per bier K'Ls'r« Sn, ?'?>>•■ 9 d,j L-Iech. ’S 4*1!*' Nwt) Vm ?°>le l^lbs nN er «" übe! A und !ulefien. Gt i^t04tnt :n WJ1 nur 5§S ln9 bodieg^V^u lnh,9ung§bloft. SK atöe Achten. 6'nbenbufg, Mtaäai) Bk S-tunibnün,,,^! feiner langen Dent- fSnltniited 7”Wl Sie mW *»*»««8 ein« m Dege oon der on- e enlgegensleheu. Ein «nfrootl wohl nicht. P°,if’l4xn fiteilen, Ihr wch die Jlallonallojla- lkswahlansbrel. elfen würden. Ver en Reichrkanzler Ueren Verhand- i welcher Zeile ha da wird, muh man oben rechnet man damit, Hindenburg» ikb. einbenisung 'geleltni. - Drahtmeldung.i Da e/chatag, hat an ag auf sofortige hstageabermaio ineiis Laval. I)lmelbung.)Da$fran. 15 heule zulammentrol, iflerpräfibcnlen Laval äsidenlen da» R ü 'Lgänge die heutigen . cun i Disp^mnn er I wie mD9 f; sein. Sie en, zu uns Kn ÄachuM unh er He.r^hchterchen bc' ilul ein n Herrn wtlcgcn, I»in- f»< W--' nr. 10 Erster Blaff 182. Jahrgang Mittwoch, 13. Januar 1952 GichenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Cnirf nnt üerloa: vrLHI'Iche Un«verstlülr-Vuch, und Stetnöraderei B. lange in Sieben. Sdfriftiettnng und Sefdjäftslteüe: SifinffraM 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für | mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig; für Ne- klameanjeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20“, mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Berantroortlid) für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Tdyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Fitter, sämtlich in (Biegen. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezvgspreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zentsprechanschlüste unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger riehen. PoNfäfedtonto: Sronffurl am Main 11686. Negierungskn'sis in Frankreich. Gesamtdemission des Kabinetts Laval. - Die Radikatfoziaten unter Herriot lehnen eine Beteiligung vorerst ab. - Briand scheidet endgültig aus. Paris, 12. Ian. (IDIB.) TNinisterpräsident C a o a 1 Halle heule gegen abend eine einflündigc Unterredung mit dem radikalen Abg. h e r r l o l Lr Hal ihm den Eintritt in sein fiabincM als Minister für auswärtige Angelegenheiten und eine Vertretung der Radikalen Partei innerhalb des Kabine t t s, entsprechend der ziffernmäßigen Stärke dieser Partei im Parlament angeboten. Die radi- talsozialistlsche fiammersraktlon, die am Spätabend unter herriot tagte, hat sämtliche Vorschläge Lavals und ihre Beixili- gung on einer fion ; entro t 1 on abge- lehnt. Laval hat darauf beschlossen, dem Präsidenten den Gesamtrücktritt des fiabi- n t Hs zu unterbreiten. Der Präsident der Re- publik, Doumer, hat heule um 22 Uhr Minister- Präsident Laval und sämtliche Mitglieder des fiabi- netts empfangen, die ihm ihre Demission überreichten. Der Präsident der Republik hat diese Demission angenommen. Er wird morgen vormittag seine Besprechungen zur Bchk-bung der Ministerkrise beginnen. Dem Beschluß Lavals, dem Präsidenten der Republik den Rücktritt des gesamten Kabinetts anzuzei- gcn, ist am Vienstagvormittag eine längere Unterredung zwischen Laval und Br-iand vor- ausgegan^en. wie verlautet, halte sich Briand geweigert, allein aus dem Kabinett auszuscheiden, obwohl er dem Ministerpräsidenten vor einigen Tagen erklärt hatte, daß sein Gesundheitszustand ihm kaum gestatten werde, das Außenministerium beizubchallcn. Aus diesem Grunde ist die Form eines Gesamtrücktritts des Kabinetts Laval gewählt worden. Laval wird voraussichtlich zunächst den versuch machen, die Regie- rungsgrundlagc im Sinne eines „Kabinetts der nationalen Einigung" zu erweitern. Ls dürfte aber ausgeschlossen fein, daß sich die Radikatsoziatisten wenige Monate vor den Neuwahlen zur Kammer an einem solchen Kabinett beteiligen, was Briand an- geht, so ist nicht o n , u n c h m e n . daß er in dem neuen Kabinett ein Ministerium wieder übernehmen wird, wie in gutuntcrrichtcten Kreisen verlautet, haben die Aerzte auf Grund einer Untersuchung Briand jede weitere politische Tätigkeit abgeraten. Briand hat daraus beschloßen, in der neuen Regierung keinen Mini st erpo st en zu Übernehmen. Er hat auch das Angebot Lavals abgelehnt, Frankreich im Völ- kcrbundsrat zu vertreten. Rach Vollendung der Bit- düng des neuen Kabinetts wird sich Briand sofort auf feinen Landsitz begeben und damit dem politischen Leben für einige Zeit vollkommen den Rücken kehren. Wenn Ministerpräsident Laval für die Demission seines Ministeriums keine anderen Gründe hat, als das Verhalten der radikalen Fraktion, wird sich, da er sich zweifelsohne doch bemühen wird, die Radikalen in eine Regierungskombination einzubcziehen, wieder das ereignen, was sich unter Laval und unter Tardicu bei der letzten Ministerkrise ereignet hat. Die Radikalen werden gemäß den Beschlüssen ihrer Parteitage eine Abgrenzung nach rechts hin verlangen und zweifelsohne wieder erklären, daß sie mit Mitgliedern der Maringruppe kein Kabinett bilden können. Laval wird also, wenn ihn der Präsident der Republik mit der Bildung des neuen Ministeriums betraut, wiederum auf Schwierigkeiten stoßen, die er vielleicht nur lösen kann, wenn er einige seiner a I - tcnMinisteropsert. Ob Laval selbst, nach seinem Verhalten gegenüber der Opposition bei wichtigen Beschlüssen während der letzten Paria- mentsscssion, derMann sein wird, der den Radikalen genehm ist, mag auch noch fraglich erscheinen. Für die Radikalen selbst steht natürlich bei der Beteiligung an einer Konzentrationsregierung angesichts der bevorstehenden 5Xammer- wahlen viel auf dem Spiel, denn sie müssen aus wahltaktischen Gründen immer auf die Haltung der Sozialisten Rücksicht nehmen. Erste Prognosen. Mas sagt die Presse zur Lage? P a r i s. 13. San. (WTD. Funkspruch., Aus der Moraenpresse geht nicht klar hervor, warum das Kabinett Laval zurückgetreten ist. Die Frage, ob unter allen Llmständcn eine Konzentration mit Einschluß der Radikalen gebildet werden soll, findet keine klare Antwort. — „Matin" erklärt, gewisse radikale Führer hätien zum Ausdruck gebracht, daß sie in eine Konzentrationsregierung nur eintreten könnten, wenn diese nicht als eine reine Fortsetzung der gegenwärtigen Regierung erscheine, sondern wenn sie ihren Ausdruck in der Bildung einer neuen Regierung finden würde, an deren Spitze eine neue Persönlichkeit stehe. Angesichts der 2lbleh- nung der Radikalen glaubt der „Matin", daß das neue Ministerium das gleiche sein wird, wie das zukückgetretene. lediglich mit Reu- besehung der bisher von Briand und Maginot eingenommenen Posten. — Die Herriot nahe» stehende „(Sre Rouvelle" betont, daß die Radikalen sich nicht an einer Mehrheit beteiligten, die fast ständig durch die Rechtebeherrscht worden sei. — „2a Repu- bUque" vertritt wie „Ere Rouvelle" die Ansicht daß der Rücktritt des Kabinetts erfolgt sei, um Briand von seinem Posten zu entfernen. —■ Einige Blätter, wie der sozialistische .Popu- laire" und das radikale «Oeuvre" lassen durchblicken, daß der Präsident der Republik a n der Bildung einer auf breite rG r u n d- lage geschaffenen K o n z e n t r a t i o n s- regierung festhalten könnte, allerdings unter anderer Führung. .Oeuvre" nennt in diesem Zusammenhang Paul-Boncour. Maginots Rheinlandpläne. Neuer Einmarsch als Sanktion für die Verweigerung von Reparationen oder als Sicherheit gegen die Folgen eines Bürgerkriegs in Deutschland. Eine breite Zone der Zerstörung im Stile Ludwigs XIV. längs des Rheins. M a i u z, 12. San. Der „Mainzer Anzeiger" veröffentlicht aus gut unterrichteter, mit den Arbeiten des sranzös.schcn Kriegsministeriums vertrauter Quelle Snformationen über d i e Pläne des verstorbenen Kriegsmi- nisters Maginot bei einem möglichen Konflikt zwischen Frankreich und Deutschland. Die Ansicht, daß die Rheinlandfrage in der französischen Politik noch immer eine bedeutende Rolle spiele, wird durch die jetzt bekannt gewordenen Pläne Maginots bestätigt. Es heißt in der Pariser Mitteilung: „Man weiß in eingeweihten Pariser Kreisen, daß die französische Regierung ihre Haltung und ihre Maßnahmen Deutschland gegenüber auf jede Möglichkeit eingestellt hat, weiß auch, daß Maginot gerade im Hinblick aus die Zuspitzung der Repara- ttonsfrage die Pläne einer etwaigen Reubesehung deutschen Gebietes durch den sranzöi.schen Generalstab hat ausarbeiten lassen. Ausgangspunkt dieser Pläne ist jener vielumstrittene Sanktionsartikel des Boung-Planes, der Frankreich bei einer Zerreißung dieses Planes unter bestimmten Voraussetzungen das Recht zu Sanktionen gibt. Die Möglichkeit einer Feststellung der Zerreißung durch Deutschland stellen sich nun gewisse französische Kreise so vor, daß die Richtbezah- lung von Reparationen bei gleichzeitiger Rückzahlung privater Auslandkredite einer Verweigerung der Reparationszahlungen gleichkomme. Eie knüpfen damit eng an die sehr ausgedehnten Verhandlungen der französischen Kammer über diesen Punkt vor Annahme des Voung-Planes an:' Ministerpräsident Tardieu hatte damals ausdrücklich eine Regierung Hugenberg-Hitler oder eine kommunistische Regierung mit der Möglich, leit einer Zerreißung des Voung-Planes in Verbindung gebracht. Des weiteren schwebt jenen Kreisen die Mög- lichkeit eines deutschen Bürgerkrie» a e s im Zusammenhang mit dem Vordringen des Bolschewismus vor. Auch in diesem Falle sähe sich Frankreich in seinem Lebensinteresse vor der Notwendigkeit, einen genügend wcitenSicher- heitsgürtel um seine Grenzen durch eine Pazifikation eines großen Teiles Deutschlands zu legen. Eine solche „Befriedung" würde sich aber anders vollziehen, als die Besetzung von 1918 oder 1923. Die Frage einer Annexion deutschen Gebietes scheidet heute auch für diese französischen Rechtskreise aus, nachdem Elemenceau mit seinem Einwand, daß bei einer Annexion oon 12 Millionen Deutschen im Rhein- lanb, in Westfalen und Hessen in einigen Fahrzehnten ein deutsches Parlament in Pa- ris tagen werde, die von Maurice Barres geführte Annexionspolitik gedämpft hatte. Die Sicherheit würde für die französischen Plane durch eine in größter Breite und Tiefe geführte Aktion von Fliegern und Tanks erfolgen, deren Aufgabe die Zerstörung aller öfsentlichen Gebäude, Bahnhöfe, Brücken usw. sein würde. Die so wehrlos gemachte Bevölkerung würde unter m i • [itärifdjc Verwaltung gestellt werden. Man konnte geneigt sein, solche Pläne für Phantastereien zu halten, sagt das Blatt weiter, aber es liegen ganz bestimmte und vertrauenswürdige Angaben darüber vor, daß sie in «reifen von Rang und Einfluß vertreten werden. Und zu diesen hat Maginot gehört, unter dessen Amtszeit sie ausgearbeitet wurden. Der Weg zur Dolkswahl Hindenburgs. Der Reichskanzler berichtet über das Scheitern feiner Aktion. Berlin, 12. 3an. (D3IB.) Der Herr Reichspräsident empfing heute nachmittag den Herrn Reichskanzler Dr. Brüning zum Vortrag. Der Reichskanzler berichtete dem Herrn Reichspräsidenten über seine Fühlungnahme wegen der Möglichkeit einer parlamentarischen Verlängerung der Amtszeit des Herrn Reichspräsidenten durch den Reichstag. Auf Grund dieses Vortrags bat der Herr Reichspräsident den Reichskanzler, oon einer weiteren Verfolgung des Deges einer parlamentarischen Lösung der Frage Ab st and zu nehmen. Hitlers Antwort. Ein Brief an den Reichskanzler und eine ausführliche Denkschrift. Berlin. 12. San. (ERB.) Der Führer der Rationalsozialistischen Partei. Adolf Hitler, hat heute folgendes Schreiben an Reichs- kanzler Dr. Brüning gerichtet: ..Sehr geehrter Herr Reichskanzler! Am 6. Sanuar 1932 teilte mir Reichsinnenminister General G r o e n e r mit. es bestünde die Absicht, die Präsidentschaft des Gene r a l s e 1 d m a r s ch a l l s von Hindenburg auf parlamentarischem Wege zu verlängern, bzw. den Reichspräsidenten durch eine Zweidrittelmehrheit des Reichstags neu wählen zu lassen. Reichsinnenminister Groener bat mich um Stellungnahme der Partei zu diesem Vorhaben. Sch beehre mich, Shnen, sehr geehrter Herr Reichskanzler, mitzuteilen, daß die RSDAP. bei aller Verehrung für die Person des Herrn Reichspräsidenten nicht in der Lage ist, diesen Vorschlag zu unterstützen. Sch Ie£ne daher namens der nationalsozialistischen Bewegung unsere Zustimmung ab. Die verfassungsrechtlichen, außen- und innenpolitischen, sowie moralischen Gründe, die uns zu dieser Stellungnahme bewegen, werde ich Shnen, sehr geehrter Herr Reichskanzler, in einereingehendenDar- Jegung umgehend ju ft eilen. Mit der Versicherung vorzüglicher Hochachtung bin ich. sehr geehrter Herr Reichskanzler, Shr sehr ergebener gez. Adolf Sitte r.“ Dieser Bries wurde im Auftrage Hitlers heute abend dem Herrn Reichskanzler durchHaupt- mann Gocring persönlich überreicht. Die Denkschrift Hitlers, die nur der persönlichen Snformierung des Reichspräsidenten dient, soll dem Vernehmen nach nicht veröffentlicht werden. Die neue Initiative. Ein überparteilicher Ausschuß für die Hindenburg-Kandidatur. 12.3an. (TU.) Die Bemühungen um bie Wiederwahl des Reichspräsidenten Hindenburg aus dem Wege der Volkswahl sind, wie die DAZ " bereits in vollem Gange. Um seine Wahl als Gemeinschaftskandidat einer Einheitsfront sichcrzuiteUen, werde voraussichtlich ein Aus- j.chuß gebildet werden, der, wie man in poli- tndjen Kreisen annimmt, unter Führung d e s ehemaligen Reichswehrmini st ers D r. Gcßle r stehen soll. Sollte eine Vereinbarung über die Gemeinichaftskandidatur Hindenburgs nur zwischen den Mittelgruppen Zustandekommen, so wurde es den ylugdgruppen rechts und links unbenommen bleiben, sich entweder anzuschließen oder keine Gegenkandidaten auszustellen. Auf Veranlassung oon Graf Westarp fand eine Besprechung mit Vertretern der DVP, des Christlich-Sozialen Volksdienstes, der Bayerischen Bolkspartei, des Zentrums, des Landvolkes, der Wirtschaftspartei und der Staatspartei statt, die sich eingehend mit der Frage einer Volkswahl Hindenburgs beschäftig- tcn. Die Versammlung kam zu der Ansicht, daß die Aufstellung eines Ausschusses aus den Mittelparteien nicht zweckmäßig wäre, zumal gerade die parlamentarische Losung gescheitert sei. Die Versammlung hielt vielmehr die Bildung eines überparteilichen Ausschusses für angebracht. Der in diesem Zusammenhang von Zeitungen für den Vorsitz eines solchen Ausschusses bereits genannte ehemalige Reichswehrminister Geß 1 er stieß auch in diesem Kreise nicht auf Ablehnung. Ein zweiter Gedanke, den man heute abend erörtert, geht in der Richtung, daß die Wieder- aufftellung Hindenburgs durch ein Gremium führender Persönlichkeiten deS deutschen Volkes behandelt wird, die nicht in erster Linie und ausschließlich Politiker sind. Gs kämen also die Spitzen der Wissenschaft, der Wirtschaft, der verschiedenen Berufsstände usw. in Frage, um den Charakter der Dolkswahl und des Eintretens ohne Unterschied der Parteien und der Stämme besonders deutlich zu dokumentieren. Sn unterrichteten Kreisen rechnet man darauf, daß der Reichspräsident sich einem solchen Ruf nicht entziehen würde Es ist aber nicht anzunehmen, baß die Entwicklung sich überstürzt vollzieht. Thälmann wieder kommunistischer Präsidentschaftskandidat Berlin, 12. San. (ERB.) Das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei hat beschlossen, bei den Reichspräsidentenwahlen i n jedem Falle als eigenen Kandidaten den Vorsitzenden der Partei Ernst Thälmann aufzustellen. Begründet wird dieser Entschluß damit, daß die Partei die Präsidentschafts- Wahlen nicht als parlamentarische, sondern a l s außerparlamentarische Ausgabe und als einen Bestandteil des in ihrem Programm festgelegten Klassenkampfes ansieht. Keine Einberufung des Reichstags. Berlin, 12. San. (VDZ.) Der Aeltestenrat des Reichstages hatte sich am Dienstag wiederum mit einem kommunistischen Antrag au, vorzeitige Einberufung des Reichstages zu beschäftigen. Don deutschnationaler Seite wurde der Zusammentritt des Reichstages gleichfalls verlangt zu dem Zwecke, die außenpolitischen und Reparationsfragen zu beraten. Beide Anträge wurden jedoch gegen die 229 Stimmen der Rationalsozialisten, der Deutsch- nationalen und der Kommunisten abgelehnt. Sn der Aussprache trat das Deutsche Landvolk zwar für den deutfchnationalen Antrag ein, machte aber zur Bedingung, daß alle Parteien sich vorher verpflichteten, dafür zu sorgen, daß die Reichstagssitzung nur z u einer gemeinsamen außenpolitischen Kundgebung benützt würde. Dieses Versprechen war jedoch nicht von allen Fraktionen zu. erlangen. Staatssekretär Pünder hatte noch einmal die Stellungnahme der Reichsregierung dahin präzisiert, daß der Zusammentritt des Reichstages nicht vor dem 2 3. Februar erfolgen solle. Ein neuer Notruf der Grünen Front. Berlin, 12.San. (CNB.) Die Grüne Front veröffentlicht einen mit den Unterschriften Brandes', Graf Kalckreuths, Hermes', Fehrs versehenen Aufruf, m dem es u. a. heißt: Die ungeheure Not des Bauernstandes ist zu einer ernsten Gefahr für unser Land geworden. Ohne Unterbrechung geht der Preissturz für Vieh, Molkereierzeugmfse und die anderen Erzeugnisse des Bauern weiter. Nach den neuesten Fest- stellungen des Snstitutes für Konjunkturforschung betrugen die Verkausserlöse der deutschen Landwirtschaft aus Getreide, Kartoffeln, Vieh, Molkerei- erzeugnissen, Eiern, Zucker, Wcinmost und Tabak •m Sahr 1930 31 8 Milliarden RM. gegen 9 Mil haröcn RM. im Jahre 1929'30 und werden nach dem gegenwärtigen Stande der Produktionsschätzun- gen und der Preise für 1931/32 raum mit mehr als 6,6 Milliarden R M. zu veranschlagen fein. Das bedeutet in den letzten beiden Jahren einen Rückgang u m 26 Trar @6 Q wolkenlos, o neuer 9 halb bedeckt ® wolkig. • bedeckt eRegttfc »Schnee a Graupeln, s Nebel K Grw.m **» s. ^•ologifditn Hessen. İ,-"-I-«>n -Mitteilung gebeten- .ernstester Darmzng 'll'gaussichts, d hat der Zu. .'Len Bern, in in>en letzten Jahren ^e Lage hat zu oie schlimmsten Ee. ^offenen Menschen, nldesen und für den m Stand am 1. ?73 akademische in Schulen Hessen- 381 Anwärter re). DaS beifot, dah )n vorhandenen An« Bedarf für un« den, wobei angenom« tt eben vorhandenen en bleibt. Hinter die« iber schon iviedcr erende der Hoch« Namstadt, die den Berufsziel an« t sich noch um die» den der Philologie, Studium auf einer rbliegen. Angesicht- ^astrvphalen Lage ist üteinschneiden« hessischen Aultusmini« iloae. r6,"er J-2SS-— ldr*(1 lussage- 0fbiet fidl b>s >n ^peraiur- °ch"'^-.nunkt her°°l' en 0efrierPunl neuen $ori)r2 einfIu6,aUJ in iveiterrr < dew .JnliftWOef», s^n^ und W" ),hem|o&b brM ,» ium ■ii0I 7 sie lern* >wc,n-b . .. -Iild, .äS?s KsKs für bie/°v .. n. 21m i* aben^ <^afi>num j rat’- \ gtunbe. ,-uer 1 Aus der provinzialhauptstadt. Drehen, den 13. Januar 1932. Schädliche Geldgeschäfte. Heuerbinge nehmen, so schreibt man unS, noch verschiedenen Anzeichen die privaten GeldgeschäUc gröberen Umfang an Mancher, der heute über freie Mittel verfügt, hält es für besser, selbst daS Geld auszuleihen, weil er dabei höhere Zinsen als für Einlagen bei Geldinstituten erlangt. Ob dieses Verfahren für den einzelnen, zumal in den heutigen Zeiten, wirklich der vernünftige Weg ist. bleibt zu bezweifeln, denn für die Geldanlage spielt die Hohe der Zinsen allein nicht die entscheidende Rolle. Es kommt doch sehr darauf an, ob das Geld auch sicher angelegt ist, und vor allem, ob es im Bedarfsfälle auch zur Verfügung st eh t. Vei zuverlälsigen Geldinstituten ist das Geld im allgemeinen so sicher angelegt, wie es nach menschlichem Ermessen überhaupt möglich ist. Geldinstitute Haden eine grobe praktische Erfahrung, einen ausgezeichneten Apparat, und sie können auch besser als der einzelne übersehen, in welche Richtung das ihnen anvertraute Geld am besten zum Wohle der Volkswirtschaft weitergeleitet wird. Selbstverständlich können auch dort, zumal in Krisenzeiten, Verluste im Kreditgeschäft eintreten, aber sie werden normalerweise ckicht vom Einleger getragen. Anders ist es, wenn der einzelne Geldbesitzer selber sein Geld in Krediten (Hypotheken usw.) ausleiht. Er kann im allgemeinen nicht eine grobe Erfahrung in der Auswahl der Schuldner und im Verkehr mit ihnen haben. Er must daher ein sehr erhebliches Risiko eingehen und bürdet sich die ganze Mühe bei der Erledigung der juristischen und steuerlichen Fragen auf, die solches Geldgeschäft nun einmal mit fich bringt, besonders dann, wenn die Zinszahlung oder die Kapitalrückzahlung nicht veteinbarungs- gemäb erfolgt und gerichtliche Schritte notwendig werden. Wenn man all die Mühe, die Arbeit, die Kosten, das hohe Risiko usw. berücksichtigt, die daS Selbstausleihen von Veld zur Folge hat, dann stellt sich heraus, dab diese Belastungen und Gesahren durch den höheren ZinSgewinn sicherlich nicht ausgeglichen werden. Vor allem aber kann der Geldausleiher daS Kapital im Bedarfsfälle nicht sofort zurückerhalten, er ist an lange Kündigungstermine gebunden, während er bei einem soliden Geldinstitut über seine Einlagen frei verfügen kann. Bei näherem Zusehen ist es also nicht klug, autu velbstausleihgeschäft überzugehen, vielmehr bleibt es nach wie vor richtig, mit zuverlässigen Geldinstituten seine Geldgeschäfte zu erledigen. Oie Sürflcrfleuer 1931. (WTD.) Am11 i ch. Für Lohnempfänger ist die erste Rate der Bürger st euer bei der nächsten auf den 10. Oanuar folgenden Lohnzahlung vom Arbeitgeber einzubehalten und binnen einer Woche an die in der Steuerkarte bezeichnete Wohnsiygemeinde des Arbeitnehmers abzuführen. Viele Gemeinden haben die Bürger- steuer mit Rücksicht auf das außergewöhnliche Anwachsen der Lasten aus der Wohlfahrts- Erwerbslosenfürsorge in so erheblichem Umfange anspannen müssen, dab die Entrichtung der einzelnen Raten für die Steuerpflichtigen sich zum Teil aubcrordentlich hart auswirkt. Dies mub für dieses Jahr, um die Gemeinden instand zu halten, ihren Der- pslichtungen für die Wohlfahrtsempfänger auch weiterhin nachzukommen, im Interesse der Gesamtheit in Kauf genommen werden. Es ist aber zu hosten, daß auch diejenigen Gemeinden, die dieses Jahr eine besonders hohe Dürger- fteuer erheben müssen, bei äuberster Sparsamkeit — a u f d i e hinzuwirken im Interesse jedes Bürgers liegt — die Vürgersteuersätze für das nächste Jahr ernt ä b i ge n können. Bei dieser Gelegenheit wird noch darauf hingewiesen, dab sich Arbeitgeber, die ihrer Verpflichtung zur Einbehaltung und Abführung der Dürgersteuer nicht nachkommen, haftbar und auch strafbar machen. Öer Diehmarkt-Konflikt beendet. Nachdem am Montag zwischen der Stadtverwaltung und den Vertretern des DiehhandelS erneute Verhandlungen über die Frage der D i e h - marktgeb ühren stattgefunden haben, die zu einer Verständigung führten, hat der Fi- nanzausschub des Stadtrats gestern vormittag auf Grund der Verständigung beider Teile beschlossen. das) die Diehmarktgebühren mit sofortiger Wirkung wie folgt neu festgesetzt werden: Die Marstgebühr für Grohvieh wird von 80 auf 60 Pf. pro Stück gesenkt, die Auftriebsgebühr für Kälber bleibt mit 30 Pf. pro Stück unverändert, die Gebühr für Fresser wird von 30 auf 40 Pf. pro Stück bestimmt. Rach dieser Verständigung sind die Viehhändler benachrichtigt worden, dab der Gießener Viehmarkt wieder in der gewohnten Weise stattfinden wird. Damit kann man den Boykott gegen den Gießener Viehmarkt als beendet ansehen, wobei allerdings nicht zu verschweigen ist, daß man zu diesem Ergebnis auch schon vor mehreren Wochen kommen und damit einen Boykott mit seinen schädlichen Auswirkungen vermeiden konnte. Knegerverein Gießen. Der Kriegerverein Gießen beging am Samstagabend im Eafö Leib d e Feier seines 58 ©i f ungd- festeS in der einfachen Form eines Familienabends. Diele Mitglieder mit ihren Angehörigen, Mitglieder befreundeter Vereine und eine Anzahl Düste hatten sich eingefunden. Schneidige Marschmusik und ein kerniger Vorspruch leiteten die Veranstaltung ein. Rechnungsrat Schiffnie hielt an Stelle des erkrankten 1. Vorsitzenden, Land- zerichtsrats Stümpert, eine kurze Ansprache, in der er u. a. besonders den Dataillonskomman- beur, Oberstleutnant KIepke, und die übrigen Herren des Offizierskorps, wie auch den Redner des Abends willkommen hieß. Im Mittelpunkt des Abends stand ein Vortrag über das Thema ..Schuh unserer Hnmat gegen Eingriffe aus Lustfahrzeugen". Der Redner, ein diesiger Offizier im Ruhestand, gab einen Ucber- dlick über das Ausmaß der Rüstungen auf dem Debiete des Flugzeugwesens bei den ehemaligen jeinbbunbftaatcn, und kennzeichnete an Hand ent- 'prechenden Ziffernmaterials die Gefahr n die unserem Daterlande in einem künftigen Kriege von dieser Waffengattung aus drohen. Der Vortragende betonte die unbedingte Notwendigkeit umfassender Schutzmaßnahmen, erörterte die Möglichkeiten und die Systematik eines au schaffenden zivilen Luftschutzes und gab Richtltnien für das Verhalten der Bevölkerung bei eben tue! m Flug- zeugangr f en. S.ne Anzahl guler Lichtbild.r v.r- anschaulichte und bereicherte den Vortrag, der mit lebbastem Beifall ausgenommen wurde. Oberstleutnant K l e p k e sprach sodann einige TDorte des Dankes für die Einladung und betonte im Hinblick auf das Thema des VortrageS, daß wir in Deutschland nicht auf ein Wunder (X-, Todesstrahlen usw.) halfen dürsten, das uns b:n Gefahren des Luftkrieges enthebt: das deutsche Volk sollte vielmehr darauf bedacht sein, seine Wehrhaftigkeit wieder zu erringen, die allein der zuverlässigste Schutz des Vaterlandes sein könne. Anschließend wurde durch Rechnungsrat S ch i f s n i e die Ehrung langiäbnger Mitglieder vorgenommen. Für 52jährige Mitgliedschaft wurde Andreas Göbel ausgezeichnet. Au.znchnun'en für 42jährige Mitgliedschaft erhielten Professor Dr. P o p p e r t, Ludwig Kimmel, Karl Währ um, Ludwig Decker und Hch. Weimer. Für 25jährige Mitgliedschaft wurden Phil. Müller, Gustav Wittmann. Gustav Schurmann und Philipp Rahm geehrt. Professor Dr. Kraemer nahm außerdem Gelegenheit, den Kameraden Karl Haupt, der nunmehr seit 25 Jahren im Vorstand tätig ist, in einer besonderen Ansprache zu ehren und ihm die silberne Medaille „Für Verdienst" im Namen der Hassia-Kriegerkarneradschaft zu übermitt.l'. Gin gemeinsam gesungenes Lied beschloß d e Ehrung. 3m weiteren Verlause deS Abends hielt Kam. Albin Klein eine kurze Ansprache, in der er die großen Erfolge der Kleinkaliberschühen her- vorhob. Die Altschützen hatten im vergangenen Jahre wiederum den Wanderpreis der H.rssia- Kriegerkameradschast an sich br'.ngen und damit endgültig erringen können. Für einen, anderen Schießwettbewerb, aus dem dieselben vier Schützen als Sieger hervorgingen, wurde den Kameraden zum Zeichen der Anerkennung ein Erinnerung^» geschenk übermittelt. Die Iungschützen, die im vergangenen Jahre zum erstenmal um den Wanderpreis der Iungschützen in den Wettbewerb traten. konnten ebenfalls den Wanderpreis der Hassia-Iugend erringen; auch ihnen wurde eine Auszeichnung zuteil. Ein Marsch beschloß den 2T5enb. der in seiner Gesamtheit einen sehr harnumischen Verlauf nahm. Pornotizen. — Tageskalender für Mittwoch: Stadttheater Gießest, .Hanneles Himmelfahrt", 20 bis 22 Llhr. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: »Douaumont". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute, 20 Uhr, als 14. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement „Hanneles Himmelfahrt", Traumdichtung in zwei Teilen von Gerhart Hauptmann. Die Spielleitung hat Peter F a f s o t t. Ende 22 Uhr. — Die nächste Wiederholung des Zeitstückes „Verstehen wir uns?" von Peter von Preradovic mit Frau Auguste Prasch-Greoenberg in der Rolle der Großmutter findet Freitag, 15. Januar, 20 Uhr, a(s 14. Vorstellung im Freitag-Abonnement statt. Spielleitung: Peter Fassott. Ende 22 Uhr. — Vorträge über aktuelle Lebensfragen. Zu dem aktuellen Thema: „Der Mensch und daS Leben in der Gemeinschaft" werden auf Einladung der Bewegung für religiöse Erneuerung, der Thristengemeinschaft, zwei öffentliche Dorträge von Heinrich Ogilvie (Amsterdam) gehalten. Der Redner ist feit der Begründung der Ehristengemeinschaft als Mitarbeiter tätig. Er spricht am Donnerstag, 14. Januar, über ,So- Aigle und antifOAiale Triebkräfte im modernen Menschen"; am Freitag, 15. Januar, über .Die Ehe als Tlrtatsache des sozialen Lebens". Die Vorträge finden jeweils um 20.15 lH)r in der Universität. Hörsaal 40, statt. Näheres in der heutigen Anzeige. — Vortrag im VDA. Man schreibt uns: Wer sich um die Frage der Erhaltung des Auslanddeutsch- tums sorgt, möge nicht versäumen, den Vortrag zu besuchen, den Dr. theol. Clemens Scherer aus Berlin, der Generalsekretär des Reichsoerbandes für die katholischen Ausländsdeutschen am kommenden §reitagabend im Gießener Studentenhaus hält. Dr. ch er er spricht über „Volkstum und Kirche im Nationalitätenkampf". Siehe Anzeige vom Samstag. * "VeränderungimGiehenerKreis- tag. Wie im neuesten Amtsverkündigungsblatt bekanntgegeben wird, ist an die Stelle des von seinem Kreistagsmandat zurückgetretenen Wilhelm Lepper (Komm.) zu Gießen der Arbeiter Karl Hildebrand zu Wieseck als kommunistisches Kreistagsmitglied getreten. Sie Steuererklärungen für 1931. Der Reichssinanzminister hat als Frist für die allgemeine Abgabe der Steuererklärungen zur Einkommensteuer, Körperschaftssteuer und Umsatzsteuer bei der Veranlagung für die 1931 endenden Steuerabschnitte die Zeit vom 15. bis 29. Februar 1932 bestimmt. •• Kein Geld in gewöhnliche oder eingeschriebene Briefe! Die Oberpostdirektion Darmstadt teilt mit: Immer wieder läßt sich das Publikum dazu verleiten, bares Geld oder Wertsachen in gewöhnlichen oder eingeschriebenen Briesen zu versenden. Es bietet hierdurch ungetreuen Elementen innerhalb und außerhalb der Postbeamtenschaft Anreiz und Gelegenheit, fich auf eine verhältnismäßig bequeme und leichte Weise Geld zu verschaffen. Den Scha- den trägt in der Regel der Absender: denn wird der Geldinhalt der Briese entwendet, so erhält er bei gewöhnlichen Briefen überhaupt keinen, und bei eingeschriebenen Briefen nur dann Ersatz. wenn der ganze Brief, also der Brief mitsamt dem Geldinhalt, in Verlust geraten ist. Wird der Einschreibbrief dagegen nur seines Wertinhalts beraubt, so zahlt die Deutsche Reichspost nach den Bestimmungen des Postgesehes keinen Ersah. Darum versende man kein Geld in gewöhnlichen oder eingeschriebenen Briefen! Die einzig richtige Art, Geld zu verschicken, ist die mit Postanweisung, Zahlkarte oder Geldbries. ** Die ölte ft c Stadtanlage von Gissten. 3m Oberhessischcn Geschichtsoerein bespricht am morgigen Donnerstag Stadtbaurat Gravert die neuesten Untersuchungen über die älteste Stadt« anlage Gießens. Der Lichtbildervortrag findet um 20.15 Uhr im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts, Ludwigstraße Nr. 34, bei freiem Eintritt statt. Es wird nicht nur über die Entwicklungsgeschichte, sondern auch über die genauen Einzelheiten der ältesten Burganlage und des Stadtkerns an Hand von etwa 25, nach längeren Vorarbeiten angefertigten Plänen gesprochen werden. Auf dem Wege über die verschiedenen Nebengebiete ist alles das untersucht worden, was bisher an Einzelergebnisfen über die älteste Stadt als Bauwerk in früheren Veröffentlichungen vorlag, nachzuprüfen und gegebenenfalls richtigziiftellen, um ein möglichst klares Bild der Grundlage der Entwicklung zu erreichen. Die gefundenen Ergebnisse sollen als Unterlage für den neuen Bebauungsplan ausgewertet werden. Lei der bisher noch kaum von einer Seite erfolgten Untersuchung der Entstehung Gießens wird es sicherlich neben den fachlich eingestellten Kreisen manchen eingAprenen Gießener interessieren, ;u erfahren, wie »eit bis jetzt die Anfänge der Geschichte seiner Stadt geklärt sind. (Dgl. die heutige Anzeige.) Die Maul- und Klauenseuche in Obcrhesfen. 2m Kreise Gießen wurde in Hof-Güll und in Annerod die Maul- und Klauenseuche amtlich festgcstcllt Sperrbezirke sind Hos-Güll bzw. die Gemeinde Annerod; Bccb ch ungsgebiet d e Gem riung Mu chcn- heim bUD. die Gemarlung Annerod * Weiter wurde die Maul- und Klauenseuche in Ilsdorf (Kreis Alsfeld) amtlich festgestellt, der Ort Ilsdorf ist zum Sperrgebiet und die Gemarkung zum Deobachtungsgcb et erklärt- " Allerlei Diebstähle. Der Polizeibericht meldet: Gestohlen wurden aus einer Wohnung ein blaufeidenes Damenkle.d mit gc'bcn Acr- mein, ein schwarzer Marcngorock mit Weste und mittels Einsteigens aus einer Speisekammer ein Schinken. Ein um die Wcihnacht5z:it entwendeter Rodelschlitten ist bei der Kriminalpolizei sicher- gestellt. Personen, d.e zur Ermittelung der Diebstähle Angaben und bzgl. deS Schlittens Eigentumsansprüche gellend machen können, werden ersucht, der Kriminalabteilung Nachricht zu geben. h)ir wollen daß Ihre Anzeigen für He wer feen! Bitte geben Sie sie frühzeitig auf, damit für eine wirkungsvolle, gute Anordnung des Satzes gesorgt werden kann *• Landwirtschaftlicher Haushaltungskursus in Michelftadt. Die Landwirtschaftskammer in Darmstadt hat am 4. Januar einen weiteren fünfmonatigen Haushaltungskursus an ihrer Haushaltungsschule zu Michelstadt i. O. eröffnet. Der praktische und theoretische Haushaltungsunterricht erstreckt sich auf die Anleitung im selbständigen Kochen unter Berücksichtigung der Bedürfnisse des ländlichen und bürgerlichen Tisches, Zubereitung und Aufbewahrung der Speisen, Molkereibetrieb, Kleintierzucht, Gartenwirtschaft, Waschen und Bügeln, Buchführung und Handarbeits- unterricht. Ferner wird Unterricht in allgemein bildenden Fächern, Säuglings, und Krankenpflege erteilt. Die Teilnahme an dem Unterricht ist nicht nur Töchtern von Landwirten, sondern auch denen des Mittelstandes zu empfehlen. “ Ausstellung edler P e lztiere. Wir werden gebeten, dem Prämiierungsverzeichnis dieser Ausstellung nachzutragen, daß sich die Edelpelztierfarm des Herrn I. Kaufmann (Ehrenurkunde des Landesverbandes Brandenburg, für Nutria) in Webern (bei Klein-Bieberau) im Odenwald befindet. " Ordnung und Sauberkeit in den Zügen der Reichsbahn. In letzter Zeit wird wieder über Verstöße von Mitreisenbcnaegen die Ordnung in den Zügen geklagt. Die Klagen erstrecken sich in der Hauptsache auf Mitnahme zu umfangreichen Handgepäcks in die Abt;i'e Belegen von mehr Plätzen, als Fahrkarten gelöst sind und Belagern der Fenster und Türen der Abteile während des Aufenthaltes auf den Bahnhöfen, achtloses Beiseitewerfen von Papierresten, Obstschalen, leeren Schachteln, Zigarren- und Zigarettenresten, das Auflegen der Füße ohne Unterlagen auf die Sitze, rücksichtsloses Oesfnen der Fenster, Richtbe'olgung des Rauchverbots in den Nichtraucherabteilen, Beschmutzen der Aborte, Benutzung der awdlicgcnben Handtücher zum Reinigen der Fußbekleidung und auf die Anbringung von Zeichnungen und Anschriften anstößigen Inhalts an den Türen und Wänden der Abteile und Aborte. Das Zugpersonal der Reichsbahn ist deshalb erneut angewiesen worden, auf strenge Durchführung der in der Eisenbahn-Verkehrsordnung enthaltenen Bestimmungen zu achten. Das reisende Publikum wird gebeten, die Reichsbahn in ihren Bestrebungen, den Aufenthalt in den Zugetz so angenehm wie möglich zu machen, be- reitwilligst au unterstützen und den Anordnungen des Zugpersonals nachzukommen. DHE. Gießen. Vom besten Wanderwetter begünstigt, unternahm am Sonntag der VHE. Gießen mit über 60 Teilnehmern feine erste Vereinswanderung im Jahre 1932. Vom Ausgangspunkt Fronhausen ging es zunächst auf guter Landstraße über die Lahnbrücke durch Bellnhausen zur Frühstücksrast nach Hassenhausen. Hinter dem Orte wurde der Wald erreicht, wo man auf die rote Punktmarkierung, ein Werk des rührigen Gießener Wegebezeichnungs-Ausschusfes, stieß und diesem Zeichen nunmehr folgte. Aus guten Waldwegen kam man an Lichtungen vorüber, von denen man prächtige Blicke auf die von der Sonne beleuchteten Dörfer des Ebsdorser Grundes hatte, während in der Ferne Frauenberg und Amöneburg sichtbar waren. Bald war Treis erreicht, wo eine Mittagspause am Platze war. Nachdem das Lumdatal überschritten und man auf der Höhe angelangt war, genoß man nochmals vor dem Walde reizvolle Blicke auf die Orte der Rabenau, auf die Burgen Gleiberg und Staufenberg, sowie den Dünsberg. Das Zeichen leitete die Wanderer weiter durch schönen Waldbestand und schließlich über den Hohe Berg nach dem Endziel Großen-Duseck, wo sich inzwischen noch mehrere Nachzügler eingefunden batten, und man sich bei guter Stimmung bis zur Heimfahrt vortrefflich unterhielt. Kirche und Schule. Landkreis Gießen. X Wieseck, 11. Ian. In der Reihe der bei unserer Schuljugend beliebten Lichtbild stun- d e n wurden am Sonntag in der Kirche 30 Bilder von Kinderfreude — Kinderglück gezeigt; es folgten 50 Bilder aus der deutschen Missionsge- schichte. Den Beschluß des Missionssonntags machte für die Erwachsenen eine Missions- l i ch t b i l d st u n d e, in der der Ortsgeistliche Bilder von der Missionierung Deutschlands und der von Deutschland aus getriebenen Mission erläuterte. preutzen. Steuererhöhungen werden abgelehnt. Z Krofdorf, 12. Jan. Die Gemeinde- Vorsteher des Amtsbezirks Atzbach und Lau'n sb ach haben in einer gemeinsamen Tagung beschlossen, die von der Aussichlsbehörde infolge der allgemeinen wirtschaftlichen Notlage und der damit verbundenen Ausgabenoermehrung des Kreises und der Gemeinden geforderte Erhöhung der Bür- gersteuer, der Bier st euer und der R e a I st e u e r u m I a g e n abzulehnen. Die Gemeindevorsteher haben ihre ablehnende Stellung, nähme bamit_begrünbet, daß sie ber Bürgerschaft die erhöhten Steuern angesichts der ständig steigenden Arbeitslosigkeit und des Niedergangs der Landwirtschaft und des Gewerbes nicht zumuten können und sie sich bei der Geldarmut der meisten Steuerzahler von der geforderten Steuererhöhung auch keinen Erfolg versprechen. jrrcis Bicvcnkopf. * Diebenkopf. 12. Ian. Die Polizei ist einer größerenDiebstahlSaffäre aufbie Spur gekommen. Auf der Ludwigshütte bei WaUau wurde im Lause der letzten Wochen eine große Anzahl Ocfen gestohlen. Bisher gelang es der Polizei, 27 Oesen zu ermitteln und sicherzustellen. An den Diebstählen ist eine größere Anzahl Personen beteiligt. Bisher konnten 10 Personen festgestellt werden, von denen sieben bereits verhaftet und in das Gerichtsgefängnis zu Marburg e.ngeliefert wurden. Nachdem bekannt wurde, daß sictz die Polizei mit der Dicbstahlsangelegenheit beschäftigte, haben verschiedene Besitzer die unrechtmäßig ungeeigneten Ocfen in die Lahn, bzw in den alten Schacht eines ehemaligen Bergwerks bei Wal lau geworfen. Die Ermittlungen über die Besitzer dieser Ocfen haben ebenfalls schon zum Erfolg geführt. Steuerproiest derLandgemeinden des Kreises Wehlar. WEN. Wetzlar, 12. Ian. Die Sinan- -en deS Kreises Wetzlar befinden sich in einer außerordentlich bedenklichen Situation, die noch verschärft wird durch die Stcucrforberungen. die zur Sanierung der Landesbank der Rheinprovinz erforderlich werden. Eine heute in Wetzlar tagende Versammlung von sämtlichen Gemeindevorstehern des Kreises Wetzlar faßte nach längerer Aussprache einstimmig folgende Entschließung: „Gegen die geplante Erhöhung der (Bürger ft euer auf 350 Prozent* des normalen Satzes und der Bier st euer auf das Doppelte legen wir hiermit den e n t - schieden st en Widerspruch ein. Mit Befremden stellen wir fest, daß man durch diese Zumutung zeigt, daß die maßgebenden Stellen die Notlage unserer Landgemeinden noch nicht erkennen. Die Steuern haben jetzt schon eine untragbare Höhe erreicht, denn schon jetzt stellt eS sich heraus, dah ein großerTeilder Steuern nicht bezah lt werden kann und die Not noch im Steigen begriffen ist. Die Ausgaben für Wohlfahrtslast en und Krisenfürforge wachsen in einem beängstigenden Maße, während die Einnahmen der Gemeinden immer kleiner werden. Eine weitere Steigerung der Steuerlasten ist nicht mehr möglich. Sie würde zum größten Teil nur auf dem Papier stehen und in der Bevölkerung berechtigte Empörung Hervorrufen. Wir erheben im letzten Augenblick unsere warnende Stimme als verantwortliche Führer unserer Gemeinden. Sollte man aber trotzdem die beabsichtigten Steuererhöhungen durch M a ch t s p r u ch festsetzen, ohne auf das Können der Gemeinden Rücksicht zu nehmen, dann sehen wir uns gezwungen, unseren Kassen Anweisung zu geben, mit den eingehenden Steuergeldern und Abgaben in erster Linie die Bedürfnisse der Gemeinden abzudecken und uns weitere Schritte vorzubehalten. Wir fordern nachdrücklichst eine erhebliche Senkung aller öffentlichen Ausgaben und Heber* nähme der Wohlfahrtslasten auf eine breitere Basis." Amtsgericht Gießen. * Gießen, 12. Ian. Das Verfahren in Sachen oH Alleininhabers der Firma Balser in Gießen, Mäusburg, Erich Bedarf daselbst, Privatklägers, gegen den Chauffeur Willi Lepper in Gießen, Angeklagten, wegen verleumderischer Beleidigung sand in der heutigen Verhandlung seinen Abschluß durch einen gerichtlichen Vergleich zu Gunsten des Privatklägers, durch den dieser, weil dies auch schon auf andere Weise geschehen war, von jedem Verdacht, strafbare Handlungen, wie sie ihm von dem Angeklagten vorgeworfen worden sind, begangen zu haben, völlig gereinigt wurde. Lepper hatte unter IV. in Nummer 6, 3. Jahrgang, deS .Gießener Echo", also öfsentlich, bei bem hiesigen Stadtvorstand angefragt, ob es wahr fei, daß die Firma Balser durch fingierte Aufträge die ötabt um mehrere tausend Mark geschädigt habe und ob der Stadtvorstand bereit sei, deshalb eine Hnterfuchung einzuleiten, in der auch die Arbeiterschaft vertreten sein müsse. Die Folge dieser Anfrage war die eingangs erwähnte Privatklage. Den für einen Geschäftsmann außerordentlich schwerwiegenden und kreditgefährdenden Vorwurf hat der Angeklagte in der Verhandlung in l einer OB ci fe aufrechterhalten; er erklärte, falsch informiert gewesen zu fein und eS schuldhaft versäumt zu haben, den Informationen auf ihre Richtigkeit nachhaltiger, wie er es getan, nachzugehen. Der gerichtliche Vergleich, in dem auch diese Erklärungen ausgenommen worden sind, ging dahin, daß der Angeklagte die Beleidigungen unter dem Ausdruck des Bedauerns zurücknahm, da von feinen diesbezüglichen Behauptungen nicht das Gering st e w a h r sei. Der Angeklagte verpflichtete sich ferner durch den Vergleich, im .Echo" feinen Anhalt in der darin näher angegebenen Weife zu veröffentlichen unb die gleiche Veröffentlichung im .Gießener Anzeiger" unb in ber .Oberheffi* fchcn Volkszeitung binnen einer bestimmten Frist aufnehmen zu lassen. Er übernahm sämtliche nicht unbeträchtlichen Kosten, barunter auch diejenigen, die durch die Veröffentlichungen entstehen werben. Falls ber Angeklagte feinen Verpflichtungen hinsichtlich ber Kosten und ber Veröffentlichungen nicht nachkommt, ist beten Vergleich hinfällig, und bas Verfahren geht weiter. jOberhess. Geschichtsverein | STOFFE Instituts (Ludwigstrafce 34) statt. 302 D Wohnung 996 D Ausverkauf Tel. 3804. Gießen. 301 D LBERNARD Hallo! Hallo! Erstes PlockstraßeNummer16 30 305 D Hotel Schütz irisch OeschMlel .MEHTUq Restauration BJiflPß 309 l Ausverkauf 290 A SCHUHHAUS gesucht. 320V gesucht. 285D Wir suchen 303d nötig. 1 Der Vorstand. 3^oD S«l MtNtli Asterweg 47. 306 D WtzWUW 400 180 4700 60 Rudolf Feick, Weinbau und Weinhandel Wallertheim, Rneinh. Stelldichein der ganzen Stadt Dankbar begrüßen wir alle, alle, die zu uns kamen. Aber auch alle kamen auf ihre Kosten durch die schonungslosen Preisherabsetzungen in unserm Inventur- Absatz iMIWMleier KuLs-VSvfe, Mainz Wallstr.,Nähe Hauvtbahnh./Tel.M.33939 vom 14.—16. Januar. Geschäftsstelle: Schloßstrabe 6. Gelegenheitskäufe in 2-, 4- und 6-Sitzer Personen-, Lieser- und Lastwagen aller Stärken u. Größen. Kaufen Sie kein ge- braucht.Fahrzeug,bev.Sie dieAuto-Börse in Mainz besichtigt haben. Nächste Börse jeweils wöchentl. Donnerst, u. Freitags. Morg.Donnerstag LNetzel- Suppe! Morgens 10 Uhr: Wellfleisch, Kraut. Kleiderschrank 3tür.,'/, für Wäsche, noch roh, la. Arbeit, 20"/o u. Wert abzug. Schristl.Anfr. unter 0224 a. d. Gß. Anz. Königsberg, den 12. Januar 1932. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 14. Januar 1932, nachmittags %3 Uhr. vom Trauerhause aus statt. Brennholz. rm Buchen- und Eichenscheitholz rm Buchen- und Eichenknüppel Buchen, und Eichen-Wellen rm Buchen, und Eichenstöcke. Nutzholz. rm Eichennutzscheit 1. Kl. Matthäus 26, Vers 39. Montag abend starb im Alter von 41 Jahren nach kurzem schweren Leiden meine innigstgeliebte Frau, unsere liebe Mutter, Schwester, Schwiegertochter und Schwägerin Frau Anna Nöll, geb. Popp Wirksame erbe-Drucksachen I bei Brühl, Sebuletraße 1 Größtes Stoff-Spezialhaus am Platze ____________________313A Wer liefiert Sägemehl ? Angebote mit Preis vro Waggon an O2U L. Stellwag, Neumühle, Trais-Horloff Friedberg-Land. Albach, den 11. Januar 1932. Hessische Bürgermeisterei. Lenz. Beschlagnahmefreie 3-Zinwr-Mninig m. Badez., Balkon, sowie all. Zubehör z. 1. 4. 32 zu verm. Schriftl. Ang. unt. 0135 a. d. GH. Anz. Unsere Arbeits-2lbende sind bis auf weiteres Donnerstags, abends 8 Uhr, bei Boller, Bahnhofstraße. Donnerstag, den 14. Januar, Thema: MMeknMZeikMteo. Veroff. 116: Stahlhelm, B.d.F., lädt zur HeiclisgFüDilmigsbier am 16. Jan., 8 Uhr abds., im Gafs Leib ein. Eintritt beiBor« zeigen der Vereins^ Mitgliedskarten frei Der Lichtbildervortrag des Herrn Stadtbaurats Gravert über Die älteste Stadtanlage Gießens“ findet nicht im Hörsaal 45, sondern im Saale des Kunstwissenschaftlichen fabelhaft billig im Inventur- D.O.B UNd Feinste Fisch-Filets ■■■■ Pfund von 55 Pf. an ff. Hochfläche aller Art Heilbutt, 2—3pfd., Pfd. 95 Pf. Lebende Schleien, Pfd. 120 Pf. Fischhaus Cuxhaven Ma/ktstr. 23 304 a Telephon 2417 Gießen, den 13. Januar 1932. Karl Möll Gerichtsvollzieher in Gießen, Ludwigstraße 331, Telephon 3239. Donnerstag,'den 14. Januar: „Soziale und antisoziale Triebkräfte tm modernen Menschen" Freitag, den 15. Januar: „Die Ebe als Urtatsache des sozialen Lebens Jeweils 20.15 Uhr Universität,Hörsaal 40 Zur Unkostendeckung jeweils Mk. 1.00 oder 0.50, Studenten Mk.O.4O, Erwerbslose freier Eintritt 0215 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: .. ' Jakob Nöll. ’ Ingenieur- Flugzeugbau.Flieger- ■ iigvmcur schule< Papiertechnik ■ »ChUle Elg. Lehrwerkstätten Maschinenbau, --- . Elektrotechnik, lif Q I IM 9 V Automobilbau IV C I III Q I 2 iBatruten billig abzuaeb . 0711 Liebigstraße 5. taHer zum Verkauf meiner Weine an Wirte, Wiederverkäufer u Private geg. hohe Provision Arheitsßenieinldiafl d. Militär- and Refits.- Vereine Giehen Der Stahlhelm B.d.F., lädt die an- geschl. Vereine zu s. tehsgitiiingsleier am 16. Jan., 8 Uhr, im Eafs Leib, ein. Ausweis (Pcitgl.- Karte des Vereins) HtlÜ'MSIielU Günstige Gelegenheit 1 weite. nuBDaunmoi. spelleilaimet Äüfett 230 cm breit, -Hflift komplett........Mk. 11UU4— 1 hoHifeiii. auBhaunwol. Sölofilminet mit 2-Meter.Schrank, 1 komplett........Mk. lUUU*— 1 rorottes üenemlmmer mit 2-Meter-Äücher- 7Eft schrank.........Mk. IJU*— 5W-. Spelle- unö öenemimmer auch in niederen Preislagen. [Empfehlungen) Homöopathie u.Naturheilverfahr. in Grimberg, Alsfelder Str. 28, I.St. Jeden Freitag Sprechstd.v.1-5 Uhr Ludwig Wertber aus Wetrlar. oiaa Trotz mein, bekannt niedrigen Preise gewähre ich auf alle regul. Waren einen 4 <10/ Sonder-Rabatt von iU/0 karnevalistisdies Konzert Donnerstag,den14.Januar1932 Siir Sattlet! Malrahendrelle und Kavok 0217 sehr billig abzugeb. Liebigstrahe 5. Morgen Donnerstag Metzelsuppe 29» D Empfehle la Haasmacheiw Karl Faber, Gasthaus zum s«x» ÄSeelMeiinöÄ Bückinge,Sprotten, Marinaden.Hering- salat, Fleischsalat, Manonnaise usw. <£. G. rflletnhen« Bahnhosstr. 61 suD Televhon 3866 me I _ U - - sä f» d». | !£ g (Flasche 1.40 Mark und 2.75 Mark.) Haupt-Nieder- “zS"IJeden nusien beseitigt Hexant! 46§8V Engel A&°etrst.l?eÖttoaiSh?nfpf 'A.-G., Chemniti rührige Personen für Uebern. ein. Vertr.- Stelle. Ort u. Ber. gl. la Existenz. Ang. u. D. LG. Nr. 178 an Ala Haasenstein&VoglerKöln Pavier, Bindfaden Tüchtiger Vertreter mögl. branchek. geg. gute Provision ges. Ausf. schr. Ang. mit Referenz.unt.319V an den Gieß. Anz. DerMeo M sie • meine 3ifd;filet5 Mrle„M.vnsM oon 40 Pfennig an Seefiföje znm 8o®en im (Bornen n. 40 Bf.nn imW(hn.D.45öf.an Lev. SDlegeifamfen 314 D Bfunö 1.10 Led.Slhteien.M14O fteilvutt, im Ausschnitt falls sang, öfö.1.20 5aim.... Äiunö 2.50 Gr. geringe. 3M. 65 UodiHI. Mäusburg 16, Tel. 3812. Jedes Quantum ttockenes nie IoimcMiiIz pro Ztr. 1.80 Mk. u. Buchen vro Ztr. 2 Mk.lief.frei Keller H. Schäffner, SchlffenLg. Weg 40II AusküniteinRechrö-, Sirai-,Famtl.-Ange- legenveiten, Gesuche, Verträge, Beobachtungen. Uebermachg. und Ermittlungen preisw^ streng dtskr. u. an all. Orlen erl. u. erledigt Detektiv- Bnreaa-n.Aniknnitei Inh.K.Gera,Bad-Nau- heim, Knratr. 17. y3B |Verschiedenes| Auf größeres Gut werden auf erste Hypothek ioooo ui. aus Privatbank zu leihen ges. Schriftl. Angebote u. 308D an den Gieß. Anz. Beschlagnahmefreie herrschaftliche 4-5-Zimer-Wolimg mit komplett. Bad, Warmwasserheiz. u. Zubeb.,Kaiserallee zu vermieten. ÄouD Näb.Crednerstr. 38 Nutz- und Brennholzversteigerung Am Samstag, dem 16. Januar 1932, sollen aus den Waldungen der Stadt AUen- dorf a. d. Lumda (Försterei Climbach) nachstehende Holzsortimente öffentlich meistbietend versteigert werden: 1 Eichenstamm 2. Klasse -- 0,46 fm, 35 Fichtenstämme von la= bis 3a-Klasfe = 17,82 fm, Fichtenderbstangen 1. Kl. 31 St. = 2,79 fm, Oichtenderbstangen 2. Kl. 79 St. = 4,74 fm, ichtenderbstangen 3. Kl. 300 6t. = 9 fm, Fichten-Nutzreisig = 68 rm, Scheitholz: Buchen 16 rm, Eichen 3 rm, Kiefern 145 rm, Fichten 22 rm, Knüppel: Buchen 119,5 rm, Hainbuchen 5 rm, Eichen 52,5 rm, Kiefern 12 rm, Fichten 15 rm, Reisig 1. Kl. (Knüppelreisig): Buchen 48 rm, Fichten 30 rm, Reisig 3. Kl.: Buchen 180 rm, Fichten 25 rm. Die Zusammenkunft ist vormittags 10 Uhr auf dem Allertshausener Weg, am Forstort Läusköppel, Abteilung 1. Das Dürr- und Windfallholz in den Forstorten Tal, Rabenauer Straße und Homberg wird nicht vorgezeigt. 307D Allendorf a. d. Lda., 12. Januar 1932. Hessische Bürgermeisterei. Schneider. Geflügellehrwirtsch. Nassau (Lahn). Kaufgesuche| Gebrauchtes Kleioaiilo geschlossen oder Kabriolett, gut erhalten, z. kauf.ges. Schr. Angeb. mit äußerst. Preisang u.288va.d.G.A. EISU Betten (Stahl u-Holz) Polat, Stahl- matr.JCinderb^ChalBol.. an jeden. Tellzahlg. Katal. fr. KiaenmCbelfabrik Suhl.Tb. Zu verkaufen Adter amAltenrWißmaer Weg, co. 2000 qm, gut.Bod.Schr.Ang. u. 0221 a.d.Gß.Anz. m®ff; Kassenschrank fast neu, preiswert abzug. Zu ersr. i.d. Geschst. d. G. A. Verkäufe | Simmental. Bulle von sehr guter Abstammung zu verk. Willi. Zimmer IX., Bäckermstr., Villlngen. Illlllllilllllllllllllllllllllllllü Erstkl., sprungfähig. 17 Mon. alt.Vogelsberg er 0214 Herdbuch-Bulle zu verkaufen. Karl Will, Harbach bei Grünberg. flllllilllllllllllllllllllllllllllD Gelegenheitskauf! 60 legende Lunqhennen 1931. 0218 J. Schurke», Mainzlar. Wenig gebrauchte, gut arbeitende PUMIsWk billig zu verkaufen. Näheres 02-» Steinstraße 40 I. r. Holzversteigerung aus den Forstorten Höhringsteich, Rangen und Noll des Schutzforstes Rabenau Donnerstag. den 21. Januar, 10 Uhr vormittags, in der Gastwirtschaft von hrch. Delling Odenhausen. Es werden versteigert: rm Scheiter: Buche 240, Eiche 19, darunter Wagnerholz; Knüppel: Buche 600, Eiche 15, Fichte 8: Reisig: Buche 580, Eiche 12; Stöcke: Buche 7. Das mit 00 geschlagene Holz wird nicht versteigert. Vorherige Besichtigung wird empfohlen. Auskunft erteilt Förster Schmidt, Odenhausen, und das Forstamt. 294D Londorf, den 11. Januar 1932. Hessisches Forstamt Rabenau. Holzversteigerung im Albacher Gcmeindewald Montag, den 18. Januar. 9% Uhr. in den Distrikten Eisenhand, Kreuzholz, Buchwald und Stangenheege. Zusammenkunft am Waldeingang Eisenhand. 289D Ferner: An Ort und Stelle (Bekanntmachung in obigem Lokale): 1 elektr. Kühlschrank, 1 Kassenschrank, 2 Einlegeschweine, 2 Läuserschweine, 1 Horch-Personenwagen, 1 Druckautomat, 1 Schreibmaschine „Herewina", 1 irischer Ofen, 1 Kachelofen, 2 Mantelkessel, 1 Vertiko, 1 Vervielfältigungsapparat, 6 Rodelschlitten, 15 Kornreffe, 12 Wasch- töpfe, 24 Brotpfännchen, 72 Kochtöpfe, 24 Galerieleisten. voraussichtlich bestimmt: 3 Büfetts, 1 Kleiderschrank, 1 Vertiko, 2 Sofas, 1 Schreibmaschine „Orga Pri- vat", 1 Trumeauspiegel, 1 Vitrine, 1 Kredenz. WM mitguterSchulbild. für Kontor u Lager einer Großbandla. ges. Schriftl. Angeo. mit Zeugnisabschr. U.257P a. d.Gß.Az. Mädchen m?3 ges. zum 1. 2., eo., nicht unt. 20 Jahr., in mebr.Haush. ber. tätig, zu Fam. mit 2 Kind. Vorzust.zw. 18u.20Ubr.Zu erfr. i.d. Geschst. d.G.A. Gesucht für bald ev. Stütze nicht unter24Jahr., die selbständig koch, kann. (Etwas Näh- kenntnisse). Dienst- mädch. vorh. Fam.- Anschluß gew. Schr. Ang. mit Zeugnisabschr., Lichtbild u. Gehaltsansvr.unter 287D a.d.Gß.An;. modern, 7 Zimmer, Küche u. Bad, Zen» tralheiz.u.Warmw. ab 1. Avril zu verm. „,o Krenzvlatz 8. Herrsch. 7-Zimmer-Wohn. mit Bad, Balkon u. Heizung, Nähe der Kliniken z. 1. Avril zu vermieten. Näh. A. Becker, Keplerstr. 9, Vergleichsverfahren. lieber das Vermögen des Kaufmanns Ferdinand Nennstiel sen., alleinigen Inhabers der Firma Ferdinand Nennstiel, Tapetenhaus in Gießen, Blockstraße 14, ist am 11. Januar 1932, vormittags 11 Uhr, das Vergleichsverfahren zur Abwendung des Konkurses eröffnet worden. Der Volkswirt Dr. Ruckelshaufen in Gießen, Goethestr. 30, ist zur Vertrauensperson ernannt. 317D Termin zur Verhandlung über den Ver- oleichsvorschlag ist auf Donnerstag, den 1. Februar 1932, vormittags 8% Uhr, vor dem Hess. Amtsgericht in Gießen, Zimmer Nr. 201, anberaumt. Der Antrag auf Eröffnung des Verfahrens nebst seinen Anlagen und das Ergebnis der weiteren Ermittlungen sind auf )er Geschäftsstelle zur Einsicht der Beteiligten niedergelegt. Gießen, den 11. Januar 1932. Die Geschäftsstelle des Amtsgerichts. Holzversteigerung aus dem Schutzforst Ampel Freitag, den 22. Januar 1932, 10 Uhr vormittags, im Saale von Heinrich Theiß, Rüddings- hausen. Es werden versteigert: 293D Stämme: Eiche Kl. 2 = 0,23 fm, Kl. 3 = 0,43 fm; Fichte Kl. 2b = 1,08 fm. vuh- knüppel: Eiche - 44 rm (2 m lang), 18 rm (l,7(Xm lang, Weidepfähle). Brennholz rm: Scheiter: Buche 190, Eiche 12; ünüppel: Buche 190, Hainbuche 16, Eiche 80; Reisig: Buche 260; Stöcke: Buche 14. Vorherige Besichtigung wird empfohlen. Auskunft erteilt Förster Kalberlah, Rüd- dingshausen und das Forstamt. Londorf, Den 11. Januar 1932. Hessisches Forstamt Rabenau. im Löwen, Neuenweg 28 Anfang abends 8.31 Uhr Es ladet ein das Komitee. Donnerstag, den 14. lannar Schöne ItaanL-Mn. (2 große, gerade Zimmer, 2 Kammern), mit SHidbe u. Zubehör in gut. ause und freier age möglichst an 1 oder 2 Damen baldznvermictcn. Schriftl. Anfr. u. 0225 a. d. Gß. Az. Möbliert. Zimmer vart., sev., el. Licht, gut heizbar, ver sof. von alleinst.Frau zu verm. mit und ohne Pension. Zu erfr. in d.Geschst. d.G.A. Möbl.Zimmer mit Schreibtisch an Dame zu verm. om* BlLichftr. 14 I. 4 bis 5 Räume Bahnhofstr. 62, Erdgeschoß, für ge- werbl. Zwecke sof. zu oenrt. Näh. m^d A. Becker, Keplerstr. 9, Telephon 3804. | Mietgesuche | 3-4 Zimm.-Wolin. für März od. später 0. kinderl. Ehepaar (Beamter) ges. Ang. an L. Friedrich, Nordanlage 47 v. „■»? Kl. Fam. (Vater u. 2 MM M. Küche od. Küch.- Benutz. Schr. Ang. u. 0220 a.d.Gß. Az [ Stellenangebote | Vertreter 3—$ tücht.redegew. Herren mit Rad bei gut. Verdienst ges. Lchriftl.Angeb.unt. 0226 a. d.Gß. Anz. | Vermietungen ]|2ölWBottioe mohnuiM von Heinrich Ogi Vie, Amsterdam Ä 501101111. als 1. Hypothek auf Wohnhaus m. Gart. Wert 11000 Mark. Schriftl.Angeb.unt. 0217 a. d.Gß. Anz, 3000 Mk. als T. Hypothek aus größer, landwirtsch. Grundbesitz b. guten Zinsen aus Prwatb. ges. Beste Kapitalanlage. Schr. Ang. u.0222 a.d.Gß.Az. VonGeschäftsmann sco rm. gegen hohe Zinsen und gute Bürgschaft auf 1 Jahr gesucht. Schr. Ang. unt.0208 an d. Gieß. Anzeig. Wer flickt bei sich Wäsche und ander.? Schr. Ang. u. 0223 a.d.Gß. Az. Vereine Donnerstag, den 14. Januar 1932, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 315V 1 Nähmaschine, 4 Vertikos, 2 Büfetts, 1 Kredenz, 3 Schreibtische, 2 Schreib- Maschinen, 1 Bücherschrank, 4 Sofas, 3 Chaiselongues, 2 Trumeauspiegel, 3 Klubsessel, 1 Gläserschrank, 2 Glasschränkchen, 1 Wirtschaftsbüfett, 1 Badeofen m. Wanne, 2 Tische, 6 Stühle, 1 Spiegel, 1 Regulator, 1 Fuchspelz, 1 Grammophon, 1 Kommode, 1 Kleiderschrank, 1 Standuhr, 36 Paar Schäften, 1300 Paar Schuheisen, 2 Sack Lederabfälle, 1 Aus- putzmaschine mit Motor, 2 silb. Ringe, 2 goldene Ringe, 1 dünnes Armbandkettchen, 1 elektrische Ständerlampe. e Nummer 16 aus am Platze stag fln WeMlä^ntmui vlven 8C() $$♦ U612' itunt - ifi» als I. Hypothek nui gröber, lanöivittiai. Grundbesitz b.pmen .Lio Zinsen aus Pnvaid. iSie geh BeiteAv'io' opaeii Hobe Zinsen 2g»>eÄurgscban auflSabrgesuK Wer tlickt bei s«b UM [“ Vereine J al§ 1. Hvvotbek aus Wohnhaus m.Garl. Wett 11000 M. Schristl.Sngeb.unt. 0217 a.d.A^Im. 3000 Mk. jechtös .Ange« -eiuche. eovacb' -niM lunaen g dtskr. leit ert. üü:i i erste ek . o Ztr- Keller ner. diii®;1!. Vereine ul6“11 HM dlu^^Kercin^ Karte des notlS^^oriS?-' M -s a«upl Ur. 10 Zweiter Blatt Tietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Mittwoch, ’3. lantiar (952 Zeitfragen des Mittelstandes. Der Begriff der wohlerworbenen Beamtenrechte. Don Bürgermeister Dr. Dölsing, Alsfeld. Die Reicksoerfassung vom 11. August 1919 verkündet in Artikel 129 Len Grundsatz- „Die wohlerworbenen Rechte der Beamten sind unverletzlich." Der Begriff der „wohlerworbenen Rechte" ist im Zeitalter der Notverordnungen recht aktuell geworden. Die Notverordnung des Reichspräsidenten vom 5. Juni 1931 enthält im 2. Teil § 7 einen Eingriff von grundsätzlicher Bedeutung in das Besoldungs- recht der Kommunen, indem sic vorschreibt, daß eie in der Notverordnung ungeordnete allgemeine Ge- haltskürzung entsprechend auch für die Länder, Gemeinden, Gemeindeverbände und sonstigen Körperschaften des öffentlichen Rechts gilt, und daß diese berechtigt und verpflichtet sind, die Dienstbezüge ihrer Beamten und Angestellten herabzusetzen, soweit sie höher liegen als die Dienstbezüge gleichzu- bewertender Reichspeamten. Die Notverordnung bestimmt dann im tz 7, Absatz 3, weiter: „Soweit Be- zugsberechtigte wohlerworbene Rechte nach Artikel 129, Absatz l, der Reichsoerfassung haben, werden diese Rechte durch die vorgenannten Vorschriften nicht berührt." Die Notverordnung des Reichspräsidenten vom 24. August 1931 zur Sicherung der Haus- Kalte von Ländern und Gemeinden und die in Aus- führung dieser Verordnung erlassenen hessischen Not- Verordnungen vom 21. September 1931 und 25. September 1931 enthalten weitere Eingriffe in das Besoldungsrecht der Beamten, für die Gemeindebcamten außer der allgemeinen Gehaltskürzung auch insbesondere noch durch die Angleichungsoorschriften, wo- noch ihre Bezüge nicht günstiger geregelt sein dürfen, als die Bezüge der vergleichbaren Staatsbeamten. Angesichts der immer weitergehenden Eingriffe in das Bcamtenrecht muß die Frage geprüft werden, inwieweit derartige Vorschriften überhaupt mit dem Artikel 129 der Reichsverfassung vereinbar sind, der die wohlerworbenen Rechte der Beamten garantiert. Die Reichsverfassung hat die Auslegung des Be- griffe» „wohlerworbene Rechte" der freien Aus- legung und der Rechtsprechung überlassen. Wer sich mit dieser Frage einmal näher befaßt, wird bald zur Erkenntnis kommen, daß cs sich hier um einen sehr strittigen Begriff handelt, je nach seiner Auslegung. Vorweg sei zur allgemeinen Charakteristik der Auslegung betont, daß sowohl die herrschende Meinung als auch die Rechtsprechung auf dem Standpunkt stehen, daß der Begriff der wohlerworbenen Rechte" nicht zu weit ausgelegt werden darf, und daß es ein Irrtum ist, wenn ein Beamter etwa glaubt, daß ihm durch diese Bestimmung olles, was er an Gehalt bezieht oder was ihm in irgendeiner Weise in Aus- sicht gestellt oder zugesaat worden ist unter dem Schutz des Artikels 129 Der Reichsverfassung steht. Es ist unbestritten, daß der Artikel 129 der Reichs- Verfassung sowohl die Einrichtung des Berufsbeam- tenlums als verfassungsmäßige Einrichtung verfassungsrechtlich verankert als auch den einzelnen Beamten subjektive Individualrechte gewährleistet in der Gestalt daß der Beamte ein unmittelbares und klagbares Recht besitzt, auf Grund dessen er, wenn er sich durch Gesetz ober Verwaltungsanordnung hinsichtlich seiner wohlerworbenen Rechte beeinträchtigt fühlt, gerichtliche Klage erheben kann. (Dgl. Prof. Giese, Frankfurt a. TI., in der Zeitschrift des Reichsbundes der höheren Beamten Nr. 11, November 1931; ferner: Rechtsgutachten des Rechtsanwalts Horch, Mainz, für die Stadt Mainz.) Diese Auslegung hat zun Folge, daß ein Eingriff in wohlerworbene Rechte weder durch einfaches Reichsgesctz, noch durch Lanoesgesetz, noch durch Ortssatzungen der Städte und Gemeinden, sondern ausschließlich durch ein oerfassungsänderndes Reichsgesetz erfolgen kann (Reichsgericht Band 104, S. 61, zitiert bei Horch a. a. O.). Die Rechtsprechung des Reichsgerichts steht auf dem Standpunkt, daß nicht nur die beim Inkrafttreten der Reichsverfassung bestandenen Rechte allein als „wohlerworbene Rechte" und verfassungsmäßig geschützte Rechte anzusehen seien, sondern daß auch spätere Gesetze, welche den Beamten bestimmte Rechte verleihen, mit ihrem Inkrafttreten den Beamten gleichzeitig den Schutz der Reichsverfassung gewährleisten, daß also auch solche Rechte nur durch ein verfasfungsänderndes Reichsgesetz entzogen werden können. (Vgl. Horch o. a. O.) Den wohlerworbenen Rechten ist eine zeitliche Grenze infofern ge- zogen, als sie mit dem Ausscheiden des Beamten aus einem bestimmten Amte erlöschen. Kein Zweifel herrscht darüber, daß das Recht auf weiteres Auf- rürfen in Gehaltstufen nicht als ein wohlerworbenes Recht gelten kann. Don Wichtigkeit ist, daß die Recht- sprechung des Reichsgerichts auf dem Standpunkt steht, daß die Beamtenrechte nur insofern unter dem Schutz des Artikels 129 der Reichsverfassung stehen, als sie vorbehaltlos dem betreffenden Beamten emgeräumt worden sind. Zusammenfassend lassen sich aus der Fülle der Materie etwa folgende posittve allgemeine Grundsätze aufstellen: 1. Als wohlerworbene Rechte" des Beamten im Sinne des Artikels 129 der Reichsverfassung wird nach der Rechtsprechung der höheren Ge- richte und nach der herrschenden Meinung unter den Schutz der Reichsverfassung gestellt das Recht auf die Dienstbezüge in der Höhe, wie sie dem Bewerber bei dem Diensteintritt oder spä- terhin entweder stillschweigend durch Hinweis auf das Gesetz ober ausbrücklich durch besondere Zusicherung zuerkannt worden sind, soweit nicht eine Vorbehaltsklausel eine Herabsetzung des Be- träges durch einfaches Reichsgesetz und folglich auch durch Notverordnung gestattet (vgl. Prof Giefe a. a. O. S. 152). 2. Es wird nur geschützt die absolute Höhe des Gehalts und der Rang des Amtes, d. h. die Der setzung in ein Amt von geringerem Rang ist nicht zulässig (vgl. Horch a. a. O.). 3. Dagegen hat der Beamte kein verfassungsmäßig geschütztes Recht auf eine bestimmte Einstufung und Einreihung in eine bestimmte Gehaltsgruppe. Don besonderem Interesie ist dabei die aktuelle Frage, ob eine allgemeine prozentuale, durch Notverordnung angeordnete Gehaltskürzung mit dem Grundsatz des Artikels 129 der Reichsverfassung vereinbar ist. Die Frage ist umstritten. Der Reichs- finanzhof hält in einer Enftcheidung vom 25. März 1931 diese Kürzung für außjftg, während von namhaften Rechtslehrem diese Auffassung als unhaltbar bezeichnet wird. Professor Giese kommt in seiner mehrfach erwähnten Abhandlung zu dem Ergebnis, daß für die Landes-, Gemeinde, und Körperschaftsbeamten das ganze Kürzungskapitel en bloc als oerfasfungs- widrig rechtsungültig ist (vgl. Professor Giese a. a. O. S. 152). Er begründet diesen Grundsatz damit, daß nach allgemein anerkannter Lehre das Notoerordnungsrecht des Reichspräsidenten feine Schranke in der Reichsverfassung findet. Notverordnungen können zwar die in Artikel 48II der Reichsverfassung ausgezählten Grundrechtsoorschris- ten suspendieren, müssen aber die übrigen Grundrechte und vor allem den 1. Hauptteil der Reichs- Verfassung unangetastet lassen. So kann eine Notoer- orbnung auch nicht die Schranken durchbrechem die dem Reiche zugunsten der Länder gezogen sind. Demgegenüber kommt Rechtsanwalt Horch in seinem mehrfach erwähnten Gutachten zu dem Ergebnis, daß er die Verfassungsmäßigkeit der allgemeinen prozentualen Gehalts- kürzung bejaht, da auch Artikel 43 Absatz 1, bes hessischen Besoldungsgesetzes vom 30. März 1928 die gleiche Bestimmung wie das Reichsbesoldungs- ß enthält, wonach durch einfaches Gesetz eine berung der Besoldungsordnung erfolgen kann. Die gleichen Erwägungen, welche die Verfassungsmäßigkeit der allgemeinen Kürzung der Bezüge der Reichsbeamten bejahen, treffen somit auch für die hessischen Staatsbeamten zu. Hum Schlüsse noch einige Bemerkungen zu der von der hessischen Regierung auf Grund der Il.'Not- ocrordnung vom 25. September 1931 geplanten Neuregelung der Besoldung der Gemeinbebeamten auf Grunb von Richtlinien für die Bemessung der Dienstbezüge. Hier wird die Frage des Grundgehalts Unter Volk steht vor schicksalhaften Entscheidungen. Die unausbleiblichen Folgen des verlorenen Weltkrieges wirken sich jetzt in einer zweiten Epoche sehr schmerzhaster Qlot und Entbehrung im deutschem Volke aus. Die nach der Inflation betriebene Pumpwirtschaft hatte eine Verschleierung unserer wirtschaftlichen und finanziellen Lage bewirkt. Ieht gibt es keine Kredite ohne neue politische Bindungen mehr, und diese lehnt die Reichsregierung mit Recht ab. Das ganze Volk würde sich heute gegen die Fortsetzung einet solchen selbstmörderischen Politik wehren. Cs bleibt unS also nur die Selbsthilfe auf der ganzen Linie der Innen- und Außenpolitik übrig. Außenpolitisch auch um deswillen, weil Frankreich, gestützt auf seine gewaltige Waffen- und Goldrüstung, unsere Riederhaltung mit allen Mitteln nach wie vor betreibt und leider alle Völker zu dieser Helotenaufgabe in seinen Dienst zwingt. Hinzu kommt die große weltwirtschaftliche und weltpolitische Krise, die' nicht nur eine Folge des Weltkrieges und unserer Tributlasten ist, sondern auch sehr bedeutsame geistige und kulturelle Ursachen hat. Wir stehen am Ende eines sterbenden Zeitalters und wissen noch nicht, auf welchem geistigen Grunde sich ein neues Weltbild entwickeln wird, das wieder für eine längere Epoche Bestand hat. Eines aber ist sicher: Die neue gesellschaftliche Schichtung untere« Volkes wird davon bestimmt sein, welche Kulturlage die besitzlose Masse einnehmen wird. Diese wird bestimmend auch für die anderen Gesellfchaftsschichten sein. Der aufreizende Unterschied tn früheren Iahrzehnten zwischen dem Reichtum und Luxus einer kleinen Oberschicht und der Glendslage breiter Volksschichten scheint mir für die kommende Epoche vorüber zu sein. Das zwanzigste Iahrhundert ist das soziale Jahrhundert, alles drangt dahin, den nationalen Gedanken unlösbar mit dem sozialen zu verschmelzen. Wer sich national nennt, muß zugleich im höchsten Maße sozial sein und umgekehrt. So bildet sich ein neues Bürgertum aus den unteren Klassen des Volkes, das nicht mehr staatsverneinend, sondern staatsbejahend ist. Die größte Sorge muh sein, daß wir bei der Reugestaltung unseres Volkslebens nicht nur ein auf Massenhaftigkeit abgestelltes ungegliedertes Arbeitervolk bekommen, sondern ein in gleichberechtigte Berufsstände organisch gegliedertes Volk, in dem die einzelnen Berufsstände verantwortungsbewußt dem Staate die kleinen Sorgen und Röte durch Selbstver- Die Vierte Verordnung des Reichspräsidenten zur Sicherung von Wirtschaft und Finanzen und zum Schutze des inneren Friedens vom 8. Dezember 1931 hat auch auf dem Gebiete der gesamten sozialen Versicherung Aenderungen gebracht, die sich in ganz erheblichem Maße zu Ungunften der Versicherten auswirken. Sie bedeutet eine Fortsetzung der großen Abbauaktion, die im Iuli v. I. mit der ersten Rotverordnung hinsichtlich der Kranken- und Arbeitslosen-Dersicherung einge.eitet worden ist. In diesem Aufsatze sollen lediglich die ab 1. Ianuar 1932 eintretenden hauptsächlichsten Aenderungen auf dem Gebiete der Angestelltenversicherung behandelt werden, die allerdings im großen und ganzen auch für die Invalidenversicherung Geltung haben. 1. W ar tezeit § 53 Angestelltenversiche- rungsgesetz): Die Wartezeit betrug bisher 6) Dei- tragsmonate, wenn mindestens 30 Pflichtbeiträge geleistet waren, andernfalls erhöhte sie sich auf 90 Monate. Äünftig werden bei weniger als 60 Pflicktbeitragsmonaten zur Erfüllung der Wartezeit 120 Deitragsmonate und für das Altersruhegeld in jedem Falle gar 180 Deitragsmonate verlangt, ohne Rücksicht darauf, wieviel Pflicht- oder freiwillige Beiträge entrichtet sind. 2. Rentenbeginn (§§ 28, 31. 36 a.a.0.): Während nach den bisherigen Bestimmungen Ruhegelder und Renten für rückliegende Zeiten nachgezahlt werden konnten, fällt dies in Zukunft vollständig weg. Alle Renten beginnen erst mit eine Rolle spielen. Dabei wird zu beachten fein, daß nach dem in vorstehenden Ausführungen gegebenen Ueberblick über den Begriff der „wohlerworbenen Rechte", falls ein Beamter in eine tiefere Gruppe, eingereiht werden sollte, ihm immer mindestens fein' gegenwärtiges Gehalt abzüglich der allgemeinen prozentualen Kürzungen verbleiben muß. Das ist eine zwingende Folgerung aus dem ganzen Geiste der Rechtsprechung des Reichsgerichts zu der Frage der .^wohlerworbenen Rechte". Als ein bemerkenswerter Spezialfall ist eine ber neuesten Reichsgerichtsent- fcheibungen heroorzuheben — vom 3. Juli 1931 —, worin anerkannt wird, baß ein Bürgermeister, bem seitens seiner Anstellungskörperschaft durch die Bc- folbungsorbnung zugesichert worben war bauernd den unmittelbaren Staatsbeamten in ber Besoldung gleichgestellt zu werden, damit ein wohlerworbenes subjektives Recht erlangt hat, bas ihm burch Artikel 129 ber Reichsverfassung befonbers geschützt wirb. (Deutsche Bürgermeisterzeitung, Nr. 11 vom 15. No- oember 1931, S. 128.) Diese Entscheidung ist um des- willen von allgemeiner Bedeutung, weil damit der Standpunkt anerkannt wird, daß es unzulässig ist, andere als generelle, alle Beamten umfassende Ge- Haltskürzungen oorzunehmen, und daß es insbeson- dere als unzulässig gelten muß, Gehaltskürzungen nur einer einzelnen Beamtenkategorie, den Ge- meinbebeamten, und hier wieder in ganz besonderem und willkürlichem Maße den Gemeindewahlbeamten aufzuerlegen wie es neuerdings in den Ländern in Form von Richtlinien für die Besoldung der Gemeindebeamten auf Grund der Notverordnung des Reichspräsidenten zur Sicherung der Haushalte von Ländern und Gemeinden vom 24. August 1931 ge- schehen ist. waltung ihrer Angelegenheiten abnehmen und in harmonischer Zusammenarbeit dem Dolksganzen dienen. So könnte eine an sich geschlossene einige Ration wieder wachsen, di? auch nach außen hin aum Kampf um die deutsche Freiheit wieder einsatzbereit ist. In dieser Entwicklung haben die Angestellten als eine Mittelschicht unseres Volkes eine bedeutsame Aufgabe. Mit etwa 3,5 Millionen Menschen stellen sie in vielerlei Beziehungen die Verbindung im Volk zwischen unten und nach oben und umgekehrt dar. Ein Staat, dem die breite Mittelschicht seiner Bürger fehlt, wird innerpolitisch stets heftigen Schwankungen und Erschütterungen ausgesetzt sein. Selbstverständlich müssen Lebensstil und Kulturlage dieser M i t tels chich t . e in eigenes Gepräge haben. Darum ist auch sozialpolitisch eine differenzierte Behandlung der Angestelltenschicht gegenüber der gewerblichen Arbeiterschaft vonnöten. Aus den Mittelschichten unseres Volkes müssen sich zuerst neue Lebens- und Gesellschaftsformen herausbilden. Hier muß ein fester Kern aus dem Chaos unserer sozialen und geistigen Zerrissenheit entstehen, um den sich dann oben und unten die übrigen Volksschichten gruppieren. Ie breiter und fester diese Mittelschicht, um so fester das Staatsgefüge. Die bedeutsamste Gruppe innerhalb der Ängestelltenschaft ist der DHV. mit feinen 400 000 Mitgliedern. Seine Arbeit erstreckt sich seit Iahrzehnten nicht nur auf gewerkschaftliche Interessenvertretung, sondern ganz wesentlich auf berufliche und kulturelle, sowie nationalpolitische Bildungsaufgaben. Er will das Derantwortungsbewuhtsein des einzelnen stärken für sich selbst, seine Familie, feinen Stand und nicht zuletzt für das Volk, dessen Wohlergehen er allen Wünschen und Interessen des einzelnen und des Standes übervrdnet. Dieses Verantwortungsbewuhtsein gegenüber dem Ganzen verpflichtet den einzelnen zur höchsten Mitarbeit an Volk und Staat. Ietzt, wo es ums Ganze geht, .darf keiner etwa nur Kritik üben uftb auf den Wun- dermann warten, der uns erretten sott. Ietzt muß jeder Hand anlegen zur Rettung des Ganzen und zur treuesten Pflichterfüllung auf dem Posten, wohin ihn das Ähicksal gestellt hat, verbunden mit selbstloser Hingabe an das höchste, was wir hier auf Erden zu verteidigen bzw. neu zu erringen haben, nämlich die Freiheit und die Souveränität unseres Volkes. dem 1. des Monats, der auf den Antragsmonat folgt, auch wenn der Berechtigte den Antrag nicht früher stellen konnte. Außerdem gilt, daß Ruhegelder toegxn Derussunsähigkeit von Dauer und Hinterblieoenen-Renten frühestens mit dem ersten Sage des Monats beginnen, der auf dem Monat folgt, in dem die dauernde Berufsunfähigkeit oder der Tod eingetreten ist. Das Ruhegeld wegen vorübergehender Derufsunfähigkeit beginnt mit dem ersten ^Tage des Monats, in dem die 26. Woche nach Beginn der vorübergehenden Derufsunfähigkeit abgelaufen ist. 3. R e n t e n b e r e ch n u n g (8 60 a. a. O.): Die Rentenbeträge werden vom 1. Ianuar 1932 an für jede Auszahlung auf 10 Reichspfennige nach unten abgerundet. Dies kommt auch für die laufenden Renten in Frage. 4. Kinderzuschüsse und Waisenrenten (§§ 33, 34, 58 a. a. O.): Rach dem früheren Gesetz wurden vorstehende Leistungen in der Regel bis zum vollendeten 15. Lebensjahre, jedoch bei Derufsausbildung bis zum 21. Icchre und bei Gebrechlichkeit unter bestimmten Voraussetzungen über diese Termine hinaus gewährt. Die Rotverordnung sieht eine Weitergewährung über das 15. Lebensjahr hinaus in keinem Falle vor. Bereits bewilligte Kinderzuschüsse und Waisenrenten. für Kinder, die beim Inkrafttreten der Verordnung das 15. Lebensjahr vollendet hatten, fallen weg. Ein Rechtsmittel ist dagegen nicht zulässig. Zur Stiefkinder und Enkel stehen in Zukunft Zuschüsse und Rente» überhaupt nicht mehr zu 5. Ruhen der Renten (§§'?la ff. a. a. O.): Die Vorschriften über das Ruhen von Renten werden wesentlich erweitert. Danach ruht daS Ruhegeld neben Krankengeld von mindestens einmonatiger Dauer aus der Sozialversicherung oder der Reichsversorgung, neben Verletz'.enrenten aus der Unfallversicherung, neben Deschäbiaten- und Dienstzeitrenten lohne Pslegezulagc, Fübrer- hundzulage und Zusahrente«. nach dem ReichS- versorgungsgesetz und den sonstigen DersorgungS- gesetzen, und neben Ruhegehältern und Wartegeldern auf Grund einer versicherungsfreien Beschäftigung, z. B. von Beamten. Die Hinterbliebenenrenten ruhen neben Hinterbliebenenrenten aus bet Unfallversicherung. Witwenrenten dus der Reichsversorgung und Hinter- bttebenenbezügen auf Grund versicherungsfreier Beschäftigung (Beamte). Soviel über den wesentlichen Abbau der Leistungen der Angestelltenversicherung durch die letzte Rotverordnung. Wenn auf dem Gebiete der Kranken-, Arbeitslosen-, Unfall-, Invaliden- und Knappschaftsversicherung ein gewisser zwingender Anlaß gegeben war, die Leistungen dieser Versicherungen herabzusetzen, um die Lebensfähigkeit dieser Einrichtungen zu erhalten, so ist es doch nicht recht verständlich. wenn man nunmehr mit ber Angestelltenversicherung noch- benjenigen Zweig der Sozialversicherung in den Abbau hineinziehen zu müssen glaubt, für den nicht der geringste Anlaß baAu vorliegt. Es ist eine Tatsache, baß bic An- gestetttenversicherung für absehbare Zeit durchaus auf gesunder Finanzlage ruht und nicht im entferntesten mit den anderen notleidenden Dersiche- rungszweigen auf eine Stufe gestellt werden darf. Es liegt also kein zwingender Grund vor. auch der Angestelltenversicherung die Verschlechterungen der Leistungen, beispielsweise der Invalidenversicherung, aufzudrängen. Weder von der Verwaltung der Angestelltenversicherung, noch aus Angestellten- ober Arbeitgeberkreisen ist ein derartiges Verlangen gestellt worden. Im Gegenteil wurde vielmehr von dem DerwaltungSrat der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte, der sich zu gleichen Teilen aus gewählten, ehrenamtlichen Vertretern ber Arbeitgeber unb ihrer Angestellten zusammenseht, einstimmig folgende Ent- schuehung gefaßt: »Der Derwaltungsrat stellt mit Bedauern fest, daß bic mit ber Rotverordnung vom 8. Dezember 1931 bei der Invalidenversicherung als notwendig befundenen Einsparungsmaßnahmen einfach auf die Versicherung der Angestellten übertragen worden sind, ofmc die besonderen Verhältnisse dieses Versichertenkreises gebührend zu berücksichtigen und ohne die Organe der Selbstverwaltung zu hören. Der Derwaltungsrat erhebt Einspruch pezen eine schematische Angleichung der Leistungsvoraussetzungen und deS Leistungsumfanges der Angestettten- versicherung an die Invalidenversicherung, und verlangt die alsbaldige Wiederherstellung wesentlicher Rechte ber Versicherten nach Anhörung der Selbstverwaltungskörperschaften der Reichsvcr- sichemngsanstalt für Angestellte." Oer Ausverkauf im Recht. Don Landgerichtsrat Dr. Bergmann, Halle-S. Eine überaus wichtige Rolle im Geschästsleben spielt ber Ausverkauf. Gerade in unserer jetzigen furchtbaren Wirtschaftskrisis mehren sich die Ausverkäufe. Der Existenzkampf wird immer schwerer, öie Kaufkraft der Menge immer kleiner. Ieder Kaufmann sucht den anderen zu unterbieten, um überhaupt ein Geschäft zu machen Dazu erscheint der Ausverkauf als ein brauchbares Mittel. Leider liegt dabei auch die Gefahr eines unmoralischen Handelns nahe. Um dem nach Möglichkeit zu begegnen, hat das Gesetz über den unlauteren Wettbewerb von 1909 einige Vorschriften über den Ausverkauf erlassen. Diese enthalten jedoch, einem Bedürfnis ber Praxis entsprechen!), nicht nur Bestimmungen gegen ben unlauteren Ausverkauf, sondern regeln den Ausverkauf überhaupt, also auch soweit tzr den Anschauungen eines ordentlichen Kaufmanns entspricht. Es gibt Ausverkäufe und ausverkaufsähnliche Veranstaltungen, sowie Sonderangebote. Die Unterscheidung ist keineswegs so einfach unb klar, wie mancher vielleicht glaubt. Bei ber großen Mannigfaltigkeit unseres Geschäftslebens kommen so viele Grenzsälle vor, daß es oft schwierig ist, die Sachlage richtig zu beurteilen. Es muß sehr oft, wie man im Iurlstendeutsch so schön sagt, von Fall zu Fall entschieden werden. Die Unter- scheldung ist aber von größter Wichtigkeit. Denn nur für die Ausverkäufe und ausverkaufsähnlichen Veranstaltungen gelten die Beschränkungen des Wettbewerbsgesehes, für die Sonderangebote dagegen nicht. Die folgenden Ausführungen stützen sich hauptsächlich auf die Kommentare ..Das Wettbewerbsrecht" von Becher 1928 und „Wettbewerbsgesetz" von Rosenthal 1930. Unter Ausverkauf unb ausverkaussähnlichen Veranstaltungen versteht das Gesetz jeden Verkauf v->n Waren wegen Beendigung des Ge- fchäftsbetriebes, Aufgabe einer einzelnen Waren- gattung, oder Räumung eines bestimmten Warenvorrates aus einem vorhandenen Bestand Es müssen also drei Voraussetzungen gleichzeitig gegeben sein: 1- ein vorhandener Bestand, 2. ein bestimmter Warenvorrat, 3. Räumung. Ob eS sich tim einen Teil- ober Totalausverkaus handelt, ist unerheblich. Gleichgültig ist auch, ob in ber Ankündigung das Wort „Ausverkauf" gebraucht wird, oder nicht. Der Verkauf muß aus einem vorhandenen Bestände erfolgen, d. h. ber Warenbestand muh in dem Augenblicke vorhanden gewesen sein, als der Grund für den Ausverkauf entstanden ist. Werden die Waren zum Zwecke des Ausverkaufs erst angeschafft, so liegt ein strafbares Vorschieben von Waren vor. Dagegen ist ein vorhandener Bestand gegeben, wenn die Bestände beim Spediteur, in Lagerhäusern oder auf dem Bahnhof liegen unb bet Geschäftsmann darüber verfügen kann- Es muh sich um einen bestimmtenWaren- Vorrat handeln. Der Vorrat muh derartig von den anderen Waren getrennt sein, daß das Angestellte und Volksnot. Don Heinrich Auerbach, Frankfurt a. M., Gauvorsteher des DHD. Angestellienversichemng unb Aotmorbmmg. Don Walther Busse, Gießen. fick erst, als sisch-pol- Während das Motiv — soweit eine Bühnen- faslung in Frage kam — bisher vorwiegend auf die Gegenüberstellung von zwei Generationen, mit besonderer Vorliebe auf eine Konfrontation von Vatern und Söhnen, beschränkt blieb, ist Prerado- vic einen Schritt weiter gegangen: er versammelt die drei „Parteien" seines Stückes in einer Familie entwickelt die (nicht sehr tragfähige) Handlung im Wechselspiel von Alten, Jüngeren und Jüngsten auf g eichbleibendem Schauplatz in geschlossenem ^jei.ablaus vom Abend bis zum andern Morgen und darauf folgenden Nachmittag. Sonderveranstaltungen, die mit den Saifon- unb Jknventurausverläufen zusammenhängen, die also in Wahrheit eine verschleierte Verlängerung des Ausverkaufs .bedeuten, sind unzulässig, z. D. Anzeigen wie- „Restbestände aus dem Inventurausverkauf fabelhaft billig". Keinerlei Beschränkungen unterliegen die Sonderangebote und Sonderveranstaltungen, wenn in ihnen keine Bezugnahme auf einen Ausverkauf enthalten ist. So sind z. B. Sonderveranstaltungen zulässig, wie „W eihe Woche" oder „Restertage", wenn die Ankündigungen dazu keine unrichtigen Angaben oder unlautere Reklame enthalten. Ebenso sind „Ultimo t a g e", die an den letzten drei Tagen des alten und dem ersten Tage des folgenden Monats stattfinden und vor allem den Gehaltsempfängern Gelegenheit geben sollen, Waren zu kaufen, sowie die Messen des Einzelhandels unbeschränkt zulässige Ausnahmeveranstaltungen. Dle Uraufführung wurde ein voller Erfolg vor gutbesetztem Hause: der Beifall, für hiesige Verhält. Nisse von bemerkenswerter Stärke und Ausdauer, galt wohl vornehmlich Frau Prasch-Greven- b e r g und rief zuletzt mit den übrigen Darstellern auch den Regisseur an die Rampe. hth. Rumänien und die neue Ostfront Oie Paktverhandlungen mit Rußland. — Ltm die Garantie Bessarabiens. Von unserem H. ^.-Berichterstatter. werden. Inventurausverkäufe sind dle anläßlich der Aufnahme des Lagerbestandes zu üblichen Zeiten vorgenommenen beschleunigten Ausverkäufe. Die Inventurausverkäufe sind nichts anderes als die den Sommersaisonausverkäufen entsprechenden Wintersaisonausverkäufe. lieblich sind solche Ausverkäufe nur für die einem Wechsel der Jahreszeiten, oder einem schnellen Modewechsel unterworfenen Waren. Die lleblichkeit bezieht sich auch nur auf ein räumlich beschränktes Gebiet. Eine Gemeinüblichkeit für ganz Deutschland kommt nach einer Reichsgerichtsentscheidung nur für solche Waren in Frage, wenn sämtliche beteiligten Geschäfte Deutschlands in Wettbewerb miteinander treten. Werden z. B. in Warenhäusern Artikel, bei denen, wie bei Möbeln, ein Saison- oder Inventurausverkauf nicht üblich ist, in einen solchen Ausverkauf mit hineingezogen, so gelten für diese Artikel die allgemeinen Vorschriften über Ausverkäufe, wie sie oben geschildert sind. preradovic: verstehen wir uni??' Reichsdeutsche Uraufführung am Gießener Stadttheater. Dies ist — nach „Liebe und Film" und „Mary und — bereits die dritte Uraufführung, welche die rührige Theaterleitung in dieser Spielzeit heraus- gebracht hat. Ueber die persönliche Herkunft und das literarische Vorleben des Autors unterrichteten einige am Montag veröffentlichte Daten. Sein Stück heißt im Untertitel „Zeitschauspiel von drei Generationen in,drei Akten": es- behandelt ein altes, aber immer wieder aktuell werdendes, immer wieder aufgegriffenes und in neuer Beleuchtung und Ak- zentuierung abgewandeltes Thema. Die Zwi chengeneration wird durch Karl und Thea repräsentiert: er ist Bankdirektor, „etwa fünf. S'g. sehr gut erhalten, intelligent, wohlerzogen, energisch . Thea ist nahe an vierzig, „schön ein ^Emg„ üppig, elegant" und neigt zu hysterischer Selbstüberschätzung. Das revolutionäre Element in der Generationen- folge vertreten überlieferungsgemäß die Jüngsten. Zunächst die Kinder des Ehepaares: Leo und Lilly Leo, „sportlicher Typ, 22jährig, rücksichtslos und un= bekümmert, aber gut erzogen": Lilly ist ein hübsches frisches Mädchen vom Typ der neuen Sachlichkeit, burschikos, betont modern, gut erzogen. Sie liebt einen jungen Dichter namens Emanuel, der, von revolutionär-kommunistischer Gesinnung und von seiner Sendung überzeugt, sich für einen der Weg- bereiter der künftigen Geschlechter hält. Die Geschwister „witternMumienluft, ihre Sprache ist von betonter Ironie, sie lieben die großen Worte, um die großen Worte Plötzlich lächerlich zu machen; sie bezeichnen (ähnlich wie die jungen Leute in Tho- mas Manns schöner Novelle „Unordnung und frühes Leid") die Aelteren als Greise, die" den „Krieg begonnen haben" und „ein paar Jahrhunderte von uns entfernt sind". — Die Verhältnisse sind klar, Konftiktsstosf ist überreichlich angesammelt, das Spiel kann beginnen. * Erster Akt: schon in der leichten Unterhaltung der drei Alten am abendlichen Kartentisch deuten sich Differenzen an, die sich nicht nur auf die übrigen Familienmitglieder, sondern auch auf die Beteiligten selbst beziehen. Das junge Liebespaar, Emanuel und Lilly, „will heraus aus der Stickluft" und sinnt auf gemeinsame Flucht. (3m Hintergrund, angedeutet. Emanuels Konflikt mit seinem Vater, der eine Brotfabrik betreibt; unüberbrückbare Gegensätze von Kommunismus und Kapitalismus.) Thea, die oberflächüch-elegante Mama, rüstet sich zu einem Ball, den sie mit chrem Mann besuchen wird; es stellt sich heraus daß dieser Ballbesuch für Karl nicht nur ein gesellschaftliches Ereignis bedeutet, sondern mit der kritischen Lage seines Bankgeschäftes in Beziehung steht. Karl braucht Geld, er bittet seine Mutter, sie möge eine kurzfristige Hypothek auf ihr Haus aufnehmen: die alte Dame lehnt ab. gibt aber, sehr überlegen, das Geld von sich aus — gegen Schuldschein und pünktliche Zahlung. „Man kann nie wissen, wozu man das braucht." 3m zweiten Akt — am andern Morgen — werden die hier teils entwickelten, teils nur angedeuteten Mißverständnisse und Konflikte im raschen Wechsel über kreuz und quer sortgespon- ncn ..." zwischen Karl und dem Obersten: Kauf« mannSwelt und Offizierswelt: zwischen Karl und o o: unb Sohn: zwischen dem Obersten und Leo: Vergangenheit und Gegenwart, alte und neue Liebesgeschichten. Ehrbegriffe, Standesvor- Eerle. Verstehen wir uns? Ach, sie verstehen sich nicht am wenigsten die Großmutter und die lunge Lilly: die alte Dame wendet sich-gegen Willys dichtenden Liebhaber aus der Brotfabrik- sie will, daß die Enkelin ihn aufgibt — „Früher haben die jungen Leute einen Beruf gehabt, heute haben sie Schicksale" aber auch diese Ls- Innerhalb der an naturalistische Vorbilder erin- nernden, umständlich-ausführlichen Regieanweisun- gen werden Schauplatz und handelnde Personen — für den Leser deutlicher als für den Zuschauer — eingefuhrt und voraestellt. Das ist eigentlich mehr Romantechmk als Dramaturgie, und man hat das Gefühl, daß Preradovic sich die Charakterisierung etwas leicht gemacht und allerlei in den ungefproche- nen Text verlegt hat, was eigentlich in den Dialog gehörte oder aus ihm sich ergeben müßte. Die alte Generation: da ist zunächst die Groh- mutter, Oberhaupt der Familie, „schöne alte Dame an den Siebzig , Witwe „nach einem Arzt" „klug, energisch, gütig und wissend". Dann ist da der Onkel Franz, Pension erter Oberst, Tnpus des Infanterie- offiziers der alten österreichischen Armee, „anstän- d'S- „korrekt, pfsichtgetreu, nicht überragend intelli. schließlich, nicht zur Familie, aber auch zur alten Generation gehörend, der Doktor, Partner unb Onkel Franz am Kartentisch, ^r?niterU96r liberaler Skeptiker, Spötter, Man sah unter Fassotts verständnisvoller Lei- tung eine sorgfältig ausgearbeitete, sehr wohltemperierte, auf allen Plätzen treffsicher und wirkungsvoll besetzte Premiöre, die aus dem stilistisch lockeren Buch schon rein theatralisch erstaunlich viel heraus- holte und im Ganzen der Ueberlastung des Stücks mit unausgetragenen Konflikten durch einen vorwiegend leichten Konversationston recht geschickt die Waage zu halten bemüht war. Bühnenbildner L ö f f- ler hatte das bürgerlich-gediegene Milieu des (3e- lellschaftsspieles mit einer zwischen Tradition und neuer Sachlichkeit vermittelnden Dekoration grade getroffen. * Im Zentrum des Ensembles stand, vom Publikum herzlich begrüßt, Frau Auguste Prasch-Gre- v e n b e r g; sie hatte als Gast die Partie der Großmutter übernommen, die dankbarste Aufgabe dieses Abends, eine Rolle, die von der ersten bis zur letzten Szene wie für sie geschrieben scheint. Sie spielte so Die Zwischengeneration hat bei Preradovic nicht viel zu bestellen; die Darsteller haben es nicht ein« fad). Den Bankdirektor gab S) eg f er: energisch und geschmeidig zugleich, kühl, diplomatisch, emp- schdlich und immer etwas gereizt; das ist wohl so die Mischung, die sich der Autor für ihn ausge- dacht hat. — Maria Koch spielte die Frau Thea, die wirklich eine rechte Pute ist, leise ins Komische hinüber: ein hysterisches, weinerliches, nervöses, verkatertes, stets gekränktes und alleweil zu einer «Szene" bereites Geschöpf, hilflos zwischen den Ihren und eigentlich bedauernswert. Eine sehr tüchtige Leistung. * Den Allerjüngsten geht es — vom Autor aus — etwas besser; aber nicht viel. Die undankbarste Par- ne hat Schelcher als Leo; er holte heraus, was er konnte; er gab dem unklaren und sehr unreifen Jungen (zumal im Mittelakt) ein hitziges und über- sprudelndes Temperament und war ehrlich bemüht, zu entwickeln und auszubauen, was in der Rolle allenfalls vorbereitet ist. — Walter Michel hatte den Emanuel, und es ist festzustetten, daß diese Gestalt m seiner Hand bedeutend menschlicher und sympathischer geriet als sie im Buche steht, wo sie ziemlich zerfahren und unfertig wirkt. — Beatrice Doering als Lilly hat darstellerisch in ihrer Gruppe das beste Teil erwischt; sie hat wirklich zu spielen, zu differenzieren und zu steigern; sie traf den Ton und die Mischung, fand die hier sehr nötigen Uebergänge und Schattierungen: am besten und menschlich ergiebigsten im Mittelakt. — wird daher gut tun, sich die Gründe klar vor Augen zu führen: Jeder Vertrag basiert bekanntlich auf der These des „Do ut des" — die Frage liegt also nahe: „Was hat Rumänien und was hat Rußland zu bieten? Die Antwort ist sehr einfach: „Rußland ... alles, Rumänien ... nichts!" Warum? Rumänien ist am Ende seiner finanziellen Kraft und braucht bis auf weiteres Ruhe, Ruhe und nochmals Ruhe, wenn es nicht in das allgemeine, drohende Chaos hinemge- rissen werden will. Der Zustand seiner Armee soll dabei nicht einmal untersucht werden, es genügt die Feststellung, daß Rumänien in absehbarer Zeit — selbst wenn es wollte — nichts gegen Rußland unternehmen kann, was er als territorial übersättigter Staat auch gar nicht beabsichtigt. Auch die wirtschaftlichen Verhältnisse des Landes verbieten — selbst im Rahmen irgendeiner großen, imaginären „Weltaktion" — jedes Anti-Sowjet-Experiment, was den Sowjets selbstverständlich genau bekannt ist. Wenn also jetzt Rumänien in Riga das ausdrückliche Versprechen abgibt, „nichts gegen die Sowjets zu unternehmen", so ist das ein rein platonisches Vers prechen ohne irgendwelchen Wert. Umgekehrt ... was Hat-Rußland zu btetyi? — Viel! Sehr viel! Ein Nicht-Angriffsversprechen wäre für Rumänien von unschätzbarem Wert. Die Russen werden es, wenn überhaupt, nur geben, weil sie im Osten stark beschäftigt sind und-diL.Zeit, das heißt die Wirtschaftsnot, für sie besser arbeitet als die geschickteste revolutionäre Propaganda. Hat aber Rumänien erst einmal schwarz auf weiß das 23er- sprechen erhalten, in Ruhe gelassen zu werden, dann kann und wird es seine $ e-e res ausgaben nicht nur fiktiv, sondern tatsächlich herabsetzen und bekommt die für seine Wirtschaft dringend er» forderlichen Gelder frei. Denn eine Gesamtverschuldung von 3,1 Milliarden Goldmark (20 Millionen Einwohner) reizt Auslandgelder nur sehr bedingt zu neuen Kapitalinvestitionen an, zumal, wenn diese Kapitalien durch ein ungeklärtes Verhältnis zu Ruß- land noch obendrein politisch gefährdet sind. Darüber hinaus muß man aber nun auch noch mit der Möglichkeit rechnen daß infolge der allgemeinen Weltwirtschaftsnot diesmal in Genf doch so etwas wie eine prozentuale Herabsetzung der Rüstungen zustande kommt. Hochgerüstete Staaten wie Frankreich können sich den Luxus einer Rüstungsbeschränkung ohne jedes Risiko leisten. Nie- mals aber ein Land wie Rumänien, das heute schon nur noch mit knapper Mühe und Not seine schwa- chen Kaders erhalten, besolden und verpflegen kann. Verweigert dann Rumänien — wie bisher — unter Berufung auf seinen „geographischen Aus- nahmezustand" eine entsprechende Herabsetzung feiner Rüstungen, so sind d i*e Aussichten für neue Anleihen, um die sich augenblicklich Herr zlrgetoianu unter Hinweis auf die russische Gefahr bemüht, sehr gering und Rumänien wurde dann unter Umständen nichts weiter übrig bleiben, als den Weg Ungarns zu gehen .. All diese Sorgen wäre es aber mit einem Schlage los, wenn jetzt mit Rußland in Riga klare Verhältnisse geschaffen werden würden, was natürlich ausschließlich vom russischen Wohlwollen abhängt. Denn Rußland ist durchaus der gebende Teil, und es ist völlig ausgeschlossen daß es als „Zugabe" nun auch ohne Zwang dieGarantieder bessarabischenGrenze verschenkt. Wird diese in Riga aber nicht gerantiert, dann erübrigt sich auch die Wiederaufnahme der diplomatischen Be- Ziehungen und alles bleibt beim alten! Bestimmt werden in Riga die „Berge kreißen", aber geboren wird doch nur eine „ridiculus mus", ein lächerliches Mauslein, vielleicht in Gestalt einer neuen ,M>m- miffion", die analog der schon bestehenden „Dnjester- Kommission" mit erweiterten Vollmachten alle „noch" — genauer: alle „auch weiterhin" bestehen- den Reibungsflächen abzuschleifen haben wird, um die Gefahr eines Funkenschlages auf das denkbar geringste Maß herabzudrücken. Mit anderen Worten also: „Viel Lärm um nichts" und man könnte unbesorgt über dies Kapitel der russisch-rumänischen Beziehungen hinweggehen, wenn der produktiven Zwecken zuzuführen. Aber bisher fehlte die Gelegenheit, entsprechende Verhandlungen mit Rußland zu beginnen — sie bot " ' " ' die Nachrichten über einen französ., nisch - russischen Pakt in die Oeffentsichkeit drangen, worauf die Rumänen alle Hebel in Be- roegung setzten, um den „Anschluß" an diesen Pakt nicht zu versäumen. Denn mit Rußland Verhandlungen auf eigene Faust zu beginnen, hätte als Schwäche ausgelegt werden können und mußte aus Prestigegründen vermieden werden, weil Bef- farabien das rumänische „Noli m e tangere" ist und jede Konzession jede Regierung ohne weiteres vom Platze gefegt hätte. Und da anderseits auch_ für die Russen „Bessarabien" ein Thema war, über das in der Vergangenheit nicht gesprochen werden durste, wurde diese Frage niemals angeschnitten und alles blieb beim ölten. Um Klarheit zu schaffen, wäre zum mindesten die Aufnahme diplomatischer Beziehungen nötig ge- roefen aber auch dagegen sträubte sich Rumänien. Denn Bukarest konnte immer auf das deutsche Bei- sxiel Hinweisen: kaum hatte man in Berlin den Sowjets das Tor geöffnet gehabt, klopfte Spartakus an dieses Tor und es kostete unendliche Mühe, den ungebetenen Besucher wieder los zu werden. Auch der russische Vorschlag, durch eine freie Dolksabstim- mung die Besitzverhältnisse zu klären, war indiskutabel, weil eine „Volksabstimmung" auf eine „A u • t o n o m i e" hinausgelaufen wäre und diese mit einer „Revolutionierung" des strittigen Gebietes ge- endet hätte. De facto wäre dann „mit anderen Mit- teln" die Sowjetgrenze doch wieder bis an den Vor- kriegs-Grenzfluß den Pruth, herangeschoben worden. vvm Gesetz vvrgeschrlebene Verzeichnis ausge- nommen werden kann. Unter Räumung ist ein beschleunigter Absatz zu verstehen, der aus dem Rahmen deS laufenden Geschäftsbetriebes heraustritt. Daher liegt eine Räumung nicht vor, wenn in einem Geschäft laufend fehlerhafte und als solche zurückgesehte Waren zu billigen Preisen verkauft werden. Jeder Geschäftsmann, der einen Ausverkauf ankündigt, muß den Grund angeben, der ihn zu dem Ausverkauf veranlaßt hat. Es genügt nicht, daß dieser Grund nur in den Schaufensterauslagen angegeben ist. er muß insbesondere in den Zeitungsanzeigen genannt fein. Rach einem Merkblatt der Handelskammer Berlin sind z. 2. als nicht genügende Grundangaben und daher als unzulässige Ausverkäufe folgende Ankündigungen angesehen worden: „Kehraustage". „endgültiger Verkauf übernommener Waren", „Massenschnellvcrkauf", „Räumungsverkauf". „Verkauf von Restbeständen". Zulässig sind dagegen die Ankündigungen: „Geschäftsverlegung", „Umzug", „Aufgabe von Warengattungen", „Brand- und Rauchschaden". Die höheren Verwaltungsbehörden können nach Ankündigung der, zuständigen gesetzlichen Gewerbe- und Handelsvertretungen füt die Ankündigung bestimmter Arten von Ausverkäufen anordnen, daß Grund und Beginn des Ausverkaufs der Behörde anzugeben und ein Verzeichnis der zu verkaufenden Waren einzureichen ist. In Preußen hat der Minister für Handel und Gewerbe im Erlaß vom 14. September 1926 über den Inhalt der Ausverkaufsanordnungen nähere Bestimmungen getroffen. Zuwiderhandlungen haben sowohl straf- als auch zivilrechtliche Folgen. Insbesondere ist aber auch die Polizei betätigt, unzulässige Ausverkäufe zu verhindern. Die Strafe ist eine Geldstrafe bis. zu 150 Mk. oder Haft. Zivilrechtlich kann auf Hinterlassung und Schadenersatz geklagt werden. Aus ilnterlaffung kann nur ein Gewerbetreibender klagen, der Waren gleicher oder verwandter Art herstellt, ober in Öen geschäftlichen Verkehr bringt; ferner Verbünde zur Förderung gewerblicher Interessen. Besonders strafbar, nämlich mit Gefängnis bis zu einem Jahr und mit Geldstrafe, ist derjenige, der im Fall der Ankündigung eines Ausverkaufs Waren zum Verkauf stellt, die nur für Öen Zweck öes Ausverkaufs herbeigeschafft warben find (sog. Dorfchieben oder Aachschieben von Waren). Es handelt sich hier um den Ausver- I a u f S f cö to i n ö e I. Ausschlaggebend ist die Ankündigung. Ein Schwindel liegt dann vor, toenn die Ankündigung nicht mit der Sachlage übereinftimmt. Ein Vorschieben von Waren ist z. B. gegeben, wenn ein Kaufmann fein durch Brandschaden betroffenes Lager durch neue Waren ergänzt und alsdann den Ausverkauf wegen Drandschadens ankündigt; ferner wenn vor Ankündigung eines Totalausverkaufs wegen Todesfalles das Lager für den Zweck des Ausverkaufs aufgefüllt wird. Ein Rachschieben von Waren liegt dann vor, wenn nach der Ankündigung des Ausverkaufs der auszuverkaufende Warenvorrat vergrößert wird, selbst bann, wenn während des Ausverkaufs einer Zweigniederlassung nachträglich Waren von der Hauptniederlassung herbeigeschafft werden. Auch hier ist die zivilrechtliche Klage auf Unterlassung und Schadenersatz, sowie polizeiliches Einschreiten möglich. Eine besondere Stellung nehmen die Saison- undJnventurausverkäuse ein. Werden diese als solche in der Ankündigung bezeichnet, und sind sie im ordentlichen Geschäftsverkehr üblich, so gelten die oben geschilderten Vorschriften nicht. Es müssen aber Zeit unb Dauer genau angetünöigt werben. Sais o n a u s v e r k ä u s e sinb Verkäufe, die in bestimmten Warengattungen nach beenbigter Hauptverkaufszeit zwecks beschleunigten Absatzes bet Restbestände veranstaltet anmutig und feinsinnig wie je unb umgab diese alte Dame, die dem Autor entschieden am glücklichsten geraten ist, mit aller Reife und lächelnden Ueberlegen- fjeit, mit der gewinnenden Liebenswürdigkeit und Natürlichkeit, die sie als Darstellerin vom Leben mit auf die Bühne bringt Um der vom Autor gewählten Anciennität zu fol- gen: den Obersten, Onkel Franz, gab Hauer; er ließ weder den alten Offizier noch den bejahrten Verwandten zu kurz kommen und machte aus der Rolle mit leisem Humor und allerlei hübschen Char- gierungen eine überaus belebte und ausgefüllte F'gur zwischen Ernst und Heiterkeit. — Kühne spielte als weißhaariger Onkel Doktor in guter Hal- tung und mit reservierter Ironie den Raisonneur und geheimen Ansager des Stückes, der an Autors Statt den Leuten zuletzt noch schnell den nachdenk- sichen Dampfer auf ihre lustspielmäßige Heiterkeit zu setzen hat. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Bukarest, Januar 1932. Ursprünglich russisches Gebiet, wurde Bes- farabien im Jahre 1918/19 zu Rumänien geschlagen und bis zum heutigen Tage hat Ruß- land auf diese Provinz nicht Verzicht geleistet. Infolgedessen stehen sich die beiden Länder feit 14 Jahren am Dnjester-Grenzfluß schwer bewaffnet gegenüber, diplomatische Beziehungen bestehen nicht, und keiner traut dem anderen über den Weg. Trotzdem empfinden beide Staaten schon feit geraumer Zeit das dringende Bedürfnis, eine Ent- fpannung dieser Lage herbeizuführen: Rußland t)aj dringende Geschäfte im Fernen Osten zu erledigen, und Rumänien ist am Ende seiner finanziellen Leistungsfähigkeit. Seit geraumer Zeit sehnt es den Tag herbei, wo es sich wenigstens eines Teiles feiner schweren klirrenden, eisernen Rüstung entledigen kann, um Die bann frei werdenden Gel- Erst mit Beginn der russisch-polnisch-französischen Verhandlungen wurde eine ganz neue Lage geschaffen, und erklärlicherweise gingen im ersten Augenblick in Bukarest die Wogen der Begeisterung hoch: Die Optimisten sahen sich bereits im Besitz eines russischen Garantiescheines für die bessarabische Grenze, jubelten über das in greifbare Nähe ge- rückte russische „Nicht-Angriffsversprechen" und machten sich lediglich über die dann wohl unausbleibliche Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen gewisse Sorgen. Aber auch für deren Schattenseiten hatte man ein Rezept in der Tasche: man wies auf das Beispiel der Türkei hin, die mit Rußland im besten Einvernehmen lebt, die aber jeden offenen oder geheimen roten Agitator ohne Gnade und Barmherzigkeit a u s h ä n g t und sich über russische Lamentos wenig aufregt. Auch dieses Recht gedachte man sich in Rumänien vorzubehalten, ohne daß Rußland dann berechtigt sei, daraus „einen" ober „fortgesetzt unfreundliche Akte" herzuleiten. Merkwürdigerweise hatten es nun aber die Russen gar nicht besonders eilig, die Vertragsverhand- lungen in Gang zu bringen, vor allem konnte man über den Ort der Zusammenkunft nicht einigen. Es wurde Angora, Warschau, Riga und Paris genannt. Rumänien wünschte jedoch als Ort der endgültigen Unterzeichnung die gleiche Stadt, in der auch der französisch-russisch-polnische, also der „Große Pakt", unterschrieben würde. Denn Rumänien kommt sich seit einiger Zeit recht vereinsamt im Südosten vor und legt natürlich den größten Wert darauf, wieder festeren Anschluß an seine reiche französische Mutter zu gewinnen. Aeußerlich gesehen, sollte das durch eine feierliche, gemeinsame Unterzeichnungs- aktion zur Darstellung gebracht werden, denn Ru- mänien muß aus Anleihegründen in der Weltmeinung immer die Fiktion aufrecht erhalten, daß es bas östlichste Bollwerk gegen ben Bol- schewismus unb daher „permanent an- leihewürdig" sei Dieser erste Blütentraum ist zunächst noch nicht gereift: als Verhandlungsort wurde das neu- t r a l e R i g a gewählt unb — was noch bedeutsamer ist — diese am 15. Januar beginnenden Verhandlungen werden nicht, wie ursprünglich geplant vom Außenminister, dem Fürsten G h i k a , sondern lediglich von der „Zweiten Garnitur", den beiderseitigen in Lettland beglaubigten russischen und rumänischen Gesandten geführt. Damit aber ist die Bedeutung dieses Paktes — wohlgemerkt: soweit Rußland und Rumänien in Frage kommen — sehr herabgemindert und man spräche endet ergebnislos, in kalter unb feind- "cher Ablehnung auf beiden Seiten. 3m dritten Akt, gegen Abend, herrscht große Aufregung, da Lilly spurlos verschwunden ist: durchgebrannt oder entführt — das ist hier die Frage, um deren vorerst vergebliche Lösung abermals em in verschiedenen Konstellationen und Lautstärken abgewandelter allgemeiner Familienkrach und Generationenzwist ausbricht ... bis Lilly unvermutet wieder auf der Bildfläche erscheint und erklärt, sie fei nicht entführt worden (auch Emanuel, wußte nicht, wo sie blieb) —, sondern sie habe sich verlobt; d. h. in etwas gewalttätiger Form beim Vater (mit der Brotfabrik) um Emanuel „angehalten", lind die Großmutter, sehr überraschend, tritt diesmal ungeachtet des Streites am Morgen als eine prachtvolle Frau an ihre Seite unb gibt ben jungen Leuten ihren Segen. Happy end also, obwohl Preradovic durch den Mund des Doktors ein für den Zuschauer bestimmtes (und fachlich sehr motiviertes) Fragezeichen dahinter fetzt. Zusammenfassung: eine Fülle von Problemen, die für einen Roman gelangt hätte, in lockerster Konversation auf drei Akte verteilt, angeschnitten, zur Diskussion gestellt. Eine Lösung, an sich fragwürdig, war hier — schon aus räumlichen Gründen — kaum zu erwarten; daß die Verlobung keine Lösung ist, deutet Preradovic selbst schüchtern an. Es bleiben eine Menge offener Fragen ... etliche hübsche Bonmots ... und die gegen Ende immer deutlicher durchbrechende Erkenntnis, daß das Gefühl des Autors (der selbst in der Mitte steht) es mit den Alten hält, die das Herz auf dem rechten Fleck, gefestigte Ansichten, gute Verven haben und mit dem Leben, y^rem eigenen und dem der 3üngeren und 3üng- sten, fertig werden. land Wirtschaft 9Jixfpott Bantnoten. Seid Lombardzinsfuß S v. h. >e- 15 Sortierung Nachdruck verboten. w m r-»°d-LÄ! MU E-- i,5 tig vom Boden ihrer Veranda e.nporgehoben. Die tiefe Erschütterung und das Schuldbewußtsein schienen endlich aus Hans Egon den Mann g, macht zu haben, der eine Frau, wie Birgit, Em glücken konnte. je unb umgab bieje alle ieben am gliicklichsteii geil lächelnden Ueberlegen- ßiebensroürblateit unb [tefferin vom Leben mit fefter, gegen den Gulden stellte eS sich aus 8,47, gegen den Dollar auf 3.39t-1. gegen Paris aus 86,65, gegen Zürich au* 17,4350, und gegen Brüssel aus 24,45. Der Dollar, oct französische Frank und Belga gaben leicht nach. Am Vachmittag konnte sich das englische Pfund und die Reichsmark weiter etwas^ befestigen. doch ging am Spätnachmittag cm Teil dieser Besserungen wieder verloren. Gegen den Dollar stellte sich das Pfund vorübergehend auf 3,4150, später auf 3.4075, gegen ben Dulden auf 8,49. gegen Paris auf 87.00, gegen -Zürich auf 17,50, und gegen die Reichsmark aiif 14.4050 (gestern Schluß 14.3750). Die Reichs- mark zog in Amsterdam auf 58,84 an, in Zürich auf 121,15. während sie in Veuyork mit 23,64 ct- toaÄ leichter lag. Der Dollar und der französische Frank neigten etwa- zur Schwäche. frankfurter (tfctreifccbörfe. Frankfurt a. M., 13. Ian. Es wurden notiert: Weizen 233,50, Roggen 220 bis 222,50, Braugerste 185, inländischer Hafer 147,50 bis 155, Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0. mit Aus- Zch hab dir verzieh«! Vornan von Clotilde von Stegmann «Stein. Copyright by Martin Feuchtwange r, Halle. | teerte und Kaliaktien, Reichsbankanteile und Otavi favorisiert. Bei letzteren schien die Kupferpreiserhöhung nachzuwitken. Vach den gestrigen starken Schwankungen ist es im allgemeinen schwer. Kursdergleiche anzustellen. 3m allgemeinen kann man sagen, daß diese Spezialgebiete mehrprozentige Besserungen erzielten. Am Bankenmarkt fielen Handelsonteile durch schwächere Veranlagung auf, von Schiffahrtswerten waren Hamburg-Süd gefragt. Ehadeaktien hatten einiges Geschäft, Schultheis blieben wohl im Zusammenhang mit der zu erwartenden Diersteuerermäßi- gung gesucht, und die Kaliwerte waren unter Bevorzugung von Salzdetfurth bis zu 4 Prozent höher im Handel. 3m Lause des Vormittags tauchten Gerüchte auf, daß die Stillhalteverhandlungen nunmehr zum Abschluß gekommen seien, und es wurde daraufhin allgemein etwas lebhafter, so daß selbst an den vorher vernachlässigten Märkten Kursbesserun- g e n eintraten. Vur Pfandbriefe neigten weiter eher zur Schwäche. Anleihen waren vernachlässigt, Farbenbonds setzten ihre Aufwärtsbewegung um 1 Prozent fort, so daß die Differenz zu den Aktien wieder nur noch etwa 3 Prozent beträgt- Reichsbahnvorzugsaktien waren unverändert. Devisenmarkt Berlin — Jranffurt a. M , w MS 'E,fÄ» KAtz , SRarnP6- eben nicht der Nutznießer auch dieses „Vertrages' Frankreich, der unsichtbare Leiter der neuen Ostpolitik wäre. Denn Polen, der Sturmbock Frankreichs gegen Deutschland, bekommt jetzt seine Südflanke frei, und den Letten im Norden wäre nie der Stamm so geschwollen wie gerade jetzt, weil sie genau wissen, daß sie weder von Rußland noch von Deutschland etwas zu befürchten haben. Frankreich ist es auf diese Weise gelungen, d i e „D ft - front" des großen Krieges wieder herzu- stellen. Wieder reicht sie von der O st s e e b i s z u rn Schwarzen Meer unb wieder ist Deutsch. Ültn Mnciennitit zu fol- stanz, gab Hauer:» «er noch ben be]aljnen ien unb machte aus her ) allerlei hübschen idebte unb ausgeM Heiterkeit. - Kuhn ikel Doktor m guter hat Ironie ben Nai|onneur Stückes, der an Mott och schnell btn na^nf lspielmäßige Heiterkeit ß 'hn aus der Gegenwart fort in die Vergangenheit und Zukunft geführt hatte. Schon sah er von weitem, über dem lichtgrünen Buchenwald, die Türme von Tannenaue aufragen. Lustig flatterte im Frühlingswind am Ehrentage der jungen Schloßherrin die Rauenfteinsche Fahne. Der Konsul befühlte noch einmal seine Drust- tasche: ein weiches Lächeln überflog seine Züge. 3a. das Etui ruhte sicher an seinem Herzen: das kleine, blauausgeschlogene Samtkästchen mit dem schönen, alten Goldschmuck, den seine geliebte Frau als Hochzeitsgeschenk von ihm erhalten hatte. Run sollte, so Gott es wollte, der gleiche Schmuck auf dem Halse seiner Birgit ruhen, wenn sie dereinst den Erben von Tannenaue über das alte, silberne Taufbecken der Sibelius' halten würde. Lautlos fuhr der elegante Mercedes des Konsuls Sibelius in den Schloßhof, der jetzt ein verändertes Aussehen bot. Aus dem grünen Rasen standen Tische und Bänke, die gerad.e von den Mägden mit weißem Leinen bedeckt wurden. Die Küchenmädchen, unter Aufsicht der etwas aufgeregten Mamsell Stülpnagel, schleppten große Körbe mit Geschirr herbei. Auf einem großen Brett abseits standen Berge von Zucker, bauchige Kannen voll Milch und Töpfe mit Sträußen früh- licher Sornmerblumen in Blau. Rot, Gelb und Weiß. Es war der Wunsch der jungen Schloßherrin, daß die ganze Fügend des Dorfes an ihrem Geburtstage teilhaben sollte. Vun wurde die große Kaffeetafel vorbereitet, von der man seit Tagen im Dorf erzählte. Der Dorflehrer hatte feinen Schulkindern sogar einen kleinen Festgesang eingeübt. Aber das wußte Birgit noch nicht: es sollte eine äleberraschung für die geliebte junge Herrin werden. Der Konsul war schon an der Pforte auSge- stieaen und ging über den Festplatz, um das fröhliche Bild der Vorbereitung näher zu betrachten. Beinah wäre er in einen Riesenkorb mit Streuselkuchen gefallen, der. von Dienen um- schwirrt, neben anderen Kuchenkörben unter der großen Schlohlinde stand. Die Mägde kreischten auf und erröteten gleich darauf, als sie den Konsul erkannten. Mamsell Stülpnagel kam blitzschnell herbei, den Vater ihrer verehrten Herrin zu begrüßen. Freundlich nach allen Seiten grüßend, ging der Konsul vorsichtig über den Rasen, der Schloh- terrasse zu. Jetzt hatte man ihn dort gesehen. Gras Hans Egon kam schnell die Freitreppe herunter. um den Schwiegervater willkommen zu beiden, indessen Birgit sich in ihrem bequemen Korbsessel ein wenig aufrichtete und dem Vater mit liebevollem Lächeln aus ihren schönen Augen cntgegenblidte. Prokurist Claassen stotterte, immer noch ein wenig verlegen: .Frau Gräfin wird es hoffentlich nicht übelnehrnen. Aber meine gute Alwine meinte, ILt hätte doch für Fräulein Birgit, Verzeihung, für die Frau Gräfin, auch immer die Puppen- kLcidchen genäht, und da dachten wir.. Lerlln, 12.Januar •Zlmertlantidje Note» ®el0t|(bf Noten......... Täniidie Noten ttngltidie Nol.-n......... f1tan;ö|i|cbe Noten Hollanbilche Noten gtaUenildie Noten Norwegische Noten Deutsch. Lesterretch, • 100 Lchllltng Rumänische Noten........ Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten Ungarische Noten Veichsbankdiskont 7 o. h. Der Konsul reichte seinem Schwiegersohn die Hand und ging Birgit entgegen, die in einem lichten, weihen, weichfallenden Gewände dasaß. Die letzten späten Fliederbüsche des nordischen Frühlings blühten weih über die Balustrade hinüber und sandten ihren süßen Duft empor. Jetzt war der Konsul bei Birgit angelangt. »Mein geliebtes Kind", sagte er, und tiefe Bewegung malte sich in seinen Zügen, „mögen alle kommenden Jahre so sonnig für dich fein, wie eS dieser Tag ist." Sie lehnte sich leicht und vertrauensvoll an die Brust des Vaters, während ihre schmalgewordene Hand nach der ihres Gatten griff. „3ch bin sehr glücklich, lieber Vater", entgegnete Birgit. Dabei sah sie mit einem strahlenden Blick auf zu dem schönen Manne, der neben ihr stand und ihr nun ganz gehörte. „Warte noch ein kleines Weilchen. Um ein Llhr ist Schwager Friedrich fertig mit der Arbeit, dann wollen wir mit ihm gemeinsam meinen Gabentisch besehen, den mir Hans Egon so überreich ausgebaut hat." Der Konsul machte ein scheinbar erschrockenes Gesicht. „Wird denn da noch ein Plätzchen für mein Geschenk frei sein?" Er griff in seine Drusttasche. Ein helles Rot huschte über Birgits Gesicht, als der Konsul das Kästchen hervorzog und vor ihren Blicken öffnete. Auf sanftblauem- Samtuntergrund schimmerte das gedämpfte Gold des antiken Halsschmuckes, den Birgit noch nie in Wirklichkeit gesehen, sondern nur von dem Drautbilde der geliebten Mutter her kannte. „Vater!" flüsterte sie. .Welch kostbares Geschenk!" .Kostbar vor allem, mein Kind", erwiderte mit bewegter Stimme der Konsul, „durch die Erinnerung an deine Mutter. Seitdem sie es getragen, habe ich das Halsband nie wieder hervorholen mögen — bis heute. Mögest du es in Glück und Gesundheit tragen, und möge dein Mann durch deine Liebe sich ebenso beglückt und begnadet fühlen. wie ich es war in der nur zu kurzen Gemeinschaft mit deiner geliebten Mutter." 'Birgit strich zart und liebevoll über die matt- schünmernde Halskette, indes der Konsul Hans Egon mit einem mahnenden Blick suchte Hans Egon erwiderte diesen Blick, ohne die Augen niederzuschlagen. 3n seinem schönen, wie E>efreiten Gesicht las der glückliche Vater Willen und ernstes Versprechen. Und niemand von diesen drei Menschen ahnte, welch finstere Schatten das Schicksal für sie in Bereitschaft hatte. (Fortsetzung folgt.) „Lehrspiel- des Budapest. Eine kombinierte Kasseler (Elf 7:0 geschlagen. Die bekannte ungarische Mannschaft ITC. Budapest trug in Kassel auf dem Kurhessenplatz vor etwa 8000 Zuschauern ihr letztes Spiel in Deutsch- lanb aus. Der ungarische Herbstmeister konnte dieses Spiel gegen eine Kombinatton der Kasseler Vereine Kurhessen, Sport, und SC. 03 in ganz überlegenem Stile gewinnen. Dis zur Pause lagen die Dudapester durch Tore von Turay und Toldi bereits mit 3:0 in Front. Vach dem Wechsel wurde die Kasseler Elf fast ganz in die Defensive gedrängt, die Ungarn siegten nach Belieben. Gegen Schluß des Spieles beschränkten sich die GäUe nur auf das Demonstrieren ihres hohen Könnens, ohne auf Torerfolge auszugchen. Die Kasseler Elf hatte ihre Achillesferse in der Verteidigung, in der auch der 3ntemationale Weber eine rechte Partie lieferte. BfB.-Gießen. VfB. Ligareserve — Hermannstein I 1:4. In diesem Verbandsspiel ließ VfB. eine ganze Reihe sicherer Torgelegenheiten aus. Im Spielaufbau besser als der Gegner, mußten die VsBer eine unverdiente. Niederlage hinnehmen. Hermannstein hat durch diesen Sieg sich die Meisterschaft vor dem Wetzlarer Sportverein gesichert. Das Spiel artete gegen Schluß aus, so daß beide Parteien sich Spieler vom Fe de verweisen lassen mußten. Der Gegner der 3. Mannschaft — Bieber I — trat nicht an. VfB. kam kampflos zu Punkten. Handball der Sp.-Dg. 1900. 1900 I — VfL. wehlar I 2:10. Durch plötzliche Spielerausfälle standen am Sonntag die 1900er mit acht bzw. neun Leuten, darunter noch die Hälfte Ersatz, den Wetzlarern gegenüber. Wie sehr sich die meisten Gießener auch abmühten und das Feldspiel offenhielten, so war doch die hohe Niederlage nichk abzuwenden. Die VfL.-Leute legten zwar ein annehmbares Spiel hin, hätten aber bei kompletter Gießener Mannschaft einen schweren Stand gehabt. 1OOOO Segelflieger in Deutschland. Stürmische Entwicklung des Segelflugsports. Im Flugoerbandshaus in Berlin fand eine Sitzung des Scelfkugausschuffes des Deutschen Lustfahrtver- bandes statt, bei welcher der Vorsitzende, Profsfor Dr. Georgii, den Jahresbericht über den Segelflug 1931 gab, und u. a. erwähnte, daß die Zahl der altiven Segelflugtreibenden im Deutschen Lustfahrtverband rund 8—10 000 beträgt. Die Segelflug- bewegung hat durch das Hinzutreten der Deutschen Turnerschaft, des ADAC.. der Deutschen Burschenschaft, des Äösener SC. und des ATB. neuen starken Austrieb erhalten. Professor Dr. Georgii wies darauf hin, daß die Not des Jahres 1931 die Segel- • Neuer Erdö 1 fund bei der Preußag. Ißie WTB -Handelsdienft erfährt, ist auf dem Gelände der Gewerkschaft „Florentine", die zum Kon- zern der Preußischen Bergwerks- und Hütten-AG., Berlin, gehört, in Edesie (Hannover) eine Bohrung fündig geworden. Die Bohrung, die mit einem Ro- taryapparat bis zu einer lief von nahezu 900 Meter abgetäuft worden ist, hat in den ersten 24 Stunden etwa 36000 tiiier und in Öen letzten 24 Stunden etwa 31 000 Liter ergeben. Das Del am Bohrloch steht unter einem Druck von 20 Atmosphären. Frankfurt schwankend. Frankfurt a. M., 12. 3an. 3m heutigen telephonischen Freiverkehr war die Stimmung in Anbetracht der letzten Entwicklung der politischen Konstellation bei stärkster Zurückhaltung zunächst eher etwas schwächer, später aber wieder freundlicher, um sich dann gegen die Mittagsstunde erneut wieder leicht abzuschwächen. Trotz dieser schwankenden Haltung war die llmsahtätigkeit sehr gering. Gegen den gestrigen Verkehr blieb aber die Mehrzahl der Kurse aut behauptet, konnte sich vereinzelt sogar leicht bessern. Dis zu etwa 1 v. H. höher lagen von Elektrowerten Siemens und AEG., auch 3G.- Farben und Reichsbank zogen etwa im gleichen Ausmaße an. Montanwerte blieben gut gehalten, während Bankaktien ruhigen Markt aufwiesen. Der Rentenmarkt zeigte bei minimalen ülmsähen ebenfalls unsichere Tendenz, und per Saldo waren meist Abschwächungen bis zu V.5 v. H. zu verzeichnen.ReichSbahn-Vorzugsaktten rannte man ungefähr 1 v. H. niedriger, wogegen Farben-Bonds etwa 1,5 v. H. höher gesprochen wurden. Am Markte der 3ndustrie-Obligattonen erhielt sich einiges Interesse für westdeutsche Werte, doch waren nennenswerte Kursveränderungen nicht sestzustellen. Von deutschen Anleihen lagen Reichaltbesih etwaS im Angebot, Veubcsih tendierte unverändert. Berlin recht widerstandsfähig. Berlin. 13. Jan. (WTB. Funkspruch.) Da es für heute an besonderen Anregungen fehlte, zeigte die Spekulation zunächst stärkere Zurückhaltung, und die Umsahtätigkeit war auffallend gering. Man nahm den Rücktritt Lavals zur Kenntnis und rechnete für die Veu- bildung des französischen Kabinetts mit erheblichen Schwierigkeiten, da anscheinend auch in Frankreich die radikalen Parteien möglichst keine Verantwortung tragen wollen. Außenpolitisch gehen die Vorbereitungen für die große Konferenz weiter, innenpolitisch hat die Situation keine Veränderung erfahren. Die Stillhalteverhand- lungen scheinen aber jetzt, nachdem das Banken- komitec zusammcnberufen worden ist, ihrem Ende entgegenzunehmen. Das gegen Schluß schwächere Aeuyork von gestern störte wenig, da die deut- 'chen Werte relativ gute Haltung gezeigt hat- len. So bl'.eb die Tendenz an den Aktienmärkten recht widerstandsfähig, nachdem schon gestern abend nur geringe Kursveränderungen eingetreten waren und sich für Spezialwerte weiter 3nteresse gezeigt hatte. Auch heute beschränkte sich das Geschäft auf tornige Märkte, und zwar wurden Kunstseiden- ^ünbe Hn, °us Wei. Jcn*>e (EhS f5 anb leiner .Men e.„tme? Soll •W» h genau Un,'*s nK'9Q ba9 ousx°5n‘ Ht. m bie g et rein pSc,s )u 'r"^ngüssz^?'^' rhalipt, finr Die sie belfer ba» He*r»Cn, n' hm NZ ’ Arhaltnig zu fR|>6, W* (inb M-Z I sHden ßurus einer L.R'sik° leisten. L IV05 heute schon U"d Not (eine schwa. W-TtSh "Aussichten für ' l'ch augenblicklich Herr auf tue russische tzesahr Summen würbe bann -r übrig bleiben, als ben aber mit einem Schfgge lanb in Riga klare 1 werben würben, was ' russischen Wohlwollen ff durchaus ber gebende Men boß es als „Zu- 3 bie Garantie ber je verschenkt. Wirb diese iert, bann erübrigt sich ber diplomatischen Geheim alten! Bestimmt kreißen", aber geboren is wus' ein löcheMer ilf einer neuen ,Fnm- i bestehenden „Dnjester- ten Bollmachten olle ch weiterhin'' bestehen- lleifen haben wirb, um iiages auf bas denkbar len. : „Biel Lärm um nichts" [ über dies Kapitel der ngen hlnweggehen, wenn Unter Führung feine« Bruders Friedrich versuchte Hans Egon sogar ernstlich, sich in dem landwirtschaftlichen Betriebe von Tannenaue zu betätigen. Und wenn der Erfolg auch noch nicht sehr groß war, wenn Hans Egons Wesen auch mitunter sprunghaft und ungleich war, die eine Gefahr, die Dolores hieß, schien für immer gebannt. Hans Egons Verhalten gegen Birgit war seit jener großen Aussprache liebevoll und ritterlich, es schien, als habe er Birgits Wert und die Gefahr, ihre Liebe zu verlieren, in vollem Umfange erkannt. Birgit selbst hatte schwer mit sich gekämpft. Mit zäher Tapferkeit, die der Konsul durch seinen liebevollen Zuspruch unterstützte, hatte sie versucht, die erste große Enttäuschung ihres Lebens zu überwinden. 3hrem Willen war es gelungen. War auch ihr Wesen feit diesem Tage wie unter leisen Wehmutsschleiern gedämpft, so war sie doch von einer stillen, gleichmäßigen Ruhe beherrscht. Die Muttersehnsucht erfüllte sie mit einer tiefen, unzerstörbaren Kraft, einem Glück, das sie auch in Hans Egons Augen und Wesen wieder» zufinden glaubte. So konnte der Konsul, der diese Entwicklung genau beobachtet hatte, jetzt frohen Herzens Schloß Tannenaue entgegenfahren, um den Geburtstag feines einzigen Kindes im Kreise der Familie zu feiern, in dem feit jenem Schicksalstage im März auch Gras Friedrich brüderlich weilte. Die gewollte, abwehrende Kühle, die Gras Friedrich bisher seinen neuen Angehörigen gezeigt, war einer freundlichen, gleichmäßigen Aufgeschlossenheit gewichen. 3n den Blicken, mit denen er Birgit ansah, lag so viel besorgte Zuneigung, daß der Konsul fein Kind nun doppelt geborgen wußte. Endlich war es auch Sibelius gelungen, die geschäftlichen Vöte des Mühlenbetriebes zu lockern. Friedrich hatte sich endlich nach dem 3u- reben des kühlen, nüchternen Kaufmanns ent- fchlosfen, etwas Kapital auszunehmen, für das ber Konsul bie Bürgschaft geleistet hatte. Schon jetzt, nach wenigen Monaten. war durch die Erneuerung des Maschinenparkes die Arbeits- Möglichkeit und dadurch die Rentabilität der Mühle gestiegen. 3mmer, wenn er nach Tannenaue hinauskam, war es für ben Konsul, bem selbst bie Arbeit bas Leben bedeutete, eint Freude, ben Arbeitseifer und die neu erwachte Zuversicht des Grasen Friedrich zu sehen. Der Konsul erwachte aus seinem Sinnen, das tauschweizen 35,10 bis 36. Svndermablung 33 35 bi« 34,25, Wei cnmehl, niederrheini ches i l VuS- tauschweizen o5,10 bis 35,75, Sondermahlung 33,35 bi« 34, Roggenmehl 33,75 bis 31,75, W.-izenkleie 8,65, Roggenkleie 9,25 Mark. Tendenz: stetig. Oie gestrigen Devisenmärkte. Berlin, 12; Jan. (WTB) Heute vormittag war das Geschäft an den Internationalen Devisenmärkten wieder etwas lebhafter, die Tendenz für die einzelnen Devisen war aber geteilt Die Reichsmark konnte sich, trotz ber Unsicherheit hinsichtlich ber Entwicklung in Deutschland, doch gegen gestern etwas beledigen; in London stellte sie sich auf 14,30, in Paris auf 601, in Zürich zog sie auf 121, später 120,90 an, in Amsterdam auf 53,7750. Das eng- l i s ch e Pfund war ebenfalls eine Kleinigkeit flugberocgung in ihrem Siegeszug nicht aufhalten konnte, und daß für 1932 mit einem weiteren Wachsen des Segelflugsportes gerechnet werden kann. Deutsche Eishockeymeisterschast entschieden. Die Gntfdjeibungum die Deutsche Meisterschaft im Eishocken fiel am Montagmorgen in dem Spiel Ber liner SC. gegen Münchner EV. Die Berliner errangen mit einem 4:1-Siege (3:0, 0,1, 1:0) zum " Male den deutschen Meistertitel. Berlin trat komplett an, während München seine beiden Lerteidiger ersetzen mußte. Das Spiel begann mit einer leichten Ueberlcgenljeit von Berlin, für das auch Jänecke das Führungstor schoß. 9m weiteren Verlauf des ersten Drittels fielen dann noch zwei weitere Tore für Berlin. 3m zweiten Drittel fiel der einzige (Gegentreffer für München, und im letzten Teil war Rudi Ball für Berlin noch einmal erfolgreich und stellte somit das Endergebnis her. Deutschlands Eishockeyspieler bleiben zu Hause. Der Spielausschuß des Deutschen Cislauf-Verbandes faßte, wie wir bereits kurz berichteten, bei feiner Tagung am Sonntag anläßlich der Deutschen Cis- Hockeymeisterschaft auf dem Riesfersee bei Garmisch. Partenkirchen den Entschluß, das Angebot der ‘Bereinigten Staaten, auf deren Kosten noch Lake Placid zu fahren, abzulehnen. Maßgebend für den Entschluß war die Forderung Amerikas, mit nur zehn Spielern insgesamt neun Spiele in den Vereinigten Staaten zu bestreiten und außerdem zur Finanzie- rung weitere sieben Kämpfe, drei vor den Olympischen Spielen und vier nachher, zu liefern. Da durch die große Anzahl der Spiele an die deutschen Vertreter zu große Anforderungen gestellt werden, hat der Deutsche Eislauf-Verband das Angebot der Amerikaner vom sportlichen Standpunkt aus abgelehnt. Diese Entscheidung ist endgültig. Als Folge der Absage fallen auch die für den 12. und 13. Januar im Berliner Sportpalast vorgesehenen Spiele mit Goto Stockholm aus. Barwa lief deutsche Rekorde. Die von dem Deutschen Meister B a r ro a bei den Europameisterschaften in Davos erzielten Zeiten über 1.500 Meter und 10 000 Meter bedeuten neue deutsche Bestleistungen, lieber 1500 Meter verbesserte Barroa den alten Rekord von Sanbtner (München) von 2:39 auf 2:34,2 unb blieb über 10 000 Meter mit feiner Zeit von 19:19,8 beträchtlich unter Vollstedts früherer Bestzeit (19:31,4). Schäfer bleibt Kunstlaufmeister. Als letzte Meisterschaft von Oesterreich im Eiskunstläufen gelangte in St. Pölten bie ber Herren Zur Entscheibung. Wie erwartet, trug Weltmeister Sari Schäfer einstimmig ben Sieg vor Hartmann, Erbös unb Bernhauser bavon unb blieb weiter im Besitz der Meisterwürde. „Und da dachten Sie", fiel der Konsul freund» liH ein, „daß auch für Birgits lebendige Puppe 'tbre gute Frau das Erstlingskleidchen vorbereiten vrd nähen müßte. Das ist ein schöner Gedanke ntetn guter alter Claassen. Ich weiß, daß auch Birgit sich über diese sinnige Aufmerksamkeit herzlich freuen wird. Möge Ihre treue Anhänglichkeit ®lücf bringen.“ 'Aach diesen Worten legte der Konsul die "rcundliche Spende vorsichtig wieder in ihre zarte Umhüllung und wandte sich, mit dem Prokuristen ujfammcn. der Post zu, die ein junger Mann nach brlchcidenem Anklopfen ihm hereinbrachte. Aach einet knappen Stunde war das Dringendste erjebigt, waren alle Anweisungen gegeben A-r Konsul begab sich in das Rathaus zur Rats- öerrensihung. bei der über den • Ausbau des •Mfend konferiert werden sollte. Es wurde eine ziemlich lange Debatte, die sich länger ausdehnte, cü voraeschcn war. Waren doch die Gelder, die tic Stadt für die neuen Hafenanlagen bewilligen lallte, ober besser: bewilligen konnte, nicht aus- techend. um das großzügige Projekt in ganzem ^smaße durchzufuhren. Die Hilfe des Staates virde als unumgänglich notwendig erkannt, und Konsul Sibelius mit seinem hochangesehenen Temen und feinen guten Beziehungen verbürgte für das Gelingen einer Anleihe und erklärte ich zur Vermittlung bereit. So ging cs schon stark auf die Mittagsstunde 1^. als der Konsul die Steintreppe des Eitzungs- etles hinabstieg, um seinem Wagen entgegen- schreiten, der auf dem Alten Markt auf ihn bartete. Ceme gute Laune hatte sich noch erhöht durch X’r. Beifall, ben seine Vorschläge in ber Sitzung Si'funben hatten. Mit doppeltem Behagen genoß «r bie Schönheit dieses sonnigen Zunitages. ber tn voller Pracht auf allen Felbern unb Wiesen 1JJ. an denen der Wagen schnell vorbeisurrte. Mit Dankbarkeit dachte ber Konsul an bie klückliche Wenbung, bie Birgits Leben seit jenem tnhcilvollen Tage genommen, da er sie ohnmäch- z w , schon die russisch-französische! Kneifzange geraten. Zwar hat Rußland dies- mal seinen Schwerpunkt, fein Gesicht, nach dem fernen Osten gerichtet, aber dafür hat der sranzo- stsche Stellvertreter die ureigentliche Ausgabe der -owjets, Deutjchland ins Chaos zu jagen, mit übernommen. Die Rollen von 191L sind also oe r - taujdjt: damals rettete Rußland Frankreich, heute Hot Frankreich die Rückendeckung der Sowjets übernommen und wir sehen keinen in Deutschland, der icnes neue, politische „Tannenberg" zu schlagen in her Lage wäre, das die Stunde erfordert. 12. Januar 13.Januar «mllidbe <*tih Notierung »rW «mflidx Selb Notierung Stiel 6 nt sieHeiß:0Ckcn, ■____ ^SESlSer »odeme___-- .ulk ßl Kam» ---V#O'1Wn;.nn. *««n Pa,inS1forin' 'C 3Ä3s*Kä«i5sss*i- Ur&togc Q FÜ\\apprcWr — . J8 „.schi»p“B6* 115iet“" 125 Kü^1^eo,aee CX115 ^SSESS®*'-äJrteoee»2 25, i=«* °°r ___ seiden __