" «in unre?erihDort !e,erf*e Ämä6i. Sä. i. iÄ ilötUl'9 fiU6un9 "»glich i[. ’pttlf)tn, \ auf '*’J’Me Anerk'^, der 9).(n.nung ReiL'°n-» -rview, ' Inn L(ln ZUM AlisL fle' 8 Qn dieser in L?s lieber an. ’e emc Stütze, Ä.^ergisch« Q'Renten für LloHltaiinettd J.aho^ die an und n■ ^Ech "enAuÄauien.Da Sfr.WkJ Warben, in denen 9 nachgelassen hat, i unb gewannen nach » totere 0,75 Tro» 'S-erholt. Am Moi> ’. 1,25 Pwz. fest. MN Holzmann um nrrvmarkt war die 1 bezeichnen Chade. lterdrückung des spa- ewannen 3,50 Mart. AW aus einigen bhafter. Hiervon <1 gehandelten 3n* 1 von den übrigen ^Pfandbriefe zur nten nach unoerän* t, auch AeWchuld« ),5 bis 0,75 Prozent n wiesen Türken go Am Geldmarkt i völlig unverändert. )zent an der unteren Ichäst in Privatdistagen, ziemlich ruhig, sneigung sestzustellen : per 10. Aovember, en die Umsätze hier 'Jungen per 15. Äo- kviehmarkt. lug. QUfttieb: Haie, tzbb Schweine. beite Mast- und mittlere Mast- und e Kälber 25 bis 33. und jüngere Mast- , 30, mittlere Mast- l und gut genährte Schasvieh 16 bis 19. e Schweine von etwa dgewicht 48 bis 52, 5 45 bis 51, fleischige i 160 Pfund 41 bis Mber und Schale schleppend. ■riunte Hqyj -CREME jenfrüheoHdö' 1 Ueben na Sturm 1 ^Gedenken len. , vonnAlui»' Friedhof statt. s-^u; enl iteD rü^8.,.t.A- oreeh,,k9|^An^ ßer^Sch^g^ > Fische /chnitt^Psd.soZ 8' S&f* 1 «•* ir.188 srübaussabe 182. Jahrgang Zreitag, 12. August 1952 irfjchetnt täglich, außer wntags und Feiertags. tl lagen: Die Illustrierte iierzener Familienblätler yi nat im Bild - Die Scholl« ironat$:Be}ugsprei$: kiti 4 Beilagen RM. 1.95 lhiae Illustrierte , 1.80 psellgebühr .. , - 25 bei Nichterscheinen »ni einzelnen Nummern iscalge höherer Gewalt. Aernsprechanschlüsse I»r Sammelnummer 2251. iThrift für Drahtnach- h en: Anzeiger Oietzeu. Postscheckkonto: fankfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck und Verlag: vrühl'sche Univer^ätr-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Gießen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: ZchuNtratze 7. Annahme von Anzetaen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für No» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friede. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton vr.H.Thynot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Randnoten. Si ist leider nicht mehr daran zu zweifeln: lt haben auf der diesjährigen Olympiade . Los Angeles eine schlechte Rolle geteilt. Rur in einer der vielen Konkurrenzen hat ■r, deutscher Vertreter den ©icg sicherstellen fr men, der Münchener Jsmayr. Die vor De- [rm der Spiele favorisierten Deutschen wurden tft unter der Rubrik „Ferner liefen" regi- inert. Zwar hatten wir beim Zehnkampf noch h: Chance, aber auch die erwies sich als illu- :fh, als Sievert sich beim Stabhochsprung J Angeles unter den klimatischen crhältnissen besonders zu leiden gehabt :itcl Die letztere soll sogar auf dem Umweg über flciiiliäre Einflüsse zu einem Verzicht auf eine Hiausforderung an Fräulein Mayer veranlaßt fctikn sein. Z.L sind Dinge, die nichts mehr mit spott- Fairneß zu tun haben, die auch nicht mehr tn: der „Förderung des deutschen Sports" in XfiSang zu bringen sind. Gerade weil wir toün- Idn, daß aus den Riederlagen von Los An- gi?e Lehren gezogen werden, und weil wir yf*n, daß auf der nächsten Olympiade, die tiramssichtlich 1936 in Berlin stattfindet, die SDiirten von den deutschen Vertretern wieder Dsgeweht werden, geben wir unserer Erwar- ltr.A Ausdruck, daß die mit den Geldern der ftjt'djen Steuerzahler zum größten Teil erhallt«« deutsche Sportbehörde restlos den erhobenen IHrwürfen nachgeht und sie klärt. Nh-ts kann wohl die augenblickliche Wirtschasts- Tr t treffender kennzeichnen als der Entschluß des 7fn.'ösischen Kriegsministeriums, die Aufnahme- g:no 5 der Fremdenlegion auf nicht ab» ilbitre Zeit zu schließen, weil die Fremden- I,:i2i — überfüllt ist. Ja, es ist kein Hirn- gip inst, obwohl es phantastisch klingt, daß die mimersatte Legion, in der sich Söldner aller Herren Luller für ein paar Sous in afrikanischer Hitze von ll.Wndifchen Eingeborenen erschießen lassen müs- jf letzt endlich ihren Hunger gestillt hat, nachdem L sichlige Opfer in dieser schrecklichsten aller Armeen Bplii’ben sind. Es verlautet weiter, daß man viel- wieder einmal den Weg zur Fremdenlegion Ai geben werde, doch käme dann nur b e st e s Äe ischenmaterial, gesunde stämmige, ker° m;e und nicht zu empfindliche Leute in Frage. Man iuch in der Fremdenlegion den allgemeinen Ä Mchenüberfluß, der hauptsächlich durch die Welt» M'e tslosigkeit zustande kam, empfunden, man hat IJk »gar soweit mit Arbeitskräften eingedeckt, daß |||l auch der Sahara-Arbeitsdienst D l st ä n d i g a u f g e f ü l l t ist. Das dürfte wohl ix? beste Zeichen für das Überangebot an Men» ft.'ir fein, denn gerade dieser Arbeitsdienst war das Zylimmste vom Schlimmen. Im Grunde genom- im.il bedeutet dieser Sahara-Arbeitsdienst nichts i»:le «o.dner aus ihrem eigenen Lande suchen und nicht anderswo. Als in diesen Tagen ein Denkmal, das die Vereinigung der Bretagne mit Frankreich verhenrUcht, einem Attentat zum Opfer fiel, brachte cs der „Matin" in Paris fertig, Deutschland für die autonvmistische Bewegung in der Bretagne im allgemeinen und für das Attentat im besonderen verantwortlich zu machen. Man könnte diese Anschuldigung mit einer Handbewegung ab tun, wenn nicht bei dem Versuch ihrer Begründung das Minderheitenproblem im allgemeinen wieder einmal in ein falsches Licht gestellt worden wäre. Der „Matin" behauptet nämlich, Deutschland habe ganz allgemein das Sntercffe, bei feinen Rachbarvölkern Zwietracht zu säen und separatistische Bewegungen jeder Art zu fördern. D i e Ration, die den „deutschen" Separatismus am Rhein einst unter ihre Fittiche nahm, hat gewiß das g e r i n g st e R e ch t, sich über Separatismus zu ^klagen. Vor allem über bretonischen Separatismus! Die Bretagne, die seit vierhundert Sahren politisch mit Frankreich vereinigt ist, hat sich in diesen Sahrhunderten ein gewisses kulturelles Eigendasein erhalten, ja die bretonische Sprache wird noch von einer vollen Million Menschen gesprochen, von der nur die Hülste daneben auch Französisch versteht. Aber Separatismus im politischen Sinne war tn der Bretagne immer nur dann festzustellen, wenn tn Frankreich selbst irgendetwas nicht stimmte. So stand die Bretagne wahrend der großen Revolution in Opposition und so hat sich auch nach dem Kriege in Gegnerschaft zu vielen Pariser Maßnahmen so etwas wie ein politischer Sonderwille gebildet, der sogar die ersten Keime eines Autonomiegedankens her- vorgrbracht hat. Aber es ist falsch, diese noch in den Anfängen stehende bretonische Autonomiebewegung ursächlich in Zusammenhang zu bringen mit dem Kongreß der nationalen Minderheiten, gegen den die französische Presse aus Anlaß des Attentates Sturm läuft. Es hat sich ja langfam in der Welt herumgefprochen, daß die Rationen, die angeblich zur Befreiung der unterdrückten Völler in den Weltkrieg zogen, selbst eine ganze Reihe von Fremdvölkern „unter ihre Fittiche genommen haben. Zu dieser Feststellung war der Kongreß der europäischen Minderheiten nicht mehr nötig. Das haben im Falle Frankreichs die Basken und vor allem die Kat a l a n en selbst besorgt. Dos katalanische Selbstandigke'ts- gesühl hat der Pariser Zentrale schon seit Sahren Kopfschmerzen verursacht, ilnb man sagt wohl nicht ohne Grund, daß die Furcht vor einem Zusammenschluß der in Spanien und der in Frankreich lebenden Katalanen mit em Anlaß ttxir, zu der Unterstützung der spanischen Revolution durch Frankreich. Es ist sicher nicht Deutschlands Schuld, wenn diese Pariser Rechnung sich nachträglich als falsch her- ausstellte und wenn das katalanische Rationalgefühl unter der spanischen Republik noch stärker emporflammte, als unter dem Königtum. Man sieht, daß auch die elsässische Autonomie- bewegung. die ebenfalls für die bretonischen Dinge haftbar gemacht wird, nicht erst _ nötig war. um zu beweisen, daß es Fremdvölker in F rankreich gibt. des Preußischen Landtags, einen Ministerpräsi-' denten zu wählen, und in dem Augenblick, in dem diese Wahl erfolgt sei, sei die Verantwortlichkeit des Reichskommissars für Preußen automatisch beendet. Was das Reich angehe, so verlange die innerpolitische Lage gerade im Hinblick auf das Ergebnis der Reichstagswahlen gebieterisch die Führung durch eine von der verfassungsmäßigen Initiative des Reichspräsidenten eingesetzte Reichsregierung, und cs sei Sache der Parteien, ob sie im Reichstag mit dieser Regierung zusammenarbeiten wollen oder nicht. Oie Bayerische Volkspartei gegen Experimente. München, ll.Aug. ($11.) Sn der „Bayerischen Dolkspartcikorrespondenz" veröffentlicht Staatsrat Schäffer einen Aufsatz „Ausgaben des neuen Reichstags und Aufgaben der Bayerischen Dolkspartei im neuen Reichstag", worin er u. a. erklärt, die Bayerische Volkspartei werde dafür eintreten, daß alle Staats- experi mente unterblieben und die gesamte politische Kraft im Reich und in den Ländern zusammengefaßt würden, um gemeinsam den politischen Schwierigkeiten entgegenzutretcn und im Innern Finanzen und Wirtschaft in Ordnung zu bringen. Die Bayrische Volksportei verlange auch heute noch, daß kein Schritt getan werde, der nach faschistischen Experimenten aussehe. Solle nicht der Bolschewismus in Deutschland gedeihen, so müsse der Rechtsgedanke und der Glaube an den R e ch t s st a a t in Deutschland unerschüttert bleiben. Die Bayerische Volkspartei vertraue auch darauf, daß das Wort des Reichspräsidenten bleibe, er werde nie eine Reichsrcform auf dem Umweg über den Artikel 48 machen. * Berlin, 11.Aug. (TU.) Die Besprechungen zwischen Vertretern der Nationalsozialisten, der Deutschnationalen und des Zen» trums über die Regierungsbildung in Preußen, für die ursprünglich der Samstag in Aussicht genommen war, soll erst am Montag- nachmittag stattfinden, da die Vertreter der Deutschnationalen Volkspartei am Samstag verhindert sind. Botschafter von prittwih beim Reichspräsidenten. Berlin, ll.Aug. (WTB.) Der Herr Reichspräsident empfing heute nachmittag den deutschen Botschafter in Washington Dr. von Pritt- w i tz und Gaffron. Länder-Forderungen an daSÄeich. AllgemeineArbeitsPflicht. —Tchlutz mit der Rentenkürzung. Dessau, 11. Aug. (ERB.) Der anhaltische Ministerpräsident Freyberg und der braunschweigische Staatsminister Klagges haben nach einer Aussprache über die politische Lage eine Erklärung an den Reichskanzler abgesandt, die, wie verlautet, wahrscheinlich auch von den Ministerpräsidenten von Oldenburg und Mecklenburg-Schwerin unterzeichnet werden wird. Diese Erklärung betrifft die" Rotverordnung vom 14. Juni. Es wird von ihr gesagt, sie und Regierungsmahnahmen solcher Art überhaupt hätten zur Folge, daß alle an den Rand der Verzweiflung gebracht würden, während auf der anderen Seite die finanzielle Sanierung ausbliebe. In einer Reihe von Forderungen, die im Anschluß daran erhoben werden, ist die wichtigste die nach Ausbau des Freiwilligen Arbeitsdienstes zur allgemeinen Arbeitspflicht, ferner die nach Beendigung der Kürzung der Leistungen der Arbeitslosenversicherung und der Sozialrenten. Liiilenken Hoovers in der KriegssWdensrage? Washington, 12. Aug. (WTB. Funkspruch.) Präsident Hoover hat gestern in einer Ansprache an die Vertreter der Republikaner Bemerkungen zur Frage der Kriegsschulden gemacht, die, wenn auch in sehr vorsichtiger Form gegeben, ein verlassen seiner intransigenten Haltung vorzubereiten scheinen. Seine Stellungnahme, so erklärte er, gegen die Streichung der Kriegsschulden sei bekannt. Doch hoffe er einmal, daß eine praktische Verminderung der Rüstungen den Schuldnerstaaten die Abtragung ihrer Verpflichtungen wesentlich erleichtern werde. Darüber hinaus aber könnten die Schuldner vielleicht eine Erleichterung erhalten, wenn eine „g r e i f- bare Kompensation" ihrerseits den Vereinigten Staaten ein Entgegenkommen erleichtere. (Eine solche Kompensation erblicke er, so fährt Hoover fort, beispielsweise in einer Vergrößerung der Märkte für die amerikanische Landwirtschaft und In - d u st r i e. Denn infolge eines gesteigerten Absatzes der amerikanischen Produktion die Wirtschaft wieder in Gang komme und der Wohlstand wieder geschaffen werde, dann könnte man wohl sicher sein, daß Amerika vor- schlüge der angedeuteten Art einer ernstesten Prüfung unterziehen werde. Allerdings könnten die Lasten nicht einfach durch eine Streichung der Schulden auf die amerikanische Bevölkerung übertragen werden. Präsident Hoover hielt diese Ansprache, die be- trächtliches Aufsehen erregte, als er sich zur An- nähme der P r ä s i d e n t s ch a f t s k a n d i d a - l u r vor den Vertretern der republikanischen Partei bereit erklärte. preußischer Landtag vor Reichstagseröffnung. Berlin, 11. Aug. (WTB.) Der Präsident des Preußischen Landtags hat, wie das Rachrichtenbüro des Bdz. hört, auf die Anträge der Sozialdemokraten und Kommunisten auf alsbaldigen Zusammentritt des Preußischen Landtags eine Antwort dahin erteilt, daß er zur Zeit den Termin des Zusammentritts mit Rücklicht auf die politische Lage noch nicht endgültig bestimmen könne Der Landtag werde aber noch vor Beginn der Reichstagstagung zusammentreten. Oie Verfaffungsfeier in Darmstadt. Staatspräsident Dr. Adelung über die Aufgaben der Polizei. Darmstadt, ll.Aug. (WSN.) Bei der heutigen Parade der hessischen Schutz-, Derwaltungs- und Kriminalpolizei auf dem Marienvlatz hielt Staatspräsident Dr. Adelung eine Ansprache, in der er u. a. ausführte: Dem Verfassungstag komme angesichts der betlagensroerten Zerrissenheit im deutschen Volke gegenwärtig eine besondere Bedeutung zu. Wenn besonders die Polizei diesen Tag festlich begehe, so wolle sie damit zum Ausdruck bringen, daß sie als Organ zum Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung sich auf das innigste mit dein Staat und seiner Verfassung verbunden fühle. Die Schutzpolizei habe noch zu keiner Zeit fo schwere Aufgaben zu bewältigen gehabt, wie in der gegenwärtigen. Politische Entartung und Ziic losigkeit hätten nicht nur die Achtung vor der Uebcrjeugung Andersdenkender beseitigt, sondern machten auch nicht mehr halt vor dem Leben und Eigentum des politischen Gegners. Politischer Mord, politische Gewalttaten und Terrorakte seien in Deutschland in so erschreckendem Maße an der Tagesordnung, wie sie selbst der Balkan in seinen schlimmsten Tagen nicht gekannt habe. Das Herz jedes wirklich national empfindenden Menschen erfülle sich mit Scham und Trauer ob des Zustandes, auf den die Form des politischen Kampfes in Deutschland herabgesunken sei, und es müsse der heiße Wunsch jedes um sein Volkstum besorgten Deutschen sein, daß bald der Augenblick kommen möge, an dem auch wieder in Deutschland nicht mehr mit Revolver, Sprengstoff und Dolch, sondern mit geistigen Massen um politische Geltung und um politische Werte gerungen werde. Solange aber dieser Zeitpunkt noch nicht gekommen sei, habe unsere Polizei ihre ungeheuer schwere Pflicht zu erfüllen. Es wäre wünschenswert, wenn sie dabei überall mehr Verständnis und Unterstützung bei den Bürgern und auch bei den Behörden fände. Die Polizei stehe außerhalb der politischen Parteien. Sie fühle sich als Organ der Allgemeinheit und sei zum Schutze jedes Bürgers da. Sie könne und dürfe nicht hörig und pflichtig fein irgendeiner politischen Partei. Es hieße die Aufgaben der Polizei verfälschen, wenn man ihr einseitig politisch orientierte s o - genannte „H i l f s p a l i z e i" angliedern wollte, unter welchem Namen es auch immer fei. Die Polizei sei allein auch vollkommen ihrem Pflichtenkreis gewachsen. Das habe sie bisher in Hessen noch stets bewiesen. Es sei deshalb auch nicht nötig, Warnungen an Uebelwollende zu erlassen. Unsere Polizei habe die Kraft und auch die Mittel, sich durchzusetzen. Nach einem hoch des Staatspräsidenten auf das deutsche Volk und seine deutsche Verfassung folgte der Gesang des Deutschlandliedes und der Vorbeimarsch der Schutzpolizei in Gruppenkolonne hinter Fahnen des Reichs und Hessens. Der anschließende Marsch der Polizei durch di« Landeshauptstadt fand überall regstes Interesse und Freude bei den Spalier bildenden Massen. Oer Aufstand in Spanien gescheitert. Madrid, ll.Aug. (WTB.) General Sanjurjo, fein Sohn Hauptmann Sanjurjo, General herraiz und Oberstleutnant Estevan Infante sind bei Sevilla verhaftet worden. Die Verhaftung Sanjurjos erfolgte auf feiner Flucht nach de r französischen Grenze. Der spanische General Godet, der als einer der Führer des Monarchistenputfches gilt, wurde auf Befehl der Regierung verhaftet. Am frühen Morgen hatten ihm die Obersten der Seoillaner Garnison mitgeteilt, daß diese beschlossen hatten, die Aufsiandsbewegung nicht mehr zu unterstützen. Sanjurjo war daraufhin im Kraftwagen geflüchtet. Die Bevölkerung versammelte sich vor der Kaserne und befreite den Gouverneur. Die Gendarmerieoffiziere, die sich der Bewegung angeschloffen hatten, sind verhaftet worden. Das Palais, in dem Sanjurjo sein Hauptquartier auf- Georg-Büchner-Preis 1932. Tie diesjährigen Slaaispreisiräger: 'Adolf Bode und Albert H. Rausch. Die hessische Amtliche Prefsestelle in Darmstadt gibt bekannt: Zu Preisträgern des Georg-Büchner-Preises find in diesem Jahre der Kunstmaler Adolf Bode von Offenbach a. M. und der Schriftsteller Albert h. Rausch von Friedberg bestimmt worden. Die Texte der Preisurkunden lauten: Das hessische Volk verleiht dem Mater Adolf Bode zur Ermutigung seines aus frischen heimatlichen Lebenskräften genährten Schaffens den Georg- Büchner-Preis des Jahres 1932. Dem Schriftsteller Albert h. Rausch ist in Würdigung seines wahrhaft dichterischen, Heimat und Ferne lebendig vereinenden Werkes vom hessischen Volk der Georg-Büchner-Preis des Jahres 1932 zuerkannt worden. Adolf Bode. Dieser heute erst achtundzwanzigjährige Offenbacher Maler, der wohl bisher der Jüngste ist, dem der Düchnerpreis verliehen wurde, gehört zur Darm st ädter Gruppe, die sich ja jungen Talenten besonders aufgeschlossen geigt und namentlich in Offenbach Rachwuchs fand. In allen Darmstädter Ausstellungen, wo Adolf Bode seit seinem Beitritt zur „Gruppe" fast regelmäßig mit Arbeiten erschien, gab es überraschende Talentproben seines von spontanen malerischen Impulsen diktierten Schaffens. In der Pariser Luft empfing der jugendliche Elan dieses Malers jene Rote spritzigen Aebcrmuts, die in seiner reichen und jetzt auch sehr gekonnten Palette oft dominiert. Ein geradezu farbensprühendes Leben und eine erstaunliche Treffsicherheit des Kolorits im Erfassen der „Atmosphäre" sind Merkmale mancher Landschaftsbilder, besonders der Pariser Bilder Dodes. Er stammt aus einer alteingesessenen Offenbacher Malerfamilie. Großvater Bode war um 1830 in Hanau künstlerisch tätig, und ein Großonkel, Schüler Schwinds, Prof. Leopold Bode, wirkte am Staedel in Frankfurt. Adolf Bode, als Sohn eines Prüfungsmeisters am 8. Januar 1904 geboren, besuchte bis 1914 die Volksschule und dann ein Jahr lang, um nach dem Willen der Eltern Maschinenbauer oder Architekt zu werden, die Werkklasse der Kunstgewerbeschule in Offenbach. Länger reichten die Mittel der Eltern nicht, und nun erst auf der Wanderschaft in Baden, Bayern und der Pfalz regten sich die ersten künstlerischen Reigungen Bodes. Aber er konnte ihnen noch nicht ungestört leben. Wenn er auch eine Freistelle für die Malklasse der Offenbacher Kunst- gewerbeschule erhielt, so mußte er die Tätigkeit dort doch ost durch Arbeiten im freien Handwerk unterbrechen. Erst als ihm die Stadt 1926 ein Atelier gab, fand er völlige künstlerische Freiheit, und Studienreisen, die ihn neben dem entscheidenden Pariser Aufenthalt bald nach Holland und in die Schweiz führten, halfen zur Auflockerung seines Talents. Wenn schließlich zu den starken ursprünglichen Anlagen dieses jungen Malers als ein Hauptbestandteil seiner malerischen Handschrift eine kecke Unbekümmertheit hinzutrai, so nicht zuletzt darum, weil sein Entwicklungsweg mehr in autodidaktischem als in irgendeinem akademischen Sinne verlief. Albert H. Rausch. Der Dichter Albert H. Rausch, ein geborener Friedberger dem das hessische Staatsministerium den diesjährigen Literaturpreis verliehen hat, ist schon deshalb heute eine der klarumrissensten Erscheinungen des deutschen Schrifttums, weil er sich niemals irgendeiner Ideologie verschrieben hat. Er ist ein Künstler strengsten Formats, ein unbeirrbarer Vertreter der „poesie pure“. Schon als Fünfundzwanzigjähriger hat er seinem Versbuch „Vigilien" (erschienen 1911), das die großartige Tristan-Dichtung enthält, als verpflichtenden Auftakt zu einem rein schöpferischen Leben die apollinischen Worte vorausgeschickt, daß die Einheit dieses Werkes am leichtesten erfasse, wer in ihm „das Wachen des Geistes über den dunkelsten Brandungen des Herzens verspüre". Sein gesamtes Werk — soweit es bis heute sichtbar ist — ist das Sinnbild strengster Disziplin und schicksalhafter Gebundenheit an den Genius (Gott). Er ist nur der Diener seines Werkes, unbekümmert um Wirkung, unbedacht auf Ruhm. Seine unerschöpfliche Stoffquelle ist die Mittelmeerwelt im allerweitesten Sinn. Er ist einer der europäischsten Geister und Gestalter, die es heute gibt, Erbe und Vorläufer zugleich. Seine großen Prosadichtungen „Südliche Reise", „Vorspiel und Fuge" und „Eros Anadhomenvs" bezeugen es unzweifelhaft. Sein angekündigtes Versbuch „Stoa" zeigt, wohin der Weg führt, führen mußte. Die Weite feiner Schau ist mitbedingt durch fein Verhaftetfein in feiner Wetterauer Heimaterde. Rur wer fo fest steht, kann an fo großen Amkreis reichen. Er ist der Vertreter des universalen Deutschland. Atopisches oder messianisches Denken ist ihm fremd. Hier wird ersichtlich seine tiefe Hellcnität. Seine Kraft ist in steter Steigerung, die große Ernte in sicherem Reifen, das er nie durch Angeduld oder Opportunismus beschleunigt hat. „Ich habe Zeit zu meinem Schicksal"' sein schönstes Wort. Der ganze Mensch und der ganze Künstler ist darin Fr. U. Als Mitarbeiter am „Gießener Anzeiger" ist Albert H. Raujch unserem Leserkreise seit langem bekannt. Wir erinnern nur an seine im Feuilleton erschienenen literargeschichtlichen Aufsätze über Stefan George, Karl Wolsskehl, Friedrich Gundolf und Alfred Bock, ferner an die dichterischen Serien „Zweites Vaterland", „Herbst in Apulien", „Hauch von Paris" und „Unterwegs". Geist und Nation. Eine Rede des Slaatspräf'denten Die Vergebung des Georg-Büchner-Preises fand, wie alljährlich, am Verfassungstag im Staatsministerium statt. Staatspräsident Dr. Adelung hielt eine Ansprache, in der er u. a. folgendes ausführte: Wiederum jährt sich der Tag, an dem das hessische Volk zwei Künstler, die ihm entsprossen sind, mit dem Georg-Büchner-Preis auszeichnet. Die feierliche Verbindung dieses Preises mit dem Verfassungstag will zum Ausdruck bringen, daß die Würdigung künstlerischen Schaffens nicht eine Geste der Anerkennung im Geschäftsbereich eines Kultusministeriums darstellt, sondern daß sie eine nationale Pflicht ist, ja mehr noch, ein Akt nationaler Selbstbehauptung. Es ist keine schönrednerische Phrase, wenn die Satzung des Georg-Büch- nerpreises seine Stiftung als vom Volke ausgehend bezeichnet und wenn die Diplome das hessische Volk als den Geber des Preises anführen. Nicht ein rationaler Zweck des Staates äußert sich in der Vergebung des Preises. Der Staat vollzieht hier den verpflichtenden Auftrag, dem Bekenntnis des Volkes zu feinem geistigen Leben Gel- tun zu verschaffen. Das geistige Leben des Volkes ist in unserem analytischen Zeitalter kein eindeutiger Begriff. Die gegenwärtige Zeit ist wenig dazu angetan, das Volk durch geistige Bewegungen zu erschüttern, die Menschen in großer Zahl durch die Sprache des Geistes zu erfassen und weiterzutragen. Ja, es will N Ms. v- - Das Beinhaus auf dem Schlachtfelde von Verdun ;ol[ das Andenken wachhalten an die 400 000 deutsche» und französischen Soldaten, die hier den Tod für ihr Vaterland starben. geschlagen hat7e, wurde von der Menge in Brand gesteckt. Sämtliche Städte in der Provinz Sevilla und ihrs Behörden stehen zur Madrider Regierung, die Herr der Lage ist. Die Zivilgouverneur« der angrenzenden Provinzen unterstützen die Br- mühungen um die Niederwerfung des Aufstandes, Haussuchung bei der Reichsbanner- Bundesleitung. Berlin, 11. August. (ERB.) Wie das „Ber. liner Tageblatt" meldet, fand heute nachmittag in dem Büro der Reichsbannerbundes. le i tun g eine polizeiliche Durchsu - cf> u n g nach Waffen statt. Dem Blatt 5tu folge wurden drei Revolver und fünf Gummi, knüppel gefunden. Die Revolver sollen Mitglie, dem des Reichsbanners gehören, die Waffen, scheine besitzen, zur Zeit aber verreist sind. Aus aller Welt. Schiffsunglück bei Vigo. — 20 Personen ertrunken. Einer Dlattermeldung aus Madrid zufolge fl an der atlantischen Küste auf der Höhe von Bigv ein Motorkutter beim Sardinenfischen g e f u n < k e n. Don der 22 Mann starken Besatzung konnten nut zwei gerettet werden. Ueberschwemmungskalaslrophe in der Ostmandschurei. Eine schwere Aeberschwemmungskata- st r 0 p h e hat, wie aus Charbin gemeldet wird, die Ostmandschurei betroffen. Der Sungartf.ich sowie mehrere andere Flüsse sind über die Aier getreten und haben weite Gebiete der Mandschurei überflutet. Eine japanische Truppen« abteilung ist vollkommen von der Amweli abgeschnitten und muß durch Flugzeuge verproviantiert werden. Bei einem ebenfalls v)n der Außenwelt abgeschnittenen Trupp mandschurischer Aufrührer sowie bei Tausenden von Zivil« Personen droht Hungersnot auszubrechcn. Man befürchtet, daß die Zahl der Todesopfer, die von der Hungersnot und von der Flut gefordert wird, eine beträchtliche Höhe an» nehmen wird. Die Ernte großer Gebiete i'l vollkommen vernichtet. Der Verkehr auf der ostchinesischen Eisenbahn ist unterbrochen. Der Sachschaden läßt sich noch nicht überblicken. Verantwortlich für Politik: I. V.: Ernst Blumlchein. fast scheinen, als sei diese Sprache überhaupt Der- ftummt, als sei das geistige Selbstbewußtsein D als eine immerwährende Aufgabe, die nur ori Treue zum deutschen Wesen bewältigt werdc: kann. Rach einem warmherzigen Rachrus für dc« verstorbenen Preisträger Dr. Alfred Bo^ aus Gießen gab Staatspräsident Dr. Adelurg die Ramen der Preisträger bekannt. Hochschulnachnchten. Der außerordentliche Professor Hans Bökel m Freiburg i. Br. erhielt einen Ruf auf dt> Lehrstuhl für Anatomie an der Aniversität I eiia als Rachfolger von Professor Friedrich Maure- Der Münchner Privatdozent Dr. Kurt W a l chel hat den Rus auf den Lehrstuhl der gerichtlichen W' dizin an der Universität Halle als Nachfolger dck verstorbenen Professors W. Vorkastner angenommen- **S! fit’*#? ’n hie nn>" 0 durch M Den. M ^'tn weil in/y,nt> ®:; all« auch sind,ir jjötifle P Auf Ei lahing ; Pminz Oberhefsen von Gießen fand ges die diesjährige Derfc M Mj mufjfü[j| Wie (Emzugsniarfch Wagner und Feft-Ou Generalsekretär Len Festrede. Der Rei hefen Gegensätze, ^'ebenen VolkschiHt-- iS?«* SSt Neu *lt fl* eine oprX Damit Ö'ÄÄ ®«400. n, bet , 9 e Sx,u t'he'j Sieo.^ten 9 d°i ' "ikiK 8 6 den Thl- Veifaffungsfeier in Gießen und Familie, die Grundpfeiler des 'Bolfed, hätten in der Verfassung und der Politik die gebührende Stellung Nilelbe von Attdun °n bie 400 000 ^ hier ben lob fü starben. oon btt mtn9t m ' r Provinz Tevillo unb it .l'1' Die Zivilgouvernk. > wzen unlerslützen die l I erwerfung des Aust,and, I der AeichsbanM sleiiung. I. lCALj Dir daS .2« | 1 !and heute nachnii!' | ichsbannerbundki izriliche Durchj: V en statt. Dem Blatt i I lolöer und fünf ®umr | Arvolvrr sollen Mg': | i gehören, die Waste; L eit aber verreist sind. | Eine Verbrecherbande in Sranffurf ermittelt. Frankfurt a. M. 10. Aug. (LU.) Bei Ennitt- lungsarbeiten, die die Kriminalpolizei wegen cini- ger Verbrechen in Frankfurter Geschäften anstellte, ist sie auf die Spur einer Verbrecherbande gekommen, auf deren Konto eine Unmenge schwerer Einbrüche, Diebstähle und Raubüberfälle in Frankfurt und Hessen- weiterer Umgebung kommen. Zahlreiche Verbrechen, die von diesen Burschen in den letzten drei Jahren begangen wurden und unaufgeklärt blieben, sind bereits durch die polizeiliche Derneh- Heimat und Heimatgefühl fänden in lassung ihre Grundlagen, ebenso die die Mutterschaft als Grundstein der Familie noch ungeklärte Weise so schwer, daß er einen Schädelbruch erlitt und sofort in die Chirurgische Klinik eingelicfert werden mußte. Er wurde sofort operiert, verstarb jedoch im Laufe der vergangenen Nacht. Der Bedauernswerte hinterläßt eine junge Frau und ein unmündiges Kind. ** Lebensgefährlich verletzt. schwerverunglückte 'Agnes Schumacher, di«, wie Oer 400. Geburtstag Wilhelms von Nassau. WSR. Dillenburg, 10. Aug. Am 24. April kommenden Jahres jährt sich zum 400. Male der Lag, an dem Wilhelm von Nassau-Ora- nien, der Befreier der Niederlande, ruf der Dillenburg geboren wurde. In den Niederlanden rüstet man aus diesem Anlaß zu großen Festlichkeiten. Aber auch das Nassauer Land will nicht abseits stehen, wenn es gilt, das Andenken eines seiner größten Söhne zu ehren. Verbindungen mit den 'ührenden niederländischen Persönlichkeiten sind 'chon angeknüpft. Die Feiern in den Niederlanden Derben im Monat April stattfinden, diejenigen m Nassauer Land Ende. Juli. Dieser Termin vurde gewählt, um den Niederländern die Teilnahme zu ermöglichen. In den ehemals orani- chen Städten Dillenburg, Diez und S i e 0 e n werden bereits Gedenkfeiern vorbereitet. Unverbindliche Besprechungen zwischen diesen drei Städten und holländischen Vertretern haben dieser Tage stattgefunden. Es stcht fest, daß das offizielle Holland an den und der Nation. Glaubens- und Gewissensfreiheit, Bildung und Schule, sowie die freie Lehre der Wissenschaft seien durch die Neichsverfassung gewährleistet, gleichermaßen die Grundschule als Ausdruck des Gedankens der echten Volksgemein, schäft. Hier sei auch der Grund gelegt für tue Geltung der persönlichen und beruflichen Tüchtigkeit, für den Nespekt vor Andersdenkenden, für deutschen VolkstumSgeist und für den Gedanken der Völkerversöhnung. Ebenso habe der sittliche Grundsatz der Verpflichtung des Eigentums für den einzelnen und gegenüber der Gesamtheit, wie der Fürsorge für Schwache hier seine Stätte. Ausgleichende Gerechtigkeit für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Menschenrecht und Menschenpflicht, die Freiheit der Persönlichkeit und die Dienst- verpslichtung des Einzelnen für die Gesamtheit hätten ebenso in der Neichsversassung ihr Fundament. Natürlich sei auch diese Verfassung ein Menschenwerk, aber ihr Fundament sei gut. Wenn dieses Versassungswerk gefeiert werde, dann nicht um des Dokuments, sondern um des deutschen Volkes, des deutschen DolkStums, des Volksgeistes und der hohen Sittlichkeit willen, die unserem Volke als Gebot gesetzt sei. Mit dreimaligem Hochruf auf das deutsche Volk und das deutsche Vaterland sand bie mit lebhaftem Beifall aufgenommene Rede ihren Abschluß. Anschließend sang die Festversammlung stehend die Nationalhymne. ... „ Ein schneidiger Militärmarsch der Kapelle bildete den Ausklang der Feierstunde. nassauischen Feiern teilnehmen wird. Darüber hinaus rechnet man mit weiterer st a r k e r holländischer Beteiligung. Aus diesem Grund plant auch der rheinische und der nasfaux- sche Verkehrsverband eine zu Beginn des nächsten Iahres einsetzende erhöhte Derkehrswer- bung in Holland. Der nassauische Verkehrsverband wird einen Führer in holländischer Sprache eigens für diesen Zweck herausgeben. wir bereit» berichteten, gestern mittag vor einfahrenden Berliner Schnellzug sprang und schwer verletzt wurde, liegt, wie wir von der C*‘ rurgischen Klinik erfahren, in bedenklichstem Zustand darnieder. ** Geprüfte Rettungsschwimmer. Von der Hauptgeschäftsstelle ber Deutschen Lebens-Rettungsgesellschaft wurde der Turnlehrerin Erika Weber, Dießen, Gbelstrahe 18. nach der mit Erfolg abgelegten Prüfung die Urkunde für den Lehrschein mit goldner Rodel überreicht. ES ist erfreulich, daß die Zahl der geprüften Rettungsschwimmer stetig anwächst. So haben in letzter Zeit, im Anschluß an einen von der D. L R. G. veranstalteten Lehrgang, insgesamt 25 Damen und Herren die Prüfung I bzw. II bestanden. Aus Gießen und näherer Umgebung erhielten daraufhin den Grundschein bzw. den Prüfungsschein: Hermann Röhl-Wieseck: Fritz Leinberger - Heuchelheim; Arnold Auer-Mainzlar; Ernst S t 0 ck - Grünberg; Albert L u h - Allendorf a. d. Lahn; Heinz Schmidt, Erna Schüler, Anni K 0 m p f, Hans Lautensach, Ewald Schäfer, Franz R i tz e r t und Diether Stuhl auS Gießen. " „Iedem Fremden ein GlaS Wei n!“ Die Stadt Mainz hat die Verkehrswerbung um eine neue Idee bereichert. Ieder Fremde, der ein Dillet zu einer Stadtrundfahrt oder zu einer AuSflugsfahrt in die Weinbaugebiete löst, erhält einen Gutschein, den er in jedem Restaurant von Mainz und Umgebung gegen ein Glas Wein eintauschen kann. Wie verlautet, sind die Fremden von dieser liebenswürdigen Geste entzückt und man hofft, daß sich die Ausgabe durch eine Steigerung des Fremdenverkehrs bald bezahlt machen wird. Dann dürften sich schnell Städte finden, die hinter Mainz nicht zurückstehen wollen, vorausgesetzt natürlich, daß nicht der Verein gegen das Zugabeunwesen Einspruch erhebt. Wer nach Berlin kommt, erhält dann einen Gutschein auf ein GlaS „Berliner Weiße", Hannover spendet „Lütge Lagen", Hamburg „Aalsuppe". Die Städte Frankfurt a. M. und Halberstadt können mit ihren Würstchen prunken. Und Gießen als Stadt der Zigarrenindustrie könnte den Fremden mit einer Z i - garrenspen.de erfreuen! •* Gesangverein „Heiterkei t". Dieser Tage sand die ordentliche Sornmer-Halbjahres- versammlung be$ Gesangvereins „Heiterkeit" im Dereinslokal statt. Mitgliederst and, Singstundenbesuch und die Kassenverhältnisse konnten unter Berücksichtigung des wirlfchatt ichen Niedergangs als zufriedenste! end bezeichnet werden. Der Vorstand wurde wie folgt neu zusammengesetzt: 1. Vorsitzender Emil Koch, 2. Vorsitzender Karl Feu- her, Schriftführer Adam Uhrhan, Rechner Iean Heß, Beisitzer Ludwig Schardt, Wilhelm Feuerbach, Philipp Sommerlad, Ernst H ö r t, Eduard Seibert, Rudolf Schtckedanz , Herrn. Gebauer und Adam Büttner. Die bisherigen Vorstandsmitglieder wurden fast ausnahmslos wiedergewählt. ** Der Frankfurter Sender bleibt. Vor einigen Tagen war das Gerücht in Umlauf gesetzt worden, daß der Frankfurter Sender aus der Reihe der deutschen Radiostationen gestrichen werde. Das Postministerium teilt jetzt dazu mit, daß nicht daran gedacht werde, den Frankfurter Sender aus der Reihe der deutschen Sender zu streichen und ihn in einen Zwischensender umzuwandeln. ler Well. . - 20 Personen erlranfn ig aus Madrid zufolge I sie auf der Hohr von I: I Sardinenfifchen gelu: * n starken Besatzung lonn: t werden. ropfjf in der Oflmanb|d)c: ■fd)toemmungäla' i Harbin gemeldet tr- ; rossen. Der ßuno^ » iM sind \xtec bitj >tite Miete der Me ine japanische Trupr ßn von der 11 mH- Lb muh durch 3M . x. Bei einem ebenfa.k m-.ttencn Trupp miM- . bei Taufenden von »■ ngersnot aus,* dir Zahl der Tod", ■ Hungersnot und von eine ^ächtlicheH-H rmte großer Deinen, 'trt. Der Berlehr auf. ihn ist unterbrochen. M^übrrbl^ ilit; J.BnErnsl BlunM WM WW 010 Ernten 2W der gclanmn . äsS-ä iÄSS-' rutsch ist- . aMabe ■ einen ’ di u befyÄ werden. r f)t g eist'S hie «ine |d SÄ* md zuwend n- ^ i( ein, p E ba4 de», aus denen hi und gerade' X und Realität vichE-tder 6c iung l« 3^ Mag" »»i 4- ir. erhle^ Bi Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 12. August 1932. Oie Geißel der Arbeitslosigkeit. Man pflegt die Arbeitslosigkeit nach der Zahl der Hauptunterstützungsempfänger zu bemessen. Jilber auf jeden Unterstützungsempfänger kommen durch- lchnittlich zwei bis drei Familienangehorlge, aus denen d e Arbcitslosennot nicht minder ichwer,ost vielmehr noch schwerer lastet, als aus dem Ernährer der Familie. Wenn in Deutschland gegenwärtig gegen 5K Millionen Arbeitslose gezahlt werden so sind es in Wirklichkeit vielleicht lo bis 20 Millio- nen die unter der Erwerbslosigkeit notleiden und durch die sie ihrer Unterhaltungsmittel beraubt werden. Mag diese Schätzung auch etwas zu hoch sein, weil in vielen Familien ja mehrere Erwerbslose, also auch entsprechend weniger nicht gezählte Angehörige vorhanden sinp in jedem Falle ist es ein sehr- großer Teil des Gesamtvolkes, der heute unter dem Druck der Arbeitslosigkeit und der Einkorn- menslosigkeit dahinlebt. Nach einer Schätzung des Internationalen Arbeitsamts gibt es zur Zeit in der ganzen Weit 20 bis 25 Millionen Vollarbeitslose. Zählt man aber auch ihre Familienangehörigen hinzu, so sind es 50 bis 60 Millionen Menschen, denen durch die Arbeitslosigkeit ihre wirtschaftliche Grundlage genommen worden ist. Es ist sicherlich nicht müßig, sich darüber Gedanken zu machen, welche sozialen, gesundheitlichen, psychologischen und moralischen Wirkungen eine solche langdauernde Massenarbeitslosigkeit zeitigt. Aus der Zweiten Internationalen Konferenz für soziale Arbeit, die vor kurzem in Frankfurt a. M. tagte, hat man zum ersten Male versucht, die Folgen der Erwerbslosigkeit für die Gesamtheit der arbeitslosen Bevölkerung, also insbesondere auchfür die Familien der Arbeitslosen zu untersuchen. Man hat dabei feftgeftcllt, daß sich unter dem Einfluß der großen Arbeitslosigkeit die Eheschließungen oer- mindert haben, während umgekehrt bei einem Rück- Sher Arbeitslosigkeit ein plötzlicher Auftrieb der itsluft beobachtet werden konnte. Die Geburtenziffern werden erst recht durch das Wachsen und Sinken der Erwerbslosigkeit erheblich verändert. Daß auch die Sterbezissern durch die Dauerarbeitslosigkeit erhöht werden können, ist bis jetzt noch nicht bewiesen. Offensichtliche Fälle von Hungertod sind in Deutschland noch nicht amtlich festgestcllt worden. Sicher aber ist, daß dauernde Arbeitslosigkeit Unterernährung Hervorrufen und sehr starke gesundheitliche Schädigungen verursachen kann. Diese Schäden aber treffen die Familien der Er- wcrbslosen ebenso wie die Arbeitslosen selbst. In -alle hat z. B. eine Untersuchung der Ernährungsverhältnisse der Schulkinder der Arbeitslosen ergeben, daß im Jahre 1930 noch keine, im Jahre 1931 aber schon eine deutlich erkennbare Verschlechterung des Ernährungszustandes stattgefunden hat. Dabei fand man, daß besonders stark die Kinder der Wohlfahrtserwerbslosen, also der Dauerarbeits- losen gesundheitlich gelitten haben. Man hat schließlich sogar die Zunahme der Ehescheidungen mit der umfangreichen und andauernden Erwerbslosigkeit in Verbindung bringen zu können geglaubt. Auf einen großen Teil der Bevölkerung übt die Dauerarbeitslosigkeit also tiefgehende Einflüsse un- günstiger Art aus, die nur schwer in ihrer vollen Bedeutung für die künftige Entwicklung der am meisten gefährdeten Völker und Rassen gewürdigt werden können. ** Schwerer Motorradunfall mit tödlichem A u s g a n g. Im Laufe des gestrigen Nachmittags verunglückte der Studienrat Wallenfels aus Schotten, ein Sohn des Kaufmanns Georg Wallenfels in unserer Stadt, mit seinem Motorrad tödlich. Der Verunglückte weilte in Lang- Göns und stürzte mit dem Motorrad auf bisher Auf Gi labung des Prvvinzia'birektorS bet Provinz Oberhesscn und des Oberbürgermeister- ton Gießen fand gestern abend im Stadttheater Lie diesjährige Versassungsseier statt. Nach zwei musikalischen Darbietungen der Ka- pelle (Ginzugsmarsch aus ^Tannhäuser" von Wagner und Fest-Ouvertüre von Leutner) hielt Generalsekretär Lenz (Frankfurt a. M.) die Festrede. Der Redner erinnerte zunächst an Die tiefen Gegensätze, die heute zwischen den verschiedenen Volksschichten klaffen und die Notzeit noch besonders erschweren. Trotz alledem aber habe unser Volk Anlaß, das Verfassungswerk zu leiem, das in schwerster Zeit entstanden sei. Don dieser Grundlage aus gelte es gerade in der jetjt- een Zerrissenheit Brücken zu errichten, um unser Volk wieder zusammenzuschließen und sich der Stellung des Menschen in der Politik wieder be- Duht zu werden. Den von Goethe betonten Wert »der Persönlichkeit habe die Reichsverfassung in ihren Grundregeln und Grundpslichten als Ziel aufgezeigt und festgestellt. In der Verfassung sei die Gleichheit aller Deutschen vor dem Gesetz und damit das Vertrauen in eine gerechte Rechtsprechung gewährleistet. Die staatsbürgerliche Gleichberechtigung sei tür Männer und Frauen geschaffen worben. Haus ..... ' deutschen damit in gefunden, der Ver- Ehe und Räuber, Opium uni) Gold. Dilder aus der wilden Mandschurei. Don <5 von llngern-Sternberg. Die Halbmillionenstadt Tharbin, die lasterhafte und vergnügungssüchtige Großstadt, wird bald hinter unS liegen. Ein leichter Nebelschleier bedeckt den Sungaristrom. Aus dem Wasser schaukeln träge einige flache Boote. Ehinesische Händler bieten mit unverständlichen Lauten allerlei Waren feil, übernächtige Europäer, Frauen und Männer, hauptsächlich weiße Russen, die die Revolution heimatlos gemacht und auf dunlle Wege getrieben hat, schleichen müde am Ufer und an den vielen übelbeleumdeten Vergnügung-lokalen vorbei. Unserem Auto klingen lockend und schmalzig Akkorde auS iiHeida Troika" nach. Die Geigen weinen, und hinter uns versinkt eine Welt, die zu leben aufgehört hat, und vor uns, in weiter, weiter Ferne liegt ein fast unbekanntes, der Kultur noch nicht erschlossene- Land, d i e Mandschurei der Räuber, der Goldsucher, der Abenteurer und der Iä- g e r in den Urwäldern und Steppen am Amurstrom. Noch liegen rechts und linkS einige größere Städte und Dörfer, Tschangfchun, die neue Residenz des EfkaiserS Puij, Mergen usw., aber obwohl sich die chinesische Einwanderung in tme letzten 25 Jahren als ein gewaltiger Strom über die Mandschurei ergossen hat und die Iapaner Fabriken und Bergwerke errichtet haben, ist der Norden, der zirka 2500 Kilometer weite Amurbogen, ein wildes, kaum besiedelte- Land. Gleichförmig und öde ist der Weg. Eine von der Sonne versengte Steppe, aus der sich kegel- artig, als ob es Grabmäler wären, kleine Hügel erheben. Wenn eS regnet, versinken die Achsen in einem zähen Schlamm, der ein Vorwärts- kommen säst unmöglich macht. Ist es trocken, so legt sich eine dichte Staubschicht über Menschen und Gefährt, und rund herum lasten schwer und drohend Einsamkeit und Verlassenheit über dem Reisenden. Wer Pudowkins „Sturm über Asien" im Film gesehen hat, der kennt die Umgebung, die kahlen Berge und die Steppen, über deren Halme, Steine und Sandflächen der Sturm der Reiterattacke hinwegfegt. An einigen Bächen, die Geld führen, liegen chinesische Goldwäschereien. Auf dem Wachtturm stehen Posten, die Büchse im Anschlag, und halten Umschau nach Räuberbanden, die durch die Einöden streifen und die Niederlassungen ausplündern, wenn die Posten nicht aufpassen und die Wachen rechtzeitig alarmieren. Da aber alle dem Laster des Opium rauchen« fronen und meisten- in seligen Träumen aus ihren harten Pritschen ruhen, so gelingt es den Banden ost genug, da- mühsam gewonnene Gold zu rauben und, ohne daß eine Verfolgung möglich wäre, auf ihren zottigen Pony- in bet Steppe unterzutauchen. Gold, Opium und die Schengwurzel find die Kostbarkeiten, die die Abenteurer in die wilde Mandschurei locken. Ein Menschenleben hat dort weniger Wert, ein einzelne- Menschenschicksal ist bald vergessen, aber die chinesischen Banditen und Ehunchusen, Desperados, Deserteure, die bald Soldaten, bald Räuber sind, morden nur selten, sie ziehen es vor, von reichen Leuten ein Lösegeld zu erpressen, bemächtigen sich der Waffen und der Habe, zünden auch wohl die Hütten an, aber vermeiden es, Menschenblut zu vergießen. Das Räuberhandwerk ist nicht verachtet, denn in der Mandschurei trägt nicht der Soldat, sondern der Bandit den Marschallstab im Tornister. Der allmächtige Marschall und Vizelönig Tschang- s 0 l i n in Mukden war im Anfang seiner Karriere nut ein kühner und erfolgreicher Räuber- hauptmann, auch andere der vielen chinesischen Marschälle, die sich gegenseitig im Bürgerkriege bekämpfen, haben nicht etwa Kabettenschulen besucht, sondern ihre militärischen Lorbeeren unter Räuberbanden gesammelt. In der Mandschurei scheint sich der wirkliche Sturm über Asien zusammenzuballen, und es ist fast eine Ironie des Schicksals, daß sich die ersten Windstöße gegen die roten Russen gerichtet haben, die das Unwetter selbst entfachen halsen. Die Lawine rollt, noch läßt sich nicht Voraussagen, wann und wo sie zum Stehen kommen wird. Verzweiflung und Elend wachsen ins Grenzenlose. Der Sommer ist glutheiß in der nördlichen Mandschurei, wilde Lilien und hunderterlei andere Blumen bedecken den Boden, und da kein Fabrikrauch den Himmel schwärzt, so ist daS Atmen leicht und die Lust belebend. Ie mehr man sich der sibirischen Grenze am Amurstrom nähert, um so einsamer wird die Umgebung. Ab und zu stößt man auf Flüchtlinge, denen es unter den Kugeln der roten Grenz Wächter gelungen ist, ins mandschurische Gebiet zu gelangen. Hungrig, müde aber von Hoffnungen erfüllt, pilgern sie nach Süden, wo sie wieder Blutvergießen und Elend erwartet. Ab und zu stößt man auf eine Tungusenniederlassung, auf Männer und Frauen, Die ganz abseits vom Weltgeschehen leben, und die sich nur um daS kleine Stück Erde lümmern, das sie bebauen, und um das Wild, das sie jagen. An der Wand in der Holz- oder Lehmhütte liegen auf der Pritsche weiche Felle ausgebreitet, die alS Lager dienen. Der Fußboden starrt vor Schmutz, Hühner und Kleinvieh treiben sich im Raume herum, am Ofen hängen in kribbelnden Garben Nester von Ungeziefer. Vor der Wohnung ragen auf langen Stangen aufgespannt allerlei Tierhäute, die den Windgöttern geweiht sind, damit sie, wenn sie über die weite Fläche dahinrasen, bie Opfergaben bemerken und dem Darbringer geneigt bleiben. Die Schamanen sind bie Priester Der Tungusen und Solonen. Bei ihrem Göttcr- bienft, wenn sie ihre Tanzzeremonie beginnen und den großen Zauber verrichten, schütten sie SchnapS in alle vier Himmelsrichtungen. Sie wollen weder auf die christlichen Missionare, noch auf andere Erklärungen der Welträtsel hören, für sie bleibt alles Zauber unb Geisterstimmen, sie lächeln weise über bie Klugen aus den großen Städten und behaupten, daß jeder Mensch von tausend Unbegreiflichkeiten umgeben sei unb bah bie Geister ben Vorwitzigen nicht geneigt seien. Die Gelehrten unter ben Eingeborenen sind fromme Lamaisten unb Dubbhisten unb stehen unter bem Einfluß beS Lamaklosters am Gru» sinskojer See. unweit der mongolischen Grenze. Diese berühmte Klo st er stabt unb Wallfahrtsstätte besteht aus einer Reihe von großen unb kleinen Holzbauten, bie in Rechtecken ange- orbnet unb mit Zäunen umgeben sinb. Der srembe Besucher ist willkommen. In ber Sonne glänzen bie goldenen Dachfiguren unb bie roten, nach oben geschweiften Ziegelbächer. Dumpfe Gongschläge ertönen, rotbekleibete Mönche, die einen federgeschmückten Helm tragen, ziehen in einen ber vielen Tempel ein, hocken nieber, bre- hen ben bubdhistischen Rosenkranz flink zwischen ben Fingern unb murmeln Gebete. 3m Haupt- ternpel thront eine riesige Dubbhastatue hinter GlaS, umgeben von schweren golbcncn Schreinen, überall hängen kostbare Seiden- unb Damast-Vorleger, Danner unb geheiligte Standarten. Reben Buddha hat auch der Gott „Mandarin", der als Schöpfer ber Welt verehrt wirb, seinen Tempel, sein Bildnis ist reich vergoldet. Ein anderer Tempel ist Rydschidma, dem Gott des Reichtums, ein anoerer Diwaschin, dem Gott des Paradieses geweiht, bem Blumen unb farbenprächtige Gegenstände geopfert werden. Eine reiche, auf Pergament in tibetanischer Sprache geschriebene Bibliothek ist der Stolz de- Lama- klvsters. Um alle die Bände durchzustudieren, braucht ber gelehrte Mönch etwa 20 Iahre. Der Hutuktu in Urga, der zweite lebende Buddha, ist kürzlich gestorben, und seine Wiederverkörperung ist noch nicht bekannt gegeben. Ihm war auch daS Kloster am Grusinskoier See unterstellt. Da nun aber tn Urga, in ber äußeren Mongolei, ber Huruldan unter sowjetrussischer Herrschaft steht, so sinb auch für ben wieder- geborenen Gott und die Lama-Aebte schwere Zeiten gekommen, die Derbindung mit dem D alai Lama in Llhassa ist nur eine lose, unb bie Spenben von ben reichen Burjaten aus Sibirien gehen nur spärlich ein. Dort in der nördlichen Mandschurei ist die Zeit stehen geblieben. Die Tungusen, die Goldsucher und Abenteurer mögen sich kaum darüber Gedanken machen, was in Eharbin und an ber ostchinesischen Bahnlinie vorgeht, es mag ihnen gleichgültig fein, ob ber chinesische Marschall ober Exkaiser Puij unter dem Schuh der Iapaner regiert. Für sie ändert sich wenig, nur wenn bie japanischen Kriegsflieger Über ihre WilbniS dahinstreichen unb Bomben abwersen, mögen sie glauben, baß ihnen ihre Götter zürnen unb baß sie eine Strafe des Himmels getroffen hat. Sie werben ihre Opiumpfeife anzünben unb im Traumlanb Trost suchen...» mung der Haupttäter geklärt. Die Aufklärung anderer steht bevor. Der Führer ber Bande war ein 27jähriger Former au8 Frankfurt, der im September 1931 in der Gemarkung Kalbach einen Feldschützen, der ihn bei der Plünderung eines Nußbaumes überraschte, niederschoß. Er wurde dafür zu 14 Iahren Zuchthaus verurteilt. Zu der Bande gehörte ferner ein an diesem Totschlag beteiligter Fensterputzer aus Frankfurt, sowie ein Schwager des Täters und weitere fünf Personen, außerdem viele zum Teil bereits polizeilich bekannte Hehler. Begünstiger und Mittäter, unter denen auch die Ehefrauen der Haupttäter zu zählen sind. Nach dem Geständnis der Täter, die, soweit sie nicht im Zuchthaus sind, nunmehr in -Unter» suchungshaft sitzen, sind bisher u. a.40schwere Einbrüche aufgeklärt worden. Urheber war immer der Führer der Bande, der einer der gefährlichsten Verbrecher ist, die die Polizei kennt. Er schreckte auch vor einer Bluttat nicht zurück und hat gelegentlich seine Komplizen mit Waffen bedroht, um ihre Mittäterschaft zu erzwingen. Buntes Allerlei. Oie Wildpferde sterben aus. Nicht nur das Pferd als Haustier geht infolge der fortschreitenden Ausbreitung des Motorfahrzeuges immer mehr zurück, sondern auch die Pferderasse überhaupt. Nach den Mitteilungen von Tilly Edinger in den „Naturwissenschaften" ist eine ständige 2ll>- nahme der Zahl der Unpaarhufer festzustellen. Manche Vertreter dieser Tierklasse sind in uralten Zeiten schon aus unseren Gebieten verschwunden. So ist der Tapier, der noch im Tertiär in Deutschland lebte, jetzt nur noch in Süd-Asien und im tropischen Amerika zu finden. Auch die Nashörner, die bei uns noch in der Eiszeit vorkamen, sind heute auf die afrikanischen und asiatischen Tropen beschränkt. Von den echten Einhufern, den Pferden und Eseln, stirbt ein Stamm nach dem andern aus. Von den drei noch in geschichtlicher Zeit vorhandenen Gruppen der Pferde, sind die Tarpane seit 1876 ausgerottet: von ben Przevalski- und den weißen Tun« dren-Pferden gibt es nur noch geringe Ueberrcste. So verschwindet das Wildpferd immer mehr. Auch die WildesLl werden immer seltener und finden sich z. B. nicht mehr im nordafrikanischen Atlas. Quaggas und Zebras sind auf wenige Schutzgebiete beschränkt. Im ganzen sind von den neunzehn wildlebenden Einhufer-Rassen mindestens fünf in geschichtlicher Zeit ausgestorben, vier im Aussterben, drei gehen stark zurück und drei weitere ebenfalls, wenn auch in weniger deutlicher Form. In guter Entwicklung sind nur noch vier Rassen: der tibetanische Kiang, der mongalische Tschiggetai, das Böhm-Zebra und das Gr^vy-Zebra. Außer den Menschen sind für dieses Aussterben Klimaveränderungen verantwortlich. Merkwürdiges Testament. Eine vor einigen Wochen verstorbene unb eingeäscherte Dame hatte letztwillig verfügt, bah chre Asche in einer Urne bem Rhein an- vertraut werbe. Dieser Wunsch würbe nun von ben Erben erfüllt. Die Urne ging jeboch nicht unter unb würbe bei einem Elektrizitätswerk angefchweinmt. wo man zuerst an eine Bombe dachte. Nachbem bie Polizei ben Zusammenhang geklärt hatte, wurde bem Willen ber Verstorbenen Genüge getan und Asche unb Urne getrennt bem Rhein übergeben. Kirchliche Nachrichten Israelitische Religionsgemeinden. Israelltifche Reiigionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 13. August. Vorabend 7.30 Uhr: morgens 8.30; abends 8 und 8.40 Uhr. SJl.-'fpott Handball im Gau Hessen CD. T.) Tv. Hörnsheim II — To. Grohcn Linden II 4:4 (0:3). Großen-Lindens zweite Mannschaft weilte vergangenen Sonntag in Hörnsheim zum Rückspiel. Beide Mannschaften trennten sich mit einem Unentschieden. Die Schüler des Tv. Großen-Linden hatten die Schüler des Tv. Lützellinden zu Gast und siegten mit 8:5 Toren. Handball im Lahn-DünSberg-Gau. Tv. Kinzenbach I — Burkhardsfelden I 3:5 (1:4). Beide Mannschaften traten mit Ersatz an. Der Gast hatte in der ersten Halbzeit den Wind zum Bundesgenossen und konnte 4 Tore vorlegen, denen Kinzenbach nur einen Erfolg entgegenzusetzen vermochte. Rach der Pause lag Kinzenbach eine Viertelstunde lang ausschließlich in des Gegners hälfte und verkürzte auf 4:3, konnte aber nicht verhindern, daß die Gäste im weiteren Verlauf durch überlegenes Spiel den Sieg sicherstellten. Kurze Sportnotizen. Unser Heimatgau beim Kreistnrn- f c ft. Dem Bericht über die Beteiligung des Gaues Hessen beim Kreisturnfest in Trier ist berichtigend nachzutragen, daß im Neunkampf der 4. Altersklasse der Turner Heinrich Hamel nicht für den Turnverein 1846 Gießen antrat, sondern für den Reichsbahn-Turn- und Sportverein Gießen. Seine Tochter, Fräulein Else Hamel (ebenfalls für den Reichsbahn-Tum- und Sportverein gemeldet) erzielte im Siebenkampf der Turnerinnen-Unterstufe mit 97 Punkten den 28. Sieg. Olympia 4932. und Boxern. — Enttäuschungen bei den Ruderern. Teilerfolge bei Schwimmern Jin bisherigen Verlaufe der Olympischen Spiele zu Los Angeles haben sich für die deutschen Teilnehmer manche Erwartungen nicht erfüllt, aber auf keinem anderen Gebiet ist wohl die Enttäuschung so groß wie bei den Ruderern. Dabei läßt sich nichl einmal sagen, daß unsere Ruderer versagt hätten. Im Gegenteil, sie haben das gezeigt, was sie an Können und Kraft besitzen, aber es hat doch nicht gereicht, die Konkurrenz war viel stärker, als in unseren Berechnungen stand. Auch in den am Mittwoch ausgewogenen Borläufen konnte sich kein deutsches Doot direkt für die Entscheidung qualifizieren. Vierer „ohne" und Achter, beide von Amicitia Mannheim gestellt, sind sogar ousgeschieden. Im Achter wurde unser Boot nach einem äußerst spannenden Endkampf, an dem Zehntausende von Zuschauern leidenschaftlichen Anteil nahmen, knapp von Amerika und Kanada geschlagen. Hinter dem deutschen Boot endete noch Neuseeland. Den anderen Vorlauf gewann Italien vor England, Japan und Brasilien. Im Vierer „ohne" endete unser Boot in seinem Vorlauf hinter England und Amerika ebenfalls an dritter Stelle. Der Doppelzweier mit B u h tz und B o e tz e l e n wurde zwar in seinem Vorlauf von Amerika geschlagen, aber er hat die Chance, über einen Hoffnungslauf weg doch noch in die Entscheidung zu kommen. Im Schwimm-Stadion gab cs bei Massenbesuch wieder interessante Ereignisse. Clarence Crabbe-USA. gewann in der neuen olympischen Bestzeit von 4:48,4 Min. den Endlauf im 400- Meter-Freiftilfchwimmen ganz knapp vor dem Franzosen Jean Taris. Die nächsten Plätze belegten die drei Japaner Oykota, Pokoyama und Sugimoto, sowie der Australier Boy Charlton. 3m Kunstspringen der Damen kam unsere Vertreterin Olga Jordan (Nürnberg) hinter den drei Amerikanerinnen zu einem vierten Platz, was einem schönen Erfolg für die Nürnbergerin gleichkommt. Das genaue Ergebnis lautete: 1. Eolman (USA.) 87,52 P., 2- Rawls (USA) 82,56 P.. 3. Faunh (USA.) 82,12 P-, 4- Olga Jordan (Nürnberg) 77,60 P., 5- Ogilvie (Kanada) 70 P., 6. Epply (Oesterreich). Bei den Vorläufen im 100-Meter-Rük- ken-Schwimmcn hat sich Ernst K ü p P e r s mit der guten Zeit von 1:10.2 Min. für Die Zwischenläufe qualifiziert und cs besteht begründete Aussicht, daß der Nheinländer auch die Zwischenläufe übersteht. Im ausverkauften Auditorium wurden die Boxkämpfe fortgesetzt. Nach allgemeinem Urteil lieferte am Mittwoch der deutsche Mittelgewichtler Dernlöhr den schönsten Kampf des Tages. Sein ganz glatter Punktsieg über den Neuseeländer Lowe trug ihm den stürmischen Applaus der Zuschauer ein. Weniger Glück hatte der Halbschwergewichtler Verger, der von dem Südafrikaner Carstens knapp nach Punkten geschlagen worden ist. Verger erhielt in der ersten Nundc einen vom Schiedsrichter übersehenen Nierenschlag, der ihn im weiteren Verlauf des Treffens sehr hemmte. Den ersten Wettbewerb des Reitturniers, die Dressurprüfung hat der Franzose Lesage gewonnen. Im Segeln der Einheitsklasse führt nach den beiden weiteren Fahrten des Mittwochs Holland weiter vor England, Spanien und Deutschland. Am Mittwochabend schlug beim olympischen Boxturnier im Bantamgewicht der Deutsche Z i g l a r s k i den Franzosen Nicolas. Da Ziglarski der letzte noch im Wettbewerb liegende Europäer war, fiel ihm den Bestimmungen des internationalen Verbandes entsprechend, der Titel eines Europameisters zu. In der zweiten Runde des Leichtgewichts unterlag der Deutsche Karh gegen den Südafrikaner Stevens knapp nach Punkten. - Die Rangliste her Rationen bei den Olympischen Spielen. Nach den letzten inoffiziellen Feststellungen über die von den einzelnen Ländern bei den Olympischen Spielen erreichten Punktzahlen steht Amerika weiter an der Spitze. Es folgen Italien, Finnland, Schweden, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Japan, Kanada und Ungarn. Olympisches Tagebuch. Ausbruch und Abbruch. Die erste Hälfte der olympischen Spiele ist vorbei. Das olympische Dorf beginnt sich zu entvölkern. Reue Aufgaben rufen die Leichtathleten, die Radfahrer, die Ringer nach anderen Teilen der Welt. Die Radsportler zum Beispiel müssen sich sehr beeilen, um den Anschluß zu der römischen Weltmeisterschaft nicht zu verpaffen. Den deutschen Leichtathleten winkt eine Verpflichtung in Chikago. Werden sie es dort bes'er machen als in Olympia? Was jedenfalls hauptsächlich in der festlichen Stadt übriggeblieben ist, das sind Boxer und Wassersportler. Rur eine Woche noch — und das olympische Dorf, die Zierde des Geländes, wird an begüterte Sportenthusiasten meistbietend verkauft werden. Sie werden diese Häuschen mit teurem Geld bezahlen müssen, werden sie in Seidenpapier wickeln und in einer stillen Ecke ihres Parkes aufstellen ... Amerika — große Form. Es wäre allerdings falsch, anzunehmen, daß die zweite Hälfte dieser Olympiade nur noch eine halbe Sache sei. Keine Darbietung ist hier populärer als das Schwimmen- Weih man doch, daß in bestimmten Gebieten die Amerikaner hier nicht zu schlagen sind. Ramentlich ihre beiden Wundermädchen Helen Madison und Eleanor Holm gehören nicht nur zu den prachtvollsten Schwimmerinnen, sondern zu den besten Vertretern des Schwimmsportes überhaupt. Dazu der Triumph des amerikanischen Springers Gallitzen, der seine Landsleute und den Deutschen Leo Esser auf entfernte Plätze verwies! Zwei Tage haben einmal wieder viele Gold- und Silbermedaillen an USA. gebracht. TNißklang. Wer ist nun eigentlich bei den olympischen Leichtathletik-Spielen am meisten durchgefallen? Keiner der Sportler, so viel steht fest. Denn auch die Rationen, die am wenigsten zeigten, haben sich tapfer geschlagen. Durchgefallen ist eigentlich nur der internationale Leichtathletik- Verband. Rachdem sie durch die Kaltstellung Rurmis dieser Olympiade ihre erste Attraktion nahmen, sind sie jetzt noch einmal zusammengetreten und haben verfügt: die große Debatte über die Reform der Amateurbestimmungen wird bis 1934 vertagt. Sie hoffen vielleicht, daß sich auf den Aktenstücken, in denen ihre Schande deutlich ausgezeichnet steht, so viel Staub gesammelt hat, daß man von dieser Schande nichts mehr bemerken wird. Aber gerade diese bureau- kratische Aufschiebung einer Entscheidung, die für den gesamten Sportbetrieb wichtiger ist als zehn glänzende Olympiaden, zeigt das wahre Gesicht dieser Leute, die noch nicht einmal konsequent genug sind, um sich an ihren eigenen Buchstaben zu halten. 1934 — bis dahin kann viel geschehen sein. Wenn es dann bloß zur Entscheidung einer solchen Frage nicht zu spät ist! Japan — noch größere Form! Rur in einer Ration haben sie ihre Meister gesunden. Diese Ration ist Iapan. Mas diese kleinen Leute, die meist noch äußerst jung sind, zu leisten vermochten, das kann man nur mit dem Wort „Zauberei" beschreiben. Mehr als einmal ist es vorgekommen, daß auf den Tribünen eine richtige Panikstimmung ausbrach. Fieberhaft folgten die Augen den Rennen, fieberhaft wurde ausgerechnet, ob die unwahrscheinlichen Zeiten, die die Stoppuhr anzeigte, auch wirklich stimmen könnten. 11 nb sie stimmten! Die japanische Leistung in der Crawl-Staffel über viermal 200 Meter in noch nicht einmal neun Minuten dürfte der phantastischste Weltrekord sein, den die diesjährige Olympiade unter allen phantastischen Höchstleistungen aufzuweisen hat. Der ZHeifter turnet aus Ungarn. Er heißt ganz brav und bieder Pelle. Aber im Lauf von zwei Tagen hat er seinem Land zwei Goldmedaillen eingebracht. Weder in seinen Freiübungen noch in seinen Leistungen am Reck und am Pferd konnte die italienische Konkurrenzmannschaft ihn schlagen. Rur die Hebungen, die am gleichen Tag am Seitpferd vorgeführt wurden, fielen zusammen mit der Goldmedaille an Finnland. Die tägliche Hiobspost. Man darf nicht ungerecht sein. Cs genügt nicht zu sagen, daß die Deutschen in Los Angeles flaue Leistungen darboten. Sie sind auch regelrecht vom Pech verfolgt. Denn nun ist zum Beispiel bekannt geworden, daß Herbert Buhh, der Sieger von Amsterdam 1928 und von Henley 1932, wegen einer plötzlichen Grippe-Erkrankung gezwungen wurde, seine Meldung zurückzuziehen. Ohne Buhtz hatte der Australier Pearce geringe Mühe, die Einer- Meisterschaft an sich zu bringen. In letzter Minute hat Buhh jedoch Mitteilung von seinem Plan gemacht, daß er trotz seiner Erkrankung versuchen will, seinen Zweier mit Doetzelen ins Rennen zu bringen. Was nur als sehr tapfer bezeichnet werden kann. Werden wir uns durchboxen? Da uns auf dem Wasser, weder im Schwimmen, im Springen, noch im Wasserball wesentliche Lorbeeren und Medaillen winken, müssen wir all unsere Hoffnung auf die letzte olympische Ausscheidung konzentrieren, auf das Boxen. Dort scheint allerdings auf unserer Seite einiges vorzugehen. Am ersten Tage konnten drei Deutsche je einen Erfolg buchen: der Fliegengewichtler Spanna- g e l gegen den Argentinier Trillo, der Weltergewichtsmeister Camper gegen den Iapaner Hi- rabayashi, der Leichtgewichtler Kartz gegen einen anderen Iapaner, Otsuko. Einige Mienen beginnen sich darob aufzuhellen. Leider Gottes aber sind wir im Lauf der Ereignisse so abergläubisch geworden. Iohn Decker. Wirtschaft. Oie Gerüchte um die Mark-Abwertung In der letzten Zeit ist wieder von berufener und unberufener Seite viel die Rede von der Mark- Abwertung (Devalvation). Die Anhänger dieses Problems sehen in ihr das geeignete Mittel, unsere deutsche Wirtschaft wieder in Gang zu setzen, und versprechen sich vor allem durch eine Senkung der Warenpreise eine starke Exportsteigerung. Dabei übersehen sie, daß eine Exportsteigerung sofort die anderen Länder zu Gegenmaßnahmen in Form von Zollerhöhungen veranlassen würde, und daß damit der gewünschte Erfolg der Mark-Abwertungs- Aktion ausbleiben würde. Aber noch aus einem anderen, vielleicht noch schwerwiegenderen Grunde ist die Mark-Abwertung undurchführbar. Bekanntlich betragen die privaten deutschen Schulden an das Ausland heute noch etwa 20 Milliarden RM., die fast ausnahmslos auf fremder Währung basieren. Würde nun der Wert der Mark herabgesetzt, dann müßte der deutsche Schuldner seinen Gläubigern einen der Abwertung entsprechend höheren Betrag zurückzahlen. Wenn also z. B. eine deutsche Firma eine ausländische Schuld von 100 000 RM. ausgenommen hat, müßte sie bei einer Abwertung von 25 Prozent dann 125 000 Reichsmark zurückzahlen. Es ist ohne weiteres klar, daß hierdurch der Ruin der meisten deutschen Schuldner besiegelt wäre. Führende Wirtschaftler haben sich daher gegen die Abwertungsidee ausgesprochen und vor Experimenten gewarnt, die leicht -eine weitere katastrophale Verschlechterung unserer Wirtschaftslage nach sich ziehen könnten. Wir haben in Deutschland nur den einen Wunsch, daß nun endlich das Gerede über unsere Reichsmark aufhört. Es gilt vor allem, diejenigen, die noch heute in unverständlicher Sorge um den Bestand ihrer Spargroschen nicht den Wey zu ihrer Bank finden konnten, zu beruhigen und sie davon zu überzeugen, daß ihr Geld nirgends sicherer und besser angelegt ist als bei einer der heimischen Wirtschaft engver- bundenen Volksbank. Daß die Reichsmark in ihrem Bestände fest ist und bleibt, haben die wirtschaftlichen Ereignisse der letzten Zeit bewiesen, und die Reichsbank hat gezeigt, daß sie unsere Währung schützen kann und will. * ZurEntlastung derDeutschen Seeschiffahrt. Die Reichsregierung will der deutschen Seeschiffahrt 12 Millionen Mark zu Ab- wrackprämien zur Verfügung stellen. Für jede Tonne abgewrackten Schiffsraums soll eine Prämie von 30 Mk. gezahlt werden. Es würde also auf diese Weise möglich sein, 400 000 Tonnen zu verschrotten — für die deutsche Seeschiffahrt eine fühlbare Entlastung. * Vergleich Hermann Wrvnker AG. Im Vergleichsverfahren der Hermann Wronker AG. sollen die Kleingläubiger mit Forderungen bis zu 100 Mk. 14 Tage nach Bestätigung des Vergleichs voll befriedigt werden. Im Falle eines Konkurses wäre eine Quote von höchstens 5 Prozent zu lerwarten. * Edcka-Derband gegen Margarine» steuer. In einer Eingabe erhebt nunmehr auch der Edeka-Verband e. 23. schärfsten Protest gegen die von landwirtschaftlicher Seite geforderte unverzügliche Einführung einer bis zu lOOprozentigen Besteuerung des Margarineverbrauchs. Infolge der starken Schwächung ihrer Kaufkraft seien weite Kreise der deutschen Bevölkerung auf den Margarineverbrauch, und zwar der billigsten Sorten, angewiesen. Die Einführung einer Margarinesteuer würde ihre Kaufkraft noch mehr zerstören und somit zu einer weiteren, erheblichen Verminderung der Einzelhandelsumsätze führen. Die Margarinebesteuerung würde der Landwirtschaft auch keinen Nutzen bringen. Im Jahre 1931 seien trotz erhöhter Zölle und trotz erheblicher Schrumpfung des Butterverbrauches immer noch 100 000 Tonnen Auslandbutter eingeführt roor» den. Wenn es also wirklich gelinge, durch eine starke Besteuerung des Margarineoerbrauchs einen Teil der Margarine verbrauchenden Bevölkerung für den Butterverbrauch zurückzugewinnen, so würde dies letzten Endes nur den ausländischen Butterproduzenten zugute kommen. $ranffurfer Abendbörse stärkste Zurückhaltung. Frankfurt a. M., 11. Aug. An der Abendbörfe bekundete man stärkste Zurückhaltung, da man morgen eine Entscheidung in der Frage der Regierungsumbildung erwartet. Die Grundstimmung war weiter freundlich, und gegen den Berliner Schluß hörte man allgemein etwa 0,25 bis 0,50 v. H. höhere Kurse. Umsätze fanden aber kaum statt. Die weiter feste Haltung der Neuyorker Börse blieb wieder ohne Einfluß. Im Verlaufe kamen Licht & Kraft mit plus 1,25 v. H. zur Notiz. Später bröckelten die Kurse infolge der Geschäftsstille vereinzelt leicht ab, so IG.-Farben von 87 auf 86,75, dagegen konnten Mannesmann insgesamt 0,40 v. H. anziehen. Am Rentenmarkt blieben deutsche Anleihen behauptet, im übrigen lag der Markt geschäftslos. Altbesitz 48,' Neubesitz 5,40, Reichsbank 125, Mannesmann 40,13 bis 40,40, IG.-Farben 87, Licht & Kraft 76,25, Hapag 14,50, Norddeutscher Lloyd Kasse 15,13. Langfristige Wettervoraussage für die Zeit vom 12.—21. August 1932. Herausgegeben von der Staatlichen Forschungsstelle für langfriftige Wettervorhersage in Frankfurt a. M. Von vorübergehenden gewitterigen Störungen, die stellenweise ziemlich starke Niederschläge und Nachregen bringen können, abgesehen, wird das Wetter in den nächsten zehn Tagen vorwiegend heiter, warm und trocken sein. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Öen Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o H. Lombardzinsfuß 6 v. H Frankfurt a. m. Lerlin Frankfurt a.m. Berlin Schluß« fürs Schluß!. Abend« Mrf- Schluß« lurS Schlußk. mittag, börse Schluß» fürs Schlußk. Abend- börs' Schluß« kurs Schlußk. mittag« börle Datum 10-8. | 11.8. 10.8. 11-8. Datum | 10-8. 11-8. 10-8- 11.8. 6% Dcutiche Rcichsanteihe d.192. 62,25 63,25 63 62,75 vamdurg-Amerua Pare. Hamhurg-Südam. Dampsschifs t 13,5 14,5 13,5 13,75 i,% ehcm.7A>Dt.Reichsanl.v.lS2S 67,75 68,5 68,25 68.9 u — — — — 6'/i% Young-Anleihe von 1930 . — — — — Hansa Tampsschisj . . < — — — 17,75 Deutsche Anl.>Wlös.'Schuld mit 48 47,9 48,25 Norddeutscher Lloyd .... A.G. sür Verkehrswesen Mt. 14,75 15,13 14,13 14,75 Auslot.»Rechten...... 48 . 0 33 34 33,4 35 SeäflL ohne Auslos^Rechte . . 5,325 5,4 5,3 5,45 Berliner Hmrdessgescllschast . 4 89,5 89 89 88,5 6% ehern 8%£>efi. BolkSstaat 1929 Commerz- und Privat-Bank . 0 16 16 53,5 53,5 (riid^afjlb. 102%)...... Oberhessen Provinz-Anleihe mü — 53 56 53,4 Darmstädter und Nationalbant Deutsche Bank und 0 — — — — Llusloj.-Rechten...... 47 47 — — DiSconto-Gesellschaft. . . 75 75 75 75 Deutsche Komm. Sammelabl. 44,2 Dresdner Bank...... 0 18,5 — 61,75 61,75 Anleihe Serie 1...... 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bant 45 68,5 44 68 44,5 Retchsbanl ...... 1: 124,4 125 125 124,75 28,65 Oolepir. i5 unkündbar bis 1935 — A.E.G......... Bergmann........ . 0 28 29 27,9 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank . 0 — — — — Golbvi' 16 unkündbar bis 1936 — — — Elektr. LieferungSgeseUschast. 5 — —- 61 62 5>i% ehem. 4Yi% Franks.Hyp.- 77,75 77,75 Licht und Kraft...... 6 74,25 76,25 74 75 Ban! ütau Pianobriese . . . 5’/,% ehem. 4Yi% Rheinische Hnv -Bank-Liau -Goldpie. . . — Felten & Guilleaume.... Gesellschaft für Elektrische 0 41,5 41,5 41,5 60,5 42,25 62,25 78 79 — — Unternehmungen . . . Rheinische Elektrizität . . . 4 60,5 61,75 6% ehem. 8% Pr. Landespsand« bB 69 68,5 68,5 68.75 brieiansto Psandbriese R. 19 — — 68 — Schuckcrt & Eo....... 0 65 66,5 65,5 67,5 6% ehem. 7% Pr. Landespsand-. Siemens & Halske..... 9 121 121 120,75 122,5 briesanstali Pfandbriefe R. 10 68 68 — — LahmeyerL Eo....... 10 86,5 89 86 88,5 4% Oesterretchische Golvrente . 4,20% Oesterretchische Silberrente 10 1,2 10 1,2 — 10,25 Buveriw......... Deutsche Erdöl...... . 4 . 6 70,75 29 71,75 28.5 70,65 29,25 71,4 4% Üngarijche Goldrente .... 6 6,1 6 , 6,05 . 8 34,25 35,5 34,65 35,75 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 6,4 6,5 6,2 * 6,2 Harpener......... . Ü 53 54 53,5 55 4'/-% desgl. von 1913..... — — — 5,25 Hoesch Eisen........ — — 27,9 28 5% abgest. Goldmexikaner von 99 5 5,25 5,5 — Ilse Bergbau....... 10 — — 129 129,25 4% Türkische Zollanlcihe von 1911 4% Türkischs Bagdadbahn-Anlethe 3,3 3,3 3,5 3,3 Ilse Bergbau Genüsse . . . 95 — 94,5 94,25 ttloctnerwerle...... 23 23,5 23,5 24 Serie 1.......... 3,4 3,3 3,45 3,5 Mannesmann-Slöhreu . . . . 6 39,5 40,4 39,9 40 4% desgl. Serie II....... 3.4 3,3 3,5 3,3 Mansselder Bergbau .... . 0 16 15 15,13 14 b% Rumän. vercinh. Rente v. 1903 4 5 Oberschles. KokSwcrke . . . . 8 — 31,13 32 si4%Rumän.v«einh.Rentev.l913 8,1 __ 8,3 8,45 Bhdnlr Bergbau...... Rheinische Braunkohlen. . . «'/- 16 16,75 15,9 16,9 4% Rumänische veretnh. Rente 4,1 1 4,175 4,05 4,2 10 168 169 168 168,5 2%% Anatolier 17,13 i 17,13 17,25 18,25 Rhetnfiahl........ . 6 49,5 50,25 49,75 50,5 Frantlun a. m. Äerlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2TI. Schluß- Schlußk. Abend« börf Schluß« Schlußk. mittag« 10-August 11. August kurS lurs bsrsc Amtliche Notierung Amtliche Notierung 10.8. 11.8. 10-8. 11.8. Zlrit HelsMgfors . 6,294 6,306 6,294 6,306 52,05 Riebcck Monian...... ?,. — — — 12,9 51,95 52,05 51,95 Vereinigte Stahlwerke . . . . 0 12,75 13,25 12,4 Prag . . . 12,465 12,485 12,465 12.485 Otavi Minen....... 0 — — 13,65 14,25 Budapest. . — — Kaliwerke Aschersleben . . . 6 94 94 94 95,5 Sofia . . . 3,057 3,063 3.057 3.063 Kaliwerke Westeregeln . . . 6 104 101 98 101 Holland . . 169,68 170,02 169.73 170,07 Kaliwerke Salzdelsurth . . . 9 162 164 162 164 Oslo.... Kopenhagen. 73,33 73,47 73,53 73.67 78,22 78,38 78.22 78.38 86,13 86,9 Stockholm 75,17 75,33 75.27 75.43 I. G. Farven-Industrie . . . 7 86,25 London. . 14,65 14,69 14.68 14.72 Scheidcanstalt....... 10 138 139,25 Buenos Aires 0,878 0,882 0,878 0.882 Goldschmidt........ . 0 17,5 17,25 17,75 17,4 34,4 Neuyork . 4,209 4.217 4,209 4,217 Rütgerswerke....... . 0 33.25 34,25 33 Brüsjel. . 58,38 58,50 58,38 58.50 Metallgesellschast...... . 0 28,5 28,75 28 28,5 Italien. . 21,52 21,56 21,52 21.56 Paris . . 16.48 16,52 16,48 16,52 38,5 39,75 Schweiz . 81,95 82,11 81.98 82.14 Philipp Holzmann..... Zementwerk Heidelberg. . . Cemcnlwcrk Karlstadt. . . . . 0 38 39,5 Spanien . 34,07 34,13 33,92 33,98 . 4 . 0 39 31 39 31 — Danzig. . Japan . . 81,94 1,099 82,10 1,101 81,97 1,099 82,13 1,101 Wayß & Freytag..... . 0 4 4 4 — Rio de Ian. 0,324 0,326 0,324 0,326 IuAvslawieu Lisiabon . 6,693 6,707 6,693 6,707 54,5 39 33 54,75 39,25 34 5 13,36 13,38 13,39 13,41 Schullheu. Patzenhoser . . . Aku (Allgemeine Kunstseide) Bcmberg......... Zellstoff Waldhof..... Zellstoff Aschaffenburg . . . 0 0 37,75 33 39,4 34 Bantnoten. 0 — 29 28,75 Serlliüll.August Geld Dries 0 17,25 16,75 17 85,75 17,25 86,9 Amertkanlfche Noten . . . 4,20 4,22 Dessauer Gas....... . 7 — — Belgische Noten..... 58,22 58.46 Daimler Motoren..... . 0 14,75 14,5 15 14,9 Dänische Noten..... 78,04 78,36 Deutsche Linoleum .... . 0 34 35 34 35,5 Englische Noten..... 14,64 14,70 Orenstein & Koppel .... . c — — 24,9 24,75 Französische Noten.... 16,44 16,50 Leonhard Tietz...... . 6 40 39 40 39,5 Hollandtfche Noten.... 169,36 170,04 Svenska......... 0 —— —— —- Italienische Noten .... 21,48 21,56 Chade.......... 12 168,75 171,5 171 Norwegische Noten. ... . 73,35 73,65 Deutsch-Oesterreich, 1 100 Schilling Rumänische Noten .... 2,49 2,51 75,40 82,12 Frankfurter Maschinen . . . . 0 . 0 17 17,5 Schwedische Noten.... Schweizer Noten..... 75,10 81,80 Mainkrastwerke Höchst a. M.. . 4 59 47,5 Spanische Noten..... 33,78 33.92 Süddeutscher Zucker . . . . . 108 108 107 Ungarische Noten .... $iNu Bl Z'K-s SW ;ft Jersaffunsc ianb verewigen fon> sichen, «die - litische und geAge die innern Kräfte e wieder das DoW veränderten ErsoriX Perfäumt ein Staat mit dem Solle ww sich die innenpotiti Stelle des lebendig geistig totes Poliz« sprengt das zu en und schafft sich in 1 für sein Zusammen Sie Weimarer l Jahren und besont dämpft gefeiert wr ihr Ruf. Sie „war sentliche Teile der wunden, und die 2d zum Derfassungstag Willen ongemeldet, Verfassung hi bei der Annahme di Jreiefte" Derfassum vergaß hinzuzusehen Jahrzehnt der Vers Diktat von Dersaille toten Formeln, son sind, die Geschichte Verfassung solange sönlichleiten, die zu Friedensdiktatr bee ausübten. 3m glei mit der Berufung geltend machte, in tung die Möglich schöpfen, hat gerat eine Staatsführung egoistischen Ginflufifi Der Auf nach Dit land modern getoorö Hre "Legierunzsfvk EMMMnd. wird Wien, bat Jahren tatsächlich i Diktatur lebte. D die Weimarer Ters und auch legalisier haben als Haupte den Vorwurf erhi .westlichen Scmcti flon. Denn die D kr Diktatur, die mcht zur Sauer tm fW der „westlich« /^nstaathera Kn Jahre erst S Math ^eute nö ^el Pun, oS6te9'etun9 die Ut.das bis in a W*te als überlmll ®eied)tiafejf x; ■ j. w 9 au । mtss« S°NN'°^ ^Jllusw Eti|fl0' rtamil’tn5 Vi-<'Ld Di-S" ^eunai' ptei monatsy'i» J 4 Seilagen a" SeW** ' Auch btl .nen ülunv an,etäffl5w' IS'*:,“ us®: