Br. 162 Keübarrsgabe 182. Jahrgang Mittwoch, 15. Juli 1952 Ales 9 ZU- kann Herriois Kammersieg a u s f ä l l t. Lin neuer Termin wird nächst nicht bekannlgegeben. Entgegen allen anderslautenden Meldungen Darmstadt, 12. Juli. (TD $31.) Das Landtags- amt hat heute den Abgeordneten milgeteilt, daß die für Donnerstag vorgesehene Sitzung des hessischen Landtags mit der Tagesordnung: IDahl des Staatspräsidenten festgestellt werden, daß die k o a l i t l o n s - g e spräche zwischen Ralionalsozia- listen und Zentrum fortgesetzt werden. TDie die Telegraphen-llnion aus zuverlässiger Quelle erfährt, ist eine Einigung zwischen Zentrum und Nationalsozialisten in der Hauptsache zustande gekommen, doch hat man, offenbar aus taktischen Gründen, die IDahl des Staatspräsidenten bis nach den Reichstags- Wne Gäste Mur zehn, Töne fein m einer "«wenden lst die 6oia» Milchen Spiele 1 Los Angeles nann der Stadl rten dürste sich >«ii Eilenbahnbesonders vor« Srige zum Se, men und kaum iltungen In ru- ! es aber mit bestellt sein wirtschaftlichen noch eine un* L.R. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Or.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. wählen am 31. Juli zurück st ellen wollen. Man nimmt an, daß sich nach den Reichstagswahlen vielleicht ein anderes Bild ergibt, das eine nochmalige Besprechung zwischen Zentrum und Nationalsozialisten nötig macht. Im Großen und Ganzen dürfte allerdings an den seitherigen Vereinbarungen festgehalten werden, die darauf hinauslaufen, den PostendesFinanz- ministers einem Zentrumsmann, vermutlich dem bisherigen Minister kirnberger, zu übertragen, der zugleich das Justiz- Ministerium übernimmt. Für das Amt des Staatspräsidenten, der künftig auch das Innenministerium und das Kultusmini st e r i u m mitoerwalten wird, dürfte Landtagspräsident Professor Werner von der RSDAP. in Frage kommen. e n tun. Wir müssen noch die aus dem Kriege übrig gebliebene Atmosphäre verscheuchen. Deutsch- landmuhalseineTlationmitwelt- achtung betrachtet werden und als eine Ration, die im Rate der Völker gefragt werden muß, deren Rat angenommen werden muß, wenn er weife ist oder abgelehnt, wenn er nicht weise ist. Genau so, wie es bei jeder anderen Ration der Fall ist. Deutschland muh in den Fragen der normalen Beziehungen zwischen den Völkern wieder eingefügt werden. Die Wahl des Staatspräsidenten bis nach den Michstagswahlen vertagt. Vorläufige Einigung zwischen NSDAP und Zentrum über ein Zweimännen Kabinett Werner-Kirnberger. e ametitanitoi bevorstehenden le herausgibt- Macdonalds Llnierhausrede über Lausanne Reparationen und Kriegsschulden.—Kein Llltimatum an Amerika. Für Deutschlands Gleichberechtigung. lief) auf dos bereits veröffentlichte Dementi hingewiesen, wonach für Deutschland keine Verbindung zwischen dem Lausanner Abkommen und der Schuldenfrage besteht. Amerika noch immer verärgert. Vorah erklärt,man fühle sich nichtgebundcn. Washington, 12. Juli. (WTD. Funkspruch. Reuter.) Der Vorsitzende des Senatsausschusses für auswärtige Angelegenheiten, Senator Dorah, sagte heute, die amerikanische Re- ß?Si«-« ? den Dell, Sdfoinun, uderwett. KHWttt hon .Strand hon Wufler eine 130 Meter notwendigen dichtet tvor. an der gestrigen bis gestern be- e Diskantsenkung )er verschwunden en Kursen tröffen Kursein- m Faitenmarkt üilgerswerte bis 'en i 0. 5); nach- rügen bei W naben nur W ig wiesen Satz- m Mntanniarll «gegen konnten ichissahrtspaplers igle >mist rück' W UNd/Äu- D. fj. nach, ^eu- ustrieobtigat'oE } an#; wrftärttwUm Sfßr^ $« iRs).» 4i »S). Es hat während der Lausanner Konferenz Augenblicke gegeben, in denen es schien, als wäre Herriot bereits ein gestürzter Ministerpräsident. Er ist denn auch nervös und fieberhaft zwischen Lausanne und Paris hin- und hergereist und hat schließlich erreicht, daß ihn die Parteien wegen seiner Finanzoorlage zunächst nicht angriffen; dafür hat er ihnen die Ablehnung der deutschen politischen Forderungen zugesichert und auch mitgebracht. In Paris war am Tage der, Beendigung der Lausanner Konferenz ein merkliches Ausatmen zu verzeichnen. Die Parteien haben sich denn auch in gewissem Sinne dankbar gezeigt und J) ? *' riots F i n a n z p r o j e k t e mit g r o 6 er Mehrheit angenommen. Der Min'sterprasi- dent hat in der erbitterten Kammerschlacht noch ein klebriges getan und einen Antrag der Sozialisten Erscheint täglich, außer sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monat5-Vezug§prei5: Wit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Sernsprechanschliiffe unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Siehrn. Postscheckkonto: zranksurt am Main 11686. ibötic. Ä« era? leid)?an' «Äffi I'« ÄK 2,50; 5) 38,75 iflft) li 22 b'? ft 3 40;®^ Geize"' n Tender- London, 12. Juli. (WTB.) Premierminister Macdonald gab heute nachmittag im Linier Haus seine mit größter Spannung erwar- :ete Erklärung über das Ergebnis der Lausanner Konferenz ab. Schon der Empfang des Premierministers durch die Londoner Bevölkerung am Dictoria-Dahnhof bei seiner Rückkehr aus Lau- laime hatte bewiesen, daß sich Macdonald durch seine Tätigkeit in Lausanne die Dankbarkeit nicht rur des Königs, seiner Kollegen und des über- dlegenden Teiles des Parlaments, sondern auch des Mannes auf der Straße im weitesten Maße Zerrungen hat. Haus und Tribünen waren dicht Beseht. Sn der Diplomatenloge war unter den zahlreichen ausländischen Missionschefs der deutsche Geschäftsträger Graf Bernstorff an» tvesechs Schüsse ab, durch die fünf Personen, darunter eine Frau, verletzt wurden. Der Täter flüchtete, konnte aber von Polizeibeamten auf dem Dach eines Hauses festgenommen werden. Er gibt an, in Notwehr gehandelt zu haben, da er von Kommuni st en und Reichsbannerleuten bedroht worden sei. München, 12. Juli. (TU.) Unter der Ueber- schrift: „N u n i st e s a b er genug" beschäftigt sich der „Völkische Beobachter" mit den brütigen Ereignissen des letzten Sonntags und schreibt u. a.: Noch nie habe die rote Bestie mehr Freiheit zu brutalstem Terror gehabt, als heute. Der Staat solle sich der Gefahr, in der er schwebe, bewußt fein, wenn er es dahin treiben lasse, daß erbasßeben einer Volksgenossen nicht mehr zu chützenimstande sei. Es könne eine Macht auf« tehen, die die Pflicht zu der ihren mache. Gayl Bundestag Deutscher Jugendbereine. Die Bundestagung des Bundes Deutscher 3u- gendvereine findet vom 4. bis 7. August-1932 i n Weimar statt. Der Bund hofft für seine erwerbslosen. Tagungsteilnehmer Erleichterungen und Unterstützungen zu erreichen, die vielen erwerbslosen Jugendlichen die Teilnahme an der Bundestagung ermöglichen. Die Dundestagung steht unter der Losung: „Woll'n predigen und sprechen vom heil'gen Deutschen Reich". Den Hauptvortrag zu diesem Thema wird der Bundesleiter, Prof. Dr. Wilhelm S t ä h l i n, Münster in Westfalen, halten. 3m übrigen sieht das Programm ein Geländespiel der 3ungen, besondere Arbeitsgemeinschaften für 3ungen, für Mädchen und für Aeitere, sportliche Wettkämpfe, einen Vortrag über Weimar und Goethe, den Festgottesdienst, Festwiese, Festspiel und Bundesfeuer vor. Dampferzusammenstoß auf der Schelde. In der Nähe der holländischen Hafenstadt Termeu« len stieß auf der Schelde das deutsche Tankschiff „Hanseat" mit dem englischen Kanaldampfer „Ma- lines" zusammen. Die „Malines" mußte auf eine Sandbank geschleppt werden,' um vor dem Sinken bewahrt zu werden. Die auf dem Schiff befindlichen 100 Passagiere wurden von einem zur Hilfe herbeigeeilten Dampfer übernommen und nach Antwerpen gebracht. Bei dem Zusammenstoß wurden mehrere Personen der Besatzung der „Malines" verletzt. Auch das deutsche Tankschiff wurde erheblich beschädigt und mußte auf der Schelde auf Grund g e - setzt werden. Der hypnotisierte Kater. Oder: die total verrückte Champagner-Wette. Von Peter Purzelbaum. Grad vor 250 3ahren wurde in Frankreich von einem tüchtigen Mönchlein der schäumende Champagnerwein erfunden, und während nun diesem braven Manne zu Ehren in der Champagnerstadt Rheims Bürger und Fremdlinge „für nah" auf »satt Sekt" von der bekannten Witwe Cliquot oder den Herren Deutz und Geldermann eingeladen werden, sitzt unsereiner hinter einer Pulle sauer gewordenen Weißbieres und gedenkt verklungener Zeiten, da noch eine Flasche „Schum", wenn auch nicht zu den Alltäglichkeiten, so doch hin und wieder zu den Annehmlichkeiten dieses irdischen 3ammertales gehörte. Gewöhnlich pflegen mit so einer Flasche „Knallkümmel" heitere Erinnerungen verbunden zu sein — während ich also das Filmband mit den fröhlichen Augenblicken vor meinem Geiste abrollen lieh, fiel mir ein Erlebnis ein, das unglaublich komisch und mehr als verrückt gewesen. Herzlich lachte ich auf — ja, um auch andere an diesem Späh teilnehmen zu lassen, habe ich versucht, die Geschichte niederzuschreiben, wobei ich allerdings foä .'-Dort „versucht" betonen muh, denn wahre Komik läßt sich nur erleben, schlecht erzählen und kaum in Druckzeilen schildern. Darum werden die Leser auch gebeten, der Situation mit ihrer Phantasie ein wenig nachzuhelfen und sich alle Gestalten, zumal den hypnotisierten Kater, recht bildhaft vorzustellen. — Da ein Vollmond auf ihn hernieder schien, wurde der Ferench, der so wie so leicht einem elegischen Sparren bekam, romantisch angehaucht und er erzählte die Geschichte vom Geistermord auf Schloh Markocz, dessen dunkle Umrisse sich auf der Höhe grad uns gegenüber vom stern- reichen Rachthimmel abhoberu Als er mit einem Seufzer geendet, meinte der Karoly, der sich immer was auf seine Bildung zugute tat: „Uuunbedingt gibt es holt auf Aer- den zwischen dem Himmel Dingär..." worauf der Dandibasci dröhnend in die Rächt hinaus lachte und alles für Teufelsspuk erklärte. Das war das Stichwort für den verdrehten Kerl, meinen Freund Eduard Schramm, der bis dahin lächelnd zugehört und mit seiner Zigarette ge- spielt hatte. Er verkündete mit der entsprechenden Handbewegung: „Der Ferench hat recht und der Karoly hat recht und der Onkel Dandy hat natürlich auch üßtnn tf 1 M ®nfl^ MR- »iS eine Küchenschürze bringen lassen, die er zur Schonung seines Smokings umband, dann setzte er sich feierlich auf seinen Stuhl zurecht und stellte die uneröffnete Flasche Törley vor sich auf die Erde. Der fauchende Kater wurde ihm von kräftigen Händen zugereicht, er nahm ihn wie ein Wickelkind in den Arm, hielt ihn aber mit eisernem Griff fest. Darauf begann Freund Schramm mit seinem freien rechten Arm allerlei hypnotischen Hokuspokus zu vollführen, strich mit gespreizten Fingern dem Katzentier über di« Augen, blickte es durchdringend an — kurzum, er ahmte alle jene merkwürdigen Fisematenten eines Hypnotiseurs nach. Zweifelnd, ungläubig, aber ernst sahen die Lln- garn diesen Vorbereitungen zu. 3ch selbst, der das Gebaren bisher für einen Berliner Stammtisch-Alk gehalten hatte, wurde nun doch bedenklich. als das wilde Tier zusehends ruhiger wurde, die Augen schloß und in den Armen seines Herrn und Meisters einzuschlummern schien. Don Sekunde zu Sekunde wuchs unsere Spannung. 3m Geiste malten wir uns aus: der hypnotisierte Kater — die schwere und glatte Flasche — wie wird er sie anfassen? — reicht seine aufgereckte Größe überhaupt bis zur Tischkante? — oder muß er erst auf einen Stuhl steigen... ? Da! Plötzlich! Bevor wir begreifen, was gespielt wird — packt Schramm den dösenden Kater am Schwanz —, läßt den Körper des Tieres herunterbaumeln —, das Tier, aus seiner Ruhe jäh erschreckt, zappelt mit wilden Bewegungen hin und her —, faßt nach irgend einem Gegenstand, um sich an ihn zu Kammern und sich dadurch aus der scheußlichen Lage befreien zu können — gerade vor seiner Rase steht die Sekt- pulle —, in Todesängsten krallt der Kater beide Pfoten in Korken und Drahtgeflecht —, jetzt hebt Eduard am Schwanz« den Kater, an dem die Sektflasche baumelt, langsam in die Höhe — bis die Pulle auf den Tisch zu stehen kommt —, wirst in hohem Dogen den Kater über das Geländer der Terrasse in ein Gebüsch — und lacht uns — die wir mit offenen Mäulern dasihen — einfach aus. Als Anparteiischem blieb mir nichts anderes übrig, als unter dem brüllenden Gelächter der Korona die Wette dahin zu entscheiden, dah Freund Schramm sie gewonnen hätte — heutigen Tages entsinne ich mich aber nicht mehr genau, ob 'wir im Lause jener Rächt den gewonnenen Korb Törley allein ausgetrunken haben. Als der Morgen graute» war er jedenfalls leer. politischen Wortwechsel erstochen. Der Sohn des Freitag kam in angetrunkenem Zustand von der Kirmes in ein Lokal, wo er Rationalsozialisten sitzen sah. Er machte abfällige Bemerkungen über die Hitlerbewegung. Der Wirt versuchte den Freitag zu beschwichtigen. Als das nichts half, wollte er ihn vor die Tür setzen. Dem setzte der Angetrunkene starken Widerstand entgegen, so daß die jungen Leute dem Wirt zu Hilfe kamen und den Anruhestifter aus dem Lokal beförderten. Rach kurzer Zeit erschien der Vater des Freitag im Lokal und stach blindlings mit einem Messer in die Gruppe der Rationalsozialisten. Dabei wurde Grasmäher in die Halsschlagader getroffen, so daß er tot niedersank. Ortspolizei verhaftete den Täter. in seinem verblassenden Gedächtnis bewahrt hat, ist der Mittelpunkt einer romantischen Schahgeschichte, die sich gegenwärtig in 3ugoslawien abspielt. Vor einem 3ahr etwa erklärte ein blinder alter Serbe aus Prizren, Stanko Dimitsch, dah er das Geheimnis der Stelle kenne, an dem Krone und Schatz des berühmtesten mittelalterlichen Serbenherrschers, des Z a r e n D u s ch a n, verborgen seien. Die Behörden vernahmen diese Erzählung mit viel Anteilnahme, legten sie schriftlich nieder und verwahrten das Dokument in den Archiven, in denen es vergessen wurde. Run aber hat ein 3nspektor das Protokoll zufällig wiedergefunden und sich bei dem jetzt 90jährigen Stanko nach näheren Einzelheiten erkundigt. Wie Belgrader Blätter berichten, gab Stanko an, das Geheimnis von dem Schah deS Zaren Duschan sei in seiner Familie durch Jahrhunderte als heiliges Vermächtnis immer auf den ältesten Sohn vererbt worden: sein Vater habe ihm auf seinem Totenbette das alte Lied vorgesungen, in dem dieses Geheimnis beschlossen liegt, und er habe es treu im Gedächtnis bewahrt. 3n diesen Versen finden sich zahlreiche Angaben und Zeichen, die zur Auffindung des Verstecks dienen sollen. Er selbst hat niemals den Versuch gemacht, die Wahrheit der alten Kunde nachzuprüfen. Während des Krieges wurden alle seine vier Söhne getötet; er habe feinen, dem er das Familiengeheimnis vererben könne; so wolle er es also König Alexander, dem wahren Erben der Reichtümer Duschans, mitteilen. Der 3nspektor' schrieb sich die Verse der alten Ballade genau auf, und auf Grund dieser Angaben drang er durch eine wilde und verlassene Gegend bis zu einer hohen Klippe vor, in der sich viele fast unzugängliche Hohlen befinden. Anter den Zeichen wurde auch die Stelle eines alten Kloster- erwähnt, aber niemand in der Amgegend hatte davon feit vielen 3ahrzehnten etwas gehört. Bei weiterem Rachsuchen stieß man auf einen großen Erdhügel, in dem sich die Ruinen eines mittelalterlichen Klosters vorfanden. Der 3n- spektor ist daher zu der Aeberzeugung gekommen, daß an der Geschichte des blinden Alten etwa- Wahres sein muß und hat sich nun an die oberste Behörde in Belgrad mit der Aufforderung gewendet, die weiteren Forschungen nach der Krone König Duschans zu übernehmen. Besprechungen -er Reichsregierung. Auch Freiherr vonGahl fährt nach Neudeck. Berlin, 12. 3uli. (TA.) Amtlich wird mit- geteilt: „Der Reichsminister des 3n- nern empfing am Dienstagnachmittag auf ihren Antrag die Vorstandsmitglieder der SPD., die Abgeordneten Wels und Dr. Drei t sch ei d, die dem Minister das von der Partei gesammelte Material über die p o - liti schen Zusammenstöße der letzten Zeit überreichten. Die Herren machten weiter darauf aufmerksam, dah sie die Lage in Deutschland im Augenblick als besonders ernst ansähen und forderten Maßnahmen zur Wiederher st ellung derRuhe undSi- cherhei-t. 3nsbesondere stellten sie die Wiedereinführung des Aniformverbots als notwendig hin. Der Minister erklärte, daß er Provokationen, von welcher Seite sie auch kämen, mißbillige und es auf das Aeußerste bedauere, daß es infolge solcher Provokationen zu blutigen Zusammenstößen gekommen sei. Die Aufrechterhaltung der Ruhe uirb Ordnung sei jedoch zunächst Sache der Landesbehörden. Das Reichskabinett werde, nachdem nunmehr der Reichskanzler zurückgekehrt sei, zu der innerpolitischen Lage alsbald Stellung nehmen. Die Wiedereinführung des Aniformverbots lehnte der Mini st er a b." Außer der Besprechung der sozialdemokratischen Führer beim Reichsinnenminister hat am Dienstag auch eine Aussprache zwischen dem deutsch- nationalen Fraktionsführer im Preußen-Landtag, Dr. von Winterfeld und dem Reichskanzler v o n P a p e n stattgefunden. Dr. v. Winterfeld hat im Hinblick auf die blutigen Vorgänge in Preußen dem Reichskanzler gegenüber die RotWendigkeit eines scharfen Eingreifens desReiches inPreußen betont. Alle diese innerpolitischen Fragen werden auch Gegenstand der für Donnerstag vorgesehenen Aussprache be i m R e i ch sp rä si d en ten sein. Zu diesem Zweck begibt sich Reichsinnenminister Freiherr VonGahl am Mittwoch gemeinsam mit dem Reichskanzler nachReudeck. Keine antisemitische Stellungnahme der Reichsregierung. Berlin, 12. 3uli. (ERB.) 3n Aeuherun- gen der 3üdischen Telegraphenagentur über die Lage des 3udenturns in Deutschland waren Befürchtungen zum Ausdruck gekommen, dah unter der gegenwärtigen Reichsregierung die rechtliche Stellung des 3udentums in Deutschland gefährdet sei. Der Staatssekretär derAeichskanzlei hat unter Bezugnahme auf diese Aeuherungen in einem Schreiben an Professor Sobernheim mit oller Entschiedenheit zum Ausdruck gebracht, dah derartige Befürchtungen selbstverständlich völlig grundlos seien und daß keinerlei Benachteiligung der 3uben beabsichtigt sei. Der Staatssekretär hat Professor So- bemheim ausdrücklich «ermächtigt, von seiner Aeußerung Gebrauch zu machen. Oie Nationalsozialisten an den Reichsinnenminister. ^ngstodt» wjinens ani .sich UL" WKriegsst Mts ■ iolgtt st ne Ms Schul vorzüglich^ recht — und trotzdem seid ihr alle miteinander Quatschköppe — denn ihr stellt da Behauptungen ohne Beweise auf — na denn prost!" Eduard ergriff sein Glas, in dem Törley, ungarischer Champagnerwein, perlte und kippte «s mit Grazie hinter die Binde. Die Madharen gerieten in Eifer. Ob er denn, ber Berliner mit ber großen Klappe, so etwas Aebersinnliches beweisen könne? Das fei doch nun einmal ganz unmöglich! Wie wolle er überhaupt die Existenz überirdifcher Kräfte aufzeigen... ?" „Wetten, daß ich das kann?!" rief Schramm, den Wortschwall ber Madyaren unterbrechen!). „Sofort und hier auf der Terrasse des Kaffeehauses?!" „DittL sähr — l" lächelten die anderen. „Ra also! Gewiß habt ihr alle schon davon gehört", erklärte Schramm und rückte seinen Stuhl in den Kreis, „daß man Tiere hypnotisieren kann — Hühner, die von einem Kreidestrich gebannt werden und andere solche Experimente sind natürlich olle Kamellen, die mit unirdischen Kräften nichts zu tun haben — ich dagegen werde hier vor euren Augen eine Katze — es kann natürlich auch ein Kater fein — hypnotisieren und ihm in ber Hypnose eine ganz schwierige, ja unmögliche Ausgabe erteilen unb ausführen lassen — so soll das Vieh — also meinetwegen diese Flasche Törley, die der Kellner eben bringt — lassen Sie die Flasche bitte zu, Ober —, vom Fußboden, auf den ich sie setze, auf die Tischplatte hier stellen..." Ein 3ndianergeheul war ein beethovensches Pianissimo gegen das Madyarengeschrei, das sich am Tisch auf den Vorschlag meines Freundes Schramm erhob. „Die Katze soll die Flasche Sekt vom Fußboden auf den Lisch stellen — joi joi joi —, die Wette halten wir um einen Korb Sekt, daß das nicht gelingt!“ Die Kette der Hände schlug ich nach Wettgebrauch durch und bestellte dann beim Ober: „Einmal lebendige, recht große Katze!" Der Wann hielt mich für vollkommen plemplem, und es blieb uns nichts anderes übrig, als in dem Slowakennest selbst auf Katzenjagd zu gehen. Es dauerte auch gar nicht lange, da hatten wir einen riesigen, gelb und weiß gefleckten Kater, der auf nächtlichen Liebespfaden wandelte, am Wickel und schleppten nun bas fau- chenbe Biest im Triumph zur Kaffeehausterrasse zurück. 3nzwischen hatte sich Schramm vom Kellner Interessante Statistik. In Berlin stehen nicht weniger als 3200 Plakatsäulen; täglich werden in Berlin durchschnittlich neun Autos gestohlen; der durchschnittliche Fleischverbrauch in Berlin beträgt im Jahr rund 71 Kg. pro Kopf. — An der Universität München wurden während des Studienjahres 1930-31 ins- gesamt 310 Kandidaten zu Doktoren promoviert.— Im Mittelalter war die Insel Helgoland 1 330 Quadratkilometer groß; nach der berühmten „Marzellusflut" umfaßte sie nur noch 10 Quadratkilometer; alles andere Land war im Meer versunken; heute ist der Flächeninhalt der Insel ein halber Quadratkilometer. — Die Milchstraße, die wir so oft des nachts am Firmament deutlich beobachten können, besteht aus etwa 3 0 Milliarden Sternen. — Das erste Preisrätsel in einer Zeitung erschien 1803 in einem Pariser Journal; es erregte allgemeines Aufsehen und der Redaktion ginaen 8773 Lösungen zu. — Der Ausdruck Amtsschimmel hat mit dem Schimmel aus der Tierwelt nichts zu tun; Schimmel bedeutet in diesem Zusammenhang vielmehr den Schimmelpilz, der sich auf den schon lange Zeit lagernden Akten bildet. — Die wertvollsten Diamanten liefert heute fast immer noch Afrika; Rubine stammen vorab aus Birma; Scha- ragde und Amethyste findet man vorzugsweife in Vorderindien: Mondsteine haben ihre Heimat huf Ceylon; Türkise sind in Aegypten zu Hause; Opale und Topase kommen aus Australien. — Zu Luthers Zeiten wies Deutschland 2 645 000 Mönche und 200 000 Nonnen auf. T Stunde, da kein Recht und Gesetz es verweigern könne, wenn der Angegriffene zur Waffe greife und sich wehre. Am Schluß des Artikels heißt es: In Hagenow haben SA. und SS. von der Notwehr Gebrauch gemacht und in wenigen Minuten war der Haufe von Hell- und Dunkelrot verflogen. Das gelte Herrn v. Gayl unb feinen Helfern noch einmal zur Warnung und das möge allen denen zur Lehre fein, die sich über die Ruhe und die schier umfaßbare Geschlossenheit unserer Armee leichtsinnigen Trugschlüssen hingeben. Wir haben unsere Pflicht mehr als erfüllt, wir haben gewarnt, haben mit praktischem Rat nicht gespart, haben uns zur Verantwortung gestellt. Mehr können wir nicht tun. Noch einmal fordern wir ein Ende von Mord und Terror. Erneute Schließung der Berliner llniversität. Berlin, 12. Juli. (TU.) Am D e n k m a l d e r gefallenen Studenten an der Universität find oon fünf der am Sonntag aus Anlaß der Langemarck-Gedächtnisfeier dort niedergelegten Kränzen, und zwar des Rektors und Senats der Universität, des deutschen Offiziersbundes, des nationalsozialistischen Studentenbundes und zweier anderer Vereinigungen von unbekannten TäterndieSchleisen abgerissen morden. Am Denkmal versammelte sich Dienstag vormittag die deutschnationale und national- sozialistische Studentenschaft unb faßte eine Entschließung, bie vom Rektor der Universität scharfe Maßnahmen verlangt. Daraus würbe bas Deutschlandlieb gesungen. Der Republika- nische Stubentenverbanb, ber selbst am Sonntag einen Kranz nieberlegen will, verurteilt bas Vorkommnis aufs Schärfste. In einer vom Rektor der Universität über die heutigen Vorkommnisse ausgegebenen Mitteilung wirb festgestellt, daß es dem persönlichen Eingreifen des Rektors gelang, ernstere Zwischenfälle Zu vermeiden. Aus seine Aufforderung hin räumte ‘bie Stubentenschaft die Universität, ohne daß es innerhalb der Universität zu Unruhen gekommen wäre. Die Studenten derjenigen Verbände, deren ^Kranzschleifen entfernt worden waren, haben am Gefallenendenkmal einen Ehrenwacht dien st eingerichtet. Das Universi- tätshauptgebäube bleibt nm Mittwoch ge- schlossen. Die vorgesehenen Prüfungen finden statt. politische Zusammenstöße. In Nürnberg wurden fünf Nationalsozialisten, bie an ber Ecke Roland- unb Pi- lotystraße Anschluß an einen Propagandazug ber NSDAP, zu erreichen suchten, oon etwa 20 Kommunisten überfallen. Einer ter Nationalsozialisten wurde mit einer Zaunlatte zu Boden geschlagen unb hat einen schweren Schädelbruch erlitten. Er wurde ins Krankenhaus gebracht. 2m weiteren Verlauf des Zuges kam es neuerlich zu Reibereien, wobei ein Kommunist eine Kopfverletzung erlitt. Zwei Täter wurden festgenommen. Bei einem Zusammenstoß mit politischen Gegnern am Meianchthonplatz erhielt ein Nationalsozialist einen Schuh in bie link e Schulter. In einem anderen Stadtteil suchten einige Nationalsozialisten bei einer Wache um polizeilichen Schutz nach, da sie sich von Kommunisten bedroht fühlten. Ecke Herold- unb Gärtnerstraße würben bie b e - gleitenden Polizeibeamten mit einer Anzahl von Schüssen empfangen, die von den Beamten erwidert wurden. Einige Zeit später wurde eine Polizeistreife in ber Heroldstraße erneut beschossen. Auch hier wurde das Feuer erwidert. Ein weiterer Zusammenstoß hat sich zwischen politischen Gegnern — Reichsbanner und Nationalsozialisten — Ecke Frauentorgraben unb Lessingstraße ereignet, wobei e i n Reichsbannermann burch Schläge auf ben Kopf verletzt wurde. Stabt M b ton ; aller sie ihres pflicht ftube hinaus leine echcheit noch derer vor un 2er Kreis len Jugenobll «llich stets 1 & Untern Micher L Luteren, b« fräglidjen C Die Deutz H Klink ländischen 21 verein seine! cher, unter große Kreis! würdigte feil in diesen Ta turnerischen K. Dem G jielen Jahre «reinigung >. Jubiläum Leiter. Schon «Dörte Gg. j Bat 1919 bi Mverordnc M Gutes ge Vertretung ist Üteihe von Ja! sharkasse Gieß mir er bei o Mltes gege Muldsam. Möge dem die Tesundhei Familie, zun Streme unser Hchweks ( 'M bet mihmtet trat gestern Bereits hi Himmel im schwere > um Gießen gegen 18 1 starken eit Donnerschlä, die für Fe 3m Verlauf u Groh, •in, die tro. khr nieder Wleisiung -lotvrsprihe E ™ an dem K zu reib te and. Heb W, bereu pen uns bi Meratur [ Wnet Weise üebet da, Urget®e, SP 2eri «m Lahntal j dolkenbruhri ^iche IBäutne 8 gossen. I ; L Dolkssch. Vorninerset , 1500 l ff*. a Agen Dir! 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'mgz mi, ateV W "rtspolj^ W. enstpslicht. ^beitSdien, lung bei Äreifei /PHen, ’’1 dezrnkallsinl fen- öen «. ÄL'r r Volkswirt, zugute tom, “He Arbeiten, di, Wtt auSgeführj r AeKachtM bet »noch 20g gm en. von den M lägen 40 lib von Gießen, die selbst schon in gereiftem Mannes- alter stehen, entsinnen sich gerne in Ehrerbietung ihres pflichttreuen Lehrers. Weit über die Schul- bub« hinaus ging aber das Interesse Klings für feine ehemaligen Schüler, denen er auch nach der Schulzeit noch ein hilfsbereiter Berater und Förderer war und ist. Der Kreis -der Kulturaufgaben des verdienstvollen Iugendbildners ging bei dem geistig und körperlich stets frischen Manne weit über di« eigentliche Unterrichtstätigkeit hinaus. Die Bekleidung zahlreicher Ehrenämter sind das Ergebnis seines lauteren, biederen, zuverlässigen und allzeit verträglichen Charakters. Die Deutsche Turnerschaft im allgemeinen ehrt in Gg. Kling einen warmen Förderer ihrer vaterländischen Aufgabe und der Gießener Männcrturn- verein seinen langjährigen verdienstvollen 1. Sprecher, unter dessen Borsitz im Sommer 1925 das große Kreisturnfest in Gießen stattfand: die DT. würdigte seine hohen Verdienste um die Turnsache in diesen Tagen durch die Verleihung der höchsten turnerischen Auszeichnung, des Ehrenbriefes der DT. Dem Gesangverein „Liederkranz" steht er seit vielen Jahren als Vorsitzender vor. Die Alters- Vereinigung des Jahrgangs 1873, die kürzlich ihr 60. Jubiläum feierte, besitzt in ihm einen wertvollen Leiter. Schon vor seiner Ernennung zum Rektor gehörte Gg. Kling dem hiesigen Schulvorstande an. Don 1919 bis 1925 begleitete er das Amt eines Stadtverordneten und hat hier in sozialer Hinsicht viel Gutes gewirkt. In der Gesamtkirchengemeinde- Vertretung ist er ein rühriges Mitglied. Seit einer Reihe von Jahren ist er im Aufsichtsrat der Bezirks- fparkasse Gießen. Als Parteivorsitzender der DNVP. war er bei aller betonten Offenheit seines Standpunktes gegen Andersgesinnte niemals persönlich unduldsam. Möge dem wackeren deutschen Manne noch lange die Gesundheit erhalten bleiben zum Wohle seiner Familie, zum Segen der Jugend, Bürger und Vereine unserer Stadt. GchwerS Gewitter über dem Lahntal. -Nach der tagelangen glühenden Hitze, die mitunter nahezu tropischen Charakter annahm, trat gestern nachmittag ein Wetterumschlag ein. Bereits kurz nach Mittag bedeckte sich der Himmel immer mehr, und gegen 17 Ähr zogen schwere Wetterwolken herauf, die sich zunächst um Gießen herum bewegten, schließlich aber gegen 18 Ähr ein heftiges Gewitter brachten. Starken elektrischen Entladungen mit kräftigen Donnerschlägen folgten ausgiebige Niederschläge, die für Feld und Garten willkommen waren. Im Verlaufe des Gewitters schlug der Blitz in Großen-Buseck in eine Scheune ein, die trotz der Anstrengungen der Ortsfeuer- wehr niederbrannte. Die vorsichtshalber zur Hilfeleistung aus Gießen herbeigerufene Kreis- niotorspritze brauchte nicht in Tätigkeit zu treten, da an dem brennenden Gebäude selbst nichts mehr zu retten war, weitere Gefahr aber nicht bestand, lieber weiteren Schaden durch Blitzschläge, deren mehrere zu verzeichnen waren, liegen uns bis jetzt keine Meldungen vor. Die Temperatur hat sich bis heute früh in angenehmer Weise abgekühlt. Heber das Gewitter in der Marburger Gegend wird uns von unserem Marburger Berichterstatter folgendes mitgeteilt: Heute zwischen 16 und 18 Uhr entlud sich über Dem Lahntal ein schweres Gewitter, das von wolkenbruchartigem (Kegen begleitet war. Zahlreiche Bäume innerhalb der Stadt, sowie in den umliegenden Wäldern wurden von Blitzschlägen getroffen. In besonders schwierige Lage geriet die Bolksschule-Süd, welche auf der Höhe des Spiegelslustberges gerade ihr diesjähriges Sommerfest abhielt. Ungefähr 500 Schulkinder mit Eltern und jüngeren Geschwistern, zusammen etwa 1500 Personen, befanden sich auf der Bergeshöhe. als das Unwetter hereinbrach. Die dortigen Wirtschaftsgebäude konnten bei weitem nicht diesen Massen Unterschlupf gewähren. Als das Gewitter eine Störung der Lichtleitung des Gebäudes verursachte und verschiedene Bäume des Dergwaldes vom Blitz getroffen wurden, entstand ein wirres Durcheinander. Man alarmierte d ie Marburger Motorspritze (da ein Brand vermutet tour&e), sowie sämtliche Liefer- und Personenkraftwagen Marburgs, mit denen ein großer Teil der völlig durchnäßten Festteilnehmer in die Stadt zurückbefördert wurden. Biele Frauen ließen ihre Kinderwagen im Walde 8urüd unö flüchteten mit den Kindern im strömenden Regen zur Stadt. Mehrere Kinder und Erwachsene wurden durch Stürze leicht verletzt oder erkrankten infolge der ausgestandenen Schrecken. Freiwilliger Arbeitsdienst für Mädchen. 3m Fort Gonsenheim, Mainz, ist — wie man uns jtjrcibt — für die katholische männliche Jugend ein s-eiwilliger Arbeitsdienst in vorbildlicher Wei e ein» errichtet. Damit auch für die arbeitslosen Mädchen gesorgt Dirb, wird der Caritasverband der Diö- )ese Mainz im Caritasheim St. Ludwig, Braunshardt bei Weiterstadt für katholische Mädchen der Diözese Mainz den sreiwilli- 8m Arbeitsdienst einrichten. Die Leitung und Ausbildung der Mädchen übernehmen Schwestern des Instituts St. Mariae der Englischen Fräulein in Mainz. 85 Mädchen werden aufgenommen. Die AnAus der provinzialhauptflavt. G i e ß e n, den 13.3uli 1932. .Rektor Georg Kling 60Jahre alt. Wenn es auch kein Verdienst bedeutet, sondern eine Gnade ist, seinen 60. Geburtstag in unerschut- tertem Gesundheitszustand zu feiern, so ist doch der Mann, dem diese Zeilen gewidmet sind, so mit den Geschicken unserer Stadt verknüpft, daß die Erwähnung seiner volkstümlichen Persönlichkeit aus diesem Anlaß gerechtfertigt erscheint. Georg Kling wurde am 13. Juli 1872 _ zu Pfungstadt geboren. Nach Ablegung des Maturitätsexamens am Gymnasium zu Darmstadt widmete er sich dem Dolksschuldienst. Er war zuerst an der Höheren Bürgerschule zu Reichelsheim i. d. Wetterau und an der Volksschule zu Rieder-Weisel tätig. Seit über drei Jahrzehnten wirkt er an der Staotknabenschule (Pestalozzischule) zu Gießen. Als Kriegsfreiwilliger und Frontkämpfer machte er den ganzen Weltkrieg mit. Im September 1929 erfolgte seine Ernennung zum Rektor an der Pestalozzischule zu Gießen. Als Schulmann mit pädagogischem Geschick und vorzüglichen organisatorischen' Fähigkeiten ausgestattet, als ein liebevoller Jugenderzieher von festem, edlen Charakter, hat er der Jugend unserer Stadt seine besten Kräfte gewidmet. Viele Bürger Meldungen werden durch das zuständige Pfarramt an den Caritasverband weitergeleitet. Im freiwilligen Arbeitsdienst für Mädchen im Schloß Braunshardt sollen katholische Mädchen der Diözese Mainz unter Anleitung von ehrwürdigen Schwestern beschäftigt und ausgebildet werden. Die Mädchen werden beschäftigt im Garten, in der Nähstube, Handarbeiten, in Küche und Haus. Die Mädchen reinigen selbst in der Wäscherei ihre Wäsche und werden im Bügelzimmer beschäftigt. Die Mädchen werden von den ehrwürdigen Schwestern in allen Hausarbeiten aufs gründlichste ausgebildet, haben täglich hl. Messe und eine bestimmte Hausordnung einzuhalten. Die Förderung durch die Behörden besteht in fol- gendem: a) Das Arbeitsamt zahlt die Unterstützung pauschal an den Träger des freiwilligen Arbeitsdienstes. Davon erhält der Arbeitsdienstwillige Unterkunft, Verpflegung, leihweise einfache Arbeitskleidung und 1,50 Mark Taschengeld pro Woche, b) Für die Reise zum Arbeitsort gewährt die Reichs- bahn halbe Fahrpreisermäßigung. Die Reise wird dem Arbeitsdienstwilligen in bar nachträglich ersetzt. Die Anträge auf Fahrpreisermäßigung stempelt das Arbeitsamt der Heimat. Förderungsberechtigt sind: a) Bezieher von Ar- beitslosenunterstützung: b) Jugendliche unter 21 Iah- ren, die keine Arbeitslosenunterstützung erhalten: c) Bezieher von Wohlfahrtsunterstützung, wenn das Wohlfahrtsamt oder die Gemeinde die Förderung übernimmt. — Die Höchstdauer der Beschäftigung im freiwilligen Arbeitsdienst beträgt 20 Wochen. Als Teilnehmer am freiwilligen Arbeitsdienst sind geeignet nur arbeitsame, arbeitswillige und gesunde Mädchen, die ein Gemeinschaftsleben führen können, verträglich sind, sich ein- und unterordnen, Mädchen mit reinen Sitten und religiösem Geiste. Ungeeignete Mädchen werden aus dem freiwilligen Arbeitsdienst entfernt. Selbstverständlich müssen die Arbeitsdienst- willigen auch mit einer einfachen Unterkunft und einer einfachen, aber kräftigen Verpflegung zufrieden sein. Mit der Anmeldung ist eine pfarramtliche Empfehlung einzureichen. Oeuisch-belgisches Abkommen über den Reiseverkehr. Zwischen der deutschen und der belgischen Regierung wurde gestern in Berlin eine Vereinbarung über den deutschen Sommerreiseverkehr während der Monate Iuli, August und September nach Belgien geschlossen. Danach werden deutsche Erholungsreisende, ähnlich wie dies unlängst mit der Schweiz und der Tschechoslowakei geregelt worden ist, auch für Reisen nach belgischen Seebädern und Kurorten auf Antrag die Genehmigung erhalten über die Freigrenze hinaus bis zu 500 Mk. oder Devisen im Laufe eines Kalendermonates mitzunehmen. Anträge sind an die zuständige Devisenbeschaffungsstelle zu richten. Das sonst für solche Reisen vorgefchriebene amtsärztliche Zeugnis ist nicht erforderlich. Die belgische Regierung hat entsprechende Gegenleistungen im Warenverkehr zugesichert. Die Vereinbarung tritt am 14. Iuli in Kraft. Daten für Mittwoch, 13. Juli. 1816: der Dichter Gustav Frehtag zu Kreuzburg in Schlesien geboren. — 1874: Attentat Kull- manns auf Bismarck in Kissingen. • ** Kein Branntwein-Ausschank bei der Reichstagswahl. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, ist in Nr. 37 der Preußischen Gesetzsammlung eine Verordnung des preußischen Innenministers veröffentlicht war- den, durch die anläßlich der Reichstagswahl der Ausschank von Branntwein und der Kleinhandel mit Trinkbranntwein am Samstag, 30., unb Sonntag, 31. Juli, bis zur Polizeistunde verboten wird. Zuwiderhandlungen werden mit Haft und mit Geldstrafe bis zu 150 Mark oder mit einer dieser Strafen bestraft. Die Polizeibehörden sind angewiesen, die Durchführung dieser Verordnung genau zu überwachen. — Es ist sicher anzunehmen, daß diese für Preußen erlassenen Vorschriften auch für die übrigen Länder, also auch für Hessen, Geltung erlangen werden. ** AkademischeEhrung. Don der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Der ordentliche Professor an unserer Äniversität, Dr. WaltherBothe wurde zum korrespondierenden Mitglied der mathematisch-physikalischen Klasse der Sächs. Akademie der Wissenschaften ernannt. ** Llniversitäts-Gottesdienst. Am Sonntag, 17. Iuli, 11 Uhr pünktlich, findet in der Reuen Aula ein Univerfitäts-Gvttesdienst statt. Die Predigt hält Professor D. Schumann. Guter Verlauf der Aachi-probeflüge Frankfurt - Köln. WSR. F r a n k f u r t a. M., 12. Iuli. In der Rächt zum Dienstag ist die Strecke Frankfurt — Köln und zurück zum ersten Male während der Rächt beflogen worden. Diesem Anlaß kam deshalb besondere Dedeutung zu, weil die Linie Frankfurt—Köln die erste G e b i r g s n a ch t f l u g st r e ck e ist, die in ganz Mitteleuropa beflogen wird. Die Flüge verliefen vollkommen programmäßig. Flugkapitän Drechsel, der die Maschine steuerte, verlieh um 0.15 Uhr' Frankfurt und traf um 1.10 Uhr in Köln ein. Er berichtetete, daß er bei dem Flug keinerlei Schwierigkeiten hinsichtlich der Orientierung gehabt habe. Die Befeuerung habe ausgezeichnet funktioniert und die Leuchtfeuer seien auf sehr große Entfernungen gut zu sehen. Um 3.10 Uhr trat Drechsel den Rückflug an und landete um 4.10 Uhr glatt in Frankfurt. Rach diesen einwandfrei verlaufenen Probeflügen wird die Rach tf lug strecke offiziell in der Rächt zum Freitag eröffnet Ein Todesopfer- der Zusammenstöße in Naunheim. WSN. Marburg, 12. Juli. Ein am Donnerstag bei den politischen Zusammenstößen in Nau n- heim (Kreis Biedenkopf) durch einen Schuß schwer verletzter junger Mann ist jetzt in bar hiesigen Klinik seinen Verletzungen er- legen. WamungvorememKauiionSschwmdler WSN. gran tfurt a-Tl, 12. Juli. Ein gewisser Erich Rübe mann, ber sich auch Vollmer, Wessel ober L e j e u ne nennt, ist verschiebentlich in Frankfurt unb Umgegend als Äautions- schwinbler aufgetreten, inbem er vorgab, für eine Textilwarenfirma in ber Oberpfalz Warenkom- missionsläger einzurichten. Dor dem Gauner wirb gewarnt. Das XI. Deutsche Sa'ngerbuudessest. Oie letzten Vorbereitungen. — Man erwartet 90-400000 Fremde. Frankfurt a. TI., 12. Juli Nachdem schon seit Wochen die Vorbereitungen für das XL Deutsche Sängerbundesfest im Gange sind, wird jetzt kund, daß Frankfurt sich auf «in großes festliches Ereignis vorbereitet. In allen Straßen, durch die am Sonntag, 24. Juli, der große Festzug seinen Weg nimmt, sind fleißige Hände dabei, Fahnen- maste und mit Tanncngrün geschmückte Säulen auf- zuftellen. An dem Festzuge, der um 14 Uhr in Bewegung gesetzt wird unb besten Vorbeimarsch zirka 4 Stunden in Anspruch nehmen bürste, werben zirka 50 000 Menschen teilnehmen. Die Zahl der gemelbeten Sänger ist inzwischen auf fast 34 000 Mann gestiegen, so baß alle Voraussetzungen für einen glanzvollen verlauf bes Festes gegeben sind. Gerabe in ben letzten Tagen finb noch verschiebentlich Neuanmeldungen sestzustellen gewesen, woraus geschlossen werben darf, baß allenthalben der Wille besteht, trotz der wirtschaftlich schlechten Verhältnisse oder gerade deswegen ein imposantes Fest zu veranstalten, um damit zu dokumentieren, daß die Hoffnung auf eine bessere Zukunft ganz besonders auch di« deutsche Sängerschaft beseelt. Die Zahl der Konzerte ist außerordentlich groß. Am Freitag, 22. Iuli, finden 9 große, und am Samstag, 23. Iuli, 17 große konzeriliche Veranstaltungen statt, wobei namentlich auch die von Ausländsdeutschen veranstalteten Konzerte besonderes Interesse in Anspruch nehmen Dürften. So veranstaltet der Deutsche Männergesangverein in Zürich am Freitag, 22. Iuli, im Schubertsaal ein Konzert, an dem auch der Männerchor San Francisco beteiligt ist. Am gleichen Tage singt die Vereinigung deutschsingender Gesangvereine in Polen zusammen mit der Sängervereinigung Chicago im Palmengarten. Von besonderem Interesse dursten auch die gesanglichen Veranstaltungen auf freien Plätzen sein. Don diesen Darbietungen sind besonders zu erwähnen die Kundgebung des hessischen Sängerbundes auf dem Börsenplatz am Samstag, 22 Ahr, und um 12 ilfcr die Kundgebung am Bismarck- benfmal, dargebracht vom Obererzgebirpischen Sängerbund. Aus dem Römerberg veranstaltet am Freitag, 16 älhr, der Elb-Havel-Sängerbund in Gemeinschaft mit dem Sängerbund an der Saale, dem Anhaitischen Sängerbund und der Pro- Vinzial-Liedertafel ein großes Konzert, dem um 17 iltjr auf dem Opernplah sich eine Kundgebung des Poimncrschen Sängerbundes anschließt. Ferner ist eine ganze Reihe von Volksdeutschen Kundgebungen vorgesehen, aus der besonders die Große Kundgebung im Palmengarten am Sonntag, 24. Iuli, 20 älhr, zu erwähnen ist. Den Besuchern des Festes ist also eine überreiche Fülle von konzertlicken und gesanglichen Genüssen in Aussicht gestellt, bei der jeder Geschmack und jede Passion auf seine Rechnung kommen wird. In maßgebenden Kreisen rechnet man mit einem Fremdenzustrom von 90- bis 100 000 Personen während des Festes. Singende pflanzen. Ein neuer Weg zur Hebung des Ernteertrages. Von Walter Finkler. Singende Pflanzen! Die Entdeckungen der Lebensforscher haben uns zwar mit ber Zeit das Staunen abgewühnt unb uns mit bem Wort „Unmöglich" sparsam umgehen gelehrt: singenbe Pflanzen aber — bas scheint vorerst benn boch ein Humbug zu sein. Es ist kein Humbug. Freilich bars man sich nicht etwa vorstellen, baß eine leuchtenbe Nelke auf bem Blumentisch mit einemmal eine Arie zum besten gibt, ober baß eine Trauerweide am Bach eine wehmütige Weise anstimmt. Um die Pflanzen zum Gingen zu bringen, bedarf es vielmehr einer komplizierten Apparatur im Laboratorium. Elektronen- röhren, genau aufeinander abgeftimmte Schwingungskreise, Kapazitätenoeränderungen, Kondensa- torplatten und Schwebungstöne wirken da mit, auf daß die Pflanze singt. Die Pflanze selbst braucht dazu weiter nichts zu tun als zu wachsen. Alles andere besorgt die Apparatur. Sie nimmt bas feine Aufwärtsrücken einer Grashalmspitze etwa auf unb oerwanbelt beren Wachtumsbewegung in Töne. Auf biefe Weise gelingt es, buchstäblich, bas Gras wachsen zu hören. Als biefe Experimente kürzlich einmal im Rund- funk oorgeführt würben unb man bas Wachsen eines Grashalms als Helles Klingen hörte, ba fragten bie vielen, die alles nur nach dem unmittelbaren Nutzen bewerten, wozu denn solche müßige Spielerei erwachsener Menschen diene, ob es denn in unserer Zeit der Not nichts Klügeres zu tun gäbe, als mit mühselig gebauten Apparaturen unb mit großem Auswanb an Gebulb unb Zeit — bas Wachsen eines Grashalms hörbar zu machen. Nun, biefe Nützlichkeitsfanatiker werben erstaunt unb beschämt sein, wenn sie jetzt zu hören bekommen, baß bas Singen ber Pflanzen neuestens einem wirklich höchst praktischen Zweck nutzbar gemacht würbe: ber Hebung bes Ernteertrags, letzten Endes also ber „Eßbarkeit". Wieso? Es mutet fonberbar genug an. Laßt Blumen sprechen! Man läßt bie Pflanzen mit ihrem Gesang mitteilen, was ihnen gut tut unb was nicht, was ihr Wachstum unb ihr Gebeihen förbert! Es finb überaus wichtige Forschungen, bie jünast am Göttinger P f l a n z e n p h y f i o l o g i s ch e n Institut von M. Reich unb F. F ö r st e r aus- geführt würben. Wenn man früher einmal irgenbein Mittel, bas ben Ernteertrag heben sollte, ausprobierte, so mußte man jahrelange Versuche anstellen, immer zur Kontrolle unbeeinflußte Kulturen mit auf- ziehen, unb auch bann war bas Ergebnis immer noch unsicher, bu währenb ber langen Dauer ber Prüfung zu viele ftörenbe Kräfte bas Ergebnis verwirrten. Jetzt ist es anbers. Unb bies eben bank ber fingenben Pflanzen. Man erinnert sich vielleicht noch ber auftehen- erregenben Melbung, ber zufolge die Einwirkung eines elektrischen Feldes auf (Betreibe bas Wachstum und ben Ertrag um ein Vielfaches steigern sollte. Nachprüfungen setzten ein: bie einen sagten Ja, bie anberen Pein, unb wegen bes äußerst schwierigen Verfahrens ber Ueberprüfung, der Unmöglichkeit, bie Wachstumsforberung mit ber wünschenswerten Genauigkeit festzustellen, blieb bie wichtige Frage um- stritten. Jetzt aber kann man bas Gras nicht nur wachsen hären, fonbern aus der Tonhöhe seines Gesanges auch feststellen, ob cs schneller ober langsamer wächst. Unb zwar in wenigen Sekunben, unmittelbar nach ber Einwirkung bes Reizes. Ein Getreibesprößling ist in bie Apparatur eingeschaltet. Ein hoher Ton erklingt, bleibt in berfelben Höhe unb Stärke. Der Halm wächst also gleichmäßig, jn jeher Sekunbe schiebt sich feine Spitze um e i u Zehntausend st el Millimeter empor. Da flammt eine Quarzlampe auf. Ein Kapitel Pflanzenseele: der Getreidehalm erstarrt vor Schreck, bas Wachstum hat plötzlich ausgesetzt. Sein Singen ist verstummt. Es währt zehn Sekunden, bis er feine Fassung wieder gewannen hat, unb nun wächst er weiter, aus bem Lautsprecher tönt roieber ber Sang ber emporrücfenben Halmspitze. Dach ber Gesang klingt anders als eben vorher, die Tonhöhe hat sich verändert. Das ist die Blumensprache, in der mitgeteilt wird, daß die Wachstumsgeschwindigkeit sich erhöht hat. Sie ist dreimal so groß geworden. Unter dem Einfluß des Quarzlichtes jagt die Pflanzenspitze in dem — für sie wenigstens — rasenden Rekordtempo von drei Zehntausendstel Millimeter in der Sekunde. Ohne langwierige Kulturversuche, ohne Kontrollexperimente und unoerläßliche Vergleiche, ohne ben früher notroenbigen Auswanb von Hunberten unb Tausenben Versuchspflanzen, vielmehr ganz einfach, in wenigen Sekunben unb Minuten, an einer einzigen Pflanze läßt sich nunmehr feststellen, welche Umffänbe bas Wachstum förbern. Darüber hinaus lassen sich bie einzelnen Mittel In kürzester Zeit gegeneinander abwägen unb bie vorteilhafte Anwendungsart leicht herausbekommen. Und bas alles, inbem man einfach bie Pflanzen fingen läßt, sie selbst zum Sprechen bringt. Die Göttinger Forscher haben auch das aktuelle Problem von ber Einwirkung bes elektrischen Felbes auf bas (Betreibe mit biefer Methobe experimentell bearbeitet. Was sonst jahrelange Arbeit auf unübersehbar weiten Versuchsfelbern erforbert hätte, haben nun kurze Untersuchungen im Laboratorium geleistet. Sie haben bie Frage beantwortet, welche Spannung, welche Stromstärke, welche Anorbnung bie kräftigste Dachstumsförderung an ben Getreidearten bewirkt. Die Versuchspflanzen gaben jeweils ben tönen- ben Befcheib, sie fangen bie Antwort. In um so höheren Tonlagen, je rascher sie wuchsen, je besser ihnen also bas elektrische Felb anschlug. „Ein Lieb, bas reichlich lohnet": in Gestalt ber vollen (Betreibe- speicher. Zugleich ein Lieb, bas wie ein Spott auf bie Spötter klingt, bie barnals, als sie bas Gras wachsen hörten, ben nutzlosen Zeitvertreib ausgerüstet Köpfe verlachten ... Dunieö Geistesgegenwart. Wenn man einmal Preise für bie Fähigkeit austeilen sollte, sich durch wenige Wort« aus einer peinlichen und verfahrenen Situation herauszuwin- den, so habe ich bereits meinen Kandidaten im Hintergrund. Obwohl er sich einmal benommen hat wie ein Held, sieht er durchaus nicht aus wie Siegfried ber Drachentöter. Er ist vielmehr ein kleines schäbiges Männchen, von bem man nicht mehr behaupten kann, daß er sich in ben besten Jahren befindet. Sein Witz jedoch ist jung unb elastisch geblieben — benn er hat es verstanden, sich aus einer Lage zu befreien, bie man keineswegs als sehr beneibensroert ansprechen kann ... Da fuhr ich neulich abenbs in meiner überfüllten Straßenbahn nach Hause. Dicht gebrängt standen die Menschen, Leib an Leib. Mit einemmal — wie wirb mir? — fühle ich etwas sanft unb friedlich in meiner Tasche herumkrabbeln. Es bewegt sich vorsichtig, tastet, hält einen Augenblick still, um gleich roieber von vorne zu beginnen. Mit einem schnellen Grift fasse ich an ben Ausgang meiner Tasche. Was halte ich fest? Eine menschliche Hanb. Großes Gebränge — also wem von all ben vielen Menschen, bie um mich herumstehen, mag biese Hanb wohl gehören? Langsam verfolge ich mit ben Augen alles, was von biesem Handgelenk aufwärts zu einem Körper meiner Mitmenschen führt. Unb siehe ba — es ist jener alte Mann. Halb hält er Allerlei. seinen Kops von mir abgeroanbt. Angestrengt blickt er aus bem Fenster. Er muß wohl jetzt schon gemerkt haben, daß ich ihn fixiere. Ich warte einen Augenblick ... Was er nun wohl unternehmen wird? Was ich nun wohl unternehmen werbe? Plötzlich hält biefer schäbige kleine Mann eine Zigarette in ber Hand. Woher ist diese Zigarette so schnell gekommen? Ich weiß es nicht. Diese Zigarette brennt nicht. Und ganz gemächlich, mit der selbstverständlichsten Höflichkeit der Welt, wendet er sich mir zu. Er lüftet seinen Hut. Er sagt: „Entschuldigen Sie ... dürfte ich Sie um Feuer bitten?" Und nach einer kleinen Pause fügt er hinzu: „Fast hätte ich mich schon selbst bedient. Aber in diesem Gedränge, verstehen Sie ... Da weih man schon bald nicht mehr, was eigentlich zu einem gehört." Still hält er mir seine Zigarette hin. Still, völlig gehorsam, gebe ich ihm Feuer. Ich frage Sie: ist bas nun Geistesgegenwart ober nicht? Oer falsche Professor. Falsche Aerzte, die Operationen vornahmen, ohne befugt zu sein, falsche Architekten, bie ohne Examen zu Amt unb Würbe gekommen finb, falsche Rechts- anroälte, — alles ist schon dagewesen. Neu ist ber Professor, ber ein Vierteljahrhundert lang an einem Budapester Gymnasium als Lehrer fungierte, nach- dem er auf Grund gefälschter Zeugnisse eine An- stellung erhalten hatte. Der Herr Professor hatte es setzung wieder eine Wirtschaft Sommersport und Volksgesundheit Frankfurt a.M., 12. Juli. Bei äußerst ge- Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o. H, Lombardzinsfuß 6 o. H. Devifenmarkl Berlin — Frankfurt a. M. * Banknoten. spart in jeder Form, zu Fuß, zu Rad und im Paddelboot. Na- Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nocbmittag geschlossen. Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäfts sl eile zu richten. über nicht auf die Wissenschaft abgesehen, sondern auf eine einträgliche Praxis durch Nachhilfe- und Privatunterricht. In seiner Klasse waren lauter schlechte Schüler. Um das Fortkommen der Jungens sehr besorgt, setzte sich der Herr Professor mit den Eltern in Verbindung, um mit der üblichen ernsten Miene darauf aufmerksam zu machen, daß es um die Versetzung schlecht bestellt sei. Natürlich würde er Nachhilfeunterricht geben. 2r forderte aber einen sehr hohen Preis. Gingen die Eltern nicht darauf ein, blieb der Junge totsicher sitzen. Viele Schüler waren sitzengeblieben, weil die Eltern nicht darauf derten Preis nicht bezahlen konnten. Es gehörte zum Geschäft des Herrn Professors, daß er seinen Schülern gegenüber äußerst streng war. Er war die Geisel des Gymnasiums. Darum werden die Schüler am meisten erfreut sein, daß der Professor hinter Schloß und Riegel sitzt und beim Commers mit besonderer Begeisterung den lantus anstimmen: „Der Herr Professor liest heut kein Kollegium". wöhnung ist sogar für den Körper oft eine Gefahr! Natürlich richtet sich die Dauer des Wasser- und Luftbades nach der körperlichen Verfassung. Als allgemeine Regel gilt, daß kein Frösteln oder Unbehagen aufkommen darf. Dann ist des Guten zuviel geschehen. Dem Schwimmsport an gesundheitlichem Wert nahestehend ist der R u d e r s p o r t. Beim sportlichen Rudern wird fast die gesamte Muskulatur des Körpers gleichmäßig durchgearbeitet, Herz und Lunge werden gekräftigt und der Stoffwechsel angeregt. Auch dem weiblichen Körper sind die Ruderbewegungen sehr zuträglich, und das in den Damenrudervereinen besonders gepflegte S t i l r u d e r n ist für die Körperhaltung sehr vorteilhaft. Die Einwirkung von Luft und Sonne ist infolge der ganz leichten Bekleidung fast ebenso stark, wie beim Schwimmsport: im übrigen ist der Ruderer natürlich auch Schwimmer. Zu dem körperlichen Gewinn kommt beim Rudersport der seelische. Die Freude an den wechselnden Landschaftsbildern, an der, nach Wetter und Tageszeit so verschiedenen ,Beleuchtung, an der Beobachtung der mannigfachen Tierwelt des Wissener Eisenhütten AG, Köln-Deutz, cmsge- führt wird, siel im abgelaufenen Geschäftsjahr die Haupteinnahme des Unternehmens, die-Dividende aus den Stahlvereinsaktien, aus. Es wird vorgeschlagen, durch Einziehung von Vorrats- aktien einem Wertminderungskonto 2 Millionen Mark zuzuführen. Ferner soll der Reingewinn des Geschäftsjahres 1931/32 von 277 353 Ml. der sich unter Hinzurechnung des Gewinnvortrages aus dem Vorjahre von 32 397 Mk. auf 309 751 (1 020 598) Mk. stellt, auf neue Rechnung vorgetragen werden. Eine Dividende wird also nicht verteilt (im Vorjahre 6 Prozent). Frankfurter Bbendbörse weiter abbröckelnd. (Oberstufe) hinter Wagner DV. 1860 Ffm. mit 10,8 Sekunden. Glaab und Simon vom „Vorwärts" Bockenheim mit 11 Sek. bzw. 11,1 Sek., in der noch sehr guten Zeit von 11,2 Sek. den 4. Platz. Im 200-Meter Lauf wurde er hinter Wagner To. 1860 Frankfurt und Dörflinger, Offenbach, in 22,7 Sek. dritter Sieger: im 200-Meter-Lauf (Mittelstufe) errang Erich P l o ch ebenfalls einen guten 3. Sieg. L. Malkomesius beteiligte sich am Dreikampf (Oberstufe) und konnte 7. Sieger werden, ebenso landeten W. Wagner und K. Strack im Dreikampf der Jugend-Oberstufe als 4. bzw. 6. Sieger. Die 4X100-Meter-Staffel der Turner errang unter starker Konkurrenz (10 Mannschaften), da H. Barth leider durch Krankheit nicht teilnehmen konnte, nur einen 3. Sieg (Aufstellung: Strack, Malkomesius, Wagner, Seyb). Ein großer Erfolg war hingegen den Gießener Männerturnern in der großen Jubiläums st affel beschieden, konnten sie doch nach jederzeit überlegenem Lauf als erster Sieger durchs Ziel gehen und damit einen schönen Ehrenpreis erringen. Diese gemischte Staffel (Turner und Turnerinnen) wurde in folgender Aufstellung gelaufen: Ernst Ploch 400 Meter, Erika Röh- mig 100 Meter, Rud. Fernau 300 Meter, Else Bickelhaupt 100 Meter, Erich Seyb 200 Meter, Ludwig Malkomesius 100 Meter. Besonderes Verdienst hat sich E. Ploch erworben, der den bekannten Läufer Grüblina vom Tv. „Vorwärts" Bockenheim glatt einige Meter hinter sich ließ. Erfolge der Leichtathleten des MTV. Gießen. Die kreisoffenen volkstümlichen Jubiläumswettkämpfe des Turnvereins „Vorwärts" Frank- f u r t a. M. - B o ck e n h e i m (DT.) hatten eine ganz erstklassige Besetzung aufzuweisen. Sowohl bei den Turnern als auch Turnerinnen war die ganze „Elite" nm Start. Wenn unter diesen Verhältnissen die Gießener Männerturner trotzdem 16 Siege erringen konnten, so können sie mit diesem Resultat vollauf zufrieden sein. In der Turnerinnen-Oberstufe errang Frl. Bickelhaupt im Kugelstoßen mit 10,8 Meter den 1. Sieg, sowie im Weitsprung mit 4,86 Meter, hinter der süddeutschen Meisterin Becker (Frank- fürt) und Frl. Schäfer (Frankfurt-Sachsenhausen), einen guten 3. Platz. Im Vierkampf wurde sie durch Pech beim Speerwurf nur 4. Siegerin. Frl. Röhrn i g wurde in dem gleichen Vierkampf 6. Siegerin. Im 100-Meter-Endlauf der Turnerinnen-Oberstufe konnte sich Frl. A m e n d nur als 6. placieren. Die Jugendturnerin Anni Heß konnte, trotzdem ihr noch einige Wettkampferfahrung fehlt, im Weitsprung mit 4,32 Meter den 2. Sieg, im 75-Meter- Lauf den 3. und im Dreikampf den 9. Sieg erringen. Die 4X100-Meter-Stasfel der Turnerinnen-Oberstufe hatte leider das Pech, noch in letzter Stunde von Frl. E s p a ch eine Absage zu erhalten. Durch die hierdurch nötige Umstellung klappte es nicht besonders, und die Mtoerinnen konnten nur als dritte durchs Ziel gehen. Bei den Turnern schlug sich E. Seyb bei großer Teilnehmerzahl sehr gut; er errang im 100-Meier- Lauf den 2. Sieg und im Dreikampf (Unterstufe) den 9. Sieg. Rud. Fernau belegte im 100-Meter-Lauf Somit haben die Gießener Männerturner trotz mehrfachem Pech und trotz dieser erstklassigen Be- ' / „ schöne Zahl von Siegen für ihre Farben erringen können. "Adlerwerkevorm. Hein rich Kleher AG., Frankfurt a. M. Das Safjr 1931 stand im Zeichen eines starken Absatzrückganges im Automobilbau: gegenüber dem Zähre 1930 ging die Zahl der Reuzulassungen um 29,2 Prozent, gegenüber 1929 um 42,8 Prozent zurück. Da infolge der sinkenden'Kaufkraft eine Abwanderung vom großen zum mittelstarken und von da zum kleinen Wagen stattfand, hatten die Adlerwerke als Fabrikanten nicht ganz leichter Wagen einen Rückgang ihres Anteils an der Zahl der jährlich in Deutschland zugelassenen Wagen von 1930: 7,45 Prozent aus 1931: 6,88 Prozent zu verzeichnen. Mittlerweile hat sich die Gesellschaft mit gutem Erfolge den veränderten Anforderungen des Marktes angepaßt. Die Belegschaft der Adlerwerke stellte sich im Durchschnitt auf zirka 3800 Angestellte und Arbeiter, augenblicklich werden in Frankfurt 2320 Arbeiter und 476 Angestellte, mit den Filialen zusammen etwa 3500 Mann, beschäftigt. Zur Zeck werden in der Woche durchschnittlich 43 Stunden gearbeitet. Durch die vorliegenden Aufträge wird eine Fortführung der Fabrikation im jetzigen Rahmen für die nächsten Wochen gewährleistet. Das Fahrradgeschäft entwickelte sich im Sommer 1932 nicht ungünstig. Der Umsatz stellte sich im Geschäftsjahre 1931 auf rund 38,5 Mill. Mk. gegen rund 58 Mill. Mk. im Vorjahre. Das Geschäftsjahr schließt mit einem Bruttogewinn von 4,012 (7,97) Mill. Mk. ab. Zn der Gewinn- und Verlustrochnung werden Handlungsunkosten mit 2,32 (3,13) Mill. Mk., Steuern und soziale Abgaben mit 2,13 (1,77), Abschreibungen auf Anlagen mit 1,25 (—) ausge- wiesen. Es ergibt sich ein Verlust von 1 748 731 Mark (i. V. Gewinn 124 884 Mk.), der auf neue Rechnung vorgetragen werden soll. * Vereinigte Stahlwerke van der Zhpenund Wissener Eisenhütten AG. Köln-Deutz. Wie im Geschäftsbericht der Vereinigten Stahlwerke van der Zypen und Statistik der Reinlichkeit. Die Kultur eines Volkes wird an feinem Verbrauch von Seife gemessen. Aus einer solchen Kultur- und Reinlichkeitsstatistik erfährt man, daß Deutschland die meiste Seife verbraucht. Hier kommen auf den Kopf der Bevölkerung 10 Kilogramm Seife pro Jahr. Es folgt England mit 9,5, Frankreich mit 9, die Tschechoslowakei mit 5, Ungarn mit 4,5, Rumänien mit 3, Polen mit 2,5 und Rußland mit 1 Kilogramm pro Kopf und Jahr. In Deutschland wird also viermal soviel Seife verbraucht als in Polen und dreimal soviel als in Rumänien und der Tschechoslowakei. In Rußland gilt Seife überhaupt als Luxus. Daraus darf man aber nicht folgern, daß die Bewohner Sowjetrußlands von Natur aus besonders unreinlich seien, sie werden nur dazu gezwungen. Einmal steht der Preis für Seife in feinem Verhältnis zu anderen Artikeln des täglichen Gebrauchs und dann bekommt man sie nur selten zu kaufen. jeder nach dem Maß seiner körperlichen Kräfte betreiben kann, ohne Minderwertigkeitsgefühle befürchten zu müssen, weil andere mehr leisten als er. Sein Einfluß auf Körper und Geist ist gleich vorteilhaft und gleich groß. Gesundheitliche Schädigungen sind beim IBan- dersport in jeder Form so gut wie ausgeschlossen, denn dem Wanderlustigen ist es nicht um Rekordleistungen, die Gefahren für die Gesundheit mit sich bringen, zu tun, und gesundheitsschädigende Ueber- treibungen kommen wohl nur vor, wenn Jugendgruppen sich aus zu verschiedenen Altersstufen zusammensetzen und die Melieren und Größeren, wie man es manchmal sehen kann, nicht genügend Rück- sich auf die Jüngeren und weniger Leistungsfähigen nehmen. Alle diese Sportarten sind nicht an das Vorhandensein eines Sportplatzes gebunden. Abgesehen vom Rudersport kann sie jedermann ohne weiteres und ohne besondere Kosten betreiben und für seinen Körper und feine Gesundheit davon Gewinn haben. Dazu kommen insbesondere für die Jugend die zahlreichen sportlichen Spiele und verschiedenen Arten der Leichtathletik, die einen für solche Zwecke eingerichteten Spiel- oder Sportplatz erfordern. Erfreulicherweise gibt es wohl kaum noch eine Stadt, die nicht über einen solchen Platz verfügte: ja selbst in größeren Dörfern findet man oft schon leidliche Sportplätze. Namentlich in der Großstadt, wo das Spielen der Kinder auf Straßen und Plätzen mit großen Gefahren verbunden ist, sind Spiel- und Sportplätze ein großer Segen für die Jugend: nur ist ihre Zahl hier immer noch zu gering im Verhältnis zur Bevölkerungszahl. Für die meisten und bei der Jugend beliebtesten Spiele, wie Schlagball, Fußball und Handball, genügen einfache Spielplätze: sie müssen nur gut eingeebnet sein und einen durchlässigen Untergrund haben, damit sie nach Regenfällen bald wieder benutzbar sind. Das tüchtige Laufen bei den meisten Spielen ist dem jugendlichen Körper besonders zuträglich, und die Freude am Spiel ist, besonders in der jetzigen Zeit, das beste Gegengewicht gegen den Ernst des Lebens, den jetzt auch die Jugend mehr zu spüren bekommt, als ihr zuträglich ist. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Gießen I — Heuchelheim I 3:3. Beide Gegner traten (auf dem Trieb) in wesentlich veränderter Aufstellung an und zeigten ein sehr mäßiges Spiel. Obwohl die Gäste vorerst etwas mehr vom Spiel hatten, brachte es der sehr unbeholfene Sturm zu keinem Erfolge. Gießen war vor dem Tore der Gäste viel gefährlicher und kam auch nach geraumer Zeit zum Führungstor. Ein kurz darauf für Heuchelheim gegebener Elfmeter wurde verschossen. So blieb es bei dem Halbzeit- Wenn auch die Zeiten längst vorbei sind, in denen der Sport im Winter fast ganz ruhte, so ist doch naturgemäß für die große Masse in unserem Klima die wärmere Jahreszeit die beste Sportzeit, schon deswegen, weil der billigste, gesundeste und allgemeinste Sport, das Schwimmen, vorzugsweise im Sommer betrieben wird. Gewiß wird in den größeren Städten, die sich des Besitzes von heizbaren Schwimmbädern erfreuen, auch im Winter fleißig geschwommen, und der Segen und Nutzen dieser Badeanstalten für die Volksgesundheit kann nicht hoch genug veranschlagt werden, aber ihre Zahl ist im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung doch nur gering. So wohltuend und gesund auch ein Hallenbad im Winter ist, so ist es doch mit dem Baden und Schwimmen im Freien nicht zu vergleichen. Nachdem sich die Jugendämter durch die Schulen dem Schwimmunterrichts angenommen haben, wird es bald keinen gesunden Jugendlichen mehr geben, dem das Wasser nicht ein vertrautes und liebes Element wäre. Kräftigung der Lunge und des Herzens, verstärkter Blutkreislauf und Anregung des gesamten Stoffwechsels sind die Hauptwirkungen dieser gesundesten aller sommerlichen Sportarten. Daß man mit überfülltem Magen oder vom Laufen oder Radfahren erhitzt, sich nicht sofort in die kühlen Fluten stürzen soll, ist zwar allgemein bekannt, trotzdem werden immer wieder alljährlich blühende junge Leute Opfer ihres Leichtsinns. Die günstige Wirkung des Schwimmbades auf den Organismus wird durch das, mit dem Schwimmbad verbundene Luftbad noch verstärkt. Es braucht nicht unbedingt ein Sonnenbad zu fein; Sonnenbestrahlung im Uebermafj und ohne allmähliche Ge- 8.1« ss1: xs Ma"? M4L-Ü- 0^e3Öu|tr Mensul Auch bet Don -mA infolge h° zeriM anter^ Anschnll' richten-' W poflfd Des , ein fl'njiQ höchsten N deutung abg.k Hie [en bei* aat, W w 3 Handlungen | landen. Die Produktion i [atz waren r ' allen Bala) das eigentlu modjte sich zu Hern, vor sich giT nes, der a Grenzen [e bekannt ge als der he sloivakei ga ?er Soh lernte früh jürfniffc de welchen neu moimaie de! wird dem . Maschine fi Produktion arbeitenden Leutschland Wendung er] stieg, seine. Oesterreich ( die er Aust suchte, ohne im Kriege Aerar die nach Zlin, tigen Tsche« scheidenen ' Aach dem den tenitoi Leib uni das brachte i gierung, toa: Iäu sein zendem Org stellung «ta bei ihm bei chosloivakei gelingt ihn in anderen dringen se Schuhe b: kommt Bat sührung die einer Kron Damit gefir olin abzuse Um so e; gegriffenen Deutschland, Wen Zeit < sachlich erze [lebte es beis über seinem ledigen - a gegen das E haben die dc vongetrogen. Lohne besser Wesentlich ?aiu übetgii wn tzchu füc 3 ' fe Sein W .der 5 Nw S? Erso Sen formen Ä fs Lud bon s, b?e Auswir SÄ 3 L.» ®ni SfoSs hfing fel im 6n Q[I« w» lol9en. JJl mentlich das Fußwandern, das durch die Wandervogelbewegung als Sport wieder entdeckt worden ist, und das durch unsere Jugendherbergen eine so wesentliche Förderung erfahren hat, kann jung und alt nur empfohlen werden. Das ist ein Sport, der jedermann fast ohne Unterschied des Geschlechts, des Alters und des Geldbeutels zugänglich ist, und den stand von 1:0. Nach dem Seitenwechsel nahmen beide Mannschaften Umstellungen vor. Das Spiel wurde nun schärfer und Gießen konnte durch einen Elfmeterball auf 2:0 erhöhen, dem nach kurzer Zeit das dritte Tor folgte. Bald darauf buchte Heuchelheim den ersten Erfolg. Ein verwandelter Elfmeter stellte das Resultat auf 3:2 und — die Gießener konnten es nicht verhindern — war auch der Ausgleich her- gestellt. Was weiter folgte, war eine systemlose Kraft, anftrengung auf beiden Seiten, die an dem gerechten Unentschieden nichts änderte. Gießen III — Lindenskruth 7.2. In diesem Spiele zeigten sich die technisch besseren Platzbesitzer den Gästen stets überlegen und siegten verdient. Handball. Gießen — Gambach 10:5. Die Gießener waren ihren Gästen technisch überlegen. Die Gambacher versuchten zwar, besonders in der ersten Halbzeit, durch großen Eifer auszugleichen. Bei Halbzeit führte Gießen bereits mit 6:3. Nach dem Seitenwechsel ließ Gambach etwas nach und Gießen konnte überraschend zu weiteren Treffern kommen. Mit 10:5 mußten sich die Gäste geschlagen bekennen. 95 Nennungen zum Rhön-Segelflug. Am Sonntag beginnt der bis zum Monatsende dauernde Rhön--Segelflug°Wettbewerb, zu dem diesmal 95 Rennungen eingegangen sind. Diese Zahl ist geringer als in den Vorjahren. Dieser Rückgang ist aber nicht auf die wirtschaftlichen Verhältnisse, sondern auf die unzureichenden Llnterbringungsmöglichkeiten für Maschinen aus der Wasserkuppe zurückzuführen. Auch das Ausland ist in diesem Zahre wieder durch einen Deutschböhmen, einen Italiener und zwei Polen vertreten. Oie erste Pyrenäen-Etappe der ,/£our//. Am Dienstag wurde die Tour de France mit der ersten Etappe durch die Pyrenäen von Pau nach Luchon über 227 Kilometer fortgesetzt. Durch die überaus großen Schwierigkeiten auf der Strecke wurde das Feld völlig auseinandergerissen. Als erster kam der Ztaliener Pesenti in 9:00:33 ein vor dem Touristen Faure (Frankreich), Camusso (Ztalien) und Gestri (Ztalien). Als erster Deutscher kam Stöpel ein. Zn der Gesamtwertung führt der Franzose Leducq weiterhin vor dem Deutschen Kurt Stöpel. ringen Umsätzen bröckelten die Kurse an der Abend- börje weiter etwas ab. Aus den bekannten Grün« den bekundete die Spekulation weiter Zurüa- haltung, zumal auch die Auslandsbörsen tjiit ihrer unregelmäßigen Kursgestaltung nur wenig Anregung boten. Gegen den Berliner Schluß betrugen die Abschwächungen meist 0,25 bis 0,50 v. n Lediglich Gelsenkirchen waren weiterhin gefragt urtb 0,50 v. H. höher. Im Verlaufe stagnierte das Geschäft nahezu vollkommen. Auch der Renten^ markt wies weitere Rückgänge auf, die bei Gold- Pfandbriefen 0,50 bis 1 v. H. und bei Reichsschuldf Buchforderungen zirka 0,50 v. H. betrugen, während deutsche Anleihen knapp gehalten waren. Während sich am Aktienmarkt im späteren Verlause verschiedentlich kleine Erholungen einstellten, blieben festverzinsliche Werte offeriert und gingen um weitere 0,50 v. H. zurück. Neubesitz 5,10, Altbesitz 43,39, Reichsbank 125,39 bis 125,50, Gelsenkirchen,34,25, AEG. 25, Scheideanstalt 132,39, JG.-Farbe/. 87,90 bis 88,25, Siemens 118, Nordd. Lloyd 13,25, 6 v. H. Franks. Hyp. Bank Gold Reihe I bis IV 70,50 (nachbörslich 70 Brief), 6 o. H. Frankfurter Pfandbriefbank Gold, Reihe III bis X 69,50. Wassers ist das beste Gleichgewicht gegen die niederdrückenden Berufs- und Alltagssorgen, und ein, auf dem Wasser im Kreise froher Sportgenossen verbrachter Sonntag vermag Spannkraft und Frohsinn für die ganze Woche zu verleihen. Dasselbe gilt auch vom Wassersp Frantjur .. ML äerim Frankfurt a.M. Berlin Franyun a. M. Berlin Schluß« kurs Schluß!. Abendbörse Schluß- kurs Schluß!. Mittagbörse Schluß- kurs Schlußl. Abend« börse Schluß- kurs Schluß!. Mittagbörse Schlußkurs Schlußl. Abendbörse Schluß« lurs Schluß!. Mtltag- börse Datum 11-7. 12.7. 11.7 12.7 Datum 11.7. 12.7. 11.7. 12.7. Oätum 11.7. 12.7. 11.7. 12 7 6% Deupche Reichsanteihe v. 192'. 7% Deutsche Reichsanleihe v. 1929 6%% Doung-Anlethe von 1930 . Deutsche Anl^Ablös.-SchuId mit Auslos.-Rechten....... Desgl. ohne Auslos^Rechte . . . 8% Hess. Bolksstaat von 1929 (rückzahlb. 102%)...... Oberhessen Provinz-Anleihe mtl Auslol.-Rechten....... Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1....... 8% Franks. Hgp.-Bank Goldpse 15 unkündbar bis 1935 .... 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. unkündbar bis 1936 Serie 16 . *y2% Franks. Hyp.-Banl Liau.. Pfandbriefe......... V/i% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu. Goldpse........... 8% Pr. Landespfandbriesansialt, Pfandbriese R. 19...... 7% Pr. Landespfandbriesansialt, Pfandbriefe R. 10 . . . <% Oesterrelchlsche Golvrente . . 4,20% Oesterreichische Silberrenle 4% Ungarische Goldrente .... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4’/2% desgl. von 1913..... 6% abgest. Goldmextlaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie l . . ... 4% desgl. Serie II....... 5% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 4^%Rumän.vereinh.NenIev.l913 4% Rumänische Verein!). Rente . 814% Änatolici ....... 66,75 44,4 5,5 52 37 41 73 79,75 81 69,5 1J 6,5 4,75 3,4 3,4 3,4 7,25 3,8 16 68,5 66,75 43,4 5,1 51,75 36 40,75 69,5 79,65 79 68,5 1,1 6 6,5 4,75 1,4 3,4 3,4 7,75 1,8 16,13 64,75 69 66 44,9 6,2 52 41,5 68,5 6,05 6,75 5,6 5 3,4 3,4 4,1 8 3,8 16 68,8 43,5 5,13 52,5 40,25 10,5 6,05 5,6 3,4 34 4,5 7,9 3,8 Hamburg-Amerika Pale, . . t Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa Dampsjchifs .....0 Norddeutscher Lloyd.....6 A.G. für Verkehrswesen Akt. . . Berliner Handelsgeselllchast. 8 Commerz, und Privat-Bank . 7 Darmstädter und Nationalbank 8 Deutsche Bank und DiSconto-Gesellschaft... 6 Dresdner Ban!...... 6 Reichsbank........12 A.E.G............? Bergmann.........9 Elektr. Lieserungsgesellschaft. 10 Licht und Kraft......10 Felten & Guilleaume.... 6% Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... 9 Rheinische Elektrizität .... 9 Schuckert L Co.......n Siemens L Halske ..... 14 Lahmeyer L Co.. ..... 12 Buderus..........4 Deutsche Erdöl.......5 Gelsenkirchener.......t Harpener.......... Hoesch Eisen. ........( Ulfe Bergbau.......1( Ilse Bergbau Genüsse..... Klvcknccwerle . ......6 Mannesmann-Röhren .... 6 Mansselder Bergbau.....0 Oberschles. fiotSiuerle .... 8 Phönix Bergbau......4'/2 Rheinische Braunkohlen. . . lö Rheinstahl.........1 13,9 88,5 18,25 30,75 18.25 127,4 26 75 59 79 27,75 32 50,5 17 12,75 13,25 89 18,25 30.5 18 25 125,5 25 71,5 56,25 118 26 65 34,25 50 16.5 13,5 13,9 28,5 89 16 18,5 30,75 18,5 128,5 26,5 63,5 75 41 59,75 63,75 121,75 78 27,75 68 33.5 50,25 27.75 129 25,4 40,13 33.65 17,5 173,5 49,4 12,5 17,75 13.5 27 90 16 18,5 30,5 18.5 126,75 24,9 61.5 71,75 39,75 56,25 62,25 62 119 26,25 65,5 33,65 50,25 26,75 23,5 39 11 31,25 16,5 172 46,5 Rtedeck Montan......7,2 Vereinigte Stahlwerke .... 4 Otavi Minen......16'/, Kaliwerke Aschersleben ... 10 Kaliwerke Westeregeln ... 10 Kaliwerke Salzdetfurth . . . 15 I. G. Farben-Industrte . . . 12 Verein, chem. Industrie Frankfurt a.M........... Scheideanstalt.......10 Goldschmidt.........0 Rütgerswerke...... . 5 Metallgelellsckas«.......5 Philipp Holzmann . ..... 8 Zementwerk Heidelberg. ... 7 Cementwerk Karlstadt. .... 7 Wahß & Freytag ...... 0 Schultheis Patzenhoser ... 15 Mu (Allgemeine Kunstseide) 0 Bemberg......... 0 Zellstoff Waldhos.....12 Zellstoff Aschaffenburg ... 6 Dessauer Gas . . . .... 9 Daimler Motoren......0 Deutsche Linoleum.....5 Orenstein & Koppel ..... 0 Leonhard Tietz.......8 Svenska...... 16 Chade............ Frankfurter Maschinen . . . . 0 Gritzner..........0 Mainkraftwerke Höchst a.M.. . 6 Süddeutscher Kuder .... 10 94 104 91 136 18 32 25,5 35,5 34.5 31,5 30,5 12,25 33 91 88,25 132,4 19 31,25 24,5 32,5 34 11,5 32 5 14,5 10 93,5 104 162.5 91,4 19 32,25 25,65 35 58 34,75 30,4 30,5 25 82,25 12,75 34 24,9 56,13 178,5 20 14,5 10,5 102 159,75 88,75 17,65 31 32,25 • 54,65 34,5 30,25 30 23 85,5 11,4 24,25 54,5 174 18,5 1OR 11.Juli 12. Juli Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brie Geld 1 Brie. Heksingsor» 6,364 6,376 6.364 6,376 Wien. . . 51,95 52 05 51,95 52,05 Prag . . 12,465 12,485 12,465 12,485 Budapest . —— — —— — Sofia . . 3 057 3,063 3,057 3,063 Holland . . 170.08 170,42 169,98 170,32 OSlo. . . . 74,33 74,47 74,18 74,32 Kopenhagen. 81.37 81,53 81,17 81 ,33 Stockholin . 76,97 77,13 76,87 77,03 London. . . 15,02 15 06 14,965 15,005 Buenos Aires 0,938 0,942 0,938 0,942 Neuyork . . 4,209 4,217 4,209 4,217 Brussel. . . 58,47 58,59 58,47 58,59 Italien. . . 21,46 21,50 21,46 21,50 Paris . . . 16,525 16,565 16,525 16,565 Schweiz . . 81,98 82,14 81 .97 82,13 Spanien . . 34.07 34,14 33,62 33,68 Danzig. . . 82,17 82,32 82,12 82,28 Japan . . . 1,139 I,141 1,149 1,151 Rio de Jan.. 0,325 0,327 0,325 0,327 Jugoslawien. 6.693 6,707 6,693 6,707 Lissabon . . 13,69 13,71 13,67 13,69 Berlin, 12.Juli Geld Bries Amerikanische Noten....... 4,20 4 22 Belgische Noten......... 58.31 58,55 Dänische Noten....... . 80,99 81,31 Englische Noten......... 14,925 14,985 Französische Noten........ 16,485 16 545 Holländische Noten........ 169,61 170,29 Italienische Noten........ 21,43 21,51 Norwegische Noten........ 74,00 74,30 Deutsch-Leslerretch, ä 1OO Schilling — —— Rumänische Noten........ 2,49 2,51 Schwedische Noten. ....... 76,70 77,00 Schweizer Noten. ........ fi1,79 g-.11 Spanische Noten. ....... 33,48 33,62 Ungarische Noten........