Nr. 204 Erstes Matt 182. Jahrgang Mittwoch, H- vezember 4932 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen VrvS un- Verlag: vrühl'sche Universttäts Buch. und Stchtörudcrei R. Lange in Sietzen. Schriftlettung und Geschaftzstelle: Zchulfttatze ?. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20" „ mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr! Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein undfürdenAn- zeigenteil i. D.TH.Kümmel sämtlich in Biegen. Erlcheint täglich, auher Sonntags und Feiertag». Beilagen: Die Illustrierte Biegener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Vezngrpreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten i Anzeiger Siehrn. Postscheckkonto: Zranlfurt am Main 11686. Vorweihnachlsgedanken Es ist die Eigenart und zugleich die religiös-sittliche Bedeutung des Weihnachts- f e st e s , daß es durch seine Gedanken und sein Erlebnis tief eingreift in alle Gebiete unseres Lebens, — auch in die Politik. Hier wirkt die Weih- nachtsidee beruhigend und klärend, sie schafft einen Abstand zwischen uns und dem politischen Alltag und wendet den Blick zu jenen großen Entwicklungen, die das Ergebnis politischen Bemühens für die Jahrhunderte bestimmen. Mit der Geburt des Christkindes zugleich feiern wir die Wiedergeburt all jener Lleberlieferungen und Gedanken, die als Sinnbild und Verkörperung der aufbauenden schöpferischen Kraft im Deutschen gelten können. Einmal im Jahre treten alle Widerstände und Streitigkeiten, die im Alltag die Einigkeit, die Ausgeglichenheit unseres Lebens verhindern, zurück und in der Stelle der Weihnachtslichter werden jene anderen gelüblsmäßigen Kräfte sichtbar, die das Deutsche nicht untergehen lassen und, die die Hatton immer wieder zum Aufbruch und Aufstieg treiben. Wo Kimmen diese gefühlsmäßigen Dinge am stärksten zum Ausdruck? Will man ermessen, mit welcher Gesinnung diese deutsche Weihnacht gefeiert wird, so gibt es nichts Besseres, als über die Grenzen des Reichs hinaus- zugehen und zu verweilen bei jenen 4 0 Mil - Honen Deutschen, die getrennt von der Heimat ihr Weihnachtsfest begehen, im Banat und im Baltikum, im Elsaß und im tiefen Rußland. Hier werden Werte und Bekenntnisse sichtbar, die zeigen, daß der zermürbende Politische Kampf gegenüber inneren und äußeren Feinden nicht umsonst war, daß das Deutschtum diesen Kampf gewonnen hat. »Auf den Waldfriedhöfen von Kurlandund Lettland ruhen 50 000 deutsche Soldaten, die im Weltkrieg gefallen sind. Schon einige Tage vor Weihnachten ziehen Kinder und Erwachsene gegen Abend hinaus auf diese Friedhöfe und stellen kleine Meihnachtsbäume auf die Gräber. In der Christnacht wird der Julklapp in das Zimmer gerollt und die alten Dauern erzählen ihren Kindern vjele der alten nordischen Sagas, die von biblischen Geschehnissen, aber auch von den Tagen der Wintersonnenwende handeln, an denen Ostaras leuchtendes und Fruchtbarkeit spendendes Flammcngestirn am_ Himmel emporsteigt. Krieg und Hader ruhen während der Tage der Sonnenwende vollständig. Der Segen der Fruchtbarkeit wird für das ganze nächste Jahr ausgeschüttet", — so berichtet ein Schreiben, das an den Verein für das Deutschtum im Ausland gelangt ist. Und in anderen Briefen steht geschrieben, daß man unten in Siebenbürgen am Weihnachtsabend auf den Bergen die Freudenseuer entzündet, daß man drüben bei den deutschen Siedlern inDra^- s i l i e n kleine Juleber, aus Kuchenteig gebacken, unter die Früchte mengt, als altes deutsches Sinnbild der Fruchtbarkeit im kommenden Jahr. (Das Schwein war schon bei den alten Germanen das Sinnbild der Fruchtbarkeit.) Und man erfährt, daß die Franzosen den uralten Christmarkt i n S t r a ß b u r g mit scheelen Augen betrachten, weil hier, in der Geburtsstadt des Weihnachtsbaums und der Weihnachtsgeschenke das Weihnachtsfest ganz einfach ein Bekenntnis zu Deutschland ist. Wenn in Buenos Aires am Weih- nochtstage uralte deutsche Krippenfpiele aufge- führt werden, wenn in dem jetzt von Polen beherrschten deutschen Osten Weihnachtsum- züge und Weihnachtsgesänge so grotesk sind, daß man mehr an die Volkstümlichkeit als an weihevolle Formen denkt. — in tausend versponnenen unö verschrobenen Sagen und Bräuchen zeigt sich der Sinn dieser Weihnacht. Uird, so seltsam es klingen mag: in all den fremden Ländern wird die deutsche Weihnachtsfeier politisch als besonders störend empfunden, weil hier Erscheinungen zum Durchbruch kommen, die man weder besiegen noch unterdrücken tann. Das deutsche Element zieht sich zurück in einen Lebensraum, in ein Heiligtum des Gefühls und Dolkserlebens, dos ihm niemand streitig machen kann. Bei den Deutschen, die unter fremder Herr- schaft leben, ist dieses Sinnbild besonders stark. Pf. 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Die Beerdigung findet Donnerstag. 15. Dezember, nachmittags 3 Uhr statt. Heute nacht verschied sanft nach längerem Leiden unser lieber, guter Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater Herr Ludwig Henkelmann I. Schuhmuchermelster und Landwirt im 79. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Bouclö- Schal 475 mod. Färb. | 8734 A Mmucter Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen Frau Allermeister ßolliWwe. sage ich auf diesem Wege herzlichen Dank. MSdel Schlafzimmer und Küchen, ganz neue Modelle 8838D staunend billig. Sonderanfertigung ebenfalls billig, bei Louis Veiier Kaifcrallee 19. Am Bahnhof Das Fachgeschäft für Fern-Optik Prismen-Gläser für Jagd. Reise und Wanderung eig. ges. gesch. Modelle Verkaufsnieder- lageund lückenloses Lager der Firmen Zeiß, Hensoldt. Leitz, Busch u. Rodenstock Photo-Apparate alle Markenkameras in bequemen Monatsraten! Weihnachts-Geschenke v. bleibendem Wert! 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Dezember 1932 I bei dem Städtischen Hochbauamt (Aster- I weg 9) während der üblichen Geschäfts- I stunden zur Einsicht offen. Einwendungen I gegen den Plan oder die Ortsbausatzung I sind bei dem Städtischen Hochbauamt inner I halb der Offenlegungsfrist schriftlich oder zu Protokoll oorzubringen. 8835C Gießen, den 12. Dezember 1932. Bürgermeisterei Gießen. I. B.: Dr. Hamm. I SteliDiüloeBerfteioerong. m. 1798,5 Am Donnerstag, dem 22. Dezember 1932, nachmittags 3% Uhr, werden auf dem Bureau des Ortsgerichts zu Gießen, Bergstraße 20, Zimmer 16, die nachstehenden, im Grundbuche von Gießen dem Ludwig Rau und Ehefrau, geb. Döringer, zu Vieseck zugeschriebenen Grundstücke. Jlur 23 Jlr. 170 = 1005 qra Acker auf die Marburger Straße und am Badenburger Fußpfad, Flur 23, Nr. 171 1050 qm Acker, daselbst, 87100 freiwillig versteigert. Die näheren Bedingungen werden im Termin bekanntgegeben. Gießen, den 7. Dezember 1932. Z. A. des Hessischen Amtsgerichts Gießen: _______Leo, Ortsgerichtsvorsteher. Donnerstag, den l5?Dezember 1932, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im »Löwen", Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 88450 3 Sessel, 5 Diwans, 3 Nähmaschinen, 5 Chaiselongues, 2 Nadioanlagen, 5 Sofas, 2 Kühlschränke, 6 Schreibtische, 1 Schlafzimmer, 1 Friseurtoilette, 1 Haarschneidemaschine, 4 Schreibmaschinen, 1 Äagdbild, 2 Ständerlampen 2 Klaviere, 3 Bertikos, 1 Wirtschaftsbüfett, 1 Badewanne, 1 Badeofen, 3 Gläser- schränke, 5 Büfetts, 1 Trumeauspiegel, 2 Tische, 1 Kristallüster, 3 Kleiderschränke, 2 Wandbilder, 3 Grammophone, 1 Kommode, 1 Wäscheschrank, 1 Bitrine, Spiegel, 1 Waschtisch, 1 Harmonium, 1 Kredenz, 1 Rauchtisch, 1 Bücherschrank 1 Hobelbank. 3eener an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt im versteigerungslokal): 1 Pferd, 2 Schweine, verschiedene Spielwaren, Christbaumschmuck, Besen, 2 Personenwagen, 1 Motorrad. THöll, Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwigstraße 33 — Telephon 3239 Für Kinder: Taschentücher weiß, mit farbiger Kante oder Q umhäkelt......Stück 12, 10, O Pf. Für Damen: Taschentücher weiß, mit Hohls, od. gestickt, -g K fein. Batist od. Mako. St 35,25. 1 D Pf. oder aus Reinlein.-Batlst mit Hohlsaum.....Stück 90, 75, V Pf. Für Herren: Taschentücher la Linon, mit farbigem Rand *3 fff oder weiß.....Stück 45, 35. JLD Pf, oder Reinleinen oder Mako. mit farbiger Kante. St. 80. 60. OV Pf. Mvtsvvad- Aevavateuv für einige Tage von Privatmann gesucht Schrifll. Ang. unt. 8850 D a. d. G. A. Lehrerin sucht sofort 100-200 Mark von Selbstgeberün). Schriftl. Ang. unt. 07307 an d. G. A. SCHLITTSCHUHE In allen Preislagen / Schleifen und reparieren Pernspr. 3369 Seltersweg 30 Stahlwaren Es ist bestimmt in Gottes Rat. daß man vom liebsten was man hat, muß scheiden. Montag abend um 8.30 Uhr entschlief sanft nach kurzem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden unser innigst- und heißgeliebtes Töchterchen, Enkelchen, Ürenkelchen und Nichtchen Emmi im zarten Alter von 33/< Jahren. In tiefer Trauer: Familie Wilhelm Sebeling Familie Jung Familie Nebeling Wwe. und Urgroßvater. Lützellinden, Leihgestern, den 12. Dezember 1982. Die Beerdigung findet Donnerstag, 15. Dezember, nachmittags um 2 Uhr statt. 8834 D Das ist aber einfach wie Sie nun die Weihnachtswünsche Ihrer Frau erfahren können.... Aber Sie sollen es noch einfacher haben. Hiersind ein paarAnre- gungen, wasSie Ihrer Frau schenken können: Fleischhacker, Reibemaschine Kaffeemühle, Brotschneidemaschine, Messerputzmaschine Eismaschine. Und dann gibfs natürlich noch viele andere hübsche Geschenke bei tiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiii; MilM* schleift hohl Schleiferei Otto Heyder. 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Wohl jedem ist es schon unangenehm ausgefallen, daß beim Entfernen ' von Flecken mit Benzin üble Randflecke entstehen. Diese kann man dadurch leicht verhindern, daß man den Stoff, solange er noch feucht ist vom Benzm, plättet, bis er trocken ist. Honigbusserl: 75 Gramm Honig, 75 Gramm Puderzucker, 1. Ei, 5 Gramm doppeltkohlensaures Natron tüchtig verrühren, dann eine Messerspitze gestoßenen Zimt, etwas Muskatnuß, einige gefloßene Gewürznelken und etwas obgeriebene Zitronenschale, 200 Gramm gesiebtes Mehl dazutun und auf gut bemehltem Brett kräftig durchkneten. Den Teig in gleich große Stucke schneiden, Kugeln davon rollen und auf gefettetem und bemehltem Blech bei mäßiger Hitze braun backen. Die Plätzchen nicht zu dicht aneinanderlegen weil sie beim Backen aufgehen, sie müssen einige Tage vor dem Gebrauch gebacken werden, da sie frisch gebacken noch hart sind. * Leckerli: Einen Liter Honig aufkochen bis er schäumt, 1 Kilo Zucker darin verrühren, bis die Masse weißlich ist und Blasen wirst. Sodann 375 Gramm gehackte Mandeln, die vorher'in etwas Zucker angeröstet wurden: 60 Gramm klein geschnittenes Zitronat, 60 Gramm geschnittene Orangeschale, gestoßenen Zimt, Nelken, Muskatnuß, eine Messerspitze Pottusche und zirka Pfund Mehl nach und nach zusammenkneten. Der Teig muß tafie, aus allerlei hübschen Stoffen eine Abendtasche zu nähen in Couvertform mit Uoberklappe, ein Schlaf- oder Reisekissen in zartfarbiger oder bunter Weihnachts-Handarbeiten - an einem Abend. Äon Margret Halm. Mutzemandeln (Rheinisches Wechnachtsge- bäck.) 125 Gramm Butter rührt man zur Sahne, gibt nach und nach 250 Gramm Zucker, 4 ganze Eier, 500 Gramm Mehl, etwas gestoßenen Zimt und abgeriebene Schale und Saft einer Zitrone hinzu und verarbeitet alles zu einem glatten Teig, den man dünn ausrollt. Mit einer Mandelform werden dann kleine Mandeln ausgestochen, die in heißem Fett hellbraun gebacken werden. Zum Abtropfen müssen die Mändelchen auf Löschpapier oder einen Durchschlag geschüttet werden. Man wälzt sie in Zucker und Zrmt. Nutzen der Wärmflasche. Die heiße Wärmflasche im Bett erzeugt ein angenehmes Gefühl der Behaglichkeit. Sie hat aber noch einen weiteren Vorteil. Wenn sie während der Nacht irr. Bett verbleibt, ist das Wasser am Morgen immer noch warm, so daß mit diesem die Waschschüssel gefüllt werden kann. Besonders in einem ungeheizten Schlafzimmer — und das ist ja heutzutage die Regel'— ist es eine große Annehmlichkeit, am Morgen warmes Wasser zu haben. Seide. Ein Wäschesack aus buntem Leinen mit Reißverschluß — für Bad und Reise, Schuhhüllen, eine hübsche Badevorlage. Ein Sack mit runder Zugöffnung und festem Deckel zum an die Wand hängen mit Trag- und Bindeband, hübsch in geblumtem Stoff für angefangene Arbeiten, um Kleinigkeiten aufzuräumen, oder was man hineingeben will, ist ein sehr praktisches, schönes Geschenk. Der Deckel wird in der Art der Wäschebrettchen über- dazu mehrfach angewärmt werden. Dann laßt man den Teig über Nacht ruhen, erwärmt ihn wieder etwas, um ihn dünn auszurollen und schneidet beliebige Formen aus, die man auf Oblaten setzt. Die Leckerli werden im Ofen bei guter Hitze gebacken. Schönheitspflege im Winter. Ttar ein paar Minuten jeden Taa! Die kalte Jahreszeit mit ihren scharfen Winden, nebliger Luft und stärkerer Staubentwicklung in den Wohnungen, vor allem den mit Oefen behexten, machen eine besonders sorgfältige H aut - pflege nötig. Dor allem ist der Frost ein ..gefährlicher Feind der Haut. Neben die selbstverständliche Beachtung richtiger Ernährung, die im Winter fettreicher sein soll als im Sommer, aber doch auch Gemüse und Obst nicht ausschliehen darf, muß eine vernünftige Pflege von außen treten, um die Haut widerstandsfähig zu machen und ihr gute Beschaffenheit und ihr gesundes Aussehen zu geben und zu erhalten. Die Vernünftigkeit dieser Pflege zeigt sich vor allem in dem, was — man unterläßt. Da fft einmal die oft mißverstandene Mas age des Gesichts. Massieren' heißt nicht, mit Waschlappen Frottiertüchern, den Händen oder Apparaten auf'dem Gesicht herumreiben, drücken und wischen. Dieses Verfahren führt unbedingt zur Ausdehnung der empfindlichen Haut, die sich durch baldige Run- zelblldung und unschöne Flecke bemerkbar macht. Die einzige Massage, die man ohne Gefahr an sich aussühren kann, sind täglich — vor dem Wa- Naß gewordenes Pelz werk. Naß ge» wordenes Pelzwerk darf man nicht am Ofen trocknen weil dadurch das Leder hart wird und die Haare brechen. Bei Pelzbesätzen an Mänteln usw. streicht man das Haar, wenn es naß geworden ist, mit einer Bürste glatt und läßt es vollständig trocknen. Am anderen Tage klopft man es mit einem Stock recht vorsichtig, kämmt das Haar erst nach dem Strich, dann gegen den Strich, wodurch das Pelzwerk sein frisches, lockeres Aussehen wieder erhält. * Kristallisierten Honig darf man nicht aufkochen. Man macht ihn wieder flüssig, indem man ihn im Wasserbade erwärmt, aber ja nicht kocht, weil sonst die in ihm enthaltene wertvolle Ameisensäure zerstört wird. Straße, sondern bekleide es mit einer trockenen ' Tagesschutzcreme. Sie verhindert das Eindringen von Staub und mildert den Einfluß von Nässe und Kälte auf die Haut. Aber auch Hausarbeit verrichte man nicht ohne diesen Schutz: Kuchendunst «taub und Zigarrenrauch können dann dem Gesicht nicht viel anhaben. Nach Möglichkeit benutze man nicht festen, sondern pulverisierten Puder, aber niemals, ahne ihm eine leichte Cremeunterlage zu geben. Diese Creme bringe man aber weder durch Kreisbewegungen noch durch Einstreichen in die Haut, sondern treibe sie durch zartes Klopsen mit den Fingerspitzen in die Poren. Noch ein Wort zur Handpflege. Finger und Hönde dürfen nie bei trockener Haut massiert werden. Sie sind im Gegenteil mit Seife, Gold- crem, oder etwas Mandelöl gut einzufetten. Nur dadurch vermeidet man, daß sich die Haut auszieht und faltig wird. . Gute und wirkungsvolle Schönheitspflege bedarf nicht eines ganzen Arsenals teurer Mittel — mit den einfachsten und natürlichsten dient man sich am besten und mit ein paar Minuten Sorgfalt am Abend und am Morgen, die sowohl die Berufstätige wie die Hausfrau auf bringen muß. Tage vor Weihnachten. Ton Elisabeth Lindemann. (Fs hat lick nichts geändert. Derselbe niedrige 5)bLeF hängt über den Straßen, derselbe Spa - Herbstwind pfeift und fault um die eden' n,a^a* *t und trüb ist das- Wetter, wie vorher. Auf dem feuchten Pflaster rutschen und gleiten die Stiefel, die Menschen schlagen den Mantelkragen hoch und streben eilfertig der warmen Stube zu. Und doch ist irgend etwas ganz anders geworden. Es ist, als habe der grimmige Dezember einen Zauber in alle Herzen gesenkt-, und wenn sich zwei auf dem Wege begegnen, sehen sie einander an, und in ihren Gesichtern steht das große Geheimnis, das feder kennt und das doch immer wieder das gleiche, große Wunder fft: Es weihnachtet. Alles ist neu. Die Ladenfenster locken m nie gekanntem Glanz, ungeahnte Herrlichkeiten winken hinter den erleuchteten Scheiben. Die grvßen Augen der Kinder sind doch das Schönste. Wie sie mit aufaerü enen Mäulchen stehen und staunen, wie fie sich die Nasen an den Scheiben plattdrucken vor lauter Lust am Schauen, wie sie nicht von der Stelle weichen, und ob die herrlichste Eisenbahn auch zum hunderfften Male ihre Runde fahrt, wie sie die Hönde sehnschüchtig und verlangend ausstrecken, unbekümmert um alles, was rings um fie vorgeht, das ist so viel unbefangene Freude und genießerische Erfüllung zugleich, daß es die Großes mitreißt in den Taumel kindlichen Entzückens, unentwegt flutet der Strom der Menschen durch die Straßen. Je näher die Zeit des festes ruckt, desto eifriger werden sie und desto eiliger Haven sie es. Jetzt ist die Zeit der großen Heimlichkeiten. Wo die Buben ein Zetergeschrei erheben, wenn em Un- ' befugter ihr Zimmer betritt, und die Mädchen immer etwas unter der Schürze zu verstecken haben, wenn sie überrascht werden. Die Zeit, in der der Vater feinen Schreibtisch besonders sorgfältig abschließt und die Mutter die Bodenkammer kurzerhand für verbotenes Gebiet erklärt. Das ganze Haus duftet nach Anis und Zitronat, an den Fingerspitzen kleben hartnäckig verräterische Spuren von Gold« und Silberbronze. , Und dann kommen die Tannenbaume. Stehen mit stolz ausgebreiteten Zweigen da und rufen jedem Vorübergehenden zu: Sieh mich an, wie schön ich gewachsen bin. Wäre ich nicht wert, einen strahlenden Stern auf der Spitze und flackernde Lichter zu tragen? Als sie noch im Wald standen, erzählten ihnen die Vögel die wunderschöne Geschichte vom Christfest, und sie wußten alle daß nur ganz Auserwählten das Wunder widerfahrtz mit leuchtenden Kerzen besteckt zu werden und sich in seligen Kinderaugen spiegeln zu dürfen. Weitti die Christbäume da sind, dann ist der -Lag nicht mehr fern. Jeden Abend legt man sich mit dem Bewußtsein ins Bett, daß die Verheißung wieder ein wenig näher gerückt fft. Bis man eines Abends zu Bett geht mit dem glücklichen Jubel- gedanken des alten Kinderliebes: Einmal werden mir noch wach, heißa, bann ist Weihnachtstag. Hülle auf einer Seite in der Mitte längs auf bis oben unb säumt diese neugewonnenen Kanten oder umnäht sie mit einem Band. Nun werben Druckknöpfe angenäht, um bie Hülle, wenn bas Kleid darunter hangt zu schließen. Sehr hübsch ist es, zu jeder Kleidhülle paffend einen Kleiderbügel zu überziehen. Er wirb zunächst mit etwas altem meid) umwickelt unb bann mit einem versturzten Streifen gestruppt überzogen. Es lassen sich beguem zwei solcher Hüllen an einem Abend nähen. Ein Kissen aus Brokat, buntem Cretonne, Chintz oder auch in unifarbener Seide zu über- zichen ohne jede Garnitur, braucht man kaum mehr als eine Stunbe. Sehr hübsch ist es bei Taffet ober glänzenber Seide, auch Kunstseide einen Doppelrand zu nähen, das heißt die Größe so zu schneiden, daß ein 3 Zentimeter breiter Rand rings um das Kissen oder auch nur seitlich stehen bleibt. Eine T u r b a n m ü tz e aus Samt ober Kleiberstoff vielleicht mit langen Enben, bie um den Kops gewickelt werden, ist ein sehr rasch zu arbeitendes Geschenk. ‘ . Ein Um Hängecape aus Wollstoff, um ober aus Kleiderstoff, für abends in Samt, in schwerer Seide ober Metallstoff mit angeschnittenen £nben, die vorn gekreuzt unb nach rückwärts geschlungen unb im Kreuz ober auf der Hüfte gebunden werben, ist sehr einfach herzustellen unb bildet ein hübsches Ergänzungsstück zu jedem Kleid- Aus einem der lockeren, farbigen Wollstoffe in Phantafiemuster wirb ein Tuch von einem Meter im Quabrat geschnitten und gesäumt. In ber Mitte dieses Tuches wirb ein Halsausschnitt eingeschnitten, wie in eine Bluse unb fein gesäumt eventuell paspe- liert. Dieses Tuch wird über den Kops gezogen, die beiden rückwärtigen Eichen nach vorn genommen, über dem Leib ober seitlich gebunden, bildet es ein Jäckchen. Umgekehrt, die vorderen Enden nach rückwärts gebunden, ist's eine Bluse. Aus Seibenreften lassen sich sehr schnell hubfche Taschentüchlein nähen, auch in Chiffon recht groß als Ziertuch. Sehr schnell ist aus Selbe em «chal genäht, nach einem Muster aber der Phan- Kokos Makronen: 175 Gramm Zucker, 3 Eiweiß schaumig schlagen, 175 Gramm Kokosflocken, bie man mehrmals burchgemahlen hat unb mit einigen bitteren Manbeln vermischt. Alles kräftig verkneten unb auf Oblaten bei gelinder Hitze im Ofen hellgelb backen. Um Schokolademakronen zu backen fügt man dem Teig anstelle an Kokosflocken 1'^ Gramm zerlassene Ähokolade bet und verfahrt sonst in gleicher Werse. Früchtebrot: Gedörrtes Obst (Pflaumen, Dirnen, Rosinen, Feigen usw.) etwa ein Pfund, 150 Gramm Semmelbrösel, 2 Eier, gehackte Ituffe, 2d0 Gramm Zucker, 1 Löffel Zimt, Nelken, etwas Ingwer, etwas Rum und ' Backpulver fest zusammen- frieten, ein Brot daraus formen, halbierte Duffe auf ber Oberfläche einbrücken unb auf einem gewachsten Blech bei mäßiger Hitze etwa breioiertel Stunbe backen. Noch heiß streicht man Zuckergläfur über, läßt nochmals im Ofen übertrocknen. Spekulatiusteig bereitet man sehr gut aus Pfunb bestem Mehl, 1$ Pfunb Butter, 1$ Pfund Zucker, 7 Eiern, J Pfund feingeriebenen Mandeln, 20 Gramm gestoßenem Zimt und dem Abgeriebenen einer Zitrone. Die Butter rührt man sahnig, gibt dann Zucker unb Eier, zuletzt bie Manbeln unb Zitrone, nach Belieben auch einige Löffel Ros en - wasser hinzu unb arbeitet bas Mehl zu einem ge= chmeibigen Ausrollteig hinein. Man läßt ihn über Nacht zugebeckt stehen. Basler Plätzchen. 550 Gramm Zucker, 500 Gramm geriebene Manbeln, 6 Eiweiß, 2 liöffel Kakao verarbeitet man zu einem glatten Teig, rollt ibn aus, sticht kleine Plätzchen ober beliebige Formen aus und backt die Plätzchen auf gut gefettetem Blech bei Mittelhitze. Aus buittbedrucktem Volle kann man bequem an einem Abend ein Teegedeck arbeiten. Bei em Meter breitem Stoff braucht man 14 Meter, schneidet ein Quabrat unb näht mit «der Maschine einen schmalen Saum, je nach der Größe des Tisches. Aus den restlichen 25 Zentimeter werden vier Ser« oiettchen geschnitten und gleichfalls nur gesäumt. • Sehr gut läßt sich an einem Abend ein W a s ch e- sachet nähen. Man nimmt sich ein Muster, schneidet es aus zweierlei Serbe genau ab, außen um, innen geblümt, näht bie Kanten aneinander, befestigt Binbedänber und Querstreifen, bie man aus dem geblümten Stoff geschnitten und genäht. Auch Wäschebrettchen lassen sich an einem Abend nähen. In verschiedenen Größen, für Tagwäsche, Nachthemden, Strümpfe, Taschentücher schneidet man sich dünne Brettchen oder feste Pappe zurecht, belegt sie oben und unten mit Watte oder Flanell (Molton) und Überzieht sie mit geblümtem Batist. Die Kanten werden Oberwendling geaen- einanber genäht. Nun steppt man auf ber Maschine zwei lange Streifen längs gegeneinanber, breht sie mit ber Sicherheitsnabel, bügelt ben gewonnenen Doppelstreifen aus (man kann mehrere so nähen), rüscht sie mit einem Faben, der durch die Mitte läuft, und umsäumt damit die Kanten des Brettchens. Durch zwei dieser Streifen wird ein Gummiband gezogen, der Stoff darüber gestruppt unb quer über das Brettchen genäht, so baß bie Wäsche in gleichen Abstänben von zwei Querftreifen gehalten wirb Taschentuchbrettchen brauchen nur ein Quer- Die praktische Hausfrau. Die 25 renn bauer ber Kerzen am Weihnachtsbaum kann man auf eine leichte unb einfache Art verlängern. 9Jlan braucht nur auf bie Kerze ringsum etwas'Salz zu streuen, und die Brenndauer wird erheblich verlängert. * Kalte Füße beim Maschinennähen. Wenn man in einem kalten Raum viel an der Nähmaschine sitzt unb bie Füße auf das Trittbrett stellt, wird man sehr halb eiskalte Füße verspüren. Dies kann man recht gut verhinbern, wenn man ein Stück eines ausgedienten Teppichs auf dem Trittbrett befestigt. Erfrorene Kartoffeln. Ist man gezwungen, erfrorene Kartoffeln zu kochen, bie durch Der-- manbeln bes Stärkemehls in Zucker einen fußlichen Geschmack erhielten, so setze man bie Kartoffeln mit kaltem Wasser an, lasse sie bis zum Kochen kommen, gieße sie ab unb lasse sie mit heißem Wasser weiter- kochen. Salz füge man erst kurz vor dem Gar werden bei. Lebkuchen, Makronen und Pfeffernüsse Allerlei Rezepte für die Weihnachisbäckerei. man Schüsseln auf ben Tisch, umgibt man auch bteje mit kleinen Zweiglein. Jebes Grün wirb mit Lamettafäden überspannen, gibt der Weihnachtstafel ein wenig festlichen Glanz. E. Sch. Bücher für die $rou. — Was koche i ch heute? Illustrierter Koch Ealenber für bas Jahr 1933. Rezepte unb Speisenfolgen für alle Tage bes Jahres. Verlag von Ernft Reinhardt in München. Preis 1,80 Mark. — (521.) — Das ist sicher ein Kochkalenber nach dem Herzen der Hausfrau, denn er gibt Antwort auf die Frage: „Was koche ich heute?" Er bringt für jeben Tlittag unb Abenb Speisenfolgen unb Rezepte, nach Wahl billig ober üppig, abwechslungsreich, den Jahreszeiten angepaßt und unter Würdigung der modernen Ernährungslehre. Dabei enthält er schone Bilder auf feinstem Künstbruckpapier. Jeber Hausfrau wirb er etwas von ber sich immer erneuernben Sorge um ben kommenben Tag abnehmen unb ein guter Berater in ben taufend kleinen Nöten bes Alltags werben. Er ist ein praktisches Geschenk für bie Frau unb eine Zierde ber Küche. _ Sparsam, kurz unb gut. Ein kleines Kochbuch für Leute, bie wenig Zeit unb Gelb haben. Don Herma W e i ch a r b t. 380 Rezepte auf 80 Seiten. Mit 29 Kunstbruckbilbern. Verlag von Ernst Reinhardt in München. Kart. 1,80 Mark. — (520.) — Dieses Kochbuch will bem kleinen Haushalt, ber berufstätigen Frau unb ber Junggesellin eine Auswahl von Rezepten bieten, bie vom Guten bas Beste bringen, aber gleichwohl billig unb leicht herzustellen sind. Die Kochzeit ist nie länger als eine halbe Stunde, der Preis für zwei Personen ist bei jedem Rezept angegeben. Die Darstellung ist bei aller Genauigkeit doch leicht unb humorvoll, sie möchte ber Zubereitung bes Essens ben Ernst nehmen, ber die Hausarbeit für bie moberne Frau mit ihrem erweiterten Jnteressenkreise so brückend machr. Eine große Anzahl von Bildern zeigt, wie auch einfache Gerichte schön aufgetischt werben können nach bem Grundsatz: Sparsam, kurz unb gut. Brauner Lebkuchen. Man rührt $ Pfund Honig unb | Pfund Rübensaft gut untereinander, rührt dann j Pfund Zucker, brei Eier, 200 Gramm gestiftelte Mandeln, 15 Gramm gestoßenen Zimt, 10 Gramm gestoßene Nelken, 40 Gramm Zitronat, 30 Gramm Orangeat, einen halben Teelöffel Hirschhornsalz ober ein Päckchen Backpulver hinzu. Alles zusammen wird eine Weile gut gerührt unb bann mit einfachem Mehl ein glatter, nicht zu weicher Teig bereitet. Man läßt ihn über Nacht zugebeckt stehen, rollt ihn am anberen Tag aus, schneidet ihn in der bekannten Lebkuchenform zurecht unb backt auf leicht gefettetem Blech bie Lebkuchen zu brauner Farbe. Man bestreicht sie mit in Wasser aufgelöstem Zucker ober weißer, zum Teil auch mit brauner Glasur. Nuhplätzchen. Man verrührt vier Eigelb mit 300 Gramm nicht allzu fein geriebenen Nüssen, 250 Gramm feinem Zucker unb dem Saft einer halben Zitrone nebst ein wenig abgeriebener Zitronenschale. Wenn bie Masse gut oerbunben ist, rührt man ben sestgeschlagenen Schnee ber vier Eier darunter. Auf ein mit Wachs bestrichenes Blech ober auf runbe Oblaten setzt man Häufchen, bie man etwas Platt- brürft. Dann legt man eine halbe Nuß darauf unb bäckt die Plätzchen bei Mittelhitze zu gelber Farbe. Unter bie Hälfte bes Teigs kann man auch etwas auf geweichte Schokolade geben, wodurch man zweierlei Gebäck erhält. Weiße Pfeffernüsse. Man rührt zunächst vier Eier mit f Pfund Zucker schaumig, gibt je 5 Gramm Zimt, Nelken, Kardamom, 4 Pfund geriebene Mandeln, unter denen sich einige bittere befinden sollen, einige Löffel Rosenwasser, 50 Gramm feingewürfeltes Zitronat, das Abgeriebene einer Zitrone und 10 Gramm Hirschhornsalz hinzu und mischt zuletzt so viel feines Mehl hinein, baß man mit den Händen weiche Kugeln formen kann. Man läßt sie über Nacht auf bem mit Wachs bestrichenen Blech stehen unb bäckt sie am anderen Tage zu lichtbrauner Farbe. zogen, man kann durch bie Deffnung auch einen Ring ziehen. Bügel überziehen, dunkel, vielleicht^mit Samt für bie Garberobe und bell für den Schrank, einen Hutstänber weich überziehen, eine Telephonbuchhülle nähen, Tülldecken in Spitzenstoff, die man mit schmalen Spitzchen umranbet, — bas alles sink) Geschenke, die man gut an einem Abenb Herstellen kann. Der festliche Weihnachtstisch. Zum Schmuck ber Weihnachtstafel verwenden wir wohl am liebsten immer tannengrun, belebt durch schimmerndes Lametta, rotbackige ^pfel, Nüsse unb kleine Weihnachtsnaschereien. Auch ichbn gebotene Kiefernzweige heben sich sehr wirkungsvoll vorn weißen Tafeltuch ab unb können zum Kranz gerounben werden. Je nach Länge der Tafel legt man einen Mittelkranz oder mehrere kleine Kranze auf. Sehr hübsch ist ber über ber Tafel schwebenbe, vielleicht am Beleuchtungskörper befestigte, mit o\V banb ummunbene, mit lang herunterhangenbern Lametta behängte und mit Kerzen besteckte. Einige Bänder läßt man bis zum Tisch gehen, legt sie dort -u Schleifen zusammen unb führt bie (Enben bis zur Kante bes Tafeltuches. Sehr festlich sehen auch an jeber Ecke bes Tisches biese Schleifen aus. Em je- des Gebeck bekommt einen mit Lametta belebten Zweig, umwunden mit schmalerem Silberbanb. ««tzt schen — oorzunehmende Klopf- unb Trommelbewegungen im Gesicht, an ber Kehle unb °m Hals b.e nur leicht mit den Fingerspitzen auszufuhren find. Man wasche sich auch nicht entweber ausfchtteßlich mit heißem ober mit kaltem Wasser, sondern benutze hintereinander beides. Das kalte Wasser hat ferne reinigende Kraft: nur warmes Wasser mürbe bie Haut sehr halb erschlaffen lassen. Zum Reinigen benütze man also zuerst ziemlich warmes, zum Nachspülen möglichst kaltes Wasser. Man vermeide Alkoholpräparate bei ber Gesichtspflege: sie sind nur zur Körperpflege bestimmt. Man wafche unb trockne nie bas Gesicht von oben nach unten, sonbern - ebenso beim Auflegen von Creme — immer vom Kinn aus nach -schlafen unb Ohrenzu. Die abenbliche Waschung ist selbstnrstanblich auch im Winter notwendig und wichtig. Man reibe aber nicht jeden Abend bas ganze Gesicht mit Creme ein, sonbern gönne der tagsüber durch '«taub und Puder verstopften Haut bie Möglichkeit 3u freier Atmung. Nur um bie Augenpartien unb um bie Mundwinkel verreibe man eine Spur Fett ober Del, es kommt bann nicht so bald zu den gefürchteten Krähenfüßen unb den griesgrämigen galten an ber Munbpartie. Andererseits gehe man in der . kalten Jahreszeit nie mit „nacktem Gesicht auf bie I Weihnachtsschnitten: 200 Gramm Zucker mit 2 ganzen Eiern schaumig rühren, etwas ab- geriebene Zitronenschale, einen Eßlöffel geriebene Nüsse, j Kaffeelöffel Zimt, eine Prise gestoßene Nelken, einen Kaffeelöffel Anis, 60 Gramm gebrühte Korinthen unb klein geschnittene Backpflaumen. Ist alles gut vermischt, kommen 250 Gramm Mehl unb etwas Pottasche dazu. Auf bemehltem Brett formt man ein Brot von bem Teig unb läßt ihn über Nacht an einem warmen Ort ruhen. Am nächsten Tage schneidet man dünne Scheiben davon | und backt sie auf gefettetem Blech im mäßig war- | men Ofen. ________ N MW 0010 SIKlk Vornan von Margarete Antelmann. Copyright by Martin Feuchtwanger, HaNe (Saale) S ^ortleßung Nachdruck verboten. »Hel HalloI Sie, guter Mann, ist mein Freund d nicht bei Ihnen, der Doktor Richter?" Fast ein wenig unwillig über den lauten Eindringling hob der alte Pächter Steingruber seinen grauen Kopf. Sah über das Geländer der Holz- Veranda hinweg gerade auf einen jungen Mann, der ihn ein wenig herausfordernd ansah. „Was wünschen Sie denn, mein Herr?" „Sie sind doch der Pächter Steingruber — nicht wahr?" »Zu dienen, mein Herr!?" „Können Sie mir nicht sagen, ob August Richter bei Ihnen ist. Er wollte doch hier vorsprechen?" „Herr Doktor Richter ist vor etwa zwanzig Minuten fortgeritten!" „Oh, das ist zu dumm! Da renne ich wie ein Verrückter hierher... Aber, ich möchte ja auch mit Ihnen reden, Herr Steingruber. Ich weih von Frau Mertens, daß Sie ehrlich sind und treu und dast Sie es gut mit den Richters meinen. Aber warum haben Sie denn nicht meinem Freund die Augen geöffnet über diesen Betrüger und Schwindler, der hier Verwalter ist? Hübsche Dinge hab' ich da erleben müssen. So etwas von Rechnungsführung ist mir noch nicht vorgekonimen. Das find ja ungeheuerliche Zustände ...“ Pächter Steingruber unterbrach den Wütenden. „Wollen Sie mir nicht sagen, mein Herr, wer Sie eigentlich sind?" „Ich bin Theobald Fischer, der beste Freund August Richters. Er hat mir Vollmacht gegeben, hier Ordnung zu schaffen. Verstehen Sie?" „Soso! Dann sind Sie wohl der neue Verwalter? Ist Helmer abgesetzt worden?" „Sagen Sie lieber 'rausgeflogen. Unt> zwar sofort. Einen Betrüger und Trunkenbold können wir hier nicht gebrauchen. Es wird wohl auch noch ein gerichtliches Rachspiel geben, wegen Unterschlagung und Urkundenfälschung. Dieses Subjekt war es hauptsächlich, das meinen armen Freund allmählich um Hab und Gut gebracht hätte!" . »Ja. ja! Wir haben es alle mit ansehen müssen und konnten nichts dagegen tun!“ „Aber mein Lieber, ein Wort zu dem Amtsrat, und diese Zustände wären wohl aufgedeckt worden." „Oh, Sie scheinen keine Ahnung zu haben von dem Herrn Amtsrat. Der war Wachs in den Händen von Helmer: er glaubte an dessen heuchlerischen Worte wte ans Evangelium. Da war wirklich nicht das geringste zu machen. And der Herr August, der lieh sich nie blicken, und schriftlich konnte man da nichts ausrichten. Aber ich bin froh, wenn ich jetzt endlich frei von der Leber weg reden kann: das hab' ich mir schon lange gewünscht." Theobald Fischer hatte auf Einladung des Pächters auf der Veranda Platz genommen: er war neugierig, was er alles hören würde. Der Mann da vor ihm sah gut und vertrauenerweckend aus. „Sie dürfen mir ruhig vertrauen, Herr Steingruber! Wenn ich auch noch jung bin: ich habe den besten Willen, meinem Freund zu helfen." „Ja! Da sind Sie wohl gar nicht der neue Verwalter?" Fragend sah der Pächter zu Theobald Fischer auf. „Rein, der bin ich nicht! Aber ich bitte Sie trotzdem, mir alles mu sagen, was Sie wissen. Sonst kann ich nicht helfen.^ Steingruber fah auf den jungen Mann, der auf einmal gar nicht mehr leichtsinnig aussah, und dessen vorhin noch so fröhliches und sorgloses Iungmännergesicht jetzt einen ernsten und gereiften Gindruck machte. „Also, Herr Fischer, ich sagte Ihnen schon, daß mit dem Herrn Amtsrat nichts anzufangen war. Der glaubte fest und steif an alles, was ihm der Helmer vor schwindelte. Der hätte jeden schief angesehen, der ihm hätte die Augen öffnen wollen. Rein, Herr Fischer, der Herr Amtsrat, der wollte betrogen sein. Er wollte auch nichts mit dem Gutswesen zu tun haben. Feste feiern, große Iagdgelage abhalten — das war seine Lust. Glauben Sie mir, Herr Fischer, der Herr Amtsrat war nicht zuletzt selbst schuld an dem Verfall des Schloßguts. Don unf er einem wollte er nicht viel wißen. Er wollte nichts zu tun haben mit armen, schwer arbeitenden Männern: er hielt sich lieber an die vornehmen Richtstuer und Windbeutel aus der Stadt, die sich an seinem Tisch den Bauch voll aßen. So lange, bis das Ende kam. Dann lieh sich keiner mehr blicken von der ganzen noblen Gesellschaft. Dann zerrissen sie sich die Mäuler über Löbbau. Das Gesindel! Dazu kam noch, daß der Herr Amtsrat den Herrn August so weit wegschickte. Er sah seiner Mutter so sehr ähnlich und der alte Herr wollte nicht immer an die geliebte Tote erinnert werden. So saß er ganz allein, von morgens bis nachts, und kümmerte sich um nichts mehr. Es wäre vieles anders geworden, wenn der Herr August sich um das Gut gekümmert hätte. Der Verwalter hätte eine Aufsicht gehabt. Aber der junge Herr wollte ja nicht einmal bleiben, nachdem der Herr Amtsrat tot war. Erst jetzt kam er, wo es fast zu spät ist. Aber da muß ich Ihnen noch etwas sagen, Herr Fischer! Vielleicht ist das ein Rettungsanker. Ich habe schon Doktor Richter zugeredet. Cs bietet sich nämlich eine glänzende Gelegenheit, den großen Wald dort zu verkaufen. Es wird eine enorme Summe geboten, groß genug, den erheblichen Teil der Belastungen zu decken, die auf Löbbau ruhen." „Was Sie nicht sagen! Und wer sind die Leute, die den Wald kaufen wollen?" „Sie kommen von Berlin. Es waren drei Herren." „Haben Sie eine Ahnung, weshalb sie den Wald kaufen wollen?" „Rein! Ich vermute, es handelt sich um eine Heilstätte, denn die Luft in unserem herrlichen Tannenwald ist ausgezeichnet. Die Herren schnüffelten auch immerzu in der Luft herum und machten sich gegenseitig auf die Schönheiten aufmerksam. Ich habe Herrn August eifrig zugeredet. Hnb ich meine, auch Sie sollten das tun. Eine bessere Gelegenheit wird er nie finden. Lind dann, wenn ein großes Sanatorium hierher käme, würden wir doch alle profitieren." „Vielleicht haben Sie recht, Herr Steingruber! Ich werde mit die Sache auf dem Heimwege überlegen. Aber jetzt muß ich gehen: hoffentlich finde ich meinen Freund bald, damit ich das alles mit ihm besprechen kann. Vielen Dank jedenfalls für Ihre Aufklärungen." Theobald Fischer schritt schnell aus: er verließ bald die Chaussee und gelangte in den großen Wald. Weit breitete er die Arme aus. Das war wirklich ein herrliches Fleckchen Erde! Lind diese Luft! Wie geschaffen war das hier für ein Sanatorium. Der Pächter hatte recht. Gemächlich schritt der junge Mann dahin, die Hände in den Hosentaschen vergraben. Erst durch dichten, tiefen Wald, dann durch eine kleine Schonung, der wieder herrlicher Wald folgte. Theobald hatte nicht auf den Weg geachtet und stolperte über einen knorrigen Wurzelast, rutschte mehrere Meter tief ab. Es hatte sich hier eine Erdgrube gebildet, an einer Stelle, wo einige Stämme geschlagen waren. Endlich gelang es dem jungen Manne, Halt zu finden. Er konnte sich an dünnem Gestrüpp sest- krampsen und sich hochziehen, bis er oben stand. Er sah an sich herab. Schön hatte er sich zu- gerichtet. Sand und feuchte Erde fielen von ihm ab, als er sich schüttelte. Aber die Schuhe, die schonen, braunen Schuhe: man sah nicht mehr viel von ihrer ursprünglichen Farbe. Theobald trat fest mit dem Fuße auf, di- Erde abzuschütteln. Komisch war das. Woher kam dieser Staub, wo die Erde doch kaum vom Frost befreit war? Eigentlich noch genug Feuchtigkeit in sich haben mußte? Theobald Fischer sah sich um. Seltsam war das... dort an dem gesunkenen, zerrissenen Erdreich zog sich ein schwarzbrauner Streifen entlang ... • Im Ru kroch Theobald wieder in das ausgehöhlte Loch hinunter. Herrgott! Was hatte er hier entdeckt! Rein, das konnte kaum möglich fein... aber da war kein Zweifel: das war nichts anderes als Kohlenstaub. Ganz gewiß war er seiner Sache. Dieser schmale Streifen nahe der Oberfläche war eine verlaufende Braunkohlenader. Wie ein Blitz durchfuhr es den suchenden Mann. Darum wollte man plötzlich den Wald kaufen, daher kam dieses Interesse. Den Leuten toa* nicht um die würzige Luft zu tun, um bie schönen Bäume — denen ging es um aam andere Dinge. Aber sie waren auch noch da, die Waldkäufer vnirden sich verrechnet haben. Lind der August ahnte nichts von seinem Glück! Wußte nicht, daß ihm das Schicksal das Große Los in den Schoß geworfen hatte. Daß der Weg zum Reichtum offen vor ihm lag. Auf einmal rannte Theobald Fischer die Land- straße entlang, auf Löbbau zu. Schweißtriefend kam er im Schloß an, stürmte ms Arbeitszimmer, zu August. August Richter stand mit finster gerunzelter Stirn mitten im Zimmer, noch mit Mütze und Reitgerte in der Hand. „Gust... Menschenkind, wo treibst du dich nur herum? Ich suche dich wie eine Stecknadel, überall!" „Aber Theo, weshalb bist du mir bis zum Vorwerk nachgelaufen? Es tut mir wirklich letb.“ »Mir tut es gar nicht leid, Gust!" brüllte Theobald, und die Freude leuchtete aus seinen Augen. „Du bist ja so vergnügt, Theo! Dos ist denn passiert?" „Alter Freund, ich weiß, warum die Leute den Wald kaufen wollen.. „Theo, fei still von dem Wald! Er ist das letzte» was ich besitze. Ich bin quer durchgeritten... wie schön ist dieser Wald! Ich kann es kaum über mich bringen, ihn zu verkaufen. Vater hat es auch nicht getan..." „Gust, du bist ein Glückspilz!" (Fortsei"""-» ünpfänge* ULTRA-GEADEM SUPER-GEADOR sind ausgezeichnet durch den dessen Komfort den Fernempfang erst zu einem vollen Genuß macht Auskünfte und Vorführun g bei .Ihrem Radiohändler Fahmer-Schmuck daS vornehme Geschenk , Kunsthandlung • Vl