Nr. 242 KvübauSsaVe 182. Zahrgang Ueitag, 14. Moder 1952 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild- Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüsse unter Sammelmimmer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Hrankfnrl am Main 11686. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrilü und Verlag: vrirhl'fche Univerfi1ä1§-Vuch- und Lteindruckerei R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: §chulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton vr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil i. V. Th.Kümmel sämtlich in Gießen. Oeuffch-polnische Streitfragen in Genf gedacht haben, dem Reichspräsidenten eine überragende Stellung einzuräumen. Man wollte gerade die Möglichkeit eines persönlichen Regiments ausschalten. Es sei daher ein undenkbarer Widerspruch, daß der Verfassungsgesetzgeber einen Parteien st aat, den er selber geschaffen habe, wieder hätte beseitigen wollen. Die Weimarer Verfassung habe den Reichspräsidenten als etwas ähnliches wie „laute de mieux" betrachtet. Professor Heller: Das Reich vertritt die anmaßende Auffassung, als ob die Länderminister nur die politische Meinung haben dürften, die der Reichsregierung genehm ist. Das bedeutet, daß vorläufig überhaupt keine verfassungsmäßige Regierung in Preußen geduldet werden kann; denn die der Reichsregierung genehme politische Meinung ist die der Deutschnationalen Volkspartei, und diese Partei ist in der Minderheit. Präsident Bumke teilt mit, der Staatsgerichtshof wünsche noch Erläuterungen zu der Erklärung der Reichsregierung, daß „eine Verabredung des Reichskanzlers mit Herrn Hitler über das Vorgehen gegen Preußen nicht getroffen ist". Es wäre doch wohl zweckmäßig, wenn ausdrücklich bestätigt werden könnte, daß solche Vereinbarungen auch nicht stattgefunden haben von feiten des Reichskanzlers vor Uebernahme des Reichskanzleramts. Ministerialdirektor Dr. Gottheiner: Ich darf nochmals hervorheben, daß der Tatbestand, den wir angegeben haben (Zugehörigkeit von Tatsache gerechnet. Der letzte Versuch von deutscher Seite, eine Einschaltung des deutschen Unter- generalsekretärs in die politische Leitung durch Schaffung eines Turnus herbeizuführen, in dem die drei Unter generalsekretäre abwechselnd den Posten des stellvertretenden Generalsekretärs besetzen sollen, ist im Ausschuß von einer großen Mehrheit abgelehnt worden. Die jetzige Reuregelung bedeutet eine Einigung zwischen England, Frankreich und Italien mit den kleineren Mächten über den Kopf der deutschen Vertreter hinweg. Deutschland ist überhaupt nicht zugezogen worden. Der deutsche Einfluß würde sich im Völkerbundssekretariat nach dieser Regelung gegenüber dem bisherigen Zustand sogar n o ch verschlechtern. Der deutschen Regierung bleibt immer noch das Recht, die Zustimmung zu der Ernennung des Franzosen Avenol zum Generalsekretär zu verweigern, wodurch infolge der Einstimmigkeitsbestimmungen die Ernennung unmöglich gemacht würde. LOprozentige Gehaltskürzung für die Völkerbundsbürokrafte. Genf, 13. Okt. (WTB.) Der Unterausschuß des Budgetausschusses beschloß, daß der Generalsekretär künftig 140000 Schweizer Franken, der stellvertretende Generalsekretär 85 000 Schweizer. Franken und die Untergeneralsekretäre 70 000 Schweizer Franken Gehalt beziehen sollen. Das würde gegenüber den jetzigen Gehältern eine Herabsetzung um etwa 2 0 v. H. bedeuten. Aus den so gewonnenen Ersparnissen soll der neue P o st e n d e s zweiten stellver- tretenden Generalsekretärs finanziert werden. Leipzig, 13. Okt. (WTD.) Vor dem Staatsgerichtshof behandelte in den fortgesetzten Erörterungen über die Defugnisse des Reichspräsidenten und der Möglichkeit der Reichsexekution (Artikel 48 Absatz 1) Professor Bilfinger-Halle als Vertreter der Reichsregierung die wichtige Frage, ob die kommissarische Regierung Vertreter in den Reichsrat entsenden könne. Professor Bilfinger bezeich- nete das Verhältnis zwischen Land und Reich als eine innige Verflechtung der In - ter ess en und sagte, daß man dieses Verhältnis nicht ausschließlich unter dem Gesichtspunkt des Gegensätzlichen zwischen Reich und Land betrachten dürfe. Das Entscheidende sei, daß die preußische kommissarische Regierung eine L a n - desregierung geworden sei und der Einfluß des Reichs sich ihr gegenüber auf die Ernennung des Kommissars und auf das Recht zu seiner Abberufung beschränke. Eine Teilung zwischen kommissarischer Regierung, die die Re- gierungsgefchäfte führt, und Staatsministern, die das Land im Reichsrat vertreten, sei ebenso ausgeschlossen, wie das etwaige Ruhen der preußischen Stimme, das den Reichsrat zum Rumpfparlament machen würde. Prof. N a w i a s k y (München) betonte, daß die Reichsregierung bei ihrem Vorgehen gegen Preußen das b u n d e s st a a tl i ch e Fundament des Reichs außer Acht gelassen habe. Es sei nicht richtig, daß die Schöpfer der Weimarer Verfassung daran Materials bisher nicht abgeschlossen werden konnten, ist von deutscher Seite dem Dertagungsvor- schlag des japanischen Berichterstatters zuge- timmt worden. Die deutsche Abordnung wird elbstverständlich bis zu der nächsten Ratstagung eingehend prüfen, ob der Bericht des Dreierausschusses die für die deutschen Interessen notwendigen Bestandteile enthält. Unter keinen Umständen wird von deutscher Seite auf wichtige Punkte verzichtet werden. Sollte sich jedoch ergeben, daß der Bericht nicht den deutschen Interessen entspricht, so wird mit der Möglichkeit gerechnet, daß sodann eine Anrufung des Internationalen Haager Gerichtshofes erforderlich wird. Oie Reform der Völkerbunds-Verwaltung. Deutschlands E nflutz in Genf soll noch verm.nderi werden. Genf, 13. Okt. (TU.) In den streng geheim geführten Verhandlungen des 14gliedrigen Ausschusses für die Reubildung der politischen Leitung des Dölkerbundssekretariats ist jetzt im großen eine endgültige Regelung gefunden worden, die in keiner Richtung den deutschen Interessen entspricht. Die Vereinbarung geht grundsätzlich dahin, daß in Zukunft neben dem Generalsekretär zwei stellvertretende Generalsekretäre und drei Unter g euer alsekretäre aufgestellt werden sollen. Von diesen sechs Posten werden fünf den Vertretern der Großmächte und einer von dem Vertreter einer kleineren Macht besetzt. In internationalen Kreisen wird jetzt mit der Ernennung des Franzosen A v e n o l zum Generalsekretär bereits als Preußens Verfaffungsfireit mit dem Reich vor dem Staatsgerichtshof. Oer vierte Derhandlungsiag. Randnoien. Der Spruch des Staatsgerichtshofs in der Klage zwischen den preußischen Mini st ernunddem Reich wird für die weitere Entwicklung unserer inneren Politik von ausschlaggebender Bedeutung sein, denn er ist der Ausgangspunkt für die Regelung der künftigen Beziehungen zwischen Reich und Preußen. Daß es so wie bisher nicht weitergehen kann, darüber sind sich eigentlich alle Sachverständigen einig. Der dauernde Gegensatz zwischen den beiden Hälften der Berliner Wilhelmstraße hat eine Fülle überschüssiger Kraft und unnützer Derwaltungsarbeit verschlungen, ganz abgesehen von der finanziellen Verschwendung, die durch diese Doppelarbeit betrieben wurde. Das können wir uns einfach nicht mehr leisten. Wir müssen also endlich zu einer Reuregelung kommen, die ja auch tatsächlich schon von dem Kabinett Braun angestrebt, aber reichlich dilatorisch behandelt wurde. Möglich ist zunächst eine Vereinfachung der Verwaltungsarbeit in Preußen selbst; dadurch, daß die Ministerien zusammengelegt werden. Aber damit wird nicht allzu viel erreicht. Es bleibt auch dann noch das Rebeneinander der Reichsressorts und der preußischen Ressorts und das Auseinanderstreben der Interessen. Soll also eine Besserung erzielt werden, dann muß radikal durchgegriffen und zwangsweise eine Parallelität geschaffen werden. Die große Frage ist nur, wie diese Aenderung i m Rahmen der be st eh em den Gesetze erreicht wird, und das wird mindestens zum Teil bedingt durch den Spruch des Staatsgerichtshofs, der logischerweise zwar eine Kritik über Vergangenes nicht enthalten kann, weil nach Artikel 48 das Eingreifen des Reichspräsidenten in dessen subjektives Ermessen gestellt ist, das einer sachlichen Rachprüfung nicht unterliegen kann, weil aber doch vielleicht der Staatsgerichtshof für künftige Fälle Richtlinien aufstellt, die eine Einschränkung der Bewegungsfreiheit der Reichsregierung enthalten kön- gelungen, den Widerstand der aufständischen Bauern zu brechen und auch die Agrarwirtschaft in großem Maße kollektivistisch aufzuziohen. Er hat aber wieder die trübe Erfahrung machen müssen, daß die Folge ein rapides Rachlassen der Produktion ist, weil das Kollektiv gerade qualitativ nicht entfernt das zu leisten Derrnag wie der einzelne Bauer. Deshalb war die Forderung der „agrarischen Fraktion", die sich um Sinowjew und Kamenew gebildet hatte, auf die Wiederherstellung der Privatwirtschaft, auf die Reuschaffung des Bauern gerichtet, weil sonst die Gefahr einer allgemeinen Hungersnot in nächste Rähe rückte. Dieses Zugeständnis hat Stalin gemacht. und dann gleichzeitig die Wortführer der Opposition kaltaestellt. Fraglich aber, ob mit solchen halben Maßregeln die steigende Unzufriedenheit aus dem Lande noch zu bannen ist. Die ganze Entwicklung in Rußland drängt dahin, daß das bäuerliche Proletariat, das sich nicht so leicht beherrschen läßt wie das industrielle, sich mehr in den. Vordergrund schiebt, daß die Aufrechterhaltung des zentralistischen Shstems auf dem Lande immer unmöglicher wird und von hier aus eines Tages der entscheidende Stoß gegen die Stalinsche Diktatur erfolgt. Durch Gc- walbmaßregeln kann Stalin vielleicht für kur^e Zeit, aber nicht auf die Dauer das Verhängms bannen. ■nen. . „ Wenn also von Reichs wegen letzt eine Vereinheitlichung angestrebt wird, dann kann sie immer nur ein Provisorium darstellen, entweder in Form eines Staatsvertrages zwischen dem Reich und Preußen oder in Form einer Derwaltungs- maßnahme. Sie wäre etwa in der Richtung zu suchen, daß die preußischen Ministerien bis auf das Kultusministerium, das Innenministerium und das Finanzministerium verschwinden, während alle übrige Arbeit von den zuständigen Reichsressorts geleistet wird und die preußischen Minister als Minister ohne Portefeuille in das Deichskabinett eintreten. Der Reichskanzler wäre dann gleichzeitig preußischer Ministerpräsident und die Homogenität damit sichergestellt. Das bedingt aber auch weiterhin eine Ausschaltung des Landtages. Eine endgültige Regelung kann nur im Rahmen der Reichsreform gefunden werden. Deshalb ist es logisch, wenn das Reichskabinett seine Reformpläne beschleunigt und schon in wenigen Wochen fertig stellen will, um damit das Grundproblem der Kräfteverteilung polnische Abfuhr in Genf. Minderheiten „Beschwerden"aegenDeuisch- land vom Bölkcrbundsrat abgewiesen. Genf, 13. Oft. (TU.) Im Völkerbunds rat kam es am Donnerstag zu einer interessanten Aussprache über die Lage der polnischen Minderheiten in Oberschlesien auf Grund zweier Beschwerden des Polenverbandes in Oppeln. Das außerordentlich umfangreiche Beschwerdematerial des Polenverbandes besteht ausschließlich aus völlig nichtigen und unbegründeten Klagen, die in einem ausgesprochen anmaßenden Tone abgefaht sind. Die preußische Staatsregierung hat zu den Beschwerden in einer eingehenden Denkschrift Stellung genommen und die Klagen als völlig unbegründet abge- wiesen. Der japanische Berichterstatter Ragaoka legte dem Völkerbundsrat einen Bericht vor, der gleichfalls eine restlose Zurückweisung sämtlicher polnischen Klagen bedeutet. Dieser Bericht stellt fest, daß für über die Hälfte der polnischen Klagen eine Behandlung vor dem Dölkerbundsrat nickt in Frage kommen könne, da die Vorkommnisse außerhalb des Zu- ständigkeitsbereiches der Genfer Minderheitenkonvention von 1922 lägen. Der Berichterstatter schlug dem Rat vor, für den geringeren Rest der Klagen eine Behandlung abzulehnen und den Generalsekretär zu beauftragen, diese der deutschen Regierung für die Erledigung durch das lokale Verfahren zu übermitteln. Der polnische Außenminister Zaleski gab hierzu eine kurze Erklärung ab, in der er wiederum eine Verallgemeinerung des Minderheitenschutzes auf alle Minderheiten forderte. Der deutsche Vertreter, Gesandter v. Rosenberg, erwiderte in deutscher Sprache, die polnische Minderheit in Oberschlesien habe durch die Einbringung dieser Klagen ihre Defugnisse weit überschritten. Sowohl der Sache des Völkerbundes, wie der der Minderheiten werde ein schlechter Dienst erwiesen, wenn die beschwerdeführende Minderheit, wie im vorliegenden Falle, unberechtigte und unbegründete Klagen vorbringe, Ereignisse aus der Vergangenheit auftrage, die bereits vor Jahr und Tag vor internationalen Instanzen entschieden seien und obendrein ihre 'Beschwerde in einem wenig angemessenen Ton halte. — Ohne Aussprache I wurde darauf der Bericht des japanischen Berichterstatters angenommen. Die deutsche Agrarbeschwerde gegen polen wieder vertagt. Stalin hat wieder einmal in seiner Partei- zentrale Großreinemachen abhalten müssen. Er stand der Gefahr einer Meuterei gegenüber und hat zu der schon oft gewählten Methode seine Zuflucht nehmen müssen, daß er die Forderungen der Unzufriedenen weitgehend erfüllte, ihnen also den Wind aus den Segeln nahm, so daß sie ihre Propaganda nicht weiter fortsetzen konnten, sie selbst aber aus der Partei ausgestoßen. Diesmal hat eine Gruppe das Los getroffen, die bei der seltsamen Entwicklung der Partei zur Zeit wohl als der rechte Flügel zu bezeichnen ist; unter Führung so altverdienter Bolschewiken wie Kamenew und Sinowjews Sie sind gemaßregelt und werden das Schicksal Trotzkis teilen, da sie bei der straffen Disziplin der ganzen kommunistischen Organisation mit) bei der ausgedehnten Gefolgschaft, auf die Stalin sich in den Zentralinstanzen verlassen kann, keine Möglichkeit haben, sich innerhalb der Partei selbst durchzusetzen. . L . ..... Fraglich aber, ob damit die Meuterei endgültig zu Boden geschlagen ist. Man wird ^Stalin lassen müssen, daß er ein ungewöhnliches Geschick in der taktischen Behandlung feiner ver,chiedenen Widersacher an den Tag gelegt hat, nur daß eben materiell seine Stellung immer schwacher wird, weil die Verzweiflungsstiinmung im Lande wachst und der Glaube an die besseren Zeiten, die nach Abschluß des Fünfjahresplanes kommen sollten, mehr und mehr im Schwinden begriffen ist. Zu- I mal aus dem Lande, wo der Bolschewismus nie I jo recht, heimisch gewo.rden, M tit Uw Lwar | Genf, 13. Okt. (TU.) Dem Völkerbundsrat teilte der Berichterstatter für die Minderheiten- ucunu uu» uw....... । fragen, der japanische BotschafterRag a cka, mit, innerhalb des Reiches und in dem Verhältnis daß der vom Volkerbundsrat unter seinem Vorsitz zwischen Reich und Preußen ganz neu zu or- eingesetzte Dreierausschuß, dem dw italiemschen annißeren. und englischen Kroniunsten P i l o t t i und Mal- ä • I f in angehören, trotz eingehender Beratungen m wprud,.°°s Staat erhebt, muß g er J5re S.ntur aefeö- I 'S>entfcf)turnö in g&olen abzuschlietzen. Er werden. Bewahrung und Pf ege der Kultur geho- b0antragt€ diese Frage auf die Ratstagung vom ren allo ebenfalls zu den Aufgaben des Staate. November zu verschieben. Dieser Vorschlag Denn der Staat hat mehr zu fern als die buro- angenommen. kratische Derwaltungsmaschine aller Burger, ihm Dreierausschuß wird der deutschen Regie- ift darüber hinaus die 'Serantmortungjur Die kill- r ben Entwurf des Berichts bald überreichen, turelle Gestalt übertragen in der Volk vor de $a es sich hierbei um die weit trag ende Frage der anderen Nationen auftrift und sich erhebt. Die Au - Entwurzelung des deutschen Grundfassung aller formaldemokratischen Kreise, die Kul- ^sitzes in den abgetrennten Gebie- turpvlitik gehöre nicht zu den Aufgaben des Staa- hudelt, [0 ist dringend eine sorgfältigePrü- tes, ist irrig. Tragt der Staat den kulturellen Er- bc$ Berichts erforderlich. Da die Arbeiten sordernissen des Volkes keine Rechnung, entzieht er Dreierausschusses infolge des umfangreichen sich hier seiner Aufgabe, fo ist eine allgemeine tub ___________ turelle Verwilderung die Folge. Anderseits lassen sich —- wahre Sittlichkeit und echte Kultur nicht auf dem <- m ... ccrt.r n ßi n n I hie 1 solch- auüerorbentüdien Ausgaben, daß fie uberfluf- Ächw-chten V Wirtschaft I Hfler uni, nur äußerlich wirkender Erlasse md)t »"4^^ für fej|1/3utu'nir 6oll L war das schaust« Dvrrecht früherer Her.. M» Wart van den .inneren Kräften- nicht eine scher, die ihre Fürstenwürde richtig auffaßten. Phrase bleiben so if xult ur p ol'i t i s ch e n Förderer der Künste, der Kultur und der Wusen- Staat sich zu ein er z’j h J>rhirhf schäften zu sein. Die Blütezeit des deutschen Gei- Führung> aAvafft. W b.h I stes in jenen 50 Jahren von Bachs Tod bis zum hat, ist er jebenfaU* über Ansage nicyl ipnausge Verklingen Beethovens und Goethes ist nicht tommen. . mn un F = denkbar ohne jene reiche Förderung durch den Dies gilt " erster L Mg^erkrieg der Bü- Staat, der sich allerdings damals in einigen re fo rm be.5 $ (ml ©teUenumbefehunaen il't weitsichtigen und sich kulturell verantwortlich roErntie versackt ist. N>t Reuernann- fühlenden Fürsten verkörperte. Staat und Kultur es nicht :m ™ ^formen lassen sich nun einmal nicht trennen, denn der ten sich als unfähig ' ' f Regierung Ausbau der Schulen ist z. B. ebenso eine innen- durchzufuhren. Zum Resor 9 fl Politisch entscheidende Angelegenheit, wie die För- gehört die Erne u e r u fl 9 derung der aner' muten Meister und aufstreben- zählt der Umbau d er U Nlversi taten und den Talente zu den repräsentativen Pflichten H o ch s ch u l e n. 2luch hier a ick eines Staates gegenüber dem Ausland gehört. Schematismus nur "erder . «9 Es ist in der letzten Zeit der Reichsregierung sich immer bewußt 1 der Vorwurf gemacht worden, sie erweise sich als dem Boden ei^er Ges n g und ch unfähig, eine planmäßige und wirklich großherzige Festigkeit wachst. Der ku Ci 1 tz I > Kulturpolitik zu betreiben. Diese Angriffe rühren noch star^r als der po it.schc, öie gumm eines bezeichnenderweise nicht nur von Links her, sondern Staates. Niemals darf die ■ ci’n es sind vorwiegend kulturpolitisch rechts stehende ten Rad am Magen werden, Hoffnung hin- Kreise, die mit zunehmender Bestürzung seststellen, autoritativer Staat der trug ßhen ^.Yofs wie die Regierung staatliche Fuhrungsnufgaben mit geben, daß d'e ^aatsmacht Geistigkeit bureaukralischen Verwaltungsrnahnahmen verwech I ohne in der kulturellen Inner ch seit. Als das PräMalkabinett berufen wurde, klei- • des Volles LU wurzeln,. -Staun und Severing zur SPD- bzw. das Der- hältnis der SPD. zur KPD.) neben der allgemein überaus gespannten Lage und neben anderen Einzeltatbeständen mit zu den Maßnahmen vom 20. 3uü Veranlassung gegeben haben. Das Wort Schuld, soweit es in diesem Zusammenhang verwendet wurde, soll aber nicht den strasrechtlichen Begriff in sich schließen. Die Verordnung vom 20. Juli ist a l s eine vorübergehende Maßnahme gedacht und nicht auf die Dauer berechnet- Wie die Reichsregierung und der Reichskanzler wiederholt ausgesprochen haben, ist es der dringende Wunsch der Reichsregierung, den gegenwärtigen außerordentlichen Zustand durch einen normalen Zustand baldigst erseht zu sehen. Reichsgerichtspräsident Dr. B u m t e legte der Vertretung Der Reichsregierung nahe, etwas Näheres über die Frage zu sagen, ob damit gerechnet werden könne, daß in absehbarer Zeit das preußische Reichskommissariat ein Ende finde; ob man schon näheres darüber sagen könne, welche Voraus- s e ß u n g e n insbesondere im Preußischen Landtag in der Frage Der Regierungsbildung «irrtreten müßten ehe man sich zu einer Aufhebung der Verordnung entschließen kann. Es beginnt nunmehr die Erörterung von Absatz 2 des Art. 48, der von der Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit handelt. Präsident Dr. Bumke macht auf die preußische Auffassung aufmerksam, die dahin geht, daß es dem Reich nicht auf die Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit ankam, weil das Reich nur in Preußen einbegriffen habe, obwohl auch in anderen Staaten die Ovdnung gleichermaßen gestört gewesen wäre. Auch trage die Reichsregierung selbst an der Störung der Ordnung und Sicherheit die Schuld wogen Aushebung des Unisormverbots. Ministerialdirektor Dr. Brecht hob hervor,'daß bereits seit Jahren Unruhen im ganzen Reiche beständen, aber allein gegenPreu- ßen habe sich das Reich entschlossen, mit dem Aus- nahmerecht des Artikels 48 Absatz 2 vorzugehen. Preußen verlange daher auch in diesem Zusammen hange die Aufhebung der Verordnung vom 20. Juli und wende sich ausdrücklich gegen die Ungleichmäßigkeit der Behandlung der Länder durch das Reich, die zum Nachteil Preußens festzustellen sei, Für das Reich wandte sich Prof. Dr. Schmitt gegen die Auffassung, daß das Reich gegen andere Länder, wo die gleichen Voraussetzungen vorliegen, ebenso hätte einschreiten müssen wie gegen Preußen andernfalls das Einschreiten gegen Preußen rechtswidrig fei. Auf einen Zwischenruf Ministerialdirektors Dr. Brecht: „In Oldenburg wohnt es sich für Andersdenkende nicht angenehm!" erklärt Prof. Dr. Schmitt, man schieße bekanntlich mit Kanonen nicht nach Spatzen. Wenn eine Regierung des Landes Preußen mit einem derartigen Machtapparat hinter sich in dieser Weise eine mitwirkende Ursache für die Störung der öffentlichen Ruhe und Ordnung ab gäbe, Dann sei es etwas anderes, als wenn dies in einem kleinen Lande wie Oldenburg geschehe. Der Umfang und Die Größe der politischen Gefahr sei das entscheidende. Wenn irgendwo der Satz gilt: ..Wenn zwei dasselbe tun, ist es nicht dasselbe", dann sei es in einer solchen Gefahrenlage. Anschließend trat Ministerialdirektor Gott- Heiner Der Aufsagung entgegen, als ob Die Reichsregierung durch Die Aufhebung Des Uniform- und Des SA. -Verbots selbst D'e Zustände verschuldet habe, die ein Einschreiten auf Grund des Artikels 48 erforderlich gemacht habe. Sie 'et der Auffassung, daß Die Zu- stänDe, die bereits seit geraumer Zeit in Deutschland herrschten, nämlich die Zu stände einer völlig einseitigen Behandlung einer großen nationalen Bewegung, einen Erregungsstoff geschaffen hätten, von dem die Gefahr bestand, daß er sich eines Tages explosiv geltend machen könne. Die Reichsregierung habe es aus diesem Grunde für angezeigt und notwendig erachtet, ein Ventil zu schaffen. Ministerialdirektor Dr. Gottheiner gab ein Telegramm des Reichsinnenministers Freiherrn von Gayl bekannt, in dem es u. a. heißt: .Die im Staatsgerichtshof vorgelegten Darlegungen des Herrn Ministers Severing bestätigen voll die wesentlichsten Punkte meiner Gegen Den Terror im politischen Minnngskomps. Eine Entschließung des Vereins Deutscher Zeitungsverleger. Berlin, 13. Oft. (VDZ.) Am 12. Oktober hielt der Verein Deutscher Zeitungsverleger feine ordentliche Hauptversammlung in Berlin ab Die Tagung beschränkte sich auf die sachliche Arbeit. Der Dorsihende, Kommerzienrat Dr. Krumbhaar, entwarf ein Bild der Lage des deutschen Zeitungswesens. Im Anschluß Daran wurden die aus den verschiedensten Teilen des Deiches und aus den verschiedensten politischen Lagern immer stärker laut werdenden Beschwerden über die in Deutschland bisher unbekannte 21 n - Wendung von Mitteln des Terrors im Meinungskampf erörtert. Gegen diese Bedrängung sowohl der Zeitungen wie ihrer Leser und Inserenten faßte die Hauptversammlung eine Entschließung, in der es heißt: „Wit Dem Wachsen Der Parteileidenschaften und mit der Verwilderung der politischen Kämpfe mehren sich Die Fälle terroristischerHand- lungen gegen d i e Meinungsfreiheit der Persönlichkeit. Dem Verein Deutscher Zeitungsverleger gehen andauernd Mitteilungen zu über Versuche, durch Androhung persönlicher oder wirtschaftlicher Schädigungen schwerster Art weiten Kreisen der Bevölkerung die Zeitungen diktatorisch vorzuschreiben, die sie lesen müssen, oder Zeitungen zu verbieten, die sie nicht lesen dürfen, wenn sie früheren Angaben. .... Ich habe von der Unter- reöung den mich stark berührenden Eindruck mitgenommen, baß ein politisch so erfahrener Mann wie Herr Severing den Ernst der Lage im Iuni 1 9 3 2 ähnlich beurteilte w i e ich selbst, und bafj er selbst auf einen Weg wies, um ihr zu begegnen. Es ist selbstverständlich, daß Herr Minister Severing nicht zu den Maßnahmen, die ich damals noch gar nicht übersehen oder erwägen konnte, mich „gedrängt" hat. Eine derartige Behauptung ist auch niemals aufgestellt worden ..." Ministerialdirektor Gottheiner gab weiter bekannt : Der Herr Reichskanzler v. Papen hat mich telephonisch beauftragt, zu erklären. Verhandlungen oder Vereinbarungen der in der Erklärung des Vertreters der Reichsregierung vom 11. Oktober 1932 bezeichneten Art sind weder von mir persönlich, noch in meinem Auftrage durch Mittelspersonen erfolgt, und zwar auch nicht vor meinem Amtsantritt als Reichskanzler. (gez.) v. Papen. Dr. Gottheiner fügt hinzu, Der Reichskanzler lege Wert Darauf, darauf hinzuweisen, daß er sich alsbald nach seinem Amtsantritt ernstlich b e - m ü h t habe, durch Verhandlungen mit Den Parteien des Preußischen Landtags die Wahl eines preußischen Ministerpräsiden- ten z u beschleunigen. DieMderung derAotverordnung Ern Winterzuschla?; in der Arbeitslosenunterstützung. Berlin, 13. Oft. (TU.) Das Reichskabinett wird sich bereits am Freitag mit Den geplanten Milderungen der durch die Rotverordnung vom 16. Iuni 1932 erfolgten Rentenkürzungen beschäftigen. Die vom Reichsarbeitsmini- fterium ausgearbeiteten, Vorschläge gehen bezüglich Der Arbeitslosenunterstützung dahin, sürdie Wintermonate (Rovember 1932 bis März 1933) einen nach dem Familienstand gestaffelten Zuschlag zu den gegenwärtigen Unter- stühungssätzen zu gewähren. Weiter ist geplant, die Härten auszugleichen, die sich aus Der verschiedenartigen Berechnung der Unter- stühung nach Gemeindegroße und Ortsklasse ergeben. Schließlich ist die Wiedereinführung gewisser Mehrleistungen der Krankenkasse vorgesehen. — BeiderUnfallver- s i ch e r u n g und bei den Renten der übrigen Ber- sich nicht Den Folgen beruflicher 21 ech - tung oder wirtschaftlichen Boykotts aussetzen wollen. Mit solchen ungeiftigen Waffen soll in unzähligen Fällen des privaten Lebens erreicht werden, was mit den Mitteln der körperlichen Gewalt in den politischen Versammlungen erkämpft werden soll, die Unterdrückung der freien Meinung durch die Mittel der Gewalt. Durch solche Schreckmittel wird nicht nur Die Freiheit Der Presse gewaltsam eingeengt, fon- Dern durch Die Spekulation auf die Schwäche und Die Bedrohung mit schweren wirtschaftlichen, beruflichen und persönlichen Verletzungen eine immer weiter um sich greifende Korruption des öffentlichen Lebens geschaffen. Die sich auch sittlich und kulturell gegen tiefe Lebensinteressen Des deutschen Volkes auswirken muß. Auf diese Gefahren aufmerksam zu machen, erscheint uns dringend notwendig. Dem Terror muß die gesetzliche Gewalt, der Unterdrückung der Meinungsfreiheit Die vereinte Ueberzeugungskraft aller Derer entgegengestellt werden, Die nicht wollen, daß in Deutschland die Sittenverwilderung sich noch weiter ausbreite. Die freie Meinungsbildung unterdrückt und die Wirtschaft äufs schwerste geschädigt werde." sicherungsanstalten (Reichsversicherung für Angestellte usw.) sind gleichfalls Milderungen in Aussicht genommen. Einzelheiten über das Ausmaß Dieser Mehrleistungen stehen noch nicht fest. In welchem Umfange das Reichskabinett sich Die Vorschläge Des Reichsarbeitsministeriums zu eigen machen wird, bleibt abzuwarten. Ausschlaggebend für die Beschlüsse des Kabinetts in Dieser Hinsicht Dürften die finanziellen Auswirkung e n der Neuregelung sein. Die am Mittwoch begonnenen Besprechungen des Reichsarbeitsministers mit den Gewerkschaften und Den übrigen interessierten Verbänden über die geplanten Maßnahmen sollen am Samstag fortgesetzt werden. Einführung DerGchla^isteuer in Hessen. D a r m ft a D t, 13. Off. (WHP.) In Der heutigen «itzung teilte die Regierung Dem Finanzausschuß Die von ihr beabsichtigte DerorDnung über Die Einführung Der Scylachtsteucr in Hessen mit. Der Finanzminister wies Darauf hin, Daß nunmehr in fa st allen anDeren LänDern Die Schlachtsteuer eingeführt sei. Die hessische Regierung befinde sich Deshalb geraDezu in einer Zwangslage, zur Deckung Des Durch Den Min- derertrag bei Den Reichssteuerüberweisungen ent- stehenden Ausfalls im Staatsvoranschlag auch Die ^chlachtsteuer heranzuziehen. Sie habe bisher immer nod) Bedenken getragen, Diese Steuer einzuführen, weil sie gehofft habe. Daß in Der Handlungen ber Länder mit der Reichsregierung sich ein anderer Weg für die Deckung dieses Fehlbetrages finden werde. Diese Hoffnung könne aber nicht mehr bestehen, weil das Reich in seinen Entschließungen auf Die wenigen kleinen Länder, Die bis jetzt noch von dieser Steuer abgesehen haben, keine Rück- ickt nehmen könne. T)ie Frage, ob Die Housch l a ch t u n a Der Steuer entzogen werden olle, sei noch nid)t endgültig geklärt. Es entstehe dadurch nicht nur ein erheblicher Ausfall, sondern es bestehe auch Die Gefahr, Daß Diese Befreiung zu Schwarzschlachtungen ausgenutzt werde. Trotzdem werde die Regierung versuchen, einen Weg zu finden. Der Den Wünschen Des Finanzausschusses Rechnung trage. — Der Fi- ii a n z a u s s ch uß beschloß einstimmig. Die Regierung zu ersuchen, Die Schlachtsteuer in Hessen nicht e i n z u f ii h r e n. Falls jedoch Die Regierung Die Steuer durch Notverordnung in Kraft setzen müßte, sei die Hausschlachtung von ber Schlachtsteuer z u befreien. Bei drei Stimmenthaltungen fand ein nationalsozialistischer Antrag Annahme, bei Der Reichsregierung Vorstellungen zu erheben. Damit Die Kar- ftaDt AG. nicht durch Steuermittel der Gesamtheit saniert werd.-. Ein kommunistischer Antrag auf Einführung von Notstandsarbeiten wurde bei Stimmenthaltung der Nationalsozialisten und des Zentrums der Regierung zur Weiterleitung an die Reichsregierung überwiesen. Ebenfalls bei Stimmenthaltung Der Nationalsozialisten fanD Der loztaldemokratische Antrag auf eine großzügige Arbeitsbeschaffung durch die Reichs- und Länderregierungen Annahme. Die Verwaltungsübersichl der Staatsschuldenoerwaltung für das Rechnungsjahr 1928 wurde gegen die Kommunisten genehmigt. Bei Stimmenthaltung der Nationalsozialisten wurde die Regierungsvorlage über tine ~LC n e r u » 9 der Landesanteile z u den Wrnterbeihilfen 1925 26 bis 1929 30 und Dtc Brennstoffbeschaffungsbeihilfe 1928 29 angenommen. Bei nationalsozialistischer Stimmenthaltung fand ein sozialdemokratischer Antrag Annahme, bei der Re-chsregierung^auf rechtzeitige Auszahlung Der Sozialrentnerunterst u tz u n g e n aus Dem besonderen Unterstützungs- fonds vorstellig zu werden. Der Ausschuß erledigte Dann noch eine Reihe von Eingaben. Aus aller Welt. Der Betrüger Ignaz Hummel — ein polizesi bekannter Einbrecher. Der Schneider Karl Ignaz Hummel, Der sich als den verschollenen Kriegsgefangenen Daubmann ausgegeben hatte, und dessen Identität jetzt einwand- frel seststeht, ist nunmehr ber Freiburger Staatsanwaltschaft zugeführt worden. Die U n t e r such u n g soll mit größter Beschleunigung durchgefithrt werden; trotzdem Dürfte geraume Zeit vergehen, ehe Hummel vor seinen Richtern stehen wird. Die Gc» ruchte, daß Hummel in Endingen Helfershelfer gehabt habe sind unbedingt in das Reich der lZabel zu verweisen. Es kann nach dem bisherigen Stand der Vernehmung als sicher angesehen werden, daß Hummel lediglich Die Absicht hatte, kostenfrei nach Deutschland zurückbefördert zu werden. — Die (Eltern Oskar Daubmanns haben übrigens für ihren vermeintlichen Sohn erhebliche Geldaufwen- düngen gemacht, ohne daß Hummel ihnen diese durch die ihm reichlich zufließenden Mittel ersetzte. Sie haben dieser Tage bereits die Barschaft und das Sparkassenguthaben von Hummel beschlagnahmen lassen. ♦ Wie die Schweizerische Depeschenagentur mitteilt, 'st der Betrüger Hummel in Basel fein llnbefann- ter. Die Baseler Kriminalpolizei hat verschiedene Male mit Hummel zu tun gehabt. Gegen den Verbrecher besteht auch ein Ausweisungsbe- schluß, der erst im Jahre 1937 abläuft. Hummel hat sich in Basel vornehmlich als Einbrecher betätigt. „(Btaf Zeppelin" auf ber Fahrt nach Rio de Janeiro. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist zur Weiterfahrt von Pernambuco nach Rio De Ianeiro auf gestiegen. An Bord befinden sich u. a. Generaldirektor Dorpmüller von der Deutschen Renchsbahngesellschaft und Ministerialdirektor Brandenburg vom Reichsverkehrsministe- mim. Am 20. Oktober wird das Luftschiff mit Dr. Eckener an Bord in Friedrichshafen wieder zuruckerwartet. Dr. Eckener hat seinen dreiwöchigen Aufenthalt in Rio de Ianeiro dazu benutzt, um dort den regelmäßigen ganzjährigen Zeppelinverkehr nach Südamerika vorzubereiten. Er traf mit den brasilianischen Behörden ein vorläufiges Abkommen auf Errichtung eines Ankermastes in Rio de Iane- iro. das später als Endstation der Atlantikflüge ausersehen ist. Eine weitere Reise nach Südamerika, die ursprünglich nicht vorgesehen war, wird am 24. Oktober von Friedrichshafen angetreten werden. Dies wird die letzte diesjährige Südamerikafahrt des Luftschiffes fein. Geemannsgarn. Von Bruno Manuel. In jedem Seeroman kommt mindestens ein Matrose vor, der, im Mastkorb sitzend, „Land ahoi!" ruft, worauf sich Die alten Seeleute weinend in die Arme fallen und mit tränenerstickter Stimme ihre jeweilige Rationalhymne fingen. Schriftsteller zur See, die einigermaßen Gewicht auf Glaubwürdigkeit legen, lassen Die Matrosen nach getaner Arbeit in die Kajüte gehen, etliche Dutzend steife Grogs trinken und dazu einen Eeemannstabak rauchen, bei dessen Stärke Die Bullaugen blau anlaufen. Einigermaßen anders sehen die Schilderungen aber aus. wenn der Schriftsteller zur Scc zufällig das Seemannsleben aus eigener Erfahrung kennt. Dann werden, wie es beispielsweise bei Ewald Gerhard öe öliger Der Fall ist, Raufereien nach Möglichkeit vermieden. Seeliger schildert in seiner Geschichte vom Paradies der Südsee, wie Klaas Lehmkuhl sich mit seinem Freunde Hein Krukenbarg jeden Morgen nach getaner Arbeit auf dem kleinen Berg traf, wo Die schönste Aussicht war, und sie Sechsundsechzig spielten. „Worum geht's?" fraafc Klaas, der im Ge- Winnen war. In Sankt Pauli hat er nur um Geld gespielt. Auf dieser Insel aber gab es leinen Pfennig. „Ach was!" antwortete Hein, „spielen wir um Backpfeifen. Wer eine Partie gewonnen hat, darf dem andern eine reinhauen!" •■Soll mir recht fein!“ erwiderte Klaas gleich- gültig. Gr gewann, schlug aber nicht zu. „Rann?" fragte Hein, ..warum haust du nicht?" „Rein", sagte Klaas, „ich heb mir das auf. Du kannst sie mir ja wieder abgewinnen." So haben diese beiden, im Gegenfcch zu den Matrosen in Seemannsromanen, sich nie geprügelt. Matrosen sind auch sentimental. Bevor Ringe l n a tz als Mariner in den Krieg zog, machte er weinend sein Testament, sintemalen er doch binnen Kurze untergehen würde. Es wurde ein sulininan'tes Dokument, gerichtet an Die Adresse ,cVlcr '^.aute Michel. Er setzte sie zur ilnmerfal- "bnr tonet sichtbaren und unsichtbaren Hinter- llufenichaft em inklusive sämtlicher Schulden Er legte in bewegten Worten seine Stellung zum Tode nieder. Gab zu. viel Boses getan zu haben waS chm Gott verzeihen möge. Ünö schickte sich 3um Tod an. Wochen später sehen wir ihn in Wilhelmshaven. Er ist noch vollkommen am Leben. Auch sitzt er nach wie vor auf Dem Trockenen. ilnD feine Aufgabe war es, tagelang auf Befehl seines Vorgesetzten Kartoffeln zu schälen, wobei er zur Belebung dieser kriegerischen Tätigkeit das Lied fang: „Stürmisch Die Rächt, unD Die Dee geht hoch!" Mark Twain, Der älteste unter Den großen Abenteurern Der Meere, war nicht Matrose. Er betrachtet Die Schiffahrt mit Den Augen Des Passagiers- Er hat markante Beobachtungen gemacht. Bei seinem Bummel Durch Das Mittelmeer fiel ihm das lle&crmafj an Seekranken und Kapitänen auf. Wo er ging und stand, traf er entweder Seereisende, Die Die Herrschaft über wren Magen verloren hatten, oder Männer mit goldener Borte auf Dem Aermel. Es erschienen ehrwürdige Fossile, bis zum Kinn eingemummt wie Mumien, Die von Den Stoßen des Schiffs Mark Twain in die Arme befördert wurden. „Guten Morgen", sagte er Dann, „schönes Wetter heute." Aber die Veteranen des hohen Seegangs legten Die Hand mit beschwörender Geste auf den Magen und murmelten: „O mein Gott'" Stundenlang wurde Mark Twain mit alten Herren bombardiert, die nichts anderes als „O mein Gott!" herausbringen konnten. Da es aber eine Vergnügungsreise sein sollte, begab sich Mark Twain in einen Raum, an dessen Tür „Eintritt verboten!" stand. Dort setzte er sich, rauchte emo Zigarre und fühlte sich ziemlich wohl. Dis jemand eintrat und „Das geht nun aber doch nicht", sagte, „Können Sie denn nicht lesen, was an Der Tür steht?" IlnD Das war ein Kopistin. Mark Twain ging weiter. Er sah auf einem Pult ein langes Fernglas stehen und griff danach. „Liegen lassen. Kommen Sie Doch gefälligst Da weg!" rief eine Stimme. Das war noch ein Kapitän. Dann hielt es Mark Twain für passenD. mit einem Taschenmesser am Treppengeländer herumzuschnitzen, bis eine mahnende Stimme ihn anrief: „3a. bester Freund, wissen Sie wirklich nichts besseres anzufangen?" Mark Twain erfuhr, daß auch dies ein Kapitän war. Wohin er seine Schritte lenkte, überall stieß er. wenn nicht auf Seekranke, so Doch minDestens auf Kapitäne. Er fragte einen StewarD: „Glauben ©ic. Daß ich es wagen konnte, hier einen Ziegel- ftein in irgenDeincr Richtung zu werfen, ohne oabci irgendeinen Kapitän zu erschlagen?" — »Wem Herr, Das weiß ich picht", tagle Des * Steward, „vielleicht fragen Sie Den Wachkapitän. Der geraDe Des Weges kommt.“ • Kapitänleutnant v. K. hat Die Revolution in Haiti miterlebt. Darüber erzählt er in seinen Erinnerungen. Run ist es nichts besonDeres. Die Revolution in Haiti miterlebt zu haben. Denn sie finDet Dort ungefähr jeDes Iahr statt. 2Tber einmal tourDe v. K. mit seinem Kriegsschiffe hinbeordert. um Das Leben Der Haiti-Deutschen zu schützen. GraDe booteten sie Die LanDungstruppe aus, als der Statspräsident von seinen meuternden Truppen vertrieben wurde. Plötzlich fing das Fort, das oberhalb der Stadt lag, an zu schießen v- K. erschrak und erwartete Granataufschläge. Denn offenbar nahmen sie seine Pi- nasse unter Feuer, die gerade im Hafen festmachte. Plötzlich erscheint eine seltsame Kavalkade: Reiter, Wagen, Soldaten und Volk. Aus Dem Wagen springt ein Reger im Cutaway, fleht daß^deutsche Kriegsschiff um Schuh an, besteigt Die Pinasse und bittet im Rarnen von Hgiti. an DorD gebracht zu werben. Dies geschieht unter Dem Donner Der Küstengeschütze. Es tourDe aber nicht scharf geschossen. Der Reger in der Pinasse toar der gestürzte Präsident von Haiti. 11 nb die Festungskanoniere. die ihn fliehen sahen, begleiteten seinen Abgang mit einem Freudensalut. • Dann ist Da noch Der Seebär Willi Steine r t., Er kennt Geschichten, die sich gewaschen haben. Auch er ist ein ehrlicher Mensch; er glaubt kein Wort von dem. was er erzählt, weshalb er sich im Kreise Der großen ®arn- spinner würdig sehen lassen kann. Steinert toar u. a. auch Taucher. Einmal galt es, einen vor ORitau gesunkenen Dampfer zu untersuchen. Auf dem Wege durch das Schiff fand Steinert eine Flasche Kognak. Angeblich fand er gleich daraus aber auch einen Raum, der noch mit Luft angefüllt toar. fo daß er den Taucherhelm abschrauben und den Kognak mit einem Satz heruntertrinken konnte. Dann setzte er den Helm wieder auf und arbeitete toeitcr. Als er an Bord des Taucherfahrzeugs geholt wurde und die Mannschaft ihm den Helm abnahm, staunte sie nicht wenig über die Wolle pon Kognakduft, Die ihr entgegenschoh. Steinert fiel, nachdem er die bleiernen Stiefel aushatte, glatt zu Boden. So benebelt toar er. ilnD er behauptet, noch heute betrachte man es an der getarnten Ostseeküste als ein Rätsel, wovon er betrunken geworben sei.. Tonfilm-Operette. „Ein bißchen Liebe für b i ch" heißt Die neue Tonfilm-Operette Der Emelka. Wir haben ihre Urform bereits vor einiger Zeit hier auf dem Theater gesehen: Das Lustspiel „Geschäft mit Amerika" von Hirschseld und Frank. Man erinnert sich wohl noch an Den Streit zwischen Den Ehegatten um Das Schoßhündchen und an Den schwankhaften Rollentausch zwischen Privatsekretärin und gnädiger Fran — dein guten Geschäft mit Amerika zuliebe. Die Fabel ist in den Grundzügen beibehalten, aber Die Komödie Der Irrungen auf der Bühne wurde von der Filmregie (Max N e u f e l d) operettenmäßig ausgebaut, erweitert und mit allerlei Episoden und Schlagern verziert, von denen einer dem Ganzen den Namen gab. Es wird übrigens hübsch und angeregt gespielt; die vertauschten Frauen sind Lee P a r r i) (Clary) Die unseres Wissens hier zum erstenmal in einem deutschen Tonfilm erscheint, unD Die nieDliche MagDa Schneider. Sehr lustig Hermann Thi - miß, Der hier eine ähnliche Rolle hat wie seinerzeit in Der „Privatsekretärin", unD Georg Hieran- Der als Drollig kauderwelschender Onkel aus Amerika. Die Musik stammt von Paul Abraham, der ja über gediegene Erfahrung auf dem Spezialgebiet Der Tonfilm-Operette verfügt. Die Neuigkeit, seit gestern im Lichtspielhaus, fand bei gutem Besuch eine sehr freundliche Aufnahme — Vieh als Gtudiengeld. Die Tochter eines amerikanischen Farmers, Elena Percy, hatte nur einen Wunsch: sie wollte zur Universität gehen unD eine berühmte Aerztin werden. Der Datcr wollte seinem Kinde diesen Wunsch gern gewähren, verfügte nur leider nicht über die Barmittel, um Die teuren ßtubiengebüp- ren bezahlen zu können. 2lber Elena verfiel auf einen Ausweg. Sie erbat sich von ihrem 2kitcr neun Rinder, die er ihr kopfschüttelnd und ungläubig gab. Sie aber sattelte ein Pferd und ritt. Die kleine Herde vor sich hertreibend. Damit zur llni» fcerfität Lvuisana unD bot Dort Die Tiere al- Ersah für Studiengelder an. Zuerst lachte man sie au«, aber schließlich hatte man Mitleid mit Dem Mädchen, nahm das immerhin seltsame Tauschobjekt an und lieh sie zur Universität zu. Lochschulnacknchten. Professor Dr. HanS Teschemacher an ber Universität Tübingen hat einen Ruf auf Den durch Den Weggang von Professor Schumpeter an Der Universität Bonn erlcDigtcn Lehrstuhl für wirtfchasllichtz Staatstoisjenschaxzen erhaltLL I kreise Aus der Provinzialhauptstadt Millio- in dem 5en, die, frühzeitig und richtig behandelt, sich meist ganz beseitigen lassen. Bei sachgemäßer Be- der Betrag, der von 1930 ab auf 1,2 nen Mark erhöht werden sollte, wurde neuen Straßengeseh vorgesehen. Behörden die offizielle Mitteilung gelangen lieh, daß sich kein deutscher Kriegsgefangener mehr auf französischem Gebiet befindet, muhte man dem Glauben schenken, denn für Frankreich bestand doch offenbar kein Anlaß, Gefangene zu verheimlichen, auch dann nicht, wenn es sich um Leute gehandelt hätte, die straffällig geworden und zu Freiheitsstrafen verurteilt worden waren. Um so größer war das Aufsehen, als Daubmann, oder wie er richtig heiht, Christian Hummel, in End in gen auf tauchte und behauptete, als der letzte deutsche Kriegsgefangene aus einem französischen Kolonialgefängnis entflohen zu sein. Um so stärker waren aber auch die Zweifel, und Frankreich hatte selbst das größte Interesse an der vollständigen Aufklärung dieses Falles, denn es konnte Frankreich nicht gleichgültig bleiben, daß es durch Daubmann in den Verdacht geriet, die militärischen Angelegenheiten des Weltkriegs nicht so liquidiert zu haben, wie es dem Ansehen einer Kulturnation entspricht. Die Aeichsbehörden teilten die Zweifel der französischen Regierung, ebenso wie die badischen Behörden, und liehen nicht nach, Daubmann alias Hummel weiter zu beobachten. Seht das Geschick, das Daubmann bei Inszenierung des Betruges entfaltet hat, in Erstaunen. denn wieviel Orts- und Personenkenntniise muhte er sammeln, um seine Rolle spielen zu können, so verdient die Energie, mit der er bestrebt war, die behördlichen Zweifel zu zerstreuen, nicht geringere Bewunderung. Als er heimkam, z w e i f e l t e a l s e r st e D a u b m a n n s Mu t- t e r. Die mütterlichen Zweifel wußte er durch den Hinweis aus eine bestimmte Rarbe zu zerstreuen. Ein Kriegskamerad, der gesehen hatte, wie der wirkliche Daubmann im Felde von einer Kugel getroffen zusammenbrach und der Mutter den Tod Daubmanns gemeldet hatte, erklärte Daubmann zuerst für einen S ch w ' n d l e r. Spater war der Kriegskamerad von dem fcnschen Daubmann so beeinflußt, daß er zugab. sich, geirrt zu haben, als er feinen Kameraden Daubmann neben sich fallen sah. Solche Irrtümer sind möglich und im Kriege auch häufig vorge^ kommen. Im Durcheinander des Kampsgetummels wurde schnell ein Frontkämpfer in der Schreibstube als gefallen gemeldet. Aber Daubmann, der falsche, wußte auch den Regimentskommandeur davon zu überzeugen, daß er der richtige Daubmann sei. Der Regimentskommandeur fuhr mit dem Betrüger nach Berlin, um bei den Reichsbehörden vorstellig zu werden, es wurde ein Presse-Empfang arrangiert, bei dem Daubmann noch einmal alle Umstände zusammenfahtc, die dafür sprachen, daß seine Schilderung aus Wahrheit beruht. Der Regimentskommandeur sprach seine feste Ueberzeugung aus, daß der. der sich für Daubmann ausgibt, auch der Soldat Daubmann ist. Die behördlichen ©teilen liehen sich ebenfalls überzeugen und verlangten von der französischen Regierung eine neue, eingehende Untersuchung. Ietzt hat durch das Geständnis Hummels das Rätsel Daubmann seine natürliche Lösung gefunden. Ein Betrüger mehr und eine bedauernswerte Mutter, dis . nach der kurzen Freude über das Wiederfinden I des Totgeglaubten in neuen Dram gestoßen wird, WER. Darmstadt, 13. Ott. In einer ausgedehnten Sitzung befaßte sich der P r o v l n - zialtag der Provinz Starkenburg mit dem Voranschlag für 193 2, bet mit 3 081 Millionen Mk. in Einnahmen und Ausgaben abschließt (im Vorjahre 5,092 Millionen Mark) Die Ausgaben für die Bezirks stra hen sind von 1,835 aus 0,680 Millionen Mart, diejenigen für die Durchgangs st raßen von 1,177 auf 0,840 Millionen Mark herabgesetzt. Der Staatsbeitrag für die allgemeine Unterhaltung der B- und D-Strafoen in höhe von 330 000 Mark ist in Wegfall gekommen. Heuhaufen von Provinzstraßen sind nicht vorgesehen. WSR. Frankfurt a. M-, 13. Oft. Bei der Kriminalpolizei hat sich jetzt eine Zeugin gemeldet, die zur Zeit der Ermordung des Brotkutschers Wagner an der Uferstraße weilte und gesehen hat, wie ein Mann auf den Wagen des Kutschers gesprungen ist- Sie hat auch einen zweiten Mann gesehen, der sich hinter einem Baum versteckt hielt. Die Frau konnte sich Ä uL'den Z | Die Provinz als Rechtsnachfolger der hat einen Rechtsanspruch gegen den Staat auf Weiterzahlung des Staatszuschusses. Die Streichung des Staatszuschusses ist von um so einschneidender Wirkung, als das vom Reich überwiesene Auskommen an kraftfahrzeugsteuer im vergangenen und im taufenden Jahre den hessischen Provinzen nur teilweise ausgezahlt worden ist. Diese Maßnahme auf dem Gebiete des Strahenwesens, dessen Bedeutung derjenigen der anderen großen Verkehrsmittel gleich;»- Die Sprachstörungen im Kindesaller Was müssen die Eltern über Stammeln und Stottern wissen? Don privaidozent Or. A Herrmann, llniverWts-Ohrenklinik Gießen. ausgegeben. ■- 23.1 Ottober! zur Rückfahrt am 22/ Oftp- ber 23. Oktober und am 24. Oktober 12 Uhr (spatster Äntrittszeitpunkt der Rückfahrt), zur Hin- fahrt am 24. Oktober von 0 Uhr, zur R u ck fahrt am 24 und 25. Oktober bis 12 Uhr. zur Hinfort am 25. Oktober von 0 Uhr, zur Ruck fahrt Ein Schwindel kann noch so alt fein, ine Menschen fallen ihm immer zum Opfer: immer wieder gelingt es einem, einem uralten Trick, der schon Stoff zu zahllosen Komödien und Tragödien geliefert hat. vor Shakespeare und nach Shakespeare, einen aktuellen Droh zu geben. Man fiel auf Daubmann herein, weil man es einfach nicht für möglich hielt, daß es heute, wo der Rachrichten- und Erkennungsdienst mit allen Fi' nessen arbeitet, noch jemandem gelingen wurde, sich als eine Person auszugeben, die er nicht ist. Denn der Schwindel hat mit der 3 a r c n t och ° ter Anastasia, der vor mehreren fahren ungeheures Aufsehen erregte (nebenbei gab es vielleicht ein Dutzend Frauen, die nacheinander auftauchten und behaupteten, die Zarentochter, die einzige Ueberlebende der Dlutnacht von oe» faterinenburg zu fein; nur eine davon wußte daraus eine. Weltsensation zu machen), die.er Schwindel war nur dadurch möglich, daß zu der Zeit der Ermordung des Zaren in Rußland alles drunter und drüber ging und einwandfreie Feststellungen nicht getroffen werden konnten. Hier lagen die Verhältnisse so, wie s^e ungefähr 'obgewaltet haben mögen in den Zeiten, als jener Schwindel gang und gäbe war. wo es Ausweise. Personenregister usw. nicht gab. Da konnte leicht einer in das Haus eines alten Mütterchens einteiligen und sagen: „Ich bin der Verschollene, um den du weinst/', Waren früher derartige Tragödien der Irrungen häufig, so blieben sie doch aus das lokale Milieu beschränkt und. abgesehen von den Schwindlern, die sich für Kaspar Hauser ausgaben, wird wohl keiner bisher der Anlaß zu diplomatischen Aktionen gewesen fein, daubmann war eben ein moderner Schwindler, der sich nicht damit begnügte, von Ehrenjungfrauen in Endingen und den Honorationen der Stadt empfangen zu werden, um dann bei der -Mutter wohnen zu bleiben und ein bescheidenes Dasein in Frieden zu führen, sondern er wollte Geld machen dadurch, daß er Memoiren über seine Erlebnisse als der letzte deutsche Kriegsgefangene an die Presse verkaufte und von Ort zu Ort zog. um gewinnbringende Dortrage über seine angeblichen Abenteuer zu halten. Damit ihm das gelingen konnte, muhte ct eme Rolle spielen, die gewissermaßen in Der Luft lag und nur darauf zu warten schien, daß einer kommt, der sie verkörpert' die Rolle des „Vermißten" aus dem Weltkrieg Von emer ungeheuren Zahl von Kriegsteilnehmern 'st unbekannt geblieben, welches Ende „e gefunden haben. Und bei wievielen von Angehörigen der als „vermißt" Gemeldeten mag sich heute noch immer zwischen die Gewißheit über den Tod der lei^e Zweifel drängen, ob der Verlorene nicht doch noch am Leben ist und eines Tages uner- wartet heirnkehren wird. Hinzu kommt daß vwle ehemalige Kriegsgefangene nach ^ 34» bruch Rußlands die mietet erlangte scheit nicht zur Heimreise benutzten, sondern sich dort an sä'sia machten, wo sie die letzten Iahre der Ge- angenschaft verbracht haben. Das ist eine natur- liche Folge ter langen Dauer DcSÄtiegeä. QBaä in Rußland aber möglich ist, trifft für Frankreich nicht zu. Als Frankreich an die deutschen gehen auch heute noch auseinander. Sicher ist. daß das Stottern meist im dritten bis fünften Lebensjahr beginnt, also in einem Alter, in welchem dem Kleinkinte nicht immer die nötigen Worte zur Verfügung stehen und es nur mit Mühe die richtigen Bewegungen ter Sprachmuskulatur finden kann. Es besteht ein großes Mißverhältnis zwischen Gedanke und Wort. Solche Kinder wiederholen sich oft und bleiben stecken. Verhalten sich die Eltern in diesem Zeitpunkt unvernünftig, kommt gar ein Verwandter und sagt zu dem Kinde: „Du stotterst ja", so ist von diesem Augenblick an das Kind zum „Stotterer" gestempelt. Das Augenmerk des Kindes wird immer mehr auf den Sprechvorgang selbst gerichtet. Die Eltern fangen nun an, auf die Sprache des Kindes besonders zu achten. Das Kind muh schwierige Worte öfters wiederholen. Es wird, wie wir täglich beobachten können, wegen der schlechten Aussprache gescholten, ja mit Strafe bedroht. Auf diese Weise wird gerate das erreicht, was f a l s ch ist, nämlich: das Kind wird von Tag zu Tag mehr und mehr auf den Sprechvorgang selbst gelenkt: es wird sich des Fehlerhaften seiner Aussprache bewußt! Kommt ein solches Kind später zur Schule, so wird es von den Schulkameraden häufig lächerlich gemacht und nachgeahmt. Die Kleinen werden dann ängstlich. Sie scheuen sich, überhaupt zu reden, weil sie glauben, sie könnten unangenehm auf fallen und ausgelacht werten. So entsteht die Sprechangst des Stotterers. Das Reden wird ihm dann zu einem qualvollen und peinlichen Ereignis. Er vermeidet nach Möglichkeit jegliche Gesellschaft und zieht sich zurück, ohne zu wissen, daß dieses Verhalten das ungünstigste ist. Besonders unangenehm ist es einem Stotterer, wenn er beispielsweise in der Schule vor einer großen Anzahl von Mitschülern sprechen soll. Dadurch wird in dem Schulkinde allmählich das Gefühl der Minderwertigkeit erzeugt und die Scheu, frei zu reden. Diese Sprechangst findet sich nur selten im vorschulpslichtigen Alter. Sie tritt für gewöhn- 1 lich nach den ersten Schuljahren, etwa um das i Gießen, den 14. Oktober 1932. Oer Gattustag im Dolksmund. Der ©allustag (16. Oktober) hat im Volksmund große Bedeutung. Vielleicht spielt da feine ehemalige heidnisch-rituelle Bedeutung hinein in Anlehnung an den Opfertag des Oktoberpferdes. Da St. Gallen „mittelfchaft" Oktober fällt, also um die Weiterwende von sommerlicher Mittagszeit und minterfroftigen Nächten, galt er der bäuerlichen Bevölkerung als einer der bedeutendsten Herbst-Los^ tage. Darum auch die vielen gereimten und ungereimten Volkssprüche, die sich um „St. Gallen" ranken. Der maßgebliche Träger dieses Namens ist der Gründer der Einsiedelei St. Gallen, die Ursprung des gleichnamigen und bedeutenden Klosters ist. Als Schüler von Eolumbanus kam St. Gallus nach «ud- deutschland, um sich später endgültig in der heutigen Schweiz niederzulassen. „ Nach alten Volksbeobachtungen ist der •ot. Gallentag der Beginn der Frostnächte. Darum auch die Merkoer,se: „Auf Sankt Gall / Bleibt die Kuh im Stall. — Auf Sankt ©alles / Soll teheim sein jüles. — Sankt Gall' / Der erste Schneefall. — ^ankt Gallen / Läßt den Schnee fallen. Das sind des Winter Gezeiten, die nun langsam beginnen denn die Nachtfröste zerstören mehr, als wenige ötunDen hdarme Mittagssonne wieder gutmachen können. Aber nicht nur das Vieh zieht von der Weide in feine winterlichen Gemächer, auch die 'schar unserer kleinen gefiederten Sänger vergißt ihre^ frohen Weisen: '„Mit Hedwig und Sankt Gall / schwelgt der Vögel Sang und schall." Aber sankt ®*^u5 gebietet auch ernstlich im Garten: „Dor sankt Gal- tus muß das Gartenwerk in den Keller / 'das im nächsten Jahre / ehe der Kuckuck schreit / on!Jtcn bringen soll" und Bauernregeln bekunden: Gallus 1 schaff heim alles! — Auf Sankt Gallentag / muß jeder Äpsel in seinen Sack. — Am heuigen Galtes / der Apfel in den Sack muß!" Die einzige Hoffnung, die dieser Herold des Winters uns noch läßt, ist in der Bauernregel verankert: „An Sankt Gallentag / den Nachsommer man erwarten mag. Aber nicht nur als Terminstag für Garten und Weide spielt er im Volksmund eine Nolle, sondern auch als meteorologischer Zeitpunkt, der Rückschlüsse erlauben lassen soll auf kommende Gezeiten. „Wenn Gallus und Michael sich Regen auswählen / ist auf einen trockenen Frühling und Sommer zu zählen. — Ist Sankt Gallen trocken / folgt ein Sommer mit nassen Socken. — Tritt Sankt Gallus trocken auf / folgt ein nasser Sommer drauf." Eines ist dieses Jahr erfreulich, nämlich, daß die Trauben bereits Anfang Oktober reif waren, wahrend sie in schlechten Jahren erst Mitte Oktober geherbstet werden. Drum ist auf den diesjährigen Herbst Die Bauernregel nicht anzuwenden: „2ragt St. Gallus die Bütten ein / ist's ein schlecht Zeichen für den Wein — und St. Galliwein / Bauernwein. Oie Gießener Post baut ab! Das Postamt Gießen teilt uns folgendes mit: Ab Montag, 17. Oktober, fällt eine Ortäbrief Aufteilung an Werktagen aus' zugestellt wird dann nur noch vormittags zu den Zeiten wie bisher. Rachmittags sind die eingehenden Posten so schwach geworden, daß Die ** G eb üh re n s e n k u n q bei der Feld- bereinigung. Das hessische Oefamtminifterium hat eine Verordnung erlassen, durch die für die Verinessunqsarbeiten im Feldbereinigungs-oersahren ein Gebührentarif festgesetzt wird. Die Gebühren sind so bemessen, daß die Kostenbelastung der Feld- bereiniqungsgesellschaft gegenüber dem seitherigen Verfahren um etwa ein Drittel ermäßigt wird. ** Sonntagsr ücksahrkarten nach Friedberg. Vom Bahnhof Gießen wird uns Sitg/teilt: Sn der Z«it »om 22. bi« 27 0 tobet findet in Friedberg ter diesiahrige Herbstpferte- markt verbunden mit Rennen, einer landwirt- schaftl'ichen und gewerblichen Ausstellung statt. Zu der Veranstaltung werden von allen Bahn- böfen im Umkreis von 100 Kilometer um sried- bera somit auch von G i e ß e n und umliegenden Orten, Sonntagsrückfahrkarten nach Friedberg - Die Sonntagsrückfahrkarten gelten r t am 22. Oktober von 12 Uhr und stellen ist, muh zu katastrophalen Folgen führen. Der Provinzialtag legt gegen die Maßnahmen des Staates entschieden Verwahrung ein. Er lehnt die Verantwortung für alle Folgen ab, die zwangsläufig hieraus entstehen müssen. Die Provinzialverwaltung trifft ein Verschulden an der Verschlechterung des Zustandes der Straßen nicht. Gegen den Landbund und bei Stimmenthaltung der Rationalsozialisten fand ein sozialdemokratischer Antrag Annahme, der ein e i n m a l i g e s großzügiges Rotverordnungspro- gramm für Straßenbau-undStra- ßenunterhaltung ausgearbeitet wissen will. Der auf die Provinz entfallende Kostenanteil soll durch eine Anleihe aufgebracht werden. Weiter wird in dem Antrag gefordert, daß das nötige Baumaterial aus dem Odenwald und den angrenzenden Gebieten beschafft werden soll. Briefzustellung im Anschluß sich nicht mehr lohnt. Die ungünstige allgemeine Wirtschaftslage wirkt sich in stärkstem Maße auch auf Lite Post aus, und ter erheblich steigende Einnahmeschwund I zwingt zu Diensteinschränkungen. Vornotizcn. — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben:- Die Hessische Landesuniversität hält in diesen Tagen in Gießen einen ärztlichen Fortbildungskursus ab. Um auch dem Spielplan an einem dieser Tage eine besondere Rote zu geben, geht heute 19.30 Uhr Goethes Trauerspiel „Egmont", mit dem die 25. Iubiläumsspiel- zeit eröffnet wurde, in der Besetzung der Erstaufführung unter der Spielleitung von Intendant Dr. Prasch in Szene: die musikalische Leitung liegt in den Händen von Universitätsmusikdirek- tor Dr. T e m e s v a r h. Gewöhnliche Preise. Beginn pünktlich! Ende gegen 22.30 Uhr. Als erste Schülervorstellung findet morgen, Samstag, 15 45 Uhr, eine Wiederholung der Aufführung mit ter gleichen Besetzung statt zu Schülerpreisen. — Den Zyklus hessischer Dramatiker eröffnet am Sonntag, 16. Oktober, eine Aufführung der berühmten Lokalposse „Der Datterich" von Ernst Elias Riebergall. Spielleitung Heinrich Hub, ter auch die Rolle des Datterich spielt. — Eine Reuerung besonderer Art bildet die erste Vorstellung des „Racht°Kabarett" am Sonntag um 22 Uhr. Bei ganz kleinen Preisen wird ein abwechslungsreiches Programm geboten. Das Publikum wird Gelegenheit haben, vor allem unsere Reuen" kennenzulernen. Künstlerische Leitung Heinrich Hub, ter auch für die Ansage eintritt, und Karl D o l ck. Musikalische Leitung der Iazz- Band-Ka.velle und Solobegleitung Kapellmeister Walter Moehl: für die choreographische Leitung und Solotänze zeichnet Ballettmeister Ewald (Bä ul te verantwortlich. Ende 24 Uhr. fähig wird und sich ohne nennenswerte Störung in feiner Umwelt bewegen kann. So sieht man tar nicht feiten auch in höheren Stellungen frü* ere Stotterer, die ihren Beruf voll und ganz ausfüllen. Es kommt bei ter Behandlung vor allem darauf an, daß das Fortkommen des Stotterers gesichert wird. Eine Heilung ist zwar das erstrebenswerteste. Doch wird sie sich nicht in allen Fällen erreichen lassen, besonders naturgemäß da nicht, wo das Leiten seit langer Zeit festgewurzelt ist, Sprechangst, hochgradige Krampfzustände und Mitbewegungen bestehen. Wird dagegen ein Stotterer beim Auftreten der ersten Erscheinungen, etwa nach der Einschulung, zur Untersuchung und zur Behandlung gebracht, so gelingt es der verständnisvollen Zusammenarbeit von Arzt, Leh- rsr und Eltern oft überraschend schnell, die Stö- Schluß. Richt zu verwechseln mit dem Stammeln ist das Stottern. Während beim Stammeln Laute und Silben verwechselt, oder durch andere ersetzt werden, die Rete aber fliehend und nicht gestört ist, stellt das Stottern eine Störung dar, die das Satzgefüge unterbricht, d. h. mitten in einer bis dahin glücklich geführten Rete treten plötzlich Kränrpse im Bereiche ter Sprachmuskulatur auf derart, daß das betreffende Kind im Satz stecken bleibt, zu „stottern" anfängt. Diese Krampfzu- stände im Bereiche der Sprachmuskulatur sind charakteristisch für das Stottern. Es stellt dieses Krankheitsbild somit eine Störung dar, die den ganzen Sprachapparat betreffen kann. (Atmung, Lautbildung und Stimmgebung.) Die Ansichten über das Entstehen des Stotterns 10. Lebensjahr, auf. I >—,- ~ - Ich habe nur ein Beispiel über die Entstehung Handlung kann manches sprachgestörte Kind von des Stotterns bei einem Kinde gegeben. Die An- | seinem liebel befreit werden. von der Polizei vorgelegt wurden, bezeichnete sie sofort das Bild Försters als das des Mannes, den sie beobachtet hat. Auf Grund weiterer Zeugenaussagen neigt die Polizei jetzt ebenfalls der Ansicht zu, daß noch ein zweiter Täter in Frage kommt, Der mindestens Schmiere gestanden hat. Man hat auch einen Pfiff gehört, mit Dem sich Die beiten Täter wahrscheinlich verständigt haben. Die Zeugin würbe heute Förster gegenüber- gestellt unD hat ihn einwandfrei als Täter erkannt. Die Polizei hat noch zwei weitere Leute in Haft genommen, und zwar den Fabrikarbeiter Adam I ä g e r, am 8. April 1899 in Offenbach geboren, und Den Arbeiter Ioses Hammel, am 23. Februar 1908 in Hofheim geboren. Diese beiten wollten als A l i b i z e u g e n für Förster auftreten, die Polizei hat sie aber vorsichtshalber festgehalten. Die Zeugin hat in Adam Jäger jetzt den zweiten Täter erkannt. Weiterhin sind Der Hausbursche ADolf Beller aus Offenbach unD Die Ehefrau Margarete QU o 11 i n g e r, am 8. April 1888 in Dölk- Der Fall Daubmann. Entlarvung eines schamlosen Betrügers. - Die Vorgänger des hochstaplerischen „Heimkehrers" von Endingen. Men über Ursachen, Entstehung usw. sind ver- fq-teDen. Auf Einzelheiten der vielen Theorien kann ich hier nicht eingehen. Wie schon ausgeführt, entsteht das Stottern meistens in den ersten Lebensjahren. Es kann aber auch nach Schulbeginn, gelegentlich auch in Der Pubertät, oder durch psychische Einwirkungen, Unfall, Schreck, Mißhandlung usw. auftreten. . Die Behandlung des Stotterns richtet sich nach dem Grad der Störung und ist fast in jedem einzelnen Falle verschieden. Es ist unmöglich, jeden Stotternden nach ein und derselben Methode zu behandeln. Sicher ist aber, daß man mit allen Methoden Erfolg haben und das Stottern so weit beeinflussen kann, daß der Stotterer Verkehrs- Keine Staatsbeihilse znm Straßenbau Sine Protestentschließung des Hessischen Provinzialtages. rung zu beseitigen. Handelt es sich um em Kmd des vorschulpflichtigen Alters, so wird sich das Leiden allein durch sachgemäßes Derhalten der Eltern und ter Umgebung vielfach schon günstig beeinflussen lassen. Da es sich hier oftmals um nervöse, our Durchführung eines A r b e i t s bes ch af- konstitutionell belastete Kinder handelt, werden t unflghtogrammß wird Die Aufnahme eines Die Eltern gut tun, auch hierauf ihr Augenmerk Darlehens in Höhe von 414 000 Mk. nachgesucht. zu richten. . Die Dauvorlagen tetr. Den Umbau ter Fernver- 2m allgemeinen werden Knaben viel häufiger kehrsstratze Mainz—Frankfurt und der Provinzbefallen als Mädchen. Das Verhältnis ist nach jtrafce Cterstadt—Seeheim -Zwingenberg. Für sie verschiedenen Statistiken etwa 74 zu 26. Die frü- tDerben 527 500 Mk. benötigt. Der Voranschlag her von vielen Seiten gebrauchte Redewendung, ^urde gegen die Stimmen des Landbundes, der Die den Eltern zum Trost gesagt wurde: „Es (Nationalsozialisten, der Kommunisten und der werde schon von selber wieder gut werten", ist Kommunistischen Opposition genehmigt. natürlich falsch. Es wurde eine Entschließung angenom- Gelegentlich kommen auch heute noch Stotterer mcn> u a. heißt: Der Provinzialtag der zur Behandlung, denen kostspielige Apparate Provinz Starkenburg hat mit Befremden von empfohlen und verkauft worden sind. Die Stotte- Streichung des Staatszuschusses rer haben sie einige Male getragen und sie dann ,ur Unterhaltung ter Provinzstrahen im Iahre als nutzlos und belästigend weggelegt. 1932 Kenntnis genommen. Bei dem seinerzeitigen Wenig bekannt ist, daß fast an jeder Universi- Übergang Der Staatsstraßen in Das Eigentum tätsklinik für Ohren-, Rasen- unD Halskranke sich un& Unterhaltung Der Kreise hat der Staat heute Abteilungen für Stimm- unD Sprachgestörte ^ls AbfinDung für Die abgewälzte Last eine Mil- finDen, Die solchen Kranken zugänglich finD, unD tton (Neichsmark für Die Unterhaltung Der Straßen an denen sie beraten und behandelt werden können, jährlich zur Verfügung gestellt. Ein- entsprechen- Stammeln und Stottern sind also Sprachstörung I _ ___- am 25. und am 26. Oktober bis 12 Uhr, zur H t n fahrt am 26. Oktober von 0 Uhr, zur R uck - fahrt am 26. und am 27. Oktober bis 12 Uhr, zur H i nfahrt am 27. Oktober von 0 Uhr, zur Rück fahrt am 27. Oktober bis 24 Uhr. Um 12 Llhr oder 24 Uhr muß jeweils die Rückfahrt angetreten sein. Oer Mord an dem Offenbacher Brottnischer. Förster von einer Zeugin als Täter erkannt. — weitere Verhaftungen. Möllinger hat die mit Blut bespritzte Mühe des Förster verbrannt. Die Polizei sucht noch einen jungen Mann, der am Samstag, 1. Oktober, irn Cafe Rurnpelrnayer dem Portier eine Pistole zur Aufbewahrung gegeben hat und diese Pistole nachher wieoer abholte. Außerdem sucht sie vier Männer, die sich in der Schnurgasfe-Ecke Fahrgast am Donnerstag, 6. Oktober, unterhalten haben, wobei der eine gesagt hat, der Förster halte ihn beauftragt, die Schußwaffe ins Cafe Rurnpelrnayer zu bringen. Diese Leute sollen sich möglichst schnell melden, um Weiterungen aus dem Wege zu gehen. Die Polizei macht darauf aufmerksam, daß auch auf derartige Angaben die ausgesetzte Belohnung entfällt. „Billige" Eisenbahnfahrten. Fahrkartenfälfcher auf dem Frankfurter Hauptbahnhof verhaftet. — Die Fäischerwerkstall in Kassel ausgehoben. WER. Frankfurt a. M., 13. Ort Auf dem Frankfurter Hauptbahnhof wurde der frühere Schriftsetzer und jetzige Finanzvertreter Johannes E., in der Fiedlerstraße in Kassel wohnhaft, beim Verlassen des Zuges verhaftet. In seinen Taschen fand man eine Anzahl Fahrkarten, die auf verschiedene, zumeist größere Strecken lauteten und unbenutzt waren. Bei einem sofort vorgenommenen Berhör nannte der Verhaftete den QI amen eines „Geschäftsfreundes", der ebenfalls in Frankfurt festgenommen werden konnte. Diesem Geschäftsfreund wollte der Fälscher Falsch- stücke überbringen. Bei einer Haussuchung m der Kasseler Wohnung des Verhafteten konnte eine vorzüglich eingerich tete Fälscher- Werkstatt vorgefunden werden. Satztypen, wie sie von der Reichsbahn verwendet werden, eine Schnellpresse und alle druckereitechnischen Ausrüstungen waren vorhanden, außerdem eine Menge bereits bedruckter Fahrkarten und Karton, der sich in nichts von dem der Reichsbahn unterschied. Damit konnte ein raffinierter Fahrkart enfälscher unschädlich gemacht werden, der seine Tätigkeit etwa zwei Jahre lang ausgeübt hat. Die Karten waren so vorzüglich angefertigt, daß sie selbst von erfahrenen Eisenbahnbeamten als echt anerkannt wurden. Sie wurden nach einem besonders ausgearbeiteten System benutzt. Die Fälschungen lauteten fast immer über eine größere Strecke. Beim Besteigen des Zuges in Kassel wurde eine Bahnsteigkarte benutzt. Die Fahrt wurde dann vor der angegebenen Endstation unterbrochen, so daß die Fälschungen immer in den Händen des Betrügers blieben und eine Kontrolle t>on_ der Endstation aus ausgeschaltet war. Der Fälscher hat auch Karten an ihm vertrauenswürdig erscheinende Personen abgegeben' in dieser Hinsicht schweben noch Ermittlungen. Einer dieser „Vertrauensleute" hat dann aus der Schule geplaudert. Dadurch konnte sich die Kriminalpolizei an die Fersen des Betrügers heften. SJlxfpoit VerbandsturntagdesSüdwestdeutschen Turnverbandes (AOT.). Der Südwe st deutsche Turnverband hielt seinen diesjährigen Verbandsturntag in Wölfersheim ab, der von den Gauen Wetterau, Lahn-Dünsberggau und Mainrodgau zahlreich beschickt war. Der Verbandsturntag erhielt eine besondere Rote durch die Anwesenheit des Bundesvorsihenden des Allgemeinen Deutschen Turnerbundes, S ch ü d e r (Feuerbach-Weil i. D., Württemberg). Aus den Berichten der einzelnen Fachwarte war gute turnerische und sportliche Arbeit im vergangenen Iahre zu entnehmen, und die gemeldeten Leistungen der Turner und Sportler zeigten eine beachtliche Aufwärtsbewegung. Es wurde eine rege Breitenarbeit sestgestellt, die dem Ziele des ADT, sich auf politisch und fonfessionell neutraler Grundlage zu bewegen, alle Ehre macht. Das vergangene Jahr brachte dem Bund weiteren Mitaliederzuwachs. Die Kasse zeigt geordnete Verhältnisse, wenn auch die schwere wirtschaftliche Rot nicht ganz ohne Einfluß gewesen ist. Auf Vorschlag des Bundesvorsihenden S ch ü d e r werden 1933 die Bundesmeisterschaften des ADT. zusammen mit dem Verbandsfest des STD. im Mainrodgau abgehalten. Alle anderen Veranstaltungen fallen damit weg, mit Ausnahme der Waldläufe. Vor Beginn des Derbandsturntages nahm der Vorsitzende Zöller (Hausen) in feiner Art die Totenehrung vor. Mit dem Gedenken an das verstorbene Ehrenmitglied des Verbandes, D a u - p e r t (Wieseck), ehrte er alle Toten des STV. 2m Verlaufe der Diskussion nahm der Bundes- Vorsitzende S ch ü d e r Gelegenheit, in kernigen Worten die Ziele des Bundes hervorzuheben, die Beziehungen mit den Konkurrenzverbänden zu beleuchten und auf Verbesserungen innerhalb der Organisation der einzelnen Verbände hinzuweisen. Die Spielmeisterschaften des Verbandes werden getrennt durchgeführt. Der nächste Der- bandstur ntag wurde nach Kelsterbach gelegt. Bei den Ergänzungswahlen wurden die seitherigen Turner wiedergewählt, zum zwei- ten Verbandsvorsihenden PH. D r a i s b a ch (Kelsterbach). zum Geschäftsführer Lehrer Arch (Bettenhausen), zum Kassenwart Gg. Wei- zenmüller (Eberstadt), zum 2. Verbands« Turnwart L. Wagner (Lollar), zum Sport- wart L. F e u t n e r (Mörfelden) und zum Presse- Wart PH. D r a i s b a ch (Kelsterbach). Rach Erledigung zahlreicher Anträge, die alle innere Organisationsfragen betrafen, konnte der Vorsitzende, Lehrer Zöller (Hausen), denVer- bandsturntag mit einem „Gut Heil" auf den Verband und Bund schließen. dr. Deutsche Gerätemeisterschasten. lieber 100 Kunstturner gemeldet. Obwohl der offizielle Meldeschluß zu den Deutschen Geräteineisterschaften der DT. am 12. und 13. September in Berlin am Montag abgelaufen war, liegt ein amtliches Ergebnis noch nicht vor. Es stehen noch die Meldungen der Kreise Rordost, Schlesien und Saasen-Anhalt aus, die ihre Ausscheidungskämpfe noch austragen müssen und dann nachmelden können. Don den übrigen 15 Kreisen dürften rund 100 Kunst turner gemeldet sein, unter denen natürlich alles vertreten ist, was zur Extraklasse der deutschen Geräteturner gehört. Deutsche Leichtathleten im Ausland. Am kommenden Sonntag finden in Paris und Stockholm zwei große internationale Sportfeste statt, bei denen auch deutsche Sportsleute an den Start gehen. Unser Sprintermeister Artur I o n a t h bestreitet in Paris die Kurzstreckenkonkurrenzen, während der Darmstädter Schilgen in Stockholm einen Start absolviert. Aus der DT. Deutsche Mehrkampfmeisterschaft. Die deutschen Mehrkampfmeisterschaften sahen in diesem Jahre den Verein Turnerfchaft München mit 984,5 Punkten vor Eintracht Dortmund, Kasseler Turngemeinde, Turnerbund Stuttgart und der Turngemeinde Eßlingen siegreich. kunftturnkampf in Frankfurt. Die Turngemeinde Bornheim trägt am kommenden Sonntag gegen die Bockenheimer Turngemeinde und den MTV. Bad Kreuznach einen Mannschaftskampf im Kunstturnen aus. Da sich einige gute Turner in den Mannschaften befinden — genannt seien nur die Gebrüder Haßler und K. Hollfelder von der Turngemeinde Bornheim — ist ein spannender Kampf zu erwarten. Vorführungen des Schuh- und Polizeihundevereins Wieseck. Am kommenden Sonntag veranstaltet der Schuh- und Polizeihundeverein Wieseck eine Po- lizeihunde-Prüfung in der Rähe der „Waldes- luft“ am Philosophenwald. Vormittags um 8 ilfjr beginnen die Vorführungen in der Spurarbeit. Am frühen Rachmittag werden die Hebungen im Gehorsams- und Sicherheitsdienst gezeigt. Kurze Sportnotizen. Bayern München, der deutsche Fußballmeister, wird auf seiner Westdeutschlandreife außer gegen Schalke und Fortuna Düsseldorf auch noch am 6. November gegen den Kölner SC. 99 spielen. * Polens Amateurboxer, die am 13. November in Dortmund gegen Deutschland kämpfen, bestritten in Lodz einen Länderkampf gegen Oesterreich, den sie knapp mit 9:7 Punkten gewannen. Max Schmeling ist am Dienstagabend mit dem Pariser O-Zug in Berlin eingetroffen. Bei seinem (Eintreffen wurde er von seinen Verwandten und Freunden und der großen Berliner Boxgemeinde herzlich begrüßt. Der deutsche Geher m ei ft er Karl Häh - nel - Erfurt, der diesen Titel zum siebten Male errang, vollendete am 11. Oktober fein 40. Lebensjahr. Wirtschaft. Die Einfuhrhemmungen im Ausland. Das Institut für Konjunkturforschung gibt in seinem neuesten Wochenbericht als Fortsetzung eine ausführliche Heberlicht über die einfuhr- hemmenden Maßnahmen und Ereignisse im Ausland in der Zeit vom 1. Dezember 1931 bis 30. September 1932 und fuhrt in die'em Zusammenhang aus: Der Welthandel ist im ersten Halbjahr 1932 wertmäßig um 34 Prozent geringer gerne'en als 1931. Er hat damit ein Riveau erreicht, das um rund 60 Prozent unter dem Höchststand von 1929 und um etwa ein Drittel unter dem Halbjahrsdurchschnitt von 1913 liegt. Diese große Verminderung beruht in hohem Maße auf dem allgemeinen Preisverfall. Aber auch der Menge nach ist der Welthandel zurückgegangen, und zwar gegenüber dem Vorjahre um etwa 15 Prozent und gegenüber 1913 um ungefähr 10 Prozent. Bis zu einem gewis'en Grade drückt sich hierbei die durch die Krise bedingte Schrumpfung des Verbrauchs aus. Darüber hinaus ist der starke Mengenrückgang aber offenbar durch die rigorose Erschwerung des zwischenstaatlichen Güteraustauschs verursacht worden, die in der ganzen Welt Platz gegriffen hat. Die immer schärfere Einfuhrabwehr hängt eng mit der Zuspitzung der internationalen Kreditkrise zusammen. Die Schuldnerländer haben den gewaltigen Kapitalabfluß in die Gläubigerländer durch Valutaentwertung, oder — soweit Stillhalteabkommen oder Moratorien nicht ausreichten — durch strenge Devisenbewirtschaftung bekämpft. • Arbeitereinstellungen. Wie WTD.- Handelsdienst von der F r i e d r. Krupp AG., Essen, mitgeteilt wird, werden auf der Guß- stahlfabrik in Essen in nächster Zeit etwa 500 bis 600 Arbeiter neu eingestellt. Auf anderen Kruppschen Werken steht die Einstellung von weiteren 400 Arbeitern in Aussicht. Auf der D o r t m u n - der Union der Vereinigten Stahlwerke AG. werden in den nächsten Tagen weitere zirka 300 Arbeiter und auf dem ebenfalls zu den Vereinigten Stahlwerken gehörenden Hör- der Verein zirka 250 Arbeiter neu beschäftigt. » Die Hurnboldt-Deutz-Motoren A G., Köln hat in diesen Tagen einen Jnlandauftrag auf Lieferung von 30 Schiffs-E. M.-Motoren erhalten. Die Höhe der Auftragssumme beläuft sich auf rund eine halbe Million Reichsmank. * Keine Stillegung des Horch-Werkes in Zwickau der Auto - U n i o n AG. Zu den Gerüchten über eine angeblich beabsichtigte Stillegung des Werkes Horch-Zwickau der Auto- Union AG., Chemnitz, wird dem WTB.Handels- bienft mitgeteilt, daß es nicht zutrifft, daß dieses Werk für eine längere Zeit geschloffen werden soll. Im Zusammenhang mit der Inventaraufnahme sei lediglich eine vorübergehende und nur teilweise Schließung dieses Werkes geplant. Jqz übrigen wird von der Verwaltung darauf hingewiesen, daß die Auto-Union AG. gerade in der letzten Zeit beträchtliche Neueinstellunaen von Arbeiter^ vorgenommen hat und daß die Nachfrage nach den Erzeugnissen des Unternehmens trotz der vorgeschrittenen Jahreszeit befriedigend ist. .. * Maschinenfabik Augsburg-Nurn- berg. In der gestrigen Aufsichtsratssitzung wurde mitgeteilt, daß nach Abzug der Abschreibungen einschließlich des Gewinnvortrags aus dem Vorjahr von 1 203 636 RM. für das Geschäftsjahr 1931/32 sich em Reingewinn von 24 734 RM. ergibt. Der am 15. Dezember in Augsburg ftattfindenden Generalversammlung soll vorgeschlagen werden, den ausgewie- senen Reingewinn auf neue Rechnung vorzutragen. Frankfurter Abendbörse freundlich. Frankfurt a. M., 13. Ott. Die Abendbörse verkehrte nach der Befestigung im Mittagsverkehr zwar in freundlicher Haltung, doch war der Geschäftsumfangsehrgering. Von außerhalb der Börse stehenden Kreisen lagen keine Orders vor, so daß sich die Hmsahtätigkeit in der Hauptsache auf die berufsmäßige Spekulation beschränkte. Die feste Eröffnung Wallstreets wurde mit Befriedigung zur Kenntnis genommen. IG.-Farben. AEG. und Stahlverein setzten je 0,25 Prozent höher ein, die übrigen Werte blieben auf dem Berliner Schlußniveau gut behauptet. Im Verlaufe gingen die Kurse vereinzelt um Bruchteile eines Prozentes zurück mit Ausnahme von IG -Farben, die Grundstimmung blieb bei kleinem Geschäft aber durchaus freundlich. Am Rcntenmarkt hielt das Interesse für Reichsschuldbuchforderungen an, während im übrigen der Markt sehr ruhig, aber freundlich lag. Altbesihonleihe 48,60, Reubesihanleihe6,75, Schuhgebietsanleihe 5,75, Reichsbank 125,50, Harpener 74, Phönix 27,50. Rheinstahl 67, Stahlverein 22.75, AEG. 34.90. Dekula 115,25, IG -Farben 96. Schuckert 72,50, Siemens 117, Lahmeyer 119, Norddeutscher Lloyd 17,75. Schwcinemarkt in Butzbach. pb. Butzbach, 13. Oktober. Zum heutigen Schweinemarkt waren 305 Ferkel aufgetrieben. Es wurden gezahlt für Ferkel bis zu sechs Wochen 8 bis 11 Mark, von sechs bis acht Wochen 11 bis 13 Mark und von acht bis dreizehn Wochen 13 bis 17 Mark. Der Handel war rege, es verblieb geringer lleberftanb. Buntes Allerlei. Einpfahlbau derWikinger aufgefunden Interessante Entdeckungen aus der Wikinger Zeit in Irland sind in der Nähe des irischen Ortes Monte von der dort mit Ausgrabungen beschäftigten Archäo logischen Expedition der Harvard - Universität ge- machr worden. Außer einem Grabhügel der frühen Bronzezeit wurde ein „Crannog" ober Pfahlbau der Wikinger aufgedeckt. Man hatte dort «schon vor vier Jahren ein prachtvolles Wikinger-Schwert gefunden und war dadurch auf die Stelle aufmerksam geworden. Die Siedlung war in einem toee aus Torf und Buschwerk mit einem Unterbau von Holz- pfählen errichtet worden. Das Haus ist eine kreisrunde Anlage, die sich nach dem Lande zu öffnet. Die Funde, die aus der Zeit ums Jahr 1000 n. Chr. stammen und dem irischen Nationalmuseum überwiesen werden, geben Anhaltspunkte für das Leben der Bewohner. Die zahlreichen Tierknochen zeigten, daß die Wikinger, die sich hier niedergelassen hatten, Hirten und Jäger waren. Sie scheinen keine Töpferwaren benutzt zu haben, sondern Gefäße aus Holz, die reich geschmückt sind. Die eisernen Geräte hefteten aus Messern, Nadeln, einer Kette und schönen Kriegs-Aexten. Die bronzenen Nadeln weisen eine besonders reiche Schmuckarbeit auf. Zu den interessantesten Funden gehört ein hölzernes Spielbrett, das 49 Löcher zeigt und an einem schön gearbeiteten Griff befestigt ist. Aus diesem Brett haben die alten Wikinger irgendein Spiel gespielt, mit dem sie sich über die Langeweile ihrer Mußestunden hinweghalfen. Ein Kind fängt einen Schimpansen. Was einem ganzen Polizeiaufgebot nicht gelang, nämlich einen wütenden Schimpansen wieder einzufangen, das vollbrachte in aller Hnschuld ein kleines Mädchen. Dieser merkwürdige Vorfall spielte sich auf dem Boulevard Garibaldi in Paris in einer Wohnung ab. Der Inhaber Paul Martin hörte, als er nach Hause zurückkehrte, merkwürdige Geräusche, fand das Wohnzimmer in wilder Hnordnung: die Vorhänge waren herabgerissen und zerfetzt, wertvolle Möbelstücke zerbrochen usw. Als er in das Eßzimmer stürzte, sah er hier einen riesigen Schimpansen, der sich damit vergnügte, Teller und Gläser, die ringsum aufgestellt waren, gegen die Wände zu schleudern. Da das Tier sich sofort auf den Eindringling stürzte, flüchtete dieser angstvoll und telephonierte an die Polizei. Als die Hüter des Gesetzes anlangten, hatte sich der einstige Hr- wald-Sohn auf einem Hausen von Trümmern häuslich niedergelassen und schnatterte wütend, aber als man ihn durch einen strategischen Hm- gehungsversuch zu fangen suchte, sprang er mit einem Satz auf den Kronleuchter und schleuderte alles daran, was nicht niet- und nagelfest war, auf die Belagerer. Die Situation schien bedenklich, aber in diesem Augenblick kam ein kleines Mädelchen, das in dem Hause wohnt, von denr Lärm angelockt, neugierig herbeigelaufen. In seiner Hand hielt es eine Tüte mit Erdnüssen, die es soeben gekauft hatte. Der Affe interessierte sich lebhaft für die neue Erscheinung, hörte mit seinem Bombardement auf und ließ sich durch ein paar Erdnüsse herunterlocken, die ihm das Mädchen anbot. Dann tarn er dicht heran, um noch mehr zu erbetteln, und in diesem Augenblick wurde er gepackt. Der Schimpanse gehörte einem andern Bewohner des Hauses: er halle seine Kette zerbrochen und war aus dem Fenster geklettert, um auf Abenteuer auszugehen. Briefkasten der Redaktion. tRechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) h. k. in wieseck. Rach allgemeinen Rcchtsgrund- fätzen — bestimmte Vorschriften bestehen nicht — erscheint der Meister, der die Anweisung erteiy hat, als haftbar. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. 2)1. Serlin Frankfurt a.M. Berlin Schluß- furd Schlupk. eiben b- börse Schluß« | kur« Schlups. Mittag- börse Schluß- hin! Schluß!. Abend« börse Schluß-1 für« 1 Schluß!. Mittag« b-rsr '.Datum 12.10. 13.10. 12-10. 13.10. ■Datum 12-10. 13-10. 12-10. 13.10. 6"n SDnindie JHcichsanleibc o. 19-• 72,5 73 7215, 73,13 Hamburg Amerua Pate. . . u 16,9 17,4 16,75 17 "... chcm. 7%®t. 'Jictd)!i% Boung-Anleihe von 1930 . 67,5 69 67.5 69 Hansa Dampfschiff ..... t — — 26,5 28 Deutsche Anl.-Abiüs.-Schuld mit Norddeutscher Lloyd.....< 17,4 17,75 17,5 17,75 '.’titsIoi.'SiCditen...... 48.75 48,65 48.75 48.7 A.G. für Verkehrswesen Akt. . 0 40 40,5 40,5 42,75 T.'x'fll. ohne AuSlos.-Rechte . . 6,7 6,75 6,7 6.75 Berliner Handelsgesellschaft . 4 90,5 90,5 90,5 90 6% ehern 8%Ml. Volkesiaat 1929 Commerz, und Privat-Bank . 0 53,5 53,5 53,5 53,5 , rü% Numan, verein!,.Rente 0.190' 4,75 4.5 4.5 4.3 Obers chles. Kok» werke .... 9 37,13 37,9 4s4%Ruman.veretnh.Rentev.l9i: 8.65 8.3 7.75 Phöntr Bergbau......4H 27 27.5 26.9 27.5 4% Rumänische vcrcinh. Rente 4,35 4.13 4,25 4.13 Rheinische Braunkohlen ... 10 166,5 166 165,5 167 -4 l. Anatolier....... 18,25 i 18,5 18,25 184 «--Ychatzl < f 6 66 67 66 67 Aranksurt a. 271. »trlln Deoifenmarfl Berlin — Frankfurt a. 2TL Schluß« hirt Schluß!. Abmdbörse Schluß- kurö Schluß!. Mittag- börse 12-Oktober 13-Oktober Amtliche Rotterung Seid | Seiet Amtliche Notierung Oatum 12-10. 1310. 12-10. 13.10. HelsingsorH . Wien.... Prag . . . Budapest . . Sofia . . . Holland . . Orlo.... Kopenhagen. Stockholm . London. . . Bueno« Aires Reuyoick . . Brüssel. . . Italien. . . Paris . . . Schweiz . . Spanien . . Danzig. . . Japan . . . Rio de Ian.. Jugoslawien. Lissabon . . 6,254 51,95 12,465 3,057 169,48 72,98 75,17 74,43 14,49 0,890 4.209 58,44 21,56 16,515 81,22 34,47 81.92 0,989 0,294 5,894 13,20 6,266 52,05 12,485 3,063 169,32 73,12 75,33 74,57 14.53 0,834 4,217 58,56 21,60 16,555 81,38 34,53 82,08 0,991 0.296 5,906 13,22 Banknoten 6,254 51,95 12,465 3,057 169,43 72,93 75,12 74.43 14,485 0,890 4.209 58.44 21,55 16,51 81,23 34.47 81,92 0,989 0,294 5.894 13,19 6.266 52,05 12,485 3,063 169,47 73,07 75,28 74.57 14.525 0,894 4,217 58,58 21,59 16,55 81,39 34,53 82,08 0,991 0.296 5,906 13,21 Riebeck Dtonian......1,x Bereinigte Stahlwerke . . . . 0 Oiavi Minen....... <* Kaliwerke Aschersleben ... 6 Kaliwerke Westeregeln ... 6 Kaliwerke Salzdetfurth ... 8 I. ®. Farben-Iuduftrie... '< Scheideanstalt.......1° Goldschmidt.........O RütgerSwerke........0 Mctaügesellschaft.......o Philipp Holzmann......C Zementwerk Heidelberg.... 4 Lementwerk Karlstadt.....0 Wayß L ffreytag......O Schultheis Patzenhofer ... 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