Kr.215 Kvühaussabe 182. Jahrgang Dienstag, 13. September 1932 *- ren jetzt erst die Abstimmung durch, w'r waren bereits in der Abstimmung und beoor Jte durchgeführt ist, kann ich nichts anderes machen. Unter großer Bewegung wird hierauf die nament. liche Abstimmung durchgeführt. Die Kommunisten rufen: „Nieder mit der Hungerregierung! -0>e Legier ungs Mitglieder verlassen unter hoym- ichen Zurufen der Kommunisten den ocml- Reichstagspräsident Göring verkündet Das Ergebnis der namentlichen Abstimmung über den Mißtrauensantrag und über die Aufhebung der Notverordnung: Es sind abgegeben worden 53« Karten, 5 Abgeordnete Haden sich der stimme enthalten, 42 Karten lauteten mit Nein, 312 haben mit Ja gestimmt. Der Mißtrauensantrag und der Antrag auf Aufhebung der Notverordnung sind damit angenommen. (Stürmischer Beifall.) Präsident Göring: Die Abg. Dr. Oberfohren und Torgler haben sich zur Geschäftsordnung gemeldet. Ich erteile jetzt das Wort dazu nicht. Nachdem bereits die Abstimmung begonnen hatte, hat der Herr Reichskanzler um das Wort ersucht. Nach der 21 b ft x mm u n g hätte ich ihm der Verfassung gemäß das Wort erteilt. Während der A b st i m m u n g war das nicht möglich. Während dieser Abstimmung hat er mir eine Auflösungsorder des Herrn Reichspräsidenten überreicht, ein odjreiben, das nunmehr, da es gegengezeichnet ist von einem Reichskanzler und einer Regierung, die du r ch die nunmehr durchgeführte Ab st , mm u n g als gestürzt zu bezeichnen sind h ins a 111 g geworden ist. (Stürmischer Beifall bei den Nationalsozialisten.) Der Reichstagsprastdent verlieft dann die Auflösungsorder und erklärt dazu nochmals, daß eine solche Auflösungsorder n i ch t rechtsgültig fein kann, wenn sie gegengezeich- net sei von einer Regierung, der die überwältigende Mehrheit der deutschen Volksvertretung das Vertrauen ent,zogen habe und hinter der im Deutschen Reichstag nur 42 Abgeordnete stehen. Er werde dem Reichspräsidenten von dieser Tatsache Mitteilung machen und ihn bitten, unter diesen Umständen feine Auflösungsorder zurück zuziehen. Die Auf- lösungsorder komme nicht überraschend. Schon beim Empfang des Reichstagspräsidiums habe der deutsch- nationale Vizepräsident Graes-Thüringen dem Reichspräsidenten erklärt, daß seine Freunde gegen das parlamentarische Regiment seien. Im Gegensatz zu dieser Erklärung wolle er, Reichstagspräsident Göring, streng nach der 2krfaffung Weiterarbeiten und d ie Rechte der deutschen Volksvertretung wahren. (Stürmischer Beifall bei den Nats.) Der Neichstagspräsident schlägt dann vor, morgen eine weitere Sitzung abzuhalten, mit einer Tagesordnung, die vom Aeltestenrat bestimmt werden soll. Das Ergebnis der Abstimmung im Reichstag. Berlin, 12. Sept. (DDZ.) Bach der endgültigen amtlichen Feststellung über das Ergebnis der namentlichen Abstimmung des Reichstags am Montag sind für den kommunistischen Antrag für Aufhebung der Rotver - ordnung und gleichzeitig für das von den Kommunisten beantragte Mißtrauensvotum gegen das Kabinett v. Papen 512 Stimmen abgegeben worden. Gegen die Anträge stimmten 42 Abgeordnete, nämlich 3 5 Deuts ch - nationale und die sieben Mitglieder der Deutschen Dolkspartci. Don den Deutschnationalen hat sich jedoch der Abg. Spahn der Stimme enthalten. Ferner haben sich der Stimme enthalten: die drei Abgeordneten deZ Christlich-sozialenDolksdie nst e s Dehrens, Schmidt-Westfalen und Simpfendörfer, sowie der Abgeordnete der Dolksrecht- patrei Dauser-Stuttgart, so daß sich im ganzen fünf Stimmenthaltungen ergeben. Lieberhaupt nicht an der Abstimmung teilgenommen haben die vier Mitglieder der Staats- Partei, die beiden Abgeordneten der Deut- schenBauernpartei und die beiden Wirtschaftsparteiler. Oie Auftösungsor der. Berlin, 12. Sept. (WTB.) Auf Grund des Art. 25 der Reichsverfaffung löse ich den Reichstag auf, weil die Gefahr besteht, daß der Reichstag die Aufhebung meiner Notverordnung vom 4. September d. 3. verlangt. Berlin, den 12. September 1932. Der Reichspräsident (gej.) o. Hindenburg. Der Reichskanzler v. Papen. Der Reichsminister des Innern Frhr. v. Gayk. Oer Reichskanzler an den Reichstagspräsidenten. Berlin, 12. Sept. (WTB.) Reichskanzler v. Papen hat an den Präsidenten des Reichstages dcr sechsten Wahlperiode, Göring, nachstehendes Schreiben gerichtet: Ich stelle fest, daß Sie entgegen dem Artikel 33 der Verfassung desDeut- schen Reiches sich geweigert haben, mir in der heutigen Reichstagssitzung das Wort zu erteilen. Sie haben mich dadurch gezwungen, Ahnen die Auslösungsurkunde des Herrn Reichspräsidenten zu überreichen, ohne zur Verlesung zu kommen. Mit diesem Augenblick war der Reichstag aufgelöst. Die von Ihnen | nachher veranlaßte Fortsetzung der Sitzung und die von Ihnen geleitet« Abstimmung waren verfassungswidrig. Auch jede weitere Versammlung und Beschlußfassung des aufgelösten Reichstages, mit Ausnahme der in Artikel 35 ter Reichsverfassung vorgesehenen Möglichkeiten, würde gegendieReichsverfassung verstoßen. Kein Zusammentritt des Reichstags. Berlin, 12. Sept. (DDZ.) Wie das Nachrichten- bureau des VDZ. ergänzend erfährt, fand nach der Reichstagssitzung beim Präsidenten Goring eine Aussprache zwischen den Vertretern der Nationalsozialisten und des Zentrums statt, in der die Vertreter des Zentrums zum Ausdruck brachten, daßanderRechtsgül- tiakeit der Auflösung des Reichstages gar fein Zweifel bestehen könne. Als Ergebnis dieser Besprechung wurde die Aeltesten- ratssitzung abgesagt und der Plan eines neuen Zusammentritts des Reichstages fallen gelassen. Präsident Goring hat sich Vorbehalten, eine Klärung der verfassungsrechtlichen Streitfrage durch fünften her- beiführen zu lassen. Bis zu einer solchen verfassungsrechtlichen Entscheidung wird jedenfalls eine neue Reichstagstagung nicht stattfmden. Dagegen ist beabsichtigt, den Reichstagsausschuß zur Wahrung der Rechte der Volksvertretung einzuberufen und schon in den nächsten Tagen zusammentreten zu lassen. Loebe beruft den LleberwachungS- ausschuß ein. Berlin, 12. Sept. (TU.) Als Mitglied des Aelteftenrats und zugleich als Vorsitzender des Ueber- wachungsausschusses des Reichstags hat der sozialdemokratische Abgeordnete Loebe folgenden Brief an den Reichstagspräsidenten Göring gerichtet: „Sehr geehrter Herr Präsident! Die sozialdemokratischen Mitglieder des Aeltestenrates nehmen an der von Ihnen einberufenen Aeltestenratssitzung nicht in e h r t e i 1, da der Aeltestenrat durch die Auslösung des Reichstags mitbetroffen worden ist. Die staatsrechtlichen Fragen, die in Ihrer Schlußansprache aufgeworfen wurden, gehören vor den Ausschuß zur Wahrung der Rechte des Parlaments, der von der 'Auflösung nicht betroffen wird. Als Vorsitzender b c - rufeichdiesenAusschußeinund werde den Zeitpunkt der Sitzung noch heute bekanntgeben. In vorzüglicher Hochachtung gez. Loeb e." Oer Rer'chsinnenmimster über die Vorgänge im Reichstag. Berlin, 12.Sept. (ERD.) Reichsinnenmini- ster Freiherr vonGayl sprach vor Derttc- tern der Presse über die heutigen Vorgänge im Reichstag und die Auffassung der Regierung über die verfassungsrechtliche Lage bei der Auflösung. Der Reichskanzler sei heute im Reichstag erschienen, um eine umfangreiche Regierungserklärung abzugeben. Von der sich an diese Erklärung anschließenden politischen Aussprache erwartete die Reichsregierung eine Klärung der politischen Lage. Im Anschluß daran sollte dann der Empfang der Parteiführer beim Reichspräsidenten stattfinden. Der Minister schilderte dann die Situation, die sich durch die überraschende Vorlage des kommunistischen Antrags zur Eeschäftsord- ordnung ergeben habe, einen Antrag auf Aushebung ber Rotverordnung und die Mißtrauensvoten auf die Tagesordnung der heutigen Sitzung zu sehen. Diesem Anträge sei überraschenderweise nicht widersprochen worden. Als dann nach der halbstündigen -Unterbrechung der Sitzung der Reichstagspräsident fest stellte, daß kein Widerspruch erhoben worden sei, und daß er daher zur Abstimmung über den kommunistischen Antrag schreiten wollte, bat in diesem Augenblick der Reichskanzler ums Wort. Dies wurde ihm vom Reichstagspräsidenten nicht erteilt. Staatssekretär Dr. Planck habe daraus dem Reichstagspräsidenten nochmals persönlich die Ditte um Worterteilung ü b e rm i 11 e l t, während gleichzeitig aus dem Hause der Antrag auf namentliche Abstimmung gestellt wurde. Als dann der Kanzler erneut ums Wort bat, wurde ihm dies wiederum abgeschlagen. Der Kanzler überreichte daraus persönlich dem Reichstagspräsidenten die Auflösungs- v r d e r. Der Reichsinnenminister erklärte weiter, die Reichsregierung stehe auf dem Standpunkt, daß ihr auf Grund des Artikels 33 der Reichsversassung im Reichstag jederzeit das Wort erteilt werden müsse, ganz abgesehen davon, daß die Abstimmung in dem Augenblick, als der Reichskanzler ums Wort bat, noch nicht begonnen hatte. Der Minister wies dabei darauf hin, daß gleichzeitig der Reichstagspräsident einen Antrag auf namentliche Abstimmung entgegengenommen hatte. Im übrigen sei maßgebend die Tatsache, daß die Auflösungsorder dem Reichstagspräsidenten zugestellt worden seu Mit diesem Augenblick sei sie i n W i r k s a m - leit getreten. Infolgedessen seien alle später erfolgten Handlungen des Reichstags nicht Der* fassungsgültig. Wie Freiherr v- Gahl schließlich noch betonte, hat die Regierung die Absicht, die verfassungsmäßigen Vorschriften innezuhalten und, wenn Wahlen ausgeschrieben werden, sie unter den Bedingungen durchzuführen, die heute gelten. Eine Einschränkung müsse allerdings gemacht werden: daß Wahlen natürlich nur dann möglich sind, wenn Ruhe und Ordnung gewährleistet sind. Die Reichsregierung sehe im Augenblick keine Rotwendigkeit, irgendwelche Ausnahmeregeln zu ergreifen. Im weiteren Declans der Pressekonferenz unter* strich Ministvialdirektor Gottheimer, daß der Reichstagspräsident nach seiner eigenen Angabe das Wort „Abstimmung" noch nicht ausgesprochen habe, als der Reichskanzler sich durch Handerheben zum Wort meldete. Ebenso habe der 'Reichstagspräsident auch erklärt, daß ihm um die gleiche Zeit das Wort „namentlich" zugerufen worden sei. Der Antrag auf namentliche Abstimmung kann nach der Geschäftsordnung aber nur bis zur Eröffnung der Abstimmung gestellt werden. Auch daraus ergebe sich, daß der Reichskanzler sich vor der Abstimmung gemeldet hat und das Verhalten des Reichstagspräsidenten mit der Verfassung im Widerspruch stehe. Michstagspräsident Göring vor der presse Keine neue Sihung des Reichstags. - Oie verfassungsrechtlichen Kragen werden vor den Staatsgerichtshof gebracht. Berlin, 12. Sept. (VDZ.) Reichstagspräsident Göring empfing die Presse, um seinerseits zu der Reichstagsauflösung Stellung zu nehmen. Er erklärte: Als keine dcr Fraktionen dem kommunistischen Antrag widersprach, sei er verpflichtet gewesen, sofort zu Beginn der zweiten Sitzung mit der Abstimmung zu beginnen. Er habe di« Sitzung eröffnet und sofort bei Eröffnung fest- gestellt, daß er die Anträge zur Abstimmung bringe. Er habe das Wort zur Abstimmung noch nicht ausgesprochen gehabt, als Herr v. Papen zunächst nur d i e Hand erhob, während aus der gleichen Richtung das Wort „namentlich" kam, so daß er habe annehmen müssen, auch Herr v. Papen verlange die namentliche Abstimmung. Nach meiner Auffassung und der des Reichstages, fo erklärte Präsident Göring, hatte ich die Abstimmung bereits begonnen und eröffnet, als der Reichskanzler um das Wort bat. Nach der Verfassung bin ich verpflichtet, der Reichsregierung jederzeit das Wort zu geben, aber nicht, wenn ein anderer Redner spricht ober eine Abstimmung vor sich geht. Ich habe dem Reichskanzler bedeutet, er würde sofort nach der Abstimmung das Wart erhalten. Der Reichskanzler legte daraufhin ein Stück Papier auf meinen Präsidenten- tisch, das ich z u n ä ch st n i ch t a n g e sehe n habe. Ich habe die Abstimmung durchgefuhrt; sie ist eine Handlung in sich, die nicht unterbrochen werden kann Als ich das Resultat bekanntgab, hatte sich die Reichsregierung bereits entfernt, und ich habe nun angenommen, daß der Reichskanzler mir auf diesem Settel eine Mitteilung über feine Entfernung gemacht hatte. Ich habe dann gesehen, daß es sich u m die Auflösung des Reichstags handelt und den Standpunkt eingenommen, daß eine Regierung, die soeben durch eine überwältigende, noch nie dagewesene Mehrheit der Vertretung des deutschen Volkes gestürzt wurde, zur Gegenzeichnung eines solchen amtlichen Erlasses nicht das Recht hat. Erst in dem Augenblick, wo der Reichspräsident diese Regierung in den Stand einer gesch ä s tsführenden wieder einseht und uns die Mitteilung zukomrncn läßt, gewinnt auch die Gegenzeichnung dieser Regierung wied^ Wert. Iedenfalls ist es ein Streitobjekt, und ich habe die Mitteilung erhalten, daß Länder- regierungen die Absicht haben, augenblicklich und unverzüglich beim S t a a t s g e r i ch t s- hos eine Entscheidung und einstweilige Verfügung herbeizuführen, da sie legitimiert sind, während der Reichstag durch eine Lücke der Verfassung nicht legitimiert ist, diesen Streit beim Reichsgericht zu führen. Die Länder werden den Streit dahin präzisieren, ob eine gestürzte Reichsregierung überhaupt durch Gegenzeichnung einen Reichstag auflösen kann. Die Frage, ob der Reichstag vor der Abstimmung bereits aufgelöst war, vexmein« ich auf das entschiedenste. Fest steht, wie immer auch das Reichsgericht entscheiden mag, daß die Abstimmung unter allen Umständen zu Recht besteht, daß das Kabinett Papen mit erdrückender Mehrheit gestürzt worden ist. Ich werde nun zunächst mit den Parteiführern darüber konferieren, welche Schritte weiterhin zu unternehmen sind. Dis zur Entscheidung des Staatsgerichtshofes werde ich Amtshandlungen desReichstages, soweit es sich nicht um die fortbestehenden Ausschüsse handelt, unterlassen. S Si L -wt f*8 *n f'r.i her »Nir gft* Z »* ®Ä te« ZW taste ft £ I-ck^A $r*£ h fei# ffÄ beklebte Dra<^ suchte segeln, m dem Festland Und wenn sie l scheinbar losgeu Seinen Tmd und von molter Schnur ein wie ein Nus noi wie die Tehnsu zu einem Kur Steppen des A fern liegt, bah nach ein Telegr im Leben nie Der Drache der Flugstrecke ist 1 dem Drachen c freiem Kopf un überschaubaren Mgemeininteres Lin solcher sii schen Bezirke be: bäume, wenn il der Seite oder Wackelt mit bei Stepptänzer au len Erdteils au steil ab und st< lenmärts, wen Genau wie es len. Manchmal zu kommen, z machen, bevor wie der Brach Wollen nicht c mit Dingen zi lassen darf, oh im flet Der Wafft DaS techn' schenDass« 1931/32 Wi den im gany lieferten die a Wald, Huberte bei Grohen-T triebsjcchr 19C werk Queckbo das Wasser; fördenmg vvi Die nutzbar gelaufenen '£ cbm, an 6 Aeichsk Gemeinden W cbm, Slein-Qi. cbm und Quec "che Zwecke 40 Den höchst der 3. »uli 19c cbm d-r -Äl Ä1 SL F Staöt°ä LDeter.^ Sulfurfii kV'Ll» d Hi'«« ! Will OHA fll Amen q M( es* ~iÄ* PffnePAfl 'ch-ckt ZMt lenöA fr Corm Js ®lö avoriten. Er sah ihn als Vierten in einem au b au r andere heißt: „Emil und die Betet« (Uebersetzung von Iris Koebsell.) blonde Käte Haack. Ausdruck gekommen, und wenige Wochen spater hat man sich über diesen Willen des Volkes hinweg- gesetzt Als Präsident der deutschen Volksvertretung liegt es mir ob, und bin ich entschlossen, alle nur zur Verfügung stehenden Mittel auszunutzen, um die Rechte des'deutschen Volkes zu wahren. Der Reichskanzler spricht im Rundfunk Das Programm des Reichskabinetts. - Staatsführung und Parteien. Die beiden Filme sieht man gegenwärtig im neuen Doppelprogramm des Lichtspielhauses. — Sportlich interessierte Besucher seien außerdem auf die Wochenschau aufmerksam gemacht, in der man il a. einen Querschnitt durch die Olympia-Kämpfe von Los Angeles zu sehen bekommt. —r— lich also, daß seine Phantasie, beschwingt durch das schicksalhafte Zusammentreffen von „Forelle" und ihren Möglichkeiten Ungeahntes erwartete. Er hatte seiner Frau erzählt, daß er einen Frschzug auf Forellen unternehmen wollte, und nun würde ihm die Vorsehung bestimmt mit einem großen Fischzug durch „Forelle" beglücken. Im ersten Rennen riskierte George ein Pfund Der andere heißt: „(Emu und Die Derer* live" und ist gedreht nach einem Buch von Erich K ä st n e r , der mit seinen Gedichten und seinem Roman „Fabian" sehr bekannt geworden ist. Das Besondere an diesem Kriminalfilm ist, daß die wichtigsten Rollen von Kindern gespielt werden. Eine Horde richtiger, fixer und geweckter Berliner Jungen befindet sich auf dem großstädtischen Kriegspfad und entlarvt nach mancherlei Abenteuern und überraschenden Zwischenfällen einen gefährlichen Bankräuber. Das ist originell, spannend und mit Humor gekurbelt: der Regisseur Gerhard Lamprecht zeigt dabei in der Gestaltung eines Teilmotivs, der entscheidenden Szene im Eisenbahnzug, über was für phantastische Möglichkeiten die Technik des Films (und nur des Films!) heute verfügt. Wenn dergleichen häufiger ausgenutzt würde, brauchte man nicht so geflissentlich darauf hinzuweisen. Im übrigen ist es ein Vergnügen, zu sehen, wie frisch und natürlich die kleinen Filmstars in kurzen Hosen ihre großen Rollen spielen; die nettesten von ihnen heißen Rolf Wenkhaus, Hans Sch au fuß, Hubert Schmitz. Hans Richter und Inge Landgut als Pony Hütchen. Don den erwachsenen Darstellern: Fritz Rasp, guter Bekannter aus zahl- reichen Kriminalaffären, in einer Rolle, die ihm direkt auf den Leib geschrieben ist; und die niedliche Es handelt sich hier nicht um einen Konflikt Reichstag — Reichspräsident, sondern um einen Konflikt des Volkes und feiner Vertretung gegenüber einer kleinen Schicht einer gewissen Gesellschaftsklasse. Der Reichspräsident hat seinerzeit den Reichstag aufgelöst, um das Volk nach feinem Willen zu befragen. Der Wille des Volkes ist eindeutig zum Ländern einer Lösung zugeführt werden. Ls sei ein Entwurf beabsichtigt, der auf Grund der Erfahrungen der Geschichte für lange Zeit die Grundlage unseres staatlichen Lebens sichern solle. Gan; dringend fei dabei die Frage einer Neuregelung des Aufbaues des Reiches. Ausgeschlossen müsse in Zukunft ein Gegen- und Nebeneinanderregieren im Reich und in Preßen sein. Man werde den geschichtlich gewordenen preußischen Staat nicht zerschlagen, aber notwendig sei eine organische Verbindung der preußischen Regierung mit d e r des Reiches. Hier läge die Möglichkeit einer durchgreifenden Der- roaltungsreform und Verwaltungsverbilligung. Die Regelung des Verhältnisses zwischen Reich und Preußen werde die Eigenstaatlichkeit der anderen deutschen Länder nicht antasten. Das Pro- iramm der Reichsregierung sei ein einheitlicher und olgerichtiger Plan zur Wiederherstellung von SBirte chaft und Staatsleben. Die Regierung betrachte sich dabei als Vollstrecker eines nationalen Willens, der zwar feinen Niederschlag noch nicht in manchen Parteien gefunden haben möge, der aber der eigentliche und wahre Dolkswille sei. Die Sicherheit für das politische und wirtschaftliche Leben bestehe in der unerschütterlichen Entschlossenheit der Regierung, die im Auftrage des Reichs- Präsidenten gefaßten Pläne bis jum Er fo l g durchzuführen. Der Kanzler schloß: Ich hatte die Absicht, von der Tribüne des Reichstags d i e erwählten Vertreter des Volkes aufzufordern, dem Lande dadurch zu dienen, daß sie der Reichsregierung die Durchführung ihres Pro- gramms ermöglichen. Die Volksvertretung hat mich daran gehindert. Sie hat es nicht gewollt. Deshalb rufe ich dem Lanhss in dieser Stunde zu: Mit Hindenburg und für Deutschland! Oie Nationalsozialisten zur Reichstagsauflösung. Berlin, 12. Sept. (TU.) Die nationalsozialistische Parteikorrespondenz nimmt zu den heutigen Vorgängen im Reichstag tote folgt Stellung: „Der Reichstag hat heute der Regierung v. Popen ein Mißtrauen ausgesprochen, tote es vernichtender in der Geschichte noch nicht dagetoesen ist. Mit dem gleichen Stimmenverhältnis wurde gleichzeitig der Antrag auf Aufhebung der Rotverordnung vom Reichstag angenommen. Das deutsche Volk hat gesprochen und dieser Regierung die verdiente Quittung für ihr Verhalten gegeben. Der Versuch des Reichskanzlers, in die Abstimmungshandlung selbst einzugreifen und vor der vollzogenen Abstimmung ein Schreiben, das, tote man später erfuhr, das Auf- lösungsdekret enthielt, zur Kenntnis des Reichstages zu geben, wurde geschäftsordnungs- und verfassungsmäßig mit Recht vom Reichs- tagspräsidenten zurückgewiesen, der nach der vollzogenen Abstimmungshandlung erklärte, daß er dem Herrn Reichskanzler selbstverständlich auf seinen Wunsch nach der Abstimmung sHandlung dos Wort jederzeit gegeben haben würde. Das mit der erdrückenden Mehrheit von 513 gegen 42 Stimmen ausgesprochene Mißtrauensvotum gegen die Regierung von Popen Hot mit einem Schlage bie politische Situation geklärt und vor aller Welt kundgetan und bestätigt, was wir immer behauptet haben, daß diese Regierung eine Regierung ohne Volk ist. Der Reichstags- Präsident hat nach der Abstimmung der Auffassung der überwiegenden, weitmehralszwei D r 11* teldes Reichstags umfassenden Mehrheit Aus- druck gegeben mit der Erklärung, daß vom Herrn Reichspräsidenten nach Kenntnisnahme dieses Mißtrauensvotums erwartet werden dürfe daß er das vor der Abstimmung unterzeichnete Auflösungsdekret zurückziehen werde. Wir können und wollen nicht annehmen, daß der Herr Reichspräsident noch länger einem Kabinett sein Vertrauen schenkt, das fast vom gesamten deutschen Volk in so unzweideutiger verfassungsmäßiger Weise im Reichstag mit schärfstem Mißtrauen abgelehnt worden ist. „Ach, ich habe bloß gejagt, daß ich glaube, Sie würden nicht an einem Mal genug haben; und daß ich wüßte, daß Sie zwei Pfund auf „Forelle" verloren hätten." Was sollte der unglückselige George dazu sagen? Das Unglück war nicht mehr aufzuhalten. Mit seinen Angelruten und Körben, den Beweisstücken seines verruchten Doppellebens, schlich er sich ins Haus. Aber seine Gattin kam ihm mit einem süßen Lächeln entgegen. „Es tut mir so leib, mein armer George, daß du nicht viel von dem Tag gehabt hast", lispelte sie, „aber laß es gut sein, Liebling, es gibt dafür auch etwas Ausgezeichnetes zum Abendessen." George erstarrte. Spielte seine Frau Komödie, würde sie sicy dann plötzlich demaskieren? Sie gehörte bestimmt nicht zu der Art von Frauen, die mit ihrem Gemahl, der ein paar Pfund im» Rennen verloren hat, sympathisieren. Sie war eher jener Gattung zugehörig, die bei solchen Gelegenheiten voll tiefer seelischer Gekränktheit stets bemerken müssen, daß — wenn schon das Geld zum Fenster herausgeworfen würde — das Speisezimmer dringend eine neue -Tapete brauche. Und die diese Angelegenheit zum einzigen Gesprächsthema der nächsten vierzehn Tage machen. Es lag etwas Unheimliches in der widernatürlichen Freundlichkeit von Mrs. Denshall. „Ich habe Hauptmann Hardy getroffen", fuhr sie fort, „und er erzählte mir..." „Was hat er dir erzählt?" George stockte der Atem. „Ich habe ihn nicht ganz genau verstanden, Liebling, aber er meinte auch nur, du hättest heute schlechten Sport gehabt und eine Forelle von zwei Pfund verloren. Armer George! Wie verstimmt du sein mußt!" George Denshall bemerkte über diesen Punkt nichts mehr zu seiner Frau — erst etwas spater, und zwar über sie selbst. „Siehst du", klopfte er seinem Schwager auf die Schulter, „siehst du, sie ist eine von den seltenen Frauen, mit denen man eine wahrhaft harmonische und glückliche Ehe fuhren kann!" , Staaten ihre moralische und juristische verpflichtungzurAbrtistung e i n t ö st en und ihre Stiftungen nach den Vorschriften und Maßstäben des Vertrages von Versailles herabsehten. Wir würden auch die weitestgehenden Abrüstungsvorschläge für Deutschland annehmen, vorausgesetzt, daß sie gleichmäßig für alle Staaten gelten. Aber es ist für uns unerträglich, weiterhin als ein Volk zweiter Klasse behandelt zu werden und weiterhin schutzlos unter den roaffenftarrenben Staaten des europäischen Festlandes dazustehen. Trotz Völkerbund, Locarno und Kelloggpakt versucht man, sich den Verpflichtungen zur Abrüstung zu entziehen. Wir können an den weiteren Arbeiten der Konferenz nicht teilnehmen, bevor die Frage der Gleichberechtigung nicht in unserem Sinne geklärt ist. Wir wissen, daß wir in diesem Kampfe nicht allein stehen. Mit Genugtuung können wir feststellen, mit welchem Verständnis der Regierungschef eines uns befreundeten großen Volkes in aller Öffentlichkeit unseren Standpunkt geteilt hat. Das große Ziel, das die Reichsregierung sich Beim Herumtoerfen des Steuers der Wirtschaft gesteckt hat und das sie ihrer festen Lleberzeugung nach erreichen wird, ist die entscheidende Verminderung der Arbeitslosigkeit. Roch liegt die furchtbarste Krise, die die Wirtschaftsgeschichte der Menschheit kennt, über der Welt und über Deutschland. Aber schon machen sich allenthalben erfreuliche Zeichen einer langsamen Vesserung, zum mindesten eines bevorstehenden Stillstandes der Krise bemerkbar. Diesen Augenblick hat die Reichsregterung für den rechten gehalten, mit dem Ihnen ja bekannten Wirtschaftsprogramm den Angriff zu beginnen. Es ist wichtigste Voraussetzung jeder nationalen Politik, die Selbständigkeit der deutschen Rahrungsmittelversorgung sicher zu stellen. Wir müssen also die Verlustquellen bei der Landwirtschaft beseitigen. Das bedeutet: Hebung der Kaufkraft der Konsumenten für landwirtschaftliche Produkte, Fernhaltung der vom Weltmarkt ausgehenden Störungsmomente. Kontingentierung bestimmter Einfuhrartikel und Minderung der Lasten durch Zins- und Steuersenkung. Selbstverständlich bekennt sich die Reichsregierung zu der christlich-sittlichen Pflicht des Staates gegenüber den schutzbedürftigen, insbesondere den kranken, verletzten und invaliden Arbeitnehmern. Hier findet die Freiheit der Wirtschaft ihre Grenze im Gebot sozialer Gerechtigkeit. „Die Lebenshaltung der deutschen Arbeiterschaft soll gesichert und der soziale Gedanke gewahrt bleiben. Rach dieser Richtschnur will die Reichs- regierung handeln. Man f)at ihr soziales Programm mit schärfsten Worten als „reaktionär" und „unsozial" abgelehnt. Wir lassen uns von niemand im deutschen Volke an sozialer Gesinnung übertreffen. Unsozial ist, wer unerfüllbare Wünsche vergeblich zu erfüllen trachtet und dadurch Arbeitsmöglic^eiten zerstört. Sozial aber handelt, wer durch den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit dafür sorgt, daß das soziale Gut dem Volke dauernd erhalten bleiben kann. Nur wenn es möglich sein wird, die Zahl der Arbeitslosen im kommenden Winter entscheidend zu verringern, werden wir die Unter st ützungem für die Arbeitslosen, die auch wir gegenwärtig für zu niedrig erachten, erhöhen können. Das gleiche gilt für die Erhöhung der Renten. Niemand Zweimal Kriminalfilm. Der eine heißt „Der Schuß im Tonfilm- a t e l i e r" und überträgt ein auf der Sprechbühne oft und immer wieder mit unfehlbarem Erfolg erprobtes Motiv in die ureigensten Bezirke des F Ims: dem Zuschauer erschließt sich, ausführlich und fes elnd, die vielfarbige und vieltönige, vielgliedrig bewegte Berlin, 12. Sept. (WTB.) Reichskanzler von Papen sprach am Montag um 19.30 ilfjr über das Programm der Reichsregterung. Er führte u. a. aus: Ich spreche heute durch den Rundfunk zum deutschen Volk, weil d er s o - eben aufgelöste Reichstag es nicht einmal für notwendig befunden hat, eine Erklärung der Reichsregierung über das von chr verfolgte Programm entgegenzunehmen. Der Reichskanzler gab eine Schilderung der heutigen Vorgänge im Reichstag und betonte, daß nach Artikel 33 der Verfassung der Präsidentverpflichtet war, ihm als Vertreter der Regierung das Wortzu erteilen. Mit dem Augenblick der 1/lebergabe des Auflösungsdekrets, fuhr der Kanzler fort, war nach den Bestimmungen der Verfassung der Reichstag aufgelöst. Die Abstimmungen, die der Reichstagspräsident danach hat stattfinden lassen, sind verfassungswidrig und damit rechtsungültig. Aus diesem Vorgang wird das deutsche Volk ersehen, daß es der Reichsregierung durch verfassungswidriges Verhalten des Reichstagspräsidenten unmöglich gemacht worden ist, vor dem Volke einen Rechenschaftsbericht über die vergangenen drei Monate zu geben, und ihr Programm fürdieZu- fünft mitzuteilen. Die kommunistische aus Moskau zugereiste Abgeordnete Frau Klara Zetkin ist von dem Reichstag mit Andacht in ihren Deklamationen angehört worden. Die Erklärung einer nationalen Regierung aber weigert sich die deutsche Volksvertretung auch nur anju« hören. Ich stelle dieses Verhalten des Reichstages vor dem deutschen Volke fest. 3n dieser Stunde liegt mir daran, dem deutschen Volke nunmehr auf diesem Wege erneut Rechenschaft abzulegen über die bisherigen Handlungen der Regierung und das weitere Ziel, das sie im Interesse der Gesundung der Ration verfolgt. Die Reichsregierung, die ein unteilbares Ganzes bildet, ist fest entschlossen, den Weg weiter zu gehen, den sie mit ihren bisherigen Handlungen beschritten hat: den Weg einer neuen unabhängigen Staatsstihrung, zu der der Herr Reichspräsident sie berufen hat, und zu deren Durchführung wir uns ohne Zögern, aber auch ohne Uebersttirzung ans Werk gemacht haben. Die Tätigkeit der Regterung, über die ich jetzt dem deutschen Volke Rechenschaft abzulegen habe, besteht in dem Abschluß einer alten und der Eröffnung einer neuen Epoche. Ich beginne mit denjenigen Aufgaben, deren Erledigung wir von unseren Vorgängern übernommen haben: Ihre erste und dringendste war die Erledigung der Reparationsfrage. Das System der Reparationen und seine letzte Verkörperung, der Boungplan, ist tot und wird niemals wieder lebendig werden. Schon in Lausanne habe ich den Anspruch Deutschlands vor der ganzen Welt angemeldet, als V.olk mit gleichen Rechten und gleichen Pflichten in der Welt behandelt zu werden. Die Beseitigung dieser Diskriminationen steht auf der Tagesordnung der internationalen Politik und darf nicht wieder davon verschwinden. Die Herstellung der vollen Souveränität des Reiches, seiner Freiheit und Gleichberechtigung ist das grundsätzliche Ziel unserer Außenpolitik. Wir wollen die Abrüstung. Niemand würde es freudiger begrüßen als Deutschland, wenn alle Felde von fünfen behaglich nach Hause traben. Aber George war keineswegs entmutigt: „Forelle" würde ihm ichon ein Vermögen bringen. Als er gerade mit [einem Ticket: Sieg Forelle, vorn Totalisator abzog, traf er seinen Nachbarn, einen Hauptmann Hardy. „Hallo!" brüllte Hardy. „Hätte nie gedacht, Sie hier zu treffen! Wissen Sie was Gutes?" „Ja, Forelle! Gehen Sie rauf, mit allem was.Sie haben. Bekam den Tip aus bester Quelle." George glaubte wirklich daran. „Ich selbst habe zwei Pfund darauf." „Danke", sagte Hardy und verschwand. Nachdem „Forelle" ihr Rennen in einer Form beendet hatte, die ihr unbedingt ein warmes Plätzchen im Aluminium-Bassin eines Wursthändlers sicherte, hatte George nur den einen Wunsch, Hardy nicht über den Weg zu laufen. Bis ihm plötzlich mit entsetzlicher Deutlichkeit einfiel, daß dies sehr töricht gehandelt wäre. Er kannte Hardy nicht sehr gut, und was nun, wenn Hardy zuerst nach Hause führe, zufällig Mrs. Denshall träfe und der erzählte, daß er ihren Gatten getroffen hätte? Hardy mußte unbedingt gefunden und ins Vertrauen gezogen werden. Es gibt eine Art Frei- maurertum unter allen Gatten, und Hardy würde diskret fein. Aber Hardy war nirgends zu finden und George blieb nichts anderes übrig — nachdem er unter größten Schwierigkeiten feinen Wagen gefunden und unter noch größeren Schwierigkeiten in Gang gebracht hatte — als ein Schicksal und feinen häuslichen Frieden in die Hände der Vorsehung zu legen. Er war fast schon zu Hause, als er plötzlich Hardy sah. Eilig stoppte er seinen Wagen. „Halloh!" rief Hardy wesentlich geschwächter als am Nachmittag. „Ich bin nach dem vierten Rennen fortgegangen. Sie und Ihre „Forelle"! Wie ist es Ihnen denn weiter ergangen? „Danke, schlimm." „Das habe ich mir gedacht. Wie ich schon vor einer halben Stunde zu Ihrer Frau sagte.. " George unterbrach ihn mit einem schwachen Schrei: „Sie haben sie gesehen!" Um Gottes Willen, was haben Sie ihr erzählt?" Die Sache mit den Forellen. Von Claude Smedley. George Denshall gehörte zu jener weit verbreiteten Art von Gatten, die fest an dem Glauben hängen, daß der Wagen ehelichen Glückes hin und wieder durch eine kleine Schwindelei geölt werden müsse. George Denshall liebte Pferderennen, von welcher Neigung er aber Mrs. Denshall aus be« § reiflichen Gründen keine Mitteilung machte. Er esaß einen kleinen Wald von Angelruten und eine respektable Sammlung niedlicher Fischkörbe. Wenn irgend wo ein Pferderennen stattfand, das in erreichbarer Distanz für seinen reichlich antiquierten Zweisitzer lag, ging er „mal einen Tag raus zum Angeln". Ruten und Körbe blieben im Hotel ,Lum Monarchen". Wenn Mrs. Denshall einen Rennführer gehabt hätte, wäre sie über das eigenartige Zusammentreffen von Renntagen und den plötzlichen Angelexkursionen ihres Gatten zum mindesten leicht verwundert gewesen. Aber sie war nicht mißtrauisch, wie es manche Frauen sein sollen, und so war sie auch keinesfalls erstaunt, als George eines Tages zwecks Verdichtung eines notwendigen Alibis einen vierpfündigen Steinbutt mit nach Hause brachte. Sie machte sich nicht die geringsten Gedanken, wie er dieses Vieh in einem kleinen Bach, dreißig Meilen von der See entfernt, gefangen haben könnte. Eines Morgens in jener schönen Zeit, da keine Saison für Forellen ist und das Fischen entzücken- der Tierchen auch laut Gesetz schwer geahndet wird; in jener interessanten Zeit bemerkte George Denshall einmal leichthin, daß seiner Meinung nach der morgige Tag gerade geeignet sei, „einen netten kleinen Korb Forellen zu holen". Da dies ein größerer Renntag war, kann man es nicht durchaus Lüge nennen, wenn der gute George die Absicht aussprach, „mal einen großen Fischzug zu unternehmen". Wie gewöhnlich hielt George auf dem Wege zum Rennplatz erst bei dem Hotel an, händigte sein Angelgerät dem grinsenden Portier aus und grub dann in den Zeitungsbergen des Rauchzimmers nach Rennzeitungen mit todsicheren Tips. Ein Goldgräber! Ein Pferd, das von allen Propheten für das zweite Rennen als todsicher ausgeschrien wurde, faszinierte sofort seine Einbildungskraft. Es hieß „Forelle". George hatte weder jemals den Fisch noch das Pferd gleichen Namens gesehen. Verständ- in der Reichsregierung denkt daran, die wohlerworbenen Rechte des öffentlich-rechtlichen Versicherungsschutzes zu beseitigen, den Arbeiterschutz aufzuheben oder die begrifflichen Merkmale des Tarifvertrages zu zerstören. Das Mißtrauen, das in dieser Hinsicht der Ermächtigungsverordnung entgegengebracht wird, ist grundlos. Ich möchte hier -eine sehr ernste Mahnung aussprechen. Alte Maßnahmen, die in den Verordnungen vom 4. und 5. September niedergelegt sind, gelten für eine Lieb e r g a n g s ze i t von 12 Monaten. In dieser Zeit entscheidet sich die Zukunft unserer Wirtschaft und damit unseres Staates. Rach genauester Beobachtung der Entwicklung der Weltwirtschaft sind wir zu der Entscheidung gekommen, daß jetzt der richtige Zeitpunkt da ist, Um d i e P r i v a t i n i t i a t i v e wieder zu wecken und ihr die Gelegenheit zu geben, ihre gewaltigen realen und moralischen Kräfte zu entfalten. Die Reichsregierung erwartet von den Unternehmern, daß sie die ihnen anvertrauten Mittel gewissenhaft zum Wohle des ganzen Volkes verwalten. Sie wird mit eiserner Strenge gegen Elemente vorgehen, die sich als Parasiten der Wirtschaft auf kosten der Arbeitnehmer bereichern wollen. Mißlingt der Plan der Reichsregierung, dann ist das freie Unternehmertum verloren. Dann werden jene Kräfte die Oberhand gewinnen, die den Gesamtbereich der Wirtschaft der staatlichen Regelung unterwerfen wollen. Wehe dem Unternehmertum, wenn es nur an eigenen Ruhen denkt und nicht an das große Ganze, wenn es nicht jetzt seine Stunde erkennt und die große Chance begreift, die ihm die Reichsregierung bietet, wenn es nicht wagt, sondern zurückhaltend abwartet. Neben dem Neuaufbau der Wirtschaft wird die Hauptaufgabe der Reichsregierung der Umbau unseres staatlichen Lebens sein. . Die Reichsregierung ist der Ansicht, daß das System der formalen Demokratie im Urteil der Geschichte und in den Augen der deutschen Ration abgewirtschaftet hat und daß es nicht mehr zu neuem Leben erweckt werden kann. Aus der heutigen Zersetzung unseres Sbaatslebens heraus und in gesunde, zukunftsvolle Verhältnisse kann uns allein die Herstellung einer wahrhaft unparteiischen nationalen Staats führung bringen, einer Staatsführung, die sich über allen Parteiwünschen als unantastbarer Hort der Gerechtigkeit erhebt, die gestützt ist auf die Macht und die Autorität des vom Volke gewählten Reichspräsidenten. Wenn die Herren von der RSDAP. heute die schon etwas verstaubten Requisiten des sozialistischen Klassenkampfes vergangener Iahre glauben hervorholen zu müssen, wenn sie glauben, daß sie mit einem Kampf gegen die „feinen Leute", gegen die f»genannten „Barone", gegen die „Herrenschicht" neue Wahlerfolge erzielen werden, so fürchte ich, daß sie eine bittere Enttäuschung erleben werden, denn in dieser Kampfmethode ist ihnen der Marxismus aller Schattierungen weit überlegen. Aber sie werden dabei, ui. j das ist das wesentliche, ihr Ziel verfehlen und zerschlagen ihr Ziel, die Ration um der Ration willen auf einer nationalen Basis zu einen. Der Kanzler hielt es weiter für eine selbstverständliche Pflicht, sich vor diehistorische Persönlichkeit des Staatschefs zu stellen. Das deutsche Volk habe ein sicheres Gefühl der Dankbarkeit für das Gottesgeschenk, das ihm den Führer im Krieg und Frieden, den Wahrer seiner besten Traditionen an der Spitze der Ration erhalten habe. So hoch die kämpfenden Gewalten von heute von diesem Symbol der Einigkeit überschattet würden, so sicher werde jeder gute Deutsche nur mit Kopf- schutteln und Abscheu von Reden Kenntnis genommen haben, die jede Ehrfurcht vor der Weisheit des Alters und der großen Persönlichkeit vermissen ließen. DieResormderVerfassung werde nicht übereilt und nur in liebereinffimmung mit den Welt hinter den Kulissen (eines großen Ausnahme- Ateliers). Wie bei Pirandello im Theater fließen unversehens und verwirrend Spiel und Wirklichkeit ineinander; die Illusion des Drehbuchs verstrickt sich in die (scheinbare) Realität eines rätselhaften Sri- minalfalls; aus der gestellten Szene wird blutiger Ernst aus der vorgetäuschten Sensation eine echte. Die Idee stammt von Kurt S i o d m a k; die Regie hat Alfred Z e i s l e r, der mit kundiger und leichter Hand den Knoten schürzt und entwirrt. Aus den Massenszenen heben sich mit pointierten Lelltunaen heraus- Gerda Maurus, die „Frau im Mond ; Harry Frank, Erwin Kaiser, Stahl-Rach- und Alfred feierte. CbtM»ki 3e Seilt X Mui. **”• uni httMen I M -- fä,1; äj"*« unfl von Nm. 9 betrachte sich 1 Willens, der manchen &r. b/r-igent. le ei. jif ‘Mi* g n Wüt» 9e des W5, lum 6t|D(6 Achstags dir Volkes aus. Iiencn, daß fk ifl ihrer Pro- rtretung hat >t er nicht g,. : dieser Glunbe it Deutsch. Men lisung. Die natimud» nimmt zu btrv : tote folgt Siel- egierung v. Pa« wie es vernich« t dagewesen ist. ris wurde gleich« der Lotverord« l DaSdeut« und dieser He« sür ihr Derhai« eichslmzlerS, in emzugreifen und stimmung ein fuhr.dasÄus« ir Kenntnis des Wstsordnunas« cht vom Reichs« esen. der nach mdlung erklärte, >t selbstverständ« der Abstim« t jederzeit gege« iroßen Aufnahme' ? Theater s tehen r und Wirklich^ uchsverMtO rätselhaften »»• ne wird bluM LürE S?%F eit von 513 gegen uensoßtum gegen einem Schlage geklärt und Mgt, was wir Regierung «ine 2er Reich-Iag^ i9 der Aussassung als zwei,Drit. jen Mehrheit Aue- daß vom Herrn ahme dieses M'ß' dürfe d°b er °s e Llusloiungrde ret innen und wollen eichspriistdeni noch rauen [ in so unMideu im Reichstag mit n t worden 4 9^8* 0*' lerpjab und hen KneW über« nteucrn u ° San(. ’Ä®“«“”*' !nd "nninprech' nes über b^LdesS^ ieA'A/de. 0