Montag, |2. September 1952 Nr.214 Keühausgabe 182. Jahrgang Annahme von anjetoen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Ns- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20° , mehr. Theftedakteur- Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Or.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Bietzen. Erscheint täglich,außer Ä Ä Sonntags und Feiertags. . -Gießener Anzeiger von einzelnen Nummern MM General-Anzeiger für Oberhefsen richten: Anzeiger Siehea. v ’ vnick an» Verlag: vrShl'fth« llnwerxiüts-vach- an» Stthtömdcrei B. rangt In Sietzen. Sctjrtftlettung an» S-schästrft-IIe: SchuNtratze 7. Llm den Empfang der Parteiführer bei Hindenburg erobern." der Reichsregierung muh auf das gung Schärfste Sieg aus- geführt wurde, die ihm eigen ist, und das in Sadowa und Sedan gesiegt hatte, und das in dem bewaffneten Frieden bestand, um Milliarden in die Bewaffnung und alle wehrfähigen Kräfte in die Kasernen zu stecken, dieses System ist mit der Marneschlacht zu- sarnrnengebrochen. und Frankreich hat ein Recht, die anderen nicht wieder aufrüsten zu u n - nicht und ein Vortrag von Dr. Mehrmann, Berlin, zum Thema „Rhein, Mosel und Saar im bekanntgegeben: Entgegen anders lautenden Gerüchten, die zur Zeit umlaufen, teilt Reichswehrmini st er von Schleicher mit, dah er n i ch t Täter tonnte kurz danach festgenommen werden. Der Mörder hat weiter ein Geständnis abgelegt, auch den Arzt Dr. Boes in Halle erschossen zu haben. Der Täter gibt zur Halleschen Mordtat den gleichen Grund an, der ihn auch zu dem Mord an dem Duisburger Goldschmied veranlaßt habe, nämlich die Vermutung, dah auch Dr. Boes zu seiner Frau Beziehungen unterhalten habe. 3n beiden Fäl- zurückgewiesen werden. Der Tatbestand ist folgender: Auf Wunsch mehrerer Mitglieder des Reichstagspräsidiums hatte der Herr Reichspräsident sich bereiterklärt, am Tage nach der Regierungserklärung Vertreter der Reichstagsfraktionen, die gemeinsam eine arbeitsfähige parlamentarische Mehrheit bilden zu können glauben, zu einer Aussprache zu empfangen. Die Nationalsozialistische Bedenken. Berlin, 10. Sept. (CAB.) Zu dem in Aussicht genommenen Empfang der Parteiführer beim Reichspräsidenten schreibt der Angriff: Die RSDAP. wird sich gewisse Sicherungen verschaffen, ehe sie ihre Vertreter am Dienstag zum Herrn Reichspräsidenten entsendet. Es wird nämlich trotz eines regierungsseitigen Dementis zu dem geplanten Empfang versichert, daß der Gedanke dazu von Reichskanzler v. Papen selber stammt Er verfolgt dabei, wie versichert wird, die Absicht, nachdem er am Montag die Regierungserklärung abgegeben hat, die Vertreter der beim Reichspräsidenten anwesenden Parteien in dessen Gegenwart zu fragen, -uizz usq ui atzsmunu urutzi goq *qui| fiaaaq aij qo zelheiten bekannte Regierungsprogramm anju« nehmen und zu decken. Wird diese Frage verneint, dann soll der Reichspräsident den Reichstag sofort auflösen. Die RSDAP. wird den Besuch beim Reichspräsidenten nur dann für aussichtsreich halten, wenn eine Gewähr dafür gegeben wird, daß das Manöver, das man am 13. August mit ihr versuchte, s i ch nicht wiederholt. Sich zur Entlastung des Herrn v. Papen vor vollendete Tatsachen stellen zu lassen, dazu hat die RSDAP. keine Lust. Die Rationalsozialistisch« Korrespondenz schreibt: Welche Entscheidungen der Reichspräsident auch treffen möge, die RSDAP. habe in den letzten Tagen keinen Zweifel darüber gelassen, daß sie jedenfalls entschlossen sei, mit dem Volke und für das Volk zu kämpfen. Dieser Kampf werde von der nationalsozialistischen Bewegung mit einer Leidenschaft, Erbitterung und Zähigkeit geführt werden, die nur derjenige aufbringen könne, auf dessen Seite nicht nur das Volt, sondern a u ch das geschriebene und ungeschriebene Recht der Ration sei. entgegen, weil sie sich von ihr eine sehr nützliche Aufklärung des deutschen Volkes verspricht und weil sie keine Möglichkeit ungenutzt lassen möchte, auch im Reichstag eine Mehrheit für ihr Programm zu finden. Eine Erklärung General von Schleichers. B e r l i n, 10. Sept. (Funkspruch.) Amtlich wird Der Wunsch nach Verschiebung. Berlin, 10. Sept. (211.) Die zwischen Vertretern der Rationalsozialisten, des Zentrums und der Bayerischen Volkspartei am Samstag gepflogenen Verhandlungen dehnten sich mit Unterbrechungen bis in die späten Abendstunden hin. Gegenstand der Verhandlungen waren d i e auf nationalsozialistischer Seite bestehenden Befürchtungen, daß der Empfang der Parteiführer beim Reichspräsidenten zur sofortige n*2I uflofung d e sR eichs- t a g c s ausgenuht werden könne, wie dies im „Völkischen Beobachter" zum Ausdruck gekommen war. Man will den Reichspräsidenten bitten, daß der Empfang bei ihm erst später stattfinden möge. Außerdem wird geplant, die Aussprache über die Regierungserklärung doch schon am Dienstag beginnen zu lassen. Den Empfang beim Reichspräsidenten möchte man dann möglichst erst nach Schluß der Aussprache im Reichstag vor den Abstimmungen statt- finden lassen. ©er Reichspräsident bereit. Berlin, 10. Sept. (TU.) Amtlich wird mit- gefeilt: Reichstagspräsidcnt Göring Haffe beantragt, daß eine Unterredung zwischen dem Herrn Reichspräsidenten und den Vertretern derNationalsozialistischenDeul- fchen Arbeiterpartei, des Zentrums und der Bayrischen Volkspartei stafffinden möge, hiermit Haffe sich der Herr Reichspräsident einverstanden erklärt und die Unterredung auf Dienstag anberaumt, heute hat Herr Göring gebeten, dah die Unterredung schon am Montag stafffinden möge. Auch hierzu hat der Herr Reichspräsident sein Einverständnis erklärt. Run wurden die vom Reichspräsidenten zur politischen Aussprache gebetenen drei Fraktionen noch am Samstag vorstellig, die für Dienstag anberaumte Besprechung erst nach der Aussprache im Reichstage, aber vor der Abstimmung stafffinden zu lassen. ©ie Reichsregierung zum Empfang der Parteivertreter. Berlin, 11. Sept. (TU.) Amtlich wird mit- getcilf: 3n einigen Zeitungen wird die Möglichkeit unterstellt, dah die Reichsregierung in unaufrichtiger Meise „die zum Ziele einer Verständigung gesuchte Aussprache beim Herrn Reichspräsidenten dazu benutzen wollte, um den Reichs- t a g nachher (d. h. nach der Regierungserklärung) sofort aufzulösen, ohne ihiy die Gelegenheit zu einer Stellungnahme zu geben". Diese bisherigen Gepflogenheiten widersprechende verdächtt- ©er Stahlhelm zur politischen Lage. Berlin, 11. Sept. Der B u n d e s v o r st a n d Aus aller Welt. Aufklärung des halleschen Arzfmordes — durch eine Bluttat in Duisburg. angetastet werden dürsten. Die eriten Zwischenrufe erfolgten, als der Abgeordnete von Meux den Namen Briands Kriegsreden auf dem Mme-Schlachtfeld Herriot und Paul Boncour über Frankreichs ^unveräußerliche Rechte". Reichsregierung Haffe diesen Wunsch bereifwilligsf befürwortet. Der Zeitpunkt dieser Aussprache war von den Parteien, die beim Herrn Reichspräsidenten vorstellig geworden waren, s e l b st gewählt worden. Lr ist der Reichsregierung völlig gleichgültig. Heber seine Zweckmähigkeit sind nachher bei den obengenannten Parteien selbst Zweisel ausgefauchf, die zu mehrfachen neuen Bitten führten, die dem Herrn Reichspräsidenten zum Teil sogar durch die bereitwillige Vermittlung des Herrn Reichskanzlers oorgefragen wurden. Der Herr Reichspräsident hat sich cluch sogleich mit einer Vorverlegung des Empfanges auf einen Termin, der der Regierungserklärung vorausgehen konnte, einverstanden erklärt. Die Annahme ist irrig, dah die Reichsregierung durch vorzeitige Reichsfagsauflösung eine politische Aussprache im Reichstag zu verhindern wünscht. Die Reichsregierung sieht vielmehr einer solchen Debatte mit großem Interesse Versailler Diktat". Den Höhepunkt der Tagung brachte die große deutsche Kundgebung am Deutschen | E ck. Um 14 Uhr marschierten aus verschiedenen Rich- 1 tungen große Kolonnen sämtlicher Koblenzer und benachbarter Vereine mit ihren Hunderten Fahnen und Wimpeln zum Deutschen Eck, wo sie Aufstellung nahmen, so daß bei Beginn der Kundgebung ins- gesamt etwa 20 — 25000 Menschen versammelt waren. Die Kundgebung wurde durch einen Musikoortrag „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre", der von der R e i ch s w e h r k a p e 11 e des 1. Bataillons I n f.-R e g t s. 1 5 in Gießen vorgetragen wurde, eingeleitet. Senatspräsident A n - Öres, der erste Vorsitzende des Bundes der Saar- oereine, erklärte, das Saargebiet werde dem Reich wiedergegeben werden durch die Einigkeit und Treue des Saarvolkes, das sich zur Volksabstimmung rüste, die 1935 ein Ende machen werde mit dem Spuk der aufgezwungenen Fremdherrschaft. 3m Anschluß an die Festansprache von Pfarrer Wehrden (Saar) verlas Verwaltungsdirektor Theoder Vogel eine Entschließung, in der es heißt: Die Fremdherrschaft, die dem Volk an der Saar aufge- zwungen wurde, verletzt das Selbstbestim- mungsrecht der Völker. Das Volk an der Saar hat eindeutig und einmütig fortgesetzt die Rückkehr des Saargebietes unter d i e deutscheherrschaft gefordert. Es hat 13 Jahre vergeblich auf die Berücksichtigung seines klar zutage liegenden Willens gewartet und rüstet sich nunmehr zu der im Versailler Vertrag vorgesehenen Volks- Große Saarlimdgebmig am Deutschen Eck Der Bund der Saarvereine tagt in Koblenz. konnte seiner Rache keinen Abbruch tun. Becker hat sich im Gefängnis zwar gut geführt und war aus diesem Grunde jetzt begnadigt worden. Er begab sich unverzüglich nach Duisburg, wo er sofort die Adresse seines Rebenbuhlers ausfindig machte. Rach einem kurzen Wortwechsel in der Wohnung des Goldschmiedes zog Becker eine Mauserpistole aus der Tasche und schoß Buchholz durch mehrere Schüfser ni ed er. Der Mann war auf der Stelle tot. Der Koblenz, 11. Sept. (TU.) Aus Anlaß der 12. Tagung des Bundes der Saarvereine und der großen deutschen Kundgebung für das abgetretene Saar- und Pfalzgebiet am Deutschen Eck hatte die Stadt Koblenz am Sonntag außerordentlich reichen Flaggenschmuck angelegt. Mit einer Mitglieder- und Der- treterversammlung in der festlich geschmückten Festhalle leitete der Bund der Saar- vereine am Sonntag seine Iahrestagung ein. Rach den Begrüßungsansprachen gab der Leiter der Geschäftsstelle Saarverein-Dcrlin, Derbandsdirek- tor Theodor Vogel, einen Rückblick auf die Tätigkeit der Organisation im vergangenen Iahre. An die Arbeitstagung schloß sich ebenfalls in der Städtischen Festhalle eine große öffentliche Versammlung an, an der nahezu 3000 Vertreter der einzelnen Gruppen des Bundes der Saarvereine teilnahmen. Der Oberpräsident der Rheinprovinz, Dr. Fuchs, sagte Dank und Anerkennung für die unverbrüchliche Treue, die die Saarländer dem Reich bewahrt haben. Das Kapitel über das Saargebiet ist eines der unseligsten und unglücklichsten in dem Versailler Machtspruch. Man hat ein urdeutschesGe- bie t vom Mutterlande losgerissen, damit es 15 Jahre lang überlegen soll, ob es zu seinem Vaterlande zurückkehren oder eine Regierungsform beibehalten will, die g ä n z l i ch u n m ö g l i ch ist, oder ob es sogar zu einem fremden Lande gezwungen wird. Das nlles ist so demütigend und empörend, daß es jedem wahrhaft deutschen Manne die Schamröte ins Gesicht treiben muß. Heute noch wäre es Zeit, dieses traurige Kapitel aus der Welt zu schaffen. Leider bleibt aber nur die Entscheidung durch den Stimmzettel, und wie diese Entscheidung ausfallen wird, darüber kann kein Zweifel sein. Wenn diese Stunde kommt, dann werden wir aber dafür sorgen, daß auf diese Entscheidung von keiner Seite und von keiner Richtung ein Zwang ausgeübt wird. Darauf folgte der Vortrag von Dr. Dr.-Ing. Hermann Röchling, Völklingen, über die politische und wirtschaftliche Lage des Saargebiets Paris, 11. Sept. (TU.) Das kleine Städtchen Meaux, in dem und in dessen Rähe der 18. Jahrestag der Marneschlacht besonders feierlich am Sonntag begangen wurde, prangte im Schmuck von Fahnen und Guirlan- den in den französischen und amerikanischen Farben. Der Besuch des Präsidenten der Republik und der französischen Minister sowie der 'Vertreter der Vereinigten Staaten hatte die ganze Bevölkerung vom frühen Morgen an auf die Deine gebracht. Ilm 10 Uhr läuteten alle Glocken ÄU Gedenkgottesdiensten. In der Kathedrale zelebrierte der Bischof von Meaux die Festmesse. An dem Festessen unter dem Vorsitz des Kriegsministers nahmen alle amtlichen Persönlichkeiten und Ehrengäste mit Ausnahme des Präsidenten der französischen Republik und Herriots teil. Letztere hatten sich direkt zum Marne-Schlacht-Denkmal begeben. Bei dem Essen sprach zuerst der Senator und frühere Bürgermeister von Meaux, L u g o l. Unter brausendem Beifall erklärte er u. a.: .erinnern wir uns immer wieder an 1 870 bis 71 und vergessen wir oei unseren Verhandlungen mit Deutschland niemals die schweren Dedin- aungen.bie unSim Frankfur ter Frieden auf erlegt wurden und die wir b l s z u m letzten Iota habenerfüllen müssen." Kriegsminister paul Boncour feierte den Sieg an der Marne als die Zertrümmerung eines ganzen politischen Systems. Dieses System, das von Deutschland mit der Methode durch- Frankreichs begreifen, wenn es von gewissen gefährlichen Kundgebungen hört. Diese Besorgnis läßt Frankreich genug Ab- geklärtheit, um einen Aufruf zur Wieder- aussöhnung sogar an diejenigen zu richten, die Frankreich so schwer bekämpft haben. Frankreich wünscht, daß man deren Ernst begreift, -und daß man sich darüber so frei ausspricht, wie er, Her- riot, es soeben auseinandergesetzt habe. Der Aufbau des Friedens würde ohne derartigen Gedankenaustausch unmöglich (ein. fprach. Von allen Seiten ertönten Hu-Ruse und Staatspräsident Lebrun, ebenso wie Herriot, zeigten sich sichtlich verärgert über diese unprograinmaßige Trübung der Feier. Gendarmerie griss ein. Rach der feierlichen Uebcrgabe des Denkmals durch den ame- rikanijchen Botschafter Edge nahm als letzter^Red- ner Ministerpräsident Herriot das Wort, -seine Andeutung auf „gewisse gefährliche Kundgebungen und ein Hinweis Herriots auf die angeblich verletzte Neutralität Belgiens wurden von den Anwesenden mit brausendem Beifall ausgenommen. Herriots Rede. des Stahlhelms, der am 10. und 11. Septem- zu der im Versailler Vertrag vorgesehenen Volks- | ber in Magdeburg versammelt war, gibt zur Poli- a b ft i m m u n g. Dann wird sich kein Zweifel mehr tischen Lage folgende Verlautbarung bekannt. über seinen Willen hervorwagen können. Die Brüder „Der Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, be- und Schwestern im Reich schauen mit Bewunderung grüßt, dah der Reichspräsident den Willen auf den Kampf für Volkstum und Freiheit, der an des Volkes erkennend, die Führung des ber Saar geführt wird, und schwören den Volks- (Staates von Partei- und Sonder- genossen: Treue um Treue! Jubelnd stimmte in ter essen freigemacht hat. Wir ver- bie Menge in das Hoch auf das deutsche Vaterland langen eine nationale Staatsführ u n g. ein, und weihevoll erklangen über den deutschen I die sich auf sich selbst stellt und nur eine (Rhein hinweg die ernsten Klänge des Niederländi- I Verantwortung dem ga nz e n V o lk e (eben Dankgebets, mit dem die eindrucks- und weihe- gegenüber kennt. 14 Iahre haben bewiesen, volle Kundgebung ihren Abschluß sand. daß diese Arbeit nicht durch Wahlen zu erreichen 1 > ist. Darum Schluß mit dem überlebten Parlamentarismus. Wir verlangen von dieser Regierung, dah sie vorwärts marschiert. Handeln tut not. Richt Reden und Fragen. So wird sie das Vertrauen des ganzen Volkes Eine furchtbare Rache verübte der 35jäh- rige Kaufmann Heinrich Becker aus Halle (Saale) an dem Goldschmied Heinz Buchholz aus Duisburg, von dem er vermutete, daß dieser mit seiner Frau ein Liebes- lasfen. I Verhältnis unterhalten hatte. Buchholz hatte Nach dem Festessen begaben sich die Mitglieder ( am 16. August 1927 seine Ehefrau aus Eiserfucht der Regierung nach Vareddes, wo das riesige auf der Etrahe in Halle wegen dieses T^ryatt- amerikanische Erinnerungsdenkmal nisses erschossen. Auch die langiahrnge Kerker- eingeweiht wurde. Zu beiden Seiten der etwa haft, die er für diese Tat verbüßen wußte, sieben Kilometer langen Landstraße bildete eine 1 or™ruA h,n nach Tausenden zählende Menschenmenge Spalier. Obwohl der Bürgermeister von Meaux in seiner Rede besonders bemerkt hatte, daß die Enthüllung des Denkmals nicht einer jener lärmenden Kundgebungen gleichen solle, wie man sie anderswo (gemeint ist Deutschland) gewöhnt sei, strotzte das weite Feld um das Denkmal in Kriegs- schmuck. Soldaten mit aufaepflanjtem Bajonett, der große Generalstab und Angehörige von Krieger- vereinen bildeten den äußeren Rahmen dieser Feier- lichkeit bei der keiner der Redner versäumte, auf Öen angeblichen UeberfaU auf Frankreich, die Verletzung der belgischen Neutralität und den Frankreichs hinzuweisen, der ihm nunmehr widerrufliche Rechte einräume, die Herriot erinnerte in warmen Worten an die amerikanisch-französische Waffenbrüderschuft im Krieg. Es sei jetzt Pflicht, eine un Feuer der Schlachten geschmiedete Freundschaft , , nicht gefährden zu lassen. Frankreich hab«: 1ich bereit ist, zu einer Verfälschung des Ge- ftetg bemüht, feine Freunde zu verstehen: deshalb dankens einer unabhängigen präsidial- höbe es aber auch das Recht, seinerseits G e - regierung durch ein tatsächlich oon Öen Par- rechtigkeit für ein Frankreich zu ver- teien gebildetes Kabinett die Hand zu bieten. Lr langen, dessen Prüfungen die Wett zu sehr: ver- betonfe, daß er es als eine Untreue gegen- gossen habe und^das durch übet dem Herrn Reichspräsidenten an- y» beschuldige Frankreich, daß es kriegerisch sehen wurde, wenn er irgend etwas tun wurde, was fimü (ei ^)o könnte man besser als gerade den Bestand des jetzigen Kabinetts gefährden könne. gter in meQUt an j>ic grausamen Wunden und Schäden erinnern, die nur dem Scheine nach wieder gut gemacht worden feien, die Schäden jener törichten Barbarei, die man Krieg nenne? Der Friede sei im Herzen eines jeden Franzosen als tiefste Leidenschaft verank^t. Wir werden uns hüten, durch unvorsichtige Kundgebungen jene Machtinstinkte zu wecken, die man nicht mehr zügeln kann, wenn man sie sich einmal hat entfesseln lassen. Wir stehen hier an den heute ruhigen und Hellen Ufern der Marne, die noch gestern in Blut sietaucht waren. Denken wir daran! Was wäre aus uns geworden, ohne die geniale Iwprovisierung eines Generals, der eine anscheinend besiegte Ar- mee übernahm und sie durch eine Willensanstrengung zu einem entscheidenden Mittel des Sieges umwandelte? Und obwohl Frankreich überall Hilfe und Unterstützung gefunden Ijat, hat die Unglück- liche französische Zivilbevölkerung vier Iahre lang das Martyrium der Verbannung oder der Invasion kennengelernt. Verständige und unabhängig denkende Leute müssen also die Besorgnis Schweres Grubenunglück in Elfaß-Lokhringen. Ein schweres Grubenunglück ereignete sich auf der Grube Amelie 11 inWittelsheim in der Nähe von Mühlhausen. Während fünf Arbeiter mit der Ausgrabung eines neuen Stollens beschäftigt waren, löste sich plötzlich eine Erdschicht von etwa 15 Kubikmeter und st ü r z te a u f j i e herab. Alle Arbeiter wurden von den Erbmassen begraben. Die eingesetzten Hilfskolonnen gelangten er st nach mehreren Stund en zu den Verschütteten und konnten zwei von ihnen nur als Leichen bergen. Die drei anderen wurden mit schweren Quetschungen ins Krankenhaus übergeführt. Deckeneinslurz im Bergwerk. Auf der 450-Meter-Sohle der Kattowiher Richthofcn-Schächte stürzte eine Decke ein. Vier Arbeiter wurden von den Kohlenmassen v e r - schüttet. Der Einsturz wird auf ein tektonisches Beben zurückgeführt. Den Rettungsmannschaften ist es nach großen Anstrengungen gelungen, sich auf 8 Meter an die Bruchstelle heranzuarbeiten. Nachdem ein Teil des niedergevrochenen Gesteins weggeräumt ist, hat man sich daran gemacht, einen schmalen Stollen vorzutreiben, um an die älnglücks- stelle heranzukommen. Da man nur schrittweise vorwärts kommt, dürfte die Bergung der Verunglückten nicht vor zwei bis drei Tagen erfolgen können. Bisher hat man die Verbindung mit den Verunglückten nicht aufnehmen können. Klopfzeichen wurden nicht beantwortet. Die Rettungsarbeiten sind mit großen Gefahren verknüpft, da die losen Gesteinsmassen in ständiger Bewegung sind. Tschechischer Segelflieger tödlich verunglückt. Bei Mährifch-Ostrau ist dieser Tage der tschechische Segelflieger Wenzel T i ch o p a d , als er zu einem Probeflug aufsteigen wollte, plötzlich tödlich verunglückt. Er stürzte aus einer Höhe von etwa 15 Meter ab und erlitt schwere innere Verletzungen, denen er später in einem Krankenhause erlegen ist. Ein Fest der deutschen Schule. Das DOA.-Fest im Deutschen Stadion. - Eine Botschaft Hindenburg- an die deutsche Jugend. i dabei ein aufsehenerregender Fund. Beim Durch- töbern eines Müllhaufens kamen wichtige Hand- ch r i f t e n in chinesischer und zahlreichen anderen Sprachen zum Vorschein. Darunter befindet sich eine Schrift, die bisher noch völlig unbekannt ist. — Dr. Sven Heb in äußert sich begeistert über die Entdeckungen seines Mitarbeiters und erwartet von ihnen bedeutende Aufklärungen für die Wisfen- MM Fröhliche Tänze der Mädchen (Aufnahme von der Hauptprobe des Festes). Berlin, 11.Sept. (TU.) Das Deutsche Stadion im Grünewald stand am Sonntagnachmittag im Zeichen des blauen Wimpels des Vereins für das Deutschtum im Ausland. An dem vom VDA. Landesverband Mark Brandenburg veranstalteten „Fest der deutschen Schul e", das die Aufgabe hatte, die Verbundenheit der deutschen Schulen im 3n- und Auslande darzutun, wirkten 12 000 Kinder der höheren, mittleren und Volksschulen Berlins mit. Trotz des regnerischen Wetters wohnten etwa 50 000 Menschen den Vorführungen bei. Die Massen-Freiübungen, Volkstänze, Massenreigen, Musikchöre und Sprechchöre sowie ein voltsdeutsches Dewegungsfestspiel „Volk will zu Volk" fanden lebhaften Beifall. Das F e st s p i e l, an dem 3600 Schülerinnen sowie 500 Mitglieder der Trachten-Arbeitsgemeinschaft Deutscher Landmannschaften aller deutschen Stämme mitwirkten, brachten die Kulturnot in den abgetretenen Gebieten und unter denAuslandsdeutschen sowie den Willen des VDA. zum Ausdruck, dieser Rot nach Kräften zu steuern. Die Veranstaltung stand unter dem Protektorat des Berliner Oberbürgermeisters Dr. Sa hm. Unter den zahlreichen Ehrengästen sah man den Reichsinnenminister Freiherrn v. G a h l, Reichsernährungsminister Freiherrn v. Braun, Reichsfinanzminister Graf v. Schwerin - Krosigk, den Chef der Hee- resausbildungsabteilung Oberstleutnant W e v e r sowie Vertreter sämtlicher übrigen Reichsministerien und der preußischen Staatsregierung. Reichsinnenminister Freiherr v. Gayl sprach im Namen der Reichsregierung dem VDA. herzlichen Dank dafür aus, daß er es zum ersten Male unternommen habe, in großem Maßstabe ein Fest der Jugend aufzuziehen, das dem Gedanken an die Millionen deutscher Volksgenossen außerhalb der Grenze des Reiches gewidmet sei. Im Auftrage des Reichspräsidenten verlas er eine Botschaft, in der der Reichspräsident den Wunsch ausdrückt, daß die Feier als kraftvolles Bekenntnis zum deutschen Volkstum diesseits und jenseits der Reichsgrenze zur Festigung der Bande dienen möge, die uns mit unseren deutsch en D rudern im Auslande verbindet. Die Jugend möge die äleberzeugung mitnehmen, daß nur zielbewuhtes treues Zusammenhalten aller Volksgenossen über die Meinungsverschiedenheiten des Tages hinweg unserer deutschen Ration den Weg zum Wiederaufstieg bahnen könne. Der Minister führte weiter aus, das oft und gern mit Begeisterung gesungene Lied „Deutschland, Deutschland Über alles" bedeute nicht, daß wir uns über andere Völker Hinwegsetzen. Es solle heißen, daß Deutschland über alles in unserem Herzen steht, daß wir eine Liebe haben, die Deutschland heißt, einen Wunsch, Deutschland zu bienen unser Leben hindurch und eine Sehnsucht, Freiheit und Zukunft unseres Volkes. Rur wenn wir die Degeisterung solcher Stunden nutzbar machen der künftigen Arbeit, dann werden die Millionen deutscher Volksgenossen nicht nur nut Stolz auf das Vaterland sehen, sondern sie werden an uns den Halt finden, den sie brauchen, um den schweren Kampf zu bestehen. Wenn wir mit unserem ganzen Sein für Deutschland eintreten, dann geht auch der Traum in Erfüllung, der in unserem Herzen lebt von einem freien und glücklichen Deutschland. Reichsminister a. D. Dr. G e h l e r, der erste Vorsitzende des VDA., hob in seiner Ansprache hervor': Je früher die Jugend, die Trägerin der Zukunft, ihren Blick aus dem Hader und der Enge der Heimat hinausrichte auf die Millionen unseres Volkes, die draußen i>en~ Kampf für das Deutschtum kämpften, um so größer sei die Hoffnung, daß die Sache des Deutschtums im Auslande im ganzen deutschen Volk zur Herzenssache werde. — Als Vertreter aller Ausländsdeutschen vereinte Senator Dr. Strunk (Danzig) mit dem Ruf: „Helft der deutschen Schule im Ausland" den innigsten Dank für die bisherige Hilfe des VDA. Die Ausländsdeutschen würden ihrer göttlichen Bestimmung gemäß deutsch bleiben, trotz der Theorien, die auf den Völkerbundstagungen über die Aufsaugung der Minderheiten entwickelt würden. 30 000 Reichsmark für eine neue „Niobe". Der Flottenbund Deutscher Frauen hielt in Hamburg seine 15. ordentliche Mitgliederver- ammlung ab, der zahlreiche Ehrengäste beiwohnen. Mit großem Beifall wurde der Beschluß »es Vorstandes ausgenommen, aus den Mitteln »es Flottenbundes Deutscher Frauen 3 0000 Nark dem Volksspendefonds der „Riobe" für in neues Schulschiff zu überweisen. Die deutsche Flotte in Stagen. Der größte Teil der deutschen Flotte, die in nesen Tagen in dem Fahrwasser bei ©tagen herb st Manöver abgehalten hat, hat auf der Reete von ©tagen Anker geworfen. Die Flotte, >ie unter dem Kommando des Admirals G l a - >isch steht, besteht aus den Linienschiffen .Schleswig-Holstein", „Hessen" und „Schlesien", )en Kreuzern „Königsberg", „Leipzig", „Köln' md „Emden", etwa 30 Torpedobooten und 3er- torern sowie Hilssfahrzeugen. Von Stagen wer- >en die Schiffe sich nach Swinemünde begeben. Unwetter über Marseille. lieber Marseille ging dieser Tage ein Geoitter nieder, wie man es seit 20 Jahren dort licht erlebt hat. Ein Wolkenbruch, begleitet von blitz und Donnerschlag, setzte in kürzester Zeit ille Straßen unter Wasser. Der gesamte Verkehr tockte, die Telephonverbindungen waren unter» »rochen. Mehrere Häuser, namentlich im Deichbilde der Stadt, stürzten ein. Diel Lieh ist umgekommen. Stellenweise mußten die bewohner aus den Häusern flüchten. Drei Per- onen werden vermißt. Der Schaden soll sehr froh fein. Das Geheimnis des schöpsenschen Menschen. •in Genie ohne Fleiß. - Beruf und Berufung. - Interessante Dokumente von Zeitgenossen. Von Georg Grau. len will er aus Eifersucht und Rache seinen Rebenbuhler getötet haben. Mittäter oder Mitwisser will er nicht gehabt haben. Die Polizei hat festgestellt, daß Decker im Besitz von 25 Patronen war. Davon hatte er vier auf den Goldschmied Buchholz in Duisburg abgefeuert, 17 Patronen waren bei der Verhaftung noch in seinem Besitz. Es fehlten also vier Patronen. Auf wiederholte Vorhaltungen gestand Decker schließlich, daß er auch den Halleschen Arzt Dr. Boes erschossen habe. Der beinlose kanalschwimmer gibt auf. Der beinlose amerikanische Schwimmer Z i m - mh gab seinen Versuch, den englischen Kanal zu durchqueren, infolge ungünstiger Witterungsbedingungen auf, nachdem er 18 Stunden lang im Wasser gewesen war. Er hatte 48 Kilometer zurückgelegt und befand sich etwa 13 Kilometer von der französischen Küste entfernt. Zirnrnh hatte beabsichtigt, den Kanal in beiden Richtungen zu überqueren. Deutscher Artist in Budapest lebensgefährlich verunglückt. Der 22jährige deutsche Artist Karl Koppel- kam, der unter dem Ramen Rocket auftrat und sich aus einer Kanone 30 Meter weit und 20 Meter hoch schießen ließ, stürzte in Budapest bei einer Vorführung seines Kunststückes auf den Rand des Fangnehes und von dort auf den Erdboden. Er wurde lebensgefährlich verletzt. An der Starkstromleitung verunglückt. Einige Knaben überredeten dieser Tage den achtjährigen Sohn des Landwirts Fricke in Weimar (Kreis Kassel), indem sie ihm Geldgeschenke versprachen, den eisernen Mast einer Stark strorn- leitung zu erklettern. Der Knabe kletterte an dem Mast empor, kam mit der Starkstromleitung in Berührung und stürzte ab. Er erlitt so schwere Verletzungen, daß ihm in einem Kasseler Krankenhaus beide Arme abgenommen werden mußten. Frau b. Ihnes Kunstschähe werden versteigert. Vor kurzem kam es in Berlin zu aufsehenerregenden Zwischenfällen, als der Kunstbesih der Frau v. I h n e, der Schöpferin der größten deutschen Blindenbibliothek, zwangsversteigert werden sollte. Die Abhaltung der Zwangsversteigerung wurde damals von jungen Leuten, die sich in Frau v. Ihnes Villa Zutritt verschafft berühmte „schwarze Staat , eine wahre «lyay- grube für Archäologen, ist auch noch einmal von I Dr. Bergman durchsucht worden. Es gelang ihm * 1 Wasser zum Verlassen des Bettes zu zwingen, Kant, der Königsberg nie verlassen hat, besaß eine Tageseinteilung, von der er während seines ganzen Lebens niemals ab wich. Er trank früh nur eine Tasse schwarzen Tee, arbeitete dann meh- hatten, gewaltsam verhindert. Der Gerichtsvollzieher hatte den Termin abgebrochen, und es wurde Frau v. Ihne Zeit gegeben, einen anderen Ausweg zur Regelung ihrer Verbindlichkeiten zu suchen. Ihre Bemühungen, den Staat zur Uebernahme ihrer Kunstbibliothek zu bewegen, sind aber weiter vergeblich geblieben. Jetzt ist ein neuer Zwangsversteigerungstermin anberaumt worden. Alm der Wiederholung von Storungen vorzubeugen, wird das Mob liar und der Kunstbesih aus der Villa weggeschafft und in einem neutralen Raum untergebracht. Vandilenüberfall auf einen Zug der Mandschurischen Bahn. „Daily Herold" meldet aus Chardin: In einer der letzten Nächte haben Banditen einen nach Süden fahrenden Zug der Mandschurischen Bahn zwischen Birben und Tschangtschun zumEntgleisenge- bracht. Sie plünderten die 600 Passagiere des Zuges völlig aus. Hundert von den Passagieren wurden teils getötet, teils verletzt. Ein Hilfszug mit Aerzten und Krankenpflegern ist von Chardin abgesandt worden. Verhaftung des Besitzers des Fährbootes „Observation". Alexander Forsythe, der Besitzer des im Reuyorker Hafen verunglückten Fährbootes „Observation", liegt wegen der Verwundung, die er bei der Explosion davongetragen hat, im Krankenhaus. Da er verdächtig ist, an dem Unglück schuldig zu sein, wird er auch nach seiner Wiederherstellung nicht entlassen, sondern verhaftet werden, es sei denn, daß er eine Kaution von 25 000 Dollars stellt. Wichtige Altertumsfunde der Soen-hedin- Lxpedition. Arbeiten und Schaffen find zweierlei. Auch wir, )ie wir gern oder ungern das Pensum des Tages erledigen oder die Erfordernisse unseres Berufes irfüllen, arbeiten nicht nur. Bisweilen schaffen wir illch, werden schöpferisch, nämlich dann, wenn ein lesonderer innerer Antrieb uns zu einer Tätigkeit )rängt oder hinzieht. Nach dem Maße unserer Veranlagungen oder Talente wird diesem Tun ein produktives Ergebnis folgen. So hat jeder Mensch während seines Lebens erfolgreiche und schöpferische Momente, zewissermaßen einen genialen Zug — ohne allerdings ein genialer Mensch zu sein. Dazu gehört mehr, sind seelische Vorbedingungen und Begabungen notwendig, ^ja eine recht eigentümliche Veranlagung, die im Sinne Lombrosos „Genie und Irrsinn" leider oft mißverstanden wird. Auch Schopenhauer dachte bei seinem Ausspruch „Das Genie wohnt nur ein Stockwerk höher als der Wahnsinn" nicht an Geistesstörung, sondern sicher an eine uns nicht vorstellbare Geisteserleuchtung. Wie alles.beim Genie maßlos gesteigert erscheint, seine Erlebnisstärke, Ausdrucksmöglichkeit und intellektuelle Kraft, sind auch sein Schaffensdrang und eine bewundernswerte Ausdauer oft bis zum Fanatismus entwickelt. Aber die Art des Schaffens erstreckt sich nicht allein von einer beispiellosen Geduld bis zur hartnäckigsten Verbohrtheit, die sich durch keinen Mißerfolg stören läßt, sie verläuft seltsamerweise m einem periodischen Wellengang; Phasen stumpfer Verzweiflung und geistiger Lebendigkeit reihen sich periodisch aneinander, ganz wie es uns das Bud der Natur in ihrem Werden und Vergehen offenbart. Denn das Schöpferische im Menschen ist von Rhythmen abhängig, hat seine Jahreszeiten und Stimmungen. Darin zeigt sich die seelische Natur- verbundenheit des genialen Menschen. Arbeiten kow nen mir immer, in jeder Verfassung, aber schöpferisch sein — nur in den begnadeten Stunden, wo es die Stimme unserer Seele verlangt. Diese Begnadung erfüllt das Genie. Wer sie nicht besitzt, dem hilft alle Anstrengung nichts, da ist es so, wie G o e t h e sagt: „Das Schlimmste ist, daß alles Denken zum Denken nichts hilft; man muß von Natur richtig sein, so daß die guten Einfälle immer wie freie Kinder Gottes vor uns dastehen und uns zurufen: da find wir." Schöpferische Phasen und ergebnisloses Ringen heben sich aus dem Lebensbild fast jedes genialen Menschen hervor. Franz Schubert zum Beispiel komponierte seine Lieder in bestimmten periodischen Abständen, zwischen denen Zeiten völliger Passivität lagen. . Doch um die „toten Punkte" überwinden zu können, besitzt das Genie eine wichtige, für seinen Erfolg entscheidende Eigenschaft, einen uner m ii d - l i ch e n Fleiß, der ihm über jede Klippe geistiger Lähmung hinweghilst. Mit eiserner Disziplin und oft pedantischer Genauigkeit arbeiten sie an ihrem 3ieL Rousseau, den man zu den Autodidakten rechnen muß, schreibt: „Obwohl ich jeden Tag als den letzten meines Lebens ansah, studierte ich dennoch, als sollte ich ewig leben." Seine besten Werke schuf Rousseau in der Einsamkeit. Aehnlich mar es mit seinem Landsmann Descartes, der sich nach einem milden Soldatenleben, das ihn durch halb Europa führte, plötzlich zwanzig Jahre lang in völliger Vergessenheit vor seinen Freunden versteckte, um zu arbeiten. Wie besessen jagen sie ihrem Werk und den Stunden ihres Lebens nach. Melanchthon notierte sich seine verlorene Zeit, um dadurch zum Fleiße angespornt zu merden und keine Stunde mehr zu verlieren. Der Naturforscher Buffon versprach seinem Diener jedesmal eine Krone, wenn er ihn vor sechs Uhr früh aus dem Bette schaffe. Buffon arbeitete vierzig Jahre lang täglich von neun bis zwei und von fünf bis neun. Dies erinnert an den größten deutschen Philosophen, Kant, der seinem Diener Lampe den strengsten Befehl gegeben hatte, ihn um fünf Uhr selbst mit Hilfe von Gewalt oder eines Kruges Dr. Folke Bergman, der im Rahmen der Zentralasien-Expedition Dr. Sven Hedins schon zahlreiche aufsehenerregende archäologische Entdeckungen machen konnte, berichtet jetzt von weiteren wichtigen Funden, die ihm in der Wüste Gobi glückten. Er traf auf Reste bedeutender Grenzbefestigungen, die ähnlich wie die bekannte große Mauer angelegt sind. Aus der Zeit der chinesischen Han-Dynastie (um 200 nach Chr.) stammt eine Post- station, die Bergman in den Ruinen einer 2000- jährigen Festung gefunden hat. Chara Choto, der '"-ühmte „schwarze Staat", eine wahre Schatz- rere Stunden am Stehputt (in den letzten Jahren saß er), bis er zu seinen Vorlesungen ging. Um ein Uhr wurde gespeist, wozu er persönlich dem Diener das stets verschlossene Silberzeug übergab. Zum Essen waren immer Gäste geladen, und die Mahlzeit dauerte mehrere Stunden. Mit dem Schlag fünf trat er zu einem Spaziergang auf die Promenade, ganz gleich bei welchem Wetter. Er erschien so pünktlich, daß die Königsberger ihre Uhr danach stellten. Der Abend wurde lesend oder schreibend verbracht, und ohne etwas zu sich zu nehmen, ging er zur Ruhe. Diele genialen Menschen mußten sich noch anderen Berufen widmen, um ihre wirkliche Berufung erfüllen zu können. So war der Astronom Herschel, der Entdecker des Planeten Uranus, zunächst Musiker, um dadurch studieren und die Anschaffung von Instrumenten ermöglichen zu können. Walter Scott war Beamter in Edinburg und saß morgens um sechs Uhr dichtend am Schreibtisch, bevor er in sein Büro ging. Das Schaffen des genialen Menschen besitzt einen Grad von Intensität und Beharrlichkeit, daß man annehmen müßte, eine solche Flamme verzehre sich allzu schnell. Wenn auch das Leben genialer Wunderkinder mit abnormer Frühreife oft schnell erlischt, ist die Lebensdauer genialer Menschen durchaus nicht kürzer als die anderer, gewöhnlicher Sterblicher. Im Gegenteil, die gleichmäßige Lebensweise verhalf ihnen oft zu einem recht langen Dasein. Wie schaffen nun geniale Persönlichkeiten unserer Zeit? Der Psychologe Paul Plaut hat darüber interessantes Material gesammelt. Der bekannte Soziologe Oppenheimer schildert die Situation vor jeder neuen Arbeit: „Es gingen solchem Beginn zuweilen Monate einer Gemütsstimmung voraus, die mit einer Depression verwandt mar. Ich entsinne mich, daß ich selbst von einem .schwarzen Nebest sprach. Hatte ich nämlich einmal begonnen, so war mir keine Ruhe mehr vergönnt, und ich arbeitete bis an die Grenze des völligen Nervenzusammenbruchs." Einen starken Einfluß übt die Musik aus. Sie war immer die Weckerin der schöpferischen Seele, und manche Melodie schuf ein Riesenwerk an Ge- danken und Gestaltung. Der Dichter Hermann Stehr: „Doch nie darf willkürlich etwas hinzu- getan werden, sondern man hat nur mit unerbittlich achtsam-kühler Hand das zu formen, was glühend in einem aufsteigt. So habe ich den Roman .Lenore Griebell nach den Anfanastakten einer Ls-Dur- Sonate von Beethoven geschrieben, und wenn der Weg ins Dunkel verlief, so setzte ich mich ans Klavier und spielte mir die betreffenden Takte, und alles war wieder klar und geordnet." Eine interessante Arbeitsmethode erwähnt der Schriftsteller Ernst Weiß: „Im allgemeinen bin ich der Gewohnheit treu geblieben, wenn ich ein-, mal eine Arbeit begonnen habe, jeden Tag daran weiter zu arbeiten, wenn auch an einem Tage nur eine Zeile, an einem anderen dreißig Seiten fertig werden." In einfachster und trotzdem vielleicht aufschlußreichster Form äußert sich der Dichter Knut Ham - s u n über sein Schaffen: „Ich gehe hier auf meinem kleinen Hose umher, denke ein wenig, schreibe ein wenig und werde älter. Wenn ich einen Einfall bekomme, ist das wohl eine Gabe; ich weiß nicht, woher er kommt; ich habe nichts Bewußtes getan, um ihn zu bekommen, ein Traum, ein Satz in einer Zeitung, ein Ton des Pianos, ein Kindergelächter, kann der Anfang sein. Kann ich dann von diesem Einfall in meiner Arbeit Gebrauch machen, gehe ich daran, ihn sprachlich zu bilden. Kann ich ihn nicht verwenden, wird er kassiert und geht zugrunde. Das vollendete Werk hat große und strenge Arbeit des Bewußtseins gefordert." Das Schaffen der genialen Persönlichkeit erfordert also neben einem starken Herzen auch einen großen Verstand. Beides muß in gleicher Vollkommenheit entwickelt sein, Erlebniskraft und Verstandesschärfe sind die unentbehrlichen Werkzeuge eines Schaffens, das über seine Zeit hinausragt wie Mozarts Musik oder Rembrandts Bilder. Denn sagt Goethe, es gibt kein Genie ohne produktiv fortwirkende Kraft! Aus der Provinzialhauptstadt Nachdruck verboten Ohne Gewähr 148G85 143381 136939 80584 134603 122219 144061 161377 137230 2 Prämien au ,e 3000, 2 ®e- 193835 218138 251335 255050 326181 346742 205780 233306 264662 311895 333182 25222 113942 175140 206065 235722 275978 320203 109760 146210 193249 215746 232464 250905 271895 305918 324504 361943 101840 138987 162675 193248 217078 246987 271045 290847 303069 319750 334137 360379 114534 186967 207128 238118 282390 320752 110202 143150 186473 222556 250329 293461 315476 355350 192407 214589 244598 283893 323629 342590 144817 164499 193588 224003 256983 271780 292307 303093 321503 340668 371885 115988 158372 187148 232717 252989 293601 323383 147206 207461 221468 237546 257961 280182 317271 337095 391513 45311 244112 51480 193363 268083 366776 145083 174278 193911 224184 259236 275499 294643 304918 324226 341246 373599 171537 195850 243314 253684 297947 331657 363383 160488 210294 223203 242728 261499 282281 319514 344607 203616 229648 257260 305230 332859 346917 l 16291 146720 174522 199451 226486 259636 275587 295735 308105 324538 344141 376877 72195 62394 200328 272639 374723 174031 197094 245162 256502 288236 336110 380490 160110 180130 201768 229284 270150 285980 297895 308962 325284 348755 211040 225835 250761 261941 239705 322930 361435 72771 103772 133867 185970 214411 249095 288521 314923 353558 121191 146551 201984 221349 232654 253762 278472 313252 330834 373592 160892 210461 225546 249259 261859 288330 321332 359250 134621 106985 159520 214467 288077 382973 Gewinuauszug 5. Rian« 39. Preutzisch^Lüddeutsche (265. Preutz.) Staats-Lotterie. 12 ®u 2000 22. 165389 181656 186254 236222 244583 258621 353443 353980 359691 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen Im Gewmnrade verblieben: 2 Prämien zu je 500000, 100 Schlußprämien zu je 8000, 2 Gewinne zu je 75000, 2 zu je 60000, 6 zu je 10000, 44 zu je 5000, 64 zu je 3000, 168 zu je 2000, 338 zu je 1000, 574 zu je 500, 1790 zu je 400 M. 337170 337502 ------ ---- - 182 ®etotnn« »u 500 M. 390 13044 ---- 25762 30219 30965 32180 33543 38486 44236 47031 48792 57044 58869 67510 69754 72995 82607 89609 91727 101840 104088 117152 119579 124728 137692 " - 161495 186696 209350 242633 270680 289922 300614 313376 332268 355712 tu 1000 ®. 1154 20652 28908 31477 33312 33953 34959 41508 43511 45349 45577 49810 51570 53662 64077 65157 66251 67513 68187 72738 78407 85012 90668 96492 100788 102942 N2257 359663 ----- ------ 500 W. 6322 16646 17834 Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion Dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) An die Ruhestörer der Rächt zum 8. September! Die Einwohnerschaft vom Schisfenberger Weg, Bergstraße, Ludwigsplah, Kaiserallee. Gutenberg- strahe. Nahrungsberg und weiterer Umgebung stellt an Sie die dringendste Bitte bei etwa folgenden Serenaden sich etwas mehr an das Musikalische zu halten. Wir haben gewiß nichts dagegen, wenn Sie Ihre zukünftige Schwiegermama ansingen, oder sich in der Pfeiferei als besondere Künstler betätigen, aber dann nur, bitte bei geschlossenen Türen und Fenstern und nicht im Garten oder auf öffentlicher Strahe. Wenn Sie aber durchaus fingen müssen, dann meine verehrten Herren, einen besseren Rhythmus und vor allem dürfen Sie das „piano“ nicht mit dem höchsten Grad des „Fortissimo" verwechseln. Ich wüßte kein Lied, das immer forhffimo gc-. ungen werden muß, selbst das der „Schwiegermama" nicht. Sollten Sie aber an Stimmwechsel leiden, der doch im allgemeinen nur bei Knaben eintritt, bann tun Sie besser, die Singerei einzustellen. Bedenken Sie die schweren Folgen wenn Ihre so verheißungsvollen Stimmen m die Bruche gingen. Sie tun damit gleichzeitig cm gute« Werk an den unglücklichen Anwohnern. Ein Anwohner. wissen, daß nur der Mißbrauch von Kaffee und Tee die Ursache der Störungen sein kann. Unter diesen ungünstigen Bedingungen bewirke der Kaffee nicht Leistungshebung, sondern Heber- mübung und Arbeite schwäche. Man habe wegen dieser zahlreichen Beschwer- den. die alle auf das Koffein als wirksame Substanz hinbeuten, vielfach ärztlicherseits den Kaffeegenuß überhaupt verboten. Zweifellos medizinische Bedeutung hätten daher die Bemühungen, dem Kaffee das Koffein zu entziehen was der Technik einwandfrei gelungen fei. Sie liefere einen Kaffee, dem das Koffein bis auf geringe Spuren entzogen ist und, was besonders wichtig, der bei dem Berfahren keine Einbuße an Geschmacks- und Geruchswerten erleide. Es fei ohne jeden Zweifel, daß durch die Beseitigung des Koffeins der Kaffee, m üblicher Welse genossen, keinerlei nachteilige Wirkung wie Herzklopfen oder Schlafstörungen auSube. Auch die Gchimlcistung werde durch die Beseitigung des Koffeins aus dem Kaffee nicht beeinträchtigt. - Geh.Rat Rubner schließt ferne Ausführungen folgendermaßen: „Die ^rage des Kaffees ift also praktisch vollkommen gelost, da man mit der Entfernung des Koffeins^ der vielfach störenden Substanz, jede ernstere Belästigung ausschlieht." 177079 210864 246584 265267 300910 340913 --f68 ©etninne >u 500 TL 6322 16Ö4Ö i /öd^ 19836 90896 24963 25351 26289 27381 27553 28422 30863 34657 34760 37535 37796 46289 51112 39935 60953 Strafkammer Gießen. Gießen, 9. Sept. Arn 30. März d. I. sand in Friedberg eine öffentliche nationalsozialistische Der- sarnrnlung statt. Bei dem Abmarsch wurden die Teil- nehmer von der Polizei nach Waffen durchsucht. Bei einem Angeklagten wurde ein Schlagring vorgesunden. Das Amtsgericht hielt seine Angabe, er habe nicht gewußt, daß dieser in dem lange nicht getragenen Rock gesteckt habe, für unglaubhaft und verurteilte ihn zu 3 Monaten Gefängnis. (Unberechtig- tes Führen einer Waffe außerhalb der Wohnung und bewaffnetes Erscheinen mit anderen äU politischen Zwecken an öffentlichen Orten.) Die heutige Berufungsverhandlung wurde zwecks Vornahme weiterer Ermittlungen vertagt. Ein anderer Angeklagter war im Besitz eines als sog. Totschläger heraerichteten Stuck Kabels betros- fen worden. Seine Angabe, er habe es kurz vorher gefunden, war den ganzen Umständen nach glaubhaft Das Amtsgericht hatte deshalb lediglich wegen unberechtigten Führens einer Waffe (§1 der genannten Verordnung) auf eine Gefängnisstrafe erkannt. Mit Rücksicht auf besondere Milderungs- gründe schien der Strafkammer eine Geldstrafe von 150 Mark angemessen. Ein auswärtiger Autoschlosser und -Händler hatte im Jahre 1928 einen Wagen von der betr. Fabrik unter Eigentumsvorbehalt gekauft und ihn zwei Jahre später weiterverkaust. Weil er nicht den gesamten Kaufpreis an die Fabrik abgeliefert habe, war er wegen Unterschlagung zu 360 Mark Geldstrafe verurteilt worden. Die Strafkammer sprach 1 ihn heute frei. Er habe mindestens sich für bered)- tiqt halten können, das Auto zu den in der Zwi- schenzeit erheblich herabgesetzten Fabrikpreis ver- kaufen zu tonnen; insoweit habe er aber die Fabrik bezahlt gehabt. dezirlsschöffengericht Gießen. — den Anfang. Talen für Dienstag, 13. September. 1830: die Dichterin Marie v. Ebner-Gschcnbach auf Schloß Zdislavih in Währen geboren. — 1877: der Forschungsreisende Wilhelm Filchner in München geboren. ** Veränderungen bei der Kasse- lerReichswehr. Mit Wirkung vom 1 Oktober 1932 treten im Standort Kassel wichtige Perso- nalveränderungen ein. Die militärische Stelle des Infanterieführers V. bisher in Stuttgart wird in den Standort Kassel verlegt. Mit dem gleichen Zeitpunkt wird für den bisherigen Infanterie - führerV, Generalmajor Muff, der am 1 .Oktober aus dem Heeresdienst scheidet, Oberst Geher bisher Kommandeur des 17. Infanterie- Regiments, den Dienst des Infanterieführers V in Kassel aufnehmen. Hauptmann Fleischhauer, bisher Führer der 9. Iägerkompanie und Oberleutnant Petermann, bisher bei der 13. Minenwerfer-Kompanie, werden zur Infanterieschule nach Dresden verseht. Hauptmann von Scheele, bisher Führer der Lehrkompanie. wird »um Adjutanten deS Infanterieführers V in Raffel ernannt. . t _ D ic Herb st Übung beginnt. Born Wehrkreiskommando V wird mitgeteilt: Die erste Drigadeübung der 5. Dipision findet am morgigen Dienstag, 13. September, unter Leitung bes Infanterie-Führers V, Generalmaior Muff, im Raume Großenehrich—Holzthaleben—Hup- stedt—Schlotheim statt. Zuschauern wird empfohlen sich an diesem Tage ab 7 Uhr morgens auf der Höhe Herrenrode, dicht ostwärts Toba oder auf dem Schalken-Berg, 2 Kilometer sud- ostwestlich Toba, einzusinden. Anfahrt von Kraftfahrzeugen erfolgt zweckmäßig über Sonders- hausen—Schernberg-Himmelsberg o^r über Langensalza bzw. Mühlhausen-Schlotheim— Rockcnsußra-Hotzsutzra. Die Straße ^beleben-. Toba — Großbrüchter — Holzthaleben Keula Hüpstedt ist an diesem Tage für den zivilen Kraftwagenverkehr ab 5.30 Mr morgens gesperrt. Auf der Straße Ebeleben—Holzsußra Urbach—Menteroda—Keula ist das Parken von Kraftfahrzeugen außerhalb der Ortschaften nicht " D°m Botanischen Garten. In den letzten Tagen dürfte vielen Besuchern des ©arten« die „Wasserblüte" auf gefallen fein, die sich an fast allen Teilen des Teiches bemerkbar macht. Sie ist auf ungewöhnlich starke Entwick lung eines flagellatenähnlichen Organismus zurückzuführen (Chromophyton), dessen mikroskopisch kleine Zellen außerordentlich dicht auf der Oberfläche des Wassers schwimmen oder auf ihr ruhen und durch eine eigenartige ^t Der Lichtreflerivn die als ..Goldglanz des Was ers bezeichnete Erscheinung Hervorrufen 2* Rimmer entbehre die strebende Stadt der veredelnden Künste. Diese wohlgemeinten Worte haben auch in der heutigen Zeit ihren Sinn und ihre Bedeutung nicht verloren. So mancher wird sich fragen, was es mit| den veredelnden Künsten für ihn und feinen grauen Alltag auf sich habe und inwieweit man in den Besitz dieser Genüsse gelangt. Die Antwort finden Sie in unseren Einladungen zum Abonnement. Auch wird die Kasienabteilung und jedes Theatermitglied unverbindlich und gern Auskunft erteilen. Schließen auch Sie sich dem großen Stamm der Abonnenten an. Anmeldungen schriftlich oder ab 25. September täglich von 10 bis 13 Uhr an der Tageskasse. ** ■Sie Gartenbauausstellung, die bet Gießener Obst- und Gartenbauverein aus Anlaß seines 20jährigen 'Bestehens in der Turnhalle am Oswaldsgarten veranstaltete, und am Samstag eröffnete, hatte nicht nur am Samstag, sondern insbesondere am Sonntag einen starken Besuch aufzuweisen. Auf vielseitigen Wunsch bleibt die Ausstellung, die in ihrer gälte des Gebotenen tatsächlich sehenswert ist, n«h bis heute, Montag abend, geöffnet. Asien Gartenfreunden sei der Besuch dieser nicht nur sehr interessanten, sondern auch schonen und geschmack- vosi arrangierten Ausstellung bestens empfohlen "Spenden im Dekanat Gießen für die äußere Mission. In den Pfarreien des Dekanats Gießen gingen im verslosienen Iahte 38?1763O«tolnne 1000 TL 5068 52988 62026 68480 —- 78393 . .79612 .79879 ^9948 ?8|8J1 ,91084 Kaffee und Koffein. Im Anschluß an den im Familienblatt vom 22. August erschienenen Aufsatz „Der Siegeszug des Kaffees" von Dr. Georg Kuhn bittet uns die Kaffee-Handels-Aktiengesettschaft Bremen um Abdruck der folgenden Ausführungen des bekannten, kürzlich verstorbenen Ernährungs-Wissenschaftlers Geh. Rat Professor Dr. Rubner, die einer kurz vor feinem Tode in einer be- deutenden medizinischen Fachzeitschrift erschienenen Arbeit über den Kaffee entnommen sind. Geh.Rat Rubnet geht davon aus, daß durch das stetige Wachsen des Kaffeekonsums der Verbrauch an alkoholischen Getränken abgenommen hat, ein Umstand, der im Interesse der BolkS- hngiene als Borteil anzusehen sei. Daneben habe der Kaffee aber in der Diät selbst größere Umwälzungen hervorgerufen, als man sich gewöhnlich klarmacht; man denke nur an die Umgestaltung deS Frühstücks, das noch vor etwa 100 Jahren zumeist aus Suppen verschiedener Art bestand. Dem Kakao schrieb man von Anfang an gewissen Nährwert zu, aber auch Kaffee und Tee seien nicht als einfache Abkochungen anzusehen, sondern durch den Zusatz von Zucker und Milch zu Getränken mit Nährwert geworden. Als Kaffee in gewöhnlichem Sinne würde der Wasserauszug aus der gerösteten Bohne angesehen und nur die hierin enthaltenen, schmeckenden und riechenden Bestandteile bedingen den Wert, den wir dem Kaffee zumessen. Mit dem Koffeingehalt habe diese Wertmessung nichts zu tun. da gerade die schlechtesten Sorten, z. B. gewisse afrikanische Kaffees, besonders hohen Koffeingehalt besitzen. Der angenehme Geschmack und Geruch und das Wohlbehagen, das ein guter Kaffee erzeugt, hätte zu seiner Verbreitung als Dolksgetränk beigetragen. Doch schon früh hätte man aber auch erkannt, daß ihm bei reichlichem Genuß recht unangenehme Eigenschaften innewohnen. Als wirksames Prinzip erkannte man das Koffein mit seinen Wirkungen auf die Puls- beschleunigung, Dlutverteilung, Erhöhung des Blutdrucks und Erregung vor allem des Großhirns. Dazu kamen die vielfachen Beobachtungen über Schlafstörungen, Herzklopfen und Schädi» gung der Herzleistung, über Muskelzittern, Harndrang usw. Nach Untersuchungen, in denen man die Zeit bestimmte, wie lange das Koffein im Körper blieb, mußte man das Koffein als pharmakologisch stark wirkenden Stoff betrachten. Das Koffein sei in der Dohne an Kalium und an Ehlorogensäure gebunden, einem Gerbstoff, Der völlig unschädlich sei. , Von Schaden sei demnach der Kaffeegenuß von vornherein allen Individuen die an Reizbarkeit und schlechtem Schlaf littem Ttei gefunden Menschen hingen die störenden Wirkungen desKaffees, abgesehen von den individuellen Unterschieden, in erster Linie vom Koffemgehalt ab^ von der Häufigkeit des Genusses, von der Menge und Konzentration des Kaffees, von in leeren oder vollen Magen und schließlich von gteichättigem Genuß von Alkohol und Sch a - . mittels Viele Menschen litten an großer Aufgeregtheit und Schlaflosigkeit und leisem Schlaf I mit nachfolgendem Ermüdungsgefühl, ohne zu Gießen, den 12.September 1932. Oie Hasel reist ... Der Wind geht über die Stoppeln, der Laub« wald &eigt bald das bunte Farbenspiel der welkenden Blätter. Und dennoch ist auch des Sommers Ende so schön! Gerade der September gilt vielfach als unser schönster Monat. Die Brom» I beeren färben sich dunkel, die Ebere'chen sind rot, der Hirschholunder brennt, die Hasel reift Don jeher hat der Haselstrauch zum deutschen Volk in besonderer Beziehung gestanden; denn nicht weniger clls 360 deutsche Ortsbezeichnungen erinnern an ihn. Sein asihochdeutscher Name Hasala gehört den frühesten Zeiten an, wo man Mal- und Gerichts stätten „Hasloch" nannte, weil sie mit Haselstäben abgemartt waren. Die Kultur der Haselnuß stammt auS Dorderasien. Die Haselnuß diente als Wildling den Manschen der Steinzeit als Nahrungsmittel; ihre zerbrochenen Schalen hat man im Wegwurf der Pfahlbauten der jüngeren Stein- und Bronzezeit gefunden. Durch die Römer wurden die edleren pontischen Haselnüsse nach den germanischen Ländern gebracht. Mit den pontischen Haselnußarten wurden gleichzeitig durch die Römer auch die Walnuß und die Kastanie aus Kleinasien nach Italien und weiterhin nach Deutschland gebracht Die Frucht der Nußbäume war im Mittelalter von größerer wirtsthaftlicher Bedeutung als heutzutage, wegen des Nußöls, das vielfach auch als Drennöl verbraucht wurde. Daß die Haselnuß in Deutschland schon in der Urzeit ihre Stätte hatte, wird durch die bedeutsame Rolle bezeugt, die sie im deutschen Aberglauben von jeher gespielt. Dom Haselstrauch wird die dem ältesten deutschen Heidentum angehörige Wünschelrute geschnitten, ein einjähriger gabliger Zweig von zwei bis vier Fuß Länge. In manchen Gegenden ist es Sitte, daß beim Hochzeitsschmaus Mädchen und junge Burschen sich mit Haselnüssen werfen. Findet sich darunter eine mit doppeltem Kern, so wird auS den beiden ein Paar. Die hübsche Sitte des „Viel- liebchen-Essens" mit Nuß- und Mandelkernen ist heute noch ein gern geübter Brauch. Und wenn der Lockruf auch nicht gleich einen Verlobungsring kostet, so bildet zum mindesten em Kuß — natürlich in Ehren! — den Abschluß oder (Sieben, 9. Sept. Sine Frau hat gegen einen Richter ehrenrührige Behauptungen aufgeftellt. Zur Rechenschaft gezogen, gab sie zu Krer Verteidigung an, daß sie das so gehört habe. Außerdem hat sie in einer Eingabe an den Richter diesen zu einer Amtshandlung zugunsten ihres Mannes zu nötigen versucht mit der Drohung, sie werde sonst seine angeblichen Verfehlungen dem Landtag mitteilcn. Wegen Beleidigung und Beamtennötigung erhielt sie heute eine G e s a m t ge f ä n g n i s st r a f e von einem Monat. Ihr Mann wurde frcigelbro- chen da ihm eine Teilnahme an den Verfehlungen seiner Frau nicht nachgewiesen w^den konntL ^Wegen gewerbsmäßigen Wilderns wurde ein vielfach wegen Eigensirmsvergehens und auch wegen Wilderns vorbestrafter Angeklagter zu einem 2 ahr Gefängnis ver- urteilt Er gab zu, mit einem Flobertgewehr auf dnen Hasen geschossen xu haben; gev^rbsmahig habe er aber nicht gehandelt, er habe es nur daraus abgelegt gehabt, wieder ins GefangmS »u kommen, weil er über daS Betragen feiner Braut verzweifelt gewesen sen 2si>getehen da- von daß die Braut in einem Brief dem Gericht mitae teilt hatte, der Angeklagte habe sie zu be- einftussen gesucht, stand auch das vorsichtige De- Äunen des Angeklagten beim Wildern unb fein Steugnen bei der Festnahme mit feiner Schutz- bebaut hing in Widerspruch. ~ünf Monate Gefängnis wegen Diebstahls im wiederholten Rück all erhiesi ein noch verhältnismäßig lunger Angeklagter oinem Arzt aus dessen Auto eine Mappe mit SnftruTntcn 6trafmU6ernt> Jnirito dafi der Arzt fein Eigentum wieder d* ÄS M di. be» Angeklagten bei der Begehung der Tat. Segelflieger Polizeihauptmann Lanö tödlich abgestürzt. WSN. Da rmstadt, 11. Sept. Der bekannte hoffnungsvolle Segelflieger Posizeihauptmann Jans in Darmstadt wirkte heute tn feiner Ge- burtSstadt Lindenfels im Odenwald bei einem Werbeflugtag der dortigen Segelflieger- Ortsgruppe mit. Nachdem wegen des ft arten Windes der Schulungsbetrieb der 3ungfcg€lflieget abgebrochen worden war, u n t c r n a h m Hauptmann Ians einen Segel f l u g. Nach einer Dauer von 27 Minuten brach Plötzlich in einer Höhe von 150 Meter in ^v?r Rechtskurve ein 5fügel der Maschine ab. Der Pilot stürzte lauf eine Felsengruppe und war sofort tot. Hauptmann IanS toar 39 Jahre alt. Er war früher Lehrer und em besonders befähigter Polizeioffizier. Auch als Sportsmann ist Hauptmann Ians, besonders im süddeutschen Handball, hervorgetreten. Bor zwei Iahren trat er zum Segelflug über und machte besonders bei den diesjährigen Rhon^egelflug- Wettbewerben von sich reden. Für seine vielversprechenden Leistungen wurde er mit der Palette der Stadt Darmstadt ausgezeichnet. Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, unb zwar je einer auf tic Lose gleicher Nummer in den beibea Abteilungen I unb II 27. Ziehungstag 8. September 1932 In ber heutigen Dormittaasziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 12 »ttolnne xe 10000 OB. 9515 31099 36571 243?0®c^ne3x? 5000OT.8 43948 137179 142145 87924B»JSm ??3000 TL 16367 28704 56985 71502 73879 77564 143301 170433 202819 205077 288317 30 60 ©«*™ m 2000 TL 8258 22047 47339 54156 61371 66370 71571 103372 110968 145999 160161 174574 190266 196902 218931 225705 237921 253301 293956 311703 313777 325841 335958 348439 349142 355438 356647 372500 375467 insgesamt 8355 Mark (1930 : 9849 Mark) an Gaben für die äußere Mission ein. Sie verteilen sich auf die einzelnen Gemeinden und Pfarreien wie folgt: Asiendorf (Lahn) 108 Mark, Mendorf (Lumda) 1030, Alten-Duseck 101, Beuern 372, Gießen 2943, Grohen-Duseck und Oppenrod 167, Grotzen-Linden 228, Klein-Linden 372, Haufen- Garbenteich 79, Heuchelheim 76, Lollar-Kirchberg 575, Kirch-Göns 40, Pohl-Göns 44. Lang-Göns 670. Leihgestern 376, Reiskirchen-Burkhardsfelden 130, Rödgen.Annervd 342, Steinbach-Albach 222, TreiS (Lumda) 232, Watzenborn-Steinberg 194 und Wiefeck 44 Mark.. Auf den Kopf der evan- gelischen Bevölkerung betragen die Gaben 0.13 Mark, gegen 0,15 Mark in 1930. In der Gebefreudigkeit an der Spitze steht die Pfarrei Altendorf (Lumda) mit 0,93 Mark durchschnittlich auf den Kops der Einwohnerschaft; am Schluß marschieren Heuchelheim und Wieseck. letzteres nur mit 1.3 Pfennig pro Kopf. In Dietzen entfallen auf den Kopf her evangelischen Bevölkerung 10,3 Pfennig an Gaben für die äußere Mission. ' Born Verein „Wandervogel Höhenflug Dietzen". Arn Sarnstaga^nd trat der Verein „Wandervogel Höhenflug Gießen" mit einem gut vorbereiteten Konzert- und Theaterabend im Saale des „Cafä Leib" an die Oeffentttchkeit. Der Verein, der jetzt auf ein dreizehnjähriges Bestehen zurücksehen kann, ist als Verein für Jugendpflege anerkannt und hat sich die Ausgabe gestellt, feine meist jugendlichen Mitglieder zur Freude an der Natur zu erziehen. Der derzeitige erste Vorsitzende, Georg , Mader, zeichnete in seiner Ansprache tn diesem Sinn Zweck und Ziele des Vereins und hieß besonders den Vorsitzenden der Ortsgruppe Gießen de« Vereins für Deutsche Jugendherbergen, Studienrat Dr. F l ö r k e (Gießen), willkommen. Nach einem beifällig ' auf genommenen Prolog wurde von der Dereinskapelle (Leitung Herr Barke) mit Beethovens „Die Himmel rühmen deS Ewigen Ehre" die Spielfvlge eröffnet. Wettere Konzertstücke, zum Teil recht schwieriger Art, sanden ausgezeichnete Wiedergabe, so daß die Zuhörer mit dem Beifall nicht kargten und die Kapelle fich zu Zugaben entschließen mußte. Die Theaterstücke waren gut ausgewählt und eindrucksvoll wiedergegeben. Der Verein kann mit Genugtuung auf den Abend zurückblicken. ♦* Einbruchsdieb st ahl in (Brünberg. In der Nacht zum Sonntag wurde bei dem Kaufmann Ritter in Grünberg ein Einbruchsdiebstahl verübt den, wie der Polizeibericht meldet, die Lan- deskriminalpolizeistelle Gießen aufzuklaren bemüht ist Den Dieben fielen Tabak, Zigarren, Zigaretten, Aktenmappen, Brieftaschen. Hosenträger und verschiedene sonstige Bedarfsarsikel in die Hande. Wie die Ermittlungen bisher ergeben haben handelt es sich um iwei Täter, die ihre Beute mit dem Motor- rad fortschafften. Absturz zweier Darmstädter Touristen. 40 Stunden im Gletscherschrunb. WSN. Darmstadt, 10. Sept. Nach einer Meldung auS P o n tresina bestiegen am 3 September zwei junge Touristen aus Darmstadt führerlos von der Tschierva-Hutte aus den Piz Roseg über den Eselsgrat. Sie wurden vom Hüttenwart im Abstieg gesichtet. Offenbar hatten sie die Absicht, nach der Koazhutte abzustei^n, wobei sie zu stark in die ihnen unbekannten Felsen gerieten und in einen Dchrund adsturzten. Dem einen gelang es, sich aus den Spalten herauszuarbeiten und weitere etwa 400 Meter abzusteigen. Hier wurde er am ©onntagfrub von einer Touristengruppe vollkommen erschöpft auf- gefunden und nach der Koazhütte geführt. Sein Zustand gibt zu keinen Befürchtungen Anlaß. Sein Freund wurde erst am Montag durch eine Rettungskolonne in bewußtlosem Zustand auf» gefunden und konnte «aus dem Gletscherschrund, in dem er ungefähr 40 Stunden gelegen batte, befreit werden. Auch er war vollkommen erschöpft und halb erfroren und wieS starke Kopfwunden sowie Erfrierungsschäden an den Füßen aus. Außerdem wurde bei ihm eine Gehirnerschütterung festgestellt. Der Schwerverletzte wurde vom Restaurant Roseg aus nach dem Krankenhaus verbracht. Rheinhessen. WSN. Worms, 9. Sept. In der jüngsten Sitzung des Stadtrats stand u. a. die Neuwahl eines Beigeordneten auf der Tagesordnung. Dom Oberbürgermeister wurde vorgeschlagen, den seitherigen Bürgermeister Schulte Wiederzuwahlen. Im Derlauf der Sitzung, in der Sozialdemokraten und Kommunisten heftig aneinander gerieten, mußte der kommunistische Stadtrat Haber- meh l für die drei nächsten Sitzungen auSgeschios- fen werden. Um ihn auS dem Sitzungssaal zu entfernen, wurde P olizei herbeigeholt. Mit 23 gegen 21 Stimmen gelangte ein Antrag des Christlichen Volksdtenstes zur Annahme, wonach die Zahl der besoldeten städtischen Beigeordneten auf einen herabgesetzt wird. Das bedeutet die Nichtwiederwahl deS seitherigen Bürgermeisters Schulte und dessen Pensionierung. Verantwortlich für Lokales, Provinz, Sport unb Wirtschaft i.V.: H. L. Neuner. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bi» 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen Anzeigenaufträgc sind tediglich an die Geschäftsstelle zu richten. 9.1'ipor/ Fußball der Gießener Mannschaften. Die erste Mannschaft der Spielvereinigung 1900 war am gestrigen Sonntag in Wallau zu Gast. Das Spiel endete unentschieden 1:1. Die 1900er hätten bereits bis zur Halbzeit mit 4:1 Toren führen können, sie ließen jedoch wiederum die zwingendsten Chancen aus. Die ersten Schüler spielten in Klein-Linden 0:0, mit demselben Resultat muhten sich auch die zweiten Schüler zufrieden geben gegen Steinbergs erste Schüler. — Die erste Mannschaft des VfB. war spielfrei. Die Liga-Reserve des VfB. verlor gegen Dau- bringens erste Mannschaft mit 4:3 Toren. Die dritte Mannschaft, ersatzgeschwächt, verlor gegen die erste Mannschaft von Steinbach mit 7:1. Die ersten Schüler mühten sich von Wiesecks Schülermannschaft auf dem Platz des Gegners mit 0:3 geschlagen bekennen. Oie punffefämpfe am Main. Der Fuhballsportverein Frankfurt a. M. hat die alleinige Tabellenführung in der Gruppe Main nicht lange behaupten können. Da er das wichtige Spiel in Offenbach gegen die Kickers verlor, so ist er in der Führung von den Kickers abgelöst worden. Die Offenbacher müssen aber den ersten Platz mit der Eintracht teilen, die über die Sportfreunde mit 3:0 klar siegte, obwohl sie Ersatz eingestellt hatte. Riederrad hat Anschluß nach oben bekommen durch einen 3:1 (1:1) über Rot-Weih. Germania Dieber bewies durch einen 3:2-Sieg in Reu-Isenburg, dah die Mannschaft nicht nur auf eigenem Platz sehr gefährlich ist. Unter den fünf Spielen der Gruppe gab es auch eine Sensation. Der Renting Friedberg, der auf eigenem Platz alle Spiele hoch verlor, konnte in Hanau 3:0 gewinnen. Gießener Schühenverein Berbandsmeister. Rachdem der Gießener Schützenverein Dezirks- und Gaumeister geworden war, trat er zu den D e r b a n d s m e i st e r s ch a f t e n , die als Dorrunde für die Dundesmeisterschaft des Deutschen Schützen-Bundes angesehen werden, an. In Marburg traf er auf den „Kasseler Schützen-Verein" und siegte mit 3529 Ringen gegen 3240 Ringe. Im einzelnen waren die Resultate folgende: Feld, (300 Meter): Heinrich Appel, 601 Ringe; Stand, (175 Meter): Hermann Sauer, 760; Wehrmann, (175 Meter): Georg Schilling, 778; Pistole: Willi Georg, 826, Kleinkaliber: W. Hainbach, 564 Ringe. Die bereits vor einiger Zeit ausgetragenen Kämpfe selbst litten unter der Hitze und dem grellen Licht. Aus Ersparnisgründen wurden die einzelnen Derbandsmeisterschaften der fünf Der- bände in diesem Jahr nicht auf einem Stand herausgeschossen. Diese Maßnahme ist insofern zu bedauern, als ein gerechter Vergleich nicht möglich ist. Unter diesen Umständen ist es sehr fraglich, ob die Gießener Schützen bei dem Endkampf um’ die Deutsche Dundesmeisterschaft in Groh- kaliber eingreifen können. Auf alle Fälle kann es sich der Gießener Schützenverein als einen schonen Erfolg anrechnen, dah seine Mannschaft in diesem Jahr bis zur Dorrunde zur Deutschen Dundesmeisterschaft gelangen konnte. Oer große Triumph der Inder. Deutschlands hockey-Rational-INannschast 6:0 besiegt. Mit den 6000 Zuschauern, die in München zum „Inderspiel" kamen, wurde auch in Bayerns Hauptstadt ein für diese Sportart neuer Zuschauerrekord aufgestellt. Was man zu sehen bekam, war Hockey in Vollendung. Die ihre komplette «Olympia-Mannschaft stellenden Inder gingen schon von Anfang an voll aus sich heraus. Gleich in der ersten Minute schossen sie ihr erstes Tor und fünf Minuten später war Dhan Chand schon wieder erfolgreich. In der 33. und 34. Minute fielen zwei weitere Tore, so den Halbzeitstand 4:0 für die Inder herstellend. Rach der Pause beherrschten die Inder weiterhin das Feld. Di« deutsche Mannschaft wurde zwar etwas besser, konnte sich aber nie ganz durchsetzen. Die neunte Minute brachte das fünfte Tor und der Halbrechte erzielte kurz darauf nach einem Strafbullh für die Inder das 6:0. Die deutsche Mannschaft war zwar sehr stark aufgestellt, konnte aber nicht in allen Teilen befriedigen. Der Sturm konnte sich nicht zu einer Einheit zusammensinden, jeder Spieler versuchte auf eigene Faust etwas zu erreichen. Ausgezeichnet war die Verteidigung. Tormann Pfaffenholz war in Höchstform. Kurze Sporinolizen. Die deutschen Motorradmeister 19 3 2 der einzelnen Kategorien heißen: Kahrmann (Fulda) auf Imperia bis 250 ccm; Loof (Godesberg) auf Imperia bis 350 ccm; Bauhofer (München) auf DKW bis 500 ccm; Roefe (Düsseldorf) auf BMW bis 1000 ccm. * Der Pole Zwirko, der den erst kürzlich beendeten Europa-Rundflug gewann, ist in der Nähe von Tschechisch-Teschen mit seiner KWv-6-Maschine tödlich abgestürzt. RudolfCaracciola siegte im Großen Preis von Monza überlegen vor seinen Alfa-Romeo-Stall- genossen Faggioli und Nuvolari. Leichlalhletik auf dem Waldspochlah. Volkstümliche Wettkämpfe des MTB. — Erstrebtes und Erreichtes. Turner und Sportler im Kampf um den Sieg. Es ist in der Gegenwart immer wieder ein Risiko für einen Verein, eine derartige Veranstaltung durchzuführen. Der Mtv. hat es aber auch für dieses Jahr wieder unternommen und trotz aller Ungunst seine 2.volkstürnlichen Wettkämpfe veranstaltet. Mit gutem Erfolg, wie man wohl behaupten darf. Richt nur, dah die reprä- sentable Zahl von Teilnehmern, mit der man rechnete, erreicht wurde, ist schon beachtenswert, vielmehr noch, dah sie überschritten wurde. Allerdings hat dabei eine kleine Disziplinlosigkeit eingeritten, die symptomatisch geworden ist. Einen Meldeschluß gibt es nämlich überhaupt nicht mehr. Formal allerdings schon: die Vereine halten sich aber nicht daran. So waren am Sonntag zwei Dutzend Leichtathleten mehr da, als vorgesehen. Im Programm suchte man sie infolgedessen vergeblich. Der Veranstaltung tat das indessen keinen Abbruch. Für die Wettkämpfe des Mtv. war ein umfangreiches Programm vorgesehen. Fast war es des Guten zuviel. Es muh gesagt werden: etwas weniger wäre mehr! Der Gedanke, jedem Sportler und Tümer, jeder Teilnehmerin zur ‘Betätigung Gelegenheit zu geben, ist an sich lobenswert, das Publikum wird durch eine derartige Fülle der Darbietungen (der Sonntag- nachmittag brachte allein über 30 verschiedene Wettbewerbe) aber eher abgeschreckt, als angezogen. So muhte man sich denn auch diesmal auf dem Waldsportplatz mit etwa knapp 300 Zuschauern zufrieden geben. Ein« Werbewirkung war also nicht erreicht, da nur jene als Zuschauer anwesend waren, die mit Turnen und Sport sowieso schon eng verbunden sind. Den Auftakt der 2. kreisoffenen volkstümlichen Wettkämpfe des Männertumvereins Gießen bildeten die Kämpfe der Jugendlichen. Allerdings wurde dieser Teil der Veranstaltung am Samstag durch das Detter stark beeinträchtigt und abgekürzt. Die schweren Regenfälle am späten Rachmittag verhinderten die Durchführung der entscheidenden Kämpfe. Die Vorentscheidungen muhten als Endergebnisse betrachtet werden. Am Sonntagvormittag zu früher Stunde wurden die Wettbewerbe der Aktiven mit den Mehrkämpfen begonnen. Es entwickelte sich auf dem Waldsport- platz ein lebhafter Sportbetrieb, der sich verhältnismäßig reibungslos abwickelte. Die Dreikämpfe mürben in rascher Folge erledigt, und gleich darau wurde um die Beteiligung in den Endkämpfen der Einzelwettbewerbe gerungen. Der Sonntagnach- mittag war mit den Entscheidungen der aktiven Turner und Sportler, Turnerinnen und Sportlerinnen ausgefüllt. Oas sportliche Ergebnis brachte gute Durchschnittslei st ungen. Einige Erwartungen auf besondere Leistungen blieben unerfüllt. Allerdings ließ die Bahn zu wünschen übrig; sie war durch den heftigen Regen des Samstags sehr weich geworden, die Sprungbahnen nicht minder. verschiedene Teilnehmer zeigten außerdem nicht die Form, in der man sie erwartet hatte. Spannende Begegnungen brachten die Laufwettbewerbe' insbesondere in der Oberstufe der Turner. Sportler und Turner lieferten sich hartnäckige Kämpfe. Die Giehener Vereine konnten sich befriedigend behaupten. In den Mehrkämpfen konnten sich die beiden Mtv.erinnen Bickel Haupt (Turnerinnen Ober- tufe und Erika Röhmig (Iugendturnerinnen- Stufe) erste Siege sichern. Insgesamt errangen bie Mtv.er 16 erste Siege, von benen averbings viele von ben Damen errungen würben. Die Spielvereinigung 1900 konnte 7 erste Siege verzeichnen, ber Turnverein 1846 konnte sich lebiglich einen 1. Sieg ichern. Der OSE. Gießen brachte es nur zu Plätzen. Nachstehend bringen wir vorläufig die Ergebnisse der hauptsächlich st en Konkurrenzen. (Die Siegerliste folgt.) Im Dreikampf der Turner - Oberstufe wurde Schneider, Polizei Darmstadt, mit 58 Punkten 1. Sieger vor Werner (Tv. Weilmünster). In der gleichen Konkurrenz der Turner-Unterstufe siegte Weißbrod von ber Turngemeinbe Hanau mit ebenfalls 58 Punkten. In ber Turnerinnen-Oberstufe blieb erwartungsgemäß Else Bickelhaupt Mtv. Gießen mit 61 Punkten überlegen in Front. A. Löw, To. Weilmünster, belegte mit 63 Punkten ben ersten Platz bei ben Iugenbturnern A. In bet Iugenbturner-Stufe B sicherte sich Maier Tgm. Unterlieberbach mit 73 Punkten den 1. Sieg. Bei ben Jugenbturnerinnen würben bie drei ersten Plätze von ben Mtv.erinnen belegt. In ben E i n z e l w e t t b e w e r b e n ber Tur- ner-Oberstufe würben folgenbe Teilnehmer 1. Sieger. 100 Meter: W. Simon, Dorwärts Bockenheim, 11,4 Sekunben. 800 Meter: N o 6, Vorwärts Bockenheim, 2,03 Minuten. 400 Meter: PlochI., Mtv. Gießen, 52,8 Sekunben. 1500 Meter: Schaaf, 1900 Gießen, 4:27,5 Min. 200 Meter: Krück, BfB. Kurhessen Marburg, 23,9 Sekunben. 3000 Meter: Schaaf, 1900 Gießen, 9:39,8 Min. Kugelstoßen: Schneider, PSD. Darmstadt, 14 Meter. Speerwerfen: Frey, Tv. 1846 Gießen, 52,18 Meter. Diskus: Schneider, PSV. Darmstadt, 38,87 Meter. Hochsprung: Holbein, FSB. Frankfurt, 1,65 Meter. Stabhochsprung: Jung, 1900 Gießen, 2,20 Meter, Weitsprung: Witte, FSB. Frankfurt, 6,47 Meter. In der 4 X 100-Meter-Stasfel siegte To. Vorwärts Bockenheim in 46,4 Sekunden vor Mtv. Gießen nur mit Handbreite Vorsprung. (Ein außerordentlich scharfes Rennen, bei dem Mtv. bis zum letzten Wechsel in Führung lag.) Ebenfalls siegte Vorwärts Bockenheim in ber Schwebenstaffel in 2:08,6 Minuten vor Mtv. Gießen. In biefer Staffel lieferte Ploch bem Frankfurter 400-Meter-Mann No6 ein erbittertes Rennen. In der 10X% -21 unb ft af f «I siegte Dor- wärts-Bockenheim vor Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 verlor weniger durch den Laus, als durch die mangelhafte Stabübergabe. Mit 20 Meter Vorsprung gingen die Frankfurter durch das Ziel. In der Turnerinnen-Oberstufe sah man in den Einzelwettbewerben die folgenden Teilnehmerirmen als 1. Sieger: 100 Meter: E. Dickelhaupt, Mtv. Gießen, 13,6 Sek. Kugelstoßen: E. Biron. Tbd. Wiesbaden, 10,16 Meter. Weitsprung: E.Bickelhaupt, Mtv. Gießen, 4,81 Meter. Hochsprung: T. Espach, Mtv. Gießen, 1,30 Meter. Diskus: M. Schell, Dorwärts-Dockenheim, 30,91 Meter. „ Die 4X100-Meter-Staffel brachte ein Duell zwischen den beiden Gießener Vereinen, Mtv. und Spielvereinigung 1900, das die Mtverinnen in 55,6, vor 1900 mit 58,3 Sek. in Front sah. In der A-Klasse der Jugendlichen gab es einige vorzügliche Leistungen. Der erste Sieger im 100-Meterlauf erzielte die gute Zeit von 11,7 Sek., den Weitsprung gewann Herrmann, 1900 Gießen, mit 5,70 Meter, im Kugelstoßen blieb von Dülzingslöwen, 1900, mit der beachtlichen Leistung von 13,11 Meter erster Sieger. 'Die 1000 Meter sahen Griessinger, Tv. 1857 Sachsenhausen, in 2:48,4 vor den favorisierten 1900em Daumstieger und Berg- Höfer als Ersten. Siegerverkündigung, Preisverteilung und gemütliches Beisammensein in der »Liebigshöhe" beschlossen den Tag. Wirtschaft. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. An der Frankfurter Getreidebörse hat die Erholung der Preise Fortschritte gemacht. Die Landwirtschaft ist mit ihrem Angebot zurückhaltender geworden, während die Mühlen weiteren Deckungsbedarf bekundeten. Beim Roggen haben neben natürlichen Ursachen auch künstliche das Preisniveau gehoben; man wollte weitere Käufe der halbstaatuchen Stellen beobachtet haben. Die Ankündigung einer großzügigen Getreidestützungsaktion hat zunächst in weite Kreise des Getreidehandels etwas Beunruhigung gebracht, später schöpfte der Markt aber Anregung daraus, da man einsah, daß gegen den Getreideüberschuß etwas getan werden müsse, schon um der Landwirtschaft eine gewisse Rendite zu sichern. Diese Stützungsaktion beschränkt sich zunächst auf Roggen und Gerste. Ob man auch bei Weizen zu einer verstärkten Stützung bereit ist, soll erst entschieden werden, wenn die in den nächsten Tagen zu erwartende (dritte) Dorschähung des Statistischen Reichsamts über die mutmaßliche Ernte vvrlie- gen wird. Der Drotgetreidemar kt verzeichnete bei kleinen Umsätzen weitere Preiserhöhungen, die im Verlaufe der Woche bei Weizen 4,50 u6o bei Roggen 5 Mark per Tonne betrugen. Weizen notierte bei einem Hektoliter-Gewicht von 76,5 Kilo, gesund, mahlbar mit 222,50, Roggen bei 70,5 Kilo, gesund, mahlbar mit 172,50 bis 175 Mark. Die beschlossene Gerstestühungsaktion hat eine verstärkte Rachfrage hervorgerufen, so daß der Preis um 5 Mark per Tonne arrzog. Die Rotiz für Braugerste stellte sich auf 175 bis 180 Mark per Tonne. Am Hafermarkt neigten die Preise etwas zur Schwäche, da dem relativ großen Angebot nur wenig Kauflust gegenüberstand. Auf dem gedrückten Riveau war die Rachfrage dann etwas besser. Rach dem Rückgang von 5 Mark lautete die amtliche Rotiz per Tonne 145 bis 150 Mark. Der Mehlmarkt lag in der abgelaufenen Woche stetig; teilweise gingen die Preise noch leicht zurück. Lediglich Roggenmehl war in den Forderungen, besonders aus Rorddeutschland, etwas erhöht. Der Absatz erstreckte sich im allgemei- Inen nur auf die Deckung des laufenden Tagesbedarfs. Weizenmehl, südd., Spez.0 33,60 bis 34,45, dasselbe, niederrhein., Spez. 0 33,60 bis 34,20; Roggenmehl, 60prozentige Ausmahlung, 25,50 bis 26,75 Mark je 100 Kilo. Am Sutter mit telmarft hat sich die Lage wieder etwas gebessert. Infolge des geringen Anfalls bei den Mühlen war das Angebot allgemein rJ8>t klein, und die Preise für Kleie konnten sich teilweise leicht befestigen. Dojaschrot zeigte feste Veranlagung. Der Preis für Svjaschrot zog etwa 1 Mark an. Weizenkleie 8,25 bis 8,35, Roggenkleie 8 bis 8,25, Treber 10,50 bis 10,60; Svjaschrot 11,50 bis 11,75 Mark, alles je 100 Kilo. Das Geschäft am K a r t os fe lm a rk t war weiterhin sehr ruhig. Gelbfleischige hiesiger Gegend notierten mit 1,75 bis 1,80 Mark per 50 Kilo, bei Waggonbezug um etwa 15 Pfennig niedriger als in der Vorwoche. * • Die Indexziffer der Großhandelspreise vom 7. September. Di«vom Statistischen Reichsamt für den 7. September 1932 berechnet« Großhandelsindexziffer ist mit 95,6 gegenüber der Vorwoche um 0,4 v. H. gestiegen. Di« Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 89,9 (plus 0,2 v. H.), Kolonialwaren 84,0 (plus 0,6 v. H.), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 69,2 (plus 0,6 v. H.), und industrielle Fertigwaren 115,3 (minus 0,1 v. H.). Der Index für Produktionsmittel beträgt 117,2 (minus 0,2 v. H.), der für Konsumgüter 113,9 (unv.). Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 10. Sept. Die Haltung war während der ganzen Woche weiter sehr fest, da der verhältnismäßig guten Rachfrage nur wenig Angebot gegenüberstand. Die Zufuhren haben sich im Vergleich zu denen vor einem Monat um mehr als die Hälfte verringert. Die Preise zogen erneut um 0,5 bis 0,75 Pfennig an. Es notierten in Pfennig per Stück ab loco Frankfurt a. M.: Bulgaren 8 bis 8,25, Jugoslawen 8 bis 8,25, Rumänen 7,5 bis 7,75, Polen 7,25 bis 7,75, Memelländer und Litauer je nach Gewicht 7.75 bis 9,5, Holländer 9 bis 10, Dänen 9 bis 10, Flandern 9 bis 9,5, Bayern 8,5 bis 9, deutsche Frischeier je nach Gewicht 9 bis 10,5, in» und ausländische Mittelund Schmutzeier 6,5 bis 7. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlosienen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o. H, Lombardzinsfuß 6 o. H. Frankfurt a. M. Berlin Schluß- turs Schluß». Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Dliltag- börse Datum 9.9. 10.9. 9-9. 10.9. 6% Dcuyche Rcichsatzlethe v. 182. 6% ehern. ?A>Dt. Retchsanl. v.1929 b'/i% Doung-Anlcihe Von 1930 . Deutsche Ant.-MISs.-Schuld mit Auslos.-Rechten...... Desgl. ohne Auslos.-Rechte . . 6% ehem 8%.£>e|i. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102°/«,)...... Oberhcsjcn Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechlen...... Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1....... 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Banl Golvpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7%gr. Anatolier...... 65,5 /5,9 65,75 76,25 65,5 75,5 67 76,1 64 53 53,4 — 54 6,7 7,1 — 7,2 60 60 61 61,25 — 50 — — 49,5 50,3 50,25 50 73,5 73,25 — — 72,75 72,75 — — 78,9 78,9 — — 80,75 80 — — 71 71,5 71 71 71,5 — — — 10,25 10,25 10,75 — —— — 1,3 1,3 8,1 7,9 8,1 7,9 — — 7,65 —— 6,75 — 6,9 — 7,25 7 7.25 7,25 4 3,7 3,85 4 4,15 4 4,2 4,25 4 4 4 4,2 7,13 7 7 7 11 11 11 11 5,55 5,65 5,75 5,5 — 18,75 19,4 Frankfurt a.Dl. Berlin Schluß- kurS Schlußk. Abend- börse Gchluß- kurS Schlußk. Mittag- börse Datum 9.9. 10.9. 9.9. 10.9. üamburg-Amerlta Paie. . . . u Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa Dampfschiff . . . ( Norddeutscher Lloyd.....C A.G. sür Verkehrswesen Akt. . 0 Berliner Handelsgesellschast. 4 Commerz, und Privat-Bank. 0 Darmstädter und Nationalbanl 0 Deutsche Bank und DISconto-Gesellschast... 0 Dresdner Bant...... 0 ReichSbank........r. A.E.G............0 Bergmann .........0 Elektr. Lieserungsgesellschast. 6 Licht und Kraft...... 6 Felten & Guilleaume.... 0 Gesellschaft sür Elektrische Unternehmungen .... 4 Rheinische Elektrizität . . . bD Schuckert & Co....... 0 Siemens & Halske..... 9 LahmeyerLCo.......10 Buderuü..........4 Deutsche Erdöl.......5 Harpener..........0 Hoesch Eisen.........6 Ilse Bergbau.......10 Ilse Bergbau Genüsse..... Klücknerwcrle........6 Mannesmann-Röhrea . . . . 4 Mansfelder Bergbau . . . . . 0 Obcrschles. Kokswerke .... 8 Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohle«... 10 Rhetnstahl ......... ü 17 17,65 44 89,5 57 75,5 129 42,65 71,5 84,5 54 73 137 95 36,5 39 75 52 24,5 23,75 64,5 18,25 19,4 43,75 90 57 19 75,5 19 131,13 41 73 84,5 54 75 72,5 77,13 138 96 37 76,25 39 77 101 34 52,25 25 26,25 177 67,5 18,13 31 18,4 44,9 90,5 57 75,5 64,25 129 43 21,5 72,5 84,13 54 74,25 72,25 77 136,75 95,5 36 76 38,4 75,5 34 134 99,5 33,75 52 25 38 24,4 177 65,13 18,5 40 32 19,4 44,13 92 56,75 75 63,9 130,75 41 72,5 85,5 54,5 74,9 73 78 140,25 95,5 38 76,75 39,4 77,75 33,25 133 101,5 35 53,13 25 38,9 26 177 67,9 Frankfurt a. 271. Serlln Schlußkurs Schlußk. Abend« börsc Schlußkurs Schlußk. Mittag- börfe Dalum 9.9. 10-9. 9.9. 10.9. Rtebcck Montan...... 7,2 — — — — Bereinigte Stahlwerke . . . . 0 19,25 20 19,65 20 Otavt Minen....... 0 — 17 17,5 18,4 Kaliwerke Aschersleben . • . 6 105 107 106,5 105,25 Kaliwerke Westeregeln . . . ri —- 112 111 111 Kaliwerke Salzdetfurth . . . 175 176 176 174 I. G. Farben-Jndustrie. . . 71 101 102,5 102 103,5 Scheideanstalt....... 10 137 136,75 — "— Goldschmidt........ . 0 29,5 27,5 9,5 28 . c 38,25 37 38,5 38,25 38,75 Metallgefellschast...... • ö 37 37,5 38 52 52 52,5 53,5 Zementwerk Heidelberg. . . Cemcnlwerk Karlstadt. . . . . 4 54 53 50 Wayß & Freytag..... 5,8 5,8 6 6 Schultheis Patzenhoser . . . 0 — 58,5 58 Aku «Allgemeine Kunstseide) c 56 58,75 55,5 58,5 Bcmberg......... c 64,5 68 65,25 41,13 68,25 Zellstoff Waldbof..... Zellstoff Aschaffenburg . . . 0 — 41,5 42,5 0 27,75 28,5 28,5 Dessauer Gas....... .. 1 ■■e — 92 93,25 Daimler Motoren..... . 0 20,25 21j 20,5 21 Deutsche Linoleum .... . 0 46,75 47 47 47,5 Orenstein & Koppel .... . 0 — 36 35,4 Leonhard Tietz ...... . 6 — — 50,5 48,9 Svenska...... — Chade .......... 12 176,5 172 in 174,5 Frankfurter Maschinen . . ; Gritzner......... • 26,5 26 1 24,75 22,5 Mainkrastwerke Höchst a. M . . 4 Süddeutsch« Zucker . . . . 1 123 124 123 125 Deoi enmarn Berlin — Frankfurt a.BL 9. September 10-September Amtliche Notierung Amtliche Dotierung ®tio Ariel Gelb Brief Helsingsor» . 6,304 6,316 6,304 6,316 Wien. . . . 51,95 52,05 51,95 52,95 Prag . . . 12,465 12,485 12,465 12,485 Budapest. . —— — Sofia . . . 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland . . 169,23 169,57 169,23 169,57 Oslo.... Kopenhagen. 73,48 73,62 73,63 73,77 75,87 76,03 76,02 76,18 Stockholm 75,12 75,28 75,22 75,38 London. . . Buenos Aires 14,66 14,70 14,68 14,72 0,928 0,932 0,923 0-927 Reuyork . 4,209 4,217 4,209 4,217 Brüssel. . 58,31 58,43 58,31 58,43 Italien. . 21,61 21,65 21,61 21,65 Parts . . 16,48 16,52 16,48 16,52 Schweiz . 81,20 81,36 81,17 81,33 Spanien . 33,85 33,91 33,87 33,93 Danzig. . 81,97 82,13 81.97 82,13 Japan . . Rio de Ian. 0,989 0,991 1,019 1,021 0,316 0,318 0,316 0,318 Jugoslawien Lissabon . 6,493 6,507 6,493 6,507 13,35 13,37 13,37 13,39 Banknoten. Berlin, 10.September Gelb "W Amerikanische Noten....... 4,20 4,22 Belgische Noten......... 58,15 58,39 Dänische Noten......... 75,84 76,16 Englische Noten......... 14,64 14,70 Französische Noten........ 16,44 16,50 Holländisch« Noten........ 168,86 169^4 Italienische Noten....... 21,56 21%4 Norwegische Noten........ Deutsch-Lesterretch, i 100 Schilling 73,45 7IJI Rumänische Noten........ 2,49 2,51 Schwedische Noten...... . 75,05 75,35 Schweizer Noten......... 80,99 81.31 Spanische Noten......... 33,73 33,87 Ungarische Noten ........