Nr. 11 Erstes Matt 182. Jahrgang Donnerstag, 14. Januar 1952 GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dnid vnt> Verlag: vrühl'sche Univerfitälr-Vuch- und Steinörudcrei R. Lange in Siehe',. Zchriftlettnng und Geschäftsstelle: Zchnlftraste 7. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig, für Ne- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Piotzvorfchrist 20v, mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Derantworilich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton l)r H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, fümtlich in Bietzen. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat im Bild ■ Die Scholle Monatr-Vezvgrpreir: Mit 4 Beilagen RM.1.S5 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. ' Aernsprechanschlüste unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger riesten. Postscheckkonto: fironffurl am Blain 11686. Die Vorbereitungen der Präsidentenwahl. Ein überparieilicher Ausschuß soll Hindenburgs Vottskandidaiur aufstellen. Berlin, 13. Ian. (VDZ.) 3m Reichstag fand am Mittwochabend die bereits angekündigte Besprechung von Mitgliedern der Mittel- Parteien über die Volkswahl des Reichspräsidenten o. Hindenburg statt. Ls handelte sich, ebenso wie am Dienstag, um rein private Besprechungen interessierter Politiker, also nicht etwa um Verhandlungen der Parteien. Dabei ergab sich, wie bereits bei den Besprechungen am Dienstag, Einigkeit darüber, dah die A u s st e l l u n g u n d Mahl Hindenburgs als gemeinsamer Kandidat de» ganzen Volke» ein erstrebenswertes Ziel auch im Hinblick auf die Außenpolitik fei. Gleichzeitig kam jedoch zum Ausdruck, daß die Parteien keinen Schritt in dieser Richtung unternehmen könnten. weil dadurch der Erfolg nur gefährdet werden könnte. Man würde es natürlich begrüßen, wenn andere streife, die parteimäßig nicht gebunnbe find, die Aufstellung der gemeinsamen Kandidatur Hindenburgs übernehmen. Der Gedanke eines überparteilichen Gremiums stehe durchaus im Vordergrund. Man könne sich dabei den Verlauf so denken, daß etwa 5000 bedeutende Persönlichkeiten des deutschen öffentlichen Lebens aus Verwaltung, Misfenfcl)aft, Kunst, Wirtschaft ufro. ersucht würden, die volkskandidalur Hindenburgs von sich aus zu beantragen. Der Termin für die Reich-Präsidentenwahl ist vorn Reichstag festzusehen, der zu diesem Zweck unter Umständen noch vor dem 2 3. Februar zusammentreten müßte. Die Reichsregierung wird dem Reichstag einen Termin für die Präsidentenwahl in Vorschlag bringen. 3m Reichsinnenmini- flerium wartet man mit dem Vorschlag des Termins jedoch noch, bis die Frage der Kandidatur einigermaßen geklärt erscheint. E» scheint, daß man es zunächst für das richtigste hält, die Dinge nicht zu überstürzen, sondern vor- t r ft eine Beruhigungspaufe einzulegen. Dabei ist cs selbstverständlich, daß die wiederaus- ffeUung de» Reichspräsidenten von Hindenburg unter ollen Umständen kommen wird, nur dürfte nach der Auffassung der beteiligten Kreife die ganze Frage in einer viel ruhigeren und würdigeren Form gelöst werden, wenn man einige Zeit in« Land gehen läßt. Der Termin, bis zu dem die Neuwahl des Reichspräsidenten vollzogen werden muß, steht fest. Er läßt für die Vorbereitungen genügend Zeit, so daß man inzwischen «judj überseh n kann, ob die Nominierung aus dem Parlament oder auch in anderer Form durch einen mehr unpolitischen Volksausschuß der beste weg zur Erreichung des Ziels ist. Die N6DAP. zum Scheitern -er parlamentarischen Aktion. Hitlers ‘-Berliner ‘Besprechungen. München, 13. Ian. (TU.) Die Pressestelle der Reichsleitung der NSDAP. veröffentlicht eine eingehende Schilderung der Berliner Dcsprechun- iflcn. Aus dieser geht hervor, daß Hitler schon in der Aussprache mit General Groener am Mittwoch, dem 6. Januar abends, bemerkt hat, Laß nach seiner Auffassung gegen den Plan einer charlamentarischenBerlängcrung der Amtszeit des Reichspräsidenten schwere verfassungsrechtliche undpolitischc Bedenken bestünden. Sofort nach dieser ersten Untcr- -rcdung hatte Hitler eine Besprechung mit den Herren seines engeren Stabes und teilte ihnen leine Auffassung mit, daß aus verfassungsrechtlichen und politischen Gründen der Vorschlag des Reichskanzlers a b g e l e h n t werden müsse, daß ft-^ur Stelle und leitete die militärischen Maßnahmen. Im Elefanten st all bemühten sich Sarrasani und sein Sohn um die Tiere. Mehrere Wagen mit Raubtieren waren in großer Gefahr, doch konnten die Dompteure die Tiere beruhigen. Zum Glück gelang es, das Zirkusgebäude, das etwa 50 Meter von der Brandstätte entfernt war, vor dem Ueber- greifen des Feuers zu bewahren. Wenn Sarrasani auch versichert ist, ist das Unglück dennoch besonders für das Personal von weittragender Bedeutung, da die Vorstellungen unmöglich fortgesetzt werden tönneiu Der Schaden. Welches Schicksal hauen die Elefanten? Tausende von Kostümen, darunter sehr wertvolle, zahlreiche Sättel und anderes Material sind verbrannt. Der Zirkus besitzt kaum noch ein einziges Zaumzeug für die Pferde. Personen sind glücklicherweise nicht zu Schaden gekommen. Heber die Zahl der in den Flammen umgekommenen Elefanten besteht noch immer keine Klarheit. So heißt es jetzt, daß von den 22 Elefanten nur zwölf mehr oder weniger schwereBrand- Wunden oder andere Verletzungen erlitten haben, und daß man vermutlich nur einen Elefanten töten müsse, der aus dem brennenden Stall geflüchtet war und mit furchtbaren Brandwunden innerhalb der Festungswälle aufgesunden wurde. Die in einem angrenzenden Zelt untergebrachten Löwen konnten zum Glück gleichfalls rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Der Schaden, der allein durch die Vernichtung der Kostüme entstanden ist, wird auf über 400 000 Mark geschäht. Oie polizeiliche Untersuchung. Die Polizei prüft zurzeit die Frage, ob daS Feuer im Zirkus Sarrasani angelegt worden ist- Man neigt zu dieser Annahme, da die Mrek- tion des Zirkus am Dienstagabend eine Postkarte erhielt, auf der ein Unbekannter ankündigte, daß das „B o ch e" - U n t e r n e h m e re vernichtet werden solle. Das lange Ausbleiben der Feuerwehr wird damit erklärt, daß nach belgischem Recht zuerst immer die Feuerwehr eingesetzt werden muß, die s ü r den Drandort zuständig ist. Der Zirkus steht aber auf VerchemerGebiet. Die Antwerpener Feuerwehr konnte also erst nach Zustimmung des Antwerpener Oberbürgermeisters eingesetzt werden. Die Zustimmung des Stadtoberhauptes von Antwerpen ist ohne weiteres erteilt worden. Venesch will Deutschland isolieren Auch ein Paneuropa-Plan. Paris, 13. Ian. (CRV.) Der tschechoslowakische Außenminister hat einem Vertreter des „Oeuvre" den Plan entwickelt, wie man Europa wirtschaftlich einteilen könne. Die politische Tendenz des Vorschlages geht ohne weiteres daraus hervor, daß Dr. Benesch Deutschland in dieser Gruppierung eine isolierte Stellung gibt. Er hält fünf Wirtschaftsblocks für möglich: 1. Dalkan-Donaueuropa, 2. Ostseeeuropa, 3. Deutschland, 4. lateinische Mächte (Frankreich, Italien, Spanien), 5. England. Dr. Benesch äußerte sich auch zur mitteleuropäischen Frage und bezeichnete die Behauptung, daß die Tschechoslowakei auf Anweisung von Paris und aus Furcht vor dem deutsch-österreichischen Zusammenschluß den Anschluß a n O e st e r r e i ch unb Ungarn suche, als lächerlich. Die Tschechoslowakei werde nach dieser Richtung nichts unternehmen, ohne sich mit allen interessierten Mächten ins Einvernehmen gesetzt zu haben. Der Mandschurei - Konflikt. Amerika^ Stützungsakiion für Ehina. Ranking, 13. Ian. (WTB.) In der Antwort der chinesischen Regierung auf die amerikanische Rote wird erklärt, China sei bereit, mit den Vereinigten Staaten zusammenzuwirken, um der Unantastbarkeit des Reunmächte- abkommens Geltung zu verschaffen, dessen Grundprinzip, die Aufrechterhaltung der Gebiets - undVerwalungshoheit Chinas, von den Teilnehmern geachtet werden müsse. China spricht die Hoffnung aus, daß die Vereinigten Staaten weitere Maßnahmen indiesem Sinne treffen werden, da ein Verstoß gegen die Unverletzlichkeit der internationalere Verträge die Fortsetzung der Kriegsgefahr bedeuten könne. In Tokio wird mitgeteilt, daß der chinesische Außenminister sich mit dem japanischen Generalkonsul in Schanghai in Verbindung gesetzt hatte, um die H a u p t b e d i n g u n g e n Japans für chinesisch-japanische Vorbesprechungen zu erfahren. Er habe sich aber sofort wieder zurückgezogen, als er die Rote der Vereinigten Staaten erhalten habe. In amtlichen Kreisen ist man der Meinung, daß die gegenwärtige Regierung von Ranking nicht stabil genug fei, um so wichtige Besprechungen ein- zuleiten. ■ydisfryg- TTöi Jö Tour; b 9 •' Citri graute», 31* der Reichsbezugsscheine bis spätestens 15. Januar mit Rechnung cinzureichen, da bei späterer Vorlage eine Vergütung nicht mehr erfolgen kann. ** Herabs ehung Der Gebühren f ü r Kraftfahrsachverständige. 3m Rahmen der allgemeinen Preissenkungsaktion hat der •• Fleischverbilligungs-Abschnitte 3 und 4 sofort abliefernl Das Wohlfahrtsamt fordert durch Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil sämtliche F'eischverkäufer in Giehen auf. die von ihnen für abgegebenes Frischfleisch in Zahlung genommenen Abschnitte 3 und 4 . gell p h i e von Preußen, die Wand isolieren europa-Plan. i) Derts^echoslovakilche Vertreter des.Oeuvre man Europa wirt« n könne. Die peW ALS "„f Strafkammer Gießen. • Gießen, 8. 3an. Am 19. September 1930 Myr ein Kraftfahrer von Friedberg nach Homburg. 3n der Rahe der Ackerbauschule in Friedberg sah er vor sich einen Bulldogg mit einem Wohn- und einem Gerätewagen eines Karussells in derselben Richtung fahren. Um die Wagen liefen einige Kinder, teils auf der Fahrbahn, teils auf dem Bankett. Gr bremste das Auto etwas ab, gab öfters Signal und fuhr dann wieder an, als er sah, daß alle Kinder auf dem Bankett waren und nur ein Junge auf der Fahrbahn neben den Wagest herging. Als er dann 2—3 Meter von dem Buben entfernt war, machte dieser plötzlich eine Drehung und einen Schritt nad) links, und schon hatte ihn das Auto erfaßt. DaS Kind wurde über 3 Meter weit mitgeschleift und nicht unerheblich verletzt. Das Amtsgericht Friedberg hatte den Autofahrer freigesprochen. Es war der Auffassung, daß ter Junge dem Fahrer so plötzlich in den Wagen gelaufen sei, daß dieser ohne Verschulden nicht habe so- fort halten können. Auf die Berufung der Staatsanwaltschaft hob die Strafkammer diese Entscheidung auf und verurteilte den Autofahrer wegen fahrlässiger Körperverletzung und ikbertretung kraftfahrpolizeilicher Vorschriften zu der beantragten Geldstrafe von 7 0 Mark. Der Fahrer hätte sich zunächst davon überzeugen müssen, daß die Kinder, insbesondere der auf der Fahrbahn befindliche Junge, bei dem großen durch den Motor des Bulldoqgs und das Ras« sein der Wagen verursachten Lärm seine Signale auch wirklich gehört hätten. Dann hätte er mit Rücksicht auf die geringe Breite der für ihn zum Vorbeifahren an dem Jungen und den Karussellwagen zur Verfügung st^enten Fahrbahn und in Erwartung unbesonnenen Verhaltens der Kinder so langsam fahren müssen, daß er seinen Kraftwagen nötigenfalls auf der Stelle hätte zum Stehen bringen können. Das habe Wenn dann die Mitte des 3anuars herankommt und wenn uns ein paar klare Tage beschert werken, dann erst werden wir gewahr, daß die Sonne doch schon früher aus ihrem Wolkenbett herauskommt. daß sie mittag- ein wenig höher als gewöhnlich steht und daß sie sogar am Rach- niittag etwas zögert, ehe sie uns wieder im Dunkel der Rächt läßt. 3eden Tag ein bißchen länger nur, aber schon nach einer Woche macht das etwas aus, und nach einem Monat gar erscheint es uns beinahe unwirklich, daß wir noch vor kurzem den Mangel an natürlichem Licht beklagt haben. Wunder des Lichts! 3n wie hohem Maste der Mensch vom Sonnen- oder Tageslicht abhängig it. das spürt er erst richtig, wenn es ihm eine 3cit fang gefehlt hat. Wie düster, unfreundlich und gereizt konnte die Stimmung des sensiblen, emp- s ndlichen Menschen werden, wenn immer nur I Hweres Wolkengrau den Himmel verhängte, wenn in das an sich schon dunkle Zimmer kein Sonnenstrahl mehr hineinkam. Run, da die Sonne sich wieder in unsere Zimmer wagt, ist uns doch , _ yut tro&Ier zumute. Sonne, belebende Sonne, soviel Reichsverkehrsminister die den amtlich anerkann- kennen wir davon gebrauchen — für unsere Seele. \ ten Sachverständigen Anstehenden Gebühren für Aeue Kämpfe mit Banditen. London, 13. 3an. (TU.) Die chinesischen Banditen entwickeln, wie japanische Berichte besagen, überall eine fieberhafte Tätigkeit und brachten den japanischen Truppen große Verluste bei. Bei Hsinlintun kam es zu einem neuen Gefecht, bei dem eine halbe Kavallerie- schwadrvn von den Banditen vernichtet wurde. Zwei japanische Offiziere und 30 Mann wurden getötet. Entlang der Tahuschan- und der Tungliao-Eisenbahnlinie griffen die Banditen die japanischen Besatzungen mit großer Uetermacht an und konnten d i e meisten Eisenbahnstationen erobern. Zu einem heftigen Kampf kam eS westlich deS Liao-Flusses, wo mehrere japanische Truppen- dbteilungen ganz oder teilweise durch chinesische Banditen vernichtet wurden. Die Banditen sollen sehrgutauSgerüstet sein. Sie haben die Eisenbahnlinien an verschiedenen Stellen zerstört, um die Zufuhr von Verstärkungen au unterbinden. Auch bei Mukden, Tsitsikar und Kint- schau sanden Gefechte statt. Aus oder Welt. Königin Sophie von Griechenland f. en. v^lani el E 1ÄJ?1 A ?i b6|,etuS ’9tn Allere Mj K-ZL Litzr erhielt"^Se i 9heMt tDutb?'ne h £r‘ ien ttot r-r le” Ä* ren baten in „ “ etwa 50 i h ‘ ir 'das mtn* toetben können. Haven. 1,eri öie ßlefanttn? ^tuntet sehr n-est. S Oberes Material Ä behht !aum nsch iu Schaden gekommen. *nölammen umgelvm« M immer keine Klar. D von den 22 Slesanlen gerlchteereiSrand- Ziehungen erlitten hauch nur einen Eie. >et NUS dem brennenden mit furchtbaren Drand- )estungsteälle aufgefun- lem angrenzenden Zelt n konnten zum ®lüd n Sicherheit ge- chaden, der allein durch üme entstanden ist. bild rschäht. llntersuchung. seit die Frage, ob M ani angelegt borden Annahme, da die Dirc!« enstagabend eine Post« 'in Unbekannter ankün« he“ »Unternehmen solle. Das lange uerwehr wird damit em Recht zuerst immer werden muh, die für tändig ist. Der 3it« cchemerGebiet. Die konnte also erst nach Zu« >ener Oberbürgemeister- Zustimmung des Stadl« 'pen ist ohne weitere- er« ich und uTf ® s. nach Aoslowakei werde " mrei-Konfl>ch ö^ '^binöung 6gfl, SBS SS-ZS ge9en nicht । ,flj# cht'ge w Die ehemalige Königin von Griechenland, boreye Prinzessin So. ' ' , * Schwester deS ehemaligen deutschen Kaiser-, ist am Mittwoch um 23 Uhr in der von Roordenschen Klinik zu Frankfurt a. M., wo sie sich einer Operation unterzogen hatte, geworben. Königin Sophie war am 14. 3uni 1870 in Potsdam geboren. 3m Oktober 1839 heiratete sie Den König Konstantin von Griechenland und trat im 3ahre 1891 zum orthodoxen Glauben über. Rach der Abdankung tm Fahre 1922 nahm das Königs paar seineniWr>hnsih in Florenz, wo König Konstantin bereits im 3anuar 1923 starb. Aus der Ehe sind sechs Kinder, drei Söhne und drei Töchter, hervorgegangen. Die Sprengkapsel In Kinderhänden. In Mastershausen (Hunsrück) spielte der 13jährige Sohn eines Landwirts mit einer Sprengkapsel, die plötzlich zur Explosion tarn und Dem Jungen sämtliche Finger an beiden Händen a b r i ß. Durch Splitter trug der Junge Verletzungen am Kinn und am Becken davon. Ein weiterer Splitter drang in ein Auge, das sofort auslief. In bedenklichem Zustand wurde der Knabe dem Krankenhaus zugeführt. Bisher konnte noch nicht ermittelt werden, wie er in den Besitz der Sprengkapsel kam. Zuchthaus für Berliner Juwelenräuber. 3n Der BerufungsverhanDlung tourDen der Kaufmann Rönner und der Tischler B e h - renS zu je sechs Jahren Zuchthaus und Stellung unter Polizeiaufsicht verurteilt. ES handelt sich um die Sühne für den Einbruch in die Wohnung des Kaufmann- Reinermann in der Fasanenstraße, bei welcher Gelegenheit den Verbrechern eine große Beute an 3u- welen in die Hände fiel. 3m Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen. 3m Wiederaufnahmeverfahren gegen d n Bäcker Hermann Pohl, Der am 4. Oktober 1929 auf Grund von 3nDizlenbeweisen wegen Totschlags an dem Straßenmädchen Luise Schulz aus Breslau zu zehn 3ahren Zuchthaus und zehn 3ahren Ehrverlust verurteilt worden war, wurde der Angeklagte als unschuldig auf Kosten Der Staatskasse freigesprochen. Der Staatsanwalt hatte Freisprechung wegen Mangels an Beweisen beantragt. — Warnung vor „Geldvermittlern". Da- Kreisamt Schotten veröffentlicht eine beachtenswerte Bekanntmachung, in Der folgendes mitgeteilt wird: Gegenwärtig bieten in aufdringlicher Weise auf dem Lande sogenannte „Geldvermittler" schriftlich und mündlich ihre Dienste an. Vor Dem Treiben dieser Leute kann nicht eindringlich genug gewarnt werden. Regelmäßig stellt sich am Ende heraus, daß Geld nicht herbeigeschafft werden tarnt, oder doch nur unter solchen Bedingungen, die zweifellos alsbald zum vollständigen wirtschaftlichen Untergang des Darlehensnehmers führen müssen. Es gibt augenblicklich keine Möglichkeit, billiges Geld zu beschafsenk Wir möchten deshalb nicht versäumen, die Bevölkerung auf dieses Treiben aufmerksam zu machen und sie zu warnen. ** Städtische Brennholzversteige- r u n g. Bei der gestrigen Drennholzversteigerung aus Den WalDungen Der Stadt Gießen (Försterei Rödgen) wurden im Durchschnitt folgende Preise erzielt: Eichenscheiter per Raummeter 8,60 Mk, Duchenknüppel 9,20 Mk., Eichenknüppel 6 Mk., Kiefernknüppel 6,60 Mk., Fichtenknüppel 5 Mk., Eichenreisig 1. Kl. 2 Mk., Eichenreisig 2. Kl. per 100 Wellen 17 Mk., Kiesernreisig 2. Kl. 12 Mk., Fichtenderbstangen 1. Kl. per Stück 1,20 Mk 2. Kl. 0,95 Mk., 3. Kl. 0.63 Mk., Fichtenreis- ft an gen 4. Kl. 0,25 Mk., Eichenderbstangen 3. Kl. (Deichseln) 1,60 Mk., Eichengartenpfosten, 2,20 Meter lang, per Raummeter 10 Mk. auf daß ste wieder fröhlicher gestimmt fei, und auch für unseren Geldbeutel, auf daß er ein wenig Entlastung von den Lichtrechnungen spüre. Ml. Abrüstungs-Werbewoche des Gtaatsbürgerinneri-Derbandes. Der StaatSbürgerinnenverband beabsichtigt — wie unS von der hiesigen Ortsgruppe mügcteill totrö — eine Werbewoche für den Ge- D onten Der Abrüstung zu veranstalten. Da Die Veranstaltung über Den KreiS deS Staatsbürgerinnenverbandes hinouSgreisen soll, wurde ein Ausschuß gebildet, der die Werbeaktion in großem Stil unter dem Ramen „Deutsche Kundgebung zur Abrüstungskonferenz" vorbereiten und durchführen soll. Dem engeren Arbeitsausschuß gehören bisher an: Dr. Gertrud Bäumer, Or. h.c. Helene Weber. Frau Elli Heust- Knapp. Frau Clara Mende und Dr. Else W e x. Der Arbeitsausschuß wird noch erweitert durch die Hinzuziehung von Männern, Die Den verschiedensten Richtungen angehören. so Daß also schon in Dieser Zusammensetzung eine Gewähr für Die Erfassung weiter.BolkSkreise zu erblicken sein dürfte. Gicßcner TSochenmarktpreise. • Gießen, 14. Jan. Cs kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Kochbutter das Pfund von 80 Pf. an. Butter 100-110, Matte 25-30 Pfennig das Pfund, Eier 11—12 Pf. Da« Stück, Käse 10 Stück 50-120 Pf., Wirsing 8—12, Weißkraut 7-8, Rotkraut 8-12, Gelbe Rüben 8—10, Rote Rüben 8-10, Spinat 20-25. Unter-Kohlrabi 5-6, Grünkohl 8—10, Rosenkohl 20 bi- 25. Feldsalat 80-100, Tomaten 50- 60, Zwiebeln 10—12, Meerrettich 30—60, Schwarzwurzeln 25—35, Kartoffeln 4. Aepsel 8—10, Birnen 8—10. Dörrobst 30—35, Honig 40-50, Rüsse 35 bis 40, Enten 90—100, 3unge Hähne 80—90, Suppenhühner 80—90. Gänse 90—100 Pf. Da8 Pfund, Tauben 50—60, Blumenkohl 20—60. Endivien 8—10, Ober-Kohlrabi 8—10, Lauch 5—10, Rettich 10-15, Sellerie 10—40 Pf. Das Stück, Kartoffeln 3—3,50, Weißkraut 4—5, Wirsing 7 bi- 8, Rotkraut 7—8 Mk. per Zentner. Vornotizen. — Tage-kalender für Donnerstag. Oberhessischer Geschichtsverein: 20.15 Uhr, Kunst» wissenschaftliches 3nstitut, Ludwigstrahe 34. Vortrag von Stadtbaurat Gravert über „Reue Forschungen über Die älteste StaDtanlage Gie- henS". — Universität, Hörsaal 40 : 20.15 Uhr, öffentlicher Vortrag „Soziale unD antisoziale Triebkräfte im modernen Menschen". — Spielvereinigung 1900 : 20.30 Uhr, „Postkeller". Ordentliche Generalversammlung. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Douaumont". — Astoria-Licht- fpiele: „Der Schrei aus dem Tunnel" und „Der neue Weltmeister". — Aus Dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen, Freitag, 15. 3a- nuar, _ 20 Uhr, Wiederholung der erfolgreichen Zeitstückes von Peter von Preradovic: „Verstehen wir uns?" unter Der Spielleitung von Peter F a s s o t t. Die Rolle Der Großmutter spielt als Gast Frau Auguste Prasch-Greven- berg. Ende 22 Uhr. — Am Sonntag, 17. 3a- nuar, 15.45 Uhr, als Fremdenvorstellung zu ermäßigten Preisen WieDerholung Der allseitig mit größtem Beifall aufgenommenen Märchenaufführungen „Die Wunterlarnpe", Weihnachtsmärchen von Werner SchmiDt unter der Spielleitung von Karl Dolck, unD „Die Puppenfee", Ballett von Gaul und Hahreiter, Musik von Daher. Spielleitung Karl Heyser, tänzerische Leitung: Ewald Däulke. musikalische Leitung: Fritz Cuje. Ende: 18.15 Uhr. Ne Prüfung von Kraftfahrzeugen, Kraftsahrzeug- führern, Fahrlehrern, Lehrwagen und Lehrmittel herabgesetzt. Die Gebühren sind im allgemeinen um 10 v. H., die Gebühren für die Prüfung von Kleinkrafträdern unD für gewisse Führerprüfungen um 20 v. H gesenkt worden. Der bisherige Zuschlag bei Prüfungen außerhalb Des Wohnsitzes der Sachverständigen ist unverändert geblieben, da bei den Reisekosten der Sachverständigen eine Aenderung nicht eingetreten ist. •• Die Bruderschaft Dießen des I u ngdeutschen Ordens hielt dieser Tage einen Konvent für Schwestern und Brüder ab. Rach ber Behandlung von Organisationsfragen gab Dr. Seipp einen Ueberblid über die politische Lage. Rach ihm hielt Dr. Weiß einen Dortrag über „Möglichkeiten der deutschen Außenpolitik im Westen des Reiches". Er erklärte u. a.: Die Erörterung eine« deutsch-französischen Bündnisses auf nationaler Grundlage kommt angesichts der vernichtenden Goldpolitik Frankreichs nicht in Frage und ist durch dessen unnachgiebige Haltung einfach unmöglich. Trotzdem sind Die Möglichkeiten der deutschen Außenpolitik im Westen nicht erschöpft. Große Bedeutung kommt der bevölkerungspolitischen Lage 'Frankreichs zu. Die französische Landbevölkerung zieht in zunehmendem Maße in Die Städte. Weite Strecken Lan- de- liegen brach. Die Geburtenquote des Fran- zosentumS hat die zur volklichen Erhaltung notwendige Höhe nicht. Ausländer, besonDers Polen und Tschechen, bilden zu einem großen Teil die 3nDustriearbeiterschaft I So ist Lille schon heute die „polnische Stadt" Frankreichs. 3m Rhonetal und in anderen landwirtschaftlichen Gebieten, besonders im Süden des Landes, siedeln starke italienische Dolksteile. Die Versuche der sran- zösischen Regierung, sie zu französieren, sind trotz großen Aufwandes erfolglos. Eine ebenso große Gefahr bilden Die nationalen Minderheiten Srrant- reichs, die sich in einem Zentralausschuß zusammengefunden haben. 3eDer 8. französische Staatsbürger gehört einer nationalen Minderheit an. Die elsaß-lothringische Heimatbewegung ist ein weit über Frankreichs Grenzen bekannter Brennpunkt. Von teils direkter, größtenteils aber indirekter Bedeutung für Frankreich ist Die flämische Rationalbewegung in ihrem Kamps gegen Französierung und Die Oberherrschaft DeS belgischen Staate« unD Der Wallonen, Des anDeren belgischen Volk-teils. Die Tendenz dieser Bewegung ist staatssprengend, eine Zerreißung Belgiens bedeutet aber eine Verdrängung und Verminderung der Einflußsphäre Frankreichs. 3n dieser Hinsicht bildet das reine, germanische Dolksbewußtsein der Flamen, ihre Sympathie für Deutschland einen nicht zu unterschätzenden Faktor. Letzten Endes brauche aber Deutschland eine Rückendeckung im Westen, „einen nationalen Frieden am Rhein", um Den Blick frei zu haben gegen Osten zur Abwehr der heranbrausenDen Welle Des Bolschewismus In einheitlicher Volksfront, bereit vorzustoßen, wenn Diese Welle zu- rückflutt. " Bund der Lahnfreunde. Man berichtet unS: Eine stattliche Anzahl Mitglieder deS Wantervereins „Bund der Lahnfreunde" traf sich am Sonntag am Oswaldsgarten zur ersten Wanderung im 3ahre 1932. Bei lachendem Sonnenschein ging es Der Lahn entlang über Die Wißmarer Brücke nach Wißmar, wo kurze Einkehr gehalten tourte. Von Wißmar führte Der Weg über Die Höhe Durch KrofDorf nach dem Endziel Gleiberg. Prächtige Aus- und Rückblicke erfreuten unterwegs Das Auge und gaben erneut Kunde von Der Schönheit unserer engeren Heimat. Bei Gesang und Vorträgen ernsten und heiteren 3nhaltS vergingen allzu rasch die fröhlichen StunDen, bis die eintretenDe Dunkelheit zum Aufbruch mahnte. Don der Höhe des Hardthofs grüßte im Lichterglanz Gießen, da« man nach Der erfrischenden WanDerung gegen 18 Uhr erreichte. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, Den 14. Januar 1932. Das Wunder des Lichts. Die Wintersonnenwende im letzten Drittel des Dezember soll eigentlich schon die Wiederkehr des Lichtes in unsere nordeuropäische Heimat bringen. Theoretisch ist das auch richtig, und wer in der Lage wäre, auf die Minute genau den Sonnenaufgang und Untergang zu überwachen, würde sogar seinen Glauben an das zunehmende Licht bestätigt finden. Aber wir anderen Menschen spüren von der Lichtzunahme zunächst noch nichts. UnS erscheinen die Sage um die Weihnachtszeit r:nd bis m Den 3anuar hinein noch immer als besonders dunkel und unfreundlich: morgens ver- vnissen wir das Tageslicht sehr schmerzlich: für Den Rachmittag haben wir uns aber schon eher Daran gewöhnt, Daß zu sehr srüher StunDe Die künstliche Beleuchtung gutmachen muh, was Die Sonne uns noch verweigert. W KAixnve 1 oz Preisermäßigung qPi3 661 er aber nicht getan und sich deshalb strafbar gemacht. Ein auswärtiger Reisender hatte Ende 1929 einem hiesigen Ehepaar für etwa 400 Mk. Wäsche und andere Sachen verkauft unD zum Ausgleich für Die al« teuer bezeichneten Preise zwei Matratzen als GratiSzugabe versprechen. Seme Firma lieferte jedoch die Matratzen, die auch nur auf Der Dem Käufer ausgehändigten Durchschrift des Bestellschein« standen, nicht, und Der Reifende tourDe schließlich wegen Betrugs angeklagt. Da« Amrsger.cht Gießen verurteilte ihn zu 1 5 0 M k. Geldstrafe. Es hielt seine Angabe, er habe Die Matratzen nicht al« GratiSzugabe versprochen. durch die glaubwürdigen Angaben der Eheleute für widerlegt. Die Strafkammer bestätigte das Urteil. Ein Metzger auS dem Vogelsberg batte Fett fetlgebalten und verkauft, dessen Herstellung allen Forderungen Der Hvgiene geradezu Hohn sprach. Das Amtsgericht Schlitz hatte deshalb auf 200 Work G e l d st r a s e und Publikation Des Urteils erkannt. Die Strafarhöhung bezweckende Berufung der Staatsanwaltschaft war insoweit von Erfolg, als auch auf Einziehung des Herstellungsgeräts des Fettes erkannt wurde: im übrigen wurde die Strafe als ausreichend erachtet. Die Wetterlage. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Itqr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Gutschein Nur bei Miteintendung dieses Gutscheines erhalten Sie bis zum 3i.M»rz 1082 fOr Ihre lee- ren Umhüllungen vonTee Marke „Teekanne" ..Komplette"- Porzellan im doppelten Gul- schelnwerte nach freier Wahr— ------- Abbildungen und Prospekte Ober ..Kewpletta". ^e.7fTle"?üeJ?.e210e*e:Kuch,nple,,e-Aufeche,M- pUtte und Butterdose kernen hinzu) erhalten Sie bei Ihrem Kaufmann oder direkt. Anfragen und Einsendungen an: ..Teekanne" e.m.a. st Abt. Wertreklame Dreeden-A.S4 / aehneBfeeh te / — — Qwolkenlos. ® neuer. ® naib bedeckt ® woixig. G bedeckt e ftegt^ • Schnee a Graupeln. a hebet KGcwiiter.(§)windsblie.«O» «V «ifhter O$t y «lässiger Südsüdwest q Stürmischer «tordwejk Oie Heue fliegen mn dem Winde Die beiden Stationen stehenden zo ten geben die Temperatur an. Die Linien Verbinden Orte mit gleichen» auf neeresmveau umgeree: A? 347 Dl Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unseren lieben Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater Herrn Johannes Luh VII Schuhmachermeister Altveteran von 1866, 70/71 heute morgen 3% Uhr nach kurzem schweren, mit Geduld ertragenem Leiden, im 89. Lebensjahr in die Ewigkeit abzurufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Konrad Müller nebst allen Angehörigen. Großen-Linden, Hörnsheim, Heuchelheim, den 13. Januar 1932, Die Beerdigung findet Freitag, den 15. Januar, nachm. 3 Uhr. statt. Bekanntmachung. Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung A, wurde eingetragen: 318D Am 2. Dezember 1931 bei der Firma Artz L Schneider in Gießen: Die offene Handelsgesellschaft ist aufgelöst. Die Firma ist erloschen. Am 11. Dezember 1931 bei der Firma Hildebrandt & Cie. in Gießen: Die offene Handelsgesellschaft ist erloschen. Die Firma ist auf Kaufmann Hermann Hildebrandt in Gießen als Alleininhaber überaegangen. Dem Kaufmann Wilhelm Hildebrandt in Gießen ist Prokura erteilt. Am 17. Dezember 1931 bei der Firma Heinrich Abel in Gießen: Die Firma ist geändert in: Heinrich Abel, Inh. Karl Abel. Das Geschäft nebst Firma ist auf den Kaufmann Karl Abel in Gießen übergegangen unter Ausschluß der Uebernahme der im Betriebe des Geschäfts seither begründeten Forderungen und Verbindlichkeiten. Am 29. Dezember 1931 bei der Firma Jng. Heinrich Brinkmann, Jngenieur- bureau in Gießen: Die Prokura des Julius Weniger in Gießen, Willi Paetfch in Wetzlar, Otto Aßmann und Otto Stolberg, beide in Gießen, sind erloschen. Am 5. Januar 1932 a) bei der Firma Kaufhaus Hansa — Inh. Leo Abramowitz — in Gießen: Die Firma ist erloschen: b) bei der Firma Wilhelm Meyer in Wieseck: Die Firma ist erloschen. Gießen, den 11. Januar 1932. ___________Hessisches Amtsgericht.__________ Lagd-Berpachlung. Samstag, den 23. Januar 1932, mittags 1 Uhr, soll in der Wirtschaft der Heinrich Herrmann III. Wwe. dahier, die der Gemeinde Eschenrod zustehende 345D Feld- und Waldjagd unter den bei der Verpachtung bekannt- B werdenden Bedingungen in drei ngen auf weitere sechs Jahre verpachtet werden. Eschenrod, den 13. Januar 1932. Bürgermeisterei Eschenrod. Weber. SiMl.MerelmMkmW Donnerstag, den 21. L 2N., werden um 14 Uhr im Gasthof ,Lum Hirsch", Grünberg, nachstehende Wasserläufe auf 12 Jahre öffentlich verpachtet. 333D 1. Der Linsenbach (Aeschersbach) in den Gemarkungen Grünberg, Queckborn und Harbach. 2. Die Lumda in der Gemarkung Lumda. Grünberg, 14. Januar 1932. _______Hess. Forstamt Grünberg.________ Holzversteigerung. Die Fürst Solms-Lichsche Oberförsterei Hohensolms versteigert Dienstag, den 19. d. 2N. im Gerlachjchen Saale in Bieber aus Distrikt h'elsholz: Nutzholz: Eiche: Derbstangen 2. Kl. 25 St. (Wagendeichseln), Rollscheit (2 m lang) 3 mr, Nutzknüppel (2 m lang) 27 rm; Fichte: Stammholz 2b-Kl. 1 St. mit 0,92 fm. Brennholz: Buche: Scheit und Prügel 447 rm, Reisholz 7640 Wellen; Eiche: Scheit und Prü- ael 56 rm, Reisholz 2200 Wellen; Nadelholz: Prügel 14 rm. Anfang 9)4 Uhr mit Nutzholz.____________________________344D Holzversteigerung im Fürst zu Solms-Braunfelsschen Forst- Betr.: Fleischverbilligung für die hilfsbedürftige Bevölkerung. Alle Fleischverkäufer in Gießen werden hiermit aufgefordert, die von ihnen für abgegebenes Frischfleisch in Zahlung genommenen Abschnitte 3 und 4 der Reichsbezugsscheine bis spätestens 15. Januar 1932 dem Wohlfahrtsamt Gießen, Gartenstraße 2, mit zweifacher Rechnung einzureichen. Verspätet eingehende Rechnungen bzw. Bezugsschein-Abschnitte dürfen nicht mehr vergütet werden. 343D Gießen, den 13. Januar 1932. Bürgermeisterei Gießen (Wohlfahrtsamt). Holzversteigerungen des Graf zu Solms-Laubachfchen Forstamts. 1. Montag, den 18. Januar, 10K Uhr, im Saale des „Solmfer Hofes" zu Laubach aus den Distr. Thomasbiegel, Kirchberg, Schiffenberg, Seifenberg, Roth, Langhecke, Buchholz und Schmitthain des Reviers Jägerhaus, rm Scheiter: 550 Buche I und II; Knüppel: 120 I Buche, 280 II, größtenteils abständig, 5 Eiche; Stöcke: 17 Buche; Reiserknüppel: 85 Buche. Nutzrollen: 2,5 rm Eiche (1,25 und 2 m lang), für Wagner geeignet, 0,5 rm Lärchenpfosten (2 m lang). — Blau unterstrichene Nummern werden nicht ausgeboten. Auskunft erteilen Förster Melchior, Jägerhaus, Telephon: Laubach 104, und Wiesenw. Silß, Laubach. 3350 2. Dienstag, den 19. Januar, 10 K Uhr, im Gasthaus „Zur Traube" zu Laubach aus den Distr. Forstwiese, Eselskopf, Feld- chen. Wallenberg des Reviers Gonterskirchen. rm Scheiter: 500 Buche I und II, davon 63 rm 1,25 m lang und zu Werk- Holz geeignet; 7 Fichte (rund), etwas anbrüchig und teils zu Brettern geeignet; Knüppel: 300 Buche, teils Stammknüppel, 5 Eiche, Birke; Stöcke: 45 Buche; Reiserknüppel: 68 Buche; Astreiser: 108 Buche. — Blau unterstrichene Nummern werden nicht ausgeboten. Auskunft erteilt Förster Melchior, Gonterskirchen. Holzversteigerung im Graf zu Solms-Laubachfchen Revier Arnsburg Mittwoch, den 20. Januar, 10 Uhr, im Thörnerschen Saale zu Arnsburg aus den Distr. Kalkofen, Hain, Wetterberg und Kolnhäuserkopf, rm Scheiter: 300 Buche, 34 Eiche, darunter 5,5 rm 2,20 m lang, zu Pfosten geeignet; Knüppel: 200 Buche, 90 Eiche, 15 Nadel; Stöcke: 85 Buche, 3 Eiche; Stamrnreiser: 200 Buche, 100 Eiche, 10 Nadel; Astreiser: 470 Buche. Hainbua;en- stämrne: 10 Stck. mit 2,73 fm aus Wetterberg. Nutzscheiter: 5 rm Eiche, 8 Buche. — Blau unterstrichene Nummern werden nicht ausgeboten. Auskunft erteilt Förster Melchior zu Arnsburg. Derselbe nimmt auch Bestellungen auf Fichtenbauholz und Derbstangen entgegen. 3340 | Vermietungen | An Bodheim a.d.Bieb. nabe Kleinbahnhof, schöne geräumige, neuzeitliche 4-gimmer- Beschlagnahmefreie 3-Zimmer-Wohn. 58 Mark, mit Bad, Balkon und sonstig. Zubeh.sos. zu verm. Schriftl.Angeb.unt. 0231 an d. Gß. Anz. revier Hungen, Distrikt Dietrichsberg bei Villingen am Montag, dem 18. d. M., 10 Uhr vormittags, in der Gastwirtschaft Strack zu Villingen. Zum Verkauf kommen: 3360 Buche: 32 rm Nutzrollen, 376 rm Scheiter, 282 rm Knüpoel, 33 rm Reiserknüppel, 322 rm Astreiser und Schlagraum. Eiche: 118 rm Knüppel. 21 Stück Buchen- und Eichenstangen, für Deichseln und Langwiede geeignet. Das mit O bezeichnete Holz kommt nicht zum Verkauf. Ein Führer zur Besichtigung des Holzes steht am Verkaufstage von 7 Uhr morgens am Bahnhof Villingen. Wohnung (l.Stock) mit Küche, Bad, Garage und Garten beim Haus, sofort preiswert zu vermieten. Schriftl. 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Tafelschokolade von nur erst.Firm en Kakao, Tee Keks empfiehlt 82 Der französische Schriftsteller Andre Germain, der zur Zeit in Berlin weilt, äußert fich in bemerkenswerter Weife zu dem Ende der politischen Laufbahn Briands. ' Andre Germain steht der radikalsozialistischen Partei nahe. Bei den bevorstehenden Kammerwahlen erwartet man in Frankreich einen entscheidenden Sieg dieser Partei. Das Schicksal, daS im allgemeinen unsere Minister schont und sogar begünstigt, indem es ihnen eine glänzende Laufbahn bis zum 70., 75.. ja 80. Lebensjahre vergönnt (man denke nur an Freycinet, Ribot, Elsmenceau, Barthou), hat zwei Minister vor der Zeit ereilt. Dieselben Telegramme. die unS den Tod Maginots mitteilten, berichteten über eine Verschlimmerung des Zustandes von Briand. Inzwischen hat Brignd feinen Rücktritt eingereicht lieber daS Leben und den Tod Maginots läßt fich wenig sagen. Er war kein Mann erster Ordnung. Teilweise sehr tragische Umstände haben ihn vorwärts geschoben und ihn bisweilen zu sehr schwerwiegenden Maßnahmen gezwungen Trotz allem blieb er im Schatten seiner mächtigen Beschützer, zuerst Poincarss, dann Tardieus. Der Tod des nur 55jährigen berührt kein System, schließt keine Periode ab und ändert im Grunde nichts. Bieten wir ihm darum jene anonyme Achtung, die man allen Toten schuldet. Aber dem Ausscheiden Briands kommt hervorragende geschichtliche Bedeutung zu. ES schließt eine ganze Epoche ab, es schließt ein System in sich ein. Wir wollen uns nicht im einzelnen mit seiner zweifellos glänzenden und sehr intereffanten Dorkriegslaufbahn befassen. Von beinahe niedriger Herkunft (aber sein natürlicher Vater war ein Aristokrat), hat sich Briand allmählich emporgearbeitet, ganz allein, nur durch seine Intelligenz und durch sein Können. Mit 40 Jahren trat er ganz plötzlich hervor, und seit feinem 45. Lebensjahre ist er ununterbrochen Minister gewesen. ... Aber gleiten wir über die Jahre vor dem Kriege und die KriegSjahre selbst hinweg, in denen Briand siebenmal Ministerpräsident gewesen ist. In diesen Jahren hat er oft eine hoch- bedeutsame Rolle gespielt. Obwohl er nichts Besonderes und nichts Neues tat. Sein Name hastet lediglich an dem einzigen Ereignis der Trennung von Kirche und Staat, und es war eine besondere Ironie des Schicksals, daß der Mann, der am Ende seiner Laufbahn recht enge Beziehungen zwischen der Republik und der Kirche hcrstellte, damals ohne besonderes Verständnis für Recht und Rechtmäßigkeit diese Aufgabe durchzuführen hatte. Der Briand, der uns hervorragend interessiert und immer die Geschichte interessieren wird, ist der nach dem Jahre 1924, der Mann von Locarno und Thoiry, der Mann, von dem man glaubte, daß er eine neue Zeit heraufführen und ein System begründen würde, und der dem Geist der Verständigung und des Friedens die Pforten öffnen würde. Von diesem Briand sei hier die Rede, und zwar in einer Art, wie vielleicht nie über ihn gesprochen worden ist: ganz ohne Haß, aber auch ohne Bewunderung und ohne Vorurteile. Denn Briand hatte das Schicksal großer Gestalten, entweder leidenschaftlich geliebt oder leidenschaftlich gehaßt zu werden. In Frankreich und in Deutschland hat er aus den verschiedensten Gründen fanatische Kritiker gefunden. Die einen warfen ihm vor, er habe in feiner Deutfchfreundlichkeit Frankreich verraten: die anderen, er habe Deutschland ständig durch Versprechungen irre geführt, die nie gehalten wurden: durch honigsüße Worte, In der hohen, lichten Bismarck-Halle heben sich alte Bilder, schone Möbel, Holzfiguren von den weihen Wänden prachtvoll ab. Dreißig oder vierzig Menschen fino hier versammelt. Man lieht den feinen weißen Kopf des großen Chemikers Geheimrat Haber. Neben ihm wird das kluge, energische Gesicht des Großindustriellen Karl Friedrich v- S i e m e n s sichtbar. Andere Kopfe schließen den Kreis, berühmte National- olonomcn. Universitätsprofessoren, Männer der Wirtschaft und der Wissenschaft- Der Staatssekretär im Reichsfinanzministerium. Dr Hans öchäffer, führt die Diskussion: das ist der Mann, dem man nachsagt, daß er auf die Gestaltung der letzten Notverordnung außerordentlich großen Einfluß gehabt hat. Was haben diese Männer der Politik und der Wirtschaft an einem ganz gewöhnlichen, un- festlichen Wochentag in dem Haus der Gelehrten zu suchen? Das Erstaunen wächst noch, als sich das Portal zur Hatte wiederum öffnet und Mei Persönlichkeiten ein treten, die man hier gewiß nicht vermutet: Dr. Schreiber, der Bischof von Berlin, und der Chef der Heeresleitung. on VerlobungsanzelO*n vermählungsanzelge" jsßieße nd*Gießen ruur,«.«®""' ;ranstaltung Tierwelt K S&Sg Ein Abend im Harnackhaus. Das große, liche Gebäude, das durch feine Austeilung sprechend und doch so schlicht wirft, wie es unsere Zeit erfordert, liegt in einsamer Stille. Von ferne blinken die Lichter Berlins herüber. Doch kein Lärm, kein Hauch der fieberhaften Nervosität bringt bis hierher. Es herrscht ländlicher Abendfriede. ■El Rai WM AuskiinnetnAechi^ $trai-,(joniil.'2liiflc legenveuen, Gesuche, Anträge. Äeodach- Hingen. UcbcriuQdig. und Srmittlungcit pteiSro.iirenflbK'fT. u. an all. Cnen m n. erledigt Detektiv Bareai-alcikuoilei hh.I.Gtrx.Bii-lim- heii.Knri1r.il. 116 ÜST*** luter 7'S stiela^ sÄäS 339 c kleinen Gemeinde des Kreises Gießen, die noch nicht 3C0 Einwohner zählt, der Bürgermeister von dem ihm nach den ministeriellen Richtlinien zustehenden Höchstgehalt von 550 Mark pro Jahr nach Abzug aller unausweichlichen Ausgaben nur noch eine Rettovergütung von 2 3 0 bis 250 Mark jährlich übrig behält. Eine Aufbesserung der Bürgermeister durch Beschluß des Gemeinderats ist nicht möglich, da die De- soldungssätze nach den ministeriellen Richtlinien Höchstsätze sind und der Gemeinderat dem Bürgermeister auch keinerlei Sondervergütung bewilligen darf. Aehnlich wie die VerMt- nisse in den kleinen Orten, ist die Sachlage auch in den Gemeinden mit höherer Einwohnerzahl, in denen zwar meist ein Bürgermeistereigebäude vorhanden ist, dafür aber dem Bürgermeister andere unumgängliche Ausgaben erwachsen, für die er keinen Ersatz bekommen kann, sondern seinen eigenen Geldbeutel zum Opfer bereithalten muh. Wenn man sich weiter vergegenwärtigt, dah die ordnungsmäßige Erledigung der Bürgermeistereigeschäfte mit ihrem stark angewachsenen Umfang der Schreibarbeiten und mit der sehr mühevollen Betreuung der Erwerbslosen die Arbeitskraft des Bürgermeisters täglich viele S t u n d en in Anspruch nimmt, dazu noch mancherlei Konferenzen und Besorgungen bei der vorgesetzten Behörde notwendig werden, so wird man zugeben müssen, dah auch ein ehrenamtlicher Bürgermeister häufig, in vielen Fällen sogar regelmäßig als täglicher Bollarbeiter anzusehen ist, dem eine entsprechende Gegenleistung nach den neuen ministeriellen Richtlinien nicht mehr im entferntesten geboten wird. Wie stark dieses Mißverhältnis jetzt in Erscheinung tritt, geht daraus hervor, dah D. der Bürgermeister in jenem kleinen Orte vm Kreise Gießen mit seiner Rettovergütung von 230 bis 250 Mark pro Jahr ganz erheblich weniger erhält, als einem Erwerbslosen an Unterstützung gewährt wird. Es ist daher nicht verwunderlich, dah man bereits hören kann, der Bürgermeister eines kleinen Ortes täte besser daran, sein A m t niederzulegen und sich indieErwerbs- losenfürsorge zu begeben, da er hierbei für sich und seine Familie mehr erhalte, als das Bürgermeisteramt ihm einbringe, und er obendrein nicht noch mit der großen Derant- wortung des Amtes belastet sei. Der durch die Richtlinien des Ministers des Innern geschaffene Stand. der Bürgermeisterbesoldung hat aber auch noch den großen Rachteil, dah künftig sachlich geeigneten und geistig befähigten Personen, die nicht in der Lage sind, aus eigenem Besitz Opfer an Geld und Zeit für die Ausübung des Amtes zu bringen, die älebernahme einerBürgermeister- stelle unmöglich gemacht wird. Man wird dann in kurzer Zeit dahin kommen, dah nur noch vermögende Leute ein Bürgermeisteramt führen können, und ob diese Personen die Reigung haben werden, die schwere Bürde eines solchen Amtes zu tragen, darf in vielen Fällen doch bezweifelt werden. Das Ministerium des Innern wird nicht umhin können, die jetzigen Richtlinien über die Bürgermeistergehälter noch einmal gründlich zu prüfen und sie einer Abänderung nach der Richtung hin zu unterziehen, daß die offen zutage tretenden Mißstände beseitigt werden. Diese Reform einer in der praktischen Auswirkung wenig glücklichen Rotverordnungsmahnahme ist nicht nur im Interesse der betroffenen Bürgermeister dringend geboten, sondern auch im wohlverstandenen Interesse der Verwaltung der Landgemeinden zu fordern. Den Gemeinden wird ein schlechter Dienst erwiesen, wenn man durch die Aufrechterhaltung dieser Richtlinien ein so krasses Mihverhältnis zwischen Arbeitsleistung und Vergütung bestehen läßt, wie es jetzt bei der Dürgermeister- befoldung geschaffen wurde. Eine A m t s f l u ch t Zch hab dir verzieh«! Roman von Clotilde von Stegmann »Stein. Copyright by Martin Feuchtwange r, Halle. 16 Sortierung. Nachdruck verboten. Der alte Sanitätsrat hatte bei seiner letzten Visite auf Schloß Tannenaue festgestellt, daß Birgit einer Luftveränderung bedürfe. Ihr Herz litt unter der Hitze, die in biefem Jahre besonders srüh und heftig einsetzte. Der alte Herr hielt einen längeren Aufenthalt in einem Badeort für die beste Vorbereitung auf die schwere Stunde, die der werdenden Mutter im August bevorstand. Hans Egon zögerte, seine Einwilligung zu geben. Er selbst konnte um diese Zeit aus dem landwirtschaftlichen Betrieb nicht heraus. Rahm er es jetzt doch immer ernster mit seinen Pflichten. ä2nd eine Trennung erschien sowohl ihm wie auch Birgit unmöglich bei dem innigen Verhältnis, das sich zwischen ihnen entwickelt, seitdem der Rame Dolores in Hans Egons Leben ausgelöscht schien. Rur die Rücksicht auf die nahe Zukunft bestimmte Hans Egon endlich, Birgits Widerstand gegen eine Reise durch sanfte Äeberredung zu brechen. So entschloß man sich, Birgit unter Obhut der erprobten Schwester Helene aus dem Io- hannisstift in einen Luftkurort zu schicken, der inmitten eines deutschen Gebirges in grüner Einsamkeit lag, ebenso bekannt durch seine heilkräftigen Quellen wie durch seine würzige Luft. Der Konsul lieh es sich nicht nehmen, seine Tochter im eigenen Wagen, unter allen Vorsichtsmaßregeln, persönlich an ihr Reiseziel zu geleiten, das natürlich Birgits wegen nur in Etappen erreicht werden konnte. So rastete man in schönen, alten Städten. Birgit, die noch nicht viel in die Welt hinausgekommen war, fühlte den Abschiedsschmerz von ihrem Gatten ein wenig gelinder durch die Bilder, die sich ihr neu und überreich boten. Entzückte Briefe, Karten mit Ansichten von malerischen Städten flatterten in das einsame Haus Hans Egons wie Tauben, die ihre Heimat suchten. And diese Grüße der Liebe trösteten den einsamen Mann, der allein zurückgeblieben war in dem Schloß und in der üppigen Reife des schwüler werdenden Sommers. Auch Gras Friedrich benutzte die kurze Spanne vor der neuen Ernte, um neue Geschäftsverbindungen mit ostpreußischen Großgrundbesitzern an- zuknüpfen. Er war aus diesem Grunde mehrere Wochen abwesend von Schloß Tannenaue. Die ungewohnte Stille und Einsamkeit legte sich beklemmend auf Hans Egons Seele. Sein leb- der Bürgermeister durch Niederlegung ihrer Aemter liegt dann nicht außerhalb der Möglichkeiten, während anderseits wohl jedermann vor der Aebernahme eines solchen Amtes zurückschrecken wird. D n Schaden haben die Gemeinden, für die dann in jedem Einzelfalle eine kommissarische Verwaltung der Bürgerm eisterämter mit höheren Kosten eingerichtet werden muh, während die Bodenständigkeit der Verwaltung und die Wahrung der lokalen Eigenarten notleidet. Hoffentlich verschließt sich das Ministerium des Innern den berechtigten Wünschen und Forderungen der Landbürgermeister nach einer umfassenden Reform dieser Richtlinien nicht, und hoffentlich handelt es so schnell und entschlossen, wie die gespannte Sachlage eS erfordert. Auslösung der Hekoga beantragt. WSR. Worms, 13. Ian. Die Stadtrats- fraktion der Deutschen Dolkspartei hat beantragt, daß die Stadt Worms sich sofort mit den übrigen Aktionären der Hekoga in Verbindung seht, um gemäß § 26 der Satzungen eine vorzeitige Liquidation dieser Aktiengesellschaft in die Wege zu leiten. Sollten die Verhandlungen ergeben, dah eine vorzeitige Liquidation nicht möglich ist. so wird weiterhin beantragt: „Die Stadt Worms wolle mit den übrigen Aktionären Verhandlungen einleiten mit dem Ziel, ein Auss cheiden a-u8 der Hekoga gemäß § 25 der Satzungen zu ermöglichen." Zur Begründung wird angeführt: Die Hekoga hat nunmehr vierIahreversucht.sichdurch- zu s e tz e n. Ein Erfolg war ihr nicht beschieden. Die Mehrheit der Aktionäre konnte sich zu einem ausreichenden Ferngasbezug nicht entschließen. Die in der Zwischenzeit eingetretene Entwicklung wird für die kommenden Jahre einen derartigen Fdrn- gasbezug nicht möglich werden lassen. Bei einem Weiterbestehen der Hekoga werden unnütz recht erhebliche Ko st en für Aufrechterhaltung deS Verwaltungsapparates. Herausgabe von Zeitungen und Broschüren erwachsen. Keine der beteiligten Städte oder Provinzen wird es verantworten können, an einer Gesellschaft beteiligt zu sein, die lediglich Ausgaben verursacht, und der heute und in der nächsten Zukunft praktische Bedeutung nicht zukommt. Der Eventualantrag zielt auf ein Ausscheiden der Stadt Worms aus der Hekoga ab. Für die Stadt Worms selbst komme ein Bezug von Ferngas infolge der modernen Ausgestaltung des Gaswerks nicht in Frage, so daß ein Interesse an der Zugehörigkeit zur Hekoga nicht bestehen könne. (Den Standpunkt der volksparteilichen Stadtratsfraktion von Worms sollte der Gießener Stadtrat ebenfalls einnehmen, da die Hekoga bisher auch für Gießen keine praktische Förderung des Gasversorgungsproblems gebracht hat, dagegen nur Ko st en verursachte. Im Hinblick auf den unabweis- lichen starken Sparzwang sollte gerade jetzt, wo man mit der Aufstellung des neuen und erheblich gekürzten Voranschlags beschäftigt ist, die Li q ui- dation der Hekoga-Verpf lich tung unsererDtadt durchgeführt werden. D.Red.) (Steinberg) fg.; Langshcm, schwarz: W. Gommerlab (Großen-Linden) fg.; Hamburger Zwerge, silberlack: O. Lippert (Klein-Linden) fg.; Sebright Bantam, gold: W. Frey (Lang-Göns) fg.; Bantam, schwarz: Hrch. Arnold (Lützellinden) fg.; Antw. Bartzwerge, schwarz: L. Weigand IV. (Großen-Linden) 4 fg., I. Dietz (Großen-Linden) 5 fg.; Antw. Bartzwerge, weiß: S). George (Großen-Linden) E., 2 fg.; gescheckt: I. Dietz (Großen-Linden) fg.; Neuenglische Zwergkämpfer, birfenfarb.: K. Philipp IV. (Steinberg) E., 4 fg.; rotgescheckt: H. Pfeiffer (Steinberg) E., 2 fg., W. Sommerlad (Großen-Linden) fg. Abteilung Tauben: Kröpfer, altdeutsche, weiß: E. Geißler (Großen- Linden) fgj Kröpfer, altdeutsche, blau mit Binde: K. Weiß (Watzenborn) E., 2 fg.; Kröpfer, Elster, rot: W. Sprankel (Bersrod) fg.; Kröpfer, Hess., schwarz: Hrch. Harth (Nidda) 2 E., 6 fg., Hrch. Wagner (Großen-Linden) fg.; blau: A. Schmidt (Lang-Göns) 2 fg.; fahl: Hrch. Wagner (Großen-Linden) E., 7 fg., Wilhelm Klaum (Großen-Linden) E., 3 fg.; Tiger: K. Hinterlang (Klein-Linden) E., 2 fg., Hrch. Wagner (Großen-Linden) fg.; Kröpfer, Steiger, schwarz: K. Scheid (Fronhausen) fg.; Brünner Kröpfer, schwarz: H. George (Großen-Linden) 2 E., 7 fg.; Florentiner, blau mit schwarzer Pinde: Fr. Wolf (Laubach) E., 2 fg.; Thüringer Schildtaube, silber- fahl: K. Kniß (Nidda) 2 fg.; Thüringer Flügeltaube, gelb m. Schnippe: K. Kniß (Nidda) fg.; Malteseß, blau mit schwarzer Binde: Fr. Wolf (Laubach) E., 2 fg.; Malteseß, dunkel gehämmert: Fr. Wolf (Laubach) fg.; Gimpel, tupf, schwfl.: W. Walther (Großen-Linden) fg.; Reisebrieftauben, gehämmert: K. Buse (Leihgestern) fg.; blau mit Binde: R. Duten- ^tschl '^dd^ sE'' fo-» Pfautauben, weiß: Ad. Abteilung Kaninchen: Weiße Riesen: Hch. Weber (Dutenhofen) E.; Blaue Wiener: W. Wenzel (Griedel) E., 2 1. Pr.; Weiße Wiener: W. Größer (Großen-Linden) 1. Pr.; Rhei- nische Schecken: W. Ullrich (Gießen) E.; Silber, braun: PH. Zimmermann (Großen-Linden) E., 1. Pr.; Silber, grau: H. Würz (Gr.-Linden) E., 1. Pr.; Silber, gelb: A. Rinker (Großen-Linden) E.; Russen: A. Rinker (Großen-Linden) 1. Pr.; Marb. Feeh: PH. Naumann (Gr.-Linden) 1. Pr.; Schwarz-Loh: W. Ludwig (Lützellinden) E.; Hrch. Wahl (Laubach) 1. Pr.; Hermelin: Ph. Zimmermann (Großen-Lin- den) E.; Engi. Angora: Luise Volk (Hörnsheim) E. Abteilung Iungtiere, Kaninchen: Weiße Riesen: Gg. Schellhaas (Gießen) 1. Pr.f Silber, braun: PH. Zimmermann (Großen-Linden) E.; Schwarz-Loh: W. Sommerlad (Großen-Linden) 1. Pr. Den Leistungspreis für Kaninchen erhielt PH. Zimmermann (Großen-Linden). Schöffengericht Gießen. * Gießen, 13. Ian. In Pohl-Göns erschien im Oktober des vergangenen Jahres ein Mann, der an gab, von dem Heberlandwerk be-. auftragt zu sein, Zähler und Schalter der Lichtleitung u. dgl. nachzusehen. Für seine Mühewaltung verlangte er eine Mark, die er in einigen Fällen auch erhielt. Wie sich später her- auSftellte, handelte es sich um einen groben B e trug. Als Täter wurde ein Arbeiter aus Rieder-Florstadt ermittelt, der sich heute vor dem Gericht zu verantworten hatte. Der geständige Angeklagte wurde unter Zubilligung mildernder Hmstände wegen Betrugs im Rückfalle zu einer Gefängnisstrafevonsechs Monaten verurteilt. Das Schwurgericht der Provinz Oberhessen hatte im April 1930 einen Landwirt aus Schwarz der versuchten Brandstiftung an seinem eigenen Hause schuldig befunden und zu einer Zuchthausstrafe verurteilt. Seine Revision wurde vom Reichsgericht verworfen, und das gleiche Schicksal hatten zwei Anträge auf Wiederaufnahme des Verfahrens, die vom Landgericht und zerin preisgab? Er fürchtete diese Frau, aber er fürchtete in Wahrheit seine eigene Schwäche, die in diesen Wochen der Einsamkeit nicht von Birgits Liebe bewacht wurde. Er schritt durch das Dunkel der Rächt seinem einsamen Heim zu, wie betäubt. Finsternis war in seiner Seele. Auch die zauberhafte Schönheit, der Frieden der beruhigten Ratur konnte weder Trost noch Licht in sein verdüstertes Gesicht bringen... Vergeblich versuchte er, sich Birgits reines Bild in die Seele zurückzurufen. Vergeblich versuchte er, in einem langen Brief an sie Trost und Erneuerung zu finden. Die ungesagten Worte, die Lüge, die aus seinen Liebesbeteuerungen sprach, führten ihn tiefer und tiefer ins Chaos hinein. Wenn er an Dolores dachte, an ihre Glut, ihre bald schmeichelnde, bald herrisch peitschende Stimme, an ihre leidenschaftlichen Liebkosungen, so war es ihm plötzlich, als sei dies das einzige wirkliche Leben, das zu leben wert sei. Das fülle, arbeitsame Dasein an der Seite Birgits, so friedlich und schön es auch sein mochte, es war gemacht für Menschen, die nichts von der wahren, dunkel flammenden, beseligend zerstörenden Glut des wirklichen Lebens kannten. Selbsttäuschung war es gewesen, zu glauben, daß er nach seiner ganzen Veranlagung auf die Dauer hier jemals Ruhe und Befriedigung finden könnte. Mochte er sich selbst belügen, so sehr er wollte — Dolores war die einzige Ergänzung zu seinem wahren Ich. Diese eine Stunde in der Jagdhütte hatte es von neuem bewiesen. Dirgit war der kühle Mond am Himmel seines Lebens, Dolores aber war die versengende und doch immer wieder neuspendende, lebenschaffende Sonne. Mehrere Tage versuchte er, der Versuchung, Dolores del Fonza wiederzusehen, Widerstand zu leisten. Aber dann hielt es ihn nicht länger. Rach einer qualvollen Rächt, in der die Sehnsucht nach Dolores ihn angefallen wie ein wildes Tier, war es mit feiner Fassung vorbei. Mochte kom- men, was da wollte, er mußte die Geliebte Wiedersehen. Hastig und übernächtig kam er zum Frühstück, das Mamsell Stülpnagel ihm servieren ließ. 'Birgits Briefe schob er ungeöffnet, mit einem Gefühl des Trotzes und der Scham, aber auch des Lleberdrusses, beiseite. Was sollte sie in diesen langen Briefen auch noch schreiben? Richts als die sanften üblichen Liebesworte, das Ausmalen ihres behaglichen Lebens, die ganze langweilige Zukunft, in der es nichts von Heberraschungen, von leidenschaftlichen Sensationen geben konnte. An diesem Abend noch, in der schützenden Dunkelheit, würde er zu Dolores eilen; er muhte sie wieder in seinen Armen halten. (Fortsetzung folgt.) ÄbiläMS-GeflÄclscha« in Großen-Linden. U Großen-Linden, 11. San. Der G e - flügel - u. Kaninchenzuchtverein „Volkswohl" Großen-Linden hielt vom Freitag bis Sonntag aus Anlaß seines 25jährigen Bestehens eine (Beflügel- und Kaninchenschau im Saalbau Faber ab. Die Ausstellung war ein großer Erfolg. 500 Nummern waren vertreten, hiervon waren vier Fünftel Hühner und ein Fünftel Kaninchen, eine ganze Anzahl Bewerber mußte zurückgewiesen werden. Die »Züchter von Großen-Linden, die eine stattliche Anzahl Nummern belegt hatten, schnitten sehr gut ab. Als Preisrichter wirkten für Geflügel die Herren W. Seipp (Rüsselsheim), I. Dörr (Neuenheim^ F. Braun (Frankfurt a.TI.), für Kaninchen Rößler (Kassel). Es waren zahlreiche Ehrenpreise gestiftet. Der Besuch der Schau war sehr gut, besonders auch aus den Nachbarorten. Das Ergebnis der Prämiierung kann nur auszugsweise wiedergegeben werden. E. = Ehrenpreis, fg. = sehr gut, 1. - 1. Preis. Abteilung Stamme: Perlhühner, blau: R. Beppler (Lang-Göns) fg.; Italiener, schwarz: Gg. Steul (Bettenhausen) fg.; Zwerg-Wnandottes, schwarz: Gg. Lutz (Klein-Linden) E., fg. Abteilung Wassergeflügel: ©erjuger Enten, schwarz: O. Heß (Lang-Göns) E., 3 fg.; Khaki Campbell: W. Martin (Hochelheim) 2 fg.; Orpington-Enten: Fr. Wolf (Laubach) 2 fg.; Laufenten, forellenfarbig: R. Schmidt (Kolbenmühle) E., 2 fg.; Indische Laufenten: R. Schmidt (Kolbenmühle) fg. Abteilung Grohgeflügel: Bronze Puten: Frau Spruck (Großen-Linden) fg. Abteilung Geflügel: Brahma, hell: Fr. Becker (Nieder-Weisel) fg.; Orpington, gelb: Frau Spruck (Großen-Linden) E., 7 fg.; Orpington, schwarz: Fr. Wolf (Laubach) E., 3 fg.; Wyandottes, weiß: Hrch. Weber (Hochelheim) E-. 3 fg.; Italiener, rebhuhnfarbig: R. Schmidt (Kolbenmühle) E., fg., W. Hof (Watzenborn) fg., W. Schneider (Dorlar) fg.; Italiener, schwarz: W. Ludwig (Hörnsheim) Bundesehrenpreis, E., 2 fg., R. Radetzki (Lich) E., fg., H. Wagner (Großen-Linden) E., 4 fg. W. Walther (Großen-Linden) 2 fg., R. Wagner (Griedel) fg., W. Altenheimer (Lützellinden) fg.; Italiener, silberh.: Hrch. Pausch (Griedel) fg.; gestreift: E. Diedrich (Hartenrod) fg.; gelb: A. Lenz SKlein-Linden) E., 2 fg.; Minorka, schwarz: O. May Lang-Göns) 3 E., 5 fg., Frau Spruck (Großen- !inden) fg.; Sachsenhühner, schwarz: R. Beppler (Lang-Göns) fg.; Rhodeländer, rot: K. Stoll (Lang- Göns) 2 E., 3 fg., 21. Engel jr. (Hörnsheim) E., fg., W. Hofmann (Lollar) E., 2 fg., Fr. Mandler (Wißmar) E., fg., Hrch. Sommer (Watzenborn) fg., A. Engel (Hörnsheim) fg.; Plymöuth-Rocks, geftr.: Gg. Luh II. (Leihgestern) fg.; Welsumer, rebhuhnf.: Hrch. Schaum (Hochelheim) E., fg., Fr. Schmitt (Hochelheim) fg.; Barnefelder: O. Müller (Bettenhausen) ffl., Th. Philipp (Steinberg) fg., Joh. A. Weber (Hochelheim) fg.; RussischeOrloff, rotbunt: Fr. Becker (Nieder-Weisel) fg.; Sussex, hell: K. Weber (Krof- bprf) E., 2 fg.; Süsser, bunt: L>. May (Lang-Göns) sg., B. Schmidt (Kolbenmühle) fg., W. Beppler (Hörnsheim) sg.; Reichshühner, weiß: K. Wagner (Muschenheim) 2 fg.; Leghorn, weiß: Ed. Weber (Krofdorf) E., sg.; Rheinländer, schwarz: K. HeßIV. (Großen-Linden) 2 E., 6 sg., L. Weigand IV. (Großen-Linden) Bundesehrenpreis, E., 6 sg„ L. Hankel (Großen-Linden) 3 sg., Frau Spruck (Großen-Linden) 2 fg. W. Peußer (Watzenborn) sg., A. Engel jr. (Hörnsheim) sg., Fr. Stroh (Großen-Linden) sg., R. Andermann (Watzenborn) sg., H. Schaum (Hochelheim) sg., H. George (Großen-Linden) sg.; Ham- burger Schwarzlack: A. Bernhardt (Griedel) sg., W. Sommerlad (Großen-Linden) sg.; Goldsprenkel: K. Häuser (Steinberg) sg., Fr. Mandler (Wißmar) sg.; Ostfriesische Silbermöven: E. Schwarz (Lollar) E., 3 sg- Abteilung Zwerge: Orpington, schwarz: Fr. Wolf (Laubach) E., 2 sg.; Wyandottes, schwarz: L. Kreiling (Gießen) E., 3 sg., R. Andermann (Watzenborn) 2 sg Gg. Lutz (Klein- Linden) sg.; gestreift: L. Kreiling (Gießen) sg.; weiß: O. Heß (Lang-Göns) E., 3 sg.; gold: O. Häuser Haftes Gemüt war zwar tagsüber vollauf beansprucht durch die beginnenden Erntearbeiten. Aber wenn die Abende herankamen, die Abende mit ihrer verführerischen Stille, die nur unterbrochen wurde durch das Zirpen der Grillen, die zärtlich leidenschaftlichen Rufe der Rachtvögel, glaubte er es kaum in den einsamen Räumen aushalten zu können. Vergeblich versuchte er, in der Bibliothek Ablenkung und Beruhigung zu finden. Aber er war es ja nicht gewöhnt, in Büchern zu lesen. Von jeher hatte ihn das wirkliche Leben gelockt, und dies Leben war für ihn versunken. Er hatte allem abgeschworen, seine früheren Freunde von sich gewiesen, um dem Ehrenwort, das er Birgit und auch dem Konsul gegeben, nicht untreu zu werden. Doch die einsamen Abende wurden ihm allmählich zur Qual. An einem Abend war es besonders schlimm. Am Rachmittag schon hatte sich der Himmel mit Gewitterwolken bezogen, die Weitz und fahlgelb drohend am Horizont hoch und immer höher stiegen. Ein schwefelgelber Dunst war über die Felder gezogen. Eine unerträgliche Schwüle lag in der Luft. Der Donner grollte leise von fernher, aber das Gewitter wollte und wollte sich nicht entladen. Die Elektrizitätsatmosphäre zitterte in Hans Egons Rerven und versetzte seinen ganzen Körper in eine unerträgliche Spannung. Er war durch die Ställe gewandert, in denen das Vieh in seinen Ständen unruhig an den Ketten rasselte und zerrte. Er war durch den Park gegangen, unter dessen dichten Laubmassen sich dunstige Schwüle ballte. Er hatte auf der Drücke an der Mühle gestanden und dem Rauschen des Wehres gc- lauscht, aber von dorther wollte ihm keine Ruhe und Kühlung kommen. Alles war zu eng, zu schwül, zu nahe. Er stieß Me hintere Gartenpforte auf und wanderte ziellos dem Walde entgegen, am Flusse entlang, der drohend aufrauschte. Das Grollen des Donners wurde lauter, die ersten Regentropfen fielen in den Staub. Plötzlich brauste ein Wolkenbruch hernieder. Kaum hatte Hans Egon Zeit, die kleine, halbverfallene Jagdhütte zu erreichen, die hier versteckt in einem Winkel des Waldes lag. Zu seinem Erstaunen sah er in dem bämmem- oen Lichte, durch das die Blitze zuckten, einen kleinen, dunkelblauen Selbstfahrer stehen, dessen Lichter abgeblendet waren. Die Türe der Jagdhütte war nur angelehnt. »Wer ist da?" vernahm Hans Egon jetzt eine dunkle Stimme, bei deren Klang sein Herz wie toll zu klopfen begann. Eine Taschenlampe blitzte vor seinem Gesicht auf. Dor ihm stand, im Autodretz, von dessen glänzendem Grün das Rah tropfte, seltsam phan- tastisch anzusehen in dieser ihm unbekannten $ülle, aber schöner denn je: Dolore« bei Fonza. Zitternd stand Hans Egon der ehemaligen Geliebten im Halbdunkel gegenüber. Draußen rauschte der Regen Hemieder, die Blitze zuckten und tauchten Dolores Gesicht in ein unwahrscheinlich geheimnisvolles Licht. Hans Egon griff sich an die Stirn, auf der die Schweißtropfen der Erregung standen. Rarrten ihn seine Sinne? War dies ein Trugbild seiner überreizten Rerven oder war es Wirllichkeit? Ein spöttisches Lachen, ein Lachen, das er nur zu gut kannte, sagte ihm, daß es Wirklichkeit war. „Du hältst mich wohl für meinen eigenen Geist?" hörte er Dolores wie aus weiter Ferne sagen. „Hast du kein Wort der Begrüßung für mich? Oder hat dir dein großer Bruder auch verboten, die Regeln der Höflichkeit zu wahren gegen einen Gast? Auch wenn dieser Gast ein unfreiwilliger ist? Ich bin auf einer kleinen Autofahrt hier von dem Gewitter überrascht worden. Vielleicht wollte das das Schicksal aber auch, daß wir uns noch einmal begegnen. Vielleicht solltest du mir noch einmal saAn, ob du mich wirklich vergessen hast." Ein Laut, wie von einem verwundeten Tier, kam aus seinem Munde. Vergessen waren alle Schwüre, alle Vorsätze, vergessen sein Ehrenwort. Der Duft, der von Dolores ausging, der geliebte Duft von weißer Iris, betäubte feine Heber» legung, sein Denken, seinen Willen... • Als Hans Egon sich von Dolores trennte, war bas Gewitter vorüber. Rein und würzig wehte Kühle um seine erhitzte Stirn. Dolores' Wagen war längst in der Feme verschwunden. Hans Egon war allein. Allein mit seinen Ge- banfen, seiner jähen Ernüchterung. Was hatte er getan? Eine einzige Rachtstunde hatte vernichtet, was er in Monaten strengster Selbstbeherrschung mühsam aufgebaut. ®r hatte die beste, edelste aller Frauen betrogen, die jetzt ein doppeltes Anrecht hatte auf seine Treue, seine Zuverlässigkeit und seine unbedingte Liebe. Wie ein Ehrloser hatte er sein Wort gebrochen. Qliemald durste eine Menschenseele erfahren, was sich in dieser verschwiegenen Jagdhütte abgespielt. Aber — wenn auch sein eigener Mund das bittere Geheimnis seiner Schande hüten würde — würde Dolores schweigen? Würde sie nicht die Gelegenheit benutzen, ihren Sieg, ihren Triumph über den verhaßten Bruder und die Rivalin in alle Welt hinauszuschreien? Ein Gefühl des Ekels vor sich selbst kroch in seiner Seele empor. Dunkel und verwirrt lag die Zukunft vor ihm. Alle Klarheit, von Birgits Liebe in sein Leben getragen, war getrübt. Sollte das alte Spiel von neuem beginnen, das ihn willenlos dem dämonischen Zauber der Tän- Geschichten aus aller Welt gelangmeilt zur Leinwand hin, gäbt sich wieder zum Schlummer hin. ai SJixfpoti icht Giehen. - Pohl-TönS er« vergangenen Ichres ein tom Leberlandivert be«. c und Schalter der Licht- sehen. Für seine Mühe- eine Mark, die er in liclt. Die sich später hcr- sich um einen groben wurde ein Arbeiter aus telt, der sich heute vor 'orten hatte. Der gestän- miter Zubilligung nu(- n Betrugs im BWaiir rafevonfechSWo- Xt Provinz Obeihellen en Landwirt aus Echwar; rndstistung an seinem l befunden und zu einer ilt. Leine Revision wurde toorfen. und das gleiche Anträge auf Diederau'- , die vom Landgericht und Preußen. Kreis Wetzlar. 1 Hochelheim, 13.Ian. Ein ernster Um ?l ü d 6 f a 11 ereignete sich bei den Holzfäl - ungsarbeiten im hiesigen Demeindewald. Beim Fällen eine- Baume- wurde der Holzhauer Heinrich QRarttn von einem umstürze n de n Daum getrosten, der ihm aus die Drust fiel und erheblich verletzte. Dr. med. Watz, Hörn-heim, leistete dem Derunglüdten die erste Hilfe. 0 Hochelheim, 13. Jan. Der Gemeinde- r a t beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung mit der Senkung der Pachten für Ge - meindegrundstüde Es wurde beschlossen, die Pachtsähe für Gemeindeland um 10 Prozent und die Fischereipacht um 15 Prozent herabzu- setzen. OGrvß-Rechtenbach. 11. San. Unter dem Dorsitz von Bürgermeister Dr. R e u m a n n traten die Vorsteher der Gemeinden de- Amte- Rechtenbach zusammen, um über wichtige Angelegenheiten der Gemeinden zu verhandeln. In bezug auf die Finanzlage de- Kreises und oen hierzu ergangenen Verfügungen beschlossen die Gemeindevorsteher als Verwaltungsorgane ihrer Gemeinde die Erhöhung der Bürger st euer, sowie jegliche sonstige Steuererhebung abzulehnen. Die Steuerpflichtigen feien kaum in der Loge, die derzeitigen Steuern auhufrringen. AIS weiterer wichtiger Punkt wurde die bevorstehende Ql c u - regetung der elektrischen Stromversorgung im Kreise Wetzlar besprochen. Der vorliegende Qkrtraggcnttourf der Preußenelektra wurde als völlig einseitig und die Gemeinden schädigend bezeichnet. ES wurde beschlossen den vorliegenden Q3erttag abzulehnen. 3m weiteren Verlauf der QJcrfammlung wurde eine finanzielle Unterstützung der Qlb- dederei des Kreises in Anbetracht der Qlotlage der Gemeinden abgelehnt. <5 Odenhausen. 12. Jan. Der zum stellvertretenden Gemeindevorsteher gewählte Landwirt und Maurer Ludwig S p e i e r wurde In der letzten Gcmeinderatssitzuna durch den Bürgermeister von Krofdorf für sein Amt verpflichtet und eingesührt. Hallensportfest in Frankfurt. Ein ausgezeichnetes Programm. Die Veranstalter des Hallensportfestes, das am 23. 3anuar in der Festhalle Frankfurt stattsinden wird, lassen eS an keiner Mühe fehlen für das Fest eine erstklassige Besetzung zusammenzubringen. Schon heute sichen zahlreiche der besten deutschen Leichtathleten als Teilnehmer fest, die zum Teil schon alte Bekannte des Frankfurter Publikums und seit Jahren große Könner der Leichtathletik sind, zum Teil aber auch erst in letzter -Zeit zur deutschen Clite aufrüdten. 3m Kugelstoßen sind Hirschfeld, Schneider und der Zehnkampfmeister Sievert die prominentesten Teilnehmer, im Sprinterdreikampf treffen die Meistersprinter der Frankfurter Eintracht, E l - bracher, Mehner und M ä h r l e i n, auf den deutschen Meister 3onath und den Berliner Turner Pflug, dessen Qkrein8famerab Wegener im Hürdenlaufen Altmeister Welsch e r s schwerster Gegner ist, nachdem er in Berlin den deutschen Meister Beschetznik schlagen konnte. 3m 1000-Meter-Lauf erscheint Dr. P e l - her wieder neben zahlreichen deutschen Spitzenkönnern am Start. — Wahrscheinlich wird eine französische Leichtathletik-Expedition der QJeran* ftaltung einen internationalen Charakter verleihen. — Selbstverständlich kommen auch die Handballer, diesmal mit drei Spielen, wieder zu Wort und außerdem wurde das Qlümberger Meisterpaar im Rollschuh-Kunstlaufen, Pfister — Haas, verpflichtet. Frankfurter Oreistundenrennen. Zum Dreistundenrennen in der Frankfurter Festhalle am kommenden Sonntag sind bereits zehn Paare verpflichtet worden. Die (Starterlifte hat also folgendes Aussehens Schön-Göbel, Charlier-Deneef, Tieh-Dülberg. Kroll-Maidom, Pwno-Severgnini, Geyer-Rauch, Oesterreich-Al- tenburger, Becht-Schorn, Koch-Schäfer und Lehmann-Pützfeld. Deutsche Eisschnellauf-Meisterschast. Am Samstag und Sonntag sollen auf dem Staffelsee bet Murnau die deutschen Eisschnell- laufmeisterschaften zum Austrag gelangen. Als gefährlichsten Gegner des deutschen Meisters und Titelverteidigers Darwa, Berlin ist der neue bayerische Meister Sandtner, München, anzusehen. Seine Landsleute Donaubauer und Steiner, sowie Meier, QHumau, gelten auch als aussichtsreiche Teilnehmer. Oie ersten Regatta-Termine 1932. Auf einer Tagung des Westdeutschen Regatta-Verbandes wurden die westdeutschen Termine für 1932 beschlossen und außerdem die wahrscheinlichen süddeutschen Termine bekannt. Die Termine lauten: Westdeutschland: 5. 3uni: Trier, 12. 3uni: Köln und Gießen (Stadtregatten). 19. 3uni: Koblenz, 3. 3uli: Limburg, 10. 3uli: Bad Ems, 17. 3uli: Duisburg, 24. 3uli: Mainz, 31. 3uli: Hengstey-See: Suddeutschland. 5. 3uni: Heidelberg, 12. 3uni: Hanau, 26. 3uni: Frankfurt, 3. 3uli: Mannheim, 10. 3uli: Schweinfurt und Passau, 17. 3uli: Offenbach. England ensendet 11- und 13-jährige nach Lake placid. Der englische Eissportverband hat unter seinen Kunstläufern nunmehr die endgültige Auswahl für die Olympischen Winterspiele und die Europa- meister'cha ten getroffen. Rach La e Placid fahren die beiden noch schulpflichtigen Eecilia C o l l e d g e und die neue Meisterin Megan Taylor, sowie 3oan Dix und Molly Phillips. Die beiden ersteren haben London bereits verlassen. Bei ß e n gegen den Pächter der Quelle und weitere Personen Anklage wegen Hinterziehung der Reichsmineralwassersteuer. Das Urteil lautete auf 91 000 Mark Strafe und 7 9 2 0 0 M art W ertersatz. Die „Sport- quelle" zählt zu den sog. illegalen Quellen, die entgegen dem hessischen Quellenschutz tiefer als fünf Meter gebohrt sind. Landkreis Gictzcn. 0 ß o I la r, 13. 3an. Am Samstagabend fand im Saale „3ur Linde" die Hauptversammlung der Sängervereinigung Lollar statt. Der 1. Vorsitzende, Georg Schnell, widmete zunächst den verstorbenen Mitgliedern einen Rachruf. Der Geschäftsbericht zeigte eine rege Tätigkeit im letzten 3ahre. Es sanden 57 Gesangstunden statt: der Qkrein beteiligte sich an zwei auswärtigen und sieben hiesigen Qkranftaltun- gcn. Der Gesangstundenbefuch war sehr gut. Der Mitgliederstand am Ende des 3ahres weist 72 aktive, 164 passive und 18 Ehrenmitglieder aus. Für 25jährige aktive Sangestätigkeit erhielten Karl Hofmann, Wilhelm Fuchs und Karl Meister die silberne Ehrennadel. Der Kassenbericht ergab in Einnahmen 2658 Mk. (einschl. 1540 Mark Guthaben aus dem Vorjahre), in Ausgaben 1641 Mk., so daß ein Barbestand von 1017 Mark vorhanden ist. Die Dorstandswahl hatte folgendes Ergebnis: 1. Dorsitzender Heinrich K lin kel, 2. Dorfitzender Erich Efpich , erster Schriftführer Theodor Pfaff, 2. Schriftführer Georg Schnell, 1. Rechner Ludwig Klinke l, 2. Rechner Karl K a l e t s ch, Beisitzer: Adam K r e u t e r , Heinrich Espich , Wilhelm Zechner und Heinrich (Bier au, Zeugwart: 3ohann Dietz, Dereinsbote: Karl Hofmann. Auf Dorschlag des Dorstandes wurden die 'Beiträge der aktiven und passiven Mitglieder einstimmig um 20 Prozent herabgesetzt. Das Gehall des Chorleiters wurde auf seine eigene Anregung um den gleichen Prozentsatz gesenkt. Mit Dankes- worten an die Sänger und den verdienten Cswr- leiter Dapper, Gießen, fand die QJerfamm- lung ihren Abschluß. t Treis a. d. Lda., 12.3an. 3n einer gut- besuchten Versammlung in der Gastwirtschaft 2 e m sprach am Sonntagnachmittag Obstbau- inspektor E n k l e r, Gießen, über„Obstbaumzucht". den Europameisterschaften in Paris ist England nur durch 3oan Dix und die neuen Meister im Paarlaufen, Ehepaar Mac Kenzie, vertreten, während man auf die Entsendung eines Kunstläufers ganz verzichtet hat, da das Können der englischen Läufer nicht das internationale Riveau erreicht. Die genannten Damen starten nach den Olympischen Spielen noch bei den Weltmeisterschaften in Montreal. Kurze Sportnotizen. Bayerns Kunstlaufmeisterfchaften, die schon zweimal verlegt wurden, sollen nunmehr am kommenden Samstag und Sonntag in Berchtesgaden zur Durchführung gelangen. Runv 8 0 0 00 0 Zuschauer wurden bei den 32 Spielen der dritten Runde um den englischen Fußball-Pokal gezählt, die an Eintrittsgeldern insgesamt 725000 Mk. entrichtet haben. Der deutsche TenniSmeister der Berufsspieler Hans R ü ß l e i n unterlag in Chi- lago nach hartem Kampf mit 2: 6, 6: 4, 9: 7, 3: 6, 3:6 gegen Big Bill Tilden. , „ inte und — (egte zum Schlummer hin. Aus dieser Inter- essenlosigkeit war er überhaupt nicht mehr zu er- wecken, und die Veranstaltung mußte refultatlos abgebrochen werden. Professor Watson äußerte sich hinterher vor Pressevertretern über das Experiment und meinte, es habe eben deshalb versagen müssen, weil das ausgepräa- teste und feinste Sinnesorgan des Löwen die Nase sei und nicht Auge und Ohr. Solange man noch keine Riechfilme Herstellen könne, müßten alle berat’tigen Versuche ergebnislos verlaufen. Lothar Ehmer, der bekannte Berliner Sechstagefahrer, beabsichtigt, die durch ein Schadenfeuer vernichtete Rütt-Arena als „Velodrom Hasenheide" wieder aufzubauen. Sportabteilung des Turnvereins Lollar Am Sonntag hatte Lollars 1. Handballmannschaft die 2. der Polizei Butzbach zu Gast. Die Gäste kamen in starker Aufstellung, zeigten ein sehr schönes Spiel, waren aber vor oem Tor etwas unentschlossen. Die Lollarev waren diesmal komplett, zeigten sich sehr schußfreudig und der Gästetorwart hatte viel Mühe, die Mannschaft vor einer höheren Riederlage zu bewahren. Die Platzbesiher kamen in der ersten Halbzeit zu 4 Toren, denen die Polizisten nur eines entgegensetzen konnten. Nach der Pause legte die Polizei mächtig los und erzielte auch Awei weitere Tore, denen Lollar einen 5. Treffer folgen ließ. Mit 5:3 mußten sich die Polizisten geschlagen bekennen. • Die 1. Fußballmannschaft hatte Kirchhains 1. Mannschaft als Gegner und konnte sich für die im Vorspiel erlittene 7:3-Niederlage mit einem 5:3-Sieg revanchieren. Lollar war in bester Verfassung und überbot die Gegner an Ausdauer. Kirchhain war technisch besser, aber Lollar glich dies durch Eifer wieder aus. Don Anfang an zeigten beide Mannschaften sehr schöne Leistungen, so daß sich der Kampf nicht nur sehr schön, sondern auch sehr spannend gestaltete. Die Gäste gingen gleich zu Beginn in Führung und ließen wenige Minuten später einen zweiten Treffer folgen. Lollar kam etwas später in Schwung unä holte kurz vor Halbzeit ein Tor auf. Nach Seitenwechsel Oog Lollar mächtig vom Leder, holt auf und übernahm die Führung durch zwei sehr schöne Tore. Die Gäste versuchten das Resultat zu ändern, aber Lollar verschärfte das Tempo und mit 5:3 muh sich Kirchhain den Plahbesitzem beugen. Spielvereinigung 1926 Leihgestern. Epvgg. Leihgestern — Spd. Garbenteich 1. 10:0 (9:0). Am Sonntag weilte die 1. Mannschaft des Sportvereins Garbenteich zum fälligen Der- bandssprel in Leihgestern. Vom Anfang des Spieles an zeigte es sich, daß Garbenteich der technisch hervorragenden Platzmannschaft nichts entgegenzusetzen hatte. Nach Halbzeit kämpfte der Gast verbifsen und hart um das Ehrentor, die Angriffe scheiterten aber an der Verteidigung. Hlete diese Frau, aber « eine eigene Schwäche, oi- fcinfamleit nicht von w Dunkel der Aachi seinen, betäubt. Finstems war ne zauberhaft- nten Olatur konnte weder fein verdüstertes Gesicht ex sich Dirgits reines iSSÄ» BäSe Hitler ini raFS* ^Änstttcken Liebkosungen, d ^Kuäuf^ng vor nten. f. L ganzen Dauer er si§ >en bnn^. dolores M er wollte B^ren Ich ® Jagdhütte hatte e 2lond an, und .uspendenoe, -^rsuchun^' Widerst^ iederzusehc"-/Ijcht [a< S es. L die E pacht' ^wildes esallen S *9tr* ,s.?j "^ungeöslnet^ M SSSä ü^fXnen KU Ichwar». an MM '6- E. tz.e, • L.Aröpfer E s.^tvdr: ixfes 450 ^utouben, me|&. ^aivlhen: hÄ Deiße ch arzsTr.-LindenfE 1 V. lTroßen-Lindens ß/L; Wahl (ßaubajj EcÄn!J®to6,n,cl"' ’u'|e Volk shornrhrim) lk, llere, Kaninchen: -hellhaas ((Sieben) 1. tzr., 2na.n" (®robtn.einbtn) verlad (®ro&en-Cinben) '« für Kaninchen erhielt in-Linden). Oberlandesgericht jurüdgetoiefen wurden. Er beraubtet aber immer noch, zuunrecht verurteilt zu sein und richtete an den Landgerichtspräfiden- ten und den Oberstaatsanwalt Eingaben, die schwere Beleidigungen gegen Mitglieder reä Landgerichts und insbesondere den Unter» luchungSrichter enthielten. Die heutige Haupt- »erhandlung ergab die völlige Haltlosigkeit der Erhobenen Vorwürfe. Das Gericht erkannte auf «tne Gefängnisstrafe von vier Mo- ■taten. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Tas „THwalbenhaus" in Campinas. (h) R i o de Janeiro. Im Staate Minas Geraes, Brasilien, gibt es einen Ort mit einer ganz eigenartigen Sehenswürdigkeit. In der Provinzftadt Camp,nas liegt mitten in einem Garten, im Zentrum der Stadt, umgeben von fchlanken, majestätischen Palmen, ein großes Hous, das auf 11 osten der Bevölkerung unterhalten wird und — den Schwalben gehört. Es war ursprünglich ein altes Geschäftsgebäude. Als es den Anforderungen nicht mehr entsprach, wurde an anderer Stelle ein größeres gebaut und der Beschluß gefaßt, da» alte Haus abzutragen. In der Zwischenzeit hatten aber Schwalben begonnen, sich in den verlassenen Räumen anzusiedeln. Leute, die an dem Garten vorübergingen, hörten ein Zwit- schern, hielten es anfangs infolge der Entfernung für das Plätschern eines kleinen Wasserfalles. Als dann aber die Arbeiter kamen, um das Haus nieder- zureißen, sahen sie die Schwalben, deren Zahl inzwischen so gewachsen war, daß es ihnen leid tat, die Vögel zu verjagen. Die Arbeiter zogen ab und erzählten die Geschichte in der Stadt. Der Vorfall rief großes Interesse bet der Bevölkerung hervor, und es wurde beschlossen, die Schwalben in dem Haufe wohnen zu lassen. Alljährlich, wenn die Schwalben während der Wintermonate in wärmere Gegenden ziehen, wird ihr Haus neu instand gesetzt und gestrichen. Es ist bezeichnend, was ein Brasilianer selbst darüber schreibt: „Wer das Meer gesehen hat und den ersten Eindruck seiner Größe fühlt, dachte vielleicht bei dem Anblick der unendlichen Wassermassen baß alle Bilder, die er bisher gesehen und alle Beschreibungen der See, die er bisher gelesen habe, nicht im Entferntesten der Wirklichkeit nahe kämen. So ist es, wenn man in diese Stadt kommt. Er kann sich nicht erklären, was diese dunkle Wolke von Vögeln, welche am Spätnachmittag über den Himmel gezogen kommt, bedeuten soll. Bis er endlich erfährt, was es damit für eine Bewandtnis hat — mit den schwalben von Campinas." Ein Löwe sieht sich selbst im Film. (a) Neuyork. Ein interessantes Tierexperiment hat der bekannte amerikanische Zoologe Watson dieser läge in Hollywood oorgenommen. Er hat einem erst vor etwa einem halben Jahre gefangenen und seiner Freiheit beraubten Löwen einen Film oorsühren lassen, in dem Kämpfe und Beutezüge von Löwen in der afrikanischen Wildnis gezeigt werden. Es handelte sch um einen Tonfilm der Metro-Goldwnn, der mit Hilfe berühmter Löwenjäaer im belgischen Kongo Gedreht worden ist. Der Zoologe wollte feststellen, wie und in welchem Maße der Löwe auf die tönen- ten Bilder reagiert, in denen er seinesgleichen beim Kampfe um das Dasein sieht und hört. Es handelte sch demnach um eine Art Intelligenzprobe für den Löwen. Die Veranstaltung war, das sei vorweggenommen, ein» einzige große Enttäuschung und eine Blamage für den König der Tiere. Er wurde in seinem Käsig in den Vorführungsraum gerollt und sprang aus seiner Ruhestellung auf, als der Raum verdunkelt wurde und sich das erste Bild auf der hellen Leinwand zeigte. Dieses Bild zeigte eine Gazellenherde, unö man hätte annehmen müssen sämtliche wilden Instinkte würden in der großen Raubkatze bei die- ft,n Anblicke wach. Nichts dergleichen: der Löwe kauerte sich wieder in seinen Käfig nieder und — schlief ein! Man weckte ihn gewaltsam und zeigte ihm ein weiteres Bild, in dem vier Löwen im Stampfe um eine niebergeriffene Antilope fcstgehal- t u worden sind. Bei diesem Kampfe geht es durch- ous nicht leise zu, im Gegenteil brüllen die kämpfenden Tiere derart, daß dieser Film z. B. zartbesaiteten Tomen am besten nicht vorgeführt wird. Bei diesen vertrauten Klängen blinzelte der zuschauende Löwe Schöne weiße Zähne: Chlorodont z 3r empfahl In seinem Dortrag einige Sorten Aepfel, Birnen und Kirschen, die in unserer Gegend besonders gut tragen, gab wichtige Hinweise für die Anpflanzung, sprach über Schädlingsbekämpfung und regte die Gründung einer Ortsgruppe deS KreiSobstbauvereinS an. Die Anregung wurde dankbar aufgenommen, unb eS meldeten sich sofort 20 Mitglieder an, die den Landwirt Wilhelm Lindenstruth jr. »um 1 Vorsitzenden und den Deihbindeor Karl Arn end zum Kassenwart wählten. 3m Februar soll Obstbauinspektor E n 11 e r hier einen dreitägigen Lehrgang für Obstbaum- zucht abhalten. j-i Großen-Linden, 13. 3an. Der hiesige Kriegerverein hielt seine Generalversamm- lung ab. Der 1. Vorsitzende. Kam. Post, gab «inen Rüdblid auf daS abgelaufene 3ahr und gedachte der im Weltkrieg gefallenen und Der später verstorbenen Kameraden. Der Rechner, Kam. L a u n s p a ch , erstattete den Kassenbericht, worauf ihm Entlastung erteilt wurde. Die Wahl von satzungsgemäh ausscheidenden Vorstandsmitgliedern ergab die Wiederwahl deS 1. Vorsitzenden Wilhelm Post, des 2. Vorsitzenden Ludw. Luh, des Rechners Ludw. Launspach und der Beisitzer Lang (Bürgermeister), 3oh. MengeS XI. und L. Schäfer: neugewählt wurden: Phil. Keßler VIII., 3oh. Zaber und Wilh. Keßler I. Kreis Friedberg. mButzbach, 11. Jan. Das Auszeichnung S- f e ft des Zweigvereins Butzbach vom VHC., das am Samstagabend im großen Saale des .hessischen Hofs" stattfand, war gut besucht. Ein Orchester der Feuerwchrkapelle brachte Marsche und Konzertstücke zu Gehör. Großen Beifall fanden auch die Männerchöre der Gesangsabteilung. 39 Damen und Herren wurden vom Vorsitzenden ausgezeichnet. Den Höhepunkt des Abends bildete der Vagelsberg- film. Aussterbende Gewerbe des Vogelsberas, prächtige Weidepartien, Schneesport auf dem Hohcrods- köpf, Trachtenfeste, alte Schöpfräder, das Leben und Treiben in den Vogelsbergstädtchen, das alles zog in beweglichen Bildern vorüver, erläutert von Kreis- fchulrat Lorentz (Lauterbach). Tanz schloß sich an, in dessen Pausen BHE.-Bruder Heß (Leihgestern) einige seiner felbstverfaßten Gedichte zu Gehör brachte. Oberbeffen. Stadtratssihung in Friedberg. WSR. Friedberg, 13. 3an. 3n der ersten Tltzung des S t a d t r a t s im neuen 3ahr gab Bürgermeister Dr. Seyd ein Bild von der Finanzlage der Stadt, die stark bedrängt werde von den enormen Lasten der Wohlfahrtsfürsorge. Rund 530 Hauptunterstützungsemp- finger seien gegenwärtig zu betreuen. Auch sei ju befürchten, daß die Steuerbeträge nicht in der erwarteten Höhe eingingen. Der hessische Staat sei mit der äleberweisung von ® te uer an teilen in Höhe von 40 000 Mk. im □ ü d ft and. Don den übrigen Punkten der Tagesordnung seien die Bewilligung einer Wi n -> terbeibilfe in Höhe von acht Zentnern -Brennstoff, sowie das Einverständnis des Statu» titcÄ mit der Einrichtung einer Gedächtnisballe für die Kriegerehrung im neuen Wasserarm hervorgehoben. Da- Projekt, das von Bauart Metzger stammt, sieht den Ausbau des unteren Raumes des Wasserturms zu einer acht Meter hohen Krypta vor. Die Namen der gefallenen Söhne der Stadt sollen auf Steintafeln, k».e in Säulennischen Aufstellung finden, angebracht werden. Geldstrafe und Weriersah = 170000 Ml. WSR. Dilbel. 13. 3an. Ohne daß die Men- gm ordnungsgemäß verbucht waren, wurden große Bestände von Mineralwasser de* -Sportquelle" verkauft. Rach langen iln- isrsuchungen erhob das HauptzollamtGie- TerAusgemustcite als llntcrkorporal. N. H. Kopenhagen. Zu den diesjährigen Herbstübungen im Truppenlager von Därlöje bei Kopenhagen war der hiesige Bäckermeister und Reservist (Ellar Larsen eingezogen worden. Er machte auch seine Sache sehr gut. Denn kurz vor Beendigung der Hebungen wurde Larsen flum Unterkorporal befördert. Um so peinlicher wirkte es, daß der frischgebackene Untertorporal am Tage nach seiner Beförderung plötzlich von der Bildflache spurlos verschwand. Als er auch am dritten Tage nicht zurückgckehrt war, mußte der Hauptmann von Därlöse aus die Militärbehörde in Kopenhagen telephonisch um sofortige Dingfestrnachung des Entwichenen ersuchen, wobei ein kurzes Signalement des p. Larsen aufgegeben wurde, darin cs hieß: Figur schlank, Haarfarbe schwarz. Versehentlich hatte der Hauptmann aber das Geburtsdatum sowie die Wohnung des Entwichenen anzugeben vergessen, weshalb die hiesige Behörde sich die Stammrolle vorlegen ließ, wobei die erstaunliche Feststellung gemacht wurde, daß darin der p. Larsen als untersetzt und hellblond bezeichnet worden war. Kurz ent- schlossen ließ die hiesige Militärbehörde einerseits im Bäckerladen des p. Larsen nachforschen und anderseits bei dem Hauptmann in Värlöse der Ordnung wegen telephonisch rückfragen. Zwanzig Minuten später, als der Telephonbescheid aus Därlöse da war, daß erstens der p. Larsen inzwischen dingfest gemacht worden und daß zweitens der Mann, wie durch Inaugenscheinnahme f-stgestellt, wirklich schlank unb schwarzhaarig sei, brachte eine handfeste Ordonnanz direkt aus dem Bäckerladen herbeigeholt den Beweis für die Richtigkeit der Stammrollenein- tragung: untersetzt und hellblond stand schlotternden Gebeins ein zweiter p. Larsen vor dem hiesigen Militärrichter und erklärte, daß er der leibhaftig richtige, aber durchaus nicht entwichene Reservist und Bäckermeister sei, da er überhaupt nicht an den Herbstübungen teilgcnommcn, sondern sich einen Ersatzmann gekauft habe ... Welches Geständnis so- fort dem Hauptmann in Därlöse und dessen Häft- ling telephonisch unterbreitet wurde mit dem Ergebnis, daß der frischgebackene Untertorporal sogleich ein noch umfassenderes Geständnis ablegte und zu den Akten gab, überhaupt nie vorher gedient zu haben, da er ausgemuftert worden sei, Carlo Jensen heiße, Geselle bei dem richtigen Larsen gewesen sei und ihm für 100 Kronen „Schmerzensgeld" die dies- jährige Reserveübung abgenommen habe ... Woraus sich nunmehr folgende sehr verzwickte Rechtslage ergibt: der desertierte Unterkorporal mußte sofort dem gewöhnlichen Strafrichter übergeben werden unter Kassierung seines Unterkorporal-Patents: der widerrechtlich von den Herbstübungen fcrngebliebene Bäckermeister unb Reservemann mußte sofort nach Därlöse transportiert werden, wo er eine empfind- l'che Strafe zu erwarten hat unb alsbann brei Mo- nate wirb nachexerzieren müssen; ber Militärarzt aber, ber seinerzeit ben p. Jensen als untauglich kassiert hat, wurde zu sofortiger „diesbezüglicher" Aeußerung aufgefordert, unb schließlich wirb jetzt zu erwägen sein, ob ber p. Jensen nicht boch noch nachträglich zur Dienstleistung als Rekrut einge- Zogen werben kann, damit aus bem falschen ein richtiggehcnber Untertorporal erstehen könne. Die 100 Kronen „Schmerzensgelb" aber wirb ber richtige ober falsche Unterkorporal ber Staatskasse überlassen müssen. Wirischast. Diskonterhöhung in Belgien. Brüssel, 13. San. (WLB.) Die belgische Nationalbank hat ihren Diskontsatz von 2.5 auf 3,5 Prozent erhöht. Neuer Plan zur Regelung der Treib st offwirtschaft. Wie WTB.-Han- delsdienst erfährt, wird gegenwärtig von den zuständigen Stellen ein Plan zur Neuordnung der deutschen Lreibstoffwirtschaft erörtert. Nach diesem Plan soll eine Cinheitsmarke für den deutschen Treibstoff zu einem Einheitspreis festgesetzt werden in Verbindung mit einem Lizenzsystem für die ausländischen Liefergruppen. Die Zusammensetzung des Einheitsbrennstoffes soll so sein, das; auf Benzin 70 v. $>., auf Methylalkohol 10 v. S)., auf Nethylalkohol 10 v. Sy und auf Benzol ebenfa.ls 10 v. H entfallen. Zusammenhängend mit diesem Projekt wird auch an eine Reorganisation des Verteilungsapparates der deutschen Treibstoffwirtschaft gedacht, dessen Kosten fast 50 Prozent des Denzinpreises ausmachen. * Hannoversche Waggonfabrik A G. (H a w a), H a n n o v e r. In der Gläubigerversammlung der Hawa, die von etwa 150 Gläubigern besucht war, unterbreitete der Gläubigerausschuß folgenden Vergleichsvorschlag: Die Hawa tritt in Liquidation. Die Liquidation erfolgt unter Mitwirkung eines durch die Gläubigerversammlung bestellten Ueberwachungsausschusseo. lieber die voraussichtliche Quote können noch keine Angaben gemacht werden, da die Realisierung der Vermögenswerte der Hawa außerordentlich schwer und langwierig sei. Die Versuche verschiedener Stellen, die Aufrechterhaltung des Betriebes wenigstens in verkleinertem Umfange zu erreichen, seien bislang fehlgeschlagen. Die Abstimmung erbrachte die einstimmige Annahme des Vergleichsvorschlages und des oorgeschlagenen Ueberwachungsausschusses. * Günstige Aussichtenbei den Dren- nabor-Werken. Die während des Vergleichsverfahrens bei den Drennabor-Werken Gebr. Reichstem, Brandenburg a. H. geführten Verhandlungen, die kurz vor dem Abschluß stehen, lassen erkennen, daß mit einer baldigen Wiederaufnahme der Gesamtbetriebe der Brennabor- Werke zu rechnen ist. Der Handel mit Fahrzeugen, sowie der Kundendienst, d. h. die Ausführung von Reparaturen und die Lieferung von Ersatzteilen, haben bisher keine Unterbrechung erfahren. An der Fertigstellung eines größeren De- hördenauftrags in der Automobilabteilung wird eifrig gearbeitet. Darüber hinaus liegen mxh weitere namhafte Aufträge für die verschiedenen Abteilungen vor. ‘ Mainzer Aktien-Bierbrauerei, Mainz. Der Geschäftsbericht der Brauerei für das Geschäftsjahr 1930/31 weist Gesamteinnahmen in Höhe von 6,46 (8,38) Mill. Mk. aus, Steuern, Löhne und Detriebsunkosten erforderten 4,84 (6,02) Mill, Mk., für Rohmaterialien wurden 0,87 (1,34) Mill. Mk. aufgewendet, auf Diersteuer entfielen 2,36 Mill. Mk. Als Rohüberschuß wird ein Betrag von 761 267 (1 021 000) Mk. an- gegeben. Hiervon sind für zweifelhafte Außenstände infolge des Wertrückganges aller dinglichen Sicherungen und früher ganz unbedenklicher Debitoren 400 000 Mk. zu kürzen, abgeschrieben werden 0,26 (0,46) Mill. Mk., so daß insgesamt 146 698 Mk. (635 274) Reingewinn zur Verfügung stehen, woraus 3 Prozent (13 Pro- I zent) Dividende auf die StA.- und wieder 6 Pro- | ' zent VA.-Dividende ausgeschüttet werden sollen. 56 218 Mk. (45 956) sollen vorgetragen werden. Frankfurt befestigt. Frankfurt a. M., 13. Jan. Tendenz: widerstandsfähig. Der heutige Effektenfreiverkehr von Bureau zu Bureau eröffnete schon recht Witze r st a n d s f ä h i g und zeigte später allgemein eine leichte Befestigung. Da es aber an Anregungen besonderer Natur fehlte, hielt sich die ülmsatztätigkeit in engen Grenzen und erfuhr auch später keine nennenswerte Belebung, mit Ausnahme einiger Spezialwerte. Mehr Interesse machte sich heute für einige Nebenwerte, wie Deutsche Erdöl, Schiffahrtsaktien und andere bemerkbar, wobei sich Kursbesserungen bis zu 1,5 v. H. ergaben. Auch in Frankfurt weniger gehandelte Papiere, wie Dessauer Gas und Schul- theiß-Pahenhofer, letztere scheinbar in Erwartung einer Diersteuerermäßigung, lenkten etwas Interesse auf sich, bei Erhöhungen um etwa 1 bis 2 v. H. Von sonstigen Aktienwerten sind noch Kunstseidepapiere, Reichsbank und IG.-Farben erwähnenswert, aber auch einige Energieversorgungswerte nannte man etwas höher. Montan- und Bankaktien lagen vollkommen unverändert, ebenso zeigten Kalipapiere nur unwesentliche Veränderungen. IG.-Farben-Donds und Reichsbahn-Vorzugsaktien lagen etwa 1 v. H. höher bzw. gut behauptet. Von lokalen Werten fanden Scheideanstalt mit einer Besserung von 1 v. H. Beachtung. Am Rentenmarkt war die Stimmung m e i st f e st e r. Besonders Reichsschuldbuchforderungen waren gefragt und 1 v. H. höher. Don Goldpfandbriefen blieben Frankfurter Werte unverändert, wogegen rheinische Papiere etwa 0,5 bis 1 v. H. anzogen. Liquidations-Pfandbriefe plus 0,5 v. H. Don Kommunal-Obligationen stellten sich Frankfurter und rheinische Papiere etwas höher. Deutsche Anleihen blieben gut gehalten. Industrie-Obligationen waren für westdeutsche Rechnung weiter gesucht, jedoch ohne wesentliche Kursveränderungen. Auslandrenten lagen qe- schäftslos. Freundliche Grundstimmung in Berlin. Berlin, 14. Ian. (WTD. Funkspruch.) Trotz der immer noch ungeklärten innerpolitischen Lage übertrug sich die freundliche G r u n d st i m- m u n g von gestern auch auf den heutigen telephonischen Freiverkehr. Die Tendenz war für Spezialwerte sogar recht fest, da schon bei kleinster Nachfrage Materialmangel eintrat. Die Bildung des neuen Kabinetts Laval zerstreute die Befürchtungen wegen einer eventuellen Verschiebung der Lausanner Konferenz, und die feste Haltung an der gestrigen Neuyorker Börse regte ebenfalls an, obwohl diese Festig- feit in erster Linie mit den Kreditverbilligungs- maßnohmen der amerikanischen Regierung in Zusammenhang zu bringen sein dürfte. Man wies aber darauf hin, daß in den letzten Tagen die deutschen Werte im Auslande Steigerungen erfahren hätten, die hier die Kurse im Freiverkchr nicht in gleichem Maße mitmachten, und da die Arbitrage mit dem Auslande jetzt wieder stärker am Werke sei, müßte sich dies kursmähig ausgleichen. Schon gestern abend waren, mit Ausnahme von Siemens, bei denen demnächst die Dividendenerklärung erwartet wird, die höchsten Tageskurse recht gut behauptet, heute traten auf den meisten Marktgebieten aber noch eher weitere Befestigungen ein. Bevorzugt lagen wieder Spe- zialwerte, Kali- und Farbenaktien. Banken waren behauptet, Reichsbankanteile plus 1 v. H., Schiff- fahrtsaktien und Montanwerte waren vernachlässigt, Kunstseide bis zu 1 v. H. fester, ebenso Elektropapiere. Bei Farben und Kaliwerten gingen die Besserungen bis zu 4 v. H. Man verwies dabei auf Abscchverbefserung des Stickstoffs durch die llebernahme einer Bürgschaft für Düngemittel durch das Reich. Bon sonstigen Werten sind wieder Charlottenburger Wasser, Dessauer Gas und Berger mit bis zu 5 v. H. betragenden Gewinnen zu nennen, aber auch Orenstein, Holzmann, Felten, Schuckert, Licht & Kraft, Mannesmann und Schultheiß fielen durch etwas größere llmsatztätigkeit auf. Festverzinsliche Werte, Anleihen und Pfand- briefe lagen ziemlich vernachlässigt. Bei kleinem Geschäft erfuhren die Kurse nur geringe Veränderungen. Interesse erhielt sich für Reichsschuldbuchforderungen, die abermals etwa 1 v. H. gewannen, auch Farbenbonds und Reichsbahnvorzüge konnten um etwa 1 v. H. anziehen. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.M. Bantnoten. 13.Januar 14.Januar Amtliche Notierung Amtliche Natlcruna Keld Bries Geld Bries Helsingfor» Wien.... 6,014 6,026 6,034 6,046 49,95 50,05 49,95 50,05 Prag . . . Budapest. . 12,465 12,485 12,465 12,485 60,94 61,06 59,64 60,06 Sofia . . . 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland . . 169,03 169,37 168,98 169,32 Oslo. . . . Kopenhagen. 78,02 78,18 78,17 78,33 78,72 78,88 79,12 79,28 Stockholm . 79,92 80,08 80,17 80,33 London. . . Buenos Aires 14,35 14,39 14,41 14,45 1,033 1,037 1,033 1,037 Neuyork . . 4,209 4,217 4,209 4,217 Brüssel. . . 58,44 58,56 58,49 58,61 Italien. . . 21,24 21,28 21,30 21,34 Paris . . . 16,50 16,54 16,50 16,54 Schweiz . . 81,97 82,13 81,92 82,08 Spanien . . 35,66 35,74 35,66 35,74 Danzig. . . 81.87 82,03 81,87 82,03 Japan . . . 1,508 1,512 1,518 1,522 Otto de Jan.. 0,251 0,253 0,251 0,253 Jugoslawien. 7,437 7,447 7,433 7,447 Lissabon . . 13,04 13,06 13,09 13,11 Berlin, 13. Januar Geld Bries Amerikanische Noten....... 4,20 4,22 Belgische Noten......... 58,28 S8 S9 Dänische Noten......... 78,54 78,86 Englische Noten......... 14,31 14,37 Französische Noten........ 16.46 16,52 Holländische Note«........ 168,66 169,34 Italienische Noten........ 21,17 21,25 Norwegische Noten .... 77,84 78,16 Deutsch-Oesterreich, • loo Schillina Rumänische Noten . ... 2,48 2,50 Schwedische Noten........ 79 74 Schweizer Noten......... 81 79 Spanische Noten......... 35^53 35^67 Ungarische Noten........ Reichsbankdiskont l v. h., Lombardzinsfuß 8 v. h. Oie gestrigen Devisenmärkte ruhig. Berlin, 13. Ian. (WTD.) An den internationalen Devisenmärkten waren heute vormittag größere Veränderungen nicht zu beobachten. Während sich das englische Pfund gut behauptete, konnte sich die Reichsmark weiter befestigen, und auch der Dollar zog gegen gestern leicht an. Das englische Pfund stellte sich auf 3,4OV4 gegen den Dollar, also unverändert zu seinem gestrigen Schlußkurs in Neuyork, gegen den Gulden auf 8,94y2, gegen Zürich auf 17,50 und gegen Paris auf 87,03. Die Reichsmark zog in Amsterdam auf 58,92V2, in Zürich auf 121,40, später 121,30 und in Paris auf 603 an, während sie in London mit 14,40 genannt wurde. Der Dollar zog in Amsterdam auf 249,20 an. Die Norddevisen sowie die Südamerikaner blieben unverändert. Auch am Nachmittag war das Geschäft sehr ruhig, die Veränderungen hielten sich all» gemein in engem Rahmen, doch lagen Reichsmark und Dollar eine Kleinigkeit fester, während das Pfund nur gut behauptet blieb. Gegen beit Dollar stellte es sich auf 3,40T/8, gegen Amsterdam auf 8,493/4, gegen Zürich auf 17,50, gegen Paris auf 87,03 und gegen die Reichsmark auf 14,41. Der Dollar konnte sich in Amsterdam auf 249,311/? befestigen, während die Reichsmark in Amsterdam auf 58,98, in Zürich auf 121,40 an- zog und sich in Neuyork auf 23,67 stellte. Di« Norddevisen waren gehalten, der französisch« Franks behauptete sich gut. Frankfurter Schlachtviehrnarkt. Frankfurt a. M., 14. Ian. Auftrieb: Rinder 158 Stück; Kälber 1063, Schafe 259, Schweins 773, darunter 243 Litauer. Es wurden notiert: Kälber, beste Mast- und Saugkälber 36—40, mittlere Mast- und Saugkälber 31—35, geringe Kälber 27—30; Schafe, Mastlämmer und jüngere Masthämmel, Weidemast, 25—28, mittlere Mast- lämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 18—24; Schweine, vollfleischige Schweine von zirka 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 38 bis 40, desgl. von zirka 200 bis 240 Pfd. Lebendgewicht 38—41, desgl. von 160 Zis 200 Pfd. Lebendgewicht 37—40, fleischige Schweine von zirka 120 bis 160 Pfd. Lebendgewicht 34—39. Marktverkauf: Kälber sehr schleppend, Schafe rege, geräumt, Schweine schleppend, ausverkauft. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Das Eingesandt des Mietervereins vom 12. d. M» Dem Mieterverein empfehle ich, sich über di- Nichtigkeit seiner Angaben zu orientieren, bevor er Mitteilungen in die Zeitung bringt. Dis wahre Sachlage ist folgende: Ich erhebe bis 31. Dezember 1931 bei gesetzliche« Miete 122 Prozent der Friedensmiete, und zwar 119 Prozent als reine Miete und 3 Prozent de« Friedensmiete als a-Konto-Zahlung auf das Wasfergeld bis zur Abrechnung. Ist der Wasserverbrauch in einem Vierteljahr über 3 Prozent der Friedensmiete, dann rechne ich den Mehrverbrauch an, ist im nächsten Vierteljahr de« Verbrauch unter 3 Prozent der Friedensmiete, dann bringe ich den nichtverbrauchten Betrag dem Mieter gut, so daß tatsächlich nur der wirkliche Wasserverbrauch 51fr Erhebung kommt, bzw. bei mir zur Erhebung gekommen ist. Diese Art der Abrechnung fällt jedenfalls dem größten Teil der Mieter leichter, als wenn der Wassergeldbetrag vierteljährlich auf einmal erhoben wird und ihnen dafür jeden Monat die 3 Prozent an der Miete gekürzt werden. Wenn der Mieterverein seinen Mitgliedern dienen will, dann hätte er ihnen auch einmal dahingehend Aufklärung geben sollen, daß Miete« in den Fällen, in denen sie das Wasser fahrlässig laufen lassen, auch allein für den Mehrverbrauch aufzukommen haben, .lieber derartige Fälle liegen Gerichtsentscheidungen vor. Der fragliche Hausverwalter. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 3 vom 12. Ianuar enthält: Ausführung des Tumultschädengesetzes. — Wahl der Kreistags- Mitglieder. — Maul- und Klauenseuche in Hof- Düll und Annerod. — Die Führung der Sprungregister. — Das Gesetz über die Beschäftigung Schwerbeschädigter. — Dienstnachrichten. Herrenzimmer Speisezimmer Schlafzimmer Rudolf Blum — Küchen und Einzel-Möbel kaufen Sie am billigsten nur bei Hotel Hopield Freitag, den 15. Januar 1932 Schlachtfest! 78 Pf. 0237 Pfd. 80 Pf. -4 Pfd. 32 Pf. 1 Liter 76 Pf. 1 52 Sdmittnudeln (H art g rieh wäre).. 1 Pfd. 38 Pf. 1 Pflaumen (50er, 60er, kalifornische) 1 Aus unserer Fleischerei 1 Pfd. 90 Pf. Schabefleisch, zum Rohessen....% 70 mild schmeckenden med. Lebertran! xa 75 70 53 80 38 Tafelöl I. Tafelöl II 48 60 36 la Bindswttrstchen sehr schmackhaft. 60 Pf. 60 Pf. 28 50 18 80 140 100 16 16 25 20 32 30 30 geb. Sie Ihrem Kinde täglich einigemal den 45 60 60 60 65 1 1 1 Prima Mastfleisch Hackfleisch Kalbfleisch...................... Kalbsschnitzel Schweinefleisch, Bauchlappen mit Beilage ................... Margarine „Sanella Margarine „Cleverstolz Margarine, neutral.... GEG-Markenbutter, deutsche. Molkereibutter, lose im Block Landbutter....,.............. Schinken und Schultern Schweine-Kotelett...... Leberwurst............ Blutwurst Prebkopf............... 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