Nr. 2§l Erstes Blatt 182. Jahrgang Donnerstag, 13. Moder 1932 Gietzeim Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Onitf und Verlag: vrLHI'Zche UniverfitS>s-vuch- und Stcindruckerel R. Lange in Siegen. Schrifileitun, und Seschäftsstelle: Schulftratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20 °/„ mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für denAn- zeigenteil i.V.TH.Kümmel sämtlich in Gießen. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte (Biebener Familienblätter Heimat im Bild • DieScholle Monats-ve-ugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686. Randnoten. Die Münchener Rede des Reichskanzlers war eine Kundgebung von einem Stil, den wir kaum noch gewöhnt sind. Wir kommen allgemach wieder auf ein politisches Niveau, von dem sich zu reden lohnt. Es sind ganz gewiß auch in den vergangenen Jahren manche ausgezeichneten Reden gehalten worden. Es läßt sich aber nicht verkennen, daß diese Reden doch im letzten Grunde die genehmigten Ausführungen des parlamentarischen Vollzugsausschusses waren, den wir mit dem Ramen Reichsregierung bezeichneten. Papen wird zum Träger eines nationalen Willens, der die parteipolitischen Bindungen als zu eng verschmäht. Damit dient er auch der Würde des Amtes, das er bekleidet. 3m tiefsten Grunde ist es e i n e sachliche Politik, vor die wir gestellt werden. Es wird nur das ausgesprochen, was politisch tragbar ist, was aber nichtsdestoweniger in den letzten Jahren verschwiegen wurde, weil unsere politischen Redner, auf parteipolitischem Geleise fahrend, wohl den Willen zum nationalen Ausdruck in sich trugen, aber nicht die Fähigkeit dazu. Die Kanzlerrede in München leitet eine neue politische Epoche ein, eine Epoche der Reichsreform im besten Sinne des Wortes. Was der Kanzler über Abrüstungsfragen und Wirtschaftsprogramm sagte, was er zur Handelspolitik und zur Sozialgesetzgebung erklärte, ist nicht so wichtig wie seine Aeuherungen zum ilmbau der Verfassung. Der Kanzler scheut sich nicht, von den Dingen zu sprechen, wie sie sind, und er versteckt sich nicht hinter parlamentarischen oder parteitaktischen Rücksichten, die nur zu oft die Flucht aus der Verantwortung ermöglicht haben. Papen kündigt ein neues Verfassungswerk an, dessen Kernstück die Wiederaufrichtung einer machtvollen und überparteilichen Staatsgewalt ist, die nicht als Spielball der politischen Kräfte hin und hergetrieben werden kann. Eine neue Regelung des Verhältnisses zwischen Regierung und Volksvertretung soll durch die Schaffung einer Ersten Kammer ermöglicht werden, deren Aufgabe in einer Beschränkung des hemmungslosen Parlamentarismus läge, die heute nur durch die Verordnungsgewalt des Reichspräsidenten erreicht werden kann. Der Reichskanzler will diese Reformen auf föderalistischer Grundlage durchführen, aber den Dualismus zwischen Reich und Preußen beseitigen, er will den Entwurf dieser Verfassungsreform dem neuen Reichstag bei seinem Zusammentritt vorlegen und damit das deutsche Volk vor eine wirkliche politische Aufgabe stellen. Wenn es nur zu oft üblich war, Regierungsreden im Wahlkampfe zu einem politischen Gimpelfang zu benutzen, so hat diese Münchener Rede das Verdienst, Mitarbeit zu fordern. Die Münchener Rede ist aber mit diesen Anmerkungen keineswegs erschöpft. Sie enthält ein großes Arbeitsprogramm auf allen Gebieten. Unö das Beste an ihr ist, daß damit nicht dekretiert und verordnet wird, sondern daß ein Appell an die besten Kräfte des deutschen Volkes gerichtet wird. Hoffen wir, daß sich das Volk seiner politischen Ausgabe gewachsen erweist. * Stresemann hat einmal gesagt, daß der Versailler Vertrag als völkerrechtlich gültiges Dokument vielleicht noch bestehen werde, wenn bereits der letzte Stein aus dem Versailler Gebäude herausgenommen sei. Man mag über die Außenpolitik des vergangenen Jahrzehnts denken wie man will — die Tatsache steht fest, daß bereits eine Anzahl sehr wesentlicher Steine herausgebrochen werden konnte. Die Besatzungstruppen aus dem besetzten Rheinland wurden vor dem letzten vorgesehenen Termin zurückgezogen. Der Reparotionsanspruch iecGläubi- g e r m ä ch t e ist bis zu dem Endpunkt von Lausanne von Konferenz zu Konferenz weiter unterhöhlt worden, bis zuletzt nur noch eine in ihrer praktisch finanziellen Bedeutung sehr fragwürdige Forderung blieb. Die Franzosen als die Hauptintereisenten am Versailler Vertrag sind sich natürlich darüber klar geworden, daß dem deutschen Bemühen um Befreiung aus den Fesseln von Versailles auf die Dauer noch weitereErfolge beschieden sein werden. 3n seinem Innern dürfte Herriot heute nicht mehr daran zweifeln, daß wir uns schließlich auch mit unserer Forderung nach Gleichberechtigung auf dem Rü - stungsgebiet durchsetzen werden. Die gewaltsame Abtrennung desSaargebiets geht ebenfalls ihrem Ende entgegen. Jedesmal nun, wenn wir unseren Gegnern im Weltkrieg den tatsächlichen Abbau irgendeiner Versailler Bestimmung abringen wollten, kamen die Franzosen mit Gegenforderungen, die im Grunde daraus hinausliefen, wenigstens die entscheidenden territorialen Bestimmungen des Vertrags durch eine endgültige deutsche Verzichtserklärung unter internationaler Garantie zu verewigen. Das ist ihnen in Locarno im Hinblick auf Elsaß-Lothringen gelungen. Der Forderung nach einem O st l o c a r n o hat die deutsche Politik bisher aber erfolgreich Widerstand leisten können. Als die Besatzung im ' besten ihr Ende fand, konnte man glauben, daß nach der Preisgabe des entscheidenden Druckmittels dieser Wunsch nicht mehr sobald aufs Tapet kommen würde. Die Polen haben gewußt, warum sie sich immer wieder in die Verhandlungen über die Räumung des Rheinlandes einschalten wollten, und Stresemann wußte ebenso genau, warum er den Polen stets so energisch auf die Finger klopfte. Aber schon in Lausanne mußten wir wieder erleben, daß der Plan noch keineswegs aufgegeben war, die blutenden Grenzen Deutschlands im Osten zu verewigen. Auf nichts anderes lief Macdonalds Vorschlag eines euro- Herriots Besuch in London. Der neue französische Gicherheiispaki. England wünscht keine neuen Bindungen. Starker W'derspruch in der öffentlichen Mein «ng. London, 12. Oft. (2DIB.) Der französische Ministerpräsident herriot ist heute kurz nach 23 Uhr in London eingetroffen, wo er am Bahnhof vom Ministerpräsidenten Macdo- n a l d, dem Staatssekretär des Aeuheren Sir John Simon und dem französischen Botschafter in London empfangen wurde, herriot hat in der französischen Botschaft Wohnung genommen. Er wird morgen 10.30 Uhr Macdonald und Sir John Simon in Downingstreet einen Besuch abstatten. Man darf annehmen, daß man auf den französischen Sicherheitsplan herriots in London nicht ganz unvorbereitet ist. Ls steht fest, daß wegen der ablehnenden Haltung der englischen öffentlichen Meinung keine britische Regierung neue Bindungen aus dem Kontinent eingehen kann. Deshalb scheint man aus britischer Seite einen plan ausgearbeitet zu haben, der als „Vereinfachung" des allgemeinen französischen planes bezeichnet wird. Danach könnte den französischen Sicherheitswünschen entsprochen werden: 1. durch eine Erklärung im Rahmen des K e l l o g g - p a k t e s, an der sich nicht nur Großbritannien, sondern auch Amerika beteiligen würden; 2. durch ein „Kontinental - Protokoll", in dem nur d i e Kontinental-Mächte Verpflichtungen bezüglich des Angreifers ufw. übernähmen, während Großbritannien sich nicht daran beteiligen würde. Als Gegenleistung würde nach britischer Auffassung Deutschland grundsätzlich Gleichberechtigung zugesprochen werden müssen, und Frankreich würde sich verpflichten, in beträchtlichem Maße a b z u r ü st e n. Der „Evening Standard" erklärt, man müsse den neuen Abrüstungsplan herriots mit dem größten Mißtrauen betrachten. Lr sei nicht geeignet, einen neuen Krieg zu verhindern, sondern Frankreich im Falle eines neuen Krieges den Dienst Englands zu sichern. England dürfe sich auf keinen Fall von diesem plan, der eine geschickte Mischung aller früheren Abrüstungspläne sei, einfangen lassen. Besonders gegen die Absicht, ein internationales Waffe n a r s e n a l unter der Oberaufsicht des Völkerbundes zu schaffen, liehen sich viele Einwände erheben. Würde es z. B., so fragt das Blatt, dem Lande A etwas nützen, wenn die Armee des Landes B über feine Grenzen einmarschiert, da ihm der Völkerbund erzählt, im Lande C sei eine Menge schwere Artillerie, die es holen dürfe? Herriot fordert auch von Amerika neue Garantien. Washington,13. Okt. (TU.) Am Mittwochnachmittag unterrichtete der hiesige französische Botschafter Claudel den Präsidenten Hoover davon, daß Frankreich, bevor es irgendeiner Abrüstung zustimmen kann, ein Abkommen mit den Vereinigten Staaten verlange, in dem Amerika dieBürgschaftfürdiefran- zösische Sicherheit übernimmt. Beamte des Staatsdepartements erblicken in der französischen Forderung, falls diese das letzte Wort Frankreichs sein sollte, ein u n ü be r w i n d- bares Hindernis für die Beschränkung der Rüstungen. Dieser Eindruck wird bestärkt durch die vertraulichen Berichte der gegenwärtig in Washington weilenden amerikanischen Botschafter in Europa. Die Botschafter wiesen darauf hin, daß das Mißtrauen und der Argwohn zwischen den europäischen Rationen ständig zunehme und daß die Militärsachverständigen in Genf mehr als je j e d e r S ch w ä - chung der Verteidigungskraft ihrer Länder abgeneigt sind. England soll sein Wort halten. Lloyd George fordert Einlösung des Abrüstungsver Prcchens. London, 13. Okt. (TU.) Lloyd George hielt auf der Jahresversammlung der Internationalen Friedengesellschaft eine große Rede. Es gäbe jetzt, so sagte er, viel mehr und ernstere M i ß v e r st ä n d n i s s e in der Welt als er jemals erlebt habe. Zwar wolle niemand den Krieg, aber dies bedeute noch lange nicht, daß es keinen Krieg mehr geben werde. Heute sei die Zahl der Menschen, die zum Töten ihrer Mitmenschen ausgebildet würden, viel größer als 1914. Der französische Ministerpräsident komme nach England, um hier die Dinge wieder einmal zu besprechen. Er, Lloyd George, könne bloß sagen: „Gott helfe i h m". Das Beste, was man mit den überschüssigen Waffen machen könnte, sei, sie zerstören zu lassen, wie wir es in Deutschland getan haben. „Wir Engländer haben uns in Ueber- einstimmung mit dem Versailler Vertrag zur A b - rüstung verpflichtet, haben es aber nicht g e t a n", so rief Lloyd George unter lauten Pfuirufen, „als diese Dokumente unterzeichnet wurden, da hatte schon die Mehrheit der Unterzeichnermächte nicht die Absicht, sie auszu führen. Noch bevor die Tinte trocken war, trafen einige von ihnen Vorbereitungen, neue Heere z u schaf- f e n. Deutschland ist umgeben von Nationen, die bis an die Zähne bewaffnet sind. Was für Deutschland besonders entmutigend ist, ist das Gefühl, an der Nase herumgeführt morden zu sein. Es gibt keine größere Gefahr für den Frieden der Welt, als wenn ein Volk gerechterweise über die schimpfliche Behandlung empört ist, die man ihm angedeihen ließ. Nachdem wir unser Wort gegeben haben, sollten wir Engländer es ehrlich, treu und ritterlich halten." Hillers propasaMsahrt durch Deutschland. Erste Wahlkundgebungen München, 12. Okt. (TU.) Wie der „Völkische Beobachter" mitteilt, hat Hitler seine P r o - Pogandafahrt durch Deutschland, die fast vier Wochen dauern wird, begonnen. Er wird in über 6 0 Kundgebungen sprechen. Die Propagandareise nahm in Günzburg und Rördlingen ihren Anfang. Die Reise wird mit Flugzeug und Kraftwagen durchgeführt werden. 3n G ü n s b u r g in Schwaben eröffnete Hitler seinen Propagandazug mit einer Wahlkundgebung, zu der Tausende erschienen waren. Hitler führte aus, er sei der Lieber- zeugung, daß das Wirtschaftsprogramm der Reichsregierung das größte Stümper- und Flickwerk sei, das man sich vorstellen könne. Er könne mit Recht sagen: Wie konnten Sie sich unterstehen, mich einzuladen, in diese Regierung einzutreten? Einen Einfluß im Kabinett hätte er nicht gehabt, nur die Verantwortung hätte man ihm gnädig überlassen. Man könne nicht bis vor fünf Monaten schweigsames Mitglied der Zentrumspartei gewesen sein und dann eines Tages „hell erleuchtet" Führer in das Dritte Reich werden. Er, Hitler, habe nicht den Marxismus bekämpft, um an seine Stelle nur ein anderes Klassenregiment aufzurichten. Seine Gegner täuschten sich vqr allem in seiner ungeheuren Entschlossenheit. Ob er zur Macht komme, sei nicht so wichtig, als daß er das erfülle, was er versprochen habe. Auch die Partei sei ihm nicht käuflich oder abkäuflich. Man solle sich nicht einbllden, daß er auch nur eine Sekunde diese Bewegung vielleicht herleihe oder andere damit arbeiten lasse. Hitler proklamierte als Vollendung des Zieles der RSDAP., es gelte, den Sammlungsprozeß unseres des Führers der NSDAP. Volkes zu vollenden. Wan könne die Ration nur zusammenfügen auf dem Boden eines großen Ideals. Die Rettung komme erst dann, wenn jeder Deutsche nicht in erster Linie Arbeiter, Bürger, Bauer oder Beamter, sondern wenn er zuerst Deutscher geworden sei. Ob die Rationalsozialisten ans Ruder kämen, bestimmten nicht Menschen. Menschen erkenne er nicht als seine Vorgesetzten an, am wenigsten die Herren vom Herrenklub. Zum Schluß betonte Hiller, in den neuen Wahlkampf gehe die RSDAP. genau wie bisher hinein, bereit, jedem Deutschen die Hand hinzureichen, auch dann, wenn er in einem anderen Lager stehe, aber auch ebenso entschlossen, die Bewegung auf keinen Fall ihr Ziel entfremden zu lassen. Hitler zur Kanzlerrede. Hitler sprach dann in Pocking im unteren Jnntal. Es waren etwa 10 000 Bauern aus Niederbayern und Umgebung sowie von jenseits der Grenze aus Oesterreich gekommen. Hitler erklärt: Der wahre Sinn des 13. August sei nichts anderes gewesen, als der Versuch, der nationalsozialistischen Bewegung die Verantwortung aufzubürden, ohne ihr den entsprechenden Einfluß zuzubilligen. Das wisse heute das ganze deutsche Volk. Nur Herr v. Papen behaupte jetzt noch immer bas Gegenteil. „Entweder es wird in unserem Sinne regiert, dann tragen wir die Verantwortung, oder es wird nicht in unserem Sinne regiert, dann tragen die anderen die Verantwortung. Ich glaube an kein Regiment, das nicht im Volke selbst verankert ist. Ich glaube an kein wirtschaftliches Regiment, das das Pferd von hinten aufzäunt. Nicht von oben kann man ein Haus auf- päifchen ©ottesfriebens hinaus. Jetzt kommt ber Ostlocarnoplan auf einmal wieder im Zusammenhang mit der deutschen Forderung nach Gleichberechtigung auf die Tagesordnung. Wenigstens auf die Tagesordnung der Besprechung, die in diesen Tagen zwischen Herriot und Macdonald in London stattfindet. Aus den kurzen Mitteilungen über Herriots „konstruktiven P l a n" ersieht man deutlich, daß er als Aeguivalent für die theoretische Anerkennung ber deutschen Gleichberechtigung außer ber Bilbung der internationalen Armee noch regionale Sicherheit s -, Unter st ützungs- und Kontrollpakte verlangt. 'Macdonalds Gegenvorschlag scheint diese Forderung auf einen politischen Waffensti11stand ablenken zu wollen. Beide Vorschläge schließen aber im Grunde das O st - locarno wieder ein. Noch einmal müssen unsere Konsuln a u f d e r H u t sein. Sie werden am besten tun, wenn sie die bisher stets verfolgte Taktik beibehalten und jede Unterhaltung in diesen Zusammenhängen ablehnen. Hemmnisse der Wirtschastsgenesung. Berlin, 12. Okt. (ERD.) Auf einer Feier anläßlich des 85jährigen Bestehens ber Firma Siemens & Halske befaßte sich Dr. ?. Siemen s in einer Festansprache mit lndustrie- politischen Problemen. Er erwähnte Berichte der technischen Bureaus der Firma inSchweden, Holland und Dänemark, wonach dem Siemenskonzern zugedachte Aufträge zum Teil zu höheren Preisen an England vergeb e n worden seien unter dem ausdrücklichen Hinweis, daß sie eine Folge der allerletzten h a n de ls p o l i sche n Maßnahmen Deutschlands seien. In der Gegenwart hätten alle politisch leitenden Männer aller Länder nur eine Pflicht, nämlich der Wirtschaft alle Wege zu ebnen, damit einem möglichst großen Teil der Arbeitslosen wieder Arbeit und Brot gegeben werden könne. Dazu gehöre aber Ruhe und wieder Ruhe. Im Durchschnitt der Jahre 1925 bis 1930 habe di e ö f f e n t l i ch e H a nd 40 v. H. des Erlöses der Wirtschaft für sich in Anspruch genommen. Dor dem Kriege dagegen habe die öffentliche Hand nur 18 v. H. des deutschen Produktionswertes verbraucht. Müßten in der Wirtschaft die Linkosten der Höhe der Produktion angepaßt werden, so müsse auch vom Staat eine solche Anpassung vorgenommen werden. Die Reichsbesoldungsordnung bleibt unangetastet. Berlin, 13. Okt (VDZ. Amtlich.) Nachdem eben erst durch den Brief des mecklenburgischen Miniisterpräsidenten über Gehaltskürzungen der Länder- und Gemeindebeamten Beunruhigung in die Beamtenschaft getragen worden ist, wird jetzt das Gerücht verbreitet, im Schoße der Reichsregierung sei ein neuer Referenten -Entwurf zur Aenderung der be st eh enden Besoldungsgesetze ausgearbeitet mit dem Ziel, die Spannung zwischen den Gehältern der höheren und der unteren Beamten, wie sie vor dem Kriege bestanden habe, wieder herzu st eilen. Diese Gerüchte sind völlig aus der Luft gegriffen. Ein Referentenentwurf zur Aenderung der Besoldungsverhältnisse ist weder ausgearbeitet noch in Vorbereitung. Kleine politische Nachrichten. Der Landesausschuh der hessischen Zen - trumspartei bestätigte einmütig die seitherige Kandidatenliste zu den Reichs- tagswahlen, beginnend mit den Ramen Dr.Brüning, Dr. D o ck i u s (Mainz) und endend mit Gcwerkschaftssekretär Wesp (Darmstadt). An ein Referat über die Reichspolittk schloß sich eine lebhafte Aussprache an, in der besonders von den Vertretern der Arbeiterschaft an den letzten Rotverordnungen scharfe Kritik geübt wurde. * 3m Danziger Volkstag wurde der von den Rationalsozialisten und Kommun i st e n eingebrachte Antrag auf Auflösung des Volkstages mit den Stimmen der Deutschnationalen, des Zentrums, des Blocks der nationalen Sammlung und der Sozialdemokraten Fegen die Stimmen der Antragsteller abge- ehnt. » Das Hanseatische Oberlandesgericht entschied all Deschwerdeinstanz dahin, daß G. Carl L a h u - sen, das frühere Vorstandsmitglied derRord- wolle. gegen Bürgschaftsleistung von 1 Million Mk. aus der Haft zu entlassen feL Die Bürgschaft ist in Bremen aufgebracht worden, so daß Lahusen das Llntersuchungsgesäng- nis, in dem er seit 1. Juli 1931 zugebracht hat, verlassen kann. bauen, sondern oon_unten muß man beginnen. Die Iundamente eines Staates sind nicht die Regierung, sondern das Volk." Den bürgerlichen Parteien und Politikern, die seit dem November 1918 geschlafen hätten, wahrend der Nationalsozialismus gearbeitet hätte, antworte er: Heute ist nicht mehr euere Zeit, londern unsere Zeit. Herr o. Papen, der erst vor drei Monaten aus der Zentrumspartei ausgetreten fei, in der er sein Dasein unter Ausschluß der Oef- sentlichkeit geführt habe, habe bis heute nichts ge- leistet. Wenn Herr v. Papen sage, „Sie sind nur da, weil die Not da ist", dann antworte er: „3a, wenn das Glück da wäre, bann brauchte ich nicht hier zu sein und ich würde nicht hier sein." Ich werde nicht dulden, daß diese sogenannten bürgerlichen Politiker, die vom Nationalsozialismus in harter Arbeit aufgebaute Volksgemeinschaft wieder auseinander- reißen, sondern ich werde dieses deutsche Volk im Innern wieder aussöhnen, ich weiß, daß ich damit die Voraussetzung zu neuer Größe der deutschen Nation schaffe. Auch Goebbels und Frick zur Rede papens. Berlin, 12. Okt. (TU.) Auf einer nationalsozialistischen Beamtenkundgebung sprach Dr. Goebbels, der sich eingehend mit der Politik der Reichsregierung und mit den Deutschnationalen auseinandersetzte. Niemand habe Papen berufen, nationalsozialistische Politik zu treiben. Der Kanzler habe von der „Ausschließlichkeit" als ein Kennzeichen der nationalsozialistischen Bewegung gesprochen. Wir, so sagte Goebbels, sind stolz darauf, als einzige in Deutschland aus- schließlich und bedingungslos an eine Sache zu glauben und unserer Bewegung den Gharakter einer politischen Konfession zu geben. Staatsminister a D. Dr. Frick gab seinem Bebauern Ausdruck, daß der Kanzler in München erneut den Standpunkt vertreten habe, daß die Na- tlonalsozialisten die ganze Macht beansprucht hätten. Eine solche Behauptung werde auch durch Wiederholung nicht wahrer. Wenn der Kanzler in München Vertrauen als die notwendige Voraussetzung für Arbeit und Brot bezeichnet habe, so habe er sich mit dieser Erklärung selbst das Urteil gesprochen. Denn die Abstimmung im Reichstag habe gezeigt, daß er weniger Vertrauen besitze, als irgend einer seiner Vorgänger. Oer Reichskanzler spricht am Sonntag in Westfalen. Berlin, 13. Okt. (EBB. Funkspruch.) Reichskanzler von Papen wird am Sonntag in Paderborn vor dem Arbeitgeberverband Paderborn und Ilmgegend sowie vor Vertretern der Arbeitnehmer des Handwerks, des Einzelhandels, des Großhandels und der freien Berufe sprechen. — In Dort mund wird der Kanzler um 17 Llhr int Stadttheater vor dem Zweckverband der I n - dustrie - und Handelskammern Bochum, Essen und Münster eine Rede halten. Kunst und Wissenschaft. Mitgliederversammlung der Rotgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft. In Anwesenheit des Reichsinnenministers Freiherrn o. Gayl und der Vertreter der Hochschulverwaltungen der Länder trat die Mitglieder- Versammlung der Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft zusammen. Reichsminister Frhr. v. Gayl begrüßte die Der- sammlung, wobei er u. a. ausführte: Ich bin mir bewußt, wie tiefen Dank unser Volk und die deutsche Wissenschaft den Männern schuldet, die in unermüdlicher ehrenamtlicher Arbeit durch 12 Jahre die Aufgaben der Notaemeinschaft erfüllt haben. Niemand bedauert es tiefer als die Reichsregierung, daß sie durch die Finanzlaae genötigt gewesen ist, die Mit- tel der Notgemeinschaft immer weiter zu kürzen. Ich bin aber der Auffassung, daß die Kürzungen jetzt angelangt sind auf einem Punkt, wo die Arbeit der Notgemeinschaft Gefahr läuft, nicht mehr fruchtbringend zu sein. Ich hoffe erreichen zu können, daß die Nottzemeinschaft in Zukunft unabhängig von finanziellen Wechselfällen mit einem angemessenen festen Betrage für die Durchführung ihrer Aufgaben rechnen kann. — Staotsminister Dr. S ch m i 11« 0 11 gab dem Dank der Notaemeinschaft an die Reichsregierung und an alle, denen sie Mittel verdankt, Ausdruck. Der Vorsitzende des Hauptausschusses, Geheimrat Professor Dr. v. Müller, München, berichtete über die Arbeit ber Notgemeinschaft im letzten Jahre. Ziel und Wesen der Notgemeinschaft hätten sich bisher nicht geändert. Ein Lichtblick in der schlimmen Lage sei es, daß die Rockeseller Foundation erhebliche Mittel bereitgestellt habe. Im Vordergrund der Tätigkeit der Notgemeinschaft ständen die Gemeinschafts, forschungen auf dem Gebiete der nationalen Wirtschaft, der Volksgesundheit und des Volkswohls. Das Präsidium, bestehend aus den Herren Staats- Minister Dr. Schmidt - O11 als Präsidenten und den Vizepräsidenten Geheimrat Prof. Dr. von Dyck, Geheimrat Prof. Dr. Haber, Prof. Dr. Konen, wurde von der Mitgliederversammlung für drei Jahre wiedergewählt. Reichsinnenminister Frhr. v. Gayl teilte mit, daß der Reichspräsident folgenden Mitgliedern der Notgemeinschaft die Goethe. Medaille verliehen habe: Staats* Minister Dr. Schmidt.Ott, Geheimrat Dr. Ritter v. Dyck, Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Ha- ber, Prof. Dr. Konen, Geh. Rat Prof. Dr. Fr. v. Miller, Dr. Carl Friedrich v. Siemens, Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Duisberg, Geh, Reyierungsrat Prof. Dr. B r a n b i, Prof. Dr.-Ing. Nägel, Geh. Iuftizrat Prof. Dr. H e y m a n n , Geh. Reaierunasrat Prof. Dr. Her gesell, Geheimrat Prof. Dr. W i l l st ä 11 e r, Geh. Rat Prof. Dr. Aschoff, Prälat Professor D. Dr. Schreiber, Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Krüß, Generaldirektor der Staatsbibliothek.. — An den Reichspräsidenten v. Hindenburg wurde ein Huldi- gungstelegramm gesandt, in dem für die Verleihung der Goethe-Medaillen gedankt wird. I. Internationaler evangelischer Schulkongreh in Wuppertal. lieber „Wesen und Werk der evangelischen Schulgemeinde" sprach auf dem Evangelischen Schulkon- greß in Wuppertal Direktor Grünweller: Die evangelische Schulgemeindebewegung ist eine deutsche Volksbewegung. Darum wolle die Schulgemeinde die deutsche Volksschule, in der Christentum und Volkstum die Grundfaktoren jeder Arbeit sind. Sie fordere die Schule mit der Bibel. Die Schulgemeinde gründe sich auf Gewissensfreiheit und Elternrecht nach dem Prinzip der pädagogischen Selbstoerwal- Sung unter Berücksichtigung aller rechtmäßigen Schulinteressenten. — Prof. Dr. Bohne (Elbing) sprach über „Erziehung zur Persönlichkeit und Gemeinschaft". Die Erziehung zur Persönlichkeit und Gemeinschaft decke sich. Sie sei daraus gerichtet, daß der junge Mensch in steigendem Maße den konkreten Anspruch vom anderen her erkennt und ihm in Verantwortung und Einsicht entspricht. Direktor Grünweller hielt die Schlußansprache. Er faßte in kraftvollen Worten die Grundgedanken des Kongresses und der Vorträge noch einmal zusammen. Der Kongreß 1932 bildet einen Markstein in der Schulgeschichte: er war ein weithin wirkendes Be- kcnntnis für die beiden Grundpfeiler: Gewissens- fteiheit und Elternrecht. Aus aller Welt. Lin fünftes Opfer des schlesischen Giftmörders. Der des vierfachen Giftmordes überführte Schuhmacher Eduard I u st aus Klein- Parttvitz (Schlesien) hat in den letzten Tagen vor der Breslauer Mordkommission das Geständnis abgelegt, auch >e'.ne zweite, cm 27. Januar 1930 verstorbene Ehefrau Emma Just, geb. Kamps, mit Arsenik vergiftet zu haben. Die Frau lag nach der Entbindung im Wochenbett, und Just hat ihr wiederholt mit Arsenik vergifteten Kaffee zu trinken gegeben. Als Grund seiner Tat führte er an, daß er mit seiner Ehefrau Streit gehabt hätte. Die Feststellungen haben aber ergeben, daß es dem Mörder um die Erlangung der Versicherungssumme der dreimal versicherten Ehefrau zu tun war. Erfolgloser versuch zur Ueberfliegung der Alpen im Segelflugzeug. Der dieser Tage unternommene Versuch des Darmstädter Segelfliegers und Ingenieurs Riedl, auf seinem „Rhönadler" die Alpen zu überqueren und im weiteren Verlauf das Endziel seiner zweiten Etappe auf dem Flug München—Mailand, die Stadt Trient zu erreichen, blieb erfolglos. Als der Segler im Schlepptau der Klemm-Maschine des Piloten Balleis, Steinach am Brenner in einer relativen Höhe von 1500 Meter erreicht hatte, erhob sich ein starker Föhnsturm, der die beiden Flugzeuge zur Umkehr zwang. Riedl hakte sich in der Sturm^one vom Schlepptau des Flu«euges los und flog selbständig aus der ©efooren^pne heraus. Er landete schließlich glatt auf dem Innsbrucker Flughafen, kurz danach auch die Klemm-Maschine. Die Versuche des Segelfliegers werden bei günstigem Wetter wiederholt. Schreckenstat mandschurischer Banditen. Vier mandschurische Räuber versuchten dieser Tage, die drei Kinder einer Frau Woodruff, einer Engländerin, zu entführen. Die Mutter, die sich den Räubern entgegenstellte, wurde von ihnen ermordet. Zwei Russen, die die Entführer verfolgten, wurden von diesen angegriffen und schwer verletzt. Zwei der Räuber wurden von chinesischen Polizeibeamten getötet. Die Kinder konnten unverletzt zurückgebracht werden. Spinale Kinderlähmung in Stadt und Landkreis Göttingen. Im Landkreis Göttingen erkrankten neuerdings drei Kinder, die Mutter eines der Kinder und ein 27jähriger Landwirt an spinaler Kinderlähmung. Der Landwirt ist der Krankheit erlegen. In Göttingen selbst sind drei Krankheitsfälle zu verzeichnen. Bereits im vergangenen Monat wurden wegen Erkrankung an spinaler Kinderlähmung von auswärts zehn Kinder in die Kinderklinik und zwei Erwachsene in die Medizinische Klinik eingeliefert. Während bei diesen Erkrankungen kein Todesfall zu verzeichnen ist, sind zwei in die Rordenklinik eingelieferte Erwachsene der Krankheit z u m O p f e r gefallen. Hauseinsturz in Lille. In Lille sind dieser Tage zwei alte Häuser, von denen das eine 1711 und das andere nur wenig später erbaut ist, eingestürzt. Der Einsturz ist auf einen Brand zurückzuführen, der in dem einen der beiden Häuser ausbrach. Während dieses Haus überhaupt nicht mehr bewohnt war, konnten sich die Bewohner des anderen — zwei Familien — bis auf einen 52 Jahre alten Mann rechtzeitig retten. Dessen Leiche ist aus den Trümmern geborgen worden. Die Polizei hat nun auch die Rachbarhäuser, die ebenfalls sehr alt und baufällig sind, räumen lassen. Aus der provinzialhaupistadi. Gießen, den 13. Oktober 1932. Nebel überm Land. Wenn am frühen Morgen Wiesen und Felder von dichten Nebelbänken überlagert sind, die den Blick in ein graues Nichts verlieren lassen, bann macht dieses milchige Wolkenmeer, trotz seiner Undurchsichtigkeit, nicht ben Eindruck einer vollkommenen Leere, hinter der Trostlosigkeit liegt. Man hat vielmehr das Gefühl eines Zwischenspiels. Wie wenn Schleiervorhänge auf der Bühne eine Landschaft verhüllen, die einem späteren Akt eine gewandelte Szenerie geben soll. Im Nebel sind die natürlichen Formen der Dinge unscharf, wie eine unterbelichtete photographische Platte. Verwischt, halbwirklich, wie durch Brillengläser gesehen, die zu der Sehschwäche der Augen nicht passen. Aber gerade das ist der eigene Reiz um den Nebel über einer Landschaft: dieses Spiel mit dem Schein. Wie Illustrationen zu Spukgeschichten, wenn die Häuser im zweiten Stock plötzlich verdampfen, wenn da und dort ein Giebel oder ein Laternenpfahl wie aus Pergamentpapier heraustritt, wenn ein schreitender Mensch sich allmählich selbst auslöscht, wenn Geräusche an das Ohr dringen, als ob sie aus weiten Fernen herüberklangen. Mit exakter Physik, mit den meist ebenso nüchter- nen, wie unumstößlichen Resultaten der Wissenschaft läßt sich zwar manches begreifen, läßt sich eine verstandesmäßige Befriedigung schaffen, die vielleicht das rauhe Weltbild versöhnlicher gestaltet und mit vielem sich abfinden läßt. Aber leider, oder gottlob, ist ber Mensch nun einmal, selbst wenn er sich noch so versachlicht vorkommt, ein Gebilbe, in bem das Vorhandensein einer Seele den Unterschied zwischen einer vielleicht weniger exaktarbeitenden Maschine ausmacht. Rebel sind die ruhelosen Wanderer zwischen den Welten. Der Erde und dem Wasser entstiegen, schweben sie wie entwurzelte Existenzen, ziellos, bald da-, bald dorthin, machen sich zum Spielball der Winde und hängen sich jedem Lufthauch wie lästige, zudringliche Bettler an. Ohne festen Halt find sie die ^imatlosen Gesellen der Mutter Ratur, die Freibeuter auf dem ewig rinnenden Ozean der Zeit. Sie sind vorübergehend zu Ansehen gekommene Richtigkeiten, deren behäbiges Gebaren größere Wichtigkeit vortäuscht. Wenn die Rebel sich zeigen, beginnt der Reif sich unserem Bewußtsein mit zagen Fingern in Erinnerung zu bringen. Sie sind die erste, fast möchte man sagen, spielerische Improvisation des Winters. Ein leichter, noch nicht allzu ernst zu nehmender Vorgeschmack der Kälte, das harmlose Vorspiel zu Eis und Schnee, älnd insofern sind sie nicht ganz so unnütz, wie man sie empfindet. Kein Schreckensgespenst $toar, wie es den Fieberkranken im „Erlkönig" jagte, mehr eine natürliche Warnung, die Gesetzmäßigkeit im AU nicht über anderem außer acht zu lassen. StittgelegieS Gelb. Die groß« Gegenwartsaufgabe der deutschen Wirtschaftspolitik ist die Wiedereingliederung der Millionen von Arbeitslosen in den Wirtschafts- Prozeß. Aussichten für eine Wirtschaftsbelebung sind in letzter Zeit vorhanden: die internationalen Rohstoffmärkte stehen im Zeichen steigender Rach« frage und wachsender Preise, was auf wachsende wirtschaftliche Tätigkeit in der Welt schließen läßt. In Deutschland selbst sind die Warenlager weitgehend geräumt, so daß steigende Aufträge möglich wären. Eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür, daß sich ein wirtschaftlicher Aufschwung in Deutschland wirklich durchsetzen kann, ist die Bereitstellung der finanziellen Mittel, denn jede wirtschaftliche Aufwärtsbewegung braucht große Kapitalien. Die Aktion der Steueranrechnungsscheine ist einer der Wege, die der Bereitstellung von Geldmitteln für ben Wiederaufbau dienen. Es ist bei der in Deutschland aus vielen Gründen herrschenden starken Kapitalknappheit sehr schwierig, die Wirtschaft „anzukurbeln": trotzdem ist eine Geldquelle vorhanden, die, wenn sie erschlossen werden kann, zur Beseitigung der Kapitalknappheit zwecks Arbeitsbeschaffung wesentlich beitragen könnte. Rach zuverlässigen Berechnungen beträgt die Menge gehamsterten Geldes in Deutschland noch immer 1 bis 1,5 Milliarden Mark. Dieses Geld ist unnötig abgehoben oder zurückgehalten worden und in Truhen, Schubkästen und an ähnlichen „sicheren" Orten versteckt. Heber eine Milliarde Kapital liegt also in Deutschland brach, genug, um mehr als einer Million Arbeitslosen wieder Arbeit und Erwerb zu geben, wenn sie bei den Sparinstituten eingezahlt würde und von diesen zur Kreditgewährung verwendet werden könnte. Der Unfug des „Geldhamsterns" ist also eine schwere Schädigung für die deutsche Volkswirtschaft. Alle früher für das Hamstern angeführten Gründe haben sich inzwischen als falsch herausgestellt. Gerade im jetzigen Augenblick höchster Bemühungen zur Dekästfpfung der Arbeitslosigkeit ist es dringendes Gebot für diejenigen, die ihr Geld unnötig zurückhalten, es bei den Geldinstituten einzuzahlen. Die Rückführung der stillgelegten Hamstergelder in den natürlichen Lauf der Wirtschaft ist die beste Hnterstühung der gegenwärtigen Anstrengungen zur Heberwin- dung des Krisentiefs. Oie Wählerliste liegt offen. Vom Sonntag, 16. Oktober, bis einschl. Sonntag, 23. Oktober, liegt die Wählerliste für die Reichstagswahl im Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Rr. 13, zur Einsichtnahme offen. Personen, die bis zum 6. Rovember 1932 das Wahlalter von 20 Jahren erreichen, Wahlberechtigte, die in letzter Zeit ihre Wohnung gewechselt haben, oder erst zugezogen sind, oder durch Verheiratung einen anderen Tiamon führen usw., mögen nicht versäumen, sich von der richtigen Eintragung in die Wählerliste durch Einsichtnahme zu überzeugen. Wählen darf nur, wer in der Wählerliste verzeichnet ist, oder einen gültigen Stimmschein besitzt. Man beachte die Bekanntmachung der Stadtverwaltung im heutigen Anzeigenteil. Gießener Wochennrarktpreise. * Gießen, 13. Okt. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Kochbutter 100, Süßrahmbutter 130, Landbutter 120 bis 130, Matte 25 bis 30, Wirsing 6 bis 8, Weißkraut 4 bis 6, Rotkraut 7 bis 8, gelbe Rüben 8, rote Rüben 7 bis 8, Spinat 15, Römischkohl 8, Hnter- Kohlrabi 5 bis 6, Rosenkohl 20 bis 25, Tomaten 15 bis 20, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 30 bis 35, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln 3, Aepsel 15 bis 30, Birnen 10 bis 20, Dörrobst 30 bis 35, Pfirsiche 30 bis 40, Honig 40 bis 45, junge Hähne 70 bis 80, Suppenhühner 60 bis 80, Russe 35: das Stück: Käse 5 bis 10, Tauben 50 bis 60, ausländische Eier 10 bis 11, inländische 12, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 10, Salatgurken 10 bis 20, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 8 bis 10, Sellerie 10 bis 35; das Bund: Radieschen 10 Pfennig: der Zentner. Kartoffeln 2,50 bis 2,80, Weißkraut 2,50 bis 3, Wirsing 4 bis 4,50, Rotkraut 5, Aepfel 12 bis 25 Mark. Gänse das Pfund 70 bis 80 Pfennig. Vornotizen. — Tageskalender für Donnerstag: DHV., 20.15 Hhr im Heim, Monats-Versammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ein bißchen Liebe für dich!" — Astoria-Lichtspiele, Selter sweg: „Andreas Hofer" und „Der Tag der Vergeltung". — Tanzkunst im Lichtspielhaus Bahnhofstraße. Man schreibt uns: Eine Einführung in das Reich des künstlerischen Tanzes dürfte weite Kreise interessieren. Ange Dach will diesen Weg zeigen in zwölf Tänzen, die durch ihre schlichte Klarheit und den leicht verständlichen Aufbau dem Zuschauenden ein klares Bild vom Reichtum und Wert des Tanzes vermitteln. Die Veranstaltung findet am Sonntag, 16. Oktober, 11 Hhr, im Lichtspielhaus statt. Einiges über ihre Gymnastik zeigt Ange D a ch in ihrem kleinen Film, der bis einschl. 15. Oktober im Lichtspielhaus Bahnhofstraße läuft. Räheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. 7- Der Schachmeister Dogoljubow weilt am morgigen Freitag (20 Hhr) in Gießen unb trägt im Saale bes Hotels Hindenburg ein Simultanspiel gegen die besten Spieler des hiesigen Schachklubs aus. RähereS ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. f ~ Abonnements - Gemeinschaft im Stadttheater. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Einige hiesige Firmen mir» teten für ihre Angestellten ein Theaterabonnemenr, um ihnen in regelmäßiger Folge den Besuch des Theaters und somit einen Abend ber Ausspannung und Erholung zu ermöglichen. Durch die lieber« tragbarkeit des Abonnements (da es ja nicht persönlich ist) ist die Möglichkeit geschaffen, daß sich mehrere Theaterbesucher zu einer Abonnements- Gemeinschaft zusammenschließen und so Stammbesucher werden. Die Kasse des Stadttheaters nimmt noch Abonnementsmeldungen für alle Plätze und alle Spieltage entgegen. Bereits verfallene Vorstellungen werden in Anrechnung gebracht. * Die Deamtenratswahlen beim GießenerDahnhof, die am vorigen Sonntag vorgenommen wurden, hatten folgendes Ergebnis- Listei (Rationalsozialisten) 163 Stimmen =• 4Sitze, Liste2 „Zurück zum Reich" (Gewerkschaft deutscher Eisenbahner) 60 Stimmen = 2 Sitze, Liste 3 „Berufsbeamtenschuh" (Zentral-, gewerkschaflsbund) 57 Stimmen = 1 Sih, Liste 4 (Einheitsverband deutscher Eisenbahner) 34 Stimmen - 1 Sitz. •* Dienstjubiläen bei der Reichsbahn. Reichsbahnassistent Karl Junker beim Bahnhof Gießen, wohnhaft in Gießen, Aulweg 18, und Reichsbahn Werkführer für das Heiz- und Kraftwerk Heinrich Schmuck beim Bahnbetriebswerk Gießen, wohnhaft in Gießen, Klinikstraße 18, konnten dieser Tage auf eine fünfundzwanziajäh- rige Dienstzeit bei der Reichsbahn zurückollcken. Aus diesem Anlaß wurden den Iubilaren von den Dienststellenleitern, Reichsbahnamtmann Dörr und von der Heidt, die Glückwünsche der Reichsbahnverwaltung ausgesprochen. Don den Mitarbeitern wurden ihnen zahlreiche Ehrungen zuteil. ’* E v a n ge l i s ch - ki r ch l i ch e Persona- I i e. Durch die Kirchenregierung wurde dem Pfarrer Wilhelm Köhler zu Wenings die evangelische Pfarrstelle zu Herrnhaag (Büdingen HI), Dekanat Büdingen, übertragen. " 25 Jahre Edeka-Verband. Rächsten Dienstag begeht die Edeka-Genossenschaft Gießen anläßlich des 25jährigen Bestehens chreS Verbandes, welcher etwa 30 000 Kolonialwaren- und Feinkostgeschäste zum gemeinsamen Großeinkauf zusammengeschlossen hat, das Jubiläum in Form eines Hausfrauen-AbendS im Gase Leib, tooAu die Hausfrauen durch Anzeige in unserem heutigen Blatte eingeladen werden. Sic-. Edeka-Genossenschaft hat beschlossen, an diesem Abend den Besuchern einige recht frohe Stunden zu bereiten um die Sorgen des Alltags für diese Zeit zu vergessen. Wie wir hören, ist das Programm recht vielseitig zusammengestellt. Der Besuch dürfte sich lohnen. Man beachte die heutige Anzeige. *• D i e Brennst offversoraung für Hilfsbedürftige soll vom Städtischen Wohlfahrtsamt vergeben werden. Es handelt sich um die Lieferung von Briketts. Die Kohlengeschäfte seien auf die heutige Bekanntmachung der Bürgermeisterei besonders hingewiesen. ** Der Verkauf von Kraut, Kartoffeln und Obst in Wagenladungen darf an den nächsten vier Samstagen nur auf Oswalds- garten stattfinden. (Siehe heutige Bekanntmachung der Bürgermeisterei.) ** Ein kleiner Verkehrsunfall ereignete sich heute morgen an der Ecke Schiller- und Steinstraße. Dort stieß ein Lastkraftwagen mit einem Postomnibus zusammen, jedoch entstand zum Glück nur einiger Materialschaden. Personen wurden nicht verletzt. •• Ausstellung der Alice-Schule. Am morgigen Freitag veranstaltet die Alice- Schule in der Sonnenstraße 2 von 11 bis 17.30 iU)t «ine Ausstellung von Schülerinnen-Arbeiten im Weißnähen, Sticken und Schneidern. (Siehe heutige Anzeige.) " Die Landwirtschaftliche Schule in Butzbach macht im heutigen Anzeigenteil darauf aufmerksam, daß am Montag, 7 . Rovember, der diesjährige Lehrgang beginnt. Interessenten seien auf die Anzeige besonders hingewiesen. ” Preußisch-Süddeutsche Klassen- Lotterie. Die Ziehung der 1. Klasse beginnt am 21. Oktober, also in der nächsten Woche. Interessenten seien auf die heutige Anzeige hinge- wiesen. ** Weltwirtschaft und nationaler W i r t s ch a f t s r a u m. Man schreibt uns: lieber dieses wichtige und zeitgemäße Thema wird in einer Versammlung der Ortsgruppe Gießen des Deutsch- nationalen Handlungsgehilfenverbandes am 18. Oktober in Gießen Gauvorsteher A u e r b a ch - Frankfurt a. M. sprechen. Er wird die Gründe des derzeitigen Wirtschaftselends in Deutschland und der Welt zeigen und Stellung nehmen zu der Frage „Weltwirtschaft oder Autarkie?" Dabei werden die Probleme der Kontingentierung, der Zollmauern, des Binnenmarkts und feiner Störung, die Ausnutzung des binnendeutfchen Wirtschaftsraumes, die Schaffung eines f üb oft- und mitteleuropäischen Wirt- schaftsraumes unter deutscher Führung behandelt werden. Die für den Aufbau notw?ndigen Maßnahmen innerdeutscher Wirtschaftspolitik, die Stärkung der echten Unternehmerinitiative, Kartellkontrolle, Umbau des Wirtschaftsrechtes, Aufbau einer ständischen Ordnung werden erörtert. Der Vortrag will zeigen, wie ein Ineinandergreifen dieser Maßnahmen eine möglichst unabhängige deutsche Wirtschaft aufbauen soll, die zugleich als Waffe im Kampf um die deutsche Freiheit eingesetzt werden kann und die Voraussetzung dieses Kampfes bildet. Der DHV. lädt seine Mitglieder und Freund« zu dieser Versammlung ein. Der Eintritt ist frei. Näheres wird in den nächsten Tagen im Anzeigenteil bekanntgegeben. Große Strafkammer Gießen. • Dießen, 11. Ott. Wegen Amtsunterschlagung hatte sich ber Ärrneinderechner eines kleinen oberhesllschen Ortes zu verantworten. Bei einer Revision wurde in seiner Kass« ein Fehlbetrag von über 4000 Mark festgestellt, zu dessen Verdeckung Rasuren in den Büchern vorgenommen worden waren. Der im wesentlichen geständige Angeklagte erhielt eine Gefängnisstrafe von 12 Monaten. In der Gemarkung Ober-Ofleiden brannten eines Nachts mehrere Haufen Frucht auf einem Acker nieder. Rach Lage der Sache kam nur Brandstiftung in Frage. Di« Täter wurden alsbald ermittelt und festgenommen, später aber wieder auf freien Fuß gesetzt. Der Verdacht, daß politische Motive bei der Tat eine Rolle spielten, betätigte sich zum Glück nicht. Während einet der Angeklagten mangels ausreichenden Beweises freigesprochen wurde, erkannte daS Gericht gegen den anderen auf eine ®efän nis strafe von 8 Monaten. Die Trunkenheit, mit der sich dieser zu entschuldigen versuchte, erkannte die Strafkammer nicht als Mil- derungsgrund an. Längere Zeit nahm die Verhandlung gegen 19 Erwerbslose aus Holzheim in Anspruch. Sie waren von der Gemeinde vorübergehend beschäftigt worden, um ihnen die Möglichkeit zur Erlangung der Grwerbslosenunterstühung zu verschaffen und auf diese Meise zugleich die Gemeinde von der Wohlfahrtsunterstützung zu entlasten. Da aber weder die Beschäftigungsdauer. noch der erzielte Lohn zur Erlangung eines Anspruchs ausreichten, stellte der Vertreter des Bürgermeisters falsche Arbeitsbescheinigungen aus, die die Beschuldigten dem Arbeitsamt einreichten. Auf diese Weise gelangten etwa 2000 Mk. zuviel von der Reichsanstalt zur Auszahlung. Während das Schöffengericht den verantwortlichen Gemeindebeamten wegen Betrugs verurteilt hatte, sprach es die übrigen Angeklagten frei. Gegen dieses freisprechende Urteil veriolgte die Staatsanwaltschaft auf Anregung des Arbeitsamts Berufung, das natürlich ein großes Interesse daran hat, daß unlauteren Machenschaften ein Riegel vorgeschoben wird. Die Strafkammer bestätigte jedoch den Freispruch, da sie mit Rücksicht auf die Erklärungen des verstorbenen Bürgermeisters annahm, daß die Angeklagten in gutem Glauben gehandelt hatten. Vezirksschöffengericht Gießen. • Gießen, 12. Oft. Die Sitzung war heute kurz, da die meisten anstehenden Sachen ausgefallen waren. Zur Verhandlung stand nur die Anklage gegen einen Strafgefangenen der Zellenstrafanstalt Butzbach wegen Beleidigung der Gerichtsbehörden. Der Angeklagte hatte, nachdem er wegen eines anderen Falles verurteilt worden war, Eingaben gemacht, in denen er die Richter zu beleidigen und zu verhöhnen suchte. Die Strafe lautete auf 2 Monate Gefängnis. Mildernd kam in Betracht, daß es sich um einen erblich schwer belasteten, zwar nicht unbegabten, aber moralisch minderwertigen Menschen handelte, dessen zum Teil in — frei nach Goethes Faust abgefaßten — Versen bestehenden Eingaben keine übermäßige Bedeutung beizumessen war. Strafschärfend wirl- ten die zahlreichen Vorstrafen. Starkenburg. Darmstadt, 12. Oft. Der seit mehreren Jahren bei der hiesigen Stadtverwaltung tätige ®iJfwnprD£ X S. Holtzmann, ein geborener £ mit Wirkung vom 1. Oktober ab besteNt $tgrat der Stadt Darmstadt Preußen. An die Landwirtschaft des Kreises Wetzlar. WSR. W i e s b a d e n, 12. Ott. Der Präsident "andwirtschaftskammer Wies- vaden, Hepp, erläßt eine Bekanntmachung, zu zeigen, lich ist, aJ daher bill einiger in ein Klei brauchssäl von Flug, übrigens l statten gib ■jK Slug Hätte ift au Mancher Modellen t das Flug Jahren historische den älteft« Wieland beginnt „Schnei so hüblchi geht es i er in Lic den Wrik taube, neuesten Johannes Nickel Gießen, den 11. Oktober 1932. 05938 Mein lieber Mann, unser guter, bis zuletzt treubesorgter Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater ist heute nach langem Krankenlager, kurz nach vollendetem 85. Lebensjahre, sanft entschlafen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelmine Nickel, geb. Schiffmann. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 14. Oktober, nachmittags 4 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. I Braut -Schleier • iiilllllllllllllllllllllllllllllllll Kurzschriftverein 14.x., 26 KU.: Unterh. 720«D -üöb \ Modehaus von 1861 Samotag, 15. Cft., 20 !i Uhr, i.Cali Ebel: Vereinöabend. 72O2D Ter Vorstand. üiiiiiiiiiiiiiiiMiiuiiiiiiiiiim KYFFHÄUSER. TECHNIKUMs lOENilURI-uweRKMIiJTlA •£ Wer sucht, der findet sicheres, lohnendes Einkommen durch Aufstellung einer Heiß-Mangel Ueberall mit groß. Erfolg eingeführt Erforderl. Kapital einige hund. Mark. Vv ir helfen Ihnen bei der Einrichtung. Schr.Eil-Angeb. u. 05947 a. d. Gieß.Anz. Slmnlton-Spiel gegen Schach - Großmeliter BogeiWom Sreitag, H.Lktbr., abends 8 Uhr Hotel Hindenburg hinterer Saal Schachfreunde berz- lrch willkommen. Eintritt frei. ituD SlüMkllldSletzen. Stadttheater Gießen. „Mo Freitag, 14. Oktober 19.30 bis 22.30 2. Freitag-Abonn. Gewöhnliche Preise! Egmont Trauerspielm5Aufz. (10 Bild.) v. Goethe mit der Musik von Beethoven. Sviell.: Der Inten- darrt,Musik.-Leitung Dr. Temesoarn. Orchest.: Crdierfter* verein Gieben. Gebrauchte, gut erhaltene Limousine Stärke 4/20 gegen bar zu kaufen gesucht. Schriftliche Angebote unter 7235V an den Giehener Anzeiger. SeMe £(itiöniirWli(Oe Slssvle Büßöom. Am Montag, dem 7. November, vormittags 10 klhr, beginnt der diesjährige Lehrgang. 7203D Ausnahme finden Schüler, die mindestens Ostern 1931 die Volksschule verlassen hoben und geistig und körperlich den Anforderun- gen gewachsen sind. Jedoch sind auch beson. ders altere Junglandwirte willkommen Anmeldungen werden schriftlich fern* mündlich (Butzbach 387) oder persönlich im «chulgebaude in Butzbach, Langgasse 17, entgegengenommen, wo auch jede weitere Auskunft erteill wird. _______________Dr. Dienst. Hä.: Salomon Bandsäge gebraucht und gut erhalten zu kaufen gesucht. xLchrrftlrche Angebote unter 7237V an den Giehener Anzeiger. Beaufsichtigung v. Schularbeiten einer Schülerin der 3 untersten Klassen des Lnzeurns übernimmt lunge Dame m. Lyzeumsbildung von 1 bis 3V* Uhr nachm. Sehr mlßlg. Honorar. Schr. Ang. u. 7169V a.d.G.A. 224 er Samotag, d.ls.Ott. 20 Uhr Abmarsch v. ,Andres"Sonnen° 'träne nach Kamerad Weller, Tnrnerhei», Kleie-Linden. 71UD * Wir arbeiten Ihre Pelze auf neu, verlängern Ihren Mantel mit Fellen und lassen sämtliche Pelzarbeiten fachgemäß durch erstklassige Kürschner herstellen Wir unterhalten ein großes Lager in fast allen Pelzarten 7'-'Ift > ZumMaschmu.Putzen R stets Dr. Thompson’s Schwan benutzen. Es gibt nichts Besseres, Billigeres und Unschädlicheres als Dr. Thompson’s Schwan-Seifen, pulver. Verwenden Sie das besonders sparsame Doppel-Paket, es kostet nur 44 Pfg. $mnastikunterr. SMr.Ang.m. Preis U.7228D a.d.G.A. Lehrmädchen aus achtbarer Familie für größeres Schuhgeschäft für sofort gesucht. Schriftl. Ang. unt. 7239 V a. d. G. A. | Verschiedenes | 1000-1500 All. geg. gute Sicherh.u. beste Zins. v. 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Ehrl. saub. 72340 I Mädchen zu einem 2jährig. Kinde bei guterBer- vfleg. u. etwas Tascheng. ges. Zu erfr. i.o.Geschst.des G.A. LJCHMÜCKER. Nr. 241 Zweites Blatt «viehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen- oonnerstag, (5. Oktober 1952 —— -W« Aus Natur und Technik. Entwicklung des Flugwesens. Nundgang durch die Deutsche Lustsport-Ausstellung in Berlin. Erst war die Luftfahrt eine äußerst exklusive Sache. Wir wollen nicht von der Zeit sprechen, wo die Erfinder, die Techniker, die Pioniere des Fluggedankens durchweg als schon nicht mehr harmlose Verrückte angesehen wurden. Gehen wir ruhig ein paar Jahre, ein Jahrzehnt weiter, in die Zeit, da Hirth, Wright, Dleriot und andere bereits aufsehenerregende Erfolge hatten — was, das waren noch Sensationen! —, da Graf Zeppelin sein Luftschiff sicher durch die Lüfte führte, da alle Jahre bedeutungsvolle Ballon- rennen um den Gordon-Dennett-Preis ausgesochten wurden. Da waren die Flieger, die Luftschiffes die Ballonfahrer noch etwas ganz besonderes. Ein Hauch von Gefahr, von Abenteuer, von Wagemut und Tollkühnheit umwitterte sie. Im Kriege erhielten dann die Kampfflieger besondere Ehrungen, die sie wohlverdient hatten. Dann aber kam die Nachkriegszeit, in der die Vervollkommnung der Luftfahrt so bedeutungsvolle Fortschritte machte, da ein regelrechtes Verkehrsflugnetz über alle Länder der Welt gezogen wurde, da der Flugverkehr sich so pünktlich abwickelte wie bei den Eisenbahnen. Man fliegt vom Flughafen nach dem Fahrplan zu bestimmter Stunde ab und kann vorher mitteilen, wenn man am Ziel bestimmt ankommt. Siehe, es klappt! Mit oder ohne Rosen stellt sich der Sehnsüchtige am Rollfeld ein und nimmt das schnell vom Himmel fallende Mädchen in Empfang. Wo bleibt das Abenteuerliche? Wer sich davon überzeugen wlll, daß Luftfahrt schon Luftsport geworden ist, der gehe in die dieser Tage in Berlin eröffnete „Dela", in die Deutsche Luftsportausstellung, die sich in den großen Hallen von Witzleben aufgetan hat. Die Flugzeugindustrie führt ihm gleich in der ersten Halle die neuen „schnittigen" Modelle, die sich durchweg mit chrer Farbenfreudigkeit auszeichnen, vor: fehlt nur noch, daß ein Preiszettel sich daran befindet. Dann könnte man sich das Sportflugzeug gleich an der nächsten Kasse einpacken lassen. Daß mitten in der Halle ein Mann am Fallschirm hängt, ständig, unbewegt, stört uns nicht weiter; erstens handelt es sich um eine Atrappe von Mensch, und zweitens ist der Fallschirm auch wieder bereits etwas Alltägliches geworden. Die Flugzeug-Industrie hat übrigens noch mehr zu zeigen. Beispielsweise, daß es ihr bereits möglich ist, alle Ersatzteile serienmäßig und daher billig herzustellen, so daß unter Hinzunahme einiger unentbehrlicher Fertigteile jeder sich selbst ein Kleinflugzeug bauen kann, das auch gebrauchsfähig ist. Wie stark dieser „Selbstbau" von Flugzeugen sich bereits entwickelt hat, lehrt übrigens die Tatsache, daß es bereits viele Werkstätten gibt, in denen Zugendliche dabei sind, sich ihr" Flugzeug zu bauen; eine derartige Werkstätte ist auf der Ausstellung bereits in Betrieb. Mancher liebt es, sich aus der Ausstellung von Modellen davon zu überzeugen, wie schnell sich das Flugwesen in den letzten dreißig Jahren entwickelt hat. 2hm kommt eine historische Schau auf der Dela zustatten, die mit den ältesten Flugsagen um Ikarus, Dädalos und Wieland dem Schmied in bildlicher Darstellung beginnt. Lieber die Montgolfieren und über den „Schneider von LI l m" , dem Max E y t h ein so hübsches literarisches Denkmal errichtet hat, geht es zu dem Flugzeug Lilienthals, das er in Lichterfelde bei Berlin ausprobierte, über den Wright-Apparat und über die Rumplertaube, von der sogar ein Schlager sang, bis zum neuesten Verkehrsflugzeug von den gigantischen Ausmaßen der „D 2000". Lind dann ist immer noch nicht der Abschluß gefunden. Die Ausstellungsleitung wagt einen Blick in die Zukunft. Schon viele Menschen — so behauptet sie — hätten es schmerzlich empfunden, daß es noch keine rechte Vereinigung von Auto und Flugzeug in einer Maschine gebe. Also wird so ein Ding konstruiert, und das Modell dieses ultramodernen Vehikels befindet sich in einer Halle. Sieht nicht schlecht aus! Wie es sich einmal bewähren soll, wenn es wirklich gelingt, diese Maschine auf die — Räder zu stellen, zeigen ein paar phantasievolle Abbildungen: Mitten auf der Landstraße erhebt sich das Auto, nachdem der Führer mit einigen Handgriffen die besonderen Flugvorrichtungen betriebsfähig gemocht, in die Lüste — adieu Chaussee und Asphalt, euch haben wir nicht mehr nötig! Vielleicht kommt es bald dazu. Lind dann dürfte es auch nur noch ein Schritt sein bis zu dem Wochenendflugzeug mit den viel mißbrauchten Schikanen der Reuzeit, das fliegen, fahren, schwimmen und wie ein Raupenschlepper sich über Stock und Stein bewegen kann. Ra ja, es wird wohl so oder doch ähnlich schon kommen, aber ein bißchen müssen wir uns inzwischen noch in Geduld üben! Vielleicht beschäftigen wir uns inzwischen mit der Segelfliegerei, die gegenwärtig als Sport besonders beliebt ist. Auch hier wird in der Ausstellung so allerhand gezeigt, was für den Besucher auf alle Fälle Interessant sein dürfte. Mit gleichem Lerneifer machen wir uns über die Ballonfahrt her, lassen uns belehren, wie so ein kugelförmiges LIngetüm mit Wasserstoffgas gefüllt wird, was sich alles in einer Gondel befindet, wie die zu befestigen ist. Lind weil wir in den letzten beiden Jahren so viel von der Stratosphäre und ihrem begeisterten Jünger P i c c a r d gehört haben, sehen wir uns ein in natürlicher Größe hergestelltes Modell des Ballons und der Kugelgondel an, die zur Hälfte schwarz, zur anderen silberweiß gestrichen ist. Ja, es gibt auf der „Dela" viel Interessantes, und es laßt sich Voraussagen, daß die Besucher dieses neueste Werk der Ausstellungshallen in Berlin loben werden. Daß die „Ila" von 1928 vollkommener war, wird sicher über die Reuig- keiten vergessen werden. E. W. Oie Einturm-Antenne. Von Max Fischer. Eines der größten Schmerzenskinder beim Fernempfang von Funksendungen ist der Schwund. Auf der Empfangsseite hat man schon recht gute Mittel gegen den Schwund gefunden. Es wird ja noch in Erinnerung sein, daß seit der letzten Funkausstellung die hochwertigen Geräte mit der Expotentialröhre ausgestattet sind, die die schwach anfommenben Wellen mehr verstärkt als die stark eintreffenden. Aber diese Sache hat trotz ihrer im allgemeinen vollkommenen Wirkung einen Haken: Wenn nämlich der Schwund so stark ist, daß überhaupt keine nennenswerte Energie mehr ankommt, dann hilft auch keine Verstärkung mehr, denn etwas was nicht da ist, kann man natürlich auch nicht verstärken. Man strebt daher danach, den Schwund auch von der Sendeseite aus zu bekämpfen und hat da- zü bereits Antennengebilde vorgeschlagen und ausgeführt, bei denen um einen Mittelmast herum mehrere weitere Masten stehen, die zusammen mit dem Mittelmast ein ausgedehntes AntennenRakete rettet Schiffbrüchige. In diesen Wochen der ersten schweren Stürme werden vielfach Hebungen zur Rettung non S ch i f f- brüchigen vom Ufer aus durchgeführt. Besonders interessant sind die Versuche mit dem Raketenapparat Befindet sich ein Dampfer in der Nähe des Landes in Seenot und erlaubt der Sturm keine Annäherung der Rettungsboote, so werden von der Küste Seile mittels einer Rakete an Bord des Schiffes hinübergeschossen, um die Mannschaft in einer an den Seilen befestigten Rettungshose in Sicherheit zu bringen. - Unser Bild links zeigt den Abschuß des Rettungsseils mit einer Rakete zu dem in Not befindlichen Schiff. — Rechts: An dem von der Küste zum Schiff gespannten Rettungsseil wird eine Rettungshose befestigt, in der die Seeleute ans Land gezogen werden können. Erfolge der Kohlenchemie. Grubengas - ein hochwertiger Treibstoff. Kohle und Eisen, die Schlüsselprodukte der Jn- dustriewirtschaft, sind mit am härtesten durch die Krise betroffen. Der Massenabsatz, der allein die Rentabilität ermöglicht, schrumpft immer mehr ein und liegt bereits meit unter den Dorkriegszahlen. Um nun die in den letzten Jahren erfolgten Neu- inoeftierungen einigermaßen tragbar zu machen, muß der Bergbau sich immer mehr der Kohle - Veredelung zuwenden. Kohle als Brennstoff hat feine allmächtige Stellung verloren, Kohle als Rohstoff gewinnt immer mehr universelle Bedeu^ng. Man braucht nur an die Gewinnung von Gas, Kaks, Teer, Benzol, Dele, Stickstoff und zahlreiche andere Chemikalien zu erinnern. Solange der Kohlenabsatz sich befriedigend gestaltet hatte, legte der Bergbau kein entscheidendes Gewicht auf all die oiekrn „Nebenprodukte". Heute jedoch ist der Nebenproduktenmarkt für die Rentabilität einer Zeche fast ausschlaggebend. Diese Wandlung hat ganz folgerichtig eine immer engere Zusammenarbeit mit der IG.-Farbenindustrie zur Folge gehabt, die in der Derwertung der Nebenprodukte Bahnbrechendes geleistet hat und im Besitze vieler Patente und Lizenzen ist Um für die Zukunst eine kostspielige Ueberschneidung der Arbeits- und Forschungsgebiete zu vermeiden, hat die „Ruhr- ch e m i e" als Vertreterin der Ruhrzechen gemeinsam mit der JG.-Farbenindustrie die Chemische Fabrik «Holten gegründet. Hier wurden vor allem Versuche mit dem Restgas angestellt, das bei der Stickstoffsynthese nach der Abspaltung des Wasserstoffs übrigbleibt. Ein Hauptbestandteil ist das Methan, das auch unter dem Namen Grubengas bekannt ist und für manche chemische Verbindung sehr wertvoll ist. Langjährige Versuche auf der Concordia-Grube in Oberhausen haben nun zu dem Ergebnis geführt, daß Methanaas sich auch vorzüglich als Treibstoff für Kraftfahrzeuge verwenden läßt. Wird Methan mit einigen Prozenten Luft gemischt, dann kann das Gas schon bei verhältnismäßig niedrigen Temperaturen unter Anwendung des elektrischen Funkens zur Explosion gebracht werden. Auf diesen Ergebnissen faßend, hat die Stadt Oberhausen seit Monaten versuchsweise einen Personenomnibus und eine Kehrmaschine in Betrieb, die mit Methangas gespeist werden. Die praktischen Versuche sind über Erwarten gut ausgefallen. Der Mo- wr erfährt kaum eine Veränderung; lediglich an Stelle des Vergasers muß ein Mischventil eingebaut werden, und außerdem fällt natürlich der Brennstoff- tant fort An seine Stelle treten die von her Sauer* geliefert werden kann id) wesentlich billiger stoff- und Wasserstoffbeförderung her bekannten Stahlflaschen mit einem Inhalt von sechs Kubikmeter. Die im deutschen Verkehr oorgeschriebenen schweren Stahlflaschen werden der schnellen Einführung des Methans als Autotreibstoff hinderlich sein. Für normale Personenwagen ist diese tote Last zu groß. Schnell wird sich jedoch das Bild ändern, wenn — wie das heute schon in Frankreich der Fall ist — die Beförderung auch in leichten Flaschen zugelassen würde. Dagegen wird sich wahrscheinlich Methan für Lastkraftwagen und schwere Personenomnibusse schneller einbürgern. Das kann man nicht nur aus der Brauchbarkeit sämtlicher Motorentypen schließen, sondern auch aus den stark verminderten Betriebskosten. Berechnungen haben ergeben, daß im Nutzeffekt ein Kubikmeter Methan etwa einem Kilogramm Benzin entspricht. Da ein Kubikmeter Methan heute mit etwa 22 Pf. geliefert werden kann und sich im Großabsatz noch wesentlich billiger stellen würde, ergäbe sich eine erhebliche Ersparnis. In welchen Mengen kann Methan zur Verfügung gestellt werden? Aus den Destillationsgasen von Stein- und Braunkohle kann Methan in großen Mengen gewonnen werden, enthalten doch die Koksofengase bis zu 25 Prozent Methan. An Koks- o engas fallen gegenwärtig im Ruhrgebiet jährlich noch mehr als sechs Millionen Kubikmeter an, in der Konjunktur von 1927 sind es sogar 10,3 Millionen Kubikmeter gewesen Mit den heute schon vorhandenen Anlagen könnte etwa ein Sechstel des gefamten deutschen Kraftstoffbedarfs mit Methan gedeckt werden. Eine Konkurrenz für das Zechenbenzol entstünde kaum, weil die Erzeugung den einheimischen Bedarf noch nicht decken kann. Bei der vormglichen Eignung des Methans als Motorentreibstoff und infolge der billigen Gewinnungsmöglichkeit ist es möglich, daß sich von dieser Erfindung aus ein Umschwung im deutschen Kraft- fahrwesen anbahnt, sobald die Transport-, Aufbe- wahrungs- und Verteilungsfrage besser gelost ist. Auch für die Befeuerung von Land- und Schlffs- kesselanlagen haben jahrelange Versuche zu erfreulichen Ergebnissen geführt. Es handelt sich um ein Del- und Kohlenstaubgemisch, das unter dem Namen ließkohle ' für die Maschinenbau AG. Balcke 'in Bochum patentiert worden ist. Auch hier sind die nnaefteUten Großversuche zu bester Zufriedenheit ausgefallen. Bei der Fließkohle besteht der Kohlen- ftäubanteU bis zu 60 Prozent. 40 bis 45 Prozent mprhpn Teeröl zugesetzt, woraus sich em Gemisch ergibt das auf Grund der angestellten Versuche aeaenuber der Verbrennung von reinem Oel wirtschaftliche Vorteile bietet und im Betrieb keine Schwierigkeiten bereitet. Insbesondere soll der angewandte Kohlenstaub keinen Bodensatz hinterlassen und auch die Düsen nicht verstopfen. Jrn übrigen haben auch die Engländer bereits auf einem Dampfer mit einem ähnlichen Gemisch beste Erfolge aufzuweisen. Diese neuen Ergebnisse in Forschung und Praxis zeigen, daß sich für die Nebenprodukte der Kohle stets neue Verwendungsmöglichkeiten ergeben, die für den Bergbau und die gesamte Volkswirtschaft von Bedeutung sind. Sie beweisen aber auch, wie sehr es für den Kohlenbergbau gerade unter den gegenwärtigen mißlichen Absatzverhältnissen unerläßlich ist, der chemischen Auswertung der Kohle wachsende Aufmerksamkeit zu schenken. photographieren im Herbst. Bon Walther Appell. Run ist die zweite Tag- und Rachtgleiche des Jahres vorüber, die nicht Beginn, sondern Ende einer schöneren Zeit bedeutet. Die Lichtverhält- nisse sind jetzt erheblich schlechter als sie vor zwei Monaten waren. Lichtstärken, die noch vor wenig Jahren der Stolz jedes Amateurs waren, sind heute mittlere Werte, so etwa 4,5. Ihnen ist mit der schwindenden Lichtfülle und Sonnenleuchtkraft manches Motiv erschwert. Aufnahmen im Waldinnern liefern sie immerhin noch zwischen 10 und 15 Llhr, zumal in Laubwäldern der fortschreitende Blätterfall für einen Ausgleich sorgt. Im übrigen kommt es darauf an, daß gerade im Herbste diejenigen Motive gesucht werden, die jeder mit seinen Mitteln meistern kann. Hohe Platten- oder Film-Emp- findlichkeit ist Bedingung. Eine im Herbst am besten zu erfassende Gruppe sind die W o l k e n ° A u f n a h m e n. Richt nur. daß die Herbststürme und der Wechsel des Witterungscharakters fast täglich reizvolle und bildhafte Wolkenbildungen hervorbringen — das weniger grelle Sonnenlicht macht auch die kontrastreiche photographische Wiedergabe weniger schwer. Verlausende Gelbfilter sind immer zu empfehlen, aber mit. oder ohne dieses Hilfsmittel kann jetzt eine größere Harmonie zwischen Vordergrund und Wolkenhimmel erreicht werden als im Sommer. Dessen Belichtungszeiten für die Partien des Himmels im Bilde sind so unwahr- scheinlich kurz, zumal wenn die Sonne gegen die Wolken scheint, daß ein Schatten im Landschaftsteil des Bildes genügen kann, harte Schwärzen zu zeitigen. Allerdings sind Felder, die mit wogenden Aehren ein willkommener Vordergrund waren, als eintönige Stoppelflächen langweilig. Der Photograph sollte seinen Stand- gebilde tragen. Tie Erfolge dieser Anordnung sind sehr gut. Aber sie ist auch sehr verwickelt und erfordert vor allen Dingen ungeheuer viel Platz. Reuerdings ist man deshalb einen anderen Weg gegangen, und zwar hat man den Sender Breslau mit einer Einturm-Antenne ausgestattet: In einem 140 Meter hohen Holzturm, dem höchsten Holzturm der Welt, hängt in der Mitte die Antenne herunter. Damit diese Antenne genug Strom aufnahm, hätte sie eigentlich noch 40 Meter höher sein müssen, aber man hat sich dadurch geholfen, daß man an der Spitze einen waagerechten Bronzering von 10 Meter 60 Durchmesser angebracht yat, an den das obere Ende der Antenne angeschlossen ist. Üm dies zu verstehen, wollen wir einmal annehmen, die Antenne bestände nicht aus einem Draht, sondern aus einem weichen Gummischlauch, und es werde statt Elektrizität Wasser hineingedrückt. Run handelt es sich ja bei der Strömung in der Antenne um Wechselstrom. Wir müssen uns deshalb vorstellen, daß die Wassersäule in dem Gummischlauch von unten her abwechselnd unter stärkeren und schwächeren Druck gefetzt wird. Wenn nun der Druck ansteigt, so dehnt sich der Gummischlauch, er wird weiter. Rahe der Spitze wird dabei wenig Wasser fließen, weil ja nur so viel zufliehen muß, wie der Schlauch infolge seiner Ausdehnung mehr aufnehmen kann. Linien aber wird viel Wasser zufließen, denn dort muh ja alles Wasser zufließen, das den durch die Ausweitung der ganzen Länge des Schlauches entstehenden Mehrraum ausfüllt. Daß nun gerade an der Spitze der Stromfluß so gering ist. ist für die Ausstrahlung nicht besonders günstig. Wenn aber an den Gummischlauch am oberen Ende ein Windkessel oder ein großer Gummiball angeschlossen wird, der dem Tronzering entspricht, so muß ja auch dieser Windkessel oder der Gummiball mit mehr Wasser gefüllt werden, und infolgedessen findet auch an der Antennenspitze, also am oberen Ende des Gummischlauchs, eine erhebliche Strömung und damit große Ausstrahlung statt. In Wirklichkeit ist das nun nicht so, daß das Wasser von unten bis oben in den Gummischlauch hineingedrückt wird, vielmehr pendelt das Wasser in gewissen Abschnitten in sich hin und her. Bei der Breslauer Einturm-Antenne liegt in Via der Turmhöhe ein Stromknoten. Wenn wir dies wieder auf unfern Gummischlauch übertragen, so sließt an dieser Stelle überhaupt kein Wasser im Schlauch, an diesem Punkt steht das Wasser vielmehr immer still. Zwischen diesem Knotenpunkt und der Spitze pendelt es fortgesetzt hinauf und herunter. wobei der Schlauch abwechselnd oben und unten gedehnt wird. Man kann sich denken, daß die den Schlauch umgebende Lust durch diese Dehnungen angestoßen wird, daß also in der Luft eine Art Schallwellen dadurch entstehen müssen, die man freilich infolge ihrer hohen Wechselzahl nicht hören könnte. So ähnlich kann man sich vor- stellen, daß das Pendeln des elektrischen Stromes in der Antenne elektrische Wellen in der Umgebung verursacht, die sich dann über die Erde hin fortbewegen. Das ist nun eine sehr hübsche Sache. Während sich die Schwankungen in der Stärke der ankommenden Wellen bei den bisherigen Antennen in 80 Kilometer Entfernung verhielten wie 1.30. verhalten sie sich bei der Einturm-Antenne im aller- schlimmsten Fall wie 1:2, meistens aber nur wie 1:1,2. Tas sind Schwankungen, die man überhaupt nicht bemerkt, weil unser Ohr doppelt so große Lautstärken glücklicherweise lange nicht als doppelt so stark empfindet. In 160 Kilometer Entfernung verhielten sich hisher die Schwankungen wie 1:50, mit der Einturm-Antenne aber im allgemeinen nur wie 1:3, im schlimmsten beobachteten Fall vorübergehend wie 1:12, auch das ist noch durchaus erträglich. punkt so wählen, daß sie ein Weg unterbricht, daß ein landwirtschaftliches Gerät, im günstigeren Falle Mensch ober Tier für Belebung sorgt. Rasche Bewegungen sind dabei zu vermeiden, wenn wir nicht kürzer als Vso Sekunde belichten können, was selten der Fall fein wird. Viele Besitzer lichtstärkster Objektive haben sich im Sommer, vielleicht unbewußt, durch Abblenden eine gewisse Reserve für jetzt geschaffen. Tiefenschärfe, die sonst durch das Abblenden erstrebt und erreicht wurde, ist jetzt vielfach von selbst im Landschaftsbild. Die größere Luftfeuchtigkeit sorgt für ein Zurücktreten und eine Llnterordnung der entfernteren Partien, wenn der nahe Vordergrund von Dämmern oder Rebeln unverhüllt bleibt. Enttäuschungen wird es meist geben, wenn ein Bild bunten Herbstlaubes zu einer Aufnahme lockte. Fast niemals kann die ganze, wechselreiche Fülle der Abstufungen von Goldrot, Braun und Grüngelb einigermaßen treu ins karge Schwarz- Weiß übersetzt werden. Hier ist schon der geübte Blick notwendig, um von vornherein beurteilen zu können, was zu photographieren sich lohnt und was nicht — mag es in der Ratur noch so einladend sich darbieten. Dafür sind Blumenaufnahmen aus dem schon bei Wolkenbildern erwähnten Grunde, daß das Licht zerstreuter ist, leichter als in der Zeit des größten Blühens. Da die Schatten nicht mehr so scharf und kräftig sind, bekommen wir von den Herbstblumen oft viel ausgeglichenere Bilder, wobei auch auf die schmucken Fliegenpilze an Waldrändern als dankbares Motiv hingewiesen sei. Dasselbe gilt für Personen- Aufnahmen, die trotz allen Warnungen doch immer noch und immer wieder in praller Sonne gemacht werden. Hier gibt es sogar Fälle, wo im Sommer, um auch in die dunklen Schatten noch Zeichnung zu bekommen, längere Delich- tungszeiten erforderlich sind als im Herbst. Wir brauchen nicht so weit zu gehen, daß wir den Herbst als die günstigste Zeit zum Photographieren bezeichnen. Aber den Irrtum, daß er dem Lichtbildner entmutigend viele Möglichkeiten verschließt, müssen wir doch korrigieren. Jeder Photograph sollte im Sommer Erfahrungen und Lehren gesammelt haben, die die besonderen Eigenschaften und Eignungen seines Apparats betreffen und sich auch auf Regat v° und Positiv- material sowie die wichtigen Zutaten erftredee- Der Herbst ist die Zeit, da er sie verwerten und mit ihrer Hilfe noch schöne Erfolge erzielen kann — ehe der Winter kommt, der ganz anders geartete Aufgaben stellt und in mancher Hinsicht ein Hinzulemen bedingt, , 4. -- M" HA sss®* penGe Äs 5,S ff «8 &r» M Nlcht DJ sr$» p* für 5®ßl e su*f, ää*«S ’n®“’8” flütung 1“ Semcmde Stnifc » SrunW“” lieferten.. legt wrrden, ® &*£' N M* e' ernten fi°n ,c fotion traten, o. SM DieS mihi Sie wissen t( geister? Emre' u[n). linbern Schmerzen, ab' der Wurzel. Ich empfehl und Tie \ollei etwas tollet; Sie die folge. Der Erfinder der Schiffsschraube. Sine Wailer-Nek-Zuseiidherberae aus Oesel um 0,5 biS Ze neue Jugendherberge auf der estnischen Insel Oesel, die dort letzt zu Ehren des Dichters Walter Flex eingeweiht wurde. Die Jugendherberge war früher der sog. „Peude-Hof" in dem Walter Fier bei den Kämpfen um den Rigaischen Meerbusen am 16. Oktober 1917 starb Wirtschaft osham *7faufsstellen> ■■ WH VMi Josef Ressel, Erfinder der unendlichen Schraube zur Fortbewegung von Schiffen, der 1829 das erste Schraubenschiff der Well konstruierte, starb vor 75 Jahren am 10. Oktober 1857. behauptet. QIm Auslandsrentenmarkt toareu Rumänen aus dem bekannten Grund weiter angeboten. Türkische Renten lagen etwas freundlicher. „Sag mal, Max, Du hast doch vor langer Zeit so ein Leiden bekommen vom vielen Sitzen, wie heißt es doch?*4 „Ach so, Du meinst Hämorrhoiden.“ — „Du, ich glaube, ich leide auch daran Mich quälen entsetzliche Schmerzen, ich muß eine scheußliche Entzündung haben/4 — „Da kann ich Dir einen guten Rat geben, kaufe Dir schleunigst Posterisan, Salbe und Zäpfchen, das mußt Du morgens und abends regelmäßig anwenden. Mensch, ich sage Dir, es ist eine feine Sache, es hilft; in wenigen Wochen bist Du geheilt“ Die Tube Salbe kostet in jeder Apotheke RM. 1,59, die Packung Zäpfchen RM. 2,37 Der festverzinsliche Markt lag auf ter ganzen Linie befestigt. Goldpfandbriefe, sowie Kommunalobligationen gewannen auf kleine Pu- blikumskäufe 0,5 bis 1 v. H Auf die feste Haltung der deutschen Rentenpapiere an den 2R1S- landbörsen zogen Reichsanleihe weiter an. Auch im Verlaufe waren in Reichsschuldbuchforderungen bei anziehendem Kurs gröbere Umsätze zu verzeichnen. An den Aktienmärk- ten hielt die feste Tendenz auch später an. Die Kurse konnten sich zum Teil I 1 v. H. erhöhen. Lebhafte Rachfrage für AEG., die erneut 1 d. H gewannen und somit einen Tagesgewinn von 3 v. H. verbuchen konnten. Tagesgeld war trotz des herannahenden Medios Oberheffen. !OOOO=0o»ar=epen6e für Alsfeld. ** Alsfeld, 12. Oft. In der gestrigen Stadt» Vorstandssitzung, über deren Verlauf wir noch berichten werden, gab der Vorsitzende, Bürgermeister Dr. Dölsing, bekannt, daß Professor Dr. Kober in Washington, ein geborener Alsfelder, der Stadt Alsfeld die Summe von 10000 Dollars vermacht habe, deren Zin- sen zum Wohle der kranken und armen Leute dienen sollen. Das Vermächtnis kommt erst zur Auszahlung nach dem Ableben der Schwester des Erblassers. Gemeinderat in Hungen. t Hungen, 12. Oft Der Gemeinderat beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung nochmals mit der Errichtung des Kleinwohnungsbaues in der Bitzenstraße. Die vorliegenden Pläne wurden endgültig gutgehei- 1 den. Man beabsichtigt, mit den Arbeiten alsbald zu beginnen. — Der am Wehr über die Horloff führende Steg soll, da er sehr schadhaft geworden ist, nochmals repariert werden. Die Errichtung einer befahrbaren Brücke an' dieser Stelle wird zurückgestellt, da wegen der Anlage einer in Aussicht zu nehmenden Kläranlage das Kulturbauamt gehört werden soll. — Der Waldwirtschaftsplan , wurde genehmigt. — In der anschließenden nichtöffentlichen Sitzung beschäftigte man sich mit der biger klagt darüber, daß die Vollstreckung nicht energisch genug arbeite, daß namentlich dem böswilligen Schuldner zu viele Mittel zur Vereitelung der Vollstreckung zur Verfügung ständen. Auf der anderen Seite wird darüber geklagt, daß in unserer Notzeit bei der Vollstreckung die Lebensinteressen des zahlungsunfähigen Schuldners nicht genügend berücksichtigt würden. Beiden selten will die neue Regelung durch dieEinführung des Amts- b e t r i e b s für die Vollstreckung und die Kon- Zentrierung der ganzen Vollstreckung beim Dollstreckungsgericht abhelfen. Die völlige Ausschaltung des Gläubigers und die Unser- stellung des Gerichtsvollziehers unter das Dollstreckungsgericht sind schon auf eine lebhafte Kritik gestoßen. Bemerkenswert ist, daß man, abweichend von dem bei der Neuregelung des Strafrechts befolgten Verfahren vor der Veröffentlichung des Entwurfs nicht mit Oesterreich Fühlung genommen hat. Denn gerade, da Oesterreich auf diesem Gebiet ein vorbildliches Recht besitzt, erscheint eine Rechtsangleichung unseres Rechts mit dem letzteren durchaus erwünscht. Sie wird aber erschwert, je länger wir mit der Fühlungnahme; warten. Überhaupt dürfte es nicht leicht sein, Oesterreich zu einem Verzicht auf seine, so laut und so oft gepriesene Prozeßordnung zu bringen. Wie aber überhaupt die weitere Entwicklung dieser Reform sich aestalten wird, das läßt sich heute noch in keiner Weise erkennen. Der bisherige Verlauf der Strafrechtsform, die gewiß dringlicher ist als die Reform des Zioilprozeßoerfahrens, gibt zu einem, wenn auch noch so bescheidenen Optimismus, sicherlich keinen Anlaß. unberänbert 3,75 v. H. frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 13.Oft. Auftrieb. Rinder 81, Kälber 955, Schafe 555. Schweine 764 Stück. Es wurden b^ahlt für 100 Pfund Lebend- rHdjt: Kälber. Beste Mast- und Saugkälber bis 43, mittlere Mast- und Saugkälber 36 bis 39, geringe Kälber 30 bis 35 Mark; Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast l 24 bis 26, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 20 bis 23, fleischiges Schafvieh 15 bis 19; Schweine, voll- fleischtge Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund 44 bis 47, von etwa 200 bis 240 Pfund 43 bis 46, von etwa 160 bis 200 Pfund 40 bis 45 Mark. Warktverlauf: Kälber und Schafe langsam, geräumt, Schweine schleppend, geringer •lieber ft anb. Merten fest. Sonst waren kurzfristige Anlagen, wie Schatzanwevsungen der Länder und Städte stärker gefragt; auch sonst ergaben sich allgemein Besserungen. Rur landschaftliche Goldpfandbriefe verloren bis zu 1,50 v. Sj. Don Ausländern waren Mexikaner und Rumänen schwächer, sonst ergaben sich kaum größere Veränderungen. Am Geldmarkt blieben die Sätze völlig unverändert zum Vortag. Angesichts des bevorstehenden Medios hat die Erleichterung im Moment feine weiteren Fortschritte machen können. Das Geschäft in Prioatdiskonten, sowie in Reichswechseln per 10.Januar und Reichs-schatzanwersungen per l5.März ist vor dem Medio ebenfalls geringer geworden. Monatsaeld blieb 5 bis 7 v. H., Tagesgeld 4,60 bzw. 4,13 v. S). an der unteren Grenze. Sronffurf fester. Frankfurt a. M., 13. Oft (WTD. Drahtmeldung.) Unter den Nachwirkungen der gestrigen Reichskanzler-Rede eröffnete die heutige Börse weiter etwas fester. Hinzu kam, daß man eine wirtschaftliche Besserung auf die Dauer für unausbleiblich hält. Gewisse Anregung ging auch von der Tatsache aus, daß das Publikum sich wieder, wenn auch in geringem Maße, am Geschäft beteiligte. Dos Geschäft war zwar etwas größer, hielt sich aber immer noch in verhältnismäßig engen Grenzen. An den meisten Marktgebieten ergaben sich gegenüber der Abendborse Besserungen von 0,5 bis 1 Prozent. Deutsche Erdöl gewannen darüber hinaus 1,50 Prozent. Etwas lebhafter lagen Elektrowerte, besonders AEG., Dekula und Gesfü- rel. I.-G. setzten mit 95 Prozent unverändert ein, Scheideanstalt und Rütgerswerke gewannen je 1 Prozent. Don Dergwerksaktien zogen Stahlverein und Buderus bis zu 0,39 Prozent an, Phönix lagen unverändert. Leicht gebessert waren ferner Reichsbank und Schiffahrtswerte. Holzmann und Aku eröffneten knapp gehalten. Rach den ersten Rotterungen besserten sich I.-G. um 0,50 Prozent, AEG. um 1 Prozent und die übrigen Werte um 0,25 bis 0,50 Prozent. CBon Deutschen Anleihen eröffneten Reubesitz 0.13 Prozent höher, Altbesitz lagen bei größeren Umsätzen mit 48,75 Prozent gut behaup- tet. Fest tendierten Reichsschuldbuchforderungen, tee bei lebhaftem Geschäft 0,75 Prozent anzogen. Reichsbahnvorzugsaktien gewannen 0,75 Prozent, Stahlvereins-Bonds blieben zu 50,50 Prozent gut Inzwischen hotte die oben erwähnte Kommission ihre Aufgabe erledigt. Das Reichsiustlzministerium hielt es deshalb für geboten, auf Grund des Ergebnisses der Kommissionsberatungen eine grundlegende Neubearbeitung der Prozeßordnung oorzu- nehmen, wobei es sich im wesentlichen darum Han- delte, die durch die Novellen eingeführten Neuerungen systematisch in das Gesetz hineinzuarbeiten. Durch die Veröffenllichung des Entwurfs einer neuen Zivilprozeßordnung sollte der Kritik Gelegenheit gegeben werden, sich zu den einzelnen Problemen zu äußern, damit d ann auf Grund dieser Aeußerungen die Entscheidung getroffen werden 'onne in welcher Weise der Plan einer völligen Neugestaltung des Prozeßrechts weiter zu verwirklichen sei. Im Vergleich mit dem Gesetz der 70er Jahre bringt der jetzige Entwurf sehr viele Neue- rungen; dagegen nicht, wenn man ihn mit dem Zustand des Prozesses vergleicht, wie er skch auf Grund der Novellen entwickelt Hot. Immerhin bringt er auch hier einige wichtige Neuerungen, auf die aber, abgesehen von der wichtigsten, hier nicht einaegangen werden kann. Diese wichtigste ist die völlige Neuordnung des Zwangs- oollstreckungswesens. In unserer Zeit der schweren wirtschaftlichen Krise spielt gerade dieses eine besondere Rolle. Weitgehende Unzufriedenheit besteht mit dem gegenwärtigen Zustande. Der Gläu- Reform des Zivilprozeßverfahrens -don Dr. Tlöldet«, ehern. Senator der Freien Hansestadt Hamburg. Als in der Mitte der 70er Iahre des vorigen Iahrhunderts die für das ganze Reich bestimmte neue Zivilprozeßordnung, die mit den übrigen Reichsjustizgesetzen am 1. Iuli 1879 in Äraft treten sollte, fertiggestellt war, atmete man in juristischen und wirtschaftlichen Kreisen auf. Man freute sich nicht nur der Herstellung der Rechtseinheit im ganzen Reiche, da die Verschiedenheit der Prozeßvorschriften in den verschiedenen Teilen des Reichs von der Wirtschaft mit Recht sehr unangenehm empfunden wurde, sondern man glaubte auch, daß die neue, auf ten Grundsätzen der Mündlichkeit und Unmittelbarkeit, sowie der freien Deweiswürdigung beruhende Prozeßordnung den — auf die in den meisten deutschen Staaten, besonders auch in dem größten Teil Preußens bestehende Schriftlichkeit des Verfahrens zurückgeführten — vielfach beklagten Prozeßverschleppungen ein rasches Ende bereiten werde. Das neue Gesetz brachte neben ten genannten Grundsätzen unter dem Einfluß der damals vielfach vergötterten französischen Pro- | zeßordnuna die Verhandlungsmaxime, wonach die Parteien die volle Verfügung über den Prozeß- ft off und das Verfahren haben und dem Richter lediglich die Entscheidung des Prozesses obliegt. Es war eben die Zeit des „laisser faire, laisser aller“. Gar bald stellte sich heraus, daß die strenge Durchführung der Derhandlungsmaxime ohne die Ergänzung durch eine kräftige Prozeßleitung durch das Gericht der wildesten Prozeßverschleppung Tür und Tor off- nete und daß eine volle Durchführung der Grund- I fätje der Mündlichkeit und ilnmitteibarfeit, wo- I natb nur dasjenige, was dem Gericht vorgetra- I 9er1.. vvrgeführt wird, bei der Entscheidung berücksichtigt werden darf, nur bei Gerichten mit I geringer Geschästslast, nicht aber bei einem modernen Großstadtgericht möglich ist. Sv traten I alsbald nach dem Inkrafttreten der neuen Pro- I zeßordnung d i e alten Klagen über! P r o z eßverschleppung von neuem auf, I wobei aber nicht übersehen werden darf, daß sich eine gewisse Dauer jedes Prozesses aus der Ra- tur der Sache, insbesondere der Schwierigkeit der I Aufklärung eines verwickelten Tatbestandes und dem begreiflichen Streben des verklagten Schuld- ners. die Sache hinauszuziehen, von selbst ergibt. 3m Iahre 1898 wurde anläßlich des bevorstehenden Inkrafttretens des Bürgerlichen Gesetz- buchs dem Reichstag eine R o v e l l e zur Zivilprozeßordnung vorgelegt, in der man sich ledig, lich aus Aenderungen beschränkte, die durch das neue bürgerliche Recht notwendig wurden, dagegen von grundsätzlichen Aenderungen absah. Dabei wurde im Reichstag von verschiedenen Seiten, insbesondere den Abgeordneten Rintelen, Gamb und Lenzmann scharfe Kritik an der ganzen Pro- zeßordnung geübt und sogar der Wunsch nach einer Wiedereinführung des frühe- r e n Verfahrens geäußert. Wenn aber am Schlüsse der ersten Lesung des Entwurfs der Abg. Lenzmann sagte, es freue ihn, daß fämtliche Redner in dem einen Punkte übereinstimmten, daß un- sere Prozeßordnung nichts tauge, die praktischen Iuristen hätten schon im ersten Iahre am eigenen Fleisch und Dein verspürt, daß dies Gesetz, gebungswerk ein gelungenes nicht zu nennen sei, fo trifft das nicht ganz zu. Denn einzelne Redner, wie die Abgeordneten v. Buchka, Träger, v. C u n y , haben in der Debatte auch gute Setten des Verfahrens hervorgehoben und betont. daß man noch kein endgültiges Urteil über das Gesetz fällen könne. Zu einer gründlicheren Aenderung der Prozeß- ordnung, namentlich des amtsgerichtlichen Verfahrens, das für die Praxis elfte sehr große Bedeutung hat, tarn es im Jahre 1908 Dazu führte einmal das sich einer stets steigenden Beliebtheit erfreuende gewerbegerichtliche Verfahren, das auf eine schleunige Erledigung der Prozesse besonders abgestellt war, und die 1898 in Kraft getretene neue österreichische Prozeßordnung des (lenialen Iustizministers Franz Klein, die durch eine ehr straffe Prozeßleitung des Gerichts eine De- chleumgung des Verfahrens besonders bewirkt hat. Vorn theoretischen Standpunkt ist die österreichische Reform bei uns vielfach bekämpft worden Das hat jedoch nicht gehindert, daß sie sich in Oesterreich durchaus bewährt hat und häufig als Vorbild für eine ein schleuniges und billiges Verfahren gewähr- leistende Prozeßordnung angesehen wird. Infolge der schweren Erschütterungen, die Krieg und Nachkriegszeit der deutschen Wirtschaft zugefügt haben, traten in der Oeffentlichkeit neue Wünsche nach einem vereinfachten und beschleu- j nigten Prozeßverfahren hervor, die 1920 i das Reichsjustizministerium veranlaßten eine aus Vertretern der Wissenschaft, des Richter- und des Anwaltstandes bestehende Kommission zur Vorbereitung einer gründlichen Neugestaltung der Zivil- Prozeßordnung einzusetzen Bevor jedoch die Kommission ihre Aufgabe erledigen konnte, wurde von der Möglichkeit, auf Grund eines Ermächtigungsgesetzes ohne Inanspruchnahme des ordentlichen Weges der Gesetzgebung durch bloße Verordnungen Aenderungen der Prozeßordnung herbeizuführen, ebenso wie im Kriege auch nachher mehrfach Gebrauch gemacht Die wichtigste Verordnung ist die sog Emminger-Verordnung vom 13.2. 1924, die weitgehende grundsätzliche Aenderungen des Verfahrens einführte. Die Hauptsache war eine weitere Verstärkung d e s Einflusses des Gerichts auf die P r o z e ß f ü h r u n g zur Verhinderung von Prozeßverschleppungen, die Einführung eines vorbereitenden Verfahrens vor dem Einzelrichter Im kollegial- , gerichtlichen Verfahren und eines zwangsweilen Guteoerfahrens vor der Erhebung der Klage beim Amtsgericht Darüber, ob und nwie- weit diese Neuerungen sich bewährt haben, herrscht heute noch viel Streit * Dresdner Bank. In der gestrigen Aufsichtsratssitzung der Dresdner Bank wurde über das erste Semester 1932 berichtet. Das laufende Geschäft hat sich zufriedenstellend entwickelt. Neue Kredite in nicht unerheblichem Umfange konnten der Wirtschaft zur Verfügung gestellt werden. <5d)tt>einemarft in Gießen. 2luf dem heutigen Schweinemarkt in Gießen standen 202 Ferkel und 12 Läuferschweine zum Verkauf. Es kosteten: Ferkel bis sechs Wochen alt, 10 bis 12 Mark; Ferkel, sechs bis acht Wochen alt, 12 bis 15 Mark; Ferkel, acht bis dreizehn Wochen alt, 15 bis 20 Mark. Läufer 25 bis 35 Mark. Tendenz. Gut. Geringer äleberstcrnd. Berlin befestigt und lebhafter. Berlin, 13. Oft. (WTB. Fundspruch. Die Wirt- schastsmeldungen lauteten heute eher freundlicher, vor allem regte die Nachricht eines Mittagsblattes an, wonach große Aufträge in Höhe von Zirka 200 Millionen Mark durch einen Arbeits - oeschaffungsplan der Gemeinden augenblicklich Gegenstand der Erörterungen seien. Die gestrige Rede des Reichskanzlers in München schien allgemein einen guten Eindruck hinterlassen zu haben, denn es lagen wieder Kaufaufträge des Publikums vor. Die Spekulation nahm weitere Deckungen und Rückkäufe vor. Die Anfangsgewinne beliefen sich im allgemeinen auf ein Ausmaß bis zu 1 o. H., bei Spezialwerten betrugen die Besserungen bis zu 1 75 o. H. Stark gefragt waren Berlin-Karlsruher Industrie. Dagegen war der größte Tagesgewinn von 3,25 v. S). bei Eisenbahnverkehrsmittel auf eine Zufallsorder von nur 6 Mille zuriickzufüh- ren. Nennenswert gedrückt waren heute lediglich Schubert & Salzer und Hotelbetrieb, die je 1,50 o. H. einbüßten. Im Verlaufe traten die Standard- papiere, wie Farben, AEG. und Schuckert stärker in den Vordergrund, daneben hatten aber auch Werte wie Polyphon, RWE., EW., Schlesien und Bemberg Besserungen von zirka 2 v.H. auf- zuweisen. Im allgemeinen beliefen sich die Steigerungen des Verlaufes aber nur auf etwa 1 6. H. Das Geschäft an bei. Hauptmärkten wurde ziem» 1 i ch lebhaft. Cisenbahnoerkehrsmittel konnten um weitere 2,25 v. H. anziehen. Deutsche Anleihen waren eher etwas f e st e r. Altbesitz konnten einen Anfangsverlust von 45 Pf. nahezu voll wieder aufholen. Reichsbahn- Vorzugsaktien und Reichsschuldbuchforderungen ten- | ausersehen Sean Kolter (Dad-Rauheim) und oder aber mit NI VEA'OL LICHTSPIELHAUS GIESSEN Rin Sensationsdrama nach dem Roman ,Andree Cornelius' 7219 c empfiehlt preiswert neoA Edgar Borrmann Handlung S VtDose 75 und 58 Pf. kl.Dose 45 und 25 Pf. ViDose 58 und 55 Pf. kl.Dose 36 und 25 Pf. Konsumverein Gießen und Umgegend e.6.m.b.H. fflagda Schneider die schöne Sekretärin Lee Parry zum erstenmal im Tonfilm Rollmops und Bismarckheringe Rollmops und Bismarckheringe Bratheringe Bratheringe Ab heute: Eine Groß-Tonfilmoperette die mit an der Spitze der deutschen Tonfilm-Produktion steht Kasten- und Leiter-Wagen Maler-Leitern - Treppen-Leitern Schmerzloses Rasieren durch vorheriges Einreiben mit Georg Alexander der Autokönig Im Beiprogramm: Rhythmus der Welt ■ Ufa-Ton-Woche Hermann Thimlg der Mann zwischen 2 Frau en Der Freiheitskampf des Tiroler Volkes (Zwei glückliche Herzen) mit den entzückenden zündenden Schlagerliedern die jeden mitreißt: „Ein bißchen Eiche für Dich“ „Einmal kommt Deine Chance“ Hermann Hofmeister (Büdingen). Die weitere Ausgestaltung der Ausstellung wurde dem Laubacher Geflügelzuchtverein überlassen. Die Hilfe gegen Gicht und Rheumatismus. Sie wissen kein sicheres Mittel gegen diese Plagegeister? Einreibungen, Packungen, Bäder, Salben usw. lindern meistens nur für einige Zeit die Schmerzen, aber sie packen nicht immer das Hebel an der Wurzel. Ich empfehle Ihnen ein wirklich erprobtes Mittel, und Sie sollen es selbst versuchen, ohne daß es Sie etwas kostet; aber ehe ich Ihnen mehr sage, lesen Sie die folgenden Briefe: Konsumgenossenschaftliche Reichswerbewoche Die endlose Treue unserer Mitglieder gewährt die Erhaltung und restlose Vollendung des edelsten, unerschütterlichen Werkes unserer Väter — die Gemeinwirtschafti — Einer für alle, alle für einenl Preuß.-Siidd. Klassen-Lotterie Ziehung 1. Klasse 21. u. 22. Oktober ■ Lose bei den staatl. Lotterieeinnehmern NIVEA CREME Schmerzen. Ich bin alle Schmerzen los, ja selbst die Schwellungen im Hüst- und Kniegelenk sind verschwunden, und kann bei meinem Aller von 64 Iah- ren jetzt bei jedem Wetter täglich Fußmärsche von 3—4 Stunden ohne Unterbrechung unternehmen und ohne hernach Schmerzen oder Anstrengungen zu verspüren. F. L. in G. Gichtosint hat mir sehr gute Dienste getan. Der letzte Rheumaanfall im Januar d. I. war nach kurzem Gebrauch der Trinkkur behoben. Ich habe nach zehnjährigem Leiden einen angenehmen Winter verleben dürfen wofür ich Ihnen von Herzen dankbar bin. O.J. in F. Solche Briefe besitze ich über 11 000 (notariell beglaubigt). und nun hören Sie weiter: Wir halten bereit für unsere Mitglieder: MARINADEN : ASTORIA-LICHTSPIELE Heute bis Samstag: Andreas Hofer - Der Tag der Vergeltung Gelegenheitskauf - nur kurze Zeit: Kartoffeln 10 Pfund nur 28 Pf hiesigen Geflügelzuchtvereins statt, wozu auch die Vertreter des 3. Bezirks, der die Geslü- gelzuchtvereine von Altenstadt, Büdingen, Dauern- heim, Düdelsheim, Gedern, Hungen, Laubach, Ridda, Schotten und Bad Selters umfaßt, erschienen waren. Es wurde beschlossen, am 14. und 15. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, den 15., und Sonntag, den 16.Oktober: Laubhüttenfest. Samstag: Borabend 5.15 Uhr; morgens 8.30; Predigt; nachmittags 4. — Sonntag: Vorabend 6.15; morgens 8.30; abends 5.45 und 6.15 Uhr. Israelitische Religionsgesellschaft. Samstag, 15. Oktober, und Sonntag, 16. Oktober: Hütten fest. 1. Tag: Vorabend 5.05 Uhr;, vormittags 8; Predigt; nachmittags 4. — 2. Tag: Vorabend 6.20; vormittags 8; nachmittags 4; Festesausgang 6.20. — Wochengottesdienst: morgens 6.30; abends 5 Uhr. Wiesecker Lichtspiele Freitag, den 14.,biS Montag, den 17.Ott. Lids. 8.30 Uhr, Sonnt, auch nachm. 4 Uhr BenHur das gewaltigste Filmwerk aller Zeiten jetzt in Tonfassung. 72270 Keine Preiserhöhung 1 Preise der Plätze ab Mk. 0.60 Dazu das gute Beiprogramm I Besetzung der Rechner stelle, sowie mit 11 nterstühungs- und Stundungsgesuchen. Landkreis Gießen. g Klein. Linden, 12. Ott. Aus der lüng° sten Gemeinderatssitzung ist zu berichten: Zunächst wurde die Abrechnung der Firma M. Abermann, Gießen, über den Bau der Wasserleitung und Kanalisation be- raten. Hierzu erstattete Bauinspektor Friedel vom Kulturbauamt Gießen Bericht. Hinstchtuch der Ueberschreitung des Voranschlags erklärte Herr Friedel, daß die Mehrausgaben in der Hauptsache durch die im Voranschlag ursprüng- lief) nicht vorgesehenen und später noch borge, nommenen Kanalerweiterungen, sowie durch das starke Vorkommen von Felsen entstanden seren. Die Abrechnung wurde nach Abzug des Betrags für zweite Kanalanschlüsse, deren Kosten die Hausbesitzer bzw. Grundeigentümer zu tragen haben, mit rund 200 000 Mk. anerkannt. Gegen die Berechnung der Kosten für die vorerwähnten zweiten Kanalanschlüsse hatten verschiedene Grundeigentümer Einspruch erhoben. Unter Zu. grundelegung der Stellungnahme des Kulturbauamts Gießen wurden alle Reklamationen, mit Ausnahme von einigen, aus grundsätzlichen Er- Wägungen abgelehnt. Als nächster Punkt wurde ein Antrag verschiedener Hausbesitzer auf Ver. gütung alter Kanalrohre behandelt. Die Gemeinde hatte schon früher verschiedene Ortsteile kanalisiert, wobei die betreffenden Grundeigentümer die Rohre auf ihre Kosten lieferten. Bei der Durchführung der gesamten Kanalisation muhten durchweg andere Rohre ge- legt werden, wobei die herausgenommenen Rohre teilweise in anderen Kanalstrecken Verwendung fanden. Die betreffenden Grundeigentümer erheben nun Anspruch auf diese Rohre. Der Rat lehnte jedoch eine Vergütung ab, da die Inter- essenten schon seit Jahren im Genuß einer Kanali- sation waren, ohne daß die Gemeinde eine Kanalgebühr, zu deren Erhebung sie berechtigt gewesen wäre, erhoben hat. Wieseck, 13.Okt. Der Großfilm „Ben tZuJ ' der nunmehr auch in Tonfassung erschienen ist, gelangt am morgigen Freitag, 14. Oktober, in den Iß i e {e rf e r 2 i cf) f [ p j e (c n jur Aufführung. Wer öen Film in stummer Fassung zu sehen Gelegenheit £ ,?)lr° n*d)t versäumen, sich jetzt den Tonfilm ebenfalls anzusehen. Der Film „Ben Hur" ist das größte derzeitige Filmwerk. In dreijähriger Arbeit wurde er fertiggestellt. 150 000 Menschen wurden zur JJatrotrtung aufgeboten. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. . * Lollar, 13. Oft In der letzten Rächt wurde in emer hiesigen Metzgerei ein Einbruch verübt. Den Dieben fielen ein halbes Schwein, Wurst und sonstige Fleischwaren in die Hände. Die Landeskriminalpolizeistelle Gießen hat die Ermittlungen in die Wege geleitet. cZ A l l e n d o r f a. d. Lum -da, 12. Ott. Seit Anfang d. M. sind in unserer Volksschule verschiedene Personalveränderungen vorgenommen worden. Die dritte definitive Lehrerstelle wurde, auf besonderen Wunsch der Gemeinde, dem Lehrer Schöne von Climbach übertragen. An Stelle des nach Hergersdorf, Kreis Alsfeld, versetzten Schulverwalters Göbel, ist Lehrer Haak von Grünberg mit der vierten halben Lehrerstelle betraut worden. ^(Reiskirchen, 12. Oft. Trotz der schlechten wirtschaftlichen Lage war die D a u t ä t i g k e i t in unserer Gemeinde tm laufenden Jahre verhältnismäßig sehr gut. Während im vorigen Jahre nur eine Scheune und ein Haus gebaut wurden, sind in diesem Jahr drei Wohnhäuser, zwei Scheunen und zwei Hausanbauten fertiggestellt worden. Ferner wurden einige bauliche Veränderungen an Häusern, Ställen und Scheunen ausgeführt. Bemerkenswert ist, daß diese Arbeiten fast nur von hiesigen Handwerkern ausgeführt wurden. Die Wohnungsnot, die sich bis vor kurzer Zeit noch übel bemerkbar machte, ist nun behoben, ja es stehen seit einiger Zeit schon einige schöne Wohnungen leer. 4 Nonnenroth, 12.Okt. Der letzte Veteran Völlig umsonst portofrei und unverbindl. erteilen wir Austaf* Leidende Besonders über: Nervenschwäche, Magenschmerz., Rheuma, Schlaflosigkeit, Arbeitsunlust, Appetitlosigkeit, Schwäche, Angstgefühl etc. Tausende Anerkennungen, auch von ärztl. Seite, liegen zur Einsicht vor. Gegen Einsendung des Coupons erhalten Sie gratis Auskunft u. „Das Gold. Buch d. Lebens“. Schreiben Sie noch heute an: Dr.med.n.SdlUlZCOmMl. Berlin-Charlottenburg 2/ 2060 Bitte deutlich mit Bleistift schreiben: Name __ Beruf ... Ort Straße .............. Vor einem Jahr bekam ich Jschiasleiden und war so weit, daß ich ohne Stock kaum noch gehen konnte. Da las ich etwas von Gichtosint. Als ich eine Woche diese Kur durchgemacht hatte, konnte ich schon den Stock in die Ecke stellen. Nach vier Wochen war ich vollständig geheilt und konnte die schwerste Arbeit in der Landwirtschaft mitmachen. Auch bei Wetterum- chlag spüre ich nichts mehr. Ich gehe in landwirt- chaftliche Stellung, welches mir früher meine Ge- undheit nicht erlaubte. Ich danke Ihnen für die wunderbare Kur usw. A. Z. in B. Ich kann nicht umhin, Ihnen meinen herzlichsten Dank für die ausgezeichnete Wirkuna der Gichtosint- Tabletten bei Rheumaleiden auszusprechen. Es ist doch ein Radikalmittel zur Beseitigung jeglicher unseres Dorfes aus dem Kriege 1870/71, Straßen- wart i. R. Konrad M i ß l e r , wurde dieser Tage im hohen Alter von 84 Jahren zur letzten Ruhe gebettet. Mit allen militärischen Ehren gaben ihm die Kameraden des Kriegeroereins das letzte Geleite. Aus Anlaß seiner 50jährigen Zugehörigkeit zum Vorstand des hiesigen Kriegervereins, war er bei einer Bezirksfeier des Bezirks Lich am 22. Januar 1928 mit dem Ehrenkreuz der „Hafsia" ausgezeichnet worden. Der Vorsitzende des hiesigen Vereins widmete dem Verstorbenen einen ehrenden Nachruf. Kreis Büdingen * Ridda, 12. Ott. Am vorigen Sonntag beendete die hiesige S ch ü tz e n g e s e l l s ch a f t ihr diesjähriges Herbstpreisschiehen mit Kleinkaliber- und Wehrmannsbüchsen. Die Beteiligung an den Wettkämpfen war sehr rege, weil daran nicht nur Mitglieder des Vereins, sondern auch Richtmitglieder teilnehmen konnten. Don den 12 Preisen, die für Kleinkaliber vergeben wurden, erhielten u. a.: 1. Preis Steinbruchbesitzer Rickel, Ober-Widdersheim, mit 33/12 Ringen, 2. Preis Apotheker Schuster, Ridda, mit 33/11 Ringen, 3. Preis Theo Spam er jun., Ridda, mit 32 Ringen, 4. Preis Albert Spengler, Ridda, mit 31/12 Ringen, 5. Preis Heinz Pfeiffer, Ridda, mit 31/9 Ringen, 6. Pr. Karl P f e i f f e r mit 30/12 Ringen. Auf Wehrmannsbüchse, 20-Aingscheibe, 175 Meter, errangen von den 6 Preisen: 1. Preis Albert Spengler mit 18/20/19 = 57 Ringen, 2. Preis ApotAker Schuster mit 17/20/18 — 55 Ringen, 3. Preis Karl Pfeiffer mit 15/18/19 = 52 Ringen, 4. Preis Karl Rickel, Ober-Wtd- dersheim, mit 15/19/16 = 50 Ringen, 5. Preis Lehrer Geiger mit 12/16/19 = 47 Ringen, und 6. Preis Hugo Schade mit 17/13/16 — 46 Ringen. Die Tagesehrenscheibe schoß Apotheker Schuster. Die Preisverteilung fand abends in dem Gasthaus „zum Karlshof" bei sehr starkem Besuch von Interessenten statt. Kreis «motten. D Laubach, 12. Okt. Am Sonntagnachmittag fand im „Solmser Hof" eine Vorstandssihung des Süßer ß Traubenmost tägl. frisch gekeltert, während der Wem- lese im Ausschank u. über die Straße. Weinstube Naaf's Häuschen Walltorstr. 32 —Tel. 3520 Verkäufe""^ MS IlMilltz gut erhaltenes Schiedmayer-Klavler fast neuer Teppich 2X3 m,u. gut erhalt. Phtff-Hahmaschine zu verkaufen, ossr« Cartenstr. 17. Aeltereö Klavier billig zu verkaufen. Iindwigstr.88,11. osm ffllllllllllllllllllimillllllllin Mio tn.Wr. Netz,kl.Anz.,mtl.5,— NM.Sckr.Ang.unt. 05914 a.d.Gieb.Anz. niiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiliiiiiin Zwei guterbaltene Oefen 05948 Löberstr.19». 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Dur in dem roten Gebäude, demjenigen, das dem Hause Fritz Lohgartens am nächsten lag, wurde noch gearbeitet. Aber es war doch nichts mehr im Vergleich zu dem. was die Lohgarten-Werke einst gewesen waren. , , Drüben in Fritz Lohgartens Hause brannte noch Licht. Vielleicht arbeitete der einsame Mann noch? Sie konnte es ihm nachfühlen, wie es an ihm reihen mochte, daß dieser Rückgang gekorn- men war. Was hatte Väterchen vorhin unten gesagt r „Die Zeiten sind miserabel: aber zugrunde gegangen wären die Werke nicht, wenn dieser Satan, dieser Altendorf nicht gewesen wäre. Der hat es sich was kosten lassen, unseren armen Ches zu ruinieren. Wenn man doch nur wüßte, was der damit für eine Absicht verbindet? Denn wenn die Lohgartens an den Vettelstab kommen, was er doch augenblicklich bezweckt, dann ist es um ihn doch auch mit geschehen!? Er lebt jetzt sehr bequem von dem Geld, das unser gnädiger Herr den beiden Damen, der Stiefmutter und Stiefschwester, zur Verfügung stellt." Wie furchtbar das war. wenn der Vater recht hätte! Wie viele schwere Stunden mochten dann hinter Fritz Lohgarten liegen. Stunden die er mit sich allein durchkämpft haben würde, denn er besah ja niemanden. Diemanden? War das nicht schon wieder ein anmaßender Gedanke? Konnte er nicht zuweilen Trost und glückliche Minuten bei einer Frau finden, die er liebte? . Traute schlang die zitternden Finger ineinander. Sie fühlte, wie diese Finger eiskalt wurden. Das Mädchen dachte entsetzt: „Was ist mit mir? Was geht es mich an. wenn ihn eine andere Frau liebt?" Traute stand da und starrte auf die erleuchteten Fenster in Fritz Lohaartens Hause und große Tränen liefen über ihr Gesicht, And der Dachtwind strich lind um das kleine Haus. Am fünften Tage nach ihrer Heimkehr sagte Vater Dolscher beim Mittagessen: „Da, Traute!, morgen früh antreten im Laboratorium. And sei brav und fleißig! Herr Lohgarten sagte mir, dah er nur noch ganz treue, erprobte Menschen um sich gebrauchen könnte. Er spielte damit auf die Gemeinheiten an. denen er in diesen letzten Zähren ausgesetzt war. Dun. wir wissen ja seit langem, von welcher Seite es kommt. Doch geholfen ist uns damit auch nicht. Zrn Gegenteil, gerade nach dieser Seite kann nichts unternommen werden. Das heiht, man könnte schon, aber Herr Lohgarten will es nicht. Er schont solche Leute auch noch. Also Trautel, nie einem Menschen Rede und Antwort stehen, wenn er dich nach dienstlichen Angelegenheiten fragt. Auch Herrn Lohgartens Verwandten gegenüber nicht. Auf keinen Fall. Du bist noch nicht erprobt, du mußt ja erst beweisen, dah du zuverlässig sein kannst. Halte dich für morgen früh bereit? Zch komme« auf einen Sprung herüber und hole dich ab." Trautes Gesicht war bläh, als sie leise sagte: „Sei unbesorgt, Vater, ich werde treu und zuverlässig sein." . _ _ . _. Es klang so feierlich wie ein Schwur, und die gnxi alten Leute sahen sich ein bihchen ver- ^^Sie^freut sich eben doch sehr, dah es so schnell mit der Stellung geklappt hat", dachte Vater Dolscher befriedigt und tronf sein Gläschen Magenbitter, das er nach jedem Mittagessen zu sich nahm. Am anderen Morgen stand Traute schon sehr zeitig angekleidet da und wartete. Sie hatte alle De Herr sch ung notig, um der Mutter nicht zu zeigen, wie aufgeregt sie war. And dann stand sie im Büro vor Herrn Loh- garten. Vater Dolscher blickte nun doch erschrocken. Mein Gott, das Mädel, das dumme! Was hatte sie nur? And der Herr Lohgarten war doch solch ein gütiger, freundlicher Mensch — vor dem brauchte sich doch wahrhaftig so ein junges Mädel nicht so zu fürchten, als sei er ein Zuchtmeister. And wenn sie ihre Sache machte, dann würde die Stellung hier sicherlich sehr angenehm ^Frih Lohgarten blickte erstaunt auf das schöne, schlanke Mädchen. Das war die kleine schmale Traute? Wie die sich zu ihrem Vorteil entwickelt hatte! Hm!» eigentlich war es schade, dah das schöne Geschöpf- chen seine Tage in dem immer ein wenig düsteren Laboratorium verbringen sollte: aber es lieh sich ja nicht ändern, und die Stellung würde immerhin angenehm sein, wenn die Kleine gewissenhaft und fleißig war. Fritz Lohgarten, trotz der grauen Haare an den Schläfen jung und straff aussehend, reichte dem Mädchen die Hand. „Guten Tag, Fräulein Dolscher! Dun, Sie sind ja eine richtige junge Dame geworden. Wir wollen also einmal sehen, ob Sie sich hier einzuarbeiten vermögen. Vater Dolscher möchte es gern, daß Sie hierbleiben." Herzlich und warm war der Druck seiner Rechten, fast ein wenig väterlich klang seine Stimme. Traute sagte: „Guten Tag, Herr Lohgarten! Ich hoffe. Ihre Zufriedenheit zu erringen." Es blitzte überrascht in seinen Augen auf — die wenigen Worte gefielen ihm. Man sah dann in den tiefen Klubsesseln, und Lohgarten besprach kurz und sachlich, woraus Trautes Tagewerk zunächst bestehen würde. Einmal trafen sich die hellen blauen Männeraugen mit den schimmernden Augen Trautes. Ein schweres Grübeln kam in die seinen, während dos Mädchen bis ins Herz hinein erschauerte. And jetzt, gerade in diesem Augenblick, kam dem alten biederen Manne, dem Werkmeister Dolscher. ein seltsamer, trauriger Gedanke. War es kein Glück für Traute, dah sie hierher kam? Wurde sie in irgendeinen Wirrwarr mit hineingerissen? And jetzt, in diesem Augenblick sah wohl der alte Mann erst so recht die blühende, traumsühe Schönheit des Mädchens. Ein mohloser Schrecken sah ihm plötzlich in der Kehle. ___________ Ein solch schönes, junges Menschenkinö vertraute man doch keinem Wanne an!? Vater Dolscher zuckte zusammen. War er verrückt? Am wen handelte es sich denn hier? Am den ehrenwertesten Wann, den er kannte. Am Fritz Lohgarten! Zeder häßliche Gedanke war Sünde, soweit es sich um Fritz Lohgarten handelte. Vater Dolscher wußte, dah Herr Lohgarten noch einige freundliche Worte gesprochen: aber er hätte nicht zu sagen vermocht, was gesprochen worden war. Doch ganz benommen, lief er schweigend neben dem jungen Mädchen dahin. Trautes Kopf war tief gesenkt. Ein paarmal streifte sie der Dlick des alten Mannes. Fritz Lohgarten stand droben am Fenster und sah den beiden nach. „Die kleine, schüchterne Traute — fiep einer an! Solch eine Schöicheit ist sie nun geworden. Dun. da wird sich gewiß bald genug einer finden, der sie an sein Herz nimmt." Ganz in Gedanken, brannte er sich eine Zigarre an und rauchte in tiefen Zügen und mit viel Genuß. Schließlich wandte er sich vom Fenster fort und setzte sich wieder an seinen Arbeitstisch. Seine Erfindung! , . Die Frucht jahrelanger Arbeit! Zetzt endlich sah er sich am Ziel. And wenn es gelang, wenn fein Traum, seine Wünsche sich nur annähernd verwirklichen ließen, dann konnte er binnen kurzem seine Arbeiter alle wieder einstellen. Die Werke würden im neuen Glanz erstehen, der alte Dame Lohgarten würde den früheren Platz in der Zndustrie wieder einnehmen. Heinz Altendvrf! Wenn er davon erfuhr, würde er ein letztes Mal versuchen, ihm, Fritz Lohgarten, den Weg zur Höhe zu versperren mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln! Er würde es tun. wenn er noch die Macht besähe. Aber er besah diese Macht nicht mehr. Er war arm geworden! Dettelarm. wenn ihn die Frauen in der Villa am Pfeilsring fallen liehen, den fchönen Heinz Altendorf-Lerhoff. And auch das würde bald zu Ende sein, sein Dasein in der Villa, denn wie die Stiefmutter erzählt hatte, war Hilma jetzt so weit, sich von Altendorf zu trennen. Sie muhte viel erduldet haben, ehe es so weit gekommen war, denn Hilma hatte ihren Mann abgöttisch geliebt! Fritz Lohgarten dachte noch eine Weile über all das nach, was dem Auftauchen Altendorfs gefolgt war. And das Rätsel war geblieben! Würde immer bleiben, wenn dieser Mann nicht selbst sprach. Selbst teuer bezahlte Auskünfte über Heinz Altendorf-Lerhoff hatten nicht den Erfolg, brachten nicht das zutage, was zutage gebracht werden muhte, wenn das Dunkel um Heir« Altendvrf sich endlich lichten sollte, wenn er, Lohgarten, endlich wissen wollte, warum er sich diesen unbändigen Hah dieses ihm völlig fremden Mannes zugezogen hatte. Wenn Hilma sich von ihrem Manne trennte, dann bekam die ganze Sache ein anderes Aussehen. Man konnte gegen Altendorf irgend etwas unternehmen, was man jetzt nickt gekonnt hatte, solange er zur Familie gehörte: Fritz Lohgarten sprang auf. Was wollte er? Gegen Altendorf etwas unternehmen? Dein! Dichts würde er! Gar nichts würde geschehen. Mochte et wieder von dannen ziehen, und es würde sein, als habe man ihn nie gekannt. Die Stimme! Diese wundervolle, tönende, bezaubernde Stimme! Die war noch da! Sie wurde nur nicht mehr ausgenutzt, weil ihr Besitzer es nicht wollte. Zhm schien dieses leichtsinnige, untätige Leben zu gefallen. Stimmen rosten ein. Wenn man sie nicht pflegt, untergräbt man ihren Wert. And Heinz Altendorf-Lerhoff hatte auch das Ricsenvermögen dieser Stimme leichtsinnig mit verpraßt, wie er alles verpraßt hatte. Sein Hah und vielleicht ein angeborenes Lotterleben hatten ihn ruiniert! Es galt, in Ruhe abzuwarten. Würde Hilma den Wut wirklich finden? Er glaubte noch nicht so recht daran, denn er kannte die Macht solcher Männer über ihre bedauernswerten Frauen. And wenn Altendorf ernstlich wollte, dann würde Hilma seine Sklavin bleiben, davon war er. Lohgarten, überzeugt. Schwere Stunden. Zahre voll Sorgen und Demütigungen verdankte er Heinz Altendorf. Zetzt aber schimmerte es hell in der Zukunft. Wer das Vertrauen zu sich selbst nicht verlor, der wurde eben auch nicht untergehen. Fritz Lohgarten fühlte dieses Letzte mit dankbarem Stolz in sich. «... . . . And weiter gruben sich seine Gedanken in das Problem Heinz Altendorf. Kein einziger Ge^rnke traf das junge Mädchen, das von jetzt ab in seiner Dähe arbeiten würde. Traute aber war an diesem ganzen Tage still und bläh. Sie wußte, daß sie Fritz Lohgarten lieben würde bis in den Tod. And sie wuhte, dah nichts, nichts auf dieser Welt hoffnungsloser für sie sein konnte, als diese Liebe! Sechstes Kapitel. Wochen waren vergangen. Traute hatte sich vollkommen eingearbeitet. Zhre Arbeit war ihr sehr lieb geworden, und Herr Lohgarten vertraute ihr sogar schon allerlei an, was er sonst nur selbst tat. Traute wäre sehr gescheckt und er fei sehr zufrieden, hatte der Ehef w Vater Dolscher gesagt, der es beim Abendbrot berichtete. Dabei war ein prüfender Dlick aus des alten Mannes Augen über das junge Mädchen hinweggeglitten. Dieser dumme — dumme Argwohn! Weim doch der endlich schwinden wollte! Dabei war es eine Sünde, dem Chef so etwas auch nur zuzutrauen. Aber die Traute war so komisch. Hatte sich das Mädel am Ende doch in den Chef verliebt? Das wäre... Dicht auszudenken wäre es! And es käme doch nur Leid aus der ganzen Geschichte für Traute heraus. Herr Lohgarten war dreiundvierzig — Traute achtzehn Zahre alt! Himmeldonnerwetter! Vater Dolscher hätte sich selber ohrfeigen mögen, weil er solche Gedanken hatte: aber es ließ sich nicht ändern. Diese Gedanken kamen immer wieder. Machte es vielleicht, weil ihm sein Chef in letzter Zeit wieder so jung und frisch vorkam? Sah er aus diesem Grunde plötzlich Gefahr für Traute, an der sein altes Herz mit väterlicher Liebe hing? Das Mädel liebte den Chef — so viel stand fest. And darum war doch eine grobe Gefahr. (Fortsetzung folgt.) SCHUHHAUS Er steht Ihnen zur kostenlosen Fußprüfung und Beratung nur am: 14. und 15. Oktober zur Verfügung. 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Soweit die Richtigkeit einer Behauptung nicht offenkundig ist, sind Beweismittel beizubringen. Wird ein Einspruch nicht sofort für begründet erachtet, o entscheidet über ihn der Kreisausschuß endgültig. Gießen, den 13. September 1932. Bürgermeisterei Gießen. Z V.: Dr. Seid. Bekanntmachung. Betr.: Brennstoffversorgung für Hilfsbedürftige im Rj. 1932/33. Die Lieferung des für Fürsorgeempfänger des Wohlfahrtsamtes bis zum 31. März 1933 erforderlichen Brennstoffs (mittelrheinische Union-Briketts, gegabelt) soll vergeben werden. Die Lieferung kann geteilt werden. Lieferungsbedingungen sind beim Wohlfahrtsamt, Gartenstraße 2, Zimmer Nr. 17, erhältlich. 7223D Angebote sind verschlossen mit der Aufschrift: „Angebot für die Brennstofflieferung" bis zum 25. Oktober 1932 dortselbst einzureichen. Gießen, den 12. Oktober 1932. Zwangsversteigerung 96/31 I Am Donnerstag, dem 20. Oktober 1932, vormittag» 9 Uhr, werden im Amtsge- richtsgebaude zu Gießen, Zimmer 107, die nachstehenden im Grundbuche von Gießen dem (Emil Goetz und dessen Ehefrau Frieda Goetz, geb. Weber, in Gießen zugcschrie- denen Grundstücke 6644D 1. Flur 18, Nr. 63 - 927 qm Acker, unter den Alten Eichen, zwischen der mittel- sten und der Waldgaß, geschätzt 1112 Reichsmark: 2. Flur 18, Nr. 64 = 205 qm Grab garten, daselbst, geschätzt 410 Reichsmark; 3. Flur 18, Nr. 66 = 819 qm Grabgar- ten, daselbst, geschätzt 1474 Reichsmark, versteigert. Die amtsgerichtliche Dersiigung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, Stadthaus, zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 19. September 1932. 3.21. des Hess. Amtsgerichts Gießen. L. Leo, Ortsgerichtsvorsteher. Zwangsversteigerung 69*321 Am Donnerstag, dem 17. November 1932, vormittag» 9 Uhr, wird im Amts- gerichtsgebäude zu Gießen, Zimmer 107, das im Grundbuche von Gießen der Margarete klotz Witwe, geb. Dorfeld, in Gießen zugeschriebene Anwesen Wetzsteingasse 18 7207D Flur 1, Jlr. 1271 = 170 qm hofreite, geschätzt 5950 Reichsmark, versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, Stadthaus, zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 10. Oktober 1932. I. A. des Hessischen Amtsgerichts Gießen: _______Leo, Ortsgerichtsvorsteher._______ vßerrdeverkauf! Samstag, den 15.CH., vorm. 10 Ubr, werden in der Neuen Kaserne drei aud- rangierte Dienstvferde öffentl. versteigert. 1 m»D I. (Hess.) BatL 15. Jnk.-Rgt. Bürgermeisterei Gießen. Wohlfahrtsamt. Bekanntmachung. Der Verkauf von kraut, Kartoffeln und Obst auf Wagenladungen findet Samstag, den 15., 22., 29. Oktober, und 5. November 1932 nur auf dem Oswaldsgarten statt. Gießen, den 13. Oktober 1932. (7221C Bürgermeisterei Gießen. ________I. D-: Dr, Rofenber g.________ Zwangsversteigerung am 20. Oktober, 10 Uhr, an Gerichtsstelle in Gladenbach: Wohnhaus Jlr. 4, Mühlecke in Rodheim a. d. V. mit Scheune und Stall, Hof und Garten, 6,40 Ar groß (Ehefrau Marie Reutzel, geb. Köhler). 7225V ___________ Amtsgericht._______________ Wissenschaftliche Werke SondergeDiet o<» Brühl’schen Druckerei Jahre 7217 A Hausfrauen-Abend der „Edeka“-6enossenschaft Gießen Hierdurch gestatten wir uns, zu unserem Hausfrauen-Abend am Dienstag, dem 18. Oktober, abends 8 Uhr, im Cafö Leib anläßlich des 25jährigen Jubiläums des Edeka-Verbandes ergebens! einzuladen.--Ausweis- karten(Gutscheine)sind in sämtlichen ,Edeka‘-Geschäften zu haben. Wir bieten an: Mk. an .. Mk. Stck. Mk. sowie Persianer In schwarz, grau Lammfelle, Silber - Opossum, Karakulplatten Beachten Sie bitte unsere 8chaufeneterl Kaninfelle in schwarz..... Seal electric schon von.................— Opossum amerik. schon von................... Opossum austral. besonders schöne Felle..... 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