alhaUsfQ. Ga'din6n m Plat^. ,ulei’«teN ***'** ^n, verkauft d- Kratz "'••Vertret Öhmen I. Hm ttftdlW S ,^vlb, h-Pullmann« lmousinc, 000 Km. gef, 's^w..ai,zug ?*» O-it„en, L 'strafe 52. kerlmltcne Oliver- Bibmaschine [taufen. 07227 nanlagc 4!) p, •11111SS «mheitskauf. Ä^ikoskov ^M,£bi.3, '12tüimmen., ■ 1-3,5, ib.breh- SentTierb. Tuch I.LuaLäabritn. tez.vt.Lcdr. U.07234a.b.® A IMIIIIIIIIIIIIIIIHIIIQ llugsh. J. DCrf. erhalt. Schlaf« tncr, antike hle, Spiegel, retär. Anzuieh. 1- V-l Uhr. 07247 Löberstr. 25 L Montag, l?. Dezember 1932 182. Zahrgang nr.292 KvützauSsabe GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen ttv6 nitb verlos: vrühl'sche Univelsttalr-vuch' und Steintruderei R. Lanze in Gießen. Schriftleitung NN) Geschäftsstelle: §chu!^tra^e 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig- für Re- Klameanzeigen von 70 n m Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20" , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für denAn- zeigenteil i. V.TH.Kümmel sämtlich in (Sie >en. Ertchelnt täglich, außer Lonniags und Feiertags Beilagen: Die Illustriert. Tienener Familienblatter Heimat ,m Bild Die Scholl» Monatr-Sezngsprels: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt, iiernfvrechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251. Anichrift für Drahtnachrichten Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: $rcniftirt am Main 11686. chtoa«" ft uüC I lafi 11**? Ä» Kriegsschulden und Abrüstung • Au enpolififct e ümfä au. Von Dr. OttaHoe sch, n. ö. Prof, der Geschichte an b r Universität Berlin Der Kampf um die sogenannte Fünfmächte- lonferenz ist offenbar voll von Intrigen und Winkelzügen aller Art, durchaus nicht völlig durchsichtig. Die Abwesenheit Deutschlands von Genf ist oon der andern Seite genutzt worden zu dem Der- suche, sich auf einer gemeinsamen Plattform zu einigen, die die Deutschen wieder an den Tiich bringe, unter einer theoretischen Anerkennung der deutschen Gleichberecht gunq, die im Grunde eigentlich nichts jage oder gar festlege. Aus der anderen Seite ist die Sorge sichtlich von Tag zu Tag gestiegen, daß die Abrüstungskonferenz ein unvorher- oesehenes Ende nehme und damit die Krise des Dölkerbundes auf den Gipfel stiege. Diese Versuche haben durch die amerikanische Schwenkung einen besonderen Akzent bekommen. Man erkennt deutlich, daß Hoover das Interesse an der Abrüstung jetzt verloren hat und Roosevelt entweder noch gar nicht eingesehen hat, wie wichtig das Problem auch für Amerika ist oder sich jetzt noch nicht irgendwie binden will. Darüber ist nun die bekannte alte und wichtige Formet: Ohne wesentliche materielle Abrüstung kern Schuldennachlaß! der amerikanischen Politik sozusagen aus den Händen geglitten. Sie jagten jetzt in Genf, daß die Landabrüstung Ämcriia nichts anginge, daß man auch die Derbin- bung mit der Schuldenfrage nicht wolle, und sie schlugen vor: raschen Abschluß der Konferenz in einer provisorischen Konvention noch vor Weihnachten. In dieser Konvention sollte stehen, was die Konferenz bisher erreicht habe, und dann die ganzen Prinzipien, über die man sich angeblich schon geeinigt hat. Also eine wertlose neue Entschließung, onßerdem schlug Norman Davis noch eine ständige Abrüstungskommission dazu vor, ungefähr eine Neuauf.age der vorbereitenden Abrüstungskonferenz und im ganzen die Vertagung der eigentlichen Arbeit bis — zum Jahre 1936. Das ist das Datum, zu dem die Flottenabkommen oon Washington und London revidiert werden sollen. Man staunt über diese Preisgabe wichtiger Gesichtspunkte, die die amerikanische Politik vertreten hatte. Die Haltung des amerikanischen Delegierten jetzt setzt einer Politik die Krone auf, die begann mit der Abstimmung der Vereinigten Staaten zu Gunsten der Resolution im Sommer. So macht sich Amerika selbst, ohne daß Frankreich dadurch entlastet wird, zum Mitschuldigen an dem Fiasko, auf das jetzt offenbar die Abrüstungs- gejpräche zutreiben. Macdonald hat das im weiteren durch die bekannte Unsicherheit seiner Haltung noch erleichtert. Seine Tätigkeit im ganzen gesehen, ist bei aller Ehrlichkeit, mit der er in Gens arbeitete, olles andere als ein Ruhmesblatt der englischen Politik. Nun verlangte man von Deutschland d i e 3 u st immung zu diesem Plan eines französisch- englisch-amerikanischen Abrüstungsprogramms. Dieser Front stand also Herr von Neurath gegenüber, ols er am 5.,6. nach Genf kam. Er sah, daß Amerika den eben gezeichneten Plan verfolgt, daß England den Fortgang der Abrüstungskonferenz wünscht, daß der Präsident Henderson für eine Vertagung bis gegen Ostern wäre, daß Frankreich äußerlich für Abrüstung und Gleichberechtigung eintritt auf Grund seines konstruktiven Plans, im Innern aber gern vorher damit einverstanden wäre, wenn die ganze Abrüstungsangelegenheit ins Wajier fiele, vorausgesetzt allerdings, daß man die Schuld daran vor aller Welt den Deutschen zu schieb en könne. Im besonderen die Frage ber Anerkennung der deutschen Gleichberechtigung: am ehesten dafür noch, aber auch mit ben bekannten Vorbehalten — England (Präsident Henderson, ohne ersichtliche klare Stellung- nähme) — Amerika gleichgültig — Frankreich, wie das der Herriotplan nochmals gesagt hat, dagegen. So hat also der deutsche Außenminister einen sehr schweren Stand. Es muh scharf betont werden, daß in der jetzigen letzten Phase die Verantwortung zlmcri fas die größte ist, das plötzliche Drängen des amerikanischen Hauptdelegierten, der nach Washington zurückkehren will, auf eine Zwischenlösung und das Verlangen, daß diese Frage ausschließlich nach den Gesichtspunkten Amerikas behandelt werde. Diese Haltung Amerikas ist so, daß es aus dem theoretischen Abrüstungsanhänger schließlich praktisch zum Wrüstungsseind wird. Zu Hause aber schlägt der amerikanische Generalstabs- chef eine Erhöhung des amerikanischen Heeres vor, begründet namentlich mit der Lage im Fernen Osten! Die Gefechtslage in dem Kampf um die De - zemb errate der interalliierten Schulden, die am 15. fällig ist: England hat sich noch einmal in einer langen Note, die sich lieft, wie eine der zahlreichen deutschen Noten gegen den Re- parationswahnsinn, an Amerika gewendet und e r ° neute Prüf ung erbeten. Frankreich ist dem Beispiel gefolgt in einer weniger durchgearbeiteten Note. England und Frankreich suchen ihre Haltung aufeinander abzustimmen, gemäß jener Abmachung von Lausanne, wobei die Schwierigkeit ist, daß es England jetzt trotz seiner großen finanziellem und namentlich Währungsichwierigkeiten noch nicht auf den Konflikt mit Amerika ankommen lassen, also wenn es gar nicht anders geht, seine Verpflichtung in Gold ab be cf en will. In Frank- reich aber ist die Kammer in ihrer überwiegenden Mehrheit unbedingt gegen die Zahlung. Italien erklärt, daß es die Dezemberrate (1t Millionen Dollar) zahlen, und vor dem Fälligwerden der res, miete Büfett Ml, .0220.-; b. schreitE, t 35.-. [07248 I ebrichslrake 9. ich HtmtitagS. •ahtbett ttobiadu.SlevV n.vnl. nidanlage 16 I. WM Kvchpl-, 1 A gelesen u. .9m- Wjttenm.Lebn. isiv. cilnug. otm MülilstrMN. lit-ttihti r Uriich, wie neu, | «billig SU öcp | ien.. °'S Lielngitr. ü-u. Miere ie u. gebrauchte, x erk.oder zu vch t .M-Mete wird ss | rlaoiermacher, irmoniums *• AL 9 Ä __— I | Geige 1.1 Cello kW, ar »y- Einigung in Genf über -ie Gleichberechtigung. Eme gemeinsame Erklärung der Iünfmächtekonferenz. - Deutschland kehrt zur Abrüstungskonferenz zurück. Genf, 11. Dey (1BIB.) Die gestern von der Fünf . Mächte - Konferenz ausgearbcilele Erklärung, die es Deutschland ermöglicht, an der Abrüstungskonferenz wieder teitzunehmen. ist heute von sämtlichen fünf Mächten endgültig angenommen und unterzeichnet worden. Die Erklärung hat folgenden Wortlaut: 1. Die Regierungen des vereinigten Königreichs. Frankreichs und Italiens haben erklärt, dah einer der Grundsätze, die die Konferenz leiten sollen, darin bestehen muh, Deutschland und den anderen durch Vertrag abge- rüsteten Staaten die Gleichberechtigung zu gewähren in einem System, das allen Rationen Sicherheit bietet und dah dieser Grundsatz in dem Abkommen, da» die Beschlüsse der Abrüstungskonferenz enthält, verkörpert werden soll. Diese Erklärung schlicht in sich, dah die Rüstungsbeschränkungen für alle Staaten in den in Aussicht genommenen Abrüstungsabkommcn enthalten sein müssen. Ls besteht Einigkeit darüber, dah die Art und weise der Anwendung dieser Gleichberechtigung auf der Konferenz erörtert werden soll. 2. Auf der Grundlage dieser Erklärung hat Deutschland seine Bereitwilligkeit ausgesprochen, an der A b r ü st u n g s - konsecen; wieder teilzunehmen. 3. Die Regierungen des vereinigten Königreichs, Frankreichs, Deutschlands und Italiens find bereit, gemeinsam mit allen anderen europäischen Staaten feierlich noch einmal zu bestätigen, dah sie unter keinen Umständen versuchen werden, gegenwärtige oder künftige Streitfragen zwischen den Unterzeichnern m i t Gewalt zu lösen. Dies soll einer näheren Erörterung der Frage der Sicherheit nicht vorgreifen. 4. Die Regierungen der vereinigten Staaten, des Vereinigten Königsreichs, Frankreichs, Deutschlands und Italiens erklären, dah sie entschlossen sind, auf der Konferenz gemeinsam mit den anderen dort vertretenen Staaten darauf hinzuwirken. dah unverzüglich ein Abkommen ausgearbeitet wird, das eine wesentliche Herabsetzung und eine Begrenzung der Rüstungen herbeiführt und gleichzeitig eine künftige Revision zum Zwecke der weiteren Herabsetzung vorsieht. Die in englischer Sprache abgesahte Erklärung trägt folgende Unterschriften: 3. Ramsay Macdonald als Vorsitzender, Rorrnan h. Davis. 3ohn Simon. 3. p. Boncour, L. v. Reurath. A 1 o i s i. Auf Grund dieser Erklärung nimmt Deutschland nunmehr wieder seine Mitarbeit an der Abrüslungskonferen; auf und wird zu den für diese Woche vorgesehenen Sitzungen des Präsidiums und des houptausschusfes der Abrüstungskonferenz Vertreter entsenden. Am Schluß der heutigen Sitzung empfing Macdonald den Konferenzpräsidenten Henderson, um ihm die Erklärung der fünf Mächte zu übergeben. Litwinow bei Neurath. Gens, 11. Dez. (TU.) Der sowjetrussische Außen- kommisjar Litwinow stattete Sonntag nachmittag gleich nach seinem Eintreffen aus Bern dem Außenminister von Neurath einen Besuch ab. Es scheint, daß Litwinow damit gerechnet hatte, daß der Vorschlag des amerikanischen Vertreters Norman Davis auf Vertagung der Abrüstungskonferenz angenommen werden würde und deshalb nach Genf gekommen war, um dagegen zu protestieren. Litwinow soll erst unterwegs oon der inzwischen zustandegekommenen Einigung erfahren haben. Neurath nach Berlin abgereist Genf, 11. Dez. (WTB.) Reichsminister Freiherr von Neurath ist Sonntag abend in Begleitung des Gesandten G ö p p e r t und des Vortragenden Legationsrats Dr. Katzenberger nach Berlin zu rückgereist. Die deutsche Regierung wird an der zu Dienstag einberufenen P r ä s i d i u m s s i tz u n g der A b - rüstungskonferenz zum elften Male wieder teilnehmen und ebenso wie in der Miltwochsitzung des Hauptausschusses durch Gesandten v. Weizsäcker vertreten sein. Macdonald und Paul-Boncour verlassen gleichfalls im Laufe des heutigen Sonntagabend Genf. Die Meinung der Eimgungssorniel. Gleichberechtigung nicht mehr Ziel, sondern leitender Grundsatz für die Abrüstungskonferenz-Deutschland hat nach wie vor Handlungsfreiheit. Genf. 11. Dez. (ERB.) Mit der heute mittag unterzeichneten Erklärung haben die langwierigen Fünfmächtebesprechungen einen Abschluß gefunden, der es Deutschland ermöglicht, wieder an der Abrüstungskonferenz teilzunehmen. Die Erklärung, deren englischer Text maßgebend ist, wurde in fünf Exemplaren unterzeichnet. Ein weiteres Exemplar wurde dem Präsidenten der 2lb-- rüstungskonferenz, Henderson, übergeben, der nach der Unterzeichnung auf Antrag Macdonalds zu einer kurzen Aussprache über die weitere Gestaltung hinzugezogen wurde. Dabei wurde ent» Iprechend einer Anregung des englischen Premierministers vereinbart, daß die fünf Mächte sich während der Konferenz jeweils zufammenfinden sollen, wenn es sich darum handelt, entstehende Schwierigkeiten zu überwinden und damit den Gang der Arbeiten zu beschleunigen. Ein -französischer Antrag, außer den Vertretern der beteiligten Mächte auch noch den Berichterstatter des Hauptaus-schu-sses, Dr. Benesch, zu diesen periodischen Beratungen hinzuzuziehen, wurde abgelebt. Der grundlegende erste Teil der Erklärung der Fünfmächtekonferenz beruht auf der bekannten Herriot-Formel, jedoch ist bemerkenswert, daß in der heutigen Erklärung die G l e i ch b e - redjtigung nicht mehr, wie in der französischen Formel, das Ziel der Abrüstungskonferenz, sondern der leitende Grundsatz ihrer Arbeiten sein soll. Zu dec Feststellung, daß der Grundsatz der Gleichberechtigung in den Beschlüssen der Abrüstungskonferenz verkörpert werden soll, hat Macdonald bereits am Samstag eine ausführliche Erklärung abgegeben, wonach das Wort „verkörpert" im Sinne einer Verwirklichung des Grundsatzes der Gleichberechtigung aufzu- faffen ist. Der Satz im zweiten Absatz des ersten Teils, wonach die Art und Weise der Anwendung der Gleichberechtigung auf der Konferenz erörtert werden wird, entspricht den eigenen Vorschlägen Deutschlands. Teil 3 der Erklärung geht auf die Unterhauserklärung des englischen Außenministers zurück: Deutschland war von Anfang an bereit, diese Versicherung nunmehr zum ungefähr vierten Male abzugeben, wobei man sich darüber im klaren war, daß sich an der bisherigen Lage nichts ändert. Teil 4 soll auf die Beschleunigung der Konferenzarbeiten hinwirlen und steht in Zusammenhang mit den bereits erwähnten Vereinbarungen der fünf Mächte untereinander und mit dem Konferenzpräsidenten über gemeinsame Beratungen im Laufe der Abrüstungskonferenz. Durch das Abkommen ist zweifellos erreicht, daß dos Prinzip der Gleichberechtigung anerkannt worden ist, und zwar für alle Arbeiten der Konferenz und in allen ihren Stadien. Selbstverständlich steht es Deutschland frei, wenn künftig das Prinzip der Gleichberechtigung bc- siritten oder in technischen Einzelheiten nicht anerkannt werden sollte, die Konferenz zu verlassen. Das Abkommen kann naturgemäß keine Gewähr dafür bieten, daß bei der Verwirklichung seiner Grundsätze nicht Schwierigkeiten entstehen. Deutschland wurde sich aber in derartigen Fällen in der günstigen Lage befinden, eine flagrante Verletzung getroffener Vereinbarungen festzustellen, und auch, wenn die' Konferenz künftig aus dem einen oder anderen Grund scheitern sollte, wurden die heutigen Beschlüsse eine für Deutschland sehr wertvolle moralische Bedeutung erhalten, da es politisch unmöglich wäre, die heute festgesetzten Grundsätze wieder zu llngunften Deutschlands zu revidieren. Die deutsche Regierung würde sich aber in einem solchen Falle in einer besseren Lage als bisher befinden, da dann eine flagrante Verletzung der gegenseitigen Vereinbarungen fest- gestellt werden könnte. Man ist sich natürlich auf deutscher Seite vollständig darüber im klaren, daß die praktische Anwendung der jetzt rein grundsätzlich anerkannten deutschen Gleichberechtigung auf der Abrüstungskonferenz auf fortlaufende und große Schwierigkeiten stoßen wird und daß die praktische Durchführung der deutschen Gleichberechtigung auf der Grundlage der gegenwärtigen Vereinbarungen von Deutschland gegen alle Wider- stände durchgeseht werden muß. Anderseits wird auf deutscher Seite betont, daß es taktisch nicht mehr richtig erschien, außerhalb der Abrüstungskonferenz zu bleiben, da die Schwierigkeiten in diesem Falle noch weiter gewachsen wären. Die deutsche Regierung habe jetzt volle Freiheit, auf der Abrüstungskonferenz über die praktische Durchführung des Gleichberechtigungsgrundsatzes zu verhandeln. 3n internationalen Kreisen wird die Vereinbarung der fünf Großmächte über die Gleichberechtigungsfrage zunächst als die theoretische Anerkennung der deutschen Gleichberechtigung bewertet und übereinstimmend festgestellt, daß nach der Reuregelung das künftige Abrüstungs- abkommen auch für Deutschland die allein bindende Regel bilden muh. Oedoch geht aus der Vereinbarung nicht hervor, welche praktische Anwendung dieser Grundsatz findet, somit, in welcher Weise der deutsche Rü- stungsstand endgültig geregelt wird. Dis zu dem nächsten Rate (15. Juni 1933) über ein Abkommen verhandeln will. Es nimmt alfo die Forderung Hoovers und Roosevelt an, daß mit jedem Schuld- nerstaat allein verhandelt werde und trennt sich darin von Frankreich und England. Der Tschechoslowakei und Polen, die gleichfalls die Vertagung der Zahlung erbeten hatten, hat Amerika geantwortet, daß das unmöglich sei, aber daß dem Kongreß die Schaffung einer Spezialkommks- jion zu einer neuen Prüfung der Schulden empfohlen werden würde. Es kommt aber im ganzen natürlich auf England und Frankreich an. Amerika, d. h. der Kongreß, ist nach wie vor unbedingt gegen eine Stundung. Man sieht, daß die Kongreßmitglieder sich immer stärker auf den starren Standpunkt festrennen, so daß Präsident Hoover in der Botschaft vom 6. Dezember sich auch nicht anders äußern konnte und wollte. Die Ausführungen über die Weltwirtschaftskonferenz, von der Besserung der Warenpreise, Stabilisierung der Währungen, Abbau der Handelsschranken erhofft werden, in dieser Botschaft klingen freilich in diesem ganzen Zusammenhänge wie gar nicht ernsthaft gemeint. Sie können auch gar nicht ernsthaft sein, wenn man das Schuldenproblem so behandelt, röe es Amerika tut. Jede Verbindung mit der Abrüstung ist jallengelajfen, wesentliche Erleichterun- gen sind weder für England noch für Frankreich, für letzteres am wenigsten, möglich. Das Hin und Her der Noten wird weitergehen. England wird zunächst zahlen, Frankreich indes wird es evtl, über einen Sturz Herriots und dessen Wiederbetrauung auf die Nichtzahlung ankommen lassen. Am 4. März tritt Roosevelt sein Amt an. Der nächste Zahlungstermin ist, wie erwähnt, der 15. Juni 1933. Im Etat der Vereinigten Staaten, dessen Haushaltsjahr bis zum 30. Juni 1933 läuft, ist eine Diertelmillion Dollar für Kriegsschuldenrückzahlungen, also als Einnahme, eingestellt. Da das Defizit in diesem Haushalt sick-er bis Mitte nächsten Jahres noch nicht verschwunden ist, wird Amerika an diesem Einnahmeposten fest- halten. Die Welt würde alfo in der Zeit zwischen März und Juni in lebhaften Schuldenoerhandlungen stehen. Wird sie und kann sie solange warten? Kann England das mit dem immer gefährlicheren Sturz seiner Währung aushalten, bei allem Streben, sich mit Amerika nicht anzufassen? Wird Frankreich zur Zahlung bereit sein, das Öen Konflikt auf diesem Gebiet mit den Vereinigten Staaten schließlich riskieren kann? Treibt nicht vielleicht inzwischen die Wirtschaftskrise selber im Schuldenproblem Europa zu einer wirkt ichenSchuldenfrontgegen Amextla zusammen? Treibt nicht so die amerikanische Politik mit ihrer Starrheit und geringen Geschicklichkeit dazu ein Spiel, das sich zuletzt sehr unangenehm gegen Amerika selber richten kann? Aus London kommen wieder die üblichen Stimmen, die gern bei uns gehört werden, wo man sich leicht beruhigen läßt, daß das i t der deut schen Reparations frage nichts zu tun habe. Indes steht in der zweiten englischen Note an Amerika vom 1. Dezember ganz ausdrücklich drin und wörtlich: „ohne die Revision der Kriegsschuldenabkommen könnte das Lausanner Abkommen nicht aufrechterhalten werden. Die ganzen Fragen der Reparationen bleiben weite r ungelöst." Das heißt also ohne Zweifel: kommt Amerika in der Schuldenfrage nicht entgegen, so tritt der $)oungplan wieder in Kraft. Deutschland nimmt Zahlungen nicht wieder auf, weil es das nicht kann. Wer die Unsicherheit, der Mangel an Vertrauen, ein so wesentliches Moment in der Krise, erhält einen neuen Auftrieb und die Behandlung aller politischen Fragen wird nur noch schwerer, wenn fortwährend auf ihnen der Druck einer neuen Reparationskon- feretu — sie ist ja von Macdonald auf die Frage des Herrn v. Popen für diesen Fall ausdrücklich in Aussicht gestellt worden — über Europa uni) damit auch über Deutschland liegt . , Abschluß eines Abrüstungsabkommens bleiben die gegenwärtigen Bindungen Deutschlands bestehen, Der endgültige Rüstungsstand Deutschlands wird nunmehr von dem Zustandekommen des künftigen Abrüstungsabkommens und damit von dem Schicksal der ganzen Abrüstungskonferenz abhängig gemacht. Es versteht sich aber von selbst, daß im Falle eines Scheiterns der Abrüstungskonferenz aus anderen Gründen, oder infolge der unlösbaren Flottengegensähe Deutschland seine volle Handlungsfreiheit erhält. Alles in allem: Die jetzt gefundene Einigungsformel hat weder die Abrüstungskonferenz, rwch die deutschen Forderungen auf Gleichberechtigung praktisch einen Schritt vorwärts gebracht. Die Verwirklichung der deutschen Forderungen steht auch heute genau wie im 3ult d. 3. noch bevor. Der Erfolg ist lediglich t a k t i s ch zu bewerten. Ein halbamtlicher deutscher Kommentar. Oer Eindruck in den Bert ner politischen Kreisen. Berlin, 11. Dez. (ERB.) 3n Berliner politischen Kreisen wird die E i n i g u n g, die heute vormittag in Eens erzielt wurde, als ein starker Erfolg der Abrüstungs- politik gewertet, die Deutschland trotz aller Schwierigleiten und Widerstände bis zu dem heutigen Ergebnis gradlinig verfolgt hat. Die Reichs.egierung hat jetzt erreicht, daß die deutsche Gleichberechtigung in der Abrüstung von dm anderen Mächten grundsätzlich und effektiv anerkannt worden ist. Dieser Erfolg tritt um so stärler hervor, wenn man sich vergegenwärtigt, daß Frankreich es noch im 3uli abgelehnt hat, die Gleichberechtigung überhaupt nur zu diskutieren. Trotzdem hat Reichskanzler v. Pa Pen sie am Schluß der Lausanner Konferenz als unumstößliche Forderung angemeldet. Cs lag in der Konsequenz dieses Anspruchs, daß Freiherr v. R e u r a t h nach der Entschließung vom 23. 3uli der Abrüstungskonferenz die präzise Frage vorlegle, wie es mit unserer Aufnahme in die Abrüstungskonvention stehe. Dies wurde dann noch näher präzisiert in dem Memorandum vom 29. August, in dem gefragt wurde, ob die abzu- schliehende Konvention ebenso wie für die anderen Mächte auch für uns gelte, und zweitens, ob auch für die Geltungsdauer und die Revisionsmöglichkeiten dieser Konvention die B e- dingungen die gleichen se.en. Die Gegenseite hat sich zunächst der Beantwortung dieser Fragen entzogen. 3m Verlauf der letzten Center Verhandlungen des Reichsaußenministers ist es nun jedoch gelungen, eine Beantwortung unserer Fragen durch alle hauptbeteiligten Mächte zu erreichen. Diese Antwort liegt in der Genfer Erklärung vor; sie bejaht die deutsche Gleichberechtigung als Grundsatz der Abrüstungskonferenz. Damit ist die Gleichberechtigung nicht, wie es bisher der französische Standpunkt war, das spätere Ziel, sondern als grundlegendes Prinzip der Ausgangspunkt aller weiteren Abrüskungsverhandlungen. Die Erklärung geht aber auch noch den Schritt weiter vom grundsätzlichen zum praktischen Zugeständnis, indem sie die Enlfchlo'senheik der Mächte betont, darauf hinzuwirken, daß das Abrüstungsabkommen unverzüglich ausgearbeitet wird. Damit wird der früher geäußerten deutschen Befürchtung Rechnung getragen, daß man versuchen könnte, einen positiven Ausgang der Abrüstungsoerhandlungen immer weiter hinauszuschieben. Ob die kommenden Abrüstungsverhand- lungen ebenfalls zu einem befriedigenden Ergebnis führen, das hängt natürlich von den Einzelheiten des materiellen Verhandlungsinhalts ab. Hiermit steht die Stelle der Erklärung im Zusammenhang, daß die Art und Weise der Anwendung der Gleichberechtigung auf der Konferenz erörtert werden soll. Dieser Standpunkt entspricht durchaus der früheren deutschen Stellungnahme, denn auch in dem deutschen Memorandum vom 29. August wurde gesagt, daß der materielle 3nhalt der Regelung der Gleichberechtigung Spielraum für Verhandlungen biete. Die Reichsregierung wird ihr besonderes Augenmerk darauf richten, daß der Inhalt der späteren Abrüstungskonvention, also das, was sie den einzelnen Staaten zugesteht, auch dem jetzt feierlich erklärten Prinzip der Gleichberechtigung Deutschlands entspricht. Rur damit kann auch das System geschaffen werden, das nach dem Wortlaut der Genfer Erklärung allen Rationen Sicherheit bieten soll. Was unter diesem S y st e m zu verstehen ist, ergibt sich am klarsten aus der Entschließung der Völkerbundsvcrsammlung vom 25. September 1928, in der festgelegt wurde, daß zu diesem System in erster Linie die gleichmäßige Abrüstung Aller gehört. 3m selben Sinne ist immer wieder die deutsche Forderung ^Gleiches Recht und gleiche Sicherheit" erhoben worden. Die Sicherheit ist und bleibt nicht etwas, was der Abrüstung vorausgeht, sondern sie wird e r st durch die Abrüstung gewährleistet. Das ,System" ist also in der Abrüstungskonvention zu sehen. Sie wird nach der Entschließung alter beteiligten Mächte noch ergänzt durch den in Aussicht genommenen Richtangriffspakt. Eine wesentliche Bedeutung der Genfer Erklärung liegt in der Tatsache, daß die Revision der Entwaffnungsbestimmungen des Versailler Vertrages damit eingeleitel ist. Der Teil V des Versailler Vertrags kann nicht mehr als eine Sonderbestimmung gegen Deutschland gelten. Wenn Deutschland gleichberechtigt ist, dann muß die uns aufgezwungene Entwaffnung auch auf die übrige Welt angewandt werden. Dieser Teil des Versailler Vertrags kann also nur insofern aufrechterhalten werden, als seine einzelnen Bestimmungen von allen an der Abrüstungskonferenz beteiligten Staaken für sich selbst in Anwendung gebracht werden. Es liegt im Zuge dieser Entwicklung, daß mit der heutigen Erklärung auch bereits der von uns stets abgelehnte, aber immer noch zur Debatte stehende Artikel 53 des Konoentionsentwurfs der Dorbereitenden Abrüstungs'omrnif'sion bereits erledigt ist, der die Diskriminierung Deutschlands aufrechtzuerhalten suchte. Als besonders erfreulich ist schließlich noch zu unterstreichen, daß der Erfolg der deutschen Bemühungen das Problem gleichzeitig für die anderen entwaffneten Staaten ersaßt, also auch für Oesterreich, Ungarn und Bulgar en. 3n der Erklärung wird ausdrücklich von „allen Staaten" gesprochen. Faßt man das heute erreichte Ergebnis des deutschen Kampfes um die Gleichberechtigung zusammen, so muß man zu der Festste! ung gelangen, daß ein sehr wesentlicher Fortschritt erzielt wurde. 3n den maßgebenden Kreisen der Reichshaupk- stadt wird erwarkek, daß er sich auch auf die schließliche Lösung des Abrüstungsproblems selbst auswirken wird. Karl Heinrich Waggerl. Blick auf einen jungen Dichter. 23cn Hanns Arens. »Die eigentlich dichterischen Bücher in unserer Zeck werden immer seltener, und die von Waggerl gehören zu ihnen." Hermann Hesse. Wagrain heißt ein Dorf im Oberösterreich schen. Zwei Lahnstunüen weit von Salzburg entfernt. Steigt man aus dem Bummelzug im Dörfchen Sl. Johann aus, so muß man noch eine gute ha.be Stunde mit dem Autobus fahren, der uns nach Wagrain bringt. Abschieden von der lauten Welt (vor allem von der literarischen!), völlig gottverlassen liegt das Dorf inm.tten einer bezaubernd schönen Landschaft Hier lebt der Dichter Waggerl, von dem wir erzählen wollen. Er ist kein Unbekannter mehr; sein Name wird feit zwei Jahren in der großen Literatur genannt und in Literaturgeschichten verzeichnet. Seit seiner frühesten Jugend lebt er in diesem Dorf. Erst der Krieg riß ihn hinaus in Grauen und Gefangenschaft und seit 19J), zurückgekehrt aus der Hölle des Todes, lebt er wieder da, wo sein Geschlecht seit je zu Haus war. In nichts unterschied er sich von den übrigen Bewohnern des Dorfes; er war ein Mensch dort, ein Bauernsohn, wie viele andere. Bis zum Jahre 1930, da wird er ruckartig aus der Anonym.töt gerissen: er hat einen Roman geschrieben, der spontan von vielen Lesern und der großen Presse aufg:griffen wird. „B rot" heißt das Buch, und der Warne des Dichters wird sogleich laut in die Welt gerufen. Die »Welt verfolgt ihn weiter, fragt und schnuppert nach dem Dichter und horcht ihn aus, wer er denn eigentlich ist. Jeder möchte gern teilhaben an der „Entdeckung" dieses neuen Dichters, der Großes zu versprechen scheint. Hat aber die Literatur einmal ihr Falkenauge auf einen Dichter gerichtet, so läßt sie ihn nicht wieder aus der Sicht. So auch hier. Dieser Dichter, dieser Mensch Waggerl aus dem Dorf Wagrain im Pongauerland, entpuppt sich als ein Mann mit vielerlei Begabungen. Er ist, so stellt die eifrige Dame Literatur fest, nicht nur ein guter Dichter, sondern auch ein ebensoguter Photomann, wie eine Mappe mit rund hundert Aufnahmen dem erstaunten Betrachter zu erkennen gibt. Daneben macht er wundervolle Scherenschnitte (die in seinem jüngsten Büchlein „Das Wiesenbuch" zu sehen sind). Weiter: er treibt Geschirr aus Metall, feine, neckische Dinge für Freunde und gute Bekannte. Mehr noch: er entwirft neuartige Möbel, Modelle, die sich Menschen, die sie zufällig sahen, abzeichnen, um sich danach dieses oder jenes Stück anfertigen zu lassen. Er schnitzt, bindet Bücher von einer technischen Bollendung, daß man nicht zu un- tersche.den vermag, ob sie von einem Mcisterbinder stammen. Alle diese Künste treibt er, ohne je in dem einen ober andern „Fach" je Unterricht gehabt zu haben. Er kann es einfach. Aber für Waggerl sind es Liebhabereien, nicht dazu angetan, Geld daraus zu schlagen. Aber gerade darum behalten alle seine Künste jenen Glanz; alles ist einmal g und jedes Ding trägt den Stempel seines Wesens, wie seine Dichtungen, die Romane „Brot", „Schweres Blut" und „Das Wiesenbuch". Ist er auch in erster Linie Dichter, so sei hier doch ausdrücklich auf seine Bilder hingewiesen. Die Lichtbildnerei beherrscht er mit der Souveränität des Gefühls eines Künstlers, bas ihn jederzeit vor der Gefahr des Banalen und Mittelmäßigen schützt. Sieht man seine Bilder: Porträts, Landschaften, Hände, Tiere, Blumen u. a. m., so fühlt man sogleich: diese Aufnahmen stammen von einem Künst- ler, dem der Apparat nur Material ist, Werkzeug, ständiger Begleiter durch seinen Tag, immer zur Hand, wenn sein Gefühl mit präz.ser Sicherheit reagiert, sobald sein Auge eine Besonderheit wahr- nimmt. Er sieht mit dem Auge des Dichters, des geborenen Gestalters: auch bei seinen Bildern ist er der Epiker, der das ganze überschaut, um das We- sentliche zu formen und in Gestalt zu bringen. Alle Eigenarten in seinen Romanen finden wir in seinen Bildern wieder. Ob es hier nun die Schilderung einer Landschaft ist, die Sichtbarmachung eines Charakters, wir finden in seiner Photomappe bestimmt einige Blätter des gleichen Themas. Vergleiche ließen sich an Hand seiner Bücher sehr oft feststellen. Beide Künste werden von der gleichen Quelle gespeist; dabei ift der Vorgang bei beiden ein total unbewußter. Was der Dichter fühlt, sieht und letztlich gestaltet, muß der Photomann — zu anderer Zeit — mit der Kamera einfangen. Diese Bauern z. B. in seinen Romanen, herrliche, erdver- bunbene Typen: wir treffen sie alle wieder unter seinen Aufnahmen. Eines seiner schönsten Bilder, weil am charakteristischen für Waggerl als Dichter unö Mensch, ist das Bild „Brot". Hier gelang ihm ein vollendetes Lichtbild, das eine ganze Geschichte erzählt von Mühe, Arbeit und einem langen Leben der Pflicht und der Treue. Ein Thema ist hier eingefangen, groß und ergreifend; ein Thema — um sinnbildlich zu machen, worum es Waggerl zu tun war —, das Hamsun in seinem „Segen der Erbe", Waggerl selber in seinem Roman „Brot", Jean Giono, der Franzose, in seiner „Ernte" zu einer rauschenden, orgelhasten Symphonie Derbidjteten. Wir sagten schon, bas Waggerl diese Lichtbildnerei immer nur als eine Spielerei, wenn auch sehr ernsthafte, betrachtet, daß seine Hauptbegabung im Dich- Oie Winiernothilfe -es Reiches. Oer Beschluß des sozialpolitischen Ausschusses des Reichstags. Verl in, 10. Dez. (DU.) 3m Sozialpolitischen Ausschuß des Reichstags gab bei den Beratungen über die Winterhilfe ein Vertreter des Rcichsarbri.lsministe- riums die Erklärung ab, daß der sozialdemolra- tische Antrag auf Gewährung einer Winterhilfe eine Ausgabe von 400 bis 500 Millionen Mark, der eine kommunistische Antrag 700 Millionen und der andere kommunistische Antrag weitere 170 Millionen erfordern würden. Die Kosten, die der nationalsozialistische Hilfsantrag verursachen würde, liehen sich noch nicht über,ehen. da der Antrag Einzelheiten nicht enthalte. Der Regierungsvertreter wies darauf hin, daß die Reichsregierung auch in diesem Winker dafür gesorgt habe, daß eine Hilfsaktion für die Erwerbslosen durchgeführt werde. Die wirtschaftlichen Spitzenverbände a.ler Art hätten sich auf Anregung der Reichsregierung bereit erklärt, auf ihre Unterverbände h.nzuwirien, daß diese sich möglichst mindestens im Umfang des Vorjahres durch Verbilligung von Lebensund Dedarfsmitteln an dieser Hi.fsaltion beteiligten. Die Reichsbahn habe eine Frachtvcrbilli- gung für Kohlen zugesagt. Die Kohlensynvikate und der Kohlenhandel würden die Kohlenpreise zugunsten der Hilfsaktion herabsetzen. 3n welchem Ausmaß sich die Reichsregierung selbst an der Hilfsaktion beteiligen werde, Werve noch in Fühlungnahme mit dem HaushaltsauLschuß festzusetzen sein. Schon jetzt habe das Reich den Ländern und Füriorgeverbänden Mittel gegeben zur Verbilligung von Fleisch, dessen Preis um 2D Pf. je Pfund unter dem Normalpreis liege. Der Personenkreis sei der gleiche wie im Vorjahre. Die Regierung werde prüfen, welche weiteren Derbilligungsmahnahmen möglich feien. Der Sozialpolitische Ausschuß faßte am Schlüsse der Aussprache e i n ft i m m i g einen sich aus dem nationalsozialistischen und öem sozialdemokratischen Antrag ergebenden Beschluß, der die Reichsregierung aufsordert, alsbald durch- greifende Maßnahmen zu treffen, durch die den großen Massen der notleidenden Tevök- kerung eine angemessene Weihnachts- und Winterbeihilfe gewährt wird. Ter Personenkreis soll sich auf alle Arten von Empfängern öffentlicher. Unterstützungen, Kleinrentner, Kriegsbeschädigte usw. erstrecken. Don einer Substantiierung der Unterstützungsmittel wurde in dem Teschluß abgesehen. Die Winterhilfe soll in unentgeltlicher Lieferung von Raturalien, Kleidungsstücken usw. je nach den örtlichen Verhältnissen bestehen. Sie darf aber nicht zu einer Verminderung der Geld- unterstühung führen. Die Mittel für die Durchführung der Winterhilfe stellt das Reich den Gemeinden und Ge- meindeverbänden zur Verfügung. Annahme fand auch ein Zentrumsantrag, wonach diese Reichsmittel für andere Zwecke der Wohlfahrtspflege weder vom Reich verrechnet, noch von den Gemeinden verwendet werden dürfen. Alleinstehende sollen vM der Winterhilfe nicht ausgenommen werden. — Der Beschluß wird hinsichtlich seiner finanziellen Auswirkungen am Montag im Haushaltsausschuß des Reichstages überprüft werden. Gegen die Stimmen der Kommunisten und Sozialdemokraten wurde dem Vorsitzenden die Ermächtigung gegeben, den Zeitpunkt des Wrederzusammentritts des Sozialpolitischen Ausschusses zu hestimmen. Das Ergebnis von Genf ist nur durch das Zusammenwirken aller Beteiligten möglich geworden. Neben den Bemühungen Macdonalds, Simons, der Vertreter Italiens und Arneri- k a s wird in deutschen Kreisen besonders anerkannt, daß auch Ministerpräsident Herriot Verständnis für das Recht und die Interessen Deutschlands gezeigt hat. Herriot ist den Weg der Verständigung, der von der ursprünglichen Negation zu dem bekannten konstruktiven Plan geführt hat, weitergegangen bis zur Zustimmung zu der jetzt gefundenen Formet. In deutschen Kre.sen kann man damit nur die Hofnung verbinden, daß die Einigung von Genf auch ganz allgemein auf die deutsch-französischen Beziehungen einen günstigen Einfluß ausüben wird. Kunst und Wissenschaft. Die Robelprelsverleilung in Stockholm. 3n Anwesenheit mehrerer Mitglieder d:s schtve- bischen Königshauses, darunter des schwedischen K^07lpri:7ze.chaaves, les Prinzen Gustav Adoft und der Prinz s,in Sybille von Sa ,sen°Koburg-Gvtha fand im Großen Saal des Stockholmer Konter- Hau^ s die feierliche Verteilung der Nobelpreise durch König Gustav statt.Rach- sdem die Nobelpreisträger ihre Plätze auf der blumengeschmückten Estrade e'ngenommen hatten, hielt der Präsident der Rodelstfitung, der frühere Ministerprüsit.ent Hamme^rskjöld, die Begrüßungsansprache. Pros es, or Söderbio in würdigte die Verdienste des diesjährigen Robel- preiSträgers für Chemie Dr. Irving L a n g m u i r (Amerika), der darauf seinen Preis aus der Hand König Gustavs cntgegrnnahm. Profis,or 2 i lieft r a n b sprach über die verdienstvollen Forschungen der beiden ^Nobelpreisträger für Physiologie und Medizin, Professor Charles Sherrington (Oxford) und Professor Adrian (Cambridge), wonach die beiden englischen Professoren ebenfalls ihre Preise in Empfang nahmen. Der schwedische Schriftsteller Anders Oe sterling sprach über das Werk des diesjährigen Literatur- Preisträgers John Galsworthy, der krankheitshalber nicht nach Stockholm kommen konnte. Sein Preis wurde von dem hiesigen englischen Gesandten entgegengenommen. — Der Huldigungsmarsch von Grieg schloß die eindrucksvolle Feier. Goekhe-INcdaille für Ludwig filages. Der Reichspräsident hat dem Sc^rifist.ller und Philosophen Dr. Ludwig K l a g e s aus Anlaß seines 6 0. Geburtstages in Anerkennung feiner Verdienste um die deutsche Wissenschaft die G o e-t h e- Medaille verliehen. Rumänische Auszeichnung für deutsche Professoren. Der könig.ich ru.nün.f ye Gesandte Commen grö zu Ehren des in Berlin anwesenden früheren Ministerpräsidenten Professor R i st o r e'.n Frühstück, an dem u. a. verschiedene Vertreter der Derii"er Universität und Hochschulen teilnahmen. Bei tiefer Gelegenheit überreichte der Gesandte den Prozessoren Gamillscheg, Glinz und Babinger die neuerdings vom König gestiftete Auszeichnung für Verdienste u.n die Kultur. 3n seiner B eg ei trabe Betonte er die engen deutsch-rumänischen rultureste.r Beziehungen, deren Pflege er für ebenso wichtig erklärte wie die der wirtschaftlichen Beziehungen. Ein weiteres Todesopfer der Premnitzer Explosionskatastrophe. Das schwere Explosionsunglück in dem Premnitzer JG.-Farbenwerk bei Rachenow (W.st- Haoelland) hat nachträglich noch ein Todesopfer gefordert. Der Werkarbeiterr Hinz ist seinen schweren Verletzungen erlegen. terischm liegt. Immer treibt es ihn wieder, die Menschen seiner Heimat im dichterischen Wort einzufangen, immer wieder auch, ihre Landschaft neu zu sehen und darzustell^n. Das hat seinen tieferen Grund in der großen Liebe dieses Dichters zu feiner Erbe, die ihn trägt, zum andern mal darin, daß Waggerl feine Hei malmen schen so sehr gut kennt und eiebt. Er braucht nicht zu experimentieren, er braucht nicht zu erfinden; er lebt tagtäglich mit ihnen und weiß um ihre Natur, in Güte unb Liebe, in Zorn und Wut. Er ist von ihrem Blut. Immer trifft er darum auch das Typische, das Wcsensbe- stimmende. Er liebt feine Menschen, diese schwer- fäll gen Bauern, diese hitzigen unb leicht aufbrausenden Holzknechte, diese Kinder des Landes, wie er die Landschaft liebt, in der er lebt, ja nur leben kann. Lesen wir seine Romane, so ist es uns, als gingen mir mit dcm Dichter über Felder, Wiesen, in den Wald unb in die Berge. In seinen Büchern ist die Natur wahrhaftig unb groß, nicht Attrappe unb Kulisse, schemenhafte Gebilde einer literatenhaften Phantasie. Durch alle Jahreszeiten, durch alle Tage des Frühlings unb des Sommers gehn wir mit dem Dichter in diesen Büchern, hinein in den Herbst und Winter, der besonders schön st in seinen Bergen. Blume unb Tier — jedes Wort des Dichters verrät dies — ist ihm vertraut auf eine seltsame Weise; er kennt die Namen unb weiß um ihr heimliches, unsichtbares Leben unb Wachstum, wie nur einer sie kennen kann, ber in liebender Demut sich der Erbe verbunden fühlt. Unb wenn die Bücher dieses Dichters die Leser so von Grund auf überzeugen, so nur deshalb, weil ein Mensch zu ihnen spricht, der, von keiner Absicht getrieben, einfach nur erzählt, nur berichtet von Menschen in dem Ablauf ihres Daseins. Von Not unb Leib, von Freude und stillem Glück. Er will nichts weiter, dieser Waggerl, als von dem sprechen, was alle Kreatur bewegt und treibt. Zeitschriften. — „Philosophie unb Lebe n", hg. von Prof. Aug. Keffer. Verlag Felix Meiner, Leipzig. Vierteljährlich brei Hefte Mark 1,80, Einzelheft 0,75 Mark. — Das Dezember-Heft bringt eine Betrachtung über den Unterschied des Zeitgeistes von 1832 und 1932 von Frau Dr. Busse-Wilson, der Verfasserin des bedeutendsten Buches über oie heilige Elisabeth; ferner einen Aufsatz von Unioersitäts- professor U t i tz (Halle) über den Sinn des Lebens und vom Herausgeber über die „Ungewißheit als Lebenselement". Die „Aussprache" behandelt vorwiegend das Gottesproblem. Bekenntnisse eines Tätowier-Künstlers. Das Tätowieren, das heute in gewissen Kreisen mieber sehr in Mode ist, bedeutet eine eigenartige „Verschönerung", deren Anbringung man sich aber redlichst überlegen sollte. Die bunte Zeichnung auf ber Haut ist nämlich sehr viel schneller angebracht als roieber entfernt, unb ba nun einmal ber Mensch neränberLd) ist unb die Zeiten sich mit ihm ändern, so können Umstände eintreten, die die Entfernung des Ornaments angebracht erscheinen lassen. Der berühmteste Tätowierungskünstfer Londons, Bur- chett, der in einer englischen Wochenschr.ft von den Erfahrungen während seiner langjährigen Tätigkeit plaudert, meint, daß die Entfernung einer Tätowierung auch den erfahrenen Techniker manchmal vor eine unmögliche Ausgabe stellt. Oft kommen zu ihm Verbrecher unb wollen ein Kennzeichen entfernt haben, bas ber Polizei bekannt geworben .st, auf ihrem Steckbrief erscheint unb sie leicht verraten kann. „Das ist meist über meine Kraft", schreibt er. „Das einzige, was ich tun kann, ist, burch eine neue Zeichnung die alte so vollständig zu verdecken, baß man sie nicht mehr erkennt." Aber nicht minder unangenehm als für den gesuchten Verbrecher die Tatsache, daß etwa in blauen Buchstaben „Calais" auf seinem Rücken steht, ist es für einen jungen Mann, wenn er „Mabel" auf feiner Brust eintätowiert hat und die Königin seines Herzens beißt augenblicklich Gerti. Kürzlich kam ein junges Mäd- chen voller Aufregung zu ihm, enthüllte fchamooll ihre Schulter, auf der in purpurroten Buchstaben zu lesen stand: „Ich liebe Fred". Sie gestand, daß sie Fred nicht mehr ausstehen könne, und wünschte, das Andenken an diese Verirrung ihres Geschmacks zu entfernen. Es bedurfte einer 14tägigen Behandlung, um mit Hilfe elektrischer Nadeln und einer Geheim-Lösung dieses nunmehr veraltete Bekenntnis einer einst feurigen Liebe auszulöschen. Häufig handelt der Tätowier-Künstler nach dem Wahl- spruch: „Laßt Blumen sprechen", indem er näm'ich unerwünschte Worte und Zeichen unter einem schönen Efeuzweig oder unter einem Rosenkranz verbirgt. „Das seltsamste Anliegen, das an mich in meiner 35jährigen Erfahrung gerichtet wurde", bekennt Burchett, „tarn von einem Herrn, der sich in meinem Laden niederließ, seinen Oberkörper entblößte und von mir verlangte, ich solle sein Testament auf seinen Rücken tätowieren. Da er über beträchtliche Geldsummen zu verfügen hatte und eine ganze Anzahl von Personen bedachte, war die Sache nicht ganz einfach, und ich brauchte dazu zwei Sitzungen von je 2! Stunden. Weshalb er seinen letzten Willen ai^f diese Weise ausdrücken wollte, weiß ich nicht, aber vielleicht war es die Tatsache, daß die Tätowierung auch nach dem Tode unverändert bleibt" hes. ags. Ns Zr:-- den Sklnrent. tiefe™, ,*■ ie tod, ®. Si, ln9 dn Geld. "P” Net- nR uno ^^r°g. ton. äwecke der St’Wnct, 21 werden bür. "kterhjZ ^eschlutz toitb 'Zungen am 25 Arichstagez unistenund dcm. Doyitzen. oeltpunkt drz 's Eozialpolili. w Prozessoren l nahmen. Der c ft c r [ i n g ^2» Literatur, h. te: krmk. wMr?. tonnte, öligen enfcn * - 5tt S)uVo'i* ie einbruäsvoür g Klager. -^if.steller und aus Anlaß leiner rtennung (einet ast die Toethe- Ische Prosessoren. n'Ote Kommen rsenden früheren i st o r e'.n Früh- > Vertreter der u.ren teilnahmen. ’ te der Gesandte I, ßlinj und >m fiönig gelt um die Äu(* ,r n V.r rMn diehMFe^ deren arte toie d.e del ek-Künst!erS. tzremaiher seng lück in dem sta.henoio (W.st' ) ein Todes- aewissen Kreisen ■ eine eigenartige I ig man sich obcr te Zeichnung aui mellet nngebrcW mmal her MB mit ihm andern, , die Entfernung inen lassen. 2e Londons, -kur- -nschr.ft vo" den W ö*'1 .1 imq einer Tato- hniker manchmal Oft kommen zu Kennzeichen en'. , int geworden lb "^•Ser 'm" schreibt er. durch ? 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Noch viele Menschen könnten dort Arbeit und Lebensraum finden. Deshalb blicke man heute mehr denn je nach dem Osten. In seinen weiteren Ausführungen ging der Vortragende auf die Geschichte des ostelbischen Landes ein und gab hierbei interessante Aufschlüsse über die Besiedelung des Landes vom Beginn unserer Zeitrechnung an und die Wandlungen in dieser Hinsicht im Lause der Jahrhunderte. G eichzeitig gab er einen Ueberblick über die Entwicklung in kultureller Hinsicht. Er skizzierte im Zusammenhang damit das Wirken der Deutschordensritter, durch die die Reichs- grenze gefestigt und das Gebiet von Memel bis Schlesien dem Deutschtum zugeführt worden sei. Ostpreußen sei deutscher Kolonialboden geworden; die Menschen erlebten Wandlungen, wie sie auch die Landschaft durch umfangreiche Kultivierungsmaßnahmen erfuhr. Freie Bauern saßen auf freiem Lande. Wertvolle Menschen wuchsen heran. Städte konnten sich bilden. Polen konnte im deutschen östlichen Raum lange Zeit keinen Eins.uß nehmen. Die Kraft der Kultur und der Wille, sie aufzunehmen, förderten die Entwicklung im günstigsten Sinne. Innere Zerwürfnisse seien aber im aus- klingenden Mittelalter dem Lande nicht erspart geblieben; die Polen gewannen die Oberhand, Verödung griff Platz, und erst als Friedrich der Große eingriff, bahnte sich wieder die gleiche Entwicklung an, wie sie das Land unter der Herrschaft der Deuts>l;ordensritter erlebte. Enge günstige Verkehrsverbindungen verflochten das Land mit Preußen und der preußischen Wirtschaft. Seit 700 bis 800 Jahren seien die östlichen Provinzen deutsch. Posen sei nie polnisch gewesen. 1919 erst durch den Versailler Vertrag wurde vieles verloren. Ostpreußen, Wcstpreußen, Posen und Pommern, diese Provinzen seien heute verbunden mit einer Fülle kritischster wirtsckaftlicher Probleme. Große Schwierigkeiten haben sich durch die Schaffung des Korridors und die unsinnige Grenzziehung ergeben. Das Korridorgebiet sei für Ostpreußen kein Absatzgebiet mehr, sondern ein Konkurrenzgebiet. Der vor dem Weltkrieg bestehende starke Durchgangsverkehr von Gütern zwischen Deutschland und Rußland sei völlig gestört. Ostpreußen habe sich der Veredelungs- Wirtschaft zuwenden müssen. Polen sei bestrebt, bewußt die wirtschaftliche Kraft des ostpreußischen Landes zu brechen, um eines Tages das Land gleich einer reifen Frucht leicht kasperen zu können. Polen erlaube sich in Danzig schwerste Uebergriffe, denen der Völkerbund nicht immer energisch genug entgegentrete, obwohl der Völkerbundkommissar (Bronina vieles für Danzig getan habe. Als härteste Maßnah ne des Wirtschaftskampfes zwischen Danzig und Voten werde der von Polen mit den modernsten Mitteln ausgerüstete, in kurzer Zeit geschaffene Hafen Gdingen empfunden. In eingehender Weise beschäftigte sich der Vortragende sodann mit den gegenwärtigen wirtschaftlichen und poetischen Verhältnissen in den Provinzen Posen, Pommern und Schlesien, wie sie sich nach der Schassung der neuen Grenzen ergaben. Systematisch habe man versucht, in den unter polnischem Einfiuß stehenden deutschen Gebieten alles Deutschtum zu untergraben, die verbliebene deutsche Bevölkerung^setze den Polen aber immer wieder energischen Widerstand entgegen und greife zur Selbsthilfe. In der Gegenwart bedeute das Leben der Deutschen an der Grenze im Osten Kampf um alles, was sich erhalten lasse. Daten für Montag, 12 Dezember. 1801: König Johann von Sachsen in Dresden geboren; — 1821: der französische Dichter Gustave Flaubert in Rouen geboren. Bornotizen. — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute, 23 Uhr, Operetten-Dolks- Vorstellung zu kleinen Preisen „5>ie Toni aus Wien", Operette von Steffan; Spielleitung der Intendant. Anfang 23 älhr. Ende 22.30 älhr. — Als 11. Vorstellung im Dienstag-Abonnement Wiederholung des Frontstückes „Die endlose Sttaße" von Graff und Hintze; Spielleitung Intendant Dr. P r a s ch. Gewöhnliche Preise. Don 20 hjs gegen 23 il£r. — In neuer Inszenierung und Ausstattung am Sonntag, 18. Dezember, erste Aufführung des Weihnachtsmärchens: „Aschenbrödel oder Der gläserne Pantoffel", sechs Bilder mit Gesang und Tanz von Görner. Spielleitung hat Karl (Bold. • •* AuswärtigeTheaterbesucher und „D i e endlose Straß e". Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Da die Aufführung „Die endlose Straße" erst gegen 23 Ahr endet, ein früherer Dorstellungsbeginn an allen Aufführungstagen dieses Fronlltückes nicht möglich ist, bittet die Intendanz auswärtige Theaterbesucher, die Aufführungen dieses Werkes am Sonntag, 18. Dezember (Anfang 19 Ahr, Ende gegen 22 Ahr), oder am Spieltag im Mittwoch- Abonnement besuchen zu wollen; diese Dorstellung beginnt um 19.30 Ahr und endet gegen 22.30 Ahr. Es ist dann allen auswärtigen Besuchern bestimmt Gelegenheit geboten, bis zum Schluß in der Dorstellung zu bleiben und doch rechtzeitig den Zuganschluß zu erreichen. ** Allgemeiner Deutscher Frauen- v er ein. Man berichtet uns: Eine überaus große Schar hatte der E.nladung des Allgemeinen Deutschen Frauenoereins (Deutscher Staatsbürgerinnen- verband) zur Weihnachtsfeier Folge geleistet. In dem schön geschmückten oberen Saale des Bürgercafes spielten zuerst die Damen Luley, Graes und Zimmer ein Konzert von Vivaldi; hieraus folgte eine Kantate von Telemann, deren gesanglichen Teil Frau W e y l übernommen hatte. Es war ein dankenswertes Unternehmen, dem Publikum diese selten gespielten Komposit onen in so vorzüglicher Ausführung zu bringen. Den Vortrag des Abends hielt Frau Ina Heiser. Sie hatte sich das Thema „Die Frau in der modernen Dichtung" gewählt und fesselte die Anwesenden durch ihre klaren und temperamentvollen Ausführungen. Ausgehend von Ibsen, dem Erwecker der Frau, streifte die Vortragende zuerst kurz die frühesten Vertreterinnen weiblichen Schrifttums, wie Isolde Kurz, Ricarda Huch, Luise von Francois u. a. Sehr interessant gestaltete sich die Besprechung der allerneuesten Frauen, literatur, besonders die Vorlesung der Eingangs- kopitei des Buches von Johanna Böhm: „Das Haus der alleinstehenden Frau". Nachdem Frau Heiser noch mehrere andere Schriften charakterisiert hatte, z. B. „Eine Frau wie du und ich", „Der Bruder des verlorenen Sohnes", „Das kunstseidene Mädchen", las sie einen Abschnitt aus dem Goethe-Buch von Toni Schwab , Christiane" vor. Der letzte Teil des Vortrages beschäftigte sich mit den Schriftstellerinnen, die vorwiegend religiöse Probleme behandeln, wie Paula Grogger, Sigrid Undset und H.l- dur Discelius. Von dieser D.chterin verlas Frau Heiser noch eine feinsinnige Novelle „Karl Andres Fahrt zur Christmette". Amtsgericht Gießen. Wiederum hatte sich das Gericht über den Begriff „Auszug" i. S. der 2. Verordnung des Reichsministers des Innern über Versamm.ungen und Aufzüge vom 18. Juli 1932 schlüssig zu machen. Eine konstante Rechtsprechung konnte sich noch nicht bilden. Doch hat der preußische Min sker des Innern zwecks Durchführung der erwähnten Verordnung und einer Reihe anderer einschlägiger Verordnungen Richtlinien ausgestellt. Am 11. September hatte an der Ecke Marburger Strafte und Steinstraße eine größere Anzahl uniformierter S.-A.-Leute, die nachts in einem Lastkraftwagen von der Beerdigung eines Alsfelder Parteigenossen nach Gießen zurückge'.ehrt waren, den Wagen verlassen und sich in geordnetem Zuge im Gleichschritt ohne Aufenthalt auf direktem Wege in ihr Parteilokal am Seltersweg begeben, wo der Zug sich auflöste. Von der Polizei erfolgte Anzeige gegen die Führer wegen verbotenen Aufzugs. Fahnen wurden nicht mitgeführt, gesungen wurde nicht, die Einheitlichkeit des Marsches auf dem Wege nicht überall durchgeführt. Mehrere Zugteilnehmer reihten sich unterwegs aus, um nach Hause zu gehen. Von einem durch die Marschtritte vielleicht absichtlich hervorgeru- fenem stärkeren Geräusch konnte keine Rede sein, wie überhaupt nichts daraus schließen lieft, daß die Beteiligten — zudem war es Nacht — die Aufmerksamkeit etwaiger Passanten oder der Stra- ßenanwohner auf sich zu lenken suchten. Gerade das offensichtliche Fehlen einer derartigen Absicht war schließlich für die Urteilsfällung des Gerichts ausschlaggebend. Es sprach die 2lngesagten frei. Die Erwägungen, die zu diesem Freispruch führten, standen mit den oben erwähnten Richtlinien in keinem Widerspruch. Zwei Radfahrer begegneten sich in der am Ausgang von W es eck gelegenen sog. Turmpforte. Trotzdem, daß diese nur drei Meter breit ist, durchfuhr sie zu der g eichen Zeit ein Motorradfahrer, der leinen Weg mitten zwischen den beiden Radfahrern hindurch nahm, so fcaft sich der eine von ihnen eng wider die innere Turmwand drücken mußte. Er rief dem Motorradfahrer eine scherzhafte Berner- kung zu, in der er auf ein ähnliches Vorkommnis, das an derselben Stele sich ereignet und diesem eine ans-hnliche Geldstrafe eingetragen hatte, an» spielte. Der Angeilagte, hierüber erbost, fuhr zu- rück, versetzte dem Radfahrer einen wuchtigen Schlag ins Gesicht und zertrümmerte ihm das Nasenbein. Wegen Körperverletzung erhielt der angetlaate Motorradfahrer eine Geldstrafe von 40 Mark, und außer ihr wegen Heber- tretung von Verkehrs-, namentlich Ueberholungs- oorfchriften, noch eine namhafte Geldstrafe. ©te Sanierung -er Rheinischen Landesbank. Frankfurt a. W., 9. Dez. Der Landeshauptmann der Rheinprovinz sprach heute in Düsseldorf im Provinziallandtag über die Sanierung der Rheinischen Landesbank. Aach der Rede des Landeshauptmannes beruhen die Dorschläge zur Sanierung der Landesbank auf felgenden Grundlagen: Die Rheinische Landesbank feil allmählich auf» gelöst werden. Für sie wird in Zukunft die zu gründende Gemeinschaftsbank zwischen Pro- vinzlalverband und kommunalen Giroverband als provinzielles Kreditinstitut auftreten. Dem Sa- nierungsvorschlag liegt die Absicht zugrunde, die Verhältnisse vorläufig für vier Jahre zu regeln. Dabei war zunächst festzustellen, wieviele Mittel die Landesbank in den nächsten Jahren zur Bezahlung der laufenden Zinsen und der Derwaltung bedarf. Die Kommunen, die in starkem Maße mit der Sanierung zusammenhängen. zahlen etwa 18 Mill. Mk. Zinsen, zu denen noch 15 Mill. Ml. hinzukommen, die Reich und Staat gegebenenfalls darlehnsweise zu- schiehen. Don den Schulden, die jetzt zurückgezahlt werden müssen, erhalten die Banken 10 Prozent, den Rest vier Jahre später. Die Sparkassenforderungen werden verrechnet, die sogenanntein sozialen Gläubiger erhalten die für ihre Existenz notwendigen Abschlagszahlungen. Den hierzu erforderlichen Betrag von 34,5 Mill. Mk. stellt die Reichsbank. Der größte soziale Gläubiger, die Landesverjicherungsanstalt, erhält bis zum April 1933 9 Mill. Mk. bei einer Forderung von 39,2 Mill. Mk. Die Rheinprovinz selbst übernimmt eine Schuld von 50 Mill. Mk. gegenüber Staat und Reich, die mit 5 Prozent zu verzinsen und mit 1 Prozent zu tilgen ist. Am die Verzinsung und Tilgung der 53 Mill. Mk. zu ermöglichen, wird die Provinzumlage auf den Prozentsatz des Dorjahres erhöht. Der Betrag, der zur Derzinsung und Tilgung der Anleihe nicht erforderlich ist, soll zur Rückzahlung fälliger Kapitalschulden der Provinz bei der Landesbank, also zur weiteren Erhöhung der Liquidität dienen. Die Ansicherheit des Sanierungsplanes liegt darin, daß er im wesentlichen auf Zahlungen aufgebaut ist, die Stadt- und Landkreise zu zahlen haben. Ob diese Zahlungen möglich sind, hängt daher ganz von der Finanzlage der Kommunen ab. Eine endgültige und sichere Sanierung ist daher nur möglich, wenn die finanzielle Leistungsfähigkeit der Kommunen durch Aenderung des Finanzausgleichs, durch Entlastung von Erwerbslosenfürsorge und durch kommunale Am- schuldung wiederhergestellt wird. Die Provinzumlage stellt zwar große Anforderungen an die Stadt- und Landkreise, ist aber für die Sanierung unumgänglich notwendig. Aber auch Reich und Staat warten mit wesentlichen Leistungen auf, einmal der Zinsüberschuß jährlich bis zu 15 Mlll. Mark, dann die 34.5 Mill. Mk. Aeberbrückungs- kredit usw. Zum Schluß gab der Landeshauptmann der Aeberzeugung Ausdruck, daß der Provinziallandtag im Hinblick darauf, «ine Katastrophenpolitik zu verhüten, die Dorschläge des Provinzialausschusses vorbehaltlich von Aen- derungen im einzelnen, im Grundiatz annehmen wird. NaffauischefBauerniaglt933mWH1ar Limburg, 11. Dez. (WSN.) Nach einem Beschluß der Vorstands- und Gcschäftsführersitzurig der Nassauischen Bezirksbauernschaft soll der Nasjau- ische Bauerntag im Jahre 1933 in Wetzlar stattfinden. Der 14. Nassauische Bauerntag im Jahre 1934 soll in Weilburg abgehalten werden. Buntes Allerlei. (Suropofrip w der Willen. Bevor sich die „Bremen" bei ihrer letzten Abreise aus Amerika vom Reuyorker Pier loslöste, hatte sie, wie stets, laut und anhaltend das Signal gegeben, das die anwesenden Besucher des Schiffes zum Verlassen aufforderte. Das Deck wurde auch leer, und alle Gäste, die mit ihren ewigen Fragen die Schisfsbesatzung immer nervös machen, schienen zu deren Freude gegangen zu sein. Als jedoch der Dampfcr sich schon eine geraume Zeit auf hoher See befand, kamen aus dem Schiffsinnern plötzlich sieben Personen nach oben gestürmt, um an Land zu gehen. Das Land verschwand indessen nach und nach am Horizont, und den flehenden Bitten zu einer Am- kehr konnte der Kapitän nicht nachgeben. So mußten diese sieben Leute, alles bekannte amerikanische Film'chauspieler und Schauspielerinnen, die sich an Bord von der Gattin eines Kino- — Persönlichkeitspshchologie. Entwurf einer bi.zentrischen Wirklich eitslehre vom Menschen. Don Dr. Hans P r i n z h o r n. In der Sammlung „Wissenschaft und Bildung". 119 ©ei» >ten. Geb. 1.80 Mk. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. — (308) — Auf dem Gebiete der Psychologie strebt die von Klages begründete Wirkllch'.eitslehre vom Menschen eine Reinigung der Psychologie von Ideologien aller Art an. Sie geht nicht von den allgemeinen Gesehen des Geistes aus, sondern von den Prinzipien des Lebens und sucht von hier aus den Kern der menschlichen Person richtig zu erfassen. Einer der führenden Dorkämpser der neuen Lehre ist Hans Prinzhorn. Seine für einen traten Leserkreis be- stimmte Persönlichkeitspsychologie gibt gleichsam die Synthese seiner vielfältigen Studien. Dom einfachsten Organismus beginnend zeichnet er d e verschiedenen Strukturen der Lebewesen bis zum Menschen, der als Person gleichsam eine Dimension mehr hat. Alle Schichten der naturhaften und der geistigen Existenz werden berücksichtigt, auch die Amweltbeziehungen und vor allem die beiden inneren Hauptrichtungen des Jchs: d?r Selbst- behauptungsdrang und der entgegengesetzte Hin- gebungsdrang. Durch die Herausarbeitung der wichtigsten Erkenntnisse gibt das Buch eine leicht verständliche «Einführung in die neue Lehre vom Menschen. — Graphologie. Von L u dwig Klages. 121 Seiten mit 81 Schriftproben. (Sammlung „Wif- fer.fchaft und Bildung".) Geb. 1,80 Mk. Verlag non Quelle & Meyer in Leipzig. — (482) — Klages gibt hier mit großer Vollständigkeit die Methoden, die eine Beherrschung der Graphologie erfordert. Nach einem gc'schicht.ichen Rückblick entwickelt er die bei- den wichtigen Prinzipien, die den Zusammenhang der Schre.bbeweguvg mit dem Charatter des Schreibenden verständlich machen: das, Prinzip des per- fönlichen Ausdrucks und das Prinzip des persönlichen Lautbildes. Weitgehende Grundsätze werden an einer Fülle handschriftlicher Beispiele bis in die kleinsten Einzelheiten erläutert. Dabei ergibt sich für jedes Allgemeinmerkmal der Bewegungsführung eine grundsätzliche Doppeldeutigkeit, die den Beurteiler von Fall zu Fall vor die Fage stellt, ob es lebenswissenschaftlich positiv oder negativ zu bewerten fei. Die Lehre vom viel-umstrittenen Formniveau, das allein darüber zu entscheiden er.aubt, wird dermaßen gemeinverständlich und überzeuaend vorgetragen, daß auch derjenige sie mühelos sich zu eigen macht, der sich noch nie mit Psychologie befaßt hat. Es folgt ein wichtiger Abschnitt über die Erkennbarkeit und Deutbarkeit der willkürlich erworbenen Schrifteigenschaften. Uebrigens läßt es sich Klages angelegen fein, vor den vielfach phan- taftifchen Ueberschatzungen der Graphologie zu warnen, indem er ihre Grenzen aufzeigt. — Henry M. Stanley: Mein Leben. Billige Volksausgabe. Mit vielen Dollbildern. Druck und Derlag von Friedrich Reinhardt in Basel. In Leinenband 3.80 Mk. (274 ) — Diese Selbstbiographie liest sich wie ein spannender Roman. Das wirkliche geben , erscheint hier abenteuerlicher als die phantastischste Dichtung. In diesem Leben — welch Wandlungen des Sch'cksals vom verprügelten Waisenhausknaben bis zum größten Erforscher des dunklen Erdteils und Gründer des Kongostaates; welcher Wechsel des Schauplatzes vom walisischen Dorf bis ins Gewimmel der Weltstädte und wieder in das schweigende Grabgewölbe afrikanischen Ar- walds; vom Schlachtfeld des amerikanischen Bürgerkrieges und vieler anderer Kämpfe in aller Welt bis ins englische Parlament und auf den stillen Landsitz bei London. Welche Fülle scharf gezeichneter Personen von _ allen Schattierungen amerikanischer und europäischer Kultur. Der Berufenste aber, dieses Lebensbild zu zeichnen, war unzweifelhaft Stanley selbst. Mit erbringender Psychologie hat er auch seine ungewöhnl ch harte und abenteuerreiche Jugend- ze't geschildert. Mit Recht wird Stanley der größte Entdecker se t Kolumbus genannt; ebenso bedeutend war aber auch der Mensch Stanley: seine glänzend ge'chriebene (und wohlfeile) Selbstbiographie sollte Allgemeingut werden. — Die Architektur im Dritten Reich. Don Karl Willy Straub, mit einem Geleitwort von Prof. Dr. Schultze-Naumburg. 64 6. mit 54 Abbildungen, auf Kunstdruckpapier gedruckt. Kart. 2,80 Mark. Akademischer Verlag Dr. Fritz Wedekind & Co., Stuttgart. — (298) — Die Schrift macht es sich zur Aufgabe, auf dem Gebiete der Baukunst in ungefähren Umrissen auszuze-'gen, wie im „Dritten Reich" gebaut werden soll. In elf Kapiteln behandelt der Verfasser den umfangreichen Komplex, um darzutun. daß es in einer als gesund erkannten Bauweise nicht um Geschmacksfragen, sondern um Gesinnung gehe. Ein Geleitwort von Pros. Dr. Schultze-Naumburg geht der Darstellung voran. Gutgewähltes Bildmaterial ergänzt und unter« direktors verabschieden wollten und über diese Zeremonie den Zeitpunkt der Abfahrt verpaßten, unfreiwillig und, was ihre größte Sorge war, ohne Wäsche und Kleidung die Aebersahrt nach Europa mitmachen. Da sie keine Pässe besaßen, wurden sie in Cherbourg nicht an Land gelassen, sondern mutzten bis nach Southampton weiterfahren. Sie haben sich geschworen, nie wieder jemand an Bord zu begleiten, am wenigsten aber eine Frau. OaS einbalsamrerie Herz. Ein merkwürdiger Fund wurde durch Zufall von einigen Maurern gemacht, die in der Kirche des französischen Ortes Dousbccques die Mauern zur Einrichtung einer Zentralheizung aufrissen; sie stießen auf einen festverschlossenen Dteikasten, in dem sich ein einbalsamiertes Herz befand. Es ist als das Herz eines berühmten Mannes festgestellt worden, der den Ramen des Ortes trug. Es handelt sich um den Diplomaten und Schriftsteller Ghislain de Dusbecq, der von 1522 bis 1592 lebte. Dusbecq, der im Dienste der Kaiser Ferdinand l. und Rudolf 11. von Oesterreich tätig war, ist besonders bekannt geworden durch die wissenschaftliche Tätigkeit, die er als Gesandter in Konstantinopel aus übte. Man verdankt ihm die wertvollsten Berichte'über den damaligen Zustand der Türkei. Er war ein leidenschaftlicher Blumenfreund, und mit seinem Andenken bleibt für immer die Tatsache verknüpft, Hatz er einige unserer beliebtesten Zierpflanzen, so die Tulpe und den Flieder, zuerst nach Westeuropa brachte. Das nunmehr wieder aufgefundene Herz dieses Mannes wird von neuem einbalsamiert und dann wieder in der Kirche von Dousbecques beigesetzt werden. streicht die in verständlichem Stil gehauenen Ausführungen. — Auch wer mit den Grundsätzen und Anschauungen des Verfassers nicht übereinft'.mmt, wird aus der Schrift und den auf Kontrastwirkung gestellten Bilder manche Anregung gewinnen und auf die zahlreichen Probleme unserer modernen Architektur hingewiesen werden. — Erich Hoinkis: Rächt über Flandern. Brosch. 3,— Mk., Leinen 4,23 Mk. Brun- nen-Derlag, Willi Bischoff, Berlin SW 68. — (340.) — Der Berfa^er rechnet und hadert nicht, er ist weder Militarist noch Pazifist, er ist Soldat und Deuischer, er hat seinen Kampf gekämpft und ist demütig, tüchtig und tapfer gewesen durch alle Schrecken der Flandernschlacht hindurch. Richts von dem Schweren und Grausigen wird verschwiegen, das Buch ist beileibe kein Hurra- Buch, es ist ein ernstes, männliches Buch, und der Tod, so oft er auch kommt, ist kein billiges bloßes Wort. Daneben wird ein Blick in den Mechanismus der Schlacht gegeben, in das Zusammenwirken, in die Struktur, in die Bedeutung des Einzelnen für das Ganze. — „Der Krieg nach dem Kriege." Eine Dilderchronik aus Revolution und Inflation. Don Willy Stiewe. Berlin, Deutsche Rundschau G. m. b. H_, Preis des Halbleinenbandes 3,20 Mark. (247.) In diesem Werke wird, unterstützt durch das objektive Bild, die wirre Geschichte einer Zeit behandelt, in ber das Deutsche Reich, besiegt und gebrandschaht, unterzugehen drohte. Alle jene düsteren Ereignisse steigen in unheimlicher K.arbeit herauf, die ihre Spuren in jedem deutschen Menschen zurückgelassen haben, und deren schicksalhafte Bedeutung für unsere Tage erst bei dem ruhigen Studium der inneren Zusammenhänge deutlich wird. Durch cft erschütternde BilLbeilagen illustriert, rollt wie in einem spannenden Film die Elendskette von Zusammenbruch, Revolution, Separatismus, schwarzer Schmach, Dölkerrechts- bruch und roher Gewalt, Bolschewismus und Inflation vor unseren Augen vorüber. Mit gradliniger Anparteilichkeit gibt diese Bildchronik Tatsachen, ohne sich durch Parteimeinungrn beirren zu lassen. Auch dem, der diese Kämpfe als Zeitgenosse durchlitten hat, gibt dieses Werk erst die Klarheit über die Zusammenhänge und Hintergründe des Geschehens, für das auswachsende Geschlecht den Schlüssel zum Derständnis für die Gründe der eigenen Rot. — Der goldene Meihnachtsalmanach des Eugen Salzer Berlages (Heilbronn, 19321 ist diesmal betitelt ..und uns des Lichtes Kinder macht". Bekannte Mitarbeiter des Verlags, wie Karl Hesselbacher, Anna Schieber, Mia Munier, Joseph Witttg, Friedrich Psäsflin mit seinen Briesen des Reuen Testaments sind wieder vertreten. Daneben hat R. Jakober eine feine Abhandlung über das Schaffen von Anna Schieber geschrieben und Dr. Kurt Böhme einen Rückblick auf ein Jahr Kirchengeschehen; der für alle, die am kirchlichen Leben Anteil nehmen, eine gute und zweckdienliche älebersicht gewährt. Das rcich- halttge Bändchen kostet nur 0,83 Mark und ist ein wertvolles und billiges Geschenk zu Weihnachten. — Werden und Wachsen 1 933. Ein Dildkalender für alle Freunde des Gartens und der Blumen. Mit einer SMmnelmappe für Einz.l- blätter. Zusammengestellt von Eug ni: vo Gar - vens (Worpswede) unter Mitarbeit von Harry Maaß (Lübeck) und Dr. R. Zander (Berlin) u. a. Preis 2,80 Mark. Gartenbau-Derlag Tro- wihsch & Sohn, Frankfurt a. d. Oder. — (410) — Wieder ist ein neuer Jahrgang des schönen Kalenders erschienen und auch in diesem Jahr wird von seinen Freunden keiner enttäuscht fein. Blättert man in den vorzüglich ausgewählten, zum Teil farbigen Bildern aus allen Gebieten des Blumen-, Pflanzen-, Garten- und Tierlebens. Dor Text bietet immer etwas Reues und Anregendes, wertvolle Hinweise für die Dlumensveundin oder den Gartenliebhaber. — Georg Rendl: Darum lob ich den Sommer. Geschichte einer Liebe. In Leinen 3,80 Mk., kart. 2,SO Mk. D uische Berlags-Anstalt-, Stuttgart und Berlin. — (466.) — An einem der schönen Seen des Salzkammerguts spielt Rendls neue Stählung. Ein junger Gelehrter treibt in dörflicher Abgeschlossenheit seine Studien, die ihn mit den Geschöpfen der Ratur, mit Insekten und Blumen verschwistern. Ebenso einsam und naturnahe wie er lebt dort ein Mädchen in einem Gebirgsdorfe. Leidenschaftliche Reigung führt den Städter und das Landkind zusammen. Zwischen Mitlwinter und Herbstbeginn leuchtet ein Bergsommer auf, mächtig in Fülle und Dollendung, ein menschliches Schicksal einbeziehend in sein Kommen und Gehen. — Erwähnung verdient die reizende Ausstattung des kleinen, sich im gefälligen Format vorteilhaft präsentierenden Buches. Neues für den Bücheriisch. S.Opori Iußballsportvere n Meister am Main. Eintracht spielt nut unentschieden. Erst am letzten Spieltage der diesjährigen Der« bandsjpielsaison in der Gruppe Main ist die Entscheidung gefallen. Fußballsportverein Frankfurt Hal nach einer Pause von fünf Jahren wieder einmal die Main-Meisterschaft an sich reißen können. Das Spiel gegen Rotweiß, das der neue Meister mit 2:1 gewann, brachte die endgültige Gewißheit. Zugleich fiel auch^die Entscheidung um den zweiten Platz. Eintracht Frankfurt spielte zwar gegen die Offenbacher Kickers nur 1:1 unentschieden, haben sich aber dadurch doch den noch nötigen Punkt zum zweiten Platz errungen. Die anderen Spiele hatten keine größere Bedeutung. Bieber schlug Hanau 2:0, Union Niederrad fertigte Neu-Isenburg mit 4:1 ab und Friedberg holte sich bei seinem Ab« schiedespiel in der ersten Klasse noch einen schönen 3.-0-Sieg über die Frankfurter Sportfreunde. Fußball in Hessen-Hannover. Punkteinbußen der Favoriten, Der Sonntag brachte in Heisen Hannover bei den Verbands,pielen der ersten Klass« insofern Ueberraschungen, als sich der bisher ungeschlagene Tabellenführer Borussia Fulda ebenso toi« der Tabellenztoeite, Kurhessen Kassel, je «inen Punkt abnehmen ließen. Sowohl Fulda gegen Hermannia Kassel als auch Kurhessen gegen Germania Marburg erzielten jeweils nur ein 2:2. Svielverein Kassel weilte in Göttingen und unterlag dort gegen SB. 05 mit 3:4 Toren. 3n der Tabelle sind keine wesentlichen Deränderungen eingetreten. Bach wie vor führt Borussia Fulda mit 19:1 Punkten vor den Kasseler Kurhessen (17: 9 P.) und ST. 03 Kassel (12: 8 P.). Mainz 05 wieder- Hessenmeister. Lorsch und Urberach müssen absteigen. Dis auf den unbedeutenden Nachzügler Ale- mcmnia-Olhmpia Worms gegen Urberach sind die Spiele der Gruppe Hessen beendet. Auch die Entscheidungen sind sämtlich gefallen. Mainz 05 lieferte mit drei Ersatzleuten gegen Lorsch zwar nur ein schwaches Spiel, gewann aber doch 2:1 und wurde damit Meister. Wor- matia muhte sich — wie im Vorjahre — mit dem zweiten Platz bescheiden, älrberach, das gegen Wiesbaden 2:5 verlor, muß zusammen mit Lorsch den Weg in die Kreisliga nehmen. Fußball der Gießener Mannschaften. Der gestrige Sonntag brachte nur ein Fußballspiel. Die 1. Mannschaft des DfB. spielte gegen die 1. Elf des VfR. Butzbach und verlor gegen die Gäste auf eignem Platze mit 3:1 Toren. <58 wurden keine überragenden Leistungen gezeigt. DfB. trat mit Ersatz an. Wer nimmt an den Endspielen teil? An diesem Sonntag sind fast alle Entscheidungen über die Besetzung der beiden ersten Plätze gefallen. Man kann also heute schon feststellen, wer an den süddeutschen Endspielen teilnehmen wird. Bekanntlich spielen in diesem Iah^e die Bezirke Bayern und Rhein-Saar in der Abteilung I und die Bezirke Main-Hessen und Württemberg-Baden in der Abteilung II. Bis jetzt sind 13 Endfpielteilnehmer ermittelt, die sich aus die beiden Abteilungen wie folgt verteilen: Abteilung 1: 1. FE.Dürnberg, Spvgg. Furch, Bayern München, SB. Waldhof, Phönix Ludwigshafen, FK. Pirmasens, 1. FE. Kaiserslautern. Es fehlt nur noch der zweite Vertreter der Gruppe Südbayern, der aber mit größter Wahrscheinlichkeit München 1860 heißen wird. Abteilung II: Fuhballsportverein und Eintracht Frankfurt. Mainz 05, Wormatia Worms, Karlsruher FB., Phönix Karlsruhe. Es fehlen noch die beiden Ersten der Gruppe Württemberg (Stuttgarter Kickers. VfB. Stuttgart oder Union Böckingen). Tie süddeutschen Schlußspiel« beginnen auf der ganzen Linie an den beiden Weih- nachtstagen. Bayern und 1860 München haben aus diesem Grunde die für Weihnachten mit mitteldeutschen Vereinen, bzw. mit Rom vereinbarten Privatspiele abgesagt. Auszeichnung für Geo Brechenmacher. Der Hanns - Braun - GedächtniS- preis wurde für 1933 einstimmig dem derzeitigen süddeuts chen Verbandssportlehrer Drechen- macher zuerkannt. Drechcnmacher hat diese Auszeichnung mrbedingt verdient. Er ist ein Sportsmarm in seltener Vielseitigkeit. Sechsmal war er deutscher Meister im Kugelstoßen. 4mal deutscher Rekordmann, 6mal in Länderkämpfen siegreich, dazu noch mehrmals Heeresmeifter. Außerdem war Brechenmacher auch aktiver Fuß- ball- und Handballspieler in Heeres- und Vereinsmannschaften und heute wirkt er als Haupt- fportlehver des Süddeutschen Verbandes mit allerbestem Erfolge im süddeutschen Derbandsheim in Ettlingen. Deutschland—Dänemark im Hallentennis. Am Samstag begann in Kopenhagen im Beisein von etwa 1000 Zuschauern der Hallentenniskampf Deutschland — Dänemark. Deutschland beendet« den ersten Tag mit zwei Siegen und einer Niederlage, so daß also der Punktestand augenblicklich 2:1 für Deutschland steht. 3m ersten Spiel bezwang der Däne Ulrich den Kölner Rour- ney erst nach hartem Kampf mit 5:7, 6:2. 11:9. Der deutsche Meister G. v. C r a m m war über Anker — 3akobsen mit 6:4, 6:4 erfolgreich und im „Mixed" ließen Frl. Horn/Rourney das stärkste dänische Paar Frau Sperling/Ulrich mit 6:3, 7:5 hinter sich. Am zweiten Tage standen sich im ersten Spiel v. Gramm und Ulrich gegenüber, v. Cramm siegte nach Abgabe des ersten Satzes 4:6, 6:3, 6:4. 3m zweiten Herren-Einzel blieb der Kölner Rourney über Anker/3alobsen mit 6:3, 3:6, 6:2 erfolgreich: auch das Damendoppel fiel an die Deutschen. Eilly Außem/Frl. Horn besiegten hier Hollis Stöckel,^Berg Nielsen mit 6:2, 6:1. 3m „Mixed" fertigten Äußern/v. Cramm die dänische Kombination Hollis/Glerup mit 6:4, 10:8 ab. 3m Gesamtergebnis entschied Deuttch- land mit 8:2 Punkten den Länderkampf für sich. Jünfländerkampf -er süddeutschen Schwimmer. Württemberg siegt überlegen vor heften und Baben. Der mit großer Spannung erwartete Vergleichskampf der süddeutschen Schwimmgaue Baden, Hessen, Württemberg, Nord- und Südbahern r im Heslacher Schwimmbad in Stuttgart endete mit einem ganz überlegenen Siege der würt- tembergischen Schwimmer. Die Schwaben stellten in allen vier Staffeln den Sieger und erreichten somit 52 Punkte vor Hessen, dessen zweiter Platz mit 27 Punkten eine gewisse Ueberraschung bedeutete. Auf dem dritten Platz landete Badens Vertretung mit 20 Punkten vor Nordbayern mit 16 und Südbahern mit 9 Punkten. Die beiden bayerischen Mannschaften enttäuschten stark, besonder- die Eüdbayer-.r fielen ganz aus. 'Die Kämpfe selbst verliefen äußerst spannend und wechselvoll. 3n der 4 m a l-2 0 0 - Me t e r- Kraulstaffel wechselte die Führung von Mann zu Mann und erst der Ludwigsburger Schraag sicherte den Schwaben den Sieg. 3n der doppelten Lagen st affel gab der Göppinger Brustschwimmer Schwarz den Ausschlag. Die Schwell st affel sah Württemberg vom zweiten Marrn ab in Front und über 6 m a l - 100-Meter-Kraul holten di« beiden Heilbronner Seiler und Müller ebenfalls den Endsieg für Württemberg. Die erzielten Zeiten sind im allgemeinen recht schwach, die Stuttgarter 50-M«ter-Dahn ist als «ine äußerst schwere Bahn hinreichend bekannt. Bester Sprinter war der Nürnberger Dalk mit 1:04, über 200-Meter- Kraul blieb Faahs, Karlsruhe, mit 2:29,2 der Deste, über 400 Meter der Ludwigsburger Schraag mit 5:32,2, über 100 Meter Rücken erreichte Schultz, Nürnberg, mit 1:17,2 die beste Zeit, über 200-Meter-Brust erwartungsge- mäf) Schwarz, Göppingen, mit 2:55. Ein neuer Sieg Walter NeuselS. Schönrath muhte nach der 7. Runde aufgeben. Arn Freitagabend trat bei den Berufsboxkämpsen im Berliner Sportpalast der junge deutsche Schwergewichtler Walter Neusel-Bochum gegen den ehemaligen deutschen Meister Hans S ch o n r a t h- Krefeld in einem über zehn Runden gehenden Kampf an. Beide Boxer zeigten teilweise ausgezeichnete Leistungen, besonders Schönrath ließ ungestümen Kampfgeist erkennen. Neusel konnte die größere Schnelligkeit und stärkere Schlagkraft für sich buchen. Sein Punktvorsprung war aber nicht lehr groß, als in der Pause zur achten Runde der Ringarzt Schönrath nicht mehr weiterkämpsen ließ. Schönrath hatte nämlich in der dritten Runde das Auge aufbeschlagen bekommen, und diese Wunde hatte sich im weiteren Verlauf stark erweitert. Das Publikum war aber mit diesem Ende nicht zufrieden und vollführte ein wüstes Pfeifkonzert. Walter Neusel hatte nicht die überzeugende Leistung vollbracht, die man von ihm nach feinen letzten großen Erfolgen erwartet hatte. Den Grund dafür erfuhr man allerdings erst später. Neusel bekam während des Kampfes Kolophoniumteilchen — der Boden des Ringes ist bekanntlich mit Kolophonium bestreut, um ein Ausgleiten der Kämpfer zu verhüten — in die Augen, so daß er schon nach der zweiten Runde über schwere Sichtmöglichkeit klagte und nach Beendigung des Kampfes überhaupt nichts mehr sehen konnte. Neusel mußte zum Umkleideraum geführt und anschließend sofort in die Universitäts-Augenklinik gebracht werden. Am Samstagabend war Gelegenheit geboten, recht interessanten sportlichen Wettkämpfen beizu- woynen. Im Katholischen Veroinshaus trafen sich die Ringer des 1. Kraft- und Sportklubs Gießen und des Vereins für Körperpflege in Alsfeld zum Kampf um die Meisterschaft des Gaues Hessen im 7. Kreis des Deutschen Athletiksportoerbandes. Alsfeld trat in stärkster Aufstellung (allerdings ohne den Vertreter des Bantamgewichts) an «und stellte für di« Gießener einen Gegner dar, der alte Achtung forderte. Die Alsfelder waren feit Jahren im Besitz der Gaumo'sterfchaft und konnten auch schon zu Kreismeisterehren gelangen. Der Kampf war für die Hiesigen eine große Kraftprobe, die zwar mit einem knappen Ergebnis, immerhin aber mit einem achtbaren Erfolg für Gießen endete. Eine stattliche Anzahl Zuschauer hatte sich oinge- funden. Der Vorsitzende des veranstaltenden Vereins, Herr Henbrich. hielt zunächst eine kurze Ansprache, stellte die Mannschaften vor, gab letzte Verhaltungsmaßregeln für Kämpfer und Zuschauer und überließ dann die Leibung dem Schiedsrichter Schwalm. Es entwickelte sich in der Folge eine Reihe scharfer Kämpfe, die mit gespanntester Auf- merksantteit verfolgt wurden. Der Kampf in feiner Gesamtheit ließ sehr ausgeglichene Kräfte erkennen, so daß das endgültige Ergebnis (ob Sieg oder Niederlage für Gießen ober Alsfeld) erst durch den letzten Kampf festgestellt werden konnte. Vorgesehen war die Austragung von insAesumt 12 Kämpfen (Vor- und Rückkampf). Kampfbauer 20 Minuten. Der Verlauf und die Ergebnisse ber Kämpfe feien kurz wiedergegeben: (Alsfeld jeweils zuerst genannt): Im Bantamgewicht wurde Gießen kampflos zum Sieger erklärt, da Alsfelds Vertreter in dieser Gewichtsklasse nicht antrat. (4 Punkte für Gießen.) Federgewicht: K. Stifter verlor gegen Funk beide Kämpfe. 14 bzw. 18 Minuten lang wurde auf das Hartnäckigste um den Sieg gerungen. Funk erwies sich als der Bessere und sicherte seinem Verein 6 Punkte. Im Leichtgewicht gingen beide Begegnungen (Steinbach—Klotz) an Alsfeld. Nach 17 bzw. 3 Mi- * Ankauf von ausländis ch.« n Zins - k scheinen und rückzahlbaren Wertpapieren durch die Reichsbank. Die Reichsbank teilt mit: Die Reichsbank hat sich entschlossen, die nach den Devisenvorschriften abzuliefernden Zinsscheine und zur Rückzahlung ausgelosten, gekündigten oder fälligen Wertpapiere vor Fälligkeit hereinzunehmen und für die zum Ankauf geeigneten Abschnitte Auszahlung des Gegenwertes 14 Tage vor Fälligkeit zuzulossen, insbesondere für den Anfall aus deutschen Auslandbonds. Ob die eingelieferten Werte ongekauft werden, bleibt der Prüfung der Deichshauptbank in Berlin Vorbehalten. Die Abrechnung erfolgt bis auf weiteres zu */< Prozent unter dem Berliner Mittelkurs für telegraphische Auszahlung. Die Höhe des Abschlages wird an jedem Samstag im Reichsanzeiger in einer besonderen Notiz unter „Handel und Gewerbe" bekanntgegeben. Die nicht zum Ankauf geeigneten Abschnitte werden zum Einzug übernommen. Cs wird noch darauf aufmerksam gemacht, daß die Ablieferungspflicht sich auf Zinsscheine und zur Rückzahlung ausgeloste, gekündigte oder fällige Wertpapiere erstreckt ohne Rücksicht darauf, in welchem Zeitpunkt die Wertpapiere erworben worden sind. * Die Indexziffer der Großhandelspreise. Die vom Statistischen Reichsamt für den 7. Dezember berechnete Großhandelsindexziffer ist mit 92,7 gegenüber der Vorwoche (93,3) um 0.6 Proz. gesunken. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 85,1 (minus 1,6 Proz.), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 87,3 (minus 0,3 Proz.) und industrielle Fertigwaren 113,7 (minus 0,1 Prozent). "DeutscheGold-undSilberfcheide- anstatt, F r a n kf u r t a. M. Die Gesellschaft l hat im Geschäftsjahre 1931/32 einen Reingewinn I von 3,56 (4) Millionen Mark erzielt, aus dem I Kurze Sportnotizen. Berliner Schlittfchuh-Club und Wiener Eislauf-Verein trennten sich beim Eishockeykampf im Berliner Sportpalast 0:0. Kanadas Eishockey-Repräsentative siegte im letzten Spiel auf englischem Boden über Englands Nationalvertretung leicht 6:0. nuten fanden die Kämpfe ihr Ende. 6 Punkte für Alsfeld. Im Weltergewicht sah man abermals die Alsfelder in Front. Schember blieb über Forsch bereits nach 3 bzw. 2 Minuten Sieger. Das bedeutete abermals 6 Punkte für Alsfeld. Den Vorkampf im Mittelgewicht verlor Albert gegen Vobelt. Den Rückkampf gab der Alsfelder auf und verschenkte den Sieg; 5 Punkte für Gießen. Zum Vorkampf im Halbschwergewicht traten Stichel und Emmerich an. Emmerich entschied die Begegnung bereits nach 3 Minuten für sich. Zum Rückkampf meldeten die Alsfelder Welcker, der Emmerich den Sieg nach Punkten überlassen mußte; 5 Punkte für Gießen 3m Schwergewicht gab es eine Ueberraschung. Schon im Vorkampf siegte der Alsfelder Kister H. über Schepers, und zwar bereits nach 3 Minuten. 3m Rückkampf unterlag ber Gießener bereits nach einer halben Minute; das bedeutete wiederum 6 Punkte für Alsfeld. In der Gegenüberstellung der Punktewertung ergab sich folgendes Resultat: Alsfeld Gießen Punkte Punkte 0 4 0 6 6 0 6 0 0 5 0 5 6 0 18 20 Damit war der Kampf also mit 20:18 Punkten für die Mannschaft des 1. Gießener Kraft- und Sportklubs entschieden. Die Gießc-n- hatten sich damit die Gaumeisterschaft und damit gleichzeitig die Berechtigung zur Teilnahme am Kampf um die Kreismeisterschaft errungen. Den Gießenern gelang es, den Güsten die Vorherrschaft, die sie bisher inne- hatten, streitig zu machen. wieder 6 Prozeirt Dividende auf die Vorzugsaktien und 9 (10) Proz. Dividend« auf die Stammaktien gezahlt werden sollen. Wegen Verkleinerung des Llmsatzes und Stillegung verschiedener Fabrikationsstätten machten sich ansehnliche Abschreibungen notwendig. Gerade die langsam« und bedächttge Besserung in der letzten Zeit scheine ein Zeichen anhaltender Gesundung zu sein. Frankfurter Buttermarkt. Frankfurt a. M., 10.Dez. Der Dutterabsatz blieb währenddes ganzenWochenverlau'sschwach, selbst die knapp gewordenen Zufuhren konnten nicht geräumt werden. Für das Weihnachtsbackwerk werden vor allem die weit billigeren Pflanzen.- fette herangezogen. Die Preise für holländische Butter blieben mit 128 bis 130 Mark unverändert, während deutsche Butter infolge des knappen Angebots um etwa 3 bis 5 Mark anzog und sich auf 125 bis 130 Mark je 1-Zentner-Tonne stellte. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 10. Dez. 3n der abgelaufenen Woche war das Geschäft etwas besser, doch beschränkte sich der Einkauf sowohl des Publikums, als auch der Großabnehmer nur auf billige Sorten, vor allem auf Kühlhauseier. Die Zufuhren blieben infolge der einsetzenden Kälte gering, die Preise zeigten verschiedentlich leichte Erhöhungen. Es notierten in Pf. per Stück loco Frankfurt a. M.: Bulgaren 9—9,50, 3ugoslawen 9—9,50, Rumänen 8,75—9, Polen 8,50—9, Hollän- der 8—12,50, Flandern 10—10,50, deutsche Frischeier 10—13,50. 3n Kühlhauseiern war das Angebot sehr knapp, und der Preis hierfür stellte sich allgemein auf 7—9 Pf. 3n- und ausländische Mittel- und Schmutzeier notierten 7—7,50 Pf. per Stück. Mgka'mpse um die Gaumeisterschast. Gießener Krastsportler gegen Alsfeld siegreich. Bantamgewicht Federgewicht Leichtgewicht W-ttergewicht Mittelgewicht Halbschwergewicht Schwergewicht Wirtschaft. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse Srantfurt d. M. 25eritn 10.12. 8,5 8,25 6 4 4 9,8 Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt bejchlosjenen Divid.nde an. — Retchsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. 9.12. er 10 © fj 0 5 10 0 0 s f' 33 178 74 33,9 73.75 93,5 54,75 33,5 74,4 93,5 55 101 44,75 60,75 24,5 o o 0 1 1 0 0 0 o 33,4 178 74,25 71,75 81 75 121 112 44,75 81,5 46,25 84 127 100,5 45 60,75 24,5 72,13 81 74,65 122 113 4,03 4,13 6 5,9 6,5 3,7 5,1 5,6 5,63 9,5 4,65 22,25 4,55 11,8 4,5 22,13 4,6 21,1 4,19 4,1 72,5 82,5 75 121 113,5 6,65 3,7 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a M 5,85 5,6 8,3 1,05 5,85 5,65 5.65 6,5 3,75 >-,65 3,7 33,5 74 93 54,5 45 81 46,5 83,5 Datum I 3.i2. J 10-12. 45,25 81,25 46,65 83,75 47,75 127 107,25 44,4 60,5 23,25 41.75 33,13 178 74 6% Deutsche Reick sanleibc v. 1P8) 6% efccm.7% Tt. Reich« anl. v. 1929 5'/?% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablos.-Schllld mH Auslos^Rechteu ............ Desgl. ohne AuSIos.-Rechte...... 6% ebem. 8% Hess. Volksstaat 1939 trückzahlb. 102%)............ Oberhessen Provinz.Anleihe mb Auslos.-Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelab l.An leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar big 1335 6% ehern. 7% Franks. Hyp^Ban! Goldpfe. 16 unkündbar btS 1936 Wi% ehern. 4Vi% Franks. Hho. Bank»Liqu.-Psandbnefe ..... 6/3% ehem. 4>/,% Rbeinisch« Hyp.-Bank-Liau.-Goldpft..... 6% ehem. 8% Pr. Landerpfand briesarMalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. LandeSpfand brtefanktalt, Psandbricse SL io 72,5 84,5 75,75 121 112,5 33,75 73,75 93 54.5 45,25 82,25 46,4 83'13 48,4 127,5 100,5 45 60,4 24,25 41,4 33.25 173,5 74,75 'tzrihner.............. ul Äatnkrastwerke Höchst a.M. ... t Süddeutsch« Zucker ......... 4% Oesterreichiscke Goldrenie... 4,20% Oesterreichischc Stlberrentr 4% Ungarische Goldrente 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4'/z% deSgl. von 191.3......... 6% abgell. Goldmextkaner von to 4% Türkische Zollanlelhe von 191) 4% Türkische Bagbadbahn-Anleihe Serie I..................... i% deSgl. Serie II............. 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4'/,?üRumän.veretnh.Rentev.lSlS 4% Rumänisch« vereinh. Reale .. 3%% Anatolier L.S.G...................... Slektr. LteserungSgesellschast ... Lickt und ikrast ............. Felten & Guilleaume Gesellschaft für Elektrische Unter. nehmungen............... Rheinische Elektrizität EchuckertLCo.............. Siemens L Hal»k, Lahme per S So..............; Schultheis Payenhoftr...... Atu (Allgemeine Kunstseide) . Bemberg................. Zellsiosi Waldhos.......... Zellstoss Aschaffenburg Dessauer Gas Daimler Motoren Deutsche Linoleum ........ Orenstein & Koppel Leonhard Tietz . . ^hade............ BuderuS Deutsche Erdöl Gelsenkirchener Harpener................. Hoejch Eisen-ASln-Neuessen Ilse Bergbau Jlle Bergbau Genüsse Klöcknerwerfe ............. ManneSmann-Röhren Malsfelder Bergbau Oberfchlef. Äolswerfe .. 0 .. 0 .. 0 .. 0 .. 0 .. 7 .. 0 .. 0 .. 0 - 6 . .12 1,05 5,9 Frantfuri a. Ui. Berlin Echluß« furd Schluß!. Abend« bSrie Schluß» kur« Schluß!. Ulllldq, dürft Datum 9-12- 10.12. 9-12- 10.12. Hamburg.Ämertka.Paker ..... । 18,4 — 18,65 18,25 Hamburg-Südam. Dampfschiff. f Hansa Dampfschiff........... ( — Norddeutscher Lloyd ......... 0 19,3 19,4 19,5 19.25 A G. für BerkehriWelen Akt. .. 0 45 46 46,25 45,5 Berliner Handelsgesellschaft.... 4 89 89 89,5 89,5 Commerz, und Privat°Bank ... c 53,5 53,5 53,5 53,5 Deutsche Bank und DtScont». Gesellschaft................ 0 75 75 73 75 Dresdner Bank.............. c 61.75 61,75 61,75 61,75 Reichsbank ................ i 130 130 129,9 129,25 Frankfurt a.M. Berlin Schluß« kurS «Schluß!. Abend« börft Schlußkurs Schluß«. Mittag« börlc 'Datum 9.12. 10-12. 9-12. 10-12- Bereinigte Stahlwerke. ......0 30,5 30,25 30,25 30,13 Liavi Minen ........ ......0 16 16 16 15,9 Kaliwerke Aschersleben. ......6 107,5 107,5 107,25 107,5 Kaliwerke Westeregeln . ......6 112,5 113 113,5 111,13 Kaliwerke Salzdetfurth ......9 172 171 171 171 I. G. Farben-Jndustrie ...... 7 93 97,5 97,9 97,5 Schcideanstalt........ ......10 146,25 147,5 Goldschmidt ......... ...... O 28,5 28,25 28,5 RütgerSwerke........ ...... 0 42,13 42 42,4 42.13 Melällgesellschaft...... ...... 0 34,5 34 34 Philipp HolzuiMw .... 57 57,75 57 58 Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. ......4 ......0 46 Wayß & Frehtag..... ......0 - — — 9.Dezember 10-Dezember Amtliche -Notierung Amtliche Notierung Geld | Srie- meld Drte> Helsingson.. 5,964 5,976 5,994 6,006 Wien....... 51,95 52,05 51,95 12,465 52,05 12,485 Prag....... 12,465 12,485 Budapest ... Sofia...... 3,057 169,23 3,063 3,057 3,063 Holland .... 169,57 169,23 169,57 Oslo....... 69.93 70,0? 70,57 70,43 70,93 70,57 71,07 Kopenhagen. 70,43 Stockholm... 74,03 74,17 74,58 74,72 London .... 13,56 13,60 13,68 13.72 Buenos Airr4 0,858 0,862 4,217 0,858 0,862 9Zeuhotf .... 4,209 4,209 4,217 Brüssel..... 58,29 58.41 58,28 58,40 Italien..... 21,52 21,56 21,55 21,59 Paris..... 16,43 16,47 16,43 16,47 Schweiz ... 80.92 81,08 80,92 81,08 Spanien.... 34,37 34.43 34.39 34,45 Danzig.... 81,67 31.83 81,65 81,81 Japan ..... 0,869 0,871 0.879 0,881 Rio de Jan. 0,274 0,276 0,269 0,271 Jugoslawien Lissabon.... 5,634 12,76 5,646 12,78 5,634 12,76 5,646 12,78 Banknoten. 76,65 76 76,9 75,8 90.5 91,25 90,25 90,9 75 - 74,75 - 58,4 38,5 58 38,5 6,55 6,55 6,4 6,4 68,5 69,25 68,5 69,4 57 37 — — 53,65 54 53,9 54,» 80,25 — — — 80 — — — 84,25 85 — — 84,4 83 — — 77,75 78,25 78 78,25 71,5 78.5 — - — — 98,65 99,5 54,5 57 55 57,13 52,75 64,5 62,5 64,5 45 46 <4,25 45,65 28 28,13 28 28,25 — — 98 99,75 18,75 18,65 19 18,25 45,9 45,5 45 45 - 37 37 41,5 41 41,5 40,9 149 149 149 152 29,5 30 30,25 30 55 54 - 143 147 146 148,5 .Imcrikantscke Roten... . 4.9(1 Belgische Roten.................. 58,12 58,36 Dänische Noten ............... 70.56 70,84 Englische Noten ................ 13,64 13,70 Französische Noten............... 16,39 16 45 Holländische Noten . Italienische Noten... Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich. 4 1OO Schilling Romanische Noten............... Schwedische Noten............... Schwerer Roten................. Spanisckfe Noten................. Ungarische Roten................