Nachfrage de« Konsum- weiterhin in sehr engen Grenzen. Die deutsche Produktion zeigt keine nennenswerte Zunahme, während das Ausland steigende Zufuhren bringt. Es notierten in Pf. per Stück ab Idco Sranhurt; Bulgaren 7.00 ui5 7,50, Holländer 7,50 bis 9,00, Flandern 7,50 bis 8.00. Bayern 6.50 biS 7,00, deutsche Frischeier 7,50 bis 8,75, alle- übrige nicht am Markt. Oberbeffen Bürgermeisterwahl in Büdingen. • Büdingen. 15. März. In der gestrigen © e • meinderatssitzung wurde der Berufs- d ärger rn ei st erfür Büdingen gewählt. Don 23 Bewerbern wurde der bisherige Beigeordnete Steuerinspektor Cinil Di einer in geheimer Wohl mit neun geaen sechs Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Der neue Bürgermeister steht im Alter von 43 Zähren. Er ist gebürtiger Büdinger und be- kleidet leit dem Jahre 1929 das Amt des Beigeordneten. Er wird am 1. April sein Amt antreten. tfnujirc.e Kietze». O Hol-Heim, 14. März. Der Krieger, verein hielt dieser Tage feine 58. 3ahreshaupt- versamwlung ab. Nachdem der 1. Vorsitzende, Wilh. Lau? i. die Mitglieder begrüßt hatte, erstattete der Vereinsrechner. Karl 3 u n g 11., den Kassenbericht. Die Einnahmen betrugen im Vorjahr 356 Mk.. die Ausgaben 277 Mk., somit der äleberschuß 79 Mk. Dem Rechner wurde Ent- laftung erteilt. Wiederum konnten neue Mitglieder ausgenommen werden, so daß der Verein jetzt 83 aktive Mitglieder zählt. Einstimmig wurde beschlossen, alle Kameraden, die über 50 3ahre dem Verein angehören, zu Ehrenmitgliedern zu ernennen. Es sind dies zur Zeit folgende: Konrad 3 u n g XIII., ®g. H Grieb, 3ak. Laux li. Wilh. Ze i ß 11.. Mart. Reitz. 3oh. Schnei der I.. 3af Zeiß IV., 3oh. Jung V.. Pete. M. 3ung. Ter Vorstand setzt sich nach der Neuwahl auS folgenden Herren zusammen: 1. Vorsitzender Wilh. Laue L, 2. Vorsitzender: Konr. 3 u n g I., Rechner: Karl 3 un g II., Beisitzer: Bürgermeister Buß, Kl. Buh, Hch. Wetz 111., K. W. Grieb, B. W. Grieb. H M. Kuhl. Grünberg. 14. Mär». Am Sonntagnach- mittag veranstaltete die hiesige Oberrealschule eine S ch u l s e i e r in der Turnhalle, die sehr gut besucht war. Oberstudiendirektor H ü t h- w o h I hielt die Begrühung-anfprache und erläuterte den Zweck der Deranftaliung. Mit großem Beifall wurden die Gedichte, teil- ernsten, teil- heiteren 3nhalteS, die Ehorgefänge und die Musikvorträge des Schülerorchesters aufgenom- men. Diel Heiterkeit erregten auch die verschiedenartigen Darbietungen eines .Zirkus". Kreis Büdingen. ]:[ De rgheim. 14 QHärj. ilnfer früherer Lehrer Kr aufch, jetzt in Gießen, sprach hier in einer Versammlung der Erwerbslosen als Skrtrctcr des 3ungdeutschcn Ordens über den freiwilligen Arbeitsdienst. Lehrer Kraufch zeigte in seinem Dortrage die Möglichkeiten des Einsätze- der Freiwilligen zu ac- meinnützigen Arbeiten. Ferner sprach er über die notwendigen Siedlung-bewegungen. die im großen Stile durchgesührt werden müßten Die Gemeinde will den entsprechenden Antrag aus Einsatz einer freiwilligen Arbeit-kvlonne stellen, da sich bereits eine große Anzahl von Arbeit-- willigen zur 'Verfügung gestellt hat Miete Alsfeld • Ober • Ofleiden. 14. März. Rach alter Sitte veranstaltete der Gesangverein auch in diesem 3ahre einen Familienabend für seine Mitglieder und deren Angehörige Nach den Begrü- tzung-worten de- Verein-vorlitzenden und einem Lied folgte etn Vortrag von Pfarrer Geiß über da- Dolk-lled. Den weiteren Derlaus de- Abendverschönten gefängliche und musikalische Darbietungen. 'Besonderer Dank gebührt stud. phil. Erwin Müller, der durch eine Auswahl gcbie- gener Musikstücke die Zuhörer erfreute. Bei Kaffee und Kuchen, für die die Frauen de- Verein- Sorge getragen hatten, und gemeinsamem Gesang alter Volkslieder blieb man noch lange beisammen. Erweitertes Schöffengericht Gießen. ' Gießen. 11. März. Ein junger Arbriter aus Obcrbcffcn, der in seiner geistigen Entwicklung zurückgeblieben ist, Hal sich im Sinne des § 17b Zisf. 3 SlitzB — Vornahme strafbarer Handlungen gegenüber Kindern unter 14 Jahren — vergangen. Das Gericht sah ihn als überfuhrt an. Da auch der ärztliche Sachverständige ihn als wenn auch vermindert verantwortlich begutachtete, verurteilte ihn das Ke- r'.l)i unter Annayme mildernder Umstände |ü dei gesetzlichen Mindeststrafe von 6 Monaten Gesa n g n i * Bezüglich 5 Monaten wurde bedingter Strafaufschub gewährt und die Bewährungsfrist auf 3 Jahre festgesetzt. Wegen des gleichen Verbrechens hatte sich ein anderer Arbeiter zu verantworten. Er war bereits einschlägig vorbestraft. Der Staatsanwalt befürwortete nochmals mit Rücksicht auf Jein Geftänd- nis mildernde Umstände. Anderseits muffe aber im Jnteresie eines wirkfamen Schutzes der Jugend in diesem Falle ein« höhere Strafe eintreten. Do- Gericht erkannte auf die beantragte Strafe von 1 Jahr Gefängnis. Der Verurteilte erkannte die Strafe an. Ein junger-Spengler war der fahrlässigen Tötung angctlagt. Er fuhr abends nach Eintritt der Dun- kclheit mit einem Handkarren, auf dem ein« 6!» Meter lange Leiter verladen war, die Landstraße bei Mücke entlang. Er hatte weder an dem Fuhrwerk, noch an der Leiter ein« brennende Laterne angebracht. Ein Autofahrer, der nach der Beweisaufnahme durchaus nicht zu rasch fuhr, stieß mit der Leiter zusammen, so daß er sich am Leib «ine Verletzung zuzog und in der hiesigen Klinik an innerer Verblutung verstarb. Staatsanwalt wie Gericht hielten eine Fahrlässigkeit für vorliegend. Rach Lage der Umstände, bei der Dunkelheit und dem dem Angeklagten bekannten starken Verkehr auf der öffentlichen Straße hätte er für ausreichende Beleuchtung sorgen müssen. Das Gericht erkannte an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von 15 Tagen auf eine Geldstrafe von 150 Mark. Eiraskammer Gießen. • Gießen, 11. März. Sin Mehgeracfelle von Lauterbach war am Tage der hessischen Landtag-Wahlen mehrsach von politischen Gegnern dn- gerempclt und bedroht worden. Er steckte daher, als er abends mit Freunden au-ging. ein sog. Schabemesser zu sich, um sich gegebenensalls hiermit verteidigen zu können. Er geriet wieder in eine Balgerei und hierbei wurde festgestellt, daß er daS Messer bei sich trug. Da es nach § 1 des Wafsenmißbrauchgesetzes vom 28. März 1931 verboten ist. außerhalb der Wohnung eine Hieb- oder Ltoßwasse zu sühren, wurde er von dem Amtsgericht zu 3 0 M k. Geld st rase verurteilt. Einen Verstoß gegen § 3 diese- Gesetze-, wonach mit mindestens 3 Monaten Gefängnis bestraft wird, wer gemeinfam mit anderen zu politischen Zwecken an öffentlichen Orten bewaffnet erscheint, nahm das Gericht aus tatsächlichen Erwägungen nicht an. Die Straskammer bestätigte das Urteil. DaS Amtsgericht Gießen hatte einen Arbeitgeber und einen Arbeitnehmer weaen Betrugs- versuch- bestraft, weil letzterer unter Vorlage einer von dem Ersteren im beiderseitigen Einverständnis falsch ausgestellten Arbcit-bescheinigung Ar- beitSlosenunterstüyung beantragt hatte. Nach Vernehmung einiger Zeugen hob die Strafkammer das Urtcil auf. da nicht sestgestellt werden konnte, daß vorsätzlich sallche Angaben gemacht waren. Der Arbeitacoer erhielt iedoch eine Geldstrafe, da auch die fahrlässige falsche Ausstellung einer Arbeitsbescheinigung mit Strafe bedroht ist. Sinern inzwischen verstorbenen Bäckermeister ander Büdinger Gegend waren in den 3ahren 1926-27 mehrfach Geldbeträge aus dem Kassenfchrank entwendet worden. Ein früheres Dienstmädchen geriet in den Verdacht der Täterschaft, wurde nach umfangreichen Ermittlungen angeklagt und opn dem Amtsgericht Büdingen wegen Dieoslahls verurteilt, ebenso seine Mutter wegen Anstiftung hierzu. Die heutige Beweisaufnahme dauerte mehrere Stunden: sie sand teilweise unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt, da Einwendungen gegen die Glaubwürdigkeit der Hauptbelastungszeugin ISchwester der einen und Tochter der anderen An- gellaflien) eingehend nachgeprüft wurden DaS Gericht sprach schließlich beide Angeklagte - r c t, da trotz schwersten Verdachtes ein völlig einwandfreier Beweis für ihre Täterschaft nicht geführt worden sei. Amtsgericht Gießen. 3m Strafprozeß ist die Veranstaltung von Augenschein-tcrminen von besonderer Bedeutung. Fraglos gewinnt durch sie die Recht-sicherheit. So sind in Verkehr-Prozessen Lokaltermine gang und gäbe, da in ihnen die einschlägigen Vorgänge durch Beteiligte und Zeugen weit besser veranschaulicht werden können, al- im Sitzungssaal. 2lber auch in anderen Prozessen wird dem Richter durch derartige Termine die Entscheidung über die Schuldfrage wesentlich erleichtert. So sollte auf einem Gießener Viehmarkt bzw auf dem ZusahrtSwegc zu demselben der Standort eines Stück Viehs sestgestellt werden, daß der Angeklagte vorfchriftswidrig ungeimpst auf den Markt gebracht hatte, da dieser behauptete, das Vieh habe sich abfetts vom Markt befunden, es sei gar nicht für den Markt, sondern für das Schlacht- Hau- bestimmt gewesen. Durch einen Augenschein wurde der Richter allem Zweifel über die Schuld deS Angeklagten enthoben und dieser wegen Vergebens gegen da- Derficherung-gefeh eine namhafte Gcldstrase genommen 3n einem Nachbarort hatte ein Arbeiter ein von der kommun'.stllchen Ortsgruppe herau-gege- bene- Flugblatt politischen Inhalt- verkauft, obwohl batklbe den, Kreisamt nicht vorgelegt worden war. Dem Verbreiter de- Flugblattes halte angebltch ein prominenter Angehöriger der Partei versichert, dem Derkause stände nichts entgegen. Selbst wenn eine derartige falsche Belehrung stattgcfunden hat, hatte sie dem Angeklagten nicht» nutzen können, denn es war feine Pslicht. zuverlässigere Informationen einzuziehen. Mindestens hat er fahrlässig gehandelt. Degen Vergehen- gegen die Paragraphen 10 und 11 der Verordnung de- Herrn ReichSprafidenten zur Bekämpfung von politischev Ausschreitungen vom 28 März 1931 erhielt der Angeklagte eine Geldstrafe von 10 Mk. die im Üneinbringlichkeit-- salle mit 3 Tagen Gefängnis zu verbüßen ist 6m faumiger Schuldner wurde von seinen Gläubigern im wahren Sinne des Worte- aus der Landstraße hart bedrängt Beide fuhren in derselben Richtung und letzterer drängte sich nrtt seinem Motorrad von hinten dicht an da- Fahrrad feine- Schuldner- heran, indem er die Begleichung seiner Rechnung forderte, fo daß dieser. wollte er nicht zu Fall kommen, absteigen muhte und die Flucht ergriff. Sin andermal fuhren beide auf der Landstraße sich entgegen. Alder Angeklagte seinen Schuldner wahrnahm, verlieh er seine Richtung und steuerte nach der anderen Leite zu, aus der sich dieser befand, offen» sichtlich in der Absicht, mit diesem wegen feiner Forderung anzubendeln. Der Schuldner vermied aber jeden Zusammenstoß. Der Angeklagte hat durch sein Verhalten Verkehr-vorschriften verletzt und diese Verletzungen trugen ihm eine emp- sindliche Geldstrafe ein, deren Betrag die Forderung an feinen Schuldner weit überstieg. Berufung im ^odheimcr Landfnedensbruchprozeß. WSR. Marburg. 14 März. Am Abend des 11. August v. 3. kam e- in Rodheim an der Bieber zwischen Reich-bannerleuten und R a t i o n a 1 s o z i a l i st c n . welche in Richtung Bieber durch Rodheim marschierten, au einem schweren Zusammenstoß, wobei einige Nationalsozialisten stark verletzt wurden Diese Angelegenheit hatte zur Folge, daß Ende Oktober v. 3. nach dreitägiger Verhandlung von elf Angeklagten drei Reich-bannerleuie zu sechs bzw. drei Monaten Desängni- verurteilt wurden. Degen diesen Gerichtsentscheid hatten die Verurteilten Berufung eingelegt, die jetzt vor der hiesigen Großen Strafkammer zur Verhandlung kam. Die Angeklagten bestritten jede Beteiligung an der Lechlägerei. Die Verhandlung, zu der fünfzehn Zeugen geladen waren, endete damit, daß zwei Angeklagte, die wegen schweren LandsriedenS- bruchS je sechs Monate Gefängnis erhalten hatten. wegen einfacheit Landfrieden-bruch- z»i j c drei Monaten Gefängnis verurteilt wurden. Die Berufung de- dritten Angeklagten wurde verworfen. Briefkasten ver TMoftion. (IHcdjtsgutadjten find ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung) S.L. h. Die Stadt zahlt, nach unseren orkundi gungen, für das Straßengelande denselben Wert mit für das angrenzende Baugelände. Können sich die Stadtverwaltung und der Grundstiickseigentünier nicht einigen, dann wird in der '.Hegel das Enteignungsverfahren eingeleitet und der Wert von der Lokalkoinmisfion festgesetzt. Die Strahenbaukosten (Selbstkosten) werden auf die Anlieger umgelegt und auf den lausenden Meter Frontlanae ausgeschlagen. Die Straßenbaukosten setzen sich zusammen aus Ge- länveerwerbskosten (ohne Zinsen), zuzüglich des Straßenausbaues. Uebcr alle weiteren Fragen in dieser Hinsicht kann Ihnen das Tiefbauamt Auf- schluß geben. ©ctplnnausiufl 5. Klasse 38. Preußlsch-Luddcullqe (264. Preuh.) vlaals-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten 28. Ziehungstag 11. März 1932 3n der heutigen Donnittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen * •ttoinn. m 26000 an. 274837 382674 6 •»sinn. |u 10000 OIL 69870 187015 162285 6 »ttpuin. |i 5000 OIL 64366 123821 314416 16 •«Blnnt 3000 an. 26983 49720 106756 152852 218077 243598 246909 371277 66 »«eten. fu 2000 OB. 12385 15859 28500 31316 35626 47380 51089 60110 120982 124011 146602 149200 169838 184074 198689 199034 204836 212227 222482 226978 227960 254514 281806 291037 311521 333790 333965 347419 352718 368970 370617 373361 382156 124 •roln.e ,» 1000 . »I - • < - ■ I: W logg WWK , die ebenso wie der hiesige Derein von Lehrer S ch ü l c r (Oberkleen) geleitet werden, zur Mitwirkung zur Verfügung gestellt. Rach einer kurzen Begrüßungsansprache des 1. Vorsitzenden Ludwig A l b a ch brachten die Vereine einzeln und im Massenchor schöne alte Volkslieder zu Gehör. Rundfunkprogramm. Mittwoch, 161 März. 7.20 Uhr: Frühkonzert. 10.20 bis 10.50: „Unser tägliches Leben", von Ruth Künkel. 12.05: sE siE. <01it 4 ®e' Mellgeb Aach von emz infolge । zernfk unteren Anfchnft. richten:, pof zrantstt: Mittwoch, den 16. März. Johanneskirche. 18 Uhr: 6. Passionsandacht; Pfr. Bechtolsheimer. Die Airma Larl Arensdors, Oberhessens größtes Spezialhaus für Herren-, Knaben- und Sportbekleidung, steht im Zeichen einer großzügig organisiertes Werbewoche. Herrenanzüge und Mäntel in den modernsten Farben und Formen stehen in einer Auswahl zum Berkaus, die selbst den verwöhntesten Ansprüchen gerecht wird. Es sind diese Errungenschaften dce letzten Modeschöpfung in hervorragend guter Verarbeitung. 2029A Die Firma Frensdorf hat Wert darauf gelegt, aerobe in der jetzigen wirtschaftlichen Notzeit diese Artikel zu besonders vorteilhaften Preisen herauszu- bringen, und zwar zu den Einheitspreisen von Mark 39,— und Mark 59,—. 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