Nr. 268 (Elftes Blaff 182. Jahrgang Montag, 14. November (932 Erfcheini täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienbiälter Heimat m Bild - DieScholle Monat,-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. „ - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschlüste unter Sammelnummer 2251. Anschrist für Drahtnachrichten Anzeiger Liehen. Postscheckkonto: granifurt am Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen VrvS vnd Verlag: Vrlihl'sche Unlverfitäts-Vuch- und Steindruckerek R. Lange in Stehen. Schrtstleitung und Geschäftrftelle: Zchnlftrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20u,, mehr. Chefredakteur: Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und Mr den Anzeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Biegen. Die europäischen Schuldner bitten Amerika um Zahlungsaufschub und neue Verhandlungen. Oie englische Role. London, 13. Rov. (WTB ) Der Wortlaut der Rote in der Schuldenfrage, die der englische Botschafter in Washington dem Staatssekretär der Vereinigten Staaten am Donnerstag überreichte, wird nunmehr bekanntgegeben: 3n dem ersten Teil erinnert die englische Regierung daran, daß sie sich mit den Hoovervorschlägen feiner Zeit voll und ganz einverstanden erklärt hat. Das Ziel dieser Vorschläge fei gewesen, den Druck der Schwierigkeiten, die sich, aus dem Fallen der Preise und dem Mangel an Vertrauen in die wirtschaftliche und politische Stabilität der Welt ergeben haben, zu erleichtern und bei der Wiederherstellung des Vertrauens mitzuhelfen. Die Hoffnungen, die durch die Initiative des Präsidenten der Vereinigten Staaten wachgerufen wurden, hätten sich leider nicht verwirklicht und daß die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, zu deren Erleichterung die Vorschläge bestimmt waren, i h r Ende nicht erreicht. 3m vergangenen Oktober wurde in Washington anläßlich des Dcsuches Lavals erklärt, daß unter älrnständen vor Ablauf des Hoovermoratoriurns eine Ilebereinkunft über die Verpflichtungen zwischen den Staaten für die Zeit der Wirtschasts- depression nötig sein könnte und daß die 3ni- tiative in dieser Sache möglichst früh von den europäischen Mächten ergriffen werden sollte. Die Lausanner Abmachungen stellten das Maximum dessen dar, was unter den gegebenen Tlmständen die beteiligten Regierungen zur Wie. derherstellung der Prosperität der Welt beitragen tonnten, einer Prosperität, an der das Volk der Vereinigten Staaten nicht weniger in- t e r e f s i e r t sei, als die Völker des Britischen Reiches, und zu deren Verwirklichung die Mitarbeit der Vereinigten Staaten notwendig sei. Weder theoretisch noch praktisch fei inzwischen eine Veränderung eingetreten, die englische Regierung sei der Ansicht, das das System der Fi- nanjücrbflid)hingen zwischen Len Staaten, wie es zur Zeit bestehe, einer Rachprüfung unterzogen werden müsse. Cs sei wichtig, möglichst schnell zu handeln. Sie hoffe deshalb, dah die Regierung der Vereinigten Staaten es ermöglichen tonnte, sobald wie irgend denkbar, die Angelegenheit zum Gegenstand c nes neuenMeinungs- austausches zu machen. Am 15. Dezember sei dienächsteTcilzahlung aus den englischen Kriegsschuldenverpflichtungen fällig. Es fei nicht möglich anzunchmen, daß man bereits in fünf Wochen zu einer Ordnung des ganzen großen Komplexes der Kriegsschuldenfrage in Gestalt eines älebereinkommens gelangen tonne. Die englische Regierung verweise darauf, daß die Kon- serenz von Lausanne im vergangenen Sommer es für nötig gehalten habe, daß während der Lausanner Verhandlungen die Leistung der Zahlungen, um die es sich damals handelte, suspendiert würde, damit die Konferenz die Möglichkeit habe, ihre Arbeit ungestört fortzusetzen Die englische Regierung hoffe, daß man auch jetzt sich zu einem ähnlichen Vorgehen entschließe und bittet um Die Suspendierung der Zahlungen für Die Dauer Der von ihr in Vorschlag gebrachten Verhandlungen. Frankreichs Appell. Paris, 13. Rov. (WTB.) Das srarrzösische Außenministerium veröffentlicht heute ebenfalls Die Rote, die der französische Botschafter in Washington am 11. Rovember dem Staatssekretär Stimson überreicht hat. Die französische Regierung ist sehr besorgt wegen der Auswirkungen der Kriegsschuldenregelung auf die Wirtschaftskrise und hält es für unerläßlich, die amerikanische Regierung aufzufordern, mit ihr in vollem Vertrauen in die Prüfung dieser Frage einzutreten. Die französische Regierung hat in der Gewißheit, sich damit in engere 3deengemeinschaft mit der amerikanischen Regierung zu befinden, aus freien Stücken in Lausanne in die größten O p f e r e i n g e w i l l i g t in der Hoffnung, dadurch die zwischen f »n Völkern noch besteheirden Ressentiments zu beichwichtigen und sowohl zur Wiederherstellung der Wirtschaft wie auch zur Festigung des Friedens beizutragen. So bedeutend auch die Ergebnisse der Lausanner Konferenz sein mögen, so muß man doch seststellen, daß d:e wirtschaftlichen und finanziellen Schwierigkeiten, die die Wiederaufnahme der normalen Dez:ehungen zwischen den Staaten hemmen, noch immer weiter bestehen und daß eine neue Anstrengung unternommen werden muß, um ihnen im 3nteresse aller ein Ende zu bereiten. Die Einstellung, die Frankreich in Lau- sänne und in Stresa bewiesen hat. ist ein sicheres älnterpfand für das aktive 3nteresse, das Frankreich der raschen wirtschaftlichen Wiederherstellung Europas entgegenbringt und zugleich auch ein sicheres Tlnterpfand für den Beitrag, Den es noch für die Verwirklichung dieses Werkes liefern will. Frankreich wünscht in der gleichen Weise an dem Erfolg der Weltwirtschafts- und Währungskonferenz mitzuarbeiten. 3n diesem Geist schlägt die französische Regierung heute der amerikanischen Regierung vor, im Einvernehmen mit ihr in eine neue Prüfung der Schuldenfrage einzutreten. Da diese Prüfung infolge der Umstände zu viel Zeit erfordern würde, als daß es möglich wäre, einen raschen Entschluß vorauszusehen, so fordert die französische Regierung entsprechend den in Lausanne getroffenen Maßnahmen, daß ihr eine Verlängerung des Zahlungsaufschubs bewilligt werden möge, die es erlauben soll, in einer Atmosphäre unerläßlichen Vertrauens die Prüfung der gegenwärtig schwebenden ernsten Probleme weiter zu verfolgen und zu vollenden. Borah fordert grundsätzlichen Kurswechsel. Auch Stolen Italiens und Belgiens werden erwartet. London, 14. Rov. (WTB. Funkspruch.) „Times" sagt, das Staatsdepartement erwarte jetzt von 3talien und Belgien Ro- t e n über die Schulden an Amerika, deren Inhalt in der Hauptsache mit der britischen und der französischen Rote überein stimmen dürfte. Wenn auch die Gegner einer Schuldenrevision von einem Block der Schuldner st aaten sprächen, so sei die Sache im allgemeinen doch nicht ungünstig. Senator B o r a h werde zweifellos seine Stimnke zugunsten eines Zahlungsaufschubs erheben. Dorah hat daraus hingewiesen, daß jede Fortsetzung einer Politik, die zu nichts anderem führt, als zu einem Aufschub der Zahlungen, die Zivilisation der Welt zu zerstören droht. Alle Moratoriumsvorschläge müßten seiner Ansicht nach durch Pläne, die einen grundsätzlichen wirtschaftlichen Kurswechsel sichern, ergänzt werden. Wenn England im Augenblick nicht imstande sei, Zahlungen zu leisten, so werde es später erst recht nicht ohne weittragendere Folgen zahlen können, sofern nicht das ganze internationale Programm einer Aenderung unterzogen werde. Cs sei kein bloßer Zufall, wenn am selben Tage, als England um Zahlungsaufschub bat, 500 Farmer in Anmarsch auf Washington waren, wo sie erreichen wollten, von ihren Schulden befreit zu werden. Hoover will mit Roosevelt die Schuldenfrage besprechen. Oer Präsident schlägt seinem Amtsnachfolger eine Konferenz in Washington vor. Reu y o rk, 13. Rov. (IBIB.) Reuter. Präsident Hoover hat feinen Rachsolger Roosevelt zu einer Besprechung über die Schuldenfrage eingeladen. Die Konferenz wird im Weißen Haus in der nächsten Woche stattfinden. Hoover erwähnt in seinem Telegramm an Roosevelt die britische Rote und erklärt, Staatssekretär Sfim- fon habe ihm mitgeteilt, daß entsprechende Ersuchen auch von anderen Rationen eingegangen seien, deren Zahlungen am 15. Dezember fällig seien. Die Regierung sehe sich einem Weltproblem von größter Bedeutung für die amerikanische Ration gegenüber- gestellt und deshalb fei er der Ansicht, daß ein Meinungsaustausch dem öffentlichen Interesse dienen werde. „Der Augenblick", sagt Hoover, „ist von größter Wichtigkeit und ich hoffe, daß es Ihnen gelegen sein wird, in der nächsten Woche nach Washington zu kommen, damit ich mit Ihnen beratschlagen kann. Es wäre sehr freundlich von Ihnen, wenn Sie einige demokratische Kongreß- führer oder andere Ratgeber zu der Konferenz mitb rächten, wir sollten den Vorschlägen unserer Schuldner zugänglich sein gegen fühlbare Kompensationen in anderer Form direkter Zahlung, nämlich E r - Weiterung ihrer Märkte für die Erzeugnisse unserer Arbeiter und Bauern und, wie ich bereits erklärt habe, vor allem wesentliche herabsehyng der Weltrüstungen, wodurch unsere eigenen Lasten und die der ganzen Welt erleichtert und die Gefahren, die diese Frage in sich birgt, vermindert werden." weiter sagt Hoover, wenn Verhandlungen begonnen würden, so wären lange ins einzelne gehende Erörterungen notwendig, die während seiner Amtszeit nicht zum Abschluß gebracht werden könnten. Jede Verhandlung sei beschränkt durch die ßongreßrefolu- 1 i o n (Widerspruch gegen Streichung oder Herabsetzung der Kriegsschulden). Infolgedessen könnten sich die von den europäischen Regierungen untereinander eingegangenen Verpflichtungen nicht auf irgendwelche Zusicherungen seitens der vereinigten Staaten gründen, veberdies gehe der Tenor der von den Schuldnernationen gewünschten Verhandlungen über die Bedingungen der Resolution hinaus, in der eine Beschränkung auf eine zeitlich begrenzte individuelle Aktion hinsichtlich der zahlungsunfähigen Staaten festgesetzt werden. — lieber das Moratorium sagt Hoover, die europäischen Rationen hätten während dieses Jahres einen sehr wesentlichen Fortschritt in der Regelung ihrer finanziellen Angelegenheiten untereinander gemacht und ebenfo einen Fortschritt auf eine Rüstungsverminderung hin. Kommunalwahlen in Lübeck, Sachsen und dem Saargebiei. OasWahlergebnisinGachsen Das vorläufige Endergebnis der Stadtverordnetenwahlen ergibt folgendes Bild (in Klammern die Stimmenzahl der letzten Reichstagswahlen und die Mandatsziffern der Stadtverordnete n w a h l e n vom 17.11.1929): Dresden. Mand. Sozialdemokraten 103 883 w'123 135) 22 (28) DVP. 16 955 (22 522) 4 (12) Kommunisten 59 780 (64 515) 13 (7) Staatsparlei 7 749 (8108) 2 (5) Nationalsozialisten 104 107 (134 333) 22 (4) Allg. Hausbesitzer-Ver. 11910 (-) 3 (3) Zentrum 6 643 (7 231) 1 (1) Christl.-Soz. 4 733 (4 310) 1 (0) Hand., Handw. u. Gew. 6 947 (-) 1 (0) Handel u. Gewerbe 2 855 (-) 1 (0) UeberparteiL Rechte 1661 (-) 1 (0) DNVP. 20 396 (36 185) 4 (7) Die Wahlbeteiligung betrug 69 v.H. Leipzig. Bland. Nationale Bürgerlifte 55 858 (63 188) 10 (28) Sozialdemokraten 132 871 (153 698) 24 (27) Kommunisten 96 275 (100 202) 17 (9) Bolksrechtpartei 16 090 (?) 2 (4) Staatspartei 7 900 (7 089) 1 (3) Nationalsozialisten 101090 (128 558) 18 (3) Christl. Soziale 5 505 (4 305) 1 (0) Bürger!. Mitte 2 580 (-) 0 CO) Es bleiben noch zwei Sitze zu verteilen, die aus Splitter- und Reststimmen kommen. Wahr- scheinlich wird die Bolls rech tpartei davon einen Sitz erhalten. Sozialdemokraten und Kommunisten haben nach diesem Wahlergebnis im Leipziger Stadtparlament Die absolute Mehrheit. Zwickau. Mand. Chemnitz. fDlanb. Sozialdemokraten 56 630 (59 227) 17 (21) Kommunisten 47 574 (47 695) 14 (9) Chemnitzer Mittelst. 10 010 (-) 3 (0) DNBP. 11 554 (13 347) 4 (7) DDP. 3 091 (3 626) 1 (7) Nationalsozialisten 69 538 (79 766) 20 (4) Staatspartei u. Zentr. 3 728 (3 612) 1 (2) Bolksrechtpartei 1896 (1193) 0 (2) Christi. Volksdienst 3 239 (3 103) 1 (D Die neue Stadtverordnetenversammlung zahlt 37 statt bisher 49 Mitglieder. SPD. 10 738 (12 765) 10 (15) NSDAP. 14 283 (20 456) 13 (7) DNVP. 3 637 (3 484) 3 (5) Kommunisten 7 567 (8 222) 7 (4) SAP. 555 ( ? ) 0 (1) Bürger!. Einheitsliste 3 682 ( - ) 4 Oie Wahlen im Saargebiet. Vernichtende Niederlage der Leparatistcn. Saarbrücken. 14. Rov. (TU.) Die Kommunal- und Kreistagswahlen im Saargebiet we sen zum Teil sehr unterschiedliche Wahlbeteiligungsziffern auf. Sie schwanken zwischen 60 und 80 Prozent. Eines hat der Wahlausgang überzeugend bewiesen: Der Versuch, der von den Saargruben herangezüchteten separatistischen Bewegung politische Geltung zu verschaffen. ist trotz aller Druck- und Lockmittel kläglich gescheitert. Die Wahlergebnisse aus den umstrittenen Gemeinden reden eine deutliche Sprache: In Lauterbach hat die Separatistische unabhängige Arbeiter- und Bürger- Partei 125 Stimmen gegen 1012 deutsche Stimmen erhalten und damit einen Sih gegenüber 15 deutschen Sitzen, in Gersweiler 59 Stimmen von 2933 Heimattreuen Stimmen und keinen Sih, in Saarlouis 259 Stimmen von 7748 deutschen Stimmen gleich 1 gegen 29 Sitzen, in Pickard 39 Stimmen gegenüber 205 Stimmen, also keinen Sih. in Landsweiler 85 Stimmen gegenüber 2628 Stimmen, also ebenfalls keinen Sih erhalten. Aehnliche Verhältnisse ergeben sich besonders in den Gemeinden des umstrittenen Warnd-Gebietes. Das Ergebnis für den Kreis Saarbrücken ergibt folgendes Bild: Kreistags wähl 17.11.29 Sitze Zentrum 32 081 (33 647) 15 (16) Deutsch-Saar!. Volksp. 8 717 (12 768) 3 (6) Bürgerliche Mitte 2 722 (2 716) 1 (1) NSDAP. 6 834 (-) 3 (0) Sozialdemokraten 12 933 (15 876) 6 (8) Kommunisten 21 437 (8 293) 10 (4) Komm. Opposition 6 339 (6 323) 2 (3) Deutsche Volkspartei 1377 (2 351) 0 (1) Für den neuen Saarbrückener rat ergibt sich folgende Zusammensetzung: Stadt- Zentrum 16 Mandate (18) SPD. 8 (12) Deutschsaarl. Volksp. 6 (11) Wirtj'chaftsp. 6 — (7) DNVP. 2 (3) KPD. 12 (8) Komm. Oppos. 1 (0) NSDAP. 8 tt (1) Die neue Mgerschast in Lübeck. Lübeck, 13. Rov. (TTl.) Das vorläufige amtliche Gesamtergebnis der am Sonntag stattgefundenen Bürgerschaffswahlen lautet wie folgt: (In Klammern die Stimmenzahlen der letzten Reichstagswahl und die Mandate der Lübecker Dürgerschastswahlen vom 10. Rovember 1929): Mand. SPD. 30 317 (32 036) 29 (34) Hailleatijch. Dolksb. KPD- 5O1Q 9 940 ( - ) (9 894) 5 9 (29) (7) NSDAP. 27 681 (31 613) 27 (6) Deutsche Staatsp. 1 314 (1 003) 1 (2) Zentrum 765 (964) 1 (1) Haus- u. Grundbes. 4 135 ( — ) 4 (1) SAP. 159 ( - ) 0 (0) Rentner 447 ( - ) 0 (0) DNVP. 3 791 (5 788) 4 (0) zusammen 83 559 80 (80) Das Hauptereignis der Bürgerschaftswahlen ist die Tatsache, daß die Lintsmehrheit gebrochen ist. Die Linksparteien, die bisher 41 Sitze innehatten, haben zusammen nur noch 38 Mandate errungen. Selbst mit den beiden Stimmen der Staatspartei und des Zentrums wäre eine Linkskoalition nicht möglich. Zu den Dergleichszahlen der Mandate ist zu vermerken, daß der Hanseatische Vollsbund bei den Bürgerschaftswahlen von 1929 auch die Deutschnationalen umfaßte. Wieder Ruhe in Genf. Noch einmal kritische Lage der Genfer Garnison. Gens, 12. Rov. (WTB.) Während im Laufe des Samstags die Beerdigung der Opfer der Zwischenfälle ohne Störung verlaufen ist, kam es in den Abendstunden wieder zu einer gespannten Lage. Die durch starke Posten gesicherten Zugänge zu den Käsern en, wo Die mobilisierten Truppen untergebracht sind, wurden von einer großen Menschenmenge, die offenbar in sehr gereizter Stimmung war, belagert. Reu herangeführte Truppen aus dem Wallis wurden von der Menge mit Pfeifen und Zischen empfangen. Das Militär begnügte sich damit, die Menge zunächst von den Postenketten mit Wasserspritzen zurück^uhalten. Als die Menge sich jedoch dadurch nicht abschrecken ließ, mußte die zweite Postenkette ihre Gewehre laden. Der Rest der Rächt ist jedoch ohne besondere Zwischenfälle verlaufen. Inzwischen haben die Gewerkschaften den Generalstreik für beendet erklärt. In einem Aufruf fordern sie die Genfer Arbeiterschaft auf, Disziplin zu wahren und die Arbeit in aller Ruhe wieder aufzunohmen. Cs heißt, die Hinzuziehung Walli< sischer Bataillone habe sich deshalb als notwendig erwiesen, weil verschiedene Anzeichen darauf hindeuteten, daß man sich im Ernstfälle nicht unbedingt auf die Genfer Truppen hätte verlassen können. Teile der Genfer Truppen hätten zeitweilig in bedrohlicher Weise von den Fenstern ihrer Kaserne aus mit der Menge zu fra- lernisieren begonnen. Viele von ihnen sollen sich an dem Gesang der Irvtemai-ionale beteiligt haben. Die Lausanner Rekrutenschule verließ Genf am Sonntagmorgen in vollkommener Ordnung unter großer Ruhe. Das Landwehrbatai-llon 103, bestehend aus Genfer Soldaten, wurde am Miittag wieder entlassen. Mobilisiert blieben noch die Genfer Bataillone 7, 10 und 13 sowie die zur Zeit in der Kaserne stationierten 3 Walliser Bataillone. — Wenn sich keine neuen Zwischenfälle ereignen, soll ein Teil des Genfer Regimertts am Montag und der Rest am Dienstag entlassen werden. Die Walliser Truppen werden wahrscheinlich in den nächsten Tagen nach dem Wallis zurückgehen. 952 en der lisch« 0 Dr. - Der >eb ?«c it fei- über cmeJn ar.t. »erden ialur« wei« »Ich« 1 Dr. Da» blut- icrab- Jahr- mol* (Veit ihren und »lene itam» i. — liner ß'igt, fiten, well- e sie olly- • b o. ' es e r s ulen Er- als iud) men urch An. -ch" aus ent. brit )em .) A. fein- icr ci- 1V *er en Inns li) je ll- rd ht m ir )- t, b C 1. i- t. n it b h r i i Deiner Hände Werk I übernommen hatte. 15 Fortjetzung. Nachdruck verboten. I^oman von Klothilde von Stegmann-Stein. Copyright by Martin Fenchtwanger, Halle (Saale) steht aber die Auffassung, dah es sich hierbei um e-.nen kommunistischen Anschlag han- oe^t, der als Protest gegen die von der Regierung ergriffenen scharfen Abwehrmahnahmen gegen alle kommunistischen Störungsversuche aus- geführt worden ist. Abschluß der deutsch - französischen Wirtschafisberatungen. Das Ergebnis der Verhandlungen in Berlin. Als er nach langer Zeit aufstand und sich zu traurigen Fahrt in die Heimat rüstete, war er ein Mann, der mit einem bleichen und jäh gereiften Gesicht dastand. b a u d e, in dem gleichzeitig die gesamte Stadt- und Kommunal Verwaltung untergebracht ist, aus einem vorüberfahrenden Kraft- Wagen ei ne Bombe geschleudert worden. Fünf Personen wurden verletzt. Die sofort ein- geleitete polizeiliche Untersuchung hat bisher noch zu keinen endgültigen Ergebnissen geführt. Es be- Bombenanschlag in Lausanne. Lausanne, 14. Rov. (£11.) 3n den Spätabendstunden des Sonntags ist auf das Hotel de Dille, das offizielle Regierungsge- Erikas Kursus in Buchführung, Schreibmaschine und Stenographie ging nun auch zu Ende. Sie dachte daran, sich zum Herbst eine Stellung zu suchen. Der Betriebsingenieur vom Bremerwerk hatte ihr schon eine bei sich im Privatbüro in Aussicht gestellt. Es war nur noch das Einverständnis des Kommerzienrats einzuholen, an dem aber nicht zu zweifeln war. „Ich freue mich so auf die Arbeit", schrieb S ■c”Senf. maI- wenn ich als wohlbestallte Echrelbdame in den heiligen Räumen wirke, in die wir uns immer heimlich schlichen, um die neuen Zeichnungen der Motoren und Maschinen Zu studieren. Am liebsten wäre ich ja richtig in die Werkstatt gegangen. Ich habe keinen größeren Wunsch, als an den Maschinen zu arbeiten und ZU lernen. Warum bin ich kein Junge! Dann hätte ich richtig in die Lehre gehen können,- aber so em dummes Mädel, das darf höchstens die Briefe tippen — an die richtige Arbeit kormnen doch "icht heran, wenn man nicht das Kochen und Flicken als einen Ersatz ansieht. Jetzt wirst Du mich sicher auslachen,- Du hast mir ja so oft gepredigt, daß jede Arbeit wichtig ist. sHe.lt«: ja nur ein ganz kleines biß» r"'-^?enn icy Vaters und mein kleines Heim so richtig hübsch und ordentlich gemacht habe wsnn er mich dann lobt, Du, dann tausche ich mit keinem anderen Menschen. Aber mitunter zieht es mich doch hinunter zu dem Bootssteg und ich sehne mich, mit Deinem Boot, der kleinen .Wassernixe', hinzufliegen auf dein Flusse zwischen den grünen Ufern und wieder einmal zu steuern wie du mich gelehrt hast ...“ Aus der provinzialhaupiffadi. Gießen, den 14. Rovember 1932. Jür die deutschen Schulen in Afrika... Heber Erwarten viele Gäste fanden sich am Samstag zu dem Hnterhaltungsabend der Abteilung Gießen des Frauenbundes der Deutschen Kolonialgesellschaft in den Räumen des Gesellschaftsvereins ein, um einige angeregte Stunden zu verbringen und dabei gleichzeitig einem guten Zweck zu dienen: der Unterstützung der deutschen Schulen in Afrika. Die Damen der Abteilung Gießen des Frauenbundes der Kolonialgesellschaft liehen sich die Vorbereitung der Veranstaltung sehr angelegen sein und sicherten sich schon dadurch den vollen Erfolg, den der Abend brachte. Ernste Darbietungen leiteten den Abend ein. Rritmeister a. D. Dr. Chälons begrühte die Gaste. Er sprach von den geraubten Kolonien. Man habe uns die Kolonien genommen unter dem lächerlichen und haltlosen Vorwand, die Deutschen könnten nicht kolonisieren. Das sei Lüge! Unter deutschem Einfluß wurde viel Segensreiches geschaffen, mit Ernst sei in den Kolonien gearbeitet worden, zielbewußter Geist habe all len? r5r[ü[lt, die damals in den Kolonien für das Vatermnd, aber auch zum Ruhen der Dölker- stamme wirkten, die den Ländern eingeboren waren. Roch heute sei die Erinnerung dort leben- dig an die Deutschen und an ihr Wirten, und Erinnerung im besten Sinne widerlege Cug« von der Kolonial-Unsähigkeit der ®eut* kben- Der Geist, aus dem heraus damals die Ro.on-.en geschaffen wurden, verpflichte uns auch heute noch und immer wieder: nicht müde dürften wir werden, unsere Kolonien zurückzufor- dern. Rie dürfen wir die Hoffnung aufgeben, daß die deutschen Schutzgebiete wieder unser eigen werden unter der Flagge Schwarz-Weiß- Rot. sehr beifällig aufgenommenen kurzen An- 'p/ache folgte ein Vorspruch (verfaßt von Frau >Rse Schmidt), der von Frl. Flemming (Gießener Stadttheater) eindrucksvoll wiedergegeben wurde und durch den Ernst, mit dem das geistige Verhältnis zu den Kolonien dichterich gestaltet war, nachhaltige Wirkung auslöste. Frau Wehl brachte ein Lied „Heia Safari!" zum Vortrag das durch seine ausgezeichnete Wiedergabe die Zuhörer zu lebhaftem Beifall veranlaßte. Mit zwei weiteren Liedern nahm Frau Wehl die Aufmerksamkeit der Gäste in Anspruch. Frau Dr. Bernhard (ehemaleges Mitglied des Gieße- ner Stadttheaters) lieh zwei Lieder einer beschwingteren Muse Horen und erntete dafür ebenfalls dankbaren Beifall. Ein Duett aus der Biedermeierzeit. von zwei Schülerinnen der Gesangsschule Frau Ilse Schmidt-Wissendorf gesungen, versetzte die Zuhörer im Geiste für einige Minuten m ein empfindsameres Zeitalter. Herr Dvden- stein. der sich in der Uniform des Kolonial- offizlers präsentierte, sprach unter dem Titel „Kolonien heraus!" ein ernstes Gedicht. Ein kleines Tanzspiel, in dem Kinder als Bananen, Apsel- sinen, Kokosnuß, Kaffeebohne usw. auftraten, löste viel Heiterkeit aus, während zum Schluß des offiziellen Programms junge Damen des Vereins in originellen Kostümen einen Reigen zeig- ebenfalls sehr beifällig ausgenommen wurde Beide, Tanzfpiel und Reigen, wurden von Frau Erna Schuhmann einstudiert. Rittmeister a. D. Dr. C h ä l o n s hatte das Amt eines Conferenciers übernommen und wußte gut zu unterhalten. Der Abend brachte in seinem weiteren Verlauf eine Tombola mit beachtenswerten und garantierten Gewinnchancen, ferner die amerikanische Versteigerung eines Photoapparates, „Leica" genannt, sowie ein lustiges Rächt- kabarett, das sehr bald wegen lleberfüllung ge- schlossen werden mußte. Die restlichen Stunden des Abends und die ersten Morgenstunden des Sonn- Wahrend Kurt die Rächt durch der Heimat entgegenfuhr, war Frau Melanie mit* Hiltrud bereits auf Bremerwerk eingetroffen. Axel hatte selbstverständlich angeschlossen. Und selbstverständlich war es, daß, nachdem Melanie Axel als den Verlobten Hiltruds dem Prokuristen vorgestellt, der Rorweger alle die Obliegenheiten übernahm, die mit einem Trauerfall verknüpft Mit der Geschmeidigkeit, die ihm eigen war, l£nZ> sehr bald in die ihm ungewohnten Verhältnisse hinein. Frau Melanie und Hiltrud sowie der ebenfalls heimgekommene Hans Egon nahmen die Beileidsbezeugungen der zahlreichen Bekannten entgegen, wobei man konstatierte, daß die Bremerschen Damen trotz der Kürze der Zeit die elegantesten Trauertoiletten trugen. Inzwischen nahm Axel Jvarsen die Zügel in • inI>' Gr verhandelte mit dem Begräbnis- instltut wegen der pompösen Beisetzung: er bestimmte den ganzen Gang der Trauerzeremonie zusammen mit Frau Melanie, die eine laute und äußerliche Trauer zur Schau trug. von dem plötzlichen Tod onfhSerccr9riffen' als sie zugeben wollte. Als sie nach ihrer Heimkehr in das Ar- b c dcm™r gegangen, in dem der Verstorbene aufgebahrt lag, ging eine eigentümliche Der- anderung in ihr vor. Es war zum ersten Male, Glicht 5um ersten -male, daß die Unsicherheit des Lebens ihr wirklich zum Bewußtsein kam. Vielleicht lag es auch ?aran, daß sie durch das Erlebnis mit Olaf zum ersten Male einen tieferen Schmerz erlitten, der lhr Herz aufgeruhrt hatte. Eie hatte in die Verlobung mit Axel gewilligt, getrieben von dem Wunsche, ihre verletzte Eitel- Es uni) sich an dem Hochmut des heimlich Geliebten zu rächen. Run sie aber hier in dem stillen Zimmer stand, wo das Gesicht des Stiefvaters ihr in der feierlichen Strenge des Vollendetseins entgegenblickte, nun erschütterte eine ungeheure Erkenntnis ihre Seele. Vor dem strengen Totengesicht vergingen alle die kleinen und eitlen Gedanken, mit denen Äurt sah in seinem behaglichen Zimmer in der Universitätsstadt. Gerade hatte er mit einem glücklichen Gesicht den Brief Erikas weggelegt, als er die Depesche empfing, die ihm den jähen Tod des Vaters meldete. Wie verständnislos flogen seine Augen über die Zeilen mit dem furchtbaren Inhalt. Er konnte faffcnl Zu jäh war der liebergang seiner Glücksstimmung soeben und dem Furchtbaren, das jetzt über ihn hereinbrach. Als er es begriffen, da fiel er mit einem wilden Schluchzen auf dem Sessel zusammen. Es konnte nicht wahr sein — es durste nicht wahr sein — sein Vater, sein über alles geliebter Vater, er konnte nicht so fortgegangen sein, so schnell, ohne daß er ihn nod) einmal gesehen, ohne daß man noch einmal fctne liebe, ruhige Stimme gehört. V^vr es möglich, daß man das Teuerste, das man besaß, so schnell verloren, daß nun nach der schmerzlich betrauerten Mutter auch der Vater Berlin, 12. Rov. (WTB.) Amtlich wird mitgeteilt: Rach zweitägigen Beratungen hat heute die Vierte U n t e r k o m m i s s i o n (Zusammenarbeit im Ausland) der deutsch- französischen Wirtschafts-Ko ni misst o n ihre Tagung in Berlin abgeschlossen. Sie hat die Berichte über die Gründung von zwei Konsortien entgegengenommen, die in Verwirklichung der Anregungen bei der letzten Tagung in Paris inzwischen erfolgt ist. Dos erste Konsortium ist eine technische Vereinigung von deutschen und französischen industriellen Gesellschaften. Das zweite Konsortium ist in der Form einer Aktiengesellschaft zwischen deutschen, französischen und englischen Industriellen errichtet worden. Ihre Aufgabe ist die Ausführung großer öffentlicher Arbeiten im Ausland, besonders in den Fällen, in denen die Durchführung finanzieller Transaktionen damit verbunden ist. Die Vierte Unterkommis ton begrüßt mit aufrichtiger Sympathie die Bildung dieser Konsortien als einen wesentlichen Fortschritt auf dem Wege zur Erreichung des gemeinsamen Zieles. Sie hat weiter einen vorläufigen Bericht über eine engere Zusam nie narbeit zwischen den Industrien auf dem Gebiet der e l e k - trische.n Konstruktionen und besonders der teilweisen Elektrifizierung von Eisenbahnlinien gewisser europäischer Länder entgegengenommen. Sie hält die Prüfung der in diesem Zusammenhang gegebenen Anregungen für äußerst wertvoll und hat einige Mitglieder der Kommission mit der Ausarbeitung eines detaillierten Plans bis zur nächsten Tagung beauftragt. Einen breiten Raum nahmen in den 'Beratungen die Fin anzfragen ein. Es wurden beiderseits Berichte über das in Deutschland und Frankreich geltende System der llebernahme von staatlichen Ausfallgarantien bei Lieferungen ins Ausland erstattet. Es wurde beschlossen, die Möglichkeit einer Zu- sammenarbeit auf dem Gebiet solcher staatlicher Ausfallgarantien in einem Sonderausschuß aus vier Sachverständigen prüfen zu lassen. Die vierte Unterkommission war sich dar- über einig, daß eine praktische Lösung dieser Frage erst in Verbindung mit konkreten, ein- gehend vorgeprüften Projekten in Betracht kommen kann. Die nächste Tagung der Vierten llnterkommis- ston wird im Laufe des Monats Februar in Paris stattfinden. Beim Abschluß dieser Tagung haben die Herren Pate not re und Marlio von der französischen Delegation und Herr Hermes von der deutschen Delegation ihre lebhafte Befriedigung über die bereits erzielten greifbaren Ergebnisse zum Ausdruck gebracht, die einen bedeutenden Fortschritt in der europäischen Zusammenarbeit darstellen. Die parieisührerbesprechungen haben begonnen. Hugenberg beim Reichskanzler. Berlin, 14. Roo. (TU.) Am Sonntag hatte der Reichskanzler, wie der „Montag" berichtet, nach der Rückkehr von einer furjen Reise nad) Schlesien eine Unterredung mit dem Führer der Deutschnationalen Volkspartei, Dr. hugenberg. Die Besprechungen mit dem Führer der Zentrumspartei, Prälat kaas und dem Führer der Bayerischen Volkspartei, Staatsrat Schäffer, werden frühestens am Dienstag stattflnden. Ob eine Besprechung mit einem hinreichend bevollmächtigten Vertreter der n a t i o - nalsoziali st ischen Partei zustande kommt, ist noch nicht zu übersehen. heute wird der Reichskanzler um 8 Uhr nach Dresden fahren und erst gegen 22 Uhr von dem offiziellen Besuch bei der sächsischen Staatsregierung zurückkehren. ÖieJlof Verordnung fürVermehrung der Arbeitsgelegenheit rechtsgültig. Leipzig, 12.Rov. (WTB.) 3n der heutigen Revisionsverhandlung im orbeitsrechtlichen Streit wegen des Lohnabbaues im Alexanderwerk in Remscheid hatte das Reichsarbeitsgericht über die R e ch t s g ü l t i g k e i t der Verordnung zur Vermehrung und Erhaltung der Arbeitsgelegenheit vom 5. September 1932 zu befinden. Diese Verordnung war von gewerkschaftlicher Seite aus als verfassungswidrig bezeichnet worden. Man stutzte sich im wesentlichen auf die Auffassung, oag keine ausreichende Ermächtigung zu ihrem Erlaß Vorgelegen habe und daß der durch sie erfolgte Einbruch in den Grundsatz der Unabdingbarkeit des Tarifrechts auch außerhalb des durch sie umrissenen Aufgabenkreises liegt, „zur Erhaltung der sozialen Fürsorge und zur Erleichterung von Wirtschaft Und Finanzen, Zusatzeinrichtungen zu vereinfachen und zu verbilligen." Mit dem Arbeitsgericht Remscheid hat das Reichsarbeitsgericht die Rechtsgültigkeit der Rotverordnung vom 5. September grundsätzlich bejaht, soweit die hier in Frage stehenden Teile in Betracht kommen. Spanisch -französischer Kolomaliausch? Alte Gerüchte in neuer Fassung. L ci n b o n , 14. Noo. (CNB. Funkspruch.) „Daily Heralb greift heute bas schon einmal verbreitete unb dementierte Gerücht wieder auf, baß zwi - Frankreich unb Spanien geheime Verhandlungen über territoriale Regelun- 9 en im kolonialen Besitzstand der beiden Lander im Gange seien. Das Blatt behauptet, Frankreich habe sich gestern entschlossen, zuzusagen, gegen Ceuta unb andere Teile Spanisch-Nordasrikas Spanien Besitzungen im Fernen Osten abzutreten. Spanien, so wird erklärt, sei bereit, einen großen Teil seiner nordafrikanischen Kolonien herzugeben und dafür Besitzungen einzutauschen, die ihm sowohl größere Möglichkeiten eines intensiveren Handelsverkehrs bieten, als auch der Notwendigkeit entgehen würden, bas Blut seiner Staatsangehörigen und Geld des Staates für die Aufrechterhaltung der Ordnung in Rordafrika zu ' opfern. Erklärungen des französischen Delegationsführers. Berlin. 13. Rov. (TU.) Der Führer der französischen Abordnung bei den deutsch-,ranzöfi- fchen Wirtschaftsbesprechungen in Berlin, Unter- staattsekretär Raymond Patenotre, hat dem Vertreter des „Berliner Börsen-Eouriers" eine Unterredung gewährt, in der er sich eingehend über die geplante deutsch-englisch-fran- zösische Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem Gebiet äußerte. Das Syndi- -at, das in der Form einer Aktiengesellschaft gegründet worden ist, müsse Bankiers zusammen- oringen, um die Industrien zu finanzieren. Unter den deutschen Firmen höre man Öen Rainen Julius Berger. Die Finanzierungen ,ollen hauptsächlich durch englische Banken erfolgen. unter denen Daring Brothers und Schröder in London genannt würden. Die prozentuale Verteilung der Kräfte im englisch-französischdeutschen Pool betrage 40ProzentfürEng- land, 40 Prozent für Frankreich und 20ProzentfürDeutschland. Die deutsche Quote sei deswegen geringer, weil die Finanzierung hauptsächlich durch ausländisches Kapitals vorgenommen werden solle. Man werde versuchen, durch Vereinbarungen den Wettbewerb der Gesellschaften unter sich zu verhindern. Es ,ei im Prinzip beschlossen worden, daß die Emit- llerung der Obligationen von den Möglichkeiten der Finanzierung auf den entsprechenden Märkten abhängig fein sotten. Die Ziele des französischen Handelsminisiere. r J?a ri^J2- aiot)- (WTB.) „L Ordre" veröffent- licht ein Schreiben des französischenHan- dels Ministers Durand an den Vorsitzen- Cen her Vereinigung für wirtschaftliche Expansion Fouchere, der sich an den Handelsminister in « örage der deutsch-französischen Einbeziehungen gewendet hat. Durand betont, er werde sein Hauptaugenmerk daraus richten, daß die d e u t s ch e n B e s ch r ä n- kungen hinsichtlich der Regelung der Gläubigeransprüche, die zur Verringerung des französischen Exports nach Deutschland stark bei- getragen hätten, sofort fortfielen. Er wolle diese Frage zur conditio sine qua non Ees Handelsabkommens mit Deutschland machen aiucf) die Frage der Gegenseitigkeit werde dabei eine große Rolle spielen. Der Gegenseitigkeitsgrundsatz dürfe nicht eine arithmetische Gleichwertigkeit des Güteraustausches bedeuten son- dern Konzessionen und Vorteile von vergleichbarem Wert. Was die K o n t i n g e n t i e r u n g anlange, werde er zwar versuchen, sie durch eine geeignete Erhöhung der Zolltarife abzulösen, aber wcht verfehlen, sich ihrer auch als Tauschobjekt zu bedienen und sie, falls es notwendig sein sollte, solange beibehalten, bis das Wirtschaftsleben Frankreichs und seiner Konkurrenten wieder normal geworden sei. An dem Morgen, an dem Olaf sich zur Reise nach^Bremerwerk rüstete, fand er beim Frühstück - . Todesanzeige des Kommerzienrats Bremer in der Zeitung. Er las sie mit tiefer Erschütterung. Er hatte den vornehmen, alten Herrn lebr geschaht und wußte, wie der Vater an dem alten Jugendfreund gehangen. — Run war es zu spat, nun hatte er keine Möglichkeit mehr den alten Herrn vor den Intrigen Axel Jvarsens zu warnen. Und als er ein paar Tage spater von dritter Seite die Rachricht von Hiltruds Verlobung mit -Axel Jvarsen erfuhr, wußte er, daß Hiltrud ihm für immer verloren war. Sie hatte Axel gewählt — er, Olaf konnte nur hoffen und wünschen, daß sie diesen Entschluß nicht zu bald und nicht zu tief bereuen möge. — Für ihn war es das ein- »ige, sich gewaltsam von all diesen Erinnerungen loszureißen, die ihn an Deutschland, die ihn an das Bremerwerk banden. Er sandte seinem Vater ein Telegramm, in dem er ihm mitteilte, daß er bereit wäre, die amerikanische Vertretung der Firma in Reuyork zu übernehmen, für die der Vater ihn schon lange ausersehen hatte. Zwölftes Kapitel. Surf Bremer hatte die Zeit zwischen den Vfingstferien und dem Schluß des Sommersemesters mit eifrigen Studien verbracht. Reben den zahlreichen Kollegs, die er belegt hatte, arbeitete ’ er noch in den Arbeitssälen der Hochschule an seinen eigenen Versuchen. Er war den Professoren schon längst aufgefallen unter der großen Zahl der Studenten. Sein Fleiß, feine außerordentliche Begabung, gepaart mit einem bescheidenen, offenen und doch sicheren patten ihm die warme Sympathie feiner Hochschullehrer gewonnen. . ^es^ders Professor Stockmann, der Lehrer en Schiffsmotorenbau, hielt große Stücke auf Murt Bremer. Immer wieder war er im Ver- JudjSraum auf getaucht: wenn Kurt an seinen lnDCsttcJferungen arbeitete, hatte er seinen sachverständigen Rat dazugegeben, hatte Kurt in Ijrcf. ebenen Arbeitsräume mitgenommen und teurtt mit Wm diese oder jene Lösung erwogen, foin^om-n Ku" nach dem Sommersemester als feinen Assistenten zu sich zu nehmen, eine Aus- Nracht^kam 9 n. — liner Zeigt, eiten, well- brik Dem .) lotiir rocii oUip r b o. e cs er# Uten Er. als auch inen urch An- uch" aus ent- I i ch - ifl Dr. - Der iev eie -it fei- über cme'.n ] über tra.'.k- Iich - 1 Dr. Da» fbl'ch- icnili. 3a hr- wol- chkeit ähren und Wirtschaft. Berlin unsicher. Berlin, 14. Rov. (WTB. Funkspruch.) Die Börse zeigte zum Wochenbeginn ein eher etwas schwächeres Aussehen. Die zuversichtlichen Auslassungen Geheimrat Klöckners auf der G.-D. der Klöckner-Werke regten zwar etwas an, und auch die eher freundlichere Haltung der Reu- York-Stock-Exchange fand Beachtung, doch konnten diese Momente nicht verhindern, daß die Spekulation wegen der undurchsichtigen politischen Situation eher zu Abgaben neigte. 3m allgemeinen waren die Amsähe nicht sehr groß und die Kursgestaltung nicht ganz einheitlich. Aeberwiegend waren kleine Rückgänge festzustellen, die nur in Einzelfällen bis zu 1,5 Prozent betrugen. Bremer Wolle waren 3 Prozent, und Bubiag. bei denen heute die Dividende abgeht. 4,5 Prozent gedrückt. Dortmunder Anion konnten einen 2proz. Anfangsverlust schnell wieder aufholen. Auch sonst setzten sich im Verlaufe Besserungen bis zu 0,75 Prozent durch. Aku lagen 1 Prozent erholt. Die Steigerung des englischen Pfundes befriedigte. Renten lagen bei kleinem Geschäft nicht ganz einheitlich. Eigentlich fest waren aber nur Altbesitzanleihe und variable Industrieobligationen. Altbcsih zog bis auf 56,75 v. H. an, wobei die Amsatztätigkeit verhältnismäßig lebhaft war. Reubesitz und Schutzgebiete waren dagegen ruhig, letztere im Verlaufe etwas freundlicher. Von Industrieobligationen waren Hoesch und Mitteldeutsche Stahl etwa 1 v. H. höher. Reichsschuld- buchforderungen waren bis zu 0,75 v. H. schwächer; im Verlaufe setzten sich aber auch hier Erholungen durch. Reichsbahnvorzugsaktien lagen etwa behauptet, Pfandbriefe schienen eher an» geboten zu sein. Es dürften einige Tauschoperationen zwischen festverzinslichen Werten vorgenommen worden fein, da die Aeuherung der Commerzbank über eine Anleihe aus Stillhaltegeldern zur Ablösung des Altbesitzes in dieser Richtung wirkte. Ausländer lagen bei Abweichungen bis zu 0,25 v. H. nach oben oder unten unregelmäßig. Frankfurt schwächer. Frankfurt a. W., 14.Rov. (WTB. Drahtmeldung.) Da in der innerpolitischen Situation auch über das Wochenende hinaus keine Klärung eingetreten ist, und somit die schon in der letzten Woche zu beobachtende Zurückhaltung eher eine Verschärfung erfahren hat, bot die Börse zu Beginn der neuen Wiche ein sehr stillesAusse- he n. Don der Kundschaft fehlten weiterhin Aufträge, so daß Glattstellungen der Spekulation und auch einige Blankoverkäuse infolge der fehlenden Aufnahmeneigung durchschnittlich Kursrückgänge bis zu 1 Prozent bewirkten. Die feste Haltung des Pfundes und der eher freundliche Schluß der Reuyorker Börse vom Samstag blieben fast ohne Einfluß. Stärker abgeschwächt waren besonders Siemens mit minus 4,5 Proz., und auch IG. lagen mit minus 1,5 Prozent über den Durchschnitt hinaus niedriger. Am Montanmarkt boten die Ausführungen auf der Klöckner-Generalversammlung eine gewisse Anregung, so daß die Kurse mit Ausnahme von Otavi-Minen ziemlich behauptet blieben uni) bei Klöckner zu einer einprozentigen Besserung führten. Elektrowerte hatten unregelmäßige Kursbildung; während Gesfü- rel, Dekula und Rheag von 0.5 bis 1 Proz. nachgaben, formten sich Licht & Kraft um 0,5 und Lah- meyer um 1,75 Proz. erhöhen. Riedriger eröffneten noch Zement Heidelberg (minus 1 Proz.), Reichsbank und Schiffahrtswerte mit minuS 0.25 bzw. 0,50 Prozent. Die Anregung der Commerzbank. der Altbefitzanleihe den Charakter eines festverzinslichen Papieres zu geben, hatte für dieselbe bei erhöhter Rachfrage der Spekulation eine Befestigung um 0,75 Prozent zur Folge. Reichsschuldbuchforderungen lagen im Tausch gegen Altbesitz fast 1 Prozent schwächer. Am festverzinslichen Markt gingen die Kurse für Gold- und Liquidationspfandbriefe leicht zurück. Kommunalobligationen blieben ziemlich unverändert. Don fremden Werten lagen vierprozentige Rumänen etwas schwächer. Frankfurter Schlachtvichmarkt. Frankfurt a.M^ 14.Rov. Auftrieb: 1471 Rinder, darunter 305 Ochsen, 121 Dullen, 545 Kühe, 543 Färsen, ferner 601 Kälber, 165 Schafe, 4426 Schweine. Cs notierten: Ochsen, vollfleischige, ausgemästcte, höchsten Schlachtwerts, jüngere 29 bis 31, ältere 25 bis 28, sonstige vollfleischige, jüngere 22 bis 24; Bullen, jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts, 26 bis 28, sonstige voll- fleischige oder audgemäfiele 22 bis 25; Kühe, jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 24 bis 26, sonstige vollsleischige oder ausgemästete 20 bis 23, fleischige 17 bis 19, gering genährte 13 bis 16; Färsen (Kalbinnen, Iungrinder): voll- fleischige, ausgemästele, höchsten Schlachtwerts 29 bis 31, vollfleischige 25 bis 28, fleischige 22 bis 24; beste Mast- und Saugkälber 37 bis 41, mittlere Mast- und Saugkälber 32 bis 36, geringe Kälber 26 bis 31; Masllämmer und jüngere Masthäm- mel, Weidemast 22 bis 25, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 18 bis 21; vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 40 bis 44, von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 40 bis 43, von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 38 bis 42. fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 35 bis 39 Mark. Marktverkauf: Rinder ruhig, Aeberstand; Kälber und Schafe mittelmäßig, geräumt; Schweine sehr langsam, geringer Aeberstand. „Schwester Clarissa, Sie sehen so blaß aus, was fehlt Ihnenf" —- „Ach, Schwester Jolanthe, seit Tagen plagen mich die Hämorrhoiden so arg, daß ich kaum meinen Dienst versehen kann.“ „Das tut mir leid. Gehen Sie zum Chefarzt^ Schwester, und lassen Sie sich Posterisan verschreiben, das ist ein Mittel von überraschender Wirkung. Die Patientin von Nr. 17 hat es sogar vor der Operation bewahrt!“ — In allen Apotheken: Posterisan-Salbe RM. 1,59, Posterisan-Zäpfchen für RM. 2,37. t ULTRA ZIRINI-ZIGARETTEb^ Jetzt mit Spiefkarten-Einloge TRUSTFREI Sammeln Sie die Schecks, bald haben Sie ein ganzes Kartenspiel. iö die sie kritiklos niste könne man m< iro- iro» Der Bericht des Aufsichtsrats wurde von dem Vorsitzenden K. Bremer erstattet, der das reibungslose Zusammenarbeiten von Vorstand über den W? ■ hatte in treuer, ben - ihn hätte Grieß in Packungen oder Tüten von 1 Pfund erbittet in dieser Woche die Pfundspende der Zrauen-Winterhilfe Annahme: Alte Klinik, parterre, rechts, TNontag«, Mittwochs und Freitags, von 9 bis 12 Uhr. tags waren dem Tanze gewidmet, zu dem dre Tanzkapelle Seih mit guter Musik aufwartete. Durch geeignete Dekoration des Saales, sowie durch die Importierung einiger .Reger" und einer .Regerin" (deren Teint der Wasserprobe aber kaum gewachsen gewesen wäre), wurde der Deranstaltung etwas afrikanisches Kolorit gegeben. Die Deranstaltung nahm in ihrer Gesamtheit den denkbar besten Derlaus, und der erwartete finanzielle Erfolg dürfte nicht ausgeblieben sein. Konzert des Gesangvereins„Heiterkeit" Auch bei seinem diesjährigen Konzert hatte der Gesangverein .Heiterkeit" durch Hin- zuziehen der Kapelle des hiesigen Bataillons für reiche Abwechslung im Programm gesorgt, das in überaus geschickter und geschmackvoller Weise zusammengestellt war, und — das l>arf boraug- genonnnen worden — sich in schönster Weise abwickelte. Gleich der erste Chor, „Wanderers Rachtlied", vor Bruno Stürmer, fesselte sowohl durch seine Art, als durch die Ausführung. Der Chor, der über ein recht gutes Etimmaterial verfügt und etwa 80 Sänger stark ist, fand sich sofort gut zusammen. Er erwies gleich au Anfang seine gute Schulung unter seinem tüchtigen Chormeister, W. c der Frage vie : selbst? Der Bru» . jhr Leben mcht mal erkannte sie Ätzer ihr Dasem ie zu dem 2-oten sie ihn nur A Arbeit und Geld f> machen konnte, wieviel Wühe" ftt haben mochte, Wdie W >h( nachtragl^ rin die Erinne. r in der letzten n lauten Gesell' Lnöc einsam . nicht x. rif an den pgange«.»"™1 lweK'Äschul' fi; a z" 10 hie mit in etv^ ^le bitten.Lgenen wie Sie sie. Schüttler. So verfehlten auch die Chöre .Wanderers Rachtgebet" von C. Maria v. Weber und „Abschied hat der Tag genommen" von Rebler nicht ihre Wirkung. „Warnung vor dem Rhein" von Math. Reumann, erwies sich als ein recht kompliziertes Gefüge mit allzu häufigen Tertwiederholungen, die die Verständlichkeit stark beeinflussen. Friedrich Silchers „Die Lore" wurde ganz besonders schön und geschmackvoll wieder- gegeben. Als Solist wirkte wieder das Chormitglied Karl F e u ß e r mit, dessen Tenor uns diesmal nicht so unbeschwert und frei erschien, was aber auch eine Indisposition gewesen sein kann. Mit Begleitung hörten wir außerdem noch den Chor .Waldesweihe", der nach anfänglicher Schwankung einen starken Eindruck hinterließ. Auch Mer wirkte ein Chormitglied als Solist mit: Herr Brusius (Bariton), dessen Stimme einen tragfähigen Klang und warme Färbung zeigt, an Weichheit vielleicht noch gewinnen kann. Ms ein wirklich originelles und wohlgelungenes humorvolles Werk ist der Chor „Das Pappelmäulchen" von Otto Iochum anzusprechen. Die mit» wirkende Oboe, die von Wilh. Schubert sehr exakt und lustig geblasen wurde, illustriert in launiger Weise das Plappern ritomeltartig zwischen den einzelnen Strophen und behält schließlich trotz des energischen „Schweige doch" dennoch das letzte Wort. Schade, daß dieser Chor nicht wiederholt wurde. Das „Seeräuberlicd" mit Orchester von Max Bruch machte den Beschluh. Zwilchen den Chören hörten wir an Orchesterwerken: Eine „Herbstouvertüre" von Grieg. zwei Sähe aus der Paukenschlag-Sinfonie von Haydn, wobei uns das Menuett zu schnell geraten schien. Ferner sehr gut vermittelt die II. Suite L' Ar- lefienne von Bizet und schließlich noch Variationen üoer »'s kommt ein Bogel geflogen“, im Stile neuerer Meister. Am die Wiedergabe der Orchesterwerke machte sich die Reichswehrka- pelle unter ihrem bewährten Führer, Obermusikmeister Krautze, mit großem Erfolg verdient. Wie shon eirg ngl erwähnt, leitete Herr Wilh. Schä11ler die Cyöre in der von ihm bekannten sicheren und umsichtigen Weise und verhalf dem Verein zu einem schönen Erfolg. Der Beifall des gut besetzten Hauses war recht herzlich. Von dem Chor mit Tenorsolo mußte eine Strophe wiederholt werden. Konsumverein Gießen und Umgegend. In der geftriaen Versammlung befaßten sich die Vertreter der Mitglieder des Konsumvereins Gießen und Umgegenb mit den Berichten über das Geschäftsjahr 1931/32. Die Verhandlungen wurden von dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats K. Bremer geleitet, der das Andenken der im Berichtsjahr verstorbenen Aufsichtsratsmitglieder Fr. Vetters, (3g. Fischer, des Vertreters Gg. Rennert und des Lagerhalters Fr. Herber sowie der 100 verstorbenen Mitglieder ehrte. Den Geschäftsbericht für 1 9 3 1/32 erstattete der Geschäftsführer Fr. Diener. Dis Wirkungen der Weltwirtschaftskrise seien im abgelau- s'enen Jahre für die gesamte deutsche Wirtschaft katastrophal gewesen, was sich in dem Zusammenbruch früher gutfundierter Großunlernehmunaen geäußert habe. Auch die deutsche Genossenschaftsbewegung sei härter von den Folgen der großen Rot betroffen worden, als man zu Anfang des Jahres annahm. Es sei ein allgemeiner Umsatzrück- gang ju verzeichnen, dem aber in der Produktion her Eigenbetriebe der GEG. noch eine Umsatzsteigerung gegenüberstehe. Der Umsatz des Konsumvereins Gießen sank von 3 000 859 RM. in 1930 31 auf 2 525 842,32 3tr ??**.. "LZK der 6v . und ljAAran. ’n den Aden?, - ÄiZr yiC J/nne widerlege Weif der A damals die "Mchle uns auch N/cht müde öürf- 5n rurückzufor- Umg aufgeben, toieber unser SSk» 2n- Sfr Frau ort Flrnnning r- mit kein bas 8ci» nicn dichtmch ge, auslöste. Frau öafan!" zum Dor- fmete Wiedergabe H veranlaßte. QHit ■ Frau Wehl die nspruh. Frau Dr. itglieb des Lieder einer bo erntete dafür eben« Shiettauß der Die- innen der Gesangs- ssendvrs gelungen, für einige Minuten r. Herr Boden- rm des Kolonial- ter dem Titel ,Ko- idicht. Ein kleines Bananen, Apfel, ie ustv. auftraten, hrend zum Schluß ;e tarnen des Der- rfnen Reigen zeig- 'Big ausgenommen ’igen, tourten ton uöierf. vas hatte das mmen und wußte i brachte in seinem ,a mit beachtens- mnchancen, ferner eines Photvappa- em lustiges Dacht- i ilebctfüllung ge- tlichen Stunden des ,stunden des Sonn- :M. 3n Anbetracht der Derhält- itf dem Betriebsergebnis dennoch zufrieden fein. Der Berein stehe trotz allem fefl- gefugt da, und wenn in einigen Orten Vereine fallierten, jo fei die Ursache darin zu suchen, daß man dort die gesunde genossenschaftliche Grundlage verlassen habe An Steuern seien insgesamt 78 251,14 3WL ab geführt; alle Behauptungen von Steuer- freihcit und «taatshilse der Konsumvereine seien unzutreffend. An Rückvergütung kommen ab 14. No- oember 95 566,07 RM. an die Mitglieder zur Verteilung. Der Kassenbericht wurde vom Kassierer 3. Günderoth gegeben. Der Redner erläuterte die einzelnen Posten der Bilanz und stellte dabei fest, daß in der Gegenüberstellung der einzelnen Gesamtbeträge von Aktiva und Passiva das pi zentuale Verhältnis sich überall um einige Pi zente zugunsten des Vereins gebessert habe. Die Bilanz schließt in Aktiva und Passiva je mit 1445 194,83 RM. Ein ähnliches Bild zeigt die Gewinn- und Derlustrechnung, die in Soll und Haben je mit 351 561,56 RM. abschließt. &. A.-Sport. Geräiemannschaffskampf Großen-Linden-Krofdorf-Heuchelheim. Großen-Linden zum drittenmal siegreich. Am gestrigen Sonntag wurde unter reger Anteilnahme der Bevölkerung in der Turnhalle zu Krofdorf der Mannschatts-Gerätewettkampf der Turnvereine von Großen-Linden, Krofdorf und Heuchelheim zum Austrag gebracht. Der Turnverein Großen-Linden stellte auch diesmal wieder den Sieger und blieb mit 745 Punkten vor Krofdorf mit cZI und H uchclheim mit 701P. in F ont. Die siegreiche Mannschaft bestritt den Kampf in folgender Aufstellung: Aktive: Leun. Kehler, Weiterhaus, Seth: Altersturner: Junker, Hofmann; Jugendturner: Mehl, Faber: Turnerinnen: Weih, Weinandt. Deutsche Gerätemeisterschasten. Frey (Kreuznach) Deutscher Gerakemeister. Die Wettkämpfe um die Deutschen Gerätemeisterschaften dec Kunstturner wurden am Sonntagnachmittag mit den Kürübungen fortgesetzt und abgeschlossen. Dor über 8000 Zuschauern wurden ganz überragende Leistungen geboten. Den Endsieg errang schl eßlich der Kreuznacher Frey, der sich dadurch zum Deutschen Weister qualifizierte, vor dem Frankfurter Winter: Steffens, Bremen, und dem vorjährigen Meister K r 5 tz s ch Aoessen. Gröhes Pech hatte der Fran'furle. W nter, d.r durch e nen unbedeutenden Fehler bei seiner Hebung um den sicheren S.eg kam. Er blieb mit einem halben Punkt hinter dem Sieger Frey zurück. Ergebnisse: 1. Frey, Kreuznach, Pflichtübungen 105,5, Barren 17,5, Freiübung 18, Pferd 19, Reck 18,5, Gesamt: 178,5 Punkte. 2 Winter Frankfurt, (106,5, 15, 18,5, 18,5, 195: 178). 3. Steffens, Bremen, (103, 18, 18,5, 19,5, 18: 177). 4. Kröhsch, Roessen. (100, 18, 19. 19, 19.5: 175,5). 5. Wedekind. Forst, (103,17,17,16,6 18.5:172) Kußball in Heffen-Hannover Favoriten siegreich. Hessen/Hannooer stand am Sonntag im Zeichen der Pokalspiele. Wie erwartet, endeten die Spiele mit dem Siege der Favoriten, wenn auch fast in allen Spielen nur mit geringer Tordifferenz. So verlor der SC. 03 Kassel erst nach Verlängerung gegen Iura Kassel mit 1:2 (1:1, 1:0) Toren. Auch Borussia Fulda hatte Mühe und Not, um schließlich gegen den Lokalgegner mit 2:0 erfolgreich zu bleiben Deutlicher fiel schon der Sieg der Kasseler Hermannen gegen Niederzwehren mit 4:1 (3:0) Toren aus, aber die Zweitklassigen leisteten auch hier erbitterten Widerstand. Göllingen 05 schlug Northeim mit 3:2 aus dem Felde. Jagd auf Pfarrhauseinbrecher. WSA. Fulda, 12. Aov. Freitagmoraen drangen während des Gottesdienstes Einbrecher in das Pfarrhaus im Kreisort Maberzell ein und raubten alles Bargeld, das sie in den aufgebrochenen Behältern finden konnten. Personen, die den Einbruch beobachtet hatten, nahmen die Verfolgung der Täter, die in den Gieseler Forst flüchteten, auf. Zwei Täter konnten, nachdem die Einwohner der umliegenden Ortschaften benachrichtigt worden waren, mit deren Hilfe fe st genommen werden, während sich der dritte noch im Walde verborgen hält. Die beiden Festgenommenen wurden dem hiesigen Gerichtsgefängnis zugefuhrt. Man vermutet, dah es sich um die gleichen Einbrecher handelt, die vor einigen Tagen Pfarrhauseinbrüche in Alsfeld und Ruhlkirchen aus- führten. Date« für Montag, 14. November. 1716: der Philosoph Gottfried von Leibniz in Hannover gestorben: — 1825: der Schriftsteller Jean Paul (Friedrich Richter) in Bayreuth gestorben: — 1831: der Philosoph G. W Fr. v. Hegel in Berlin gestorben: — 1840: der Bildhauer Auguste Rodin in Paris geboren. Wettervoraussage. Das ausgedehnte Hochdruckgebiet hat seinen Kern nach Polen hin verlagert. Infolgedessen verbleiben wir unter dem Einfluß kontinentaler Luft. Bon lokal begrenzten Frühnebel- oder Dunstbildungen abgesehen, geht die Bewöttung zurück, so daß Ein- und Ausstrahlung stärker zur Auswirkung kommen. Demzufolge verschärft sich der (Nachtfrost etwas. Die Spanne zwischen Höchstwert am Tage und nächtliches Minimum wird größer. Aussichten für Dienstag: Nachtfrost, meist heiter und trocken, südöstliche Winde. Lufttemperaturen: Am 13. November: mittags 5,0. abends 3,3; am 14. November: morgens 0,1; Maximum 5,8, Minimum minus 0,7 Grad Celsius. Sonnenfcheink^uer Vi Stunde. — Erdtemperatucen in 10 Zentimeter Tiefe. Am 13. November abends 5,2 Grad. Am 14. November morgens 2,0 Grad. Gießen, den 12. November 1932. 06705 Gießen, den 14. November 1932. Trauerfeier: Dienstag, den 15. November, nachmittags 2 Uhr. auf dem Neuen Friedhof. 06711 8077 U 8024 l > Bezug durch die Eisenhandlungen! [Vermietungen | | Verkäufe | der Vorstand. -4: il STADT-KAFFEE GIESSEN In tiefer Trauer: Julius und Gustel Schwalm. Kinder-Kolter Biberbettücher Bettbiber Fries für Fenstermäntel Wer möchte Weben lernen? Unterricht vom 21. bis 25. November Anmeldung sofort erbeten OeHentl.Vortrag von BndollMeyer, Breslau: „Un Sterblichkeit der Seele und Auferstehung d. Leibes“ Dienstag, den 15. November, 20,15 Uhr, in der Universität. 2. 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Musikrätsel-Abend mit Preisverteilung Jeden Sonntag, zwischen 11.30 und 13 Uhr Frühschoppen (Matinee) Drogerie Winterhoff Kreuzplatz 10 Bei Katarrh, Husten Asthma trinkt man auch in veralteten Fallen d. auffallb schleim lös. Kemal - Astlima - Tee. Zu haben in allen Apotheken, bestimmt Pelikan-Apotheke, Kreuzptatz. 8029V 1IIIIIIIIIIIII1IIIIIIIIIIIIIIIIIID Altersvereiniw 1872-1922 Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unsres heben Alterskameraden Georg Eisenacher in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag 2* o Uhr. auf dem rJeuen Friedhof statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet Wörishofcr Brust aBiistenlee hilft überall. Wir - same Heil-Kräut r von 20 Ps. an. 08477 Fachgeschäft f.medi» zmische Heilkräuter: ftrauterhaus Juuq m der Schulstraße. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben, guten Mann, unseren treusorgenden Vater. Schwiegervater. Großvater. Bruder, Schwager und Onkel Herrn Georg Eisenacher nach kurzer, schwerer Krankheit im fast vollendeten 60. Lebensjahre zu sich zu nehmen. Die trauernden Hinterbliebenen: Wilhelmine Eisenacher, geb. Hardt, und Kinder. Gießen, den 14 November 1932. Die Beerdigung findet Dienstag, den 15. November, nachmittags 2'/, Uhr. auf dem Neuen Friedhof statt BUDERUS quiMs ÖFEN Oberhesslscher Kunstverein Die Familie Dinglinger. Schmalkalden, bittet uns festzustellen, in wessen Besitz sich hier in Gießen ein Porträt (Oelbild) eines männlichen Mitgliedes der Familie Dinglinger befindet. Es ist von Kupetzky gemalt, hing im Welfen-Museum, Hannover, und wurde 1924 von der Kunsthandlung Bangel, Frankfurt a. TI., nach Gießen verkauft 8026D Die Familie Dinglinger möchte für die Familienforschung ein Lichtbild des Por- träte anfertigen lassen. Zweckdienliche Mitteilung erbittet der Vorstand nach Asterweg 9. G r a o c r t {xiftenz! Eine der ältesten, alle Branchen einschl. Leben betreibenden Versicherungs-Gesellschaften hat ihre Hauptagentur (Geschäftsstelle) für den Platz Sießen mit größerem Bestand zu vergeben. Arbeiten außerhalb Gießens gestattet Rührige und kautionsfähige Herren, die Beziehungen zur dortigen Industrie- und Geschäftswelt unterhalten und in der Lage sind, die Kundschaft zu pflegen, zu erhalten und für Neuzugang zu sorgen, werden um Angebot unter K. 2694 an Annoncenkoch, Frankfurt a. M., gebeten. Das bestehende Geschäft bietet die Grundlage zu einer Existenz, weshalb auf hauptberufliche Tätigkeit Wert gelegt wird. Vertrauliche Be- Unsere Sonja wurde uns entrissen. C.Röhr&Co. 8"22 A Die Liebe höret nimmer auf! Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, am 13. November meinen lieben Vater, unseren lieben Schwiegervater, Großvater, und Bruder Herrn Peter Reh Gemeinschaftsleiter im 69. Lebensjahre zu sich zu rufen. In tiefer Trauer; Familie Otto Weih und Angehörige. Leihgestern, den 14. November 1932. Die Beerdigung findet Dienstag. 14. November, nachm. 2 Uhr statt. Verkaufe 1 Küchenherd,schm., 1 Küchenherd, kombiniert, weiß, 1 ^lnschenzug, 3000 Kilo, billig. 06713 Frankfurt. Str. 45. I Zöpfe in großer Auswahl billia bei orasa Kan bach.Kaplansgasse?) Stad tthea ter CrieOen. 7O78d Dienstag, 15. Nov., 20—22.15 Uhr 7. Dienstag-Abonn. GewöhnlichePreisc. Der Rauh der Sahinerinoen Schwankt.4Akteno. ^.u.P.o.Sckönthan UM u«1 einigen, sodaö M Oummt-» von *- EIN BLONDER I TRAUM | I mitTrude Hesterberg, Paul Hörbiger I I Lilian Harvey j?eht nach Hollywood: Mit anderen I I Worten: das Liebespaar aus tausend glücklichen I I Filmstunden Lilian Harvey und Willy Fritsch spielt I zum letztenmal zusammen. Wer möchte die beiden I nicht noch einmal sehen, noch dazu in einer solch I I reizenden, humor- und gemütvollen Handlung, wie I sie „Ein blonder Traum beschert? soiec | Ferner: Großes Beiprogramm und Ufa-Ton-Woche M ■8 ü'^h-flar, r »«IP, läge. Gebiet kni ,. IW. nJJ leinen LS? «ch°»K^ &Sf iÄ*S JüÜg* 2.0JM. Bießen A-Erfolg B ?er: inGlück.," B WEY •LI FORST OER A | il Hörbiger I d: Mit anderen ■ nd glücklichen ■ lv Fritsch spielt ■ chte die beiden ■ i in einer solch ■ HandJung, wie ■ sjisC ■ luh üfiprnB. Äir ’ Itpü und ID « 16»« f ße' 8Ub^ 6023 V ivdersmum^r Zöpfe n pub« ÄM* Stadttheater Gießen* ..Safe 5*55 952 = en her Et: X E .2 w ^y~ m B^S sNo •C g Z. X xy. p Ec E St-9 ZS E W.C. G^y ■e-^x A K Et o •es = E«l$) E ■£ä« Q to o CT-Q E c äSSe £ y » B ZUL-rs Q c y •r? «-=5 E =-(9 ÖXfi S Q N- a c< = : E ® to y E G fl r® E L -e y s? s toto TZS D L6 b ö B cCJ N <31 B c c WC >2 C g. s E E CM Hb <3 <31 E = y (D )-r ei* uf* >er f) b y o a n ft olly- r b o. e es er» Uten Lr- als auch inen " urd) An. uch" aus ent- l i ch . 1 Dr. ÖD D y o brik Dem .) - I i d) < •fl Dr. ch es lb ht :n iir h- A. •fein- B ■ft E g a § = 8=: E E Q «o E <» O O rlene «am. n. — liner Zeigt, elfen, weit» - =t9 y = -^Ag E - tkb c'e nl fei« nbcr jemeln ] über trn/J. 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