Br. 112 Erster Blatt 182. Jahrgang Samstag, U. Mai 1952 Erschetnl täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Dill» - Die Scholle Monat» vtjugrpreit: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illusttierte , 1 80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. 5ernsprechanscblü«e unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger »teste,. Postscheckkonto: 8ranfturt am Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnttk And Verlag: vrühl'jche Univelsitais-vuch- und Stcinöruderei H. £angc in Sietzen. Zchrifrleitmig und Seschäftrftelle: Zchulstratze r. Annahme »en Anzeigen für die lagesnummcr dis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8. auswärts 10 Reichspjenmg: für Re» hldmeanutqen von 70 mm Breite 35 Reichspfenn'g, Platzoorschrist 20* „ mehr. ThesredaKteur Dr. Fnebr. Wilh. Lange. Derantwonlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.TKnnot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in (Biegen. Pfingsi-Wunder. Don Curl Hohe!. Der verstorbene B r i a n b hat einmal zu Strese». mann gesagt: . Ader Sie haben in Ihrer Politik etwas, was ich die Politik der deutschen Mystik nennen mochte, bas sink» bic Manschen bei Ihnen, bic in der Gegenwart nicht einen solchen Friedcnstraktat haben mochten, weil sie a n i r g c n b etwas Wunderbares glauben, was sich einmal ereignen möchte . " So belanglos biese Aeußcrung im Zusammenhang der Locarnooerhanblungen sein möge, so interessant wirb sie, wenn man sic isoliert betrachtet. Der kluge Rationalist Brianb, dieser typische politische Psycholog des 19. Jahrhunderts und des Westens, erkannte einen Zug im deutschen Wesen, der ihn fremd berührte, den er mit seinem leichten Spott (bsroerben wollte, den er aber trotz allem in seine Kalkulation einstellte, llnb am Cnbc seiner Tage mag er vielleicht im stillen eingeschen haben, daß an diesem „W unbcrglaubcn" mehr daran war, als er je wahrhaben wollte Warin besteht nun diese deutsche Mystik in der Politik, die den „Traktat" des westlichen Friedens ablehnt und das „Wunder" erwartet^ — Einer unserer selbständigsten und tiefsten deutschen Denker im 19. Jahrhundert, Paul de Lagarde (dessen französischer 'Jlomc angenommen ist!), sagt einmal: „Das Deutschland, welches wir lieben und zu sehen begehren, hat nie existiert und wird vielleicht nie existieren Das Ideal ist eben etwas, das zugleich ist und nicht ist. Es ist die im tiefsten Herzen der Menschen leuchtende Sonne, um welche unsere Gedanken und Strafte, um welche auch alle die Mittelpunkte schwingen, welche unser Leben umkreist, eine Sonne, deren Schein fahl und bleich wird, wenn sie aus den Tiefen der Seelen an das Tageslicht empor- taucht ... Die deutsche Nationalität ist eine Svraft, welche nicht gewogen, geschaut, geleitet, beschrieben werden kann, welche da ist, wann sie wirkt, welche überall da ist, wo in Deutschland etwas wächst und gedeiht. Je mehr einzelne Deutsche das in dem ihnen durch Gott und Anlage gegebenen Materiale schlummernde Gottesbild herauszuarbeiten bemüht sind, desto klarer wird uns unser Wesen werden ..." Diese „Herausarbeitung einte Gottesbilbes" im Deutschen ist das ewige P sing st wunder auch in unserer Politik. Politik ist eben nicht eine Sache, die man „auf der SXrämcrroaagc des Bestandes" wägen soll, sondern eine aus der liefe des Scclcntums quellende Kunst der Gestaltung und Beschwörung. Heule in der tiefsten Not, zwischen Wesensfeinden und lebensgefährlichen Mißverständnissen, suhlt der Deutsche im Grund seiner Seele, daß der in satten Zeiten gedankenlos oielbcrufene Idealismus doch eine unerhörte Macht ist. Und so verlangt diese unergründliche deutsche Seele aus tiefster Not ein mystisches Schaubild Deutschlands, das nie war und nie fein wird, das aber b i e H r 2m Unterhaus entwickelte sich vor der Psingstpause eine große Aussprache über die Abrüstungssrage. Außenminister Simon wies zunächst darauf hin, dafz die Einberufung einer Abrüstungskonferenz schon in den Schriftstücken gefordert worden sei. die bei der Unterzeichnung des Versailler Vertrages ausgetauscht wurden. Der Versailler Vertrag sehe ganz klar eine a 11 - gemeineRüstungsbegrenzung auch für bie alliierten und assoziierten Mächte vor. nachdem die unterlegenen Mächte diese angenommen hätten. Der Minister verwies weiter auf das völkerbundsstatul, den Llemenceau-Brief und die besonders wichtigen entsprechenden Sähe des Cocarnoabfommcn». Man würde nichts gewinnen, wenn man den wicht,gen Fragen, wie z. 2. der deutschen Forderung nach Gleichberechtigung und dem französischen Verlangen nach Sicherheit in Genf ausweichen würde, denn diese Fragen feien von grundlegender politischer Bedeutung. Deutschland erkläre, daß es sich dabei um seine ganze Weltgeltung handele, und Deutschland sei nicht das einzige Land, für das diese Frage wichtig sei. Gegen den französischen Plan einer internationalen Armee wandte Simon ein. daß man dafür einen internationalen Oberbefehlshaber. einen internationalen Generalstab und ein internationales Kabinett haben müßte. Die einzelnen Persönlichkeiten seien jedoch nicht international. sondern national. Unter diesen Umständen könnte man nicht erwarten, daß irgendwelche Pläne vor dem Beginn der Operationen einer internationalen Armee geheim bleiben, würden. Simon ging dann auf bic verschiedenen Methoden der Rüstungsbeschränkung ein. und zwar auf die quantitative, die qualitative und die von England und einigen anderen »sehr wichtigen Staaten" geforderte kombinierte Methode. Was die qualitative Abrüstung anlangt, so fei es schwierig, zwischen den Begriffen .Offensivwaffen" und .Defenfiv- waffen" scharf zu unterscheiden. wenn aber jemand bie qualitative Abrüstung als „völligen Unsinn" bezeichne, so müsse auf den le i l V des Versailler Vertrage» hingewiesen werden, in dem Deutschland bestimmte Waffen verboten, andere hingegen gestaltet seien. Die wassen, die damals für Deutschland verboten worden sind, seien aus dem Grunde verboten worden, weil sie unter Umständen z u Offensiven o e r - die „Reportage". Wie fern und hochher tonend klingen unter iolchem Gesichtspunkt Lagardes Worte: „Jeder Mensch ist einzig in feiner Art, denn er ist bas Resultat eines nie wieder rorfommenben Prozesses einziger Art: barum ist schlechthin jeher Mensch, her geboren wird, her Anlage nach eine Bereicherung feines Geschlechts und seiner Nation, und darum gibt es für jeden Menschen 5iur eine Bildung, die ganz speziell auf ihn berechnet und deren Aufgabe sein muß, aus ihm das zu machen, was irgend aus ihm gemacht werden kann. So gefaßt Ist Bildung eine fortwährende Vermehrung des geistigen Wohlstandes der Nation .. .* Wir sind weltenweit von diesem schöpferischen In bioihualismus entfernt. Gewiß ist eine Z u jamme n f a s j u n g notmenbig, im Sinne Moeller van ben Brucks, etwa nach benen tiefgründiger Erkenntnis gerade Preußen „Zusammenfassung" im Dem scher, ist. Aber wir dürfen nicht Schematisierung mit dieser schöpferischen Zusammenfanung verwechseln. Denn sonsroersinkt das Pfingstwunder der Erweckung, und die Sehnsucht verebbt in „Betrieb". Und nur aus jener deutschen Mystik heraus kann unsere innere und äußere Erhebung kommen: bie Erhebung aus Niederbruch und Materialismus, bic Befreiung aus ßebensenge und Verwirrung, aus politijdjen und wendet werden könnten. Line Kombinierung der qualitativen mit ber quantitativen Abrüstung würbe in Genf von ben meisten Großmächten, darunter auch die vereinigten Staaten und Italien, vertreten. L» handele sich, erklärte Simon weiter, nicht um eine technische, sondern um eine immens politisck)e Frage. Der Führer der Opposition, Landsbury, wies auf ben Widerspruch zwischen den aus der ersten Versammlung der Friedenskonferenz gehaltenen Veden stber bic, „Reue Aera internationaler Beziehungen" und „DaS Zusammenwirken zwischen großen und kleinen Rationen zur Sicherung bes Weltfriedens" und den jetzt vierzehn Jahre danach noch stattfindenden Auseinandersetzungen hin. Er nannte Simons Bede eine der e n t t ä u s ch e n d st c n . die er je gehört habe. Simon habe es reichlich klar gemacht, daß riesige Schwierigkeiten, vorhanden leien. Landsbury gab seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß die Frage der Abrüstung und des Weltfriedens durch Erörterungen über Rüstungsbeschränkung nicht geregelt werden könne. Die Wirtschaftsbedingungen der Welt, so sagte er, sind die Wurzel fast jeden modernen Krieges gewesen. Was wolle Frankreich, was wolle England mit Sicherheitsmaßnahmen? Gegen wen wollten denn die Staatsmänner die Sicherheit haben? Die ganze Angelegenheit fei völlig verfahren, da man nicht auf dem einfachsten Wege vorgegangen sei. nämlich eine Waffe nach der anderen aus der Sphäre des Rationalismus auf das Gebiet des Internationalismus h i n ü b e r z u l e i t e n. Die Unterhausdebatle schloß mit einer befremdenden Rebe Lhurchl11s. Dieser erklärte, es gebe im gegenwärtigen Augenblick zahlreiche Quellen politischer und wirtschaftlicher Gefahren, und er würde e» bedauern, wenn irgendeine Annäherung militärischer Stärke zwischen Frankreich und Deutschland auf einem Fuß ber Gleichberechtigung, soweit Rüstungen in Betracht kämen, stattfinden würde. Rach einem Hinweis auf Rußland meinte Lhurchill. die kleineren Df,floaten blickten alle auf Frankreich und das französische Heer als auf eine Art Hauptstütze, und obgleich er selbst gern bie Grundlagen des europäischen Friedens auf einer moralischen Basis ruhen sehen würde, so sei er doch sehr dafür, daß die augenblickliche Grundlage nicht gestört werde, bis etwas Befriedigenderes an ihre Stelle gefetzt werden könne. seelischen Banden, bie Ertüchtigung zu neuem Le bensmut unb Glauben. Zu allcbem aber ist bie Freiheit des Einzelnen, die beutiche Individualität notwendig. Es muß in Deutschland jeder wachsen und gedeihen, zu sich selber kommen und aus sich wirken in der Sülle — anders ist keine Deutichheit überhaupt möglich. Der Sinn des Psingstwunders deutschen (Blau- bens ist ja, daß all diese einzelnen^Suchenden, seh- nenben, diese Menschen im Hans ^achs-Winkel, von Zeit zu Zeit im Stande der Not von einer Idee gepackt werden unb aus all ihren Winkeln vielgestaltig und mitunter auch streitbar untereinander zu einem Ziele hinstreben — bas aber ist ein Ziel jenseits ber Zeiten, das ist bas Ideal. Wir Deutschen sind ein im allertiefsten religiös dichtendes Volk, wir sind keine Staatsbauer und Imperialisten, fon bern wir sind die Geistmitte bes Abenblanbes und strahlen die heilige Pfingstflamme aus „in alle Welt" unb reben mit vielen Zungen. Aber wenn wir in ber Geschichte zurückblicken. so ist es boch immer basfelbe gewesen, was unsere Besten oerfunbeten: eben ben Sieg ber Innerlichkeit über alles Dumpfe und Schwere. Daß die deust'che Innerlichketi wieder einmal zur Macht werde: das ist der Sinn dieses Pftugstwunders unserer Tage. pfingsthoffnung. Der Reichstag ijt diesmal auf überraschende und außergewöhnliche Weise in die Ferien geschickt worden. Vorgänge, die gewiß des Parlaments unwürdig und vor einer zufchaucnden Tribüne von fremden Diplomaten und ausländischen Korrespondenten besonders beschämend waren, aber mit den zur Debatte stehenden politischen Fragen nicht das geringste zu tun hatten, hat der Reichstaqspräsident Lobe zum Anlaß genommen, um die Sitzung nach mehrfachen Unterbrechungen aus unbestimmte Zeit zu vertagen, bevor die Tagesordnung erledigt war. Lediglich die Annahme des Schuldentilgungs- qesetzeS konnte noch bewerkstelligt werden und die Mißtrauensanträge gegen dös Gesamtkabinett konnten noch wenige Minuten vor Toresschluß zur Abstimmung gelangen. Sie wurden, wie voraus- zufehen war. mit dreißig Stimmen Mehrheit ab* gelehnt. Alles andere fiel erbarmungslos unter den Tisch Darunter Mißtrauensanträgc gegen die für Osthilke und Zollpolitik verantwortlichen Minister Schlange und Schiele, denen Staats- Partei und Wirtschaftspartei einen Denkzettel geben trollten, wofür sich die Landvolkpartei durch einen Mißtrauensantrag gegen Dietrich zu rächen gedachte. Auch ber deutschnationale Antrag. ebenso wie die Gvttlosenbewegung auch die sozialdemokratischen Freidenker- Vereine auszulöscn, kam nicht mehr zur Erledigung. Man wird also sagen können, daß die vorzeitige Vertagung de« Reichstags sowohl den Sozialdemokraten wie dem Zentrum zumindest sehr gelegen kam. Die Fortsetzung der Abstimmungen hätte beide Parteien in eine arge Zwickmühle gebracht. Für die Sozialdemokraten wäre eine äußerst peinliche Lage entstanden, hätte man ihnen zumuten müssen, die beiden Agrarminister Schiele und Schlange vor den Folgen eines Mißtrauensvotums zu retten und das Zentrum hätte bei dem Antrag auf Auslösung der Freidenlcrvercine trotz des sreundnachbarlichen Verhältnisses zur Sozialdemokratie wohl kaum Gewehr bei Fuß stehen bleiben können. ohne seine kulturpolitischen Grundsätze zu verleugnen. All diesen drohenden Unannehmlichkeiten wurden beide Parteien durch die vorsorgliche Taktik deS ReschStctqSpräsidenken Lobe enthoben, der eine nicht lolort befolgte Ausweisung von vier nationalsozialistischen 2'b- geordnetcn zum willkommenen Anlaß nahm, feinen Platz auf Rimmerwiedersehen zu verlassen. Damit flog die Sitzung aus und dem Aeltestcnrat blieb trotz stürmischer Auseinandersetzungen nichts anderes übrig, als den, Rcichstagspräsidenten die Wiedereinberufung des Reichstags zu überlassen. Es erübrigt sich im Grunde, auf die wenig rühmlichen Vorgänge einzugehen, die diesen sensationellen Abschluß der Psingsttagung desRcichs- tag« verursacht haben. Findet man es auch begreiflich. daß sich die Rationalsozialisten durch die Anwesenheit eines Mannes im Wattotban, von dem sie sich verleumdet glauben, provoziert fühlen mußten, so werden die folgenden schweren Ausschreitungen doch bamit in keiner Weise entschuldigt. Ob der sonst um wirkungsvolle Mittel zur Aufrechterhaltung der parlamentarischen Disziplin nicht leicht verlegene Reichstagspräsident Lobe feine andere Möglichkeit hatte finden können, die an den Ausschreitungen Beteiligten festzustellen, als die Polizei ins Haus zu rufen, ist eine andere Frage.-Jedenfalls hat das höchst unerfreuliche Schauspiel einer polizeilichen Razzia im Plenarsiyungssaal des Reichstags dem Rus des Parlaments weiteren Abbruch getan, soweit das überhaupt noch möglich war Dieser ganze Zwischenfall ist um so bedauerlicher, als die Psingsttagung des Reichstages mit einem bemer- kenswerten Wilken zur Sachlichkeit auf allen Seiten des Hauses begonnen hatte. Auch der erste Redner der Rationalsozialisten, der Abgeordnete Gregor Strasser machte davon keine Ausnahme. Seine grundsätzlichen Ausführungen zur Wirtschaftspolitik fanden größte Beachtung, auch auf der Linken und auf den Bänken der Regierung. Besonderes Interesse verdient bic starke Unterstreichung ber sozialistischen Tendenzen in ber von ihm empfohlenen Wirtschaftspolitik. Sie wurden noch besonders betont durch bic gute Zensur, bic er dem Arbeitsbeschasfungsprogramm der Freien Gewerkschaften erteilte, an dem mit- zuarbeiten bic nationalsozialistische Partei durchaus bereit sei. Hier wären also bie Voraussetzungen für eine Diskussion gegeben, wie ja überhaupt an Programmen zur Beschaffung von Arbeit gegenwärtig kein Mangel ist. Der Haken liegt stets nur bei der Finanzierung Und was ber Abg. Stratter hierzu zu sagen hatte, mußte, soweit feine Ausführungen in diesem Punkt klare Pläne erkennen liehen, Bebenken erregen und Zweifel auslöscn, ob ber von ihm empfohlene Weg zusätzlicher Kre- ditschöplung in ber Form einer Bau- unb Siedlungsbank die Stabilität der Währung ungefährdet lassen würde. Wenn also auch das nationalsozialistische Wirtschaftsprogramm, w>c c«Straffet im Reichstage vorgetragen hat, in sehr wesentlichen Punkten noch einer sehr genauen Nachprüfung bedarf, so wird man es doch jedenfalls begrüßen müssen, daß endlich aus dem o’t allzu Verschwommenen in Agitationsschriften unb Ver- fammlungsreden etwa« Greifbares fjerauggearbeitet wurde, mit dem man sich auseinandersetzen kann, llnb wir begrüßen es weiter, daß der Abg Straffer am Schluß feiner Rede den beachtenswerten Versuch machte, eine Drücke der Verständigung zum Kanzler zu schlagen. Diesen Ein' druck konnte auch die folgenbe. im Tone weit schärfere und agreffitx? Rede keines Parteigenossen G v e r i n g nicht zerstören Auch er erklärte „Wir wenden uns ausdrücklich an alle Parteien, die bewußt am Ausbau Deutschlands arbeiten wollen. Wir reichen ihnen die Hand zu gemeinfemem Aufbau, lassen aber auch darüber keine Unklarheit, daß ein völlig neuer Kurs Platzgreifen muß. Wer unter diesen Umständen bereit ist, mit uns zusammenzuarbeiten, den wer- den wir nicht zuruckstoßen." Das bedeutet also doch wohl Verzicht auf die Alleinherrschaft und nach der völligen D'ezimierung aller übrigen bürgerlichen Parteien gejnäfoigter Richtung ein offenes Angebot an das Zentrum zur Zusammenarbeit. Das ist jedenfalls trotz aller Vorbehalte ein Plus dieser sonst wenig erfreulichen Rcichs- tagstagung, das festgehalten zu werden verdient. Ein anderes Plus ist die große Rede des Reichskanzlers Dr. V r ü n i n g . besser gesagt des Außenministers Vrüning, denn auf dec Außenpolitik lag der Hauptakzent bei allen Ausführungen, die der Kanzler machte, auch wenn sie innerpolitische Dinge berührte. Bemerkenswert auch hier die starke Betonung des Gemeinsamen unter Zurückstellung des Trennenden, der Wunsch, alle innerpolitischen Schärfen zu vermeiden und von seiner Seite alles zu tun, um für die bevorstehenden Verhandlungen in Genf und Lausanne die starke Einheitsfront aller Deutschen aufzubauen, die er als Wortführer des deutschen Volkes braucht, um in Genf die Forderung auf Gleichberechtigung in der Düstungsfrage, in Lausanne das absolute Rein gegenüber allen Wünschen nach Wiederaufnahme der Tributzahlungen wiederholen zu können. Wir haben diesen Willen zum Z u s a in - men f üh re n, 'der wie ein roter Faden Brünings Ausführungen durchzog, schon bei der eingehenden Besprechung der Kanzlerrede am Donnerstag an dieser Stelle gebührend unterstrichen. Wir hätten indessen gewünscht, daß die ungewöhnlich starken Impulse dieses Mannes sich die innerpolitische Plattform schaffen würden, die der Kanzler für seine Außenpolitik braucht. Doch Brüning setzt alles aus die Reparationskarte, hinter der alle innerpolitischen Rotwendigkeiten wohl mehr gefühlsmäßig als bewußt zurückgestellt werden. Grade wieder diese Reichstagstagung hat die erschütternde Llnzu- länglichkeit seines Kabinetts zur Evidenz bewiesen. Die Rede des Reichsfinanzministers Dietrich zur Begründung des Schuldentil- gungsgesehes und der sehr umstrittenen und in ihrem Erfolg immerhin fragwürdigen Prämienanleihe zur Beschaffung von Mitteln für Zwecke der Siedelung und der Arbeitsdienstpflicht für Jugendliche war an Dürftigkeit kaum noch zu überbieten, zumal was die Angaben über den Ausgleich des Haushaltsdefizits und den drohenden Zusammenbruch der Gemeindefinanzen an- langte. Die Mißtrauensanträge gegen die Vertrauensleute der Landwirtschaft im Kabinett, die Minister Schiele und Schlange » Schöningen, die aus den Reihen der Regierungsparteien kamen, und nach unkontrollierbaren Gerüchten von ihrem Kollegen und Gegenpol im Kabinett, dem Finanzminister Dietrich, wenn nicht lanciert, so doch nicht ungern gesehen wurden, werfen auf den inneren Halt dieses Kabinetts ein seltsames Licht. Der trotz seiner sozialdemokratischen Parteizugehörigkeit auch von Kreisen der Wirtschast als fähiger Kopf geschätzte Staatssekretär Schäffer verläßt das Reichsfinanzministerium, weil er mit Dietrich nicht zusammenkommen kann. Der Reichswirtschaftsminister Professor Warmbold, ein wirtschaftlicher Sachverständiger von Rang, ist zurückgetreten, weil er seine gesunden wirtschaftspolitischen Grundsätze nicht zur Anerkennung zu bringen vermochte. Die Llmsatzsteuererhöhung, ohne Befragung des Wirtschaftsministers von Dietrich den Ländern versprochen, nun der nach Warm- bolds Auffassung falsch aufgestellte Etat und die Prämienanleihe, dazu noch Stegerwalds auf schematische Arbeitszeitverkürzung hinauslaufende Pläne und das ohne seine Mitwirkung vorbereitete Arbeitsbeschaffungsprogramm treiben auch diesen einsichtigen Mann der Wirtschaft, auf dessen Mitarbeit man vor einem halben Jahr so große Hoffnungen gesetzt hatte, aus dem Kabinett. An seine Stelle soll Dr. Goerdeler treten, der ehemalige Preiskommissar, als Leipziger Oberbürgermeister ein Mann der hohen Bürokratie, der auf dem Posten des Reichswirtschaftsministers in einem ohnehin stark zu sozialistischer Planwirtschaft neigenden Kabinett kaum ein vollwertiger Ersatz für den scheidenden Warmbold sein kann. ilnö zu all diesem Dilemma kommt nun noch Gr oener s Verzieh t auf das Reichswehrmini st eri um. Mag man diesen Schritt auch mit der Rotwendigkeit einer betont scharfen Trennung von Reichswehr und Politik begründen, ' so kann man den Zusammenhang mit dem umstrittenen und als einseitige Maßnahme anfechtbaren SA. - Verbots kaum leugnen. Gcoeners unglückliche, auch durch starke körperliche Indisposition des Ministers nur schlecht begreifliche Verteidigungsrede im Reichstag, hat seine Stellung im Innenministerium, das er auf Wunsch des Reichskanzlers beibehalten wird, nicht gestärkt. Er ist dort politisch wie fachlich fehl am Ort. Der General selber wollte ursprünglich sich wieder auf das Reichswehrministerium zurückziehen, das er als Rachfolger Gehlers seit dem Januar 1928 als Vertrauensmann des Reichspräsidenten zum Wohl unseres Heeres verwaltet hat. Aber der Reichskanzler wollte offenbar durch sein Festhalten an Groener als Innenminister dartun, daß ihm an der Fortführung der inneren Politik auf der bislang verfolgten Linie gelegen sei. Für eine Politik, die Brücken nach rechts zu schlagen sucht, ist dieser Entschluß naturgemäß kein günstiger Auftakt. Tlnd doch ist die Zeit seit langem reif für eine gründliche Lieberholung des Kabinetts. Der Kanzler möchte jeden innerpolitischen Kurswechsel, ja anscheinend am liebsten auch jede sachlich notwendige Entscheidung auf sinanz- und wirtschaftspolitischem Gebiet bis nach der Lausanner Konferenz hinausgeschoben wissen. Aber wenn er nun in Lausanne nicht zum Zug kommen wird? Die internationale Lage-sieht wenig verheißungsvoll aus. Frankreich steht vor einem Regierungswechsel, Amerika vor der Präsidentenwahl, England vor der Reichskonferenz von Ottawa. Rir- gends große Reigung zu klaren Entschlüssen, die freie Bahn schaffen. Können wir noch warten, bis es den andern gefällt, den ernsten Warnungen des Reichskanzlers Gehör zu schenken? Wir wollen so wenig wie Dr. Brüning während der letzten hundert Meter vor dem Ziel die Ruhe verlieren, aber wir meinen, daß wir unabhängig von dem, was wir von Lausanne erwarten, ohne Zögern mit aller Energie und unter Zusammenfassung aller zur Mitarbeit willigen Kräfte an den nationalen Aufbau Herangehen müssen. Die Zeit ist da, wo man mit Halbheiten und provisorischem Flickwerk nicht mehr weiterkommt, wo vielmehr nur die unverzügliche Bildung einer deutschen Rationalregierung nach dem Beispiel Macdonalds in England auch innerpolitisch die große Einheitsfront herstellt, die notwendig ist zur Bewältigung der ungeheuer schwierigen Aufgaben, deren Lösung uns auch nicht durch eine befriedigende Regelung des Tributproblems, das ja praktisch für uns kein Problem mehr sein kann, erspart bleibt. Hoffen wir, daß die politische Pause des Pfingstfestes den zum Handeln Berufenen Mut und Kraft gibt, den Sprung zu wagen, der vielleicht aus Dem Gestrüpp unfruchtbaren Parteihaders zu gemeinsamer Tat aufs freie Feld zusammenführt. Die Tragödie im Hause Lindbergh. Präsident Hoover sagt schärfste Verfolgung der Verbrecher zu. Oie Todesstrafe für Menschenraub. N e u y o r k, 13. Mai. (WTB.) In den letzten zehn Jahren hat kein Ereignis einen derart erschütternden Eindruck auf alle Schichten der amerikanischen Bevölkerung gemacht, wie die Auffindung von Lindberghs totem Kinde, insbesondere nachdem es sich herausgestellt hat, daß der Kleine läng st nicht mehr am Leben war, als die Eltern noch sich der Hoffnung Hingaben, durch Verhandlungen mit den Entführern i h n zurückzuer- ballen. Man ist über den Zynismus entrüstet, mit dem die Entführer versucht haben, den Eltern einen riesigen Geldbetrag zu entlocken, indem sie in ihnen vergebliche Hoffnungen erweckten. Hinzu kommt, daß es sich nicht um einen Einzelfall handelt. In den letzten Jahren häufen sich die Entführungen, um von den Angehörigen der Opfer große Geldsummen zu erpressen. Die Einäscherung der Leiche des kleinen Lindbergh hat heute in Anwesenheit von Oberst Lindbergh, des Chefs der Polizei von Rew Jersey und anderer Dehördenvertreter stattgefunden. Die Urne mit der Asche soll den Eltern morgen zur Beisetzung zur Verfügung gestellt werden. Präsident Hoover hat der Gattin des Obersten Lindbergh seine herzlichste Anteilnahme an dem erschütternden Ende des Söhnchens Lindberghs ausgesprochen und erklärt, daß die Polizei nicht ruhen werde, bis die verabscheuungswürdige Tat der Mörder mit unerbittliche Strenge ihre gerichtliche Sühne gefunden haben werde. Auf Grund des Verhörs des früheren Lehrers und Neuyocker Mittelsmannes Lindberghs Dr. London ist die Polizei zu der Ueberzeugung gekommen, daß Condon einer Betrügerbande zum Opfer gefallen ist. Dr. Condon hatte vor vier Wochen 50 000 Dollar an die angeblichen Entführer des Lindberghkindes gezahlt. Die Staatsanwaltschaft glaubt, daß d i e Empfänger des Geldes mit den Entführern identisch sind. Präsident Hoover stellte dem Gouverneur des Staates New Jersey den gesamten Bundespolizeiapparat zur Verfügung und erklärte, die Verbrecherjagd dürfte nicht aufhören, bis die gemeinen Mörder des Lindbergh-Kindes gefaßt und bestraft seien. Im Kongreß wurde eine Gesetzesvorlage eingebracht, die Menschenraub mit Todesstrafe belegt. In der Öffentlichkeit wird lebhaft bemängelt, daß die Polizei sich unfähig erwiesen hat, die Leiche des Kindes, die in der Nähe des Lindberghhauses lag, früher aufzufinden. Der im Kinderzimmer damals zurückgelassene Bries der Entführer, der bisher geheim- gehalten wurde, ist jetzt veröffentlicht worden. Der Inhalt des Briefes läßt die Vermutung wieder aufleben, daß die Verbrecher geistesgestört sind. Der Brief der Entführer hat folgenden Wortlaut: „Halten Sie 50000 Dollar in kleinen Roten bereit. Packen Sie sie in zwei Pakete. Wir werden Sie innerhalb von vier Tagen benachrichtigen, wo das Geld niederzulegen ist. Veröffentlichen Sie diesen Brief nicht. Benachrichtigen Sie auch nicht die Polizei. Das Kind ist wohl versorgt. Zur Kenntlichmachung Ihrer Briefe gelten unsere Llnterschriften. Antworten Sie in dreifacher Ausfertigung." Der Brief ist mit folgenden Zeichen unterschrieben: Zwei Ringe in blauer Farbe mit einem roten Innenring: ferner eine Linie, bestehend aus blauen Kreisen, die am Anfang und Ende in roten Linien ausläuft. Die Kreislinien sind nicht geschlossen. Auftakt zur Die Volkspartei für bürgerliche Sammlung. WSR. Darmstadt, 13. Mai. Im volksparteilichen „Hessischen Beobachter" heißt es: Die Folgerung, die man ziehen muß, ist die, daß durch die Zersplitterung des Bürgertums bei der letzten Wahl dieses zerschlagen und der Radikalismus a y f beiden Seiten gestärkt worden ist, daß dabei e i n arbeitsunfähiger Landtag zustandekam, der wohl ein Gaudi für die sensationshungrigen Tribünenhyanen, aber ein Schreck en für den verantwortungsbewußten Staatsbürger war. Wenn man will, daß es wieder so wird, dann braucht man nur alles beim Alten zu lassen. Wir wissen aber, daß die Verantwortungsbewußten des Bürgertums sehr klar erkennen, was nottut, und wir wissen, daß wesentliche Kreise des Bürgertums nur eines abwarten: Sammlung des Bürgertums! Sammlung des Bürgertums heißt die Zusammenfassung aller derjenigen -Kräfte, die noch das bür- gerlicheBewußtsein haben und auf bem Boden bürgerlicher W i r t s ch a f t s a n - s ch a u u n g stehen, Sammlung der Bürgertums heißt Zusammenfassung aller derer, die in jedem Sozialismus den Feind sehen und mit Leidenschaft und ohne Kompromiß gegen ihn kämpfen wollen, Sammlung des Bürgertums heißt kämpfen für die bürgerliche Geltung und darum, daß dem Bürgertum wieder der Einfluß werde, den es auf Grund seiner Bedeutung verlangen kann. Das Ziel ist klar, die Rotwendigkeit erkannt, der Wege, auf denen man zusammen- Heffenwahl. kommen kann, gibt es mehrere. Die ersten Verhandlungen haben begonnen, Grenzen und Möglichkeiten zeichnen sich ab. Wir beginnen einen neuen Wahlkampf und hoffen, daß er zu einem Ausgang führt, der erfreulicher ist, als der des letzten Landtagswahlkampfes. Ein deutschnationaler Ausruf Der geschästsführende Vor st and des Landesverbandes Hessen-Darm st adt der Deutschnationalen Dolkspartei bittet uns um Veröffentlichung folgenden Aufrufes: Die Wahlen der letzten Zeit haben den klaren Willen der deutschen Wähler zum Ausdruck gebracht, über die trennenden Schranken kleinlicher Partei- und Interessengegensätze hinweg sich unter großen politischen Gesichtspunkten zur Arbeit für den Wiederaufbau eines freien, starken, geachteten Vaterlandes zusammenzußnde.n. Im Dirüste dieses Volkswillens und auf dem Boden des nationalen Widerstandes stehend, hält es die Deutschnationale Volkspartei für ihre Pflicht, die wirtschafts- und staatsaufbauenden Kräfte aller Stände und Berufe in einer schlagkräftigen Kampffront zu- sammenzufassen. Die Deutschnationale Dolkspartei vereinigt in sich nüchternes, besonnenes Wirtschaftsdenken mit leidenschaftlicher Liebe zu Volk und Vaterland. Die Deutschnationale Volkspartei ruft deshalb alle auf nichtsozialisti- schem Boden stehenden hessischen Männer und Frauen in Stadt und Land auf, sich unter den ruhmreichen Farben Schwarz- Weih-Rot zu sammeln zur tatkräftigen Abwehr aller Feinde und Gegner des deutschen Staates, der deutschen Familie, der deutschen Wirtschaft, der christlich-deutschen Kultur! Die naiionalsoziattstischen Abgeordneten vor dem SchneLlrichter. Die Angeklagten. Berlin, 13. Mai. (CNB.) Der Prozeß gegen die nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten Straßer, Heines, Stegmann und Weit- z e l begann heute nachmittag vor dem Schnellfchöf- fengericht unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors M a f u r. Die Anklage vertritt Oberstaatsanwalt Dr. Köhler, die Angeklagten werden durch die Rechtsanwälte Frank II (MdR.), Rupp und Karpe n st ei n verteidigt. Zunächst wurden die Angeklagten über ihre Personalien vernommen. Der Angeklagte H e i n e s , Leutnant a. D., 34 Jahre alt, ist in einer Femesache zu fünf Jahren Gefängnis wegen Totschlags, zu einem Jahr drei Monaten Festung wegen Beihilfe zum Hochverrat im November 1923 verurteilt worden. Heines hat den Krieg mitgemacht und Auszeichnungen erhalten. Er ist auch im Besitz des Verwundetenabzeichens. Der An- geklagte S t e g m a n n - Schillingsfürst (Mittelfran- ken), Landwirt, 33 Jahre alt, hat ebenfalls am Weltkrieg teilgenommen und ist zweimal verwundet worden. Er ist wegen politischer Vergehen mit Geld- strafen vorbestraft. Der Angeklagte Weitzel- Düsseldorf, ein 28jähriger Schlosser, ist wegen Be- keidigung, Widerstand und verbotenen Wafsentra- gens mit Geldstrafen vorbestraft. Bei der Vernehmung gab Abq. Heines unumwunden zu, daß er dem Nebenkläger Klotz eine Ohrfeige gegeben habe, ob auch andere geschlagen hätten, sei ihm nicht bekannt. Er habe sich im Erfrischungsraum eine Zigarre holen wollen, sah Dr. Klotz, den er aus dem Jahr 1923, als Klotz noch Angehöriger der NSDAP, war, kannte und glaubte eine Bemerkung gehört zu haben, von der er nur die Worte „auch Schweine" verstand. Er sei ohnehin darüber empört gewesen, daß der Nebenkläger sich erlaubte, in den Reichstag zu kommen, und habe ihm gesagt: „Du bist ja der Bursche, der die Broschüre gegen Röhm geschrieben hat", und habe ihn ins Ge sicht geschlagen. Der Abgeordnete Stegmann will eine ähnliche Bemerkung gehört haben. Er sah, wie Heines dem Nebenkläger eine Ohrfeige gab und Dr. Klotz dar- aufhin ihn mit einem Stuhl warf, worauf er, Stegmann, dem Klotz eine Ohrfeige gab. Der Adgeord- nete Weitzel wurde im Restaurant durch den von Dr. Klotz geworfenen Stuhl am Bein verletzt. Als er nun vom Plenarsaal in den Wandelgang kam, begegnete ihm Dr. Klotz mit einigen unberen Leuten und er gab ihm ein paar Ohrfeigen. Der Abg. Straßer wandte sich gegen die Behauptung, wonach er im Aeltestenrat gesagt habe, es sei schade, daß Klotz nicht tot wäre. Dr. Klotz habe Schmähschriften gegen d i e N S D A P. geschrieben, die kostenlos verbreitet, also sicherlich von anderer Seite bezahlt worden seien. Er, Straßer, habe gerufen: „Das ist ja dieser Bursche, der die Schmähschriften geschrieben hat. Das ist dieser Kerl, der wegen Unterschlagung aus der Partei entfernt werden mußte und der auch ein paarmal im Irrenhause vorübergehend eine Gastrolle gegeben hat." Berührt habe er Klotz nicht. Oie Zeugen. Als Zeugen werden dann zwei Beamte des Reichstages vernommen, die Klotz durch den Wandelgang begleiteten. Sie versuchten, ihn vor "den auf ihn ^indringenden Abgeordneten zu schützen. Der dritte Zeuge, ein Redakteur des Kommunistischen Pressedienstes, bekundete, daß Abgeordnete, während Klotz den etwa 25 Meter langen Gang durchschritt, mit Fäusten auf ihn eingeschlagen und mit den Worten „Schuft", „Lump" beschimpft hatten. Ein Kellner dcsRcichs- tagsrestaurants sah. wie vier bis fünf Leute auf den am Tisch sitzenden Klotz einschlugen, der nach seiner, des Zeugen. Ansicht, vorher nichts gesagt hatte. Das Urteil. Vas Schöffengericht fällte nach fast fiebenfttin- diger Verhandlung folgendes Urteil: Die Abg. Heines, Stegmann und weihet werden wegen gemeinschaftlicher Körper Verletzung | in Tateinheit mit lällicher Beleidigung zu se br et Monaten Gefängnls verurteilt. Der Abg, Gregor Straßer wird freigefprochen. In der Urteilsbegründung führt der Vorsitzende u. a. aus: Das Gericht hat mildernde Umstände nicht annehmen können. Ls ist zu verstehen, daß die Angeklagten durch die Angriffe von Dr. Klotz gegen hervorragende Führer ihrer Partei auf» äußer st e erbittert waren. Dabei kommt es gar nicht daraus an, ob die von Dr. Klotz erhobenen Angriffe geschmackvoll oder nicht geschmackvoll waren, wenn die Angeklagten aber ihrer Empörung darüber Ausdruck geben wollten, bann hätten sie seit März Gelegenheit dazu gehabt. Sie konnten es aus legalem Wege tun, denn nach dem neuerdings verschärften Lhrenschuh werden harte Strafen verhängt bei der Lhrenkränkung von Personen, die im öffentlichen Leben stehen, also auch von Parteiführern, wenn die Angeklagten aber, wie sie andeuteten, noch auf dem Standpunkt stehen, daß solche Ehrenhändel nach der früheren weise ausgetragen werden müßten, dann hätten sie dazu auch an de re Plätze und Orte gefunden. Das Gericht macht den Angeklagten einen schweren Vorwurf daraus, daß sie zur Austragung- dieser Sache den Reichstag gewählt haben, der Millionen von Deutschen als Sih der Volkssouveränität heilig ist. Bei dem Angeklagten Straßer muhte auf Freisprechung erkannt werden, da nur eine körperliche Beleidigung, nicht aber eine Formalbe- leidlgung zur Anklage stand. Die Kosten des Verfahrens fallen, soweit nicht Freispruch erfolgt ist, den Angeklagten zur Last. Die Angeklagten wurden aus der haft entlassen. Offener Vries des Hess. Polizei- beamlenverbandes an Dr. Best. Darmstadt, 13. Mai. (WSR.) Wie dev Vor st and des Hessischen (Beamten-» bundes mitteilt, hat der nachstehende Offene Brief des Landesverbandes der Polizeibeamten Hessens an den nationalsozialistischen Landtagsabgeordneten Dr. Best nach Inhalt und Form die volle Zustirn- mung des Hessischen DeamtenbundeS gefunden. Der Bund hat mit dem ihm ange- schlossenen Polizeibeamtenverband ein Interesse daran, daß die Ehre de/ Polizeibeam- ten geschützt und gewahrt wird. Der Offene Brief lautet u. a.: DaS offizielle Stenogramm des Landtags über Ihre am 19. April 1932 im Plenum gehaltene Rede liegt der Oeffentlichkeit noch nicht vor. Es steht aber fest, daß sich der von dem „Darmstädter Tagblatt" veröffentlichte Wortlaut Ihrer Rede mit dem Bericht noch zweier Tageszeitungen inhaltlich völlig deckt. 2m übrigen bestätigen uns auch die Polizeibeamten, die Ihre Rede mit anhörten, daß Ihre Ausführungen so unzweideutig waren, daß ein Mißverständnis gar nicht Aufkommen konnte. Wenn Sie also, Herr Abgeordneter, zu den von Ihnen gemachten Aeußerungen in vollem Umfang stehen, dann würde das bedeuten, daß Sie Ihre im Landtag gemachten Aeußerungen im wesentlichen ausrechterhalten. Diese Deutung läßt auch die Stelle Ihres Briefes zu: „Die Auslegung meiner Ausführungen muß ich jedem überlassen, der davon Kenntnis nimmt." Gestatten Sie, daß wir zum Ausdruck bringen, daß wir ein solches Verhalten eines Volksvertreters nicht gerade als mutig bezeichnen können. Wir erwarten vielmehr von einem Landtagsabgeordneten, daß er, gleichviel ob es sich um eine für ihn oder seine Partei unangenehme Sache handelt oder nicht, zu dem steht, was er einmal in vollem Bewußtsein gesagt hat. Mit aller Entschiedenheit müssen wir uns dagegen verwahren, daß Sie die Behauptung aufstellen, das-menschliche und moralische Durchfchnittsniveau in der Schutzpolizei weise einen Stand auf, der unter dem anderer Beamtenkategorien liege. Als Beweis dafür glauben Sie, die nach Ihrer Behauptung vorhandene, bei der Schutzpolizei häufige und höhere Verschuldung anführen zu können. Sie wollen aber davon absehen, mit Rücksicht auf die in Frage kommenden Beamten auf diese Dinge in der Oeffentlichkeit einzugehen. Wir sind von jeher für absolute Reinlichkeit in der Polizei gewesen und fordern Sie deshalb auf ö i e Ramen von den Beamten in aller Oeffentlichkeit z u nennen, die wegen ihrer Verschuldung nach Ihrer Auffassung als unmoralisch zu bezeichnen sind. Die hessische Polizeibeamtenschaft hat das allergrößte Interesse daran, daß Sauberkeit in ihren Reihen herrscht. Lassen Sie also bitte jede Schonung Einzelner beiseite und werden Sie deutlich, damit es uns, Herr Abgeordneter, möglich ist, die Ehre der Polizeibeamten, an der seit dem 19. April 1932 ein Makel haftet, zu verteidigen. Um die Nachfolge Groeners. Eine Erklärung des Admirals Dr. Raeder. Kiel, 13. Mai. (ERD.) Der zur Zeit in Kiel weilende Chef der Marineleitung Dr. h. c. Rae - der hat auf Grund de- Pressemeldungen über seine angeblich geplante Ernennung zum Reichswehrmini st er der Presse eine Erklärung übergeben, in der es heißt, daß ihm nichts davon bekannt sei, daß er als Rachfolger des Reichswehrministers Groener in Frage komme. Er halte die Rachricht für v 5 l l i g unzutreffend. Auch sei die Rachricht eines Berliner Blattes, daß er auf den Reichswehrminister Groener einen Druck in Richtung der Riederlegung seines Amtes ausgeübt habe, völlig unwahr. Admiral Raeder, der ursprünglich geplant hatte, seinen Psingsturlaub in Kiel zu verbringen, wird heute nachmittag wieder nach Berlinzurückkehren, da er erneut einen plötzlichen Sra-verfall in seiner Familie erlitten hat. Oer „Völkische Beobachter" zum Rücktritt Groeners. München, 13. Mai. (TU.) Der „Völkische Beobachter" schreibt, politisch gesehen sei der Sturz des Reichswehrministers Groener ein Ereignis von noch gar nicht abzusehender Tragweite. Er bedeute zumindesten für die Wehrmacht die endgültige Liquidation des Novemberkurses. Groeners Sturz sei der erste entscheidende E« folg der nativnalsoziaKsttfche^ PoAik. Dieser M Die de- gehende Offene °«s der Pv. an den national, neten Dr. 'Jeft oI1« Zufiim. imtenbunfieg wm ihm ange» ,ud em Interesse 'euzeibeam. >hrt ioitb. Der eö Landtags über Wenum gehaltene >vch nicht t-ot. 64 Jon dem „Darm« : Dorflaut Ihrer eier Tageszeitun« übrigen beftätigen ie Ihre Lede mit 8«n fo unjtoci- hverftändni« snnte. Denn Sie m von Ihnen zc- n Umfang stehen, rh Sie Ihre im i im vc/entlichen tutung lä&t aui ,Die LuSleM-4 Itbem überladen, chatten Sie, dost b wir ein folcheS i nicht gerade a!i erwarten vielmehr en, dast er, gted)- oder feine Partei der nicht, zu dem n Dewuhlsein griffen wir uns da» Behauptung auf« nd moralische n der Schuh« auf. der unter enkatcgoricn iben Sie, die nach e. bei der Schuh« Derfchuldung -n aber davon ab« Sraae kommenden LoefsentliM eher für absolute totfcn und fordern en von den Le« iu nennen, oie । nöter Auffüllung find. Die H«M ollergröhte Inter« t in ihren Acchcn , jeb: Schonung Sie deutliche damtt iglich öem 19.^1193- ln3 ] u |. K All L ?’ ”n Üb« ’Ä ?ic rlngA/^ r-'-’S ob dl. r>, KnglfaT °' .geschäftigen Typs fertiggestellt, da« voraussichtlich zu Beginn des nächsten Monats zur allgemeinen Besichtigung freigegeben werden kann. Die Stadt hat sich bereit erklärt das Baugeländevorläufig in Erbpacht ab^ugeben, um eine einheitliche Durchführung des Bauge- dankens sicherzustellen. Heber die Kosten der Kleinfamilienhauser kann zur Zeit noch nicht« endgültiges gesagt werden, bevor nicht ein Pro bebau sie und fertig hergestellt worden ist Ueber die Drundrihformen und die Preisgestaltung werden zur gegebenen Zeit weitere Mitteilungen gemacht werden. Da« Znterefte für diesen Bau- gedanken, der mit dem Gedanken der Stadtrandsiedlungnichts zu tun hat, ist schon jetzt äußerst rege, so daß zu erwarten steht daß durch den Verkauf der Hauser eine Fortsetzung der Bautätigkeit auf diesem Wege erreicht werden kann. Wettervoraussage. Mit ber zunehmenden Erwärmung auf dem Festlands, die durch Sonnenstrahlung und Warmluft begünstigt wird, sowie die langsam zusließende etwas kühlere Lust, ist an den Pfingsttagen mit der Bildung von Gewitterstörungen zu rechnen. Da die Beeinflussung nur zeitweise stattfindet, so bleibt aber doch im wesentlichen das aufheiternde Wetter bestehen. Jedoch wird im Anschluß an die Gewitterstörungen leichte Abkühlung einsetzcn. Aussichten für Sonntag: Wärme- Wetter, bewölkt mit Aufheiterung, aufkommende Gewitterstörungen. Aussichten fürMontag: Weiterhin auf* heiterndes Wetter, nach Gewitterstörungen leichte Abkühlung. Lufttemperaturen am 13 Mai: mittag- 22,4 Grad CelsiuS, abends 21 Grad; am 14. Mai: morgens 16,1 Grad. Maximum 23 Grad; Minimum 10,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 13 Mai: abend« 18 Grad: am 14. Mai: morgen« 13,4 Grad CelsiuS. — Sonnenscheindauer 73/* Stunden. Schöne weiße Zähne folg bedeute die Garantie, daß die restlose lieber- mmbung des gesamten Systems nur eine Frage der Zeit sein werde. Der Minister sei über das S A. - verbot zu Fall gekommen. Trotz der Ablehnung der Mißtrauensanträge gegen die Reichsregierung bedeute der Sturz Groeners bie schwerste Niederlage des Kabinetts Brüning, seitdem es existiere. Das Verbot der SA. sei „eine der bedeutungsvollsten Staatsaktionen der letzten Jahre" gewesen. Wenn der Reichswehrminister darüber jetzt zu Fäll komme, so sei das das öffentliche Eingeltänb- ni» des Zusammenbruchs dieser Aktton. Es sei selbstverständlich, daß die Reichsregierung in ihrer Haltung gegenüber der NSDAP, und der SA. daraus die naheliegenden Folgen ziehen muffe. Aus aller Welt. <5ru6enung(ücf auf der Zeche Dorstfeld Aus der Zeche v o r st s e l d bei Dortmund hat sich durch einen Seilbruch ein schweres Grubenunglück ereignet. Die die Zechenverwaltung mit- leill, handelt es sich dabei entweder um einen Fürderseilbruch oder um einen Scheibenbruch. Lin mit fünf Man besetzter Korb sau st e in die liefe und blieb erst auf der siebenten Sohle stehen. Man rechnet damit, daß die im Korb besindlichen Bergleute tot sind. Da» Unglück ereignete sich nach der Aussahrt der Nachtschicht um 6.20 Uhr. wenn sich die Katastrophe etwa» früher ereignet hätte, so wären die folgen unabsehbar gewesen, da sich bann der größte Teil der aussahrenden Bergleute In den Körben besunden hätte wie die pollyei noch mitteilt, ist der Jörberforb bes Schachte» au» noch ungehärtet Ursache plötzlich sei 1- lo» geworben. Das Fürberseil rollte von bet großen Seiltrommel ab und beide Körbe (bet aus- sahtenbe und ber niebetgehcnbe) sausten hinab bis jur »00-Metet-Sohle. 3rt bem ausgehenden Korb befanden sich vier Bergleute, im niedergehenden ein Gtubenschlosset. Beide Körbe stecken im Sumps. Man rechnet nicht damit, daß von den Verunglückten noch einet lebt. Die Seilanlage ist erst geprüft worden. Der Reichspräsident in pfingfturlaub. Reichspräsident von Hindenburg traf fahrplanmäßig um 3 Ahr in Marienburg ein. Sein Salonwagen wurde an den Personenzug angehängt. der kurz nach 7 Ahr in ^ofeubera eintraf. 3n Hindenburg« Begleitung befand sich Oberst von Hindenburg mit einem seiner Kinder Frau von Hindenburg weilt bereit« feit zwei Tagen in Reudeck. Auf dem Rosenberger Bahnhof entboten der Landrat de« Kreises und der Witgetmeister von Rosenberg den Willkom- mensgruh. Der Reichspräsident stieg nach kurzem Aufenthalt in den Kraftwagen und fuhr nach Reudeck weitet. Die Würzburger Unioetfilätsfeierlichkeiten. Unter zahlreicher Beteiligung aus llnioersitäts- und Handwerkerkreifen sand im Hof der alten Universität die llkbernahme des von Handel, Handwerk und Gewerbe gestifteten Denkmals statt. Oberbürgermeister Dr. Löffler deutete die Symbolik des Denksteins dahin, daß die Würzburger Burger dem Stifter der Universität ihre dankbare Huldiaung barbringen wollen in der Erkenntnis, daß die Wis- senfchaft auf die Wirtschaft ausstrahlt und aller Fortschritt vom Geiste kommt. Rektor Magn. Pros.' Dr F l u r y übernahm das Denkmal in die Obhut und Pflege der Universität. Er bezeichnete es als Wahrzeichen der engen Verbundenheit zwischen der Stadt, ihren Bürgern und der Universität. Eine Stunde später versammelte sich die Würzburger akademische Jugend an dem Gedenk st ein, den vor einigen Jahren die gesamte deutsche Stubentenfdnft ihren gefallenen ft ommil Honen errichtet hat. Universitätsprofessor Dr. Bohnenkamp hielt eine eindrucksvolle Gedächtnisansprache. Der Gesang des Deutschlandliedes beendete den feierlichen Akt. Abends fand ein v e n e t i a n i f ch e s Nacht- f e ft auf b em Main, verbunden mit Brillant- feuerroerf und Feftungsbeleuchtung statt. Auftakt zui-Elbingcr Tagung deöBOA. Der Verein für daS Deutschtum im Auslande ist in diesem Jahre dem Ruf des bedrängten deutschen Ostens gefolgt. Die alte Or- dens- und Hansastadt E l b i n g hat zum Fest der Verkündung des neuen Volksdeutschen Geistes cm- geladen, und trotz der Rot der Zeit sind diesem Rufe viele tausende deutscher Männer, Frauen, Jünglinge und Mädchen gefolgt. Den Auftakt bildet eine zahlreich besuchte Frauen» tagu ng, zu der sich auch Teilnehmerinnen au« Oesterreich, Rumänien, Ungarn, Polen, Estland, Lettland, Litauen. auS dem Freistaat Danzig und au» Rordamerika versammelt haben. Der Vorsitzende des VDA., Reichsminister a.D. Dr G e ß I e r, hob in feiner Begrüßungsansprache hervor daß die Pflicht zur Zusammenfassung aller Hurra ! WTäge,, f edag ’-Tercen / FERIENMARKE ) <ÄUSIRIÄ> Tabakwaren nach den Vorschriften der Österreich. Tabakregie FUNK - ROSENKAVALIER - MEMPHIS - III. SORTE ■ REGIE-VIRGINIER - REGIE-STUMPEN - REGIE-TABAKE Wir haben mit 'der „FEDAG^-Ferlengemelnschaft deutscher Arbeitnehmer A.-G., München, ein langjähriges Vertragsabkommen geschlossen, demzufolge wir seit 4. 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Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Heinrich Reuschling. Klein-Linden, den 14. Mai 1932. Die Beerdigung findet am l.Pfingstfeiertag, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause Wetzlarer Str. 71 aus statt. _____________03070 Heuchelheim, den 10. Mai 1932. 3798 D Danksagung;. Für die vielen Beweise inniger Anteilnahme an dem Verlust unserer lieben unvergeßlichen Hilde sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Familie Karl Volkmann VII. IBauplälze in Gießen (auch ein- Herr Philipp Schneider Kaufgesuche"] MM 3842 Dl Luche Danksagung. Lina Stohr und Kinder. Gießen, den 14. Mai 1932. 3820 D Einladung zu Berlin. Ter Vorstand. Empfehlungen Verkäufe berg 90. 03058 Rudolf Mohc, Ebeurnitz. 3 8 05V Tüchtiger, strebsamer Vertreter findet 4/16Ovel,2-Sitzer mit geschl.Couvö, in vrima Zustand, vreisw.zu verkauf. Schrift!. Angebote unt. 3813D an den Gießen. Anzeiger. Nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden entschlief sanft unser lieber Vater. Schwiegervater. Großvater. Bruder. 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Pfingstfeiertag 10 Uhr norm. MMioppen bei Alterskollege L. Klingler, Hotel Tchütz. [ 38i ?D Gesangverein Concordia gegr. 1864 Am 2. Pfingstfeier-- tag findet anläßlich unseres 68ten Stiftungsfestes ein Familieo-Wiig auf die Karlsruhe statt. Mit einem, abwechslungsreich. Programm aufwartend, laden wir unsere Mitglieder und Gönner ein. [5827D Ter Vorstand. Dienstag, 17. 5. 32 Ul Kick«. asss n (3. Feiertag) abends 6Uhr Andres Stadttheater Gießen. -md Sonntag, 15* Mai (1. Pfingstfeiertag) 16.45 bis 22 Uhr Fremden-Vorstellg. Auß. Abonnement Kleine Preise: 0,30 bis 1,80 Mk. In neuer .Inszenierung \ Faust (l.Teil) Tragödie v. Goethe Dienstag, 17. Mai 20 b. geg. 22.30 Uhr 31. Vorstellung irrt Dienstag • Abonn. Gewöhnliche Preise Zum letzten Male! Tie Entscheidung der Lissa Hart Schauspiel in 4 Akt. u. 1 Vorspiel von Herrn. Sudermann Mittwoch, 18. Mai Geschlossen! Tonnerstag, 19. 5. 19.30 b. geg. 22.10 Der fidele Bauer Letztes Gastspiel d. Stadttheat. Mainz Freitag, 20. Mai 20 bis 22 Uhr Zum ersten Riale! Seitensprünge. Samstag, 21. Mai, 19.30 b. geg. 23.30. Zum letzten Male! Kleine Preise: 0,30 bis 1,80 Mk. Ter Hauptmann von SlöVcttirf Sonntag, 22. Mai 11 bis geg. 13 Uhr Morgenfeier Der junge Goethe 11. a. „Prometheus" Fragment v.Goethe P6i"Hail8 jEn"5!Dij jfEn ScHUidEn ,Mdl„6N f^VERBANß e'6enheimeevD aacnen V- *i«-^ «Äf*1**- --«ia- ra|-AoentUrGieBen . Schmitt ri€d0nsstraBe 12 Witz «etäte MSiW le m>t meiner maschine toSw£näumen 6 "ä Deißbindenneifiel >ubringerLttatzeg h. Schaefer üii ttire Echt. Brienmelhur 0.75. Echt. Blrleüuh iflold < Ltr. l.. Wern »ll. lopllichei. Sm * laschen mitbringcn' loth.z.gold.Engel. Gesangverein Concordia gegr. 1861 Am 2. Mngsiseier> • tag findet anlählitb untere? (Mtn Sfifalngeieitee ein DM-jch nuf die flarlernt statt. Atit emci adwEMtzsrciM. Programm auiwa? - tend, laben wir un> iere Mitglieder und Gönner ein. Iü:'l> n 2ien?iflfl. 17.5. K > (3. ircicriafl) “ abendskltbr Ter vqrnnno. 3«5D i Andres 3- e- !ll es I. ti tag tag ge jid rfi. rtit in’ 8D er tl g Io« 024 Stadttheater Gießen. *0 Zonntag.JJ®. aWgMf® an neuer 'NM d niening! rienstag,^-^^ 0fee w M- *SSU;! Ä** MA®Ä«to »f*V*1 SSf»; Kleine । b'S-Liman« Ter HApfliitk von »tD gjlfli | roi>"l"S'^3 M 11 blS 9e9V:.r ' E°c Mktbe Ter 'Stetig, Ur. 112 Zweiter Blatt Gtehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)Samstag, 14. Mai (932 Die volkspolitische Gegenwartsausgabe zur Werbewoche des Vereins für das Deutschtum im Ausland. lung vom 6taottbcutltum zum Volksdeutschtum sich burchgefetzt frat. wenn wir un» baä *oft schon zu umsangreich gewordene Schrifttum vergegenwärtigen, dann cm- finden wir mit stecht Genugtuung über da-, was erreicht ift. Don Reichsminifter d. O. Dr. Geßler, Äerlin. Au- Anlaß der Werbewoche des Landesverbands Hessen des DDA., die ihren 2b- schluh in dem allgemeinen Sammeltag am 29. Mai findet, verdienen die folgenden Ausführungen de» Ersten Vorsitzenden des DDA besondere Beachtung. Im Gegensatz zu den meisten anderen Böllern, besonders zu den in sich geschlossenen Rationen des Westens, die geschichtlich und geistig den ihnen vorbestimmten Baum erfüllt haben, steht das deutsche Boll immer noch in einem Kamps um sein äußere- Daseinsge- biet, seine innere Form und um seine geschichtliche Sendung. Stärkste Gegenkräfte sind wieder überall am Werke, um Deutschland zu einem geographischen Begriff und das deutsche Volk zum Kulturdünger zu machen. Helfen kann unS nur klarste Erkenntnis der Lage und alS Ergebnis dieser öffenntni» ein zum selbstverständlichen Wesensinhalt werdendes Aationalgesühl, das willensmähig gegen alle Gefahren und Bedrohungen die starken, immer noch in unserem Volke schlummernden Lebenskräfte zu geschlossenem Einsatz bringt-.Wenn nun einmal ein Drittel unserer Volksgenossen austerhalb der Grenzen des verengten und verstümmelten Deiches lebt, must das Schicksal dieses weit über den an sich schon beträchtlichen zahlenmästigen Anteil hinaus wichtigen Teiles der Ration für alle Deutschen bedeutsam sein. Diese Aleberlegung geigt, dast der VDA nicht dieser oder jener Verband mit irgendwelchen löblichen Sonderzwecken ist. sondern eine Organisation, deren Arbeit von geschichtlicher Bedeutung werden kann, wenn sie vom Geiste des geschichtlichen Verantwortungs- bewusttseinS getragen ist beweisen. Aber die Weltwirtschaftskrise, die alle Staaten und Völker erschüttert, trifft unfere Volksgruppen brausten besonders hart, weil sie in den meisten Fällen nicht nur nicht aus die Unterstützung ihrer Staaten rechnen können, denen sie häufig nur 6tiefbürgcr sind, sondern sogar mit dem unerbittlichen Willen ihrer Staaten zu rechnen haben, gerade diese Wirtschastsnot zur Entwurzelung der sremdsprach.gen Minderheiten zu benutzen. ES ist natürlich, dast unter diesen Umständen unsere Volksgenossen brausten erwartungsvoller denn je auf daS Deich blicken. Dicht etwa in dem Sinne, dast sie nun glauben, das verarmte und getretene deutsche Dinnenvolk könne ihnen durch Geldmittel auch nur aus der gröstten Dot Heraushelsen. Aber daS Dewusttsein. dast im Deich eine starke, lebendige Volksbewegung besteht, die sich des AuhendeutschtumS annimmt, bedeutet eine nicht zu unterschätzende moralische Stärkung deS Daseinskampfes der deutschen Austenposten. Wir sind ein gute» Stuck vorwärtsgekommen seit Kriegsende- Der VDA- ist ein nach aufoen hin machtvoll wirkender Verband geworben und hat mit vielen Millionen Mark, die er seit Kriegsende für seine Zwecke aufgebracht hat. eine Arbeit geleistet, die besonders als Ausdruck einer geistigen Umschichtung aus dieser Zeit nicht mehr wegzudenken ist. Wenn wir an die machtvollen Pfingstkundgebun- gen der vergangenen Jahre zurückdenken, bei denen jedesmal daS deutsche Volk sinnbildlich ausmarschierte, verkörpert vor allem durch die deutsche Jugend aller Stämme und Gebiete, wenn wir überblicken wie im ^Schul- und Erziehungswesen die geistige Reueinstel- Aber was ist noch nicht erreicht? Wir müssen es unS doch eingesichen. dast da- binnen- deutsche Bewußtsein immer noch in verhängnisvollster Weile unser Volk beherrscht. Man braucht nur an die peinlichen geschäftlichen Kundgebungen gewifser reichsdeutscher Fremden- verkehrsorganisationen zu denken, die in den Begriff „Ausland" deutsche Gebiete tote u. a böhmische Bäder und österreichische Länder nicht nur mit einbeziehen, sondern geradezu anpran- getn Die Tatsache bah der deutsche Daseinskampf nicht nur auf den politischen und wirtschaftlichen Feldern geschlagen wird, sondern dast es noch eine dritte Front gibt, die des DationalitätenkampfeS schlechthin, ist dem Reichsdeutschen immer noch nicht in genügendem Maste gegenwärtig So gewaltig die deutschen Volksverluste der vergangenen Jahrhunderte gewesen sind, so wichtig die Tatsache ist, dast der Kamps seit dem vorigen Jahrhundert bewustt aufgenommen ist. die tiefere Bedeutung diefeS Kampfes um den deutschen Menschen und den deutschen Lebensraum ist noch nicht BewusttseinS- gut aller Deutschen geworden. Und gar der Zusammenhang dieses Kampfe- mit der. groben deutschen Missionsidee, der Ausgabe der Befriedigung des LebenS in Mittel- und Osteuropa, hat sich bisher nur in geistig führenden Schichten durchgeseyt Hier liegt eine gtofje Ausgabe des D D A. der sicherlich in besonderem Maste dazu berufen ist. diele Ideen, die ja die Grundlage seiner Arbeit bilden, in die Massen hineinzutragen, Schuharbeit ift keine Hilfstätigkeit, keine Wohllahrtspslege. sie ist keine Lereinsangelegenheit an sich, sondern sie ist ein lebenswichtiger Teil deS gewaltigen national- politischen Aufgabenkreises, den die Zeit unserem Volke gesetzt hat. Für die Volksdeutsche Bewegung ist das „AuS- landdeutschtum" nicht ein Ding an sich, bas irgcnbtoie schlecht und recht „betreut" werden must, sondern wir fühlen im Geben und Dehmen die Einheit deS deutschen Gesamtvolke S. die sich in der Gemeinsamkeit der Bedrohung sämtlicher Gruppen unserer Ration drinnen und drausten nach der negativen Seite hin zeigt und die nach der positiven Seite hin einen geschlossenen Gegenwillen auslösen must. Wie im Kriege, in der Zeit der stärksten Gefährdung des Deiches eine Welle des Hasses und der Verfolgung auch über das Ausland- deutschtum hinwegging, so spüren wir heute wieder, wie die Krisenlage des deutschen Kern- I indes alle Gegner unseres Volkstums drausten zu verstärkter lätigleit ermuntert. Aus allen Deutschtumsgebieten erhalten wir Rachrichten, dast man diq, Ohnmacht Deutschlands ausnutzt, nicht nur, um die Errungenschaften der letzten Jahre zu zerstören, sondern um überall dort, wo es möglich erscheint, gegen den Lebensbestand der Volksgruppe selbst vorzugehen. Wäs haben wir diesen Angriffen ringsum entgegenzusehen? Ueberatl drausten stehen unsere Volksgenossen in kulturellen Abwehr- und Aus- bauDtrbänbcn zusammengefaßt auf Posten Sie tun ihre Pflicht sowohl aus dem Felde der grosten Politik, wie die Rationalitätenkongresse beweisen, in denen eS gelungen ist, die verschiedensten Rationen zu gemeinsamem Vorgehen zusammenzu- sühren. sie tun ihre Pflicht auch in der Kleinarbeit des Tages, wie die Berichte der mit dem DDA. in Fühlung stehenden Kulturorganisationen 503* Landsmannschaft Darmstadtia. An Pfingsten dieses Jahres wird die Land s - Mannschaft Darmstadtia, zusammen mit zahlreichen Alten Herren und vielen Freunden und Gästen, in einem der Bedeutung des Tages würdigen und den Zeitverhältnissen angepastten Rahmen die Feier ihres 50jährigen Best e h e ns festlich begehen. Die Vorgeschichte der Darmstadtia führt zurück auf die Abi kurrenten des Darm- städter Lubwig-Georg-Ghmnasiums v o m tz e r b ft 18 81. bic unter sich einen auster- ordentlich starken Zusammenhang besahen. Dem jungen Studenten, der die Lanbesuniversitäk bezog und nicht als Richtinkorporierter seine Tage verbringen wollte, bestand damals nur die Möglichkeit. sich entweder den bestehenden drei Korps, den zwei Burschenschaften, wissenschaftlichen Vereinen ober solchen Verbindungen anzuschltesten, die hinsichtlich der Satisfaktionsfrage einen anderen Standpunkt als jene ..Muli" einnahmen. Ihnen sagten alle diese Möglichkeiten nicht zu und man beschlost, auf der Hochschule zusammen- zubleiben und „eine Vereinigung von Darmstädtern zu gründen, die. frei von Rücksicht auf eine Bindung durch religiöses Bekenntnis und Fachwissenschaft, die Pflege studentischer Geselligkeit und echt ivgendlichen Frohsinns zum Ziel haben sollte". Und so zogen bann dreizehn junge Manner, alles Füchse im studentischen Sinne, auf die Universität und fanden im Eafe Ebel ein „Heim", wo sie jeden Sonntag das Giestener Bier in einem Rahmen vertilgten, der mit den Begriffen einer geordneten Kneipe wenig zu tun hatte. Diese Erkenntnis führte dazu, dast sehr bald „eine Kneipordnung der Darmstädter-Vereinigung" ausgearbeitet und der Korona von den Verfassern am 11. Februar 1882 in einem vorn Rauch eines qualmenben Ofens erfüllten Hinterzimmer der „Stadt Mainz" vorgelegt wurde. Diese Ordnung, die von den Verfassern als Statuten gedacht war. war der erste feste Rahmen für den Zusammenschlust. und die Landsmannschaft betrachte jenen Tag als ihren Gründungstag. Der innere Ausbau der Vereinigung schritt nun rasch fort, und es nimmt schließlich kein Wunder, dast am 11. Mai 1886 die offizielle Anmeldung der „Verbindung Darmstadtia" bei Seiner Magnifizenz dem Herrn Rektor erfolgte. Diese Anmeldung trägt bereits die Damen von 43 Unterzeichnern. Die ursprünglich gemeldeten Farben violett-weist-rosa wurden in violett-weist-rot umgeändert, diese Farben wurden aber nicht getragen. Darmstadtia war also schwarze Verbindung. Schon wenige Semester nach der Gründung fing sie an. in allgemeinen Fragen der Studentenschaft eine Dolle zu spielen. Der beste Abdruck dafür dürfte sein, dast ihr damaliges Mitglied. der als A.H. erst vor kurzem verstorbene Oberstudiendirektor Geh. Schulrat Dr. Otto, Oie klugen Daisleuie. (Sine pfingsigeschichie von Hans Friednch Älunck. Zu Pfingsten wünschen sich alle Leute das schönste Wetter und in dem Jahr, von dem ich erzähle, war es in der Stadt Bremen auch bis zum Samstagabend herrlichster Sonnenschein gewesen Aber als die Leute anderen Tags in den Himmel guckten und die weihen Kleider, die schon bereit lagen, anziehen wollten, regnete es zum Gotterbarmen, und ein böser Wind fuhr durch alle Gassen. Dun wohnte eine Ratsfrau am Marktplatz der Stadt, der war es besonders leid, dah das Wetter so arg geworden toar; sie war erst jung getraut und hatte sich sehr auf den Pfingstweg mit ihrem Mann gefreut. Statt dessen sah der Ratsherr nun brummend im Stadthaus, um eilig allerhand Arbeit, die ihm liegengeblieben war, fertigzustellen und die arme Frau sah in übler Laune dem Degen zu und dachte nach, wer von den vielen Widersachern der wackeren Stadt solches Wetter beschert haben könnte. Wie sie das nun noch überfinnt, kommt, obschon cs Psingstmorgen ist, ein riesiger Fischhändler vorbei, der hat die Mühe tief über die Ohren gezogen, schiebt feinen Wagen vor sich her und bleibt norm Haus der Ratsfrau stehen. Und er ruft wie die Leute alltäglich tun: „Aal, gröncr Aal, Uns Fru, kamen Se maal Mal, Dat Mäken fitt in' Kellerlock Und flickt den Ärinolinenrod." Die Frau merkt gleich, dah da etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, sondern dast einer gekommen ist, der nichts vom heiligen Festtag weist. Und weil sie eine entschlossene Frau ist, geht sie selbst die Treppe hinab und tut wirklich. alS wenn sie die Fische ansehen wollte. Sie weih aber mit dieser Art Doll Bescheid, es ist früher oft auf ihren Spuren gewesen, u.iD sieht, dast der Händler ein alter Waterkerl aus der Weser ist: wahrscheinlich ist es auch der, welcher den schlimmen Degen über die pfingstliche Stadt gebracht hat. Wie der Mann feine Fische zeigt, beginnt er auch bald zu reden, dah er die Frau schon als Kind habe spielen sehen, wie schön sie geworden sei und wie gern er sie immer gemocht habe — da tut die Ratsfrau wie ein Schelm, legt den Finger auf den Mund und lädt den Wasserkerl wie einen alten Bekannten ein, er solle ihren Garten besehen. ..Ich weist wohl", sagt sie geheimnisvoll, .chr seid ein hoher Herr und nicht der. für den ihr euch ausgebt Und gewiß gefallt ihr mir auch. Aber mein Mann ist sehr streng, verbergt euch doch rasch im Brunnen, bis er zum Garten hinausgegangen ist." • Der Wasserkerl, der so einen freundlichen Empfang kaum erwartet hat, geht wirklich in den Brunnen, um auf den Ausgang des Ratsherrn zu toarten; und draußen in den Straßen regnet es schon weniger. Lange dauert es nicht, da kommt ein anderer Geselle eifersüchtig die Straße entlang. Und er fegt wie der Wind heran und klingelt, und wie das Mädchen nach seinem Begehren fragt, will er gleich von ihr wissen, ob nicht vorhin ein schlimmer Besuch ins Haus eingelassen fei. Er ist so neidisch, er will gleich in die Tür: die Ratsfrau muß selbst kommen, weil der Zank unten im Haustor nicht aufhört. Er habe vor einem Dieb und Räuber zu warnen, sagt der zweite Schmachter, macht einen Bückling und fragt, ob er die schöne Frau nicht im Garten besuchen dürfe, hier draußen könne er es ihr nicht betraten. Es ist ein langer Geselle mit pausbackigem Gesicht, die Frau weiß nicht gleich, woher sie ihn kennen könnte. Aber sie vermutet, dast auch er an dem Wetter Schuld hat. tut schalksfreundlich und sagt, sie wolle wohl gern hören, was er zu lagen habe, aber er müsse noch warten, bis ihr Mann durch den Garten gegangen sei. Und sie schickt ihn in den großen Birnbaum, in dem soll er sich verstecken. Kaum hat er Ms getan, da hört der Wind zu stoßen auf und der Himmel hellt sich auf. Die Ratssrau hätte nun gern ihrem Mann Bescheid gegeben und ihn ermahnt, mit ihr auszu- gehen: sie war nur in Sorge, was sie mit den beiden Gesellen im Garten anfangen sollte. Schließlich rief sie ihren Knecht und ihre Jungfer, schickte den Knecht aus. den Ratsherrn eilig her- beijurufen und sagte der Magd, sie müsse einmal durch den Garten gebe, als habe sie eine Botschaft zu bestellen. Und wenn Leute sie anredeten, müsse sie diesem diese und jenem jene Antwort geben. _ Als nun das Mädchen beim Brunnen voruber- karn, brummte ihr einer zu, wie lange es denn zum Teufel noch Muere. bis der Mann aus bem Haus sei. Ach. antwortete sie, genau wie ihre Herrin es sie geheißen hatte, da wäre noch ein anderer gekommen, mit dem müsse sie zuerst fertig werden. Als die Jungfer danach am Birnbaum vor- überfam, saß der Windkerl ungeduldig auf dem untersten Zweig. Er müsse noch etwas Geduld haben, flüsterte sie rasch, der Wassermann säße im Brunnen und ihre arme Herrin wage sich nicht vorüber. Kaum hatte der Wind das gehört, da ist er wie ein Wirbel über den Brunnen und bann kopfüber hineingefahren, um mit dem Debenbuh- ler abzurechncn Man hört Ms Wasser in der Tiefe entsetzlich schlagen und plantschen. Gerade da ist der Ratsherr heimgekehrt und die Frau hat ihm mit fliegenden Worten von ihrer List erzählt. Da hat der Mann den Knecht gerufen und Die beiden haben sich zu dem polternden, fechtenden Brunnen begeben. Und sie haben eilig den großen Holzdeckel hinaufgehoben, haben ihn mit allen Steinen beschwert, deren sie habhaft werden konnten, und noch drei große, eiferne Klammern über die Ränder geschoben. Dann sind Mann und Frau, weil es inzwischen das schönste Wetter geworden war. den langen Tag im Freien gewesen und haben die beiden Betrogenen mit ihrem Zorn allein gelassen. Und noch die ganze Dacht hindurch hat der Deckel auf dem Brunnen gewackelt, und es hat gestöhnt und gejammert in seiner Tiefe. Aber der Bremer Ratsherr hat gewollt, daß auch am Montag schönes Wetter sei, kein Mitleid hat er gehabt. Erst am Dritten Tag hat der Mann die Sturmwarnung am Hafen hochziehen lassen. Dann ist er mit seinem Knecht beigegangen, hat die Krampen losgeklammert und hat mit einem langen Stock Die Steine einen nach Dem anderen von dem wackeligen Deckel geschoben. Bis der plötzlich mit einem Knall in die Luft gegangen ist und zwei wilde Kerle aus der Tiefe hochgesprungen sind. Und es ist ein entsetzliches Dienstagswetter über die arme Stadt gekommen, aber die Feiertage waren doch nach aller Frauen und Jungfrauen Wunsch gewesen, es war nichts mehr dran zu ändern. Erinnerst du dich noch? Von Heinrich Hauser. Erinnerst du dich noch: 21 n Die kleinen Nester der Pfifferlinge, die am Waldrand den Teppich der Nadeln keife heben wie runde winzige Stinbcrfinger, leuchtend vor Frische nach dem Regen. An die Büschel Der Blaubeeren, m Die nur uns niederwarfen, träumend, es wäre ein unenDlicher Wald voll Pslaumenbäumcn. An Das Rauschen des Mühlrabs, an Den sprühen- Dcn Fall Der Tropfen, ohne Ende, an Die Wasier- ncbel im Schatten Der Holunberbüsche, an die Spiele Der kleinen Wellen über Hellen, gerippten Sand- grunD. An Den süßen Dust von Kalmus, an die weichen Binsenstengel, aus Denen ich Matten flocht. An Das betäubende Konzert Der Frösche in Den weißen Nebeln über Den Teichen unter dem Dicken, gelben Mond. neben zwei anderen Herren als Vertreter der rtenschaft *ur B.emarckhulln^ung am 70. Geburtstag des Reichskanzlers entsandt wurde D'n Zufall Mt es gewollt, daß zehn Jahre später r.n anderer Darmstädter, der leider auch schon verstorbene ßtuDienbtrcftor Hertsch. diesmal in den Farben der Landsmannschaft, dem Altreichskanzler als Vertreter der Lande-- Universität huldigen durste. Unter der Studentenfchaft herrschte damals eine tiefgehende Zerrillenheit. Verrüfe erschwerten den Austrag von Händeln mit der Waffe, und der „Holzkomment" führte zu ubellten Prügeleien. Die Forderung der „Ehrenhaftigkeit . wie he Darmstadtia auf ihre Fahnen geschrieben hatte, sand in derartigen Szenen keine Befriedigung Man verlangte von Anfang an von ledern Mitglied Da» Bekenntnis zur Genugtuung mit der Waffe. Daher wurde auch das Fechten als regelmäßige körperliche Hebung betrieben Das beste Verhältnis bestand damals zu dem ..Blümchen", MS zwanzig Jahre später als Darmstadtia in Gestalt der Landsmannschaft 6 b a 11 i a den Weg zur Deutschen Landsmannschast fand Heben der Pflege studentischen Frohsinns legte die Verbindung stets Wert daraus, daß ihre Mitglieder den Zweck ihres Daseins. Ms Studium und das Eramen. nicht vergaßen. Sin Blick in das Altherren-Verzeichnis der LandSmonn- fchast zeigt, daß sie diese Tradition hochgehalten hat. Besonderer Wert wurde ferner schon in den ersten Jahren der Schulung der Mitglieder »m gesellschaftlichen Leben beigemeffen. So waren bereits die ersten Jahre gekennzeichnet durch MS Streben zur Erziehung zu Ehrenhaftigkeit. Mannhaftigkeit. Freundschaft und sicherem Auftreten in der Studentenschaft und Gesellschaft. Bei der Pflege der Wehrhaftigkeit durch das Fechten und bei den vielen Händeln. Die sich aus Der Mißgunst gegen Die Heranwachsende junge Verbindung ergaben, wurde nichts unangenehmer empfunden als das Fehlen eigener Waffen. Das Pauken auf den Fechtböden der Korps und Burschenschaften und das Austragen von Partien mit fremden Sekundanten usw. wurde der toaffen- srohen Verbindung immer lästiger. Fochten die Darmstädter doch in der kurzen Zeit seit Der Gründung bis zum Erwerb eigener Waffen im Jahre 1893 schon 72 Partien alS Beleger Hinzu kam. daß man seitens anderer Korporationen ein ..Auffechten" des unbequemen Rivalen versuchte. So verlangte die aktive Verbindung immer mehr eigene Waffen und gleichzeitig, da eigene Waffen einer schwarzen Korporation damals nicht anerkannt worden wären, den Heber gang in einen schlagenden Verband. Persönliche Beziehungen zur damaligen Landsmannschaft Gennania-Mar- burg wiesen auf den Evb. L E hin, und nach mannigfachen.Schwierigkeiten, die im Kreise der Alten Herren erst überwunden werden mußten, fielen die Würfel Wenige Tage nach Dem elften Stiftungsfest, am 18. Februar, versammelte sich die schwarze Verbindung zum letztenmal in ihrer Kneipe im .,Postkeller" in Der Wagengasse zum Frühschoppen, und unter Anlegen der heute ncch getragenen Farben wurde die freie 5» ndsmannschastDarmstadtia auS der Taufe gehoben. Mit Der LanDsmannschaft Germania in Marburg unD Der Turnerschaft Phi- lippina wurden eifrig die Schläger gekreuzt, und an Pfingsten erfolgte die Aufnahme Der Landsmannschaft in den Eoburger L. E. 20 Jahre hindurch hat Darmstadtia. abgesehen von einer kleinen Unterbrechung anläßlich der Spaltungen im Tob. L. E. im Jahre 1897. allein die Fahne der Landsmannschaft in Gießen hochgehalten und keinen leichten Stand gehabt. Mm so stolzer darf sie Mrauf sein, daß und wie sie sich vielen Widersachern gegenüber durchzusetzen wußte und Mbei nicht nur nach außen hin ihre Stellung An das Summen Der Bienen in Den Durchsonnten Gipfeln Der CinDcn. An Die gelben Bernsteinaugen Des HunDes Hexe, Der begraben liegt unter Den Dichtgestellten glatt- rinDigen Buchenstammen im Friedhof im Wald An Die Einmachgläser in Der Speisekammer mit ihren Deckeln aus Pergamentpapier, mit ihren gekräuselten Rändern schnurumwunden, mit ihren gezackten Zetteln. An Die blauen Satten voll saurer Milch unter Den Drahtnetzsturzen, umsummt von Fliegen. An Den Blitz, Der in Ditz Mühle schlug, an Die Feuerkugel, Die barst in Der schwarzen Nacht: an Den Schrei Der Frauen. An Den Geschmack Des Wassers aus der Pumpe: nach Holz, nach Moos, nach Erde. An Das Geheimnis Des Mistelbuschs, Das sich enthüllte im Herbst beim Fallen Der Blätter. An den Geschmack Der Sauerkirschen, gestohlen in Der Dämmerung vor lau unD Tag, an Die kühle, zusammenziehenDe Wollust ihres Fleisches, Das zäh unD blutig um Die Kerne saß. An Den Geschmack Der letzten, faltig gewordenen Pflaumen an den kahlen Aesten im November. An den flachen Kahn, den wir über Die Teiche ftaften, an Das Glucksen Des Wassers unter seinem Bretterboden, an Das wehende Nixenhaar Der Wasserpflanzen am GrunDe Der Teiche. An Den Geruch von feuchtem Mehl, Der um Die Mühle war, an Das weiße Gesicht Des Müllers, gebeugt unter prallen, weißen Säcken An Das Singen von wehendem Sand im Wind,' an die goldenen Wolken Blütenstaub über Den Getreidefeldern. An Den Geruch geschlagener Feuersteine. An Den süßbetäubenden Geruch abgeschossener Patronenhülsen. An Das Flimmern Der Lust in der Mittagshitze. An Das Glitzern der Espenblätter, die gittern in einem Hauch von Luft, Den unsere Haut nicht spürt. An Den klirrenden Flug der Rebhühner: wie ae rütteltes Blech klingt Das, wenn die Körper Der Vögel schwer sind, gemästet von Korn im Herbst. An den pfeifenden Flugeischlag der wilden Enten: an den Feuerstrahl aus den Läufen der Doppelflinten. An Dos schrillende Geräusch, wenn die Sensen gebengelt werden, an das raffende, prasselnde, klirrende Einschneiden ihrer Klingen in junges Gras. An den goldenen Glanz Der LupinenfelDer, stark- duftend wie wilder Honig. An den hellen Klang Der Axt im Wald: an Kuckucksruf, an knarrende Wagenräder im Sand und fernen Peitschenknall An Die gefleckten Leiber der Forellen über hellem Grund der Bäche: wie bas Wasser bunkel würbe nach beinern Schuß, wie ber Fisch hochkam mit weißem Bauch und blutigen Stiemen. Erinnerst Du dich noch? schuf und befestigte, sondern auch im Innern wuchs und erstarkte. Das Iahr 1894 brachte nicht nur den Eintritt in die Landsmannschaft, sondern auch den ilnyug aus der Wagengasse hinaus über die LtHln auf die „Pulvermühle", an jene Stätte, an der den alten Darmstädtern immer noch das Herz hängt, mit Lampionfahrten auf der Lahn und Maifeiern auf der Brücke, mit fröhlichen Kneipen am Alfer des Flusses und frohen Wanderungen zum Heuchelheimer Mühlchen und dem Gleiberg. Roch heute lebt auch in den jüngsten Darmstädtern die Erinnerung daran fort, wenn während des Burschenkonventes die Füchse zur „Mehgeriana" sich versammeln, einer Fuchskneipe, die zurückgeht auf jene Feit der Pulvermühle, wo die Füchse, aus dem Kneipzimmer aus gleichem Grunde verbannt, im Gastzimmer mit den Mehgerburschen vom Schlachthof zusammen ihren Schoppen tranken. Tempora mutantur. Die Fahl wuchs, der Baum nicht mit ihr, und schließlich waren die Verhältnisse unerträglich. Da sprangen die Alten Herren ein, und als die Landsmannschaft ihr 25 jähriges Stiftungsfest feierte, zog sie in das durch die Opferwilligkeit der Altherrenschaft und die Initiative des derzeitigen Vorsitzenden des A.H.- Verbandes, Dr. Reinewald, geschaffene schöne Haus in der Klinikstraße ein. Hatte die Darm- stadtia seither nur mit den Landsmannschaften und der Turnerschaft in Marburg die Klinge auf regelmäßigen Pauktagen auf der Dadenburg, in Lollar, Staufenberg, Ockershausen, Marbach, Wehrda. Windhof und Wellersburg gekreuzt, so fand sie 1910 in der ehemaligen Genossin aus der schwarzen Feit, der Verbindung C h a 11 i a, ein Paukverhältnis am Ort, das schließlich 1914 zur Aufnahme der Chattia in die Deutsche Landsmannschaft führte. Ihrer Tradition folgend hatte Darmstaötia bis dahin versucht, wertvolle Erziehungsarbeit an ihren Mitgliedern zu leisten, damit sie draußen in Leben und Beruf ihren Mann stünden. Für „Ehre, Freundschaft, Vaterland", die Ideale des Landsmannschafters, war sie eingetreten, und nun rief das Vaterland. Die Fahne sank vom Turm des Hauses, das Leben in seinen Mauern schlief ein, denn seine Bewohner standen draußen in ihren Regimentern, oder wurden in den Ersatztruppenteilen als Kriegsfreiwillige ausgebildet. 32 8 Darmstädter haben unter den Fahnen gestanden, 43 Ramen mahnen von der Ehrentafel im großen Kneipsaal des Hauses die junge Generation an ihre vaterländische Pflicht. Die größten Dlutopfer an der Universität und in der Deutschen Landsmannschaft hat Darmstadtia gebracht. Doch der Krieg ging zu Ende, die violettweiß-rote Fahne stieg wieder hoch, und herein strömte ein hartes Geschlecht, kampferprobt in Ost und West. Und unter tätiger Mithilfe seiner Alten Herren baute es wieder auf, was in vier Iähren zerfallen schien. Durch Zeiten schwerster wirtschaftlicher Rot in der Inflation hindurch gelang es, das Schiff zu steuern, und eine Hauserweiterung im Iahre 1927 zeugte von dem Lebensmut, der alt und jung beseelte. Unmit- telbar nach dem Kriege war es auch gelungen, durch tätige Mithilfe der Landsmannschaft den Gießener L. C. durch Ausnahme der Landsmannschaft Merovingia weiter auszubauen. Unb nun steht heute die Landsmannschaft am Ende einer 50jährigen Geschichte. An 650 Gießener Studenten sind durch ihre „Stammrolle" hindurchgegangen, von denen leider viele diesen stolzen Tag in der Geschichte ihrer Landsmannschaft nicht erleben sollten. Fast 4000 Partien weist das Paukbuch auf, seitdem es eigene Darmstädterwaffen gibt. Und wie sich die Schläger auf dem Paukboden bewährten, so standen die Alten Herren ihrer Tradition gemäß ihren Mann in ihren Berufen, die sie zu vielen verantwortungsreichen Posten, vor allem im Hessenlande, aber auch außerhalb de» rot-weißen Grenzpfähle führten. Mit 270 Alten Herren und an 130 Aktiven und Inaktiven tritt Darmstadtia den Weg in weitere 50 Iahre an. Möge ihr weiterhin ein glückliches Geschick in glücklichem Vaterland be° schieden sein! Aus -er pwvinzialhauptstavi. Gießen, den 14. Mai 1932. Ausbau des Zeuerwehrdienstes auf dem Lande. Das Kreisamt Gießen hat ein Merkblatt für die Ausbildung von Hilfsmannschaf- ten zur Linker st ützung der Kreismv- k o r s p r i tz e herausgegeben, durch das eine allgemeine Regelung dieses Feuerwehr-Dienstzwei- ges getroffen wird. Die in dem Merkblatt enthaltenen Vorschriften sind nicht nur im Ernstfälle, sondern auch bei Liebungen, zu denen die Motorspritze erscheint, zu beachten. In dem Merkblatt wird folgendes bestimmt: In jeder Gemeinde sind sechs gewandte Feuerwehrleute zu bestimmen, die bei Anfordern der Kreismotorspritze sofort bereit sein müssen, um sich dem Führer der Motorspritze zur Hilfeleistung zur Verfügung zu stellen. Bei Ausbruch eines Brandes hat sich die so gebildete Hilfsmannschaft sofort beim Kommandanten danach zu erkundigen, ob die Kreismotorspritze alarmiert ist. Ist dies der Fall, hat sich ein Mann — möglichst in Liniform —, bei Rächt mit einer Fackel oder Laterne versehen, unverzüglich nach dem Orkseingang zu begeben, die Kreismotorspritze anzuhalten und sie zu der der Brandstelle nächstgelegenen Wasserentnahme zu führen. Der Posten muh sich frühzeitig und deutlichgenug bemerkbar machen, damit nicht etwa die Motorspritze, den Posten nicht erkennend, vorbeifährt. Das Fahrzeug ist durch seinen roten Anstrich und durch abwechselndes 2töniges Hupen und Glockensignal, sowie bei Rächt durch zwei rote Scheinwerfer, die sich in gleicher Höhe der übrigen Scheinwerfer befinden, sehr leicht von dem Posten zu erkennen. Dis zur Ankunft der Kreismotorsprihe hat die übrige Hilfsmannschaft dafür zu sorgen, daß der Fahrweg unbedingt frei ist oder aber, wenn Schlauchleitungen überfahren werden müssen, Schlauchbrücken ausgelegt sind. hört das Ab- und Aufprohen der Spritze, sowie das Einholen der Schläuche in den Bereich ihrer Tättgkeit. Erst wenn die Arbeit der Motorspritze beendet ist und die Hilfsmannschaft von ihrem Führer entlassen ist, können sich die Leute anderen Aufgaben zuwenden. Diese Bestimmungen sind auch bei Probefahrten der Kreismotorspritze zu beachten. Oberhessischer Kunstverein. Man schreibt uns: Morgen, am ersten Pfingst- feiertag, ist die Ausstellung der Arbeiten von Steiniger (Dresden) und Huth (Weimar) zum letzten Male geöffnet. Der rege Besuch, den die Ausstellung bisher erfahren hat, wird beiden Künstlern ein Beweis dafür sein, daß sie mit ihren Arbeiten aus früheren Ausstellungen bei vielen noch in guter Erinnerung geblieben sind. Anderseits mag er ein Ausgleich fein, für den nicht in gleichem Maße eingetretenen materiellen Erfolg. Vielleicht gibt der letzte Ausstellungstag noch diesem oder jenem Besucher Veranlassung, eine kleine Radierung oder ein Aquarell zu erwerben. Am Sonntag, 22. Mai, wird eine neue Ausstellung unter dem Titel „TurmHelme an der Lahn" für drei Wochen eingerichtet werden. Im Iuni wird dann eine umfassende Ausstellung des Münchener Künstlerkreises 1930 die erste Hälfte des Ausstellungsjahres abschliehen. Daten für Sonntag, 15. Mai. Sonnenaufgang: 4.35 Llhr, Sonnenuntergang: 20.08 Llhr. — Mondaufgang: 13 55 Llhr, Monduntergang: 2.21 Llhr. 1773: der österreichische Staatsmann Fürst von Metternich in Koblenz geboren. — 1859: der Physiker und Entdecker des Radiums, Pierre Curie, in Paris geboren. — 1862: der Dramatiker Artur Schnitzler in Wien geboren. — 1926: das Luftschiff „Rorge" landet in Alaska nach Lleber- sliegung des Rordpols. Daten für Montag, 16. Mai. Sonnenaufgang: 434 Llhr, Sonnenuntergang: 20.09 Llhr. — Mondaufgang: 15.21 Llhr, Monduntergang 2.32 Llhr. 1788: der Dichter Friedrich Rückert in Schweinfurt geboren. Gießener Wochenmarktpreise. • Gießen, 14. Mai. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Kochbutter Pfund 1,10; Süß- Die Beisetzung des Präsidenten Doumer. ■ * D 'M ML Der Trauerzug verläßt das Elysse, das Palais der französischen Staatspräsidenten. Fürstlichkeiten aus allen Teilen der Welt gaben Doumer das letzte Geleit. In der ersten Reihe von links nach rechts: Der Herzog von Aosta, der Prinz von Wales ht der Bärenmütze der Horfe Guards, Prinz Paul von Serbien und der Kaiser von Annam. Hinter dem Herzog von Aosta der Vertreter des Reichs- Präsidenten Botschafter von Hoesch (X). Ist der Weg zur Wasserentnahme derart grundlos, daß Gefahr besteht, daß die Spritze einsinkt, so hat die Hilfsmannschaft 4 bis 6 Meter lange starke Dohlen bereitzuhalten, die dann nötigenfalls abwechselnd vor die Motorspritze geschoben werden müssen. Hat die Wasserentnahme aus offenem Gewässer zu erfolgen, so muß, um ein Ansaugen von Schlamm, Gras und bergt zu verhindern, eine kurze leichte Leiter bereitgehalten werden, mit deren, Hilfe die Saugleitung möglichst weit vom Llfer entfernt eingelegt werden kann. Bei offenen Gewässern ist weiter zu beobachten, daß der Wasserstand eine gewisse Höhe besitzt. Bei niedrigem Wasserstand ist dieser durch Herstellung einer Vertiefung zu verbessern. Die Vertiefung muß so groß sein, daß sie die Gewähr bietet, während der Entnahme durch den Fufluh von Wasser nicht zugeschwemmt zu werden. Das Einsetzen eines Korbes an der vertieften Stelle kann sehr dienlich sein. Ist der Wasserzufluß verhältnismäßig gering, so muß in 3 bis 4 Meter Entfernung von der vertieften Stelle eine Stauvorrichtung angebracht werden. Fugefrorene Gewässer sind bis zu einem Lim- kreis von 1 bis Vs Meter vom Eis zu entfernen. Dabei ist zu beachten, daß die Oeffnung so angebracht wird, daß ein Knicken der Saugleitung nicht eintreten kann. Gartenzäune, Brückengeländer und berg!., bie beim Auslegen bet Saugleitung hinderlich sind, müssen soweit als möglich bis zum Eintreffen der Spritze entfernt sein. Auf jeden Fall sind bie Vorkehrungen so zu treffen, daß eine Anbringung der Saugleitung etwa über bie Hinbernisse nicht nötig ist, ba sich sonst in ber Saugleitung sehr leicht ein Luftsack bilbet, der ein Saugen ber Spritze unmöglich macht. Erfolgt bie Wasserentnahme aus einer Wasserleitung, so können nur solche Hydranten gewählt werben, die auf einer Erdleitung von mindestens 100 Millimeter aufmontiert sind. Die Hydranten sind, bei Unterflurhydranten ohne Aufsehen eines Standrohres zu offnen, damit evtl. Fremdkörper (Steine, Sand uftoj, die eine Störung oder Beschädigung der Motorspritze herbeiführen können, vor Inbetriebnahme der Spritze herausgespült find. Sind alle bie Vorkehrungen getroffen, so hat sich die Hilfsmannschaft dem Führer der Motorspritze zur Verfügung zu halten, insbesondere beim Auslegen, sowie beim Auswechseln etwa beschädigter Schläuche behilflich zu sein; desgleichen gerahmbutter 1,40; Landbutter 1,30 und 1,40; Matte 25 bis 30; Wirsing (gelb) 12 bis 15; Weißkraut 10; Rotkraut 12 bis 15; gelbe Rüben 10 bis 12; rote Rüben 10 bis 12; Spinat 10 bis 12; Spargel 60 bis 90; Llnter-Kohlrabi 5 bis 7; Feldsalat 80 bis 1,00; Tomaten 50 bis 60; Fwiebeln 18 bis 20; Meerrettich 30 bis 60; Rhabarber 12 bis 15; Kartoffeln 4,5; Aepfel 10 bis 15; Dörrobst 25 bis 30; Honig 40 bis 45; junge Hähne 80 bis 90; Suppenhühner 70 bis 80; Rüsse 35 bis 40; Käse Stück 5 bis 10; Tauben 50 bis 70; Gier 7 (10 Stück 65); Blumenkohl 30 bis 70; Salat 15 bis 25; Salatgurken 40 bis 60; Ober- Kvhlrabi 18 bis 20; Lauch 5 bis 10; Rettich 15 bis 20; Sellerie 10 bis 30; Radieschen Bund 10 bis 15; Kartoffeln Zentner 3,80 bis 4,00. Armer Goethe. Ietzt wird uns erst im Goethe-Iahr mit frohem Stolz bewußt, was er an Großem doch fürwahr dereinst entbehren muht. Er kannte Grete Garbo nicht, und Rumba lag ihm fern, er kannte keinen THronverzicht und keinen Sowjetstern. Er hatte nie durch Telephon mit Schiller konferiert; er hörte nie ein Grammophon, und hat nie ferndiktiert. Er hat auch nie, so viel ich weih, ein Auto selbst gelenkt, und sich auch nie mit saurem Schweiß in Demard Shaw versenkt. Die Psychoanalyse war e ihm, wie der Tonfilm, fremd. Er trug fein onduliertes Haar und auch fein Feileis-Hemd. Herr Schmeling war ihm unbekannt, wie auch das Kugelhaus; und niemals sah er deutsche- Land von einem Flugzeug aus. Er hat den ganzen langen Faust geschrieben, — nicht getippt! Hat ohne Kilowatt gehaust und feinen Flip genippt. Lind niemals fuhr er Linker gründ, nie hört er Radio, und das Gesetz für Schmutz und Schund umging er so wie so. Rie schrieb er einen Rohrpostbrief an seine Frau von Stein, unb ohne Saxophon verlief fein rätselhaftes Sein. Wer hat, der hat, wer fartn, der kann. Ich find es fabelhaft und frag mich heute, wie der Mann das alles nur geschafft! Puck. Vornotizen. — Tageskalen der für Samstag : Artillerieverein, 20.30 llhr, „Hess. Hof", Monatsver- fammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Seitensprünge". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Eine Woche unter Apachen" und „Die kokette Frau." —. Wiesecker Lichtspiele: „Im Westen nichts Neues!". — Tageskalender für S o n n t a g (1. Feier ta g): Stadttheater, 16.45 bis 22 Uhr, „Faust" l.S 15- ' ’J&C 60; ntfWn 1R tätet* 1 bis' 80^,& °: Taube?? 35 "Nenkoh, S biz : Aadicsch^>'ch the. ^the-Johr $ sünvohr nicht, an, Verzicht ichhvn dd ich weih, 15** frem-. ? Haar Hemd. n unbekannt, uticheS Land s. imgen Faust etchpt! Mst >DL Untergrunds Schund Schund Nq»Mf icin, verlief n kam, der kann. eie der Mann H Puck. en. r Samstag: Lr- It j)of‘, Monairvcr- Aohnhoffkrahe: „Lei- ele.Selteisweg: „(Eint Die kokelt« Frau." - 'sten nichts Neues!". r S o n n t a o (L 16.45 bis 22 W, Unftverein, lurmtnn; r, gMällms-Ausbk!. nfyolftrafc: „Seiten- Seher weg: „(Fiiv ie kokette Frau'. ~ .en nichts Neues'" “ x Montag - LaWGrche: - Moria-Lui :. er Apachen' und .> ichtjpieie: „3m Desno ttheaterbureau argen, am I.Pfw^' remdenvorstellung ju ethe-Inl-enierungdes asch.Faust" M us eine Seit verlegt, .dj cmöglicheN wird, aterfreunden G'ehcns ch machen. Deswegen eisefestgeseh^^ax icn Hauer isauft^ 5 und Karl Druck führung 22 Mr, fo« nbelucher emen Äug Theaterbesucher. Die Theater se-n können, [Urnen nur m Teil der Dichtung. mA' «fffi 20 Lhr. ,ctK ssä*** ilichen Preisen. »«»'"'"AL x 11 und 1» yvl ffn?; Stadt und ® ®Ä«ne ng- Esten und auS rfjfej JfeS ,at M zu Schor n das k-n! Land' <ÄEl: s"deutscheAlischen wird Eischen S be« SB»®* gewaschene Wäsche p ist die beste Schild wacht Jhrer Gesundheit7 Persil 6&IM- Persil JAHRE PERSIL Zum Einweichen der Wäsche, zum Weichmachen des Wassere: Henko« Henkel's Wasch- und Bleich-Soda. Jahr für Jahr sterben in Deutschland über hunderttausend Menschen an ansteckenden Krankheiten. Wieviel Fälle davon mögen durch fahrlässige Ansteckung verschuldet sein, die bei Beachtung einfacher, hygienischer Wäscheregeln vermieden werden können! Deshalb treibt richtige Wäschehygienel Sie ist für wenige Pfennige zu haben. Wascht die Wäsche häufig und wascht sie mit Persil, das Wäsche, Bleiche und Desinfektion in idealer Vollendung vereint! F <&Zn b । Bekanntmachung. 3n unser Handelsregister, Abteilung A. wurde eingetragen: 3797D Am 6. April 1932 bei der Firma Ludwig Menge» in Trotzen.Linden Die Prokura der Marie Menge», geb. Pirr. ist erloschen. Der Teorg Tenor tfhffrou Luise, geb Menges, in Trotzen Linden ist Prokura erteilt. Ludwig Menges X ift aus der offenen Handelsgesellschaft seit 1. Januar 1932 au-geschieden und diese erloschen. Dos Geschäft ist unter Ausschluß der Uebcrnahme der im Betriebe des Geschäfts seither begründeten Forderungen und Verbindlichkeiten auf Georg Textor als Alleininhobcr ubcrgcgangen. Am 9. April 1932 bei der Firma Johannes' Müller in Gießen: Firma und Geschäft sind unter Ausschluß der lieber- nähme der im Betriebe -des Geschäfts feit- her begründeten-Forderungen und Verbindlichkeiten auf Johannes Müller Ehe- frau Marie, geb. Hebbel, in Gießen über- gegangen. Dem Johannes Müller in Kietzen ift Prokura erteilt. Am 22. April 1932 a) die Firma Meyer & Hickel, Buch- und Akzidenz- druckerei in Gietzen. Gesellschafter fmb: Heinrich Johannes Meyer, Schriftsetzer, in Gietzen und Johannes Theodor Hickel, Buchdruckermeister in Gießen. Die offene Handelsgefellfchaft hat am 1. April 1932 begonnen; b) bei der Firma Wilhelm Wal; in Gießen: Die Firma ift erloschen. Am 28. April 1932 a) bei der Firma Jakob Theisebach in Gießen: Die Firma ist erloschen; b) die Firma Wäsche-Verleih Hermann Wörner in Gietzen. Inhaber ist der Kaufmann Hermann Wörner in Gießen Gießen, den 11. Mai 1932. Hessisches Amtsgericht. Bekanntmachung. Nachstehende Bekanntmachung des Kreis- amts Gießen vom 3. Mai 1932 bringen wir hiermit zur Kenntnis Gießen, den 12. Mai 1932. Bürgermeisterei Gießen. I. D Dr. 6 e i b. Bekanntmachung. Betr.: Landespolizeiliche Prüfung des Entwurfs der Erweiterung der elektrischen Straßenbahn in Gießen von der Marburger Straße bis Wic- secker Weg. 3839C Die Pläne zur obigen Prüfung nebst Anlagen liegen auf dem unterzeichneten Kreisamt, Zimmer 6, vom 10. bis 17. Mai 1932 einschließlich, zur Einsicht offen. Einwendungen und Ansprüche weoen Verlegung und Aenderung öffentlicher Wege, Ab- und Zufahrten auf Grund- stücke, Einfriedigungen, Wasser- und Dorflutverhältnisse usw., sowie die Herstellung von Schutzvorrichtungen zur Sicherung gegen die aus dem Bahnbetrieb entstehen den Gefahren oder Nachteile sind bei Meldung de» Ausschlusses schriftlich während der Offenlegungsfrist bei dem Kreisamt Gießen einzubringen. Gießen, den 3. Mai 1932. Kreisamt Gießen. I. D.. Ritzel. Bekanntmachung. Zur Versorgung der Hühnerhaltungen mit billigem Weizen hat die Rcichsregie- rung bestimmte Mengen Auslandweizen zur zollfreien Einfuhr freigegeben. Die Zuführung des Weizens an die Geflügelhalter vollzieht sich im freien Ber- kehr, ist also im wesentlichen Ausgabe des Getreidehandels und der Genossenschaften usw. Die Berechtigung zum Empfang zoll- freien Hühnerweizens haben die Hühner- haltcr durch einen Weizenbezugsschein, der durch die Bürgermeisterei Gietzen, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 3, ausgestellt wird, nachznweiscn. Es wird noch besonders darauf hingewiefen, daß diese Wei- zenbezugsscheine nur für solche Personen in Frage kommen, die bei der Viehzählung am 1. Dezember 1931 mit ihrem Hühnerbestand erfaßt worden sind, alle anderen scheiden bei der Zuteilung aus. Es stehen uns nur eine ganz geringe Zahl von Weizenbezugsscheinen zur Verfügung, so daß es also unmöglich ist, jedem einzelnen Hühnerhalter, der an sich den nötigen Bestand aufwcist, einen solchen abzugeben. Es ist vielmehr erforderlich, daß sich eine Anzahl von Interessenten zusammenschließt und eine Person bestimmt, auf deren Namen dann ein Gc- samt-weizenbezugsschetn ausgestellt wird. Zu diesem Zwecke werden alle Hühnerhai- ter, die hierfür in Frage kommen, auf- gefordert, spätestens bis zum ZHiltrood), dem 18. Mai 1932, auf Zimmer 3 des Stadthauses, Bergstraße 20, ihre Anträge auf Hühnerweizen, unter Zusammenschluß in der vorerwähnten Form, abzugeben. Gesuche, die nach diesem Termin eingehen, können nicht berücksichtigt werden. 3838C Gießen, den 12. Mai 1932. Bürgermeisterei Gietzen. _____I D.: Dr. Rosenberg._____ Bekanntmachung. Es wird hiermit bekanntgcmacht, daß das Betreten und Befahren des Jlug- hafengelände» innerhalb der. weihroten Markierungen sowie das Reiten auf demselben Unbefugten bei Strafe verboten ist. Zuwiderhandelnde werden unnachsichtlich anaczeigt. 3821C Gießen, den 11. Mai 1932. Bürgermeisterei Gießen. ________I. V : Dr. Ham m, Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Mainzlar für Rechnungsjahr 1932 liegt vom 17. bis einschließlich 24. Mai l. I., auf unserem Bureau zur Einsicht der Interessenten offen. Während dieser Zeit können Ein- Wendungen hiergegen erhoben werden. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. 3844D Mainzlar, am 14. Mai 1932. Bürgermeisterei. Vogel. Sommerstolle in Riesenauswahl zu fabelhaft niedrigen Preisen Wnachkanatnelde. 70 cm breit, 25 neue Muster, mich In apart Pastcllt/inen. wirklich gute Ware, ohne Fehler . .per Meter 55, -.48, Heldern and 70 cm breit, in schönen Streifen, echt indan- threnfarbig...................per Meter Kunatar Iden-Heldern and 70 cm breit, in entzückenden Streifen, gute echtfarbige Ware..............per Nieter Panama. HO cm breit, gute indanthrenfarbige Ware.................per Meter -.38 -.46 -.62 -.65 Tnpfen-Wa*chkun*t weide Ra mehr als 90 entzückende Farbstellungen auf w 11J guter Grundware .. .per Meter 158, -.95, -.75, Schweizer Voll - Voile - Druck unzählige aparte Muster, per Meter 1 75,1«45, -.98 Hedruckte Bembrrgaelde, Originalware i. herrlichen Millefleur-Mustem, garnnt Indanthren....................per Meter Woll-JlouMMclInc. 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Gerz, Bad-Manheim, Kar- strade 17 erledigt alle vertrauliche Privat- ii. <'ieid)affennaelc- flcnl)eiten,roic Auskünfte, Beobachtungen, Ermittlungen, Beschaffung o. Be- wetsmat. in Straf- u. -Zivilvroz. streng diskc. Sorechst.:9b 12'/,3—6«Nl,r. Bekanntmachung. Am Dienstag, dem 24. Mai. 11 Uhr, wird in der Wirtschast „Zum Treppchen" in Heuchelheim die Grasnutzung der float- sichen Wiesen an der Lahn in den Gemarkungen Gietzen und Heuchelheim für das Jahr 1932 öffentlich loswcisc versteigert. 3801D Mainz, den 2. Mai 1932. ______Hess. Wasserbauamt Mainz.______ Bekanntmachung. . Die Gemeinde filein-Cinbcn beabsichtigt, einen zum Sprung untauglichen Bullen auf dem Submissionswege zu verkaufen Angebote pro Zentner Lebendgewicht find mit der Aufschrift „Bullenoerkauf* bis längstens Donnerstag, den 19. Mai lfd. 3., nachmittags 3 Uhr, bei unterzeichneter De Hörde einzureichen, woselbst die Eröffnung der Angebote stattfindet. Die Verkaufs- bedingungen können vorher eingesehen werden. 3835D Zuschlagsfrist zwei Tage. Klein-Linden, 14. Mai 1932. Hess. Bürgermeisterei. ____________Jung. Wissenschaftliche Werke Sondergeoiet oar Brühl'schen Druckerei /o o und wohlgemut schreitet Onkel Mollig «einer Behausung zu. Seit er den neuen Roeder-Kombinationsherd in seiner Küche aufsteilen ließ, freute er sich Immer wieder auf die Stunde des Mittagessens. Denn er weiß, wenn er kommt ist das Essen fertig. Er braucht nicht erst lange zu warten und die Gerichte schmecken ihm immer besser. Er Ist la ohnedies ein Schlemmer und weiß einen guten Happen wohl zu schätzen. Lassen auch Sie sich einmal einen praktischen Herd bei der Firma Häuser vorführen, es gibt nichts besseres. Und wenn er erst In Ihrer Küche steht und Sie Jeden Tag neue Freude daran haben, so werden Sie es nicht bereuen, Ihn bei der Firma Häuser gekauft zu haben. Kommen Sie einmal unverbindlich in unsere Ausstellungsräume. 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Leck „Schöne Aussicht“ - Wetzlar Gießen, Pfingsten 1932 Ludwigsplah 3 Meine Verlobung mit Fräulein Milly Kreuter, Tochter bes Fabrik, besitzers Herrn Ioseph Kreuter und seiner Frau Gemahlin Erna, geb. v. d. Leck, beehre ich mich anzuzeigen Lebrecht Cassel Dr. phil. nat. Zu meinem 70. Geburtstage sind mir viele Glückwünsche bargebracht worden. Allen, die meiner gedacht, sage ich auf diesem Dege meinen herzlichsten Dank. Ioh. George. Gießen (Äruchstr. 10), 14. Mai 1932 03057: Mdgen bei Gießen Gießener Straße 28 Pfingsten 1932 Äad Godesberg 15. Mai 1932 Mia Ducker Dr. med. Hans Neumann Büfett, 125 cm breit, mit Tisch -tnr und 2 Stühlen....... Mk. Idu." Einrichtung mit Kühl-Schrank und Glastonnen, Bestecke-Einteilungl Reform-Küchen komplett Mk. 220.- bis 495.- Nur beste Qualitäten! An beiden Pfingsttagen von 4 Uhr ab Musikalische Unterhaltung Abends Tanzkränzchen Pfingsten 1932 Offenbach a. M. Hohenstraße 7 03062 Am 1. Pfingstfeiertag ab 16 Uhr KOM ZIERT mit Martha Eggerth, Rolf v. 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Als bt^hr zu mir -ßtclcn Dank, Dame wc । zu, von de -vahlte fünf teure Wontel für sich । Warne Endic i« eftzustellen, öafi i SJ bedient wurt - j St16 ivie I °"eder einmal ge _" I ^hlen das 1 'M I ch> *2, q» ir L Diesem 1 *9S nd Körperschafic »ändern uni* i(e roirtto0! -n. iach besten Llanes tonik ^Aauer wirksam Dir find uns kl icaenwärt'gen L leicht ist, 1 ! Gewerbe am weisen überall ruc rüge der Werke \' | □allen im ^llal großer 9^" Hartem Mverh. ^ifcntlichen tzano. 'm Derwaltunge' Set laufenden A )ie unabweisbare ir die Detrcuun würden. Darüber Hichen Hand fe> Mahnahmen beitsmarkt - Mi den Mitteln Ausgleich gegcni ! privater Seite g punkt muh insbe Haushaltspläne f sein. Auf diese 2 Leistungen heute l angehorigen wie Bürger werden, i i:$ir wirtschaftlicher ruderen .Arbeite lcnnen. Vielfach hotten Jahre in ihren Mittel für Handl dcitsauf träge oufz haltöplänen, die und Derkerträgen finö. ist vielfach an au» denen für da- . 2lrbril und Lief Wenn diese Lini Lage für den c -Mittelstandes nu geradezu katastrv Gastwirt Ludwig Döpp Großen-Buseck Am 2. Pfingstfeiertag 03034 gutbesetzte Tanz-Musik Anfang 4 Uhr — Es ladet ergebenst ein: Wilhelm Wagner * Zur Germania Borg MMttg/Mtn Inhaber: Ludwig Bierau eröffnet auf Pfingsten feinen Betrieb im Seelen Am 2. Feiertag: Konzert und Tanz erstklassige Musik — bei freiem Eintritt! Angen.Baünverbindung, Sonntagskarten Schöne -Fremdenzimmer — gute Küche Apfelwein — Reelle Preise!3812D Schaden der un lendcrn auch zu lichen Finanzwiri zur Abwendung Samstag, 14- Mai 1952 Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen) Itt.112 Drittes Blatt Sehörden und Arbeitsbeschaffung für Handwerk und Gewerbe. Die (teigenbc WirtschaftSnot hat baju geführt, ich schon seit Monaten ber Umfang her Aus- tr ige an bad Handwerk unb Gewerbe immer mehr usammenschmilzt. Don privater Leite ist an Ar- fitdbe(d)affung für bie Handwerksmeister unb Froerbetrcibenbcn leiber nicht viel zu erwarten. >ic öffentliche Hand aber ift schon feit langer jst so gut wie vollständig ald Auftraggeber aud- l schieden. Daß unter biefen Umftänben bie Zahl > t arbeitdlofen selbständigen Handwerksmeister, i dellen unb Lehrlinge immer mehr anschwillt, f nicht verwunderlich, jedoch in höchstem Maste u bedauern. 3c mehr ber lelbflänbige Handwerk - t. nb gewerbliche Mittelstanb in ben Lumps vT Wirtschaftskrise versinkt, um Io schlimmer cerben bie Folgen für unsere Volkswirtschaft sein inb um so schwieriger wirb ber Wieberaufbau ;erben. Diesem Hiebergang einer für bad Wohl vt Dolkdganzen sehr wichtigen Bürgerfchicht ilt allen Äräften entgegenzuwirken, must bie mrnebmfte Pflicht aller maßgebenden Personen nib Körperschaften in ben Gemeinden, in ben sinbem unb im Reiche fein. Dazu haben auch < l wirtschaftlich noch leistungsfähigen Bürger ni) besten Kräften mitzuhelfen, benn nur burch >-c Erhaltung eines starken bbbenftänbigen Mit- iltandeS kann der Gesamtheit des Volkes auf u Nachdruck verboten! 15. Fortsetzung. '.dien zu. non denen ihr einige sehr gefielen. Sie icblte fünf teure Kleiber unb einen wundervollen Hantel für sich .Ich hatte Lie liebgewonnen. Das soll sich n ot ändern Also kommen Lie heute abend gegen acht 11 ßr zu mir!" . Vielen Dank, Mistrest Harrison." Die Dame wandte sich interessiert den Toi- - e Dauer wirksam geholfen werden. I Wir sind uns klar darüber, dah cd unter ben j(flcntoärtigcn Verhältnissen für bie Behörden - cht leicht ist. als Auftraggeber für Handwerk nib Gewerbe aufzutreten. Die Steuereingänge :rfen überall rückgängige Tendenz auf. die Er- tage der Werke sinken, dagegen sind die sozialen Saften im Verlaufe der letzten Monate immer gröber geworden unb stehen auch heute noch in : irfem Mistverhältnis zu ben Einnahmen ber fcntlichcn Hand. Dennoch wäre cd falsch, wenn e Verwaltungen sich nur auf bie Bestreitung laufenben Ausgaben für bad Personal, für Sic unabweisbaren sachlichen Anschasfungen unb r bie Betreuung ber Hilfsbedürftigen cinftcllcn rürben. Darüber hinaus muh bad Ziel ber offen!» ten Hand sein, burch wirtschaftliche Maßnahmen bclcbcnber Andern Ar- eitdmarft Auftrieb zu geben, damit lö ben Mitteln ber Allgemeinheit ein gewisser 2nsgleich gegenüber ben Auftragdausfällen von .civater Leite geschaffen wirb. Dieser Gcsichts- ,'iati must insbefonbere bei ber Gestaltung ber -)oushaltspläne für das 3ahr 1932 vorherrschend ein. Aus diese Weise können aus benr zu ©teuer- Lüftungen heute vielfach unfähigen Mittelstands- -iflcbörigcn wieder steuerlich Iciftungdfräftigc Bürger werden, die aber nicht nur selbst wieder |u wirtschaftlicher Kraft kommen, sondern auch । iberen »Arbeitskräften Beschäftigung bieten ; Irnnen. Vielfach halten die Gemeinden schon im vorigen fOabrc in ihren Haushaltsplänen nur geringe Nittel für handwerkliche und gewerbliche Ar- Kitdaufträge aufzuweisen. In ben neuen Haus- hl Itsplänen. die aus noch geringeren ©teuer- .nb Werkerträgen als im Vorjahre aufgebaut hib, ift vielfach an ben Titeln gestrichen worben, cii* denen für bas Hanbwcrk unb das Gewerbe , Arbeit unb Lieferungen hervorgehen können 'JScnn biete Linie beibehalten wirb, kann bie jSifjc für den größten Teil bed selbstänbigen L^kittelstanbes nur noch schlimmer als bisher, ja s radezu katastrophal werben, aber nicht nur zum Schaden der unmittelbar betroffenen Personen, rnbern auch zum großen Nachteil der öffent- iidben Finanzwirtschaft Die Verwaltungen mögen 1 aut Abwendung dieses Hebels vorübergehend qetroft einmal an sämtlichen anderen Positionen Vornan von Gert Höchberg. Copyright by Martin Fruchtwanger, Hall«. Madame Endiee kam wieder, um noch einmal rstzustellcn, daß die vornehme Kundin wirklich bedient wurde. Sic wurde rot vor Freude, i i sic sah. wie gut Aenne Ohlen ihre ©ache lieber einmal gemacht hatte. .Für biefc Kraft würde man in Amerika ein rorchenhaftes Gehalt zahlen, Madame Endiee". egte Mistrest Harrison liebenswürdig. Madame Endiee zuckte zusammen. Wie unüber- rgt von ber Kunbin! Nun mußte sie. Madame inbice, natürlich in den sauren Abfei beißen unb Henne eine hübsche Erhöhung des Gehalts zu- ) lligcn Dabei war bas junge Mädchen immer r bescheiden gewesen Sic hatte nie daran gc- mit Erhöhung ihrer Gehaltsansprüche lästig zu. fallen. Nun aber ging es nicht anders. Diese Hncrifanerm hatte bestimmt nun in Fräulein Ollen das Bewußtsein ihres Wertes erweckt Also lieber gleich freiwillig etwas wiegen! Da fun sie unter Umständen immer noch billiger weg Madame Endiee lächelte sehr liebenswürdig. .Gewiß, Miß Harrison! 3d) weiß schon, baß xf) an Fräulein üblen die beste Stütze habe, und q hatte sowieso vor. ihr Gehalt vom nächsten trften an wesentlich zu erhöhen." Miß Harrison nickte energisch, lächelte aber )abci etwas hinterhältig, als sic fagte: .Das ist sehr recht, liebe Madame Endiee. Nun, lh bin auch mit allem sehr zufrieden. Bitte, zräulein ühlen, suchen Sie sich jetzt in meinem Beisein noch einen hübschen Pelzmantel aus. Ober besitzen Sie schon einen?“ Aenne dachte an ihren dünnen Mantel und Iußtc nicht, was sic lagen sollte. Bei ber Mabame Endiee aber überwog der edankc an ein weiteres Geschäft noch die gren- icnlofc Verwunderung über diesen Großmut ber bomeßmen Kunbin. Sie winkte Aenne heimlich. Die aber stand noch immer da unb blickte in Nist Harrisons Gesicht. . Diese sagte gütig ber Haushalte stärkere Abstriche als bisher machen unb bie baburch freigewordenen Mittel zu Ar- beitsaufträgen verwenden. Es wird ernstlich wohl auch nichts dagegen einzuwenden sein, wenn im Hinblick auf dieses Ziel bie Vermögenswerte unb bi c sonstigen Rücklagen in gewissem Ausmaß für die Finanzierung von Aufträgen durch ben o r - bentlichen Haushalt in Anspruch genommen werben Dann werben sich z. B manche Erncuerungsarbeiten an ftäbtischem Besitztum ermöglichen lassen, bie bisher unterblieben sind unb vielleicht auch in diesem Jahre nach dem jetzigen Stand der Dinge noch keine Aussicht auf Verwirklichung ßabai Don einer derartigen Arbeits- marktbelebung wirb zweifellos ein nicht zu unter- schätzender Anstoß für die llcbcrtoinbung der Wirtschaftskrise ausgehen Ein weiterer Weg zur wirtschaftlichen S^ilfclciftung für ben schwer ringenden gewerblichen Mittelstand besteht in dem Verzicht der öffentlichen Hand auf bie eigene Herstellung von Bc - darf für bie Derw.altungsarbeit. Es sind uns -- wir betonen, daß wir hier nur unter dem Gesichtswinkel des Gemeinwohls sprechen - Fälle bekannt geworben, in benen öfsentliche Verwaltungen z. B nicht nur Formularien, fon- bern auch Haushaltspläne unb Derwaltungs- berichte burch Schreibmafchincn-Dervielfältigung in ben eigenen Bureaus herstellen. Diese Verwaltungen begründen ihr Vorgehen mit dem unerbittlichen Zwang zur Sparsamkeit aus Mangel an Mitteln Auf den ersten Blick kann diese Argumentation vielleicht bei manchem Bürger Eindruck machen, wenn man aber bei näherem Betrachten. der Dinge fcftftcllcn muß. daß diese Verwaltungen immer noch über ansehnliche Reserven aus früheren Jahren verfügen, fo muß man sagen, daß hier aus Kosten des gewerblichen Mittelstandes Derwal- tungsersparnis geübt wird Durch diese Praris wird nicht nur dem steuerzahlcnden Gewerbetreibenden eine in der jetzigen wirtschaftlichen Notzeit besonders erwünschte Einnahmequelle verschlossen, sondern man hat auch manchem Schriftsetzer und Buchdrucker bie Arbeit«- unb Verbienstmoglichkeit genommen unb ihn burch Arbeitslosigkeit ber öffentlichen Hanb zur Last gelegt. Richtiger wäre es gewesen, evtl, burch einen gewissen Rückgriff auf bie Reserven bie Arbeiten im gewerblichen Betrieb herstellen zu lassen unb baburch volkswirtschaftlich probuktiv zu wirken. Zum Lobe ber Provinzialbirektion Obcrhcssen unb ber Gießener Stabtverwaltung muß in biefem Zusammenhänge betont werben, daß beide trotz alles Zwanges zur äußersten Sparsamkeit doch an dem Grundsatz sestgehalten haben, ihren Bedarf an Druckerzeugnissen nach wie vor in den gewerblichen Betrieben anfertigen zu lassen unb baburch zur Belebung ber Wirtschaft unb zur Hintanhaltung einer weiteren Steigerung ber Arbeitslosigkeit beizutragen In bas Kapitel ber Wirtschaftsbelebung burch, richtige bchörbliche Betätigung gehört auch bie An- schaff ungvvnMatcrialicn b u r ch S) c r- anziehung der heimischen Geschäftswelt. selbst auf bie Gefahr hin, baß dadurch gelegentlich ein geringer Mehrpreis gegenüber dem Engros-Dezug vom auswärtigen Hersteller bezahlt werben muß. Die Unterstützung Der ortsansässigen Geschäfte ist immer toicbcr für bie Verwaltung lohnend, weil auf diese Weise ber heimische Steuerzahler gestärkt wirb. Richtig ver- ftanbene kommunale Wirtschaftspolitik muß sich eben stets vor Augen halten, baß sie nicht nur nehmen, fonbern in weitestem Umfange auch geben soll, bamit bas Ganze geheißen kann Die öffentliche Hanb wirb unter den jetzigen Verhältnissen von weiten Kreisen des Handwerks und Gewerbes geradezu als her letzte RettungS- ..Wollen ©ic mir nicht die Freude machen? Ich habe keine Tochter, und ich würde einem hübschen jungen Mädelchen gern einmal eine Freude machen." Aenne wußte, baß bie Amerikanerin wohl in erster Linie baran dachte, baß ihr junger Gast am Abcnb anftänbtg im Esplanabe-Hotel erschien. Vielleicht war cd aber auch wirklich nur Herzendgüte, bie ihr eine Frcube machen wollte. Aenne beugte sich über bie Hände her Dame unb küßte sie. Die spürte eine tiefe Rührung in sich, sagte aber »Bitte, also bie Pelzmäntel!" Bescheiben wollte Aenne einen ber billigsten Mäntel anprobieren. Doch Miß Harrison winkte ab. »Nein — wir nehmen ben echten Di bereite dort! Der bürste auch passen." Aenne zog ben Mantel an. Sie sah entzückend aus. Miß Harrison lächelte. »Ich habe cs ja gleich gesagt, daß er paßt." Aenne erschrak Der Mantel war sehr teuer. Das ging doch unmöglich. Aber da sagte Miß Harrison schon freundlich „So, nun haben Sic wohl die Güte unb machen mir bie Rechnung fertig! Ich werde gleich zahlen." Madame Endiee schrieb die einzelnen Posten auf. Sonst tat sie so etwas nie. Aber in dem heutigen Falle war ja sowieso schon alles auf den Kopf gestellt Es kam auf etwas mehr ober weniger nicht mehr an Aenne stand da. ben Mantel über bem Arm. Wiß Harrison verabschiedete sich freunblich von ihr. Dann ging sie, begleitet von ber Inhaberin des Ateliers, zur Kasse. Dort zahlte sic. ohne mit einer Wimper zu zucken, ben hohen Betrag. Der HauSbicncr ftanb dann mit den Kartons bereit. Draußen wartete ber Mietwagen. Der Ehausfeur verstaute bic Einkäufe neben sich, unb ber Wagen fuhr davon Mabame Endiee verneigte sich noch in der offenen breiten Glastür, als schon längst nichts mehr von her reichen Frau zu sehen war. Dann aber ging sie rasch hinein unb zu Aenne ühlen .Kinb. das war einmal ein ganz besonderer Glücksfatt für Sie. Und ich erhöhe Ihnen außerdem Ihr Gehalt um fünfzig Mark monatlich „Ich danke Ihnen sehr. Madame Endiee. Da kann ich Mutter etwas mehr abgeben." „3a! Und nun werden Sie mein Geschäft doch nicht etwa veMallen?" „Nein. Bestimmt nicht. 3ch muß doch G?ld verdienen, und außerdem ist mir meine Beschäftigung hier sehr lieb geworden." Schabe!, bachtc Mabame Endiee Schließlich wäre es gar nicht nötig gewesen, ihr zuzulegen Na. jetzt ist die Sache einmal geschehen, unb nun läßt sich nichts mehr rückgängig machen. Wollen anker für bic Erhaltung bet persönlichen Eristenz unb ber Betriebe angesehen Die Hoffnungen bieser wertvollen Mittclstanbsschicht dürfen von den Verwaltungen nicht enttäuscht werden, solange noch irgendeine Möglichkeit zur Hilfeleistung durch Arbeitsaufträge vorhanden ist An solchen Möglichkeiten wirb es wohl bei ben meisten Verwaltungen auch heute noch nicht fehlen, wenn auch bas Audinaß ber Arbeitsbeschaffung jetzt nicht an bem Maßstab gemessen werben kann, ben man noch vor einigen Jahren atuu- legen gewohnt war Aber viele Wenig geben immerhin ein Diel, mit dem man bem Mittelstand wertvolle Dienste leisten kann Möchten alle öffentlichen Verwaltungen auf diesem Wege bi# zur äußersten Anspannung ihrer Kräfte dem Handwerk unb Gewerbe zu Hilfe kommen unb dadurch auch ben öffentlichen Finanzen selbst in gebeihlicher Weise nützen. Geschichten aus aller Welt. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Unverhoffte Grvfo»afl. (g) Conbon Nach einer Cambridger Meldung des „Manchester Guardian" ist dort auf die eigentümlichste Weise ein Testament entdeckt worden. Eine an der dortigen Universität studierende Dame, deren Hauptinteresse der Botanik gewidmet ist, lieh sich kürzlich in der Universitätsbibliothek einen dickleibigen botanischen Walzer und entdeckte bei (einem Studium, daß zwei Seiten des Buches sorgfältig aneinandergeklebt waren. Ebenso sorgfältig machte sie sich daran, die beiden Seiten voneinander ,zu losen und fand zwischen ihnen versteckt ein handschriftliches, mit dem Stempel eines amerikanischen Notars versehenes Schreiben, in dem sie zu ihrer Verblüffung das Testament des Herrn Beverletz, des Verfassers dieses botanischen Werkes, erkannte. Beverletz starb im ersten Jahrzehnt dieses Jahr hunderts in Amerika, wo er sich, gebürtiger Engländer, mit eingehenden botanischen Studien beschäftigt hatte. In den letzten Jahren seines Lebens widmete sich Beverletz der Anlage einer riesigen Psion- Aenfammlung, die Früchte (einer Studien legte er in (einem Werke, einem Privatdruck, nieder In der Gewißheit, daß sich doch nur wenige Menschen für den trockenen Stoff seines Werkes interessieren wurden, verbarg er in einem Exemplar (ein Testament, das denjenigen Studierenden der Botanik, der es entdecken würde, zum Erben feiner wertvollen Pslanzenlamnilung und seines Vermögens macht, das immerhin die anständige cummc von 20 000 englischen Pfunden (etwa 400 000 Mark) ausmacht Beides, Pslanzensammlung und Geld, find bei einem amerikanischen Notar deponiert. Von dem Rechts beistand der glücklichen Studentin sind nunmehr selbstverständlich alle Schritte in die Weoe geleitet worden, um seine Mandantin in den Genuß dieser ihr so unverhofft in den Schoß gefallenen Erbschaft Zu setzen. Vubikopf und Acikclchcn. dl. u. Kopenhagen. In einem Damensrisiersalon des nordschleswig- schon Grenzstädtchens Pattburg erschien kürzlich eine dralle Dorffchönc, die in der Nahe von Pattburg auf einem Bauernhof dient. Sie halte einen recht umfangreichen Korb mitgebracht, aus dessen Innern sich ein leises, weinerliches Getön erhob. „Ich möchte bloß meinen Bubikopf ein bißchen gestutzt kriegen", sagte sie, „aber ..." Und dann brach sie ab, öffnete resolut ihren Korb, aus dessen Innern etwas heiser grunzend vier winzig kleine, blitzsaubere, kaum einen Monat alte Ferkclchen neugierig hervoraugten „Das ist nämlich mein Monatslvhn Bargeld hat der Bauer nid) mehr. Und so wollte ich bloß fragen, was denn das Haarschnciden kostet?" „T|a", überlegte der Damenfrisiersalonbesitzer, betrachtete die Schweinchen der Reihe nach, „sagen wir mal für Haarschneiden ein halbes Ferkclchen." „Nee", Hub do die blonde Dirn an, „ich kann doch roarraftigengott nicht hat Tier durchschneiden ..." Nachdenklich hielt sie inne, streichelte mütterlich die vier Ferkclchen der Reihe nach, bis sie eine Erleuchtung bekam. „Und was kann ich für die andere Halste kriegen?" — „Dafür werden Sie onduliert werden, Frollcin", erklärte der Meister. „Großartig", stimmte bie blonde Dirn ganz er leichtert zu, „dann lassen Sie das Lütte wohl auch noch was leben?" „Versteht sich", versicherte erfreut der früchge- barfene Schweinezüchter und begann sein Verschone- rungswerk. Und als er damit fertig war und bic dralle, jetzt wunderhübsche blonde Pirn das eine von den vier winzig kleinen Schweinchen als Zahlung dem Mei (ter auslicfcrn wollte, rannen ihr bic blanken Tranen über die Backen. „Och", brachte sie traurig hervor, „es ist hoch zu schrecklich, eins von den Vieren herzugeben, wo sie doch so aneinander ge wohnt sind ..." Und bann brach sie wieder ab, strei d)ellc wieder mütterlich bic vier Ferkclchen der Reihe nach, bis sie aufs neue eine Erleuchtung bc kam. „Unb wenn ich Ihnen nun alle Vier gebe, was kann id) dafür noch kriegen„Dauerwellen, mein Frollein, wunderschöne, haltbare, prachtvolle Dauerwellen, garantiert erstklassige Ausführung'." schlug eifrig der Meister vor „Topp", sagte erfreut aufatmenb bic Dirn, „benn man los, und was die vier Lütten angcht, |o will ich auch jede Woche nach ihnen gucken unb sehen, wie sie wachsen. Nich?" Und eine Stunde später, denn ber Meister lieferte gründliche Arbeit, verließ die blonde Pirn mit leid) lern Korb und leichtem Herzen den Frisiersalon, unb der frischgebackene Schweinezüchter bat sic, ja nicht zu vergessen, am nächsten Samstag wiederzu- kommen. Der listige Schneider. (gss) Madrid Don Francisco halte-seinen Anzug nicht bezahlt und anscheinend den Entschluß gefaßt, das auch mag lichst lange nicht zu tun. Jedenfalls bekam der Schneider seine wohl dreißigmal dem Kunden zugc stellten Rechnungen immer wieder mit der trösten den Bemerkung zurück, er möge nur nicht die Geduld verlieren. Der brave Schneidermeister verlor sie aber doch unb geriet in begreifliche Aufregung, als er vor wenigen Tagen den Don Francisco auf der Buminelstraße Barcelonas lustwandeln sah, in bleu dendster Jrühlingslaune und geschmückt mit dem unbezahlten Anzug. Schleunigst begrüßte bas Schneidcrlcin seinen Schuldner, um ihm auscin- anderzusetzen, daß es ohne Zweifel sehr unrecht wäre, einen braven Handwerker nicht zu bezahlen, viel scheußlicher aber sei cs, außerdem biefeu Anzug auch noch ungebugelt zu tragen. Em derartig rücksichtsloses Benehmen seinen Meisterwerken gegenüber könne er nicht dulden, da dadurd) sein Ansehen geschädigt würde. Kurz und gut, der Schneider überredete den Don Francisco, doch schnell mit in (ein Atelier zu kommen, wo er ihm ben Anzug aufbugcln wolle. Ahnungslos ging der Frühlingsbegeistcrte in diese Falle und erst als er in Unterhosen beim Schneider sitzend, einen Poll zisten kommen sah, schwante ihm Unheil. Poch da war's bereits zu spät. Des Schneiders Anzeige hatte wir cs also ruhig bei her noblen ©eite belassen. Schließlich weiß ich ja am besten, was für gute Geschäfte ich ber Kleinen ha schon seit langem verdanke. Aenne durchzuckte ein Gedanke. „Gnädige Frau, dürfte ich heute eine Stunde eher nach Hause gehen? 3ch hole bie versäumte Zeit natürlich morgen nach." Ein Lächeln im Gesicht ber alten Französin. Aha, also bic Kleine war hoch auch eitel! Sic wollte sich heute gleich in bem neuen kostbaren Mantel irgenbtoo zeigen. Nun, bagegen ließ sich nichts sagen, unb es war ihr ja auch nicht zu Derbenfen. Das, Mäbclchen war jung unb hatte ein Recht auf frohe ©tunben. Sie jebenfalls hatte volles Verständnis bafür. „Aber gewiß, Fräulein Aenne, gehen Sie nur! Ich weiß ja, baß ich mich trotzbem auf Sic verlassen kann, wenn Sic vielleicht auch ein bißchen spät ins Bett kommen. Viel Vergnügen!" „Danke vielmals, gnähige Frau!" Aenne nahm ben Mantel mit hinüber. Mit neugierigen Fragen fielen sic über sic her, benn cs war schon «ns Atelier gebrungen, baß Aenne Ohlcn von einer sehr zusricbenen Kundin einen echten Pelzmantel geschenkt erhalten hatte Man erging sich in Vermutungen Seltsamerweise mißgönnte man Aenne dieses kostbare Geschenk nicht. Kläre Hochaus meinte: „Vielleicht ist ihr mal eine Tochter gestorben, bic Aehnlichkeit mit Aenne hatte Nun hat sie vor Rührung bas Geschenk gemacht. Aenne kann lachen An mir finbet bestimmt nicmanb Gefallen, liniere „Alte" steckt mich ja auch vorsichtshalber nicht in ben Anprobiersalon. Der Pelzmantel würbe mich auch nicht schöner machen, also trage ich meinen alten Tuchmantel weiter. Ich möchte bich bloß mal in bem Pelz sehen, Aenne. Zieh mal an!“ Aenne blickte ein bißchen ängstlich zur Tür. Frieba Lorschncr rief lachend. „Unser Drachen ist gestiegen Kaffee trinken? Drüben bei Giler. Also zeige bich ruhig mal in ber neuen Pracht!" Aenne tat cd. Ucbcrwältigt sagte Hilde „Donnerwetter!" Unb ein anbered, schon etwas verlebt aud- sehenbes Mäbel fetzte em bißchen breift hinzu: „Wenn wir cs nun nicht genau wüßten, wie hu zu bem Mantel kommst, bann würben wir natürlich henken, bein reicher Schatz hat ihn dir gekauft." Aenne würbe bunfelrot unb legte ben Pelz wieher ab. Kläre Hochaus aber sagte verweisend: „Sei still, bu! Aenne ist nicht solch lockerer Zeisig wie bu.“ Da bie Direktrice jetzt hereinkam. war bad Gespräch beendet Unb am Abcnb ging Aenne eher vom Geschäft weg. Sie fuhr auch gleich, um nicht unnütz Zeit zu versäumen. Zu Hause fuhren sie erschrocken zusammen, als sie fo unerwartet zeitig heimkam „Wundert euch bitte nicht, Mütterchen unb Marga! Aber eine Kundin hat mich für heute abend zu sich zum Tee cingelabcn unb — sie hat — mir auch biefen Mantel geschenkt." Aenne deutete auf das Paket Die Mutter griff verwundert danach Marga aber ftanb auf, lachte höhnisch. „Nein, mein liebes Kinb, den Mantel hast bu ganz woanders her. Wenn alle dir deine Lügen glauben, ich glaube dir nicht!" „Marga!" schrie die Mutter auf. Fast schwarz vor Erregung standen die dunkelblauen Augen in dem weißen Gesicht Aennes „Wie kannst bu fo etwas behaupten? Wie kannst bu es wagen, mich fo nichtig zu ver- bächtigen?" Marga lachte wieder schrill unb mißtönend. Dann nickte sie mit bem Kopfe, als bestätige sie sich selbst eine unsagbar traurige Wahrheit. „Du wirst nicht gehen. Du bleibst hier! Mutter, siehst bu benn nicht, baß sie auf bic schiefe Ebene geraten ist? Sollen wir noch Schande an ihr erleben?" Die Mutter hatte das Paket sattcnlassen, als habe sie fich verbrannt. Sie sah ihre beiden Töchter an, unb tiefstes Weh sprach aus ihren Augen. Da warf Aenne ben blonben Kopf zurück „Mütterchen, willst bu bas noch länger halben, baß sie mich bclcibigt? Ich habe ben Mantel von Mrs. Harrison erhalten. Sie wohnt mit ihrem Manne im Esplanade-Hotel, unb ich gehe heute S ihr. Ich will bich aber nicht im unklaren lassen, ütterchen Ich kannte Mistreß Harrison seit jener Nacht, in her ich nicht hier war. Sie ist eine hochanstänb'ge Frau, unb ihr Interesse für mich hängt mit etwas zusammen, über bas ich eben mit euch nicht sprechen kann.“ Marga Ohlen ging hinaus Die Mutter nahm den Blondkopf ihrerIüngsten in beide Hände. „Kind, bet Mann, ber an jenem Abcnb in dein Leben getreten ist hat er damit nichts zu tun?" „Nein! Bestimmt nicht. Mütterchen! »r wird nicht da sein. Und wenn er da wäre, ginge ich nicht hin. Von ihm sprechen werden wir aber wahrscheinlich. Und aus biefem Grunde bliebe ich am liebsten hier bei dir, liebes Mütterchen. Aber ich darf die Güte Mistreß Harrisons nicht damit lohnen, baß ich ihre freunbüchc Sinlabung einfach ignoriere. Meinst bu nicht auch, Mütterchen?“ Da küßte die Mutter ihre 3ünQfte. (Fortsetzung folgt) Wirtschaft stände geraubt tourl zu bis Devi enmarkt Berlin — Frankfurt a. 2tt. 93,25 94,25 94,13 39,4 38,75 25,5 74,75 39,5 39,5 73,25 Bries 38,9 36,13 96,65 I 19 97,5 7 9 39,65 15,5 18,75 54,75 57,5 82,5 | 26,4 59,9 38,75 43,25 27.5 126 26,5 39,25 15,5 34,5 18,5 156,25 40.75 39,5 43,5 4,75 18 47 99 18,5 31 26,75 74,75 40,5 56,25 73 59.5 113 83 28.25 60 40 43 129 27,5 40 14,5 19,13 161 . 0 . 0 . 8 10 15 0 c 12 6 . 9 , 0 6 o 8 15 59 41,65 39,5 30,75 21,5 91,5 12 35,9 24.4 56,75 9.75 205 24,9 17,75 62,9 74 41,75 56,75 73,5 59,25 113 84 28,25 60,13 40 45,75 29 127 27,75 40 15 36 19,65 160 41,25 129 18 29,5 58,13 41 40,5 31 23 90.75 12 36 24.5 57.5 11 205,25 128,25 18 30,5 29,4 Echter gegründeten Universität an den Mann bringen. 41 41 22 11,75 35,751 57.5 203 Elektr. LieserungSgesellschast. io Licht und Kraft io 19 bis 24 Uhr: Faust 1. Teil. Donnerstag, 19. Mai. 20 bis nach 22.30 Uhr: Der Rauh der Sabinerinnen. Freitag, 20. Mai, 20 bis nach 22.30 Uhr: Der Raub der Sabinerinnen. Dams- Belgische Noten Dänische Noten . . , . Englische Noten......... Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch.Oesterreich, • 100 Schilliuä Rumänische Noten Schwedische Noten ", ", Schweizer Noten....... J Spanische Noten. ...... 1 Ungarische Noten ........ 65.5 53,5 43 3,25 50,5 34 39,65 73 72,4 78,5 77,5 73 ; 8,1 1,1 5,2 5^2 6 2,15 2,3 2,2 4,3 8.25 3.9 13.9 * Wiederaufnahme der Arbeit beim Junkers-Flugzeugwerk. Der Gläubiger, ousschuß und die Vertrauensleute des Junkers-Kon- zerns teilen mit: Die. Verhandlungen um die «Sanierung der Junkers-Flugzeugwerke AG., Dessau, sind soweit fortgeschritten, daß unmittelbar nach 7.147 52.05 12,485 3.063 171,12 77.58 84,33 78,38 15,42 1,022 4,217 59,26 21,72 16,645 82,43 34,43 82.78 1.341 0,316 7,437 14,11 0,9 5,2 5 5,75 2,1 2,1 2,1 4,5 8,25 4 14 A.E.G.. . Bergmann 58 66 54,4 43,5 3,5 57 66 54,5 43,13 3,4 52 34 39,13 73,75 73 78,75 78 73 I. ®. Farben-Inbustrle. . . Verein, chem. Industrie Frank» surt a. M......... Schetdeanstalt Goldschmidt RütgerSwerke . Metallgelellschafi Helsingjor» . Wien.... Prag . . . Budapest . . «Sofia . . . Holland . . Oslo.... Kopenl>age». Stodbolm . London. . . Buenos Ake« Neunort . . Brussel. . . Italien. . . Part» . . . Schwei» . . Spanien . . Danzig. . . Japan . . . Rio de Jan.. Jugoslawien. Cilfabon . . . 5 . 8 . O . 6 10 . 6 8K . 6 . 0 . 8 10 f ä n 0 n i s. Der Angeklagte hatte ein Werbeplakat der Nationalsozialisten abgerissen und. als ihn daraufhin einige Nationalsozialisten verfolgten, einige Schüsse in die Luft abgefeuert. Das Gericht betonte, daß es Zeit sei, dem überhand- nehmenden Unfug, leichtfertig non Schußwaffen Gebrauch zu machen, ein wirksames Ende zu machen. Einbruch in ein Spessarlschloh. 18,25 I 30,75 I tag. 21. Mai, 20 bis nach 22.30 il^r: Wie heißt das Stück? Sonntag, 22. Mai, 17 22 Uhr: Faust 1. Teil. ß% Deutsche Relchsonleibe d.1987 7% Deutsche Reichsanleihe v.1929 5%% Doung-Anleihe von 1930 . Deutsche Llnl.»Ablös..Schuld mit AuSlos.-Rechten DeSgl. ohne AuSlos.-Rechte . . . 8% Hess. BolkSstaal von 1929 srückzahlb. 102%) Oberhessen Provinz-Anlelhe mH «uSlos.-Rechten....... Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1....... 8% Franks. Hyp.-Vank Goldpse 15 unkündbar bis 1935 .... 1% Franks. Hvp.-Bank Goldpse unkündbar 618 1936 Serie 16 . 4%% Franks. Hyp^Bank Liqu.> Psandbriese......... *¥*% Rheniiche Hhp^Bank-Liau Goldpse........... 8% Vr. LandespsandbriesanstaU, Psandbriese R. 19...... 7% Br. LandeSpsandbriesanfioIt, Pfandbriefe R. 10 Schultheis Patzenhofer . . . Wu lAllgemeine Kunstseide) Bemberg......... Zellstoff Waldhos Zcllstrfs Aschaffenburg . . . Dessauer Gas....... Daim er Motoren..... Deutsche Linoleum .... Orenüein & Koppel .... Leonhard Tietz...... CvenZka......... Ehade ....... Sranksurter Maschinen . . . rttzner......... Mainkrastwerke Höchst a. M.. Süddeutscher Zucker .... 25 16.9 I 61 ! 75,25 । 41 i 55 72 57 113,5 Philipp Holzmann . . Zementwerk Heidelberg Eemöntwcrk Karlstadt. Wahi, & Freytag Felten & Guilleaume . . Gesellschaft für Elektrisch« Unternehmungen . . Rheinische Elektrizität . Schlickert & Go Siemens & Halske ... Lohmener L Co..... Buderus Deutsche Erdöl .... Gelsenkirchener .... Harpener....... Voesch Eifen...... Ilse Bergbau Klöcknerwerke..... Köln-Neuessen ManneSmonn-Röhren . Mansselder Bergbau . . Oberschles. Kokswerke . Phönir Bergbau. . . . Rheinische Braunkohlen. Rheinstahl Aus aller Welt Deutsche Skudentensänger in England. Eine Gruppe von 30 deutschen Studentensängern der Donner Universität unter Füh- rung von Prof. Hübener, Prof, der englischen Sprache an der Universität Bonn, trifft zu einem zweiwöchigen Aufenthalt auf Einladung der nationalen Studentenoereinigung in London ein. Die Studenten werden Konzerte deutscher Volkslieder in verschiedenen Londoner Hochschulen, sowie in Winchester und Oxford geben. Rundfunk-Probestenographieren. Auf Veranlassung des Deutschen Steno- graphenbundes, der die Einheitskurzschrift vertritt, hat die Deutsche Welle auch in diesem 2ahre am 4. April ein Funkprobeschreiben veranstaltet Das Diktat. 5 Minuten lang, von 150 und 200 Silben je Minute, wurde von den übrigen deutschen Sendern übernommen. Beim Deutschen Stenographenbunde gingen mittlerweile 3770-Arbeiten ein. wovon 3549 auf die Einheits- kurzschrlft entfallen, und zwar 2940 in 150 Silben und 609 in 200 Silben. Es ist gegen das Vorjahr Ane bedeutende Steigerung zu verzeichnen, denn 1931 gingen 2507 Arbeiten ein, die in Einheitskurzschrift geschrieben waren, und zwar 2136 in 150 Silben und 371 in 200 Silben. Es ist also nicht nur eine Steigerung in der Gesamtbeteili- gung vorhanden, sondern auch die Leistungen haben sich erhöht, denn diesmal bewältigten 609 Einheitskurzschriftler 200 Silben, während es 1931 nur 371 toareti. Raubüberfall auf eine Gastwirtschaft. 3n ein Lokal in Mariendorf bei Berlin drangen nachts drei junge Männer mit oorgehal- ft- V P'^,°len ein und gaben unter dem Rufe „Hande hoch" etwa 10 Schüsse ab, durch die jedoch niemand verletzt wurde. Darauf raubten s i e zwei Registrierkassen, trugen sie zu ihrem vor dem Lokal wartenden Auto und fuhren davon. Ein Gast, der das Lokal kurz zuvor verlassen hatte, verfolgte auf die Schüsse hin die Täter. Diese schossen auf ihn und v e r l e tz t e n i h n t ö d l i ch. Die Täter sind mit dem Auto, das übrigens gestohlen mar, entkommen. Exemplarische Strafe für Revolberschühen. Das Schöffengericht Berlin-Mitte verurteilte den 32iahngen Hausdiener Karl Albert wegen unbefugter Führung und Benutzung einer Schußwaffe zu einem Jahr G e- 4% Oesterreich»che Gvidrevie . . 4,20% Oesterreichlfche Sllberrenle 4% Ungarische Goibrente .... 4% Ungarische Staaisrenle v. 1910 4'/2% beegl. oon 1913..... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I . 4% desgi. Serie II....... 5% Rumän. verclnh. Rente v. 1903 4549LRumän.vereinh.Renlev.i9i3 4% Rumänische vereinh. Rente • %% 1. Slnatolfer .... Als Besucher im Schloß Mespelbrunnher- umgeführt wurden, entdeckte man, daß in den Schloßräumen -Behältnisse aufgebrochen waren. Bei der Untersuchung stellte man fest, daß wahrscheinlich von Berufsverbrechern, ein Einbruch in das Schloß verübt worden war. Das dem Grafen von Ingelheim gehörende Schloß wird zur Zeit nicht bewohnt. Die Einbrecher haben etwa 20 sehr wertvolle Gegenstände entwendet: allein etwa 3 0 Julius Echter-Münzen wurden gestohlen, ebenso eine Anzahl antike goldene Uhren, die auf Der Rückseite das Mainzer Wappen tragen. Auffallend ist, daß wertvolle Gegenstände, die offen im Zimmer vorhanden waren, unberührt blieben, während aus drei Glaskästen, die auf- gebrochen waren, ' gen sieht, von seiner kargen Unterstützung zu leben. Sollte die Regierung nicht Abhilfe schaffen, so sind diese Leute, die unter den größten Opfern und Entbehrungen sich ein Eigenheim bauten, da anders für sie gar keine Möglichkeit bestand, in den Besitz einer Wohnung zu kommen. nicht mehr in der Lage, ihren Zinsver- pflichtungen nachzukommen, und es bestehl: die Gefahr, daß sie infolge Zwangsversteigerung um ihr Hab und Gut kommen. Die Herabsetzung der Zinsen gemäß der 4. Rotverordnung genügt keinesfalls. Das Reich muß unbedingt Mittel bereitstellen, die Hypothekenkapitalien entsprechend dem durch die Deflation gesunkenen Werte herabzusetzen. Auch der Kapitalisierungsfaktor ist zu hoch. Bei Gegenüberstellung mit der Rachbargemeinde Großen-Linden, die sogar eine Ortsklasse höher eingestuft ist und wo auch die Miete höher liegt, ist bei vergleichbaren Reubauten der Einheitswert weit niedriger veranschlagt, als es hier der Fall ist. Es ist daher dringend erfordere lich. daß die Bewertung der nach dem Kriege erbauten Wohnhäuser einer gründlichen Revision unterzogen und die Einheitssteuerwerte den tatsächlichen Verhältnissen entsprechend herabgesetzt werden. O Holzheim, 13. Mai. Mit Beginn des wärmeren Wetters setzte bei uns hie Bautätigkeit ein, die in diesem Iahre^nußer- ordentlich rege zu werden verspricht. Außer einem zweistöckigen Wohnhaus in der Hauptstraße werden namentlich zahlreiche Scheunen errichtet. Außerdem werden an vielen Haus- und Wirtschaftsgebäuden bedeutende An- und Umbauten vorgenommen. Ein im Herbst im Rohbau vollendetes zweistöckiges Wohnhaus bietet den Handwerkern durch den Innenausbau Arbeitsgelegenheit. (Srüningen, 13. Mai. Dieser Tage hielt der Stiftungsvorst'and der Adam Isheim'schenStiftungzu Grüningen feine Vorstandssitzung auf dem Rathaus ab. Der Stif tungsvorstand seht sich nach dem vom Hessischen Gesamtministerium vom 4. Februar 1929 genehmigten Statut wie folgt zusammen: aus dem jeweiligen Bürgermeister der Stadt Grüningen als Vorsitzendem, aus vier Mitgliedern des Gemeinderats, dem jeweiligen Örtsgeistlichen und einem Mitgliede des Kirchenvorstandes, sowie aus zwei Mitgliedern des Adam Isheim'schcn Ge sangvereins e. V. als Ruhnießer der Stiftung. Zunächst beschäftigte man sich mit der Ablage der Iahresrechnung mit einer Einnahme von 693 Mk.. von der nach Abzug der Verwaltungskosten und Steuern dem Verein ein Ueberschuß von 400 Mk. überwiesen werden konnte. Dew Vereinsrechner Bingel, der nach Paragraph? des Statuts Vermögensverwalter und Stiftsrechner ist, wurde Entlastung erteilt. Bei der Beratung über die Kaution des Stiftsrechners wurde eine hypothekarische Sicherung verlangt, obwohl dieser das Rechneramt uncütgeltlich versieht und eine Bürgschaftskaution von drei gutsituierten Landwirten mit einer Sicherung von etwa 100 Morgen Land auf Verhandlung des Kreisamts Gießen vorgeschlagen hatte. Hinsichtlich der Vergütung des Vorsitzenden schlugen die Vertreter des Gesangvereins eine Senkung der Vergütung von 40 Mk. auf den vorkriegszeitlichen Satz von 30 Mark vor, da sich die Arbeiten des Vorsitzenden durch die Vereinfachung nach dem neuen «Statut wesentlich vermindet haben. Der Vorstand beschloß aus Vorschlag des Vorsitzenden eine Vergütung von 35 Mark. Das Mitglied des Kirchenvorstandes verurteilte den -in 1922 gemeinsam mit dem Turnverein „Gut Heil" ausgesührten Bau der Sing- und Turnhalle auf dem Eigentum der «Stiftung und erblickte hierin eine Schädigung der (Stiftung. Don beiden Vereinen wurde damals jedoch das Erbbaurecht erworben. Die beiden Vertreter des Adam Isheim'schen Gesangvereins legten die Sachlage klar und bemerkten, daß dieser Bau dec Pflege des Gesangs diene und in diesem «Sinne auch den Bestrebungen des Testators entspreche. Der Gesangverein betrachtet seine S ng- u d Turnhalle als ein bleibendes Denkmal, seinem edlen Stifter Adam Isheim zur steten Erinnerung. Weiter kam noch die Reuanpflanzung eines Daum- stückes, die im vorigen Jahre beschlossen worden war, zur Aussprache. Der Vorstand, außer den beiden Vertretern des Gesangvereins, erklärte sich nicht damit einverstanden, daß aus Sparsamkeitsgründen ein Teil der Reuanpflanzung durch die Mitglieder des Vereins selbst ausgeführt wurde. b Rüddingshausen. 13. Mai. Zwei findige Handwerker unseres Ortes — Wagnermeister F c l d b u s ch und Schlossergeselle Müller — haben ein gebrauchtes Auto zu einer Bandsäge umgebaut. Die Brauchbarkeit der Maschine hat sich in der Praxis erwiesen. — Sn unserer Schule wird seit Beginn des «Schuljahres einer Anzahl von Kindern ein warmes Frühstück, bestehend in einem Viertelliter Milch und einem Brötchen, verabreicht. Die Kosten werden teils vom Kreis, teils vom hessischen «Staate getragen. Weitere Besserung auf dem oberhessifchen ArbeitSmarkt. Das Arbeitsamt Gießen teilt in feinem Monatsbericht für April über die Arbeitsmarktlage in Oberhessen folgendes mit: Die Belastung des Arbeitsmarktes hat sich im Verichtsmonat weiterhin verbessert. Dies ist hauptsächlich auf Arbeitsaufnahme in den Außen- berufen zurückzuführen. Die Industrie der Steine und Erden, die Landwirtschaft und auch das Baugewerbe zeigten sich' in einem gewißen Umfange aufnahmefähig. Am Schlüsse der Berichtszeit standen dem Arbeitsamt 15 5 18 Arbeitsuchende zur Verfügung, gegenüber 17 147 des Vor- monats und 12 545 des Vorjahres. Arbeitslofen- upterftützung bezogen 4236 Personen, gegenüber 6538 des Vormonats und 7720 des Vorjahres. Kri- fenunterftützung erhielten 5956 Personen, gegenüber 6906 des Vormonats und 2095 des Vorjahres. Vom Arbeitsamt anerkannte Wohlfahrtsunterftützungs- etnpfärtger zählten wir 2395, gegenüber 2182 des Vormonats. Nichtunterstützt in der Arbeitslosenunterstützung und Krisenunterstützung waren am Ende der Berichtszeit 4863 Personen, gegenber 3555 des Vormonats. Im Berichtszeitraum wurden 2812 Arbeitsgesuche neu gestellt. 3981 Arbeitsgesuche erledigten sich ohne Mitwirkung des Arbeitsamtes, 429 Arbeitsuchende konnten durch das Arbeitsamt in Arbeit vermittelt werden. den Hüter der Ordnung herbeigerufcn untr Don Francisco mußte nun, nur mit einem Staubmantel bekleidet, auf das Polizeirevier wandern — und wenige Tage später beantragte der Amtsanwalt in öffentlicher Gerichtssitzung zwei Monate und einen Tag Arrest gegen ihn. Der Schneider aber hat seinen Anzug. Der Mann, der sich selbst operierte. (a) N e u y o r k. Nun ist Dr. Eoan Kane dennoch vom Tod überlistet worden. Gegen die Lungenentzündung, die ihm umwarf, gab cs kein Mittel, keinen Leibschnitt, keine Einspritzung, die ihn unempfindlich machte. Mit dem Blinddarm und einem schweren Bruch wollte der Tod ihm schon früher beikommen. Ader diese Attacken schlugen fehl. Dr. Evan O'Neill Kane war nicht umsonst Chirurg. Er nahm ein Messer und brachte sich wieder in Ordnung, wie man sonst nur auf dem Operationstisch „repariert" wird. Aber das muß eingehender erzählt werden. Es ist jetzt genau elf Jahre her. Da stieg Dr. Kane auf den Operationstisch, gab sich selbst eine örtliche Betäubung und nahm sich den Blinddarm heraus. Er sagte sstäter immer wieder, daß das eine Kleinigkeit gewesen sei, denn damals sei er jung gewesen. Er starb mit 70 Jahren, war also damals 59 Jahre alt. Er war 65 Jahre, als er sich beim Reiten einen Bruch holte. Er operierte ihn oberflächlich, und vor einigen Wochen fühlte er, daß diese Reparatur durch eine bessere ersetzt werden müsse. Und so stieg er denn wieder auf den Operationstisch, injizierte die Betäubungslösung und schnitt fröhlich draus los. Er scherzte während der Arbeit mit den Schwestern und mar selbst außerordentlich zufrieden mit seiner Arbeit. Nur der Nacken wurde ihm nachher steif und dauernden abwärts blicken. Deshalb ließ er durch feinen Assistenten Dr. Howard Martin Cleveland letzte Hand anlegen. Die Mutter dieses Dr. Cleve- land war einst seine erste Patientin gewesen. Einen Tag später (andere müssen sonst Wochen liegen nach svlchen Operationen) stand er auf und operierte wieder andere Leute. Bis zum letzten Tag war er mobil. Dann kam eine Lungenentzündung und machte diesem hartnäckigen Leben ein Ende. Epielplan der frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 15. Mai, 18 bis gegen 23 Uhr: Siegfried. Montag, 16. Mai, 19.30 bis nach 22.30 Uhr: Die schöne Helena. Dienstag. 17. Mai, 19.30 bis gegen 23 Uhr: Tannhäuser. Mittwoch. 18. Mai, 20 bis nach 22.30 Uhr: Macbeth. Donnerstag, 19. Mai, 20 dis gegen 22.30 Uhr: Der Troubadour. Samstag, 21. Mai. 19.30 bis 22.30 Uhr: Der Freischütz. Sonntag, 22. Mai, 18 bis gegen 23 Uhr: Götterdämmerung. Schauspielhaus. Sonntag, 15. Mai, 18 b's 23 Uhr: Faust 1. Teil. Montag, 16. Mai, 18.30 bis nach 22.30 Uhr: Wallenstein. Dienstag 17. Mar, 20 bis 23 Uhr: Zero. Mittwoch, 18 Mai, Oberhessen. Landkreis Gießen. X Wieseck, 13. Mai. Der hiesige Turn- verein 1 862 e. B. kann in diesem Jahre auf fein 70jähriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlaß wurde dem Verein die Durchführung des Gaufestes vom Südwestdeutschen Turnverband (im Allg. Deutschen Turnerbund) übertragen. Das Turnfest, das bereits auf den 2. und 3: Juli festgelegt war, muhte wegen der Landtagswahl an diesem Tage um acht Tage verschoben werden und soll nun endgültig am 9. und 10. Juli abgehalten werden. Die einzelnen Ausschüsse, die seit einigen Wochen gebildet sind, haben bereits mit den Vorarbeiten begonnen. Von dem festgebenden Verein wird alles aufgeboten, um dem Feste ein würdiges Gepräge zu geben. Es ist zu erwarten, daß diese große Veranstaltung ein Werbetag für den schönen, edlen Turnsport wird. ^(Reiskirchen, 13. Mai. Rachdem die Vorarbeiten für die Durchführung des freiwilli- g e n A r b e i t s d i e n st c s, die im Abtrieb cine^ größeren Waldstückes bestanden, beendet sind, sand dieser Tage die Versteigerung des gewonnenen Holzes statt. Trotzdem das Holz in der Qualität gegenüber dem winterlichen Holzschlag weit zurückstand, wurden doch sehr annehmbare Preise erzielt. Es kosteten: Brennholz: Knüppel: Fichte 2 Meter 5 bis 6 Mk., Tannen 7 bis 8 Mk., Eiche 7 bis 8 Mk.: Reiser: Fichte 4 Meter 2 Mk., Eiche 2 Mk.: Stock: Fichte 2 Meter 1,50 bis 2 Mk. Ruhholz: Schnittholz: Fichte, Tanne und Eiche 1 Festmeter bis 18 Mk., Bauholz bis 8 Mk. pro Festmetcr. * Leihgestern, 11. Mai. Dieser Tage nahm eine stark besuchte Versammlung der hiesigen Reuhausbesiher zu der Fest- setzung der Einheitswerte für ihre nach dem Kriege erbauten Wohnhäuser Stellung. Rach einem kurzen Vortrag des Herrn Funk und einer längeren Aussprache wurde eine Entschließung angenommen, die dem Finanzamt in Gießen, dem Landesfinanzamt in Darmstadt und dem Hessischen Finanzministerium zugesandt wurde und in der schärfster Protest gegen die zu hohe Bewertung erhoben wird. Es sind — so schreibt man uns — bei der Berechnung dieser Steuerobjekte Mietwerte zugrunde gelegt worden, die über die tatsächlichen Mietwerte weit hinaus- gehen. Auch scheint es, als ob die Festsetzung ganz willkürlich erfolgt sei, da bei Einsichtnahme bas Einheitswertbogens die Feststellung gemacht worden ist, daß gleichwertige Wohnhäuser ganz verschieden bewertet worden sind. Selbst wenn die zugrunde gelegten Mietwerte zutreffen würden, würde eine Veranlagung auf dieser Grundlage für den Hauseigentümer eine so große Härte bedeuten, daß er unmöglich in der Lage wäre, die Steuern aufzubringen. Die Verhältnisse haben sich für ihn seit der Errichtung des Hauses grundlegend geändert. Der Wert des Hauses ist feit dieser Zeit fast um die Hälfte der Gestehungskosten gesunken. Infolge der schlechten wirtschaftlichen Lage ist die Rachfrage nach Mietwohnungen sehr zurückgegangen. Viele Wohnungen stehen überhaupt leer. Für die vermieteten Wohnungen ist die Miete feit einer Reihe von Jahren ganz erheblich gesenkt worden. Das Einkommen der Besitzer hat sich sehr stark vermindert. Es sind Fälle zu verzeichnen, wo der Hauseigentümer erwerbslos ist und sich gezwun- Pfingsten die Wiederaufnahme der Arbeit der alten Firma durch die neugegrünbete Junkers-Betriebs. G. m. b. H. nach einwöchiger Pause erfolgen wird. Der Betrieb soll zunächst mit rund 400 Arbeitern und einer entsprechenden Zahl von Angestellten aufgenommen werden. " Mannesmann-Röhrenwerke AG., Düsseldorf. In der gestrigen Aufsichtsrats- sihung der Mannesmann-Röhrenwerke, Düsseldorf, gelangte der Rechnungsabschluß und die Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäfts- jahr 1931 zur Vorlage. Der Rohertrag stellt sich auf 22 740 470 (37 994 670) Mk. Die gesamten Handlungsunkosten betragen 7 740 822 (8 724 656) Mark, Anleihezinsen 14 000 (98 500) Mk., «Steuern einschl. Industriebelastung 8 100 000 (9 600 000) Mark und Abschreibungen auf Anlagen 7 801 664 (9 143 726) Mk. Hieraus ergibt sich e‘ut Rechnungsverlust von 916 016 (im Borjahre ein Gelvinn von 14 256 184) Mk, um den sich der Gewinnvortrag aus dem Vorjahre (3 237 326 Mk.) vermindert. Aus dem Gewinnvortrag sind ferner du decken, die statutarisch feftgelegtc Verzinsung der 264 000 Mk. Vorzugsaktien Cit. A mit 6 Proz. = 15 840 Mk. und der 4 999 960 Mk. Vorzugsaktien Lit. B mit 7 Prozent - 349 996 Mk. Hiernach ermäßigt sich der Gewinnvortrag auf 1 955 474 Mk. Außerdem sollen von den im Besitz der Gesellschaft befindlichen eigenen Aktien nom. 5 000 400 Mk. eingezogen werden. (Das gesamte Aktienkapital beträgt zur Zeit 185 263 800 Mark.) Hierbei ergibt sich ein Buchgewinn von 1 749 652 Mk.. der zu Sonderabschreibungen gemäß den Bestimmungen der Rotverordnung verwendet worden ist.. (Für 1930 wurden 6 Prozent Dividende auf die Stammaktien verteilt und ferner 533 945 Mk. der gesetzlichen Reserve zu- getoiefen.) 8,25; 1,051 5,3 5,2 | 4,9 5,6 2.1 2,2 4,7 8,25 ' 3,85 । 14.5 ; ganz bestimmte Wertgegen- :den. Richt ausgeschlossen ist es, daß versucht wird, die Gegenstände in Würzburg anläßlich des Jubiläums der von Julius Kurszettel -er Berliner un- Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 5 v.H, Lombardzinsfuß 6 v. H. 57,75 65,5 54,5 42,9 3,25 Jrantfurt a.2Jl. Lettin Gchluß- fur# Echiußk. Abend» bSeke Schluß» fur< Schlußl. mittag» birfc Datum 12.5. 13.5. 12.5. 13.5. ftranfturi a. J)l. Berlin Schluß» hiri Schluß». Abenb- börle Schluß» furd Siblußk. mittag» börle, Datum 12.5. 13.5. 12.5. 135 Lamvurg-Ülmenka Baiei . . . e Hambukg-Südam. Damptlchtss. .> _ 12,75 19,5 40 Hansa Dampsschiss .....o _ 1L25 Norddeutscher Lloyd.....6 _ 13.4 13 4 A.B. für Bertehröwefen Akt. . . _ Berliner Handelsgesellschaft . 8 83.25 83 Commert. und Privat-Bank . 7 Darmstädter und Nationalbank 8 Deutsche Bank und 1R s 18,75 20,5 20,5 20,25 20.5 DtSconto-Getellschast... 6 Dresdner Bank...... 6 RetchSbank........12 36,25 20,5 115,5 36,25 20,25 116 36,25 20,5 116 36,25 20,5 116,25 • Sranlfurt a. 271. Berlin Schluß» kurö Schluß!. Abend» börle Schluß- lurs Schluß!. Miiiag- börse Datum 12.5. 13.5. 12.5. 13.5. SHtebed Montan......7,2 —- — _ Bereinigte Stahlwerke .... 4 16 16,75" 16 16,9 Olavi Minen......16'/, 10.4 10 95 Kaliwerke Aschersleben ... 16 89 89,5 88 89 ,5 Kaliwerke Westeregeln . . . 1C 98 98,5 98 Kaliwerke Salzdenurth ... 15 151 150 151 12.Mai 13.Mat Amtliche Notierung Seid 1 Srlef Amtliche Notierung Geld 1 Ariel 7.133 51,95 12,465 7,147 52,05 12,485 7,133 51,95 12,465 3,057 3,063 3,057 170,78 171,12 170,78 77.92 78,08 77,42 84,52 84,68 84,17 78,12 78.28 78,22 15,45 15,49 15,38 1,018 1,022 1,018 4.209 4.217 4,209 59.14 59,26 59,14 21.69 21,73 21,38 16,605 16.645 16,605 82,27 82,43 82,27 34,12 34,18 34,37 82,62 82.78 82.62 1,369 1.371 1.339 0.314 0.316 0.314 7.423 7,437 7,423 14,09 14,09 14.11 Banknoten. _________Berlin, 13. Mai Geld 4.20 4,22 58,98 59.22 83.98 84,32 15.34 15,40 16,57 16,63 170.41 171,09 21,81 21,73 77.25 77,55 2.49 2,51 78.04 78,36 82.09 82,41 34,23 34,37 Meiges ®' llest" । Ä but® lÄfiäft auA »cn un'- M ist- SU a Oben* den j Je, °nst°l g di SÄS S&i sSte jj&TS! Die ßigamannid)« I Wngslseicrlag eine I LÜdmam-Aceisliga, ■ jjamiu 60 94. Die I btllenplaß in ihrer I Pech um die Mei B.'iiud) um den 'NI l'fir vor Zwei W I schäft kämpfte eifn »ihr bisher nicht »c ■ surtcr Vereine 'm ■ Sotalbcrbi) schlüge ■ nau 93, den Bertrc Dadurch ihr ausg D der Gslemannschc D Mittelläufer Ist cb I sind ausgezeichnete ■ her voraussichtlich »Gehen nicht unbt M'üiiBer voraussichtlst k'Mann foll, wie m< Mscheinen. Die SfBei kltag in Aschaffenbur KDie Verteidigung Baftioer, in der Mot I Mannschaft erwies Rgäglich in Form, so |'lain, daß die Gräm | Scmpf gehen. Man | ®?n Komps erwarter i W Ligareserve | DwbmM ertooxt dir ADrr mit 4: L ^stiert am Mit | Steinberg. Für die Jugen t reiches Progroin I spielt am ersten Z I. bet damit eine s r 2m zweiten Feier r in Jad-Aauheim. k 'st offen. Die 2.3i V l«'J in Ettingshaul k die 1. Schüler eng I feilen Feiertag fc fc'ienb die 2. Schäle | kfö auf eigenem । ten Wieseck geger Epielvereir k Wider alles Err MIM zu den bevo Sigamanniäifl -^s ist bisher noch ®aft leiert also. -U|inn((f)aften kein ES?’ 2ie AM ■nf« erlag gegen ei ®c)en Daubrinqcn; L"M-- t spielt o ft Si^Wn- Die L-f?'nfl^eier,a9 i Ed'9eh !.p-elstorke e ifüs* be||en yU5an Wn ift. US9QI lutiS? NballiuJ B-ote !•5ci Me Lenstem, mt. Hder Gegner L$ie 1 »erf Mn) unfc,^ RSÄ Ger« dopf •?*le0dik.6; d,e < u! 9.Jt.-'Spoit r (9aftemonn|d)Qit ist der Torwart der 1K V’l iS ii II 13 •) out den trockenen Körper avftrogon und gut verreib*«. "7Ä 59-2? *4 11:8 11 T7-5J .von_25Pfan,: Hnuptgottes bienst (Kollekte): 11.15: Äatechismuslehre (männl, und weidl. Fugenbi — ftlein-Cinben. 9: Haupt- gottesdienst: 13.30: Mlttagsgottesdienst. — wiefcck. 9.30: (Chorschule), Kollekte: 10.4-5: Kinderkirchc — Kirchberg. 10: Kollekte für die Luthcrftiftung: 11: hl. Abendmahl für die jungen Männer und Frauen von Staufenberg; 13.30: Kirchberg; Kollekte. — Alten-Vufeck. 10: (Frauen- und Pofaunenchor), an- Ichliehend Beichte und hl. Abendmahl; Kollekte. — Drohe. 13: Gottesdienst und Abendmahlsfeier. — Haufen-Garbenteich. 10: Haufen, Mitwirkung des FrauUichors: 13: Garbenteich, Mitwirkung des Gesangvereins Viktoria — Watzenborn-Steinberg. 13.30: Hauptgottesdienst (Opfer für die Helf. Luther- ftiftung). — Gruningen. 9.30; Hauptgotlcsdicnft (Mitwirkung des Fsheimschen Gesangvereins): im Anschluft: Beichte und Feier des hl. Abendmahles (Kollekte). — Cid). 8: Stiftspfarrer Draudt, 9.30: Stiftsdechant Kahn; 10.45: Kindergattesdienft. katholische Gemeinden. Samstag, den 14. Mai. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 15. Mai. Pfingstsonntag. Gießen. 6.30 Uhr: Deichte; 7: Messe, Kommunion der Jünglinge: 8: Kommunion: 9: Hochamt mit Predigt, 11 Messe mit Predigt: 14 Vesper mit Segen; 16.30 und 19: Beichte. — (Brünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 7.45: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt — Lich. 10: Hochamt mit Predigt, 14: Fastandacht — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30; Hochamt mit Predigt. 2. Pfingstseiertag, den 16. Mai. Evangelische Gemeinden. Sladtkirche. 8 Uhr: Psarrassist. Knell: 9.30 Psar rer Becker; Beichte und heiliges Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde; 11: Kinderkirchc jur die Markusgemeinde, Psarrer Becker. — 3o- hanneskirche. 8: Pfarrer Bechtolsheimer: 9.30: Pfarrer Ausseld: 11: Kinderkirchc für die Fohannes- gemeinde, Pfarrer Ausfeld. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lic. Waas. — Elifabeth- Kleinkinderfchule. 9.45: Pfarrer Lenz. — heuchel- heim. 10: Gottesdienst (Kollekte). — Klein-Linden. 10 Hauptgottesdienst: 11: Kindergottesdienst — Wieferf. 9.30: Kollekte. — Kirchberg 10. - Allen- Du feck. 10. — Hausen-Garbenteich. Pfarrer Srämer, Steinbach, 10: Garbenteich: 13 Haufen. - Watjcn- born-Stein berg. 10: Hauptgottesdienst (Kirchen gefangnerem); 11: Kinderkirche. — Grüningen. 13: Hauptgottesdienst (Kollekte). — Lich. 9.15 Beichte: 9.30: «tiftsdechant Kahn: hl. Abendmahl; 14: Pfarrer Henkelmann. katholische Gemeinden. Montag, den 16. Mai. Pfingstmontag. Gießen. 6.30 Uhr: Deichte; 7: Messe; 8 Kommunion; 9: Hochamt; 11 Messe; 14: Andacht. — Echzell. 11: Hochamt mit Predigt. — (Brünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 9.30. hod)amt mit Predigt. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag und Andacht. — Lollar. 8.45: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Dienstag, den 17. Mai. Gießen. 20 Uhr: Maiandacht. — Laubach. 7.30: Messe gegen die spielstarken Schüler in Wieseck an. — Die 2 Schüler haben sich die Schüler aus Bieber zum Rückspiel verpflichtet und machen am 2. Feiertag einen Ausflug nach Dutenhofen, wo sie gegen die dortigen Schüler antreten. Beide Gegner sind körperlich bedeutend stärker. FC „Teutonia"Wahenborn«Steinberg Am 1. Pfingstseiertag spielt die l.Elf gegen die Ligareserve des Sportvereins Metzlar. Die Gäste sind ein nicht zu unterschätzender Gegner, sie treten in stärkster Ausstellung an und haben die besseren Aussichten für sich, ba die Teutonen mit (Srfat) anzutretcn gezwungen sind 3m Anschluß spielen die Schüler der beiden Vereine. - Am 2. Feiertag empfängt die 2 Mannschaft die 3 Mannschaft des VfB Gießen auf eigenem Platz und sollte sich einen Sieg sichern können. Die Fugend ist spielfrei. 5- Sp. B. 1926 Hteinbach. Am 2- Pfingstfeiertag spielt die 1. Mannschaft auf eigenem Platz gegen die Pokalelf des FSV. Frankfurt, die in der Aufstellung: Littmann; Schuck, v. Hahn; Ochs. Röder, Szekalla: Schmid, Lehr, Metz, Zedier, Werner antreten tvird. Mit dieser Mannschaft gastiert das erstemal eine süddeutsche Elf in Steinbach. Die Frankfurter dürften den Hiesigen technisch überlegen fein und die Steinbacher können nur dann ehrenvoll bestehen, wenn sie mit allem Eifer spielen und den Vorteil des eigenen Platzes zu wahren wissen. (Spiefoereinigung 1926 Leihgestern. Die Mannschaften der Spielvereinigung Leihgestern werden während der Pfingstfeiertage lebhaften Spielbetrieb entwickeln. Ain ersten Feiertag empfängt die 1. Mannschaft die gleiche des FE. ..Olympia" Friedberg-Fauerbach zum fälligen Gesellschaftsrückspiel. Das Vorspiel wurde aus des Gegners Platz knapp verloren. Die Gäste stellen eine schnelle und ganz auf Erfolg eingestellte Elf. Am zweiten Feiertag haben 1. und 2. Mannschaft die gleichen des Sportvereins Ober- Widdersheim zu Gast. 'Die Gegner aus dem Süddeutschen haben sich in der vergangenen Saison tapfer geschlagen und werden einen ernst zu nehmenden Gegner barstellen. Die Schüler spielen auf eigenem Platz gegen die Schüler von Klein- Linden. Fußballklub 1926 Großen-Buseck. Am 2. Pfingstseiertag hat die l. Mannschaft des FE. Großcn-Vuscck eine süddeutsche Mannschaft, die Elf des GDA. Frankfurt zu Gast. Die Frankfurter spielen guten Fußball und werden den Hiesigen sicherlich technisch überlegen sein Die Platzmannschaft hak jedoch in letzter Zeit ebenfalls gute Form bewiesen, so daß die Niederlage doch nicht allzu hoch ausfallen dürste Am gleichen Tag empfangen die Schüler die Schülermannschaft von „Nassau" Wiesbaden FÄ. „Teutonia" Laubach. Die 1. Mannschaft des FD „Teutonia" Laubach empfängt am Pfingstmontag die Pokalmannschaft des Frankfurter Sportvereins Not-Weiß" zu einem Gesellschaftsspiel. Die Gäste stellen eine äußerst spielstarke Elf, die den Gastgebern kaum die Chance eines Sieges lassen wird. Handball im Labn-Oünsberg-Gau Tv. Staufenberg. Dre Handball-Abteilung fährt am ersten Feiertag mit zwei Mannschaften nach Wißmar, um dort Rückspiele auszutragen Am zweiten Feiertage weilt die 1. Mannschaft von Niederwalgern, die als sehr spielstark bekannt ift, in Staufenberg. Handball im Gau Hessen (D. T.) Für den 2. Pfingstseiertag hat sich der Tv. Klein- Linden die Handballmannschaft der Tumgesellschaft Offenbach a. M. c ngeladen. Die Klein-Lindener werden in stärkster Aufstellung antreten müssen, wenn sie einigermaßen ehrenvoll abschneiden wollen. i ildläufcr Ist ebenfalls hervorragend, im Sturm iß ausgezeichnete Strafte und Giimperlein, r voraussichtlich Linksaußen spielt, ist auch in atzen nicht unbekannt. Den Gasten treten die Her voraussichtlich verstärkt gegenüber. Ein neuer '«in soll, wie man hart, in der Mannschaft er- einen. Die DfBer hoben am vergangenen Sonn- q in Aschaffenburg eine achtbare Partie geliefert. t Verteidigung war ausgezeichnet, der Sturm liioer, in der Kombination besser als zuvor, die innschaft erwies sich in der Gesamtheit als vor- jlid) in Form, so daß man wohl davon sprechen in, bah bie Grün-Weißen nicht aussichtslos in den empf gehen. Man darf zweifellos einen fpannen- ii Kampf erwarten. Die Ligareserve wird am ersten Feiertag in rabringen erwartet Das Vorspiel entschieden " Vf Der mit 4:0 sür sich. Die 3. Mannschaft stiert am zweiten Feiertag in Watzenborn- emberg. Jugcnbfpiclc Sur die 3ugenbmann,d)aften ist ein umfang- cdeS Programm vorgesehen.' Die 1. Jugend :clt am ersten Feiertag gegen BraunselS I. und t damit eine spielstarke Elf vor der Klinge in zweiten Feiertag weilt die gleiche Mannschaft i Dad-Nauheim. Der Ausgang der beiden Spiele i offen. Die 2. Jugend spielt am zweiten Feier- ij in Ettingshausen gegen die dortige 1. Tugend, • 1. Schüler empfangen auf eigenem Platz am eiten Feiertag die 1. Schüler von Wieseck, wäh- :ib die 2 Schüierelf am ersten Feiertag, eben- il(4 auf eigenem Platz, der 2. Schülermannschaft oit Wieseck gegenübertritt. Dpielvereinigung 1900 Gießen. Sibcr alles Erwarten hat bie Lpielvereinigung W zu bcn bevorstehenden Pfingstfeiertagen für e Ligamannschaft keinerlei Spiele abgeichlossen. s ist bisher noch selten vorgekommen. Die Mann- i h feiert also. Auch sonst ist bei den aktiven i mschaftcn kein allzu großes Programm vor- o-ien. Die Ligarcserve fpiclt Icbiglich am zweiten lertag gegen einen alten Perbanbsspielgegner, l«n Daubringen» 1. Mannschaft, und wirb damit schweren Kampf zu bestehen haben. Die dritte innfchast spielt gegen bie erste von Berghaufen Wetzlar. Der Ausgang diefes Spieles ist nicht Luszufagen. Die 4. Mannschaft gastiert am zwei ■ Pfingstseiertag in Wieseck und trägt gegen die rtfle spielstarke erste Elf ein Freundschaftsspiel dessen Ausgang ebenfalls kaum oorherzu- ,:en ist. Die 1. Elf des Tv G r o ß e n- Lind e n ist während der Pfingstfeiertage bet Frankfurt- Schwanheim zu Gast, gegen helfen 1 Mannschaft die Großen-L ndener e n fälliges Nückspiel austragen Die Gastgeber haben die besseren Ehancen aus Sieg Handball im Tlännerfurnverein (O. T) Am zweiten Pfingstseiertag wird die erste Mannfchafl des G.eftencr Manner-Turnvereins in Kirchhain gegen die gleiche Mannschaft des dortigen Turnvereins ein Freundlchaftslpiel auS- tragen. Da die Männerturner mit zahlreichem Ersatz antreten müssen, werben sie wohl kaum Lorbeeren ernten Ebenfalls an diesem Feiertag trägt eine kom- x d zweite Mannschaft des Mw. Dießen in Lützellinden gegen die 1. aktive Mannschaft des dortigen Turnvereins ein Handball- FreunbfchaftSspiel aus. Auch diele Mannschaft ist aus allen Poften nur ichwach besetzt. Leichtathletischer §tlubzVeikampf 1900 - ASD. Köln. Die Lpielvereinigung 1900 eröffnet am zweiten Feiertag bie LeichiathlelikSaison 1932 mit einem Klubzweikamps, dem besondere Bedeutung zukommt. Die Mannlchaii des LSV Köln i Akademischer Sportverein), eine der leistungsfähigsten Leicht- athletcnabteilungcn in Westdeutschland, gibt auf dem Sportplatz an der Liebiashohe ein Taftspiel. Die Kölner haben erstklassige Leute in ihren Reihen. Im Fahre 1931 gingen an den ASD. Köln allein sieben Rhcinbczirksmeistcrschaften. Der Westdeutsche chockp fpringmtifter Busch wird voraussichtlich dabei fein, H 0 ecke ist ein vorzüglicher 400-Metcr'Mann, Nolt- brock läuft eine ausgezeichnete Zeit über 800 Meter, Dcbus erhielte achtbare Leistungen im Diskuswerfen und Kugelstoßen, die übrigen Teilnehmer war- ten ebenfalls mit übcrburchfchnittlichen Leistungen auf. Die Lpielvereinigung will den Kölner Gästen bie stärkste Vertretung gegcnübcrstellen. Die Mann- schäften der Spielvcreinigung konnten allerdings bisher kein geordnetes Training pflegen, fo daß lieh nicht sagen laßt, wie der Kampf ousgehen wird. An Wettbewerben find vorgesehen: HX)., 200-, 800 , 1500- und 5000 Meter Läufe, 4X100. und 4 X800- Meter Staffeln, außerdem werden Hoch-, Weit- und Stabhochsprung bestritten. Kugelstoßen, Diskus- und Speerwerfen stehen ebenfalls auf dem Programm. Für 100 und 200 Meter stützt sich die Spicloer- einigung auf Müller und Koch. Die 800 Meter bestreiten Bepperling und Schneider. Ucbcr 1500 Meter wird man Reitz und Peters am Start sehen und die Strecke über 5000 Meter wird Schaaf und Gerhard die Farben des Vereins vertreten. Zwei Staffeln, 4X100 und 4X800 Meter, lasten den 1900ern keine besonders guten Aussichten. Die 4 X800.Meter-Staffel wird den Gästen überhaupt nicht zu nehmen fein. Auch im Diskuswerfen und Kugelstoßen bestehen nur geringe Chancen, denn Gugel wird voraussichtlich nicht am Start fein können. Zum Speerwerfen treten Hop- f c n m ü I f c r und Buh für die Spiclvercinigung an. Aller Voraussicht nach dürste sich ein spannen- der Wettkampf entwickeln, der in seiner Bedeutung hinter einem nationalen Sportfest kaum zurückstehcn wird. Die Gäste werden aber, das steht kaum außer Frage, den Sieg mit nach Hause nehmen. Gießener Eportflieger in Holland. Die Südwestdeutsche Dportflieger- Vereinigung veranstaltete in der vergangenen Wocho eine wohlgelungene Vorführung deS Schleppfluges auf dem Flughafen Waalhaven in Rotterdam. Die Vorführung erfolgte vor geladenen maßgebenden Persönlichkeiten der holländischen Luftfahrt. Der deutsche Gesandte tm Haag, Graf Zech, Legationssekretär Dr. Müller und der deutsche Konsul in Rotterdam waren ebenfalls bei der Vorführung zugegen Es wurden insgesamt drei Schleppflüge ausgeführt. Zunächst Härteten Flugzeugführer Diedrichs auf der Motormaschine und Flugzeugführer Moog im Segelflugzeug; der Flug dauerte elf Minuten. Dann starteten Flugzeugführer Diedrichs auf der Motormaschine und Fluglehrer Maier im Segelflugzeug, der Flug bauerte fünf Minuten. Zum Schluß nahm der hollänbische Segelflieger Schmidt - Crans in dem Segelflugzeug Platz, er'lanbetc nach einer Flugdauer von vier Minuten. Zum Schluß führte Flugzeugführer Moog auf dem Flugzeug I) 1858 mehrere Kunstflüge mit dem bei ihm gewohnten Schneid aus. Die anwesenden Vertreter holländischer Behörden, sowie der deutsche Gesandte sprachen den Flugzcuasührem ihre lobende Anerkennung aus. Die holländische Presse brachte längere Artikel über die Vorführungen und zollte ihnen uneingeschränktes Lob. Die Flieg ergruppe Friedberg.Polytechnikum" bildet zur Zeit neun Flugschüler aus. Innerhalb der vergangenen 14 Tage wurden allein Lei dieser Gruppe etwa 300 Schulflüge ausgeführt. 3n den letzten Tagen litt der Schulbetrieb leider unter der schlechten Witterung. Der nächste Sprechabend findet am 25. Mai statt. Afbeiter-Turn- und (Sporfbunö. Die Pfingstfeiertage bringen eine Anzahl intcr essanter Treffen. Am Pfingstsamstagabenb Ichon hat Lollar I bie 1. Mannschaft von ATS. Mannheim' Feudenheim zu Gast und damit einen schweren Gegner vor der Klinge. Vorher Lollar Jugend — Wieseck Jugend. Am ersten Feiertag herrscht auf dem Wiesecker Sportplatz Hochbetrieb. Am Vormittag stehen sich die Handballer von Wieseck und Ärofborf im Freundschaftsspiel gegenüber. Den Auftakt am Nachmittag bildet bas Spjel Wieseck 2. Qugenb — Kin zcnbach II. Diesem Spiel folgt bas Treffen Wie. feck II — Kinzenbach I. Ob bie Einheimischen in diesem Spiel Sieger bleiben werden, ist fraglich. Das Hauptintereste wirb bas Spiel Wieseck I — ATS. Mannheim-Feubenheim I auf sich ziehen Die 43äfte stellen eine körperlich ausgeglichene Elf ins Felb, die zu bcn Besten des 10. Kreiles zahlt. Wie feck wird zu diefem Spiele in ocranbertcr Auf fteUung antreten und sollte bem Gegner ein gleich wertiges Spiel liefern. -in ne inimg tan SJS* es t t,et' rlteigS bie sri5 ri'.? Ä "ne vm. lauten bj 'chlagt, 7 Ätivt eu S ? b«i tat« ^inn bei l & 2au. Ä einem “Pintabc bet« *?n erratet. unb Dikj. timbaut?n ^0ODau voll« Mben&nb« ir&eif«ge[egen. Tage hielt 2b am ltu,r-'nQenf(irt Der Stis. ^Milchen r 1929 geneh. ■ aut bem je« 'Gruningen al« >ern bei ©e. leiblichen unb onbe«. ,Me Mim schen Geber Stiftung. )er Ablage bet e von 693 W lungßfoften unö lü von 40031!. 2eceinsrechner ? des Statut« hier Ift, würbe itung über b;e eine hypothe- ohl dieser bas mb eine Arg- m Landwirten Morgen Land Eichen vvrge- Bergülung deS :r des Gelang- ng von 40 Wk. 130 Mar! vor, iden durch die atut wesentlich chloß aus Dor- ütung von 35 irftandes Petit bem iun\- ber Sing« i ber Stiftung [ung ber Slif« : bamals jedoch' eiben Vertreter rein« legten die dieser Dau der t diesem Sinne tors entspreche. > ng: u itlurn« feinem edlen innerung.De>' j eines Daum- chlossen worben mb, außer den ns, erklärte sich ! Sparsamkeit»- iung durch die igesuhrt wurde. Hai. Zwei sm- CSagnermciftcr > Müller - uto zu einer Buchbarkeit der i erwiesen. - linn des Schul- mein war- einem Viertel* ;erabreicht.Dte teils vom pefl'* Jugendspiclc. Fußballjugend hat an bcn Feiertagen ciru t mgreiches Programm zu erledigen. Die erst^ genb fährt nach Wiesbaden und spielt dort n Sonntag gegen die A-3ugcnb deS SD. Nassau, Montag pat sie die X-Jugend vom SC. Bieb- ch zum Gegner. Da die 1. Jugend vollzählig kfe Wettspiele bestreitet, erwartet man sie erzreich zurück. — Die 2. Jugend weilt in Koblenz !► fpiclt am 1. Feiertag gegen die 1. Juc-enu vorn . Oberlahnstcin, während sie am 2. Feiertag - Kräfte mit der 1. Jugend vom VfR. Koblenz ***! ii1’ L Die Mannschaft trifft auf zwei spielstarke gier. Man hofft aber, daß die Gießener ihren ! Rrrcin würdig vertreten. ! 1 Sie 1. Schüler erwarten die Jugend aus Nassau t! illbn) und müssen sich sehr anftrengen, wenn sie !» i: abschnccden wollen. Am 2. Feiertag treten sic Gerade beim ersten Sonnenbad- _ । ii ■ | Reiben Sie lieh deshalb vorher gründlich mit Pfeilring-Houtöl oder mit Heilring- | | 0 yQ | Q [| | • lonolin-Creme ein; denn Sie wollen doch von der Sonne „gebräunt" und ni*» Wandern und Reisen Bäder und Sommerfrischen. Fulda. Bon Otto Baumgard-Cleve. ..Hier sollten Sie einmal aussteigen! —“ Irgend jemand hatte das Wort fallen lassen, als der l)°Zug Frankfurt—Berlin ein paar Minuten in Fulda verschnaufte. „Klcin-Würzburg" hatte der Unbekannte noch hinzugefügt. Halb ungläubig hatte man hingehört. Fulda? — Das ist die Stadt des Bonifatius, erinnerte man sich. Und sonst? Wahrscheinlich eine kleine, stille Mittelstadt, wie hundert andere auch. Freilich, ein Schloß sollte dort sein, eine alte Bibliothek, Klöster ... Und dann fährt man eines Tages wieder, wie schon so oft, über die große Bord—Süd- Schnellzugsstrecke. Wieder tauchen, von den sanften 'Rundungen der Rhönberge eingeschlossen, die Türme und Kuppeln der Bischofsstadt aus anmutiger Landschaft auf und gleichzeitig die Erinnerung an jene Gesprächsfehen. Soll man aussteigen? — Und schon ist der Entschluß gefaßt, schon steht man draußen auf dem Bahnsteig ... Auf gut Glück geht's hinein in die Stadt. Sie ist nicht groß und weitläufig. Man findet sich leicht zurecht beim planlosen Schlendern. Zunächst eine Bahnhofstraße, wie alle Bahnhofstraßen. Aber dann steht man unversehens auf einem Platz, nicht eben groß, aber beherrscht von einem Raumgefühl, wie es nur die architektonische Baugesinnung des 18. Jahrhunderts besitzen konnte. Da liegt klar und streng gegliedert das Stadtschloh. der ehemalige Sih der Fürstbischöfe. und nur wenige Schritte entfernt öffnet sich ein barockes Gartenwunder von unbeschreiblicher Schönheit' der Schloßgarten. Wasserkünste, steinerne Götter und Basen, Sandsteinbalustraden, überwüchcrt von wild rankenden Petunien formen eine wundervolle Einheit von Architektur und Gartenkunst. Weiß schimmert durch grünes Buschwerk in reifstem Barock Welsch' und Stengels Orangerie mit dem pathetischen Akzent der Floravase auf der breiten Freitreppe. Diese Stadt gehört noch zur süddeutschen Kunstprovinz. Ihre Brunnen, Türmchen, Tore, Giebel und Türfüllungen lassen einen hier an der Grenzscheide des Rordens noch einmal süddeutsches Lebens- und Kunstgefühl atmen. Steht nicht die feierlich-dekorative Fassade von Dientzenhofers Dom da wie die Münchener Thea- tinerkirche? Gewaltig wölbt sich die Kuppel über der Dierung und taucht die Säule des Hochaltars in eine unwirkliche Helle. Roch einmal wiederholt sich das Spiel der Pfeiler und Bogen in der Bonifatiusgruft unter dem Chor. Hier ruhen unter dem schlichten Altar die Gebeine des Heiligen. Eng benachbart dem barocken Dom das früheste Mittelalter, die kleine strenge Michaeliskirche, eine der ältesten Deutschlands, schon um 820, zur Karolingerzeit, erbaut. Roch mancher beglückende Eindruck bleibt dem flüchtigen Wanderer haften. Das Paulustor. der Hexenturm, das Priestcrseminar und stille Klostcr- höfe — Fulda ist eine fromme Stadt. Bom Frauenberg mit den weiträumigen Anlagen des alten Franziskanerklosters kann man die Kirchtürme alle zählen, funkelnd und leuchtend in der reinen Luft, die vom Vogelsberg und der Wasserkuppe hcrüberweht und eben einen großen seltsamen Bogel in schönem lautlosen Flug über die Stadt trägt' einen Segelflieger von der nahen Rhön. Sein stilles Gleiten ist wie ein Sinnbild des erhabenen Schweigens, das von diesem Stadtbild ausgcht. Ein frommes Schweigen ist in ihren Mauern eingcfangcn. Eine längst entschwundene Lebensform schlummert in ihr. und keiner wird sich diesem Zauber entziehen können, wenn er auch nur einen Schnellzug überschlägt. Wer aber mehr Zeit hat, bleibe einen Tag in Fulda und einen Abend- Es ist etwas Wundersames um einen stillen, geruhsamen Abend in dieser Stadt... Wanderfahrten. Bieber-Altenberg—Dlasbachtal—Dick« Eiche—Bieber. Wir fahren mit Sonntagskarte nach Bieber und folgen vom Bahnhof gelben liegenden Kreuzen, die uns hinter dem Ort durch Wald und Feld in kräftigem Anstieg in die Höhe bringen. Oben erschließen sich uns prächtige Rückblicke auf Gießen, den Schiffenberg und die Burgen, etwas später Ausblicke auf Königsberg, das Helfholz und den Dünsberg. Rach einiger Zeit kommen wir am Fuße des Altenbergs her, dessen Besteigung sich seines baufälligen Turmes wegen nicht lohnt und kommen auf die Straße Hohensolms- Wetzlar. Hier verlassen wir unser Zeichen, wenden uns links und gelangen durch den Blasbachgrund, ein liebliches, von Waldbergen eingeschlossenes Tal, dessen viele Windungen man durch Fußpfade abkürzen kann, nach Blasbach, wo zwei gute Gasthäuser sind. Zum Weitermarsch benutzen wir eineü Feldweg, der am Eingang des Dorfes in die Höhe und später zum Wold führt. Gelbe Striche, die wir hier treffen, führen uns zur Dicken Eiche. Das altehrwürdige Raturdenkmal ist dank dem energischen Eingreifen der Gemeinde Waldgirmes und namentlich des dortigen Ortspfarrers mit erheblichem Kostenaufwand instandgesetzt und so vor dem Verfall gerettet worden. Weiße Striche leiten uns hinab in das liebliche Schwalbcnbachtal. in dem wir bis zur Straße Bieber—Wehlar weitergehen. Wir wenden uns hier links, kommen auf dieser Straße zunächst durch Wald, später am Forsthaus Haina vorüber und durch den Hof Haina nach unserem Ausgangspunkt Bieber zurück. Wanderzeit knapp 5 Stunden. Mücke—Ahenhain-Weitershain—Homberg. Von der Station Mücke wandern wir zunächst durch das nahegelegene Merlau nach Atzenhain, das wir in westlicher Richtung durchschreiten, um bald darauf auf blaue liegende Kreuze zu stoßen, die von Grünberg kommen. Diesem Zeichen folgen wir nach rechts und gelangen auf einer schönen breiten Waldstraße nach Weiters- Hain mit guter Unterkunft. Zuerst über Feld bis Schodenbach, von da durch Wald, führt uns das Zeichen nach unserem Endziel, dem hochgelegenen Städtchen Homberg a. d. Ohm, auf das wir beim Austritt aus dem Wald einen überraschend hübschen Blick haben. Das Städtchen birgt noch viele mittelalterliche Schönheiten. Sehr lohnend ist auch die Aussicht auf Ulrichstein und die Vogelsberger Höhen, sowie auf das Ohmtal und die Amöneburg. In Homberg, das Station der Strecke Rieder-Gemünden—Kirchhain ist, sind einige sehr gute Gasthäuser. Wanderzeit etwa 4 Stunden. Rüstigen Fußgängern sei der anderthalbstündige Weg nach Rieder-Gemünden durch die romantische Hardtschlucht empfohlen. Reisewinke. Bad Salzhauseu. Die Eröffnung des diesjährigen Kurbetriebs erfolgte am 2. Mai. In Anbetracht der allgemeinen wirtschaftlichen Lage sind die Kurmittelpreise sowohl wie die Höhe der Kurabgabe bis aufs äußerste herabgesetzt. Besonders günstige Bedingungen bestehen für Pauschalkuren von mindestens 3 Wochen Dauer. Nordjeebad Borkum. 4uf Borkum ist man für den Besuch der Gäste gerüstet. Hier ist die Luft mild und doch kräftig, ozonreich und staubfrei. Auf kaum einer andern Insel ist der Wellenschlag so kräftig: die Bade- anlagen sind vorbildlich. Unmittelbar am Strande liegt die geräumige, geschützte Wandelhalle: sie ermöglicht auch bei ungünstigem Wetter den Aufenthalt am Meer. Unabhängig von Ebbe und Flut kann man vor- und nachmittags baden. Ein ausgewähltes, reichhaltiges Sport-, Musik- und Unterhaltungsprogramm bietet den Gästen Abwechslung. Prächtige Dünen und anmutige Täler säumen die schönen Spazierwege nach den beliebten Ausflugsorten. Trotz der schon vorgenommenen Senkung der Preise hat die Badedirektion auch in diesem Jahr ihr Möglichstes getan, die Preise noch niedriger zu halten: auch die Fahrpreise sind ermäßigt. Rundfunkprogramm. Sonntag, 15. Mai. 6.15 (Von Hamburg): Hafenkonzert. 8.30 (Frie- denskirchc Kassel): Morgenfeier: Beim 2. Deutschen Eichenkreuztag aus Anlaß des 50jährigen Bestehens des Reichsverbandes der evangelischen Iungmännerbünde Deutschlands. 9.30: Stunde des Chorgesangs. 10.30: Konzert. 11.30 (Don Leipzig): Reichssendung: Kantate zum Pfingstsonntag, von Johann Sebastian Bach. 12 (Don Wien): Unterhaltungskonzert, Oesterreichische Komponisten. 13: Konzert auf Schallplatten. 14: Stunde des Landes. 14.30 (Don Kassel): Die Zeltstadt des Eichen- kreuztages, Hörbild vom Lebendigen Rasen. 15.30: „Junge rheinische Dichtung", Gespräch und Rezitation. 16 (Don Baden-Baden): Konzert des Städtischen Orchesters. 17: Blasmusik des Würt- tembergischen Tonkünstler - Orchesters. 19: Dortrag: „Das Pfingstfest zu Mainz", eine Erzählung von Leo Sternberg, gelesen vom Verfasser. 18 (Don Berlin«: Zum 100.Todestag von Carl Friedrich Zelter. 19.35 (Don Karlsruhe): Brat- schenkonzert. 20.15: Johann Strauß: Das Hörspiel vom Walzerkönig, von Robert Fitzood. 22.45 bis 1 (Don Köln): Rachtmusik. Montag, 16. Mai. 6.15 (Don Hamburg): Hafenkonzert. 8.15: Katholische Morgenfeier. 11: „Die Affenhochzeit", eine Erzählung von Carl Zuckmaher. 11.30 (Don Leipzig): Reichssenpung: Kantate zum Pfingstmontag, von Johann Sebastian Bach. 12 (Don München): Konzert. 13: Unterhaltungskonzert des Rundfunk-Orchesters. 14: Stunde der Jugend. 15: Tagesprogramm in einer Stunde, eine heitere Schallplattenplauderei von Karl Köstlin. 16 (Don Homburg«: Konzert des Kurorchesters Bad Homburg. 18: Don der Wasserkuppe: Ein Tag bei den Segelfliegern. Hörbericht von Dera von Bilsing. 18.25: Ungedrucktes von D. Traven: Der Abschied des Indianers, gelesen von Joseph Bunzl. 19: Das kalte Herz, Hörspiel nach Wilhelm Haufs, von Walter Benjamin. 20: Konzert. 22.45 bis 24 (Don München): Rachtmusik. Dienstag, 17. Mai. 7.05: Frühkonzert auf Schallplatten. 7.30 (Don Bad Oeynhausen): Konzert des Kurorchesters. 12 (Don Stuttgart«: Mittagskonzert der Kapelle Maria Salini. 13 bis 14.30 (Don Köln«: Konzert. 15.20 bis 15.50: Haussrauen-Rachmittag. 16 bis 18 (Don Wiesbaden): Konzert. 18.25: „Ich kann den nicht riechen". Dortrag von Dr! S. Fink, Frankfurt am Main. 18.50: „Ein Streifzug durch das Privatrecht der Sowjetunion", Dortrag von Dr. Paul Lieb. 19.30 (Von Königsberg): Städtebilder: Danzig, Staffelreportage. 20.30: Zither-Konzert. 21.10: „Wie er uns sieht", aus den Reden des Südsee-Häuptlings Tuiavii, gelesen von Karl Günther. 21.30 bis 22.20: Konzert. 22.45 . (Don Karlsruhe): Liederstunde, Werke vonIosefSchelb^ 23.15 bis 24: Tanzmusik. Mittwoch, 18. Mai. 7.05: Frühkonzert auf Schallplatten. 7.30 (Don Bad Pyrmont): Konzert. 12 (Don München): Konzert. 13: Konzert auf Schallplatten. 15.20 bis 16.20: Stunde der Jugend. 17: Rachmittagskonzert des Rundfunk-Orchesters. 18.25 (Don Mannheim): „Lustiges und vorteilhaftes Rechnen", Plauderei von Dr. Karl Menninger, Heppenheim a. d. B. 18.50: „Werkstudenten", Gespräch zwischen Fritz W. Schönfeld und Paul Laven. 19.30 bis 20 (Don Leipzig): Zur Feier des 150jährigen Geburtstages des Freischarsührers von Lühow, Hör- bericht aus der Lühow-Kirche in Rogau bei Zobten. 20 (München, Köln und auf den Deutschlandsender): La Gioconda, Oper in vier Akten von Amilcare Ponchielli. 22.45 bis 24. (Don Berlin): Rachtmusik. Donnerstag, 19. Mai. 7.05: Frühkonzert auf Schallplatten. 7.30 (Don Bad Homburg): Frühkonzert des Kurorchesters Bad Homburg. 12: Konzert auf Schallplatten. 13 (Don München): Mittagskonzert. 15.30 bis 16.30 (Don Freiburg): Stunde der Jugend. 17: Rach- mittagskonzert des Rundfunk-Orchesters. 18.25: „Don Bergen und Bergsteigern", Alpine Reuerscheinungen, besprochen von Dr. Walter Bing. 19 (Don der Deutschen Welle): „Deutschlands Stellung unter den Mächten". Dortrag von Graf Westarp. 19.30: Friedrich Kayhler liest aus „Ferne, Roman eines O-Zug-Wagens", von Hermann Roßmann. 20: Der Mensch Rr. 17 381, Hörspiel von Leo Lania. 21: Sinfonie-Konzert. 22.45 bis 23.30 (Don München): Rachtmusik. Kunst und Wissenschaft. Das neue Frankfurter Goethe-Museum. Nun hat Frankfurt sein Goethe-Museum. Zwar stellte auch das alte Goethchaus ein Museum dar, das aber nur in sehr bescheidenem Rahmen diesen Ausdruck verdiente. Jetzt ist es dem Freien Deutschen Hochstift mit finanzieller Unterstützung deutsch- amerikanischer Verehrer Goethes gelungen, eine Ausstellung zeitgenössischer Kunst zusammenzustellen, die ein getreues Bild der künstlerischen Atmosphäre darstellt, in der Goethe groß geworden und gelebt hat. Die Grundlage für die Schaffung des Museums schuf die Stadt Frankfurt selbst durch die Hergabe der Häuser Großer Hirschgraben 25 und Am Salzhaus 1. Diese sind jetzt in meisterlicher Form mit dem eigentlichen Goethchaus zu einem einheitlichen Ganzen verschmolzen, in dem die mit vieler Liebe und Sorgfalt zusammengestellte Ausstellung untergebrocht ist. Besonders reich ist das Museum an Gemälden. Ueberhaupt sind aus allen Weltgegenden Stiftungen zur Bereicherung dieses Museums gemacht worden. Im Erdgeschoß ist die weltberühmte Goethebibliothek untergebracht, die nahezu 50 001) Bände umfaßt und die' umfangreichste Gacthebiblia- thck der Welt dorstellt. Die großen Reichsgedenk- feiern zu Ehren Goethes im August dieses Jahres haben mit der Gründung des Frankfurter Goethe- Museums einen würdigen Auftakt gefunden. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. rJOk ßo^a^pi^ießen S ch anzenstr. 3 Tel. 2534 ruhli ^fet z-e.fi. chrekg-j. V/ vJit bieten ' „ ,ae«^olich <£*’***** pteisve y pachten S* $ v, Preise \ bilden? toUnsetenS=h Z a.M,VilbeleTStr' Südd. Möbel-Industrie Gebr.Trefzger G.m.b. H. Rastatt in Baden. / 8 eigene Verkaufsstellen in Rastatt, Karlsruhe, Mannheim, Pforzheim, Freiburg, Konstanz, Frankfurt a. 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