Wtz j M 2 !>.'Dvk. ASk'L ttiSsK Z'tz« 1* IHt tlcn. 'tzZN i'U^ÄÄ ">'r^ '-■£ ?a -Ä-ZL feinP1t30hM b(m H ^rburg. Wflung. ,'L eWen Stalin» Jjf • Nur mit Müht "rden. ffiäbrenh >S KL Jl nen waren. Der WP unangenehm be> JOjJJ noch an einer " Feuer, dos aber st"°eUeren Umsang starken Wind verur, ganze Dors sehr 1 Lrandstistung h< 13. April. r°nh^ gewährt Im menReligionsfrecheit: ^kor Lenz In Leipzig ogramln Ötubtti. -Umschau»^ SptiL alWett 10.20 bit rlieö in btt MeruUMU.to Ätmyti M Sunt« k bet Jugend. 16.30: 1. Mundharmonika' Äntertürkheim. 1Z: Dämonischen Orche« » Pridatklage", Sor* ^ihling. 18.50: .Zur >erbslosen", Gespräch ind Dr. ^arl Mcker. kandolinenkonzett. 20 Uethusalem. Operette kohann Strauß. 22.45 richten. isterpkäsidenten wn. 8. Vrahkmeldung.) 3o der Antrag der Regie- । der Geschäft§ordnaog Präsidenten durch den -heit statt, wie bl»her, !S gegen drei Stimm« igtnomtnflt M OPP®* der rtbstimmung nicht en abgegeben murden. lvhsähig. j.y 49.9 12.465 56.« 3,057 170,58 82,4 87,16 82.42 15,94 1.058 4,209 58,99 21,63 16-61 81.95 32.7 82-47 1.3 9 0.2« 7,423 14,49 Aranksnrt (Mb । SA Ä 170,92 82.58 87.34 82,58 16.00 1,0«2 4,217 59,H 2I,«7 16,65 82.1 32,13 82.63 1,391 0,261 7,437 14,51 87.1 s 82,34 58- 86- 15. 16,57 I7°'ü 8:ii 2^9 81,7 81,74 32/09 82,06 82.M !N. —w Nr. 86 Erster Blatt Mittwoch, 13. April 1952 182. Jahrgang Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesten Dnid und Verlag: Vrühl'sche Umverstlälr-Vuch- und Zleindruderei H. Lang« in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Oie letzte Sitzung des preußischen Landtags Der Wahlkampf um Preußen beginnt den ein zu- zur Die des Rcichswirtschaflsrat sich gutachtlich zu einigen {xra- geh des mittelständischen Handels und Gewerbes geäußert. Er verneinte die Einführung einer besonderen K o n z e s j i o n s p s l i ch t für Warenhäuser und Einheitspreis- ge schäfte und war in seiner Mehrheit a u ch gegen befriftete Verbote der Neu - grundung solcher Unternehmungen. Dagegen wurden Erweiterungen der Bestimmungen gegen den unlauteren Wettbewerb vorgeschlo gen, die geeignet sein sollen, Mißbräuche im A u s v c r k a u f s w e s e n zu steuern, 5ür wichtig in diesem Zusammenhang halt der Reichswirtschafts- Annahme von Lnzeige» für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- Klameanzeigen von 70mm Breite 35 Reichspfennig, Plahvorschrist 20’/, mehr. Chefredakteur- Dr. Friedr. Wilh. Lange. Berantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Or.H.TKyriot: für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich in Gießen. wieder lebensfähig zu machen, dem bodenständigen Mittelstand soll neues Leben eingeslößt werden. Alle Experimente auf dem Gebiet der Schule und des Unterrichts müssen aufhören. 3m engsten Einvernehmen mit Haus und Familie muß die Jugend zum christlichen Glauben, zur Zucht und Ordnung und zur Ehrfurcht vor der geschichtlichen Größe der Vergangenheit erzogen werden." neuen Erschütterung der ohnehin schon sehr brüchigen finanziellen Vertrauensdasis in der ganzen Welt führen müssen. Die Verschachtelung feiner einzelnen Unternehmungen, das Hin und Her zwischen der Finanzierungsgesellschaft, zwischen der schwedischen Zündholzgesellschaft, der internationalen Zündholzgeseltschast und den Dc- tricben, die dem Konzern finanziell angegliedert waren, ist so kompliziert, daß die Revisoren vermutlich Monate brauchen werden, um ein einigermaßen klares Vild zu gewinnen, weil jetzt Posten für Posten die einzelnen Guthaben nachgcprüft werden müssen. Das Mindeste aber, was verloren ist. ist das Aktienkapital bei einzelnen Betrieben, vielleicht auch noch mehr. Die Autzanwendung aber, die sich von selbst daraus ergibt, kann nur die fein, daß ein Wirt- fchaftssystem. wie wir es heute haben, so fange es von der politischen Seite her dauernd ungünstig beeinflußt wird, unhaltbar ist. und daß deshalb alle Staaten das gleiche Interesse daran haben, möglichst bald aus der Finanzrevolution heraus- julommen, um weitere Katastrophen dieser Art zu verhindern. Oie Geschäftsordnung wird in letzter Stunde geändert. — Wahl des Ministerpräsidenten in Zukunst nur mit absoluter Mehrheit. — Heftiger Widerspruch sämtlicher Oppositionsparteien. Verzicht des Mannes, der wußte, daß er zu organisieren verstand, dem aber die Geduld für eine mühselige Entwirrungsarbeit fehlte und der deshalb im Interesse der Sache sich zurückzog. um anderen Platz zu machen, die dafür bessere Voraussetzungen mitbrachten. An der persönlichen Integrität Kreugers ist in der ganzen Zeit niemals auch nur der leifeftc Zweifel laut geworden. Erst jetzt, nachdem die großen Aufräumungsarbeiten schon einige Zeit im Gange sind, stellt es sich heraus, daß mit der Tragik auch eine große Schuld nicht nur im menschlichen, sondern auch im strasrechtlichen Sinne verbunden ist. Es ist festgestellt, daß Stetiger in größtem Stile Vilanzen gefälscht hat, daß zum mindesten die Dilanz. die er über den Stand seiner Unternehmungen zum 31. Dezember 1931 herausgab. gefärbt war und zwar auf seinen Willen hin gefärbt war. indem er beliebige Verschiebungen innerhalb der Soll- und Habenposten der einzelnen angegliederten Unternehmungen vornehmen ließ. Welchen Umfang diese Unterschlagungen im euyelnen haben, das ahnt wohl noch niemand. Sicher ist nur. daß fic in d i e Hunderte von Millionen hineingehrn. Sicher ist, daß sic zu einer besetzt ift; es weist auch bei den Regierungsparteien starke Lucken auf, jedoch sind sämtliche Par teien vertreten. scheinen, daß bei einer weiteren Tätigkeit in der gleichen Richtung die Abrüstungskonferenz doch noch ein Gesamtergebnis zeitigt, das auch für Deutschland annehmbar ift; selbstverständlich unter der Dor aussetzung unserer völligen Gleichberechtigung. rat die Schaffung von mit genügend Befugnissen ausgestatteten Einigungäamtern, die unlautere Wett bewerbserscheinungen bekämpfen können und in denen alle an der Warenverteilung beteiligten Greife vertreten sein sollen. Im Interesse des mittelständi- jchen Einzelhandels sei weiter die Inkraftsetzung der jchon vor längerer Zeit geforderten verschärften Vorschriften über die Ausübung des W a n • berge iderbos notwendig. Auch eine gesetzliche Einschränkung der gewerblichen Schwarzarbeit sei zu empfehlen. Ein allge mein durchzuführendes tarifliches Verbot der Schwarzarbeit für Arbeiter und Angestellte, sowie der Erlaß von Bestimmungen sei notwendig, die sich gegen d i e Ausübung von entsprechender Nebentätigkeit durch Beamte wenden. Einmütig vorgejchlagen murden in dem Gutachten Aenderungen der Gewerbeordnung, die die Anmeldepflicht für Betriebe verstärken sollen, während Anträge auf Gleichbehandlung der Regiebetriebe mit den ordentlichen Gewerbebetrieben ah- gelehnt wurden. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat imBild-Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernfprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Sranlfurt am Main 11686. Mehrheit erringen, so würde auf Grund der neuen Geschäftsordnungsbestimmungen d i e Regierung Braun vorläufig geschäftsführend weiter im Amte bleiben. Schutz des gewerblichen Milelfiandes Das Programm der „Nationalen Front Deutscher Stände". Verl in, 12. April. (511.) Gras Westarp entwickelte in einer Presscbesprechung das Programm der „Rationalen Front deutscher S t ä n d c“, die sich aus der Wirtschaftspartei, dem Deutschen Landvolk und der jungen Rechten gebildet hat. Die Aationale Front solle der Kern zu einem späteren größeren Zusammenschluß der bürgerlichen Parteien in Stadt und Land sein. Der Kamps richte sich vor allem gegen die Herrschaft der Sozialdemokratie in Preußen. Preußen müsse von dem Absolutismus jeder Parteiherrschaft befreit werden. Das Zentrum müsse von der Sozialdemokratie losgelöst werden. Die erste Aufgabe des neuen Landtages werde sein, die am Dienstag beschlossene Aenderung der Geschäft s o r d n u n g für die Wahl des Mini- sterpräsid.-nten wiederzu beseitigen. Hierfür werde zweifellos eine Mehrheit vorhanden fein. Eine relative Mehrheit würde d i e Front von Hitler bis zur Volkspartei ergeben. In eine absolute Mehrheit müßte das Zen-trum einbezogen werden. Die „Aationale Front Deutscher Stände" erläßt einen Wahlaufruf, in dem cs heißt: „Die staatspolitischen Ausgaben des neuen Preußischen Landtages können nur durch Zusammenfassung aller nationalen bodenständigen Kräfte des ganzen Volkes gelöst werden. Parteigeist und Parteiegoismus stehen dem Aeuaufbau hemmend entgegen. Um hier eine Dresche zu schlagen, und keine nationale Stimme verlorengehen zu lassen, hat sich aus Parteien und Gruppen der Rechten die „Aationale Front Deutscher Stände" gebildet. Preußen muß endlich von den zerstörenden Auswirkungen der Partciwirtschaft befreit werden. Die Vormachtstellung der Sozialdemokratie muß gebrochen werden. Aicht mehr dos Parteibuch, sondern Charakter und Persönlichkeit, Kenntnisse und Fähigkeit müssen für die Staatsführung und für die Auswahl und Desörderung der Veamten den Ausschlag geben. Sauberkeit, Sachlichkeit und Sparsamkeit der alten preußischen Verwaltung müssen wiederhergestellt werden. Als größter deutscher Staat muß Preußen die Aufgaben anfassen, das Elend der Massenarbeitslosigkeit und Heimatlosigkeit durch Siedlung und Ausbau des Arbeitsdienstes zu beseitigen. Den Osten gilt es zu sichern und ADZ. Der Preußische Landtag trat entgegen ursprünglichen Dispositionen am Dienstag noch mal zusammen. Auf der Tagesordnung stehl nächst der Antrag der Regierungsparteien Aenderung der Geschäftsordnung. Aenderung verfolgt den Zweck, die Neuwahl Ministerpräsidenten nur mit a b s o l u t e r M e h r h e i t zu ermöglichen. Bedeutsam für die BeschlußEine ,,Times"-Llnierredung mit Hitler. London, 12.April. (TU.) Die „Times" veröffentlicht eine Unterredung mit Hitler, worin dieser sogt, daß der dauernd wachsende Erfolg der Nativ nalsozialisten auf die wirtschaftliche Verzweiflung in Deutschland und die weitverbreitete Unzufriedenheit mit dem schlechten R e g i e r ii n g s s yst c m zurück zuführen sei, das zum Verderb und zur Spaltung im ganzen Lande geführt habe. (Er selbst habe keinen besonderen Ehrgeiz, Reichspräsident zu werden und wenn seine Gegner nicht als Gegenkandidat Hindenburg ins Feld geführt hätten, so hätte er den Wahltampf einer anderen Person seiner Organisation überlassen. Er lei lediglich gegen Hindenburg aiige treten, weil das System, das die Nalionalsozialislen zu Fall bringen wollen, hinter Hindenburg Zuflucht suche. Hitler sprach sich voll Zuversicht über d i e na- t i o n a l so z i a l i st i s ch e n Aussichten in Preußen aus und bezeichnete die Anjchuldiguii gen der preußischen und der bayerischen Regierung, die der SA. Putschabsichten im Falle seiner Wahl vorgeworfen haben, als lächerlich. Wer hätte je da- von gehört, so erklärte Hitler, daß ein neuerwählter Präsident durch einen Staatsstreich gerade den Staat über den Haufen werfen wolle, in dem er die höchste und verantwortlichste Stelle erhalten habe? Hitler bezeichnete die Bemühungen zur Bildung einer Vereinigten deutschnationale,n ■ na« tionalsozialistischen Front a l s ii b e r = flüssig, da er sagen könne, daß die Nationalsozialisten jetzt annähernd die gesamte natio aale Opposition darstellten. Wenn es wirklich wahr sei, daß eine Million X o m m u n i st e n für ihn g e ft i m m t halle, so könne er sich dies als einen Erfolg anrechnen, denn er wolle die kommunistische Partei vernich - t e n und wenn dies durch Auflockerung und Aufsaugung geschehen könne, so werde das die ideale L ö s u n g für die Herbeiführung der nationalen Einheit bedeuten. Randnoten. Die preußische Koalition hot es also tatsächlich geschafft. Sie hat ihre Mitglieder bis auf den letzten Mann auf die Deine gebracht - . alle Hochachtung vor dieser Disziplin! — und gegen die Obstruktion aller anderen Parteien die Aenderung der Geschäftsordnung d u r ch g e s e tz t. Die Geschäftsordnung des Landtages ist künftig dahin geändert, daß ein Minister- 1 Präsident nur gewählt werden kann, wenn er die absolute Mehrheit aller Stimmen auf sich vereinigt. Theoretisch besteht freilich durchaus die Möglichkeit, im kommenden Landtag diesen Satz wieder zu streiche n. Das wäre eine i Selbstverständlichkeit, wcnn^die Parteien der Rech- tcn allein eine Mehrheit haben, dann wäre aber die Aenderung nicht nötig: cs wäre eine Leich- . tigkeit, wenn die Kommunisten dann mit der Rechten stimmen würden. Aber es ist sehr zweifelhaft, ob sie sich dazu entschließen werden, weil sie genau wissen, daß sie dann zwar ihren Haß gegen das Kabinett Draun°Sevcring kühlen können, aber damit nur einer sehr viel weiter rechts stehenden Regierung in den Sattel verhelfen. Vorläufig spricht jedenfalls die Wahrscheinlichkeit dafür, daß die Weimarer Koalition durch diese Schiebung im neuen Landtag der Regierung Draun die Lebensfähigkeit wenigstens als geschäftsführendes Ministerium verlängert hat. Schiebung: Man kann cs wirklich nicht anders bezeichnen. Es läßt sich durchaus darüber reden, ob nicht an sich eine absolute Mehrheit für die Wahl eines Ministerpräsidenten notwendig ist. In Preußen aber liegen die Dinge doch jo, daß auf Antrag der Regierungsparteien vor einigen Jahren die Aenderung zugun st en der relativen Mehrheit vorgenommen wurde, weil sie d a m a l s für f i e g ü n ft i ■ ger war. Hätten die Regierungsparteien vor einem Jahre umgelernt, dann würde auch damals vermutlich niemand ernsthaft gegen die Aeuord- nung Einspruch erhoben haben. Daß sie aber jetzt, wo der Landtag auseinandergegangen ist, dem kommenden Parlament die Hände binden wollen, nur um ihr politisches Geschäft nicht zu gefährden, geht über die Grenzen des Zulässigen weit hinaus. Degreiflich genug, wenn keine von den Regierungsparteien den Mut aufgebracht hat, das Vorgehen zu entschuldigen. Das Ganze war von vornherein eine Machtfrage, und die Macht hat zunächst zugunsten der Weimarer Koalition entschieden. Ob sie freilich viel Freude daran haben wird? Dieser letzte Handstreich ist eine so sinnlose 'ileberfteigerung brutaler Parteipolitik, daß er mehr als tausend Reden aufklärend auf die preußischen Wähler wirken wird, und der Opposition einen starken Stimmenzuwachs verschaffen muß. x . ------... Berlin, 12. April. (VDZ.) Auf Wunsch des sähigkeit ist es, daß das Haus nur schwach 'Reichswirtichaftsministcriums hat der vorläufige Der schwedische Zündholz könig hat vor drei Wochen, als er freiwillig seinem Leben ein Ende machte, in ocr ganzen Welt svmpathi» lchcs Mitgefühl gefunden. Man sah in seinem Tode eine Tragik, die nicht durch persönliche Schuld bedingt war, sondern durch die Verhältnisse. die sich stärker als seine wirtschaftlichen Kalkulationen gezeigt hatten. Und jeder war fest davon überzeugt, daß er nur deshalb den Schlußstrich gezogen hätte, weil er die Grenzen seiner Begabung fühlte, denn die Konjunktur für Io phantastische Konstruktionen, wie er sie in seinem Zündholztrust und — in etwas wahlloser Der- bindung damit — mit allen möglichen anderen Industrien aufgebaut hatte, war vorbei. Es blieb gar nichts anderes übrig, als den Ä on i c r in zu liquidieren, in seine einzelnen Delland- teile zu zerlegen, um so die an sich 9cfunben Unternehmungen zu ^halten. 3n öiefem Cicotc i sah der Freitod Kreuzers aus wie der Selbst- V Der allgemeine 'Ausschuß der Abrüstungs- konferenz hat am Montag feine Arbeiten wieder ausgenommen. Die Begrüßungsrede des Vorsitzenden Henderson war verständlicherweise auf einen recht elegischen Ton gestimmt. Er konnte ja nicht umhin festzustellen, daß der Ausschuß sich bisher um alle wichtigen Entscheidungen herumgedrückt hat und eigentlich nicht weiter gekommen ist, als die einzelnen Probleme aufzustellen. Das ist positiv nichts, negativ aber ein Erfolg bet französischen Sabotage arbeit. Begreiflich genug, daß Herr Tardieu sich diese Zwischenbilanz mit großer Befriedigung anhörte. Aber er wurde dann rasch aus seiner Ruhe geschreckt, als plötzlich der Amerikaner G i d s o n , ohne die Ankunst seines Außenministers Stimson abzuwarten, von sich aus mit dem Anträge hervortrat, nun doch endlich einmal praktische Arbeit zu machen und zu dem Zweck vorschlug, die t e ch n i - schen Angriffswaffen also in erster Linie Tanks, schwere Artillerie und Gas a b z u j ch a f- sen und zu verbieten. Er ging dabei davon aus, daß es in erster Linie daraus anfommen müsse, das Sicherheitsgefühl der Völker zu stärken: hinter ihren Befestigungsmauern aber fühlten die Völker sich sicher, und wenn man nun die Waffen abschafft, die in erster Linie auf die Zerstörung solcher Werke berechnet sind, dann muß die logische Folge sein, daß die 'Jlcroofität vor einem feindlichen Ueberfall verschwindet. Vom deutschen Standpunkt laßt sich gegen die amerikanische Anregung mancherlei sagen, vor allem, weil bei uns d i e Voraussetzung fehlt, da uns die Anlage von Besestigungswerten v e r- boten ist. Immerhin, wir erkennen an, daß hier die Möglichkeit eines Fortschritts liegt, und wenn man sich immer an dem Problem als Ganzem die Zähne ausbeißt, wird man nie einen Schritt weiter kommen. Irgendwo muß enimal der Anfang Qcmadjt werden. Und dazu gibt der amerikanische Vorstoß Gelegenheit. Begreiflich genug, daß Tardieu aus seiner Ruhe kam und den Antrag abzudrotzeln versuchte. Es ist ihm auch zunächst gelungen, die Ueberrocifung on das Bureau zu erzwingen, aber Frankreich wird sich nicht im Unklaren darüber sein tonnen, daß Amerika stark genug ist, um derartige Geichasts- vrdnungsmanöver zu durchkreuzen, zumal da eigentlich alle Staaten den amerikanischen Gedanken dank bar ausgriffen. Er wird also in spätestens vierzehn Tagen von neuem auf der Tagesordnung stehen, und Frankreich wird dann Mühe genug haben, mit ihm fertig zu werden. Vor allem ist es das erste Mal, daß Tardieu in die D e f e n fi ve g e - drängt wurde, es ist das erste Mal, daß die Amerikaner aus ihrer Zurückhaltung hervorgetreten sind. Das eröffnet immerhin die Hoffnung auf Möglich feiten, die bisher keinen realen Untergrund hatten und läßt es sogar nicht als ganz ausgeschlossener- Abg. Stendel (DVP) beantragt, den Antrag der Regierungsparteien auf Aenderung der Geschäftsordnung von der Tagesordnung ab- z u j e tz e n , da der alte Landtag nicht dem neuen Parlament d i e Geschäftsord n u n g oorschreiben könne. (Lebhafte Zurufe bei den Regierungsparteien.) — Der Antrag Sten del wird gegen Kommunisten und Rechtsparteien a b g e I e f) n t. Abg. v. Winterfeldt (DN.) bezeichnet den Antrag der Regierungsparteien als eine starke Herausforderung. Am 24. April werde sich entscheiden, daß die Regierungsparteien keine Mehrheit mehr haben. Eine Umgebung des Willens des preußischen Volkes und der Versuch, sich selbst an der Macht zu erhalten, sei eine unerhörte Schiebung. (DeifaU rechts.) Auch die Abg. Stendel (DVP.), Schwenk (Komm.), Heft ermann (Wp.) und Vollmers (Landvolk) lehnen den Antrag mit aller Entschiedenheit ab. Abg. Ruschke (StP.) wendet sich dagegen, daß es sich bei dem Antrag um eine Schiebung und ein Schwindelmanöver handele Es handele sich darum, die Geschäftsordnung mit derpreußi- schen Verfassung in Einklang zu bringen. (.Das merken Sie erst nach 13 Jahren?") Allerdings hätte man die -Aenderung schon früher machen können. (Zuruf rechts: „Haben Sie denn bis jetzt ohne Verfassung gearbeitet?“) Abg. Lindner (Ehr.-Soz. Dd.) weist auf die Opposition des Dolksdienstes gegen das Kabinett Draun hin, die in der nicht genügenden Wahrnehmung der evangelischen Delange durch die Regierung begründet sei. Auch der Dolksdienst werde die jetzigen Pläne der Regierungsparteien auf Erhaltung des Kabinetts durchkreuzen. Die enischeidendeAbftimmung Wie lautet die abgeänderte Geschäftsordnung? Das Haus schreitet unter großer Spannung zur namentlichen 2t b ft immun g. Die Oppositionsparteien, auch die Kommunisten, beteiligen sichnichtan der Abstimmung, bleiben aber im Saal. Ls werden im ganzen 232 Karten abgegeben, davon 228 mit Ja, 3 mit Jlein; ein Abgeordneter enthielt sich. Das Haus ist also beschlußfähig, der Antrag der Regierungsparteien angenommen. Damit ist diejenige Bestimmung g e st r i ch e n , nach der, wenn sich bei der Wahl des Ministerpräsidenten eine absolute Mehrheit nicht ergibt, eine Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten mit den höchsten Stimmenzahlen zulässig ist und dann derjenige als gewählt gilt, der die meisten Stimmen in einfacher Mehrheit auf sich vereinigt. Der § 2 der Geschäftsordnung laufet nun nur noch. „Der Landtag wählt mit verdeckten Stimmzetteln den Ministerpräsidenten. Gewählt ist, wer mehr als die Hälfte der abgegebenen gültigen Stimmen erhält." Menn der neue Landtag diese Geschäftsordnungsänderung nicht wieder rückgängig macht und d i e Rechtsparteien, wie die Regierungsparteien hoffen, im neuen Landtag nicht die absolute Oie Vulkanausbrüche in Südamerika. Weite Strecken Chiles und Argentiniens von Aschenregen und vulkanischen Gasen betroffen. /UAU-' IGUAY ;para< «GUAY'1 — fc Der Vulkan Misti bei Arequipa, der als erloschen galt, jetzt aber ebenfalls wieder ausgebrochen ist. (Aus Wilh. Müller „Das schöne Südamerikas Verlag Strecker 8- Schröder, Stuttgart.) Der Vulkanausbruch erfolgte in den mittleren Cor- dilleren, die die Grenze zwischen Chile und Argentinien bilden. Die Spuren des Aschenregens wurden bis Montevideo, 1300 Kilometer vom Zentrum der Katastrophe entfernt, beobachtet. Santiago (Chile), 12. April. (241.) Das Gebiet der Erdbeben und Vulkanausbrüche erstreckt sich über eine Strecke von über ZOO Kilometer. Es reicht von Santiago bis südlich von Concepcion. Ein Vulkan nach dem anderen, die fast alle für erloschen galten, hat seine Tätigkeit wieder ausgenommen. Unaufhörlich wird der Boden von starken Erdstößen erschüttert. Die gan^e Gegend ist mit A s ch e n w o l k e n bedeckt. Selbst in Montevideo, das etwa 1300 Kilometer von dem nächsten Vulkan entfernt ist, ist dichter Aschenregen gefallen. Diele Leute haben Schirme aufgespannt, andere haben sich Tücher vor Mund und Aase gebunden, um sich vor dem Einatmen der Asche zu schützen. Die Fernsprech- und Telegraphenleitungen nach dem Vulkangebiet sind größtenteils unterbrochen. Die chilenische Regierung hat ein F l u g z e u g g e s ch w a - der nach dem Gefahrengebiet entsandt, das Beobachtungen anstellen soll. Diele Städte mußten am Tage wegen der Dunkelheit infolge des Aschenregens Licht brennen. Der Aschenregen hat stellenweise auch große Verkehrsstörungen zur Folge gehabt. So können sich Kraftwagen und Eisenbahnzüge nur mühsam durch die am Boden liegende Asche hindurcharbeiten. Am meisten leiden Stadt und Bezirk von Ma- largue in der Provinz Mendoza. Die Erde hat sich dort auf weite Strecken hin gespalten. Die Crdrisse ziehen sich auch unter der Stadt hindurch, so daß ernste Gefahr für die Häuser besteht. Die südlichen Vorstädte von Santiago sind von dem Aschenregen vollkommen eingehüllt. Sämtliche Züge, die nach dem Süden fahren, sind mit Flüchtlingen überfüllt. — 3m Gebiet von Talca verspürte man während der Aacht drei weitere Erdstöße. Große Flammen schlagen aus den Kratern Les Descabezado Grande und des Descabezado Chico hervor. Die Einwohner von Molina, Curico und San Fernando verlassen ihre Heimstätten. Der argen» tinische Astronom Hartmann vom La Plata-Observatorium versichert, daß die Aschewolken innerhalb von 48 Stunden Europa erreichen könnten. Der L a v a st r o m hat die etwa 100 Kilometer von dem Ausbruchsgebiet entfernt gelegene Stadt San Raffael erreicht. Das im Mittelpunkt der Stadt gelegene Hotel „El Comercio" ging in Flammen auf. Die Anden-Dörfer sind von der Umwelt abgeschnitten. Dorthin gesandte reitende Boten melden, daß Hunderte von Personen ernste Vergiftungen davongetragen haben und dem Erstickungstode nahe sind. Starke Gaswolken verhindern die Rettungsarbeiten. Die Hilfsabteilungcn können nur schwer Vordringen. Der Vulkansiaub verdunkelt die Sonne, der Horizont ist in der Nähe der Ausbruchsherde blutig- rot gefärbt. Die Seismologen sagen einstimmig ein Erdbeben in Argentinien voraus. Tie Vulkanausbrüche haben plötzlich nachgelassen. Die Seismologen befürchten aber gerade infolge dieser plötzlichen Beruhigung ein noch stärkeres Einsehen der Vulkantätigkeit. Der Stadtverkehr in Buenos Aires liegt völlig darnieder. Das ganze Land hat infolge des Aschenregens ein winterliches Aussehen angenommen. Die Aerzte befürchten den Ausbruch von Epidemien unter den Flüchtlingen. Durch starke Schwefeldämpfe und dichten Rauch wurden die nach dem Erdbebengebiet entsandten Beobachtungsflugzeuge zum Rückflug gezwungen. Europa vermutiich nicht betroffen. „Leuchtende Nachttvotken " Berlin, 12. April. (TU.) Es erhebt sich die Frage, ob es möglich ist, daß der Aschenregen bei günstigen Luftströmungen bis nach Europa g e l a n g en kann. Fest steht, daß die außergewöhn- lich feine vulkanische Asche bei großen Bulkanaus- brüchen Tausende von Kilometern zurück- lcgen kann, sobald sie höhere Luftschichten erreicht hat. Das konnte z. B. bei dem gewaltigen Ausbruch des Krakatau im Jahre 1883 sowie bei dem Ausbruch des Vesuvs im Jahre 1906 beobachtet werden. Diele Monate nach dem Ausbruch des Krakataus wurden in Europa in klaren Nächten in großer Höhe leuchtende Wolken beobachtet. Es handelte sich dabei um Aschenwolken, die noch von der Sonne beleuchtet wurden, wenn die Erde schon längst in nächtlicher Dunkelheit lag. Beobachtungen, daß vulkanische Asche nach einer Wanderung von mehreren tausend Kilometern noch als reyelrechter Aschenregen Europa erreichte, sind bisher nicht gemacht worden. Bleibt die vulkanische Asche in Luftschichten, in denen eine Wolkenbildung möglich ist, so werden die Ascheteil- chen schnell von Wassertropfen umgeben und infolge ihrer Schwere auf die Erde fal- l e n. Unter diesen Umständen ist nicht damit zu rechnen, daß Europa diesmal nach dem Ausbruch der südamerikanischen Vulkane von einem Aschen- reaen heimgesucht wird. Dagegen ist es nicht ausgeschlossen, daß sich in der nächsten Zeit wieder „leuchtende Nachtwolken" über Europa zeigen. Glückwünsche zur Wiederwahl des Reichspräsidenten. Berlin, 12. April. (WTB. Amtlich.) Dem Herrn Reichspräsidenten sind aus Anlaß seiner Wiederwahl Glückwünsche von einer großen Anzahl von Staatsoberhäuptern, von den Staats- und Ministerpräsidenten deutscher Länder, von Provinzen Städten, von den Spitzenorganisationen und Verbänden sowie viele Tausende privater Kundgebungen zugegangen. Des onders zahlreich sind die Glückwünsche und Treuegelöbnisse, die dem Herrn Reichspräsidenten aus Kreisen der Ausländsdeutschen zugegangen sind. Der Herr Reichspräsident empfing heute die Vertreter des Arbeitsausschusses der Vereinigten Hindenburg - Ausschüsse, Landrat G e r e k e, Graf Westarp und Generalmajor a. D. v. Winterfeld sowie Staatssekretär z. D. Kempner, und sprach ihnen seinen Dank für die bei der Durchführung der Wahl des Reichspräsidenten für ihn geleistete große Mühewaltung aus. — Ferner empfing der Herr Reichspräsident Oberbürgermeister Dr. S a h m und sprach auch ihm feinen Dank für die bei Vorbereitung der Kandidatur und der Wahl Hindenburgs geleisteten Dienste aus. Oer Frontkämpfer AdolfHiiler Aus unserer Leserschaft geht uns heute noch die folgende Zuschrift zu, mit deren Veröffentlichung wir die Debatte schließen. Die Erwiderung vom 8. 4 auf die Zuschrift vom 6. 4. „Der Frontkämpfer Adolf Hitler" bedarf der Gerechtigkeit halber folgende Berichtigung: Wessen Soldatenehre ist in der letzten Zeit aus durchsichtigen Gründen in der unwahrsten und schamlosesten Art und Weise angegriffen worden, die Soldatenchre des ehrwürdigen Feldmarschalls oder die des einfachen Gefreiten des Weltkrieges Adolf Hitlers? Wenn der Verfasser der Erwiderung sich diese beiden Fragen vorgelegt hätte, so mußte er zu der 4leberzeu- gung kommen, daß die Zuschrift von einem Frontkameraden Adolf Hitlers und das Eintreten für ihn zur Wahl für jeden^gerecht fühlenden Menschen verständlich war. Es ist eine Selbstver- ständlichkeit, daß jeder ehrliche deutsche Soldat und deutsche Mensch die Verpflichtung hat, die angegriffene Ehre eines braven Soldaten zu retten. Von dieser Einstellung muß auch in erster Linie die Zuschrift des Frontkameraden Adolf Hitler gewertet werden. Wenn der Verfasser dabei ein kurzes Bild von der Westfront entrollt und dem Leser dabei im Geiste an die Tatsachen der großen Geschehnisse erinnert, so dürfte dieses für manchen eine Mahnung sein, auch der Taten eines einfachen Soldaten besser zu gedenken und zu würdigen, als wie dieses manchmal heute geschieht. Da die Soldatenehre des Herrn Reichspräsidenten m. W. nach von niemanden angegriffen worden ist, wohl aber die Soldatenehre von Adolf Hitler, so ist m. E. der von dem Er- widerer gezogene Vergleich zwischen Hindenburg und Hitler völlig verfehlt und überflüssig, besonders auch deshalb, da der Frontsoldat mit keiner Silbe Hindenburg berührt hat. Da der Erwiderer diesen Vergleich nun einmal gezogen hat und meint, Hitler hätte bis heute noch nichts Positives -geleistet, so kann darauf nur erwidert werden, daß heute weite Kreise des deutschen Volkes, auch solche, die nicht in der nationalsozialistischen Bewegung stehen, ganz anderer Meinung sind. Die Zukunft wird auch einst Adolf Hitler die Bedeutung beimessen, die sich Hitler im Kampf um die Gestaltung des deutschen Volkes und der Ration verdient hat. Die englisch-irische Spannung. London, 11. April. (WTB.) Der Staatssekretär für die Dominions, Thomas, erklärte im Unterhaus, die britische Regierung habe in ihrer abschließenden Antwortnote der irischen Regierung mitgeteilt, daß sie von der Note de Valeras nur mit tiefstem Bedauern Kenntnis ge- n o m m e n habe. Die Darlegungen der erwähnten Note de Valeras zeigten deutlich, daß die Fragen des T r e u e i d s und der Annuitäten nur einen Teilausschnitt aus einem viel ausgedehnteren Fragenkomplex darstellten. Es gehe um nichts mehr und nichts weniger als um die völlige A b - le h n u n g der im Jahre 1921 getroffenen Regelung der englisch-irischen Beziehungen. Die britische Regierung könnte sich die Errichtung eines gesamtirischen Staates (einschließlich Nordirland) nur dann denken, wenn sie auf der Grundlage dauernder unveränderlicher Anhänglich- keit Irlands an die britische Krone und damit seiner Zugehörigkeit zum Commonwealth of british nations erfolgt. 20 Männer schreiben unsere Weltkriegsgeschichte. 3m Archiv des Deutschen Reiches. Von Hans Vertun. Die alte Militärschule in Potsdam, ein romantisches Gebäude, auf einem steil ansteigenden Berg gelegen, und mit. ragenden Türmen und Zinnen versehen, ist zu neuem Leben erwacht: Das Archiv des Deutschen Reiches hat hier sein end- gültiyes Heim gefunden und seine Schätze von unermeßlicher historischer Bedeutung in diesem Hause zusammengetragen. Eine besondere, vom eigentlichen Reichsarchiv streng getrennte Abteilung dieser „Archivburg" ist die Geschichtswerkstatt des Deutschen Reiches, in der seit Jahren in ununterbrochener Arbeit als ein Beitrag zur Zeitgeschichte die Geschichte des Weltkriegs 1914 — 1918, so wie ihn Deutschland erlebte, geschrieben wird. Das Deutsche Reich schreibt eine Geschichte des größten Krieges, den es je erlebt hat ... im Reichsarchiv zu Potsdam sitzen, in Ruhe und Abgeschiedenheit von dem lärmenden Gang der Ereignisse, zwanzig wissenschaftliche Arbeiter, in tiefste Arbeit versunken. In den Zimmern um sie herum häuft sich das Material bis zur Decke: ein Laie der hierher kommt, glaubt, niemand könne sich durch diesen Wust von Briefen und Schriften hindurcharbeiten. Diese 20 Männer aber sind erste deutsche Gelehrte, die sich zum großen Teil ihr Leben lang mit Arbeiten der Geschichtsforschung beschäftigt haben, und die auch in dieser Papierflut ein System und eine Ordnung finden. Die Reichsregierung hat ihnen eine Lebensarbeit übertragen: rein und klar soll für künftige Zeiten, für die Enkelkinder, das Bild des grandiosen Kampfes entstehen den Deutschland zwischen. 1914 und 1918 durchgefochten hat. Präsident oonHoeften.der Leiter des Reichsarchivs, ist auch der Führer dieser Gelehrtenschar. Die Zahl der Sacharbeiter übersteigt bei weitem die Zahl der hier im Reichsarchiv tätigen Persönlichkeiten. Denn das Werk über den Weltkrieg soll kein betrachtendes Resums, sondern die größte Materialsammlung sein, die zu allen Zeiten über ein geschichtliches Ereignis zusammengetragen worden ist. Daher ziehen sich die Fäden vom Reichsarchiv in die ganze Welt. Briefe, Tagebücher, schriftliche Auskünfte von Mitkämpfern werden Tag für Tag berangeholt, eine unwahrscheinlich große Zahl von Auskünften muß mündlich gegeben werden. So wird ein gewaltiges, einzigartiges Mosaik der Geschichte gebildet, eine schöpferische Leistung der Geschichtsforschung entsteht, die durch ihre Objektivität des Materials in der ganzen Welt einzigartig ist. Nur ungern lassen sich die Gelehrten bei der Arbeit stören. Und noch mißtrauischer werden sie, wenn der Berichterstatter bittet, den Schleier von jenen historischen Schätzen zu heben, die den Grundstock des entstehenden Geschichtswerks Über den Weltkrieg bilden. Es sind jene großen Dokumente, die sich durch die Schicksalsjahre 1914 bis 1918 ziehen, es sind Notizzettel oder Aktenbogen von hoher und höchster Hand mit eiligen Schriftzügen bedeckt ... Dunkle Vorhänge werden von den Regalen roeg.- gezoaen/ die das Tageslicht absperren. Dann taucht ein Haufen Papier auf ... Auf einem gelben Aktenzettel steht zu lesen: „Ich bestimme hiermit: Das deutsche Heer und die kaiserliche Marine sind nach Maßgaben des Mobilmachungsplans für das deutsche Heer und die kaiserliche Marine kriegsfertig aunu- stellen. Der 2. August 1914 wird als erster Movil- machungstag festgesetzt. Wilhelm." — Es folgt ein anderer Aktenbogen, von einer Schreibmaschine mit winzigkleinen Typen beschrieben. Die englische Kriegserklärung. Der letzte Satz: „If necessary, by force of arms“ (wenn notwendig mit Waffengewalt). Keine Unterschrift. Der Kaiser schreibt an Mvltke: „Lieber Julius" . >. Das Bleistiftgekritzel ist mit Zellon-Lack überzogen. Längst schon wäre es durch die Zeit verwischt, der feine, durchsichtige Lack, mit dem hier alle historischen Bleistiftnotizen einbalsamiert werden, hat es für die Ewigkeit auf« bewahrt. Eines der Dokumente folgt dem andern. Da schreibt aus Luxemburg Oberst H e n t s ch jenen verhängnisvollen Brief nach Berlin, in dem er die von ihm angeordnete Unterbrechung des siegreichen Vormarsches im Westen und den Rückzug ankündigt. Auf ein abgerissenes Stück Papier sind ein paar nüchterne Sätze gekritzelt, — ein Dokument, das wie ein unfaßliches Verhängnis scheint. Man blättert viele Stunden lang. Da liegt ein Glückwunschschreiben B e t h m a n n - H o l l w e g s an den Vizeadmiral Scheer. Es trägt das Datum des 2. Juni 1916. Die Skagerrak-Schlacht ist gewonnen! — Ein Briefbogen, mit kleinen hastigen Schriftzügen bedeckt. 2. September 1916. „S. M. be- fehlen: Der Angriff auf Verdun ist einzustellen. Durch Fernsprecher weitergeben." — Der 8. Januar 1917. „E. E. beehre ich mich unter Bezugnahme auf mein Telegramm mitzuteilen daß nach der militärischen Lage der verschärfte O-Bvot-Krieg am 1. Februar einsetzen kann und daher auch einsetzen muß." Hindenburgs 70. Geburtstag! Er schreibt selbst in großen markigen Schriftzügen eine Kundgebung an das deutsche Volk: „Die Muskeln gestrafft, die Nerven gespannt, die Augen geradeaus. Ein Deutschland hoch in Ehren frei und groß, Gott mit uns!" Die letzten beiden Wörter sind durchstrichen und an ihre Stelle gesetzt: „wird auch weiter mit uns fein" ... Da liegen verschmiert, durchstrichen, mit Tinten- klecksen bedeckt, die geheimsten Akten des Großen Hauptquartiers: die Pläne zur Vorbereitung der entscheidenden Westoffensive, datiert vom Oktober 1917. Major Wetzell, der Chef in bek Operationsabteilung, hat sie ausgearbeitet. Erst gegen England, bann gegen Frankreich! Am Rande wird Ludendorffs Schrift sichtbar: „Gut, alles kommt auf die richtige Initiative an". Der 10. Dezember 1917. Ein brauner Aktenbogen, auf dem in Brest-Litowsk ein gewisser W. Uljanow, genannt Lenin, seine Vollmacht zu Friedensverhandlungen übergibt. — Immer näher kommt das bittere Ende. Der Kaiser berichtet an die Kaiserin über den Mißerfolg der Offensive beiderseits Reims. Man spürt die ungeheure Erregung. Protokoll einer Besprechung im Großen Hauptquartier vom 14. August 1918. Zum erstenmal soll eine ungeschminkte Bilanz des Krieges gegeben werden. „Wir glauben, daß es gelingen werde, auf französischem Boden *u bleiben." Ludendorff hat das „glauben" ausgestrichen und statt dessen „hoffen" geschrieben. Die letzten Blätter kommen ... 24. Oktober 1918. Eingabe Danzigs an das Reichsamt des Innern. „... daß Danzig nimmermehr diesen Polen angehören darf. Es ist durch deutsche Kulturkraft entstanden und gewachsen, Danzig ist kerndeutsch. Wir nehmen für uns das Selbstbestimmungsrecht der Völker. Wir wollen deutsch bleiben immerdar." Und bann ber Appell beim Abschluß bes Wafsen- ftillftanbes: „Aufrecht und stolz gehen wir aus bem Kampf, ben wir gegen eine Welt von Feinben geführt haben. Aus bem Bewußtsein, ßanb unb Ehre bis zum Acußersten verteibigt zu haben, schöpfen wir neue Kraft zum Wieberaufbau bes Reiches." Sorgfältig werden die Dokumente wieder in den bunklen Regalen verschlossen. Der Verwalter bieser Grunblagen der fommenben Weltkriegsgeschichte erzählt noch, baß biese Dokumente ergänzt werben burch die Schätze des Kriegsarchivs in Wien, der „Comity of Imperial Defence, Historical Section“ in London und „The Army War College of USA., Historical Section". So wird aus der ganzen Welt der Unterbau zum größten Denkmal unserer Zeitgeschichte zusammen- getragen. Dom Ferkel zum Porzellan. Die erste Kunde vom chinesischen Porzellan kam zu Anfang dcs 14. Jahrhunderts durch den Welt- reisenden Marco Polo nach Europa, und dieses Wort dürfte wohl zum erstenmal in der deutschen Sprache in der 1477 erschienenen deutschen Ausgabe seiner Reisen auftreten, wo es heißt: „3ft ein stak, genat Tinghui, do macht ma schüsseln von porcielane, die groß guts werd sehn." Wie ist nun diese köstliche Tonwave, deren Herstellung noch so lange das Privileg der Söhne des Himmels blieb, zu ihrem Ramen gekommen? Darüber erfahren wir näheres in dem soeben im Propyläen-Verlag zu Berlin erschienenen Werk „Das Porzellan der europäischen Manufakturen im 18. Jahrhundert". Die Chinesen selbst hatten früher die Bezeichnung »Bao", jetzt nennen sie das Porzellan „T'se". Der in Europa eingebürgerte Rame leitet sich von dem lateinischen „porcella“ — Ferkelchen her. Wie ist nun das Ferkel zu der Ehre gekommen, der Taufpate dieser edlen Keramik zu werden? Eine schön gefärbte und gezeichnete Schneckengattung erhielt den Ramen Porzellan-Schnecke, und diese Bezeichnung erklärt sich ohne weiteres aus der Heberein- stimmung der äußeren Erscheinung der Muscheln mit einem wohlgerundeten kleinen Schweinchen. Diese Seemuschel wiederum, die zu Marco Polos Zeiten noch in manchen Gegenden Chinas als Geld benutzt wurde, erinnert durch ihren emailartigen Glanz an die chinesische Tonware, die den Europäern damals noch unbekannt war, und so übertrug man den Ramen der Schnecke auf die keramischen Produkte und kam so mit diesem Zwischenglied vom Ferkel zum Porzellan. Die Portugiesen haben diese Taufe nicht vollzogen, wie man öfters behauptet hat, sondern der Rame Porzellan war, wie die erste deutsche Währung zeigt, schon viel früher üblich, zu einer Zeit, als nur wenige Stücke als Geschenke orientalischer Herrscher nach dem Abendland gelangten und die Portugiesen noch nicht durch die Entdeckung des Seeweges nach Ostindien zu den ersten Groß-3mporteuren des chinesischen Porzellans geworden waren. Hochschulnachrichten. Der ao. Professor Dr. Hermann Heller von der juristischen Fakultät der Universität Berlin erhielt einen Ruf auf ben Lehrstuhl für öffentliches Recht an bie Universität Frankfurt a. M. Der ordentliche Professor Dr. G. B e s s a u von der Universität Leipzig hat einen Ruf auf ben Lehrstuhl ber Kinberheilkunbe an ber Universität Ber- l i n angenommen. O Professor Dr. Erich Haenisch von der Unioer- sität L e i p z i g hat den an ihn ergangenen Ruf auf ben Lehrstuhl ber Sinologie an ber Universität Berlin als Nachfolger von Professor Otto Franke angenommen. Der Ordinarius für Musikwissenschaft unb Direktor bes Musikwissenschaftlichen Instituts unb bes Jnstru- mentenmufeums an ber Universität Leipzig Dr. Theobor Kroyer hat einen Ruf an die Universität Köln angenommen, Professor Dr. Erich Hans Koben in Gens hat den Ruf auf ben Lehrstuhl für bürgerliches Recht an ber Universität Münster abgelehnt. Sie v Senf. 12. 21 Litwinow be! Ärüstungskonfer gülion für eine s zivportlvno totin bestehe, o Kitte Rüstung soll, l'e größer t Schrechend der Wägen soll 200 000 ORan bett werden, Mann keinerlei bie Herabsehunc starken sich zwi soll. Der gleiä deren Zahlen, n • gen angewandt scheu Dorfd Vorschläge über Art von Rüstu PEerne zu w Äach Litwin Rede, um dir \ punkt der De nmeritani überlegt i tun. Durch und Bedenken führen, daß es den Begriff de (Wiegen. Die ! ober der für fi unwirksam. De schiss, für dc fleben habe, Taschen-Fl leicht durch lan Staat besitze, er Wge griffen kriegskonferenze nianisierung de fierung des Fri KI Kein, , ®cnf, 12. .undsrat tr sch des französ- dieu und unte L^uloto, de Simon, ?r _Q n ö t und ,^.?oulonder r seien, i l'Uchtunge ferner die *nÄU*' &.«• S Schwing lntÄ,lr BL ÄS' ’S crörl«rlc, DtvcrorVw rnd ßrfpdrnil MJJ, hrt im ' Eh? Visser ä» 5; W- ! W^im9 JJ? 1879 erreicht MS .1.1*» ffJEA 1927 falle fern Oahre lastung bi Der nationalsozialistische Antrag aus Stundung Dor20-Lahrew mit und ohne Mundstück WALDORF-ASTORIA CMB-H als noch gute Zeiten waren,brauchte» man für eine Qualitäts-Zigarette nur 3-4Psi anjulegen.tlnö beute ?-9lacbbem Oberst neuerdings ihren -Preis vorw 5Psi auf Z^zPsi gesenkt bat, gibt eS wieder eine Zigarette,von 6er man sagen öarf: Friedenspreis omä) cFriedensqualität Wmw X®.) Ser Staatssekretär ins, erklärte im Unter. 9 habe m ihrer abfchlie- der irischen Regierung Note de Baleras nur *m Kenntnis ge- jungen der erwähnten ' utlid), bafi bie fragen nuitütennur einen iel ausgedehnte, ten. Cs gehe um nichts > um die völlige Ab- >21 getroffenen Regelung ungen. Die britische Re- Die Iorstverwaliiing bei den Liaisberalnngen im hessischen Finanzausschuß. der Pachten für ein Jahr bringe einen Ausfall von 1,5 Millionen. Don nationalsozialistischer Seite wurde eine große Reihe von Anfragen gestellt, die teilweise auf dem GutachtendesReichs- sparkommissars beruhten. 1L a. erkundigte man sich, ob die kommunalen Forstwarte nicht billiger gewesen seien, warum die Försterschulen nicht aufgehoben worden seien, wie es mit dem staatlichen Splitterbesitz stehe, der veräußert werden soll, nach der durchschnittlichen Gröhe der Fvrstämter, ob Arbeiten von der Zentrale an die Aemter abgegeben worden seien, wieviel Hektar Land die Regiejagd ausmacht und ob die Förster auch an Sonntagen Dienst täten. Grundsätzlich wurde von dem nationalsozialistischen Vertreter anerkannt, dah der Fvrstetat sparsam ausgestellt sei. Don kommunistischer Seite lagen zahlreiche Anträge vor. 11. a. soll unter Umstürzen die gesamte kommunale Forstvcrwaltung. mit Ausnahme des privaten Waldbesitzcs, vom Staat übernommen werden. Der Betrag für Holzanbau soll von 300 000 Mark auf 500 000 Mark und der Betrag für Wegebau von 116 000 auf 300 000 Mark erhöht werden. Don sozialdemokratischer Serie wurde der Landvolkantrag abgelehnt. Anerkennung verdiene, dah die Oberförster die Holz- verwertung mehr vom kaufmännischen Standpunkt aus vornähmen. Den nationalsozialistischen Antrag auf Pachtstundung müsse man ablehnen, da sonst die Kassenlage des Staates gefährdet werde. Man möge es daher bei der bisherigen Einzel st undung belassen. Amerikas Vorstoß auf der Abrüstungskonferenz Tardieu in die Abwehr gedrängt. Genf, 12. April. (WTB.) Volkskommissar Litwinow begründete im Hauptausschuh der Abrüstungskonferenz den Vorschlag seiner. Delegation für eine sogenannte progressive und proportionale Abrüstung, deren Wesen darin bestehe, dah der Prozentsatz der quantitativen Rüstungsbeschränkung um so höher sein soll, je größer die Rüstungen des Staates sind. Entsprechend den seinerzeit eingereichten russischen Dorschlägen sollen Armeen von mehr als 200 00 0 Mann um 50 Prozent vermin- de r t werden, während Armeen unter 30 000 Mann keinerlei Verminderung unterliegen und die Herabsetzung der dazwischenliegenden Heeres- stärken sich zwischen 0 und 50 Prozent bewegen soll. Der gleiche Grundsatz, wenn auch mit anderen Zahlen, müsse auf die See- und Luftrüstun- gcn angewandt werden. Zu dem amerikanischen Vorschlag erklärte Litwinow, isolierte Vorschläge über die Abschaffung einer bestimmten Art von Rüstungen seien nicht dazu angetan, die Probleme zu vereinfachen. Nach Litwinow hielt Tardieu eine längere IRebe, um die französischen Vorschläge in den Mittel- punkt der Debatte zu stellen und gleichzeitig die amerikanischen Vorschläge als u n • überlegt und undurchführbar abzu- l u n. Durch eine Häufung technischer Argumente und Bedenken suchte Tardieu den Nachweis zu führen, daß es überhaupt nicht möglich sei, den Begriff der Offensiowafsen allgemeingültig festzulegen. Die Bestimmung der Gröhe der Waffen oder der für sie aufgebrachten Kosten sei gleichfalls unwirksam. Denn nach dem Taschen-Panzer- schiff, für das Deutschland ein Beispiel ge- geben habe, würden sinnreiche Ingenieure sicher Taschen-Flugzeuge erfinden. Tanks könnten leicht durch landwirtschaftliche Traktoren, die jeder Staat besitze, ersetzt werden. Die amerikanischen Vorschläge griffen die Bestrebungen der Haager Vor- kriegskonferenzen wieder auf; aber über der Humanisierung des Krieges dürfe man die Organisierung des Friedens nicht vergessen. schaffen werden müsse, die es ihnen ermöglicht, in Zukunft aus eigener Kraft zu bestehen. Der Finanzausschuß stellt fest, daß die gegenwärtigen finanziellen Schwierigkeiten der Donaulander nicht im Haushalt, sondern in der Lage des internationalen Zahlungsverkehrs und der Weltmarktpreise liege. Diese Feststellung macht es deutlich, dah es nicht in der Macht Oesterreichs, Ungarns, Bulgariens, Griechenlands oder anderer Länder liegt, durch eigene Maßnahmen Abhilfe zu schaffen, sondern daß dazu alle Länder helfen müssen, namentlich die Gläubigerländer. Die Entwicklung der Handelsbilanzen der europäischen Länder der letzten Sahre bestätigt diese Auffassung tn weitestem Umfang. Bei der Unterbrechung des normalen internationalen Kapitalverkehrs haben die Handelsbilanzen wichtiger Länder sich völlig verändert. Gläubigerländer, die früher aktiv waren, sind jetzt passiv geworden, und Schuldner» länder, die früher passiv waren, sind aktiv geworden. Mit einer Politik der Einfuhrverbote und der Kontingente wird es den Schuldnerländern unmöglich gemacht, ihre Verpflichtungen zu erfüllen. Gerade in diesen Tagen, wo die Abrüstungskonferenz ihre Arbeiten wieder ausgenommen hat, ist der Hinweis des ausschusses von besonderer Bedeutung, daß aus haushälterischen Gründen die Aufwendungen für die Rüstungen er mäßigt toct- den müssen. Der Finanzausschuß ist betro fen uber die Höhe der Aufwendungen für nnMarisHe Zwecke und wendet sich mit einem direkten Appell an die Abrüstungskonferenz Auf Vorschlag des norwegischen Außenministers beschloß sodann der Völkerbundsrat, daß die weitere Behandlung der Donaufragen tn Den Händen der von den vier ReMerungen rn Lon don eingesetzten R e g i e r u n g s s oich v e rftan Ligen liegen solle. Der Finanzausschuß und die Aus aller Welt. 2Hotbanfd)lag auf einen wiener Jlnioerfitätsprofafor. Der Universitätsprofessor und OhrenspeziaNst Pros. Dr. Alexander wurde auf offener Straße von einem Mann durch drei Schüsse in das Herz getötet. Der Täter, ein Schneidergeselle namens Soukop, gab bei feiner Vernehmung an, dah er bereits im Jahre 1910 ein Attentat auf Prof. Alexander verübt habe. Prof. Alexander habe da- mals feine Sattelnase so ungeschickt operiert, daß er wegen seiner Häßlichkeit^k eine Stellung habe finden können. Da sein Schadenersatzanspruch nicht anerkannt worden sei, habe er das Attentat damals verübt. Soukop erhielt eine Freiheitsstrafe und wurde aus Oesterreich ausgewiesen. Seitdem litt Soukop, der inzwischen zweimal im Irrenhaus war, unter der Wahnvorstellung, von Alexander verfolgt zu werden. (Ein Kölner Arzt ermordet. 3n Köln war der Arzt Dr. Rubensohn vorigen Donnerstag in seiner Wohnung ermordet auf gefunden worden. Nachdem vorübergehend sein Sohn als der Tat verdäch- t i g festgenommen worden war, sind jetzt als wirklich Täter ein 33jähriger Dreher und ein 47jäh- riger Arbeiter se st genommen worden. Der Dreher hatte einVerhältniSmit einem jungen Mädchen, das später die Braut des 71jährigen Arztes wurde. Durch dieses Mädchen über die häuslichen Verhältnisse des Arztes unterrichtet, beschlossen die beiden Arbeiter einenEinbruch, der aber vereitelt wurde. Darauf ging der eine in die Sprechstunde des Arztes, während der andere gleichzeitig die Wohnung durchsuchen wollte. Der Arzt, der vermutlich Widerstand leistete, wurde gefesseltundge- knebelt. Es scheint, dah die Verbrecher nicht die Absicht hatten, den Arzt zu töten. (Eine rNillionenerbschaft aus Australien. Eine 320-Millionenerbschaft aus Australien fällt zum Teil auch nach Leipzig, wo ein Cellist Gustav Emil Schöne insgesamt vier Millionen Mar! erhalten wird. Schöne ist Feldzugteilnehmer, wohnte bis Anfang 1928 in Eilenburg und ist jetzt nach Leipzig verzogen. Es handelt sich um das Vermögen von Verwandten des Schöne, das in der Gesamtsumme von 320 Millionen in Australien zurückgelassen wurde. Schöne hat noch fünf Geschwister, die, wie die übrigen in Betracht kommenden Dcr- ivileg der Sohne deS m 'Kamen gekommen? näheres in dem soeben zu Berlin erschien »ellan der europäischen ? Jahrhundert". Mer die Bezeichnung z Porzellan.Tse". Der Üame leitet sich von ,dem Ferkclchcn her. Me s >re gekommen, der w '».werden? Eine schon Aneckengattung ccheU rtoaitung "leinen „ iU Tore» VoM SS» en waren. Genf, 12. April. (TU.) Der Völker- Lundsrat trat am Dienstag unter dem Vorsitz des französischen Ministerpräsidenten Tardieu und unter Teilnahme des Staatssekretärs v. Bülow, des englischen Außenministers Sir John Simon, des italienischen Außenministers G r a n d i und des polnischen Außenministers Zaleski zu seiner außerordentlichen Tagung zur Behandlung der Donaufragen zusammen. Der norwegische Außenminister D r a a d l a n d erstattete Bericht. Er hob hervor, daß Die vier Donauländer Oesterreich, Ungarn, GnechenlanD und Bulgarien heute nicht mehr in Der Lage seien, ihren ausländischen Verpflichtungen nachzukommen. Der Minister hob ferner die großen finanzteilen 2tu» stungslasten in den meisten Landern yer- g>or und wies auf die Vorschläge des Finanzausschusses hin, Oesterreich unverzüglich mne internationale Anleihe von 100 Millionen Schilling und Griechenland von 10 Millionen Dollar unter internationaler Garantie und Kontrolle des Völkerbundes zu gewahren. Ministerpräsident Tardieu erklärte, in London sei beschlossen worden, zunächst durch offizielle Sachverständige der vier Regierungen V o r- lchlä ge für ein gemeinsames Vorgehen sämtlicher interessierten Mächte ausarbeiten zu lassen. Die vier Regierungen ersuchen daher Den Dölkerbundsrat, die Mithilfe des Finanzausschusses und der Organe des Völkerbundes an den Arbeiten der Regierungssachverstandigen zur Verfügung zu stellen. Staatssekretär v. B ü l o w erklärte: Sn den Londoner Besprechungen sei übereinstimmend zum Ausdruck gekommen, daß die finanziellen Maßnahmen für die notleidenden Lander im Do- •nauraum nicht das e i 9 ent l ich e 3 Aktion sein sollen, sondern daß für diese Lander eine wirtschaftliche Grundlage gewandten je 4 Millionen Mark erben. Ein Tcll der Erben ist seit längerer Zeit erwerbslos gewesen. Schöne war längere Zeit Hausmeist^ bei einem Arzt in Rohfell» (KreiS Torgau). Gr ist 47 Sahre alt. Das Hälfet um das CinDberghtMbg. Sn Greenw ich wurde eine 20-Dollar- n o te, deren Zahl bewies, dah sie zu dem von Oberst Lindbergh bezahlten Lösegeld gehörte, in einer Bäckerei der Besitzerin von einer Frau angeboten. Die Bäckercibesitzcrin erkannte die Rümmer; aber die Frau ergriff daraus die Banknote und flüchtete in einem grünen Auto, das vor der Tür gewartet hatte. Jahresversammlung bei Hilssverclns ber Deutschen Duben. . Die diesjährige SahresVersammlung des Hilfs» Vereins der Deutschen Juden wurde durch seine» Präsidenten Dr. Sarnes Simon mit der Feststellung eröffnet, daß die WoblfahrtSarbeit des Bev- eins trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten de< abgelaufenen Sahres erfolgreich fortgeführt wurde. Einen Einblick in die mannigfaltigenTä- tigkeitsgebiete gab Generalsekretär Dr, Mark W i s ch n i tz e r. Sm Vordergrund standen zwei Aufgaben: die Auswanderer- und Sugendlüv- sorge. Sn den letzten Sahren wurde die Einwanderung in einer Reihe von überseeischen Ländern so gut wie gesperrt. Sn den Vereinigten Staaten ist seit den Zeiten des amerikanischen Bürgerkrieges das Fiskaljahr 1931 daS Sahr der geringsten Einwanderung gewesen. Andererseits besteht ein starker Drang zur Auswanderung. Auf dem Gebiete der Suaenblürforqe betätigte sich bet Hilfsverein sowohl in Deutschland, wie auch in Osteuropa und im Orient. Es wurden Kindergärten, Ferienkolonien, Mädchenheime. E'emen- tarschulen, Fach- und Gewerbeschulen unterstützt. Deutscher Sprachunterricht wurde gefördert. Schachspiel gegen 120 Gegner in 14% Stunden. Der ungarische Schachmeister, Oberregierungsrat Stephan Abonyi, hat einen neuen 'lÖcltrctnrll auf dem Gebiete des Simultan-Schachspiels erzielt, indem er sich gleichzeitig mit 120 Gegnern maß. Auch der bisherige Rekord mit 105 Gegnern war seiner. Die Austragung der Partien bauerte diesmal von Sonntag 18 Uhr bis Montag 8.30 Uhh somit mehr als 14% Stunden. Die Zahl der ge» wonnenen Partien betrug 82, während er 13 nei> lor und 25 unentschieden wurden. ''Z-W S?«isÄ> ’te KM und « zu der inft bonünÄW 'nd das Ei^.^°nt. sK >9 muß zu 1auch C »n ö i g boldatenehr? v°n dem Er- t L^E>'ndrnburg und überflüssig, l der Frontsoldat mit Da K Wite bi« heute noch ° kann darauf 5 Jette Steife d’e nicht in der Zuug, stehen, ganz an- zutunft toitö auch einst M,bemessen, die sich SMtung des deutschen rttnent hat. Die Donaufrage vor dem Dölkerbundsrat Keine Lleberbrückung der Gegensätze zwischen den Großmächten. Verschiebung auf die Mai-Tagung. Wettervoraussage. Durch den dauernden Zustrom von Kaltluft ist der Luftdruck kräftig angeftiegen, und das Biskayahoch wurde mehr nach dem Feftlande hin gesaugt. Unter feiner Einwirkung kommt die Wetterlage vorüber» gehend in ruhigere Bahnen. Doch wird die Besserung nicht von allzu langer Dauer fein, denn das bei Island erschienene kräftige Tiefdruckgebiet hat durch seine Warmluft über Irland bereits stärkeren Temperaturanstieg und auch Niederschläge gebracht. Die Störung wird ihren Einfluß auch auf das Festland ausdehnen und durch die Zufuhr feucht-milder Ozeanluft zwar milderes, aber später wieder regnerisches Wetter veranlassen. Aussichten für Donnerstag: Vorübergehend besseres Wetter und etwas milder, wolkig mit Aufheiterung, später wieder aufkom- mende Bewölkung. Aussichten sür Freitag. Weitere Erwärmung und wieder stärkere Bewölkung, zeitweise Regensälle. At>rll. (WHP.) Der Finanz- ausschuß des Landtages, der die Etatsberatung beim Kapitel 1 (Forst- und Kameralgüter) fort- k^te, erörterte nach der Berichterstattung zu- nächst die Frage der Zulässigkeit eines Land- DI>J a??tra$e$. der die durch Einsparungen und Rotverordnungen in der Waldwirtschaft er- zielten Ersparnisse zur Senkung der För- » sterbe soldungsbeiträgederGemein- den und privaten Waldbesitzer um die Hälfte Der im Sahre 1931 erhobenen Beiträge verwendet wissen will. Der Vorsitzende kam zu dem Schluß, daß Anträge ohne Deckungsvor- schläge in der ersten Lesung des Etats im Ausschuß zulässig seien. Landforstmeister Dr. Hesse erklärte, daß die ^orsterbesoldungsbeiträge der Gemeinden seit 1927 fallende Tendenz aufwiesen. Sn diesem Sahre sei nabezu die Friedensbelastung bei den Abforstungskosten für die Gemeindewälder erreicht. Den Gemeinden mit Schälwald werde von der Staatsforstverwaltung besonderes Entgegenkommen bewiesen. Der Zentrumsvertreter hielt von der Ausgabenseite gesehen, eine weitere Personaleinsparung im Forstwesen für unmöglich, da nach der Zahl der Forstämter bereits der Stand von 1879 erreicht sei. Unmöglich sei ebenso eine weitere Kürzung der Sachkosten für Wegebau und Gebäudeerhaltung. Zur Verbesserung der Einnahmeseite sei auf eine möglichst umfangreiche Verwendung deutscher Holzsorte n hinzuwirken. Der Landvolkantrag bedeute einen Einnahmeausfatt von 0,5 Million. Entrüstung in Paris. Paris, 13. April. (WTB. Funkfpruch.) Seitdem die Abrüstungskonferenz in Genf ihre Arbeiten wieder aufgenommen hat, hat sich die Front der französischen Presse anscheinend geändert. Während bis zum Wiederbeginn der Verhandlungen die Front gegen Deutschland gerichtet war, bemerkt man plötzlich, daß sie feit den ersten beiden Ver- bandlungstagen sich gegen die angelsächsischen Länder orientiert. Namentlich die gestrige Rede Tardieus wird als gegen die britische und amerikanische These gerichtet kommentiert, und zwar in dem bekannten Ton, der Tardieu in überschwenglicher Weife für feine Ausführungen der unantastbaren und unwiderlegbaren Logik lobt. — „Journal" schreibt, die These des französischen Ministerpräsidenten fei so scharf, seine Argumente so gründlich, daß es für einen Mann mit der Kämpfernatur eines Tardieu darauf angekommen fei, sich nicht zu einer brutalen Zurückweisung des Gegners hinreißen zu lassen. In gleicher Weise loben „Matin", „Petit Parisien" und „Figaro" die Haltung des franzö- fischen Ministerpräsidenten. Der amerikanische Vorschlag, die schweren Tanks als reine Angriffswaffe zu verbieten, wird in den französischen Blättern als ein Manöver gewertet, das sich direkt gegen Frankreich richte. Man wirft dem amerikanischen Vertreter außerdem vor, entgegen den Bestimmungen keine der beteiligten Mächte von seiner Absicht unterrichtet und nicht den üblichen Weg über das Büro eingeschlagen zu ha- ben, das allem befugt fei, auf die Tagesordnung zu setzen. Man habe die französischen Vertreter über- raschen wollen. Amerika habe sich außerdem wohl gehütet, in seinem Vorschlag auch die Flugzeugmutterschiffe und die schweren Bombenflugzeuge aufzunehmen, deren cs eine so große Anzahl besitze. Tardieu habe es jedoch auf meisterhafte Weise verstanden, den ameritani- schen Botschafter abzuweisen. technischen Organe bes Völkerbundes wurden beauftragt, sich diesen Sachverständigen der vier Regierungen für die Mitarbeit zur Verfügung zu stellen. Die Vorschläge der Sachverständigen werden fodann auf der Mai- tagung des Völkerbundes zur Verhandlung gelangen. Die Verhandlungen des Dölkerbundsrates zeigten, dah trotz aller geschickten Verschleierungs- Versuche. die in London bcrvorgetrctenen grundsätzlichen politischen und wirtschaftspolitischen Gegensätze zwischen der englischen und französischen Regierung auf der einen Seile der deutschen und italienischen Regierung auf der anderen Seite unvermindert weiter- bestehen. Der Vö'kerbundsrat war daher angesichts dieser Lage gezwungen, die endgültigen Beschlüsse über eine Hilfsaktion für die Donau- staaten auf die Maitagung des Rates zu verschieben. richiung eines ge- es (einschließlich Nord Denn sie auf der Gründlicher Anbanglich- iritische Krone und zur» Commonwealth of achkichtest ««n» I >p t!9Ä Eli®®“’ S°r!"' ien M WH OBERST) pf jfl Heuchelheim, den 12. April 1932. 2877 D Gestern abend. 8.30 Uhr, verschied sanft nach langem Leiden meine liebe Frau, meine geliebte Mutter. Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante Die Beerdigung findet Donnerstag, den 14. April, nachm. 4% Uhr, vom Trauerhause Wilhelmstraße 2 aus statt. Heute Nacht entschlief nach schwerer Krankheit mein inniggeliebter. herzensguter Mann, der treusorgende Vater seiner Kinder, unser lieber Sohn. Schwiegersohn. Enkel. Schwager. Neffe, Vetter und Onkel Ernst Ludwig Römer im 26. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Emilie Römer, geb. Kreiling. Fra« Elisaheihe JiM geb. Rinn im vollendeten 69. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen: Job. Jung. Zugführer i. R. Familie Frdr. Hofmann. Heuchelheim, den 12. April 1932. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 14. April, nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehause, Gießener Straße 56, aus statt. 2894 D| (Vermietungen | #oorf)bcrrfd)nftlid)e 6-Zimm.-Wolmung rn. Heizung, i. schön. Lage, per bald zu vermieten. Schrift!. Slnfr. u. 02294 an d. Gießener Anzeiger. v. Beamt, z.1.6. ob. spät.ges.Mietberech- tigungschein vorb. Schrift!. Ang. unt. 02276 a. d. «. A. 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Ang. unt. 02282 a. d. G. Anz. Bieker km. Feuerwehr Samstag, den 16. Avril 1932, abends 8 Uhr, im „Frankfurter Hof" glMWSWkMWllllW Tagesordnung: 1. Jahresbericht; 2. Jahresrechnung ; 3. Boranschlag 1932/33; 4. Bericht über SterbeunterstützungS- kane; 5. Ersatzwahl des Vorstandes; 6.Etwaige Anträge gem. §31 der Satzung; 7. Auszeichnungen; 8. Verschiedenes. Vollzähliges Erscheinen erforderlich. Willielni-Buseh-Gedeukteier 100 Jahre Wilhelm Busch mit dem hervorragenden Buschsprecher Hans Balzer Blntrittskarten(sämtlich numeriert)in der MusikalienhandlungChallier, für Beedes- mitgüeder bis zu 2 Stück frei gegen Gutschein Nr. 6 aus dem blauen Gutscheinheft; für Verbandsmitglieder zu 70 Pf. $eg. Gutschein Mr. 6 aus dem Gutscheinneft des Goethe-Bundes; für Nichtmitglieder zu 1.50 Mk. Schülerkarten zu 50 Pf.. Studentenkarten zu 70 Pf. gegen Ausweis bei Sekretär Ritter, Universitätsgebäude. Wanderung Thüringen—Hessen Am Sonntag, dem 17. Avril 1932, von derRödersburg bei 'övingen lmittags '/■? 1 Ubr) nach Staufenberg. Eingelad. Gäste u.Fllteressen- ten wollen sich zw. Feststell, der Personen,zahl z. gemeins. Autofahrt nach Londorf bis spät. Freitag, 1 Uhr, bei C. Faber, Marktplatz, melden. 2890 D Prof. Dr. Sommer, Geh. Medizmcllrat. vor hm Don Lor mir 1831 und 1 schrieben un wiegend Ba dos Pfund s ungeheuerliä Hausfrau do Zur Lerfügr Treibmittel schon Potlaf "ur für Kleii falls müssen der Eheman Mesenes ai lorrna durch 3m Noch, ®Qtben, Zah «raus, daß ^"chen selbst 8cPk davon 3 Q b n p u Rinde Abgebrannte durchein durchmena, t mianöl Mittel ( !‘r.'8uri unrrn "''s' "'er als m 'ch'eLeinw. S Il)ei| de b, vQQrP0 N«S Baur ^rgomottol m5e'"iid)t. der fi, iut wt h,fU tos i$- Bund Haus und Schule Am Freitag, dem 15. Xpril 1932, abends 8 Uhr, in dem Johannessaal Familien-Abend Vortrag von Herrn Reichsbahnamtmann Dörr über das Thema: Luther in Oberhessen em Gießen 2889 D Sonntag, 17.Avril: Außerplanmäßige 'Wanderung. Londorf — Hessisch. R'ennweg — Staufenberg, 6'/, Stund. Abf.p.Auto 7‘ . Uhr vom Stadttheater. Anmeld.bis Freitag mittag 1 Uhr bei (S. Faber, MarktDlcftz. Rucksackverpflegung Ab 77» Ubr abends gesell. Beisammensein mit den Gästen aus Thüringen bei Hopfeld. Kdl^iel|en Jetzt: Bentel 35 PL, Dose 75 Pi. Zu haben in Apotheken. Drogerien und wo Plakate sichtbar. 6608V Ion Stc qm ®e9er -s KF Mit dieser sangen, b'S hat und der bewcgungeu vorher den maß'ges/ 'Laden zur A bcrotung °e. ein bis Zwei pater 0an3 D oder uwherla mit drei bis chne K'e- u übrigen 6^ Freude da gut Lerme'd' ftolliert und kalte!, ens oder Kal gewohnt siw an besonders «innen oder Versuch lohnt daß allzu gr und mehr ne Freien geM nen Sommert Celsius halb, Minuten beg zu praller c halten des S Freilust, zu Luftströmung hierbei ist ? ziehen naä tig, um nach haut zu uer eintretender von neuem t den Kindern im angewäri Auher der licht eine be' Freien durch ■ als im gesch Lichtstrahlab auch in uns, unserer Kink gellen t sysiemabschr $(i einem Schaden n außer den Ueberhitzur nervösr des jjautm Arbeitsabend: Donnerstag, den 14. April 1932,abends 8Uhr, Vortrag des Herrn Gartenarchitekten Schwarz Der Carlen und seineBlumen mit Lichtbildern — Eintritt 10^ Vorträge zur politischen Lage von rofessor Homeffer Bei Regen sc hü fal Sie der Schirm allein nicht vor Erkältungen. Ihre Gesundheit erfordert den Gebrauch der echten und bei Hu. sten, Heiserkeit, Katarrh millionenfach bewehrten - Arterienverkalkung Ihre Vorboten und Begleiterscheinungen, wie hoher Blut- jdÄg druck, Atemnot. Schwindelanfälle, Herzbeschwerden, Schlaflosigkeit, Gicht, Rheuma bekämpfen Sie durch „Radiosc/erin“ (Wz. Nr. 313 844) die seit Jahren bewährten radiumhattigen Brunnen-Tabletten (mit kontra] Radiumgehall). Nach Gutachten erster med. Autoritäten bewirkt reines Radiumsalz Entkalkung der Gefäße und damit eine bessere Blutzirkulation, sowie normale Funktion der lebenswichtigen Organe, besonders des Drüsensystems und Wiederherstellung geistiger und körperlicher Frische. Achtung! Ermäßigte Preise! 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Kür jede Person rechnet man eine Obertasse abgetönten eauerampfer zu jeder Tasse Sauerampfer nimmt man ein Ei, 20 g Butter und für 2 Pf. Semmel. Die Butter wird zu Sahne gerührt, Eier, Salz, Pfeffer und etwas Muskatblüte beigegeben und zuletzt der Sauerampfer. Diese Masse füllt man in eine mit Butter ausge- ftridjene Form und läßt sie im Wasserbade 1 '< Stun den kochen. Dieses Gericht wird umgestürzt zu Tisch gebracht. Bon alten Brötchen bereitete Semmelkloßc dienen als Beilage. Geschmorter Kopfsalat. Aus den harten Blattern des Kopfsalates, die als Salat keine Verwendung mehr finden können, läßt sich ein schmackhaftes Gemüse bereiten, wenn man die gut gewaschenen Blatter abkocht, abtropfen läßt, fein hackt und bann in einer Mehlschwitze mit geriebener Muskatnuß und einem Stich Butter weich schmort. adgowatchcu und poltert Das Lackieren ober Einwachten des Bodens besorgt man am Abend als letztes. Gebohnert wird zunächst erst am nächsten Lag. Sn biefer Art unb Reihenfolge werden sämtliche Zimmer der Wohnung« gereinigt, in den Schlafzimmern kommt die besondere 'Behandlung der Betten, in der Küche die Reinigung von Geschirr, Bestecken, Holz und Metall noch hinzu. Und nun geht s los. Zuerst der Ofen. Da wird das Ofenrohr gut abgeklopft, vorsichtig abgenommen und im Hoi über dem Kehrichtkasten ausgeleert. Mit einem Stock, den man mit Zeitungspapier umwickelt, wird auch der letzte Ruß entfernt. Und ebenso werden die Züge des Ofens gereinigt. Aschenkasten und das Ofeninnere werden mit Handbesen gesäubert und vor allem der Ofen gründlich nachgesehen, und was nicht ganz intakt ist. jetzt repariert, solange es warm ist und man ihn nicht benötigt. Decken unb Wände werden mit dem Deckenbesen strichweise abgekehrt, die Tapete mit besonderem Putzmittel abgerieben, vielleicht auch mit Brotkruste, abwaschbare Tapeten nach Vorschrift feucht behandelt. Fen st er und Holzwerk. Sämtliche Holzteile, Türen, die Fensterrahmen außen und innen werden abgekehrt, mit leichtem Seifenwasser und etwas Salmiak abgewaschen. Für Lackanstrich verwendet man Panamalauge. Jede Fläche wird zuerst mit kaltem Wasser abgewaschen und zwar von oben nach unten, damit das herablaufende Schmuhwasser keine Streifen bildet. Run toirb mit einer weichen Dürste gescheuert, empfindliches Holz mit dem Schwamm gewaschen, und mit dem Lappen nachgerieben. Muß man das Fensterputzen hier erklären? Das ist wohl überflüssig? Run kommen sämtliche Metallteile dran. Vorhangstangen. Türklinken. Lampen werden mit Metallpuhzeug gereinigt und blanfperieben. Glasplatten mit Seifenlauge, Kristallüster mit Spr- rituswasser abgewa'chen. Lampenschirme mit einer weichen Dürste entstaubt. Die Möbel werden gut abgerieben. Rückwand und obere Fläche feucht abgewischt, das Edcl- ho^werk nach besonderen Vorschriften behandelt. Es folgt die Reinigung der Oesen und Heiz- verkleidungen. welche geschwärzt, Kachelkamine mit Seifenwasser abgewaschen und klar nachgespült. Zentralheizungskörper mit feuchtem Leder abgerieben werden. Dann ist der Doden an der Reihe, er wird ausgewaschen, eingeölt, lackiert oder gespänt, gewachst und geblockt. Während er trocknet werden die Polstermöbel, Teppiche und alles, was wir aus dem Zimmer geräumt haben, gesäubert und geklopft. Aufstellgegenstände und Dilder werden Oie praktische Hausfrau. Gardinen. Um zu verhindern, baß die Gardinen beim Lüften der Zimmer durch die Fenster wehen unb schmutzig werben, nähe man in den unteren Saum etwa sechs Bleistücke ein. Dieses Vorgehen hat auch den Vorzug, daß die Gardinen immer schön gerade hängen. Anbrennen von Milch. Milchanbrennen wird verhütet, wenn der Topf vorher mit Speckschwarte eingerieben wird. Der Geschmack der Speckschwarte ist nicht bemerkbar. Milch gerinnt nicht, wenn man eine kleine Prise doppelkohlensaures Natron zusetzt. Reinigen von Flaschen. Um Flaschen aller Art zu reinigen, schüttet man zerstoßene Eierschalen in den Bauch der Flasche und gießt genügend kaltes ober lauwarmes Wasser hinzu und schüttelt das Ganze tüchtig. * W i e zerschneide ich eine Torte? Das Zerschneiden von Torten, namentlich von solchen, tüe mit Creme ober Schlagsahne gefüllt sind, ist manch mal nicht in ber gewünschten Gleichmäßigkeit möglich. Das Schneiben wirb aber wesentlich erleichtert, wenn man bas Messer vor jebem Einschnitt in kaltes Wasser taucht. Es bleibt bann nichts am Messer hängen, und man erzielt glatte Schnittflächen. ♦ Wollene Babykleiber. Die Wollkleidchen der Kleinen dürfen nie in heißem Seifenwasser gewaschen werden, dasselbe darf nur lauwarm sein. Auch soll man diese Sachen nicht waschen, sondern sie nur so lange ausdrücken, bis aller Schmutz ent fernt ist. Behandelt man die Wollkleidchen nicht ganz vorsichtig, dann werden sie schnell hart und wärmen nicht mehr. Bügeln darf man diefe Kleider auch nicht. Gläser müssen heiß nachgespült und sofort ab getrocknet werden, wenn man sic schön blank haben will. Läßt man sie erst umgedreht stehen, zieht der Dampf in das Glas und beschlägt es. Reinigung von Bürsten. Die Bürsten dürfen bet einer Reinigung nur in Höhe der Borsten ins Wasser gelegt werden. Man nimmt Seifenlaugc mit etwas äoda unb Salmiak, letzteres besonder» für Haarbürsten, schwenkt darin die Bürsten hm unb her, kämmt sie aus, spült gründlich, trocknet sic mit einem weichen Tuch und legt sie mit den Borsten nach unten an die Luft zum Austrocknen. täglichen Kaltdufche, die nicht das Endziel zu fein braucht. Das Schulkind wird dann soweit abgehärtet fein, daß es sich gern kalt und ganz wäscht, und zwar nicht nur am Abend zur Generalwaschung, sondern auch morgens vor dem Schulgang. Dringend nötig ist, daß dabei kalte Füße unbedingt vermieden wer den. Gut schäumende Seife und ein Waschlappen sind die Voraussetzungen, damit sich das Kind gern und gut wäscht. Das Kind muß wissen, daß die Hautporen und Drüjeneingänge durch Waschen offen gehalten werden müssen, um gesund zu bleiben. 3m Sommer wird sich das Kind bei offenem Fenster waschen, um außer dem Licht unb der Lust auch noch die Sonnenstrahlen auf die Haut wirken zu lassen. Eine Fortsetzung der Abhärtung durch Wassersport im Freien kommt bann ganz von selbst. Auch hier müssen freilich Uebertreibungen, z. B. burch zu langes Baden in Badeanstalten, vermieden werden. daß Kinder wie Erwachsene durch zu viel Sonnen einroirfung an der See oder tm Hochgebirge nicht genügend erholt zurückkehren. Besonders gefährdet find die Hautempfindlichen. Blonde und rothaarige Menschen müssen besonders vorsichtig fein. Die günstigste Tageszeit für das Sonnenbad im Sommer ist vormittags zehn bis zwölf Uhr, nicht nach der Mittagszeit wegen der intensiveren Bestrahlung. Für die weitere Abhärtung sind die Abreibungen mit Wasser unentbehrlich. Auch hier fange man, um sich die Freudigkeit und Mitarbeit des Kindes zu erhalten, mit lauwarmem Wasser an. Täglich muß das Wasser unmerklich kühler werden, bei kaltem Wasser kann man mit Einzelabreibungen beginnen. Darauf muß der Körper warm frottiert werden. Es gehört eine gewisse Sorgfalt und Zeit zu diesen Vorrichtungen, wobei jede fanatische Einstellung von Kaltwasserbenutzung vom Uebel ist. Es ist ein weiter Weg vom Beginn der Abhärtung bis zur Das große Gcheuerfest Oie Vorbereitungen zum Fnühjahrshauspuh. Don Margret Halm. Krühjahrsgemüse. Allerlei Rezepte. Brunnenkresse, gedunstet. Die Brun- nenkresse, die meist als Salat bekannt ist, gibt ein gutes Gemüse. Sie wird sauber gewaschen, dann in reichlich Wasser mit Salz weich gekocht, abgegossen, ausgedrückt, klein geschnitten und mit Butter gedünstet. Geriebene 'Muskatnuß dient als Gewürz. Will man eine sämige Tunke haben, so verrührt man Roggenmehl mit Fleischbrühe, vermischt es mit der Brunnenkresse unb läßt das Gemüse nochmals aus kochen. Eierkuchen, Bratwurstchen, Setzeier, Zunge als Beilage. Sauerampfer, geschmort. Sauerampfer blätter ohne Stiele wäscht man gut ab, schneidet ober backt sie und gibt sie mit wenig Butter in einen Schmortopf, in dem man sie im eigenen Saft weich dünsten läßt. Mit Fleischbrühe ungerührtes Mehl bient zum Sämigmachen bes Gemüses. Feiner wird es, wenn dicke saure ober süße Sahne ungerührt unb ein Eidotter daran geguirlt wird. Fleischkloße, Eier ober Hammelkotelettes als Beilage: für jede Person rechnet man 1,5 Liter Sauerampfer. Abhärtung. Don Stadimedizinalrat Dr K. Marloth*. Im Gegensatz zu unseren Eltern, die meist nur foldje Kinder abhärteten, die häufig unter Erkältungskrankheiten (Mandelentzündungen usw.) zu leiden hatten, lassen wir modernen Eltern, da wir im volkshygienischen Aufklärungszeitalter leben, jebem unserer Kinder diese Wohltat zuteil werden. Sie ist wertvoller für bas ganze Leben eines Stinbcs als viele ahnen. Wir beginnen mit der Abhärtung im Sommer ober — wenn es im Winter geschieht — im geheizten Zimmer bei etwa zwanzig Grab Celsius. Mit dieser Abhärtung darf man nicht früher anfangen, bis das Kind bas erste Jahr überschritten hat unb bereits zu fclbftänbigen Geh- unb Stehbewegungen neigt. Wir werben aUcrbings schon vorher ben Säugling vor Ueberhitzung durch über mäßiges Zudecken behüten unb durch tägliches Baben zur Abhärtung vorbereitet haben. Unter Mit- beratung bes Arztes wirb man etwa folgendermaßen verfahren: man wird das Kindchen zunächst ein bis zwei Minuten mit entblößtem Oberkörper, später ganz nackt, im Bett, Ställchen usw. krabbeln ober umherlaufen lassen. Aeltere Kinber läßt man mit drei bis fünf Minuten anfangend nackt bzw. ohne Kleidung umherspringen. Ist das Kind im übrigen gesund, wird es erfahrungsgemäß große Freude daran haben. Nach diesem Haukbäd wird zur Vermeidung stärkerer Abkühlung trocken abfrottiert und schnell angezogen. Ist das Kind erkältet, pausiert man bis zum Abklingen des Schnupfens oder Katarrhs, beginnt aber bann von neuem. Gewohnt sich bas Kind schwer baran, so wirb man an besonders trockenen Sommertagen erneut beginnen ober für Luftwechsel sorgen. Ein wieberholler Versuch lohnt sich burchaus. Wir Aerzte wisien jetzt, baß allzu große Besorgnis bas zarte Kinb mehr unb mehr verweichlicht. Soll die Abhärtung im Freien geschehen, bann wirb man an einem krackt nen Sommertag bas Kind bei etwa 22 bis 25 Grad Celsius halb, später ganz nackt, ebenfalls mit fünf Minuten beginnend, im Schatten, später in nicht zu praller Sonne umherspringen lassen. Am Ber hplfen des Kindes erkennt man halb, ob ihm bie Freiluft, zu bem als befonbere Haukmaffage bie Luftströmungen hinzutreten, zusagt unb bekommt. Hierbei ist Frottieren und schnelles Anziehen nach ber abgelaufenen Zeit besonders wich tig, um nach Schwitzen Verdunstungskälte auf der Haut zu verhüten. Auch ein Freiluftbad wird bei eintretenber Erkältung abgebrochen, jeboch später von neuem begonnen. Meist machen bie Luftbäder ben Kinbern unbändige Freude, auch im Winter im angewärmten Zimmer. Außer ber Luft löst auch bas gewöhnliche Tageslicht eine beiebene Wirkung auf bie Haut aus, im Freien burch bie intensivere Bestrahlung weit mehr -als im geschloffenen Raume. Die konzentrierteste Lichtstrahlabhärtung ist bas S o n n e n b a d. Wenn auch in unseren Breitengraden das Umherspringen unserer Kinder im Badeanzug an heißen Tagen in -ber grellen Sonne sür kürzere Zeit allgemein gewiß nichts schadet, so wird man bet gelegentlichen oder systematischen Sonnenbädern gewisse Vorsicht üben. Bci einem Sonnenbad von langer Dauer, bas ohne Schaben nur burch Hauttraining möglich ist, tritt außer ben bekannten Verbrennungen unb möglicher Ueberhitzungsgefahr bei vielen eine eigenartige, nervösmachenbe Ueberanftrengung bes Hautnervenapparates ein. Es kommt baher vor, * Diese Ausführungen finb bem im Verlag von B. G. Teubner in Leipzig unb Berlin erschienenen Buche „Wie erhalte ich mein Kinb gesund?" (Kart. 2 Mark) entnommen, bas unter bem Leitwort bes Frohsinns ben Estern eine Reihe praktischer Hanb- haben zur Kräftigung bes Körpers, ber Seele unb ber Nerven bes Äinbes gibt. ___________________ bere Gelegenheiten entsprechen, in der Schule austragen. Ein seidenes Kleid gehört nicht in die Schule. Als Mantel ist der Kamelhaarmantel ober der Trenchcoat noch immer sehr beliebt und praktisch. Mit einknöpfbarem warmem Innenfutter dient er sowohl für kühlere Tage, und bildet ohne Sutter gegen Wind und Wetter einen angenehmen Schutz. Endlich aber läßt sich kaum ein anderer Mantel gefallen, daß man ihn mit Wasser und Seife unb einer Dürste bearbeitet, um ihn nach einem gar nicht so außer dem Dereich der Möglichkeit liegenden Fleckensegen immer wieder tadellos herzustellen. Dazu die Daskenmütze. Strohhutchen bleiben hübsch im Schrank, bis man am Rachmittag dann an Muttis Hand spazieren geht. Für schone Sommertage braucht man zum Schulweg kernen Hut. Dreiviertellange Strümpfe ober Söckchen variieren je nach der ^Witterung in Dichtheit und Wärme der Gewebe. And hohe Stiefel! So lange man die kleine Gesellschaft nur irgend dazu überreden kann! Ist er doch für die zarten Gelenke so sehr viel gesünder als der Halbschuh, der den zarten Knöcheln gar keinen Halt bietet. Für den Düben die Einknopfgürtelhöschen mit Polo- oder Dlusenhemd in Zephir, Tricoline. Flanell oder buntgeftridtem Pullover. Für heiße Tage ist bann ber blauweih gestreifte Matrosenanzug aus kräftigem Drell immer gleichbleibend die praktischste, einfachste und freundlichste Kleidung zugleich. Etwas später kommt bann der erste Sportanzug, der mit feinen ungezählten Laschen bie Sehnsucht jedes richtigen Duben bedeutet. Lodenmantel unb Windjacke sind für ben "Buben ber gegebene Schutz gegen Regen und rauhe ürüh- lingswitterung. Auch für ihn ist ber Trenchcoat noch immer .große Mobe". Dazu bann bie von ber Schule rorgeschriebene Klassenkappe, bie Basten- ober Matrosenmütze. Zum berben Dubenstie- fel — auch der kleine Mann soll nicht so viel im Halbschuh gehen - dreiviertellange gerollte Strümpfe ober Stutzen. ©egen alle Sitten unb Vorstellungen ber Kleinen. statt des Ranzen eine Düchermappe nehmen zu bürten, sollte bie Mutter sich energisch zur Wehr setzen. Denn für den kleinen, im Wachstum befindlichen Körper ist nichts so ungesund als das einseitige Zerren des schweren Ducherpacks bas gar oft schon unglückseliger Erreger einer schiefen Haltung geworben ist. Der Schulranzen auf bem Rücken aber belastet ben kleinen Körper viel weniger unb gestattet nicht nur, sondern förbert eine gclunbe, natürliche unb schöne Körperhaltung. Geld viel ausrichten kann. Diesem .zu entsprechen war mein Streben von jeher unb ich glaube, was bie Kochkunst anbetrifft, es erreicht zu haben, usw. Obgleich man in dieser Zeit noch nichts von Küchenchemie unb moberner Ernährungslehre wußte, gibt bie Verfasserin, auf Grunb ihrer praktischen Erfahrung, sehr richtige Ratschlage. So schreibt sie: Setzt man Ochsenfleisch mit kaltem Wasser bet, so wirb die Brühe kräftiger: setzt man bas Fleisch mit heißem Wasser bei, so wirb bas Fletsch kräftiger. Heute bekommen unsere jungen Mabchen aucy bie Erklärung bafür, warum bas so ist: nämlich, bas heiße Wasser schließt bie Poren bes Flesiches, unb ber Fleischsaft, unb mit ihm natürlich b.e Nährstoffe bleiben im Fleisch erhalten. Für Kraftbrühe wirb bas Fleisch in Stücke geschnitten unb mit kaltem Wasser beigejetzt. Auf diese We.se wird das Fleisch ausgelaugt und alle Nährstoffe gehen in die ^Das Gemüse empfiehlt die Verfasserin schon nur abzubriihen und in Butter weich zu dampfen. Die moderne Hausfrau brüht natürlich das Gemüse auch nicht mehr ab, sondern dampft es m tfett oder Butter weich, um auf diese Weise aUe Jlat)jtoife im Gericht zu erhalten. Unter der Rubrik fische fällt es auf, daß außer Hering und etodfnd) feine Seefische angegeben sind. Man kannte also frische Seefische im Binnenlande kaum. Das kam natürlich von der Unmöglichkeit, frische Fische zu befördern. Beim Backwerk finden wir auch sehr viel Eier angegeben, so z. B. für einen Biskuckkiichen 20 Eigelb unb 10 Eischnee auf 1 Piunb Mehl. Auffallend ist, daß schon viel Zitronen in den Rezepten ange- ^Wei?auch viel Unterschiedliches zwischen damals und heute besteht, eines gilt, wie die Verfasserin von 1858 schreibt, auch für die .nausirau von heute, nämlich: mit wenig Geld viel auszurichten. Gchulkindertteidung. 3m allgemeinen ist für Mädchen die «Ittel- form in den ersten Schuljahren noch gegeben, in russisch-grün, in tiefem Rot mit und weißem, rundem Kragen suhlt sich das kleine Wesen wohl und ist in feiner Einfachheit durchaus VmÄ gekleidet, ^och auch da-l du^e blaue Faltenröckchen mit Trager, farbigem Pullover ober der geliebten Polobluse und mehr zum Som L hin LNiere waschbare Kleidchen rn Crepe und Leinen Moufseline. Tricoline Datist Es wäre nicht sehr geschmackvoll l-ebe man die Kinder ihre älteren genormten guten Kindchen, die nicht mehr ganz dem Zweck Tur veion Geschmorter Kopfsalat mit Milch. Kopfsalat, welcher hart geworden ist, läßt sich geschmort gut verwenden. Man wäscht ihn bc(onb'’rs gut, kocht ihn in Wasser, dem eine 'Ißeniyfeit Na tron beigefügt wurde, weich und schüttet ihn dann auf einen Durchschlag. Eine gute Mehlschwitze, die jedoch nicht dunkel sein darf, füllt man mit Milch auf und läßt darin den fein gehackten Salat eine Weile durchschmoren. Nach Wunsch tpürflt man mit etwas gerieoener Muskatnuß.M. M. ..Gut vorbereitet. I ist halb geschafft." | Dem Kalender nach gehört der große Hausputz zu den Ostervorbereitungen. In liefern Iahr jedoch, da Ostern so besonders früh gelegen, der Winter aber gar nicht enden wollte, hat man das große Scheuerseft meist zwifchen Ostern und Pfingsten verlegt. Man wartet praktisch, bis man nicht mehr zu Heizen braucht und durch Ofen oder Zentralheizung kein Schmutz und Staub mehr entsteht. Auch läßt sich's leichter arbeiten, wenn es nicht mehr so kalt ist. Zum Dettensonnen aber find warme, fonnige Tage erforderlich. Der große Hausputz will in aller Ruhe vorbereitet fein. Will man eine Putzfrau zuziehen, fo ist es gut. fic sich rechtzeitig zu sichern, denn gute Leute haben ihre Zeit schon lange im voraus vergeben. Auch alle Puhgeräte werden rechtzeitig geprüft, was fehlt ersetzt, die erforderlichen Putzmittel eingefauft und alles am Tage vor dem Hausputz bereitgestellt. Kochkunst vor hundert Jahren und heute. Don Johanna Kalbfleisch, Gießen. Bor mir liegen zwei Kochbücher aus den Jahren 1831 und 1858. Das erstere ist mit der Hand geschrieben unb noch sehr gut leserlich. Es sind vor- roiegenb Backrezepte, in denen 12 bis 17 Gier auf das Pfund Mehl angegeben sind. Das erscheint uns ungeheuerlich: man muß aber bedenken daß we Hausfrau vor hundert Jahren noch kein Backpulver iUr Verfügung hatte und die Cier das einzige L-ibE-t im Lch-N m°r-n.W°hI tonnte man schon Pottasche unb Hirschhornsalz, das tarn aber nur für Kleingebäck unb Lebkuchen in Frage. Jedenfalls müssen die Kuchen recht gut gerochen sein, denn ber Ehemann schreibt am Schluß: „Alle- vorher- gcmelcncs ongerniefenes probat™ 'n opt.ma forma durch mich. Trier 1831. Im Nachtrag stehen verschiedene Rezepte über Salben, Zahnpulver und dergleichen. Wir ersehe daraus, daß die Hausfrau sich damals auch dwfe Sachen selbst bereiten mußte. Ich laste einige Rezepte davon folgen, die besonders mtereifant si d ö Zahnpulver: ein Loth Calmuswurzeln em ßoth Rinde wilder Kastanien gerostert. Em Lotst ausgebrannte Holzkohlen, ein Loth Salbeifraut wer “ÄJeinnnbe? gemischt. «« «« Ihn" durchmengt man das Ganze mit 20 Tropfen "'Mittel gegen den sogenannten Finge r - W u r in. Man nimmt das gelbe von 1 bis 2 Eiern mischt soviel Küchen Salz gestoßenes dar unter als man zum esten brauchte, legt loicyes ,n dichte Leinwand, doch so, baß es nur an den leckem ben Theil des Fingers körnt und aßt es 24 «tunoe liegen allenfalls kann man es eimgemahl wieder- "• a r d o m a b e- 54 Pfund Rindsfett, 4 Loth weißes Baumöl, 4 Loth Haßslnußöl, e,n,^ Ir°£ Berganwttöl und 1 Loth China, dies alles zusam- "'f)b^der^Hausherr auch diese Rezepte erprobt unb für gut befunben hat? * Das zweite Kochbuch ist gedruckt unb stammt: auf bem Jahre 1858. Die '23er allerm ist nicht genannt. Si7 muß aber eine sehr tüchtige unb für bie dw WWWMS Gefüllter Kopfsalat. Um nichts Verwenb bares umfommen zu lassen, empfiehlt es sich, zu dem gefüllten Kopfsalat nicht gut ausgebildete Kopfe zu nehmen, die sich zum Salat nicht eignen. Man bricht die inneren Blätter aus und kocht die Salatköpfe in Wasser ab. Dann füllt man sie nach bem Abtropfen mit einer Semmelfüllung aus Butter, Milch und geriebenen Semmeln. Nun drückt man die Blätter fest zusammen und legt die Salatköpfe dicht und fest nebeneinander. Fett, Fleischbrühe wird darüber ge* gossen unb bas Gemüse darin geschmort. Man beginnt den großen Hausputz gerne mit dem Ausräumen unb Auswaschen von Schränke n und Schubfächern. Dazu entleert man Schrank unb Kasteninhalt eines Zimmers nach dem andern, jeweils in dem Raum, in welchem die betreffenden Schränke und Schubladen sich befinden, wäscht das Innere von Schubladen und Schränken mit kaltem Wasser ab und bürstet sie. wenn es nötig ist. mit Seifen brühe oder feinem Seifensand aus. Deim Rachwischen nut kaltem Wasser ist Vorsicht geboten, daß sich das Holz nicht durch große Rässe verzieht. Mit guten Tüchern wird möglichst rasch unb gründlich nach-- getrocknet, und wer sehr ängstlich ist, der Webt die Laden, statt sie an der Luft zu trocknen, halb wieder ein. um das Verziehen zu vermeiden. Zuvor jedoch wird selbstverständlich auch das Innere der Möbel feucht aus gerieben. Wie nimmt man nun ein Zimmer vor? erstes werden in der Frühe die Vorhänge angenommen. möglichst im Freien ausgestaubt und zusammengesaltet beiseite gelegt. Dann wird das Zimmer ausgeräumt. Vasen. Schreibtischgarnitur unb Dilder in einem Korb verstaut, die Teppiche zusammengerollt und mit den leichteren Möbeln aus dem Zimmer entfernt, große, schwere Möbel werden von den Wänden abgerückt und während der Reinigung von Decke und Wanden durch Ueberhängen von Tüchern geschützt. Aus der Provinzialbauptstadt Gießen, den 13. April 1932. Es rundfinkt. Stein, mein lieber Rundfunkhörer, das ist in diesem Falle ausnahmsweise kein Schabernack des Druckfehlerteufels. Es wird nicht rundgefunkt, sondern es „finkt" in die Runde. Obwohl unser Trommelfell ganz auf eigene und fremde Laut» sprecherei eingestellt ist, gibt es doch noch andere und dazu noch natürlichere Ohrenschmäuse. Um nur das „Amseln" zu erwähnen, ein Flöten- konzert, das ohne Roten und trotzdem vom Blatt heruntergespielt wird. Oder wenn es „drosselt", oder „start" aus der höchsten Baumlage. Womit die Vogelschar namhaft aufgeführt wäre, die gegenwärtig ihrer Lieder süßen Mund nicht halten kann. Denn: „Wes' das Herz voll iß, des' läuft der Mund über." Wenn man dazu noch vogelfrei durch Herkommen ist, braucht man seinen Frühlingsgefühlen keinen Dämpfer aufzusehen. Das Bogclkonzert in diesen windfrischen Tagen hat natürlich feine Vorbedeutung. Der Schein und öfter sogar der Sonnenschein kann trügen. Aber der moderne Mensch ist so gerne vorzeichengläubig. Er sucht einen Glauben für sein Wähnen und sucht ihn mit Vorliebe bei den Dichtern, die sich beruflich auf alles einen Reim machen und das „Finken" als „Heroldsfanfare" in ihre Sprache übertragen, die hineingeschmettert wird in den, nach ihrer Ansicht, „lachenden" Morgen, in den Sonnenschein, der es vermutlich auch deshalb so fein hat, weil er Zaungast sein darf bei diesem „Pfeifen, Zwitschern und Tirilieren". Wenn die Finken schlagen, soll der Lenz nahe und unter Umständen da sein, wie es im Lied behauptet wird. Da der Buchfink als lautester Heroldsfanfarenbläfer die stärkste Schlagkraft besitzt, wäre er somit eine Art Reklamechef für den Frühling, obwohl eine fo alte Firma wie „Lenz & Co." derartige rundgefinkte Werbevorträge nicht mehr nötig haben sollte. Das Gute bricht sich von selbst Bahn, wie die Schneeglöckchen aus dem Schoß der Erde. Das Schönste an dieser Finkenschlägerei ist vielleicht nicht einmal die gesangliche Leistung, als vielmehr das, was man als Sehmann wahrnimmt... Dieses Spihwegische. Hoch oben auf einem fadendünnen Ast sitzt das. Winzig klein. Als ob eine feine Schere eine drollige Silhouette aus dem fahlblauen Himmel herausgeschnitten hätte. Wie im Däumlingsmär- chen, so putzig. Man sieht es kaum. Und singt doch so groß, so himmelstürmend, mit einer Begeisterung, die uns Menschen nicht immer ganz begreiflich ist. Singt, als ob es um ein Starengagement mit Höchstgage an einer Staatsoper ginge. Sicher im Ton und Einsatz. Klangvoll, daß man sieht und staunt und nicht müde wird und nicht begreifen kann: warum und wofür? Lediglich Sänger aus innerer Berufung. Aus Freude am Lied und am Dasein, an der Sonne, ilnö daß die futterknappe Zeit zu Ende gegangen ist. An den Häuserfronten trommelt der Finkenschlag entlang. Pocht an die Fensterscheiben von der hochherrschaftlichen Wohnung bis hinauf zum windschiefen Dachgiebel. Und stimmt alle auf die gleiche Wellenlänge ab: auf das „Stündelein, über dem die Kammer wieder voll Sonne sein wird". Voll warmer Lenzsonne! Kig. Offenlegung der Einheitswerie für 1931. Rach der Rotverordnung vom 1. Dezember 1930 ist auf den 1. Sanuar 1931 eine neue, allgemeine Feststellung der Einheitswerte vorzunehmen. Diese sollen künftig auch die Grundlagen für die Vermögenssteuer, für die Grunderwerbsteuer, für die Erbschaftssteuer, sowie für die Aufbringungsumlage, dann aber auch für die Realsteuern (Grund- und Gewerbesteuer) bilden. Auf Grund der Reichsabgabenordnung sind die festgestellten Einheitswerte offenzulegen. 3n einer Verordnung vom 29. 3anuar 1932 werden die Einzelheiten der Offenlegung geregelt. Demzufolge hat der Präsident des Landesfinanzamtes Darmstadt angeordnet, daß für Hessen die Offenlegung in der Zeit vorn 15. April bis 14. Mai stattfindet. Es werden offengelegt die auf den 1. Januar 1931 festgestellten Einheitswerte des Grundbesitzers. Die Offenlegung erfolgt in den Diensträumen der Finanzämter. Außerdem werden bei den Bürgermeistereien die Werte offengelegt, die den in der betreffenden Gemeinde liegenden Grundbesitz angehen. Rur in denjenigen Gemeinden, in denen sich der Sih eines Finanzamtes befindet, können die Finanzämter von der Offenlegung bei der Bürgermeisterei absehen. Die Bürgermeistereien haben die Offenlegung ortsüblich bekanntzumachen und zu überwachen. Die Listen können von jedermann ein» gesehen werden. Es ist auch nichts dagegen einzuwenden, wenn Auszüge aus der Liste angefertigt werden. Rur dürfen einzelne Personen dieses Recht nicht in der Weise mißbrauchen, daß andere Personen in ihrem Recht beeinträchtigt werden. Zur Entgegennahme von Einsprüchen sind die Bürgermeistereien nicht berechtigt. Auf etwaige Auskunftsersuchen in dieser Hinsicht sind die Steuerpflichtigen darauf hinzuweisen, daß Einsprüche gegen die Wertfestsetzung bei dem Finanzamt einzureichen sind. Rach Ablauf der Offen- lcgungsfrist ist diese von den Bürgermeistereien zu bescheinigen. Die Listen gehen alsdann an die Finanzämter zurück. Oie Gewerbe- und Maschinenbauschule im Jahre 1931. Die Anstalt wurde im verflossenen Schuljahr von insgesamt 374 Schülern besucht, die sich auf die einzelnen Abteilungen in folgender Ordnung verteilten: Die Maschinenbauschule verzeichnete 122, der Kursus für höhere Ausbildung (Ingenieur) 42 Teilnehmer. In der Gewerbeschule nahmen in der Abteilung Baugewerbe 131, in der Schreinerund Malerfachschule 56 und in der Schuhmacherfachschule 23 Schüler an dem Unterricht teil. Reben dem lehrplanmähiaen Unterricht sind Kurse für verschiedene Gewerbe eingerichtet. Diese Kurse haben den Zweck, Spezialkenntnisse zu vermitteln und Handwerkern Gelegenheit zu geben, sich auf die Meisterprüfung vorzuberciten. Abgehalten wurden: Beiz- und Pollerkursus mit 9, Maschinenkursus für Schreiner mit 12, Elektrokursus (2 theoretische Lehrgänge) mit 36, Elektrokursus (2 praktische Lehrgänge» mit 31, Kalkulationskursus für das Baugewerbe mit 14 und zwei Lehrgänge Radiokursus mit 18 Teilnehmern. Der Vorbereitungskursus für die Meisterprüfung war von 48 Schülern besucht. Außerdem stellte sich auch in diesem Iahre die Anstalt in den Dienst der Arbeitslosen-Fürsorge. In Gemeinschaft mit dem Arbeitsamt wurden durchgeführt: Kurse für Holzgewerbe (52 Schüler), Metallgewerbe (34), Elektrogewerbe (12), Maler und Weißbinder (27), Flugzeugbau (23). Zwei Kurse für ungelernte Arbeiter waren von 34 bzw. 32 Teilnehmern besucht. Die ungelernten Arbeiter erhielten auch gleichzeitig praktischen Unterricht in den Werkstätten. Der Unterricht in diesen Kursen wurde, soweit Mittel hierfür bereitgestellt wurden, von erwerbslosen Technikern erteilt. Im übrigen stellten sich die Lehrer der Anstalt kostenlos zur Verfügung. Eine bemerkenswerte Tatsache ist die, daß die Anstalt im Berichtsjahr trotz der schlechten Wirtschaftslage verhältnismäßig gut besucht war, und daß ferner viele der Schüler über eine höhere Schulbildung verfügten. Das ist darauf zurück- zuführen, daß immer mehr Schüler höherer Lehranstalten im Handwerk Ausbildung und Fortkommen suchen. In diesem Zusammenhang fei an die Verhandlungen mit dem deutschen Handwerkskammertag in bezug auf die Ueberführung von Abiturienten in das Handwerk unter erleichterter Lehrausbildung erinnert. Den guten Schulbesuch verdankt man auch zwei wichtigen Privilegien, welche die Anstalt seit die- fem Iahr besitzt, und zwar erstens, daß den Absolventen der Maschinenbauschule das „Zeugnis der mittleren Reife" ausgestellt wird, und zweitens, daß die Absolventen der Gewerbeschule von der Ablegung des theoretischen Teils der Meisterprüfung befreit sind. Diele Schüler der Gewerbeschule besuchen auch die Anstalt, um hier die Meisterprüfung theoretisch und praktisch abzulegen. Dies ist auch für Schüler aus anderen Bundesstaaten möglich, da die hiesige Schule in diesem Sinne als Fachschule anerkannt, und der Direktor der Anstalt gleichzeitig Vorsitzender der Meisterprüfungs- kommisfion für die Provinz Oberhessen ist. Man hofft die Anstalt auch im laufenden Schuljahr mit Hilfe der Stadt Gießen und des Staates so weiterführen zu können, daß in vol- Wenn Ihre Empfehlungsanzeige in der Freitags- oder in der Samstagsnummer des Gießener Anzeigers durch sorgfältige, wirksame Satzausstattung worhen soH dann geben Sie sie bitte spätestens im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags in der Geschäftsstelle auf. lern Maße den Anforderungen der Wirtschaft Rechnung getragen wird. Dies hofft man vor allem dadurch zu erreichen, daß die praktische Seite des Unterrichts betont wird, d. h. daß die Werkstätten und Laboratorien ständig weiter aus- gebaut werden, weil gerade dieser praktische Ergänzungsunterricht für das in der Lehr- und Gesellenzeit Erlernte heute mehr wie je notwendig erscheint. Vornotizcn. — Tageskalender für Mittwoch: Stadttheater, „Romeo und Julia", 19 bis 22 Uhr. — Oberheff. Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz, 15 bis 17 Uhr, Tischbein-Ausstellung. — Baptisten» gemeinde, 20.15 Uhr, Gartenstraße 13, Vortrag über: „Im Endgericht". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Mädchen in Uniform". — Der Goethe-Bund veranstaltet, wie man uns schreibt, am Freitag, dem 100. Geburtstage des großen deutschen Dichters und Künstlers Wilhelm Dusch, einen Busch-Abend. Der ausgezeichnete Duschsprecher Hans D a l z e r ist hierfür vom Goethe-Dund gewonnen worden und hat unter dem Geleitwort „Heiteres und Rachdenk- liches aus Wilhelm Dusch" ein literarisch und sprechkünstlerisch interessantes Dortragsprogramm aufgcstellt. Auch mit dieser Veranstaltung wird der Goethe-Dund seinen Mitgliedern und den Gießener Literaturfreunden einen genußreichen Abend bereiten. Aber nicht allein aus diesem Grunde ist der Besuch dieser Busch-Gedenkfeier besonders zu empfehlen, sondern vor allem auch, weil es wiederum gilt, einen der Großen aus der deutschen Dichtkunst würdig und gebührend zu ehren. (Siehe heutige Anzeige.) *• Dierpreisfenkung und Preistafeln. Das Polizeiamt teilt mit: Wer Vollbier ausschenkt, ist verpflichtet, in seinem Wirtslokal eine Preistafel an leicht sichtbarer Stelle aufzw« hängen, auf der der Dierpreis für jede in dem Geschäftslokal ausgeschenkte Maßeinheit Vollbie« nach dem Stand vom 8. Dezember 1931 und der herabgesetzte Preis vom 26. März 1932 ab ersichtlich ist. "Die ABC-Schützen der Gießener Schulen. Gestern begann wieder die Schule, für viele Kinder begann sie zum ersten Male. In der Pestalozzischule wurden 216 Knaben (im Vorjahre 172) neu aufgenommen. In der Schillerschule betrug die Zahl der neuaufoenommenen Mädchen 197 (182) und in der Goetheschule kamen 155 (154) Kinder (78 Knaben und 77 Mädchen) zur Aufnahme. ** Vergünstigung im landwirtschaftlichen Fortbildungsschulwesen. Wie das Kreisamt Gießen im neuesten Amtsverkündigungs- blntt bekanntgibt, mußten infolge zwingender Abbaumaßnahmen in Hessen neun landwirtschaftliche Schulen eintiaffig werden. Von dieser Maßnahme wurden auch die landwirtschaftlichen Schulen in Lich und Grünberg betroffen. Rach einem neueren Erlaß des Ministers für Küktus und Bildungswefen können für die Folge solche Fortbildungsschüler, die im zweiten Winter nach der Entlassung aus der Volksschule in die landwirtschaftliche Schule noch nicht ausgenommen werden können, trotzdem jetzt schon von dem Besuch der Berufsschule befreit werden, wenn die Eltern dieser Schüler an den Schulvorstand die schriftliche Erklärung abgeben, daß ihre Söhne vom dritten Winter ab in zwei aufeinander- folgenden Winterhalbjahren die landwirtschaftliche Schule besuchen. Gleichzeitig müssen sich die Eltern dieser Schüler verpflichten, daß der Besuch der Berufsschule nachgehott wird, falls aus irgendeinem Grunde der Eintritt in die landwirtschaftliche Schule nicht erfolgen konnte. ** Provinzialausschuß-Sitzung. Am Samstag, 16. April, 8.30 Uhr beginnend, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen, eine öffentliche Sitzung des Provinzialaus- schufses der Provinz Oberhessen statt mit folgender Tagesordnung: 1. Klage des Fridolin Brettschneider in Obbornhofen gegen den Bescheid des Kreisamts Gießen vom 5. Februar 1932 wegen Versagung des Wandergewerbescheins. — 2. Klage des Hermann Stein in Lich gegen den Bescheid des Kreisamts Gießen vom 13. Februar 1932 wegen Entziehung der Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft in Lich. — 3. Klage des Bruno Emil V i e r i g in Dad-Rauheim gegen den Beschluß des Kreisamts Friedberg vom 20. Ianuar 1932 wegen Versagung der Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft in dem Vorgarten seines Anwesens Ecke Dahnhofsallee—Frankfurter Straße (Hotel „Royal-Excelsior"). — 4. Klage des Bezirksfürsorgeverbandes der Stadt Stettin gegen den Dezirksfürsorgeverband des Kreises Gießen auf Erstattung von FürsSrgekosten für Hans Schur. — 5. Klage des Dezirksfürsorgeverbandes der Stadt Gießen gegen den Dezirksfürsorgeverband des Kreises Alsfeld auf Erstattung von Pflegekosten für Katharine Scholl aus Höingen. ** Thüringen-Hessen. Man schreibt uns: Nachdem schon im September 1931 mehrere Mitglieder des Thüringischen Rennsteigvereins zum hessischen Rennweg und weiter zum Rhein gewandert sind, findet eine neue Wanderung dieser Art in der laufenden Woche statt. Dabei soll am Sonntag, 17. April, ein Zusammentreffen mit dem BHC. Gießen an der Rödersburg bei Höingen und der weitere Marsch nach Staufenberg statt- finben. Schluß: Sonntag abend in Gießen. Gäste können sich bei dem Schriftführer des VHC., Herrn Faber, Marktplatz, anmelden. (Siehe heutige Anzeige.) ** D i e Maul- und Klauenseuche. In Köddingen (Kreis Schotten) ist die Maul- und Klauenseuche erloschen. Die angeordneten Sperrmaßnahmen wurden aufgehoben. Der Kreis Schotten ist wieder seuchenfrei. MNMizrm»kki>kii Vornan von 3- Schneider-Foerstl. Urheber-Rechtsschutz: Verlag O. Meister, Werdau. 26. Fortsetzung. Rachbruck verboten! Seine Rerven versagten. Er legte den Kopf in die Arme und weinte wie ein Knabe. Gegen Mitternacht erwachte Dr. Wander und sah einen weißen Kittel am Fußende seines Bettes schimmern. Einer der Kollegen, dachte er, und war für den Augenblick ganz der Meinung, er habe Dienst und sei in einem der Stühle des Aerztezimmers eingeschlafen. „Wie spat ist es?" fragte er, fühlte, wie etwas seinen Hals beengte und tastete mit den Fingern darnach. „Es geht auf zwölf Uhr!" sagte eine Stimme, die jetzt dicht neben ihkn zu hören war. „Lassen Sie den Verband ruhen." Kräftige Finger zogen die seinen herab. „Wenn Sie Schmerzen haben, können Sie ein Pulver bekommen." Zu toll, dachte er und strengte sein Gedächtnis an. Verdammt noch einmal, wenn man so grenzenlos müde war, daß sich das Gehirn nicht einmal bis zum verflossenen Morgen zu erinnern vermochte. Soviel war jedenfalls gewiß, der Arzt, ber neben ihm wachte, war Margret Recklinhaufen. Wahrscheinlich war von den anderen niemand abkömmlich gewesen. Es war ohne Zweifel ein großes Opfer, d as sie ihm da brachte. ..Wenn Sie mir vielleicht etwas Wasser geben möchten", sagte er. Er fühlte seinen Kopf gehoben und etwas Kühles emgeflößt. Wie beschämend das war, so hilflos zu sein. So sehr er sich auch anstrengte, es glückte ihm nicht, die Arme zu heben und das Glas selbst an den Mund zu halten. „Danke!" sagte er und kämpfte verzweifelt gegen die Mattigkeit, die alle seine Glieder so wehrlos ohnmächtig erschlaffen Wonnesam kühle Finger drückten ihm den Kopf die Kissen zurück. „Sie werden jetzt wieder schlafen , befahl die Frauenstimme über ihm. ..In Tagen ist alles in Ordnung. — Gute Rächt! Margret beugte sich horchend über ihn. Als kerne Antwort kam, legte sie die Finger um Wanders Handgelenk und zählte die Pu^fchläge Sie waren schleppend langsam: aber doch nicht so be- 5?gstigend schwach, daß irgendwelche Gefahr Bc- ftanfr Erne Weile betrachtete fie den Schlafenden mitAugen, in denen ein eigentümliches Leuchten Wer ihr gesagt hätte, daß sie einmal allein mit ihm eine Rächt in seiner Wohnung blieb. Das Leben hatte Zufälle, die direkt sinnwidrig waren! — Oder nicht sinnwidrig? — Ein Lächeln ging über ihr Gesicht. Die Hauptsache war, daß er sich jetzt gesund schlief. Morgen war dann eine Krankenschwester um ihn. In spätestens einer Woche konnte er wieder seinen Dienst in der Klinik versehen. Vielleicht war es dann auch wieder vergnüglicher mit ihm umzugehen. Die letzte Zeit hatte er sie wirklich angeknurrt wie eine Dogge, bie immer sprungbereit war, sie anzufallen. „Margret!" sagte Wander aus schweren Träumen. Sie schrak zusammen und bekam wieder die Falten auf der Stirn, die so abweisend und unnahbar machten. Sie setzte sich in einen Stuhl ber an bas Fenster gerückt stand und sah mit zu- sammengezogenen Brauen nach ihm hinüber. Vielleicht war es das Beste, gar nicht zu warten, bis .er seinen Dienst wieder antrat, sondern noch vorher um ihre Entlassung nachzusuchen. Dann war sie schon aus der Klinik, bis er wieder die Oberaufsicht übernahm. Schließlich hatte es ja auch eventuell noch Zeit — sie horchte plötzlich nach dem Garten, der als schmaler Streifen an Wanhers Haus entlanglief und schnellte in der nächsten Sekunde auf. „Das war doch —?“ Sie warf einen raschen Blick nach dem Bette und schob die Decke, die etwas herabgeglitten war, sorgfältig über Wanders Brust hinauf. Ehe draußen noch die Klingel anschlug, hatte sie schon selbst die Türe geöffnet. „Suse, du!" Die blonde Schwester kam ihr entgegen, lehnte sich, unfähig, noch länger auf den Füßen zu stehen, an bie Wand und brach in Tränen aus. „Stehl es fo schlecht um bie Mama?" Margret suhlte nun selbst, wie ihr bie Knie zu brechen drohten. Die Jüngere am Arme fassend, schüttelte sie diese in tödlicher Angst. Suse verneinte mit einer knappen Bewegung unb sah sie aus verschwollenen Augen an. „Lebt er?" „Doktor Wanber?" „3a!“ »Wie hast du überhaupt erfahren, bah er krank ist?" forschte Margret ärgerlich. „Und bann biefe Unbesonnenheit! Was hast bu nachts in seiner Wohnung zu schaffen? Weiß bie Mama überhaupt, bah du nach München gefahren bist?" Diesmal kam ein Ricken. „Lenore hat nach Hause telephoniert, baß Wander verunglückt ist. Ich habe es nicht mehr ausgehalten. Ich mußte wissen, wie es ihm geht!" Margret hatte bie Schwester tiefer in den Gang gezogen und das nächstliegende Zimmer geöffnet. Wenn jemand Kenntnis davon bekam, daß sie hier war! Es war nicht auszudenken! „Setz dich!" befahl sie barsch. „Du benimmst dich unglaublich. Hast bu benn gar keine Ehre unb kein Schamgefühl im Leibe?" Suse wollte aufsahren, aber ber Blick ber Aelteren trieb ihr ein dunkles Rot auf bie Wangen. „Du mußt nicht immer das Maß nach dir selbst nehmen", sagte sie weinend. „Ich habe ihn doch lieb!" „Wander?" Suse ahnte nicht, warum Margrets Mangen sich plötzlich verfärbten. „3a, ihn! Wenn bu selbst keinerlei Gefühl im Herzen trägst, so darfst bu es doch' wenigstens mir nicht verübeln, wenn ich anders geartet bin als du!" Warum spricht sie nichts, dachte Suse. Sie sah scheu nach ber Schwester hinüber unb machte bann einige Schritte auf sie zu. „3etzt kann ich dir auch sagen, was mich in Wanders Arme trieb. Es war bie Lüge, mit der Malnow mich hintergangen hat." „Malnow hast bu auch geliebt?“ „3a, Margret! So geliebt, baß ich in meinem ganzen Leben kein solches Gefühl mehr für einen Mann aufbringen werbe. Aber er hat es nicht ber bient. Er hat mir verschwiegen, baß schon ein Kind da ist. Mit dem hätte ich mich in seine Zuneigung teilen sollen. Sieh mich doch nicht so entgeistert an! 3ch habe selbst mit ihm darüber gesprochen, und er hat es nicht geleugnet.“ Margret fühlte sich plötzlich so schwach, daß sie am Fensterkreuz Stühe suchen muhte. „Und deshalb --weil Malnow dich enttäuschte-- wechselst du zu Doktor Wander über!“ „Du hast kein Recht, mich zu verurteilen!“ rief Suse. „3ch bin nicht wie Lenore, die alles trägt, was man ihr zufügt." Als Margret gebietend bie Sjanb hob, schwieg sie. „Hat Doktor Wander dir ein Versprechen gegeben?“ „Versprechen?--Rein!" „War zwischen euch von Liebe oder Ehe die Rede?“ „Rein“, sagte die 3üngere zum zweiten Male. Es klang eher trotzig als beschämt. „Aber ich habe den Eindruck, daß ich ihm nicht unsympathisch bin. 3ch habe mir vorgenommen, um ihn zu werben." „Dazu bist bu zu spät baran!“ erwiderte Margret kühl. „Er hat mich bereits gefragt, ob ich einwillige, seine Frau zu werden." „Margret!" — — Wo sie stand, an demselben Fleck glitt Suse zu Boden. Die Aeltere rührte fein Glied. Sie hörte das Wimmern der blonden Schwester und sah, wie diese auf den Knien zu ihr hergekrochen kam. „Margret! Hilf mir doch!" „3$ wüßte nicht, wie ich dir helfen könnte!" „Laß ihn mir!“ «Rein! — Dazu ist er mir zu gut! Rur als Ersatz für Dieter Malnow! Du sagtest selbst, du könntest keinem wieder so zugetan fein, wie ihm. — Laß also deine Hand gefälligst von dem Manne, dessen Liebe mir gehört." „Er weiß nicht--“ stammelte Suse. „Was weiß er nicht?" forschte Margret harten Tones. „Daß du kein Herz haftl" Die Aeltere erblaßte. Für den Bruchteil einer Sekunde schien sie zu schwanken. „Heber meine Gefühle bin ich dir keine Rechenschaft schuldig", verwies sie bie Schwester, horchte nach der Türe, die in Wanders Schlafzimmer führte unb bämpfte ihre Stimme zu einem Flüstern. „Sufe — — wenn du mir gesagt hättest, daß er dich liebt, bah fein Glück davon abhängt, dich zu besitzen — — unb das deine darin bestünde, ihm anzugehören, ich würde keine Sekunde zögern, zurückzutreten, um dir und ihm den Weg freizumachen. So niedrig mußt du mich nicht einschätzen, daß ich nicht entsagen könnte, wenn er für dich alles und für mich nichts übrig hätte. Ich wäre zu stolz, auch nur mit einem Gedanken um einen QKann zu werben, dem ich nichts gelte. — So aber weih ich, baß ich ihm etwas bin. — Für dich aber ist er nur der Rachfolger Malnows." „Margret!" Die Jüngere umklammerte die Knie ber Schwester unb schluchzte in Verzweiflung. „Sage ihm nicht, baß ich hier war." „Darüber kannst bu beruhigt sein! Er wirb eS nicht erfahren!" versprach die Aerztin, fühlte, wie eine ungewollte Weichheit ihr Mitleid für bie Schwester cufbrängte und sie zu sich emporheben lieh. „Komm!" Sie zog bie Willenlose in einen Stuhl unb behielt deren Hände zwischen den ihren. „Das hätte zu keinem Glück geführt", mahnte sie tröstend. „Oder glaubst bu, daß bu von heute auf morgen Dieter Malnow vergessen kannst?" „Riel" weinte Suse fassungslos. „Siehst bu!--Ganz abgesehen bavon, baß es Sünbe ist, einem Manne von Liebe zu sprechen, wenn man noch einen anderen im Herzen trägt. Du hättest selbst keine Ruhe und keinen Frieden dabei gefunden. — Daß du Malnow nicht mehr heiraten willst, ist mir schließlich begreiflich — obwohl — Suse, du bist doch jetzt das Kind nicht mehr, mit dem man nicht über derlei sprechen könnte. — So etwas kommt duhendmal vor im Leben. Deswegen ist er noch nicht so ohne weiteres zu verdammen. — Aber geh jetzt! — Ober warte! Ich bringe dich in meine Wohnung. Du schläfst dich aus, und Lenore bringt dich morgen zu Mama zurück." „Ich wünsche dir alles Glück der Erde, Mar- fret!" sagte Suse vom Weinen geschüttelt und ing draußen im Flur noch einmal am Hals der Schwester. „Du mußt dich beruhigen“, mahnte diese. „Es weih niemand um dein Kommen, als ich allein!" „Und du trägst mir nichts nach!“ bat Suse. „An das brauchst bu nicht zu denken!" sprach die Aeltere gütig. „iln& bu verachtest mich auch nicht deshalb?" „Ich verachte dich nicht, Kind! Ich bemitleide dich nur." Sie nahm das verweinte Gesicht zwischen die Hände unb kühte den zuckenden Mund, der so hilflos unter dem ihren bebte. (Fortsetzung folgt) Wirtschaft Am An lei amt acht Wohnungen in Angriff genommen war- ■ZIUOJ Klllisueiiutll XVULICII uxd -vul —---------- ___r„... . die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Ge- brennern. Don anderer Gerte wrrd verlautet flügelzüchter berichtete Herr Södler über die bafi die Verschiebung der Prersermrastigung auf in Frankfurt abgehaltene Vertreterversammlung den Druck einer Politischen Partei hin stattgesun- des Hessischen GeslügelKuchtverbandes. Lehrer den habe. Die Negierung durfte derartige Ent- Lotz erstattete sodann den Bericht über die Ber- schliehungen nicht fassen, wenn sie nicht den letzten J Ar r ccrx /n _ C r" _«f . trn hon f fmm fn Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2U. 46,5 30,5 122 2,13 155 den 26,13 156,25 7,343 49,95 12.465 56,94 3,057 170.68 82,32 87,16 81,77 15,94 1,053 4,209 58,99 21,63 16,61 81,95 32.17 82,57 1,389 0,259 7,423 14.54 7.343 49.95 12.465 56,94 3.057 170.58 82,42 87,16 82.42 15.94 1.058 4.209 58,99 21,63 16,61 81,95 32,07 82,47 1.389 0.249 7.423 14.49 7.357 50.05 12,485 57,06 3,063 170,92 82,58 87,34 82,58 16.00 1,062 4,217 59,11 21,67 16,65 82,11 32,13 82,63 1,391 0,261 7,437 14,51 Oberheffen. Lanorreis Gictzcn. 14,25 32,5 20,5 18,75 2,13 8,5 3,75 13,13 treter-Dersammlung des Öberhessischen Geflügelzuchtverbandes, die in Gießen stattfand. Hierauf wurde die in Homberg abgehaltene Bezirks- geflügelschau besprochen und manche wertvolle Anregung für die Zukunft gegeben. Die diesjährige hemarkt erschienen Altbesitz Bezirksgeflügelschau ist dem Aicber-Gemundener - - - - x- | Verein übertragen und Wird voraussichtlich m oer Zeit vom 16 bis 18. Januar 1933 ftattfmoen. Zum Schluß der Versammlung wurden noch verschiedene züchterische Fragen erörtert. 32 33 23,13 19 32,75 12 27,25 157 32,75 X Klein-Linden, 12. April. Die Bautätigkeit in unserem Orte hat sich erfreulicherweise wieder etwas belebt. Es sind außer einigen An- und Umbauten mehrere Neubauten mit insge- Heisingfor« . Lien Lrag . . Budapev . . Sofia Holland . . L-lo . . Kopenhage». Siockbolm London. . . Bueno« 3 Irrt Sten not! Brüssel Italien Pari« . . Schweiz Spanien Danzig Javas Rw de Ian.. Jugoslawien, ttiiaho» . . 7.357 50,05 12.485 57.06 3.063 171.02 82.48 87,34 81,93 15.98 1,057 4,217 59,11 21,67 16.65 82,11 32,23 82,73 1,391 0,261 7,437 14,56 Der Arbeitsmarlt in Oberheffen. Das Arbeitsamt Diehen teilt in seinem De- richt über die Arbeitsmar k t läge in O&erfcenen im Monat März zusammen- sasfend folgendes nut: DieCntlaslungdesArbeitsmarktcs geht nur zögernd vor sich und beschränkt sich nur auf einige Auhenberufc. Dem Abgang von Arbeitsuchenden stehen anderseits Entlassungen von Arbeitskräften infolge Auftragsmangels und Betriebsstillegungen in anderen Berufen gegenüber. Am Ende der Berichtszeit standen dem Arbeitsmarkt 17 147 Arbeitsuchende zur Beifügung, gegenüber 1931 = 15 373 und 1930 — 9776. Aus den Mitteln der Arbeitslosenversicherung wurden am Ende der Derichtszeit 5638 Personen unterstützt, gegenüber 10191 — 1931 und 7643 — 1930. Krisenfürsorge erhielten 6906 Personen, gegenüber 2356 = 1931 und 302 — 1930. 3m Berichtszeitraum wurden 557 Personen von uns in Arbeit vermittelt. Buderussche Eisenwerke, Wetzlar. Der in der gestrigen Aufsichtsratssitzung der Auderusschen Eisenwerke vorgelegte Rech- nungsadschluß für dasZahr 193 1 schließt mit einem Rohgewinn von 1063 731,46 Mark ab, der fast ganz für Abschreibungen Verwendung fin- den soll, so daß der Reingewinn 18 684,79 Mark beträgt. Auf 300 000 Mark Vorzugsaktien sollen sotzungsgemäß 5 Prozent Dividende verteilt werden, während das Stammkapital divi- dendenlos bleibt. Die Generalversammlung findet am 6. Mai in Frankfurt a. M. statt. Auf Grund der durch biet Notverordnung vorn 8. Dezember 1931 geschaffenen Erleichterungen beschloß der Aufsichtsrat, der Generalversammlung den Erwerb der Eisenwerke Hirzenhain Hugo Buderus G. m. d.H. in Hirzenhain (Oberhessen) vorzuschlagen. Da die Buderusschen Eisenwerke das gesamte Gesellschaftskapital von 1,8 Millionen Mark seit 1. Januar 1919 besitzen, kommt eine Kapitalerhöhung nicht in Frage. Das Hirzenhainer Werk, das in Form einer Zweigniederlassung wcitergeführt werden wird, stellt Oefen, Badewannen und Sanitätsguß her. . : . 8 . 0 . i- li . t 6 b . 6 . O . 8 4V: 10 . 6 Buderus Deutsche Erdöl . . . . Gelsenkirchener . - - - Harpenei Hoelch Eilen. . . . . Ilse Bergbau filödnerroertc Köln-Neucssen Mannesmann-Röhren . Mansselder Bergbau . . Lberfchlcl- Kotewerke . Phönix Bergbau.... iHbcmiicbe Braunkohlen. Frankfurter Maschinen . . Sritzner.......- Marnkrastwerke Höchst a. ®L Süddeutscher Ander . . . Nest des Bertrauens im deutschen Volke verlieren will. 3n der heutigen Zeit ist eine Wirtschaftsführung vonnöten, die fern jeder parteipolitischen Bindung ihre Entscheidungen fällt. 2. behauptet. 3m Verlaufe blieb die Haltung f c st und die Kurse zogen um 0.5 bis 1 Proz. an. Etwas größeres Geschäft entwickelte sich am Montanmarkt für die Werte der Stahlvereingruppe, die bis zu 1,5 Proz. hoher lagen. Die Nebenmärkte blieben weiter vernachlässigt. Am Geldmarkt blieb Tagesgeld mit 4,5 Prozent unverändert. frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. W., 13. April. Es notierten: Weizen 265 bis 267,50, Noggen 225. Braugerste 195 bis 200, inl. Hafer 162,50 bis 170, Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, mit Austauschweizen 39,25 bis 40,25, Sondermahlung 37,50 bi« 38.50, Weizenmehl, niederrh., mit AuStauscb- weizen 39,25 bis 40, Sondermahlung 37,50 bis 38,25. Noggenmehl 29,25 bis 30,25, Weizenkleie 10,60 biS 10,75, Roggenkleie 11 Mark. Tendenz: stetig. preutzerr. J^oubüberfoU in Frankfurt. WSN. Frankfurt a. M. 12. April. Hcut« gegen 20 Ühr wurde ein 74jähriger Kassierer einer hiesigen Brauerei in einem Hausflur in der Offenbacher Landstraße von zwei unbekannten Tätern überfallen. Sie versetzten ihm einen Schlag über den Kopf, risfen ihm. als er am Boden lag. den Mantel weg und raubten ihm die Brieftasche mit Papiergeld Die Aktentasche, die Silbergeld enthielt, hielt der alte Mann krampshast fest, so daß die Näuber ihm die Ta'che nicht entreißen konnten. Nach der Tat ergriffen fie die Flucht Wieviel geraubt worden ist. steht im Augenblick noch nicht fest. Kirche und Schule. Landkreis Gictzcn. -s- Hungen. 12. April. Die Lehrerin Fräulein Sturm wurde nach Lindenfels im Odenwald versetzt, nachdem sie etwa 14 3ahre an der hiesigen Volksschule erfolgreich gewirkt hat. An ihre Stelle wurde Lehrer Seipp, der längere 3ahre in Weitershain (Kreis Gießen) wirkte, berufen. Gestern wurde er hier in feinen Dienst eingewiesen. — 3n die Volksschule wurden 35 Abc-Schützen ausgenommen, und zwar 18 Knaben und 17 Mädchen. Am 19. März sollte mit der lange erwarteten Diersteuersenkung gleichzeitig eine Herabsetzung des Vranntweinpreises erfolgen. Diesbezüglich« Maßnahmen waren bereits festgelegt und in sfeSJJ 1932* - rvK las sS-s che •Ue b e f r» i । 0 n "er an beJ &Ebfn. n9 abgeben WH 6 ber Sein* x ™rn alls ön7 ■ öfr Be, LtzU LLS 14 Kr^samts Gjchel «nlütbinata Ä Gierig $ des Kreis- 3anuar 1932 wegen }um Betrieb einer ^garten feines An« -ijranfiurter Straße VJN des 5e- Stadt Stettin gegen ''Jj®? ^tfeS Eichen Wfoften für HM ilriöfürsorgeverbandeS :n DezirkSfürsorgeder« A Erstattung von Vcholl aus Höingen, en. Man schreibt uns: w 1931 mehrere M Rennsteigvereins zum ter zum Rhein geroan« Wanberung biefer Art • Sabei /oll am Sonn« treffen mit bem M. rg bei gingen unb taufenberg end in Tietzen, Wie hier des W-, Herrn eiben. (Siehe heutige Klauenseuche. 3n Wen) ist die Maul- unb e ungeordneten Sperr- oben. Der Kreis Schot' 4% Oesterrelchtlche Goldrente 4,20% Oesterreichifche Suberrente 4% Ungarische Goldrente 4% Ungarische StaatLrente v. 1910 4y,% deögl. von 1913 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleche Serie I 4% desgl. Serie 11 — 5% Rumän. vereinst. Rente v. 1903 4^%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinst. Rente 814% l- Onatoltet...... meyer, Schubert & Salzer unb Deutsche Atlanten etwas schwächer eröffneten. Im Verlaufe gelangten bann noch einige Kauforders bes Publikums zur Ausführung, unb auch bie Spekulation nahm wei- tere Deckungen vor. Befonbers Farben, Eontigummi, Reichsbank, Klöcknerwerke, Chabeaktien unb Siemens waren bis zu 3 Prozent hoher. Aschaffenburger Zellstoff würben verspätet 2 bis 2,5 Prozent höher festgesetzt. Ganz allgemein ergaben sich Besse- rungen bis zu 2 Prozent. Gegen 13 Uhr würbe es etwas ruhiger, vereinzelt ergaben sich kleine Abbröckelungen. Deutsche Anleihen uneinheitlich, Altbesitz lagen fast 1 Prozent höher, Neubcsitz nach schwächerer Eröffnung auf Dortagsschluß erholt. Auslänber lagen nur wenig Deränbert, Pfandbriefe nicht ganz einheitlich, Reichsschuldbuchforderungen sest unb bis zu 1 Prozent höher. Der G e l b m a r k t zeigt weiter ein günstiges Aussehen. Der Tagesgelbsatz hat sich auf 5% er- niebrigt. Privatdiskonten bleiben nach wie vor gesucht. An den internationalen Devisenmärkten hat sich das englische Pfund gegen Mittag weiter eine Kleinigkeit abgeschwächt und liegt auf 3,78 S den Dollar unb 95,93 gegen Paris. Die smart notierte mittags in Lonbon 15,9314. Die Lonboner Börse eröffnete mangels Anregun- gen in sehr ruhiger Haltung. Pounganleihe stellte sich auf 46/4 Prozent, Dawesanleihe auf 66Ü4 Prozent. Amsterdam war auf Grunb bes Schluffes in Neuyork unb angesichts der festeren Meldungen von den amerikanischen Warenmärkten in stetiger Haltung. Sronffurt überwiegend fester. Frankfurt a. M., 13. April. (Funkspruch.) Nach ruhigem und nur knapp behauptetem Vor- mittagsvcrlehr eröffnete die amtliche Börse in überwiegend festerer Tendenz. Besondere Anregungen lagen nicht vor, doch kamen aus Neuyork eher festere Schlußkurse. Eine gewisse Anregung ging auch von der Vermutung aus, daß der Reichsbankdiskont im Zusammenhang mit der neuerlichen Ermäßigung des Privatdiskontsahes in der nächsten Zeit eine Wei-. tere Senkung um 0,5 Prozent erfahren könnte. Cs lagen auch zahlreiche kleine Kauforders vor. die anscheinend auf die gestern veröffentlichten niedrigen Kurse vom Publikum hergelegt wurden. Die Spekulation schritt zu Deckungen, so daß gegenüber der Abendbörse überwiegend Kurserhöhungen von 1 bis 1,5 Proz. eintraten. Das Geschäft war jedvch noch rocht klein und beschränkte sich aus einige Spezialmärkte. Mehr 3nteresse bestand für 3G.- Farben, die 1,5 Proz. anzogen. Eine Pressemeldung, die von einem relativ befriedigenden Geschäft bei 3G.-Farben wissen wollte, blieb hierbei nicht ohne Einfluß. Sjeideanstalt und Deutsche Erdöl gewannen bis zu 1,5 Prozent. Elektrowerte lagen meist bis zu 1 Proz., Licht L Kraft Stzickert und Siemens bis zu 1,5 Proz. höher. Am Kunstseidemarkt zogen Aku und Demberg 2,5 Prozent an Montanwerte lagen sehr ruhig, jedoch meist bis zu 1 Proz. freundlicher. Reichsbank eröffneten 1,25 Proz. fester und konnten sich rasch auf fast bis 100 Proz. erhöhen. Nach den ersten Kursen ergaben sich weitere Befestigungen, toobei Spezialwerte wie IG., Deutsche Erdöl, Siemens und Nheinstahl erneut 1 bis 2 Proz. gewannen. Berlin freundlich. Berlin, 13. April. (WTB. Funkspruch.) Nachdem die gestern festgcstellten Kurse allgemein be- tonntgegeben werden durften, zeigte sich heute ein gewisses, allerdings noch sehr kleines Kauf- interesse des Publikums. Stimmungsmäßig wirkte sich dieser Umstand günstig aus, und die Spekulation schritt zu einigen Deckungen. Die ersten Kurse zeigten ziemlich allgemein Besse- runqen bis zu 1 Prozent, teilweise auch bis zu 3 Prozent. Das Angebot blieb heute gering. Die gestrige Rede des Reichsbankpräsidenten Dr. Luther trug zu der freundlicheren Stimmung bei, und mit plus-plus-Zeichen. Reichsschuldbuchforderungen erhöhten sich um 1 Proz. Von Jndustrievbli- gationen blieben Stahlverein behauptet. 3G.- Farben-Bonds zogen 1 Proz. an. Am Pfand- briefmarkt war kein großes Angebot zu verzeichnen. Goldpsandbriese tendierten vereinzelt 0,25 Proz. freundlicher, Liquidationswerte lagen ir den Bruchteil einer sanlen. Feber meine Rechenschaft schuldig", horchte nach der Türe, lier führte und dämpfte Mstern. »Sufe - - est, daß er dich liebt, ingt, dich zu besitzen - bestünde, ihm mW* ekunde zögern, zunia« den Weg freizMachcm i nicht einfchähoi, vast wenn er für dich alles n hätte. 34 wäre zu n Gedanken um einen ch nichts gelte. >m etwas bin. " »» hzte in WtM NÄ * es JS-jure L Hände zK säffls imf °«' i°ch -yi -OW ®lid en“, I Kindl 5®* "A* • Rückgang der englischen Einfuhr. Die englischen Außenhandelsziffern vorn Monat März, dem ersten Monat nach Einführung des allgemeinen zehnprozentigen Einfuhrzolles, weisen einen erheblichen Rückgang der Einfuhr und eine Zunahme der Ausfuhr auf. Die Einfuhr betrug 61,12 Millionen Pfund, gegen 70,2 Millionen Pfund im Februar. Die Ausfuhr belief sich auf 31,2 Millionen und hat damit um 1,2 Millionen gegenüber Februar zugenommen. Den stärksten Rückgang erfuhr die Einfuhr von Fertigwaren. • Südwe st deutsche Rundfunk A G.. Frankfurt a. M. Aus dem Geschäftsbericht der Gesellschaft für das abgelaufene Geschäftsjahr 1931 ist zu ersehen, daß die Teilnehmerbewegung normal verlies und einen dem Vorjahre entsprechenden Zuwachs erreichte. Demgegenüber traten aber nicht unerhebliche Ausfälle durch die umfangreiche Gebührenbefreiung von feiten der Reichspost ein. Die finanzielle Lage der Gesellschaft ist weiterhin zufriedenstellend. Trotz ständig neuer Aufgaben und Anforderungen, vor die die Gesellschaft gestellt wurde, gelang es, durch einschneidende Sparmaßnahmen nicht nur eine Steigerung der Llnkosten gegenüber dem Vorjahre zu vermeiden, sondern auch sie nicht unerheblich zu senken. Nach Vornahme von 0,23 Mill. Mk. Abschreibungen auf Gebäude und 3nventar verbleibt ein Reingewinn von 75 764 Mk., aus dem 8 Prozent Dividende zur Verteilung gelangen und 20 564 Mk. auf neue Rechnung vorgetragen werden sollen (i. V. nach Abschreibungen von 79 515 Mark 8 Prozent Dividende aus 61 820 Mk.). Die GV. genehmigte einstimmig und ohne Debatte die Regularien und beschloß die Verteilung einer Dividende von 8 Prozent auf das eingezahlte AK. Dem AR. und dem Vorstand wurde Entlastung erteilt. die Erholung gegen Ende des Neuyorker Börsenverkehrs hinterließ einen günstigen Eindruck. Ferner verstartle die anhaltend Icichlc Veranlagung des Geldmarktes und die gestern erfolgte weitere Ermäßigung des Privatdiskontsatzcs die Hoffnung auf eine baldige Senkung des Reichsbankdiskontes auf •5 Prozent. Man erwartet in Kürze eine Neuregelung des Effektenverkehrs mit dem Auslande und rechnet damit, daß bei Erteilung der Ausfuhrgenehmigung der Devisenbcwirt- schastungsstelle ein Nummernverzeichnis der betr. Effekten eingereicht werden muß, so daß man eine genaue Kontrolle über den Ein. und Ausgang haben wird. Auch aus der Wirtschaft lagen einige etwas zuversichtlicher lautende Nachrichten vor. Die sinanzielle Lage ber Hoesch-Köln Neuesten AG. hat sich nach einer Erklärung der Verwaltung erheblich aebessert, was sich an der Börse in einer Kurssteigerung dieser Werte um mehr als 2,5 Prozent, das sind über 10 Prozent des effektiven Wertes, auswirkte. Bei Leonhard Tietz rechnet man mit einer nur unwesentlich unter dem Dorjahrssland liegenden Dividende, für Farben glaubt man mit einiger Sicherheit — die Bilanzsitzung findet am 16. April «statt — einen Satz von 7 Prozent an- nehmen zu können. Elektrische Licht unb firaft, Bekula, Aku, Schultheiß waren bis zu 3 Prozent höher, währcnb Ilse, Rhcinstahl, Contigummi, Lah- Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. - Rcichsbankdiskont 5,5 o.H., Lombardzinsfuß 6,5 v.H. ediultbru Pa-eoholei . . . Atu lAllgemeine RunfHclbe) Bemberg Rellftoff ealbfwf..... ZeUilo!« Alchafsenburg . . . Teffauer Gas . . . . Taimlcr «Rotoren Deutle Linoleum . . . . Crcnftein & Koppel .... <-eonbarb Tietz Sventka Chabe ....... --ß i cf), 12. April. Gestern erfolgte die Neuaufnahme ber Abc-Schützen an der hie« unu uuxvuyi.ui.ye.. ... -.Ml! — . sigen Volksschule. 2m ganzen kamen 53 Kinder m den Ein im vorigen Jahre begonnener Neubau mit bie «chule. Die Elementarklasse wird von ^eprer zwei Wohnungen geht feiner Vollcnbung entgegen. Schön geführt. An Stelle bes in ben Ruhestand )( L ich, 12. April. Der Mädchenkranz getretenen Lehrers Schneider trat Lehrer ö a • veranstaltete nach Beendigung seiner Wintertätig- m cs von Lauterbach neu in den Lehrkörper ein. keit im Gemeindesaal eine wohlgelungene, gut tfinnefdnöt besuchte Schlußfeier. Nach einem Eingangs- , ' ' ... „ . lieb und einer Ansprache des Leiters folgten zwei (Fui Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik größere Aufführungen, Neigen, Gedichte und Lie- stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem der in bunter Reihenfolge, alle sehr beifällig Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) aufgenommen. Eine Kaffeetafel und eine Andacht | Um ben Brannlroeinprci». schloffen ben Abenb ab. 4= Obbornhofen, 12.April. Der Antrag unserer Gemeinde auf Einführung des freiwilligen Arbeitsdienstes wurde für eine För- berungsbauer von 18 Wochen genehmigt. Von 56 I D^'tzf'f^ü'^h^gen bekänntgegeben, "denn die angemeldeten Arbeitern haben 44 die ^umeifung Reichsregierung hatte am 24. Februar 1932 eine zum freiwilligen Arbeitsdienst erhalten 33 Mann Zufage gegeben. Auch die Reichs- stehen seit dem 11. April in Arbeit Es kommen nur dranntwein-Monopolverwaltung hatte sich für die solche Arbeiten zur Ausführung, die unter den der- Preisherabsetzung eingesetzt. Plötzlich erklärte aber zeitigen Verhältnissen aus finanziellen Rücksichten bad Reichskabinett am 18. März, daß aus tech- nicht durchgcfuhrt werden konnten. Eine Kolonne ni|<ßcn Gründen die Preisermäßigung für Brannt- der Arbeiter ist mit Steinbrudjarbeiten beschastigt, verschoben werden müsse. Eine nähere Bewährend Zjpei andere Kolonnen Ausbesterungsarbei- Gründung dafür wurde nicht gegeben. Für dies« teil an Graben und Wegen vornchmen. Die Fman- Begründung, die keineswegs stichhaltig erscheint, zicrung erfolgt durch die Reichsans alt für Arbeits- {önncn bic interessierten Gruppen kein Verständ- losenversicherung und Arbeitsvermittlung, doch gibt Ausbringen. Die Derschiebung der PreiS- bic ®emembe em tägliches Gcschirrgelb von 5 Ps. Herabsetzung für Branntwein bedeutet einen schwe- pro Mann hinzu. rcn Schlag für das leit Jahren schwer notleidend« ftretö Tricdbcra. einschlägige Gewerbe. Alles hatte sich schon auf h! / 9 orbrif Dio Neu- eine Begebung ^s Geschäftes eingestellt; die ,W^/N. Butzbach, )2. April Die Neu Monopolverwaltung hatte bereit« Aufträge zum Unhh.m"1 ofm u ^Olbril neuen Spritpreis entgegengenommen. Die Vertrittletzt m ihr akutes Stadium. Am 14 April braucherschast kaufte bisher immer nur den allerwerden sich dem Stadtrat vier Bürger dringendsten Bedarf. Die neuerliche Entscheidung meisterkandidaten vorstellen. Reichskabinetts Wirtz den Branntweinkonsum Kreis Schotten. weiter einschränken und sich vernichtend für das - , „ , . . . A „ 10 ofbrir Rn un. gesamte Gewerbe auswirken. Das Gewerbe und -i- Ober-Schmitten 12. April. In un $u[)Iifum ^rden sich in der Folge immer serem kleinen Jndustriedorfe. das bis letzt noch ^hr billigeren Ersahgetränken zuwenden, und DDn ber allgemeinen ^^chMskrise S /h wird dadurch nicht zuletzt selbst gc- verschont blreb, ist auch die Bautatigkeit schädigt, da das Monopol unter diesen Umstan- ?CrrX V QrL9 ^n zusammenbrechen muß und mit chm da« amilienhauses^ das im Herbstbezogen werden unb bie La,^Wirtschaft. Dabei ist bc- fqll ist E Dange, ^n zweites^Haus soll zu fmmt bie Schwarzbrennerei und der Handel d'esem Zeitpunkt im Dohbau ertiggeftellt se m unversteuerten Branntweinen immer mehr lieber weitere 2-uvorhabni isnoch kerne Ent- ^hmen. Die neue Notverordnung sollte aller» scheidung getroffen, weil Schwierigkeiten in der «. v 2lblieferungspflicht der bisher ab- Beschaffung geeigneten ^ulandeS lieferungsfreien Kleinbrenner bringen, um so den Im Ergangenen ^r tourbe bier e n Doppel- Branntwein in die Hand zu bekommen, Wohnhaus und zwei Einfamilienhäuser erbaut. bicfer -n Icbtcc ycit ein Drittel bi« ein Kreis Alsfeld. Viertel billiger wie der Monopolsprit verkauft Nieder-Gemünden, 12. April Dieser wurde. Dei den früheren Vestrebungen, die Klein- Tage hielt der hiesige Beflügelzuchtver- brenner abzufinden ober di« Ablieferungspflicht ein eine außerordentliche Hauptversammlung ab. sur den Dranntwem einzufuhren stieß man auf Aach einleitenden Worten des Vorsitzenden über | großen Widerstand bet den suddeutschen Klein- Kran ui u. L . Gchluk» furt Ansang« für« Sch uß- Anfang« lur« für« Datum 12.4. 13.4. 12.4. 13.4. rh'tebed l’tenian . . . • 7,2 — — — Bereinigte Gtaölroerte ... 4 11,5 12,25 11,25 12,75 Ttavi Minen . . - 16'/, —— — — — Kaliwerte AicherLieben . . 10 78 —- — — Kaliwerte Westeregeln Kaliwerte Lakdethirtb . . 10 — — — — . 16 88 — — — 51. G. Ratben-OnBuftne ir 84,4 85,75 83,9 83,9 Verein, chem. Industrie Frank- lurta. M.......... — — —- Scheideanstall.... . . 10 123,5 124,25 — — Wolbidimibt..... . ... 0 — —— — — Rütgerswerte .... . . . . 6 26 — 26,5 — Metallgeiellickali. 28,5 29 — 28,5 V bil tpp Holz mann . . Zemenlwert Heidelberg cementnserf Sarlffadt. ... 5 26,75 1 1 1 26,75 26,25 Wavb & Freptag . . 0 — - — iiani u. ■ flei Jh u; u. -er Schluß- ture Anfang« für« Schluß« lur« Anfang« fürs Schluß- für« Anfang« für« Schluß- für« Anfang« für« Datum 12.4 13.4. 12.4. 13.4. Datum 12.4 13.4 12.4. 13.4 6% Deutsche Retchsanleide v. 192. 7% Deutsche ReichSanlcthe v. 1929 5y,% Young.AnIeihe von 1930 Deutle Anl.-Ablöl.-Schuld mtl Aurloj.-Rechtcn TcSgl. ohne Auslol.-Rechte 8% Hesi. Sollsstaat von 1929 lrffckzahlb. 102%) Oberhellen Provinz-Anleihe mii Auslos.-Rechlen Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 • 8% Franks. Hyp.-Banf Goldpse 15 unkündbar bis 1935 7% Frankl. Hyp.-Banl Goldpse unkündbar bi« 1936 Serie 16 iy,% Franks. Hyp.-Bank Liau.- Pfandbriese. - Hansa Dampsschiss 0 Norddeutscher Llohd 6 -21.(9. sür Berlebrswcscn Alt. Berliner Handelsgesellschast 8 Commerz- und Privat-Bant . - Darmstädter und Rationalbanl v Deutsche Boni und Tic-conto-Gclellichaf« . Dresdner Bank ..... 6 ReichSbanl ■ • • 12 ÄS.S. ; Bergmann ..... •* Elektr. Lteserungsgelellschast 10 Licht und Krall 10 Fellen & Guilleaume 6yt Scsellschasi sur Slektrische Unternehmungen ... v Rheinische ClellNjität ... . 9 Gdiudert & (io.......J1 Siemens & Halske....." 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