Nr. 240 svübaussabe 182. Jahrgang Mittwoch, 12. Oktober 1952 GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfiläls-Buch- und Steindruckerei B. Lange in Gießen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulllraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20° , mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für denAn- zeigenteil i. V. TH.Kümmel sämtlich in Biegen. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernfprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Zrantfurt am Main 11686. Frankreichs neuer plan. Warum Herriot nach London geht. Don unserem T-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Paris, 11. Oktober 1932. Der Schlüssel für die weitere Entwicklung der europäischen Lage liegt heute bei Frankreich. Das gilt heute, nachdem Deutschland die „Gleichberechtigungsfrage" — für die Franzosen ein unübersehbares Wort — aufgerollt hat, mehr denn je. Wer das nicht glauben wollte, wird jedenfalls durch das merkwürdige Spiel rund um die Londoner Viermächtekonferenz, um die angenommene und doch wieder nicht angenommene englische Einladung eines besseren belehrt. Kommt Herriot nicht, und sei es auch nicht nach London, sondern irgend wo anders hin, dann wird man über die Gleichberechtigungsfrage nicht verhandeln und wird abwarten müssen, bis sich in Paris ein Sinneswandel vollzogen hat — kommt er aber, dann wird man in dec Hauptsache mit ihm oder gegen ihn verhandeln müssen, denn die Gleichberechtigung wird uns nur Frankreich zu- gestehen können. Dur Frankreich macht sie uns ernsthaft streitig. Cs kommt daher alles darauf an, daß klar erkannt wird, was denn nun eigentlich Herriot in London will und wo die wirklichen, nicht die taktischen Fiele der merkwürdigen, anscheinend so undurchsichtigen Politik Herriots stecken. Hm es vorweg zu neunten: Die von Mac- donald angeregte Diermächtebcsprechung wird z u st a n d e kommen, trotz aller taktischen Manöver, die der Quai d'Orsay zur Feit einschlägt. Warum ist Herriot nach London gefahren? Weil Frankreich sichnichtisolieren lassen kann, weil es nicht die Engländer vor den Kops stoßen kann, und weil man inzwischen selbst in Paris erkannt hat. daß man ein Gespräch über die Gleichberechtigungsfrage führen m u ß, um aus der gegenwärtigen Lage herauszukommen. Der Rat. den die französische Rechte Herriot gab, „nein" zu sagen und dabei zu bleiben, komme, was kommen möge, wird nicht befolgt werden, schon weil das Herriot eines Tages den Kopf kosten könnte, wenn man erst bemerkt, wie man so in d i e gleiche Sackgasse gerät, in die seinerzeit Laval und T a r o i e u hineingeraten sind, als sie in der Tribuksrage immer wieder auf ihrem Schein beharrten. Jedenfalls ist Herriots „Vein" zeitlich b e f r i st e t und nur dazu bestimmt, einen anderen Plan zu tarnen, der das eigentliche Kernstück des französischen Gegenangriffs gegen die deutsche Offensive darstellt. Das ist der neue „2l b r ü st u n g s p l a n" Paul-Voncours. Veneschs und Poli- t i s', den die französische Presse seit einigen Tagen als den Ausweg aus der Lage anpreist und der es, versteht man ihn recht, Herriot möglich machen soll, „großmütig" aus die deutschen Forderungen einzugehen oder doch zumindest über sie zu verhandeln. Der Plan, der vorsieht, an Stelle des ersten Vertrauenspaktes von Lausanne ein sehr weitgehenderes Bündnis für die europäischen Staa- ten, vielleicht sogar ein Militärbündnis gesetzt werden soll, das wieder durch „automatische" Sanktionsmatznahmen des Völkerbundes, einen Ausbau der militärischen Kontrollbefugnisse des Genfer Organs, Internationalisierung der Zivilluftfahrt, kurz ein ganzes Sicherheits- s y st e m ergänzt werden soll — ist das ganze Geheimnis der französischen Haltung. Da er noch nicht fertig ist, da man noch bis zum Ende Oktober brauchen wird, um die Genehmigung des französischen Generalstabes für ihn zu erhalten, will man Zeit gewinnen. Denn man glaubt am Quai d'Orsay, daß es möglich sein wird, mit diesem Instrument nicht nur in Genf, sondern auch in London einiges zu erzielen, wenn man es erst fertig und mit den gemeinsamen Verbündeten abgemacht hat. Ja, man meint, daß man auf Grund der Annahme dieses Planes dann auch ein gewisses Entgegenkommen an Deutschland „verantworten" kann, wie z. D. ein schrittweises Abrüsten, das Zugeständnis gewisser jetzt verbotener Waffengattungen und sonst einiges andere, was Deutschland die Angelegenheit schmackhaft macht. Dur weil man diesen Plan nicht fertig hatte, als die englische Einladung nach London kam, hat man sich in Paris so merkwürdig verhalten, und nur um der Sicherung dieses Planes teilten hält man die Engländer hin. Der Einwand gegen London als Konferenzort und der ganze Kampf um die Verhandlungsgrundlage für die Londoner Vier Mächtekonferenz ist doch nicht ein Kamps gegen die Idee einer Besprechung überhaupt, sondern richtet sich nur dagegen, daß jetzt verhandelt wird (weil man erst später fertig sein wird), und daß man zu der Konferenz ohne f e st e n Plan geht. Worüber soll man verhandeln, so gibt man in Paris vor, nachdem weder die französi' )e noch die englische Bote zur Gleichberechtigungsfrage angenommen worden sind? Rur über die grundsätzliche Frage der deutschen Gleichberechtigung? Das ist fein Parkett für die französische Diplomatie, die stets mit einem ganzen Dossier von Vertragsfragen arbeiten zu müssen glaubt, um ihren „Standpunkt" verteidigen zu können. 3a, man geht sogar in Paris noch weiter. Man will sich nicht damit begnügen, daß die neuen französischen Pläne zum Kernpunkt der Konferenz gemacht werden, sondern möchte den DaskommiffanscheRegimeinpreußenvvrdemStaalsgenchtchos Keine vorausgegangenen Verhandlungen zwischen Reichskabineii und RGDAP. — Bedarf es der Pflichtverletzung einer Landesregierung zum Inkrafttreten des Artikels 48? Leipzig, 11. Oft. (WTB.) Das Interesse der Oeffentlichkeit an dem Streitverfahren zwischen Preußen und dem Deutschen Reich bekundet sich auch heute durch den starken Andrang von Publikum und Presse. Ministerialdirektor Dr. Brecht erklärte, daß die Behauptung, Ministerpräsident Dr. Braun habe sich dadurch befriedigt erklärt, daß sein Gehalt voll weitergezahlt würde, unwahr ist. Mimsterialdirektor G o t -- tHeiner erklärt, daß die Anfrage Brauns auf Veranlassung der Rechtsvertretung des Ministerpräsidenten erging, war mir nicht bekannt. Mir wurde mitgeteilt, daß der Ministerpräsident sich dem Büro des Staatsministeriums gegenüber sehr befriedigt darüber ausgesprochen habe, daß das Gehalt voll ausgezahlt würde. Reichsgerichtspräsident Dr. B u m k e betonte, er sei überzeugt, daß es Ministerialdirektor Gottheiner ferngelegen habe, Andeutungen zu machen, als sei die Ge- haltssrage für den Ministerpräsidenten Braun das einzig Wesentliche an der ganzen Sache, und daß auch er der Meinung sei, daß bei einer Persönlichkeit wie dem Ministerpräsidenten Braun eine derartige Unterteilung n icht am Platz wäre. (Ministerialdirektor Gottheiner nickt bejahend.) Präsident Dr. B u m k e bemerkte, dem Staatsgerichtshof fehle die prozessuale Berechtigung, Parteien, wie z. B. den Minister Severing, den Reichskanzler v. Papen als Zeugen zu vernehmen. Es scheine kaum bestreitbar zu fein, daß Einigkeit -wischender Regierung v. Papen und denRationalsozialisten darin bestand, daß mit der preußischen Regierung Schluß gemacht werden müsse. Er zweifle daran, ob eine Zeugenvernehmung in diesem Punkte weiter führen würde. 1 Professor Dr. Heller, der Vertreter der sozialdemokratischen Fraktion, präzisierte das Beweisthema für die Zeugenvernehmung dahin, daß von vornherein die Regierung v. Papen m i t der RSDAP. Abmachungen über die Beseitigung der preußischen Regierung getroffen habe. Mit der Ladung maßgebender Mitglieder des Herren-Clubs solle bewiesen werden, daß von einer unabhängigen und unparteiischen Regierung, die nur die Bürgerkriegssituation bekämpfen wollte, gar keine Rede fein könne, daß vielmehr sehr klare parteipolitische Abmachungen bestanden. Ministerialdirektor Dr. Badt erklärte, daß die Beseitigung der preußischen Regierung nur der Schlußstein eines Planes fei, der seit zehn Jahren, in Kreisen des Reichswehrministeriums besprochen worden sei und der auch Lieblingsplan des Generals von Schleicher war, nämlich den Dualismus Reich- Preußen mit Hilfe des Artikels 48 zu beseitigen. Der Vertreter der Reichsregierung. Ministerialdirektor Gottheiner, erklärte dazu u. a.: Ich habe bereits gestern gesagt, daß die Reichsregierung durch keinerlei Abmachungen oder Abkommen zu einem Einschreiten gegen Preußen sich verpflichtet hatte. Ich muh heute nochmals namens der Reichsregierung erklären, daß sie sich in freier und verantwortungsbewußte r Entscheidung zu dem entschlossen hat, was am 20. Juli geschehen ist. Die Entwicklung ging dahin, weil wir uns tatsächlich in einer Bürger- kriegslage befunden haben. Der Entschluß der Reichsregierung wurde bekräftigt, als Minister Severing in den Tennishallen in Berlin ausrief: „Jagen w i r denn die Reichsregierung davon!" Insbesondere waren aber für die Entscheidung der Reichsregierung die unglaublichen Ereignisse i« Altona am 17. Juli maßgebend. Ich muh mit aller Energie gegen die Unterstellung protestieren, als ob nicht die Erwägung der Schaffung von Ruhe und Ordnung für die Reichsregierung in entscheidendem Umfang maßgebend gewesen wäre. (Eine Vereinbarung des Reichskanzlers mit Hitler über ein vorgehen gegen Preußen ist nicht getroffen. Verhandlungen darüber haben zwischen ihnen nicht stattgefunden. Auch die Aufhebung des llnisormverbotes, die Diederzulassung der SA.-Truppen und die Dieder- gewährung politischer Freiheiten waren nicht Gegenstand von Vereinbarungen zwischen dem Reichskanzler und Hitler, gehörten vielmehr von vornherein zum Programm der Reichsregierung, die von sich aus entschlossen war, aus Gründen der Gerechtigkeit Ausnahmebestimmungen gegen die Rationalsozialisten zu beseitigen. Präsident Bumke weist daraus hin, daß inerhalb der Behandlung der tatsächlichen Vorgänge nunmehr geprüft werden soll, was durch die Verordnung vom 20. Juli entstanden sei. Dr. Brecht erklärt u. a., daß es der Reichsregierung e a u f eine endgültige Absetzung und Beseitigung des Kabinetts Braun angekommen sei. Erst einige Tage später, als sich ergeben habe, daß das Reich zu dieser Absetzung gar nicht befugt sei, habe die Reichsregierung sich darauf beschränkt, von einer Suspendierung der Amtsausübung zu sprechen. Dr. Brecht schildert dann, daß der Reichskommissar sofort nach seiner Einsetzung 34 preußische Beamte zur Disposition gestellt habe. Besonders wendet er sich dagegen, daß noch vor kurzem der Reichskommissar die endgültige Ernennung z. B. des Staatssekretärs im Staats Ministerium vollzogen habe, der auch Deichsratsvertreter sei. Gerade die Frage der Vertretung des Landes im Reichsrat gehöre zu den strittigsten Dingen des jetzigen Streites vor dem Staatsgerichtshof. Auch aus der Verordnungspraxis der kommissarischen Regierung, insbesondere aus dem Erlaß der Badeverordnung, die erst im nächsten Jahr aktuell werde, zieht Dr. Brecht den Schluß, daß der Reichskommissar seine Befugnisse überschreite. Dr. Brecht verliest dann die bereits bekannt- gegebene Erklärung des Ministers Severing gegenüber der Behauptung, daß er, Severing, beim Reichsinnenminister Freiherrn v. Gayl selbst die Einsetzung eines Reichskommissars für notwendig erklärt habe. — Demgegenüber verliest Ministerialdirektor Dr. Gottheiner ein Telegramm des Reichsinnenministers v. Gayl: „Etwa Mitte Juni d. I. hatte ich mit Herrn Minister Severing eine Unterredung über schwebende polizeiliche Fragen. Minister Severing brachte das Gespräch auf die damals umlaufenden Gerüchte über die angeblich von der Reichsregierung geplante Einsetzung eines Reichskommrssars für Preußen. Bei dem Gespräch erklärte Minister Severing, er habe sich an dem Geschrei über die angeblich bevorstehende Einsetzung eines Reichskommissars Der Kanzler-Besuch in München. München, ll.Okt. (TU.) Außer dem Päpstlichen Runtius und dem Kardinal-Erzbischof stattete der Reichskanzler auch dem evangelischen Kirchenpräsidenten D. Veit einen Besuch ab. Um 13.30 Uhr fand beim Ministerpräsidenten zu Ehren des Kanzlers im engen Kreise eine Mittagstafel statt. Der Rachmittag war einem Aus fing Vorbehalten, der die Gelegenheit zu den vorgesehenen politischen Besprechungen zwischen dem Reichskanzler und der bayerischen Staatsregierung bot. Am Abend versammelten sich im Hause des Ministerpräsidenten zahlreiche Persönlichkeiten des politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens Bayerns zu einem Empfang, den der Ministerpräsident zu Ehren des Kanzlers veranstaltete. Dr. Held begrüßte den Kanzler und verwies darauf, daß in der heutigen ernsten Zeit jede Regierung auf den guten Willen des Gesamtvolkes angewiesen sei. Fehle dieser gute Wille, dann sei das Regieren außerordentlich schwer und der Erfolg innen- und außenpolitisch sehr zweifelhaft. Es bestünde alle Veranlassung, daß alle Deutschen gemeinsam zusam- m e n st e h e n und dazu mithelfen, daß innen- und außenpolitisch wieder bessere Verhältnisse geschaffen werden könnten. Reichskanzler v. Papen dankte besonders für die Möglichkeit, mit den Kreisen aller bayerischen Berufsstände persönlich Fühlung nehmen zu können, sei doch diese persönliche Fühlungnahme in diesen Zeiten d i e einzige Basis, um weiterzukommen. Die Reichsregierung wolle mit diesem Besuch zum Ausdruck bringen, daß die großen und schweren Aufgaben, die vor uns liegen, nur gelöst werden können im Zusam - mentoirfen von Reich und Ländern. Die Reichsregierung sei entschlossen, aus den großen kulturellen Kräften der Länder den Rutzen zu ziehen, der aus ihnen gezogen werden müsse. Wenn die Reichsregierung die wertvollen Kräfte, die in den Ländern gewachsen seien, hinter sich zu bringen vermöge, dann könne der Weg in die Zukunft mit Vertrauen beschritten werden. Der Reichskanzler gab der Hoffnung Ausdruck, daß das Tal der Krise, das wir beschreiten. bald überwunden werden möge und daß der Weg den Berg hinangehen möge, damit die junge deutsche Generation einer besseren Zukunft entgegengeführt werden könne. In diesem Sinne bitte er um die Mitarbeit aller. Die Ausführungen des Reichskanzlers wurden mit starkem Beifall ausgenommen. französischen Plan auch dadurch sichern, daß man ihn auf alle Fälle für Genf aufspart. Die von den Engländern vorgeschlagene Konferenz soll, wenn es nach sranzöfifchem Wunsch geht, keinerlei Beschlüsse fassen dürfen, damit die Besprechung der Abrüstung dem zuständigen Gremium Vorbehalten bleibt. Das ist die Sicherung, die sich Frankreich dagegen zu schaffen wünscht, daß es zu sehr unter Druck genommen wird. Ist einmal zugestanden, daß die endgültigen Beschlüsse erst in Genf gefaßt werden, dann kann es auf der Konferenz der Engländer sich je nachdem entweder sehr nachgiebig oder sehr hartnäckig zeigen, weil es ja immer noch @ e n f mit seinen tschechischen, polnischen, südslawischen und anderen Verbündeten in Reserve hat und so doch noch zu seinem Triumph kommen kann. Ein Plan, der jedenfalls so gut ausgedacht ist, daß man ihm eine gewisse Anerkennung nicht l u n ge n versagen kann. Er hat nur einen Fehler — es ist die tfrage, ob die Engländer sich auf s o e t to a s einlassen werden, und gerade die Verhandlungen Simons und Tyrells in Paris haben sehr deutlich gezeigt, daß die Engländer wenig Reigung haben, sich auf diese taktischen Manöver einzulassen. Herriots Londoner Reise hat daher einen sehr durchsichtigen Zweck: Da er sich der englischen Einladung nicht entziehen kann ohne den französischen Standpunkt zu kompromittieren, so sucht er das in öireften QJer&anb- lunaen zu erreichen, was hinten herum nicht ging Macdonald ist sein alter Freund Warum soll er es nicht zustande bringen, daß er ihm wenigstens einiges von dem abringt, was man in Paris erstrebt? Wenn England ein Sicherheitsbündnis ablehnt, vielleicht interessiert es sich doch für den neuen Sicherheitspakt, penn es Deutschlands Gleichberechtigung anerkennt, so ist es doch vielleicht gegen Deutschlands Wied er - betoaffnung, und wenn es Deutschland schon einige der verbotenen Waffen wieder zugestehen will so ist es vielleicht doch für die Aufrechterhaltung der Entmilitarisierungsbestimmungen im Rheinland. Reue Opposition gegen Statin Sinowjew, Kamenew und Uglanow aus der Parier ausgeschlossen. Moskau, 11. Oft. (TU.) In Moskau erregte die Veröffentlichung eines amtlichen Berichts großes Aufsehen, in dem mitgeteilt wird, daß sich innerhalb der Kommunistischen Partei der Sowjetunion eine aus 16 Mann be st eh ende gegenrevolutionäre Gruppe gebildet habe. Eine Anzahl Parteimitglieder habe einen Sowjetblock gegründet, der von der Regierung und von der Partei d i e Einführung privatkapitalistischer Methoden in der Sowjetunion sowie Maßnahmen für die Freigabe der privaten Initiative verlangt. Diese politische Gruppe habe die Entfernung der Sowjets uh rer einschließlich Stalins gefordert. Auch habe sie versucht, mit Hilfe gefälschter Dokumente zu beweisen, daß die Politik der Partei zu einem politischen und wirtschaftlichen Zusammenbruch des Landes führen werde. An der Spitze dieses gegenrevolutionären Sowjetblocks sollen die bekannten Bolschewistenführer Sinowjew, U-glanow und Kamenew, der Schwager Trotzkis, gestanden haben. Die Tätigkeit dieser Gruppe unterscheide sich keineswegs von der Politik Trotzkis und stelle einen Verrat am Sowjetstaat und an der kommunistischen Diktatur dar. Der Zentralausschuß der Kommunistischen Partei hat beschlossen, alle Mitglieder des Sowjetblocks und feine Organisatoren aus der Partei auszuschließen. Rußlands Industrie-Rüstung. Einweihung des Dnjepr-Wasserkrastwerks Lcuin. Moskau, ll.Okt. 'Bei der gestrigen feierlichen Eröffnung des großen Wasserkraftwerkes „Dnjeprostroi" hielt der Vorsitzende des Präsidiums des Bundeshauptvollzugsausschusses Kalinin eine Rede, in der er die an dem Bau des Werkes beteiligten Arbeiter und Ingenieure sowie den amerikanischen Berater Cooper und sein technisches Personal zu ihrer Leistung beglückwünschte. Unter stürmischem Jubel erklärte Kalinin, daß die Regierung mit dem heutigen Tage das Dnjepr-Kraftwerk in die Zahl der arbeitenden Betriebe der Sowjetunion unter dem Ramen Dniepr-Wasserkraftwerk Lenin eingereiht habe. Hierauf verlas Kalinin den Beschluß des Bundeshauptvollzugsausschusses der Sowjetunion über die Verteilung des „Lenin-Ordens" und des Ordens der „Roten Fahne" an eine Reihe hervorragender Arbeiter. Ingenieure und Techniker für außerordentlich hingebungsvolle Arbeit. Dem Führer der amerikanischen beratenden Gruppe Cooper und mehreren amerikanischen Fachleuten wurde der Orden „Rote Arbeitsfahne" verliehen. Gemäß einem Vorschlag Stalins wurde der Beschluß gefaßt, im Dnjepr-Kraftwerk ein Lenin- Denkmal zu errichten. für Preußen nlchk beteiligt, weil er per sönlich der Ansicht sei, daß diese Maßregel sich nicht werde umgehen lassen. 3m weiteren verlaus des Gesprächs äußerte Minister Severing mit Bezug auf die Einsetzung des Reichskommifsars: „warten Sie nicht mehr lange ab“. Ministerialdirektor Dc. Brecht führt aus, die Erklärungen der Minister Severing und v. Sahl über ihre Unterhaltung wegen des Reichskommissars schienen in diametralem Gegensatz zu stehen. Da er aber von keinem der beiden annehme, daß er nicht die Wahrheit sage, müsse es da etwas geben, was aus den Erklärungen nicht ersichtlich fei. — Reichsgerichtspräsident Dumke meint, wenn Severing tatsächlich der Einsetzung eines Reichskommissars xugestimmt haben sollte, dann würde nicht ersichtlich sein, warum die Reichsstellen nicht, ehe sie am 20. Juli die Maßnahmen durchführten mit Severing Fühlung nahmen, da es sich ja dann nur um die Erfüllung eines Wunsches von Severing gehandelt haben würde. Es beginnt dann die rechtliche Erörterung mit einer allgemeinen Aussprache über die Probleme, die sich auf den Artikel48 der Reichsverfossung in Verbindung mit der bundesstaatlichen Gliederung des Deutschen Reiches ergeben. Staatsrat v. Ian, der Vertreter Bayerns erklärt, daß eine Reichskommissariatsregierung keine Landesregierung sei. 3n einem Lande könne nur eine Landesregierung existieren, nicht aber eine Reichskommissariatsregierung. Dementsprechend tonnten auch die Länder im Reichs ra t nur durch Vertreter ihrer Landesregierungen und nicht durch Vertreter von Reichskommissaren vertreten werden. Es wird dann die Frage untersucht, welche Voraussetzungen gegeben sein müßten, wenn das Reich den Artikel 48 Abs. 1 der Reichsverfassung anwendet, d. h. die Reichse-xeku - t i o n gegen ein Land durchführen wolle. Prof. Anschütz, Heidelberg, sagt dazu u. a.: Voraussetzung einer Reichsexekution sei, daß das betreffende Land seine Pflicht gegenüber dem Reiche bzw. den Reichsgesehen verletzt habe. Die bloße Tatsache der Heterogenität der inneren Politik eines Landes zu der des Reiches könne niemals den Tatbestand der Pflichtverletzung erfüllen. wir sind nun einmal Lundes st aal und haben damit das S e l b st b e st i m m u n g s - recht der Länder. Das ist von der Reichs- Verfassung stillschweigend gewollt, wenn ich auch mit Professor Bilfinger einig bin, daß der £än- dcrparlamentarismus häufig zu Mißbräuchen geführt hat, so will doch die Reichsverfassung nicht nur den Bundesstaat, sondern die parlamentarische Demokratie. Damit muß sie auch gewisse Schattenseiten dieser Institution wollen, wenn die Schattenseiten aktuell werden, darf man nicht sagen, daß das eine Widersetzlichkeit sei, die die Reichs- exekution erfordere. Der Staatsgerichtshof kann und darf der Frage, ob im vorliegenden Falle das Land Preußen sich einer Verletzung der ihm nach derReichs- verfafsung obliegenden Pflichten habe zu Schulden kommen lassen, nicht ausweichen. Eine etwaige unaleiche Behandlung von RSDAP. un) KPD. könne n.cht als Pflichtverletzung angesehen werden, denn es handele sich dabei um d c Aue Übung der Polizeigewalt. Diese aber sei g)üche des Landes, nicht des Reiches. Ein ucht genügender Gebrauch von Landesrechten könne ic ne Verletzung von Pflichten gegenüber dem Re.ch darstellen. Aus dem CB:'"en der Reichsexekution ergibt >'.ch die Volwendigleit, daß in irgendeiner Form unter Belas ung einer, wenn auch noch so kurzen E r t l ä r u n g s f r i st , dem betreffenden Lande die Mitteilung gemacht wird, daß die R^.chsregierung gegen die Landesregierung e i n- > ch r e i t e n w o l l e und daß das Land Gelegcn- h:iz erhalte, zu erklären, ob die behaupteten Verfehlungen richtig seien. Die Exekution sei eine Zwangsvoll st reckung und Zwangsvollstreckungen erforderten den vollstreckbaren Titel. Der könne aber nur darin liegen, daß irgendwie festgestellt wird: Hier liegt eine Pflichtverletzung vor und das betreffende Land weigert sich, den Zuständen abzuhelfen. 3n der Tat'ache, daß gegen Preußen ohne vorherige Mitteilung vorgegangen sei, liege ein so erheblicher Verfahrensmangel, daß daraus der Gerichtshof zur Zurückweisung der Verordnung kommen mühte. Der bayerische Vertreter, Staatsrat D. Jan. bezeichnet es vom bundesstaatlichen Gesichtspunkt aus betrachtet als notwendig, daß vor einer Exekution sogar der Staatsgerichtshof angerufen werden mü'se. — Am Mittwoch werden die Vertreter des Reiches das Wort zu diesen Fragen nehmen. Warum die Sportpalast-Kundgebung der ASDAP verboten wurde. 3n einem Schreiben des Polizeipräsidenten an den Gauvvrstand der RSDAP., in dem das Verbot der nationalsozialistischen Kundgebung im Sportpalast begründet wird, heißt es u. a.: Don nationalsozialistischer Seite sind in der letzten Zeit seit Deginn des Wahlkampfes zum Reichstag am 6. Rovembcr zahlreiche Versammlungen politisch A n d e rs d e n ke n d e r mit dem Ziel der Sprengung gestört wor- Eine schwere Entgleisung. Berlin, 11. DFL (DDZ.) Der Auswärtige Ausschuß des Reichstags trat am Dienstag unter dem Vorsitz des 21bg. Dr. Frick (Rats.) zusammen, um über Lausanne, Abrüstung und Dölkerbundstagung zu beraten. Von der Regierung war kein Vertreter erschienen. Auch die Deutfchnationalen nahmen an der Sitzung nicht teil. Für das Zentrum war nur der Abg. Bell als Beobachter erschienen. Verschiedene Fraktionen vertraten den Standpunkt, daß eine sachliche Aussprache ohne Anwesenheit der Reichsregierung nicht dem Sinn und Zweck des Auswärtigen Ausschusses entsprechen würde. Zum Schluß der Deratung wurde ein Antrag Dr. Frick (RS.), Dr. Dell (Z.) und Graf Q u a d t (DVp.) angenommen, in dem es heißt: „Die Reichsregierung hat sich durch ihre erneute grundlose Weigerung, vor dem Auswärtigen Ausschuß zu erscheinen, eines wiederholten Verfafsungsbru ch'e s lchuldig gemacht. Dem neuen Reichstag bleibt es Vorbehalten, daraus die verfassungsmäßigen Folgerungen zu ziehen. Man kann es bis zu einem gewissen Grade verstehen, wenn sich ein Parlament gegen eine Regierung zur Wehr setzt, von der es sich mit brutaler Handbewegung beiseite geschoben fühlt. Aber für einen solchen Kampf muß es G re n z e n geben. Die sind da gezogen, wo die Interessen des Reiches gegenüber dem Ausland berührt werden. Man mag einzelne Handlungen der Reichsregierung als verfassungsrechtlich schlecht begründet ansehen, man mag über diese Dinge öffentlich streiten, aber das Eine darf in diesem Streit nicht übersehen werden, daß diese Regierung zur Zeit nach außen hin als der einzig mögliche Repräsentant im Ringen um Lebensfvrderun- gen der Ration erscheint. Das hat der Auswärtige Ausschuß des Reichs- den. Die Häufigkeit der Fälle und die Gleichmäßigkeit bei der Art des Vorgehens der Störer gestattet mit Sicherheit den Schluß, daß die Dersammlungsstörungen planmäßig vorbereitet 4i n b auf Weisung leitender Stellen der RSDAP. durchgeführt worden sind. Dieses den friedlichen Verlauf des Wahlkampfes in erheblicher Weise gefährdende Verhalten von Anhängern der RSDAP. hat in den ordnungsliebenden Kreisen der Bevölkerung eine tiefgehende Erregung ausgelöst. Da nach den gemachten Erfahrungen ein Teil der Anhänger o?r Partei ein äußerst undiszipliniertes Verhalten an den Tag gelegt hat, muh damit gerechnet werden, daß von einem Teil der Parteimitglieder schon beispielsweise einzelne Zwischenrufe Andersdenkender mit Gewalttätigkeiten beantwortet werden, durch die die öffentliche Sicherheit und Ordnung auf das ernsthaftestegefährdet werden. Das vorliegende Verbot der für den 12. Oktober im Sportpalast geplanten Versammlung rechtfertigt sich also auf Grund des § 14 des PVG. lPolizei- verordnungsgesetzes) in Verbindung mit Artikel 123 der Reichsverfassung. Da sich weiter aus den vorstehend dargelegten Umständen eine u n m i t - telbare Gefahr für die öffentliche Sicherheit ergibt, ist das Verbot ferner gerechtfertigt durch die Vorschriften des § 1 Abs. 2 der Verordnung des Reichsministers des Innern über Versammlungen und Llmzüge vom 28. Juli 1932. Die Weigerung der Reichsregierung, dem Auswärtigen Ausschuß Rede und Antwort zu stehen, bedeutet aber auch eine fchwereSchädigung der außenpolitischen Stellung des Reichs, da die Reichsregierung damit vor aller Oeffentlichkeit beweist, daß sie nicht den Mut findet, für ihre von schweren Mißerfolgen in Lausanne und Genf begleitete Außenpolitik einzustehen und eine Unterstützung im Volk und in der Volksvertretung zu suchen. Ihre außenpolitischen Aktionen entbehren deshalb von vornherein des nötigen Gewicht s. Das Wohl der Ration verlangt gebieterisch die alsbaldige Beendigung dieses verderblichen verfassungswidrigen Zustande s." Für diesen Antrag stimmten außer den Antrag st ellern auch die Sozialdemokraten, die dazu erklärten, es sei eine eigenartige Feier des Harzburger Tages, daß die Sozialdemo- traten in die Lage versetzt würden, einem von den Nationalsozialisten gegen eine sogenannte nationale Regierung eingebrachten Antrag zuzustimmen. — Die Kommunisten erklärten, daß sie sich der Stimme enthalten. tags Übersehen, als er sich am Dienstag im Zorn zu einer Entschließung verleiten liefe, die das Ansehen der Reichsregierung als Kämpfer an der Außensront und als Unterhändler gegenüber den Weltmächten aufs schwer st e z u schädigen geeignet ist. Was soll man in Paris und London davon denken, wenn ein Parlamentsausschuß, der im Hinblick auf die Außenpolitik zur Zeit die Rechte der Volksvertretung wahrzunehmen hat, der Reichsregierung den Satz ins Stammbuch schreibt: „Die außenpolitische Aktion der Reichsregierung entbehrt deshalb von vornherein des nötigen Gewicht s." Die gefährlichen Wirkungen dieses Satzes können nur zum Teil gemildert werden durch eine andere Feststellung der gleichen Entschließung, die von schweren I Mitzerfo lgen in Lausanne und Genf spricht. Ueber die letztere Feststellung darf die Regierung nicht böse sein. Ein Stresemann hat es immer als eine taktische Unterstützung empfunden, wenn die Ergebnis seines Handelns in der Heimat öffentlich herabgemindert wurden, und er konnte dann die Stimmung in der Oeffentlichkeit Deutschlands crä um sv wirkungsvolleres Argument in späteren Verhandlungen einsetzen. Aber das alles kann die Tatsache nicht entschuldigen. daß ein zur Verantwortung verpflichtetes politisches Gremium die Autorität der Reichsregierung in den zwischenstaatlichen Verhandlungen in so unglaublicherWeise untergräbt, daß es ihr im Grunde d ie Legitimation zu Verhandlungen im Damen des deutschen Volles a b s p r i ch t. Herr H e r r i o t wird sich ins Fäustchen lachen. Man konnte sich beinahe nicht wundern, wenn er jetzt in London diesen Anlaß ausnühte, um die von ifem gewün ch e Vertagung der neuen Aörüstungs- besprechungen herbeizuführen. Cs klingt einem falt schon im Ohr: . Warten wir besser, lieber Kollege Macdonald. bis die Wahlen in Deutsch- fanb die Lage geklärt haben. Sie sehen ja. die deutschen Parteien bestreiten doch dieser Regierung das Recht zu Der- Handlungen!" Es ist klar, daß die Reichs- regterung mit sofortigen entschiedenen Maß- nahiyen dieser Entgleisung einer parlamentari- fefeen Körperschaft entgegentreten muß. Wenn das zu einer neuerlichen '.merwünschten Verschärfung des verfassungsrechtlichen Konfliktes fuhrt, so hat man wieder den Eindruck, daß die Uviache in einer fortgesetzten Tragödie der M i feuer stän d n if s e liegt. Nach den vorausgegange- nen Mitteilungen mußte die Reichsregierung annehmen, daß der Sitzung des Auswärtigen Ausschusses keine besondere Bedeutung beizumessen fei, weil große bürgerliche Parteien, außer den Deutschnationalen auch Zentrum und Bayrische Volks Partei, die Sache nicht emft nehmen und s i ch nicht beteiligen würden. Wenn Herr von Neurath gewußt hätte, daß das Zentrum und die Bayern mitmachen und sein Nichterscheinen als Provokation empfinden würden, wenn er ferner die bedauerlichen Folgen einer solchen Provokation irgendwie hätte ooraussehen können, fo wäre fein Erscheinen ganz unabhängig von dem Streit zwischen der Regierung und Parlament und auch ganz unabhängig von einem möglichen Prestigeverlust der Regierung im innerpolitischen Kamps eine unbedingte nationale Pflicht gewesen. Mißverständnisse haben zu einer überstürzten Reichstagsauflösung geführt. Mißverständnisse haben .offenbar auch diese Verschärfung des Konfliktes mit feinen gefährlichen Wirkungen auf die Außenpolitik zur Folge gehadl. Wenn sie sich heute den Schaden besehen, fo werden wohl alle Beteiligten entsetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. 2£ber was nützt das alles, nachdem das Kind in den Brunnen gefallen ist? Dänemark vor einem neuen Kurs in der Handelspolitik? Kopenhagen, 11.Oft (TA.) Mit ziemlicker Bestimmtheit verlautet, dafe die Valuta-Gesetze, die der Handelsminister am heutigen Dixnstag dem Folketing vorlegen wird, auf eine Aufeenhandelsdiktatur für den Zeitraum von I1/2 Jahren hinauslaufen. Der Handelsminister soll die völlige Herrschaft über die Wareneinfuhr bis zum März 1934 erhalten. Die Valuta-Zentrale soll ' abge- schafft und durch ein dreiköpfiges Direktorium erseht werden. Don einer Freiliste soll in den neuen Gesehen keine Rede mehr sein. Dagegen sollen neue Zolle eingeführt werden und zwar höchstwahrscheinlich G e w i ch t s z ö l l e, anstatt Wertzölle, für Kunstseide, Lederwaren. Schuhwaren usw. Weiter soll in den Gesehen bestimmt werden, daß die Inlandpreise nur erhöht werden dürfen, wenn die Erze uaungsunko st en steigen. DieseGesetzes- vorschläge würden voraussichtlich noch im Laufe des Winters Folketing-Reuwahlen zur Folge haben, da sich gegen sie schon jetzt sehr starke Opposition geltend macht. Scharfe Angriffe im Auswärtigen Ausschuß. NSDAP., Zentrum und Sozialdemokraten werfen der Reichsregierung wiederholten DerfaffungSbruch und Schädigung der Außenpolitik vor. Wo bleibt die Wahrung der nationalenlntereffen ? Schüler-Romantik. Bon Siegfried von Vegesack. Die Knaben von heute sind vernünftig. Sie spielen .sllßbail oder sie sammeln Postmarken. Beides nütz- üehe Dinge. Ich tat nichts dergleichen. Dafür las ich den „Guten Kameraden", und in der entsprechenden Backfisch-Zeitschrift von meiner Schwester, „Das Kränzchen", fand ich Adressen junger Mädchen, die mit anderen „Kränzchen-Schwestern" korrespondieren wollten. Dort juchte ich mir einen möglichst geheimnisvollen, fremdländischen ^Mädchennamen in einer möglichst abenteuerlichen Stadt aus — ich entschied mich für eine junge Ungarin aus Budapest — und schrieb ihr, natürlich als „Kränzchen-Schwester", einen langen Pricf. 3d) war damals 14 Jahre alt, meine Ungarin 13. Wir wechselten zärtliche Freundinnenbriefe, — ihre waren sogar etwas parfümiert, — es war eine schöne Zcll. Das Schönste dabei war, daß die Briefe immer heimlich vorn Briefträger abgefangen werden muß- ten, damit niemand die verräterische Adresse: An „Fräulein ..." zu lesen bekam. Aber da trat das Verhängnis ein. Wir zogen für die Sommerferien aufs Land, ich kam erst später nach, weil ich noch bei Verwandten zum Besuch war. Und wie ich nun auf Umwegen zu Hause anlangte, tritt mir meine Mutter — nie werde ich den Augen- blick vergessen — fassungslos mit einem Brief entgegen: Ob er für mich fei, was das „Fräulein" auf her Adresse, die fremde Postmarke und der Buda pester Poststempel bedeute? Da half mir nichts, ich mußte gestehen und den Brief offnen. Und zum Unglück enthielt gerade dieser Bries eine Photographie, auf der hinten geschrieben stand: „T a u s e n d K ü s s c o o n D e i n e r A n n n". Nun mußte ich, wie schnlerzlich es auch war, im nächsten Bries meine Schandtat gestehen und mich als „Kränzchen-Bruder" demaskieren, — von meiner schönen und wohl sehr entrüsteten Ungarin wurde ich daraus keiner Antwort gewürdigt. Die zärtlichen parfümierten Briefe hob ich sorgfältig auf, schnup- perte zuweilen daran, — aber das ungarische Aben- teuer war damit zu Ende. Bis ich jetzt, nach vielen Jahren, wieder nach Riga kam und dort einen Vortrag hielt. Am nächsten Tag bekam ich einen sehr netten^Brief von einer fremden Dame, die mich an diesen Knabenstreich erinnerte, — sie. sei jene Ungarin aus Budapest, durch ein merk- würdiges Geschick nach Riga gelangt, hätte meinen Vortrag besucht, mein Verbrechen sei verjährt, — und so möchte ich sie und ihren Gatten besuchen ... Da träumt man als Knabe von Abenteuern, wechselt mit einem wildfremden Mädchen in einem wildfremden Lande zärtliche Briefe, wird von der Düna zur Donau, und umgekehrt von der Donau zur Düna verschlagen, — und da eines Tages trifft man sich doch! ,3ch weiß, daß alles ist Schüler-Romantik von früher und pafet nicht mehr in unsere ernsthafte Zeit. Denn ihr Knaben von heute seid natürlich viel vernünftiger und wendet nie solche verrückten Briefe schreiben, wie ich es tat. Dafür sammelt ihr Post- marken oder spielt Fußball. Sicher ein edler Sport. Son dem ich leider — ich muß es errötend gestehen — nichts begreife. Die Dame und der Tobak. Amüsante Debatte in der englischen Oeffentlichkeit. Daß Damen Zigaretten rauchen, ist ein so gewohntes Schauspiel, daß wir es nicht mehr be- .Aber als vor kurzem zwei hübsche junge Mädchen mit kurzen Pfeifen in der San^ denen sie blaue Wolken entlockten, durch die Oxford-Street in London gingen, rief das Ansammlung von Reugierigen hervor, die die Pfeife rauchenden Frauen wie eine Sehenswürdigkeit anstarrten. Aeußerungen wie: Das ist doch zu stark", wurden laut. Die Schutzleute suchten die Menschenmenge zu zerstreuen hatten aber keinen Anlaß, gegen die rauchenden Damen einzuschreiten, da sie nichts taten was gegen die Gesetze verstoßt. 3m Anschluß daran entwickelte sich eine lebhafte Erb rterung in den Spalten der Zeitungen. Die „Times" erhielt eine Fülle entrüsteter Briefe, in denen über den „Rieder- gang echt weiblichen Empfindens" geklagt wurde, worauf wieder in anderen Briefen für die Damen Partei genommen wurde. Ob schließlich der Tabak in der Form von Zigaretten oder mit Hilst: einer Pfeife geraucht wird, sei ja kein so großer Unterschied. Kenner der Geschichte wiesen darauf hin. daß diese Frage schon vor 200 Jahren die Oeffentlichkeit beschäftigt hat. Es scheint, als ob die Engländerin eine besondere Vorliebe für das Rauchen hat, denn schon in jenen Tagen, da der Tabak seinen ersten Siegeszug durch Europa antrat, war sie es, die das Recht der Frau auf „e i n P f e i f f g e n T o b a k" forderte. So berichtet ein 1712 in Hamburg erschienenes Duch von Derkenmeher. dafe man „an dem englischen Frauenzimmer" zwei Fehler tadle, nämlich: „Dafe sie mit Mannspersonen, die sie fast nicht einmal kenne, spazieren fahre und Weinhäuser besuche und daß sie Tobak schmauche." In dem kurz danach erschienenen „Frauenzimmer-Lexikon" des Amarantes wird vom Tabakrauchen gesagt: „Ist zwar insgemein nur ein männlicher Zeitvertreib, doch aber auch dem Frauenzimmer in England und Holland, auch in Frankreich sehr gebräuchlich, da sie nämlich den Tobak aus den dazu gemachten und gebrannten Pfeifen durch vorher geschehene Anbrennung dieses dürren Krautes- schmauchen und trinken." In Deutschland trat zuerst im Jahre 1715 eine emanzipierte Same, die sich unter dem Rainen „Madame Leucorandtz" verbarg, für das Rauchen der Frauen in Gesellschaft ein, und zwar in einer Schrift, die den anmutigen Titel führt: „Gründlicher Beweis, daß ein honnetes Frauenzimmer ohne einige Verletzung ihres Renommees bisweilen bei den Kaffee-Schmäusgen erfcheinen könne, ja sie möge und solle auch eine Pfeife Tabak schmauchen, worinnen auch zugleich dar- getan, warum die Weiber obenan gehen und die Männer Bärte tragen, alles aufs kürzeste und anmutigste bewiesen und mit unumstößlichste behauptet." leit nützlich 2lls ein Vorkämpfer des Pfeifchens der Damen trat auch ein Mann hervor, der holländische Arzt Dr. D e i n t e m a, der 1743 eine „vernünftige Untersuchung" über die Frage erscheinen ließ, ob „galanten und anderen Frauenzimmern nicht ebenso als den Mannespersonen Tabak zu rauchen erlaubt und ihrer Gesundh" sei-" Der Doktor fand, „daß der Tabak unschätzbar fei, dahero er diejenigen, welche noch ohne denselben ein elendes Leben führen müßten, zu beklagen habe. Zum Voraus w ll ich nur soviel erinnern, daß es e n recht löbliches Unterfangen fei, wenn sich das Frauenzimmer das Herz nimmt, ein Pfeifchen Tobak zu rauchen. Es hat Geschlecht mit dem Mannsvolk gleiches Recht." Dauchen unter dem schöneren Geschlecht viele Anhängerinnen fand, geht aus manchen Klagen der Sittenprediger hervor. So nLcln^m Abraham a Santa Clara, daß i^oen Weibern das Tobak-Rauchen so schon an- ftefeet als wie dem Bären das Schwebel-Pfeifen." In England wollen fich jedenfalls die Damen die Pfeife nicht mehr nehmen lassen. Es hat sich Klub der Pfeifenraucherinnen gebildet, an Mfen Spitze die begabte Schriftstellerin Daphne d u M a u r i e r, die Enkelin des berühmten Zeich- ners und Dichters George du Maurier steht. Diese reizende junge Dame erscheint in der Oeffentlichkeit nur mit ihrer kurzen Pfeife, die sie anmutig zu handhaben weife, und sie findet einen immer größeren Kreis von Anhängerinnen, die auf diese Weise ihre völlige Gleichberechtigung mit dem andern Geschlecht beweisen wollen. Flüsteckneipe und Tanzschule. Der Seemann hat es nicht gut in Neuyork. Zwar Landsleute findet er genug, und jedes Volk hat in Manhattan fein Viertel. Die deutschen Seeleute fahren die 3. Avenue hinauf bis zur 86. Straße, da ist das deutsche Dergnügungsviertel. ein winziges St. Pauli aber auch das „Deutsche Theater" und — die „Speakeasies“. Die gibt es auch in den Italiener, vierteln, bei den Negern, bei den Schottländern (ob- gleich die wirklich so geizig sind wie in den Witzen). Speakeasy, d. h. Sprich leise! Und es wird auch leise gesprochen in diesen kleinen Lokalen. Man geht eine Treppe hinauf, klopft an, ein Guckloch öffnet sich, man sieht ein Auge, das sich selten irrt, denn kaum je wird jemand Unrechtes in ein Speakeasy gelassen. Man bekommt hier Alkohol, soviel man will, bösen Alkohol, guten Alkohol, am häufigsten den in tonzen- trierter Form (weil der am leichtesten zu schmuggeln ist). Am schwierigsten zu schmuggeln, und deshalb am teuersten, ist übrigens — deutsches Bier. Neuyork ist ein trauriges Pflaster für Seeleute, die Tour dahin ist unbeliebt. Denn es gibt hier wenig freund, willige Mädchen, und mancher Matrose und Heizer muß, um überhaupt mal wieder ein bißchen was Blondes und Nettes im Arme zu haben in die „Tanzschulen" gehen. Heinz L i e p m a n n' schildert sie im Oktoberheft von Delhagen & Klasings Monatsheften: Zehn Cents kostet ein Tanz. 2". der Mitte steht die Misses, unendlich dick und breit: sie klatscht in die Hände, und ein kleiner dünner Herr beginnt sofort ein Orchester, das außer ihm noch einen Klavierspieler und einen Saxophonisten enthüll — er selbst spielt Geige — zu dirigieren. Die jungen Mädchen^ zwischen dreißig und fünfzig, alle mit sehr kurzen weißen Kleidchen und blauen Schleifen im Haar, knicksen vor den Seeleuten. Ein schauerliches Bild^ und ej entbehrt nicht jener wilden Komik, die ans Tragische grenzt. Nach Wochen und Monaten und Jahren Dumpfheit und Arbeit und ewig nichts als Meer — ein wenig Duft, weiße Händchen, weiche Stimmen, ein kleines hohes Lachen, eine Erinnerung — so tappen denn die harten, festen Kerle in ihren schweren Stiefeln, breitbeinig noch von der See, mit diesen alten, müden Mädchen herum, die frisch und strahlend lächeln müssen: zehn Cents pro Tanz, zweiundvierzig Pfennig. Aus der Provinzialhauptstadl G ießen, den 12. Oktober 1932. C. W. K.-Berichterftatter. Unb u"te6r0Ud)en. ®int me'nge ,:Di SibiÄ.Ä ( A n "V »-«ubtlem der Grenzen den Mensch, sicht man täglich ungeduldig auf dem Et,-nbahn' äs™« fl e n. Endlich geht die Gemenge: Ein Probe- zehn- und Zwanzigfachen Preisen wieder verkaufen. Einer der gestrandeten Europarersenden hat eine' nach der Wissenschaft, Kunst, Sittlichkeit usw. den durch Rassenkunde und Vererbungslehre bestimmen Lebensbegriff des Volkes zu bekräftigen haben. Vei aller Anerkennung der Notwendigkeit, stets und besonders heute die politischen Werte zu Prinzipien der Erziehung und Bildung zu machen, erscheint es bedenklich, alle Kulturwerte ausschließlich in den Dienst dieser politischen Aufgabe zu stellen und die gewiß wertvolle Einzelwissenschaft der Biologie zur Grundlage einer Weltanschauung zu machen. Wenn man den Staat zum Beherrscher aller Kulturgüter, ________, ____ chuß man ganze Strecken und wesentliche schreiende Menschen, Perfonlichkeiten des deutschen Geisteslebens zu die- "" nender Stellung hi n ab drücken. In dieser Lage, umstritten von einer ab klingenden und zwei mächtig anschwellenden schulpolitischen Tendenzen, tut öec höheren Schule die Besinnung auf ihre wahre Aufgabe n- „ ---, .... - uu| uns ifriü'u. sind Europareisende, die schon 24 Tage warten an diesem weltabgelegenen Orte, wo Fuchs und r1 $ su.te Nacht sagen. Endlich geht die erlösende Nachricht durch das Gemenge: Ein Probe- Zug geht morgen um 9 Uhr ab. Am' nächsten Morgen stehen die Leute schon in zwei langen Reihen vor dem Schalter. Hunderte bleiben zurück. Wer eine Fahrkarte glücklich erlangt hat. kann sie zu Dw 4 6. Hauptversammlung des Hef- InMrJ5*, ' lologenvereins fand bei zaylreicher Beteiligung am Freitag und Sams- tag m Singen statt. 3n der HaupiversammLung öes Hessischen Vhsio'ogenvereins Haltung in vollem Umfange als richtig bestätigt. Jn diesem Sinne ist es als ein Glück zu bezeich- daß die hessische Reform Entwurf geblieben ist. dessen Abschluß kaum mehr möglich erscheint weil die Reform eine heute schon historisch gewordene Episode darstellt.. in ihrer Widerstandskraft geschwächt, ist die höhere Bildung dem mächtigen Ansturm der drit- J chul pol- tij ch e n Tendenz ausgesetzt. Die Politisierung schreitet weiter und ergreift die Wissenschaft und alle Wertgebiete, die für die höhere Schule von Bedeutung sind. Wir stehen im Zeichen politischen Bildungslehre, ör ( 1- ■ < ■ --- ' — in jc-uciii Augenblick die Sorge um unser Volk und um unser Vaterland. ...» Stug &em Stadttheaterbüro wird Vorstellung im Mittwoch- Abonnement findet heute 20 Uhr die erste Wie- ™?0AUJ}9 ?e8rmit starkem Beifall aufgenomme- £"Der 18. Oktober" von Walter Erich Schäfer unter der Spielleitung von Ober- Pielleiter Peter Fassot statt. Die Intendanz macht nochmals auf den unbedingt pünktlichen -Beginn der Vorstellung aufmerksam, da während Fernand Einlaß finden kann. Ende 22 Uhr Gewöhnliche Preise. — Die erste Schulervorstellung dieser Spielzeit findet am Samstag, 15. Oktober, statt mit einer Auffüh. nmg des „Egmont" unter der Spielleitung des Intendanten und der musikalischen Leitung des Universitätsmusikdirektors Dr Temes- varh. Schülerpreise. - Der Zyklus hessischer Dramatiker wird mit einer Aufführung von Ernst Elias Riebergalls berühmter hessischer Lokal- posse „Der Datterich" am Sonntag, 16. Oktober eröffnet. Spielleitung hat Heinrich Hub, der »Datterich nicht durchs Abonnement geht, sondern lediglich außer Abonnement als Fremdenvorstellung zu ermäßigten Preisen stattsindet. — Erstmalig veranstaltet die Intendanz ein Racht- 5\abarett m Form eines Bunten Abends am Sonntag. ^6. Oktober, 22 Uhr. Unter der künst- ^ruchen Leitung von Heinrich Hub, der auch die Ansage übernimmt, und Karl Dolck wird ein abwechslungsreiches Bunt-Programm zum Vortrag gelungen und allen Freunden guter, künstlerisch gediegener Kleinkunst einen stimmungsvollen, unterhaltenden Abend bereiten Außer der Aufführung der ulkigen Tragikomödie Die Beantwortung der Frage, wie es ge- kommen ist, daß die höhere Schule in vielen S-allen öem Einbruch jener Kräfte und Tendenzen des öffentlichen Lebens in ihrem Bezirk keinen stärkeren Damm entgegensetzte, führt zu einem Kerngedanken der zweiten schulpolitischen Tendenz, der absterbenden Schulreform. Es ist der Gedanke der „Lebensnähe", der dem Sinn wertvoller Bildung widerspricht, wenn unter Lebensnahe die kritiklose Einbeziehung aller Erscheinungen des Lebensader gesunden sowohl als der kranken, in den Erz.ehungsprozeß verstanden wird. Die Reform an den ihr zutommenden s.9eru^^’ Hre Verdienste, ebenso aber ihre Schaden erkannt zu haben, gibt dem Erlaß des Re.chslnnenministers an die Länder feine Be- t Wenn dieser Erlaß betont, daß die sachlichen Anforderungen in allen Schularten wieder gesteigert werden müssen und daß Weich- lichkeck und zu weit getriebene Rücksicht auf jede tiLs lr rC Neigung des Schülers unangebracht lick?' © vr9* m liefen Feststellungen eine nütz- in d-tan Irrwegen der Schulreform vor. Es ist damit an die Stelle der Orientierung der ^aoagogik vom Kinde aus wieder die Regelung d°n sachlichen 2Inforberungen öer Dildungsguter getreten. Der Leerlauf der ^ß/e weiter deshalb so bald offenkundig toetI- sä ls gewissem Sinne berechtigte Ablehnung ledcs dogmatischen Verhaltens des Lehrers und die Freigabe der Entscheidungen an den Zögling wenn sie auf alle Wertgebiete ausgedehnt wird, du einer Entpersönlichung, zum Siftorigmug unö Eklektizismus führte, der dem tieisten Verlangen des Jugendlichen, entweder toi5?tÄtDber m ®eborfam Stellung zu nehmen. So flehen wir heute vor der Tatsache des Zusammenbruchs der Schulreform, der wohl vielen überzeugten Anhängern der Reform, aber nicht dem kritischen Beobachter überraschend kam. Der Hessische Philologenverein hat seit Jahren iIE>er Gelegenheit auf die Gefahren des icywachen ideologischen Unterbaues der Schulreform aufmerksam gemacht. Die Zeit hat diese „Die Hasenpfote von Hans Vrennert werden vor allem die neu verpflichteten Mitglieder un- lerer Buhne Gelegenheit haben, sich dem Publikum vorzustellen. Aus dem Programm seien Dac- vietungen der Operettenneuheiten und Tänze aUsnU$Don Ballettmeister Ewald Bäulke Svau verraten. Unter der Leitung von Kapellmeister Walter Moe hl wird der musi- cilcm besonderen Jazz-Band- Ea Ä?tCrr bestritten. Die abwechslungsreiche Dor- tragssolge wird bei ganz kleinen Preisen von 22 bis 24 Uhr sich abwickeln. öffentlichen §estversammlung entbot Staatspräsident und Kultusminister Dr. iöel.uM _ö«m Verein die Grüße dec Hessi- schen Kultusverwaltung, die größten Wert auf vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Philo- IügenDerein lege und sich feinen Arbeiten und eng verbunden fühle. Die Grüße <)efflfc6cn Landtags überbrachte Landtaas- prasident Professor Dr. Werner: im (Kamen Der Stadt Bingen begrüßte Bürgermeister Dr. G>eglitz die hessischen Philologen. Weiter £auen e ne große Anzahl von Behörden und Organisationen Vertreter zur Tagung entsandt. um Mcktelpunkt der Tagung stand dec Fest- vor,rag, in dein der erste Vorsitzende des Vereins, Etudimrat M o n j 6, Darmstadt, über „Schulpolilische Tendenzen der Gegenwart und die Aufgaben der höheren Schule" sprach. lirfUSrix Tendenz, die heute den Be- s»? m X • 3U beeinflussen trachtet, ist die der p o [ 1111 i e r u n g. Sie möchte die deutsche Schule, in besonderem Maße die höhere Schule, als eine der öffentlichen Erziehungsstätten der Jugend m den politischen Kampf der Gegenwart £n-VCn einbeziehen. In einem öiÄfier m Deutschland unbekannien Umfang haben bol't>fche Parteien die Erziehung und auch Bit- "PS ber Jugend in die Hand und damit dec Schule einen Te l ihrer Aufgaben fast gänzlich aus dec Hand genommen. Als bedrohliche Folge ist eine weitgehende Entfremdung der I u g e n d vom Staate und von der Schule festzuftellen. Auf der Station Ch.... Tausende und Zehntaufende von Menschen haben sich angesammelt und warten mit Sehnsucht, bis sie Weiterreisen können. Sin wahres Menschenpanorama: Japaner, Chinesen Koreaner, Mongolen, Kirghvsen, Solos, Russen, Amerikaner, Engländer: beinahe alle Länder haben ihre Leute hier. Die Verbindung mit ,blfn der Mandschurei ist schon wochenlang unterhrnrhpn (Ftno srn<>n nn < hüS?erür 5f.aLmjen' ^af ihn aber, da dieser sich 21 Sabre Ser Angeklagte ist hrr. ,.7re vlt und offenbar, wie auch fein unae- aenh .Sed>°[ten DDr Gericht belwes, von Ju- W ahul e'n r^iaier SRenH Reue kennt er nicht, alledem ?°^rafen nicht aufzuweisen. Nach fertigt Öte ausgesprochene Strafe gerecht- Vornotizen. Nachdruck, auch mit Ouellenangabe, verboten. Die Ueberschwemmung in der Mandschurei 'm großen und ganzen vorüber, und schon beginnt dec Frost, der die kriegerischen Auseinandersetzungen begünstigt. Der Umsturz, das Chaos m „Mandschukou" droht das Land zu vernichten, nachdem erst vor kurzem Was- Wüten Hunger und Pest die Menschen dahlnrafften. Woche lang seine Billette verkauft und dadurch die Hotelkosten für seinen Zwangsaufent- halt unö noch ein gutes Sümmchen obendrein er- 11??' ,.n- Gine ganze Anzahl Eilender werden am «chalter abgewiesen, weil sie keinen Anticho- le r a - I m p f sch e i n besitzen. Diese werden unbarmherzig ins Jmpflager abgeführt und dort zwangswei'se mit der Jmpsnadel gestochen. Mit den Impfscheinen wird auch Handel getrieben. Der Han- delsgeist ist in Asien zuhause. Ein Chinese verkaufst einen Impfschein für 2 Dollar. Läßt sich ZUM zweitenmal impfen. Wieder handelt er. So tut er's fünf, wal und sinkt beim sechstenmal tot zusammen. Der Zug ist wie ein Heringsfaß voll- geladen mit Passagieren und Ballast, Keuchend setzt sich die Maschine in Bewegung. Ein Kind kann mit ihr Wettlaufen. An jedem Bahnhofe warten wiederum Hunderte, die mitwollen. Nach zweistündiger Fahrt hält der Zug unweit dec Station Sh.... „Alles aussteigen", schreit der russische Schaffner. Hier hat das Wasser denBahndamm durchbrochen und sich meilenweit ein Flußbett gemacht. Im Kahn geht die Fahrt weiter. Stunden, lang dauert die Ueberfahrt. Es ist Nacht, bis sich die Zerstreuten wieder gesammelt und in dem bereit- stehenden Zuge ihren Platz gefunden haben. Es ist 10 Uhr. Der Zug ist glücklich in H.... ge- landet. Weiter geht's nicht mehr, denn nach Norden und Osten zu ist alles ein See. Uns, die wirs H a r b i n, ün Herbst 1932. steht die Nordmandschurei unter Wasser- Die Flut kam über Nacht. In wenigen stunden war alles - soweit das Auge reicht, mit Wasser bedeckt. Zuerst war noch jedermann wohlgemut. Man konnte noch in Droschken. Autos und Ricksha-ws trocken durchkommen. Die meisten o?ktCterLburd>5 Wasser. Den Humor verlor niemand. Aber schon am nächsten Morgen stand das Wasser fußhoch. Die ersten Boote zeigten sich. Ich machte melne^optlschen Messungen an einer Bank vor mei- nem rlenster, auf der Blumentöpfe standen. Die I Topse standen bereits im Wasser. Das Wasser stieg hoher und hoher. Jetzt galt's, sichinSicherheit zu bringen. Der Auszug begann. In die oberen otoefmerfe, in hoher gelegene Stadtteile, auf Hügel und Berge. läge und Nächte wälzte sich durch die Straßen ein Zug von Wagen, Autos, Starren und Rick,Haws, oollbepackt mit Betten, Kisten. Kasten. Dazwischen und nebenher bewegte sich e i n Strom von fluchtenden Menschen, Männern, grauen Kindern, alle beladen mit ihren Habselig- feiten. Dazu das liebe Vieh: Kühe, Schafe, Schweine, Pferde, Hunde, alles lief bunt durcheinander. Weinende Kinder, bellende Hunde, blökende Schafe fchrs'.sndo Menschen, tutende Autos, alles wild durcheinander. Eine Panik und ein Bild, als ob der jungfte Tag anbrechen wollte. Unter solchen Umständen ist eine Reife im Kahn, Hunderte von Meilen weit durch Städte und Dörfer, auf der großen Landstraße und durch die kleinsten Gäßchen, über Eisenbahnbrücken und 5öaMamme, über Wiesest und Felder, über ganze im Wasser versunkene Dörfer hinüber ein schreckliches Erlebnis. schwemmten Gebiete zu machen, steht ein Motor- boot jur Verfügung, das uns zunächst an der be- tannten Sungaribrücke entlang die reißenden Flu- ten des Rlesenstroms hindurchführt. Wir fahren über die Dächer von Hunderten von Sommerhäusern, wo die Stadtbevölkerung von S). ihren «ommer verlebt. Ein großer Teil oiefer Sommerwohnungen ist von den Wogen weg- gerlffen und den Sungari hinunter in den Amur 9Wrsen- Jetzt biegt unser Boot in die durchbrochene Bahndammstelle ein Am Ufer ist die ganze Fluß- stvlstlle: Dampfer, Dschunken und Boote jeqlichen Äahbers unb jeglicher Gattung. Alles wimmelt von Obdachlosen, die hier sich auf den Booten wie Heuschrecken niedergelassen haben. Not kennt kein Gebot. Wo die Flüchtlinge sich niederließen in Gärten, Laden, Wohnhäusern, niemand durfte es ihnen Motorboot fährt durch die Straßen der «tadt tfudjiahen. Das Wasser ist mehrere Me- cS 5ie* £nb 2’hc9^ bie beichname zu Hunderten auf dem Wasser. Viele Straßen sind barrifaöiert öurcü tue emgcfallenen Häuser. Das einst so be- riihmte chinesische Hotel „Neue Welt", ein chine- Ä*f-^k r ^olfenf rohr, ist zum Schutt- und Steinhaufen geworden. Das Wasser wimmelt •oon Würmern, die sich wie Blutsauger an die Beine Derer setzen, die es wagen, durchs Wasser zu gehen. .^g kann man solche Reisen fortsetzen, überall dasselbe Bild: Verheerung, Verwesung, Vernichtung, Tod und Schrecken. Auf erhöhten Gegenden geht es zu Fuß weiter, dann eine kurze strecke per Bahn oder im Auto, dann wieder ins Boot und abermals tagelanges Fahren über überschwemmte, tote Dörfer und Städte. Wagen herunter und fiel so unglücklich daß ihm die Rüder der rechten Wa- rVx U&Cr, ^ust gingen. Dadurch erlitt Iehu^r^UTT6Ü>lrt€ ?Knn fz> schwere innere Ver- duß der Tod auf öer Stelle eintrat. StUrfte hinterläßt seine Frau und ein ** S 4 n e ll ermitteltunddingfest a e - zurn^Dienqt^ Polizeibericht meldet: In'der Nacht - ^‘ern.* * * * 5 * * *nta9 wurde auf der Gießener Messe in Mon^nkaussbude eingebrochen und eine größere 150 9nnem> ^ummiwaren im Werte von a™ ?Wen- Sm Laufe des geftri- gen Nachmittags gelang es der Kriminalpolizei, die . Mer fchzunehmen und das Diebesgut restlos stcherzustellen Es handelt sich um zwei Artisten, Da^ Tzslü-- Schaubude auf der Messe tätig waren, ^b D'ebesgut sollte gestern nachmittag in Koffer v^packt und nach Frankfurt a. M. transportiert werden. -7. ** m EUe Fundfachen - Verzeichnis. • klIt mit: Das Verzeichnis über die tm Monat September gefundenen bzw. abgelieferten Gegenstände kann an der Anschlagtafel im Flur des Polizeiamts, Landgraf-Philipp-Platz 1, eingesehen werden. Die Empfangsberechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb zwei Monaten beim Fundbureau während der Dienststunden geltend zu machen. Taten für Mittwoch, 12 Oktober. 322 v. Chr.: der griechische Redner Demosthenes auf Kalauna gestorben: — 1492: Kolumbus entdeckt Enka: er landet auf Guanahani (Westindien): — 185e>: der Dirigent Arthur Nikisch in Szent-Miklos geboren; — 1896: der Komponist Anton Bruckner in 2ßien geftorben; - 1924: das Zeppelinluftschiff Amersta'^ Friedrichshafen zur ersten Fahrt nach k.k/O ^ahre 'm Dienste der Reichs- Laf Ln- Der Zugführer Anton Dietz, beim Bahnhof Gießen, wohnhaft Krofdorfer Straße 22, konnte hPr Monats auf eine 50jährige Tätigkeit bei 2 .^uruckblicken. Der Jubilar trat am x deim Bahnhof Bebra in den Dienst ber Reichsbahn, feit 1912 war er dann tm Zugbegleitungsdienst beim Bahnhof Gießen tätig Infolge berr ^"e^grenze ist er nunmehr in den Ruhestand versetzt worden. Die Reichsbahnoerwal- 9 ff?.rar(J bem verdienstvollen Beamten herzliche Glückwünsche aus und dankte ihm für seine langjährigen Dienstleistungen. 11 9 ** Äe ine ße^r gange für Rechtsstu - m nt vn b ® n Gießener G e r i ch t e n. Der Präsident des Landgerichts der Provinz Oberhessen Ü bk Lehrkurse für Rechtsstudenten am Amts- und Landgericht Gießen in diesem Herbst roegen geringer Beteiligung ausfallen. ^oerfahcen und auf der Stelle ........„..ö vtet. Em tragischer Unglücksfall ereignete auch die Titelrolle spielt. Die Intendanz macht kirnfi» §^en 15 Uhr in der Rodheimer darauf aufmerksam, daß die Aufführung des Äh.--^dschlößchen. Dort fiel dec ‘SMh.'.w <*u". y -8 .ves । 38 Jahre alte Fuhrmann Alfred Georg Schott- I bei dem Steinbruchbesitzer Valentin Hierselbst bedienstet war, von einem mit Ein rabiater Erwerbsloser vor dem Schnellrichter. Die Beamten des Wohlfahrtsamts, fres Arbeits- awts und ähnlicher Behörden haben den Erwerbslosen gegenüber oft einen schweren Stand und sind deshalb wie dies letzthin schon gelegentlich eines Einzelfalles ausgefuhrt wurde, häufiger, wie andere Beamte Beleidigungen und sonstigen Angriffen ausgesetzt; sie unterlassen jedoch in vielen Fällen Erwerbslose welche, wie verständlich, infolge 'ihrer traurigen Lage leicht erregbar sind, zur Anzeige Vu bringen, berichten vielmehr nur an ihre vorgesetzte ®Ärue'?’^er Stellung von Strafanträgen überlassend Im vorliegenden Falle handelte es 'sich um einen durch einen Erwerbslosen hervorgerufene? skandalösen Vorgang auf dem Wohlfahrtsamt d°n öie Bürgermeisterei i,n Interesse und zum Schutz des angegriffenen Beamten unter Stellung eines Straiantrags zim Kenntnis der Staatsanwaltschaft brachte. Um die Strafe, des abschreckenden Beiiviels ha ber, möglichst rasch der lat folgen 3U (aff n hl amtgefangnisstrafe von 4 Wochen' ow'e eme Haftstrafe von einer Woche. Er hatte im freiwilligen Arbeitsdienst einer Gemeinde gestand n mJrhPH m,^9enrnman9el5 UN Mitteln eingestellt werden mußte Nun verlangte der Angeklagte auf bem Wohlfahrtsamt Unterstützung, bzw Vorschuß S,e wurde zunächst abgelehnt, da erft bestimmte Re2^A?ngen zu erfüllen seien. Der diensttuende ch-e^au^lechem'Ä ^^ber eingehend; er beharrte nnh semem Anspruch und drohte, alles kurz -K dU a0en' wenn ihm nicht willfahrt werde.^ Daraufhin wurde er vor die Türe gesetzt Teil"...? UV traLn härenen Gewändern, den Kopf in weiße Tücher gehuUt; das äußere Zeichen der Buße und Trauer. Es geht ans Wasser, wo unter herzecreißen- ben Klagen unb lautem Geschrei der Gott des Himmels gebeten wird, herabzukommen. Er soll auch in ©eftalt einer Eidechse (ein glückbringendes Omen) T & roc,*le8tere d°nn in einem 1 3ur Schau getragen wurde. Jeder Chinese geht beglückt nach Hause Der Gott bes Himmels ist auf bie Erde gekommen, unb er hat ihn gefefjen 2(06 (Sorgen finb verschwunben. Die Zu- fünft ist helle: Der Asiate hat seinen Gott gesehen • ? e,n wohltuenber Schlußakkord zu den | aUf "n'-r-- W 3U « S.J.Jporf VfB. Gießen. BfB.I — $T3. ÖaUan 0:1 (0:1). Die erste Niederlage dieser Saison muhten die GrünEeihen von keinem Geringeren als dem vorjährigen Kreismeister hinnehmen. Das Spiel stand für die DsDer unter keinem günstigen Stern: Fortuna hatte sich ganz und gar dem Gegner zugewandt. Der Ausgang des Spiels ist um so dramatischer, als das einzige Tor des Tages unmittelbar nach dem Anstoß Wallaus siel. D-ie Grün-Weißen liehen sich jedoch nicht entmutigen, sondern nahmen den Kampf um den Ausgleich aus. Sie zeigten hierbei einen prächtigen Kampfeseifer und erst der Schluhpsiff setzte ihrem heroischen Bemühen ein Ende. Wallau war ein gleichwertiger Gegner. Torwart und Verteidigung spielerisch und auch taktisch hervorragend. VfB. trat die Reise an mit: Balser; Dingel, Leutheuser; Feuster, Kreh I., Haupt; Ritter, Lehrmund, Wilhelm, Fehling, Sauer. Der Ball gelangt vom Anpfiff ab zum vorzüglichen Rechtsauhen der Gastgeber, der sich in Abseitsstellung befand. Die DfBer reklamierten und griffen nicht energisch genug ein, so dah Balser schon geschlagen war, als man noch Nicht recht wuhte, was eigentlich geschah. Niemand hatte erwartet, dah dieser Treffer der einzige des Spieles bleiben würde. Wallau war nach diesem Erfolg sehr aktiv, sie legten ein ungeheures Tempo vor und vermochten so die VfDer zurückzudrängen. Diese machten sich jedoch bald frei und einige Schüsse gingen knapp daneben. 3n abwechslungsreichem Kampfe kamen abwechselnd beide Tore in Gefahr. Ein Kopfball von Wilhelm ging dem Torwart in die Hände, ebenso ging ein Bombenschuß von Kreh I. knapp daneben. 3m VfB-Tor meisterte Balser einige gefährliche Schüsse des Rechtsaußen. Die zweite Halbzeit begann in unvermindertem Tempo. Die Grün-Weihen zeigten einen bis dahin selten gesehenen Kampf- und Angriffsgeist. Es half aber alles nichts. Wallaus Verteidiger wehrten alle Angriffe aus der Torlinie, dem Torwart sekundierend, mit Geschick ab. Tragisch ein Moment, als ein Schuh aufs leere Tor der Wallauer im Schlamm fast auf der Torlinie endete. Aber auch Wallau kam oft gefährlich vor das VfD.-Tor. Einmal hielt die Torlatte einen Schuh aus dem Hinterhalt. Die letzte Viertelstunde gehörte den Grün-Weihen ganz. Das Tor der Gastgeber wurde bombardiert, aber kein Schuh brachte Erfolg. Einmal hielt der linke Verteidiger Wallaus den Ball hinter der Torlinie auf, Schiedsrichter Engelter (Marburg) gab jedoch kein Tor. Kurz darauf war Schluß. Das Treffen war ein Kampfspiel von Anfang bis Ende. Die Leistung der VfDer hätte zumindest ein Llnentschieden verdient. Das Spiel wurde durchaus fair und ruhig ausgetragen. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 AI — Biebrich AI 2:0 (1:0). Die sympathische Gastmannschaft versuchte sofort durch schnelle Flügelangriffe zu Erfolgen zu kommen, die aber von der sicheren Verteidigung gut abgewehrt wurden. 1900 hatte umgestellt, so daß es geraume Zeit dauerte, bis sich die Mannschaft fand. Es entwickelte sich nun ein flottes Feldspiel, das beide Parteien abwechselnd im Vorteil zeigte. Bei einem Gedränge vor dem Dibricher Tor verursachte ein Der- .leidiger durch Handspiel einen Elfmeter, der zum ersten Tor verwandelt wurde. 3n der zweiten Halbzeit hatte 1900 anfangs mehr vom Spiel, doch der Sturm ließ die schönsten Sachen aus. Eine feine Steilvorlaae konnte dann der Mittel- stürme r zum zweiten Tor einschieben. Nun strengten sich die Gäste mächtig an, sie gestalteten das Spiel'wieder offen und wurden sogar vor dem Tor noch recht gefährlich, ohne aber das verdiente Ehrentor erzielen zu können. 1900 All — Leihgestern AI 4:0 (2:0). Beide Mannschaften traten nicht vollzählig an, zeigten aber trotzdem ein flottes Spiel. Die Gäste gefielen besonders durch ihren unermüdlichen Eifer, der Sturm war aber zu schwach, um sich durchsetzen zu können. 1900 war im Zuspiel besser und dadurch immer leicht überlegen. Westdeutschlands Fußballelf gegen Ostholland. Für das am kommenden Sonntag in Appeldorn fällige Spiel des Westdeutschen Spiel-Verbandes gegen Ostholland ist nun unter stärkster Rücksichtnahme aus einen ungestörten Fortgang der Mcisterschastsspiele folgende westdeutsche Mannschaft ausgestellt worden: Tor: Michels (Bottrop); Bert.: Graffmann (Meiderich), Schink (Bottrop): Läufer. Flora, Euler (beide Kölner BE.), Schaar (Herten); Stürmer: Claus (Hamborn), Wiegolf (Fortuna Düsseldorf), Hutter, Stadler, Heidemann (alle Donner FD.). Oie Verdienstmedaille für eine Sportlerin. Die Ueberraschunassiegerin des Olympischen Fechtturniers, Ellen P r e i ß eine gebürtige Deutsche, wurde vom Präsidenten M i k l a s mit der Goldenen Medaille für Verdienst um die Republik Oesterreich ausgezeichnet. Handball im Gau Hessen (O. T Die Ergebnisse des Sonntags. M e i st e r k l a f f e : Dutzbach — Münchholzhausen 11:7; Friedberg — Pohl-Göns 2:1; Kirchhain — Cappel 10:0. A - Klässe: Großen-Linden — Mtv. Gießen Mtv. nicht angetreten, Gedern — Ortenberg 5:1; Nidda — Hirzenhain 3:2; Cölbe — Ockershausen 3:4. 8-Klasse : Dutenhofen — Niedergirmes II 4:4; Krofdorf — Hochelheim 4:5; Münchholzhausen — Lützellinden 1:3; Ebersgöns — Dornholzhausen 3:2; Lang-Göns — Hörnsheim 4:6; Niederweisel — Griedel 6:15; Lauterbach II — Maar 0:4. , L-Klasse. Großen-Linden II — Hörnsheim II 3:4. 3ugend - Klasse: Mtv. Gießen — Wetzlar 5:0. Gießener Radfahrer-Verein 1885. Beim Rafenradball-Turnier in Frankfurt-Oberrad. Am Sonntag weilten die Zweier-Radballmannschaft Hauck-Wißner sowie die Sechser-Rasenradballmannschaft Von-Eiff, O. Wißner. Hauck, Keppler, Von-Eiff, W. Deibel vom Gießener Radfahrevoerein von 1885 bei einem SaalsportfeH bzw. Rasenrad- üallturnier in Frankfurt-Oberrad. Am Start befanden sich erstklassige Mannschaften aus Frankfurt, Ried, Kelkheim, Rüsselsheim usw. Im Zweier-Radball (Klasse B) besiegte die Gießener Mannschaft im Vorspiel die gleiche von Kelkheim nach zweimaliger Verlängerung mit 8:7 Toren und placierte -sich dadurch für das Endspiel, wo sie auf die Mannschaft vom RV. Nied traf. Die „85er" konnten sogleich drei Tore für sich verbuchen, doch holten ihre Gegner noch bis zur Halbzeit dieselben auf, so daß mit 3:3 Toren die Seiten gewechselt wurden. Nach dem Anspiesi gingen die Nieder noch dreimal in Führung, doch konnten die Gießener immer wieder den Ausgleich erzielen. Durch zweimaligen Raddefekt eines Gießener Spielers gelangten nun wiederum die Nieder mit zwei Toren in Führung und konnten auch noch kurz vor Schluß ein drittes Tor erzielen, so daß sich ine Mannschaft vom G. RV. von 1885 mit 6:9 Toren geschlagen bekennen mußte. Im Sechser-RasenradbaU standen der Gießener Mannschaft im Vorspiel die Mannschaft vom RV. Opel-Riisselsheim entgegen und die „85er" konnten nach schönem Kampf mit 2:0 Toren (Halbzeit 1:0) siegen. In der Vorentscheidung war der RE. 1895 Oberrad der Gegner. Schon bei Beginn des Spieles setzte leichter Regen ein, der immer heftiger wurde und das Spiel sehr beeinträchtigte. Beide Mannschaften lieferten sich einen gleichwertigen Kampf, bis kurz vor Halbzeit die Oberroder zu ihrem ersten Erfolg gelangten und mit 0:1 Toren die Seiten wechselten. In strömendem Regen wurde das Spiel fortgesetzt. Die Mannschaft von Oberrod sand sich besser mit den Bodenverhältnissen ab und konnte noch dreimal den Ball ins Gießener Tor schlagen. Den „85ern" gelang es aber nicht, das verdiente Ehrentor erzielen. Sie mußten sich mit 0:4 Toren geschlagen bekennen. Dor der Entscheidung im Europa-Pokal. Am 23. Oktober trägt Oesterreich in Wien sein letztes Spiel um den Eurvpa-Pokal aus. Gewinnen die Oesterreicher dieses Spiel, bei dem die Schweiz ihr Gegner ist, so wird ihnen der Pokal nicht mehr zu nehmen fein. Die Schweizer haben jetzt bereits ihre Mannschaft für dieses Spiel aufgestellt. Buntes Allerlei. Ein Findlings-Roman der Wirklichkeit. Findlinge haben im Roman seit seinen Anfängen in der Zeit des Hellenismus eine Rolle gespielt, die uns heute unmöglich erscheint. Die Aussetzung und der Verlust von Kindern, die in früheren Tagen augenscheinlich sehr häufig vorkamen, sind heute glücklicherweise zur Seltenheit geworden. Aber noch immer spielen sich Findlingsromane, die kein Dichter mehr erfinden dürfte, in der Wirklichkeit ab. Ein solcher Fall hat sich jetzt ereignet, bei dem ein 20jähriges reizendes Mädchen nach langer Suche von den in England lebenden Eltern in Belgrad wiedergefunden worden ist. Es handelt sich um Theodora Argurios, die als Alexandra Sawitsch bei der Post in Belgrad angestellt war. Ihr wirklicher Vater ist ein bekannter Pelzhändler in London. Argurios ist von Geburt Grieche und befand sich mit seiner Gattin während der Wirren des ersten Balkankrieges im Jahre 1912 in Athen. Die Eltern erkrankten damals schwer und mußten ihr dreijähriges Töchterchen Theodora einer Amme übergeben. Die Eltern wurden dann nach dem Balkan verschlagen, ohne daß sie sich um das Kind kümmern konnten, und ließen sich in Saloniki nieder. Von dort aus schrieben sie an die Amme, sie möchte ihnen das Kind bringen, aber der Brief erreichte niemals feinen Bestimmungsort, und alle weiteren Nachforschungen waren vergeblich. Amme und Kind waren verschwunden. Die Eltern haben durch 20 Jahre die Suche nicht aufgegeben, aber der Weltkrieg und die damit verbundenen 'Verwicklungen erschwerten die Nachforschungen, und erst vor vier Jahren kam Argurios auf eine Spur, die nach Belgrad führte. Es schien, daß ein wohlhabender Herr in Belgrad namens Sawitsch das Kind aus einem serbischen Waisenhaufe adoptiert hatte. Doch Paßschwierigkeiten verhinderten den Vater, diese Spur weiter 31t verfolgen. Als er vor kurzem schwer erkrankte, sagte er: ,Hch will nicht sterben, ohne meine Tochter gesehen zu haben. Ich gehe nach Belgrad und muß sie dort finden, koste es, was es wolle." Diesmal hatte er endlich Glück. Er fand in Alexandra Sawitsch seine Tochter wieder, die er nun ihrer sehn- sich harrenden Mutter nach England gebracht hat. Aufhebung der Landgestütsdirektion. WSN. Darmstadt. 11. Oft Mit Wirkung vorn 30. September 1932 ab ist die bisher i g e L a n d g e ft ü t s d i re k t i on aufgehoben worden. Die staatlichen Maßnahmen zur Förderung der Pferdezucht erfolgen in Zukunft unter unmittelbarer Leitung der Minifterialab- teilung für Landwirtschaft, der der Landstallmei- fter zur fachlichen Beratung beigegeben wird. Späte Aufklärung eines Kindesmordes. WSN. Dillenburg, 11. Ort. Vor jetzt genau einem Jahr erregte hier die Auffindung einer Kindesleiche in einem Mülleimer Aufsehen. Die Nachforschungen nach der Herkunft des Kindes blieben lange Zeit erfolglos, bis man schließlich durch An- beutungen junger Mädchen eine Spur sand. Jetzt wurde eine 20jährige Hausangestellte, die im vergangenen Jahre bei dem Landeswege- meister in Stellung war, verhaftet und in Unter« suchungshaft genommen Bei ihrer Vernehmung hat sie gestanden, das Kind geboren und getötet zu haben. Wirtschaft. * Einigungsverfahren für Frankfurter Schatzanweisungen. Die Stadtverwaltung Frankfurt a. M. weist darauf hin daß das Gesetz von 1899 die Hinterlegung der Schatzanweisungen vor der Versammlung vorsieht. Als Hinterlegungsstellen sind im Gesetz nur die Reichsbank und die Notare zugelassen. Die Landesregierungen sind ermächtigt, auch andere Stellen für geeignet zu erklären. Die Reichsbank nimmt Hinterlegungen nur bei ihrer Hauptstelle Berlin an. Notare sind zur Annahme von Hinterlegungen überhaupt nicht verpflichtet. Um die Hinterlegungen für die Schatzanweisungsinhaber so einfach und billig wie möglich zu gestalten, hat die Stadt Frankfurt a. M. beim Preußischen Handelsministerium als der dafür zuständigen Stelle beantragt, daß die Hinterlegung der Schatzanweisungen bei sämtlichen Emissionsbanken zugelassen werden möge. Sobald eine entsprechende Bestimmung herausgekommen ist, wird erst die Veröffentlichung auch wegen der Termine ftattfinben können. * Um d i e Karstadt-Dollarbonds. In einer in Hamburg stattgefundenen Versammlung Öer Karstadt-Dollarbonds-Jnhaber wurde deren Lage als nicht ungünstig bezeichnet. Die Bondsgläubiger werden keinerlei Zugeständnisse machen, die den Bank« gläubigem zugute kommen. 1 E. D. Magirus AG., Ulm. Wie WTB- Handelsdienst erfährt, hat die C. D. Magirus AG., Ulm, in dieser Woche 14 Feuerwehrfahrzeuge neuester Konstruktion fertiggestellt, die für die Stadt Stambul bestimmt sind. * Daimler-Benz entläßt 600 Arbeiter? Die Daimler-Benz AG., Untertürkheim, hat Anfang des Jahres eine größere Anzahl von Arbeitern einfteUen müssen. Da nun saisonmäßig im Karosseriebau das Geschäft einen Rückgang aufzuweisen hat, hat die Gesellschaft bei dem Gewerbeauf- fichtsamt den Antrag eingebracht, doll. bis zu 600 Hilfsarbeiter des Werkes Sindelfingen zu entlassen. Ob von der Maßnahme jedoch Gebrauch gemacht wird, steht, wie WTB.-Handelsdienst erfährt, noch nicht fest. Frankfurter Abendbörse unverändert freundlich. Frankfurt a. M., 11. Okt. Die Tendenzbesfe- rung an der heutigen Neuyorker Borseneräffnung machte im Abendbörsenverkehr einen guten Eindruck. Die freundliche Tendenz, die schon im Mittagsschlußverkehr zum Ausdruck kam, blieb bestehen, wo- bei als wesentlicher Faktor auch Gerüchte von einer bevorstehenden Einigung Popens mit dem Zentrum, die man mit dem Besuch des Reichskanzlers in Bayern in Zusammenhang brachte, hinzu kamen. Bei lebhafteren Umsätzen ergaben sich gegen den Berliner Schluß meist Besserungen von 0,25 bis 0,50 v. H. Elektrowerte lagen darüber hinaus bis zu 1 o. H. hoher, während Montanwerte etwas vernachlässigt waren. Der ungünstige Stahlvereins- Quartalsbericht fei allerdings durch neue Russenaufträge aufgehoben. Im Verlaufe blieb die Haltung durchaus freundlich, und die Kurse zogen nochmals leicht an. Am Rentenmarkt erhielt sich größeres Interesse für Altbesitz, die 0,5 v. H. gewannen, sowie für späte Schuldbuchforderungen, in denen zu 65,13 o. H. größere Umsätze ftattfanben. Am Auslandrenten- markt kam die Abschwächung für rumänische Werte zum Stillstand. Nundfunkprogramm des Frankfurter SenderS. (Aus bet „Radio-Umschau".) Freitag, 14. Oktober. 7.05: Frühkonzert auf Schallplatten. 12: Mittagskonzert des Rundfunk-Orchesters. 13.30 Mittagskonzert. 17: Nachmittagskonzert. 18.25: Vortrag. 18.50: Nerzte-Vortrag. 19.30: Balalaika- Konzert. Gespielt v. Balalaika-Orchester..Wolga". 20: Von Berlin: 50-3ahrfeier der Deutschen Kolonialgesellschaft. Festsitzung im Plena r- fitzungssaal des Reichstages. 21.05: Der Toreador. Buffo-Oper in zwei Akten von T. Sauvage. 22.45 bis 24: Nachtmusik des Rundfunk-Orchesters. Samstag, 15. Oktober. 7.05: Frühkonzert auf Schallplatten. 10.10 bis 10.40: „Eine halbe Stunde auf dem Reisebureau". Von Actualis. 12: Mittagskonzert. 13.30bis 14.30: Blasmusik. 15.30 bis 16.30: Stunde der 3ugend. 17: Nachmittagskonzert. 18.25: „Wie liegen die Rentabilitätsverhättnisse bei den bäuerlichen Wirtschaften?", Vortrag von Frau Therese Wagner. 18.50: „Hausbesitzer und Mieterschaft, Gemeinsames und Gegensätzliches", Gespräch gtoi* schen Regierungsrat a. D. Ritter und Dr. Wilhelm Schulz. 19.40: Mandolinen-Konzert. 20.25: Operetten-Konzert des Rundfunk-Orchesters. 22.45 bis 24: Nachtmusik. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Aranksurt a. Hl. Berlin Frankfurt a.M. Berlin Schlußkur- Schluß!. Abend- börsk Schluß« Mrs Schlußk. Mittag- börse Schluß- kur-I Schluß'. Abend- birfe Schluß, fure Schluß'. Mittag. börie 'Datum 10.10. 11.10. 10.10. 11.10. Saturn 10.10. ILIO. 10.10. 11.10. 6‘,'o Drunche MtctduaiUcihc d. 192. 72 72,5 72,25 72,5 Vamburg-Amertta Pate. 1 17,25 17 16,75 17 ii% ehern. 7%Tt. 9ietd)»anl. 0.192t 84,13 84,5 84.5 84,5 Hamburg-Sudant. Dampsschisi 0 —- — — 5K% fluunn^nleitje von 1930 65,9 65.4 66.25 66,25 Hansa Dampsschijs 1 — — 26 26 Dcutldiv einl..2Wlöi..6d)ulb mi Norddeutscher Llonv . . 17,5 17,75 17,4 17,65 SIusloi.-Rechien 45,5 47,4 45,6 46,9 A.G. für Perkchrswesen Akt. 0 39 38,5 39 39 Teflflt. ohne AuSIos.-Rechte . . 6% ehern 8%.£>eh. SolMlaat 1929 6,4 6,4 6.25 6,35 Berliner HandelSgeselischasl . 4 — 91 91 91 Commerz- und Privat-Bank . Darmstädter und Nationalbant 0 53,5 53,5 53,5 53,5 irudAaijlb. 102%)...... 66 66,5 66,25 67 0 Oberljcffen Provinz-Anleihe mit Anülo!..Rechten ..... — — — — Deutsche Bank imD DiSronto-Gesellschast. 0 75 75 75 75 Deutsche Komm, »nmmclabl. Dresdner Banl...... 0 61,75 61,75 61,75 61,75 Anleihe Serie 1..... 6% edem. 8% Zranks. Hhp.-Bank 48,5 74,75 48,65 74,25 48.25 48,5 Reichsbanl ...... 1: 121,5 30,75 123,25 122 123,25 ©ulopie. 1, unkündbar bis 1936 — — «.E.G . .... 0 32,25 31,65 31,4 6% chrm. 7% irranks Hyp.-Banl 74,75 Bergmann........ 0 — — 20,75 20,75 Gvtdpte 16 unkündbar bis 198t 74 — ■ Elektr. LiesernngSgesellschast. 5 — 65 64,25 64,75 61.% ehern. 4*4% Zranks.Hhp.. 79,3 Licht und Kraft . . 6 84 85 84 84 Bank iitqu Piandbriesc 6*A% ehern. 4 H% Rheinische Hvv -Bank-Li-iu -ivoldplc. . . 79,3 — — Fetten & Guilleaume... Gesellschaft für Elektrische 0 53 55 53 55,5 79,5 79 — — Unternehmungen ... 4 68 69,25 68,65 68,25 6% ehern. 8% Pr. Landespfand- Rheinische Elektrizität . . . bB — 73 74,5 73 brieianslai, Psanbbriese R. 1£ 73 73 72,5 — Schuckeri L Eo....... V 68 69,5 68,13 68,75 6°o ehern. 7% Pr. Landespsand- Siemen»L Halske ..... 9 114,75 116,5 113,5 116,5 bricfaiiftalt Pfandbriefe R. 1< 72,5 72,5 — Lahmeyer Eo.. ..... 10 118 118 119 1)6,5 4% Oesterreich« che Goldrente . 4,20% Oesierreichische Silberrente 10 10,25 _ _ Buocru-......... 4 38 39,25 38,5 39,25 1,2 1,2 1,2 Deutsche Erdöl...... 5 71 7l,25j 70 70,25 4% Ungarische Goldrcntr ... 6.8 6,75 6,9 6.7 Gelsenkirchener...... 8 37 39 36,65 39 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4*4% bcflfll. von 1913 .... 6,75 6,75 6.8 Harpeuer......... 0 70,5 73,5 70,25 73.4 — — 6.9 6,5 Hocjch Eisen........ 6 — — 35,5 35,9 5% abgcsl- Goldmrxilaner von 90 h,75 6,75 Ilie Bergbau....... 10 — — 124 123 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdaddahn-Anleihe Serie 1 . . . 3,5 3.3 Ilse Bergbau Genüsse . . . itlvcknerwerte..... . 6 97 32 50,75 98 33 52,5 96,9 33,25 50,75 98 33,25 51,75 4 3,7 4 3,85 Manne»mann-Röhren . . . 6 4% deügl. Serie H 3,8 3,5 3.65 3,65 Manrfrlder Bergbau .... 0 19 19,5 19 20,5 k>% 9himfln. vereint). Rente v. 19Oj 4.8 5,5 4,65 Oberschles. Kotswerke . . . 8 35,4 36 4^%Rumün.veretnh.Rcntev.i913 4% Rumänische vereinh. Rente 2 8% i. Anatolier 9,1 8,25 9,1 8,25 Phönix Bergbau...... 25,75 26,5 26 26,4 18,5 4,3 18.25 4,4 18.5 4,4 18.25 Rheinische Braunkohlen. . . Rheinftab' ... 10 R 169 165 c5 166,75 63.9 164,5 65 Frankfurt a. JJl. Berlin Schluß» furd Schluß'- Abestd» börse Schluß» turö Schluß'. Mittag- börse Oatum 10-10- 11.10. 10-10- 11.10- — — — Bereinigte Stahlwerke . ... 0 Otavi Minen....... 0 20,75 21,5 15,5 21 15,65 21,5 15,75 Kaliwerke Aschersleben ... 6 100,5 101 100,5 101 Kaliwerke Westeregeln ... 6 105,5 — 106,9 Kaliwerke Salzdetfurth . . 9 162 160 160,5 163 I. G. Farben-Industrie ... 7 92,75 94,65 93 94,25 Scheideanstalt....... 10 Goldschmidt. ........0 138 138,5 25,5 25,5 25,5 26 RütgerSwerkc ........ 0 39 39,75 38,5 39,25 Metallgciellichaft.......0 34,5 34,25 34 35 Philipp Holzmann......0 Zementwerk Heidelberg.... 4 55 54,5 54,65 54,5 50 50 — Eementwerk Karlstadt.....0 54,5 52,25 * 3 Wavb & Frevtag . . . . 0 4.85 4,75 Schultheis Payenhofcr ... 0 — — 53,5 53,5 Aku (Allgemeine Kunstseide) 0 —— 55 53,25 54,25 Bemberg. o 50,5 53,5 50,65 51,5 Zellstoff Waldhos..... 0 41,75 43,75 43 43,9 Zellstoss Aschaffenburg ... 0 Dessauer Gas........7 27.5 29,5 28 30 ■— — 89.13 90 Daimler Motoren......0 19 19,5 18,9 19,25 Deutsche Linoleum .....o 44 45 44,5 44,5 Orenstern & Koppel.....0 — — 32,25 33,75 Leonhard Tietz.......6 45,5 47 4b 47 SvcnSka......... o — — — Ehade..........12 165 164 165 Frankfurter Maschinen . . . . o _ — — _ Grryner..........o 26 25,5 27,65 26,75 Mainkraftwerke Höchst a.TL . . 4 54 54 — Süddeutscher Zucker . . s 126.25 126 127 Devisenmarkt Bersin — Frankfurt a. M. 10-Oktober 11. Oktober Amtliche Notierung Amtliche (selb Rotieruna 3eir Seid Briei Helsingfor» . Wien. . . . 6,274 51.95 6,286 52,05 6.274 51,95 6,286 52,05 Prag . . . 12.465 12,485 12,465 12.485 Budapest. . — — — Sofia . . . 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland . . 169,88 170,22 169,63 169,97 Oslo .... 73.18 ?3,32 73,18 73,32 Kopenhagen. 75,32 75,48 75,32 75,48 Stockholm 74,58 74,72 74,58 74.72 London. . . Buenos Äire« 14.53 14.57 14,53 14.57 0.890 0,894 0,890 0.894 Reuyott . . 4.209 4,217 4.209 4,217 Brüssel. . . 58,49 58,61 58,48 58,60 Italien. . . 21,56 21,60 21,56 21.60 Paris . . . Schweiz . . 16,55 16,59 16,53 16,57 81,42 81,58 81,32 81,48 Spanien . . 34.47 34,53 34,47 34.53 Danzig. . . 81 97 82,13 81.97 82,13 Japan . . . 0.989 0,991 0,989 0,991 Rio c>e Jan.. 0,294 0,296 0,294 0,296 Jugoslawien. Lissabon . . 5.894 5,906 5,894 5,906 13,23 13,25 13,22 13,24 Banknoten. Lettin, if.Okiobcr Selb »atf Amerikanische Roten....... 4,20 4,22 Belgische Roten......... 58,32 58,56 Dänische Roten......... 74,90 75,20 Englische Roten......... 14,49 14,55 Französische Roten........ 16,49 16,55 Holländische Roten........ 169,26 169,94 Italienische Roten....... 21,51 21,59 Norwegische Noten........ 73,00 73,30 Deutsch. L esterreich, * 100 Schilling — — Rumänische Roten ........ 2,44 2,48 Schwedische Noten........ 74.40 74,70 Schweizer Roten......... 81,14 81.46 Spanisch« Roten......... 34,33 34,47 Ungarische Note» .......