Deutschland Großbritannien Frankreich Italien Japan Rußland Verein. Staaten Schleicher und das Kabinett Papen. Eine Erklärung des RcichswchrministcrS. ander. Nachdem der Reichspräsident die Parteien für Dienstag eingeladen hatte, wurde am Samstag auf Wunsch der Parteien eine Vorverlegung des Besuches auf Wontag vereinbart und kurze Zeit darauf wvrden auch diese Positionen wieder um gestoßen und die Parteien wünschten den Empfang er st sür Donnerstag. Ls ist nicht zu verkennen, daß dieser wiederholte wechsel der wünsche der Parteien beim Reichspräsidenten eine gewisse Verstimmung hervorgerusen hat. so daß zur Zeit ein neuer Termin für den Empfang überhaupt nicht fest gelegt wurde. Lieber den beabsichtigten Empfang der Frak- tionsführer beim Reichspräsidenten wird von zuständiger Stelle noch erklärt, daß Reichspräsident von Hindenburg sich auf Ersuchen der Parteiführer grundsätzlich bereit er. klärt hat. nach der Regierungserklärung und der Aussprache im Reichstage die Parteiführer zu empfangen. Die endgültige Entscheidung darüber wird der Reichspräsident von der wei- teren Entwicklung und dem Ausgang der Reichstags Verhandlungen abhängig machen. Die Meldung, daß der Empfang der Parteiführer vom Reichspräsidenten a b g e l e h n t worden ist, wird amtlich dementiert. Millionen Dollar 170,4 bzw 535,0 „ 455,3 „ 258,9 „ 242,1 „ 579,4 „ 727,7 „ Sich vorzustellen, daß der Lauf der Geschichte aus - gehalten werden könnte, zu glauben, baß eS möglich wäre, ein hoch zivilisiertes Volk wie die Deutschen, die nach Rußland die größte Devolke- rungsziffer in Europa aufweisen, für ewig zu knebeln ist nur eine verderbliche Illusion. Man kann nicht den Weg in die Zukunft ebnen, wenn man sich ständig an das Gestrige klammert. gegenüber d. Friedenszeit Die französische Antwort überreicht. Berlin. 11. Sept. (TU. Funkspruch.) Der fron- zösische Botschafter Francois Poncet hat die französische Antwort aus die deutsche Denkschrift über die Forderung noch Gleichberechtigung in der Rüstungsfrage am Sonntag um 12 Uhr dem Außenmini st er Freiherrn v. Reu- rath überreicht. Mussolini sagt: Deutschland ist im Recht Deutschlands Anspruch auf Rüstungsgleichheit muß anerkannt werden. Berlin. 12. Sept. (VDZ. Funkspruch.) Die zweite Sitzung des Reichstages begegnet im Publikum wieder außerordentlich starkem Interesse. Schon in den frühen Morgenstunden hatten sich in der Umgebung des Reichstogsgebäudes Neugierige angesammelt, während am Portal V eine Menschenschlange auf die Ausgabe von Tribünenkarten wartete. obwohl wenig Aussicht besteht, noch Karten zu erhalten. Auch der Anmarsch der Volksvertreter begann schon in den frühen Vormittagsstunden, da sämtliche Fraktionen vor dem Plenum Sitzungen abhalten. 3n der Plenarsitzung, die um 15 Uhr beginnt, wird ausschließlich Reichskanzler von Popen die Regierungserklärung verlesen. Die Rede des Kanzlers wird heute abend von 19.30 Uhr b i s 20.30 Uhr über alle deutschen Sender übertragen. Nach den Vereinbarungen, die zwischen Nalional- ozialisten und Zentrum am Samstag getroffen worden sind, fall die Ausfp rache über die Regierungserklärung am Dienstag beginnen. Ob diese Absicht aufrecht erhalten wird, hängt von der Lösung der Frage des Empfanges der Par- teifü'hrer durch den Reichspräsidenten ab. 3m Reichstage herrscht zur Zeit ein großes Durchein- Fünf Milliarden Dollar jährliche Mflungsausgaben in der Well. 9i e u i) o r t, 10. Sept. (TU.) Der von der Newyork Trust Company herausgegebene „Index" beziffert die jährlichen internationalen Rüstungsausgaben, die als ein Haupthindernis für d i e wirtschaftliche Erholung bezeichnet werden, auf fünf Milliarden Dollar. Die folgende Ausstellung ergibt, daß Deutschland gegenüber der Friedenszeit auf etwa ein Drittel der damaligen Rüstungsausgaben zuruckgmg, wahrend im Gegensatz dazu die nachstehend genannten großen Mächte eine Vermehrung bis auf fast das Dreifache vorgenommen haben. Im Fiskatzahr 1930/31 bzw. 1913/14 haben aufgewendet: -Berlin. 10. Sept. (ERD.) Der „Berliner Dörsen-Courier" veröffentlicht unter der Lieberschrift „Deutschland i st im Re ch t' einen Artikel Mussolinis, in dem der it allem, che Regierungschef zu der deutschen Gleichberechtigungsforderung Stellung nimmt. Er führt u. a. aus: Das bedeutendste Ereignis in der internationalen Politik ist zur Zeit der offizielle Schritt der deutschen Regierung in England. Frankreich, Italien und bei den kleineren Staaten: die Anmeldung des deutschen Anspruch s aufgleichesRechtauf dem Gebiet der militärischen Rüstungen. Diese Forderung ist bereits in Interviews und anderen Aeußerungen des Generals v. Schlei ch e r erhoben worden, der immer mehr in den Vordergrund zu treten scheint und offensichtlich em Mann von bemerkenswerter Entschlußkraft, wie überhaupt die stärkste Persönlichkeit deS Kabinetts Papen ist. Mussolini stellt dann fest, daß mit dem Tage, da Deutschland als Mitglied des Völkerbundes ausgenommen wurde und — wie das entsprechend der Bedeutung Deutschlands nur logisch war — sofort einen dauernden Sitz im Voltcrbundsrat erhielt, eine neue Lage entstand. 3m selben Augenblick wurde für Deutschland die ,uri- stische Gleichheit anerkannt, nämlich die Gleichheit der Rechte und Pflichten mit den anderen Mächten. Dann kam Locarno, wo Deutschland und Frankreich die LInterstutzung und Garantie Englands und Italiens erhielten. Diese Garantie — die für den Fall eines fran- zösifchen Angriffs auf Deutschland bzw. eines deutschen Angrisss auf Frankreich wirksam wer- den soll — bedeute offenbar, daß Deutsch- land und Frankreich auf dieselbe S t u s e g e st e 111 werden, daß sie also beide dieselbe Verpflichtung haben, nicht anzugreifen, und dasselbe Recht au Verteidigungsschuh bei einem Angnss des anderen. Dennoch ist Deutschlm.d trotz seiner Ausnahme in den Völkerbund, trotz des Locarno- und sogar trotz des Kellogg-paktes noch immer in der Versasfung eines Staates zweiten Ranges. Es wurde durch die Bestimmungen des Versailler Vertrags praktisch entwaffnet. Aber in demselben Versailler Vertrag war die Abrüstung Deutschlands nur als Einleitung zu einer allgemeinen Senkung des Ruftungs- standards aufbie Ebene des deut- fchen gedacht. Das war eine feierliche Der- Heule Regierungserklärung im Reichslag Die Rede des Reichskanzlers heute abend im Rundfunk. französische Antwort die direkten deutsch-französischen Besprechungen beendet haben, dann dürfte ein britischer Schritt nicht lange auf sich warten lassen. Britische amtliche Kreise seien überzeugt, es dürften keine Anstrengungen unterbleiben, um zu v e r- hindern, daß Deutschland die Abrüstungskonferenz verläßt. Bei Festlegung der britischen Politik würden nicht nur die Ansichten Frankreichs und Deutschlands, sondern auch die Italiens in Rechnung gestellt werden. Das Echo der Reden von Meanx. Französische preffestimmen aller Richtungen blasen mit Herriot ins gleiche Horn England und die deutschfranzösische Aussprache. Deutschlands Abmarsch aus Gens soll verhindert werden. London. 12. Sept. (WTB. Funkspruch.) ..Daily Telegraph" schreibt, der Premierminister der Staatssekretär des Aeußern und Beamte des Foreign Office haben sich wahrend des Wochen- endes mit der durch die deutsche Denkschrift und die französische Antwortnote geschaffenen Lage befaßt. Im Augenblick fei es noch nicht möglich, zu sagen, wann und in welcher Form die britische Regierung an den .Erörterungen teilnehmen wird. Sollte aber die Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mra Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Ne- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, platzvorfchrist 20*/4 mehr. Chefredakteur. Dr. Friede. Will). Lange. Derantworilich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. pflichlung, die bisher nicht ein- gehalten worden ist. Llrsprung und Rechtfertigung der deutschen Forderung liegen in dem Versagen der Genfer Konferenz, die darauf hinzielt, das Bestehen zweierlei Rechtes zu einem Dauerzustand zwischen Deutschland und den anderen Staaten zu machen. Deutschlands Ausscheiden würde den endgültigen Zerfall oder die unbefristete Vertagung der Abrüstungskonferenz zur Folge haben. Es würde auch dem Völkerbund den Todesstoß versetzen, nachdem dieser ohnehin durch die Haltung Iapans und durch die Vor- behalte Italiens ernstlich kompromittiert ist. Wir sehen uns unausweichlich der Alternative gegen- über Die allgemeine Sicherheit aller Staaten ist aufs engste verknüpft mit einem Maximal- stand ihrer Rüstungen, besser gesagt, mit einem Minimalstand, wie ich es im Iuni 1928 in meiner Rede vor dem italienischen Senat ausgedrückt habe. Eine wirkliche Abrüstung ist nur auf der Basis des Minimalstandards möglich, nicht durch die umgekehrte Methode. Folgerichtig ist Deutschland, wenn der Rüstungsstandard nicht ermäßigt wird, i n seinem Recht, wenn es a u f r ü ft e t. Diesem Recht auf die Gleichheit kann nicht widersprochen werden. Sonst würde Deutschland unter den Völkern deklassiert werden, d. h. es würde unter die Staaten cingereiht werden, die sich nicht voller politischer und militärischer Souveränität erfreuen. Llm Deutschlands Ausscheiden aus der Abrüstungskonferenz zu verhüten, ist es unvermeidlich, daß fein Recht auf Gleichheit in der Rüstungs- frage anerkannt wird. Gleichzeitig muß fest- gestellt werden, daß es im ureigensten Interesse Deutschlands liegt, wenn es Auge in Auge mit allen Staaten Europas, mit Amerika und der Weltmeinung einen maßvollen G e - brauch von seinem Recht auf Gleichheit macht und dieses erst z u r Geltung bringt, wenn die Abrüstungskonferenz — so oder so Arbeiten endgültig abge s . ter. nicht verkennen, daß auch in Zeitungen, denen man sehr enge Beziehungen zum Reichswehrmini, sterium nachsage, von solchen Grüchten und Absichten wenigstens andeutungsweise gesprochen worden sei. Es sei weiter auch in der Umgebung Hitlers gegenüber Vertretern der ausländischen Presse offen gesagt, daß Schleicher sich Hitler g e g e n • über bereiter Härt habe, mit Unterstützung der Nationalsozialisten die Kabinettsumbildung zu übernehmen. Diese Behauptungen hätten die Deutsch- nationale Dolkspartei veranlaßt, in einer offiziösen Erklärung die Forderung zu erheben, daß der Reichswehrminister „selbst endlich einmal durch ein eindeutiges Dementi mit derartigen Versuchen. Uneinigkeit in das Kabinett hinemzu- tragen, aufräumt". Die „Vossische Zeitung behauptet, die Erklärung habe einen realeren Hintergrund aiS die Gerüchte, gegen die sie sich offiziell Führende Parlamentarier seien davon unterrichtet worden, daß Llnterhändler der Ra- tionalsozialistischen Partei und be8 Zentrums beim Reichswehrmini st e r von Schleicher vorgesprochen und ihm zu einer Lösung der innerpolitischen Schwierigkeiten vorgeschlagen hätten, das Kabinett Papen solle noch vor Abgabe der Regierungserklärung zurücktreten. Dem Reichspräsidenten solle von den beiden Parteien vorgeschlagen werden, HerrnvonSchleicher mit der Bildung des neuen Kabinetts zu betrau e n. das gleichfalls als Präsidial ka- binett firmieren solle. In die neue Regierung solle der nationalsozialistische Abgeordnete Gregor Strasser als Vizekanzler eintreten. Die wichtigeren Portefeuilles sollten mit Persönlichkeiten beseht werden, die den drei Parteien der neuen Reichstagsmehrheit (Nationalsozialisten, Zentrum, Bayerische Volkspartei) angehören bzw. nahestehen. Die Namen der beiden Unterhändler seien nicht bekannt geworden, aber es werde behauptet, daß der Beauftragte des Zentrums dem gewerkschaftlichen Flügel der Partei angehöre. Nach der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" liegt der Erklärung eine Besprechung zwischen Reichskanzler v. Papen und Reichswehrmini st er v. Schleicher zugrunde, in der die wichtigsten aktuellen Fragen der Innenpolitik erörtert worden seien, und zwar im Hinblick auf den unmittelbar bevorstehenden Zusammentritt des Reichstages. Ein wehrpoliiisches Amt der NSDAP. München. 11. Sept. (TLl.) Die Nationalsozialistische Parteikorrespondenz veröffentlicht eine Verfügung Adolf Hitlers über die Errichtung eines wehrpolitischen Amtes der NSDAP., dem ein Kolonial- referat angegliedert wird. Mit der Leitung des wehrpolitiscAn Amtes wird General v. Epp beauftragt. Zum Geschäftsführer und zum Stell. Vertreter Generals v. Epp wird Oberst Hasel- mayer, zum wehrpolitischen Beauftragten in Berlin Oberstleutnant a. D. S i ch t i n g bestimmt. Vorstandstagung der Gtaatspartei. Berlin, 11. Sept. (TU. Funkspruch.) Der Ge- famtvorstand der Deutschen Staatspartei beriet am Sonntag in Berlin über die politische Lage und über die Zukunft der Deutschen Staatspartei. Der Parteiführer, Reichsfinanzminister a. D. Dietrich, schilderte den Zustand der gegenwärtigen politischen Verwirrung als eine Folge der Abkehr von einem parlamentarischen System, das richtig verstanden und richtig gehandhabt werden müsse. Der Kamps beginnt wieder da, wo er vor drei,zehn Fahren begann. Es ist der Kamps um die Republik, um Die demokratische Staatsform. Dabei sind die Lehren der Vergangenheit durchaus zu berücksichtigen. Eine Aenderung des Wahlrechts ist notig. Eine Versafsungsresorm ist zu erörtern, oo ist 3U denken an eine Einschaltung anderer Instanzen, etwa in Form eines veränderten Reichsrats. Alle iolche Resormen müssen das Ziel haben, einer Eli- guenwirtschast entgegenzuwirken und die miß- bräuchliche Anwendung eines falsch verstandenen parlamentarischen Systems zu verhindern. Nach Schluß der Aussprache wurde folgende Entschließung angenommen: „Der Gesamt- vorstand der Deutschen Staatspartei beschließt, die Partei a u s r e ch t; u e r h a 11 e n. Der Gesamtvor- stand ist sich darüber einig, daß eine Auflösung der Partei nicht in Frage kommt, da die Deutsche Staatspartei zur Zeit die einzige Partei ist, in der das freiheitlich nationale Bürgertum seine politische Paris, 12.Sept. (WTB. Funkspruch.) Die Reben, die in Meaux zur Erinnerung an die Marneschlacht gehalten wurden, finden bereits Widerhall in der Presse. Temps erklärt, die Rede des Ministerpräsidenten definiere klar den Friedenswillen Frankreichs und erhalte angesichts der deutschen Forderung nach militärischer Gleichheit und Aufrüstung eine ganz besondere Bedeutung. Für die Aufklärung der öffentlichen Meinung der Welt sei es nicht unnütz, daß die Ansicht und der Wille Frankreichs mit solcher Autorität gegenüber der Ansicht und dem Willen Deutschlands, wie sie der Reichswehrminister wiederholt zum Aus» druck bringen zu sollen glaubte, bekräftigt würben. Alle gut gewillten Menschen würden nicht verfehlen. Die notwendige Llnterscheidung zwischen dem Geist, der in Paris vorwalte, und dem, der in Berlin herrsche, zu machen. Iournal des Debats schreibt: Wir mißbrauchen in Frankreich nicht militärische Paraden, wir feiern unsere Siege diskret und wir benutzen unsere nationalen oder sonstigen Feste nicht dazu, irgendeinen ehemaligen und künftigen Frontkämpfer mobil zu machen. „Iournal" schreibt zur Marneschlachtfeier von Mcaux. Eine gewaltige Propaganda sucht uns in der Welt und besonders in den Bereinigten Staaten als eine kriegerische, nach Herrschaft lüsterne Nation hinzustellen. Herriot widerlegte in aufrichtigen, maßvoll gehaltenen Wendungen, die dadurch nur noch eindrucksvoller wirken, diese Borwürfe. — Das „Echo de Paris" ist der Ansicht, daß Herriot absichtlich maßvoll ge- sprachen habe, um den Kontrast zu den „ungezügelten offiziellen deutschen Reden" hervorzuheben. Herriot bemühe sich gar nicht erst um den Nachweis, daß Frankreich friedenälicbenb fei. Das wäre auch überflüssig. Eine einzige diskrete Anspielung auf ^„gewisse gefährliche Kundgebungen genüge ihm, um Frankreichs Beunruhigung zu rechtfertigen. „Echo de Paris" fragt allerdings, ob die Amerikaner. Engländer und auch Belgier, mit deren Unterstützung man 1914 die Gefahr beschworen habe, dies auch begreifen würben. — „Ere NouDdle“ meint, gewiß find wir Anhänger der Abrüstung und gehen mit gutem Beispiel voran, aber nicht so, daß unsere Sicherheit und damit der Frieden selbst dadurch gefährdet werden könnten. Das ist der französische Standpunkt. Kann er auch jenseits des Ozcans verstanden werden? — „Ordre (teilt fest, daß sich der Ministerpräsident wirklich bemüht habe, den Vereinigten Staaten den Standpunkt Frankreichs begreiflich zu machen. Allein werde der beredte Appell auch drüben gehört werden? Daran sei zu zweifeln. Der von Washington gepredigte Friede sei ni d) t d er französische Friede. Für Washington gelte der Kellogpakt, der weder Verpflichtungen noch Sanktionen vorsehe. Dieser Friede aber fei für Frankreich unannehmbar. Die Co ty «Presse ist der Auffassung, es wäre wünschenswert gewesen, wenn Herriot an Deutschlands Adresse energischere Worte gefunden hätte. Rr. 214 (Elftes Blatt 182. Mrg-mg montag. >2. September 1932 MGlehener Anzeiger von einzelnen Nummern Z-L General-Anzeiger für Gberhesfen richten: Anzeiger Siehe«. _ StottifurtomemaTn°ii6»e. Vrvck und Verlag: vrichl'hhe Unwerxiats-Vnch. und Lt-indruck-r-I R. Lang- In Sietzen. Schristlettung und Seschastrftelle: SchnMatze^ 463,3 — 63 v. H. 375,1 + 42 „ 348,0 4- 30 „ 179,1 + 44 „ 95,5 +142 „ 447,7 + 30 „ 244,6 +197 ,, Heimat findet. Der Vorstand bekundet die Bereitschaft der Partei, sich an einer umfassenden Bewegung zu beteiligen, die den freiheitlichen Kräften des deut- s ch e n Volkes die Machtstellung erringt, auf die sie Anspruch haben." Im Anschluß an die Entschließung wurde festge- stellt, daß der bisherige geschäftsführende Vorstand feine Arbeit als beendet ansieht. Es wurde alsdann ein Arbeitsausschuß der Deutschen Staatspartei gebildet, dem u. a. angehören: Reichsfinanz. Minister a. D. Dietrich, Baden, Bürgermeister Petersen, Hamburg, Staatsminister Maier, Stuttgart, Bruckmann, Heilbronn, Staats» Minister a. D. Dr. h. c. Schreiber, Halle, Oberbürgermeister Külz, Dresden, Reichstagsabgeordneter Lemmer, Berlin, Landtagsabgeordneter Rusch ke, Oberpräsident z. D. Siehr.' Große Schlacht im Gran Ehaco. Paraguay meldet Siege feiner Truppen. Buenos Aires, 10.Sept. (TU.) Die erste große Schlacht zwischen bolivianischen und paraguayanischen Truppen fand am Freitag und Samstag um den Besitz des bolivianischen Forts Bou- queron im Gran-Chaco-Gebiet statt. Sie endete, wie die paraguayanische Regierung mitteilt, nach 24stündigem erbittertem Kampf mit dem Siege der paraguayanischen Truppen, die das Fort besetzten und auch das frühere von den Bolivianern eingenommene paraguayanische Fort Samaclay zurückeroberten. Auf beiden Seiten gab es beträchtliche Verluste. Die Schlacht begann am Freitagmorgen nach heftigem Artilleriekampf mit einem Angriff der Bolivianer aus Pozo und Valencia. Die Paraguayaner wehrten den Angriff erfolgreich ab und warfen den Feind auf seine Ausgangsstellung zurück. Darauf gingen sie unter Hinzuziehung großer Verstärkungen zum G e - g e n a n g r i s f auf das Fort Bouqueron über. Auf beiden Seiten spielten schwere Artillerie und Flugzeuge eine große Rolle im Kampf. Auch an anderen Stellen der Front entwickelten sich scharfe Gefechte, die jedoch nach einer bolivianischen Meldung keine Veränderung der Lage brachten. In Asuncion wurden umfassende Luftschutzvorbereitungen getroffen, da die Bolivianer angeblich große Bombenangriffe beabsichtigten. Die Vereinigten Staaten, Argentinien, Brasilien, Chile und Peru haben an die Regierungen von Bolivien und Paraguay identische Roten gerichtet, in denen die Einstellung der Feind- selig k eiten gefordert wird. Aus aller Welt. Der Sieger im Europa-Rundflug, Zwirko, tödlich verunglückt. Wie aus Kattowitz gemeldet wird, ist der Sieger im Europa-Rundflug, der polnische Flieger Zwirko. auf einem Fluge nach Prag zu einem Flugwettbewerb bei Horni Ter- licfo in der Rahe von Teschen mit seinem Flugzeug tödlich abgestürzt. Das Flugzeug wurde vollständig zertrümmert. Zwirko und sein Begleiter W i g u r a wurden als Leichenauf- gefunden. Rach den bisherigen Feststellungen ist das Flugzeug in einen Wirbel- oder Gewittersturm geraten, wobei der linke Flügel abbrach. Das Flugzeug stürzte in der Rahe von Tschechisch- Teschen, hart an der polnisch-tschechischen Grenze, auf einen Berg und wurde an einem Daum vollständig zertrümmert aufgefunden. Die Leichen Zwirkos und seines Begleiters, die furchtbar verstümmelt waren, wurden nach der nächsten CisenbaHnstation geschafft, von wo sie nach Warschau abtransportiert werden. Der tschechische Aeroklub in Prag, der sofort von dem Hn- glück benachrichtigt wurde, hat den beabsichtigten Sternflug sofort abgebrochen. Der zertrümmerte Apparat war derselbe, mit dem Zwirko die Meisterschaft im Europarundflug errang. Die „fliegende Familie" in Seenot. Bei der Leitung der Grönlandkolonie in Kopen- Hagen ist soeben ein Nadiotelegramm aus Angmags- fallt eingetroffen, daß das Flugzeug der „f l i e g e n - den Familie" 20 bis 30 Seemeilen südwestlich von Angmagssalik 808-Ruse abgegeben habe -Ivü Kriegslisten gegen Rauch und Doppelkinn. Oer Schlankheitskrieg der Angelsachsen. Don Or. $. Lorenz. Ich las unlängst ein Wort, das mir tief zu denken gab. Ich las es im Buche eines bösen Menschen, der sich vor nun bald 90 Jahren dem Genie Balzac an die Fersen geheftet hat, in allen Gesellschaften auftauchte, wo er sich blicken ließ und dann, vor dem Schlafengehen, alles Döse und Lächerliche aufzeichnete, was er über ihn erfahren hatte. Lieser böse Anonymus, dessen amüsante Aufzeichnungen jüngst ausgegraben wurden, beschreibt Balzacs körperliche Erscheinung und meint u. a., der große Romancier habe „einen Bauch ohne Würde". Dies ist das Wort, das mir zu denken gab. Ja, es gab einmal eine Zeit, die gute alte nennt man sie, da konnte der Bauch noch eine Würde haben. Zu gewissen Würden gehörte sogar ein bißchen Bauch. Den großen Kurfürst könnten wir uns ebensowenig schlank vorstellen wie etwa Kleists Dorfrichter Adam im „Zerbrochenen Krug". Aber heute, das ist wahr, hat der Bauch seine Würde verloren. Hm mit dem PrinzenvonWales zu beginnen, der den Reigen seiner Zeitgenossen im Kampfe gegen das Hebergewicht anführt, so hat der junge David Eduard schon als Jüngling begonnen (vor dem ersten Frühstück versteht sich) mit jenen Läufen um die großen Höfe der königlichen Paläste, die für junge Leute, so hört man oft sagen, das beste sein sollen. Er trug dabei, ob Winter, ob Sommer, einen dicken Wollsweater und war nach der letzten Runde schweißgebadet. Einmal, an einem heißen Sommertag, hatte er sich so stark erhitzt, daß er beinahe einen Hitzfchlag bekommen hätte: sein Diener konnte ihn nicht schnell genug in feuchte Tücher hüllen. Von diesem Tage an läuft der Prinz nur leicht bekleidet. Harry P r e st o n wird von allen Engländern über siebzig für den körperlich rüstigsten gehalten. Sein Rezept ist: Reiten, hin und wieder mal ein Mittagessen ausfallen lassen und Tanzen. Tleber- dies bekennt er sich zum Satz „Trink, aber s ch w i h". Will sagen: man dürfe, in gewissen Grenzen, trinken, was und wann und so viel man wolle, wenn man nur für die Ausscheidung der überschüssigen Flüssigkeit durch die Poren gründ auf See eine Notlandung vornehmen mußte. Die Funkstation in Angmagssalik war eine Zeitlang in Verbindung mit dem Flugzeug, in dem sich bekanntlich acht Personen, darunter Hutchinson seine Frau und seine beiden Kinder befinden.' Schließlich antwortete das Flugzeug nicht mehr Inzwischen wurden die 808-Rufe von dem englischen Fischdampfer „Lord Talbot", der in der Nähe der Unfallstelle fischte, aufgefangen. Der Dampfer eilte sofort an die angegebene Position, fand aber von dem Flugzeug keine Spur. Die Nachforschungen nehmen ihren Fortgang. Hutchinson befand sich unterwegs auf dein Flug von Julianehaab nach Angmagssalik. Inzwischen gibt die Leitung der Grönlanokolonie in Kopenhagen bekannt, daß man versuche, mit Dr. Knut Rasmussen, der sich augenblicklich in Südostgrönland an Bord des Hoch- Kischkutters „Th. Stauning" befindet, in Verbin- ig zu kommen, damit er sich an Bord des „Th. Stauning" an die Unfallstelle begibt. Spinale Kinderlähmung in Pommern. — Schließung aller höheren Schulen. Hm eine weitere Verbreitung der spinalen Kinderlähmung zu verhindern, hat das Provinzialschulkollegium in Stettin die Schließung sämtlicher höher en Schul en Pommerns ab lö.September bis zum 3. Oktober angeordnet. Die Herbstferien sind durch diese Maßnahme vorverlegt und um einige Tage verlängert worden. Bei anhaltender Crkrankungs- gefahr müßten auch die erzwungenen Ferien noch verlängert werden. Heber die Schließung der Gemeindeschulen, in der Hauptsache im Regierungsbezirk Köslin, verlautet, daß der zuständige Regierungs- und Medizinalrat vorläufig den Ausfall des Unterrichts in den unteren vier Klassen der Gemeindeschulen an» geordnet hat, nachdem auch in der Regierungshauptstadt Köslin selbst ein Fall von spinaler Kinderlähmung festgestellt wurde. Es ist anzunehmen, daß auch alle anderen Schulen geschlossen werden. Jimmy Walker erholt sich. Der ehemalige Neuyorker Oberbürgermeister Jimmy Walker ist dieser Tage ganz unerwartet mit dem italienischen Dampfer „(Tonte Grande" nach dem Mittelmeer abgereist. Walker erklärte, daß er bald zurückkehren werde, um an den Wahlen im Herbst aktiven Anteil zu nehmen. Vorläufig müsse er jedoch nach den Aufregungen der letzten Zeit erst einmal Erholung suchen. Der Filmstar Anna May Wong ohne Führerschein am Steuer. In Wiener Neustadt wurde dieser Tage ein großes amerikanisches Auto angehalten, an dessen Steuer die bekannte chinesische Filmschauspielerin Anna May Wong saß. Sie war von dem Besitzer des Wagens, dem Tonfilmkomponisten Rudolf Fri- mel, begleitet. Das Auto hatte in einem steiermärkischen Ort einen Radfahrer überfahren und sehr schwer verletzt, war aber, ohne anzuhalten, weitergefahren. Anna May Wong, die keinen Führerschein besitzt, und ihr Begleiter erklärten bei ihrer Vernehmung, daß sie das Unglück nicht bemerkt hätten. Der Wagen zeigte aber an der Rückseite eine Beschädigung und Blutspuren. Den beiden Künstlern wurden die Pässe abgenommen. Sie müssen sich in einem Hotel zur Verfügung der Behörden halten. Anna May Wong und Frimel befanden sich auf einer Reise durch Deutschland und Oesterreich mit dem vorläufigen Ziel Prag, wo eine Schwester Frimels wohnt. Polizeibeamter von unbeleuchtetem Auto zu Tode geschleift. Aus Rheda bei Gütersloh wird gemeldet: Zwei Polizeibeamte wurden dieser Tage von einem unbeleuchteten Personenkraftwagen angefahren. Hierbei wurde der Polizeihauptwachtmeister Grafhorst getötet, während der Polizeihauptwachtmeister Hökenhaus Verletzungen erlitt Die Insassen des Wagens waren Einbrecher, die die Hingebung durch Diebstähle heimgesucht haben. Das Auto — eine große Mercedes-Limousine — wurde in der Rähe von Rheda herrenlos aufgefunden. Der getötete Polizeibeamte ist von dem Wagen eine Strecke von etwa 60 Meter mitgesch leift worden. sorgt hat. Im übrigen trainiert er seinen Körper nur noch von der Hüfte abwärts. Boxen und Rudern hat er schon vor vierzig Jahren aufgegeben. Hnd so trägt er einen schweren Oberkörper auf leichten biegsamen Deinen. Das kommt vom Reiten un Tanzen. Winston Churchill, der damalige Schahkanzler, hat, wie man sich vielleicht noch erinnern wird, sich zu Abmagerungszwecken ein Häuschen bauen wollen. Er legte selbst Ziegel an Ziegel und wurde auch zum Mitglied der Ziegel- leger-Gewerkschaft ernannt. Allein er wollte sich weder bucken noch strecken, und so wurde er zwar zum Ehrenmitglied der Ziegelleger-Gewerkschaft ernannt, aber sein Gewicht blieb das gleiche. Seinem inzwischen verstorbenen Klubmitglied Edgar Wallace, dem Ford des Kriminalromans, dem Manne, der schon Millionen Lesern kalte Schauer über den Rücken gejagt hat, ist es nie gelungen, auch nur ein einziges seiner überflüssigen Pfunde zu verlieren. Er dichtete wohl zuviel, das heißt, er s a ß z u v i e l und trank dabei seinen Tee mit viel Zucker Tasse für Tasse. Selbstverständlich gibt es Menschen, bei denen sich Rahrung schneller in Fett umseht als bei anderen: solche Fettmacher sind, man staune: der große Filmstar Douglas F a i r b a n k s, dessen ganze Filmlaufbahn als ein einziger, am Ende vergeblicher Kampf für die schlanke Taille aufgefaßt werden könnte mit seinen Faustkämpsen und Säbelduellen, seinen Schwimm- und Kletter- und Reitkunststücken, mit seinen Sprüngen über Hecken und Mauern (die jedoch zuletzt von „Doubles", Figuranten für ihn, ausgeführt werden muhten): ferner der Schriftsteller Arnold Bennett, der ehemalige Lordkanzler Lord Birkenhead und (man bittet noch einmal, nicht zu staunen) der Exchampion im Boxen, Gene T u n n e h. Zehn Jahre lang war der Schwergewichtler im härtesten Training. Tex Rickard sorgte dafür, Sah er kein überflüssiges Dekagramm Fleisch ansehte. So gewann er den Weltmeistertitel und feine schone Frau. Hnd je verheirateter er ist, desto dicker wird er. So endet Romantik. Es gibt eine Schule von „Fettansehern" ebenso wie es eine Schule von „Muskelansetzern" gibt. Zu der zweiten gehören Männer wie Rudyard Kipling, Henry Ford und Sir Basil Zahar o f f, der geheime Munitionskönig aus der Levante, der Mann im Dunkel. Aber die sind mehr Gegenstände unseres Reides als unseres Heerschau derBlumen undpflanzen Zur Gartenbau-Ausstellung in der Turnhalle. Die Gartenbau-Ausstellung in der Turnhalle am Oswaldsgarten wurde am Samstagnachmittag in Gegenwart geladener Gäste und der bereits erschienenen Besucher durch eine kurze Ansprache des Vorsitzenden, Herrn Rehnelt, eröffnet. Rach der Tegrühung und dem Dank an die Behörden, Aussteller, Preisrichter und an alle, die zum Gelingen des Werkes beigetragen, gab er einen kurzen Heberblick über den Werdegang des Gartenbauvereins seit seiner Gründung vor 20 Jahren und schloß mit der Hoffnung, daß auch diese Ausstellung zur Hebung des Gartenbaues beitragen möge. Regierungsrat Dr. Krüger, als Vorstand des Kreis-Obst- und Gartenbauvereins verband die Glückwünsche mit dem Ausdruck der Hoffnung auf gedeihliches Zusammenwirken, wenn auch die Ziele der städtischen Obst- und Gartenbauvereine in manchen Punkten etwas abweichen, von denen, die in ländlichen Gemeinden zur Hebung des heimischen Obstbaues gepflegt werden müssen und auch gepflegt werden. Stadtrat S ch w i e d e r, als Vertreter der Stadt Gießen, hob das lebhafte Interesse hervor, das die Stadtverwaltung jederzeit den gemeinnützigen Bestrebungen des Gartenbauvereins bekundet hat und weiter zu fordern gern bereit ist. Zum Schluß sprach als Vertreter des Landwirtschaftskammer- Ausschusses für die Provinz Oberhessen Obstbau- Inspektor E n k l e r. Seine Worte waren eine Anerkennung für das Geleistete. Wenn im einzelnen über die Ausstellung berichtet werden soll, so kann dies nur geschehen, um Wertvolles festzuhalten und dem Teil unserer Leser zu vermitteln, welche bisher noch nicht Gelegenheit fanden, die Ausstellung zu besuchen. Die Ausstellung stehl ganz im Zeichen der Dahlienblüte. Beobachtet man die Besucher an dem großen Dahlien-Blumenbeet der Firma Hch.Hahn, so wird man die Wahrnehmung machen, daß die Landbewohner jenen Sorten eine größere Beachtung schenken, welche inleuchtendenFar- ben weit über die Gartenzäune hinwegwirken. Die Stadtbewohner hingegen, eingeengt auf kleinen Raum, finden mehr Muhe zum Betrachten in der Rähe und bevorzugen, unbewußt vielleicht, die zarteren und Mittel- farben, wie auch den Dau der Dlume, wobei manche Sorten erst ihre Reize voll offenbaren. Zu der Gruppe der ersteren zählen unter vielen anderen vor allem die folgenden: Adolph Stoltze, Aurantiaca, Ehrenpreis, Elegance, Iessy Deacon, eine prachtvolle Riefendahlie, Dahlie Rote Rosen, Wetterleuchten. Alle diese sind rot. Von Gelben sind hierher zu zählen Frau Ida Mansfeld und Legende. In die andere Gruppe, die beide nur gefühlsmäßig unterschieden werden sollen, rechnet vor allem Frau Oberbürgermeister Dracht, hellgelb, fast weih, eine zarte Färbung von strahlender Schönheit und riesiger Große. Fröhliche Pfalz weinrot mit weih bunt. Hans Sachs, kupferrosa mit gelb, Imanuel Kant, gelb mit chamois, Frau Marie Lenke, innen hellgelb, außen kupferrosa. Panorama, Blumenblätter breit, innen goldgelb, auhen lachsrosa. Märchenschön rot mit gelb, Reroberg mattrosa, Des- demona reinweih mit blaulila umrandet. Bei den Rosen der Firma Schultheis in Steinfurth bei Dad-Rauheim, die in wunderbar schönen Sorten ausgestellt sind, wird die Auswahl vorwiegend nach dem persönlichen Geschmacksempfinden wie auch durch die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten beeinflußt. Don Sorten, die eigentlich in jedem Garten zu finden fein müßten, und die auch in keiner öffentlichen Anlage mehr fehlen sollte, nennen wir nur zwei, nämlich Dille de Paris, von reingelber Farbe, und die orangerote TNevrouw G. A. van Koffern. Beide sind unermüdliche Dlüher von der Rosenzeit bis weit in den Spätherbst hinein und was ausschlaggebend sein sollte, mit glänzend grünem, großen gesundem Laube, das weder von Meltau noch von der Schwarzfleckenkrankheit zu leiden hat. Eine mattgelbe, sehr schöne und feine Sorte ist Roselandia. Leuchtendes Rot besitzen die Blumen von Hermann Reuhoff, und Lady Inchequin. Talisman ist kupferrosa. Madame Henry Queuille ist neuerer Herkunft. Hinter ihrem unaussprechlichen Ramen verbirgt sich eine Schönheit von feinstem Seidenrosa. Wer Schmuckrosen liebt, die man eigentlich nur als Düsche pflanzen sollte, wird unter den „Po- lyantha" oder vielblumigen Rosen manches Schone finden, das ihn über die, einzeln betrachtet, etwas flatterigen Blumen hinweg sehen läßt. Hierher gehören die verschiedenen Mädchennamen aus der Poulsenfamilie, die ältere Rödhätte, Joseph Gay karminrot, das dunkelrote Kätchen von Heck- bronn und noch viele andere. Bei den Ausstellern, welche die östliche Längsseite einnehmen, besonders die reichlich vertretene Firma Rud. Schneider, aber auch in der oberen Ecke bei E. Schw arz, ist viel Verständnis für Stauden und Steingartenpflanzen wahrzunehmen, das von den Besuchern lebhaft erwidert wird. Auch die große Gemeinde der kakteenfreunde dürfte hier auf ihre Rechnung kommen. Erfreulich ist das neu erwachte Verständnis für Myrten als Liebhabergewächs. Sie sind in großen und kleinen Exemplaren, meist blühend in Hochstamm und Bufchform bei Schneider, wie auch bei der Gärtnerei H u b i n g anzutreffen und dürften auch bald ihr Publikum gesunden haben. Was aus so einem Myrtenstöckchen alles werden kann, beweist der große Myrtenbufch links an der Treppe zum Bühnenaufgang, wo die gedeckten Tafeln der Firma Löwer & B e ch st e i n einlaben. Der Aussteller dieser mächtigen Myrte, die in natürlicher Wuchssorm mehr breit als hoch geworden, ist Herr Grünewald. In derselben Ecke, wo die Hessische Hauptstelle für Pflanzenschutz ihre Anschauungsmittel aufstellte, ist auch ein Gummibaum zu sehen, der von unten herauf beblättert eine Höhe von fast 3 Meter erreichte. Dieser Baum, der 1926 bei einer Vereinsoerlosung als Stecklings- pflanze in Laienhände kam, hat seitdem jedes Jahr 8 oder 9 Blätter getrieben und da von ihnen nicht eines abfiel, zählt man deren zur Zeit einige 50. Aussteller ist Herr Leonhard. Ein ähnliches Beispiel treuer Pflege gewährt eine Aralia der Frau Metzgermeister P i r r. Diele Pflanze, in der linken Ecke der Seitentür ausgestellt, ist ebenfalls 6 Jahre alt, hat wiederholt geblüht und im Gegensatz zu vielen anderen, diese kritische Zeit ohne Nachteil überstanden und es zu anderthalb Meter hohem Stamm gebracht. Von rührender Sorgfalt zeugt die Kakteen- und Fettpflanzen-Sammlung der Frau V ö l s i n g an dieser Stelle mit der darüber aufgebauten Brugmanfia (Datura) Knightii. Herr G l a g o w beweist als Liebhaber von Dahlien ein beachtenswertes Züchtertalent. In der A b t e i l u n g D b ft ist noch vielerlei zu sehen, so die Dahlien der Frau Cloos, das aber übergangen werden kann, weil es im Verzeichnis der Preisträger zu Worte kommt. Erinnert sei nur an den weiß und rot gestreiften Bandmais, eine alte Zierpflanze, die ebenso leicht wächst wie der Futtermais der Felder, aber beträchtlichen Zierwert besitzt und nur deshalb nicht gebaut wird, weil der Samen nicht angeboten wird. Die neue Balsamine „Blühender Busch" ist besser, wie die bisher bekannten, weil die Blumen nicht unter dem Laube versteckt stehen. Die Schleierrebe Polygonum Aubertii ist zur Zeit die schönste und raschwachsendste Schlingpflanze. Sommerobst ist meist verbraucht. Winter-Ost noch unreif und rar, oder von Wespen, Schorf und Monilia heimgesucht. Die Aussteller sind als Preisträger genannt. Das Rnioersitäks-Dersuchsgut glänzt mit prächtigem Gemüse und stellt ein karloffelsortiment von Sorten zur Schau, die für den Garten Bedeutung haben. Welche Erträge die Wirtschaftssorte „Ackersegen" zu bringen vermag, zeigt der Aussteller Herr Hans C o r m i s an einer Kartoffelstaude mit 2,15 Interesses. Sie können essen was sie wollen, sie können Freiluftsport treiben oder auch nicht, sie werden nicht dicker und nicht dünner. Wahrscheinlich sind sie die Erfinder der Legende, daß Golf- spiel, also Spazierengehen hinter dem Ball auf der Wiese, ein Mittel gegen Fettwerden sei. Es schadet nicht, das ist alles. ♦ Viele Engländer benutzen den Punktroller, viele beschränken ihre Mittagsmahlzeit auf ein Glas Wasser und ein dünn belegtes Brot, viele führen systematische Bauchübungen durch, das heißt, sie tun zweihundertmal so, wie wohlbeleibte Menschen tun, wenn sie in ein Auto einsteigen: sie ziehen den Bauch ein. Arnold Bennett, der Romancier, der zur Wohlbeleibtheit neigte, gewann durch Turnübungen eine leidliche Figur zurück, so daß er mit zweiundsechzig wie ein Mann von 50 Jahren wirkte. Natürlich müssen diese Leute, gleichgültig, ob es für sie noch Entsagung bedeutet oder nicht, die Genüsse der Tafel verschmähen. Einer von ihnen, Sir Alfred Fripp, flüsterte unlängst dem Kellner bei einem großen Staatsbankett zu, während die schönsten Hummerplatten unberührt an ihm vorbeigetragen wurden: „Etwas gekochten Schinken und Salat, wenn ich bitten darf." Ein Mann, der sie kennen muß, weil er alle Methoden an sich selber erprobt hat, hat sich, aus allen das Beste holend, das folgende Rezept zusammengebraut: In den Jahren zwischen Vierzig und Sechzig früher aufstehen, als man mochte, beim Erwachen ein Glas Wasser (heiß!) trinken, sich viel im Freien bewegen, erst um ein Drittel und dann um die Hälfte weniger essen als man aß, während der Mahlzeiten überhaupt nichts trinken. Für Männer unter Vierzig: Wie oben, dazu noch Gymnastik und vor allem ein täglicher, systematischer Spaziergang und -lauf. Zuerst nur schnell gehen, dann, seine Leistung allmählich steigernd, täglich acht Kilometer in eineinhalb Stunden machen, indem man abwechselnd geht und richtig, sportsmäßig läuft. Dann wäre auch der Rat zenes irischen Priesters nicht zu vergessen, der seiner Gemeinde den Wahlsprmch „Schwitz täglich und bleibe glücklich" ans Herz legte. Die Londoner Aerzte berechnen für die Durchführung einer Abmagerungskur mindestens 1000 Mark: der Rat des Priesters k»nn billiger befolgt werden. Das Ende der Fürstin Zurjewsti. Der Liebesroman, den Zar Alexander II. mit der von ihm zur Fürstin und zweiten Gemahlin erhobenen Prinzessin Dolgoruki erlebte, hat immer wieder die Neugier und die Teilnahme erregt. Auf Grund neuer Quellen erzählt ihn Baron Walter von der O st e n - S a ck e n im Septemberheft von Delhagen & Klasings Monatsheften bis zu dem furchtbaren Attentat, das dem Leben des Kaisers ein Ende machte. Damit war, kurz vor der Krönung zur Kaiserin, auch der steile Weg zu Ende, auf den der Ehrgeiz die Fürstin getrieben hatte. Sie ging ins Ausland, war viel auf Reisen, lebte jedoch meist in Nizza. In Petersburg ließ sie ihr schönes Haar. Die Kammerfrau erzählte: „Am fünften Tage nach dem Tode des Kaisers befahl mir die Fürstin, ihr das Haar abzuschneiden, das so lang war, daß es bis zur Erde reichte. Ich erwiderte, daß ich es nicht zu tun wage. Ich fürchtete, die Fürstin sei aus Gram irre geworden. Die Fürstin sagte darauf: „Wenn Sie sich fürchten es zu tun, so bringen Sie mir die Papierschere, die auf dem Schreibtisch des Kaisers liegt. Ich werde mir selbst das Haar abschneiden. Ich erfülle damit den Wunsch des Kaisers. Der Kaiser hat mir bei Lebzeiten gesagt, ich soll ihm meinen Zopf in den Sarg legen, wenn er tot ist. Meine Haare hat niemand mehr nötig, er allein erfreute sich an ihnen." Darauf schnitt ich ihr das Haar ab. Sie flocht es zu einer Krone. Als die Leiche des Kaisers in der Peter- Paulskirche aufgebahrt lag, brachte die Fürstin den Kranz aus ihrem Haar dahin und legte ihn um den Arm des Kaisers. Der junge Kaiser Alexander III. bat aber die Fürstin, den Kranz zu Füßen des Kaisers niederzulegen, damit er nicht allzu sehr bemerkbar märe. Nach Petersburg kam die Fürstin mit den Jahren immer seltener, besonders als sich zum Entsetzen der hochgestellten Memoirenschreiber aus den Hofkreisen das Gerücht verbreitete, die Fürstin habe, ihrer hohen Stellung ungeachtet, ihren Haus- arzt, Dr. Ljubimow, geheiratet. Im Auslands nannte sich die Fürstin Kaiserliche Hoheit. Sie starb im Jahre 1922 in Nizza. Lange vor ihr war ihr einziger Sahn Gogo gestorben, der im Auslande begraben ist. Lochschulnachrichten. Der Freiburger außerordentliche Professor Dr. Hans Böker hat den Ruf auf den Lehrstuhl der Anatomie an der Hniversität Lena ange- nommen. v i »re Wirtschaft Nachdruck verboten. 19 SorlfcRung In einem der Ein Beamter führte Eva-Marie herein. Stumm und bläh, mit seltsam traurigem, verstörtem Blick stand sie vor dem Mann, wie jemand, der sein Unglück riesengroß vor sich sieht und es doch nicht fassen, nicht begreifen kann. Wie jemand, der zu träumen meint, weil die Wahrheit so furchtbar, so unsahlich ist. (Fortsetzung folgt.). Vornan von Hertha Fricke Llrheberrechlsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau Oberstufe der Favorit M ö bus - Reiskirchen, der genau 100 Punkte erreichte und damit den 2. und 3., Will-Ruttershausen und Keil-Beuern um 10 bzw. 25 Punkte hinter sich lieh. Mo- bus erreichte als Sieger im 50-Meter-Lauf 6,8 Sek., Weitsprung 4,45, Hoch'prung 1,65 und Kugel- stohen 12,40 Meter. 3m 50-Meter-Lauf erreichte Mandler- Wihmar 6.6 Sek. Die höchsten Punkte wurden in der 3ugenö- älntcrstuse erreicht. 2lls klarer Sieger ging hier Adolf Klinket vom Tv. Lollar mit 110 Punk- llnter Leitung von Gausportwart Winter. LaunSbach, kämpften annähernd 300 Turnerinnen und Turner um die Eichenkränze. Die Leistungen sind in Anbetracht der Platzverhältni^se (Waldschneisen) als lehr' gut zu bezeichnen. 3n allen Stufen gab eS äleberraschungen. Die gröhte war aber wohl, bah in der Männer-Klasse der Favorit G rohh aus - Lollar klar von H. Rühl- Beuern geschlagen wurde. Rühl erreichte mit 84 Punkten vor Drohhaus mit 80 Punkten eine respektable Leistung. Die Leistungen des Siegers waren 50-Meter-Lauf 6,5 Sek., Weitsprung 5,80, Hvchsprung 1,60 und Kugelstoßen 11,40 Meter. Der dritte, Emil W i n t e r-Launsbach, lag hinter diesen beiden um eine klare Punktdifferenz zurück. 3m Weitsprung übersprangen Schlierbach- Rodheim und Grohhaus - Lollar die 6-Meter- Grenze, während Schiefer st ein - LaunSbach nur 5,80 Meter erreichte. Die beste Zeit im 50-Meter-Lauf erreichten mit 6,1 Sek. Groß- Haus und mit 6,2 Lek. 2 echthold - Wihmar. 3m Hvchsprung waren Heitz-Rodheim und Rühl-Beuern mit 1,60 Meter die Besten. 3m Kugelstohen erreichte Rühl 11,40 Meter. Eine groß« Leistung vollbrachte in der 3ugend- kahlen Räume des Polczev> gebäudes sah ein junger Kriminalkommissar und blätterte in den Akten. Gleichmütig durchlas er die neue Anzeige. Es lief ja täglich soviel dergleichen ein. Behaglich wickelte er dabei feine Frühstückssemmel aus und ah sie mit gutem Appetit. 3m Schreibtisch unten hatte er eine Flasche Bier verborgen. Erst als er diese ausgetrunken hatte, klingelte er nach dem Beamten. „Lassen Sie die Dame eintreten, Möller!" Eine grohe stattliche Erscheinung in elegantem, schwarzem Seidenmantel und ebensolchem Hut trat ein, grühte sehr höflich und verneigte sich hoheitsvoll. „Wollen Sie Platz nehmen, gnädige Frau!" sagte der Polizeikommissar und deutete auf einen Stuhl, der seinem Schreibtisch gegenüber stand. „Fräulein, wenn ich bitten darf!" Sie setzte sich umständlich und nahm ein grohes Taschentuch aus ihrer Ledertasche. 15. „Ra, Frollein? Dat schmeckt wohl nich?" fragte die Wärterin der weiblichen Gefangenen, als sie die Mittogssuppe in der Emailleschuifel brachte und sah, dah Eva-Marle noch nicht einen 2ijen von dem Frühstück angerührt hatte. . Das junge Mädchen sah sie nur mit ci™-™ unsäglich wehen Blick an, der sie zu bitten schien. Last mich'" .. <* „Sie kommen gleich dran!'' sagte die Frau wieder mit einer Art von Mitleid. Dmm fchut telfce sie den Kopf mit den groben, gescheitelten Haaren und murmelte vor sich hin: „So lung und so schön, und denn hier form. Mit bet ^e^icht konnte sie sich ein anderes Leben einnchten. Ra, die 3ugrnd von heute!" Eva-Marie hörte nichts, was die Alte vor sich hinredete. Sie hatte nur verstanden dah sie dato „drankäme", dah man sie also hier fortholen Aufgeregt ging sie in dem kahlen 2aum auf und ab. Meter hohen Kraut und 27 Knollen von 8,5 Pfund Gewicht. ... Das wider Erwarten nicht ausgestellt war, smo Zimmerlinden und selbstgepflegte Zimmntannen. Auch Fuchsien fehlen so gut wie ganz. fehlten, wie sehr vieles andere auch. Lind doch gilt eS für diese Allerweltsgewächse neue ^rwen- dungS- und Erziehungsarten zu finden. Bon oer Tradescantia abgesehen, die als Fensterkasten dor- geführt war, hatte sich niemand die Muhe gegeben, ein Beispiel zu liefern. Blumenkohl fehlte. Vielfachen Wünschen entgegenkommend, ist die Ausstellung noch heute den ganzen Tag geoffnett ES ist ein 3rrtum, wenn angenommen wird, vag diese Ausstellung eine interne 2erein«angclegen- heit sei. Der Verein wendet sich an ]«- dermann, vor allem aber an Diejenigen und laden sie zum Besuch ein, welche m Blumen das sehen waS sie sein sollen, nämlich Z>a8 Schönste, womit der Schöpfer die Grde schmückte. ten hervor. Bei der Altersstufe A über siegte mit 72 Punkten W. Dunkel, Bieber. 3n der Klasse B erreichte mit 91 Punkten W Hos - mann, Alten-Buseck, den ersten Platz. Bei den Turnerinnen (Oberstufe) kam L. Alt- Haus, Dorlar, mit 95 Punkten zu Siegerehren. 3n der Unterstufe belegten zwei Turnerinnen vom Tv. Mainzlar die ersten Plätze. Den 1. Platz erreichte Erna Dittendorf mit 103 Punkten, während mit 98 Punkten Elfriede Lern p den zweiten Sieg erreichte. Den gleichfalls zweiten Platz sicherte sich Hedwig Felde vom Tv. Staufenberg. Die Ergebnisse folgen morgen! „3a, sie war tot!“ Schwester Elisabeth, die jetzt elegante Hausdame, nahm das Taschentuch und tupfte sich die Augen. „Sie hätten die Sache sofort melden müssen!“ sagte der Kommissar, „denn da die Leiche eingeäschert ist, ist die Todesursache nicht mehr festzustellen, wie man das sonst könnte!" „3ch lieh mich durch die heftige Zurechtweisung vom Herrn Geheimrat vielleicht etwas beeinflussen. Es waren auch durch den Todesfall so viel Pflichten zu erledigen, dah mir erst viel später der Zusammenhang der Geschehnisse klar wurde." „Hm, das ist ja schliehlich begreiflich. Erzählen Sie, was Sie noch weiter währgenommen haben!“ „3m Korridor prallte ich mit Fräulein von Diemen zusammen, und sie schien sehr erschrocken zu sein, plötzlich jemand zu sehen. Sie sah mich ganz entsetzt an und entschuldigte sich dann so verlegen, sie sei erschrocken, weil ich so leise gekommen sei. Als ich ihr sagte, dah es sich doch selbstverständlich gehöre, leinen Lärm beim Kommen zu machen, wo eine Schwerkranke sei, erklärte sie, dah Frau Andresen gestorben sei. Als ich in das Sterbezimmer trat, prüfte ich zurrst die Flasche mit dem Schlafmittel, weil ich Fräulein von Diemen zum erstenmal die Medizin anvertraut hatte. 3ch reichte die Tropfen der Kranken stets selbst. Und ich erschrak, dah soviel verbraucht sei. Von dem Quantum hätten mehrere gesunde Menschen genug gehabt, um auf immer einzuschlafen, wieviel mehr diese durch lange Krankheit geschwächte Frau. Als ich an das Bett trat, bemerftc ich zuerst, dah zwei silberne Schlüssel fehlten, die Frau Andresen an einem langen, feinen Kettchen um den Hals zu tragen pflegte. Der eine davon verschloh eine kleine Kassette, die im Schreibtisch der gnädigen Frau im Gartenzimmer stand. Auch der Schlüssel zum Schreibtisch war dabei, beide sehr klein und zierlich. Die Kranke trennte sich nie von diesen Schlüsselchen, und ich habe das Kettchen noch um ihren Hals gesehen, als ich sie zu Bett brachte “ „Diese Schlüssel samt Kettchen fehlten7" Elisabeth Guntermann nickte. „Sie fehlten! ilnb die Tür nach dem Gartenzimmer, wo der Schreibtisch der gnädigen Frau stand, stand offen! „Stand der Schreibtisch auch offen?" Rein das Fach war wieder zugemacht. AVer alS das' Fräulein im Korridor gegen mich an- pvallte trug sie einen Gegenstand, m ihren seidenen Schal gewickelt, in ihr Zinnner der wohl die Gröhe jener silbernen, kunstgeschmiedeten Kassette hatte, und auch die Form!" So das ist allerdings sehr belastend. Wühlen Sie, was diese Kassette enthielt und wuhte es die "Gesellschafterin?" „Fräulein Elisabeth Guntermann, geboren in Breslau — nun, die Personalien hätten wir schon. 3ch darf sie noch einmal vorlesen ... Stimmt es?" „Alles richtig, Herr Kommissar, alles vollständig in Ordnung!" meinte wichtig die Gefragte „Und wo beftnden sie sich gegenwärtig?' Sie nannte Strohe und Hausnummer. „Als was?" „3ch bin Hausdame geworden, da Herr Andresen mit mir sehr zufrieden war, während ich seine auf so merkwürdige Weise ums Leben gekommene Frau pflegte!" „Und Sie waren früher?" „Privatpflegerin! Ausgebildet in der Eharit^, in verschiedenen Universitätskliniken und in einer Frauenklinik." „Sie scheinen sich eine ziemlich reiche medizinische Bildung erworben zu haben!" „3ch denke, Herr Kommissar!" „Und so glauben Sie, dah der Tod dieser Frau Andresen ein Morphiumtod gewesen ist?" „3ch hatte durchaus den Eindruck!" „Warum haben Sie dies aber nicht sofort ge- Luhert?" „ „ „Ich habe es sofort geäuhert, Herr Kommissar!" „Dem Gatten gegenüber?" „Rein, Herrn Geheimrat Dr. Kaufsmann gegenüber. Da derselbe mich aber hart anfuhr und dem wirklich sehr hübschen Gesellschaftsfräulein offenbar keine Unannehmlichkeiten machen wollte, schwieg ich!" „Hat der Herr Geheimrat nicht die Leiche untersucht?" „Oberflächlich! Er meinte, dah bei dem schweren und unheilbaren Leiden der Frau Andresen der Tod auf jeden Fall eine Erlösung bedeuten würde und in diesem Sinne zu begrüben sei, als Retter vor sonst sicher eintretenden grohen Schmerzen!" , „ „ .,. Könnte von diesem Gesichtspunkte aus nicht die Schwerkranke selbst die Tropfen genommen haben, um ihre Qual zu verkürzen?" Die Zeugin wiegle den Kopf und schwieg einen Augenblick, als ob sie gewissenhaft über» leae Rein, das ist unmöglich! Die Kranke war nicht imstande, aufzustehen. Besonders auffällig war mir aber, dah die Gesellschafterin sich von der Köchin Himbeersaft besorgt hatte, wahrend die Kranke allabendlich sonst die Tropfen nur mit Wasser genommen hatte. Sie hat es offenbar netert um die grohe Bitterkeit bei der oer- ftäoffen Dosis weniger merken zu lc^en. Die ^lasche lag nicht auf dem Fuhboden, sondern stand halbier auf Dem Waschtisch!" . bot aber doch auf dem Betteppich einen 5led gegeben, der ohne Zweifel von den Morphiumtropfen herrührte!“ 3a. vielleicht wurde er gemacht, um den Verdacht abzulenken! 3ch kann das natürlich u^Der ^Beamte fragte: »Wann kamen Sie in das HauS Andresen äurüdT „Ein Viertel nach elf Mr. "iln& da war Frau Andresen bereits tot?" Goldrente rückläufige Veranlagung zeigte. Die Ren- tenmärtle lagen sehr still, variabel gehandelte In- dustrieobligationen tendierten schwächer. Reichs- schuldbuchsorderungen lagen gut behauptet. Am Geldmarkt hat sich die Situation gegenüber dem Wochenschluß nicht wesentlich entspannt. Tagesgeld wurde noch immer mit 5,65 bis 7,65 v. ch. gesucht: für Monatsgeld stellte sich der Satz auf unverändert 6 bis 8 v. ch. Prioaldiskonten werden m Erwartung einer Diskontermähigung zurückgehalten, so daß das Geschäft hierin sehr gering war. Infolge des knappen Geldes konnte man auch für Reichs- wechsel per 15. Dezember (zu 4,5 v. ch.) und für Reichsschätze per 16. Januar (zu 5,5 v. ch.) kaum Nachfrage feststellen. Sranffurf auch etwas unsicher. Frankfurt a. M., 12. Sept. (WTB. Draht- Meldung.) Die Börse eröffnete jum Wochenbeginn zwar in etwas befestigter Tendenz, doch war die Grundstimmung wegen der innerpolitischen Lage recht unsicher. Die anfängliche Befestigung führte man auf vorliegende kleine Kundenorders -unick. Später wurde die Haltung meist etwas schwächer, wobei der Rückgang für die AEG.-Aktie bestimmend war. Die Bestätigung der Sanierungsgerüchte durch die Verwaltung lösten Angebot aus, so dah ein Kursverlust von 1,5 v. H. eintrat, der auch auf die übrigen Marktgebiete etwas abfärbte und ebenfalls die Kurse etwas zurück- gehen lieh. Das Geschäft hielt sich in recht engen Grenzen. Rur am Montanmarkt war der Umsatz etwas größer. Bevorzugt Waken wieder Rheinstahl mit plus 2 v. H.. ferner Harpener mit plus 1,75 v. H. und Phönix mit plus 1,75 v H. Die übrigen Werte dieses Marktes lagen bis zu 1 v. H. höher. Am Chemiemarkt ergaben sich durchweg Kurserhöhungen bis zu 1 5 v. H., nur Betula, Lechwerke Augsburg und Rhein. Elektro-Mannheim lagen bis zu 1 v.H. höher. Gesfürel gaben fast 1 v.H. nach Etwas höher eröffneten noch Contigummi mit plus 1,5 v. H, Aku mit plus 0,75 v. H. und Schifffahrtswerte, die von 0,25 bis 0,5 v. H. höher lagen. Reichsbank und Daimler blieben nur knapp gehalten. Kurz nach den ersten Kursen traten auf den Rückgang der AEG.-Aktie Abschwächungen bis zu 1,5 v. H. ein. Am Rentenmarkt eröffneten Altbesih 0,38 v. H. und Reubesih 0,13 V.H. freundlicher.Reichsschuldbuchforderungen waren eher etwas leichter. Goldpfandbriefe lagen nahezu geschäftslos und kaum verändert. Stadtanleihe neigten noch etwas nach unten, ebenso Länderanleihen, während für „Die gnädige Frau hat sich öfters dieses Kästchen von Fräulein von Diemen reichen lassen. Dann habe ich zufällig einmal gesehen, daß sie ein Armband in Kettenform, einen Drillantring und andere kleine Schmuckstücke der Gesellschafterin gezeigt hat. Es waren seltene Stücke, wie man sie hier nicht sieht. Die Damen packten die Sachen aber immer rasch ein, so oft ich darüber hinzukam. Als die Damen sich das letztemal mit dem silbernen Kasten unterhielten, habe ich gesehen, daß Frau Andresen dem Fräulein zeigte, daß sie ein Kuvert mit Papiergeld hineinlegte. „Wissen Sie vielleicht zufällig, wieviel ungefähr?" „Genau kann ich es nicht sagen. Aber drei Hundertmarkscheine glaube ich gesehen zu haben.“ „Und wann entdeckten Sie, daß dieser Schnnlck- kaften fehlte?" „Als ich die Pflegerinnentracht ab legte und alS Hausdame die Verantwortung für das Eigentum des Herrn Andresen und seiner Tochter übernahm, übernahm ich auch selbstverständlich die Schlüssel. Der Ikirvere Kassettenschlüssel war aber nicht mehr vorhanden. Als ich den Schreibtisch öffnete, war das Fach leer, in dem das silberne Kunstwerk sonst verwahrt war. Da wurden mir die Zusammenhänge klar. Es kam mir der furchtbar« Verdacht, dah die Gesellschafterin den einzigen Abend, den ich während zwei Wochen fern war, an dem sie ganz allein in der Wohnung war, benutzt hat, um sich in den Besitz der Kostbarkeiten zu setzen. Da Frau Andresen immer bie Schlüssel bei sich trug, hat sie jedenfalls die Dosis des Schlafmittels verstärkt. Es ist ja vielleicht anzunehmen, daß das Mädchen nur einen tieferen Schlaf hat herbeiführen wollen, um in den Besitz des Schlüssels gelangen zu können, ohne daß die Kranke es merkte, und daß sie an eine tödliche Wirkung nicht gedacht hat!" „3st noch etwas zu bemerken?" „Rein!" sagte Schwester Elisabeth mit einem tiefen Seufzer. „3ch wüßte nichts weiter. 3ch glaube, der Gerechtigkeit alle Fingerzeige gegeben zu haben, um diese Tat sühnen zu können! Der Beamte laS das Protokoll vor, und di« Anklägerin nickte mehrmals zustimmend. Dann nahm sie ohne Zögern die Feder und schrieb mit spitzen, eckigen Schriftzügen ihren 'Kamen darunter. Berlin anfänglich fest, dann unsicher. Berlin, 12. Sept. (WTB. Funkspruch.) Die Un- sicherheit der innerpolitischen Lage, insbesondere die Erwartung der heutigen Regierungserklärung im Reichstag und der Stellungnahme der Parteien zu den Ausführungen des Kanzlers, hatte zur Folge, daß man in Borsenkreisen eine stärkere Zurückhaltung übte. Die Stimmuna an der Vorbörse war aus diesem Grunde recht unsicher, zumal Pressemeldungen über die AEG. — man befürchtet eine Zusammenlegung im Verhältnis 4:1 — verstimmten und erheb- liches Angebot an diesem Markt zur Folge hatten. Die Neuyorker Börse vom Samstag brachte auch keinen stärkeren Stimulus, doch fand die feit 17 Monaten zum erstenmal zu verzeichnende, allerdings noch recht kleine Zunahme des Auftragsbestandes beim amerikanischen Stahltrust, die man als ein Symptom der Besserung ansah, auch hier stärkere Beachtung. Zu den ersten Kursen stellte es sich dann heraus, daß Angebot so gut wie gar nicht vorlag, und daß auf der anderen Seite das Publikum vereinzelt mit kleinen Käufen im Markte war. So eröffnete die Börse dann tn überwiegend festerer Haltung. Die Kursbesserungen betrugen häufig bis zu 2 v. H. Am Montanmarkt waren Käufe erster Bank- Häuser zu beobachten, und mqn nimmt an, daß hier wieder Stillhaltegelder angelegt worden sind. An diesem Markte waren nur Stolberger Zink in Reaktion 2,5 d. j). niedriger und Mansfelder Bergbau gaben im Einklang mit der Abschwächung am Kupfermarkt nach anfänglicher Minus-Minus-Notiz 2,25 v.H. nach. Als stärker gebessert fielen noch Salzdetfurth, Akkumulatoren und Chadeaktien auf; letztere gewannen 6 Mark. Neben AEG., die 3 v. H. niedriger eröffneten und zunächst mit Minus-Minus» Zeichen erschienen, waren Ilse Genußscheine, Siemens, Wintershall und Elektrizitätswerk Schlesien zu Beginn schwächer.veranlagt. Im Verlaufe schien die Spekulation auf die überraschend freundliche (Eröffnung zunächst kleine Meinungskäufe vornehmen zu wollen. Da aber in AEG., die erneut 2,5 v. H. zurückgingen, weiter erheblich Material herauskam, griff eine stärkere Verstimmung Platz, und die Kurse gingen unter Schwankungen um etwa 1 v. H. zurück. Schubert & Salzer wurden verspätet 3 v. H. niedri- ger festgesetzt. Montane fielen auch weiter durch widerstandsfähige Haltung auf. Das Geschäft blieb allerdings nach wie vor recht klein. Deutsche Anleihen uneinheitlich, Altbesitz im Verlaufe fester, Neubesitz nachgebend. Von Aus- ländern waren 4°v. H.-Rumänen etwas fester, Mazedonier zogen um 30 Pf. an, während Ungarische Aus Oer proDingiafbauptftaOt Gießen, den 12. September 1932. Oie deutsch-bnlische Konferenz des Weltstudentenwerks eröffnet. Am Samstagabend wurde im Studentenhaus am Leihgcsterner Weg die deutsch-britische Konferenz des Weltstudentenwerks in Anwesenheit Seiner Magnifizenz des Rektors der Landesuniversität Professor Dr. I e h, des Oberbürgermeisters der Stadt Gießen Dr. h. c. Keller, des Prooinzialdirektors G r a e f sowie des Landtagspräsidenten Professor Dr. Werner eröffnet. Nach einer Ansprache des Präsidenten der Konferenz Professor Dr. Gui11ebaud (Corn- bridge) begrüßte Se. Magnifizenz der Rektor der Landesuniversität, Professor Dr. Ieß, die Teilnehmer der Konferenz und übermittelte außerdem die Grüße des Herrn Staatspräsidenten Dr. h. c. Adelung in dessen Auftrag. Der Oberbürgermeister unserer Stadt, Dr. h. c. R e (( e r , bemühte ebenfalls die Teilnehmer der Konferenz in Gießen auf das herzlichste. Im Anschluß daran hielt Dberregierungs- rat Dr. Morsbach (Berlin), der Leiter des Deut- fchen akademischen Austauschdienstes, einen Vortrag „Student und Ausland", der mit großer Aufmerk- famkeit und lebhaftem Beifall entgegengenommen wurde Im Laufe dieser Woche folgt nun ein umfangreiches Vortragsprogramm. Boruotizcu. — Tageskalender fürMontag: Kurz- schriftvcrein von 1861, 19 Ahr, Goethe-Schule, Anfänger-Lehrgang in der Einheitskurzschrift. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Emil und die Detektive" und „Der Schuß im Tonfilmatelier“. *♦ tjorftamtspcrfonalie. Der Amtsvorstand des Forstamts Nidda, Forstrat Wilhelm Lipp zu Nidda wurde mit Wirkung vom 1. Dezember d. I. in aleicher Diensteigenschaft an das Forstamt Gießen versetzt. Bergfest im Lahn - Oünsberg - Gau. Zu einer eindrucksvollen Kundgebung für die Turnloche des ADT. gestaltete sich diese Beran" al ung welche g ei Hze.tig die letzt.' d s 3ah.es war, am vergangenen Sonntag auf dein Duns- berg. Das Fest war getragen von einem einigen Geist Von der Turn- und Sportgememde Rod- Heim auf das Beste vorbereitet und organisiert, nahm das Turnen einen flotten Verlauf. Trotz bec am Lage vorher stark niedergegangenen Regengüsse waren sämtliche Kampfänlagen in bester Verfassung. Rachdem in Rodheim der 1. Vorsitzende Hosmann von der Turn- und Sportgemeinde eine Begrüßungsansprache gehalten hatte, bewegte sich ein stattlicher Zug nach dem Festplatz. Dieser befand sich bei der 3cchneiche, welche 1929 vom Gau zum Andenken an Turnvater 3 ahn gepflanzt wurde.________ Sommunalobligationen etwas Nachfrage entstand. Auslandrenten lagen sehr ruhig und uneinheitlich. Im Verlause traten verschiedene kleine Erholungen ein, nur AEG. gingen um weitere 1,5 o H. zurück. Das Geschäft war äußerst klein. Dagegen ging es am Markt der Altbesitzanleihe ziemlich lebhaft zu. Auf Käufe der Spekulation im Hinblick auf die Auslosungschance trat im Verlauf eine Befestigung von 1 o. H. ein, Neubesitz gaben leicht nach. Tagesgeld war zu 4,25 v.H. etwas gefragt. ornnffurter Schlachlvicßmarkt. Frankfurta. M., 12. Sept. Auftrieb: 1787 Rinder (396 Ochsen, 184 Bullen, 640 Kühe, 510 Färsen), 538 Kälber, 62 Schafe 4960 Schweine. Es wurden notiert: Rinder: Ochsen: vollfleischige, ausge- mästete höchsten Schlachtwerts (jüngere) 30 bis 32 Mark, (ältere) 26 bis 29, sonstige vollfleischige 22 bi« 25, Bullen: jüngere vollfleischige höchsten Schlacht- werts 25 bis 27, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 20 bis 24; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 24 bis 26, sonstige vollflei- schige oder ausgemästete 20 bis 23, fleischige 14 bi« 19; Färsen (Kalbinnen, Jungrinder): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 30 bis 33, voll- fleischige 27 bis 29, fleischige 23 bis 26. Kälbert beste Mast- und Saugkälber 40 bis 43, mittlere Mast- und Saugkälber 34 bis 39, geringe Kalber 28 bis 33. Schweine: Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 44 bis 48, von etwa 240 bis 300 Pfund 44 bis 48, von etwa 200 bis 240 Pfund 44 bis 48, von etwa 160 bis 200 Pfund 41 bis 47, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 36 bis 43 Mark. — Marktoerlauf: Rinder schleppend, Ueberftanb, Kälber mittelmäßig, Schafe langsam, Schweine schleppend, Ueberftanb. Frankfurter Getreidebörse. J-ran kfurt a.M, 12. Sept. (WTB. Drahtmel- bung.) An ber heutigen Probuktenborfe war bie Tendenz ruhig, und für Weizen bewegten sich die Forderungen zwischen 217,50 bis 220 Mark per Tonne. Roggen war etwas befestigt, und die Preise zogen bis zu 2,50 Mark an. Man nannte für die Tonne 175 bis 177,50 Mark. Hafer und Gerste waren bei ruhigem Geschäft unverändert, das Mehlgesä>äft war ziemlich still, und die Preise behauptet. Am Futtermittelmarkt blieb die freundliche Grundform mung erhalten. Nennenswerte Umsätze fanden aber auf keinem Marktgebiet statt. Amtliche Kurse sind noch nicht notiert. Frankfurter Vuttermarkt. Frankfurt a. M., 10. Sept. DaS Geschäft verlief in dieser Woche weiter recht flott. Die Anlieferungen von deutscher Butter sind weiter sehr knapp, so daß in der Hauptsache Auslandbutter herangezogen werden mußte, für die aber wesentlich höhere Preise gefordert wurden. Die Preise für deutsche Butter blieben unverändert. Die Verkaufspreise des Großhandels lauten (in 1-Zentner-Tonnen): holländische Butter 133 bis 135, deutsche Butter 127 bis 130 Ml. Wettervoraussage. Die kräftige Storung über Rordskandinavien machte ihren Einfluß weiterhin geltend und läßt unter lebhaften Winden ozeanische Luft nach dem Festlande hin fließen. Somit bleibt das Wetter zunächst unbeständig. Bei rasch wechselnder Bewölkung, die vorübergehend durch Aufheiterung unterbrochen wird, treten ab und zu noch Regenschauer auf. Aussichten für Dienstag: Weiterhin wechselnd bewölkt mit Aufheiterung, ziemlich kühl, noch einzelne Regenschauer, lebhafte westliche Winde. Aussichten für Mittwoch: Ruhigeres, aber noch kein beständiges Wetter. Lufttemperaturen am 11. September: mittags 21 Grab Celsius, abenbs 15,4 Grab; am 12. September: morgens 12,6 Grab. Maximum 21,2 Grad, Minimum 11,5 Grab. — Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe । am 11. September: abenbs 18,4 Grab; am 12. Sep- > \ tember: morgens 15 Grab Celsius — Nieberschläge 1 0,2 mm. — Sonnenfcheinbauer 2% Stunben. ■ 0.98, 1.10, 6399 D .3.20, 145 cm breit, schwere Winterware . 6398 D Beyer-Schnitte und Modehefte in großer Auswahl 6419 2 2 Toni Müller Verlobte Dollar 6W1 P 05250 Mangsversteigemng 36/32 E 'M wird gebeten. 6394V lokal) versteigert werden: | Kaufgesuche | Süße Trauben . .3und4Pfd.l.OO<^ ßeiseschreibmasch. AHmkeN , nur oen :uiartt,eben3 nur bett, erhalten, so haben wir Weiff- 3und4Pfd.l.OO^ Pfirsiche SCHUHHAUS Frische Preißelbeeren, 10 Pfd.3.00v< U523L Frische Ananas IPfd. 1.00 utf H.Osiei,Brandplata I* l Ist * 0.88 0.95 0.98 1.25 1.38 Dienstag, den 13. September 1932, nachmittags 2 Uhr, sollen im „Löwen", Jleuen- weg 28, dahier, bzw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt im versteigerungs- 2.35 2.75 2.90 3.50 4.90 8 tü 8 billigst zu kauf. ges. Schrift!. Ang. unt. 05252 a. d. G. 21. Es ist bestimmt in Gottes Rat, Daß man vom Liebsten, was man hat, muß scheiden. Mendes S.F. (^.Ä. (Zsiado do Sitio Sao ^ucaö E Hochbau, Tiefbau, Stahlbau, Eisenbetonbau, Flugzeug-, Maschinen- u. Autobau, Elektro- u. Heizungstechnik. Se- mesterbeginn Oktober u. April. Speise-Kasino. Progr. frei Sämtliche anderen hier nicht genannten Kleider-, Seiden- und Mantelstoffe zu entsprechend niedrigen Preisen I £ 5 . a E 19b £ XiVo s Q Frescaiaine (?ocm breit) modernes, reinwollenes Gewebe, in sämtl.Modefarben K’seid. Marocaine (100 cm breit) gute, einwandfreie Ware, in allen Modefarben...... Craquelö (100 cm breit), reine Wolle in 20 neuen Modefarben, auch schwarz und marine Tienstag, 13.Sevt. Monats-Versammluog im Augustiner. «soso Ter Vorstand Ihre am 9. 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Die Beerdigung findet Mittwoch, den 14. September, nachmittags 2 Uhr. auf dem Neuen Friedhof statt. Assistent sucht äußerst ruhiges Zimmer im Südviertel. Schrift!. Ang. unt. 6404 D an d. G. A. kraut, Kartoffeln, Salat u.Pilze. sniD Sofgul Winnerod. Detektiv K. Gerz, Bad-Nauheim, Kurstraße 17 erledigt edle vertrauliche Privat» u. Geschäftsanaele» genbeiten,roie Auskünfte,Beobachtungen, Ermittlungen, Beschaffung v. Beweismat. in Straf« u. P-ioilvroz. streng diskr. Svrechst.:9b. 121/, u. 8—6 Uhr. Staufenberg 12. September 1932 Neue la Möbel noch ohne Anstrich, Stürigcr flkibers schrank,iWascktisck 2 Nachtschränkchen für jeden annehmb. Preis, auch einzeln, Umstände halb.z.vk. Näh. i. d. Geschäftsstelle des G. A. 05245 MMWklklS s. Dame best. Fam., evang.,schlicht,vorn. Char.,vertrauensw. tätig u. wirtschaftl., Diät u.Kenntn.neu- zeitl. Küche. Gevfl. Haush.e.Herrn ang. ff.Ref. Schr.Ang.u. 6402 D a. ü. G. A. NeueNähmaschine, erste Marke, Umst. halb, billig. 05244 Astcrwcg 441. O U ö ex =.05 =2 Die Beerdigung des Kameraden Semmelmeyer aus Kirchen findet am Dienstagnachmittag 4 Uhr auf dem Alten Friedhof statt. Um zahlreiche Beteiligung Der Vorstand. _____________________________________^96 i> 3 o-f?_ Sonntag morgen wurde uns unsre liebe, herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau ElisabetheVolkWw., geb. Krapp nach kurzem schweren Leiden durch einen sanften Tod kurz vor Vollendung ihres 60. Lebensjahres entrissen. Die trauernden Hinterbliebenen: Kätha Köhres, geb. Volk Dr. Georg Köhres Margret Köhres, geb. Volk Dentist Hans Köhres und 3 Enkelkinder. 8 u = 8» - Q 8 aus roftfreiem, widerftandsfähi» gen, elaftifdien Metall gewähren bei den verschiedenen Fußleiden 1 MkWMSUttklwSs Ilmenau j BSin Thür. Maschinenbau u. Elektrotechnik. Wissen- I ^schattlicha Betriebslührung. Warkmeisterabteilung. MTküsSliKk und 1 Tisch, kleiner Waschtisch billig zu verkaufen. 05243 Krofdorf.Ttr.20 II. 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