?■ MH MW her en Nd ch- Dr. iTcr ter flt. ?n. Hb sie k)- o. cs ■ s en ■>r* 15 d) 'N ch n- rn y I eingangs einen Lieber, Regierung zur Reichs, 7W1C Minister Freiherr v. G o blick über die Pläne der der im Be- handlung die deutschen Länder bei der Gestaltung Entwürfe nach vor ihrer Verabschiedung Reichskabinett und vor einer össentlichen kanntgabe maßgebend zu beteiligen. Annahme von aujtigtn für die lagesnummcr bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20'' , mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Will). Lange. Derantwortlich fürPolit k Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.TKyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil i.D.TH.Kiimmel sämtlich in töiegen. i Florenz on der früheren lovember. i um 11.11 Uhr Inee vti Preiseni ■ad'Velthindem mit leichten Verletzungen und einem Nervenschock davon. Obgleich die Aufräumungsarbeiten sofort mit Energie aufgenommen wurden, werden zur Stunde immer noch zwei Kinder, ein Knabe vov 14 und ein Mädchen von 8 Jahren, vermißt. Die Schuld an dieser Katastrophe trifft zweifellos die Magazin- Verwaltung der Brauerei, die den baufälligen Speicher mit neuen großen Gersten- vorräten auffüllen lieh. Unter den Toten befinden sich vier Jrauen und drei Kinder. Zwar war sofort Hilfe zur Stelle gewesen, da sich auf der anderen Straßenseite eine Polizeischule befindet, deren Insassen im Augenblick der Katastrophe herausstürzten, um sich ans Rettungswerk zu machen. Leider waren ihre Bemühungen bis seht vergeblich. Sie konnten nur 18 Personen tot aus den Trümmern bergen. 38 Bewohner beherbergte das Haus. Liner späteren Meldung zufolge gelang es den fieberhaften Anstrengungen der Rettungsmannschaft, außer den 18 Toten noch die übrigen 20 Bewohner des Hauses zu bergen, die alle mehr oder minder schwer verletzt sind. Italienisch-ungarisches Einvernehmen. Ter Ministerbcjuch m Rom. Rom, 12. Rov. (WTB.) Aus Anlaß bet Anwesenheit des ungarischen Ministerpräsidenten Gömbös gab der ungarische Gesandte ein Festmahl zu Ehren Mussolinis. Mussolini versicherte Ungarn in herzlichen Worten der Freund- warschau, 13. Roo. (TU.) Am Sonntagvor- mittag ereignete sich in Marschau eine g r o h e Linsturzkatastrophe, der 18 Menschenleben zum Opfer fielen. Vier Personen wurden außerdem in ^chwervetlehtem Zustande Ins Krankenhaus gebrach«. An ihrem Aufkommen wird ge- zweifelt. Die Katastrophe entstand dadurch, dah eine zwei Stock hohe Feuermauer eines Speichers, der zum warschauer Brauhaus h a - bcrbuschL Schiel gehört, unter dem Druck von einigen tausend Zentnern Gerste einstürzte und mit ihrer ganzen wucht samt der nachstürzenden Gerste ein hölzernes Mietshaus völlig zerdrückte. Da dieses Mietshaus, das von armen Straßenhändlern und Arbeiterfamilien bewohnt wurde, baufällig war, leistete kein Balten und kein Türrahmen widerstand. Als nach dem Einsturz die ungeheure Staubwolke verflogen war, ragte aus einem einzigen großen Schutthaufen lediglich ein alter Kaminherd hervor. Sieben Bewohner des Unglückshauses kamen Dem Grundsatz der Zentralisation, den das Regierungsprogramm enthalte, sei die Dezentrali- fation in der Lastenvcrteilung, wie bei d<- durchzuführenden Arbeiten gegenüberzustellcn, dem Grundsatz der Kreditschöpfung auf der Grundlage von Steuergutscheinen die Kreditschöpfung auf der Grundlage der Steuerhoheit rung zu besprechen 3n der Rachmittagslihung gab Reichsinnen- ihre Reformen durchzuführen? Darüber etwas zu wissen, liege durchaus im Interesse der Länder und insbesondere im Interesse der Ruhe und Ordnung. In der Aussprache wurde von den Rednern der größeren Länder übereinstimmend die Rotwendigkeit einer Bereinigung des Konflikts Reich —Preußen im Sinne einer loyalen und großzügigen Durchführung der Entscheidung des Staatsgerichtshofs betont. Uebereinstimmend wurde auch vor Versassvngsexperimenten und insbesondere vor einer nochmaligen Reichstagsauflösung gewarnt. Das Ergebnis her Beratungen war die Annahme der obigen Entschließung, die mit fast allen Stimmen, auch denen der preußischen Ber- tretet, erfolgte. Oer Abbau in der preußischen Zentralverwaltung. HindcnburgsAntwort aufBra» nsEinsPr> ch Berlin, 12 Nov. (TU.) Der preußische Ministerpräsident Dr. Braun hatte, als die ersten Nachrichten über biv beabsichtigte Verabschiedung zahlreich r höherer Beamter der 'preußischen Verwaltung auftauch- fassender Plan aufgestellt werden, und daß daran gearbeitet wird und zwar mit größter Beschleunigung, sei selbstverständlich. Aber wenn ein solcher Plan wirklich durchgeführt werden sollte, dann bedürfe es einer formalen Voraussetzung. Es fei ihm eine gewisse Genugtuung, daß er am ersten Tage seiner Tätigkeit als Minister des Reiches seine Unterschrift unter eine F i n a n z o r d n u n g für die Gemeinden habe fetzen können. Die Finanzordnung bring/ zwar kein Geld, aber sie sei eine Notwendigkeit, auch aus einem psychologischen Grunde. Denn die Gemeinden hätten nicht nur an monetärem Kredit verloren, sondern sie hätten in diesen schweren Jahren auch unendlich an vertrauen in der Bevölkerung verloren und stünden den dauernden Angriffen aus der gesamten Wirtschaft gegenüber. Ls gelte, hier Frieden zu machen, jetzt müsse es gelangen, wirklich wieder auf einer festen Grundlage aufzubauen. Das Unglück über die Gemeindefinanzen, führte der Minister u. a. weiter aus, sei durch die Arbeitslosigkeit hereingebrochen. Es liege nahe, von dieser Seite her zu Helsen, und es fei anerkennenswert, daß der Präsident und der Vorstand der Landgemeinden den Mut auj- gebracht haben, einen Plan au-fzustellen um dieser Arbeitslosigkeit Herr zu werden. Ein sol- cher Plan sei natürlich mit großer Verantwortung verbunden und müsse so gestaltet .em, oder er müsse sich so gestalten lassen, daß er ' m Einklang ft e b e mit der ernsten Sorge dafür, daß unsere deutsche Währung unter allen Umständen gesichert bleibe, und dah der Gesamtzusammen- Hang mit der Lage unserer Finanzen in etats- mäßiger und kafsenrnähiger Beziehung inne- gehalten werde. Der Minister schloß seine Rede mit einem Bekenntnis zur Selbstverwaltung. Der Derbandsvvrsitzende, Landrat a. D. Dr ® e r e! e, betonte in seinem Dortrag über .Das Oie Neuordnung der Staatsfinanzen Eine Rede des Reichsministers popih vor Kommunalpolitikern. Der Duce (rechts), der den ungarischen Minister- Präsidenten G ö m b ö s (links) vom Bahnhof abholte, schäft Italiens. Mit der gestrigen Unterredung haben die Besprechungen zwischen Gömbös und Mussolini ihren Abschluß gefunden. Der ungarische Ministerpräsident erklärte sich von dem Ergebnis vollständigzusri edengestellt. Die Blätter melden, daß bei den Besprechungen zwischen Mussolini und dem ungarischen Ministerpräsidenten Gömbös die Errichtung einer gemischten italienisch-ung arischenKom- mission zur Vertiefung der gegensei- tigen Handelsbeziehungen der beiden Staaten beschloss-in worden fei. Die Kommission werde bereits in den ersten Tagen des nächsten Monats zusammentreten. Wie die Blätter weiter berichten, soll auch eine endgültige Bereinigung der bis fetzt noch schwebenden Kriegs- schuldenproblem e in die Wege geleitet worden sein Sie schreiben, daß es auf diesem Gebiete zwischen Italien und Ungörn keine offenen Fragen mehr gebe. Wie dem Ungarischen Telegraphen-KorresponF denz-Bureau aus Rom gemeldet wird, hat Papst Pius X 1. heute abend den ungarischen Ministerpräsidenten Gömbös empfangen. Die Audienz währte 33 Minuten, und am Schluß erteilte der Papst Gömbös, seiner Begleitung und der ganzen ungarischen Ration den päpstlichen Segen. Ministerpräsident Gömbös reifte heute abend von Rom noch Pisa und wird morgen vormittag in San Aosfore von König Victor Emanuel in Audienz empfangen werden. usstellung ■banden mit einer Wer e Erzeugnisse, m » M Lilb, Willtontrih. i darbeiten. , linare und Kone des Einsturzkatastrophe in Warschau 18 Tote, 4 Schwerverletzte, zahlreiche Leichtverletzte. Oer Reichsrat über die Reichsreform Das Verhältnis zwischen dem Reich und Preußen. LrlchelNt tägltch, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblütter Heimat im Bild Die Scholle Monat,-vezngsprelr: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. zernsprechanfchlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Liehen. Postscheckkonto: Frankfurt om Main 11686. Einzelheiten aus der Aussprache. lieber die Verhandlungen erfährt das Nachrichtenbüro des VDZ. noch im einzelnen, daß in der Verfassungsdebatte am Nachmittag Ministerpräsident Dr. Braun als erster Vertreter der Länder das Wort nahm. Er führte einleitend aus, daß Vorbesprechungen der Reichsregie- rung mit den größeren Ländern stattgefunden hätten, zu denen Preußen „und die übrigen kleinen Länder" nicht zugezogen worden seien, so daß diese auf die Mitteilungen des Reichsinnenministers über die beabsichtigten Reformen angewiesen seien. Daraus ergebe sich aber, daß noch immer keine konkreten Entwürfe vorlägen. Zweifellos besiehe nach der Reichsverfaffung ein unzweckmäßiger Dualismus Reich—Preußen. Artikel 48 fei kein geeigneter Weg, um die Mängel zu beseitigen. Rachdem der Staatsgerichtshof entschieden habe, fei es das einfachste Gebot der Loyalität, dah die preußischen Minister wieder in ihr Amt eingesetzt würden. Das müsse der erste Schritt fein; dann werde es auch möglich fein, sich über die Zu s ammenarbeit zu verständigen. Wie denke die Regierung denn , nimmt während da der Besucher un U« igeechäfte. i: trag von Beira Univ.- ä Bauernstandes. An alate mit Kostproben. ;h FrL Dora Schub«. Uhr: Vorführung« -eund Maggigutwirt •en. Verlosung. Gießener Lei»* eben der W»* Berlin, 12. Nov. (CNB.) Heute fand im Sitzungssaale des Reichstags der Vertretertag des Verbandes der preußischen Land' gemeinden statt. Als Vertreter der Reichsregierung war Reichsminister Dr. P o p i tz erschienen. Ferner waren zahlreiche Vertreter einzelner Mini- terien und Behörden des Reiches und Preußens owie kommunaler Spitzenorganisationen, Wirt- chastsoerbände usw. anwesend. Nach der Verlesung von Begrüßungstelegrammen des Reichskanzlers und des Reichswehrministers, sowie nach den üblichen Begrüßungsworten der Verbandsleitung überbrachte Reichsminister Pro- felfor Dr. Popitz. von lebhaflezn Beifall empfangen, die Grüße des Reichspräsidenten. der der Arbeit der Vertreter der Landgemeinden und des flachen Landes sein besonders warmes Interesse entgegenbringe. Minister Popitz sagte, er sei durchdrungen von der Uederzeugung, daß die großen Aufgaben von Reich und Ländern nicht gelöst werden können, wenn es nicht geschieht in enger Verbindung mit den Interessen sowohl der großen, wie der kleinen Gemeinden. In meiner Amtsführung als kommifsarifchel Verwalter der Finanzen Preußens habe ich die besondere Aufgabe, dafür zu sorgen, dah der Staat Preußen selbst besonders in seinen Finanzen wieder aufrecht stehen kann. Aber diese Aufgabe bildet keinen Gegensatz zu den Interessen, die Sie vertreten. Es ist auf das äußerste zu. bedauern, wenn die Erkenntnis zu fehlen scheint, daß Maßnahmen der Regierung, mag man mit ihnen einverstanden sein ober im einzelnen Besseres wissen, vielfach auf eine geistige Einstellung stoßen, die nur in ber Kritik zu bestehen scheint, die den Pessimismus um des Pessimismus willen predigt, di« Verneinung um der Verneinung willen. Auf die Frage, was für die öffentliche Wirtschaft, die unter der Last ber Wohlfahrtserwerbslosen zu erliegen droht, getan werde, verwies der Minister auf die Mähst ahmen der Regierung, er betonte dazu, daß diese Maßnahmen nicht ausreichten. Es muss« ein um- »'S. S>" r c f o r m . wobei er betonte, daß diese Pläne in enger Fühlung mit den Ländern weiter bearbeitet werden sollen. Hieran fchloh sich eine ausführliche Aussprache Abschließend faßten die Vereinigten Ausschüsse folgende Entschließung, die dem Reichsrat in seiner nächsten Plenarsitzung üorgelegt wird. „1. Die Maßnahmen des Reichs vom 29. und 30. Oktober 1932 gehen über die Maßnahmen, die aus Grund der Rotverordnung vom 20. Juli 1932 getroffen wurden, weit hinaus. Ohne bei diesem Anlaß die Frage der Rechtsbeständigkeit dieser Anordnungen weiter zu berühren, stellt der Reichsrat fest, daß durch diese Maßnahmen eine grundlegende und tiefgreifende Veränderung im bisherigen verfassungsmäßig festge- legtex Kräfteverhältnis zwischen dem Reich und Preußen, zwischen dem Reich und tun Ländern und zwischen den Ländern jnkreir.anbcr hcrber- reführt worden ist. Die obersten Reichsorgane haben wiederholt die Zusoge gegeben, daß an dem grundlätzlichen Verhältnis zwischen dem Reich und den Ländern nichts geändert werden soll. Der Reichsrat erwartet daher, daß die Reichsregierung im Hinblick auf diese Zusage so rasch wie möglich die ^ur Behebung der eirgetretenen Gleichgc wicht s Veränderung erforderlichen Maßnahmen trifft. 2. Bei der großen Bedeutung einer Reichs- reform für das Schicksal von Volk und Reich stellt der Reichsrat an die Reichsregierung das dringende Ersuchen, unter Vermeidung überstürzter Maßnahmen und einer übereilten Be- der öffentlichen Hand. Inzwischen war ein Begrüßungstelegramm des Reichspräsidenten von Hindenburg eingetrofsen, das unter lebhaftem Beifall verlesen wurde. Der Reichspräsident gibt darin der Hoffnung Ausdruck, daß die Tagung dazu beitragen möge, die Frage der Arbeitsbeschaffung zu fordern und dadurch Millionen von Acb ' Stofen in der Landwirtschaft und in den Landgemeinden Hilfe zu bringen. ten, in einem Brief an den Reichspräsidenten E i n« sprach dagegen erhoben. Reichspräsident v. Hindenburg hat darauf am Freitag dem Ministerpräsidenten geantwortet, er bedauere, in dieser Angelegenheit nichts unternehmen zu können? weil nach dem Leipziger Urteil der Reichskommisfar berechtigt sei, im Interesse der Vereinfachung der Verwaltung und der Erzielung von Ersparnissen im Staatshaushalt Maßnahmen der in Rede stehenden Art zu treffen. Gerüchte . . . Berlin, 12. Rov. (LU.) Die „D A Z" erklärt, daß die Erwartungen, mit denen man die Besprechungen des Reichskanzlers bisher hier und da noch umkleidete, täglich geringer werden, und sie fährt fort: Um so mehr schießen allerlei Gerüchte ins Kraut, die bereits von einer unmittelbar bevor st ehenden Reichstagsauflösung — also vor der Konstituierung des neuen Parlaments — von einer Verschiebung der Regwahlen bis in das Frühjahr und von einer inzwischen „autoritär“ vorzunehmenden Verfassung s- bzw. Wahlreform auf Grund des Artikels 48 sprechen. Von Regierungsseite werden diese auch in sehr ernsthaften Kreisen erörterten Mutmaßungen als Kombinationen bezeichnet. Arbeitsbeschaffungsprogramm der Landgemeinden und die Verwal- t un gs rc f or m" u. a., daß die große Schicksalsfrage durch die Masfenarbeitslosigkeit und die Wohlfahrtslasten aufgeworfen werde. Der Redner verwies auf den Brief Dr. Brachts an den Reichskanzler, in dem zugegeben werde, daß die Gemeinden nicht mehr in der Lage seien, ihren Aufgaben nachzukommcn und dah alle Verordnungen und Zwangsmaßnahmen gegen die Einbehaltung der Staatssteuern, das letzte Derzweiflungsmittcl der Gemeinden, wirkungslos bleiben mühten, solange man den Gemeinden nicht entscheidend helfe. Entscheidende Lrleichlerung schaffe nur eine wirksame Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Rotstandsarbeiten und Freiwilliger Arbeitsdienst seien nur kleine Hilfsmittel. Der Kern der Dinge sei die Wiederherstellung der Kaufkrast der Massen, die durch Wiedereinschaltung der Arbeitslosen in den Arbeitsprozeß zu vollem Lohn erreicht werden müsse. Berlin. 12. Rov. (DDZ.) Der Berfas- sungsausschuh des Reichsrates trat heute zu seiner mit Spannung erwarteten Sitzung zusammen. Da auch die Ministerpräsidenten der größeren deutschen Länder und viele andere Länderminister erschienen waren, muhte die S.tzung in den gröhten Saal des Reichstages verlegt werden, den sonst der Haushaltungs- ausschuh des Reichstages benutzt. Für die Reichsregierung waren Reichsinnenminister Freiherr v. Gayl und Finanzminister Graf Schwerin v. Krosigk erschienen, für Preuhen zum ersten Male seit dem Derfassungslonflikt auch Ministerpräsident Braun und Finanzminister Klepper. Ueber die Beratungen wurde folgende amtliche Verlautbarung ausgegeben: „Ön der heutigen Sitzung der Vereinigten Ausschüsse des Reichsrats wurde zunächst die F i - nanzlagevonReich, Ländern und Gemeinden besprochen. Reichsftnanzminister Gras Schwerin-Krosigk gab dazu einen Ueberblick über die Finanzlage im Reich. Danach rechnet er mit einem Ausfall bei den Steuer-* unb Zolleinnahmen in hohe von etwa 700 bis 800 Millionen Reichsmark, von denen etwa 400 Millionen das Reich, der Rest die Länder treffe. Auherdem legte der Minister den Schuldenstand des Reichs und die Verpflichtungen des Reichs aus Garantien usw. bat. Die Länder machten ihre bekannten Forderungen geltend. Abschlagszahlung des Reichs an die Länder auf die Eisenbahnabfindung, Beteiligung der Länder an den Zuschlägen zur Einkommensteuer, und schliehlich einheitliches Vorgehen des ,Reichs und der Länder bei der Ergreifung von Sparmahnahmen. Der Reichssinanzmin ister sagte zu. diese Forderungen der Länder innerhalb der Reichsregie- General-Anzeiger für Oberheffen t)rvd und Verlag: vrllhl'sche Univerfitötr-Vuch- und Steinöruderei R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchufttraße 7. Nr 268 SvirhausgaVe (82. Jahrgang Montag, 14- November 1932 GietzenerAnzeiger ^Vertretung.. Wa'flahn) -Telephon 25«) |TVEi?E/N *■ etutttwter wert heaterOrcbefter lesvary, Jinem Rittomirchen - , , _ ?SW0 bei Emst (Miw nnd tenhans gegen Kwpü, ■Gießen g । Ton-Lustspiel Regisseurs LUBIT80H! mit Dir e Jeanette Mae uß. ler Kunst« bis zur Snß en, über Ä :e Tafeln f| Professor nurMk: 'escheok' ien mder Räneg sqG/Nenen^ Gießener Gtadttheater. Gastieret der Comedian Harmonists. Man kennt sie schon: aus dem Radio, von Schallplatten, aus dem Kabarettfilm — oder gar leibhaftig. Wer sie aber noch nicht gehört hotte, der war bestimmt erstaunt, als der erste Ton laut wurde: denn das klang völlig anders als nlles, was man sonst von einem Männerchor oder wenigstens von einem Quartett zu hören gewöhnt ist. Sie sind zwar zu sechst, aber richtig singen tun nur vier von chnen: der fünfte begleitet am Flügel (mit schmiegsamer Anpaffungs- fahigkeit) und der sechste — der kleine, in der Matte — bringt die komischen Pointen. Sie singen mezza voce, piano, pianissimo, E'.,st sehr schnell und in einem bestechenden Rhythmus. Ihre Musizierfreudigkeit erinnert leb- hnft an die Weintraubs. Ruch sonst liegt der Vergleich nahe: die Comedian Harmonists machen den Eindruck einer auf menschliche Stimmen transponierten Jazzband. Di« Vokal-Harmonie ihres Gesanges scheint instrumental empfunden: ie wirken, wenn sie wollen, wie ein Orchester, so geschlossen fügt sich der kleine Klangkörper zu- ammen. Sie sind nicht gerade flüsternde Baritone und Tenor«, aber sie verzichten auf jeglichen Effekt durch Lautstärke. Sie imitieren die Instrumente einer modernen Schlagerkapelle, aber wenn es darauf ankommt, heben sich die Einzelstimmen, zumal ein sehr Heller, weicher, tta- lienisch gefärbter Tenor, individuell und charak- terlstisch aus der gesummten Begleitung oder im Kanon heraus. Sie bringen Variationen, Paraphrasen, Verzierungen über der Erundmelodi« und Synkopen; und auch wenn sie in einem verwirrenden Tempo singen, bleibt jedes Wort deutlich und akzentuiert. Obwvhl es um manche von den Testen nicht schade wäre, wenn man sie nicht verstünde. Bei einem Schlager ist die Musik die Hauptsache; und Blödsinn, wenn er schön ge-kun- ers: sie fangen Volkslieder, erst ein italieni» >ches, dann das „Heidenröslein", zuletzt „In einem kühlen Grunde" — ganz schlicht, ganz stilgerecht, ohne Mätzchen, Spielerei und Glanzlichter. Im vierten Teil waren sie wieder in ihrem eigentlichen Element und so, wie die meisten sie kennen: „Gib mir den letzten Abschiedskuß", ..Heute Rächt oder nie" (Kiepura würde gelaunt haben!) und etwas unheimlich Spanisches aus Sevilla oder so ähnlich. Damit war das offizielle Programm zu Ende aber nur das offizielle. Kein Mensch wollte Ye mgehen; d e Leute blieben einfach sitzen, trampelten und klatschten. Don den mancherlei Zugaben seien noch verzeichnet: „Die Puppen- ..Der Blumentopf", die hübsche Parodie -Wir sind von Kopf bis Fuß auf Liebe cin- gcftcllt und die pantomimisch belebte drollige Serenade der Hofsänger". Als sie schließlich lächelnd „Auf Wiedersehen" fangen, begann sich das ausverkaufte Haus langsam zu leeren. Es war der stürmischste Erfolg, den wir bisher in dieser Spielzeit erlebt haben. hth. Nobelpreisträger Galsworthy Don Felix panten. Alljährlich werden im Spätherbst am internationalen Totalisator gewisse Namen genannt: die Kandidaten für den literarischen Nobelpreis, der immer noch als die große repräsenta- llve Ehrung gilt. Favoriten waren in diesem Jahre: Stefan George (Deutschland), Paul Valery (Frankreich), John Galsworthy und H. G. Wells (England) unb Maxim Gorki (Rußland). Einige minder^ bedeutende Dichter schieden sofort aus, ebenso Stefan George, weil es nicht wahr- 'chemlich war, daß der Preis, nachdem ihn eben Thomas Mann erhalten hatte, schon wieder an Deutschland gehen würde; auch fehlt Stefan George, mag man zu seinem Werk stehen wie man will, jene Jnternationalität, die für diese Auszeichnung maßgeblich ist. Aus diesem Grunde war auch der Franzose zu verabschieden, der in Wesen und Werken Stefan George sehr ähnlich sieht, der also gleichfalls nicht gemacht ist, die Welt in einer Weise zu erobern, daß er für den Nobelpreis in Betracht tarne; Gorki mußte aus Gründen feiner Welr- amchauung gestrichen werden, die von der des Nobelpreiskomitees weltenweit entfernt ift — also blieben nur di« Engländer, auf die auch schon darum gesetzt werden mußte, weil England wieder einmal „an der Reihe" war. Wird auch bestritten, daß die Landeszugehongkeit bei der Verteilung beachtet wurde, die internationale Höflichkeit verlangt doch, daß bei dieser weithin beachteten Ehrung auch die -Nationalität des Gekrönten berücksichtigt würde; nod) immer hat man den Nobelpreis für Literatur zugleich auch als Ehrung für ein Land empfunden. Man braucht heute nicht mehr herumzurätseln, warum von den Engländern nicht Wells sondern ^alöworthy bevorzugt wurde. Der Spruch ist ge- fallt, Wells tritt mit feiner beinahe unübersehbaren •Keije von Romanen und wissenschaftlichen Werken m den Hintergrund, John Galsworthy rückt mit einem Werk, das an Umfang viel kleiner, aber einheit icher und dichterischer ist, ins Helle Licht des Augenblicks. * * * 7 Galsworthy — wir kennen seinen Kopf von den ^banden seiner deutschen Ausgaben: ein eng- Ilscher Gentleman, ein feines und durchgeistigtes Gesicht: er wurde 1867 in Devon geboren, wo er am Rande von Dartmoor seit vielen Jahren lebt, oeme Bildung empfing er nach englischer Art in ^rrow und in Oxford. Herkunft, Antlitz und Er- Zlchuna verraten bei ihm schon viel von den feeli- r 7*ra’ en.' seine Entwicklung bestimmen; es sind die gleichen, die das Wesen des englischen Gentlemans geprägt haben: eine gewisse Wohl- habenheit eine gewisse Würde, ein gesundes Da- ftkscher Luft, auf eigener Scholle: so ift er u ^nIa9{ und Werdegang dem Autodidakten Wells gerade entgegengesetzt. Diesen urenglischen pyj*en treten mit der Zeit andere Kräfte entgegen, loiche, die gegen diese aristokratisch-feudalen beinahe revolutionär wirken: Besinnung auf die Gesell- Ichaft, aus der er kommt, auf ihre Kultur und Ueberkultur. auf bie Bedeutung des Staates und |eiri«r Mcnschenschichten. Aus solchen Kämpfen wird er , ,,?lutrer ,a^er Werte, ein Führer aus seiner Gesellschaft mit ihren Kasten — wohin? Seine Werke geben die Antwort. 3n der „Insel der Pharisäer" (1904) /nJ bicJReife eines Aristokraten durch alle Gesellschaftsschlchten Englands; überall findet er 'die Menschen satt und selbstgefällig in Beharren und Besitz, überall gleich hartnäckig in der Verteidigung alter ererbter Rechte und Gewohnheiten. In seinem äußeren Aufbau beinahe ein moralisierender Reiseroman, wie er im 18. Jahrhundert ge- schrieben wurde, zugleich aber das Programm für den späteren Galsworthy, der an die Gesellschaft immer von neuem kritisch und zergliedernd heran- tritt. Dieses Thema behandelt er dann in feinem um- fangreichsten Werk, das auch bei uns am bekanntesten geworden ist, in der „Forsytesag a", die aus einer ganzen Reihe von Romanen besteht, die sich durch viele Jahre hinziehen. Der erste erschien 1906, der letzte vor etwa zehn Jahren in englischer Sprache. In diesen Werken führt Galsworthy ein altes Geschlecht durch die Zeit des Weltkrieges in eine junge Generation und bis zur Schwelle der Gegenwart. Das starke Geschlecht £>er Forsytes ist ihm der Inbegriff des Eigentums und des Boden- befitzes, aber was bedeutet die neue Zeit für die Entwicklung einer solche Famllienreihe? Das große Werk gibt die Antwort. Galsworthys Romane sind erschöpfende Einblicke in die jeweiligen gesellschaftlichen Situationen und in ihre Probleme. Er ift nicht der erste, der solche monumentalen Gemälde schafft. Balzac schrieb die Bände feiner „Menschlichen Komödie", Zola die Geschichte der Rougon-Macquart. Aber während sich Zola schmeichelte, die Naturgeschichte einer Familie wirklich im „naturgeschichtlichen" Sinne beschrieben und gedeutet zu haben, kann man das Werk Galsworthys als eine künstlerische Naturgeschichte bezeichnen, als eine solche, die sich nicht nach den „natürlichen" Entwicklungsgesetzen richtet, sondern als eine solche, die «durch die Gesetze der künstlerischen Schau bestimmt wurde. Zola wirkt am stärksten dort, wo fein Na- turalsmus von der Jntuitton überrannt und er zum Seher und Romantiker wird — freilich zu einem romantischen Seher wider Willen. Galsworthy wird es aus künstlerischem Bedürfnis, nach künstlerischen Gesetzen. Aus seinem Werk wird die Vereinigung des Menschlichen mit dem Kosmischen spürbar. Er selbst tritt dabei weit hinter seine Gestalten zurück, er analysiert und kommentiert sie nicht —^er bildet. Er gibt damit große epische Kunst, deren Schöpfer hinter seinen Visionen unsichtbar bleibt. Er hat auch Dramen geschrieben, di« in Deutschland bekannt und gespielt wurden, die man in Gng= lanb bisweilen so überschätzt hat, daß der Dramatiker über den Epiker gestellt wurde. Den Nobelpreis aber verdankte Galsworthy sicherlich feinem großen Romanwerk, das beinahe zwei Jahrzehnte lang öen Inhalt seines Lebens gebildet hat. ßfltr $on uns m W1 genial iine> gisA sis 15 törblv dürstr San" 15. 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Man kann sehr oft beobachten, daß sich Passanten beim Anblick der schlechten Wege wieder in die Stadt oder in die Kliniken zurückbegeben. Es liegt daher ein dringendes Bedürfnis für die Derbesfcrung dieser ctrü&cn vor. Ein vollkommener Ausbau kann ja mit Rück- sicht' auf die schwierige wirtschaftliche Lage zurück- gestellt werden. Die Verbesserung der Straßen durch Schotter und die Anlage von einfachen Bürgersteigen mittels Schlacken und Kies dürfte aber vorerst schon genügen. K. Aus der proviuziathaupifladt stützen. Bornotizen. Buntes Allerlei Reportage im dunkelsten Australien. Tagung der Handwerkskammer re hat seit Dorgürten sind und unmittelbar wider den Fuß- steig der Südanlage stoßen. Die Sicht in die Straßen wird dadurch wesentlich beeinträchtigt. Der Unfall hatte keine schlimmen Folgen. Der aus Pommern kommende Autofahrer verfiel in eine Geldstrafe von 10 Mark. — Aus dem Stadt tha t erbureauwird uns geschrieben: Morgen, Dienstag, als 7. Vorstellung im Dienstag-Abonnement, Wiederholung des Schwankes „5)er Raub der Sabinerinnen". von Paul von Schönthan. Spielleitung dieses Schwankes, der in völlig neuer Inszenierung auf dem Lpielplan erscheint, hat Karl D o l cf. Anfang 20 Uhr: Ende 22.15 Uhr. Gewöhnliche Preise. — Das Mittwoch-Abonnement fällt in dieser Woche aus. Statt dessen sieht der Spielplan für Mittwvchnachmittog eine letztmalige Wieder- holung der berühmten Lokalposse: „Set Tatterich" von Riebergall mit Heinrich Hub als Dat- terich vor. Diese letzte Aufführung ist als Volks- Vorstellung ongcsetzt, um bei ganz kleinen Preisen federn Theaterfreund die Möglichkeit zu bieten, das bekannteste Werk hessischer Heimatliteratur auf dem Theater kennengulernen. Spieldauer von 15.45 Uhr bis 18.30 Uhr. Auster Abonnement findet um 20 Uhr zu ermäßigten Opercttenpreiscn als Fremdenvorstellung die Erstaufführung der Operette: „Peppina" von Oestcrreicher und Stolz statt unter der Leitung von Wrede — Moehl — Bäulke. Ein vergnüglicher Theaterabend ist zu erwarten. Ende 22.30 Uhr. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dorn Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) (Ein Notruf aus dem Südoierlel. Die Anregung des Einsenders in Nr. 265 des „Giehener Anzeigers" ist sicher nicht nur von den Anwohnern des Wartweges und deren Warenlieferanten, sondern auch von einem großen Teil der Einwohner der inneren Stadt und nicht zuletzt von den Genesenden und dem Pflegepersonal der Kliniken begrüßt worden. Man konnte früher täglich *• Stadtrats - Sitzung. Am kommenden Donnerstag, 17. November, ab 16 Uhr, findet im Sihungssaalc des Stadthauses Vergstraste eine öffentliche Sitzung des Stadtrates statt. Aus der umfangreichen Tagesordnung sind u. a. folgende Vorlagen besonders hervorzuheben: Festsetzung der Ausschlagsähe für die Umlagen und die Sonde rgebäudest euer für das Rechnungsjahr 1032; Ar- beitsbeschassungsprogramm der Reichsregierung. Lahndurchstich, 1. Vauabschnitt: Neufestsetzung des Bebauungsplans über das Gebiet zwischen Gaffky- straste, Freiligrathstraste, Aulweg, Schubert- ftraf-e und Wartweg, Dergwerk, Freiligrath- straste und Aulweg; Arbeitsvergebung für die Kleinwohnungen an der Krosdorfer Straste; Verlegung der Gas. und Wasserrohre im Schiffen- berger Weg. Daneben stehen noch zahlreiche Daa- gesucht, Schankkonzessionsgesuche usw. auf der Tagesordnung. Justiz Personalien. Ernannt wurden der Gerichtsassessor Hans Forch in Offenbach am Main zum Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Fürth i. Odenw., mit Wirkung vom 2. No- vember 1932 an; der Gerichtsassessor Hans Werner in Alzey zum Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht in Herbstein, mit Wirkung vom 4. November 1932 an; der Gerichtsassessor Dr. Ludwig Schmitt in Friedberg zum Oberamts- riditcr bei dem Amtsgericht in Laubach, mit Wirkung vom 5. November 1932 an; der Gerichts- asscssor Dr. Robert Schwab in Offenbach Aum Staatsanwalt bei dem Amtsgericht in Offen» bach a. Cm., mit Wirkung vorn 6. November 1932 an; der Gerichtsassessor Dr. Hermann Freiherr von sich geben, sollen mit einer Geldstrafe bedacht werden. Diebstahl mit Kurzschluß. Die Erfindungsgabe der Verbrecher ist so groß, daß sie auf immer neue Tricks verfallen, denen die Polizei erst allmählich auf die Spur kommt. Daß Einbrecher sich unter dem Vorwand, nach dem Gas oder dem elektrischen Zähler zu sehen, in Wohnungen einschieichen, ist zwar nichts Ungewöhnliches, aber zwei Pariser Einbrecher Häven diese Methode in letzter Zeit neuartig ausgebaut. Sie erschienen in einer Wohnung nach Dunkelheit und erklärten höflich, sie wären a> schickt, um die elektrische Lichtanlage zu unt:r- suchen. Wenn man sie eingelassen hatte, nahmen sie eine flüchtige Beobachtung der ganzen Anlage vor und beschäftigten sich dann mit einem Teil. Rasch danach trat ein Kurzschluß ein und die ganze Wohnung lag im Dunkeln. Während die Inhaber unruhig umherliefen, um Kerzen zu holen, benutzten die Besucher die Dunkelheit und Aufregung, um sich gemächlich einige Wertsachen anzueignen, die sie vorher auss Korn genommen hatten, und dann unbemerkt zu verschwinden. Was wird gelesen? Man sollte eigentlich annehmen, daß die sorgenvolle Menschheit, die sich heute mehr als ihr lieb ist mit politischen Fragen beschädigen muß, in ihren Mußestunden mit Politik nichts mehr zu tun haben will. Aber gerade das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Eine soeben herausgegebene Aufstellung der Deutschen Bücherei in Leipzig, die freilich die schöne Literatur nicht berücksichtigt, zeigt, daß gegenwärtig die politischen Bücher sehr im Vordergrund deS Interesses stehen. Am meisten verlangt wurde Kcr- schensteiners ..Begriff der staatsbürgerlichen Erziehung". Ebenso erfreut sich alles, was auf die Sowjet-Union Bezug nimmt, großer Beliebtheit. Hier war es vor allem Knickerbockers Buch „Der rote Handel droht", das starken Absatz fand. Dann Hodanns „Sowfetunion" und Istratis „Drei Bücher über Sowjetrußland". Anschließend folgen „Das Ende der Reparationen" von Schacht und Rosenbergs „Mythos des 20. Jahrhunderts". Pcrrallel mit den politischen Neigungen läuft die philosophisch-pädagogische. Hier waren Krügers „Wesen der Gefühle", „Das deutsche Bildungsideal der Gegenwart" und „Fortschritte der experimentellen Kinderpsychologie" von Dolkclt, Messers „Geschichte der Pädagogik" und Litts „Kant und Herder als Deuter der geistigen Welt" die begehrtesten Bücher. Nicht minder cha- rakteri>ftisch ist es, daß Bücher über die Methoden des Lebenskampfes zu der beliebtesten Lektüre gehören. rächen müssen. Oie melodische Autohupe. Von jeher sind die mißtönenden, quietschenden oder röchelnden Autohupen der Aerger der Fußgänger gewesen. Nunmehr hat man sich in Rom zu einer verkehrspolizeilichen Verordnung entschlossen, durch die eine musikalische Vered- luna der Signalhörner erreicht werden soll. Die Verfügung ordnet an, daß bei einem gewöhnlichen Kraftwagen das Signal aus einem kurzen Musikton zu bestehen hat, der das Ohr nicht beleidigt". Für die Hupe der Autobusse wird eine Folge von Musiktönen vorgeschrieben, wie sie die elektrischen Läutewerke hervor bringen. Die Fabriken von Autohupen sind amtlich aufgefor- £rt worden, entsprechende Muster vorzulegen, und die Regierung behält es sich vor, die für brauchbar befundenen Signalhörner als Ausrüstung für alle in Rom verkehrenden Kraftwagen vorzuschreiben. Die Kraftfahrer aber, deren Auto-Hupen in Zukunft nicht genehmigte Töne Das andere Gesicht von Genf Die blutigen Unruhen in der Stadt des Völkerbundes. Was ist bloß mit dieser Stadt geschehen, der ötabt des Völkerbundes, der gepflegter^Diplomaten, Der bürgerlichen Liebespaare, der ruhigen, gleichmäßig abschnurrenden Geschäftigkeit? Die vorzüglichen Schweizer Uhren, die nicht weit von Genf hergestellt werden, scheinen mit einem Ruck um em Jahrhundert zurückgestellt worden zu sein — oder vor- gestellt, wer weiß? v- ° Gewöhnlich liegen Städte in irgendeiner Landschaft. Wo die Landschaft aufhört, da fangen die Städte an. Und umgekehrt: wo die Städte anfangen, da wächst kein Gras mehr. In der Schweiz aber, und ganz besonders in Genf, ist es völlig anders. Es begibt sich das Wunder, daß die Städte, richtiger: die Städtchen ganz organisch und selbst- verständlich zu einem Teil der Landschaft werden. Ihre putzigen Zinnenr ihre schrägen Dächer, ihre nach natürlichem Geschmack ausgerichteten Häuserreihen, ihre Mauern, die nicht mehr ganz frei find von Moos und vom Einfluß der Witterung, reihen sich ganz zwanglos — besonders in Bern und Zürich — in die Landschast mit ihren Runzeln und verwitterten Zacken ein. Und Genf — man kann diese Stadt in wenigen Worten kaum besser beschreiben, als wenn man sagt: Hier wurde die Ordnungsliebe, die angeborene Korrektheit, die Freude der "Westschweizer an Sonne und Licht ganz von selbst zu einer Stadt, die vor allen anderen Städten bas voraus hak, daß sie gewachsen und nicht gebaut zu sein scheint. Schenck zu Schweinsberg in Darmstadt zum Staatsanwalt bei dem Amtsgericht in Gie- )cn, mit ^Wirkung vom 7. November 1932 an, der'Gerichtsassessor Karl Trink aus in Schlitz zum Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht in Schlitz, mit Wirkung vom 9. November 1932, alle unter Berufung in das Deamtenverhältnis. •• Die Unter stühungsdauer in der Krisenfürsorge. In einem neuen, am Samstag im „Reichsanzeiger" veröffentlichten Er- laß des Reichsarbeitsministers über die Unter« stühungsdauer in der Krisenfürsorge wird an- geordnet, daß in der Zeit vom 28. November 1932 bis 31. März 1933 die Krisenfürsorge nicht dadurch ausgeschlossen wird, daß der Arbeitslose während dieses Zeitraumes die höchste Bezugsdauer der Krisenfürsorge erreicht. •* Schulgeld-Abbau an der Maschinenbauschule der Technischen Lehranstalten in Offenbach. Nachdem der Hess. Minister für Kultus und Bildungswesen das Schulgeld für die Kunstgewerbeschule und die Höhere Bauschule der Technischen Lehranstalten Ossenbach a. M. bereits ab 1. April herabgesetzt hat, ist nunmehr auch das Schulgeld an der Ma- schinenbauichule mit Beginn des Winter-Semesters 1932/33 von 90 RM. auf 60 RM. für das Semester gesenkt worden. Für die 3 2-Tagesklasse der Ma- schinenbauschule, die insbesondere für Lehrlinge in Maschinenbau und Elektrotechnik im 4. Lehriahr eingerichtet ist, beträgt das Schulgeld jetzt nur noch 20 NM. für ein Semester. Amtsgericht Gießen. Zwei Autounfälle standen zur Verhandlung, zunächst der am 26. Iuni auf der Licher Straße vor dem Bahnübergang erfolgte Zusammenstoß eines mit 22 Handballspielern besetzten und von dem Angeklagten geführten Lieferautos mit einem zehnjährigen Radfahrer, der in nicht ganz vorschriftsmäßiger Fahrt vom Anneröder Weg aus die Licher Straße einbog. Unmittelbar nach dem Zusammenstoß überfuhr der Wagen seitlich den Bahnkörper und prallte mit großer Heftigkeit wider den Schrankenpfosten. Der Iunge erlitt, außer einer leichten Gehirnerschütterung keine Verletzungen, wohl aber erlitten solche mehr oder weniger fünf Autoinsassen. Auf Grund der Beweisaufnahme, bei der die von dem Wagen hinterlassene Bremsspur eine besondere Rolle spielte, gewann das Gericht die Ueberzeugung, daß der Angeklagte die an dortiger Stelle zu- lässige Geschwindigkeit in hohem Grade über- schritten und dadurch den Unfall veranlaßt hat. Es handelte sich um eine unübersichtliche Stelle. Das Reichsgericht hat in einer Entscheidung zum Ausdruck gebracht, daß gerade bei Bahnübergängen die Geschwindigkeit derart ermäßigt werden muh, daß der Autoführer in der Lage ist, möglichst augenblicklich den Wagen anzuhalten. Den Radfahrer trifft eine gewisse Mitschuld Diese vermag aber den Angeklagten — er ist zud^m Derussfahrer — nicht von Strase zu befreien, diese höchstens zu mildern. Der unvorsichtige, noch unbestrafte Autolenker erhielt wegen fahrlässiger Körperverletzung eine Geldstrafe Schicksal besiegeln. Insbesondere wendet sich die Kammer gegen die unterschiedliche Behandlung der gewerblichen Schlachtungen und der Hausschlachtungen der Landwirte. Die heute schon für das Metzgerhandwerk unerträglich gewordene Ausdehnung der Hausschlachtungen wird durch eine in mehr oder minder großem Umfange erfolgende Steuerfreiheit dieser Schlachtungen noch weiter an- wachsen und wegen der fehlenden Ueberwachungs- möglichkeit zu den schwersten Unzuträglichkeiten führen. Die gänzliche oder teilweise Steuerfreiheit der Hausschlachtungen, selbst wenn sie nach sozialen Gesichtspunkten gestaffelt wird, ist aber auch eine starke Benachteiligung der übrigen Verbrauchers,', ast, insbesondere muh sie gegenüber dem Heer der Erwerbslosen und der Wohlsahrtsempfänger in den Städten und großen Gemeinden als schreiendes Unrecht empfunden werden. Sollte trotzdem die Einführung G i e ß e n , den 14. November 1932. Sammlungen nur für dieWinternoihilfe Don der Gießener Winternothilfe wird uns nutgeteilt: Die Gießener Winternothilse ist aus Streifen Der hiesigen Bevölkerung wiederholt daraus aufmenfam gemacht worden, daß Sammlungen von Vereinen und Organisationen zur Zeit durchgeführt werden, obwohl in der Zeit vom lo. Oktober bis 15. Dezember 1932 solche Sammlungen nach behördlicher Anordnung ni ch t zuge 1 assen werden dürfen. Wir machen Darauf aufmerksam, daß Sammlungen in der Zeit vom 15. Oktober bis 15. Dezember 1932 nur zugu nften derG letzen er Winternothilfe ftattfmben dürfen. Es wird daher gebeten, hiervon Kenntnis zu nehmen und die in den nächsten Tagen einsetzende Haussammlung 3 u g u n ft e n Der Gießener Winternothilse tatkräftig zu unterleichtlebig und fröhlich wirkt, wirklich ein buen tiro unbeschwerter Menschen zu sein scheint, auch dunkle Elendquartiere, in Denen nicht erst heute Die Not zu Hause ist, und in Denen ein in- ter nationales iBerbr€d)ertum, not allem ein politisches Verbrechertum, seit jeher seine Schlupfwinkel finDct. Genf, die Stabt Der voller verbinDenden Socidtd des Nations, ist auch immer Die Stadt Der Anarchisten gewesen, und cs ist sogar heute noch stolz darauf, daß hier jeter politische Verbrecher ein Asyl findet. Als Die Kai > f erin Elisabeth dem Mörderdolch zum Opfer siel als vor fünf Jahren bei dem Sacco- und Van zetti-Rummel es zu blutigen Tumulten kam. da zeigte die Stadt ihr anderes, ihr sonst verborgenes Gesicht, das auch in der letzten Zeit bei sozialisti scheu Demonstrationen, wie sie im August des vorigen Jahres oder auch noch im Februar dieses Jahres stattfanden, vorblickte. In Dieser Stadt, in der Stadt Des puritanischen Calvin, hat sich über Nacht Ungeheuerliches begeben. Plötzlich gingen Maschine "gewehre los. Zwölf Tote und f ü n f u n d s e ch z 1 g Verletzte lagen auf Dem Straßenpflaster^ Den Soldaten war, so erzählt man sich, vorher Pfeffer ins Gesicht gestreut worden. Offiziere waren beleidigt und verprügelt worden. Woher das alles? Wer diese Stadt aus früheren Tagen kannte, wird sich diesen Vorfall, der gerade dort doppelt ernst ist, kaum erklären können. Aber die Kenntnis Genfs aus früheren Tagen genügt eben offenbar nicht mehr. Es scheint, daß sich trotz allen Prophezeiungen und schönen Schilderungen Unglaubliches vollzogen hat- di e Weltkrise ist auch in die Westschweiz eingebrochen. Die Arbeiterschaft, die mit ihren Stimmen 40 v. H. Des gesamten Kantons ausmacht hat sich unter ihrem Druck und unter dein Druck der Illegalität der Linksradikalen zusammen, geschweißt. Sie bildet einen Block gegenüber Der Einheitsfront Des Bürgertums. Eine Maßnahme auf einer Seite genügt bereits, um Das gefährliche Gleichgewicht auf Der anDeren Seite zu stören, um die immanente Revolte augenblicklich losbrechen zu Darmstadt, 12. Nov. (WSN.) In der 4 2. Vollversammlung der H e 's s i s ch e n Handwerkskammer wurde nach der bereits gemeldeten Wahl Des Vorsitzenden als Kammermitglied weiter Der Vorsitzende Des Hessischen Handwerks- und Gewerbeverbandes Bildhauer Dieter-Eberstadt gewählt. Ausführliche Referate erstatteten über Das Steuergutscheinvcr- fahren Syndikus Dr. Lindemann, über Die Reichszufchüfse für Instandsetzungsarbeiten und Teilung von Wohnungen Direktor Schüttler. Es wurden folgende Entschließungen angenommen: (Errorifcrung Des Steuergulscheinverfahrens. „Die Hessische Handwerkskammer fordert auf Dem Gebiete des Steuergutscheinverfahrens 1. Einbeziehung Der SondergebäuDesteuer, solange sie noch nicht beseitigt ist, in Das Gutscheinsystem unter Ausschaltung Der Warenhaus- und^Filial- steuer; 2. Einbeziehung der gestundeten Steuern wie bei Der Landwirtschaft; 3. Befestigung Der Antragspflicht für Gutscheine bei Den heimatlichen Kassen; 4. Anpassung Der Bedingungen für Gutscheine für Mehrbeschäftigung an die Verhältnisse im Handwerk und Verhütung Der Entlassung aus- gelernter Lehrlinge Durch Beseitigung der Drts= lohnklausel für Diese; 5. Kursnotierung auch für Die kleineren Scheine." Ausheb' ng der Hauszinssteuer. „Die Hessische Handwerkskammer fordert restlose Aushebung Der Hauszins st euer. Unerläßlich wird weiter gehalten die maßgebliche Einschaltung von Handwerk und Hausbesitz in eine neue Verordnung und die Einbeziehung auch Der Innenreparaturen, sogenannte Schönheitsreparaturen, sowie Reparaturen an gewerblichen Räumen und Gebäuden in Diese Arbeitsmöglichkeil. An die Regierung wird die Forderung gerichtet, Die Vorbescheide als endgültig auszugeben, was auch Dem Sinn Der Reichsoerordnung entsprechen Dürfte." Gegen die Schlachtsteuer in Hessen. „Die 42. Vollversammlung der Hessischen Handwerkskammer erhebt gegen die beabsichtigte Einführung der Schlacht st euer inHesfenein- mükig Protest. Das Metzgerhandwerk ist, wie die Kammer bestimmt weiß, mit Steuern und Gebühren bis zur äußersten Grenze belastet und infolge der durch die allgemeine Wirtschaftslage verminderten Kaufkraft stark geschwächt. Zahllose kleinere Existenzen stehen nachweislich vor dem Ruin. Die Einführung der Schlachtsteuer wird ihr Fünf japanische Perlenfischer find von Eingeborenen im Arnhem-Land am Golf von Carpen- taria, in dem unzivilisiertesten Teil Australiens, ermordet worden. Die Nachrichten-Uebermitt- lung aus diesem Gebiet ist so schlecht, daß genauere Einzelheiten über das Verbrechen erst bekannt werden können, wenn ein weißer Perlenfischer Fred Gray die langwierige Reise rund um die Küste bis nach Darwin zurückgelegt haben wird. Was Sydneyer Blätter vorläufig darüber berichten können, stammt aus einer „Reportage", die den Eingeborenen des viele Hunderte von Kilometern von Arnhem-Land entfernten Darwin- Bezirkes auf geheimnisvollem Wege zugekommen ist. Diese Wilden wußten von dem Mord schon lange, bevor er der Polizei telegraphisch mitgeteilt wurde. Das ist wieder einmal ein Beispiel für die „primitive Telegraphie", deren sich die Eingeborenen in fo vielen unzivilisierten Gegenden bedienen, und die die weihen Siedler stets von neuem in Erstaunen setzt. Die Mitteilung eines wichtigen Ereignisses läuft blitzschnell von Stamm zu Stamm, und in kürzester Zeit ist die Reportage über die Hälfte des australischen Erd- ■- o , - 1 teils verbreitet. Schon früher sind japanische Per- ^r Steuer entg^en allen Protesten der be^lfenen t^nfischer an der Küste von Arnhem-Land ermor- Stellen durch RegtermngsEordnu^ beschlossen ' Diese Verbrechen werden entweder we"den. so erwartet d'-e Kammer bestimmt daß Habsucht oder aus Rache begangen. Doch die Vorschläge des Metzgerhand .. $ CEunfA sich zu bereichern, weniger stark werls, d»S^urchdi° ton k>n-r Orgamfahon ' Dlulrach- di- di- Einx-b°-°nen an den beauftragten Vertretet feinen Satunb eine ®.t- 3 auiüben. Tübrcnb ,i- nämlich di- Tteißcn als üb-rl-g-n- S-fchöpf- anfeben und fich berudfuttigt inerten, um tncntgftcni d>- größten TOI ,Achten, halten di- Sing-. Harten gu vermeiden. borenen die Japaner für ihresgleichen und te- Der Jahresbericht. | titeln fie als Eindringlinge, an denen fie fich Nach längerer Aussprache erstattete Direktor Schüttler Den Jahresbericht, in Dem er besonders über Die StillhalteoerhanDlungen unD über Die Verhältnisse bei Der Handwerker- Zentralgenossenschaft referierte. Er teilte weiter mit, Daß Das Verfahren, Das Der Bezirks- verband Groß-Gerau gegen Die HanDwerker- Zentralgenosfenschaft beantragt hatte, auf Beschluß Der Staatsanwaltschaft vom 29. Oktober 1932 eingestellt roorben sei. Aus Der BegrünDung kann mitgcteilt werden, „daß nach Den Ermittlungen Die Angriffe Des Bezirksoerbandes Groß-Gerau Der BegrünDung entbehren und Daß Die Handwerkskammer und die Handwerker-Zentralgenossenschaft jeweils mit Einverständnis Der zuständigen Stellen der hessischen Regierung gehandelt haben. Eine strafbare Handlung ist nicht festgestellt. Es liegen weder für Betrug, noch für Bilanzsälfchung Anhaltspunkte vor". Nach Erledigung einiger weiterer Anträge schloß Der Vorsitzende Kunkel Die Versammlung. Ein großer Teil von Genf besteht aus Promenaden — wohlegemerkt: nicht aus Straßen. Denn Die Straße — so heißt es doch? — dient Dem Verkehr. Die Promenade aber ist für Spaziergänger geschaffen. UnD Der gesamte Stadtteil, der unmittelbar am Ufer Des Genfer Sees liegt, sieht aus wie ein freundliches Ausflugsziel, oder wie ein Kurort. Die großen, weißen Ho'telkästen, Die Dort in respektvollem Abstand voneinander herumstehen, erhöhen Diesen Eindruck mehr, als Daß sie ihn verminderten. Es ist kein Zufall, Daß die braven Leute, Die seinerzeit Die IDee Des Völkerbundes aus- heckten, sich gerade Genf als Stadt Des Friedens ausgesucht haben. Denn friedlicher^ geht es wohl im allgemeinen in keiner anderen Stadt der Welt zu. Es ist außerordentlich schwer, in Dieser Stadt ein „Lasterleben" zu führen. Die wenigen, Die Dies einmal versuchten, wie z. B. während des Krieges die ersten Dadaisten vorn Cate Voltaire, sind mittlerweile über alle Berge ausgewandert, sofern sie sich nicht gänzlich ins Privatleben zurückgezogen haben. Und auch die russischen Jte- Do n 25 Mark. I volutionäre, die während des Krieges Dort Scr Md--- aufornmenftoB. ebenfalls »wischen in mehr ober mmiger fr«“™«« ®'™Bral™ 9'_ einem Auto- und einem Radfahrer, ereignete sich lebt haben, haben in Genf kaum eine Spur Y in der Nähe der Einmündung der Bismarckstraße lassen. in die Südanlage auf der letzteren. Der Rad- Aber man kennt Genf < J - 5 X fahrer fuhr vorschriftsmäßig in diese ein und vom Quai von Der ^ouHeau ^n el ober stieß alsbald mit einem Auto zusammen. Der an- von Der Pont des Bergues gAhe" s)^ Dies , geklagte Autofahrer ist an dieser Stelle zu rasch Die Dem Fremden em so strahlendes Nutzeres zeigt. gefahren. Bei langsamerem Tempo wäre fraglos 1 der Unfall verhütet worden. Er war zu einem langsameren Fahren verpflichtet, denn die Stelle mahnt zur Vorsicht, und eine solche ist bei allen auf die Südanlage mündenden Straßen um deswillen geboten, weil die Eckhäuser dort ohne 952 ten Der >1 ich- gg Dr. - Der ''xb ?te üt fei- über gemein 1 über TraU- pertfii naf.ir- wei- lich- 3 Dr. Das »blich- fKiab- Jahr- mol- chkeit ihren unD rlene Ham- 1. — Huer i'igt ■Itcn. veil- e He olly. b 0. e cs c r 5 uten Urals iuch neu ,-ch" aus 'Nt- Tlf em ) A 0 n- h- er i» f- er 'N n- h d t 1 2. S.Ji.'fpori Fußball-Ergebnisse der Gießener Mannschaften. Die 1. Mannschaft der Spielvereinigung 1900 weilte zu einem Freundschaftsspiel in Marburg bet DfL. Kurhessen Marburg zu Gast und muhte eine etwas unverdient hohe Niederlage von 10:3 Toren hinnehmen. Die 1. Fugend gewann gegen die Dereinskameraden im fälligen Pslicht- sp^el nur knapp mit 2:0 Toren. Die 2. Schülermannschaft verlor gegen Lollar in Lollar erwartungsgemäß mit 2:0. Die 1. Elf des DfD. war ebenfalls auswärts, und zwar trug sie in Wetzlar ein Pokalspiel gegen die I. des dortigen Sportvereins aus, das die Platzbesitzer mit dem knappen Ergebnis von 1:0 Toren in Front sah. Die DfD.-Mannschaft scheidet dadurch ebenfalls aus der Pokalrunde aus. Handball der Spielvereinigung 1 9 0 0: Die 2. Handballelf konnte am Samstag das Spiel gegen die 1. Elf des Turnvereins Al- bach mit 12:3 Toren gewinnen. Bereits zur Halbzeit lautete das Ergebnis 8:3 für die Blauweihen. Die 1. Mannschaft gewann am Sonntag gegen die eigene II. mit 9:3 (3:2) Toren. FSV. Frankfurt vor der Meisterschaft. Die Verbandsspiele der Gruppe THain. Der FSV. Frankfurt errang am Sonntag bei den Meisterschaftsspielen der Gruppe Main einen bedeutsamen Sieg. Durch das 1:0 gegen die Offenbacher Kickers wurde ein weiteres Hindernis auf dem Wege zur Meisterschaft genommen, und es scheint nun so, als ob die Bornheimer nach langer Zeit wieder einmal den Titel eines Mainmeiftcrs erringen sollten. Eintracht Frankfurt rückte mit ihrem 2 (^Erfolg gegen die Sportfreunde Frankfurt auf den zweiten Platz vor und hat die größten Aussichten, diesen auch zu halten. Eine Ueberraschung bedeutet die hohe 1:6-Niederlage von Union Niederrad durch Ratweih Frankfurt, Isenburg kannte in Bieber ein glückliches 1:1-Unentschieden erzielen. Deutsche Gerätemeistersckasten. Öinfer-Jranfjutl führt in den Pflichtübungen. Die, 4. Deutschen Gerätemeiste rschasten wurden am Samstag in der neuen Ausstellungshalle am Kaiserdamm in Berlin mit den sechs Pflicht- Übungen Reck, Barren (2), Pferd'.ang, Pferdquer und Ringe eingeleitet, hierfür war das Interesse beim Publikum natürlich nicht allzugraß, so daß nur etwa 1500 Zuschauer die weite Halle füllten. Die Teilnehmer hatten besonders am Reck überaus schwierige Hebungen zu erledigen, die sich in erster Linie auf die Placierung auswirkten. Der Titelverteidiger Krötzsch war gleich in der ersten Hebung, im Schwingturnen am Pferd, schlecht und wurde nur mit 12 Punkten bewertet, während der favorisierte Frankfurter Winter bedeutend besser abschnitt und auch an den übrigen Geräten am besten arbeitete, so daß er nach Abschluß der Pflichtübungen mit 106,5 Punkten an elfter Stelle liegt. Nur einen Punkt weniger erreichte der Kreuznacher Frey. Für den Endkampf am Sonntagnachmittag, der die Kürübungen brachte, qualrfizicr- ten sich nachstehende 21 Turner: 1. Winter-Frankfurt 106,5 P.^2. Frey-Kreuznach 105,5 P.: 3. bis 5. Iohn'e-Tib, Stef'ens-Bremen, Wedekind-Forst je 103 P.: 6. Haßler-Bornheim 101,5 P.: 7. bis 8. Krötzsch-Rössen, Volz-Schwabach je 100 P.; 9. bis 10. Hermann-Hlm, Kleine-Leipzig je 98,5 P.; 11. Mvck-Berlin, Stubbe-Eiche je 98 P>: 13. bis 15. Eschwei-Pforzheinu Kanis Königsberg. Werlholz- Hannover je 97 P.: 16. Gens-Mainz 96,5 P.: 17. bis 21. Lorenz - Hannover, Sandrock - Emmigrath, Schenk-Brombach, Hüls-Breslau und Kindermann- München je 94,5 Punkte. Oer O ympzsche Ausschuß iagie. Sn Berlin sand am Freitagabend die Tagung des Deutschmr Olympismen 2Iuss husses statt. Beben dem Deutschen Reichsausschuß für Leibesübungen waren auch zahlreiche Dertreter der staatlichen Behörden vertreten. Zahlreiche Ministerien hatten ihr Snteresse an der großen Veranstaltung durch Abordnungen bewiesen. Sm Damen der Stadt Berlin versicherte deren Oberbürgermeister Dr. S a h m , daß die Stadt trotz ihrer eigenen bedrängten Lage alles tun werde, um ein gutes Gelingen der Spiele zu sichern. Zur Finanzierung der Spie'e wird in Deutschland ein sogenannter „Olympia - Groschen" eingeführt werden, damit das ganze Volk Gelegenheit hat, sein Scherflein zu dem Olympia 1936 beizutragen. Zur Durchführung der Spiele wurde ein Organisationsausschuß gegründet, der die juristische Form eines eingetragenen Vereins erhält. Der wichtigste Punkt, die Vergebung der Olym. pischen Wintersviele 1936, wurde leider bis zum Frühjahr zurückgestellt, da erst noch eine Kommission die drei Plätze, die sich um die Durchführung bewarben, besuchen wird. Deben S ch reibe r h a u und Garmisch - Partenkirchen haben sich jetzt auch noch die Harzorte Braunlage und Schierke beworben. Kurze Gporinotizen. Der Fußdall-Länderkampf Deutschland — Italien wird am 1. Januar in Bologna zum Austrag kommen. * Der D R A. hat die Reichsregierung gebeten, die tägliche Turnstunde in den Schulen einzuführen und ein Turn- und Sportpflicht-Gesetz für die schulentlassene Jugend bis zur Volljährigkeit zu erlassen. Oie Fälligkeit der Hypotheken. Berlin, 12. Dov. (WTB.) Durch eine heute veröffentlichte Verordnung des Deichspräsidenten wird das DechtdesGläub'gers.dieDück- Zahlung von dinglich gesichertenFor- derungen zu verlangen, bis zum 1. April 1 9 3 4 hinausg. schoben. Diese Maßnahme war erforderlich, da es bei der Tlnergiebigkeit des Kapitalsmarktes dem Schuldner zur Zeit nicht möglich ist, sich eine Crsahhypothek zu beschaffen. Aus diesem Grunde ist bereits in der Verordnung vom 2c. September 1931 die Fälligkeit von landwirtschaftlichen Hypotheken bis zum 1. April 1935 hinausgeschoben worden. Eine ähnliche Vergünstigung besteht, wenn auch aus anderen Erwägungen, für die Schuldner von Kündigungshypotheken auf Grund der vierten Dot- verordnung vom 8. Dezember 1931, denen ein Kündigungsschutz bis zum 31. Dezember 1933 gewährt ist. Es war daher ein Gebot der Gerechtigkeit, auch den' übrigen hypothekarischen Schuldnern. insbesondere dem städtischen Grundbesitz, einen ähnlichen Zahlungsaufschub zu bewilligen. Die Verordnung bezieht sich auch aus bereits fällige Hypotheken, jedoch dann nicht, wenn die Fälligfeit durch einen besonderen Anlaß, z. B. durch Verzug mit den Zinsen, herbeigeführt worden ist. Sn diesem Falle kann aber der Schuldner den Zahlungsaufschub beanspruchen, wenn er binnen einem Monat die rückständigen Beträge nachbezahlt. Den Snter- cssen des Gläubigers ist dadurch Rechnung getragen, daß er in dem Falle eines dringenden In dem Oktober-Bericht des Arbeitsamts Gießen, dessen Hauptteil wir gestern schon veröffentlichten, wird über die Lage des Arbeitsmarttes in den einzelnen Berufsgruppen folgendes mitgeteilt: Land- und Forstwirtschaft. Die Arbeitsrnarktiage hat eine Verschlechterung erfahren. Dies ist hauptsächlich auf die schlechten Wttterungsverhältnisse zurückzuführen, die bedingten, daß die (Erntearbeiten so rasch wie möglich beendet wurden, weiter aber auch verursachten, daß die Feldarbeiten eingestellt werden mußten. Dann kommt hinzu,, daß sich eine größere Anzahl jugendlicher Landwirtssöhne nach Beendigung der Arbeiten im elterlichen Betriebe arbeitslos melden, um sich für den Freiwilligen Arbeitsdienst vormerken zu lassen. Landwirtschaftliche Arbeitskräfte, wie Melker, Gespannführer usw., die im Berichtszeitraum von uns angefordert worden find, konnten restlos gestellt werden. Zur Zuckerrübenernte vermittelten wir in unserem südlichen Bezirk 53 Personen. Mit dem Holzeinschlag ist in unserem Schor- tencr Bezirk bereits begonnen worden. Es wurden dort Arbeitslose als Holzhauer zum Schlagen von Zelluloseholz eingestellt. Die Verhandlungen zwecks Einstellung von Arbeitslosen für den diesjährigen Holzeinschlag mit den Forstämtern find beendet. Die Forstämter werden auch in diesem Jahre ihre Arbeitskräfte von dem Arbeitsamt anfordern. Allgemein rechnet man mit dem Beginn des Holzeinschlags auf Mitte November. Die Zahl der Arbeitsuchenden betrug 568 gegenüber 438 des Vormonats und 256 des Vorjahres. Einen Riesenerfolg hatte das Frankfurter Fest der Sportpreffe. Vor fast 10 000 Zuschauern wickelte sich in der Festhalle eine vier Stunden dauernde glänzende Sportrevue ab. Man rechnet mit einem Reingewinn von etwa 7000 RM., der restlos an Wphltätigkeitsanstalten abgeführt wird. Artur Jonath gewann beim Frankfurter Sportprefsefest den Sprinter-Dreikampf vor Welscher und Schmid (beide Eintracht). Heber 800 m siegte Schilgen vor Danz. Olympiasieger Bren - d e l besiegte im Ringen den Frankfurter Jung. Im Radrennen auf untersetzten Rädern gewann S ch ä . f e r den Endlauf gegen Reiländer, nachdem Weltmeister Richter und Siehl in den Vorläufen aus- geschieden waren. * Der Berliner Schlittschuhklub wurde in London von der Eishockey-Mannschaft der Uni-- □erfität Oxford mit 2:0 geschlagen. — Der SC. Riessersee unterlag in Prag gegen den LTC. Prag mit 5:3. Bedarfs der geschuldeten Beträge das Amtsgericht mit dem Anträge anrufen kann, daß die Hinausschiebung der Fälligkeit ganz oder teilweise unterbleibt. Abgesehen von Tilgungshypo- thcken findet die Verordnung insbesondere keine Anwendung auf landwircscyaftliche, sowie auf Kündigungshypotheken, da insoweit andere Schuh- bcstimmungen gelten, auch nicht auf Hypotheken, die zur Sicherung eines bankmäßigen Kredits oder ähnlicher kurzfristiger Darlehen dienen. * Die Indexziffer der Großhandelspreise. Die vom Statistischen Reichsamt für den 9. Rovember berechnete Grohhan- delsindexzifser ist mit 94,4 gegenüber der Vorwoche (94,0) um 0,4 v. H. gestiegen. Die Sndex- zifsern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 88,8 (plus 1,3 v. H.), Kolonialwaren 81,5 (minus0,9 v. H.), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 88,0 (plus 0,1 v. H.), und industrielle Fertigwaren 114,4 (unv.). Frankfurter Buttermarkt. Frankfurt a. M., 12. Rov. Am Dutter- grohhandelsmarkt hat sich die Lage weiter gebessert. Die Preise haben infolge der knappen Anlieferungen eine merkliche Steigerung erfahren, besonders holländische Butter, die um 5 bis 8 Mk. höher notiert. Der Absatz hat sich etwas gehoben, da jeder noch möglichst billig leinfaufen wollte. Die Verkaufspreise des Großhandels lauten (in 1 -Zentner-Tonnen): holländische Butter 135-138, deutsche Butter 125—130 Mk. Industrie der Steine und Erden. Die Lage des Arbeitsmarktes hat keine wesentliche Veränderung erfahren. Ein großer Teil der ober- hessischen Steinbrüche war mit Aufträgen durch das Aroeitsbeschaffungsprogramm der Reichsregierung gut versehen, so daß wir unsere' Steinbrecher und Steinrichter reftios unterbringen konnten. Ein Basaltwerk hat die seinerzeit entlassene Belegschaft von 302 Personen wieder eingestellt. Ein anderes Werk hat einen Auftrag von 10 000 Tonnen Kleinpflaster erhalten; hierzu konnten wir 30 Personen vermitteln. Ein Quarzitsteinbruch hingegen mußte wegen Arbcitsmangels 12 Arbeitskräfte entlassen. Nur einige große Dampfziegeleien arbeiten noch voll, während kleinere Betriebe die Arbeit eingestellt haben. Dem Arbeitsmarkt standen 1487 Personen zur Verfügung gegenüber 1450 des Vormonats und 1198 des Vorjahrs. Metallindustrie. Der Beschäftigungsgrad ist im Berichtszeitraum gesunken. Lediglich zwei Betriebe haben Einstellungen vorgenommen. In einem Betriebe hiervon wurden auf Grund der Maßnahmen zur Belebung der Wirtschaft 55 Arbeitskräfte mehr eingestellt. In den Handwerksbetrieben wird verschiedentlich über Arbeitsmangel geklagt. Verfügbar waren 2446 Personen gegenüber 2396 des Vormonats und 1754 des Vorjahrs. Spinnffoffgeroecbe. Während in einem Teil unseres Bezirks die Sein» Webereien verhältnismäßig gut beschäftigt waren, klagen in einem anderen Teil unseres Bezirks die Wirffchast. Der Arbeiismarki in Oberheffen. Oie Lage in den einzelnen Berufsgruppen. Webereien über schlechten Geschäftsgang. Die Arr beitsuchendenzahl betrug 71 gegenüber 82 des Von monats und 77 des Vorjahrs. Holzgewerbe. Auch hier ist der Beschäftigungsgrad zurück- gegangen. Dies ist in erster Linie saisonbedingt. Die Sägewerksbetriebe klagen über Auftragsmangel. Nur eine Möbelfabrik war durch Hereinnahme eines größeren Auftrags verhältnismäßig gut beschäftigt. Verfügbar waren 933 Personen gegenüber 891 des Vormonats und 671 des Vorjahrs. Nahrung»- und Genuhmillelgewerbe. Die Arbeitsmarkllage hat hier eine leichte Besse» rung erfahren. Dies ist in erster Linie auf die Beschäftigungsmöglichkeit in der Tabalinduftrie zurück- zuführen. Auch eine Brauerei hat zehn Wiedereinstellungen vorgenommen. Die diesjährige Zucker- Campagne hat Mitte dieses Monats begonnen. Es wurden rund 70 Personen für die Dauer von vier bis fünf Wochen eingestellt. Wir zählten 465 Personen gegenüber 521 des Vormonats und 469 des Borjahrs. Bekleidungsgewerbe. Im Berichtszeitraum ist eine wesentliche Aende- rung her Arbeitsmarktlage nicht eingetreten. Die Beschäftigungsmöglichkeit in der Schuhindustrie hält weiter an. Auch hat eine Kleiderfabrik kürzlich entlassene Näherinnen wieder eingestellt, da eilige Aufträge für Winterkleidung, insbesondere Lodenmäntel, vorliegen. Eine Hutfabrik mußte wegen Beendigung der Saison 12 Arbeitskräfte entlassen. Verfügbar waren 361 Personen gegenüber 367 des Vormonats und 263 des Vorjahrs. Baugewerbe. Durch die vorgeschrittene Jahreszeit hat sich die Beschäftigungsmöglichkeit im Bauhandwerk sehr verschlechtert. Jnnenarbeiten und Reparaturarbeiten herrschen noch vor. Bei den Notstandsarbeiten konnte eine größere Zahl von Bauhandwerkern untergebracht werden. Mit Beginn der Holzhauerarbeiten ist mit einem größeren Abgang von arbeitsuchenden Bauarbeitern zu rechnen. Den Arbeitsmarkt belasteten 2706 Bauarbeiter gegenüber 2546 des Vormonats und 2300 des Vorjahres. Verkehrsgewerbe. Eine Belebung in dieser Berufsgruppe ist lediglich auf das Arbeitsbeschaffungsprogramm der Reichsbahn zurückzuführen. Die Bahnmeistereien auf der Strecke Frankfurt—Gießen haben im Berichtszeitraum rund 250 Zeitarbeiter von uns an- gefordert. In den übrigen Arten dieser Berufsgruppe sind Belebungen nicht zu verzeichnen. Mm Arbeitsmarkt standen 751 Personen zur Verfügung gegenüber 799 des Vormonats und 435 des Vorjahres. — Lohnarbeit wechselnder Art. Für die Angehörigen in eifer Berufsgruppe ist außer Unterbringung in Notstandsarbeit wenig Aussicht auf anderweitige Beschäftigung, doch besteht die Hoffnung, bei dem Holzeinschlag eine größere Anzahl von Arbeitsuchenden unterzubrin- gen. Die Arbeitsuchendenzahl betrug 2960 gegenüber 2833 des Vormonats und 2315 des Vorjahres. Berufsberatung. Mit Oktober, in dem 178 Beratungen ftattfan- den (118 für männliche, 60 für weibliche Ratsuchende) hat wieder die stärkere Inanspruchnahme der Berufsberatung durch die Schulabgänger des nächsten Jahres eingesetzt, und zwar in viel erheblicherem Maße als im gleichen Monat des Vorjahres. Das ist zum Teil auf die größere Zahl der zur Schulentlassung kommenden Kinder als auch auf die nicht geringer gewordene Not der Berufssucher ,zurückzuführen. Die Klassenbesprechungen über Berufswahl und Berufsmögiichkeiten durch die Berufsberatung in den Volksschulen und höheren Lehranstalten nahmen ihren Fortgang. Infolge der besonders schlechten Aussichten in den akademischen Berufen scheint es, als würde mehr Bereitschaft zur Ergreifung praktischer Berufe vorhanden sein und andere Abilu- rienten wieder, die unbedingt studieren wollen, fühlen sich durch das zwischen Matur und Hochschulstudium geplante, einzuführende Werkjahr recht im Hngewissen gelassen. Dieses findet keine ungeteilte Anerkennung bei den in Frage kommenden Schülern weniger deshalb, weil man unmittelbar nach der Schulentlassung das Studium beginnen möchte, vielmehr ist man über die durch das Werkjahr verlängerte Gesamtausbildungszeit besorgt. Die 118 männlichen Ratsuchenden äußerten 38, die 60 weiblichen 13 verschiedene Berufswünsche. Bei den Knaben standen die „Hnentschlossenen", dann die kaufmännischen und Lebensmittelberufe an erster Stelle, bei den Mädchen gleichfalls die kaufmännischen Berufe und die des Bekleidungsgewerbes.— 19, meist zum Frühjahr zu besetzende Lehrstellen wurden neu angemeldet. 6 Knaben und Mädchen konnten zum fofortigen (Eintritt in Lehrstellen vermittelt werden. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt belchlossenen Divid nde an. — Retchsbankdiskonl 4 v. H.. Lombardzinsfuß 5 v. H. Sranfjun a. 2)1. Serini Echluß- kurS Schluß». Abend- börs- Schluß» iur.< Schlußk. Mittaa» bflrfe Datum 11-11. 12-11. 11-11. 12-11- 6% Tritt die tHeidioanlcihe v. 192. 75,25 — 75,13 74.9 G% ehern. 7%$t. Neichöanl.v.t92S 90 90 90 90 5',4% 4)ouno-'21nlcibe von 1930 . Deutsche Anl.-Ablül.-Schuld mit 72 71,25 71,25 71,65 Auriot.-Rechlen...... 55,25 55,75 55,4 55,4 DeSgl. ohne Aurich.-Rechte . . 6% ehern 8%f>efi- Bolkdstaai 1929 6,7 6,7 6,75 6,05 midsahib 102%)...... Obcrbeiien Provin-,-Anleihe mit 67 67,25 66 Aud-los.-Rechten . . . Deutsche Komm. Lammeiahi. 55,5 55,5 — • Anleihe Serie 1 ; 6% ehern. 8% ,5rank|. Hvv-Banl 52,25 52 52 51,75 Golomr. i > unkündbar bis 1935 6% ehern. 7% Zranks. Hyv-Banl 81,5 3, — — cyollw' 16 unkündbar bi« 1936 5J4% ehern. 4Yt% ^ranks.Hyp.- Sani l'Iqu Piundbrieje — — — 84,5 84 — 6Vi°o ehern. 4 Z4% Rheinische Hvv -Bant-r.ttau »Goldp.e. . 6% ehern 8% Pr. LandeSpiand- 85,5 85 - — brtesanktai Psandbriese R. 10 6% ehern. 7% Br. LandeSpiand. 78,5 78,5 78,5 78 briefanflalt, Psandbrieie 8L 10 79 79 - — 4% Oesterretchtiche ©olbtente . <,20% Oesterreichliche GUbcnentr 10,75 10,5 10,4 10,5 1,05 4% Ungarijche Goldrente .... 6,35 6,3 4% Ungarische StaatSrenle v. 1910 6,3 6,2 6,2 6,13 ertm Schluß- kurü Schluß,. Abend» btfrfe Schlußkurs Schlußk. Miitag« börse Dalum 11-11- 12-11- 11-11- 12-11- patnbutfl-mnietuu Ban. 1 17 17 16,75 17 Hamburg-Südam. Tampsschis, . 0 Han,a Dampsjchist . . 1 — — 26,25 Norddeutscher Lloyd .... 1 18,4 18,25 18 18 *21.®. tni Verkehrswesen Akt. . 0 .42 40,5 39,65 Berliner HanvelSgesellschast . 4 90 90 91 90 ,25 Sommer? und Privat-Bank . 0 53,5 53 53,5 53,5 Darmstädter und Nalionalbanl Deutsche Bank und 0 Dtsconlo-Gejellichast. 0 75 75 75 75 Dresdner Bant...... 0 61,75 61,75 61,75 61,75 ReichSbauk........ 1: 128 126,5 127,5 A.E.G........... . 0 32,5 32,75 32,65 32,65 Bergmann....... . 0 20 — 20,75 — Acktr. Lieserungst"^"''ichasl. 6 68.5 69,5 68,75 69,5 Licht und ttiatt . . 6 90.5 91,5 90,13 91,13 5eilen & Guilleaume .... 0 55 54,5 55,25 55 Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... 1 70,5 71,25 70 70,5 Rheinische Elektrizität . . . SB 74.75 73,75 74 — Schuckert & Cd....... c 72 71 71,75 70,5 Siemens & HalSke..... 9 121,5 121 120,5 118 Cahmehei&tto....... 10 110 — 110 — Buderus......... . 4 40 39.5 39,75 _ Deutsche «LrdSl ..... 74 74 74,25 74 Gelsenkirchener..... . ,fi 38 37,5 38,25 37,5 73,5 Harpcner........ 74,5 73,5 74,5 Hoesch Eisen. . . 37.75 37,25 .Ilse Bergbau . . 1< — 132 Ilse Bergbau Oenü’ic . . . 98 97 98,25 96 ItUldnciiucrle . .... . 6 33 33 33,5 33 Mannes mann-Röhren . . . . « 53.25 53,25 52,4 ManSselder Bergbau .... . 0 21 — 22 21,5 Lberschle». Äolitoerfe . . . . 8 39,5 27 171 67 39,5 26,5 172.5 66,65 Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohlen. . . Rhetnstah!........ 4V, 10 . 6 27,5 169,5 67.5 26,2? 171,5 Zranksurt a.M. .Berlin Schlußkurs Echlußk. Abend- börs- Schluß« kurs Echlußk. Mittag« bör'e Oahim 11-11- 12-11- 11-11- 12-11- iHiebcd Montan...... 7,. — — — Vereinigte Stahlwerke . . . . O 23,75 23 ±1 23,75 23.5 Olavi Minen..... . 0 17 18 17,4 16,9 Kaliwerke Aschersleben . . . 6 102 103 102 103,5 Kaliwerke Westeregeln . . . 6 107 108 108 108,75 Kaliwerke Sal^detsurth . . . 9 164 161 162 162 I. G. Aarben-Indulkrie . . . 7 96,25 95 96,13 94,75 Scheibeanstall....... 10 141.75 141 — Aoldschmidl........ . O 28.5 28 28,25 28 Rülgcrswerke....... . O 39,75 40 39,65 39,5 Metaügesellschail. ..... . O 35 34,75 36 — Phllipp Holzmann..... . 0 55 55,25 56 54,5 Zementwerk Heidelberg. . , . 4 48,5 47 Eementwerk Karlstadt. . . . . O 54 54 —— Wayb & Frei,tag..... . 0 4,65 4.9 — Schultheis Pakenhoser . . . Mu (Allgememe Kunstseide) 0 O — 57,75 61,4 57,5 59,75 56,75 Bemberg........ 0 61,5 62 61,5 60,25 Zellstofs Waidhos..... 0 44,5 44 44 43 Zellstoss Aschassenburg . . . 0 29,5 28,65 29 29,5 Dessauer Gas...... «7 — 93,65 94 Daimler Motoren .... . 0 20,25 20 20,13 20,25 Deutsche Lt^t t nm . . . . . 0 46.25 44,75 45,5 44,75 Drcnftein & Koppel .... . 0 34.65 34,75 Leonhard Dietz...... Svenska....... . 6 0 45 44 45 45,5 Chads.......... 12 160 160 158 159,5 Frankfurter Maschinen . . . GriNner......... Mamkraslwerke Höchst a. M.. . 0 . 0 26 rö - 25,5 — . 4 56 56 — Süddeutscher Zucker .... 133.5 — Devisenmarkt Berlin — Jranffurt a. M. ss. November 12-November Amtliche Notierung «elb | Sric Amtliche Notierung Geld | Äriei Heisings orl . Wien. . . . Prag . . . Budapest. . Sofia . . . Holland . . CSlo .... Kopenhagen. Stockholm . London. . . Buenos Aires Reuyork . . Brüssel. . . Italien. . . Paris . . . Schweiz . . Spanien . . Dauztg. . . Japan . . . Rio de Ian.. Iugosiawien. Lissabon . . 6,044 51,95 12,465 3,057 169,23 70,58 72,08 73,38 13,85 0,908 4,209 58,42 21,55 16,51 81,04 34,37 81,92 0,869 0,294 5,634 12,76 6,056 52,05 12,485 3,063 169,57 70,72 72,22 73,52 13,89 0,912 4,217 58,54 21,59 16,55 81,20 34,43 82,08 0,871 0,296 5,646 12,78 3anfnolen 6,54 51,95 12,465 . 3,057 169,18 71,08 72,73 73,83 13.98 0,908 4,209 58,42 21,55 16.51 81,00 34,42 81,87 0,869 0,294 5,634 12,76 6,66 52,05 12,485 3,063 169,52 71,22 72,87 73,97 14,02 0,912 4,217 58,54 21,59 16,55 81,16 34,48 82,03 0,871 0,296 5,646 12,78 Ser 1 in, 12, November Seid Sries Amerikanische Ro2n....... Belgische Noten......... Dänische Noten......... Englische Noten......... Zran-öjische Noten........ Holländische Noten........ Iiaiienische Roten....... Siorwegische Roten........ Deutsch-Oesterreich, * 100 Schilling Rumänische Noten........ Schwedische Noten...... . Schweizer Noten......... Spanische Noten......... Lngartsche Roten ........ 4,20 58,26 72,35 13,94 16,47 168,81 21,49 70,91 2,47 73,65 80,82 34,28 4,22 58,50 72,65 14,00 16,53 169,49 21,57 71,19 2,49 73,95 81,14 34,42 fir. $rli So"' Seil" D1( B oh"« W DO" infoig ze unter Anjh richt' §0 M Äreir wird ' Lil - sie sich ner 3 erklärt wesen, dem ( gel a politis zu eil Derlr Lurch einigh sich । die wi leichter Ende neu 0 W vor Heb« Halbe den eu Ae rimu Hmftäi derhers gen ßi derN teres Reiche arbeit Weder eine I Zur ■ werd sehn Regie könnte heil zu aust dieni Kriegs "Nid 'M Komps eined j kitzel lsrenz lur nö| Laus ft ung mals mit die beit un h?f!e, i I'chei die Lu- bei vv Mgen. Pa Außer ■Mi tat 6^ Sie fltn S a ftsche damit üMech Ltücke Vpfe durch »n. Ä ^uten ^renz daß z Ä nriie Ne ,aW । res 2 Mell' xchei !^es fern L$Mt Sw tlne