Mittwoch, 12. Oktober 1932 Ur. 240 Erstes Matt 182. Jahrgang Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/, mehr. Chefredakteur: Dr. Fricdr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für denAn» zeigenteil i. V. Th.Kümmel sämtlich in Bietzen. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • DieScholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. „ -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. HernfprechanfchMffe unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Kranifort am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick und Verlag: vrühl'sche Univerfitäts Such- und Steindruckerei R. Lange in Gießen. Zchriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstraße 7. „Vertrauen schafft Arbeit." Nie große Programmrede des Reichskanzlers von Popen vor Vertretern der Wirtschaft in München. München, 12. Okt. (WTB.) Reichskanzler von Popen nahm im Phöbus-Palast in München Gelegenheit, vor den Vertretern der bayerischen Ge- jarntwirtschaft zu sprechen. Der Bayerische Industriellenverband, der Reichsverband der Deutschen Industrie, die Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, sowie der Hauptverband der Industrie Oesterreichs, die Organisation des Groß- und Einzelhandels, der Hansabund, die Handwerks- und Gewerbeorganisationen, die Bankenvereinigung, der Bayerische Städtebund und die Spitzenorgani- sotionen der Landwirtschaft waren vertreten. Als Ehrengäste erschienen der bayerische Ministerpräsident, der Landtagspräsident, die beiden Bürgermeister der Stadt München, die Chefs der Reichsund L-cmdesbehörden, der Landeskommandant und Exz. v. Miller. Reichskanzler v. Popen führte u. a. folgendes aus: Ich danke Ihnen für Ihre Einladung, die mir die Gelegenheit gibt, dem deutschen Süden den Ausdruck meiner treuen Verbundenheit darzubringen. Das Reichskabinett, das zu führen ich die Ehre habe, spiegelt nicht etwa einseitig den deutschen Norden wieder. Es besteht fast zur Hälfte aus Süddeutschen. Wir wissen, daß Deutschlands Reichtum in der B i e l g e st a l t i g - feit seiner Stämme und seiner Kultur liegt. Aber keiner ist unter uns, dem nicht die deutsche Einheit das höchste und heiligste Gut über allen Sonderinteressen wäre, und es würde nicht der Erinnerung an die zwei Millionen deutscher Soldaten bedürfen, die für dieses Reich auf den Schlachtfeldern des Weltkrieges geblutet haben, um diese Einheit heilig und unantast- ba r für jeden Deutschen zu machen. Die Hoheit des Reiches in seiner Weltgeltung wieder zum Ausdruck zu bringen, ist die vornehmste . Aufgabe der Reichsregierung. Wir fordern gleiches Recht und gleiche Sicherheit wie alle anderen Völker. Wie kann unser Handel mit dem Auslande gedeihen, wenn der deutsche Staat dort nicht das gleiche Ansehen genießt wie jeder andere? Wer wird Kapital anlegen in einem Lande, das dem Zugriff feiner Nachbarn schutzlos preisgegeben ist? Was wir wollen, ist keine neue Unruhe, kein Wettrüsten, kein kriegerisches Abenteuer, unser Ziel ist e i n neues friedliches Europa, das geordnet ist nach den ewigen Gesetzen der Gerechtigkeit und Selbstbestimmung der Völker, aus die vertrauend wir 1918 die Waffen aus der Hand legten. Das Wirtschaftsprogvamm der Reichsregierung hat auch hier in Bayern in seinem Grundgedanken, dem Appell an die Verantwortungsfreudigkeit der Unternehmerschaft, an die privatwirtschaftliche Initiative, vollen Anklang gefunden. Der Leitsatz des Wirtschaftsprogramms ist, Vertrauen zu schaffen, eine Auflockerung des Mißtrauens und des jede Unternehmungslust tötenden Pessimismus zu erreichen. Die Entwicklung des Arbeitsmarktes hat im vergangenen Monat mit einer Nettoabnahme der Arbeitslosenzahl um 123000 Arbeitslose abgeschlossen. Im Gegensatz dazu brachte der Septembermonat des vorigen Jahres eine Zunahme der Arbeitslosigkeit um 140 000 Arbeitslose. Das Wirtfchaftsprogramm hat also der Wirtschaft bereits jetzt, in den ersten drei Wochen seiner Laufzeit, eine fühlbare psychologische und materielle Entspannung gebracht. Es hat die wirtschaftliche Risikofreudigkeit wieder belebt, es hat Arbeit und Brot geschaffen. Und wir stehen — das muh besonders betont werden — doch er ft am Anfang der Möglichkeiten, die sich aus den Mahnahmen der Reichsregierung ergeben sollen. Zu den Teilgebieten des Wirtschaftsprvgramms, die am heftigsten kritisiert worden sind, gehört d i e Handelspolitik. Den Gedanken einer grundsätzlichen Autarkie lehnt die Reichsregierung ab. Deutschland kann nicht aus seine weltwirtschaftlichen Beziehungen verzichte n. Es muß jede Arbeitsgelegenheit ausnutzen, die ihm der Auslandsmarkt heute noch bietet. Aber diese Anerkenntnis darf nicht hindern, Notstands- maßnahmenzumSchutze unsererLand- wirtschaft, zur Erhaltung ihrer Lebensfähig- teit zu treffen, wie mir sie im Reichskabinett für unvermeidlich erachtet haben. Jahrelang hat man eine Wirtschaftspolitik geführt, die die industrielle Erzeugung zum Schaden der agrarischen stark begünstigte. Die Preisschere war unerträglich geworden. Heute handelt es sich darum, der landwirtschaftlichen Erzeugung Lebensbedingungen zu verschaffen, die sie vor dem vollen Zusammenbruch bewahrt, dem Zusammenbruch insbesondere der bäuerlichen Veredel"ngswirtschaft. Wir wollen keinen Wirts a, aftskrieg. Es gibt ein Mittel für die an der Einfuhr nach Deutschland interessierten Staaten, die deutsche Kontingentierungspolitik überflüssig zu machen, nämlich für einen fühlbaren Abbau des industriellen Protektionismus in der Welt Sorge zu tragen. Wenn die Welt wieder bereit ist, in größerem Umfange deutsche Jndustrieerzeugnissc auf. zunehmen, dann wird auch die Kaufkraft unserer Arbeiterschaft wieder steigen und die Aufnahmefähigkeit Deutschlands für landwirtschaftliche Erzeugnisse wieder wachsen. So wird der Kurs der deutschen Handelspolitik ganz wesentlich auch durch die Handelspolitik des Auslandes bestimmt, wir können nur hoffen, dah die kommende Wirtschaftskonferenz die industriellen Zollmauern und die Währungsschwierigkeiten beseitigen wird, damit die einzelnen Wirtschaften nicht einer immer stärkeren Isolierung zugetrieben werden. SeWWelebmig ist die beste Sozialpolitik. Eine weitere starke Kritik hat der sozialpolitische Teil des Regierungsprogramms erfahren. Man ist sogar so weit gegangen, daraus auf eine besondere Arbeiter- feindlichkeit der Reichsregierung zu schließen. Ich glaube, daß zum mindesten die Arbeiter, die nach dem Ergebnis des Arbeitsmarktberichtes in Arbeit gehalten worden sind, diesen Dorwurf nicht erheben können. Wir verteilen keine „Milliardengeschenke an die Unternehmer", sondern wir haben nur das eine Ziel: möglichst vielen Millionen von Arbeitslosen wieder ausreichende Existenzmöglichkeiten zu verschaffen. Alles, was den Unternehmungsgeist im Lande stärkt, zur Geschäftsbelebung und zur Erhöhung der wirtschaftlichen Umsätze führt, ist Sozialpolitik in bestem und fruchtbarsten Sinne des Wortes. Don „Systemen" kann niemand satt werden. Don wirtschaftlichen Planüngsideen, die irgendwann in ferner Zukunft sich verwirklichen lassen werden, wird kein Arbeitsloser von der Straye geschafft. Die so stark kritisierte Ermächtigungsverordnung der Reichsregierung soll die sozialen Einrichtungen leistungsfähig erhalten und ihre Derwal- tung zum Ruhen der Dersicherten vereinfachen. Aus der stabilen und allmählich wachsenden Be- schäftigungsziffer erwarten die Dersicherungs- tiäger zunächst bleibende und dann steigende Deitragseinnahmen. Daraus wird die Reichsregierung — vielleicht schon binnen kurzem — die erforderlichen Folgerungen augunften der Leistungsempfänger ziehen. Für den Winter hoffen wir, in der Arbeitslosenhilfe die Unterstützungssätze erhöhen zu können. Ueber das hier mögliche Ausmaß wird zur Zeit beraten. 3n der Krankenversicherung sollen Bindungen, welche die frühere Reichsregierung den Versicherungsträgern bei den freiwilligen Mehrleistungen auferlegt hat, gelockert werden. Es ist auch in Aussicht genommen, in der Rentenversicherung an Stelle eines Teiles der früheren abgebauten Leistungen zunächst in beschränktem Umfange freiwillige Mehr- lei st ungen zuzulassen, soweit das mit den Mitteln und Kräften der Dersicherungsträger vereinbar ist. Tie Reichsregierung prüft ferner, ob für die Kriegsbeschädigten und ihre Hinterbliebenen die Gewährung von freiwilligen Mehrleistungen erleichtert werden kann. Die Reichsregierung hat den Sah geprägt, dah der Wohlfahrts st aat oder — wie ich unmißverständlicher lieber sagen möchte — der Versorgungsstaat, so wie er in den letzten Jahren geworden ist, die moralischen Kräfte der Ration zu schwächen droht. Die heftige Kritik, die dieser Sah gefunden hat, geht von völlig falschen Voraussetzungen aus. wir sind der Ansicht, dah die Gesetzgebung des letzten Jahrzehnts in einem viel zu hohen Mähe den Arbeitgeber aller Grade der sittlichen Pflicht entlastet hat, zu allererst, und sei es auch unter grohen persönlichen Opfern, für den Arbeitnehmerzusorgen. Gerade indem der Marxismus die Wirtschaft planmäßig durch untragbare Taften zerrüttet hat, ist er der Hauptschuldige an dem Zusammenbruch der sozialen Einrichtungen geworden. Der Sinn der sozialen Gesetzgebung muh sein, diejenigen Stellen, denen die Sorge für die wirt- schastlich Schwachen obliegt, zunächst in ö e n S tand zu sehen, für sie zu sorgen. An die Stelle des marxistischen Begriffs der staatlich reglementierten Fürsorge für jeden Bürger sehen wir den einer wahren, christlichen volksgemein- schäft- Das schwere Werk, die deutsche Wirtschaft wieder zu einem neuen Aufstieg zu führen, kann nicht ohne das Dertrauen des Volkes gelingen. Alle grohen Leistungen der Geschichte muhten zu ihrem Gelingen von Dertrauen auf die Zukunft und auf die eigene Kraft getragen sein. Die sicherste Grundlage für das Vertrauen ist aber das Bewußtsein der eigenen Leistungsfähigkeit. Die unvergänglichen Kräfte wieder zu beleben und ihnen neue Aufgaben zu weisen, das ist das Ziel der Politik der Reichsregierung. Cs ist klar, daß jede Besserung nur etappenweise erreicht werden kann. Jahre angestrengtester Arbeit und größter Sparsamkeit liegen vor uns. Die Stunde, da der Aufstieg aus der Tiefe des Tales beginnen soll, ruft alle Energien des Landes auf. Ist es da nicht ein Verbrechen, wenn aus wahltaktischen, aus armseligen Parteirücksichten versucht wird, dieses Aufbauprogramm geistig oder materiell zu sabotieren? Wollen wir uns durch Wahlrücksichten Ruhe, Ordnung, Vertrauen in den Ausstieg der Ration rauben lassen? Ich bin der Ansicht, dah wir die Meinung des um 1* Arbeit und Brot ringenden Volkes treffen, wenn wir dagegen mit drakonischer Schärfe einschreiten werden. Oer Umbau Unabhängige Siaaisführnng. - Ohne stetige politische Verhältnisse kann Handel und Wandel des Volkes nicht gedeihen. Die Weimarer Verfassung hat in einer Periode von 13 Jahren gezeigt, baß sie solche Verhältnisse nicht schaffen konnte. Ueberall ist die Erkenntnis verbreitet, dah die Zeit zu dieser Reform gekommen ist. Die Periode der Gesetzgebung durch den Artikel 48 muh einmal abgeschlossen werden. Das aber kann nur durch ein neues Verfass ungs- w e r k geschehen, welches das Verhältnis zwischen Staat und Volk und zwischen Reichsgewalt und Ländern in klarer Erkenntnis der Rotwendigkeit der Zukunft und in Würdigung der historischen Staatspersönlichkeiten neu bestimmt. wir wollen eine machtvolle und überparteiliche Staatsgewalt schassen, die nicht als Spielball von den politischen und gesellschaftlichen Kräften hin und her getrieben wird. Die Reform der Verfassung muh dafür sorgen, dah eine solche machtvolle und autoritäre Regierung in d i e richtige Verbindung mit dem Volke gebracht wird. Die Reichsregierung muh unabhängiger von den Parteien gestellt werden, ihr Bestand darf nicht Zufallsmehrheiten ausgesetzt sein. Das Verhältnis' zwischen Regierung und Volksver- trefung muh so geregelt werden, dah die Re- gierungundnichtdasParlamentdie Staatsgewalt handhabt. Als Gegengewicht gegen einseitige, von Parleiinteresfen herbeigeführte Bc- fchlüfse des Reichstags bedarf Deutschland einer besonderen Ersten Kammer mit fest des Reichs. Keine Zerschlagung Preußens. abgegrenzten Rechten und starker Beteiligung an der Gesetzgebung. Die Reichsregierung beabsichtigt, die Verfassungsreform in engem Einvernehmen mit Ländern durchzuführen. Die geschichtlich gewordenen deutschen Staatsgebilde sollen nicht vergewaltigt werden. Die Reichsregierung lehnt jede Maßnahme ab, die unmittelbar oder mittelbar eine Zerschlagung Preußens bedeutet. Eine Auslösung des preußischen Staats- gefüges, eine Aufgabe der Ost°Westklammer, kann nicht die Grundlage einer Reichsreform bilden, wie sie der Reichsregierung vorschwebt. Die Erhaltung Preußens dürfte auch von den anderen Ländern als Sicherung gegen eine Mediatisierung der auherpreußischen Länder betrachtet werden. Das Schwergewicht der Reform muh in der Beseitigung des allgemeinen, auch von bayerischer Seite beklagten Dualismus zwischen Reich und Preußen liegen. Dies Ziel wird durch die Z u s a m m e n f ü g u n g der wichtigsten Organe des Reiches und Preußens erreicht werden. Im Zusammenhang mit der Herstellung einer organischen Verbindung zwischen dem Reich und Preußen wird es durchaus möglich sein, den übrigen Ländern die gerade von bayerischer Seite erstrebte Derfassungs- autonomie zu gewähren. Die Reichsregierung wird den Verfalsungsentwurf so fertigftellen, daß ber neue Reichstag ihn bei seinem Zusammentritt vorfindet. Heule hat das deutsche Volk das Glück, einen Reichspräsidenten zu besitzen, in dessen ehrwürdiger Gestalt sich die tragenden Kräfte unserer Vergangenheit mit wahrer zukunftsvoller Führerschaft verbinden. Lr ist heute der hort allen vertrauens im deutschen Volke. Er wird sorgen, dah Bismarcks Vermächtnis, dah die Idee des „sacrum Imperium“ wieder die Hoffnung der kommenden Geschlechter wird. Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus. Der 13. August sollte der Synthese aller wahrhaft nationalen Kräfte dienen. Es galt, die grohe und verdienstvolle Bewegung des Nationalsozialismus in die verantwortungsvolle Mitarbeit im Reiche e i n z u g l i e d e r n. Aber unser Ruf hat keinen Wiederhall gefunden. Es ist eine historische Fälschung, wenn heute behauptet wird, ich, der Kanzler, habe den Nationalsozialismus von der Ergreifung der Verantwortung ferngehalten. Das Angebot des 13. August gab der NSDAP, einen Anteil an der Macht im Reiche und Preußen, der ihr entscheidenden Einfluß gesichert hätte. Herr Hitler hat dieses Angebot nicht angenommen, weil er glaubte, als Führer einer Bewegung, die sich auf 230 parlamentarische Mandate stützt, den K a n z - lerposten beanspruchen zu müssen. Er hat diesen Anspruch erhoben aus dem Prinzip der „Totalität", der „Ausschließlichkeit" heraus, dem seine Partei huldigt. Der Herr Reichspräsident, dem allein die Berufung des Kanzlers zusteht, hat diesen Anspruch der Totalität abgelehnt. Es sind ausschließlich prinzipielle Beweggründe gewesen, die das Urteil des Staatsoberhauptes geformt haben. Als die jetzige Reichsregierung berufen wurde, habe ich das Prinzip einer grundsätzlichen neuen Staatsführung verkündet. Wir waren uns bewußt, daß das Reich und die Länder nur wieder gesunden werden, wenn es gelänge, dem politischen Willen des Volkes eine neuere und bessere Ausdrucksform zu geben, als cs das Werk von Weimar vermochte. Ich sagte damals, daß konservative Staatspolitik eine Politik aus dem Glauben sei. Das Wesenhafte jeder konservativen Weltanschauung ist ihre Verankerung in der göttlichen Ordnung der Dinge. Das ist auch ihr grundsätzlicher Unterschied zwischen der Doktrin, welcher die NSDAP, huldigt. Ihr Grundsatz der „Ausschließlichkeit" des politischen „alles oder nichts", ihr mystischer Messiasglaube an den wortgewaltigen Führer als den einzigen zur Leitung der Geschicke Berufenen gibt ihr den Charakter einer politischen Konfession. Und eben darin sehe ich den unüberbrückbaren Unterschied zwischen einer konservativen Politik aus dem Glauben und einem nationalsozialistischen Glauben aus Politik. Mir scheint, daß Hamen und Personen heute, wo es um Deutschlands endgültiges Schicksal geht, völlig gleichgültig sind. Das die Ration fordert, ist dieses: von einer Bewegung, die die nationale innere und äußere Freiheit auf ihre Fahne geschrieben hat, verlangt sie, dah sie in jedem Augenblick und injeder Lage so handelt, als ob sie das geistige, soziale undpolitische Gewissen der Ration wäre, handelt sie nicht so — handelt sie nach taktische n Gesichtspunkten, nach Gesichtspunkten der parlamentarischen Demokratie, der Massenwerbung mit demagogischer Verhetzung — dann ist sie keine Bewegung mehr, dann ist sie politische Partei geworden. Und an Parteien ist das Reich doch wahrlich fast zugrunde gegangen. Man kann eben nicht auf der einen Seite Massen und Majoritäten mitleidlos verachten, wie es Herr Hitler tut, und auf der anderen Seite sich der Parlamentsdemokratie unterwerfen, so unterwerfen, daß man mit dem Bolschewismus Resolutionen gegen eine nationale Regierung beschließt. Im Interesse des Volksganzen lehnen wir den Machtanspruch von Parteien ab, die sich als Partei oder Bewegung an die Stelle der deutschen Nation setzen wollen. Alle diese Schranken der Parteien und Klassen müssen fallen, allen diesen starren Organisationen, die den lebenden Körper des Volkes durchschneiden, muß wieder zum Bewußtsein kommen, daß sie Diener desVolkes und nicht feine Herren fein sollen. Deshalb sage ich: Wenn jemals eine nationale Bewegung eine Pflicht gehabt hat, dann ist es die, dem Reiche bei seinem Kampfe um die Herstellung der Ehre der Nation nicht in den Rücken zu fallen. Wer sich in diesem Kampfe nicht eindeutig und geschlossen hinter die Regierung stellt, ist ein Feind des deutschen Volkes. Die Reichsregierung ist entschlossen, den ihr vom Reichspräsidenten erteilten Auftrag der Neuordnung unseres Staats- und Wirtschaftslebens bis zum Erfolge d u r ch z u f ü h r e n. Sie hat dazu den Willen und ich zweifele nicht, daß der Erfolg ihr heute schon fühlbar das Vertrauen der breiten Massen des Volkes vollends gewinnen wird. Das Volk — Reich und Länder — sie müssen das neue Deutschland bauen. So möge von den Alpen bis zur Memel der unsichtbare Kraft- ström des „sacrum imperium“, der unzerstörbaren Idee des heiligen Deutschen Reiches durch die Län- der eilen! Mit Hindenburg für ein neues Deutschland! England in Erwartung Herriots. Oie Times an Herriot. London, 12. Dtt (WTB. Funkspruch.) In einem an di« Adresse Herriots gerichteten Artikel weist „Times" auf die allgemeine Stimmung der britischen Oeffenllichteit hin, die in gewissem Sinne zweifellos den deutschen Anspruch auf gleiche Rechtsstellung unterstütze. Die öffentliche Meinung Englands glaubt nicht, fährt das Blatt fort, an die Möglichkeit wirksamer Zusammenarbeit zur Abrüstung oder zur Förderung des Friedens, solange ein Teilnehmer an der Aussprache als untergeordnet in seiner Stellung oder in feinen Rechten gilt. Das Blatt übt Kritik an den jüngsten Kundgebungen in Deutschland, die es als militaristisch bezeichnen zu können glaubt, und erklärt, es begreife vollauf die tiefe U n • ruhe Frankreichs. Die öffentliche Meinung Englands sei der Ansicht, daß eine Anerkennung des Grundsatzes der gleichen Rechtsstellung auf der Grundlage der Verminderung und nicht, der Vermehrung der Rüstungen erfolgen muß. Sie sei gegen alle einseitigen Verpflichtungen und vor allem gegen alle separaten militärischen Alliancen, die nach ihrer Ansicht mehr Gefahren Hervorrufen als verhüten. „Times" veröffentlicht weiter ein längeres Schreiben zur Abrüstungsfrage, dos vielen bekannten Persönlichkeiten des britischen öffentlichen Lebens unterzeich- n e t ist, unter anderen von Lord Cecil, Lloyd George, Lord Grey und Sir Walter L a y t o n. In dem Schreiben wird gesagt, daß an der moralischen Verpflichtung zur allgemeinen Abrüstung kein Zweifel bestehe. Bei der gegenwärtigen Lage seien nur drei Ausweae möalich, entweder derartig weitgehende Abrüstung, daß di« Welt und die gemäßigteren Kreise in Deutschland befriedigt sind, oder ein einseitiges Vorgehen Deutschlands oder eine Vereinbarung über ein begrenztes Aufrüsten Deutschlands. Die Unterzeichner des Briefes sprechen sich entschieden für das erste Verfahren aus, für bas Präsident Hoover und Mussolini mit ihren Vorschlägen eine Grundlage gegeben hätten. Amerikanische Fühlungnahme in London. Besprechung über bic Leerüftung. London, 11. Oft (ENB.) Der amerikanische Delegierte auf der Abrüstungskonferenz, Norman Davis, halte heute eine einstündige Besprechung mit Macdonald. Gegenstand der heutigen Unterredung soll die Erörterung der Unterschiede zwischen dem britischen Abrüstungs- plan und dem Hooverplan gewesen sein. Die politischen Kreise bringen den Beiuch mit der geplanten Viermächtekonserenz in Serbin» düng und meinen, er werde für diese förderlich sein. Das Hauptinteresse konzentriert sich jedoch aus den bevorstehenden Besuch Herriots, der weniger der Erörterung der deutschen Gleichberechtigungsforderung dienen solle als der Information Macdonalds über die Einzelheiten des neuen französischen Abrüstungsoorschlags. Die Unterredung Macdonalds mit dem Amerikaner Norman Davis erstreckte sich fast ausschließlich auf Fragen der S e e a b r ü st u n g. Es handelt sich darum, die Engländer zur Annahme der Hoooerschen Vorschläge zu überreden, die eine Herabsetzung der gesamten Schiffstonnage um etwa ein Drittel unter Beibehaltung öer jetzigen großen Linienschiffe vorsehen, während England die Theorie der kleineren Linienschiffe jedoch unter Beibehaltung oder vielleicht Vermehrung der jetzigen Schiffszahl verteidigen wird. Es verlautet, daß die Unterredung keine bemerkenswerten Fortschritte zur Ueberbrückung der gegensätzlichen Auffassungen gebracht hat. Anscheinend hat sich Macdonald dahinter verschanzt, daß er zunächst den Besuch Her- riots abwarten müsse. Die Seeabrüstung wird also auch eine erhebliche Rolle in der Unterredung zwischen Macdonald und Herriot spielen. Der Kriegsgefangene Nanbmann als Schwindler entlarvt. -Oie Eltern -es toten Kriegsgefangenen getäuscht. Oer falsche Oaubmann gesteht. Freiburg, 11. Oft (121.) Die aus zuverlässiger Quelle verlautet, hat der angebliche Kriegsgefangene Oekar Daubmann bei seinem Verhör durch Beamte des Landespolizeiamts Karlsruhe gestanden, nicht der wirkliche Oskar Daubmann zu sein. Er gab zu, daß seine Angaben nicht in allen Teilen auf wirklichen Erlebnissen beruhen. „Oskar Daubmann“ ist heute abend verhaftet worden. Lr sollte am Dienstag in einer Versammlung in Schopfheim über seine Erlebnisse als Kriegsgefangener sprechen, wurde aber unerwartet bei seiner Ankunft in Freiburg festgehalten und auf dem Bezirksamt einem stundenlangen Verhör durch höhere Beamte des badischen Innenministeriums unterzogen, in dessen Verlauf er ein Geständnis a b l e g t e. Die die „vofsische Zeitung“ noch berichtet, geschah die Festnahme „Daubmanns“ in Freiburg a u f Grund von Fingerabdrücken, die durch das Landespolizelamt in Lndingen, wo „Daubmann“ einem ehemaligen Fremdenlegionär aus Essen gegenübergestellt worden war, wobei sich erneut schwer belastende Momente gegen ihn ergaben. Auf Grund der Abdrücke wurden im Archiv des Polizeiamts d i e tatsächlichen Personalien des Schwindlers festgestellt, der ein mehrfach vorbestrafter Verbrecher ist. Der falsche Heimkehrer soll ein von der Polizei seil Jahren gesuchter Verbrecher namens Christian Hummel aus Offenburg sein, der von Beruf Schneider ist und 1922 aus der Schweiz ausgewiesen wurde. Die vorhandenen Bilder des Schwindlers ergänzten die I Fingerabdrücke, so daß das Landespolizeiamt durch Funkspruch sofort seine polizeiliche Festnahme anordnete. Unter der ungeheueren Anschuldigung brach der Schwindler schließlich zusammen und legte ein Geständnis ab. Der angebliche „Daubmann“ wurde ins Freiburger Gefängnis eingeliefert. Der wirkliche Oskar Daubmann, der vor 16 wahren während des Krieges vermißt gemeldet wurde, ist, wie jetzt amtlich ausdrücklich festgestellt wird, nicht mehr am Leben. Die Aufklärung des Falles Daubmann, der seit Lude 2Hai d. 3. die Oeffentlichkeil lebhaft beschäf- tigt, hat in Oberbaden größte Bestürzung hervorgecufen, zumal es der angebliche Daubmann verstanden hat, viele ehemalige Kriegskameraden des Daubmann und sogar dessen Ellern und Angehörige zu täuschen. Wer ist „Oaubmann"? In einer Pressebesprechung machte Regierungsrat Ramsperger vom Landespolizeiamt Karlsruhe Mitteilungen über die Entlarvung des Schwindlers. Daubmann wollte zunächst keine Angaben machen und verschanzte sich wiederum hinter dem italienischen Dampfer, den er nicht nennen wollte, um sein Wort nicht zu brechen. Es erfolgte dann eine Gegenüberstellung mit einem Manne namens Krüger aus Essen, der Daubmann in der Fremdenlegion gesehen haben wollte. Als Krüger das Zimmer betrat fiel auf, daß Daubmann den Mann fast anschrie: „den Mann kenne ich nicht!" Daubmann war ersichtlich unangenehm berührt, daß man jeder seiner Bemerkungen nachging. Der angebliche Bajonett- ft i ch hat sich als eine ganz gewöhnliche Magen- o p e r a t i o n herausgestellt. Auf Grund der Finger- abdrücke ist es dann am anderen Tage gelungen, fest- zustellen, daß es sich nicht um Daubmann, sondern um den Schneider Karl Ignaz Hummel handelt, der 1899 in Oberwil im Kanton Basel geboren und in Hofweiler bei Offenburg ansässig war. Es ergab sich weiterhin, daß Hummel in Offenburg verheiratet ist und schon seit längerer Zeit von seiner Frau getrennt lebt. Hummel gab zu, daß er 1909 und 1910 in Cnöingen b i e Volksschule besuchte und dort mit Oskar Daubmann befreundet war. Hummel wußte auch, daß Daubmann im Weltkrieg gefallen ist. Hummel ist nie in Afrika gewesen. Wie Frankreich seinen Gtaais- haushali sanieren will. Paris. 11.Oft. (WTB.) Die Maßnahmen, durch die der Finanz- und der Budgetminister den nächstjährigen Haushaltsplan auszugleichen beabsichtigen, sehen vor: 1. Steuerliche Mehranforderungen in Höhe von 2,5 Milliarden Francs. 2. Abstriche am Ausgabenbudget in Höhe von 5,9 Milliarden Francs. Unter Berücksichtigung einer bereits vor Schluß der ordentlichen Parlaments- session verabschiedeten Finanzsanierungsvorlage, die 2,1 Milliarden Einsparungen erbringen soU, und der aus der Rentenkonvertierung sich ergebenden Einsparung von 1,3 Milliarden würde der nächstjährige Haushaltsplan um insge- samt 11,8 Milliarden entlastet werden. Die Durchführung dieses Programms dürste nicht ohne scharfe ParlamentarischeKämpfe abgehen, wenn man berücksichtigt, daß unter der Ausgabeneinschränkung auch eine Kürzung der D e a m t e n g e h ä l t e r und Pensionen von insgesamt 1,3 Milliarden, Abstriche der Bezüge der ehemaligen Frontkämpfer in Höhe von 800 Millionen und Streichung der Pensionen für wiederverhei- ratete K r i e g e r w i t w e n in Höhe von 200 Millionen vorgesehen sind. Oer neue Kurs in Ungarn. Gömbös vor dem Parlament. Budapest, 11. Oft. (TU.) Der neue ungarische Ministerpräsident Gömbös hielt im Parlament seine Programmrede. Er bezeichnete den Klassenkampf als überholt und erklärte sich als Anhänger des Gleichgewichts zwischen Arbeit und Kapital, das herzustellen er entschlossen sei. Die Führung der Arbeiterschaft dürfe nicht weiter ein Monopol der Sozialdemokraten fein. Die Paneuropa-Idee sei undurchführbar. Er arbeite für einen osteuropäischen Staate NH usammenschluß. Ungarn müsse sich in die Lebensgemeinschaft der Donaustaaten einfügen. Die Friedens Verträge seien erniedrigend. 3n der Zeit von Friedens- und Abrüstungskonferenz könne es nicht weiter geächtete Rationen geben. Ungarn wünsche keine Aufrüstung. Es wolle aber seine Selbständigkeit schützen können. Ungarn wünsche, daß sich die politischen und hande^poli- tischen Beziehungen zu Deutschland und Oesterreich immer besser gestalteten. Gömbös erklärte sich für den konfessionellen Frieden. Auch der 3ube sei, wenn er sich in die ungarische Schicksalsgemeinschaft einfüge, fein Bruder. Rotwendig fei ein allgemeines geheimes Wahlrecht, allerdings unter Sicherung der nationalen Interessen. Eine Diktatur strebe er nicht an. Als die Sozialdemokraten daraus eine höhnische Bemerkung machten, sagte Gömbös, die Herren mögen wissen, daher eine gesunde kapitalistische Politik machen wolle. Die Sozialdemokraten lebten von den Auswüchsen und Mißbräuchen des Kapitalismus. Schwierige Finanzlage -er Sia-i Ouisburg. Duisburg-Hamborn, 11. Oft. (ERD.) Sie städtische Kasfenlage hat eine derartige Zuspitzung erfahren, daß die Stadtverwaltung am 10. Oktober nicht in der Lage war, die zweite Rate der Deamtengehälter zur Auszahlung zu bringen. Cs ist vorläufig die Regelung getroffen worden, dah Beamte und Angestellte mit einem monatlichen Rettoeinkom- men bis zu 150 Mark 50 Mark ausgezahlt erhallen. Wie verzweifelt augenblicklich die Finanz- läge der Stadt ist, zeigen die folgenden Zahlen: Die Fürforgelasten in Duisburg-Hamborn haben im vergangenen Monat die bisher noch nicht dagewefene Höhe von 2L Millionen Mark erreicht. Die gesamten Steuereinnahmen erreichen augenblicklich im Monat den Betrag von 1 Million Mark. Die Beamten- und Angestelltengehälter erfordern monatlich 585 000 Mark, die Ruhegehälter 115 000 TEIL Wenn man diese Zahlen mit den Fürsorgelasten vergleicht, so zeigt es sich, daß der städtische Haushalt nur noch vom Wohlfahrtsamt bestimmt wird. Kleine politische Nachrichten. Reichskanzler von Popen beabsichtigt, sich auf der am 24.Oktober in Berlin ftattfinbenben Ober« meistertagung des Berliner und märkischen Handwerks über die Stellung der Regierung zu den Fragen des Handwerks zu äußern. Die Kanzlerrede soll auf alle deutschen Sender übertragen werden. * Die Reichsregierung stellt zu den im „Vorwärts" Rr. 480 vom 11. Oktober unter der Aeberichrift „LlmtriebedesExkronprin- z e n“ veröffentlichten Gerüchten über eine angebliche Einsetzung des früheren Kronprinzen zum Reichsverweser und die daran geknüpften Kombinationen fest, daß es sich hierbei um ein reines Phantasieprodukt handelt. • 3n der Presse der NSDAP, wird die Nachricht verbreitet, daß unter den vom preußischen Staatsministerium in letzter Zeit vollzogenen Beamten- ernennungen sich vier Herren befinden, die, wie der Reichsinnenminister, der Altherrenschaft des Korps Saxonia zu Göttingen angehören und daß diese Ernennungen auf den Reichsinnenmini st er zurückzuführen seien. Demgegenüber wird amtlich festgestelli, daß der Reichsinnenminister mit den Personalveränderungen in Preußen nichts zu tun hat. Auf die Ernennung der vier Herren ist weder unmittelbar noch irgendwie mittelbar ein Einfluß durch den Reichsinnenminister ausgeübt worden. Die Behauptungen der Presse der NSDAP, sind also völlig aus der Luft gegriffen. Das preußische Staatsministerium hat die ernannten vier Herren für ihre Stellungen als geeignet angesehen, ohne sich darum zu kümmern, ob diese Herren zufällig Korpsbrüder des Reichsinnenminifters sind. • In dem Programm der großen Koburger Hitlerkundgebung am 15. und 16.Oktober waren auch ein P r o p a g a n d a u m zu g sowie große Standkonzerte vorgesehen. Auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten wurden diese Veranstaltungen verboten, iedoch darf die Kund- gebung auf dem DfB.-Sportplatz am Sonntagvor- mittag, auf der Hitler spricht, abgehalten werden. Zu der Veranstaltung anläßlich der zehnjährigen Wiederkehr des Tages, an dem Hitler von München aus feinen ersten nach Koburg führenden Marsch angetreten hatte, werden 30—40 000 Braunhemden erwartet. ♦ Der „Angriff" veröffentlicht das Schreiben von Dr. Goebbels an die Deutschna- tionaleil, in der er die Aufforderung an* nimmt, in einer deutschnationalen Vettamm- lung als Diskussionsredner zu sprechen. Wie der „Lokalanzeiger" mitteüt, kommt hierfür wahrscheinlich eine deutschnationale Dersamm- hmg am 19. Oktober in Frage, in der Schmibt- Hannover und Steuer, W. d. L.. sprechen werden. Der ehemalige ungarische Kultus- und Unterrichtsminister Graf Klebelsberg, der an Paratyphus erkrankt war, ist im 57. Lebensjahr g e- ft o r b e n. • 3n Abessinien hat der Sohn des Ras H a i l u, der kürzlich wegen Hochverrats zum Tode verurteilt, aber vom Kaiser begnadigt worden war, einen Auf st and gegen die Regierung angezellell und den vormaligen Wohnsitz seines Vaters, Debra Markos, in Besitz genommen. Die Aufständischen werden von Regierungstruppen belagert. 9. Fortsetzung. Rachdruck verboten! Kampflustig fragte es Mutter Dolscher. Die beiden Frauen beeilten sich, ihr zu versichern, daß für die kleine, feine Traute grobe Arbeiten nicht in Frage kämen. »Ra also!" Mutter Dolscher legte jeder der Frauen noch em ansehnliches Stück Fleisch auf den Teller. .Am Spätnachmittag fuhr dann Vater Dolscher nut dem Fuhrwerks vesiher Imme! und dessen bestem Geschirr zur Bahn, um Traute abzuholen. Pünktlich lief der Zug ein, und unter verschiedenen anderen Fahrgästen der Bahn erblickte Bolscher eine schlanke, seine MSdchen- gestalt, die sich ein bißchen fremd umblickte. „Trautel!?" Dem alten Manne zitterte die Stimme. „Väterchen!" Traute hing schon an seinem Halse und weinte und lachte. Und er strich immer wieder täppisch- *4» über das feine Gesicht, das so rosig und blühend unter dem grauen Reisemützchen her- vor, ah. Imme! lud die großen Koffer auf, und dann fuoc man nach Hause. 3mmel feiner neugierig auf» ?rau' to 4-Pfund-Laib herabgesetzt worden. Diese Preisentwicklung für das Drot in Giehen ist um so anerkennenswerter, wenn man bedenkt, daß der Preis für einen 4-Pfund-Laib Roggenbrot in ollen anderen Gegenden Hessens weit über dem Gießener Preis liegt: in zahlreichen Orten kostet ein 4-Pfund-Laib Roggenbrot noch qa m ?6 $!'• Durchschnitt ergibt sich in etwa 20 Preisbezirken des Landes ein Preis von 70 Pfennig, gegen 65 Pf. pro Laib in Gießen. Aus dieser Sachlage sollten die Gießener Hausfrauen die Schlußfolgerung ziehen, daß sie sich bei der Deckung ihres Drotbedarfs den niedrigen Preis des heimischen Bäckereigewerbes zunutze machen, durch regen Kauf die Aufrechterhaltung des gesenkten Preises ermöglichen, zugleich aber auch dem in Giehen steuerzahlenden Handwerk, das zu den Lasten der Stadt in starkem Mähe herangezogen.wird, eine wirtschaftliche Stärkung zuführen sollten. Seltsame $rou. Ich kenn' eine Frau. Wie Sonnenschein seh' ich sie immer glänzend strählen. So gertenschlank, so zart und fein. Ein schönes Bildnis, wie zum Malen. Nie sprach sie je ein böses Wort. Maßgebend ist ihr nur mein Wille Und bleib ich abends spät mal fort, so wartet sie in rührender Stille. Es gibt wohl nichts, was sie verdrießt. Bei Wind und Wetter zeigt sie Ruhe; ist ohne Sorge, wenn es gießt, um Dauerwellen, Strumpfe und Schuhe. Man sagt wohl mal von. Zeit zu Zeit, daß nur für Reisen stets ihr Sinn sei, und daß ihr glänzend schönes Kleid doch etwas reichlich knapp und dünn sei. Indessen ist ihr einerlei was andre Frauen von ihr denken. Auch wird sie keinem, wer's auch sei, Beachtung oder Liebe schenken. Sie fragt mich nicht nach wo und wie. Sie raucht nicht, wird sich niemals zieren, und ihre Schlankheit wird sie nie im Lauf der Jahre je verlieren. Sie kennt die Kunst, bei Lust und Leid in Anspruchslosigkeit zu strahlen. Nur einmal, für ein neues Kleid, mußt ich vier Mark und dreißig zahlen. Und fragt Ihr mich, wie alles geht, und fehlt Euch allen auch der Glaube: Verchromt, als tauchende Venus steht die Kleine auf meiner Kühlerhaube. Puck. Spenden für die Gießener Winternothilfe. Wie uns vom städtischen Wohlfahrtsamt mit- geteilt wird, sind bei der Gießener Winternothilfe 1932/33 folgende Spenden für di« hilfsbedürftigen Mitbürger zu verzeichnen: Don der Firma Bär & Wetterhahn 100 Zentner Kartoffeln, von Herrn Siegmund Hamme r s ch l a g i. Fa. Kann & Söhne auf di« Dauer von 6 Monaten allmonatlich 50 Laib Brot. rvornottzen. — Tageskalender für Mi ttwoch: Stadttheater, 20 bis 22 Uljr, „Der 18. Oktober". — L^erhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplah, 15 bis 17 Uhr, Ausstellung. — 50er- Dereinigung 1881/1931, 20.30 Uhr, b«i Kimpel, General-Versammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die verkaufte Brau?'. — Der Deutschnationale Handlung s- gehilfen-Verband, Ortsgruppe Gießen, oer- anftaltet am morgigen Donnerstag, 20.15 Uhr, im Vereinsheim feine Monatsversammlung. Themen des Abends: Tariflage, Sozialpolitik, Kreistag, Winter- bilüungsarbeit. (Siehe heutige Anzeige.) ** Sitzung des Provinzialaus- s ch u s s e s. Am nächsten Samstag, 15. Oktober, 8.30 Uhr beginnend, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen eine öffentliche Sitzung des Provlnzialausschusses der Provinz Oberhessen statt mit folgender Tagesordnung: 1. Beschwerde der Johanna Preih, geb. Kohlmeier, in Giehen, gegen den Bescheid der Bürgermeisterei Gießen vom 11. Mai 1932 wegen Versagung der Erlaubnis zum Betriebe eines Unternehmens zur Abgabe von Milch. 2. Klage des Bezirksfürsorgeverbandes Hamburg-Stadt gegen den Bezirksfürsorgeverband des Kreises Friedberg auf Erstattung von Kcan enhauspflegekosten für Richard Ott aus Güstrow. 3. Klage des Bezirksfürsorgeverbandes der Stadt Frankfurt am Main gegen den Bezirksfürsorgeverband des Kreises Friedberg auf Erstattung von Krankenhauspflegekosten für Maria Grein aus Vilbel. 4. Klage des Bezirksfürsorgeverbandes Wetzlar gegen den Bezirksfürsorgeverband der Stadt Gießen auf Erstattung von Fürsorgekosten für Johann Vasen aus Köln. 5. Klage des Bezirksfürsorgeverbandes des Kreises Erbach i. O. gegen den Bezirksfürsorgeverband der Stadt Gießen wegen Erstattung von Verpflegungskosten für Hans Müller aus Diedorf. 6. Klage des Bezirksfürsorgeverbandes des Obertaunuslreises in Bad Homburg gegen den Landesfürsorgeverband Hessen, vertreten durch den Bezirksfürsorgeverband des Kreises Friedberg, auf Erstattung von Krankenhauspflegekosten für Johann Hühnlein aus Unter-Oerrthal. ** Zur Ablösung der Sonderge- bäudesteuer in Hessen. Durch Verordnung des Gesamtministeriums vom 6. Oktober, die ab 1. Oktober in Kraft trat, wird auf Grund der Zweiten Rotverordnung des Reichspräsidenten zur Aenderung der Vorschriften über die Ablösung der Gebäudeentschuldungssteuer vom 30. September 1932 bestimmt: „Die staatliche und die kommunale Sondergebäudesteuer kann noch in der Zeit Dom 1. Oktober 1932 bis zum 31. März 1933 mit dem Dreifachen des vollen Jahresbetrages der Steuer abgelöst werden. In diesem Falle sind die für die Zeit vom 1. April 1932 bis zum 30. September 1932 erhobenen Sondergebäudesteuerbeträge xur Hälfte auf den Ablösungsbetrag anzurechnen. Die in der Zeit vom 1. Oktober 1932 bis zur Entrichtung des Ablösungsbetrages fällig gewordenen Sondergebäudesteuerbeträge sind neben dem Ablösungsbetrag zu zahlen. Cntgegenstehende Vorschriften der Ausführungsverordnung zur Ablösung der Sondergebäudesteuer vom 18. Februar 1932 treten außer Kraft." ** Unterstützt die Werbung für den Kolonial-Gedanken! Man schreibt uns: Die in der kolonialen Reichsarbeitsgemeinschaft vereinigten Verbände (die Deutsche Kolonial- Gesellsch der Deutsche Kolonial-Krieger-Dund, der Deutsche Kolonialvcrein, der Frauenbund der Deutschen ^olonial-Gesellschast, der Frauenverein vom Roten Kreru für Deutsche über See und der Kolonial-Kriegeroank) veranstalten in dieser Woche eine Kolonialtagung in Berlin. Gleichzeitig begeht die Deutsche Kolonial-Gesellschaft die Feier ihres 50jährigen Bestehens, während der Frauenbund auf ein 25jähriges Wirken zurückblicken tonn. Die Tagung wird den unabänderlichen Kolonialwillen des deutschen Volkes zum Ausdruck bringen und mit Rachdruck die Forderung erheben, daß die Reichsregierung sich für die Wiedergewinnung unserer Kolonien mit unbeugsamer Energie einsetzen muß. Aus Anlaß dieser Tagung soll in Gießen, wie im ganzen Deutschen Reich, am Sonntag, 23. Oktober, eine Straßensammlung stattsinden, deren Ertrag fift die deutschen Schulen und Krankenhäuser in Afrika bestimmt ist. Ferner wird die Gießener Abteilung des Frauenbundes der Deutschen Kolonial-Gesellschaft zur Feier ihres 25jährigen Bestehens am Samstag, 12. Rovember, einen Kolonial-Abend in den Räumen des Klubs veranstalten, zu dem die Einwohner unserer Stadt schon jetzt eingeladen werden. ** Sperrung der Straße „Arn Kugel» b e r g". Das Polizeiamt teilt mit: Die Straße „Am Kugelberg" soll neu eingedeckt und gewalzt werden. Aus diesem Grunde wird die Straße für die Zeit vom 12. Dttober bis einschließlich 23. Oktober für Fahrzeuge aller Art polizeilich gesperrt. Die aufgestellten Sperr- und Umleitungsschilder sind zu beachten. ** Sonntagsrückfahrkarten zur Besichtigung des Do X. Aus Anlaß des Besuches des Riesenflugschiffes Do X in Frankfurt werden vom Bahnhof Gießen für den morgigen Donners- t a g Sonntagsrückfahrkarten nach Frankfurt bzw. Frankfurt-Griesheim ausgegeben. Die Karten haben von 9 bis 24 Uhr Gültigkeit. Bis 24 Uhr muß die Rückreise angetreten sein. ** Grund st ücksverpachtungen der Stadt Gießen finden am Montag und Dienstag nächster Woche statt. Näheres ist aus der heutigen Bekanntmachung der Bürgermeisterei ersichtlich. *• Goldene Hochzeit. Gestern beging das Ehepaar Gerhard B ö tz und Frau, Emilie geb. Unverzagt, in körperlicher und geistiger Frische das Fest der goldenen Hochzeit. ** Sie Haushaltungsschule des Alice- schulvereins und die bekannten Kurse in Weißnähen, Sticken und Schneidern beginnen am 17. Oktober. Die Haushallungsschule und sämtliche Kurse dauern, wie man uns schreibt, ein halbes Jahr; es sind aber auch kürzere von 1—3 Monaten vorgesehen. Ferner sei auf die Beratungsstunden für Damen, die selbst schneidern, aufmerksam gemacht. — Siehe heutige Anzeige. Wettervoraussage Durch allgemeinen Barometeranstieg hat sich di« Störung über der Nordsee ausgefüüt, so daß ihr Einfluß bei uns zurück geht. Infolgedessen nehmen die anhaltenden Niederschläge ab. Allerdings tritt noch kein vollkommen trockenes Wetter ein. Die Wetterlage scheint später durch das Annähern eines neuen Tiefs einer abermaligen Verschlechterung entgegenzugehen. Staffeln milder ozeanischer Luft werden auch bei uns Vordringen und wieder mildes und regnerisches Wetter bringen. Aussichten für Donnerstag: Bewölkt mit Aufheiterung, Temperaturen wenig verändert, Rachlassen der Riederschlagstätigkeit, jedoch noch vereinzelte Schauer. Aussichten für Freitag: Erneuter Rückgang zur Wetterverschlechterung vorhanden. Lufttemperaturen. Am 11. Oktober, mittags: 12,2 Grad Celsius, abends: 10,0 Grad Celsius; am 12. Oktober, morgens: 9,8 Grad Cels. Maximum: 13,0 Grad Celsius. Minimum: 8^8 Grad Celsius. Riederschläge: 7,5 Millimeter. Sonnenscheindauer: l1/* Stunde. Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe. Am 11.Oktober, abends: 11,1 Grad Celsius, am 12. Oktober, morgens: 10,0 Grad Celsius. Sprechstunden der Redaktion« 11.30 bis 1230 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen Richt grübeln! - Frohe Se- danken fassen und Kaffee Hag trinken! Das schafft’s! mit Geld-Filmbildern in natürlicher Farbwiedergabe. gibt es in Hülle und Fülle. Da braucht man nicht Fragen auf zu werf en, die bereits beantwortet sind. Das Zigaretten-Problem ist seit 50 Jahren in Deutschland gelöst. Die führendeZigarette dreier Generationen war immer die milde W i ■: 1 1 ii i w " 1 7 § i ■H ■ ?.WMMDWd ; \ < >x :-,A\ M w \ KÖN7OSBERQ l ELMSH Ql HAMBURI cuwiiseMGteD 5 PANDA1 MINDEN >URO BOCH DORTMUND BUR< tQRpmmtN US5EID RJESA-GRÖ Verbraucher! ÖSTTUNOEI MÜNCHEN SEJFHEXNÖtS- K-DORF — Konsumverein Gießen u.Umg. Warenabgabe nur an Mitglieder! 7I61A Millionen Hände haben über 50 GEG-Produktlons- und Veredlungsbetnebe ge» schaffen. Haltet euerm Werk die Treuei Alle Kraft der eigenen Sache! Für den Gedanken der Gemeinwlrtschaftl , NUR GEG-ERZEUGNISSE aus euerm KONSUMVEREIN! Damit sichert ihr euch täglich greifbare Vorteile! Heute nacht verschied plötzlich unser treusorgender Vater Kaufmann Karl Just Johanna Leib Karl Leib. Mainzlar, Meiningen, den 11. Oktober 1932. Beerdigung: Donnerstag, 13. Okt., nachm. 4 Uhr, 7176 D Alice-Sch ul verein. 68990 Anmeldungen zu den Kursen in Weifinälieo, Sticken n. Schneidern u. zu der Haushaltungsschule werden jederzeit entgegengenommen. Beratungsstunden. Dienst, von 7—10 Uhr, Freit, v. 3—6 Uhr. Alles nähere Steinstr. 10. PrefHc: Hausheltnngsschule: 40 Mk. monatl. ein- schließ!. 5X Mittagessen in der Woche. Kochkursus: 27 Mk. monatl. einschließl. 5 X Mittagessen in der Woche. Kursus Im Weißnähen: Monatl 12.50 Mk Kursus Im Schneidern: Monatl. 14.25 Mk Kursus im Sticken: Monatl 7 - Mk Kursus im Bügeln: Monatl 5.— Mk (Vermietungen | Einfamilienhaus nr. gröberem Garten sofort zu vermieten. Schrift!. Ang. unt. 05919 an d. G. A. Schöne tisoD 7-Zimmer-Wolinung 2. Etage, mit Bad u. Zubehör,per l.Nov. vreisw. zu vermiet. Desgleich. 1. Etage 2 Zimmer f. Bürozwecke, fev.Eingang. A. Geissner, Plocfcstr. 9. Beraiungsstunden: Besuch eines Nachmittags oder Abends: 0.50 Mk Anprobieren: 0.30 Mk. Zuschneiden von Kleidern u- Mänteln: 0.50 bis 1.50 Mk Zuschneiden von Wäschestücken und Kindersachen: 0.25 bis 0.75 Mk. Abformei i einer Büste zum Selbstschneidern: 3 bis 5 Mk. Kurikume vormittags in Schneidern: 2x3 Std. in der Woche, Monatl. 7.— Mk. 3X8 btd. in der Woche. Monatl 10.— Mk WiUaUu: 2x3 Std. in der Woche. Monatl. 6 — Mk. 3X3 btd. in der Woche. Monatl. 8.50 Mk. 3X4 btd. in der Woche. Monatl 10 — Mk. Donnerstag, den 13. Oktober d. 3., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen-, Jimcnroeg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 7193D 4 Sofas. 3 Sessel, 1 Vertikos, 3 Nähmaschinen, 2 Chaiselongues, 3 Radio, anlagen, 3 Diwans, 3 Schreibmaschinen, 1 Frisiertoilette, 3 Gläserfchränke, 1 Wirtschaftsbufett, 1 Badeofen mit Wanne, 1 Mille Zigarren, 2 Grammo- Phone, 1 Kommode, 2 Kleiderschränke, 1 «piegelschrank, 5 Schreibtische 5 Bä- setts, 1 Schreibmaschinentisch, 1 Vitrine 1 spiegel, 2 Tische, 6 Stuhle, 10 Zug. liunpen, 1 Harmonium, 1 Rauchtisch 1 Bücherschrank, 1 Kredenz, 1 Ständer- lampe, 1 Piano, verschiedene Haushal- tungsgegenstände, wie: Milchkannen, Milchtopse, Brotkapseln. Ferner an Ort und Stelle.- 1 Pferd 2 elektnsche^Kiihlschränke, 1 Eisschrank v'er- schiedcne Spielwaren, Besen, Christbaum, schmuck, 1 Agawagen, 1 Kuh, 2 Schweine, 2 Lauferschweinc und 2 Horch-Personen- »agen. IHö U , Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwigstraßc 33 — Telephon 3239 4-ZimnißF-WöhoDDg neuz.eing.,beschlag- nahmefrei, 80 RM., sof. uennieth. Schr. A.u.05927a.d.G.A. 2 gr. Zimmer in. Küche v.l.Nov.zuvermiet. Wiesecker Weg 40. Möbliert. Wohn- u.Schlafzimmer f. 2 Pers., evtl, auch a. 2 Einzelz., z.verm. Slephanslr. 39 p. 2 schön möhl, Zimmer zu vermieten, msdi Kaiserallee 39 I. 2 möhl.Zimm, z.verm. Franks.Str.171.05910 2 leere Zimmer zu vermieten. 0591s Seltersweg 22. [ Mietgesuche | Student f.v.l.11.32 Zimmer, mögl.m.Zentr.-veiz. evtl, voller Pension. Sehr. Ang. m. Preis u. 7188V a.d.G.Anz. EiuLmöbLZimmTmT Eing. ges.Schr.Ang. u.J)5922 a. d. G. A. | Stellenangebote | Gu1emvf.,ebrl., ges. fioiötügsmäöihen nicht unt. 19 Fahr, für 25. Okt. gesucht. Wo? sagt die Ge- schäftSsld.Gieß.Anz. SlMWMWMU der Stadt Gießen. Montag, den 17., und Dienstag, den 18. Oktober 1932, sollen die leihfällig gewordenen Grundstücke der Stadt Gießen öffentlich meistbietend an Ort und Stelle auf weitere sechs Jahre verpachtet werden, und zwar: 7187C Montag, den 17. Oktober 1932. a) 8% Uhr, Zusammenkunft au der Kreuzung Aulweg-Wartweg: 5 Grabstücke, 2 Aecker, Flur VII, Am Schlangenzahl, links vom Aulweg in der Nähe der Körnerstraße. Hieran anschließend: 1 Grabstück, Flur V, Ecke Wilhelm- und Welckerstraße. b) 9% Uhr, Zusammenkunft am ehemaligen Sägewerk im Erdkauterweg 20: 23 Grabstücke, Flur XII, im Gelände des ehemaligen Sägewerks. Hieran anschließend: 1 Grabgarten, Flur IV, Ecke Aulweg- Schiffenberger Weg. 1 Grabstück, Flur IV, Lessingstraße. c) 11 Uhr, Zusammenkunft am Alten Steinbacher weg (Bahnübergang Gießen—Fulda): 12 Grabstücke, Flur XVI, zwischen dem Alten Steinbacher Weg und der Licher Straße. Hieran anschließend: 12 Grabstücke, Flur XVII, gegenüber dem Siechenhaus, Licher Straße. 1 Grabstück, Flur XVII, unterm Kugelberg. d) 14^ Uhr, Zusammenkunft an der neuen Schule in den Lichgärten: 13 Grabstücke, Flur III, Ecke Wolf- straße-Eichgärtenweg. Hieran anschließend: 27 Grabstücke, Flur XVIII, Auf die Professorsstücke. e) 16 Uhr, Zusammenkunft wiesecker weg, hinter Gärtnerei Moser: 4 Grabstücke, Flur XIX, bei der Taubentränke am Waldbrunnen. 1 Grabstück, Flur XXII, die Taubentränke an der Marburger Straße. 7 Grabstücke, Flur XXII, an der Alten Marburger Straße. Dienstag, den 18. Oktober 1932. a) %% Uhr, Zusammenkunft An der Mar- garelenhütte: 8 Grabstücke, Flur VI, am Wetzlarer Weg, im Eisenfeld. Hieran anschließend: 1 Grabgarten, Flur XXXVIII, an der Mühlbach, am Hamm. b) 10 Uhr, Zusammenkunft am Schlachthof: 1 Acker, Flur XXXVIII, an der Leimenkaute. 1 Grabstück, Flur XXXVIII, hinter der Pulvermühle. Hieran anschließend: 9 Grabstücke, Flur XXIX (Schrebergärten), zwischen der Lahn und Wiß- marer Weg. Gießen, den 11, Oktober 1932. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Dr. Rosenberg. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Gröningen für das Rechnungsjahr 1932 liegt von Mittwoch, den 12. Oktober 1932, ab eine Woche lang auf hiesiger Bürgermeisterei zur Einsicht offen. Einwendungen sind innerhalb dieser Frist bei hiesiger Bürgermeisterei vorzubringen. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch Ausmärker beizutragen haben. Grüningen, den 11. Oktober 1932. Hessische Bürgermeisterei. Euler. 7181D Bedeutende OlImportfirma sucht für die dortige Gegend energisch. Prowisionsff Vertreter* Offerten, nur von Branchekundigen, unter F.D. 531 durch Rudolf Mosse, Frankfurt am Main. ?i8sv Achtung Existenz! Dauerstellung! 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Filet Pfd. 40 Pf. Bückinge Pfund 28 Pf. Fetth^ringe 10 Stück 40 Pf. Sauerkraut n»oD Pfund 10 Pf. MWM Liebigatr. 08, Tel.8688 Detektiv K. Gerz, Bad-Hauheim, Kur- Straße 17 erieöigiaUe vertrauliche Privat« u. Geschäftsangele- genheiten.wie Aus- ktinste, Beobachtungen, Ermittlungen, Beschaffung 0 Be- weismat. in Straf- u. ivilvroz streng diskr Svrechst.:9b 12'/, - 3—6 Uhr riTnrrrmT» »1 «3pp Frische Seelische zum Kochen, Pfund v. .35 an. Filet, Nlarke „Fifi" Pfund 0. .38 a an. Lebende Karvfen, Pfund 95 r) Lebende Schleien, Pfund 1.25 Fluß-Hechte Pfund l.-b.l.lO Frischer Zander Pfd. 1.10b.1.20 Täglich fr.Näuchcr» Ware emvffehlt 7,»sD A.Koch Nacht Himburg 15,Tel.MU 1 Familien-Drucksachen Verlobungsanzeigen Vermählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl. Schulstraße 1 Verschiedene?! hiimttlerrichl in Schneid., Weißnahen u. Handaro. wird erteilt. Anm. jederzeit. 7,740 Plockstraße 11II. Jg Lehrer ert. bill. Nachhilfeunterricht i.all.Volksschulfäch., auch Latein u. mod. Fremdsvrachen. «ns Ebelstraße 29 v. Gutgehende to»ie Wirtsdiaft Nähe Gieß.,,. verv. J. Baer, Oatanlage 43. 1000 RM. f.sof zu leih, ges., als Sicherheit 0 Morgen Land. Schr.Ang.u. 05933 a.d.Gleß.Anz. I Vereine^" D. H. V. Mauks Versammlung Tonnerstag, 13.10. 8,15 Uhr im Heim Tariflage, Sozial« volitik, Kreistag, Winterbildungsarbeit. Jeder Kollegs muß erf cf) einen.tvsD ltt. 240 Zweites Blatt Wegener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Mittwoch, \2. Oktober 1952 ö.J.-ipor/ Wirtschaft Die Kraftfahrzeuge in Heften 1932. Der Kraftfahrzeugbestand in Hessen hat int 2 ah re 1932 gegen das Vorjahr keine wesentliche Veränderung erfahren. Zwar ist ein weiteres Ansteigen der Krafträder zu verzeichnen, dagegen aber eine Abnahme der Personenkraftwagen und Lastkraftwagen. Immerhin kommt auch im Iahre 1932 gleich wie 1931 auf 46 Einwohner ein Kraftfahrzeug, während 1930 auf je 51 Einwohner ein Kraftfahrzeug entfiel. Die meisten Kraftfahrzeuge entfallen auf die Stadt Mainz, wo auf je 35 Einwohner ein Kraftfahrzeug kommt, während die wenigsten Kraftfahrzeuge der Kreis Büdingen aufweist, wo erst auf 66 Einwohner ein Kraftfahrzeug entfällt. Insgesamt weisen die Mitteilungen des landesstatistischen Amtes am 1. Iuli 1932 an Kraftfahrzeugen aus: Krafträder 15 695 (1931: 15 147), davon Kleinkrafträder 7851 (6802), Personenkraftwagen einschl. Omnibusse 10 480 (10 723), Lastkraftwagen 3078 (2378); Starkenburg 7986 Krafträder, davon 3937 Kleinkrafträder, 4703 Personenkraftwagen, 1251 Lastkraftwagen (auf 1 Fahrzeug 46 Einwohner), Oberhessen 3764 Krafträder, 1961 Kleinkrafträder, 2307 Personenwagen, 569 Lastwagen (49 Einwohner), Rheinhessen: 3945 Krafträder, 1933 Kleinkrafträder, 3470 Personenwagen, 1258 Lastwagen (44 Einwohner). Großfeuer bei Würzburg. In Fuchsstadt bei Würzburg brach in einer der vergangenen Nächte Feuer aus, dem drei Wohnhäuser der Landwirte Hans Thorwart, Sengfelder und Nagler, sowie vier Scheunen zum Opfer fielen. Sengfelder hat erst vor drei Monaten seine Frau durch den Tod verloren. Die durch den Brand geschädigten Landwirte sind versichert. Die Brandursache ist noch nicht bekannt. Schweres Bergwerksunglück in England. 19 Tote. Auf der Plank Lane-Grube bei Leigh in Lanca- shire ereignete sich ein folgenschweres Unglück. Ein mit 20 Bergleuten besetzter Förderkorb st ü r z t e in die Tiefe. 19 Bergleute wurden getötet. Grubenbrand in Transvaal. Nach einer Meldung aus Iohannesburg erlitten bei einem Grubenbrand zwölf Weiße und 45 eingeborene Bergarbeiter Verletzungen und Gasvergiftungen. Einer Rettungsmannschaft gelang es, die Arbeiter aus der Gefahrenzone zu schaffen. 30 der Geretteten, darunter zehn Europäer, muhten ins Krankenhaus gebracht werden. Blutige Zwischenfälle in Indien. — Drei Tote, fünf verwundete. „Times" meldet aus Delhi: Nach dem dieser Tage erfolgten Tod eines Drahmanen in Fateh- pur Sikiri erklärte die Witwe, sie wolle frei- wiUig den Derbrennungstod erleiden. Es gelang^ aber, ihr den 'Beschluß auszureden. Als diese Tatsache bekannt wurde, sammelte sich eine Menschenmenge vor dem Hause an und verlangte, die Frau solle ihre ursprünglich geäußerte Absicht durchführen. Die Menge drang gewaltsam in das Haus ein. führte die Frau davon und begann einen Schei terhaufen zu errichten. Daraufhin griff die Polizei ein und feuerte eine Anzahl vchüsse ab, durch die drei Personen getötet und fünf verletzt wurden. Hierauf brachte sie die Frau in Sicherheit. 185 Frankfurter Verkehrsunfälle im September. MSN. Frankfurt a. M.. 11. Ort Im Monat September ereigneten sich in Frankfurt 185 Ber- kehrsunfälle. Beteiligt waren 159 Kraftwagen 38 Krafträder, 78 Fahrräder und 41 Fußgänger 'Getötet wurden 5, verletzt 126 Personen. Sachschaden entstand in 95 Fällen. eine innerpolitische Beruhigung erwartet. Auch der Eingang von neuen Russen- und Reichs- bah naufträgen beim Stahloerein hinterließ einen günstigen Eindruck. Trotz der f r e u n d- lichen Grund st immung blieb das Geschäft klein, da sich das Publikum auch heute noch nicht beteiligte. Ausgehend vom Montanmarkt, an dem Mannesmann, Phönix, Rheinstahl und Stahlverein je 0,5 d. $). gewannen, machten sich auf den meisten Marktgebieten Besserungen von 0,5 bis 1 v. S). geltend. Es eröffneten IG. 0,65, Bekula 1, Gesfürel 0,5, Reichsbank 0,75 und Holzmann 1,5 v. H. fester. Dagegen blieben AEG., Deutsche Erdöl und Schiffahrtswerte nur knapp gehalten. Zement Heidelberg, Licht & Kraft und Zellstoff Waldhof eröffneten unverändert. Am R e n t e n m a r k t setzte die Altbesitzanleihe ihre Aufwärtsbewegung um 0,65 v. H. und späte Fälligkeiten um weitere 0,5 v. H. fort. Auch Neubesitz und Schutzgebiete lagen um Bruchteile eines Prozents höher. Reichsschuldbuchforderungen gewannen bei lebhafteren Umsätzen etwa 0,40 o. H. Am Pf a n d d r i e f m a r k t war die Tendenz freundlich, Koldpfandbriefe lagen etwa 0,25 v. H. höher. Am Auslandrentenmarkt lagen Monopol- Rumänen weiter schwach, während 5-v. H.-Rumänen von 1903 und die 4-v. H.-Einheitsrumänen auf dem erhöhten Niveau der Abendbörse behauptet blieben. Im Verlaufe unterlag das Kursniveau an den Aktienmärkten leichten Schwankungen. Vorübergehend ergaben sich infolge der Geschäftsstille und auf Glattstellungen der Spekulation leichte Rückgänge, später setzte sich jedoch eine neue Aufwärtsbewegung durch, und die Mehrzahl der Kurse lag noch etwas über dem Anfangsniveau. Am Geldmarkt war Tagesgeld etwas gefragt, es stellte sich jedoch auf unverändert 3,75 v.H. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 12. Okt. (WTB- Drahtmeldung.) An der heutigen Getreidebörse war die Stimmung lustlos und eher schwächer. Bei Weizen stand einem geringen Angebot nur wenig Nachfrage gegenüber. Roggen war nach wie vor geschäftslos. Gerste und Hafer blieben unverändert. Trotz erneut ermäßigter Mühlenforderung war das Mehlgeschäft weiter schleppend. Futter- miltel hatten bei nachgebenden Preisen sehr ruhige Haltung. Gegen 14 Uhr nannte man etwa folgende Preise: Weizen 212,50 Mark, Roggen 165, Sommergerste für Brauzwecke 180 bis 190, Hafer (inländischer) 142,50 bis 147,50, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0, mit Austauschweizen) 31,20 bis 32,20, Weizenmehl (niederrheinisches, mit Austauschweizen) 31,20 bis 31,95, Weizenkleie 7,75, Roggenkleie 7,75 Mark. mit ^inqnei: - Weden kmiinj en-... sie haben ^aufkwaft. Rindermarkt in Gießen. Auf dem heutigen Rinder-Nutzviehmarkt in Gießen standen 909 Stück Großvieh, 189 Fresser und 235 Kälber. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 350 bis 400 Mk., 2. Qualität 200 bis 300 Mk., 3. Qualität 100 bis 160 Mk.; Schlachtkühe a) 140 bis 240 Mk., b) 40 bis 100 Mk.: Rinder i2* bis 3/4iäf)rig 70 bis 130 Mk., 3/4- bis zweijährig 80 bis 170 Mk., tragend 170 bis 320 Mk.; Kälber das Pfund Lebendgewicht 25 bis 33 Pfennig. Marktverkauf: Vormarkt lebhaft, später abflauend. Kleiner Lieberstand. Freundliche Stimmung in Berlin. Berlin, 12. Okt. (WTB. Funkspruch.) Die heutige Papen-Rede in München, die der Börse schon im Wortlaut vorlag, wurde im allgemeinen rechtgünstig ausgenommen. Aber schon vormittags war unter dem Eindruck einer innerpolitischen Entspannung und auf Grund der Erholung, die sich an der gestrigen Neuyorker Börse durchsetzen konnte, eine freundlichere Stimmung festzustellen. Auch die stetigere Haltung der Warenmärkte wirkte ebenso wie die anhaltend günstigen Berichte aus der Montanindustrie beruhigend. Das PublikumsintereOe verstärkte sich besonders für Spezialwerte. Allerdings waren die ein- gehenden Kaufaufträge teilweise zu niedrig limitiert, doch beteiligte sich auch die Spekulation mit Rückkäufen am Geschäft, so daß K u r s b esse r ungen bis zu 1 Prozent die Regel waren. Darüber hinaus konnten sich Rheinstahl um 1,5 Prozent, Kunstseidenwerte bis zu 2 Prozent, Dortmunder Union und Schultheis bis zu 1,75 Prozent (bei letzteren spricht man von der Möglichkeit einer 6prozentigen Dividende), Verkehrswerte und Elektropapiere, wie Gesfürel, Elektrische Lieferungen, ebenfalls. bis zu 1,75 Prozent und Ehadeaktien bis zu 4 Mark bessern. Auch im Verlaufe blieb die Tendenz freundlich, und eine ganze Reihe von Aktien erzielt weitere Besserungen bis zu 0,5 Prozent, wobei anregte, daß die deutichen Werte heute aus London gleichfalls fester gemeldet wurden. Stärker gesteigert waren die Deutschen Anleihen. Die Altbesitzanleihe setzte ihre Erholung um 1,70 v. H. fort, die Neubesitzanleihe war um 20 Pf. gebessert. Auch Reichsschuldbuchsorderungen hatten lebhafteres Geschäft und zogen erneut um 0,5 v. H. für späte Fälligkeiten auf 65,5 v. H. an. Schutzgebiete lagen behauptet. Jndustrieobligationen und die übrigen Gebiete des festverzinslichen Marktes waren vernachlässigt. Die Situation am Geldmarkt blieb unverändert leicht. Tagesgeld stellte sich an der unteren Grenze wieder auf 4,40 o. H., ging aber vereinzelt bis auf 4,13 v. H. zurück. Von Ausländern waren Rumänen heute etwas widerstandsfähiger, dagegen waren Mazedonier an- geboten und gegen letzte Notiz um 30 Pf. schwächer. Gegen 12.45 Uhr ließ das Geschäft, nachdem die Kauforders des Publikums zur Ausführung gekommen waren, nach, und die Höchstkurse behaupteten sich nicht immer, die Tendenz blieb aber durchaus freundlich. Für Maschinenwerte erhielt sich bei weiteren Kursbesserungen Interesse, auch einige I Elektropapiere, wie Schlickert und Licht & Kraft, lagen weiter fest. Goldschmidt wurden verspätet 2 v. H. über gestern notiert. Am Geldmarkt machte die Erleichterung jetzt etwas stärkere Fortschritte, Tagesgeld war an der unteren Grenze mit 4,40 v. H., teilweise mit 4,25 v. H. und auch schon mit 4,13 v. H. erhältlich, Monatsgeld blieb unverändert 5 bis 7 o. H. Frankfurt freundlich. Frankfurt a. M., 12. Okt. (WTB. Drahtmeldung.) Den Erwartungen des Vormittagsverkehrs entsprechend setzte die heutige amtliche Börse die A u f w ä r t s b e w e g u n g an der gestrigen Abendbörse fort. Eine nachhaltige Anregung ging von der Festigkeit der gestrigen Auslandbörsen aus, ebenso befriedigte di e Rede des Reichskanzlers in München, von deren Auswirkung man Kunst und Wissenschaft. Banher-Ausstellung in Marburg. Bis zum 20. November d. I. findet im Kunst- mftitut in Marburg eine Ausstellung von Werken Professor B a n tz e r s zu Ehren seines 75. Geburtstages statt; eine Ausstellung von Werken der Familie Bantzer ist angegliedert. Die Ausstellung zeigt einen Querschnitt durch Bantzers Lebenswerk und erfreut sich eines regen Besuches. Professor Dr. Schultze-Naumburg wieder nach Weimar berufen. Pros. Dr. Schultze-Naumburg ist von der thüringischen Regierung wieder zum Lester der Staatlichen Hochschule für Baukunst, bildende Künste und Handwerk ernannt worden. Schultze-Naumburg mar, wie erinnerlich, seinerzeit von der Regierung Baum-Frick-Kästner auf den gleichen Posten berufen worden, aber später, nach dem Ausscheiden der Nationalsozialisten aus der Regierung, vorzeitig seines Amtes enthoben worden. In dem Prozeß, den er deshalb gegen das Land anstrengte, hat das Arbeitsgericht in einer Güte-Verhandlung beiden Parteien einen Vergleich vorgejchlagen, und das Kabinett ist diesem Vergleichsvorschlag beigetreten. Gs soll mit «chlutze-Naumburg ein für bas Land Thüringen günstigerer Vertrag abgeschlossen werden. Die Direktorstelle für die BauhochsäMle, die der vorige Landtag im lausenden Haushaltsplan gestrichen hak, wird nunmehr wieder neu in den Etat eingesetzt werden. Reichsschulwoche für alkoholfreie Jugenderziehung. In der Zeit vom 24. bis 29. Oktober soll eine Reichsschulwoche für alkoholfreie Jugenderziehung in Berlin-Schöneberg stattfinden. Während dieser Schul- woche sollen die Kinder in Schulen aller Art, in allen Landesteilen des Deutschen Reiches ebenfalls über die Schäden des Alkoholismus aufgeklärt werden. Als Einführung in die praktische Schularbeit finden in der diesjährigen Hauptversammlung der Reichsarbeitsgemeinschaft für alkoholfreie Jugenderziehung am 10. Oktober, 15 Uhr, in Berlin-Schöneberg im Bürgersaal des Rathauses Vorträge statt über alkoholfreie Jugenderziehung, verbunden mit einer Lehrmittelschau. Aus aller Welt. Verkehrsunglück bei Aschaffenburg. — Lin Toter, ein Schwerverletzter. Auf der Straße zwischen Hösbach und Goldbach bei Aschaffenburg ereignete sich ein schweres Mptor radunglück. Der ledige ‘Bauarbeiter Oskar G e i s aus Rottenberg befand sich mit seinem Arbeitskollegen von Waldaschaff mit einem geliehenen Motorrad auf dem Wege zur Arbeitsstelle nach Freudenberg, llntoeit des Hösbacher Ortsausganges fuhr Geis in eine Gruppe von sieben taubstummen Fußgängern, die das Motorrad nicht hatten kommen hören. Dabei wurden einige Personen Überrannt, während die beiden Fahrer mit voller Wucht in den Straßengraben stürzten. Geis erlitt einen schweren Schädelbruch und andere Verletzungen, sein Beifahrer kam mit einem Beinbruch und Stauchungen am ganzen Körper davon. Einer der Fußgänger erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Geis wurde in hoffnungslosem Zustand in seine Wohnung gebracht, wo er inzwischen gestorben ist. Auch der Zustand des Schwerverletzten ist äußerst ernst. Drei Frauen vom Schnellzug überfahren. In Brons bei Grenoble ereignete sich, wie aus Paris gemeldet wird, dieser Tage ein schreckliches Unglück, das drei Todesopfer forderte. Drei Frauen überquerten am Bahnhof Brons die Gleisanlagen. Dabei blieb eine der Frauen mit dem Schuhabsatz in der Weiche stecken. Als die beiden anderen ihr helfen wollten, wurden alle drei von einem Schnellzug erfaßt und buchstäblich zermalmt. Fuß-all: -1900—VfB. Das sportliche Ereignis des kommenden Sonntags ist das Lokaltreffen zwischen den ersten Mannschaften der Spielvereinigung 1900 und des VfB. Diesmal handelt es sich nicht nur um ein Gesellschaftsspiel, sondern um ein Derbandsspiel, bei dem es auch um Punkte geht. (Ein Grund mehr, den Reiz der Begegnung zu erhöhen!) Die beiden Mannschaften sollen, wie wir bisher gehört haben, voraussichtlich in den Aufstellungen des vergangenen Sonntags antreten. Das Spiel findet auf dem Waldsportplatz statt. Ausgang- höchst ungewch! Wir kommen auf die Begegnung Handball im Lohn-Dünsberg-Gau. Ahbach I — Alleudorf I 2:2 (0:1). Das Spiel brachte, wie erwartet, auch diesmal dem Meister keinen Sieg. Das Zustandekommen des Llnentschreden ist sogar noch glücklich zu nennen. "Beide Mannschaften hatten je einen Ersatzmann in ihren Reihen. Die ersten Spielminuten sahen sofort den Platzbesitzer überlegen der Erfolg blieb aber zunächst aus. In der 15* Minute übernahm vielmehr Allendorf die Führung. Nach der Pause wurde das Spiel härter Ahbach glich aus und erzielte bald ein weiteres Tor. dem die Allendorfer erst in letzter Minute den Aüsglelchtreffer entgegensetzen konnten. Dorlar I — Lollar I 5:3 (2:1). In Torlar sah man beide Mannschaften in ernem harten Kampf um die Punkte ringen. Der Gast trat zedoch mit nur zehn Mann an und muftic dem Plahbesiher einen verdienten Sieg überlassen. Nachdem die erste Hälfte mit Verwandlung von drei Strafstößen dem Platzbesitzer zwei, den Gästen einen Erfolg brachten, erreichte das Spiel in der zweiten Hälfte seinen Höhepunkt. Lollar erreichte den Ausgleich. Von dieser Zeit an kam jedoch der Platzbesitzer auf und erzielte bis zum Schluß noch drei Tore, die Gaste nur noch eins. Lezirksklasse. Die Vorentscheidung im Bezirk 1 ist mit dem j nachstehenden Spiel klar für die Mannschaft von Garbenheim entschieden worden. Garbenheim I — Launsbach I 12:5 (5:3). Launsbach errang unmittelbar nach dem Anstoß die Führung. Der Ausgleich ließ nicht lange auf sich warten. Bei verteiltem Spiel war der Platzbesitzer etwas glücklicher in seinen Aktionen und führte zur Halbzeit mit 5:3. Nach dem Wechsel zeigte sich Garbenheim stark überlegen. In kurzer Zeit fielen vier Tore. Launsbach verkürzte bann um zwei Tore, während die Platzbesitzer im weiteren Verlaus auf 12:5 erhöhten. Waldgirmes I — Rodheim I 0:3 (0:3). Beide Mannschaften lieferten sich ein flottes Spiel. Der Sieger gewann durch sein besseres Zusammen- spiel. Der Platzbesitzer verlor sich zuviel in Einzel- aktionen. Erda I — Wißmar I 1:2 (0:1). Zwei gleichwertige Mannschaften lieferten sich ein scharfes Spiel. Die beiden Tore für Wißmar resul- tierten aus Strafwürfen, während Erda seinen Erfolg aus einer Drangperiode als Abschluß eines Angriffes erreichte. Bei etwas mehr Schußvermö- gen hätte Erda das Spiel für sich entscheiden müssen. Nordeck I — Allendorf II 11:4 (3:2). Die Gäste traten mit nur 10 Mann an. Nach- dem der Kampf vor der Pause ziemlich ausgeglichen war und den Parteien zu 3 bzw. 2 Erfolgen verhalf, beherrschte in der 2. Halbzeit der Platzbesitzer klar das Feld und erreichte noch 8 Tore, die Gäste aber nur 2. Die Gäste fanden sich während der ganzen Spielzeit nicht zusammen. Das Spiel verlief sehr fair. kefselbach F — Ruttershausen I 1:1 (0:1). Die Gäste spielten durchweg überlegen (hauptsächlich .in der ersten Hälfte) und hätten einen Sieg verdient. Das Spiel verlief sehr ruhig und wurde erst in der zweiten Hälfte etwas härter. Torwart und rechter Verteidiger von Kesselbach waren ausgezeichnet. Lollar II — Allertshausen I 3:2 (1:0). Rach Anpfiff entwickelte sich ein schönes und faires Spiel, das bis zur Pause einen Erfolg für d«e Platzverein erbrachte. Nach dem Wechsel erhöht Lollar auf 3:0. Erst durch Umstellung vermochten die Gäste zwei Tove aufzuholen. Albach I — Steinbach I 3:0 (0:0). Das Spiel hatte sehr unter dem schlüpfrigen Doden zu leiden und brachte vor der Pause keinerlei Erfolge. Nach dem Wechsel war Albach im Spielaufbau besser und erreichte 3 Tore. Steinbach konnte trotz starker Bemühungen zu keinem Erfolg kommen. Kurz vor Schluß mußte das Spiel abgebrochen werden. Arbeiter-Turn- und Sportbund Heuchelheim I — Erbstadt-Kaichen I 6:3. 2n Heuchelheim lieferten sich beide Mannfchaften im letzten Spiel ber Vorrunde einen flotten Kampf. Vom Anstoß ab übernahmen bie Gäste bie Führung unb es dauerte einige Zeit, bis Heuchelheim der Aus- gleich gelang. Nach wechselvollem Spiel lautete das -^e’ ^olbzeit 3:3. Nach der Pause ging c mächtig aus sich heraus und konnte bis <,no$ bre* Tore vorlegen, während die Gäste trotz aller Anstrengungen nicht mehr erfolgreich fein konnten. Niebec-Florftabt I — Naunheim I 4:1. . bittere Enttäuschung mußte der Kreismeister in Nreder-Florftabt erleben. Schon nach wenigen Minuten ging Florstadt durch Handelfmeter in Füh. i rung und erhöhte dann ebenfalls durch Elfmeter . auf 2:0. Naunheim konnte trotz aller Anstrengungen ' nie recht gefährlich werden. Halbzeit 3:0. Nach Sei- I tenwechfel lag Naunheim stark im Angriff, konnte ■ aber zu keinem Erfolge kommen. Dann wurde das I Spiel wieder oerlei' er unb Naunheim gelang erst 1 jetzt durch einen schwach zurückgegebenen Ball zum einzigen Tor zu verwandeln. Florstadt erhöhte noch auf 4:1. .Der zweite Sonntag der Nachrunde der Bezirk s k 1 a f f e n sah Lollar I — Daubringen I sich begegnen. In einem äußerst flotten Spiele, das bitweise sehr hart durchgeführt wurde, konnten die Platzbesitzer mit 4:0 Toren Sieger werden. Gießen II — Londorf I 2:3. Auch hier sah man ein wechselvolles Spiel, bei bem sich die Platzbesitzer trotz aller Anstrengungen geschlagen bekennen mußten. Wißmar I — wiefeck II 1:3. Die Gäste, mit nur 10 Mann, legten den Platzbesitzern ein schönes Spiel vor unb übernahmen auch halb bie Führung. Wißmar ging bann mächtig aus sich heraus, konnte aber nur zu einem Erfolge kommen. Wieseck siegte verdient. Jllsfdb I — Grohen-Linden I 3:1. Das Spiel sah die Gäste nach kurzer Zeit in Führung. Alsfeld stellte jedoch bis Halbzeit den Ausgleich her. Nach Seitenwechsel lag Alsfeld mehr im Angriff und übernahm nun seinerseits die Führung. Das Spiel wurde härter. Alsfeld blieb im Vorteil und erzielte noch ein drittes Tor. Vorher: Alsfeld II — Beuern I 3:4. Grohen Vuseck I — Burkhardsfelden I 4:2. In Großen-Bufeck lieferten sich beide Mannschaften ein mäßiges Spiel. Die Platzbesitzer waren stets im Vorteil, konnten aber nur knapp Sieger werden. Vorher: Großen-Bufeck II — Lindenstruth I 2:2. Rodhelm I — Naunheim II 2:4. 3n Rodheim standen sich diese Mannschaften gegenüber. In einem reichlich aufgeregt geführten Spiel konnte Naunheim mit viel Glück Sieger werben. Rodheim Jugend — Naunheim Jugend 3:3 Wieseck III — Watzenborn I 6:1. 2luf dem Wiesecker Platze lieferten sich diese Mannschaften ein laues Spiel. Wieseck, technisch besser, konnte mit 6:1 Toren sicher Sieger werden. Annerod I — Klein-Linden I 4:2. Annerod war immer schneller am Ball und konnte durch sein aufopferndes Spiel einen sicheren Sieg landen. Gleiberg I — Heuchelheim II 2:2. Diese Mannschaften lieferten sich ein flottes, gleichwertiges Spiel. Der Ausgang des Treffens entspricht den Kraftoerhöltnissen. Gleiberg Jugend gegen Heuchelheim Jugend 0:2. Vetzberg II — Waldgirmes I 1:12. Waldgirmes war in diesem Spiele stets überlegen und konnte einen hohen Sieg landen. Alten- Buseck Jugend — Staufenberg Jugend 2:0. Lollar 3ugenb — Wieseck Jugend 1:0 (abgebrochen). Handball. Gießen I — Butzbach I 7:0. Gießen war technisch besser und es gelang der Mannschaft, die sich gut wehrenden Gäste durch planvolles Spiel niederzuringen. wieseck I — Gambach I 10:3. Auch hier sah man ein flottes Spiel, bei dem Wieseck bis Halbzeit stark überlegen war und mit 7:1 Toren führte. Rach Wechsel war das Spiel ausgeglichener. Wieseck kam wohl noch zu drei Toren, denen die Gäste ober noch zwei entgegensetzten. Im weiteren Verlaus konnte dann der Gästehüter mit viel Glück sein Tor sichern. Ohne, Außens »ieSomi«1" SUNLICHT' Denken Sie an Stoffe/ denken Sie an L Bernard Mehlkanf ist Verlrauenwehe Hofmannstraße 4 part. 7OT4D Dose 25 L- Fachmännische und sorgsame Bedienung in allen Innungsgeschäften Bäcker-Innung • Gleiten 717? 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Weiter hat die Polizei ermittelt, daß Försters Geliebte in Offenbach die Mühe, die er am Tage der Tat getragen hat, später ausgewaschen und verbrannt hat. Sehr belastend ist für Förste^ auch der unternommene Versuch, sich bei einem dtifeur zwei falsche Bärte zu besorgen. Bei seinen vielen Vernehmungen legt Förster eine außergewöhnliche Kaltblütigkeit an den Tag. Buntes Allerlei. 2000 Gnadengesuche für einen Hund. In Birmingham wurde ein Hund zum Tode verurteilt, der ein kleines Mädchen und vorher schon einen Briefträger gebissen hat. Es handelt sich dabei um einen äußerst wertvollen deutschen Wolfshund, der einem Herrn John Turner gehört. Herr Turner hat den Hund aufgezogen, acht Fahre lang war er sein ständiger Begleiter, und er hängt an dem Tier mit so großer Siebe, daß er es vorzieht, mit ihm auszuwandern, als daß es getötet werden sollte. Er hat nun für seinen Hund ein Gnadengesuch an die Stadtverwaltung von Birmingham gerichtet und uni Erlaubnis gebeten, den Hund außer Landes nehmen zu dürfen. Mit diesem Gesuch ist er in Geschäfte, Vereine, Eafss und zu Slraßenpassanten gegangen und hat um Unterschriften gebeten Es haben sich 2000 Leiste gefunden, die mit ihm um das Leben seines Hundes bitten. Mehr als die Hälfte dieser Unterschriften stammen von Frauen. Büchertisch. — „Der Steuergutschein, seine Vorteile und seine Anwendung für den Privatunternehmer" heißt eine Broschüre, die im Verlag Max Lichtwitz, Berlin SW 19, Neue Grünstr. 30, zum Preise von 80 Pf. erscheint. (312) — Der Bearbeiter, Dr. jur. v. Natzrner, hat es sich zur Aufgabe gesetzt, in leichtfahlicher und trotzdem erschöpfender Form die Bestimmungen der Verordnung zur Belebung der Wirtschaft zu erläutern, um dem Steuerzahler und Arbeitgeber die Wege aufzuzeigen, wie er Steuernachlaß, Kredit und Beschästi, gungsprämien auf Grund der Notverordnung vom 4. September 1932 erhalten kann. An Hand von Beispielen wird gezeigt, welche Schritte zu unternehmen sind und wie die gewährten Vergünstigungen sich rechnerisch für den einzelnen auswirken. Speisetoloi (Industrie) sortiert n. unsortiert foroie 706 r> d Fiittßrkartoffßl aufenö abzugeben MlereWkWs bei (Siesten. • MOTTO: Und drfiut der Winter noch so sehr mit trotzigen Gebärden, Schaff Dir ’nen Häuser-Ofen her, dann wird Dir's wärmer werden 11! mer. ^n >e:nen weiteren Worten kam er auf die Votlage bet rheinhe-sischen Gemüsezüchter zu sprechen und schilderte geradezu erschreckende Tatsachen aus dem Gebiet des rheinheffischen Ge- müsebaues Dort seien bei Gemüsezüchtern, die nur von dem Derkaufsertrag ihrer Erzeugnisse ihr Leben fristen müssen, Verhältnisse bekannt, die alles andere als tragbar wären. Sodann behandelte Professor Schindler- Pillnitz in einem Lichtbildervortrag das Thema Die Bedeutung der Obstunterlagen- fragen für Baumschul- und Obstbau- praxis" Guttempler Tagung • Hohensolms, 10. Oft. Dieser Tage trafen sich die Mitglieder des Deutschen Gut- templerordens im Gau Hessen auf ber Sugenbburg Hohensolms, um hier ihren ® a u - t a g zu halten. Die Gautage haben den Zweck, die einzelnen Wchrlogen des entiprechenden Gaues miteinander zu verbinden, zu festigen und von gemeinsamer Ordensarbeit zu ber chten. Die Wehrlogen des Gaues waren gut vertreten. Wit einer gemeinsam gehaltenen Morgenfeier wurde der Gautag eröffnet. Die Feier hat bei allen Anwesenden einen tiefen Eindruck Hinterlasten und gibt ihnen neue Kraft, allen Spott durch ihr stilles, ernstes und überl .genes Wesen zum Schweigen zu bringen. Die Bewegung habe, so wurde ausgeführt, einen großen Kampf zu kämvfen. aber nichts könne sie daran hindern, ihn siegesbewußt zu Ende zu führen. Dah dies in der heutigen Zeit wirtschaftlicher Rot sehr schwer fei, liege auf der Hand. Aach Beendigung der Morgenfeier ging man zur Gausitzung über, die den Rest des Vormittags in Anspruch nahm. Der Rachmittag war mit Sport, Spiel und Volkstanz ausgefüllt, denn nicht nur ernste Stunden, sondern auch Stunden der Freude sollte der Gau- tag bringen. Mit Heil und Handschlag und voll der Hoffnung für die gute Sache verabschiedete man sich am Abend. Förster leugnet noch immer. WSR. Frankfurt a. M., 11. Oft. Bei den Ermittelungen der Polizei in der Mordsache Wagner ist es gelungen, eine ganze Reihe schwerer Indizien, die gegen Förster vorliegen, zusammenzutragen, doch reichen sie noch nicht aus, ihn zu überführen. Förster leugnet hartnäckig die Tat. Kurz nach ber Tat wurde von vielen Zeugen auf Förster hingewiesen. Die Polizei hat festgestellt, dah sich Förster nach ber Tat sehr aufgeregt verhalten hat. Er trieb sich in Offenbach und Franffurt herum, nächtigte bei Freundinnen und erklärte plötzlich Bekannten: .Ich habe schwer Lampe", das heißt in der Verbrechersprache Angst vor ber Polizei. Sehr zu ungunften Försters spricht ber Umstand, dah er genau dieselben Kleider besessen hat, die Zeugen an dem Mörder gesehen haben. Ebenso ist einwandfrei nachgewiesen worden, dah er im Besitz einer Pistole war. Die Jacke, die Förster am Tage Rektoratswechjel an Oer Technrscyen Hochschule Darmstadt. WER. Darmstadt, 11. Qft. Die feierliche ■äefreigabe des Rektorats an der Technischen Hochschule Darmstadt durch den Prorektor Professor Reuleaux an den neugewählten Rektor Professor Dr. Thum findet am 28. Oktober statt. Der neue Rektor wird in feiner Antrittsrede über .Technischer Fortschritt, Technische Hochschule und die Rot unserer Zeit" sprechen. Am 29. Oktober findet die 25-Iahrfeier der Moterialprüfungsanstalt und die 5 0 - IahrfeierdesEsektrotechnischenIn- st i t u t s statt Grünberg protestiert gegen Abbau bei der Post. H- Grünberg, 11. Oft. Eine im .Hirsch" tagende Versammlung, die vom Verkehrsverein und der Wittelstandsvereini- g u n a einberufen war, beschäftigte sich mit den von der Post hier durchgeführten Abbau- mahnahmen. Danach ist seit 1. Oktober der zweite Bestellgang der Briefträger weggefallen, ebenso findet die Entleerung der Briefkästen nur noch zweimal täglich statt, gegenüber dreimal seither. Die Versammlung war sich darin einig .daß diese Mah- nahmen eine starkeVerschlechterung des postalischen Verkehrs bedeuten, von denen besonders die kleineren Geschäftsleute betroffen würden, denn alle nach 8 Uhr eintreffende Post wird erst am andern Morgen zugestellt, sofern man sie sich nicht durch persönliche Abholung am Schalter, oder durch Mieten eines Schließfaches früher zu beschaffen sucht. Es wurde beschlossen, in einer Eingabe an bieOber- postdirektion gegen diese Mahnahmen Stellung zu nehmen. Hassia Jugendtreffen in Alsfeld. Alsfeld, 10. Oft. Am vergangenen Samstag und Sonntag fand hier ein H a s s i a - Jugendtreffen statt, an dem die Iu- gendgruppen aus dem nördlichen Oberhessen und auch einige aus Starkenburg und Rheinhessen teilnahmen. Dazu waren auch die wehrsportlichen Verbände eingeladen. Als Standquartier für die Unterkunft diente die von der Stadtverwaltung unentgeltlich zur Verfügung gestellte Festhalle. Am Samstagnachmittag fand eine Führerbesprechung in der Turnhalle statt. Für die 3u- gendgruppen erfolgten abends Filmvorführungen, oei denen eine Fahrt der Kyffhäufer-Iugend nach Ostpreuhen und Tannenberg gezeigt wurde. Der Dezirfsjugendsührer G. Re u s che r, Alsfeld,.und der Vorsitzende des Veteranen- und Kriegervereins Alsfeld, Hartmann, hielten Begrü- hungsansprachen. Am Sonntagmorgen rückten die Iungmannen um 6 Uhr aus ihrem Standquartier zu einer Ge- Dstsee-Filetheringe in Wein, Champagner, Remoulade u. Mayonnaise Brabanter Sardellen,Thunfisch in Oel. Kronenhummer, Horsd’oeuvre, Salm' Japankrebse usw. Hochfeiner Fleisch- und Heringsalai Echte Thür. u. Braunschw.Wurstwaren Viele Sorten Käse g7U A Lanbeubung ab. Das Hebungsseld würbe in zweckdienlicher Weise besetzt, und die Führer der beiden Abteilungen, Gras von Bredow, Altenburg, und B o n h a r d , Giehen, suchten in be- möglichster Weise die gestellten Aufgaben zu erfüllen In lehrreicher Weise wurde dabei das Zusammenarbeiten ber verschiedenen Verbände geübt Auch ein Gasangriff wurde oorgeführt. An der Hebung beteiligten sich auch Mttglieder der Freiwilligen Sanitätskolonne Alsfeld und des Reitervereins. Der 1. Präsident der Hassia, Exzellenz von Oidtmann, wohnte der Hebung bei, ber auch nach Beendigung der Hebung die Kritik abhielt Rach Schluß der Hebung rückte die Hassia-Iugend wieder in ihr Standquartier in der Städtischen Festhalle, wo die Verpflegung der Mannschaften auf Grund einer sehr gut durchgeführten Organisation erfolgte. 3m Lause des Rachmittags rückten die Gäste aus Alsfeld ab. Die Veranstaltung konnte in allen Teilen als wohlgelungen betrachtet coerden und fand auch in der Bevölkerung lebhaftes Interesse. Tagung der hessischen Obst- und Gartenbauvereine. • Rieder-Ingelheim, 11. Oft. Der Landesverband der Obst- und Gartenbauvereine von Hessen hielt seine diesjährige Hauptversammlung in der Turnhalle zu Rieder-Ingelheim ab. Den Vorsitz führte Kreisdirektor Pfeiffer. In seiner Begrüßungsansprache dankte er für das zahlreiche Erscheinen und für das hierdurch befunbctc Interesse zur Sache des Obst- und Gartenbaues. Besonders begrüßte er die Vertreter der Regierung und der Landwirtschaftskammer. Der Geschäftsbericht gab Aufschluß über die umfangreiche Tätigfeit des Verbandes. H. a. brachte der Geschäftsbericht Mitteilungen über die Schädlingsbekämpfung. An 18 Stellen wurden Bekämpfungsversuche vorgenommen und hierbei schöne Erfolge erzielt. Besonders betonte der Vorsitzende, dah das Verhältnis der Gartenbauvereine zur Landwirtschaftsfammer im Interesse einer weiteren gedeihlichen Zusammenarbeit noch besser werden müsse. Der Kassenbericht schilderte die gute Kasienlage des Verbandes. Die Einnahmen ergaben in der Gesamtsumme 10 343,43 Mark, die Ausgaben 8671,45 Mark, so daß ein Bestand von 1671,98 Mark verbleibt. Rechnet man zu diesem Bestand noch die Rücklage auf der Sparkasse von 5000 Mark, so ergibt sich ein Gesamtvermögen des Verbandes von 6671,98 Mark. Bemerkenswert ist die Mitteilung, daß von den rund 3000 Mark Beiträgen allein 2100 Mark, also 70 Prozent, zur Förderung des Obstbaues verwandt wurden. Gegen den Geschäftsund den Kasienbericht (letzterer wurde geprüft und für richtig befunden) waren keine Einwendungen gemacht worden. Als Vertreter der Landwirtschaftsfammer über» brachte, der Führer der freien rheinheffischen Bauernschaft, Mossel, die Grüße der Kambei den Gießener staatlichen Lotterie-Einnehnv Buchacker Meine hervorragenden gebrannten *• ft per Pfd. 4.— Kaffees ~ s £ Machen Sie bitte einen Versuch! Tee und Kakao nur erste Fabrikate, sowie lose gute Haushaltsorte Große Auswahl in Fischkonserven Oelsardinen, Dose von 25 an Mitglied des Eoichsverbandes deutscher Tonkttnstler and MusiUehrer Neuanmeldg. können jederzeit erfolgen! KohlenWer/Ofenschirme Kohlenkasten ,,MA Ofcnvorsätze.Derdamvfschal.i.gr.AuSw. Edgar Vortmann, Sisenhandiong Trennungswände aller Art. 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Vorerst xrlebSwerter^ & lfrationa Umstellung 00 Kreml in x< AiuC*; , lozialistN^ ?Mration Irischen 3U(1, mu6 SS «I Lichtspielhaus Gießen Heute letzter Tag: die erste T onfilm-Oper: Die verkaufte Braut Hauptr.: J.NoTotna-Domgral-Faßhaender Ab morgen: Ein bißchen Liebe für dich! (2 glückliche Herzen) Eine Tonfilm-Operette mit zündenden Schlagern und einer Musik, die jeden mitreißt. 7134 c den Nachbar Huber zu überzeugen. Doch nun weiß er: Er braucht nur zu Häuser zu gehen, und er bekommt den Ofen, den er sucht. Das sagte Onkel Mollig, a's er wieder In seine warme Stube trat. Vergnügt wischt er sich den Schweiß von der Stirn. Er hatte doch wieder einmal recht gehabt. Ein Hauser-Ofen bleibt eben ein Häuser-Ofen. 6183 A Und drfiut der Winter noch so sehr mit trotzigen Gebärden Schaff Dir ’nen Hauser-Ofen her, dann wird D.r’s wärmer werden I Und wenn es sich darum handelt, Säle oder große Fabrik räume zu heizen, dann erst recht zu Hauser. Denn Hauser hat alle diese Modelle, die hierfür in Frage kommen und die auch gar nicht teuer sind. Wenn man also die Fabriksäle heizen will oder die Schulstuben kalt sind, und man ebenschon einen Ofen haben muß, auch für diese Räume, dann geht man zu Häuser. Häuser sorgt dafür, daß man auch Im kältesten Winter seine „wärmste“ Freude hat + Bruchleldeude Gehen Sie nicht auf verlockende Inserate, sondern zu einem langjähr. Fachmann. Nur das Beste kann Ihnen helfen, darum tragen Sie mein auf Heilung hinwirkendes Spezialband. Ohne Feder, kein harter Lederpürtei oder Eisenbügel, rutscht u.drückt nicht,Tagu.Nacht tragb. Von mehr als 60 OOO Bruchleidenden mit bestem Erfolg getragen. Das Neueste ist ein + Reform-Bruchband + ohne Beinriemen, daher besonders beliebt. Leib-, Nabel- und Vorfallbinden. Kostenlos zu sprechen in GleBen: Samstag, 15. Oktober, 9—1 Uhr, Hot. Kobel. 7nsD Bandag.-Spez. Eugen Freu Co.,Stflttgart Johannes8tr.4O Knabeninstitut Lucius Korsihau« bei Echzell, Obeeheffea. o473 D Erziehung und Bildung von Zungen zwischen 10 und 16 Jahren aus Indio. Gnindiaqe. ANe Vorzüge eines Land Heims bt' lehrplanaemä' cm Unterricht und forgf.613 ehung zu Selbständigkeit und pflichtbewußt ein. Keine privatstunden erforderlich. Serio—Untersek.,Ob.-Reatsch. u.Reai- gymnaflum. Kein Zeitverlust. Umschu ungen. GciundeLage an ausgedehnten Waldungen. Änfrag n an Dr. Lucius. ZU GELD können Sie nur durch Maatslotterie