Ur. 242 (Elftes Blatt Zreitag, 14. Oktober 1932 182. Jahrgang Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfitSts-Buch- und Stelndruckerek K. Lange in Gießen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/„ mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für denAn- zeigenteil i.V.TH.Kümmel sämtlich in Bietzen. Erscheint täglich, autzer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Bietzener Familienblätter Heimat im Bild > DieScholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernfprechanfchlüffe unterSammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Oer Wahlkamps. Hitler in Nordbayern. Nürnberg, 14. Ott. (TU.) Die NSDAP, hielt am Donnerstag in Nordbayern dreiHit - lerversammlungen ab. Hitler sprach i n Nürnberg, wo er u. a. folgendes ausführte: Am 13. August habe er den Eintritt in das Kabinett Papen in dem Bewußtsein der Verantwortung abgelehnt, vor allem weil er schon damals vorausgesehen habe, daß das Wirtschaftsprogramm unbedingt zusammenbrechen müsse. Er habe nicht dreizehn Iahre gekämpft, um an die Stelle des marxistischen Bruderkrieges den bürgerlichen Klassenftaat zu sehen. Eine Unterwerfung komme für den Nationalsozialismus nicht in Frage. Er könne sein Ideal nur verwirklichen, wenn ihm die Macht in Deutschland werde. Wenn Herr v. Papen behaupte, vom Schicksal zur Bettung des Vaterlandes berufen zu sein, so frage er den Kanzler, wo denn er und seine Helfei: in den vergangenen 13 Zähren gewesen seien. Wenn heute die Soldaten zur Stühe der Negierung gegen das eigene Volk verwendet würden, so werde in einem nationalsozialistischen Deutschland der Soldat nur die einzige Aufgabe haben, dem Vaterland Schuh zu sein gegen die Feinde von außen. Cs gelte heute, den Kampf weiterzutragen. um,zu den Millionen Nationalsozialisten neue Millionen heranzuführen, bis endlich die Stunde reif sei für die Schaffung des nationalsozialistischen Reiches. Der Christlich-soziale Volks- dienst im Wahlkampf. Frankfurt a. M.. 13. Oft Die in Frankfurt a. M. tagende Vertreterversammlung des Christlich-sozialen Volks- dien st es in Hessen beschloß, mit einer e i g° nen Liste in den Wahlkampf einzutreten. Sie schloß sich damit der Auffassung des Reichsvorstandes an, daß es dem Wesen der Dolksdienst- bewegung entspreche, an ihren Dienst an Volk und Staat heranzutreten in unbedingter Freiheit, grundsätzlich ohne jede Bindung an andere Parteien oder Gruppen, allein aus der Bindung des christlichen Gewissens heraus. 3rt einer Zeit, da unbeherrschte Leidenschaft das deutsche Volk im 3nnern zu zerreißen und nach außen hoffnungslos zu schwächen droht, hält es der Dolks- dienst für doppelt geboten, nicht zurückzutreten von der notwendigen Aufgabe: im politischen Handeln unbeirrt hinzuweisen auf die letzten geistig-seelischen Tiefen alles menschlichen Gemeinschaftslebens und auf den schweren Ernst sittlicher Verantwortung, über alles Eigeninteresse hinaus, gegenüber dem Ganzen von Volk und Staat. Eine vorläufige Liste der Kandidaten enthält die Namen: Pfarrer V e i d t - Frankfurt a. M., Lehrer G r e b - Mainz. Prof. Dr. Koch- Gießen. Drehermeister W i e - m e r - Mainz, Oberpostsekretär Kuntz -Bensheim, Druckereifaktor Weimer- Darmstadt, Pfarrer Page-Mainz, Rangiermeister Hehle r - Bad-Nauheim, Landwirt Krausgrill- Kirtorf, Studienassessor Schneider- Neu-Isenburg, Angestellter Götz-Worms, Dr. med. Georgi- Nieder-Ramstadt. Hilgenbergs erste Wahlrede. Stendal, 13.Oft. (TU.) Am Donnerstag begann der deutschnationale Parteiführer Dr. Hugenberg seinen Wahlkampf mit_einer Rede in Stendal, in der er u. a. ausführte: Das politische Problem für Deutschland kommt auf die Frage hinaus, ob wir den Staat oder die Partei wollen. Das schwarz-rote System lebte von der verfassungswidrigen Vergewaltigung der nationalen Bewegung. Es lebte von dem außenpolitischen Bestreben, die guten B^ Ziehungen zu den gegnerischen Staaten durch Nachgiebigkeit und Hintansetzung der deutschen Interessen zu erreichen. Der unselige Dualismus zwischen Reich und Preußen lähmte jede Staatsarbeit. Die Interessenpolitik der Parteien machte jede wirkliche Reorganisation in Staat und Wirtschaft unmöglich. Wenn wir Deutschnationalen den neuen Kurs, der mit der Regierung Papen eingeleitet wurde, bewußt unterstützen — trotz mancher personeller Bedenken und trotz vieler Versäumnisse und Fehlgriffe, die man im Lande der Regierung zur Last legt — dann tun wir das, weil wir uns bei der Frage, ob wir den Staat oder die Partei wollen, für den Staat entscheiden. Wir sind nicht Gegner des Parlaments an sich, das als Kontrollorgan der Regierung eine große Bedeutung haben kann: Wir sind Gegner des Parlaments als Regierungsorgan. Wir sind auch nicht Gegner der Parteien an sich, sondern nur Gegner der im Parlamantarismus von Weimar begründeten Parteiherrsch i f t. In der Stunde der Not kann ein Volk nia-t von Parlamentsmehrheiten, sondern nur von Männern, die die Verantwortung tragen, geführt werden. Wirkliche Entscheidungen sind in Deutschland meist nur gegenParlamentsmehrheiten erzwungen worden. 1862 stand Bismarck vor der Frage, ob er Preußen am Parlamentarismus zugrunde gehen lassen oder ob er es g e g e n d a s Parlament retten wollte. Sein Entschluß gegen das Parlament hat 1870 und den 18. Ia- nuar 1871 erst' möglich gemacht. Die Parallele mit dem Iahre 1932 liegt auf der Hand. Hinter dem durch Oldenburg-Ianuschau berühmt ge- Oer englisch-französische Meinungsaustausch. Herriots Besprechungen in London.—Wird Macdonald dem französischen Druck nachgeben? London, 13.Oft. (TU. Funkspruch.) Um 11.30 Uhr begab sich h e r r i o t in die Amtswohnung 2N a c d o n a l d s. An der Eingangstür wurde er von Simon begrüßt, der vorher eine Viertelstunde bei Macdonald geweilt hatte, und dann fortging, f)erriet verließ kurz noch 18.30 Uhr Downingstreet. Lr> antwortete auf eine Frage, welcher Fortschritt gemacht worden fei: „Richtvie 1“. Ander- ' feite wurde von britischer Stelle erklärt, die Besprechungen seien sehr freundschaftlich und befriedigend verlaufen. Sie werden morgen vormittag wieder ausgenommen werden. h e r r i o t sährt morgen nachmittag nach Paris zurück. Macdonald wird auf dem Viktoria-Bahnhof zur verabschidung herriots anwesend sein. Morgen 'mittag findet ein Frühstück in der französischen Botschaft statt, heute abend gab der Staatssekretär des Aeußeren, Sir John Simon, ein Essen zu Ehren herriots, an dem außer dem Premierminister u. a. noch der französische Botschafter, der Schahkanzler und der Unterstaatssekretär des Aeußeren, Sir Robert vansittart, teilnahmen. Das amtliche Kommunique, das nach den englisch-französischen Besprechungen ausgegeben wurde, besagt lediglich: lieber die Schwierigkeiten, die hinsichtlich der neuen Entwicklung der Abrüstungsfrage aufgetaucht sind, haben in Downingstreet zwanglose Besprechungen zwischen Ministerpräsident herriot, Sir John Simon und dem französischen Botschafter stattgesunden. Die Unterredungen wurden in sehr freundlicher Weise bis um 18.30 Uhr fortgesetzt und werden morgen vormittag um 10 Uhr wieder ausgenommen. Worüber wurde verhandelt? Herriot legt feinen Stcherheitsptan vor. London, 13. Oft. (TU.) Von französischer Seite wurde erklärt, daß herriot dem englischen Ministerpräsidenten bereits di e großen Linien des französischen Abrüstungsplanes mitgeteilt habe. Es dürfte jedoch nicht richtig sein, von einem fix und fertig ausgearbeiteten Plan zu sprechen, dessen Punkte bereits unabänderlich feststünden, herriot scheine versuchen zu wollen, Gegenvorschläge Macdonalds irgendwie in die französischen Vorschläge h i n e i n z u v e r a r b e i t e n. herriot habe tatsächlich ein allgemeines Abrüstungsabkommen, einen Konsultativpakt und regionale Sicherheitsabkommen sowie die V i l d u n g einer internationalen Streitmacht im Sinne. Auch die Mutmaßungen über einen Vorschlag, ein internationales Waffen- undMuni- tionslager anzulegen, seien insofern nicht unrichtig, als herriot eine Reihe technischer Anregungen mitbringe, die aber noch keineswegs fest in den französischen Plan verarbeitet worden seien. Die Besprechungen mit Macdonald sollen eben in dieser Richtung weitgehend zu einer Klärung bertragen. havas meldet weiter, die französische Regierung bleibe dabei, daß eine Rüstungsherabsetzung von zusätzlichen Sicherheitsgarantien abhängig gemacht werden müßte, die sie durch Konfultativpakte und Regionalabkommen zu erzielen gedenke. Eng- lischerseits sei man gegen jede neue internationale Verpflichtung und rege u. a. als Lösung an: 1. einen politischen Waffen- stillstand für 10 Jahre, durch den Deutschland sich auf den gegenwärtigen territorialen Status quo verpflichten solle; 2. Freiheit für Deutschland, alle Rüstungskategorien zu besitzen, wenn auch in beschränktem Umfange; 3. eine progressive Rüstungsherabsetzung der übrigen Mächte. Viermächiekonferenz in Genf? Macdonald kommt den französischen Wünschen entgegen. Havas verzeichnet eine Aeußerung aus französischen Kreisen, derzufolge die Wahl des Konferenzortes zur Prüfung der deutschen Gleichberechtigungsforderung bereits erörtert wor. den sei und zwar sei Genf als Konferenzort gewählt worden. Macdonald habe natürlich versucht, Herriot für London als Ort der Viererkonferenz zu gewinnen. Herriot habe das jedoch abgelehnt, um nicht der Abrüstungskonferenz und indirekt dem Völkerbund dieses Problem zu entziehen. Um aber ein Entgegenkommen zu beweisen, habe der französische Ministerpräsident die Möglichkeit von Besprechungen zwischen den Vertretern der Hauptmächte zuaelassen, vorausgesetzt, daß sie in Genf, das heißt, im Ra hm en desVöl- kerbundes stattfinden und nur vorbereitenden Charakter trügen. Anscheinend habe Herriot Macdonald für seine Ansicht gewonnen. „Echo de Paris" bemerkt, man spiele mit Worten, wenn man behaupte, daß nach der Einigung der vier Mächte die Abrüstungskonferenz noch Entscheidungsfreiheit haben würde. Entscheidungen würden eben ohne Befragung der Mehrheit der Staaten getroffen. Herriot sei es den Verbündeten Frankreichs schuldig, sich formell sein Recht vorzubehalten, während der gesamten Dauer dieser Viererkonferenz frei mit ihnen in Verbindung zu bleiben. 60 Lahre Deutsche KolomalgeseNschast. Von Gouverneur z. O. Dr. Heinrich Schnee Das deutsche Volk hat vor der Reichsgründung keinen dauernden Anteil an staatlicher Kolonisation gehabt; die innere Zersplitterung machte das unmöglich. Nach der Errichtung des Deutschen Reiches hätte Bismarck wiederholt Gelegenheit gehabt, Kolonien für Deutschland zu erwerben, aber er nahm lange Zeit hindurch eine ablehnende Haltung ein. Es schienen ihm die Grundlagen dafür zu fehlen, nicht zuletzt auch die geistigen und Willensgrundlogen im deutschen Volk. Ohne eine starke koloniale Bewegung hielt er es für aussichtslos, eine deutsche Kolonialpolitik zu beginnen, und eine solche Bewegung war trotz mancher Einzclbe- strebungen und Ansätze nicht vorhanden. Im Iahre 1882 wurde in Frankfurt a. M. unter dem Vorsitz des Fürsten Hermann zu Hohenlohe-Langenburg der Deutsche Kolonialverein gegründet zu dem Zwecke, die kolonialen Bestrebungen im deutschen Volk zu unterstützen. In kurzer Zeit gelang es den im Deutschen Kolonialverein tätigen Männern, dem Kolonialgedanken weite Verbreitung zu geben. Eine Welle nationaler und kolonialer Begeisterung ging durch das Land. Die „tiefgehende Bewegung", die Bismarck zur Voraussetzung für eine deutsche Kolonialpolitik erklärt hatte, war vorhanden. Wesentlich unter ihrem Einfluß schritt Bismarck zur Erwerbung von Kolonien. Im April 1884 wurden die Erwerbungen von Lüheritz in Südwestafrika unter deutschen Schutz gestellt, in den folgenden Monaten Kamerun und Togo, dann die Erwerbungen in Neu-Guinea. Neben dem Deutschen Kolonialoerein entstand im April 1884 die Gesellschaft für deutsche Präsident der Deutschen Kolonialgesellschaff. Kolonisation, gegründet von Dr. Carl P e • t e r s , der in längerem Aufenthalt in England sich darüber klar geworden war, was eigene Kolonien für. ein Volk bedeuten. Ihr Ziel war unmittelbarer Erwerb von Kolonien. In tatkräftigem Vorgehen sicherte Dr. Peters durch Verträge mit Eingeborenen in Ostafrika das spätere Deutsch-Ostafrika, die größte und wertvollste deutsche Kolonie. Die beiden Vereine schlossen sich im Jahre 1887 zur Deutschen Kolonialgesellschaft zusammen. Diese begeht in diesen Tagen durch .eine Festsitzung im Reichstag ihr 50jähriges Bestehen. Sie kann mit Stolz zurückblicken auf die große historische Leistung, daß sie Miturheber in und Helferin war für die Erwerbung des großen Kolonialreichs von der sechsfachen Ausdehnung des gegenwärtigen Deutschlands durch Bismarck. An der erfolgreichen Entwicklung dieses Kolonialreichs hat die Deutsche Kolonialgesellschaft bedeutenden Anteil gehabt. Doch dann kam der Weltkrieg und an dessen Ende bas schmähliche Diktat von Versailles, das Deutschland unter Bruch des Vorfriedensvertrages und unter falschen Vorwänden den Verzicht auf seine sämtlichen überseeischen Besitzungen aufzwang. Die Deutsche Kolonialgesellschaft führt seitdem den Kampf für die Wiedererlangung der deutschen Kolonien Seite an Seite mit den mit ihr in der Kolonialen Reichsarbeitsgemeinschaft vereinigten Verbänden. Sie führt ihn in dem Bewußtsein, daß eine Erweiterung unserer zu schmalen Bodengrundlage eine Le - bcnsnotroenDigteit für das deutsche Volk ist. Sie führt ihn für die Zukunft unseres Volkes, für unsere Kinder und Kindeskinder. wordenen Leutnant mit feinen zehn Mann, der dem marxistischen Spuk ein Ende machte, stand zwar nicht der durch die Parlamentsmehrheit angeblich vertretene Volkswille, wohl aber der wirkliche Volkswille. Diesen Kurs mit allen Mitteln zu stützen, wenn er folgerichtig durchgeführt wird, ist für die Deutschnationale Volkspartei selbstverständliches Ziel. Diesem Ziel dient auch der jetzige Wahlkampf, der die Mehrheiten des bisherigen Reichstags brechen und die Sabotagemöglichkeiten gegen den Regierungskurs erschweren soll. Der Regierung rufen wir die Mahnung zu, daß sie sich in ihrer Aufräumungsarbeit nicht durch das Geschrei derjenigen beirren läßt, die davon betroffen sind. So lange die Ministerialbureaukra- tie noch die gleiche ist, die unter Müller-Franken und Brüning für den alten Kurs gearbeitet hat so lange wird der ehrlichste Wille der Regierenden selbst von Nachgeordneten Stellen sabotiert werden. Dor allem darf die Regierung nicht vor den Türen des Zentrums Halt machen. Lind wenn man der Regierung Papen einen Vorwurf machen kann, dann ist es höchstens der, daß den Schritt gegen die marxistische Herrschaft in Preußen nicht schon Wochen früher geschah und daß die Reinigungsaktion nicht noch gründlicher durchgeführt wurde. Vielleicht wäre das schon geschehen, wenn dem gestürzten System nicht m Nationalsozialismus ein merkwürdiger Reise- nekäbrte entstanden wäre. Noch scheiden sich noch einmal die Geister. Weil wir Deutschnationalen das wollen was im Grunde das Volk ersehnt, deshalb sind wir in Wirklichkeit die Bewegung der deutschen Zukunft. Cm Wahlaufruf der GpO. Berlin 14. Oft. (TU.) Der „Vorwärts" bringt einen Aufruf des Vorstandes der Sozialdemokratischen Dartei Deutschlands, in dem es u. a. heißt: Reichskanzler v. Papen hat mit feiner Rede in München der demokratischen Republik den Krieg erklärt An die Stelle einer Staatsgewalt, die vom Volk will Herr v. Papen das konservative Got- I SXZw* Er I°rd°rt für te Lander bi« „Versassungautonomie", d. h., bas Recht Monarchie unb Klassenwahlrecht wieder einzuführen. Der Vernichtungswille der Reaktion gilt den politischen unb sozialen Rechten. Wirb bas Slbelsregiment Die Diktatur bes Großgrundbesitzes verfassungsmäßig verankert, so werden Lohnbruck unb Unterstützungsdruck damit verewigt. Der Aufruf fordert die „Enteignung der staats- streichlüsternen Dynastien" unb des Großgrundbesitzers, die Verstaatlichung der Banken unb ber Schlüsselindustrien, bie planmäßige Leitung ber Wirtschaft zum Wohle der Gesamtheit durch einen sozialistischen Staatswillen! Die Nationalsozialisten hätten ber sozialen Reaktion in den Sattel geholfen. Ihr jahrelanger Kamps gegen bie Republik habe ber Reaktion ben Weg zur Macht geebnet. Die Kommunisten hätten, anstatt Schulter an Schulter mit ber Sozialdemokratie für bie Rechte bes arbeitenben Volkes einzutreten, in zahllosen Parlamentsabstimmungen unb beim Volksentscheid am 9. August 1931 gemeinsam mit ben Nationalsozialisten unb Deutschnationalen den Kampf gegen die demokratische Republik geführt. Jetzt ernten sie, was sie gesät hätten. Wer die demokratische Republik, das gleiche Wahlrecht unb bas parlamentarische System jahrelang mit Hohn unb Haß bekämpft habe, ber könne sie heute nicht gegen bie Barone uerteibigen. Oie Kandidaten der OBp. in Hessen Nassau. F r a n k f u r t a. M., 13. Oft. (WSN.) Der Wahl- kreisvorstand ber Deutschen Volkspartei in Hessen- Nassau hielt gestern in Gießen eine Sitzung ab, in der bie Kandidatenliste ber Deutschen Volkspartei im 19 Reichstagswahlkeis Hessen-Nassau ausgestellt würbe. An Stelle bes bisherigen Spitzenkandidaten Dr W F Kalle, ber aus privaten Grünben eine Wieberaufstellung abgelehnt hatte, würbe ber Kaufmann Dr. h. c. Richarb Merten (Frankfurt a. M.), Auf sichtsratsvorsitzender ber Metallgesellschaft AG.. unb ötabtoerorbneter, nominiert. Weiter enthält bie Kanbibatenliste folgenbe Namen: Dberftubienbireftor Dr. Franz Becke r (Kassel), Frau Stadtverordnete Marie R o e t h e r (Wiesbaden) Landwirt Friedrich Dinges (Bad Soden), Vermessungstechniker Adolf Geyer (Kassel), Glasermeister Ludwig Schmidt (Kassel) und Amtsgerichtsrat a. D. Dr. Walter Lohmann (Weilburg). — Der Wahlkreisoorstand beschloß ferner einstimmig, Dr. Kalle zum Ehrenvorsitzenden des Wahlkreisvorstandes zu ernennen. Oer „Völkische Beobachter" zur Kanzlerrede. München, 13. Oft. (TU.) Im „Völkischen Beobachter" beschäftigt sich Alfred Rosenberg mit ber Münchner Rebe bes Reichskanzlers, bie weniger eine fachliche Darstellung ber unerquicklichen politischen Verhältnisse als ein Abreagieren feines Zornes gegenüber der N S D A P. gewesen sei, bie vor seine Parteiherrschaft zu spannen ihm nicht gelungen fei. Weil sich Hitler am 13. August als bas 'erwachte Gewissen Deutsch- l a n b s fühlte, habe er es ablehnen müssen, eine solche Durchschnittsgröße w i e Herrn von Papen als Kanzler über sich anzuerkennen. Papen hätte nichts zu verlieren als fein schlechtes Renommee aus seiner Vergangenheit, Hitler bagegen bie Frucht eines 13jährigen Kampfes, ben Glauben von 14 Millionen Deutschen. Papens Lebensgeschichte habe nur negative politi cheLe i ft ungen zu verzeichnen. Er habe burch eine Betätigung im preußischen Zentrum bie marxi tische Herrschaft ge- förbert. Wenn jemals bas Deutsche Reich burch eine Persönlichkeit von beni geiftigen Aus - m a ß bes Herrn von Papen wirklich verkör- pert fein würbe, so könnte man drei Kreuze auf dem Grabe dieses Reiches errichten. Or. Goebbels spricht in Rostock. Rostock, 14. Oft. (ERB.) Der Führer der Berliner NSDAP., Dr. Goebbels, bezeichnete hier in einer Wahlversammlung es als verhängnisvollen Irrtum, die nationalsozialistische Bewegung als eine Verlängerung des Vorkriegsabsolutismus bezeichnen zu wollen. Weil die nationalsozialistische Bewegung die Verantwortung für 14 Millionen Deutsche trage, könne sie nicht mit dem Posten eines Vizekanzlers zufrieden sein. DHemden, die heute versuchten, die nationalsozialistische Dewegung um die Früchte ihrer Arbeit zu bringen, seien Schrittmacher des Bolschewismus. Das Volk werde, so schloß Goebbels, auch in der nächsten Zukunft an Hiller glauben. Das nationalsozialistische Arbeitsbeschaffungsprogramm. Müuchen. 14. Oktober. (CRB. Funkspruch.) In einer geschlossenen nationalsozialistischen Versammlung sprach Gottfried Feder über das neu» gefaßte nationalsozialistische Arbeitsbeschaffungsprogramm. Grundforderungen des Programms feien direkte Arbeitsbeschaffung für zwei Millionen Mensch en auf Grund von Auftragserteilung für staatliche Einrichtungen im Ausmaß von 5 Milliarden Mark, Verstaat- lichung des gesamten Geld- und Kreditwesens, Um» und Entschuldung der gesamten Wirtschaft durch Zentralisierung aller privaten und öffentlichen Schuldoerhältnisse, „Brechung der Zins- knechtschaft" Aenderung der Stillhalteabkommen und einheitliche Regelung der Auslandschulden, Stärkung des Binnenmarktes, Wegfall der produktionshemmenden Steuern, Wiederherstellung des deutschen Staatskredits- durch Sanierung der öffentlichen Fi- nanzen, staatliche Schutzmaßnahmen für die Landwirtschaft, Wiederaufbau des Haus- und Grundbesitzes und schließlich nationale Verkehrswirtschaft und Neuregelung der Tarife. Schießerei zwischen Nationalsozialisten und Stahlhelmern. Hamburg, 14. Okt. (WTB. Funkspruch.) In der vergangenen Nacht kam es zwischen Aational- sozialisten, die von einer Versammlung heim- kehrten, und Angehörigen des Stahlhelms zu Zusammenstößen. Hierbei fielen mehrere Revolverschüsse. Zwei Stahlhelmangehörige, der Korvettenkapitän a. D. Lauenstein und der 22jährige Heinz Wolf wurden durch Messerstiche schwer verletzt, ein dritter Angehöriger des Stahlhelms erlitt eine leichtere Rückenstichwunde. Ein Rationalsozialist, bei dem eine Browningpistole mit leerem Rahmen beschlagnahmt werden konnte, wurde fest genommen. Luetgebrune verteidigt auch weiter die Gebrüder Lahusen. München, 13. Oft. (GR.) Rechtsanwalt Luetgebrune (Hannover) bittet um Verbreitung folgender Erklärung: »Wie ich erfahren habe, wird durch eine Berliner Dlättermeldung verbreitet, daß ich die Absicht hätte, die Verteidigung in dem Prozeß Rordwolle für die Gebrüder Lahusen niederzulegen. An dieser Mitteilung ist auch nicht der Schatten eines Gedankens der Richtigkeit. Ich habe niemals die Absicht gehabt, die Verteidigung der Gebrüder Lahusen niederzulegen, und ich werde die Verteidigung für die Herren Lahusen auch in Zukunft weiterführen, weil ich überzeugt bin, daß ihnen in der Wirrnis durch die Zeitverhältnisse unrecht geschehen ist." Oer Prinz von Wales in Hamburg. Hamburg, 13. Okt. (TU.) Der Prinz von Wales und fein Bruder Georg trafen am Mitt- UNMWU Roman von Gert Nothberg. Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle (Saale) 11. Fortsetzung. Rachdruck verboten! Vater Dolscher wurde also jetzt von dieser Lin- ruhe gequält, und wenn er es sich recht überlegte, dann hatte diese quälende Linruhe nur Friedrich Melzers niederträchtiges Lächeln hervorgerufen, mit dem der gesagt hatte: „Aha! Hm! Ra ja, darum also Pensionat und dergleichen Unfug. Bißchen feinen Umgang lernen, damit der Herr Chef nichts vermißt. Meine Lisa war zu einfach, als die sich um ’ne Stelle bewarb. Freilich, im Pensionat war sie nich." Vater Dolscher wäre dem anderen am liebsten an die Gurgel gefahren: dann aber hatte er nur die Schultern gezuckt und hatte gesagt: „Laß das dem Chef nicht zu Ohren kommen, Melzer! Und wenn ich was höre, daß du mir das Mädel etwa gegen jemand verunglimpfst, dann gibt's war — verstehst du?" Melzer hatte frech gelacht und war gegangen. Vater Dolscher aber hatte ausgespuckt. Daß doch ein junges, reines Mädel sich immer etwas nachreden lassen mußte, wenn sie schön war und gezwungen, sich ihr Drot zu verdienen! Der Stachel blieb sitzen. Vater Dolscher beobachtete abends am Stammtisch, zu dem er wöchentlich einmal ging, seine Skatbrüder. Dachten die vielleicht auch so? Aber es fiel kein Wort, was ihn hätte verletzen können. Und da dachte er, daß er ja verrückt sei mit seiner Sorge um das Mädel. Es mochte bei ihr eine Schwärmerei sein, wie junge Dinoer das nun mal so an sich haben. Beim Ehef dagegen? Gr hatte ja beinahe väterlich mit ihr gesprochen. Für ihn war Traute doch sicherlich immer nur das Waisenkind, das er da irgendwo einmal aus einer schmutzigen Umgebung heraus gerettet hatte. Wenn der Ches doch heiraten würde! Lieber Gott, alt genug war er ja nun mit dreiundvierzig Jahren. Dann wäre alles in Ordnung, dann bliebe nicht diese Unruhe und heimliche, aufreibende Sorge. Traute hatte keine Ahnung, wie mißtrauisch und auch traurig der Vater sie beobachtete. Sie war wie sonst. Rur in dem feinen Gesicht strahlten die Augen in solch tiefem Glan», daß die Leute sie ganz erstaunt ansahen. Und es blieb auch nicht aus, daß dieser oder jener junge' Arbeiter sie verliebt ansah. Hübsche, frische Jungen waren es, mit gutem, geradem Charakter. Aber die wußten mit dieser leuchtenden Schönheit des Mädchens auch nichts anzufangen. Immer fühlten sie sich ein bißchen bedrückt, wenn Traute sie mit den dunkelblauen Augen so ernst und forschend ansah. Sie brachten kein Scherzwort über die Lippen, wie sie es doch den anderen jungen Mädchen gegenüber sehr gern taten. Unb es blieb auch nicht aus, daß die Frauen, und Mädchen argwöhnisch und scheel auf Traute blickten: Gs ist nun einmal so und wird auch immer so bleiben: die von der Ratur reichlicher Bedachte wird unter ihren Mitschwestem, ob arm oder reich, immer verhaßt sein. Man ist sich dieses Gefühls vielleicht selbst nicht einmal [o recht bewußt: aber es ist eben da und bedroht die andere, die nichts tat, diesen Haß zu Wecken, die aber schöner ist als alle anderen. wochabend auf der Rückreise aus Skandinavien in Hamburg ein, wo sie u. a. von Vertretern des Hamburger Senats, der Flughafenverwal- tung und der Lufthansa empfangen wurden. Die Prinzen und ihre Begleiter fuhren im Kraftwagen zum Hotel Atlantik, wo Bürgermeister Dr. Peter- s e n und Geheimrat Dr. Cuno von der Hamburg- Amerika-Linie sich zum Empfang angemeldet hatten. Die englischen Gäste machten darauf eine Rundfahrt um die Alster und durch die Stadt In einem Geschäft am Reuen Wall machte der Prinz von Wales Einkäufe. Die englischen Gäste nahmen darauf bei Direktor Kiep von der Hamburg-Amerika-Linie in dessen Villa zusammen mit Dr. Cuno und dem englischen Generalkonsul das Abendessen ein. Don 21 bis 23 Uhr wellten die Prinzen im Hansatheater. Anschließend fuhren sie in das Hamburger Dergnü- aungsoiertel, gingen über die Reperbahn, wo sie sich nach einem kurzen Aufenthalt in einem Hypo- drom in das Gasthaus Zillertal begaben. Kleine politische Nachrichten. Der tschechoslowakische Außenminister Be n e s ch ist i n j aris eingetroffen, um mit Herr io t und Paul-Doncour über die endgültige Fassung des sogenannten konstruktiven Sicherheitsplanes zu verhandeln. Die Zweit« Kammer der holländischen Generalstaaten hat sich bei den vorbereitenden Ausschuhberatungen in ihrer Mehrheiit gegen die von der Regierung beantragte 32prozentige Zollerhöhung ausgesprochen. Das dänische Folketing hat eine Gesetzesvorlage angenommen, wonach teils die Zölle für eine Reihe von Waren erhöht, teils Waren, die bisher zollfrei waren, mit Zöllen belegt werden. Unter diesen Waren befinden sich: Schafe, Geflügel, totes Wild, Kartoffelmehl und -stärke, Gurken, Spargel, Blumenkohl, Speisezwiebeln, elektrische Isolierartikel, Schuhwaren, Glaswaren, Hüte, Instrumente, Rundfunkempfänger, Porzellan, Fayence, Steinzeug, Metallwaren, Seide und Deidenwaren, offene Waren aus Wolle, Baumwolle oder Leinen, Sammet, Korsetts, Handschuhe, Regenschirme, Spielzeug und Galanteriewaren. * Die Arbeitslofenunruhen in Del- f a st haben zwei Todesopfer gefordert. Die Lage in der Stadt ist noch keineswegs ruhig. Die Polizei patrouilliert mit Panzerwagen durch die Straßen. Die Linruhen sind auf kommunistische Anstiftung und auf die Umtriebe fremder Elemente aus Dublin zurückzuführen. Die Gewerkschaftsführer beschlossen einen Generalstreik auszurufen, wenn die Forderungen der Arbeitslosen nach einer Erhöhung ihrer Linterstützungs- sähe nicht angenommen würden. Bisher ist noch keine Einigung erzielt worden. • Die Regierung von Bolivien hat ein einjähriges Moratorium für Bank- und Privat- schulden erklärt. Traute wußte nichts davon. Sie nickte und grüßte freundlich, wenn sie vorüberkam, und sie beschenkte die Kinder mit Süßigkeiten. In ihrer freien Zeit las sie gern, oder sie half der Mutter in der Wirtschaft. Diel durfte sie nicht helfen, denn Mutter Dolscher erfreute sich zu sehr an den schmalen weißen Händen. „Ra, Kindler sagte heute, der Chef wird nun doch wohl heiraten. Die Ilse Wiedener mit ihrem Vater ist zu Besuch bei ihm gewesen, und sie haben auch die Fabrik besichtigt. Ra, und der alte Wiedener wiegt doch schwer. Der hat doch Rittergut Llrach und das Freigut Vilsen gekauft", sagte Vater Dolscher eines Abends, und er brannte, sich dabei die lange Pfeife an. Da er letzteres mit außergewöhnlicher Gründlichkeit tat, so konnte niemand sehen, wie ängstlich er dabei Trautes Gesicht beobachtete. Aber Traute blickte nur still auf ihren Teller. Daß ihr Herz schmerzlich hämmerte, konnte ja ntemanb sehen. Sie hatte das ja schon gewußt! Sie hatte die junge Dame mit ihrem Vater, einem gemütlichen alten Herrn, ja selbst gesehen. Lind sie hörte noch jetzt Frieda Kommlers hämische Worte: „Ra, Fräulein Dolscher, das hier, das Fräulein Wiedener ist — na ja —, sie wird die 'Braut vom Chef!" Frieda Kommler war die Aufwartung im Düro und Laboratorium, und sie war die Tochter einer Arbeiterwitwe aus der Wohnkolonie Fritz Lohgartens. In ihren Augen stand glitzernde Schadenfreude, denn sie hatte sich auch an dem Gerücht beteiligt, daß zwischen dem Chef und der Traute Dolscher was bestände. Run wartete sie voll fiebernder Reugier, wie diese Rachricht von der vermuteten Heirat das junge Mädchen treffen würde. Traute sagte freundlich: „Liebes Friedchen, wir beide gönnen es unserem Ches doch aus vollem Herzen, wenn et glücklich wird und nicht mehr so einsam ist — nicht wahr? Er verdient doch ein echtes, großes Glück." lind Friedchen war sprachlos und nickte nur beschämt mit dem Kopfe. Don diesem Tage an zankte sich Friedchen mit jedem, der eine Bemerkung über Traute Dolscher machte. „Sie ist ein anständiges Menschenkind, laßt sie gefälligst in Ruhe", sagte sie urb stand niemandem mehr Rede und Antwort, wenn sie sie au8- horchen wollten. Ta so ein ganz unerwartetes Hindernis im Klatsch um Traute erstanden war, zogen sich verschiedene Frauen von der Sache zurück, denn es ist ja immer so, daß nur die aller gemeinsten Menschen in solchen Fällen auf ihrer schmutzigen Phantasie beharren, während sich die anderen langsam zur Vernunft zurückfinden, wenn nur ein Mensch einmal den Mut gefunden hat, der Klatscherei energisch zu Leibe zu rücken. Aber Traute kümmerte sich um nichts. Ihr Gesicht sah nicht mehr so blühend und rosig aus. Dlah und schmal wirkte es. An einem wunderschönen Spätsommermorgen war es. Alle Schönheit der Ratur drängte sich noch einmal zusammen. Im Garten standen noch eine Fülle von Blumen in allen Farben dicht nebeneinander. Die Vögel zwitscherten hell und laut, und die Sonne sandte ihre warmen Strahlen in den großen Raum, wo Traute an ihrem Platz sah und fleißig arbeitete. Es war noch zeitig. Roch nicht einmal sieben Lihr. Aber sie ging immer schon mit dem Vater Don der bulgarisch-griechischen Grenze wird berichtet, daß in Südbulgarien ein kommuni st i s ch e r A u f st a n d ausgebrochen fei. Bulgarische Offiziere sollen die griechische Grenze über- schritten und sich den griechischen Behörden ergeben haben. Aus aller Welt. Wirbelsturm an der Bergstraße. Das Dorf Laudenbach bei Weinheim an der Bergstraße wurde am Donnerstagabend von einem furchtbaren Wirbelsturm hcim- gesucht. Im südlichen und östlichen Teil des Dorfes wurden. 150 Häuser obgedeckl. Etwa 200 Bäume wurden umgerissen die Straßen sind mit Ziegeln und Schlamm bedeckt. Menschenleben sind nicht zu Schaden gekommen. Schiffskataslrophe. In einer der letzten Rächte stieß im Aal and - meer der schwedische Dampfer „Dcsuvius" mit dem estn'.'chen Motor^chooner „Emelia" zusammen. Das estnische Schiff wurde mitten durchgeschnitten und sank in wenigen Sekunden. Von der Besatzung gingen sechs Mann unter, während der Kapitän und der Steuermann gerettet wurden. Als das Rettungsboot des schwedischen Dampfers im Begriff stand, unverrichteter Dinge zurückzukehren, hörte man von der Schiffsschraube her Hilferufe. Der Kapitän hatte sich an der Schiffsschraube des „Vesuvius" festgeklammert und wurde in vollständig ermattetem Zustande gerettet. Hätte man ihn nicht gefunden, so wäre er wenig« Minuten später in Stücke gerissen worden, als die Schiffsschraube wieder in Bewegung gesetzt wurde. Schließlich wurde auch der Steuermann gerettet; nur er und der Kapitän waren im Augenblick des Zusammenstoßes an Bord gewesen. Die ertrunkenen sechs Mann befanden sich in den Kajüten. I. Internationaler konditoren-kongretz in Wien. In Wien wurde im Rahmen der I. Wiener Konditorei-Ausstellung der Internationale Konditorenkongreh abgehalten, auf dem die Berufsorganisationen von Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern vertreten waren. Deutschland ist im Präsidium des Kongresses vertreten durch Funke-Kaiser (Düsseldorf), und Syndikus Dr. Otto (Berlin), vom Deutschen Kondttoren-Dund. Das Kongreßbüro wurde mit den Vorarbeiten zur en* gül.igm Schaffung eines Internationalen Kondiloren-Verban- des betraut, der in seinem Arbeitsprogramm u. a. den Austausch von Arbeitskräften, die Pflege der beruflichen Ausbildung, eine Vereinheitlichung der gesetzlichen Rahrungsmittel-De- ftimmungen und eine Kollektivpropaganda zur Hebung des Konsums von Konditoreiwaren vor- sieht. Auf der Spitze einer Zauner aufgespieht. Ein gräßlicher Unfall ereignete sich auf dem Friedhof in Bad Kreuznach. Ein junger Mann, der mit Baumschneiden beschäftigt war, kam zu Fall und stürzte in die eiserne Spitze eines Zaunes. Die eiserne StanM drang dem Bedauernswerten völlig durch den Oberschenkel. Bewußtlos blieb der Derunglückte hängen, bis es nach herüber, obgleich sie erst um acht Lihr anzufangen hatte. Die Seitentür öffnete sich. Groh, breitschultrig, frisch und sorgsam gekleidet trat Fritz Lohgarten herein. „Guten Morgen, Fräulein Dolscher! Schon wieder viel zu zeitig bei der Arbeit? Das bekommen Sie doch nicht mitbezahlt? ilnb es macht eine ganze Menge Lieberstunden aus", sagte er freundlich. „Guten Morgen, Herr Lohgarten! Es macht mir Freude, hier zu arbeiten. Ditte, sprechen Sie nicht von Lieberstunden. Sie bezahlen mich ja ohnehin gut." Sie war aufgestanden und legte nun die Dogen auf seinen Arbeitstisch, an denen sie vorher noch gearbeitet hatte. Zufrieden übersah er die saubere, sorgfältige Arbeit, und er bereute es nicht, Traute zu seiner kleinen Mitarbeiterin gemacht zu haben. Trautes weiße Hande stellten ihm auf dem Schreibtisch alles zurecht, wie er es liebte. Lind plötzlich blickte Fritz Lohgarten auf diese weihen, fast durchsichtigen Mädchenhände. Diese feinen, kleinen Hände hatten seit Monaten hier alles geordnet. Alles stand anberd da, als es früher gewesen war. Er hatte immer auf Ordnung gehalten, und die Frieda Kommler machte ihre Sache ja auch recht gut; aber seit die kleine, schöne Traute um ihn war, war es eben doch etwas anderes. Lind das stellte er erst heute fest. Bisher hatte er alles so gedankenlos hingenommen. Aber heute spürte er plötzlich das Walten eines guten Geistes um sich. Aus seiner Dankbarkeit heraus griff er nach der Hand des Mädchens. „Fräulein Dolscher, Männer sind eigentlich undankbare Gesellen. Sie sehen meist gar nicht, wieviel sorgsame Behaglichkeit man um sie schafft. Ich danke Ihnen, dah Sie hier wie ein guter, kleiner Hausgeist um mich sind. Es ist gar nicht mehr so nüchtern und kalt hier um mich, seit Sie hier sind." Er war aufgestanden und drückte nun ihre kleine Hand warm und herzlich. Traute sah ihn an. Lind dem Manne wurde seltsam weich zumute unter diesem Blick der dunkelblauen Augen. Traute verriet sich nicht; aber Lohgarten dachte: Traute Dolscher ist wunderschön! Rie sah ich Augen von solch tiefem Dlau. Eigentlich schade, dah sie nur ein armes kleines Mädelchen ist, das in irgendeinem Düro seine Jugend und Schönheit vertrauern muß! Denn wenn sie nicht hier arbeitet, dann doch eben woanders. Verdienen wird sie sich doch immer etwas müssen, so nett die alten Dolschers auch zu ihr sind. Dah er ihr Vormund war, konnte er beinahe vergessen, wenn er es vergessen wollte, denn man hatte ihn nie mit etwas behelligt. Höchstens, dah Dolscher ihn gefragt hatte, ob er damit einverstanden sei, daß die Kleine in ein Pensionat gegeben würde. Damit war er natürlich ohne weiteres einverstanden gewesen, und er hatte etwas dazu besteuern wollen: aber Vater Bol- scher hatte gesagt: „Rein, Herr Lohgarten, die Rente ist genug. Vorläufig nehme ich nicht einmal sie. Wir brauchen es nicht. Die Rente wird für das Mädel gespart. Rur Ihre Einwilligung wollte ich erbitten.“ .Die haben Sie, Dolscher. Aber — hm! — wird es gut sein, wenn die Kleine in andere Kreise kommt? Wird sie sich dann hier noch vielen Bemühungen gelang, ihn zu befreien un5 ins Krankenhaus zu schaffen. Bei der Besteigung einer Pyramide lödNH abgeffütjL Das amerikanisch« Mitglied Herron der deutsch-amerikanischen Himalaja-Expedition ist,- wie aus Kairo gemeldet wird, beim Desteigen der Großen Pyramide abgestürzt. Er starb alsbald an den beim Sturz erlittenen Verletzungen. Oberbeffen. Kreistag des Kreises Mittelheffeir im OHV. in Giehen. Der Kreis Mittelhessen im Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verband, dessen Geschäftsführung in Gießen liegt, hält am kommenden Sonntag, vormittags 10 Lihr im Cate Leib seinen diesjährigen Kreistag ab. Zu ihm erscheinen — wie man uns mitteilt — die Vertreter von neunzehn zum Kreise Mittelhessen gehörigen Ortsgruppen aus Oberhe'sen, dem Lahn- und Dillgebiet. Die Tagung steht unter dem Leitwort „Rationale Gewerkichaftspolitik und Kaufmannsbildung". Redest einem Referat des Kreis- geschäftsführers Schroeder über „Die sozial- und gewerlschaftspvlitische Lage" und einem Vortrag des Gaubildungsobmanns Arndt über „Jugend- und Bildungsarbeit als nationale Aufgabe", wird den Höhepunkt der Tagung ein Vortrag von Gauvorsteher Auerbach bilden übet „•Untere Stellung zur autoritären Staatsführung". In Anbetracht der gegenwärtigen sozial- und gewerkschaftspolitischen Lage wird ein starker Besuch erwartet. An die Tagung schließt sich ein geselliges Beisammensein in Form eines Fest- nachmrttags an, bei dem di« Gliederung der Ortsgruppe Gießen im DHV., wie Musikergilde, Frauen- und Männerchor, Turnergild«. Iugend- gruppe und fahrende Gesellen Mitwirken. Die Mitglieder und Freunde des DHV. werden durch eine Anzeige, auf die besonders hingewiesen sei, eingeladen. Oer Grünberger Gallusmarkt verschoben. Da in der letzten Zeit in Grünberg drei Fälle von spinaler Kinderlähmung vorgekommen sind, von denen ein Krankheitsfall mit dem Tode des 6 Jahre alten Söhnchens des Vermessungsbeamten Preist endete, ist der für nächsten Sonntag vorgesehene Gallusmarkt durch Verfügung des Ministeriums des Innern, Abteilung Gesundheitswesen, verboten worden. In einer eiligen Sitzung des Gemeinderats mit anschließen- der Bürgerversammlung, die gestern abend in Grünberg stattfanden, legte Bürgermeister Dr. Mildner dar, wie es zu dem Marktverbot durch das Ministerium gekommen ist. Die Geschäftswelt Grünbergs vertritt die Ansicht, dah die wenigen Fälle der Erkrankungen an spinaler Kinderlähmung doch nicht geeignet sein könnten, den für die Grünberger Geschäftsleute so wichtigen Gallusmarkt zu verbieten. Der Bürgermeister hat daraufhin zugesagt, dah er heute mit einet vom Gemeinderat bestimmten Kommission noch einmal beim Kreisgesundheitsamt in Giesten und Wohl fühlen in einfachen, wenn auch guten Verhältnissen?" »3ch denke, daß ich mich nicht irre, wenn ich als bestimmt annehme, daß Traute immer ein stilles, bescheidenes Geschöpf bleiben wird. Aber ihre Mutter war die Tochter eines Professors. Sie ist von ihrer Familie verstohen worden, weil sie dein einfachen Monteur gefolgt ist. Lind darum dachte meine Frau, wenn Traute durch irgendeinen Llmstand doch noch einmal mit Angehörigen ihrer Mutter zusammentrifft, dann soll man nichts an ihr bekritteln können." Da hatte Fritz Lohgarten dem alten Manne fest und herzlich die Hand gedrückt. Seltsam, dah er gerade heute, jetzt in diesem Augenblick an jene Unterredung dachte. Hm, ganz damenhaft war nun diese kleine, schöne Traute! Ob es aber nicht doch eine schiefe Stellung war, in die man sie gebracht hatte? Zu den einfachen Arbeitern putzte sie nun nicht, die sogenannte Gesellschaft aber würde die Tochter des Monteurs auch nicht ausnehmen. Da blieb noch eine Ehe mit einem Kaufmann oder einem Beamten. Fritz Lohgarten lieh behutsam die Hand deS Mädchens fallen. In ihm war ein ganz eigenartiges Gefühl, wenn er daran dachte, dah es diesem schönen, jungen Geschöpf einmal nicht gut gehen konnte. »Ich bin doch Ihr Vormund, Fräulein Traute. Wenn Sie also einmal einen besonderen Wunsch haben, den Ihnen die Pflegeeltem nicht erfüllen können, dann kommen Sie damit zu mir. Ja? Werden Sie das tun?" sagte er läcyelnd. Das Mädchen zuckte zusammen, als er ihren Aamen aussprach. Lind jetzt zitterten auch die Hände. Lohgarten wurde aufmerksam. Jetzt siel ihm auch auf. dah das junge Mädchen nicht mehr so blühend aussah, sondern dah das feine Gesicht schmal und bläh geworden war in diesen letzten Wochen. „Sie sehen sehr blaß aus. Fehlt Ihnen etwas? Ich bitte Sie, bleiben Sie doch ruhig einmal daheim, wenn Sie sich nicht wohl fühlen, obwohl ich Ihre Arbeit nicht gern entbehre." Ein Blick traf ihn, der ihn bis ins ^rz hinein auswühlte. Ein solch dankbarer Blick war eS! Im nächsten Moment waren die Mädchenaugen wieder gesenkt. Traute sagte ruhig: „Ich freue mich sehr, wenn Sie mit mir zu- f*?eten finb, Herr Lohgarten. Lind krank bin ich nicht. Ich fühle mich wohl unb habe keinen andern Wunsch, als dah ich immer hierbleiben dürfte, toexl ich da bei den Pflegeeltem bleiben kann." Traute ging wieder an ihre Arbeit. Sie hatte noch viele Dogen zu zeichnen, und ihr Herz hämmerte so wild, dah sie dachte, der QEann, dessen helle blaue Augen so forschend in die ihren geblickt, müsse eS hören. Tief beugte sich der Mädchenkopf über die Arbeit und hellauf schimmerte daS seidige Haar. Lind Fritz Loygarten sah das. Ein Vergleich kam ihm. Sin Vergleich zwischen Traute Dolscher und Ilse Wiedener! DaS reiche Mädchen war hübsch. Aber nur das! Hnb sie gab sich auch nicht ganz echt. Ein bißchen Pose war immer babei, unb er haßte Posen von jeher. Sonst aber war Ilse ein nette« OHäbet mit bem man sich sehr gut unterhalten konnte. Ihr Vater war reich! Sehr reich! (Fortsetzung folgt) auch beim Ministerium vorsprechen und sich um die Aufhebung des Verbots bemühen will. Sollte dieses Vorhaben nicht von Erfolg sein, so will man darauf hinwirken, daß der Gallusmarkt späte stens am 9- und 10. November stattfinden kann. Nach den vom Bürgermeister eingezogenen Erkundigungen besteht gegen diese beiden Tage kein Bedenken, da von den jetzt noch schwebenden beiden Erkrankungsfällen das eine Kind sich bereits auf dem Wege der Besserung befindet und es bei dem anderen Falle sich wahrscheinlich gar nicht um spinale Kinderlähmung handelt. Wenn das gegenwärtige Verbot des Marktes aufrechthalten wird, so könnte also mit dem 9. und 10. November als Markttage gerechnet werden. Dom Einzelrichter verurteilt. • Lich, 13. Oft. Vor dem Einzelrichter beim hiesigen Amtsgericht wurde gestern und heute unter Aufgebot vieler Zeugen und in Gegenwart einer Zuhörermenge von etwa 200 Personen über den Vorfall verhandelt, der sich in der Nacht vom 17. zum 18. Juli zwischen mehreren jungen Leuten von hier und dem Gen- darmeriemeister S ch a l l e r abspielte und bei JSL?? '%Qmte mißhandelt wurde. Angeklagt wai^n der Landwirt L. V. und der Malergehilfe „V?" Wider st andes gegen die Staats- ™ Körperverletzung und Deamtenbeleidi- Nach eingehender Verhandlung des Sach- Verhalts wurde der Angeklagte. L. V. wegen Nnderstands gegen die Staatsgewalt und Kör- itaCr^un® $u i?5 c i Monaten Gefäng- nt s und wegen Beamtenbeleidigung zu einer N>oche Gefängnis verurteilt. Der zweite Angeklagte H.B. wurde mangels Beweises frei- gesprochen. Gemeinderat in Laubach. □ Laubach, 13. Oft. In seiner jüngsten Sitzung beschloß der Gemeinde rat, für das Iahr 1933 — wie seither — die 200prozen- tige Bürger st euer zu erheben. Eine Erhöhung der Steuer auf 5 0 0 Prozent des Landessatzes, um dadurch die Gewährung eines Zuschusses aus dec Reichshilfe zu erhalten, wurde einstimmig abgelehnt. Laubacher Protest bei der Post. d Laubach, 13. Oft. Dieser Tage fand eine von der Bürgermeisterei einberufene Versammlung im „Solmser Hof" wegen der seit dem 1. Oktober eingeführten Des chränkungen in der Postzustellung statt. An der Versammlung nahmen auch die Vorstände der Behörden, sowie des Bürger- und des Ortsgewerbevereins teil. Nach längerer Beratung wurde e i n st i m m i g beschlossen, eine Eingabe an die Ober- Po st direktion Darmstadt zu richten, damit die für das gesamte Wirtschaftsleben von Laubach und Umgebung nachteiligen Einschränkungen wieder beseitigt werden. Landkreis Pretzen. cd. S a a s e n , 13. Oft. In der Nacht zum Samstag wurde einem Landwirt im benachbarten D o l l n b a Hl ern Acker mit Weißkraut Wirsing und Rotkraut vollständig v e r w ü st e t. Das Gemüse wurde mit einem Messer ausgeschnitten. Wettervoraussage Die StörungStatigkeit über dem Nordmeer hat weiter zugenommen. Kleber dem Kanal bildete sich ein Teilwirbel, der über Nordfrankreich ein ausgedehntes Niederschlagsfeld erzeugt, das auch uns überqueren wirb. Durch den bereits einsehenden Kalitlu-fteinbruch an der Rückseite des Tiefs folgen noch Schauer nach. Der Witterungscharakter bleibt wechselhaft, durch die Nordwestluft gehen die Temperaturen weiter zurück. Aussichten für Samstag: älnbeständig und wechselnd wolkig, schauerartige Niederschläge, kühler, westliche, später nordwestliche Winde. Aussichten für Sonntag: Fortdauer des unruhigen, aber schon mehr aufklarenden Wetters, vereinzelte Regenschauer, weiterer Temperaturrückgang. Lufttemperaturen am 13. Oktober: mittag 16 Grad Celsius, abends 10,4 Grad: am 14. Oktober: morgens 9,4 Grad: Maximum 16,2 Grad, Minimum 7,5 Grad. (Schluß des redaktionellen Teils.) Bei rheumatischen Schmerzen aller Art haben sich Togal-Tabletten ganz hervorragend bewährt. 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Für ihn bedeuten 50 solcher Marken eine Zehner-Packung gratis. Für sie gibt es dafür eine Kollektion von 16 Seiden-Stik- kereien, wie sie noch keine gesehen hat. Für beide und die Kinder außerdem Soldaten-Bilder. Mein Herr hat sich mit Frauchen gezankt wegen dieser kleinen BLAU PUNKT-Marken. Er will dafür Zigaretten und sie will Stickereien! Erstaunliches Ar BLAU PUNKT ihre bisherige künstlerische Tätigkeit in weiten Kreisen des Publikums bekannt und beliebt geworden. Man beachte die heutige Anzeige. **„S) afsia"-Kriegsopfer-Tagung in Büdingen. Eine oberhessische Provinzialtagung ' der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebe- nen in der Kriegerkameradschaft „Hassia" findet am nächsten Sonntag in Büdingen (Saalbau vchäfer) von 10 Uhr ab statt. 2m Anschluß an die Berichte werden folgende Borträge gehalten: Kam. Wenzel, Berlin, vom Kyffhäuser-Der- band der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinter- bl.ebenen über das Thema „Der neueste Stand ' unserer Versorgung, die neuesten Bestimmungen der Notverordnung in der Sozialfürsorge und das Forderungsprogramm des Kysfhäuser-Ver- bandes": Kam. Bonhard, Gießen, über das Thema „Der neueste Stand der Invaliden- und Unfall-Versicherung". 2m Anschluß an die Vorträge ist Gelegenheit zur Aussprache gegeben, ferner soll über Anträge entschieden werden. Zu der Tagung, die öffentlich ist, werden alle Kriegsbeschädigten, Kriegerhinterbliebenen, Unfall-, 2nvaliden- und Altersrentner erwartet. Berlin nach unsicherem Beginn freundlicher. Berlin, 14. DEL (WTB. Funkspruch.) An der Börse herrscht augenblicklich eine beachtliche Unsicherheit. Einerseits lauten die Nachrichten aus der Wirtschaft anhaltend Zuversicht- l i ch. Auch heute lagen wieder ein optimistischer Vicrteljahresbericht der Niederrheinisch-Westfälijchen Handelskammern, Nachrichten über eine, Zunahme der Roheisengewinnung und Meldungen von den internationalen Geldmärkten vor, welche eine neue Diskontsenkungswelle in den Bereich des ALüglichen rücken. Anderseits mahnte die im Zn- und Auslande festzustellende st arte Zurückhaltung des Publikums, die immer wieder aufflackernden Streiks gegen die Lohnkürzungen bei Neueinstellun- gen und die non Zeit zu Zeit stärker in Erscheinung tretende politische Unsicherheit zur Vorsicht bei der Beurteilung künftiger Entwicklungen. Heute verstimmte dazu noch der Rückschlag in Neuyork. Außerdem haben auch die Anlagekäufe am Rentenmarkt wieder nachgelassen. So kam es, daß die Anfangsnotierungen bei kleinem Geschäft und kleinen Veränderungen gegen den Vortag recht uneinheitlich, vorwiegend sogar etwas schwächer lagen. Auffallend war eine Steigerung der Dortmunder Union-Brauerei um 3,5 v..H.; dieses Papier war in letzter Zeit, als die Hoffnungen auf bessere Bierexportmöglichkeiten im Zusammenhang mit der bevorstehenden Milderung der amerikanischen Prohibitionsbestimmungen für Brauereien etwas anregten, allerdings vernachlässigt. Eintracht Braunkohlen zogen aus der Meldung über Arbeitcrueuein- ftellungen Nutzen. Goldschmidt verloren heute ihren gestrigen Gewinn, Bemberg wären auf einen ungünstigen Artikel in bpr. Bergwerkszeitung etwas angeboten. Im Verlaufe wurde es, ausgehend vom Montanmarkt, an dem Rheinlandkäufe zur Ausführung gelangten, allgemein etwas freundlicher. Kunstseideaktien fielen gleichfalls durch Steigerungen von 1 v. H. auf. Deutsche Anleihen lagen ruhig, Altbesitz schwächten sich im Verlaufe um beinahe 0,5 v. H. ab. Von sonstigen f e st v c r z i n s l i ch e n W e r t e n waren Pfandbriefe bis 1 v. H. gebessert. Hösch wurden 2 v. H. höher bewertet, während, die übrigen Industrieobligationen bis zu 1 v. H. gewannen. Reichsschuldbuchforderungen und Schutzgebietsanleihe blieben gut gehalten. Von Ausländern neigten Bosnier zur Schwäche, Mazedonier setzten ihre Abwärtsbewegung um 1 v. H. fort. Die Sätze am Geldmarkt blieben ziemlich unverändert, d. h. Tagesgeld war an der unteren Grenze mit 4,25 bzw. mit 4,13 v. H. erhältlich, Monatsgeld mit 5 bis 7 v. H. In Privatdiskonten lag heute vor dem Medio natürlich Angebot vor, doch zeigte sich in demselben Umfang auch weiter Nachfrage, so daß hierdurch ein Ausgleich geschaffen wurde. Sranffurf leicht abgeschwächt. Frankfurt 0. M., 14. Okt. (WTB. Funkspruch.) Die heutige Bör^e eröffnete unter Einwirkung der matten Haltung Wallftreets leicht ab geschwächt. Eine gewisse Stütze boten die festen europäischen Börsen, sowie Meldungen von weiteren Arbeitereinstellungen in der deutschen Wirtschaft. Die Umsätze s ch r u m p f t e n w r e- der merklich zusammen, da sich das Publikum vom Geschäft zurückzog und auch die Kuli'se eine abwartende Stellung einnahm. Auf den Aktienmärkten waren im Vergleich zur Abcndbör'e meist Abschwächungen von 0,25 bis 0,75 Prozent zu verzeichnen. 2G. verloren 0,75, Deutsche Erdöl 0,25, während Mc° tallgesellschast und Vütgerswerke bis zu 0,5 Prozent gewonnen. Am Elektromarkt besserten sich AEG. 3/8 und Licht & Kraft um 0,5 Prozent, Schuckert und Siemens blieben behauptet. Von Kunstseideaktien mußten Aku 0,25 Prozent abgeben. Den gleichen Betrag verloren am Montanmarkt Gesfürel während Stahlverein sich um 0 25 Prozent besserten. Von Schiffahrtswerten lägen Norddeutscher Lloyd gleichfalls 0,25 Prozent höher, Deichsbank setzten 0,5 Prozent medm- ger ein. Am Dentenmarkt herrschte große Ge° fchäftsstille in späten Reichsschuldbuchforderungen, die eine Bewegung von 67,1 bis 66,6 bis 66,75 Prozent aufzuweisen hatten. Altbesih eröffneten 0 1 Prozent höher, während Neubesih und Schutzgebiete nur knapp gehalten waren. Von fremden Werten konnten sich Numäncn leicht erholen, dagegen gaben Saloniki-Monastir auf die Anruhen in Westmazedonien 0,1 Prozent noch. Stahlvereins-Bonds und Deichsbahnvorzugsaktien lagen um bis zu 0,4 Prozent freundlicher. Qlm Pfandbrief markt erhielt sich einiges Interesse bei gut behaupteten Kursen. Kurzfällige Deichs- und Länderanleihen waren gleichfalls gefragt und höher. 2m Verlaufe war bic Bewegung ldich t schwankend. Die Kurse konnten sich zunächst um etwa 0 25 bis 0,5 Prozent erholen, bröckelten aber später infolge der Geschäftsstille noch unter das Eröffnungsniveou ab. Am Geldmarkt war Tagesgeld sehr leicht, es wurde um 0,25 auf 3,5 Prozent herabgesetzt. Slauyunht -M die neue Zigarette von WALD ORF ASTOR IA mit und ohne EMundstückj " Dienstjubiläum. Der Gendarmeriewachtmeister bei der Gendarmeriestation Gießen Wilhelm Schar mann konnte am 6. Oktober auf eine 40jährige Dienstzeit zurückblicken. Der 2übilar wurde int 2ahre .1872 in Ulrichstein geboren und trat am 6. Oktober 1892 beim Gorde- Dragoner-Degiment Nr. 23 in Dienst. Bis zum 1. November 1901 gehörte er diesem Degiment an, dann trat er am 1. Oktober 1902 in den Dienst der hessischen Geüdarmeriestation zu Gießen. Seit 30 Jahren füllt er an dieser Stelle seinen Posten mit größter Gewissenhaftigkeit aus und erwarb sich dadurch nich* nur die Hochachtung seiner Vorgesetzten, sondern auch die Wertschätzung der Kollegen. In weiten Kreisen der Bevölkerung schätzt man ihn als pflichttreuen und gerechten Beamten. Aus Anlaß des 2ubiläums wurden ihm herzliche Glückwünsche zuteil. ** 50jähriges Arbeitsjubiläukß. Gestern wurde bei der Zigarrenfabrik Arnold Mueller G. m. b. H. das goldene Arbeitsjubiläum des Versandmeisters Daniel Erb aus Wieseck gefeiert, der ununterbrochen 50 Jahre hindurch bei der Firma tätig war. Um 15 Uhr versammelten sich die Mitglieder der Firma Mueller und die Angestellten- und Gießen, den 14. Oktober 1932. Zu Haus. Der Sommer ist vorbei. Der regenschwere Sturmwind fegt über kahle Felder und reißt die Blätter von den Bäumen. Auf der Straße eilen die Menschen, um das schützende Haus zu erreichen. Fensterläden poltern. Dürre Blätter und Papierfehen fliegen hoch in der Luft. Dann folgt em Degenschauer. Dur zögernd kommt der spät« Morgen, die Dacht will nicht weichen. Einige Stunden, in denen sich vielleicht noch einmal die Sonne durchringt, und schon flammen wieder die Lampen aus. Es sind die grauen Tage mit dem wolkenverhangenen Himmel, den lärmenden Herbststürmen, den kahlen .schweigenden Bäumen. Die Zugvögel flogen nach südlichen Ländern, die Tiere in Wald und Flur erhalten einen dickeren Pelz, und in der Tiefe der Erde verbirgt sich der schlafende Dachs. Blumen und Sträucher werfen ihren Schmuck ab, warten und träumen, bis der junge Frühling sie zu neuem Leben erweckt. And der Mensch? Viele haben noch ein Heim, ein warmes Zimmer. Da freut man sich, wenn man an kalten, trüben Tagen eine warme Ecke findet. Rasch sind die regennassen Schuhe'und Kleider abgelegt Wir schlüpfen in den bequemen Hausrock, in die warmen Schuhe, und schon hat uns die Behaglichkeit umsponnen. Der im Sommer vernachlässigte Ofen wird nun der beste Freund des Menschen. Er hilft uns, daß wir die kalten, unfreundlichen Tage leicht ertragen. „ Aber er zeigt uns auch, wie schön es zu Hause ist. Die Abende sind lang. Freunde und Bekannte kommen zu Besuch. Wir können wieder unser Herz erleichtern, wir können uns aus- sprechen. And dann vor allem: Wir lernen wieder erzählen.' Die Kinder lauschen gespannt allen Berichten. Aber so recht warm werden sie erst, wenn sich die Mutter oder die Großmutter etwas abseits setzen und die Kinder um sich sammeln. Das ist das Schönste in den Dämmerstunden. Ehe die Lampe brennt und nur kleine, schwache Lichtstrahlen vym Ofen aus in das Zimmer fallen, durch das Fenster vielleicht die letzten Wolken am Himmel leuchten, erzählt die Mutter den Kindern ein Märchen. 2a, das gibt's noch. Wenn auch die meisten Hausfrauen noch so abgehetzt und müde sind, und wenn auch im Stopfkorb Strümpfe und Kleider warten, einige Minuten finden sie doch noch, um sich ihren Kindern, zu widmen. Auch für sie ist es ja eine kurze Ruhepause, ein Zurückfinden in selige Kinderzeit. And es sind sicher keine verlorenen Stunden, in denen die Mutter an dunklen Wintertagen ihrem Kinde vom Rotkäppchen, Schneewittchen, von den sieben Raben oder sonst etwas Schönes erzählt Wohl sind die Zeiten härter und schwerer geworden, aber unsern Kindern wollen wir das Märchenland erhalten. 2hre Phantasie mag noch dort leben und frei gestalten. Die Alltagssorgen werden noch früh genug zu ihnen kommen. Dann aber sollen sie sich mit Freude jener Stunden erinnern, in denen ihnen aus dem reichen Schatz unserer schönen deutschen Märchen die wundervollsten Gaben geschenkt wurden. Am späten Abend aber wird's noch schöner. Wenn die Kinder zur Ruhe gegangen sind, wenn 16er Besuch fort ist, laden wir unsere besten Freunde ein: die Bücher. Sie kommen wieder zu uns, wie alte liebe Bekannte. Sie haben nie etwas von uns gefordert, sie sind nie mißlaunig oder verärgert gewesen. Sie haben uns nur gegeben. And wenn wir sie im Drange der Geschäfte, im Erleben der Natur draußen manchmal vergaßen, sie sind nicht böse. Sie können warten und wissen, daß wir zu ihnen zurückkehren, wenn der Herbst sturm braust, wenn Schttee und Eis die Erde bedecken. M. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag: Stadttheater, 19.30 bis 22.30 Ahr, „Egmont". — Oberhess. Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz, 15 bis 17 Ahr, Ausstellung. — Allgemeiner Verein für Armen- und Krankenpflege, 18 Ahr, Saal der neuen Krippe, Generalversammlung. — Schachklub Gießen, 20 Ahr, Hotel Hindenburg, Simultan-Spiel gegen Schach-Großmeister Bogol- jubow. — Alice-Schale, Sonnenstraße 2, 11 bis 17.30 Ahr, Ausstellung der Schülerinnenarbeiten — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ein bißchen Liebe für dich!" — Astoria-Lichtfpiele, Selters- Weg: „Andreas Hofer" und „Der Tag der Vergeltung". — Wiesecker Lichtspiele, 20.30 Ahr, „Den Hur". — Militärkonzert im „Philosophen- ro a [ b". Die Musikkapelle bes hiesigen Reichswehr- botaillons veranstaltet unter ber Leitung von Dbcr- musikmeister Krauß e am Sonntag, 16. Oktober, Beginn 16 Uhr, im Restaurant „Philosophenwald" ein Militärkonzert, bas in einem volktämlich gehaltenen Programm beste Unterhaltungsmusik bringen wirb. Die Kapelle, bie unter ber Leitung ihres ber- zeitigen Dirigenten stets mit ausgezeichneten Darbietungen aufgewartet hat, wirb wohl auch diesmal viele Zuhörer finben. Näheres ist aus ber heutigen Anzeige ersichtlich. Buttenauktion in Lauterbach. A Lauterbach, 12, Okt. Die heute burch bie Landwirtschaftskammer hier abgehaltene Dullenauktion hat dem Veranstalter sowohl, als auch den Züchtern einen vollen Erfolg erbracht. Von den 58 der Landwirtschaftskammer gemeldeten Tieren waren 24 Dullen zur Auktion zugelassen worden; 23 wurden auf getrieben, unter ihnen befanden sich vier Leistungsbullen. Von den 23 aufgetriebenen Dullen wurden 18 Stück verkauft. Das geringste Gebot lautete auf 360 Mk., das Höchstgebot auf 730 Mk. Der Auktion ging eine P r e i s b e w e r t u n g voraus, die folgendes Ergebnis hatte: 1. Preise: Landwirtschaftskammerausschuß für Oberhessen, Nikolaus Keller (Angersbach) und Karl Lanz (Erbenhausen); 2. Preise: Landwirtschaftskammer- ausschuß für Oberhessen, Otto Steuernagel (Nie- der-Dreidenbach), Heinrich Weitzel (Drauer- schwend), Heinrich Psannmüller (Maar), Heinrich Schmelz VI. (Allmenrod) und 2ohannes Dietz H. (Billertshausen); 3.Preise: Heinrich SchmelzV. (Allmenrod), Heinrich Dindewald (Stumpertenrod), Ernst Kreuder (Brauerschwend), Adam Pflanz (Anter-Wegfurth), Heinrich Witter (Wallersdorf), Karl Wahl (Angersbach) und Heinrich Günther IV. (Maar). &. A.-Gpori. Handball im Lahn-Oünsberg Gau Die Vorrunde wird kommenden Sonntag mit einigen Spielen beendet. 2n der Gauklasse ist der Tabellenführer und Meisteranwärten Londorf in Dorlar zu Gast. Beide Mannschaften haben in den letzten Spielen eine beständige Form gezeigt und sollten sich einen scharfen Kampf liefern, den die Spielerfahrung des Altmeisters, wenn auch knapp, so doch zu seinen Gunsten entscheiden sollte. Gewinnt Londorf das Spiel, was aller Voraussicht nach zu erwarten ist, so ist die Mannschaft mit vier Punkten gegen den nächsten im Vorteil und wohl kaum mehr einzuholen. In Wieseck stehen sich voraussichtlich die Mannschaften von Lollar und Wieseck gegenüber. Lollar sollte dieses Spiel durch seine körperlich besser disponierte Mannschaft für sich entscheiden. Im 1. Bezirk stehen sich in Launsbach die Mannschaften vom Platzverein und von Erda gegenüber. Dieses Spiel sollte Launsbach mit klarer Tordifferenz gewinnen, obwohl die Gäste bestimmt einen schweren Gegner abgeben. Arbeiterschaft zu einer eindrucksvollen Feier. Von dem Chef ber Firma würbe ber Jubilar herzlichst beglückwünscht und ihm ber Dank unb die Anerkennung für feine wertvolle Tätigkeit unb Mitarbeit in den 50 Jahren ausgesprochen. Außer einem Gelbgeschenk fand ber Jubilar einen reichgeschmückten Gabentisch vor. In bewegten unb herzlichen Worten bankte ber Gefeierte für bie Ehrungen, bie ihm zuteil würben. Die Feier dauerte bei Trunk unb Gesang bis in bie Abendstunben. ** Das Stabt - Cafö Gießen gibt im heutigen Anzeigenteil bekannt, baß es von heute ab ein Ensemble hiesiger Künstler (Klavier-Trio) zu Konzertbarbietungen in bem Cafe verpflichtet hat. Der Inhaber bes Cafes, Herr D 0 e r r c r , will burch bas Engagement dieser Künstler an seinem Teile dazu beitragen, daß wieder Arbeitsgelegenheit erschlossen wird, ein Bestreben, das alle Anerkennung verdient. Wie man uns mitteilt, bürgt der Kapellmeister I 0 ft dafür, daß von demTrio nur erstklassige Musik geboten wird. Die Mitglieder der Kapelle sind durch Arbeiter-Turn- und Sporibund Am Sonntag beginnt die Nachrunde der Kreisklassenspiele. Zum ersten Spiele empfängt Gießen I die erste Elf von Dorheim. Im Vorspiel muhte sich Gießen geschlagen bekennen. Im kommenden Spiel dürften tHe Gießener jedoch größere Siegesaussichten haben. Der Gegner hat etwas an Spielstärke verloren. — Vor diesem Spiel hat Gießens III. die II. von Hungen zum Gegner und wird wohl die Gäste mit einer Niederlage abfertigen. Wieseck I hat in Naunheim gegen den Kreis- meister anzutreten. Man erwartet ein spannendes Spiel. Naunheim wird sich, zumal auf eigenem Platze, den Sieg nicht nehmen lassen. Heuchelheim 1 ist in Erbstadt-Kaichen zu Gast und wird sich sehr anstrengen müssen. Nieder-Florstadts I. weilt in Altenstadt zu Gast und sollte einen knappen Sieg mit nach Hause nehmen können. In den Bezirksklassen stehen sich am Sonntag Wieseck II und Gießen II auf dem Wiesecker Platze gegenüber. Der Ausgang dieses Spieles ist völlig offen. Wißmar I ist in Dau- bringen zu Gast und wird den Platzbesitzern den Sieg überlassen müssen. Londorf I empfängt Lollar I und wird den Gästen den Sieg sehr schwer machen. Leun I ist in Allendorf a. d. Lahn zu Gast. Der Glücklichere dürste Sieger werden. Rodheim I empfängt Oberndorf I und wird die Punkte wohl für sich behalten. Wehlari und Naunheim II stehen sich in Wetzlar gegenüber. Hungen I ist in Burkhardsfelden zu Gast und hat nicht allzuviel Chancen. 2n den Mannschaften Großen-Linden I und Grohen-Du- seck I messen gleichwertige Gegner ihre Kräfte. Alsfeld I ist in Saasen zu Gast und sollte von dort einen Sieg mit nach Hause nehmen. 2n der 2. Bezirksklasse finden folgende Spiele statt: Wetzlar II — Wehberg I; Dlasbach I — Kinzenbach II in Naunheim; Waldgirmes I — Frankenbach I; Wißmar II — Gleiberg I; Krofdorf I — Launsbach I; Heuchelheim II — Vetzberg I; Hachborn I — Lollar II; Lich I — Lang- Göns I; Großen-Linden II — Grüningen I; Nie- der-Ohmen I — Alsfeld II; Grünberg I — Gro- Hen-Buseck II.; Lindenstruth I — Beuern I; Watzenborn I — Annerod I; Hausen I — Wieseck III; Fronhausen — Allendorf a. d. Lumda; Gießen IN — Hungen II. Die Jugendklasse hat folgende Spiele im Programm: Krofdorf — Naunheim, Rodheim — Gleiberg, Heuchelheim — Launsbach, Hachborn — Lollar, Wieseck — Alten-Buseck und Burkhardsfelden — Staufenberg. Handball. Auf dem Platz von Wieseck stehen sich Wieseck I und Gießen I gegenüber. Zwei gleichstarke Gegner messen hier ihre Kräfte. Ein spannendes Spiel wird in Aussicht stehen, dessen Ausgang aber ungewiß ist. 2n Holzheim ist Butzbach I zu Gast. Auch hier sollte cs ein schönes Spiel geben, das die Gäste voraussichtlich für sich entscheiden werden. (Schluß des redaktionellen Teils.) Der Ruhr-Bergbau liefert für Haushalt, Gewerbe unb Jnbuftrie Ruhr-Gasflamm-, Ruhr-Fett-, Ruhr- Eß- unb Ruhr-Anthrazitkohlen; feine Förberung umfaßt hiermit sämtliche bekannten Steinkohlenarten, so baß nach den jeweiligen Bedürfnissen unb ben vorhanbenen Defen eine bestgeeignete Ruhrkohle ausgewählt werben kann. Aus Ruhr-Anthrazit, daneben auch aus Ruhr-Eß- unb Fettkohle werben für ben häuslichen Verbrauch Ruhr-Steinkohlenbriketts im Gewichte von 1 unb % kg unb als Eiformbriketts hergestellt. Ruhr-Fettkohlen sinb ber Rohstoff zur Gewinnung bes in ber ganzen Welt geschätzten Ruhr- Brechkokses. Neben dieser Mannigfaltigkeit beruht aber bie Ueberlegenheit ber Ruhrkohle vor allem auf ihrem hohen Heizwert, verbunden mit dem geringen Asche- unb Wassergehalt, so baß ber Verbrauch geringer unb bamit bie Heizkosten niebriger werden. 6480V MWWMWWWWW ——- Wenn Ihr neues Kleid überraschend schön u. apart sein soll und wenn Sie dennoch die praktischen und wirt- ■ schädlichen Vorzüge bester Strickkleidung geniessen wollen, dann gibt es nur eines i •ml Küblet Damenkleidef Kataloge koetenlo« durch die Fabrik Paul Kühler & Co„ G. m. b. H., Sfuttgarf-O. Kubier Damen-Kleider führens Modehaus Salomon, Schulstraße 4 Spezialhaus Frdr. Telpel, Markt 1« 7246 V Statt ff arten! Dr. med. 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