a CflR. 12 SteA (CM) Diese Woche wird I 3m Gegenteil sind die politischen Arbeiten noch -,/wicktiaer'politischerBe- immer m vollem Dang. = ca-= 9 3 ft ft 3 0 2.3 Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig: für Re« klameanzeigen von 70 ' M Breite 85 Reichspsennig, Platzoorschrist 20' mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.THyriot: für den übrigen Teil Ernst Blumfchein und:ür ^cnSln« zeigenteil i. D.Th.Kümmel sämtlich in (Biete r berichten." Der Haushaltsausschuß wird zu seiner nächsten l nm Dienstagnachmittag zusarnrnentreten. o -• IV3 v 1 1 3 General-Anzeiger für Oberhessen Orvd vnd Verlag: vrühl'sche Univeistlalr-Vuch- und Stdnöruderei R. Lange in Stehen. Schnftleitung und Seschäftrstelle: §chu"traße i ?° 2 Das politische Programm dieser Woche. Wnterhiife.-ArbeitSbeschaffung. -Kanzierrede.-Genf.-Die preußische Frage. Quantum. Die Maßnahme sollte nur ein erster Schritt sein. Die diese hvse ergänzt werden soll, darüber will die Reichsregierung sich schlüssig machen auf Grund der Beschlüsse der Reichs- tagsausschüssc. j>ie Reichsregierung vertraut daraus, daß ihre Maßnahmen auch durch die freie Lieb es - lätigkeit der Winterhilfe usw. ergänzt «erden. In der Aussprache wünscht Abg. Schmidt -Eichwalde (Dntl.), daß eine Hilfsaktion noch vor Weihnachten durchgeführt werde. Abg. Rädel (Kom.) verlangte, daß neben den Naturralleistungen den Bedürftigen auch eine Bar- Beihilfe gewährt werde. Abg. Dr. Hertz (Soz.) tritt für die sozialdemokratischen Anträge über die Hilfsaktion ein, die eine «Mehrausgabe von 180 bis 190 Millionen Dark erfordern würden. Abg. Reinhardt (RS.) weist 4 22.'“ 2. «g 3 5Ä35.? § Die Form der Tätigkeit Dr. Gerekes ist so gedacht. daß er Ideen und Richtlinien für die Arbeitsbeschaffung liefert, und daß die zuständigen Ressorts sich mit ihren besonderen Ausgaben in diese Richtlinien einfügen. Damit wird ohne besonderen Reuauswand eine gewisse zentrale Einheitlichkeit in der Arbeitsbeschassung gewährleistet. Sachlich gehören zu diesem Gebiet vor allem auch die Fragen dar Siedlung. Für dieses Problem hat Reichskanzler v. Schleicher immer ein besonderes Interesse bekundet. Es ist deshalb anzunehmen, daß die künftige Behandlung der Sied- hing sehr stark unter seinen persönlichen Einfluß gestellt werden wird. Weiter gehören zu den nächsten Aufgaben des Reichskabinetts noch die M i I - ierungen, die für die jetzt geltenden Verordnungen zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe und S^icherheit be- absichtigt sind. Zu den Höhepunkten in der politischen Entwicklung dieser Woche gehört weiter die Rundfunkrede des Reichskanzlers von Schleicher am Donnerstag. Sie findet von 19.30 bis 20 Uhr statt. Der Kanzler wird sich über die ganzen wesentlichen Grundzüge des Programms seiner Regierung verbreiten. Am Donnerstag findet außerdem noch die Reichsratssihung statt, in der die vom Reichstag beschlossene Amnestie behandelt werden soll. Wie bereits früher gemeldet, herrscht in politischen Kreisen die Meinung vor, daß der Reichsrat diese Vorlage nicht passieren lassen wird. Für Freitag ist der Auswärtige Ausschuß des Reichstages einberufen. Auf der Tagesordnung steht die Berichterstattung des Reichsauhenministers Freiherrn v. R e u r a t h über die außenpolitische Lage, und zwar besonders über die Abrüstung und über die Fünfmächtebesprechung. Aus diesem ganzen Programm ergibt sich, daß die kaufende Woche noch nichts von der Weib- nochtsruhe verspüren läßt, die in früheren Jahren schon verhältnismäßig früh einzusetzen pflegte. Berlin, 1^. x------ - . -, - noch eine Reihe wichtiger p ° l, t r s ^e r Vera t u n g e n und Ereignisse bringen. Wie letzt feststeht, tritt das R e i ch s k a b i n e 11 am OK 111- woch zusammen, nachdem vorauss.chilich am Dienstag der Reichsaußenminister dem Reichs- vräsidenten über das Ergebnis von Genf Bericht erstattet hat. Auch im Kabinett w.rd hierüber natürlich gesprochen werden. Außerdem sind eine Reihe anderer wichtiger Punkte attuell, und man kann wohl annehmen, daß sie Gegenstand der nächsten Kabinettsberatungen bilden. Dazu gehört z. B. die Winterhilfe, die heute auch den Haushaltsausschuß beschäftigt hat. Ob sie sich in dieser Form durchführen läßt, ist allerdings eine noch offene Frage. So tote fee vom Haushaltsausschuß beschlossen worden ist, würde sie etwa 400 Millionen kosten. Raturl.ch hat das Reichskabinett sich auch sehr ernst nr.t der Frage zu beschäftigen, wie die Finanzierung zu ermöglichen ist. Am Mittwoch wird das Kabinett sich vor allem auch mit der Abgrenzung des Aufgabenkreises des neuen Reichskornmissars für Arbeitsb e s ch a f- fung, Dr. Gereke, befassen. Es ist nicht beabsichtigt. einen neuen Apparat aufzuziehen. o ä u> t 2. = 33 = * « » r ;» o- ö ... w es-3. ;A§3 O'n P cf T" ll l 9=3 S.33 csa» 3® '38 p03^ "fr* 3 » 1 = 3 6)613 Paris, 12. De>z. (WDB.) Unter ungeheurem Andrang des Publikums, das zum Teil keinen Einlaß fand, wurde heute nachmittag die Kamme r f i ö u n g eröffnet, in der nach einer kurzen umn Abgeordneten Marin hervorgerufenen Geschäftsordnungsdebatte Ministerpräsident f) e r r i o t eingehend zur Schuldenfrage Stellung nahm. Er behandelte zunächst die Vorgeschichte und erklärte, man dürfe zwei Umstände nicht vergessen, die in der Nachkriegszeit viele Mißverständnisse heraufbejchworen hätten: Der Garantiepakt, der als Ergänzung des Versailler Vertrags von England und Amerika unterzeichnet werden sollte, sei nicht zustande gekommen, und die Vereinigten Staaten seien dem Völkerbund nicht beigetreten. Dieser Hinweis sei umio nötiger, als man jetzt wieder von der Verbindung zwischen «chulden und Abrüstung spreche. Herriot ging dann auf das Mellon-Verenger-Abkommen und den '))oung-Plan ein, der, wie er behauptete, einen Zusammenhang zwischen Reparationen und Schulden geschaffen habe. Leider fei alles in Frage gestellt worden durch Hoovers M o r a t o r i u m s v o r s ch l a g , der übrigens nichts enthalte, was gegen den von Frankreich geforderten iy deutschnationalen Ausschußmilg ieder Ebersbach und Borck waren nicht erschienen. Bekonntl.ch hatte der nationalsozialistische Abg. Hinkler a,s Vorsitzender des Hauptausschusses am 23. November in einer von den Angegriffenen als beleidigend empfundenen Form den d e u t f ch n a t i o n a l e n Mitgliedern falsche B e r i ch t e r st a t t u n g über Vorgänge im Ausschuß vorgemorsen. Der Vorsitzende der deutschnationalen Fraktion, Dr. von Winterfeld, hatte am gleichen Tage den Land tagspräsidenten Kerrl gebeten, in diesem in der Parlamentsgeschichte einzig dastehenden Fall zu ner Mitteln. Dr. von Winterseld hatte unter Hin weis darauf, daß die deutfchnationalen Auefchuß- m";tglietter mit tw beanstandeten Pressemeldung nichts zu tun hätten, sein Bedauern darüber aus- geiprochcn, daß ein Ausschußvorsitzender, ohne irgendwelche Beweise in der Hand ;u haben, Mitglieder des Ausschusses beleidigt habe. 2;>r Präsi denk möge daher eine sofortige Entschuldigung veranlassen, andernfalls könnten die Deutfchn.teionalen an Ausschußsitzungen unter Vorsitz des Abg. Hins l e r nicht mehr teiln.'hmen. Eine Entschuldigung ist bisher nicht erfolgt. Zu Beginn der Sitzung gab der Vorfitzend.', Abgeordneter Hinkler (RS.) den deutsch- nationalen Protest gegen fein Verhalten den Ausschußmitgliedern zur Kenntnis, ohne von sich aus dazu Stellung zu nehmen. Es wurde beschlossen, die jeweiligen Anträge der deutschnationalen Fraktion imAus- schuh solange nicht.zu verhandeln, wie die Deu^Hnationalcit Ausschuß fern blieben. Unter Zurückstelluno der deutschna'tonalen Anträge trat der Ausschuß dann in seine Beratungen ein. In der deutschnationalen Fraktion wird lym sichtlich des Beschlusses, deutschnaliona e Anträge vorläufig nicht zu behandeln, auf die während der letzten Landtagssitzung von 6em bcuifd'nationalen Fraktionsvorsitzenden abgegebene Erllärung net - wiesen, wonach den Arbeiten des Landtags gegenwärtig keine praktische Bedeutung zulomme, und die oeutschnalio- nalc Fraktion es ablehne, mit der Regierung Braun -usammenzuarbeicen. Der Hauptausschuß nahm einen nationalsoziali' stischen Anteag an, worin das Staatsministerium ersucht wird, sofort geeignete Schritte bei den zu ständigen Behörden zu unternehmen, damit zur Belieferung der Arbeitslager vornehmlich nur Klein- undMittelbetricbc des Handwerks. Gewerbes und Einzelhandels, so- wie Genossenschaften zugelassen werden. Der Antrag will verhindern, Haft die Belieferung der Arbeitslager durch einzelne großkapitalistische Unternehmungen erfolgt. nr2Q5 5eü66US6«6e 182. jaDwm " vi«»Ä0gu». v«z-md-k „52 Gießener Anzeiger ft C31SS ll& 2.^'9* v- 3 5 O® 3 VW--. Ww. L-ff bemessen. 3. Die Mittel für die Durchführung der Winterhilfe, von der auch die Alleinstehenden nicht ausaeschlossen werden dürfen, stellt das Reich den "Gemeinden zur Verfügung. , -- 4 Diese Reichsmittel dürfen für andere Zwecke «IBunSl der Wohlfahrtspflege weder vom Reich verrech- I einer einfachen Zahlungsverweigerung nicht einverstanden erklären, da eine solche Geste im ungeeignetsten Augenblick käme. Man mü'fe bedenken, welche Rückwirkungen die Zahlungsverweigerung auf die Vereinigten Staaten haben würde, wo jetzt schon die Haltung Frankreichs in gefährlichster Weise nicht verstanden werde. Außerdem^ feien die Schuldenregelungsabkommen dann hinfällig. Herriot warnte bann auch vor Iber Gefahr, einen Keil zwischen England und Frankreich zu treiben, während doch Frankreichs gesamte Politik auf dem französisch - englischen Der trauensabkommen aufgc* baut sei. (Lebhafter Beifall.) 'Besonders maßgebend für seine Entscheidung sei jedoch gewesen, daß Frankreich die Respektierung der Verträge zum Grundsatz seiner Politik erhoben habe. Wie könnte Frankreich bei den internationalen Konferenzen diese Politik verteidigen, wenn es den Begriff „Respektierung der Verträge" zunichte werden lasse? Auf einen Einwurf'von rechts „Unb Deutschland" bemerkte Herriot, gerade Deutschland gegenüber haben wir uns stets auf den Standpunkt gestellt, daß die Verträge respektiert werden müßten, und ich darf es mir zur Genugtuung anrechnen, einen deutschen Reichskanzler in Lausanne zu derselben Auffassung gebracht zu haben. Bei der Ruhrbesehung hat Frankreich sich auf die Verfehlungen Deutschlands gegen die Verträge berufen. Frankreichs Ehrenpflicht ist es, die ewigen Gesetze der politischen Moral zu verteidigen. herriot betonte darauf, daß er nur mit Vorbehalt zahlen wolle, wenn er auch noch nicht wisse, mit welchem, da er gemeinsam mit England oorgehen wolle. Er hoffe, noch heute abend einen entsprechenden Text einbringen zu können, und werde deswegen vor den zuständigen Ausschüssen erscheinen. Als Herriot die Rednertribüne verlieh, wurde ihm einmütiger Beifall gespendet. Rach den Ausführungen Herriots und einer kurzen Replik Marins beschloß die Kammer, sich auf morgen zu vertagen. Gegen die Zahlung. Paris, 12. Dez. (WTD.) Die sozialistische Kammerfraktion nahm auf Grund der ablehnenden Haltung Amerikas in der Frage der Dezemöerrate einstimmig eine Entschließung an, in der die Regierung aufgefordert wird, im Einvernehmen mit England eine allgemeine Konferenz einzuberufen, die alle internationalen Verpflichtungen zu b e r i ch t i g e n und internationale Transferierungen ohne Gegenlei- stung zu beseitigen hätte. Inzwischen,heißt es in der CnSchließung, möge die Regierung die Zahlung am 15. Dezember aufschieben. D.e linksrepublikanische Kammerfraktion hat nahezu einstimmig den Beschluß gefaßt, gegen jede Zahlung zu stimmen. Auch Englands neue Rote abgelebt, t. Washington, 12. Dez. (WTB ) Im St a ats- departement neigt man der Auffasi'ung zu, daß die gestern überreichte, hier innerhalb von sechs Stunden mit glatter Ablehnung beantwortete britische Note nur dadurch zu ev.lären sei, daß die britische Regierung Rück.ichten aus die innenpolitische Lage in England habe nehmen müssen, sonst wäre es nämlich, so meint man hier, unverständlich, daß England in einer formellen Note noch einmal Bedingungen an seine Zahlungen geknüpft habe, die anzunehmen nur der Kongreß in der Lage sei. Offenbar habe Macdonald noch einmal die Situation ganz kiarstellen lassen wollen. Denn andernfalls hätte eine mündliche Anfrage des britischen Botschafters bei Stimson genügt, um die britische Regierung endgültig davon zu überzeugen, daß die am 15. Dezember fälligen Raten gezahlt werden müßten, und zwar als Zinse n- raten und nicht, wie die englische Note vorgeschla- gen habe, als Abschlagszahlung auf das Kapital, falls Europa nicht die Möglichkeit irgendeiner späteren Revision des gesamten Schuldenkomplexes empfindlich stören wolle. Nie drei Codonas. Oie „Könige -er Lust' bei der Arbeit. Nach dem Tode R a st e l l i s sind die „Drei C o - b o n a s" vielleicht die einz gen Artisten von Weltruf, und ihr „Flieger" A.freoo Codona wirllich der einzige, der den dreifachen Salto dreht, jenes artistische Ideal, das alle Lustgymnastiker erstreben und noch nie erreicht haben. Wir hatten Gelegenheit zum Vergleich; im letzten Monat arbeiteten die Drei Concellos in der Berliner „Scala"; sie waren gewiß dadurch gehandikapt,- daß Frau Concello bei der ersten Ber.iner Probe stürzte und die Truppe einer begreiflichen Nervosität unterlag — trotzdem aber sah man den himmelweiten Unterschied zwischen einem anständigen Luftakt und der E.nrnalig- teit und Einz gartigkeit der Codonas. Die Camel- los zeigten an jenem Abend, was auch andere Artisten können: den Absprung mit Salto vom Trapez in die Hände des Fängers. Wenn man bedenkt, daß dies die eigentliche und wirtliche Kunst des „Fl>e- gens" ist, daß Fängep und Flieger an verschieden langen Trapezen hängen, daß die Abschwingzeiten bis auf den Bruchteil einer Sekunde abgestimmt werden müssen, daß der F.ieger mit einer Stundengeschwindigkeit von hundert Kilometern durch die Luft gewirbelt wird, daß fein menschliches Hirn dann noch fähia ist, etwas zu sehen, daß er dann ganz auf die Hände des Greifers angewiesen ist, die mit Blitzesschnelle zupacken müssen — dann kann man sich ungefähr eine Dorstellung davon machen, welche jahrelange, unermüdliche Ausdauer und Geduld, welcher Mut und welche Zähigkeit dazu gehört haben, bis dieses einzigartige Kunststück gelang. Die Codonas arbeiten nur etwa zehn Minuten, aber diese sind bis zum Aeußersten mit Spannung erfüllt, denn da ist jeder Tr.ck höchstes artistisches Können, da wendet sich kein Auge von der sternenbesäten Kuppel des „Wintergartens" — sie wird durch zahllose Scheinwerfer taghell ausgeleuchtet — denn da oben schwingen und fliegen die weißen geschmeidigen Körper, es ist totenstill, man hört die Trapeze knarren und die Lust unter ihren Flügen wehen. Wie man die Einzelheiten des Dogelfiugs nicht beobachten kann, so wenig das Schwirren dieses artistischen Schauspiels (darum ist es mit der Zeitlupe ausgenommen worden in einem Film, der den Werdegang der Truppe darstellt), man nimmt im Theater die einzelnen Phasen des Dreifachen so wenig wahr wie damals, als die Doubles in Mur- naus Jannings-Film „Variete" sie machten — man Lteberraschung in London. London, 12. Dez. (TU.) Die neue amerikanische Rote, in ber bie englische Auffassung über ben Charakter der Schulbenzahlungen abgelehnt wirb, hat in London große Ueberraschung ausgelöst. Ter .,DailyCx - preß" schreibt, es sei eine Krise entstanden, die Macdonald dazu veranlassen dürfte, sofort eine Kabinettssitzung einzuberufen. Englands Wunsch, die Zahlung als Kapitalamvrtisation anjufeljcn, sei dadurch bestimmt worden, daß bei Vornahme gewisser Transaktionen mit dem im Staatshaushaltsplan vorgesehenen Amortisationsfonds für innere Schulden die Einbringung eines besonderen Rachtragshaushalts hätte vermieden werden können. Der diplomatische Mitarbeiter des „Daily Telegraph" erklärt, es entstehe jetzt bie Frage, ob Cnglanb ben Dominions unb ben Mächten, bie nicht in das Lausanner Abkommen einbezoaen seien, wie z. B. Estland, bie Schulbenzahlungen stunden solle. Man wolle in London darüber Klarheit haben, ob die Amerikaner sich mit einer Bereitstellung des Goldes in der Dank von England zufrieden geben, oder ob sie seine Verschiffung nach Amerika verlangen. Belgiens neue Ironien. Von unserem Dr. ^.-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Brüssel, Dezember 1932. Die belgischen Wahlen sind vorüber, und man tut gut, sich ein Bild von den Möglichkeiten der Brüsseler Innenpolitik zu zeichnen. Es wäre ein verhängnisvoller Irrtum zu g.auben, Helgens innere Entwicklung sei für das übrige Europa ohne Belang. Zu allen Zeiten fand jede gewaltsame Aen- derung im Bestände innerstaatlicher Einrichtungen in Belgien einen lebhaften Widerhall. Und man sollte sich nicht der Möglichkeit entziehen, daß eines Tages von hier aus in die erstarrten Fronten der europäischen Politik ein neuer Anstoß ausgchen könnte. Wenn Belgien im Augenblick durch eine innere Krise erschüttert wird, so sind ihre Ursachen doppelter Natur. Es geht den verschiedenen Parteien darum, die Verantwortlichkeit für die verheerende Finanzlage dem „Nachbar" aufzubürden. Gleichzeitig beruhen alle Störungen im gerege.ten Ablauf der belgischen Demokratie auf einer Krise des Regimes. Es bleibt sich immer gleich. Solange Parlamente berufen sind, einer wirtichaft- lichen Konjunktur zu folgen und bie Staats ausgaben heraufzusetzen, geht alles reibungslos. Sobald aber die Volksvertretung vor die Aufgabe gestellt wird, an eingreifenden Sparmaßnahmen mitzuwirken, zieht sie es häufig vor, von sich aus abzutreten. Das Verhalten der belgischen Parteien während ber letzten Monate, in denen sich das Kabinett Renkin bemühte, emen Ausweg aus dem finanziellen und wirtschaftlichen Wirrwarr zu finden, entspricht genau dem der deutschen. Der Versuch, taktische Parteierwägungen in den Vordergrund der Entschließungen zu r.cken, ist hier genau so gescheitert wie bei uns. Praktisch läuft die Mitarbeit der Parteien auf ein Stillegen der Staats» Maschinerie hinaus. Renlin, dessen Kabinctt auf einer katholisch-liberalen Koalition beruhte, also eine marxiftenfreie Regierung barfteüte, wurde ausber eigenen Mitte heraus erdolcht. Die Liberalen verspürten plötzlich im Anschluß an die Gemeinde-Wahlen des Oktober die Neigung, sich jeder weiteren Verantwortung zu entziehen. Sie glaubten in der bama.igen Niederlage der Katholiken einen Anlaß sehen zu müssen, sich selbst vor weiterer Mißgunst der Wähler zu bewahren. Also stieß man im Kabinett vor und betonte, die Finanzgesetze seien schwerwiegender Natur. Die Zusammensetzung des Parlaments entspreche nicht mehr ber Volksme i nung, und die Schutzzollpolitik sei dem Lande verhängnisvoll. Unter solchen Parolen glaubten die Liberalen ihres Erfolges sicher zu sein. Es kam darüber tatsächlich zur Auflösung, aber zuvor zu einer Kabinettsumbildung. Renkin trat ab, u.n dem Grafen D e Broqueville Platz zu machen. Broqueville ist ein gewandter Unterhändler, der seinem Vaterlande in mancher schwierigen Lage einen Ausweg wußte. Er übernahm die Re- gierungsbilduna für em Kabinett der „40 Tage", um die Wahlen durchzuf hren. Aber zuvor entschied er sich dahin, seine Mitarbeiter nach ihren bisherigen Leistungen zusammenzubringen als ein ausgesprochenes Kabinett der Persönlichkeiten. Nicht weniger als vier seiner Mitarbeiter haben schon vorher ein Erstes Ministeramt bekleidet. Und von den übrigen ist keiner ein unbeschriebenes Blatt. Broqueville wußte, was er tat bei der Regierungsbildung. Er rechnete nicht mit einem raschen Abtreten, sondern m.t einer Fortführung der Geschäfte. Der Ausgang ber Wahlen vom 27. November gab ihm Recht. Die Brüsseler Kammer zählt fast 187 Abgeordnete. Vor den Wahlen fetzte sie sich aus 76 Katholiken, 28 Liberalen, 70 Sozialisten, 11 flämischen Nationa- lifte-’, 1 Unabhängigen und 1 Kommunisten zusammen. Sie besteht jetzt aus 79 Katholiken, 24 Liberalen. 73 Sozialisten, 8 flämischen Nationalisten und 3 Kommunisten. Die Verschiebung zwischen Reg-e- rungsfoalition unb Opposition beträgt einen Sitz, der nach links abwanderte. Damit bewiesen die Parteien, daß sie über einen festen Bestand verfügen. Die Wähler aber zeigten, daß ihnen eine Neuorientierung ber Politik iucht genehm wäre. Es bleibt alles beim Alten. Zwei besonders hervorstechende Züge der Wahl sind ber Rückgang ber Liberalen unb der Abstieg der „F r o n t p a r t e i", also ber flämischen Nationalisten. So erfreulich vom Standpunkt der deutschen Politik jeder Mißerfolg ber belgischen L.beraten ist, so bedauerlich bleibt bie Einbuße der Frontisten. Liberalismus unb Frontismus find in Belgien natürlich Gegengewicht. Während bie liberale Partei Schrittmacher des französischen Militarismus ist unb sämtliche Anweisungen — bitte wörtlich zu nehmen — aus Paris erhält, kämpfen bie flämischen Nationalisten für eine unabhängige Außenpolitik b e s Landes unter Betonung ber Anlehnung an bas verwandte Germanentum nach Norden und Osten. Der Liberalismus wurde zurückgeworfen, weil er eine kulturkämpferische Wahlparole ausgegraben hatte. Das gab der Kirchen- bchönde Anlaß, von sich aus in zwei Hirtenbriefen unmittelbar in die politische Entwicklung einzugrei- fen. Selten kämpfte die katholische Partei in einer so geschlossenen Gefechtsordnung wie jetzt. Die Kräfte der katho.ischen Kirche sind in Belgien viel zu lebenskräftig, als daß sie im Augenblick der Gefahr nicht zu einer gewaltig gesteigerten Leistung in Abwehr und Angr.ff zusammenströmten. Der Frontismus seinerseits fiel fast auf ben Stand von 1925 zurück, weil er in sich in seiner politischen Doktrin unb in ber Wahl ber politischen Mittel gespalten ist. Man hat feit Monaten brei verschiedene, sich gegenseitig bekämpfende Richtungen zu scheiden: die Frontpartei alter Richtung, unter Führung von Herman Vos, die Dolkspartei unter Führung von Ward Hermans.und die faschistische Gruppe Dan Severens, die zur Stimmenthaltung aufforderte. Der Erfolg solcher Zersplitterung hat schl.mme Folgen gezeit.gt. Man kann nur hoffen, daß er zur Besinnung führe. Innenpolitisch steht Belgien vor. der Frage: Beibehaltung der katholisch-l beralen Koalition oder Dre Parteienkoalition unter Einbeziehung ber Sozialisten. Die Liberalen zeigen Neigung zur Oppo- fit.on. Für ben Fall drohen die Katholiken mit ber Weiterführung ber Geschäfte a.s Minberheitsmini- sterium und mit ber Folge der nochmaligen Kammerauflösung. — Von der Seite ber Hochfinanz, vor allem von F r a n c g u i, dem Gouverneur der So- ciete Generale, wird vorgcschlagen, ein Kabinett ber Persönlichkeiten beizubehalten, das aber Anlehnung an bie drei großen Parteien bes Parlaments findet und sich von ber Volksvertretung einErmäch - tigungsgefeö bewilligen läßt, mit dem es die dringenden Finanzaufgaben lösen könnte. Letzten Endes hat der belgische Parlamentarismus die Staatsführung genau so in einen Engpaß ge- führt wie anderswo. Jetzt bleibt bie Frage offen, mit welchen Mitteln der Verfassung man daraus hinausgelangt. Die Zahl derer, die neue Wege mv- schlagen, ist im Wachsen. Au« aller Mell. Silberne Slaatsmedaille für Gräfin von der Groeben. Der kcmmiisarische preuß fche Minister des Innern hat der Vvr,'.tz?nden des Hanptvorstandes des Daterländifchen Frauenvereins Dom Roten Kreuz, Frau Dr. h. c. Agnes Gräfin von der Groeben, zu ihrem 70. Geburtstag die Silberne S t a a t s m e d a i l l e für Verdienste um die Vellsgriundhrit als sichtbares Zeichen der Anerkennung und des Dankes der Preußischen Staatsregierung überreichen lassen. * Der Herr Reichspräsident hat der Frau Gräfin von der Groeben zur Vollendung ihres 7E Lebensjahres in einem herzlichen persönlichen Sch re. ben unier Würdigung ihrer vaterländischen Verdienste seine Glückwünsche ausgesprochen. Kultusminister a. D. Dr. Vccker leicht verunglückt. Bei einem Zusammenstoß zwischen einem Personenkraftwagen und einem Lastauto in Berlin wurde ber frühere preußische Kultusminister Dr. Becker im Gesicht leicht verletzt. Nach An- legunq, eines Notoerbandes wurde er in seine Wohnung gebracht. Dellslieger Bertram auf dem Heimflug. Der deutsche Flieger Hans Bertram ist nach gutverlaufenem Fluge von Bima kommend in Soerabaja (Java) gelandet. Kurz nach dem Abflug von Bima entdeckte der Mechaniker Allen einen blinden Passagier, der sofort nach ber Ankunft in Soerabaja festgenommen wurde. Bertram erklärte auf Befragen, sein Flug sei bislang nur durch starke Gegenwinde behindert worden. Er beabsichtigt, von Soerabaja in einem Flug ohne Zwischenlandung die Stadt Medan im Nordwesten der Insel Sumatra erreichen zu können. Nach einer späteren Meldung aus Soerabaja geriet jedoch Bertrams Flugzeug bei dem Start zum Weiterfluge in einen Graben und wurde schwer beschädigt. Bertram unb sein Mechaniker blieben unverletzt. Reue Ausschreitungen an der Breslauer Universität. Die Pressestelle der Universität D res lau teilt mit: Am Montag, kurz nach 11 Uhr, sam- m-olle fich wieder eine Gruppe Studierender auf dem Korridor des ersten S.ockes der Universität, fing an zu singen und „Cohn, heran s!' zu schreien. Als sich dieiTlnruhestifter auf die Aufforderung des Rektors nicht entfernten, wurden ihnen die Erkennungsmarlen mit H lse der Polizei abtzcnommen. Der Tlnterricht touroe nut ln der Zeit von 11 bis 12 Tlhr gestört. Flugzeug im Schnecsturrn brennend abgestürzt. — Zwei Tote. Bei Bernarbsville (Neu-Jersey) stürzte im Schnee st urm ein Flugzeug brennend ab. Die beiden Insassen, zwei Offiziere der Nationalgarbe, erlitten tödliche Brandwunden. Vier Kinder ertrunken. Auf dem Lorsdeich in Corallischken (Kreis Memel) brachen sechs Kinder durch die dünne Eisdecke. Vier Kinder ertranken, die übrigen beiden konnten mit Mühe gerettet werden. Schlagwetterexplosion in Belgien. — Sechs Tote. In der Kohlengrube Samte Marguerite bei Perönnes in der Provinz Hcnncgau ei eignete sich ein schweres Unglück, verursacht durch schlagende Wetter. Sechs Bergleute wurden getötet. Hungersnot in Chile? Britischen Meldungen aus Santiago de Chile, zufolge herrscht in Die.en Bezirken Chiles, namentlich in den Salpeterprovinzen, große Hungersnot. 3n einzelnen Stödten sei kein Zucker erhältlich. Diele Menschen, darunter auch zahlreiche Kinder, seien vor Hunger gestorben. Zn einzelnen Städten sei es zu Ardeiterkundgebungen gegen die Regierung gekommen. sieht nur ein verblüffendes Wirbeln bes weißen Menschen, ein breifaches Sichüberschiagen in ber Luft, zwischen zwei Trapezen, im Bruchteil einer Sekunbe, und der weltberühmte Salto ist geschehen. Er gelingt, man soll es nicht verschweigen, keineswegs immer im ersten Anflug. Dann fällt Alfredo ins Netz, in das er zahllose Male gestürzt sein wird, ehe dieser Trick gelang, richtet sich etwas ver- roirt auf unb beginnt von neuem. Nicht minber erregend und schön aber sind bie Äugend.icke ber Piroutten, wenn sie sich breimal um ihre Längsachse schwingen — von einem Trapez zum anderen zurückzukehren. In solchen Momenten schreit bas Publikum auf unb klatscht bann wie besessen, unb am Enbe will ber Jubel kein Enbe nehmen. Die Leute ahnen bunkel, daß sie in diesen zehn angespannten Minuten etwas Traumhaftes in menschenmöglicher Vollenbung erlebt haben: bie Uebermin» bung bes Raums unb bas Fliegen aus eigener Kraft. nn. Zeitgenössische Anekdote. Twn Charlie Roellinghofs. Zum Notar kamen die beiben Herren A und B gegangen. Also sprechen sie: „Herr Notar. Hier sind hunbert Mark. Die sollen Sie aufdcwahren, so lange, bis wir sie zurückverlangen. Aber Sie dürfen bie hunbert Mark nur uns beiben geben, nicht etwa einem von uns allein." Der Notar nimmt bie hundert Mark in Verwahrung. Es verstreichen ber Wochen zwei, als sich auch schon Herr A beim Notar einfinbet unb bie hundert Mark fordert. „Ich kann sie Ihnen allein nicht geben, Herr Al Bringen Sie Herrn B wieder, und ich will gern auszahlen." „Der B steht unten", sagt Herr A, „er hat ein lahmes Bein und kann nicht heraufkommen!" „Nun, das ist etwas anderes", meint der Notar, „da will ich Ihnen die hundert Mark gern geben. Bitte recht sehr!" A nimmt den Schein und verschwindet so gründlich, daß ihn kein Mensch finden kann. Wieder vergehen der Wochen zwei, und da meldet sich Herr B beim Notar: „Ich möchte gern die hundert Mark haben, Herr Notar!" „Was macht Ihr Bein!?" fragt der Notar. „Was soll mein Bein machen? Lassen wir die Scherze, mein Herr, wo sind die hundert Mark!?" „Die hundert Mark habe ich vor zwei Wochen Herrn A ausgezahlt!" Da ging denn Herr B zum Gericht und verklagte den Notar. Der Richter beroch den Fall und sprach zum Notar: „Der Fall liegt ganz klar. Abgemacht war, daß Sie hundert Mark nur ben Herren A unb B zu-' sammen auszahlen bürsten. Sie gaben sie aber Herrn A allein!" „3a", sagte ber Notar, „nur btefe hunbert Mark waren nicht die hundert Mark, die ich von den Herren bekam. Es waren andere hundert Mark — aus meinem Prioatverrn igen!" „So, so", sprach der Richter, „bann haben Sie also bie hunbert Mark ber Herren A unb B noch?" „Aber ganz gewiß!" versicherte ber Notar. „Nun denn, — dann geben Sie sie doch Herrn B hier!" „Herzlich gern", sagte der Notar, „sowie Herr A kommt!" ... Halsbandgeschichie. Daß nur wenige Leute echte Perlen von künstlichen unterscheiden können, lehrt die Geschichte von zwei Perlenhalsbändern, die sich kürzlich in Paris zugetragen hat. Die „Heldin" ist eine amerikanische Dame, die eine Reise nach Frankreich unternahm. Eine Pariser Freundin riet ihr, das sehr wertvolle Pcr.enhalsband, das sie besitzt, nicht mitzubringen, soniern sich eine Imitation anfer- tigen zu lassen. Die Amerikanerin befolgte diesen Wink, ließ die Kopie Herstellen, und nachdem sie beide in Augenschein genommen hatte, hielt sie für den sichersten Ort, an dem der echte Schmuck während ihrer Abwesenheit untergebracht werden ßjnnte, den Safe einer Reuhorker Bank. Zn Frankreich trug sie ihr Perlenhalsband bei jeder Gelegenheit, ließ es achtlos auf ihrem Toilettentisch im Hotel Herumliegen und behandelte es so unvorsichtig, daß die Schnur riß. Der Schmuck mußte daher zu einem Pariser Juwelier gegeben werden. Kaum hatte dieser die Perlen gesehen, da ries er aus: „Aber das siick» ja echte Perlen, Madame, und zwar sehr schöne!" Die Amerika- nerin schüttelte ungläubig den Kops und wollte das nicht glauben, bis sie Rachforschungen airgestellt hatte. Schließlich mußte sie sich davon überzeugen, daß das künstliche Halsband die ganze Zeit über ruhig in ^er Stahlkammer der Reu- Yorker Bank gelegen hatte. Zeitschriften. — „Das I n s e l s ch i f f", Zeitschrift für bie Freunbe bes Insel-Verlags, Weihnachten 1932. — Als Einleitung lieft man — zum sechsten Todestage von Rainer Maria Rilke am 29. Dezember — bie schönen unb noch heute gültigen Worte, bie Heinrich .Ebuarb Jacob seinerzeit unm.ttelbar nach dem Hin- scheiben bes Dichters nieberschried. Ein sttlles Prosa- stück von Carossa ist bcm Versuch einer Lebensübersicht entnommen unb schilbert einen Tag im Kriege, an ber Ostfront. Timrmtmans hat zu den entzückenden Photos aus seiner Laterstabt Lier einen besinnlichen Text geschrieben. Ein sehr interessanter Aufsatz von Albington über ben englischen Dichter D. H. Lawrence. Gebichte vom Kleistpreisträger Billinger. Proben aus Neuerscheinungen bes Insel-Verlags: aus bem hier' schon früher erwähnten Spieler-Buch von (Tonte (Torti unb aus ben kaukasischen Novellen von Robakibse. — Die „Deutsche Zeitschrift" (Callwey, München) bringt u. a. einen ausführlichen „Bücherbrief' von Paul Alverbes, ber burch einen Aufsatz über „Nvrbische Erzähler von Fritz Endres und eine Uederficht über neue gute Gcschichtsromane von Hans Böhm erweitert wird. Des 300. Geburtstages von Spinoza gedenkt Erich Brock. Von dem schmcdi- schen Dichter Jarl Hemmer wird die „Geschichte bes kleinen Johannes", von Per Hallström bie Erzählung „Ein Dichter" bargeboten, indes Hans (Tavoffa unter der Uederschrift „Ein Tag im Kriege" von einer eindrucksvollen Begegnung mit Max Mell berichtet. Zum „Freiwilligen Arbeitsdienst" nimmt H. Herrigel Stellung. Berichte über Musik, Theater, Film, neue Schallplatten; einige Bilder nach Werken von Otto Herbig sowie Abbildungen neuer Einfamilienhäuser bereichern das Heft. _— „M utter und K i n d", Zeitschrift für Ernährung, Pflege unb Erziehung bes Kindes. Verlag Elwin Staude, Osterwieck a. H. Vierteljährlich (drei Hefte) 1,6k RM. einschließlich Porto. — Der Weihnachtszeit angepaßt, bringt das Dezemberheft eine Reihe interessanter Beiträge, die durch zahlreiche Bilder erläutert werden. Eingeleitet wird das Heft durch einen Artikel von Dr. P. Martell über „Weihnachtsbräuche". Beiträgen wie „Ich werde Mutter, ..Kurze Winke für sparsame Mütter, „Das schlaflose Kind", „Von Nürnberger Pfefferkuchen, Gesundheitsschutz und Säuglingsversicherung", „Hausmusik". „Kind und Buch", „Kleine Mißgeschicke" usw. dürste eine junge Mutter manche gute Anregung entnehmen. Aus der Provinzialhauptstadt MtiMrtyingttMögti! ch bin letzt Ferien r Seit in Packungen oder Tüten von 1 Pfund erbittet in dieser Woche die Pfund pende der Zrauen-Winterhilfe Die Zustellung der Psundpakete wird aus Wunsch der Hausfrauen von den Lebensmittelgeschäften aus direkt an die Sammelstelle erfolgen. Annahme: Alte Klinik, parterre, rechts, Montags, Mittwochs und Freitags, von 9 bis 12 Uhr. Ein Ermittlungsverfahren gegen einen Pfarrer. ‘256'21. Frankfurt a. M., 12. Dez. Die Staatsanwaltschaft hat gegen den evangelischen Pfarrer G. Probst in Frankfurt-Oberrad ein Treibjagd auf Greta Garbo Und so verbringt sie ihre kurzen Serien ... Don unserem ständigen bk. ».-Berichterstatter. Ermittlungsverfahren wegen Vergehens gegen 8 » der Notverordnung vom 14. Suni 1932 ein- geleitet Der Pfarrer steht im Verdacht, sich der 2lureizung zu Gewalttätigkeiten durch einen in dem kirchlichen Organ „Der Sonn- tagsgrust" gebrachten Artikel zur Gustav-Adolf- Gedenkfeier schuldig gemacht zu haben. Buntes Allerlei. Ähnlichkeit trägt ein Vermögen ein. Sein Aussehen allein hat einem englischen Bürger, Douglas Galindo, ein Vermögen eingetragen, daS sich auf mehr als eine halbe Million ^lart ^ziffert. Der glückliche Besitzer einer prächtigen Villa und eines beträchtlichen Einkommens war vor dem Kriege ein armer Mann, der den Namen Tochatti führte. Er trat als Schauspieler auf einer Liebhaberbühne auf, und hier erblickte ihn eine reiche Dame, Annie Galindo. Sie wurde von seinem Anblick aufs tiefste bewegt denn sie (Nachdruck, auch mit .Quellenangabe, verboten!) Kopenhagen, im Spätherbst 1932. Der Autotaxenchauffeur Petersen ist seit ein paar Tagen ein berühmter Mann.^lnd sein Auto mit der Nummer K 1299 ist fortab der begehrteste Wagen Kopenhagens. Für mindestens vier Wochen ist er von D.elen, vieren Kopenhagenerinnen und ihren Kavalieren zu Fahrten vom Hauptbahnhof durch die Stadt und wieder zum Hauptbahnhof bestellt worden, zwischen 6 Uhr 34 und 7 Uhr 20 abends. Denn so lange ist die Garbo neulich auf der Hatz von London—Paris nach Stockholm durch Kopenhagen im Auto Nummer K 1299 spazieren gehetzt worden. Dabei hatte sie aber auf dem Wege ins Auto „daran glauben müssen". „Das ist sie ja gar nicht", behauptete einer vom Rudel von Journalisten, das sich am Bahnhof angesammelt hatte. „Die hat ja schwarzes Haar." ^Stimmt", stellte ein anderer fest, „nämlich eine Perücke. Und schon war die Garbo umzingelt. Der ganze Journalistenhause wollte llelbstverständlich wie ein Mann sich ihrer Koffer bemächtigen. Was aber ihre Begleiterin nicht zuließ. Denn die Gräfin, mit dem bezeichnenden Namen Wachtmeister, pfefferte ein Garbo-Köfferchen nach dem anderen einem darüber durchaus sehr entzückten Gepäckträger auf den dazu trainierten Bärenrücken. Und weg war er mit den Köfferchen. Einer davon war sogar ein Koffer. Als Chronist kann man nicht genau genug sein. Denn dieser große Koffer kam oben auf die berühmte Taxe K. 1299. 6 wer waren durch die interessante Besichtigung sehr befriedigt und gewannen durch die sachkundige Füh- rung von Dr. Beste einen wertvollen Ueberblick über alle Maßnahmen, die hier getroffen sind, um die Herzkrankheiten zu erforschen. Den Dank der Besucher sprach am Schluß der Vorsitzende des Vereins, Lehrer Hofmann, Lang-Göns, aus. Kleine Strafkammer Gießen. * Gießen, 9. Dez. Sn ter Nacht vom 23. auf wn 24. Sanuar 1932 war ein Polizeibeamter in un? dessen Schwager, die sich beide auf dem Nachhauseweg befanden, von einer Gruppe von 6 bis 8 Männern unter Beschimpfungen belästigt tror&en. Su dem daraufhin entstehenden Tumult erhielt der Polizeibeamte plötzlich einen heftigen Faustschlag gegen den Kopf. Der Arbeiter W wurde beschuldigt, diesen Schlag ausgeführt zu haben und war vom Amtsgericht zu einer Gefängnisstrafe von 4 Wochen verurteilt worden Ein weiterer Beteiligter hatte wegen Beleidigung ^ne Gefängnisstrafe von 2 Wochen erhalten. Angeklagte legten gegen diese Verurteilung mit dem Ziele der Freisprechung Berufung ein. Die Derufungsoerhandlung bestätigte jedoch die Nichtigkeit dss erstinstanzlichen Urteils, so daß die Berufungen der beiden Angeklagten zurückgewiesen wurden. Während des Wahlkampfes zur Reichspräsiden, tenwahl war in dem Dorfe O. ein Wahlplakat mit schwarzer Farbe besudelt worden. Der Verwalter Sy wurde beschuldigt, den Täter, der den c®?^f^äbigun9 gegen ihn erlassenen Strafbefehl hatte rechtskräftig werden lassen, zu der genannten Handlung angestiftet zu haben. Er war auch deshalb zu einet Geldstrafe von 40 Mk. durch das Amtsgericht verurteilt worden. Seine gegen dieses Urteil eingelegte Berufung hatte Erfolg. Auf Grund der heutigen Beweisaufnahme erschien es zweifelhaft, ob der Angeklagte der Anstiftung schuldig war. dieser unabweisbaren Notwendigkeit. Sie vergessen, oaß der reisende Kaufmann noch immer öcr zuverlässigste, beste und auch billigste Werber^ und Verkäufer ist und daß der Verkauf der An.ang und das Ende aller ko mnerzieilen Weis- heit ist vorbereitende Maßnahmen verlangt, die sich nicht immer sofort in bar ausmünzen lassen. Gerade in der heutigen Zeit der Absatznot sind die vertretenen Firmen mehr denn je auf die inten» swe Tätigkeit ihrer Mitarbeiter im Außendienst angewiesen. Sn ihrem eigenen Snteresse liegt es deshalb, eine verständnisvolle, beide Teile fördernde Regelung der Spesen- und Provisionsfrage schnellstens vorzunehmen. An alle vertretenen Häuser richten wir deshalb die dringende Ditte: Ermöglicht eine intensive Reisetätigkeit durch einen ausreichenden Provisionssatz und einen festen Spesenzuschuß. Die für die Aufrechterhaltung der guten geschäftlichen Beziehungen zur Kundschaft aufgewandten Beträge sind im besten Sinne werbend angelegt." ** Der Bezirks - Lehrerverein Sie- 8 e n - L a n d besichtigte am Samstag das Kerckhoff- Jnstitut in Bad-Nauheim. Die Führung lag in den Händen von Dr. B e st e, dem Sekretär der Stiftung. Nach einleitenden Worten über das Werden der Kerckhoff-Stiftung, über dis Bedeutung für dis Wissenschaft, den Bau und seine Einrichtungen begann die Führung durch die Hörsäle, den Ehrenraum für den St fter Kerckhoff, durch das Museum, die Einzelzellen für die Röntgenaufnahmen usw. Die Teilneh- Für den 1 4. I a n u a r 1 93 3 ist eine Wohltätig- keitsoevanstaltung im Stadttheater zum Besten der E eßener Winternothilfe vorgesehen. Einer Bitte des Werbe- und Sammelausschusses der Winternothilfe entsprechend, haben sich Intendant Dr. P r a s ch und die M itglieder desStadttheaters, sowie Unioersitätsmusikdire'tor Dr. Temesvary und der Bauerfche Gesangverein, ferner die Tänzerin Fräulein Ange B a ch in liebenswürdiger Weise bereit erkiärt, bei dieser gemeinnützigen Veranstaltung mitzuwirken. Die ganze Vortragsfolge des Abends soll eine heitere Note haben. Näheres wird im Laufe der nächsten Woche noch mitgeteilt werden. Die Vorstände der Vereine unserer Stadt werden von dem Werbe- und Sammelausschuß der Winternothilfe heute schon auf diese Vercknstaltung hingewiesen mit der Bitte, für diesen Abend keine Veranstaltung vorzusehen, damit das Interesse der Gießener Bevölkerung ungeteilt diesem Werke im Dienste der Nächstenliebe zugute kommen kann. glaubte, in ihm geradezu sich selbst in ihrer Sagend zu erblicken, natürlich ins Männliche übersetzt. Diese fabelhafte Aehnlichkeit, die sie entdeckte, zog sie magisch zu dem jungen Manne hin, und sie machte ihn 1913 zu ihrem Sekretär. Als Tochatti während des Krieges zum Militär ausgehoben wurde, nahm Frau Galindo seine Gattin zu sich und gewann eine große Neigung zu den beiden Kindern Tochattis. Ms er glücklich aus dem Kriege heimgekehrt war, ließ die alte Dame ihren „Doppelgänger" und seine Familie nicht mehr von sich fort. Sie bestand darauf, daß er sich von ihr adoptieren ließ, denn sie erklärte, er müsse durch irgend einen geheimnisvollen Zusammenhang ihr Sohn sein, da er ihr so ähnlich sehe; auf ihren Wunsch wechselte er auch den Damen und nannte sich Galindo. Als sein drittes Kind im Hause feiner Adoptivmutter geboren wurde, übertrug sie auch auf dieses ihre Liebe. Als sie mit 89 Sahren starb, hinterließ sie mit Ausnahme einiger Legate ihr gesamtes Vermögen dem Adoptivsohn, der dadurch in den Besitz eines prächtig eingerichteten Hauses und eines Vermögens von etwa 35 000 Pfund gelangte. AelsonS Fernrohr w rd versteigert. Das Fernrohr, das der englische Nationalheld Admiral Nelson in der Schlacht von Trafalgar benutzte, wurde mit einigen anderen Reli» quien des großen Admirals und Erinnerungen an feine Geliebte, die Lady Hamilton, bei Chri- sties in London versteigert. Um das Fernrohr setzte ein heftiges Bieten ein, das mit 300 Guineen begann und mit 1450 Guineen endete. Diese Summe von mehr als 20 000 Mk. wurde im Auftrag eines Mäzens erlegt, der auch noch verschiedene andere Erinnerungen an Nelson auf der Auktion erstand. Diese historischen Gegenstände werden von ihm dem britischen Marine-Museum zu Greenwich zum Geschenk gemacht. Die Feierabend stunde an Weih- n a ch t e nun d S yloester. Das Polizeiamt teilt mtt: ®er $err Win.ster des Innern hat die Feier- abendstunde am zweiten Weihnachtsfeiertag und am Neulahrstaa allgemein auf 2 Uhr und an Sylvester auf 6 Uhr feftgeietzt. 1 1 ** S t r a & e n f p e r ru ngsnachrichten, mit« vom Oberhessischen Automobil-Club E. V. (A o. D.) Gießen: Wegen Herstellung einer elek krischen Straßenbahn wird die Ortsdurchfahrt W i e s e ck im Zuge der Straße Gießen—Altenbuseck von der Gemarkungsgrenze Gießen bis Grabenstraße vom 12. Dezember ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über die Marburger Straße (Gießen—Marburg). — Die Sperre auf der Provinzialstraße Nieder-Weisel — Ost heim ist aufgehoben. ** D e r U ebergang von der Grundschule in die höhere Schule. Die Pressestelle des Hess. Philologenvereins schreibt uns: Die normale Dauer der Grundschule beträgt 4 Jahre. Doch können Schüler und Schülerinnen, deren geistige und körperliche Veranlagung und deren Schulleistungen erwarten lassen, daß sie ohne Ueberspannung ihrer Kräfte im Unterricht der Sexta mit guten Schülern die den vierjährigen Grundschullehrgang durchlaufen haben, auf die Dauer Schritt halten können, schon Vereinsveranstaltungen imZahre 1933 mitteilen! Die Bürgermeisterei Gießen (Verkehrsamt) ersucht im heutigen Anzeigsnte.'l alle Vereine ufw., ihre im Sabre 1933 geplanten Veran» ft a 11 u n g e n (Kongresse, Tagungen, Ausstellungen, besondere Sport- und Dereinsveranstal- tungen) baldmöglichst bekanntzu'ge- ben. Durch öieie Bekanntgabe soll vermieden werden, daß mehrere gleichartige Veranstaltungen auf einen Tag zusammenfallen. Besonders geeignete Deranstaltungen werden von dem Städtischen Verkehrsamt in auswärtigen Werbeschriften kostenlos bekanntgegeben. Spenden für die Winternotlnlfe. Don der Geschäftsstelle der Gießener Winternot- Hilfe wird mitgeteilt: Folgende neue Spenden gingen ein: Hotz- und Kohlenhandlung Ed Klinke!, Bahnhofstraße 8:. 50 Ztr. Eierbriketts. „Erweg e" Einheitspreis G. m.b.H : 60 Kinde rfchlüpfer, 24 Damcnfchlüpfer,- 20 wollene Kna- benpullooer, 10 Damenpullover, 6 wollene Baby- Jäckchen, 40 Paar Pantoffeln, 24 Paar wollene Herrensocken, 12 Paar Kinderstrümpfe, 20 Paar Damenstrümpfe. Daten für Dienstag, 13. Dezember. 1769: der Dichter Christian Fürchtegott Gellert in Leipzig gestorben; — 1797: der Dichter Heinrich Heine in Düsseldorf geboren; — 1816: der Ingenieur Werner von Siemens in Lenthe bei Hannover geboren; — 1836: der Maler Franz v. Lenbach in Schrobenhausen in Oberbayern geboren; — 1863: der Dichter Friedrich Hebbel in Wien gestorben. Liornotlzcn. — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute, 20 Uhr, erste Wiederholung des ^rontstückes „Die endlose Straße" von Graff und Hintze, unter der Spielleitung des I n t e n d a n- t e n. 11. Vorstellung im Dienstag-Abonnement. Gewöhnliche Preise. Ende gegen 23 Uhr. — Sonntag, 18 Dezember, 15 Uhr, zum erstenmal das Weihnachtsmärchen „Aschenbrödel" in neuer Inszenierung und Ausstattung unter der Spielleitung von Karl V o l ck. Den Zeitoerhältnissen entsprechend hat die Intendanz für dieses Märchenspiel besondere kleine Preise angesetzt. Der Vorverkauf hat begonnen. —~ ® ' e sieht' s jetzt an der ehemaligen We st front aus? lieber dieses Thema wird am morgigen Mittwochabend auf Veranlassung der Bezirksgruppe Gießen des Dolksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge ein Lichtbilder-Vortrag im ©roßen Hörsaal der Universität geboten. Der Eintritt ist frei. Interessenten seien auf die Veranstaltung besonders hingewiesen. Bruder zusammen. Jetzt war ich in London und in Paris und will wieder zurück nach Schweden ..." „llnb dann?" „Je ne sais pas ..." (,Hch weiß mAT), das ist übrigens auch das einzige Fran- zosisch, das ich kann. Und jetzt möchte ich mir während des kurzen Au enthaltes schnell etwas uon Kopenhagen ansehen. Es ist ja sehr nett, all das Interesse, das man mir erweist ... Aber es ermüdet etwas ..." Da ist schon ein anderer Kollege mit feiner Frage da: „Weshalb sind Sie so schweigsam zu uns Presseleuten?" Die Garbo hat nur eine, ihre weltbekannte Abwehr-Geste „Haben Sie sich verpflichtet zu schweigen?" „Vielleicht". Und jetzt ist sie in der Taxe. Das hat die Wachtmeister auf dem Gewissen. Und die Taxe Nr. 1299 bat die Garbo entführt. Und zwei, drei/vier andere Taxen, von dem Journalistenrudel mit Beschlag belegt, liegen im Kielwasser der Glückstaxe K. 1299. Eine wilde Treibjagd beginnt. Immer wie- der bringen die Verkehrslampen uns auseinander. 65 nur noch zwei Wagen, die hinter tv 1299 liegen. Kreuz und quer durch Kopenhagen. Durch den Strög. lieber den Kongens Nytoro. Wieder zuruck zum Bahnhof. Und wieder in die City. Ueber den Rachausplatz. In die Bester Voldgade hinein ... Da ... plumps ... der große Koffer, der lxben auf K. 1299 thronte, liegt auf dem Asphalt Was dem Lyriker in dem einen der „Verfolger-Autos" Glück brachte. Sein Wagen hält neven dem Glücksauto. Raus ist der Lyriker, hin nach dem Koffer, hat ihn schon. Und das Auto K. 1299 wird geöffnet. Die Garbo kommt zum Vorschein. Sie strahlt. Strahlt den Lyriker mit dem großen Koffer an, der Koffer ist wieder auf seinem Thronplatz. „Tausend Dank", sagt die Garbo, und der Lyriker hat ihre Hand für eine Viertelminute. In der anderen Hand aber hat er das Buch von vorhin. Er gibt es ihr. Sie nimmt es ihm ab. „Wenn ich Ihnen eine Freude damit machen kann. Danke." Und er stammelt: „Ich bin glücklich. Ich habe es nämlich übersetzt." Und die Wachtmeister Happt die Tür wieder zu. Und das Auto K. 1299 ist wieder entflohen. Die anderen Autos hinterdrein. In 15 Minuten hält die ganze Autokarawane wieder vor dem Hauptbahnhos. Doch als sich der Schlag von K. 1299 öffnet, entsteigt dem Auto eine neue Garbo: unter dem schwarzen Glockenhütchen sieht man jetzt das natürliche Aschblond. „Die Verwandlung der Venus", stößt einer vom Journalistenrudel begeistert aus... Aber die Garbo ist unter' dem Schutz ihrer Gräfin entschwunden. Im Schlafwagen des Stockholm-Expresses wird sie aber nach wenigen Minuten wieder umzingelt. Jetzt gibt es fein Entweichen mehr. „Meine Herren, ich bitte Sie", flehte das „gestellte Wild" uns an. „In wenigen Minuten geht der Zug." Auf keine Frage jedoch bekommen wir eine richtige Antwort. Und damit wird ihr Abteil von ihrem, pardon, ihrer Wachtmeister-Gräfin mit hartem, unerbittlichem Ruck geschlossen und die Gardine wird vorgezogen. Der Zug ist im Freihafen. Ein schwedischer Matrose auf dem Fährschiff mit Greta Garbos Schlafwagen und vielen anderen Wagen betrachtet die neugierige Menge auf dem Kai recht von oben herab, betrachtet dann noch hochmütiger und gleichgültiger die vielen Kameras und ruft uns zu: „Mein Gott, die könnt ihr ja jeden Tag im Kino zu sehen fr leg en." 1 ' Zwei Platzkonzerte der Militärkapelle. Heute um 1 7 Uhr gibt unsere Gießener Militärkapelle unter Leitung von Obermusrkmeister Krauße ein Platzkonzert unter dem lichtergeschmückten Weihnachtsbaum auf dem Lindenplatz. Von 17.45 Uhr ab sch letzt sich das zweite Konzert an der Ecke Plockstraße/Johannesstraße, ebenfalls unter dem lichtergeschmückten Christbaum, an. Durch beide Konzerte soll der Verkehrswer- b u n g unserer Stadt, zugleich aber auch einer Geldsammlung zum Besten der Winternothilfe Förderung zuteil werden. Die Besucher der von der Militärkapelle in dankenswerter Weise völlig uneigennützig gegebenen Konzerte mögen nicht versäumen, als Ausdruck ihrer Anerkennung den Sammelbüchsen der W.ntemothilfe eine Geldspende je nach den Kräften des einzelnen zuzuweisen. Das Programm für das Konzert auf dem Li irden p l a tz : 1. Chorak: Macht hoch die Tür; 2. »s Gebet von Hackenberger; 3. Fackeltanz eyerbeer; 4. Hurra, die Musik kommt!, Marfchpotpourri von Zimmer. Das Programm für das Konzert an der Plockst r a ß e : 1. Choral: Dom Himmel hoch, da komm ich her; 2. Festmarsch über Themen aus Beethovens Es-Dur-Konzert von Wieprecht; 3. König Heinrichs Aufruf und Gebet aus der Oper „Lohen- grin" von Wagner; 4. Soldatenlisder-Potpourri von utHinemann. Wohltätrgkeitsveranstaltung im Stadi- theater zum Besten der Winternothilfe. „Eine Gluckstaxe", rief entzückt eine allerliebste Kopenhagenerin, die das Volksgedränge um die Garbo durchbrochen hatte, „1 und 2 und 9 und 9 macht 21, also dreimal 7!" und klatschte in die Hände, daß die Garbo es hörte. Da lächelte die Garbo zum ersten Mal in Kopenhagen. Und weil sie dies tat, bekam das Journalistenrudel Mut. „Würden Sie uns sagen, weshalb ..." Wei- ter kam der Fragesteller nicht. ch kann gar nichts sagen", antwortete die Garbo und machte wieder ihr weltbekanntes, müdes Garbogesicht. Sie wollte gerade ins Auto steigen. Da war ein selbst- versorgender Lyriker vorgestoßen, ein Mann mit einem Buch in der Hand. „Der Kerl will ihr Autogramm", rief ein höhnischer Neider und Kollege, was die Garbo wieder hörte. „Darauf verstehe ich mich gar nicht. Denn ich habe meinen Füllfederhalter ..." „Ganz im Gegenteil", stotterte der selbstoersorgende Lyriker. „Sie sollen sogar das Buch behalten. Es ist gewissermaßen von Ihnen. ,The private life of Greta Garbo1 („Das Privatleben von G. G.") von Ihrer Landsmännin Rilla Page Pallenborg, 1931 in USA erschienen." Da nahm die Garbo das Buch, besah sich das Titelblatt, schüttelte sehr müde den „göttlichen Kopf" und holte zu folgenden lapidaren Sätzen aus: „Wollen Sie mir glauben, wenn ich sage, daß ich nichts, aber auch nichts mit diesem Buch zu tun habe? Es ist von Anfang bis Ende frei erfunden. Und genau so, das versichere ich Ihnen, verhält es sich mit vielen anderen Büchern und Artikeln, von denen behauptet wird, daß sie inhaltlich von mir herrühren." Und lässig gibt ie das Buch zu- rück. „Sehen Sie, ich bin letzt auf Ferien, wenn man dies hier Ferien nennen kann ... Ich war in Schweden nur mit meiner Freundin, ber Gräfin, mit meiner Mutter und mit meinem 9Ji.-$poil Frauenturnen im Gau Hessen -er OT. Die erste planmäßige Uebungsstunde des neuen Turnjahres vereinigte am Sonntag zu Gießen nahezu 100 Dorturnerinnen und Leiter von über 50 Frauenabteilungen im Gauverband. 2m Mittelpunkt der Lehrarbeit, die von Gaufachwart Du. dolf Paul (Gießen) geleitet wurde, standen die von der Frauenturnwartin dec DT. Els S ch r ö . der (Kaiserslautern) entworfenen allgemeinen Freiübungen für das 15. Deutsche Turnfest zu Stuttgart. 2lls Massenübungen, die auch aus dem nächstjährigen Gaufrauenturnen zu Heuchelheim bei Gießen auftreten, sind sie einfach, durch den Wechsel der Zeitmaße in einzelnen Gruppen aber von lebendigstem Dewegungsablauf. Entwicklungsgeschichtlich bilden sie anerkanntermaßen einen gewissen Abschluß, um den das Männer- turnen auf diesem Gebiet nach den, Zeugnis des zuständigen Fachwortes der DT. noch ringt. Zu den Höhepunkten der Echauseitc des Deutschen Turnfestes zählt ferner ein von dem 'Direktor der weithin anerkannten Musterturnschule zu Hannover, Carl Loges. verfaßter Chorfesttanz, zu dem jeder Kreisverband der DT. mit drei Fahnentänzerinnen seiner Landesfarben an der Spitze eine Tanzgruppe im langen weißen Festkleid stellt: die Einführung in Grundformen dieser Kundge- bung wurde von Fräulein Luise Schwarz (Friedberg) geleitet. Der Mittelrheinkreis selbst wird in Stuttgart ferner mit einer Sondervorführung in DodMÜbungen hervortreten. In ihren Beratungen am Nachmittag, denen auch Gauoberturnwart Wilh. Will (Gießen) beiwohnte, verschob die Gauvorturnerschaft die fällige Neuwahl ihres Unterausschusses, dem außer dem Gaufachwart die Abteilungsleiter Heinrich Schneider (Wetzlar) und Frl. Lu.fe Schwarz (Friedberg) angehören, bis nach dem Gauturntag, dem am 12. März zu Gießen der einstimmige Vorschlag der Fachschaft sowie des Gauturnausschusses 'auf Wahl des Gaufrauenturnwarles Rudolf Paul (Gießen) zum Nachfolger des zurücktretenden verdienstvollen Gau- Ebrenoberturnwartes Wllh. Will vorliegt: gleichzeitig ergab eine umfassende Aussprache die einstimmige Entschließung, den bewährten Abteilungsleiter Heinrich Schneider (Wetzlar) als neuen Gau- frauenturnwart für die restlichen zwei Jahre der Wahlzeit in Vorschlag zu bringen. Ein kritischer Rückblick auf das diesjährige Gaufrauenturnen spricht der Bad-Nauheimer Bürgerschaft, den Behörden und der Tiurnerschast einmütigen Dank für die Vorbereitung und Durchführung der werbekräf- tigen Veranstaltung aus, führt zu einer eingehenden Behandlung der Kampfrichterfrage und setzt als volkstümliche Hebungen für den nächsten Gauwettkampf zu Heuchelheim einen 75-Meter-Lauf, Weit- fprung, Vollballweilwurf und als Zusatzübung zum Vierkampf Kugelstoßen fest. Der übliche Lehrgang, wenn auch der wirtschaftlichen Notzeit wegen in kleinerem Ausmaß, soll in Verbindung mit dem aü- gemc Lehrgang für Vorturner und Xununarte demnächst mit zur Durchführung kommen. Zur Pflege des Turngesanges werden neben den Liedern für das Deutsche Turnfest vier weitere Lieder im Gau zur Hebung gestellt und darauf die Verhandlungen mit einer Ansprache des Gaufachwartes geschlossen. VfB. Gießen. VfB. Gießen I. — VsR. Butzbach I 1:3 (0:0). Das Spiel wurde unter ungünstigen Vorzeichen ausgetragen. Der holprige Boden auf dem Wald- sportpiatz war hart gefroren und die Gastgeber traten mit Ersatz an. 5m Spiel selbst sah man keine außerordentlichen Leistungen, vielmehr erlebte man unerwartete Enttäuschungen, denn die VfBer, die fast während der ganzen ersten Spielzeit drückend wldüberlegen waren und die Gäste nur selten zum Zug kommen ließen, vermochten keine einzige ihrer Torchancen auszuwerten, denn entweder scheiterten sie an der Verteidigung der Gäste (obwohl diese durchaus nicht so sehr sicher war), oder aber die Bälle wurden darüber und daneben gejagt. Verschiedene Male wurde jede Möglichkeit durch über- flü'sige Kombination vor dem Tor vergeben. Jeden- falls war die Mannschaft der VfBer nicht ganz auf der Höhe und mußte eine verdiente Niederlage hinnehmen. M t dem Ergebnis von 0:0 Toren wurden zunächst die Seiten gewechselt und ohne Pause weitergespielt. In der 5. Minute nach Halbzeit errangen die VfBer durch einen entschlossenen Schuß das erste Tor. Der Tormann der Butzbacher startete Zu spät und mußte das Leder knapp am rechten Torbalken in das Netz passieren lassen. Die Freude dauerte aber nicht lange. Nach nur einer halben Minute, kurz nach dem Wiederanstoß, glichen die Butzbacher durch einen raschen Angriff und einen entschlossenen Schuß aus. Der Tormann hatte gar keine Möglichkeit einzugreifen, stand außerdem auch falsch. Die Butzbacher lebten sichtlich auf. Fünf Minuten später und wiederum durch einen rasanten Angriff und einen ebenso sicheren schönen Schuß, kamen die Butzbacher zum zweiten Tor. In der 3s. Minute erhöhten die Gäste gar noch auf 3:1, wäh renb sich die Gießener vergeblich um eine Einheitlichkeit im Spielaufbau bemühten. Die Gäste spielten zwar auch keinen klaren Stil, aber sie spielten frischer und mehr auf Erfolg bedacht. Die Gäste hatten ihrem Torwart viel zu verdanken, der sicherer war als sein Gegenüber. Die VfBer konnten jedenfalls in der Aufstellung Becker: Bingel, Henkel: Feuster, Kreß, Kapeller; Ritter, Lehrmund, Winter, Witte- kind, Mattern, nicht überzeugen. Der Schiedsrichter amtierte korrekt. Er hatte fern schweres Amt. Es wurde sehr fair gespielt. Berufsspielersrage vor her Entscheidung In Würzburg trafen am Samstagabend die Vertreter der süddeutschen Bezirksliga-Dercine zusammen, die an den kommenden Endspielen des Verbandes beteiligt sind. 2n dieser Gesellschaft waren also auch alle die Großvereine versammelt, die eventuell für eine Derbandsliga in Frage kommen oder an der Verussspielerfrage interessiert sind. Es gab eine lange und sehr ernste Aussprache über die gegenwärtige Situation im deutschen Fußball. 2m Vordergrund standen natürlich auch die Fragen des Derussspielertums and des Spielsystems. Aach Schluß der vertraulich geführten Verhandlungen wurde die folgende Entschließung gefaßt: „Die süddeutschen Endsprelteilnehmer haben sich in einer gemeinsamen Sitzung mit der Spielsystem- Kommission des Verbandes in Würzburg eingehend über die gegenwärtige Lage im deutschen Fußball ausgesprochen Sie haben dabei die Aot- wendigkeit erkannt, die entscheidenden Beschlüsse ihrer Dachorganisation, des Deutschen Fußball- Bundes, die im 2anuar unter Anteilnahme der Vertreter aller Landesverbände erfolgen werden, abzuwarten. Aach dieser DFB-Sitzung wird der süddeutsche Verband erforderlichenfalls alsbald einen außerordentlichen Derbandstag anberau- men, um die angeschlossenen Vereine über die Maßnahmen entscheiden zu lassen, die sich ans den Beschlüssen der DFB.-Sitzung ergeben." Die sehr vielsagende Resolution beweist also, daß man sich im DFB. und in den Verbänden jetzt endlich zum Handeln entschlossen hat. Gegen den Gemeinschastsvertrag OT.-OSB.-OIB. Eine Entschließung des Mittelrheinkreises. Es hat den Anschein, als würde es nicht mehr all,zulange dauern, bis der Gemeinschaftsoer trag zwischen den drei großen Verbänden DT., DSB. und DFB. „geplatzt" ist. Aus allen Teilen des Reiches werden Schwierigkeiten zwischen den Vertragspartnern gemeldet nnd meist wird von irgendeiner Seite aus der Beschluß gefaßt, bei den Spitzen verbänden die Kündigung des Vertrages zu verlangen. Am deutlichsten und energischsten gehen derartige Forderungen derzeit von feiten des DT. aus. Die Frage der nächstjährigen deutschen Meister- schäften im Handball und in den Sommerspielen gehört unter das gleiche Kapitel. Am Sonntag hat in Offenbach der Kreisausschuß des Mittel- rheinkreifes analog dem vor acht Tagen gefaßten Beschluß iber GauoSerturnwarte folgende Resolution, die sofort an den DT.-Vorstand weitergeleitet wurde, beschlossen: „Der Vertrag mit den Ver- bänden in der jetzt vestehenden Form ist nicht geeignet, die hohen Ziele, die angestrebt werden, zu erreichen. Er muß deshalb in seiner jetzigen Form gekündigt werden." Oesterreich schlägt Belgien 6:1. Aus der Rückreise von England traten die österreichischen Fußballspieler am Sonntag in Brüssel gegen eine belgische Auswahlmannschaft an. Tie Wiener führten ein ganz ausgezeichnetes Spiel vor, man merkte ihnen die Strapazen des großen Englandkampfes nicht im mindesten an. Die Belgier mußten eine schwere 1:6-Schlappe ein stecken, die aber dem Spielverlauf nach vollkommen ah Recht besteht. Der beste Mann der Oesterreicher war diesmal der Halblinke Schall, der in der ersten Halbzeit allein drei Tore erzielte. Für Sindelar führte diesmal Gschwaidl den Sturm, auf Halbrechts stürmte Wesfelik. Kurz nach der Pause schoß Schall auch noch ein viertes Tor. Den fünften Treffer konnte Zischek auf sein Konto buchen. Erst bei diesem Stande kamen die Belgier zu ihrem Ehrentor, Wesselik stellte aber mit einem sechsten Treffer die alle Differenz wieder her. Als Schiedsrichter fungierte der Engländer R u d d. der seine Sache gut machte. OGE-Handball. 05C. I — Io. 1846 II 2:5. 3u dem am Sonntag aus getragenen Handballspiel stellte der Turnverein 1846 Dreßen seine verstärkte 2. Mannschaft. Auch der ODC. hatte viel Ersatz. Das Spiel sah durchweg die Turner etwas im Vorteil und endete mit 5:2 für die 1846er. Beim OSC. klappte es diesmal gar nicht. Der Sturm ist nach wie vor das Schmerzenskind der Mannschaft. Das Zusammenlpiel fehlte. Dagegen spielte der TD. 1846 im Sturm ausgezeichnet. Die beiden Außen erw.e'en sich als sehr gesährlich. Beim OSE. war der Tormann Schmieder sehr gut. Der Schiedsrichter leitete zur Zufriedenheit. Finnlands Streitmacht für Innsbruck. Hur vier Teilnehmer wird Finnland zu den internationalen Skimeisterschaften vom 6. bis 13. Februar in 2nnsbruck entsenden. Die Heine Kampftruppe besteht aus dem Olympiasieger im 50-Kilometer-Dauerlaus in Lake Placid, V. Saarinnen und dem Zweiten in diesem Wettbewerb, Vainö L i i k a n e n , die auch in (Innsbruck über diese Strecke an den Start gehen. Den Kombinations- und Sprunglaus bestreiten A u r t i o und T o i k k a. Zusammen werden diese Vier außerdem Finnland im 40-Kilometer- Stasse 1 laus vertreten. Kurze Gportnotizen. Eine großzügige Winterhilfe hat der Verband Brandenburgischer Ballspieloereine be* schlossen. Der VBBV. wird 500 Verbandsmitglie- oern, die in dürftigen Verhältnissen leben, eine einmalige Weihnachtsbeihilfe von je 5 Mark gewähren. Funda-Maidorn gewannen am Sonntag ein Mannschaftsrennen in Münster, das über 100 Runden führte, mit vier Runden Vorsprung vor den Kölnern Rausch-Hürtgen. «- Helen Wills-Moody, die Weltmeisterin im Tennis, wird Anfang 1933 nach Oesterreich übersiedeln und dort das Skilaufen erlernen. • A n den FIS«5Rennen werden sich nun doch die Norweger beteiligen. Birger Ruud und Gröl- tumsbraaten haben bereits fest zugcsagr und werden auch ihr Abschlußtraining in Oesterreich ob» soloieren. Büchertisch. — G. D. Stern: Ein allzu nettes Mädchen. Roman. Brosch. 3,50, Ganzleinen 4,80 Mark. Allstein, Berlin SW. 68. — (245) - Wie eine junge Engländerin sich selbst und brr ganzen Welt eine Heine Komödie vorspielt, daS erzählt mit Witz und Laune G. B. Stern in ihrem Roman „Ein allzu nettes Mädchen". Loveday trägt ihre — echten oder eingebildeten — Sorgen zwischen den Blütenfeldern der Riviera und dem Zwielicht der Londoner Aachtlokale spazieren. Do« Schicksal meint es nicht allzu böse mit ihr, aber es legt ihr einige Steine in den Weg, die nicht ganz einfach zu beseitigen sind. Aber schließlich gelingt eS doch, nachdem Loveday einige Male aus abenteuerliche Art die Flucht ergriffen und vor den Schranken des Londoner Gerichtshofes alle Schrecken eines Erbschaftsprozesses durchgc- macht hat. — Friede H. Kraze: Garba. Das Spiel ist aus. — Wird nun das Leben kommen? Roman. 327 Seiten. Geb. 4,40 Mk. Verlag C. Bertelsmann in Gütersloh. Garba heißt das einst vom Kind gespielte Traumreich, in dem alles Gute. Hilfsbereitschaft und Gerechtigkeit herrscht, — auch für die zarte Roselin kommt die Wirklich- feit, da eine junge Baroneß aus den Dorurteilen ihrer Kaste, Familie und Heimat hineingewor-. fen wird in den Strudel des Weltkrieges. Vme Fülle wechselnder Bilder, Schilderungen des kaiserlichen Berlin und seiner höfischen Gesellschaft, der Kriegserlebnisse einer Roten-Kreuz- Schwester und des Zusammenbruchs. Ein Frauenbuch, das der treuen Gemeinde der Friede H. Kraze sicher willkommen sein wird. — Des Lahrer Hinkenden Boten neuer historischer Kalender für den Bürger und Landmann auf das 2ahr 1933 ist im Verlag von Moritz Schauenburg in Lahr (Baden) erschienen (240.) und bringt seinen allen Freunden eine Menge schöner und beschaulicher Geschichten und Anekdoten samt ausführlichem Kalendarium, einer Chronik der Wellbegebenheiten, auch allerlei Bll- I dem, Sprüchen, Gedichten und einem Verzeichnis der Messen und Märkte. Dabei ist der „Hinkende 1 Bote" hübsch, billig und kostet nut 50 Pfennige. Wirtschaft. • Frachtenpool auf dem Aorbatlan- t i L Zwischen den auf die deutschen Häsen Hamburg und Bremen fahrenden Reedereien (Hapag- Lloyd-Ilnion, Baltimore Mail Steamship Co., United States Lines und *5 anfee Line) ist eine Einigung in folgenden Punkten erzielt worden: 1. eine Abfahrten- und Quotenvereinbarung zwischen Hapag-Lloyd-Union und Baltimore Steamship Co. für die Fahrt nach Aorfolk und Baltimore: 2. eine Poolvereinbarung zwischen der Hapag-Lloyd-Union und den United States Lines für ben Dienst nach Aeuhork; 3. eine weitere Poolvereinbarung zwischen der Hapag-Lloyd- Union und der Haickee Line für den Dienst nach Boston und Philadelphia. Die Verständigung erstrebt in erster Linie eine Stabilisierung der Raten, mit ihr wurde ein ähnlicher Zustand geschaffen, wie er bereits von 1895 bis 1914 bestanden hat. • Verkauf von Hapaa-Schiffen an Rumänien. Wie WTD. -Handelsdienst erfährt, stehen Verhandlungen zwischen der autonomen Verwaltung der rumänischen Seehäfen und der Hapag über den Verkauf von Hapag- Schiffen zum Zwecke des Ausbaues des Verkehrs auf der Donau-Levante-Strecke dicht vor dem Abschluß. Cs handelt sich hierbei um die in den Fahren 1922 und 1923 gebauten früheren Stinnes-Dampfer „Adolf v. Baeyer", „Carl Legten" und „Albert Vogler", die zusammen eine Tonnage von 17 100 Drt. darstellen. lieber den Kaufpreis ist von deutscher zuständiger Seite noch nichts näheres zu erfahren: von rumänischer Seite wird ein Kaufpreis von etwa 1 Mill. Mk. genannt Beim Zustandekommen des Verkaufs würde sich eine Entlastung der Hapag-Lloyd- Union von aufgelegter Tonnage in Höhe von etwas über 80 000 Brt. ergeben, wobei die Schiffverkäufe des Aordlloyd an die Russen und der Verlaus des Hapagdampfers „Emil Kirdorf" an die Rumänen mit berücksichtigt sind. Frankfurter Abendbörse abbröckelnd. Frankfurt a.M. 12.Dez. Die Abendbörse hatte nur kleines Geschäft zu verzeichnen, da neue Kundenorders nicht eingetroffen waren und auch die Auslandbörsen keine Anregung boten. Die Stimmung war zwar nicht unfreundlich, die Berliner Schlußkurse blieben aber nicht ganz behauptet Die Veränderungen betrugen nur Bruchteile eines Prozentes, 2G.- Farben gaben bei Eröffnung um 0,40 v. H.^nach und bröckelten später um weitere 0,40 v. H. ab. Montanwerte blieben relativ gut behauptet. An den übrigen Marktgebieten traten feine nennenswerten Veränderungen ein. Am Rentenmarkt blieben Reichsallbesitz- anleihe, Reichsschuldbuchforderungen und Stahs- Verein-Donds behauptet. Don fremden Werten lagen Eisenbahn-Bosnier in Airpassung an den Berliner Kurs 1,25 v. H. höher. Am festverzinslichen Markt kamen Goldpfandbriefe meist noch etwas höher zur Aotiz. Reubesihanleihe 6,70. Attbesihanleihc 53,85, Schuhgeb etsanleihe 5,60, Cisenbahn-Bosnier 14,5, Reichsbank 129,5, Gelsenkirchen 47,25, Harpener 84,75, Mannesmann 61,5 bis 61,13, Rheinstahl 76. Aku 57,75, AEG. 33,75, Bekula 110,5, Conti Gummi 118,25, S>/eide- anstalt 150, Licht & Kraft 95,60. 2G.-Farmen 98 bis 97,5, Geschrei 73, Holzmann 58, Lal^.reyer 114, Rhein. Elektro Mannheim 84,5, Rütgers- werke 42,5, Hapag 18,5. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M-, 12. Dez. (WTB. Drahtmcl- bung.) Der Getreibemarkt hatte zum Wochenbeginn zwar etwas festere Verfassung, doch blieb bie Umsatztätigkeit in ben engen Grenzen der Vorwochen, obwohl Brotgetreibe knapp angeboten war. Die Mühlen unb der Handel bekundeten infolge des ruhigen Mehlgeschäfts nur sehr geringes Interesse. Kraftfuttermittel lagen infolge des Frostes freundlich, jedoch war auch hier das Geschäft sehr still. Es wurde notiert: Weizen 205 bis 206 Mark, Roggl a 162,50, Sommergerste für Brauzwecke 180 bis 185, Hafer (inländischer) 134 bis 137,50, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0) 28,65 bis 29,25, Weizenmehl (niedrrheinisches) 28,50 bis 29, Roggenmehl 23 bis 24,75, Weizenkleie 7,75, Roggenkleie 8,35, Sojaschrot 10,75 bis 10,85, Palmkuchen 8,75 bis 9, Erdnuß- kuchen 12,75 bis 13, Heu (süddeutsche, gut, gesund, trocken) 4,60 bis 4,80, Weizen- unb Roggenstroh (drahtgepreßt) 2,25 bis 2,50, Weizen- und Roggenstroh (gebündelt) 2,25 bis 2,50, Treber (getrocknet) 10,60 Mark. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben bre Höhe der zuletzt deschlosienen Divtb nbe an. — Retchsdankbtskont 4 o. - Lombardzinsfuß 5 v. H. Jrantfun a. 2)1. 2)erhn Schluß« kurv «Schluß!. Abcnd- börs- Schluß- lurd Schloßt, mittag» bürfe Odium 10.12- l 12-12- 10.12. 12.12. 6% Deunche -lletchsanleihe v. 1921 6% ebem.7% Dl. Reichen!. v. 1929 »Yt% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Äblös.-Schuld mü Au-los.-Nechlen ............. 76 91,25 58,5 6,55 69,25 - 57 54 85 85 78,25 78,5 8,25 5,8 5,6 6,65 3,7 4 4 5,6 4,6 21,9 76,5 91,5 75 58,9 6,7 70,25 57 54,9 83 85 86 79 79 7 5,75 5,6 6,75 3.7 4,1 5.9 9,25 4.6 22 75,9 90,9 58,5 6,6 69,4 54,25 78,25 8,3 1,05 5,85 5,65 5.65 6,5 3,75 4,05 4,15 6 4,55 21,8 76,5 91,5 75,5 58,8 6,7 70,65 54,5 — 1,05 5,65 5,4 54 3,75 4,1 4-13 4,55 21,75 Desgl. ohne Ausloj.-Rechte...... 6% cbem. 8% Hess. Sollefiaat 1929 «rückzahlh. 102%)............ Lberhessen Provinz-Anleihe mb Au-los.-Rechten ............. Deutsche Komin. Summe lab l.?ln leihe Serif 1 mit Auslos.-Rechten . 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Banl Goldvse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hhp^Ban! Golbpse. 16 unkündbar bis 1936 5«/,% ebem. 4'/.% Franks. Hyp. Bank»Ltau.-Psandbriese ..... 5'/i% ehem. 4’/'.% Rheinische Hhp.-Bank-Liau.-Goldpse..... ehem. 8% Pr. LandeSosand briefanflalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespfand briefanllaU, Pfandbriefe R. 10 4% L österreichische Goldrente... 4,20% Leslerreichische Sllberrev.te 4% Ungarische Goldrenie....... 4% Ungarische Staatürente v. 1910 4'/z% desgl. von 1913.......... 5% abgeil. Goldmexikaner von 09 4% Türkische tzollonleil>e von 19ii 4% Türkische Bagdadbohn-Anleihe Serie l.................. 4% desgl. Serie II ............. 5% Rumän. vereinh. Renke v. 1903 4>Z,%Rumün.vereinh.Reni,v.l91S 4% Rumänische vereinh. Rente . 3%% Anatolier ............... jramiuci u. jJi. Berlin Schluß« kurs Echiußl. Abend- börle Schluß- für» Schlußk. Mittagbörse Datum 10-12. 12-12- 10.12. 12.12. Homvurg-Amerrta-Pakei ..... 1 - 18,5 18,25 18,75 Hamburg.Südam. Dampfschiff. 0 — — vansa Tampsschiff........... 0 - — — — Norddeutscher Lloyd ......... 0 19,4 '9.5 19,25 19,65 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 46 46.5 45,5 46,4 Berliner Handelsgesellschaft.... 4 89 88,75 89,5 88,75 Commerz- und Prival-Bank... O 53,5 53,5 53,5 53,5 Deutsche Bank und TiSconto» Gesellschaft .............. 0 75 73 75 75 Dresdner Bant.............. 0 61,75 61.75 61,75 61,75 RelchSbank ................ 1 130 129,5 129,25 130,25 A.e.s...................... 0 33,5 33,75 33,5 33,75 Eiekll. Lieferungsgelellschast... b 74 74,5 74,4 74 Licht und Kraft ............. 6 93 95,65. 93.5 95,75 Felten & Guilleaume ........ 0 54,5 55 55 55,75 Gesellschaft für Elektrische Unter- nehmungen............... 4 72,5 73 72,5 73,25 Rheinische Elektrizität ........ 5 82,5 84,5 84,5 84,75 Schlickert & (So.............. O 75 77,75 75,75 77,75 Siemens & Halske........... v 121 124,75 121 125,5 Lahmeyer & (So.............. 10 113,5 114 112,5 114 BuderuS ................... 0 44,73 46 45,25 45,9 Deutsche Erdöl ............. 4 81.5 83,75 82,25 84 Gelsenkirchener.............. c 46,25 47,25 46,4 47,5 harpener.................. (J 84 84,75 83'13 85,4 Voesch Eisen—6ö!n SRrueilen.. 0 • — 48.4 50,13 Also Bergbau ............. 1 127 — 127,5 129 Hie Bergbau Genüsse...... 7 100.5 101,5 100.5 101 Klocknerwerke ............... ü 45 46.75 45 46.5 Mannesman« Höhren ........ O 60,75 61,13 60,4 61,25 Marisfelder Bergbau......... 0 24,5 26.25 24,25 25,25 €bcr!chlei Kokswerke......... 41,4 42.4 Phvnir Bergbau............ 0 33 34 33.25 34*25 'Rheinische Braunkohlen ...... 178 177,5 178.5 179 Rheinstahl................. 0 74 76 74,75 76 Sranffurt a.M. Berlin Schluß- ture Schluß!. Abend- böri Sch uß« tum Schluvt. Mi lag. böre 'Datum 10-12- 12-12- 10.12- 12-12. Berenngre Stahlwerke..... ... u 30,25 30,75 30.13 31,13 Ctatti Minen ............ ... u 16 15,5 15,9 15,5 Kaliwerke Aschersleben..... ... 6 107,5 109 107,5 109,5 Kaliwerke Westeregeln..... Kaliwerke Salzdetfurth .... ... 6 113 114,5 111,13 114.5 ... V 171 172 171 172 I ©. krarben.Zndujtrie Scheide anstaU............ 97,5 97,5 97,5 98,4 .10 147,5 150 Goldschmidt ........... .. 0 28,25 29,4 28,5 29.65 RütgerÄwerke ............ ... 0 42 42,5 42,13 42,75 Metällgesellschast.......... ... 0 34 34 34 Philipp Holz mann........ Zementwerk Heidelberg ... Lementwerk Karlstadt...... ... 0 57,75 58 58 58,4 ... 4 ... 0 46 46,5 39 — - Wayh & Frehtag......... ... 0 — - Schultheis Batzenhofer..... ... 0 99,5 98,5 Aku «Allgemeine Üunstseidel ... 0 57 57,75 57,13 57,9 Bemberg............... 64,5 64,9 64,5 64,9 Zellstojt Waldhos ......... ... 0 46 48,5 45.65 46,5 Zellstoff Aschaffenburg ... 0 28,13 28,13 28,25 Dessauer Gas.......... 99,75 101,25 Daimler Motoren . ... Deutsche Linoleum . _____ v reust ein & Koppel ...... ... 0 18,65 18,75 18,25 19,13 ... 0 ... o 45.5 46,5 45 37 45.9 37.75 Leonhard Tietz......... ...6 41 41 40,9 41,5 Lhode................... 149 153 152 155 Gritzner.............. ... 0 30 30.85 30 — jiJtotntMftWerfc Hachik.i M. ... 4 54 56,5 - Süddeutscher Zucker ...... ... » 147 - 141,3 - Deoifenmarh Berlin — Frankfurt a M. 10-Dezember 12-Oezember timthdx Notienmg Amtliche Jlotierunn t^eld Ärie Seid Brie Helsingtor». 5,994 6,006 6,034 6,046 Wien...... 51,95 52,05 51,95 52,05 Prag...... 12,465 12,485 12.465 12.485 Budapest ... — — — Sofia..... 3,057 3,063 169,57 3,057 3,063 Holland .... 169.23 169,23 169,57 Colo....... 70,43 70,57 70,78 70.92 Kopenhagen. 70.93 71,07 71,23 71,37 Stockholm... 74,58 74,72 74.88 75-02 London ..... 13.68 13,72 13,74 13,78 Buenos AueS 0,858 0,862 0,858 0,862 Neuvork .... 4,209 4.217 4,209 4,217 Brüssel .... 58,28 58,40 58,28 58.40 stallen..... 21.55 21,59 21,55 21,59 Pari« ..... 16,43 16,47 16.43 16,47 Schweiz ... 80,92 81,08 80,92 81,08 Spanien.... 34.39 34,4-5 34,39 34.45 Danzig .... 81,65 81,81 81.69 81,85 Japan..... 0,879 0,881 0,879 0.881 Rio be gaiL 0,269 0,271 0,269 0,271 Jugoslawien 5,634 5.646 5,634 5.646 Lissabon... 12,76 12,78 12,76 12.78 Banknoten. Serlln, I2.1>nember Seid 2tocf Smerikanische Roten...... 4.20 4,22 Belgische Noten.......... 58.12 58,36 Dänische Roten ........ 70,86 71,14 Englische Noten ......... 13,70 13,76 französische Noten....... 16.39 16 45 Holländische Nokeu....... 168.86 169,54 Italienische Noten........ 21,49 21,57 Norwegische Noten ...... 70,61 70,89 Deutsch Oesterrcick), ■ 1OO Schilling —- — Rumänische Roten....... 2,46 2,4« Schwedische Noten .... 74,70 75,00 Schweizer Note»........ 80,74 81,06 Spanische Roten......... Ungarische Äotee ........ ....... 34,25 34.39