Nr. NO Erster Blatt 182. Jahrgang Donnerstag, 12. Mai 1952 GießenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen t>nirfnnb t>ertag: VrShl'sch« UuiverfitSlr-Vuch. und Sttinöruderei R. tanqr m Stehen. Schnftleilung und Sefchäflrftelle: Schnlttrahe 7. Annahme von Snzelaen für die Tagesnummer vir zum Nachmittag vorher. Preis für t mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8. auswärts 10 Neichspfennig: für Re» NIameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorsrkrifl 20*, mehr. (Thffrebaktfur. Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr.H.Tdyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein uni» für den Anzeigenteil Mar Filter, iämtlid) in Gießen. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monals-Sezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hentsprechanschlüße unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gieße», postschecksonto: Frankfurt am Main 11686. Oer Tag des Reichskanzlers. Große außenpolitische Rede Or. Brünings vor dem Reichstag. - Deutschlands Forderung an die Welt: Gleichberechtigung und restlose Streichung aller politischen Schulden. - Mahnung an das deutsche Volk: 100 Meter vordem Ziel die Nerven behalten! 3m Namen her Nation. Tcs Mtiiulcre Rede eine neue Mahnung an die ZiZclt. War schon die Rede, die der Reichskanzler am vergangenen Sonntag auf der Veranstaltung des Tcrliner Verbandes der auswärtigen Presse gehalten hatte, eine außenpolitische Aktion, so bedeutet seine Reichstagsrede eine Fortsetzung und eine Steigerung dieser Anfangswir- kung. 3n jedem anderen Lande der Welt würde sich das gesamte Volk hinter eine solche Kundgebung stellen, und cs gehört zu den bebauet* hü'ftcn Erscheinungen unserer sogenannten' Demokratisierung. daß sie eine solche Einmütigkeit zwangsläufig verhindert. Der Kanzler sagte alles, was heute zu sagen notwendig ist und sprach es in unmistverständlicher Form aus. Dast er das Ohr des Reichstages hatte, beweist der Verlaus der Sitzung, ob er das Ohr der Welt haben wird, das ist die Kernfrage, aus die es ankommt. Wir dürfen unS nicht darüber täuschen, dast Brüning sich die erdenklichste Mühe gegeben hat, um als Sprecher der Ration aufzutreten. Er hat es peinlich vermieden. zu kritisieren. Die ganze Rede atmet in ihrer wohlerwogenen, ruhigen Schärfe und Deutlichkeit ein ungewöhnlich hohe - Rkast von politischer Toleranz. Ter Kanzler wollte nicht nur führen, et wollte zusammenführen, um gleichsam ora- torisch das zu leisten, was die politischen Parteien in ihrem Konkurrenzkampf zu leisten ousterstandc sind: nämlich eine Einheitsfront noch austen zu bilden. Auch feine Gegner werden diesmal zugeben, dast ihm die Lösung dieser Ausgabe geglückt ist. wirklich im Ramen der Ration zu sprechen. In sachlicher Hinsicht enthält die Kanzlerrede soviel Stoff, dast es nicht möglich' ist. sie im einzelnen zu beleuchten. Eine« geht aber mit völliger Deutlichkeit daraus hervor: Die Lage dos Deutschen Reiches, ja. die Lage der gesamten Weltpolitik ist a u st e r o r de n t I i ch ernst. Es lie- Sm Gefahren, schwere Konflikte, Drohungen und rschütterungen vor uns. welche die Zusammen- safsung aller Widerstandskraft erfordern werden. Zugleich bekannte sich aber der Kanzler z u m Selbst vertrauen und zum Vertrauen aufdas deutsche Volk. Dieser Stolz auf die deutsche Ration war gleichsam das tragende Element dieser Kundgebung an die Welt. Darin liegt aber mehr als nur eine rednerische Haltung. Wir müssen anneh* men. dast damit eine Warnung an das Ausland beabsichtigt war. Welcher Art die vom Kanzler vorgusgesehenen schweren Auseinandersetzungen sind, ist ja-an sich kein Geheimnis.' Das Stichwort nennt sich Gleichberechtigung. Dazu tritt die Einstellung der Reparationszahlungen, und schliestlich der Kampf gegen die Wirtschastskrifis und die Arbeitslosigkeit Mindestens in der Frage der Gleichberechtigung und bei der Einstellung der Tribute stehen bedrohliche Auseinandersetzungen mit den Wortführern Frankreichs bevor. Das französische Echo auf die erste Kanzlerrede nahm sich wie ein Wetterleuchten am Horizont aus. Auch der wirtschaftspolitische, ja sogar der innenpolitische Teil der Kanzlerrede erweist sich bei näherer Betrachtung als durch austenpolitische Gesichtspunkte bestimmt. Der Kanzler warb um Vertrauen, und er warnte vor innerpolitischen Krisen in einem Augenblick schwerwiegender austenpolitischer Entscheidungen. Wenn er im Schlußsatz seiner Rede sagte, dost man gerade hundert Meter vor dem Ziel nicht die Ruhe verlieren dürfe, so enthält dieser Satz die Quintessenz seiner politi- scheu Haltung. Es ist sehr viel mehr im Werden, als wir dos bisher gewohnt waren. Zur Zeit gilt es. das groste Ringen um die weltpolitische Einschaltung des Deutschen Reiches und des deutschen Volkes. Gerade darum bemühte sich Brüning. die vielfältigen Meinungsverfchiedenheiten unter den politischen Gruppen aus einen Renner zu bringen; Kontroversen über ungeklärte Probleme erscheinen ihm verhängnisvoll, wenn das Ganze auf dem Spiel steht. Dabei muh hervorgehoben werden, dast cs immerhin ein Fortschritt ist. wenn ein deutscher Staatsmann davon sprechen kann, dast sein Wort im Rote der Völker gehört wird. Diese Feststellung geschah ohne jede Ruhmredigkeit und war deshalb um so wirksamer. Unbeschadet der Kritik im einzelnen, welche nach, folgende Redner an der Kundgebung des Kanzlers üben, ist es zweifellos ein Gebot des Augenblickes, den verantwortlichen Leiter der deutschen Politik auf der ganzen Linie zu unterstützen. Dabei braucht nicht verkannt zu werden, dast politische Rückendeckung und Unterstützung keineswegs immer in der Form von restlosem Beifall erfolgen können. Aber es gibt gewisse Dinge, die vermieden werden müssen. Es gilt, Haltung zu zeigen. Gerade weil wir heute gleichsam mit dem Rücken gegen die Mauer stehen, während mir unsere Zukunft als Ration verteidigen, müssen wir eine Rede wie die des Kanzlecs rückhaltlos begrüßen. Ls ist niemals eine einfache Aufgabe gewesen, im Romen des deut, fchen Volkes zu jpreck): Solche Methoden kennt man!) : Zu den Aeußerungen des Abg. Strasser über die Arbeitsbeschaffung erklärte der Kanzler In dem Punkt der Finanzierung scheiden sich die Geister. Ich lehne es unter allen Umständen bis zum äußersten ab. aus innen- und außenpolitischen Gründen, irgend etwas zu tun. was vorübergehend eine kleine Erleichterung bringen könnte, die Klärung aber in ernste Gefahr bringen könnte. Die hier gemachten Vorschläge würden eine gewisse Ge - fährdungderMarkzur Folge haben. (Abg. Strasser (Rat.-So^,> Dann mühte durch Ihre Kreditpolitik die Mark in den letzten Wochen und Monaten schon längst inflationiert sein.) Wir müssen Wege wählen, die ganz fiar finö, wir muffen alles (un, um zu verhinderck, oder auch nur den Glauben wach zu rufen, daß wir gewissermaßen durch ein Hintertürchen doch eine Inflation herbeisühren wollen. Wir haben Ligsschläge zur Arbeitsbeschaffung, die jederzeit in Angriff ge- nommen werden können. Wir sind an Vorarbeiten für einen freiwilligen Arbeit s d i e n st, der sich den Vorschlägen der Parteien sehr weit nähert, und können damit auch alsbald ansangen. Ls muh aber an eine klare Finanzierung dieser Dinge gegangen werden können. »Wir denken nicht daran, nur an die Sicherung des Reichsetats heranzugehen, wir müssen Reich, Länder und Gemeinden unter ollen Umständen gleichzeitig sickern, denn es hängt davon der Kredit des Reiches und — leider auch — der gesamten Wirtschaft ab. Das ist nicht die .Folge des Systems. Das ist die Folge von Fehlern, die unter dem politischen System in den vergangenen Jahren bei uns und in der ganzen Welt gemacht worden sind. Der Abgeordnete Hugo hat als Sachverständiger von einer Konzerndämmerung gesprochen. Dazu, zu einem massenhaften völligen Zusammenbruch der großen Konzerne auf einen Schlag, dürfen wir es nicht -kommen lassen, das könnte Deutschland nicht aushalten. Es hat trotz aller Rotlage des Mittelstandes — katastrophal ist z. B die Lage im Baugewerbe — auf verschiedenen Gebieten bereits ein er- erfolgreicher Konku-rrenzkampf Les kleinen Unternehmers gegenüber dem größeren und größten eingesetzt. (Widerspruch links.) Aus einer Strukturkrise kommt man am sichersten heraus, wenn man die Energie, die Opfer- freudigkeit und die Entschlußkraft der kleinen selbständigen Existenzen f re i m ach t. Wir wollen eine stärkere Berücksichtigung auch der kleineren und mittleren Unternehmer bei den Kreditgewährungen und eine stärkere, regionale Aenderung der gesamten Bankinstitute. Wir müssen auch dafür sorgen, daß der Mittelstand nicht nach erfolgter Umschuldung zugrundegeht. Wir können auch-mit der Siedlung in großem Maßstabe beginnen. Ich warne aber vor Illusionen und vor der Schaffung Oie Fortsetzung Abg. Hermann (Wp.) erklärt, seine Freunde würden in der jetzigen Zeit der schwersten außenpolitischen Entscheidungen dem Reichskanzler nicht in den Rücken fallen, sie würden darum das Mißtrauensvotum gegen die Regierung ablehnen. Die jetzige Wirtschaftspolitik leide an einer maßlosen Lleberschätzung des Großkapitalsund derGewerkschaften unter gleichzeitiger Vernachlässigung des gewerblichen und kaufmännischen Mittelstands. Die Wiederinstandsetzung der vom Verfall bedrohten Häuser müßte das wichtigste Kapitel im Arbeitsbeschaffungsprogramm sein. Dor einer weiteren Arbeitszeitverkürzung müsse g e- warnt werden, weil sie die Arbeitslosigkeit nicht vermindern, sondern vermehren würde. Eine schwere Schädigung für Handel, Handwerk und Gewerbe bedeuteten die Schutzmaßnahmen für die Landwirtschaft im deutschen Osten. Das Moratorium für die Handwerkerforderungen an die Landwirtschaft führe zum Zusammenbruch des Mittelstandes: hier müsse schnellstens Abhilfe geschaffen werden. Oer Reichskommiffar für die Osthilfe Minister Schlange weist darauf hin, daß wahrscheinlich durch die Heranwachsende Ernte, die im Ostbilfegebiet ohne das Sicherungsverfahren in Frage gestellt war, infolge teilweisen LlebeiMssigwerden der Getreideeinfuhr eine nicht unerhebliche Ersparnis an Devisen eintreten werde. Ferner werde durch das Sicherungs- Verfahren verhindert, daß dem deutschen Volke die Ernährungsgrundlage in dem Augenblick entzogen werde, in dem die Reichsregierung schwierige außenpolitische Verhandlungen führt. Der Siedlungsgedanke wird zur Phrase, wenn Gießener Gtavttheater. Hermann Sudermann: „Die Entscheidung der Lissa Hart". Dieses Schauspiel, das unter der Lleberschrift „Wie die Träumenden" 1922 erschien und unter dem Titel „Gesetz der Zeit" zuerst aufgeführt wurde, ist so etwas wie das Kriegsstück des Dichters — obwohl es nach dem Kriege einsetzt und auch aus der Zeit nach dem Kriege empfunden und niedergeschrieben ist. Es behandelt einen Konflikt, der oft gestaltet worden ist, und der durch die Wirklichkeit des Krieges aufs neue aktuell wurde. Es ist eine Geschichte von verschollenen, spät nach Friedens- schluh heimkehrenden, letzten Soldaten, wie sie von Brecht („Trommeln in der Rächt") und Leonhard Frank („Karl und Anna") ähnlich beschrieben wurde: auch die alten Motive vom Enoch Arden und vom Grafen von Gleichen spielen ein wenig hinein. Der Konflikt ergibt sich aus der grausamen Tatsache, daß die Zeit zwischen Auszug und Heimkehr der Soldaten auch daheim nicht stillgestanden, sondern sich gewandelt hat — uno die Menschen, zumal die Daheimgebliebenen, mit ihr. Die Zurückkehrenden finden sich nicht mehr zurecht, innerlich und äußerlich nicht, denn die Welt hat in fünf Jahren ein anderes Gesicht bekommen, und man kann nicht wieder anknüpfen und weiterleben da, wo man aufgehört, das alte Leben verlassen und gegen das Abenteuer des Krieges cingetauscht hat... wenn man eines Tages aus der sibirischen Verschollenheit wie ein von den Toten Auferstandener heimkehrt. Man ist Offizier gewesen, und alles ist fremd geworden: das Elternhaus, das äußere Leben der Arbeit und Alltäglichkeit und auch das Mädchen, das man geliebt hat und noch immer liebt. Geblieben ist nur die in fünf harten Jahren erprobte Kameradschaft von Mann zu Mann. Aber die Entscheidung — die liegt nun allein in den Händen und im Herzen der Geliebten. die man als „junges Mädchen" verließ und die man als eine im Laufe und nach den harten Gesetzen der Zeit gereifte und sehr selbständige Persönlichkeit wiederfindet. Diese Lissa Hart, Mädchen aus gutem Haus und gesicherter Bürgerlichkeit, hat, gezwungen eines Siedlertyps aus Prestigegründen, der schon nach einigen Jahren keine Berechtigung hat. Das SA.-Verbot war- gerechtfertigt. Wir müssen dafür sorgen, daß der Staat im Innern zur Ruhe kommt und die Leute nicht aus Angst das Geld von den Sparkassen holen. (Lachen rechts.) Es wird gegenüber jedem Versuch, die Staatsautorität zu untergraben, eine feste Linie gegangen werden. Ich würde als verantwortungslos vor der Geschichte gelten müssen, wenn ich nicht endlich damit Schluß gemacht hätte. (Beifall bei den Regierungsparteien. — Zuruf rechts: Reichsbanner!) Die neue Rot- Verordnung gibt die Garantie dafür, daß in Zukunft wenigstens nichts Derartiges geschieht, und daß Deutungen entstehen können, als ob eine Maßnahme einseitig gegen die eine Seite gedichtet wäre. Wenn es gelingt, anstelle der Scheinprosperität nach dem Weltkrieg eine wirkliche langsam ansteigende dauernde Prosperität zu schassen, dann erst wird das Gefühl des Friedens in die Welt einziehen und das Gefühl der Unsicherheit beseitigt sein, das so vernichtend auf die Kreditwirlschaft aller Völker gewirkt hat. (Beifall.) Ich halte es für notwendig, das von dieser Stelle aus den Staatsmännern der ganzen Welt zu sagen. Deutschlands Stimme in der Well würde starken Widerhall finden, wenn in dem Kampf der Parteien eine gewisse Mäßigung eintreten würde. Ich rate Ihnen (nach rechts) in Ausdruck, Form und Inhalt der Agitation sich rechtzeitig Mäßigung aufzuerlegen, denn die Hoffnungen, die Sie mit Ihrer Agitation erweckt haben, werden Sie nie erfüllen können. Mich berührt diese Agitation nicht, denn i ch will nicht die Ruhe verlieren, die in den letzten hundert Metern vor -em Ziel absolut notwendig ist. (Stürmischer Beifall bei der Mehrheit.) -er Aussprache. nicht durch eine vernünftige Ostwirtschaft der Kredit geschaffen wird, mit dem man diesen Gedanken in die Tat umsehen kann. Wir reden hier vom Siedeln, während draußen im Osten sich ein allgemeines E n t s i e d e l n vollzieht, weil die Scholle den Siedler und Dauern nicht mehr ernährt. Wir stehen hier vor der historischen Entscheidung, • ob im Osten eine 702jährige Geschichte ihr Ende finden soll oder ob man hier die Möglichkeit schafft, sie fortzusetzen. Abg. Or. Kleiner (Ont): Wir müssen die Gelegenheit benutzen, um die Frage nach der Existenzberechtigung dieses Kabinetts erneut aufzuwerfen. Leistungen liegen nicht vor. Der Mißerfolg all seiner Maßnahmen spricht gegen den Reichskanzler und darum muß er die Konsequenzen ziehen. Die Worte, die Dr. Brüning vor dem Verein der Auswärtigen Presse sprach, hätte er i n Genf vor' der Abrüstungskonferenz dem französischen Minister Tardieu ins Gesicht sagen sollen. Dort hat er es aber nicht gewagt, das Ätnb endlich beim richtigen Namen zu nennen. Schwere Sorge lastet auf den ostdeutschen Menschen, die seit 1914 nie mehr zur Ruhe gekommen sind. Niemand kann sagen, wann der Größenwahn polnischer Begehrlichkeit zu neuen Katastrophen führt. Wenn irgendetwas die Angriffslust der Polen gedämpft hat, dann war es die Erkenntnis, daß Millionen deutsche Männer die Grenze schützen werden, wenn der Pole in deutsches Land eindringen sollte. Die Männer, die dieses Sinnens sind, Hot die Reichsregierung zu Feinden des Staates erklärt. (Hört! Hört! rechts.) Die beklagens- werte Rolle einer geradezu beschämenden Hilflosigkeit, die der Innenminister gespielt hat, schien wie das ungewollte Strafgericht über das Kabinett und über den Mann, der das vaterländische Deutschland dem unkultivierten Regiment der Sozialdemokratie ausgeliefert hat. Das vorliegende Material beweist einnxmbfrei, daß das Reichsbanner wehr- von der zum energischen Handeln treibenden Unerbittlichkeit der bekannten „Verhältnisse", ihr Leben Couragiert in eigene Regie genommen; sie steht mittendrin in ihrer Zeit, und sie weiß genau, was sie will. Sie hat abgeschlossen mit einer ,.gestorbenen" Vergangenheit und sie ist trotzdem bereit, aufs neue wieder anzuknüpfen, als der Totgeglaubte eines Tages abermals im Leben austaucht und seine eigentlich schon verjährten Ansprüche an sie geltend macht. Zlrar sind mittlerweile andere Männer dagewe- sen (und, im kritischen Augenblick, auch immer noch da, gefährlich in nächster Rähe) — aber sie schüttelt das ab und wird damit fertig, und nun wäre ja eigentlich Raum für den Heimkehrer. Aber der verbaut sich selber die letzte Chance seines Lebens, weil er, schwer mitgenommen vom Kriege, nicht mit der Tatsache der umstürzend weitergelaufenen Zeit zu rechnen vermag. Unb die Entscheidung der Lissa fällt wunderlicherweise auf den, der es selber am mindesten erwartet, den einzigen Freund des Heimkehrers, der ihm schon draußen das Leben gerettet hat, der für ihn zuschanden geschossen wurde und der auch hier, zuhause, sich selbstlos für ihn einsetzt und ihm den alten Platz zurückzuerobern trachtet. Und Lissa, wie jene Candida, entscheidet sich für den Schwächeren, den Hilflosen, Kranken, Pflegebedürftigen; bei ihm wird sie bleiben mit ihrem Herzen. • Man kann (aus räumlichen Gründen) weder die vielfach verästelte Handlung ausführlicher erzählen noch den mancherlei Fragen nachgehen, die sich aus der Konstellation des Dramas ergeben und die am Ende auch jeder sür sich selber beantworten muh. Aber es darf, wie die Entscheidung (des Zuschauers diesmal) auch ausfällt, doch auf zweierlei noch hingewiesen werden: auf die ruhige und reife Sicherheit, mit der der alternde Sudermann sich in einer Zeit zurechtgesunden hat, die längst nicht mehr die seine war: auf die Fülle und Rühe des Menschlichen, die auch in seinen letzten Romanen so überraschend und zugleich überzeugend wirkte. Und auf die handwerkliche Tüchtigkeit dieses Dramenbaus, dessen vier Akte (selbst im schwächsten noch) wieder den Meister des Theaters erkennen lassen, als der Sudermann oft bewundert ... und oft beschimpft worden ist. Der Spielleiter Fassott hat das richtige Gefühl dafür gehabt, was aus einem so gebauten feindlich und international gerichtet ist, daß es sich militärisch für den Bürgerkrieg gerüstet hat. daß es sich polizeiliche Funktionen angemaßt hat, daß es bei jeder Gelegenheit den nationalen deutschen Menschen bekämpft und die französischen und polnischen Feinden verherrlicht. (Große Unruhe bei den Sozialdemokraten. — Der Abg. Kleiner wird zweimal zur Ordnung gerufen und auf die Folgen _eines dritten Ordnungsrufs aufmerksam gemacht.) Trotz- dein stellt sich der Leichswehrminister vor dieses Reichsbanner. Mit wem will der Reichswehrminister der Gefahr im Osten trotzen, wenn er die freiwilligen Soldaten zu Staatsbürgern dritter Klasse degradiert und den Zusammenschluß der wehrfähigen Deutschen verhindert? Mit der kleinen Reichswehr allein, oder gar mit dem Reichsbanner, mit den Kriegsdienstverweigerern und den Pazifisten? (Erneute anhaltende Unruhe bei den Sozialdemokraten.) Dieser Reichswehrminister, dieses Kabinett ist eine nationale Gefahr, es muß fort, besser heute als morgen. (Beifall und Händeklatschen bei den Deutsch nationalen.) • Abg. Hilferbing (Soz.) erklärt: Das sozialpolitische Programm des nationalsozialistischen Abg. Strasser hat große Teile von Karl Marx übernommen. — Der Redner zitiert unter großer Heiterkeit einen Sah aus der Strasserrede, der auf Seite 1 0 des „Kapital" von Karl Marx steht. Die Rationalsozialisten haben niemals die Gelegenheit benutzt, um ihren auf dem Papier stehenden Sozialismus in-die Tat umzusetzen. (Rufe bei den Rationalsozialisten: Wollen Sie denn die Banken verstaatlichen?) Jawohl. Wir haben dahingehende Maßnahmen im vorigen Jahr verlangt, aber da haben Sie im Reichstag gefehlt. (Hört! hört!) Mit vielen Einzelforderungen des Strasserschen Programms könnten wir einverstanden sein, weil sie alte sozialdemokratische Forderungen sind. Ich frage hier die Rationalsozialisten, ob ihr von Strasser vorgetragenes Sozialprogramm übereinstimmt mit dem, was Adolf Hitler im Industriellenklub in Düsseldorf vorgetragen hat? Zu diesem Programm wurde damals Hitler beglückwünscht durch den Schwerindustriellen Fritz Thyssen, den schlimmsten Feind der Sozialpolitik und der Arbeiterschaft. fSeß- Hafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dr. D o e h r i n g-(Dn.) begründet den deutsch- nationalen Antrag auf Verbot der sozial- demokratischen Freidenkerorganisation. Diese Organisation habe sich das Ziel gesetzt, das Heiligste im Menschen zu zerstören. (Lauter Widerspruch bei den Sozialdemokraten, Gegenrufe von rechts, großer Lärm.) Der sozialdemokratische Schulrat Löwenstein habe geschrieben, jedes Kind, das in den Traditionen der Vergangenheit erzögen ist, sei ein Verlust für die Arbeiterschaft. Das erwachende Deutschland werde ein christliches Deutschland fein. Abg. Sollmarin (Soz.): Ich habe den Eindruck, daß in keiner Freidenkerversammlung jemand eine so gottlose Rede halten kann, wie dieser Prediger Doehring. Als die Franzosen im Rheinland standen und die sozialdemokratischen, christlichen und kommunistischen Arbeiter gegen d i e Separatisten kämpften, war kein Hitler, kein Goebbels, kein Haken- kreuz, kein Schwarzweißrot im Rheinland zu sehen. (Hört! Hört! links, Unruhe rechts.) Als wir die Rathäuser stürmten und die Separatisten hinausjagten, in derselben Zeit machte Hitler seinen Putsch in München und leistete damit den Franzosen Hilfe. (Hört! Hört! links, Lärm bei den Nationalsozialisten. Ordnungsrufe des Präsidenten gegen" nationalsozialistische Zwischenrufer.) Einer bei bekanntesten Separatistenführer des Rheinlandes, Limburg, steuert heute fein Auto unter dem Hakenkreuz. (Hört! Hört!) Abg. Abel (Volksnat.) bezeichnet es als das Ziel der Bünde, im Gegensatz zum Streit der Parteien den Gei st der Volksgemeinschaft zu oer- breiten. Die nationalsozialistischen Sturmabteilungen hätten diese Aufgabe nicht erfüllt. Nach weiteren Bemerkungen der Abgeordneten Gereke, Drewitz, Döbrich und Mollath ist die Aussprache um 1 Uhr nachts beendet. Es folgen noch weitere persönliche Bemerkungen der Abgeordneten Crispien, Dittmann, Ley und Sollmann, bis endlich gegen 1.30 Uhr der Präsident die Sitzung nach mehr als 15stündiger Dauer schließen und die nächste Sitzung auf Donnerstag anberaumen kann. Das Auslandsecho der Kanzlerrede. Llnsteundliche Kommentare in Paris. Paris, 12. Mai. (WTB. Funkspruch.) „Petit Parisien" schreibt zur Rede des Reichskanzlers: Dr. Brüning verlange jetzt energisch die Rechtsgleichheit für Deutschland, und zwar in Wendungen, die seltsam an ge- wisse nationalsozialistische Erklärungen erinnerten. Brüning trete für die völlige Streichung der Schulden und Reparationen, sowie für das Recht Deutschlands ein, in gleicher Weise au rüsten, wie die anderen Rationen. Diese entschiedene Haltung glaube der Reichskanzler jetzt offenbar" einnehmen zu müssen, um der Rechten zu gefallen und so seine inner- politische Stellung zu festigen, aber sie sei, wie man hervorheben müsse, auf die Dauer kaum geeignet, Regelungen in Genf und Lausanne zu erleichtern. — „Echo de Paris" erklärt, Reichskanzler Dr. Brüning lege sich keinen Zwang mehr auf. Er umreiße die deutsche Stellungnahme in der Abrüstungsund Reparationsfrage in einer Weise, die für irgend «inen Kompromiß keinen Raum mehr lasse. Er halte sich für stark genug, um Riederlagen verhüten zu können. Welche Folgerungen zieht Amerika? R e u y o r k, 12. Mai. (WTB. Funkspruch.) Die Rede des Reichskanzlers wird von den amerikanischen Blättern in großer Ausmachung gebracht. Vor ollem wird die Erklärung des Kanzlers hervorgehoben, daß eine Weiterzahlung der Reparationen unmöglich sei. „Herald Tribüne" erklärt, daß der Kanzler die Reparationsgläubiger nur ebenso vor die Alternative „Streichung, oder Katastrophe" stelle, wie es die Alliierten mit ihrem Kriegsschuldengläubiger Amerika getan hätten. Amerika werde, was die Frage der Reparationen und Kriegsschulden anlange, ebenso „vernünftig" sein, wie die anderen Mächte. Immerhin habe es aber ein Recht, darauf zu bestehen, daß Europa sich über das Reparationsproblem klar werde, bevor es eine Regelung der internationalen Schuldenfrage mit Hilfe der Vereinigten Staaten verlangen könne. Großer Eindruck in London. London, 12. Mai. (WTB. Funkspruch.) Die gesamte Morgenpresse würdigt die Bedeutung der gestrigen Rede des deutschen Reichskanzlers, wobei sie besonders seine Erklärung über d i e Unmöglichkeit einer Wiederaufnahme der Reparationszahlungen hervorhebt^ Der Berliner „Times"-Korrespondent hebt hervor, daß die Rede des Reichskanzlers sogar aus Na» tionalsozialisten «inen guten Ein- druck g emo cht habe. — „News Chronicle" erklärt, die Rede des Reichskanzlers sei die bemerkenswerteste seiner politischen Laufbahn. — Ein Berliner Reuterbericht nennt di« heutige Reichstagsrede des Reichskanzlers Dr. Brüning über Abrüstung „eine Warnung an d i e Welt, baß Deutschland entschlossen ist, sich nicht der augenblicklichen Ungleichheit der Rüstungen zu unterwerfen". — Die Blätter besprechen auch die Ausführungen des nationalsozialistischen Abgeordneten Strasser. Die „Times" betont, daß es sich teils um völlig neue Wege handelt, fügt aber hinzu, baß b i e wirtschaftlichen Maßnah - Stück bühnenmäßig hervorzuholen war (viel mehr als aus dem späteren und schwächeren „Hasenfellhändler") — aber er erkannte auch, daß es mit Theater allein hier nicht getan war, daß es um Probleme und um Menschen ging, um eine Wirklichkeit, die auch außerhalb des Rampenlichtes Gültigkeit hat oder doch einmal gehabt hat. Eine sehr geschlossene, durchgearbeitete Aufführung: eine bis in kleine Nebenfiguren verständnisvoll und treffend zusammengestellte Besetzung; ein wohlabgestimmtes Zusammenspiel; nach Löfflers Entwürfen plastische, stimmunggebende Raumbilder. Edith Berger spielte die Lissa Hart; sie ist hier gefühlsmäßig viel gebundener und verhaltener als etwa in „Liebelei"; man spürt psychologisch, zeitlich und landschaftlich die Abstande zwischen dem Oesterreich von damals und dem Deutschland von heute; und die Lissa Hart ist auch in manchem, nicht in allem, mit Gudrun Lüdicke, „Purzelchens" älterer Schwester, verwandt; Frl. Berger zeichnete diese Lissa, Kind unserer Zeit, so klar (in aller Wirrnis), so gescheit, selbstsicher und bestimmt, wie sie ist oder sich gibt; aber das Beste an dieser runden Leistung waren doch die wenigen Augenblicke echten oder unverstellten Gefühls, wenn die Entscheidung endgültig gefallen ist. Jochen Hauer: der Verschollene, der Heimkehrer, der Leutnant Arnemann aus Sibirien und aus der Zeit vor dem Kriege; er charakterisierte scharf, knapp, gradlinig: das Hilflos-Verfahrene, bas Verstockte und Verbockte in diesem Menschen, seine Rervosität, seine bohrende Eifersucht, seine blinde Wut; so war er wohl gedacht: als ein Versprengter und Schiffbrüchiger des großen Krieges, ein Mensch, mit dem man Mitleid haben muß. Sein Gegentyp ist der Maler Thilenius, Arne- manns Freund und Kamerad; ihn spielte Wolfgang Kühne: sehr nobel, empfindlich und sympathisch, die liebenswürdigste Gestalt dieses Stückes; auch mit ihm kann man Mitleid haben, aber der Darsteller verstand es mit einer gewissen nord- deutschen Rüchternheit, eine falsche, hier durchaus störende Gefühlsseligkeit zu vermeiden. Roch eine ganze Reihe gut gesehener, markant umrissener Gestalten: Heinrich Hub als der geschmeidig-geschäftige Parvenü Messerschmidt; Hans P a e t s ch, der mit knappen, festen Strichen den als Typus genau beobachteten Oberleutnant Marzahn hinstellte: Luise Schubert-Jüngling und Maria K o ch in kleinen, feinen und stillen Mütterrollen: Schubert als grämlich polternder Hauptmann a. D.; die vier andern Heimkehrer: Geiger. Michel, Rieren, Heck: Frl- Doering, deren Carmen in einer knappen, gefühlsechten Szene sich einprägt; Volck und Frl. Sachse, die Berliner Wirtsleute. Problemstellung und Ausführung schienen gleichermaßen zu interessieren, lebhafter Beifall, hth. Goethe-Mrck-Ausstelllmg hi Darmstadt. Bor einigen Tagen wurde in der Kunsthalle am Rheintor die Darmstädter Merck- Goethc - Ausstellung in Gegenwart zahl- reicher geladener Gäste — unter ihnen der Staats- Präsident Dr. h. c. Adelung, der ehemalige Großherzog und mehrere Nachkommen des Kriegsrats — eröffnet. Oberbürgermeister Mueller hielt eine Ansprache, in der er ausführte, es liege Darmstadt fern, mit den Goethestädten Frankfurt und Weimar in Wettbewerb zu treten, aber die Stadtverwaltung habe sich verpflichtet gefühlt, im Jahre 1932 ebenfalls dem großen Dichter zu. huldigen, um so mehr, als ein Sohn Darmstadts, der Kriegsrat Johann Heinrich Merck, nach Goethes eigenem Zeugnis starken Einfluß auf fein Werden ausgeübt habe. Deshalb habe der Ausschuß beschlossen, Merck in den Mittelpunkt zu stellen. In dem großen Hauptsaal befinden sich die Bildnisse Mercks und seiner Umwelt. Zahlreiche Bilder stammen aus Privatbesitz und sind sonst nicht zugänglich. Zeitschriften. , — Philosophie und Leben. Hrsg. v. Prof. August Messer. Verlag Felix Meiner, Leipzig. Einzelhest 0,75 Mk. — Das Mai-Heft ist dem Fragenkomplex gewidmet, der sich um die Begriffe „Philosophie und Politik' gruppiert. Dr. Feldkeller (Berlin) schildert packend die starken Tendenzen, die gegenwärtig dahin drängen, daß Philosophie politisch wird. Der Herausgeber tritt demgegenüber für die Selbständigkeit der Philosophie ein. Die „Aussprache" bringt die ausführliche Antwort Professor Foersters auf den „Offenen Brief" Messers cm ichn (im Februar-Heft). •8$ 'M. afe st« SZS a?# mnb[Ä;r ft* fit Däi tew*. >5 7h Se. ioin Forderungen der NSDAP. in milderer Form in die Praxi» umgesetzt. Die „Times" betont besonders den freundlichen Ion, in dem Straffer über Brüning gesprochen habe. Aus aller Welt. Schwerer MutounfaQ de» türkischen votschafters. Ein Kraftwagen, in dem sich der türkische Botschafter Kemal ettin Sami Pascha und der türkische Generalkonsul Dr. Metz in g mit Frau und Tochter befanden, überschlug sich in einer Kurve bei Cegefelb, nicht weit von Weimar, und stürzte in den Straßengraben. Der Botschafter und Frau Metzing wurden lebensgefährlich verletzt. Sie wurden in besinnungslosem Zustand in das Sophienhaus in Weimar gebracht, wohin auch die beiden anderen Autoinsassen übergesuhrt werden muhten. Der Chauffeur erlitt nur leichte Hautabschürfungen. Der Dotschaf- ter soll einen schweren Schädelbruch erlitten haben. Frau Dr. Metzing (Berlin) ist ihren schweren Verletzungen erlegen. Der Botschafter felbft hat eine verhältnismäßig gute Nacht verbracht! er ist aber bewußtlos. Professor Dr. Sauerbruch weilt am Krankenbett des Botschafters. Der Reichspräsident und der Reichskanzler haben dem Botschafter ihre aufrichtigsten Wünsche für baldige Genesung übermittelt. VomAeichöbund der höheren Beamten. Wie uns von der Pressestelle des Landesverbandes Hessen des Rcichsbundes der höheren Beamten mitgeteilt wird, behandelte auf der Eisenacher Tagung des Reichsbundes der höheren Beamten Dr. Bohle n, Berlin, DcsoldungSrefe- rent des Rcichsbundes. die staats- und wirtschaftspolitischen Folgen der andauernd sinkenden Lebenshaltung der höheren Beamten. Da die Rechtssprechung deS Reichsgerichts dem Beamten den Anspruch auf eine standesgemäße Lebenshaltung zugebilligt hat. ist die rechtliche Grundlage der Versuche und Maßnahmen zur Anpassung der Höhe deS Gehalts an die jeweiligen Schwankungen der Konjunktur, wobei man immer nur die Angleichung an die Baisse im Auge hat, zum mindesten zweifelhaft. Unzweifelhaft ist dagegen der volkswirtschaftliche Schaden dieser Versuche und Maßnahmen. Cs äußert sich in ihnen eine Verkennung der konsum- politischen Bedeutung des Beamtcngehalts und deS Wertes feiner in bescheidenen Grenzen gehaltenen Stabilität als eines wichtigen AuS- Wörber Doumcrs. wurde gestern vom Unter- tuchungsrichter besonders über die bei ihm vorgefundenen Memoiren vernommen. Dorguloss bezeichnete die Selbstbetchuldigung, in der Tschechoslowakei ein Attentat begangen zu haben, -md auch an dem Raub des Sohnes LindberghS beteiligt gewesen zu fein, als Ausgeburt der Phantasie. In feinen Memoiren hat er sich auch be- zichsigt, ein Attentat auf Reichspräsident v. Hindenburg geplant zu haben ör erklärte hierzu: 1929 hatte ich bereits den Gedanken gefaßt, als ich mich in der Tschechoslowakei aufhielt, aber erst 1930, als die Prager Regierung mir das Recht, den Beruf deS Arztes auszuüben, entzog, beantragte ich beim deutschen Konsulat ein Visum für Berlin und man hat es mir als russischen Flüchtling verweigert. ' lieber ein gegen den Präsdenten der Ts chechof lowaket Mafaryk geplantes Attentat sagte (Borguloff aus: Das war damals, als ich Präsident Mafaryk vorgeftellt wurde. Ich hatte meinen Revolver nicht mitgenom- men. Der Präsident war sehr freundlich zu mir, und deshalb gab ich die Absicht, ihn zu löten, auf. llebrigens hatte ich die Absicht, gegen alle Welt zu kämpfen. Ich wollte auch Lenin umbrin- gen, aber es gelang mir nicht, nach Moskau zu fommen. Desgleichen beabsichtigte ich, den 60- wjetbotschafter In Pari» z u täten. Im Januar d. I. begab ich mich zur Sowjetbotfchaft und erföchte um ein Vifum für Sowsetrußland. Ich hatte meinen Revolver bei mir. Ader der Botschafter empfing m i ch nicht. Der Untersuchungsrichter bat gestern die Aussage eines in Toul wohnenden Russen entgegengenommen. der behauptet, (Borguloff sei aus Prag mehrmals nach Sowsetrußland gereift, und nach einer dieser Reisen habe er über bedeutende Geldsummen verfügt. gleichSfakiorS in den Zeiten wirtschaftlicher Depression. Die Schädlichkeit der Rvtverordnungs- politik ergibt sich auS der Einsicht, daß es au« staat-politischen Gründen auf die Dauer nicht angängig ist, das Entgelt einer Arbeitsleistung ohne genügende Berücklichtigung deS für sie aufgewendeten Kapitals (Ausgaben für Studium, Ausbildungszeit und Fortbildung) zu regeln. Die unzureichend« Berücksichtigung dieser Forderung bei den höheren Beamten der Vorkriegszeit gründete sich auf die damals übliche Annahme, daß ein Beamter des höheren Dienstes Privatvermögen besitzen müsse. Die durch die Politik der Rotverordnungen herbeigeführte wirtschaftliche Lage des heutigen höheren Beamtentum- legte Bohlen auf Grund eigener umfangreicher Untersuchungen über die derzeitige Lebenshaltung diefer Kreise dar. Der Verminderung des Realgehalt» der höheren Beamten, der zur Zeit fast nur noch zwei Drittel deS Frieden-standes beträgt, steht eine Steigerung der Steuern, der Au-gaben für die Kindererziehung und anderer unvermeidlicher Ausgaben gegenüber. Die Folge ist ein fast völliger Verzicht auf eigenen Anteil an der Kultur und — notgedrungen — auf die wistcn- fchaftliche Fortbildung. Die Forderung auf Sicherung einer angemeffenen Lebenshaltung der Beamten muß im Interesse des von ihnen zu leistenden Dienstes, im wohlverstandenen Interesse unserer DollSwirtschaft und so schließlich im Interesse deS gesamten Volkes erhoben werden. Die Plädoyer» im Sklarek-prozeß beginnen. Rach säst siebcnmonatiger Verhandlungsdauer begannen im Sklarek-Prozeß unter großer Spannung de- Publikums die Plädoyers der Anklagevertreter. Oberstaatsanwalt Frhr. von Stein- ä de r betonte, daß dieser Prozeß in einen Abgrund von sittlichen Auffassungen hineingeführt habe. Der Sklarek-Prozeß habe den Geist deS plattesten Materialismus enthüllt, der weiter nichts kenne, al- Geld raffen, der unbedenklich über Leichen gehe, wenn ihm der Srfolg blüht. Seiner Ansicht nach fei der Beweis erbracht, daß sämtliche Anklagepunkte, abgesehen von Kleinigkeiten, restlos erwie- s e n sind. Die SklarekS hätten bei ihren Bestechungen eine Menschenkenntnis entwickelt, vor der man Hochachtung haben könnte, wenn die Beweggründe nicht so verwerflich wären. Ich glaube Leo Sklarck, fuhr der Oberstaatsanwalt fort, daß sich die Beamten dabei höchst schamlos benommen haben, eine Bemerkung, die große Bewegung im Saale auslöste. Schwerer Unfall bd einem Landungsversuch der „Akron". Bei einem Landung-Versuch deS amerikanischen Marineluftschiffes „QlTron“ wurden drei Mitglieder der LandungSrnannschaft an den Lan- dungStauen in die Luft gezogen, als die Luftströmung die „Akron" in die Höhe riß. Siner stürzte angesichts einer Zuschauerin enge von 5000 Menschen aus einer Höhe von 600 Meter ab, gleich darauf folgte der zweite, der sich wiederholt in der Luft überschlug. Rur der dritte Mann hielt sich f e st, während das Luftschiff wieder dem Ankermast zusteuerte. Aber der Führer gab den Lan- dungsplan schnell wieder auf und ließ bie „OSron“ abtreiben, um den Versuch zu machen, den dritten Mann in Sichersheit zu bringen. Das Publikum brach in stürmische Ovationen aus, als es nach drei Stunden endlich gelang, den Mann wohlbehalten zu bergen. Südslawische Bauernaufstände. In Bosnien find schwere Bauernunruhen aus- gebrochen. In Prijedor halten sich über 2000 Bauern zusammenaerottet. Sie griffen zunächst die öffentlichen Gebäude und dann auch die ftauf- läden an, die ebenso wie in Banjaluka geplündert wurden. Der frühere Abgeordnete der serbischen Bauernpartei, Dr. Milosch Duplanjanin, hat sich mit etwa 200 Mann in das Gebirge zurückgezogen. Diese Gruppe scheint mit anderen kleineren Gruppen in Verbindung zu stehen, so daß sich ein Kleinkrieg mit den Gendarmen entwickelt, die in dem schwer zugänglichen Gebirge stark im Nachteil sind. Cs erscheint bemerkenswert, daß diese Bauernaufstände unterFührungder Intelligenz stehen. So, ist z. B. Dr. Duplanjanin ein hochgebildeter, weitgereister Mann, der den größten Teil seiner Ausbildung an der Pariser Sorbonne erhalten hat. Der Führer der serbischen Bauernpartei, Dr. Jovanovic, wurde vor etwa drei lagen verhaftet, weil er in einer öffentlichen Versammlung forderte, daß „der Staat föbera- listisch eingerichtet werden müsse". (Eine Woche auf einer Eisscholle. Norwegische Robbenfangschiffe haben im Eismeer zwölf russische Fischer, die Besatzung des untergegangenen Robbenfangschiffes „Centrosojos", gerettet. Die Russen hatten vor ihrer Rettung eine ganze Woche auf einer Eisscholle verbringen müssen. Ein russischer Eisbrecher hat die Geretteten inzwischen von den norwegischen Fahrzeugen übernommen. Hessischer Landes-Lehrermnen-Verband. • Mainz, 10. Mai. Der Hessische Landes- Lehrerinnen -Verband hielt seine biesjahrige stark besuchte Hauptversammlung hier ab. Die Vorsitzende des Mainzer Lehrerinnen-Derein». Frau Dr. Schalk, entbot am ersten oipungetage den im großen Saale des Völkerpädagogischen Instituts versammelten Lehrerinnen aus allen Teilen Hessens den Dillkommengruß der Mainzer Solle- Sinnen. Sodann wurde das Dölkerpädagogrsche Institut unter sachkundiger Führung eingehend besich- tigt. Am Abend hielt Professor Waas einen mit starkem Interelle aufgenommenen Vortrag über „Goethes religiöse Entwicklung". Der zwelle Tag vereinigte die Tagungsteilnehmerinnen zur Mitgliederversammlung, in deren Mittelpunkt die Stellungnahme zu der Notverordnung der Hessischen Regierung vom 30. März d. I. mit der lOprozentigen Kürzung für definitive Lehrerinnen stand. In eingehender Aussprache beschäftigte man sich mit dieser bedeutsamen Angelegenheit. Zunächst wurde von der ersten und der zweiten Vorsitzenden über di« Verhandlungen vor der Verössentlichung der Notver- Ordnung berichtet und dabei die Schwierigkeit der Derhandlungssuhrung mangels ausreichender Information der Organisationen betont. Die nachdrück- siche Unterstützung der Bereinsarbeit in dieser Sache durch den Hessischen Beamtenbund wurde von der Versammlung gerne anerkannt. Wenn auch nach dem Wortlaut der Notverordnung den Lehrerinnen nach dem lOprozentigen Stunden- und Gehaltsabzug einige Zugeständnisse gewährt werden, so Haven diese doch kaum Bedeutung. Bei einem Der gleich der hessischen Verhältnisse mit der Sachlage in Sachsen, Bayern und Württemberg ergibt sich die Tatsache, daß in diesen drei Ländern die weio- lichen Lehrkräfte keinerlei Ausnahmebestimmungen unterworfen sind. In Preußen war die Verwendung weiblicher Lehrkräfte an und für sich ander» geregelt, da dort bei der Neuregelung der Deputate und Bezüge der weiblichen Lehrkräfte wichtige Aus- gleichsmäglichkeiten eingeräumt mürben; z. B. gleiche Verteilung männlicher und weiblicher Lehrkräfte (50 v. H.) in Mädchenschulen, weibliche Leitung in den betreffenden Schulen bzw. bei männlicher Lei- hing eine weibliche Obcrstudienrats- bzw. Konrekto- rinnenstelle, Gleichstellung der Bezüge der weiblichen Schulleiter mit denen der männlichen, ferner bis vor kurzer Zeit volles Wohnungsgeld vom 45. Lebensjahre ab. Der Hessische Landes-Lehrerinnen-Derband legte als Ergebnis feiner Beratungen entschieden Verwahrung ein gegen die Verletzung der in der Verfassung verankerten Rechte der weiblichen Beamten durch die hessische Notverordnung vom 30. März. Prämiierungsmorfi in Gedern Y Gedern, 11. Mai. Der weithin bekannte Ge d e r n e r Prämiierungsmarkt fand gestern unter starker Beteiligung in gewohnter Weise statt; 100 Stück Großvieh wurden zur Prämiierung vorgeführt. Oie Ergebnisse der Prämiierung. Simmentaler Rasse. Bullen: Bürgermeister Sinner(Nieder-Seemen) 2. Preis; Wilhelm Bausch (Reichelsheim) 2. Preis; Adolf Bausch (Reichelsheims 2. Preis; Sauerwein (Wenings) 2. Pr.; Andreas Beyer (Wenings) 3. Pr.; Georg Heinrich Schwab (Bindsachsen) 3. Preis; Andreas Beyer (Weninas) 3. Preis. Rinder bis zu 2 Iahren: Karl Schaub IV. (Wenings) zwei 1. Preise; Andreas Bayer (Wenings) 1. Pr.; Karl Eifert II. (Wenings) 2. Pr.; Karl Bic- ger II. (Gedern) 2. Pr.; Georg Haas (Gedern) 2. Pr. Kalbinnen: Ferd. Maul (Wenings) 1.Preis; Wilhelm Emrich (Ober-Lais) zwei 3. Preise. Kühe bis 3 u 2 Kälbern : Karl Schaub IV. (Wenings) 1. Preis; Richard Wagner (Eichelsachsen) 1. Pr.; Wilhelm Mehring (Gedern) 2. Pr.; Karl Bieger II. (Gedern) 2. Pr.; Karl Eifert (Wenings) 3. Pr.; Karl Kehm (Wenings) 3. Pr.; Iohs. Kehm II. (Wenings) 3. Preis. Kühe mit 3 und mehr Kälbern: Philipp Limpert (Gedern) 1. Pr.; Iohs. Kehm VI. (Wenings) 2. Pr.; Karl Kehm (Wenings) 2. Pr.; Jakob Menzel (Gedern) 3. Preis; Christian Henkel IV. (Gedern) 3. Preis. Familien: 2hs. Kehm IV. (Wenings) 2. Preis. Vogelsberger Haffe. Rinder von 1 bis 2 Jahren: Karl Hartmann (Rudingshain) 2. Preis; Eduard Lingner (Wingershausen) 2. Pr.; Hermann Diehl 11. (Gedern) 2. Pr.; Eduard Köhler (Wingershausen) 3. Pr.; Heinrich Klein II. (Burkhards) 3. Pr; Otto Lang (Burkhards) 3. Pr.; Eduard Becker (Rudingshain) 3. Preis. Rinder über 2 Jahre: Theodor Damb- mann (Rudingshain) 1. Preis; Karl Hartmann III. (Rudingshain) 2. Pr. Wilhelm Groth II. (Burf« Yards) 2. Pr.. Wilhelm Ruhl (Burkhards) 3. Pr, Wilhelm Kunkel (Burkhards) 3. Preis. Kühe mit höchstens 2 Kälber in Milch: Karl Hartmann III. (Rudina-Hain) 1 Pr.; Theodor Dambmann (Rutnngshain) 2. Pr : Iohs. Hch. Hartmann «Rudmgshain) 2 Pr.; Theodor Becker (Din- gershausen) 3. Pr.; Karl Dambmann (Rudingshain) 3. Preis. Kühe mit höchstens 2 Kälbern: Theodor Fiicher (Hof-Zwiciasien) 1 Pr.; Eduard Lingner (Wingershausen) zwei 2 Prei'e; Otto Balser (Burf- Hards) 3. Pr.. Otto Lang (Burkhards) 3. Pr.; Wilhelm Kunkel (Burkhards) 3. Preis. Kühe mit 3 Kälbern und mehr, in Milch: Theodor Fischer (Hof-Zwiesalten) 1. Pr: derselbe 2. Pr : Theodor Dambmann (Rudingshain) 2. Piv; Heinrich Klein II. (Burkhards) 3 Pr.; Theodor Fischer (Hof-Zwiesalten) 3. Preis. Kuh» mit 3 Kälbern und mehr, tragend Karl Waas (Burkhards) 1. Pr.; Karl Hartmann III. (Rudingshain) 2 Pr., Wilhelm Winge- seid (Wingershausen) 3. Pr.; Theodor Fischer (Hof- Zwiefalten) drei 3. Preise. Familien: Theodor Dambmann (Rudingshain) 1. Preis; Karl Hartmann III. (Rudingshain) 2. Pr.; Theodor Fischer (Hos-Zwiefalten) 2. Pr j Wilhelm Alt (Eschenrod) 3. Preis. Kühe, Milchleistung: Wilhelm Kunkel (Burkhards) l.Pr.; Theodor Fischer (Hof-Zwiefalten) drei 2. Preise; Karl Waas (Burkhards) 3. Pr. Ziegen: Hermann Firnges (Gedern) 1. Prei» und 2. Preis; Wilhelm Beck (Gedern) 2. Preis. Gictzcncr Wochenmarktpreise. • Dießen, 12. Mai. E» kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt. Kochbutter Pfund 1.10; Süßrahinbuller 1,40; Landbutter 1,30; Matte 25 bis 30; Wiking (gelb) 12 bi» 15; Weißkraut 10; Rotkraut 12 bis 15; gelbe Rüben 10 biS 12; tote Rüben 10 bi» 12; Spinat 10 bi6 12; Spargel 60 bi» 90; Unter-Kohlrabi 5 biS 7; Feldsalat 80 bis 1,00; Tomaten 50 bi» 60; Zwiebeln 18 bis 20; Meerrettich 30 bi» 60; Rhabarber 12 bis 15; Kartoffeln 4.5; Aepfel 10 bis 15; Dörrobst 25 bi» 30; Honig 40 bi» 45; junge Hähne 80 bi» 90; Suppenhühner 70 biS 80; Rüffe 35 bi» 40, Käse Stück 5 bi» 10; Tauben 50 bi» 70; Gier 6 und 7; Blumenkohl 30 bis 70; Salat 15 bis 25; Salatgurken 40 bi» 60; Ober- Kohlrabi 20, Lauch 5 bi« 10; Rettich 15 bis 20z (Sellerie 10 bi» 30; Radieschen Bund 10 bi» 15; Kartoffeln Zentner 3,80 bi» 4,00. Wettervoraussage. Die Vorläufer der Atlantikjtörung haben bereits in unserem Bezirk zu Erwärmung und Nieder» fchlägen geführt. Weitere Warmluft bringt mit der östlichen Vorwärtsbewegung des Tiefs vor, welche auch die Erwärmung auf dem Festlande noch fort- schreiten läßt. Obwohl vorerst ein weiteres Niederschlagsfeld sich mehr über England und Schottland bewegt so ist doch damit zu rechnen, daß Ausläufer auch über Deutschland noch zu etwas Regen führen. Aussichten für Freitag: Wolkig mit Aufheiterung, noch weiterer Temperaturanstieg, zeitweise etwas Regen. Aussichten für Samstag: Warmes, teils wolkiges, teils aufheiterndes Wetter, vereinzelt etwas Regen oder Neigung zu Gewitterstörungen. Lufttemperaturen am 11. Mai: mittags 14,7 Grad Celsius abends 9 Grad; am 12. Mai: morgens 11,3 Grad. Maximum 14,9 Grad, Minimum 8,4 Grad — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. Mai: abends 12,4 Grad; am 12 Mai: morgens 10,2 Grad Eelsius. — Niederschläge 0,7 mm. — Sonnenscheindauer 5% Stunden Kirchliche Nachrichten. 3fradi(ifd)e Gemeinden. Israelitische Refigfonsgesellfchaft. Sabbatseier den 14. Mai 1932. Freitag abend 7.30 Uhr; Samstag vormittag 8; nachmittags 4; Sabbatausgang 9. — Wochengottesdienst: morgens 8.30; abends 7.15 Uhr. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bl» 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Für unverlangt eingesandle a n u f f r I p 11 ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Anzeigenauflräge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. Arzte empfehlen „Haarglanz* da er nadi der Kopfwäsche das Haar neutralisiert und es straff und gesund erhalt. „Haar- glanz“ liegt jeder Packung Schwarzkopf- Sdiaumpon bei. Weiße Padcung 20 Prg., grüne Extra-Packung sowie „Extra- Blond“ mit Schaumbrille 27 Pfg y ’S*? i. der/^ppiert. Mt S W* die,SA brE V Ä iuAiM n der Kunfthalle übler M-rck । ®c9enwalt£ ihnen der ? J a kW 1932 eben- 1 groben - Unv f 5 / SHELL \ AUTOOELE für hochkomprimierende Motoren. DYN AMIN wird von keinem Gemisch ... ... « j r_____1. ___rr— 1III an Klopffestigkeit, Zugkraft und Sparsamkeit übertroffen. Erhältlich an allen SHELL-Pumpen mit blauem Bond. -n,/i Ein Symbol höchster Wertleistung Xi Das blaue Band des Ozeans ist ein Symbol besonderer Leistungen —der schnellsten Atlantik - Überquerung.Das blaue Band an Tausenden von SHELL-Pumpen kennzeichn netdie Abgabe des für Sonderleistungen geschaffenen SHELL-Spezialgemisches DYNAMIN 11 ■■3747 D 75 Kilo und mehr tragen täglich Ihre Füße! Die ge> sunde Basis für diese Last Ist V Zur Bowle iiiiiiiiiiiHiiiiiimiiiiiiiiiiiimiiimiiiii empfehle auseig.Kellerei; 1931erPfaffenschwabenhei- mer Bosenberg, per Fl. 0.55 1931er Guntersblumer Steinberg.. per Liter 0.75 1930er Wehlener Michels- herg (Mosel', per Liter 0.90 Obstsekt „Boller Gold? mit Steuer p. Flasche 1.90 Med.-Drogerie Haus Hindenburg Hermann Elges / Seltersweg 68a 3753 A Freitag, den ^3. Mai 1932, verkaufe ich im „Löwen", Neuenweg 28: eine große Sendung ein-, zwei- und dreitüriger Kleiderschränke, mit und ohne Spiegel, ein Schlafzimmer (Eiche), ein Schlafzimmer (Tanne), Waschtische, Tische und Küchenschränke, Büfetts, Schreibtisch, eine Schusternähmaschine,Haushaltungsmaschinen, Grammophone, einen zweirädrigen Handwagen (für Papierhändler und Bäcker geeignet), eine große Sendung Herren- und Damenräder zu den billigsten Preisen, ein Motorrad (Ardie). 3766D Suche einige Kassenschränke. Ludwig Havtnretz Neuenweg 28 — Telephon 3414 Frohe Fast-Stimmung in jedes Heim, bringt Zehn-Länder-Kaffee hinein I Campinas........% Pfund 1.00 Caracas.........% Pfund 1.20 Guatemala.......14 Pfund 1.30 Mexiko..........% Pfund 1.40 Unsere Spitzen-Leistung: y2 Pfund kräftigen Perl-Kaffee mit dem beliebten Gedeck, oder mit Milchkanne, oder Zuckerdose, alles zusammen passend 4 PA für nur.................... laUU Für den Feinschmecker: Feinster Costa-Rica.. % Pfd. 1.60 Feinster Mokka.....14 Pfd. 1.70 Edel-Mischung.....% Pfd. 1.80 Maragogype, mild ... 14 Pfd. 1.65 Besonders empfohl. halten wir uns für kräftigen, reinschmeckenden Tee sowie leichtverdaulichen Kakao und große Auswahl in Keks erster Fabriken Ein frohes Fest unserem verehrten Kundenkreis! Zehn-Länder Kaffee-Haus Giefcen, Seltersweg 71 3751 D Nächtliche„elegante“ Einbrecher Im Herren-Bekleidungshaus Köhler Selterswog 17 In einem eleganten Sport-Kabriolettauto vorfahrend, statteten mir heule morgen 3.15 Uhr drei „Herren“ einen Besuch ab. Sie hatten sich offenbar tags vorher informiert, in welchem Gießener Geschäft es die feinste und schönste Herren-Bekleidung gibt. Mit 2 schweren, am Tatort zurückgelassenen. Steinen zertrümmerten sie 2 Schaufensterscheiben auf der Selterswegseite, ließen dabei den Motor laut mit höchster Tourenzahl laufen, stiegen in die Schaufenster und entwendeten von Fensterauglagen 6 der schönsten und feinsten Anzüge und Mäntel. Köhler-Bekleidung ist wirklich begehrenswert. Vom Warenlager innerhalb der Geschäftsräume wurde nichts entwendet.Der blitzschnelle Vorgang wurde von Nachbarn, durch den plötzlich verursachten,gewaltigen Lärm geweckt, gerade noch gesehen. Passieren Sie heute den Seltersweg und Sie können sich selbst ein Bild machen von der waghalsigen Tat. aber auch von den wirklich eleganten und selten schönen Neuheiten in Herren-Bekleidung, die so beliebt ist. Die Auswahl ist unerschöpflich groß. Die Werbepreise gelten noch bis einschl. Samstag vor Pfingsten Wir führen auch die weltberühmten Marken-Allwetter-Mäntel „ERES“ und „Aquatite“ Gießen • Seltersweg 17 3764 - Karl Hahn und Iran Lina,geb.Haas danken herzlichst für die zu ihrer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten Steinbach, im Mai 1932 Licher pfingstmarkt. Dienstag, den 17. Mai (3. Psingstfeierlag) Siegen-, Lämmer-, Schweine- unb Krämermarkt verbunden mit Ziegenschau und Prämiierung unter Mitwirkung des Kreisziegenzuchtvereins Gießen und der Landwirtschaftskammer. 3742D Bei Beschickung des Biehmarktes sind die seuchenpolizeilichen Vorschriften zu beachten. Ursprungszeugnis für Züchter, Nachweis der Quarantäne für Händler. Es dürfen nur Tiere aus unverseuchten Gemeinden aufgetrieben werden. Auftriebszeit von 8 bis 9 Uhr. Nachmittags große Volksbelustigung, Konzert, Tanz. Lieh, den 2. Mai 1932. Hessische Bürgermeisterei Lich. Geil. Detektiv K. Gerz, Bad-Nauheim, Kurstraße 17 erledigt alle vertrauliche Privat- u. Geschäftsangele- aenheiten, wie Auskünfte, Beobachtungen, Ermittlungen, Beschaffung o Be- weismat. in Stras- u. .^ivilvroz. streng diskr. Svrechst.:9b 12' -u. 3—6 Ubr Hühneraugen Warzen,Hornballen beseitigt restlos auch in den hartnäckigst. Fällen totsicher unt. Gar. innerh.5-6 Tn. Hühneraugen-Rapio Erbältl. nur: Löwen- Drogerie W. Kilbinger Nacht, Seltersweg 69. RM. 1.— Mittel-Saalloge . RM. 1.60 •* III Platz II. Platz. I. Platz . RM. 1.20 RM. 1.30 RM. 0.60 Rang ... RM. 0.80 S.-Balkon Achtung! I Radikaler Preis-Abbau Spielplan ab heute Donnersteg: Ein amüsantes Lustspiel vom Broß- n. Kleinkrieg der Ehe Seitensprünge im Lichtspielhaus Der wirtschaftlichen Notlage Rechnung tragend, für die Sommermonate Volkstags-Preise! Mit Gerda Manrns. Otto Wallbnrg. Paul Kemp. Owkar Sima. Adele Sandrock. Zu dieser entzückenden Tonfilm-Komödie schreibt .die Presse: ..Es prickelt von Witz und Satire..... ausgezeichnete'Schauspieler.......kunstvoll der Dialog...... Herrliche Photographie...... Das Publikum amüsiert sich...... 37570 Gutes Beiprogramm. Üfa-Ton-Woche. ffraueffaarenuhlfärben? ae seit Jahren bewahrte biologische HaarstSrkungs- wasser ENTRUPAL ges. gesch.führt den geschwich- ten Haarwurzeln die verbrauchte» Pigmente (Farbstoffe) zu, sodaß graue Haare und Nachwuchs eul natürliche Welse die ehemalige Farbe wiedererhalten, daher Fehlfarben ausgeschlossen. Kopfsohuppen u. Haarausfall verschwinden nach kurzem Gebrauch. Flasche RM. 4.82. Prospekt kostenlos. 2871 V Drogerie 0. Winterhoff, Gießen, Kreuzplatz 9/10 Wissenschaftliche Werke SondergeDiet oer Brühl’schen Druckerei | Vermietungen | Beschlagnahmfreie 2-Zimmer-Wohn, mit Küche u. allem Preiswerte Pfingstangebote! ja Einige Beispiele meiner Leistungsfähigkeit: Größe 10/4 RM. 20.- 31.- 40. 45. 51.- Größe 12/4 RM. 28.- 36.- 50. 68.- 86.- Größe 16/4 RM. 58.- 69.- 75.- 105.- 126.- darunter bewährte Markenfabrikate Bes. günstig: Teppiche, durchgeknüpft, 2 x3 m, Serie I RM. 98.- 2x3 m, „ II „ 119.- Verbindungsstücke von RM. 25.50 an Brücken ■ Läufer • Felle ■ Linoleum nur in dem bekannten Spezialhaus für Teppiche und Gardinen von Bahnhofstr. 31, Tel. 3565 3754 A Beachten Sie bitte meine Schaufenster Zubeh., ll« Std. zur Stadt, für 35 Mk. zum 1. 6. zu vcrm. Sehr. Ang. u. 02993 an den Gietz. Anz. KleinerLaden mit leerem Raum, für Wäscherei geeignet, sofort z. vermieten . Preis40Mk. monatlich. 02981 Friedberg. Haagstraste 39. I Mietgesuche | Alleinstehende Arau sucht eine 3-Zimmcr-Wvhng. mit Zubehör, sofort od. später. Schrift!. Angebote m. Preisangabe unter 02984 an den Gies;. Anz. Wohnung 7—8 Zimmer, Bad, evtl. Zentralheizg., part.o.l.Ltock,Zen- trum.mögl.Süoan- lage gesucht. Ebenso große Tauschwohn. Vorhand. Sckr.Ang. u. 02997 a.d.G.A. Schöne 2-3-Zimmer- Wohnung u.Zubeh. Nähe Kaserne zum 1. 7. zu miet, gesucht. Schr. Ang. mit Preis unt. 3765D a. d. G. Anz. WM gesucht. Bavaria. Schriftl. Ang. unt. 3744 D a. d. G. A. | Stelienangebote| ItiOll! Tüchtige HBU! Verkäufer allerorts gesucht für Staubs aug -Bürsten u. a. neue Schlager bei gutem Verdienst Bohne, Gießen, Ludwigstr. 33. wie Hausschuhe, aber BEQUEM stiefel und elegant wie von der Mode verlangt Wir suchen zum sofortigen Eintritt tüchtige Verkaufskräfte für die Abteilungen: Kleiderstoffe Kurz- und Modewaren Strümpfe — Handschuhe Herren-Artikel Trikotagen Haushaltwaren Glas und Porzellan Spielwaren Bijouterie — Uhren Schreibwaren, Photo Hausschuhe, Furnituren Lederwaren Parfümerie, Seifen Zigarren.Zigarrett.,Tabake Konfitüren Lebensmittel Delikatessen Wurstwaren Ferner zur Bewirtschaftung unserer Imbib-Ecke eine ttt Mamsell Es kommen nur branchekundige Kräfte in Frage. — Alle anderen Bewerbungen sind zwecklos. Rudolph Karstadt A.-B. Kaufhaus Hansa (iiefaen, Seltersweg Nr. 28 Freitag, 13. Zfiai, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich dahier, im „Löwen", Neuenweg 28, zwangsweise gegen Barzahlung (bestimmt): 3768V einen Schreibtisch. Meinet Gerichtsvollzieher k. 21., Gießen Sauberes, ehrliches Mädchen für vormittags ges. Menen Bäne 21 Lo»* Hiesiges Spezialgeschäft sucht zum baldigen (Eintritt ein lehmdita aus achtb. yamilie, mögt, fortbildungs- schulsrei. Selbstgeschriebene Angebote unter 3755D an den Gieh. Anz. erbeten. [Stellengesuche| Zg. geb. Mädel 23 Jahre, ev.,i.allen Zweigen des Haushalts bewand., wiö Kochen, Näh.,Handarbeit, Examen in Kindervflege-Musik, s. vass. Wirkungskreis, a. halbe Tage. Schriftl.Angeb. unt. 02977a.d.Gicf;.Anz. | Verschiedenes! Gut bürgerl. vriv. miiwira ä 75 Pf. Auch volle Pens., Monat 8(H oroe5 Biimarckstr.141. 4000 Bit als 1. Goldmarkhy- vothek auf gut. Objekt gesucht. Pünktliche Zinszahlung zugesich. Gel. schriftliche Angebote unt. 02982 an den Gih. Anzeiger erbeten. Verloren im Hangelstein seid. Regenschirm Ehrl.^vind.wird gebeten ihn abzugeb. Gicstcn, Marbur- ger Str. 111. E Vereine Stadttheater 13. V., Süll, U: Unterh. 87,8 d Gießen. Freitag, 13. Mai, 20—22.30 Uhr: 30. Vorstellung im Freitag-Abonn. Gewöhnliche Preise Die Entscheidung der Lissa Hart Schausviel in 4 Akt. und 1 Vorsviel von Hermann Sndermann dienst zur allgen V I v 11 |1 gut Ukiytir Möllerung schon sei immer neue JM ipruchnchrne dieser weiteren Mtzen t ■ jetzt noch immer 1 bauten des ireite Tat umzusehen. ' schuh der Gietzei ! schon anfangs Fe angenommen, dui I t u n g oufgeforde ©er öp«i .es£; ’S 4 fl aU.8 n in Dächle'N rfll! 6ifiige und 3 funk- °2n Tr« ^d stines Gemüs' u /'sie erstm iL Sv'natersah - L2 'Hopfens D Gärtchen. 'M wird ni und Der Warft oin Zutaten für «g> Spinat, dann AH Mtiche a«" ®5 nn6 sür die Hauöi •vrnac „was koche' ! ^chon im M/ela ! Sch das Aattgr > farbftoss des Wens' für die Ernährung jahrsturen" dmtells zeit der Kirche'N Menschen aus den > hin und hatte da Deutung. Jetzt wissen ton | der Kost der letz fehlen, in einer < durch Umbau der spracht ift- ZaM f Frühjahrs so mü I nun in dieser 3< gehend berichtigen I viel grüne Salate 1 Dir bestimmt besst toeg. Eins noch^ I zarten Laturkindei - Sein stundenlange! ! Brühe, das ist bc ; gleich. Wit ein we es dahin bringen, auch nicht jeden 2 ’ Woche ein Frühl bringen, ohne das i Sarunter leidet. Kem frei» ii Während in za Oberhessen der Vornan Copyright by - 13- Sorisehung. Schluß also! E ; Mhr zu ändern. Q i l'chous, weil er S ■ will. Ich könnte ^ständigen Kerl 1 ,,/'Knnig starrt ? Pölich ein < aus und sag -Das war ja w 1 ans 5t lassen, 5 1 Mt daiin [, □S 'ör noch , °ur einen^chr S aller Augen a »y Siffn Sdrachlos . h „ iä?S« D LjlnNNst. Ich KLM j luf aus.} ” 9etai)t i Die lloh Ito tS^Pihi '> Frau n? hier koi!m. °uche d _U8 und auch SS fföffe di iren orzellan ttel »en en c n , Seifen garrett.Tabake r brandiekundige - Alle anderen id zwecklos. - Uhren en, Photo e, Furnituren untzew. i Modewaren ■ Handschuhe kel arstadt M us Hansa erswegNr-28 nachmillagi 2 Uhr. • Im mW". 2 ii< w °'"V chmbiisch. eine! wirtschaltung nbib-Ecke feMI •'»«iienElnuitt titze t rt k, I» 2. t. RÄ.3Üllör' 3°-g^S"n' K? «ablE W Verlor60 g&Ä r*VerejnTJ V" ii-'p 55$ 8? Ur.UO Zweites Blatt Tiehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Aus der Provinzialhaupistaöt. Dietzen, den 12. Mai 1932. Oer Speisezettel im Zrühjahr. Don Dr. Wolfgang Schmidt, Aschaffenburg. Wenn die Hausfrau im Frühjahr von den Einkäufen heimgeht, dann follten in ihrer Markt- laiche nicht die ersten Sendboten fehlen in Gc> ftolt von frischen Gemüsen und Salaten Auch die minderbemittelte Bevölkerung, die sich schwer ent- j schlichen kann, „nur für Grünzeug" Geld auszu- j geben, sollte auf die Bereicherung des Speisezettels nicht verzichten, wenn sie Gelegenheit hat, cuS der Stadt herauSzukommen und an Weg-- rainen, in Bächlein und auf Feldern allerhand gesunde. billige und schmackhafte Dinge zu sammeln, wie die ersten Triebe des Löwenzahns, der Salat und feine» Gemüse gibt, ferner Kresse und Feldsalat. Die ersten Triebe der Brennessel können alS Spinatersay Verwendung finden, solche des Köpfens (Hopfenspargel) als Salat. Wer ein kleines Gärtchen sein eigen nennt, oder cS in I Pacht hat. wird nicht verfehlen, auch Frühgemüse. Äadicschen. Lauch und ähnliches rechtzeitig zu bauen und damit seine Tafel zu bereichern. Der Markt bietet allerlei grüne Kräuter als Zutaten für eine „FrühjahrSsuppe": bald kommen Spinal, dann Salate aller Art. Radieschen und Rettiche zum Berkaus. Der Spargel folgt nach, und für die Hausfrau ist die schlimme Zeit der Frage ..waS koche ich nur heute?" dann zu Ende. Schon im Mittelalter, als man noch nicht wuhte, i«h das Blattgrün der Pflanzen dem Blut- 'orbstoff des Menschen so verwandt und deshalb lir die Ernährung so wichtig ist, hat man „Früh, ehrskuren" diätetischer Art gemacht. Die Fasten» T«it der Kirche mit dem Fleischverbot wies die Menschen auf den Benutz von frischen Gemüsen hin und hatte damit auch eine hygienische Be- iicutung. Jetzt wissen wir, datz die Vitamine gerade in der Kost der letzten Wintermonate am meisten fehlen, in einer Zeit in der unser Organismus durch Umbau der Körperzellen besonders bcan- ! spracht ist Darum sind wir auch zu Beginn des Frühjahrs so müd und so schlapp. Wenn wir iwn in dieser Zeit unseren Speisezettel dahingehend berichtigen, baff1 wir viel frisches Gemüse, viel grüne Salate zu unS nehmen, dann kommen wir bestimmt besser über diese kritische Zeit hin- tocg. Gins noch richtig zubereitet müssen diese -orten Vaturkinder werden, wenn sie nützen sollen. Kein stundenlanges Kochen, kein Wegschütten der Brühe, das ist barbarisch und unhygienisch zugleich Mil ein wenig Geduld wird jede Hausfrau ct dahin bringen, richtig zu kochen und. wenn such nicht jeden Tag. so doch mehrmals in der Bloche ein Frühlingsgericht aus den Tisch zu bringen, ohne datz dos Haushaltsgeld zu seyr darunter leidet. Kein freiwilliger Arbeitsdienst I in Gießen? Während in zahlreichen Orten der Provinz Oberhcsscn der freiwillige Arbeitsdienst zur allgemeinen Zufriedenheit der De- rölkerung schon seit langem im Gange ist und läglich immer neue Meldungen über die 3nan- Wfpruchnahme dieser Beschäftigungsmöglichkeit an weiteren Plätzen vorliegen. ist eS in Dietzen bis jetzt noch immer nicht gelungen, den guten Ge- donken des freiwilligen Arbeitsdienstes in die Tat umzusetzen Der Werbe- und SommelauS- 'chuß der Gietzener Winternvthilfe hatte zwar Ichon anfangs Februar einstimmig einen Antrag angenommen, durch den die Stadtverwal- I u n g oufgesordert wurde, der freiwilligen Ar» Vornan von Gert Gothberg. Copyright by Martin Feuchtwanger, Hall». 13 Fortsetzung. Vachdruck verboten 1 .Schlutz also! Endgültig Schlutz! Da ist nichts nrehr zu ändern. AnSbrück schweigt sich so beharr- l ch aus. weil er Lisa nicht noch mehr blotzstellen ,Drill. Ich könnte heulen, datz man diesem hoch- k anständigen Kerl nun in Zukunft fremd sein soll." Tiefsinnig starrte er au Boden. In Traute regte Dich plötzlich ein Gefühl für die Schwester. Sie ficnb auf und sagte trotzig: .Dos war ja schon immer so. Der Mann darf t.drn ui* lassen, was er will. Kommt es einmal ans Licht, daän lacht man über die Frau und gönnt es ihr noch obendrein. Geht aber die Frau auch nur cincn^Lchritt vom Wege ab. dann richten ach aller Augen auf sie. Sie ist für immer ein chwarzes Schaf und wird verachtet. Was wird gStfa denn schon getan hoben? Er gibt ja auch nur Abneigung an und datz er ihre Launen nicht mehr ingcr ertragen könne. Es wäre doch immerhin nüglid), datz der Herr Doktor von sich aus gern frei sein möchte, weil er eine andere kennengelernt fat?" Sprachlos sah Rittergutsbesitzer von Polzen- jhagen seine Frau an. Eine ganze Weile brauchte x, ehe er Worte fand. Dann aber wetterte er loS: .I sieh mal an. meine kleine Krabbe. Run Darüber werden wir uns gelegentlich mal eingehend unterhalten, wenn toir allein in unferm alten, schönen Polzenhagen sein werden. Denke )u nur ja nicht etwa, datz du ähnliche Mätzchen nachcn kannst. Ich lasse in dieser Hinsicht genau wenig mit mir spatzen wie Ansbrück. Besinn |)id> lieber beizeiten!" Traute von Polzenhagen schwieg Sie wußte, iatz es nicht ratsam war. ihn jetzt zu reizen Pa bei sah er gerade in seinem ruhigen Zorn sehr gut aus. Frau von'Massow erhob sich .Ich werde mich um den Kaffee kümmern" Traute legte den Arm um die Mutter: .Aber ich helfe dir. Muttchen" Ernst von Polzenhagen lächelte spöttisch. Aha, ! Ktaute entfloh der Gewitterschwüle! Die Generalswitwe sagte leise: ■ .Ich werde hier die Wohnung auflösen Ich ille Frau brauche diesen großen Hausstand nicht. Pann komme ich auch sehr gut mit meiner Pension aus und entlasse die zwei Mädchen Eine Auf- IOrtung tut es auch. Ich bitte dich, vorläufig a'.chts an mich zu zahlen lieber Ernst." »Ja, Mama, ich hätte aber tatsächlich sehr gern..." . Oer „soziale" Kurs der Reichsbahn. Kein Entgegenkommen bei den Gommei-urlaubskaeten der Reichsbahn. Der Derkehrsbund Oberhessen hatte, wie von unS berichtet, in feiner diesjährigen Hauptversammlung am 2. Wai einstimmig eine Entschließung angenommen, die von der ReichSbahnver- waltung eine Aenderung der Be ft immun g e n über die Sommer-Urlaubs- f a r t e n forderte. Es wurde verlangt, datz diese Karten nicht erst bei einer Entfernung von mindestens 200 Kilometer gelten, sondern schon von 50 Kilometer ab zur Verfügung stehen sollten, ferner datz die Rückfahrt mit diesen Karten nicht erst vom 11., sondern bereits vom vierten Tage ab möglich fein sollte. Diese Entschließung wurde vom Vorstand des Derkehrsbundes Oberhessen der Reichsbahn-Hauptverwaltung in Berlin und der Reichsbahndirektion Frankfurt a M. sofort zur Kenntnis gebracht und damit die vom Hessischen Derkehrsverbanö in Darmstadt unternommenen gleichen Schritte unterstützt . Leider sind diese Bemühungen der beiden hessischen Derkehrsorganisationen — denen sich gleichartige Forderungen aus anderen Teilen des Reiches zugesellt hatten — erfolglos geblieben. DieReichsbahnverwaltung hat bei dicsenWünschen, die den wohlverstandenen Interessen der breitesten Bevölkerungsschichten und auch der Reichsbahnverwaltung selbst entsprechen das erforderliche Entgegenkommen nicht bekundet. Die Reichsbahn-Hauptverwaltung hat die erbetenen Erleichterungen glatt und kurz a b g c I e b n t und. wie wir erfahren dem Verkehrsbund Oberhesfen in einem Schreiben vom 9. Mai folgendes nutge- teilt: Die Bedingungen unter denen die Fahrpreisermäßigung gewährt werden soll, sin- unter sorgfältiger Abwägung sowohl der Interessen der Reifenden wie derjenigen der Reichsbahn eingehend erwogen worden Insbesondere kann l.die Fahrpreisermäßigung n'cht schon vor dem l.Iuni d. I. ringe fuhrt, 2. keine größere Ermäßigung als 20 v H. gewährt. 3. die Mindestentfemung von 200 Kilometer nicht verkürzt und 4. die Rückreise nicht schon vor dem elften Gel- tungstage der Sommerurlaubskarte zugelassen werden" Für diese sehr bedauerliche Entscheidung der ReichSbahn-Hauptverwaltung werden weiteste Bevölkerungskreise. - insbesondere die Leute mit geringen Geldmitteln und mit kurzer Feriendauer, sicherlich kein Verständnis aufbringen beitsdienst auch hier durchzuführen. Bis jetzt ist aber noch nichts bekannt geworden, datz von der Stadt aus in dieser Sache etwas geschehen wird. Die guten Erfahrungen, die man an anderen Orten mit dem freiwilligen Arbeitsdienst schon zur Genüge gemacht hat. dürften e» angebracht erscheinen lassen, datz man nun endlich auch in Gießen zur Tat schreitet. Hoffentlich werden wir recht bald über entsprechende Maßnahmen der Stadtverwaltung berichten können. Bornotizcn. — Tageskalender für Donnerstag. Obertzefsifche Gesellschaft für Natur- und Heilkunde: 20.15 Uhr, Hövsoal des Botanischen Instituts (Brand- platz), Sitzung. — Verein Volkshochschule: 20 Uhr, Universität. Hörsaal 33 Mitgliederversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Seitenspringer". — Astorio-Lichtspiele, Seltersweg: „(Eine Woche unter Apachen" unb^Die kokette Frau" — Wiesecker Lichtspiele: „3m Westen nichts Neues". — Aus dem S t a d 11he a t e r b u r e a u wird uns geschrieben: Morgen, Freitag, 13. Mai, erste Wiederholung des erfolgreichen Rachkriegs- schaufpielS von Hermann Sudermann „Die Entscheidung der Lissa Hart". Die Vorstellung gilt als 30. Vorstellung im Freitag-Abonnement zu gewöhnlichen Preisen. Beginn 20 Uhr, Ende gegen 22.30 Uhr. Spielleitung Peter Fasso11. — Sonntag, 15. Mai, als Fremdenvorftellung zu kleinen Preisen die „Fausf-Inszenierung des Intendanten Dr. Rolf P r a s ch. ’• Senkung der Pflegegeldsatze in den Gießener Universitätskliniken. Der hessische Minister für Kultus und Bildungswesen hat im Einvernehmen mit dem Finanzminister die Pflegegeldsätze für die Kranken in den Universitätskliniken in Gießen auf Grund des inzwischen einge- tretenen Preisabbaues mit Wirkung ootp 10. Mai ab ermäßigt. Für die Kranken III. Klaffe betragen sie 3,80 RM. täglich, während für 11. Klasse 6,50 bis R RM.. für I. Klasse 10,— bis 22,— RM. erhoben werden. Die Nebenleistungen werden besonders be- „Das weiß ich ja. lieber Sohn. Doch laß es nur sein! Wenn ich einmal leichtsinnig gewesen bin und nicht auskomme, dann wende ich mich bestimmt an dich, das verspreche ich dir." „Gut, Mama. Aber nicht vergessen, ilnb du kommst doch jedeS Jahr zu uns in die Sommerfrische. Vielleicht----hm!" Sie sahen sich in die Augen und verstanden sich. Frau von Massow sagte leise: „Mache es dir bequem, Ernst, und rauche ein bißchen. Wir kommen bald zurück." Er nickte. „Werde ich tun, Mama. Danke sehr für deine gütige Raucherlaubnis." Die Damen gingen hinaus Ernst von Polzenhagen brannte sich eine Zigarette an und rauchte mit Genuß. Er hatte es tatsächlich schon vermißt. Rebenbei vertrieb er sich die Zeit damit, den Kanarienvogel zu ärgern, indem er den Finger durch die Stäbe des Käfigs steckte und seine Freude daran hatte, wie der Vogel erbost pickte. Auf einmal hörte er das Rauschen eines seidenen Frauenkleides. Gr wandte sich um. Seine Schwägerin Lisa! Wahrhaftig, er hatte sie nicht einmal hereinkommen hören. Diese schleichenden, katzenartigen Schritte konnte er nicht leiden. Er legte die Zigarette weg. .Du willst mich sprechen, Lisa?" Sie legte beide Hände auf feinen Arm: .Ernst, was -- hat Rudolf gesagt?" „Tja, Kind, da ist Hopsen und Malz verloren. Finde dich lieber mit der Tatsache ab. sonst wirst du nämlich bloh noch unglücklich. Es stimmt eben wieder einmal: Bei allem, was du tust, bedenke das Ende! Run ertrag es auch! Du hast doch auch erst nicht daran gedacht, daß du Rudolf auf keinen Fall eindühen möchtest." Lisa sah ihn an: „Du hättest ihn zwingen, ihn irgendwie packen müssen. Aber ich habe ja niemand. Riem and!" Gr lächelte gutmütig auf sie herab: „Doktor Ansbrück zu was zwingen? Kind, wie wenig du den Mann kennst, trotzdem er so lange der deine war Zwingen! Das Wort kannst du in bezug auf diesen Mann nicht anwenden. Hätte ich schon getan, wenn es möglich gewesen wäre. Sag mir lieber mal ganz offen, was eigentlich los war zwischen euch?" Lisa senkte den Kops, wandte sich ab. .Ich kann es dir nicht fagen, Emst." „Schön! Dann sei zufrieden, wie es ist." Lisa wandte sich ihm wieder zu. Uni> jetzt lag es wie Verzweiflung in ihren Augen: .Emst, Mama sieht mich an. als sei ich allein schuld an Papas Tode. Ich halte es hier nicht aus. Darf tch mit nach Polzenhagen kommen?" „Für immer?“ „Rein! Rur so lange, bis ich irgendeinen Entschluß gefaßt habe." „Gewiß, Lisa. Du bist in Polzenhagen will- rechnet. Für die Krankenkassen ufw. sind diese auf 1,20 RM täglich gesenkt worden. Naßere Auskunft erteilt die Verwaltung der Universitätskliniken in Gießen. * * Die Gießener Geldinstitute geben in unserem heutigen Anzeigenteil bekannt, daß ihre Geschäftsräume und Kassen am Samstag, 14. Mai, für jeglichen Verkehr geschlossen sind. *' (Ein DDA.-Sonderzug zur Psingst - fahrt nach Elbing, mit dem viele VDA. (Verein für bas Deutschtum im Ausland) • Mitglieder aus Hessen nach Ostpreußen fahren, trifft heute um 15.29 Uhr auf dem Bahnhof. Gießen ein und wird 15.33 Uhr seine Fahrt fortsetzen. Der Sonder zug, den in Gießen 33 Fahrtcilnehmer besteigen werden, fährt über Berlin nach Stettin, von wo aus die Reise mit dem Dampfer über die Ostsee nach Pillau und dann durch das Frische Haff bis Elbing fortgesetzt wird. • • D i e 8. A D A C. - Re i ch s f a h r t passiert morgen Gießen. Wie die Geschäftsstelle des 2hito- und Motorrad-Club e. V. Gießen, Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs, uns mitteilt, passieren die Teilnehmer der X. ADAC - Reichssahrt morgen. Freitag, gegen 14 bis 16 Uhr aus Richtung Wetzlar kommend folgende Straßen unserer Stadt: Frankfurter Straße, Westanloge, Südanlagc, Ostanlage, Marburger Straße. Diese 8. ADAC.-Reichsfahrt soll der Förderung des Motorsportes und der Motortouristik dienen und wird als Zuverlässigkeitssahrt mit eingeschalteten Son- dcrprüfungen dnrchgefuhrt. Die gesamte Strecke beträgt 1862,4 Kilometer und ist in 5 Fahrtagen eingeteilt. Heber 90 Wagen und Motorräder werden sich an dieser Fahrt beteiligen " Die Wiedereinrichtung gekündigter Fernsprechanschlüsse ist von der Reichspostverwaltung wesentlich erleichtert worden Durch eine Verordnung vom 19. März ist. wie die Oberpostdirektion Darmstadt uns heute mitteilt, folgendes angeordnet: Wird die Wieder- einrichtung von Fernsprecheinrichtungen innerhalb eines Jahres nach der Aushebung beantragt. so wird auf die erneute Zahlung des kommen. Aber wirst du zunächst nicht hier nötig sein? Du wirst doch Verschiedenes mit deinem Anwalt zu besprechen haben? Auch wenn du nicht persönlich vor Gericht zu erscheinen gedenkst?" „Ja, das ist wohl wahr Da muh ich eben vorläufig bleiben. Don Polzenhagen bis hierher ist es viel zu weit, um jedesmal fahren zu können, wenn ich hier gebraucht werde." Sie sah elend aus. Hatte eigentlich gar nichts an sich von der schönen, lebensprühenden Lisa, die sie immer gewesen. Cs fiel ihm jetzt erst aus. „Schaust miserabel aus. Einer Riesendummheit braucht man aber noch lange nicht eine zweite hinzuzufügen Sorg also jetzt erst einmal für deine Gesundheit und komm mit nach Polzenhagen. Geh jeden Morgen in die Schneeluft hinaus! Gewinne der Ratur ihre besten Seiten ab, und dann wirst du wohl auch wieder vernünftig toerben!" „Ich danke dir, Emst. Vielleicht läßt sich die Angelegenheit mit — mit der Scheidung noch etwas hinausschieben?" „Ree! Aber cs geht sowieso nicht so schnell. Ich werde Ansbrück verständigen, daß ich dich mit nach Polzenhagen nehme, und dann wird er sich schon danach richten." Da nickte sie. ilnb sie suhr mit. Von ber Bahnstation — ein ganzes Stuck hinter Stettin — klingelte bann ber Gutsschlitten mit ihnen über die ebene Straße. Ganz grell-weiß schien die Sonne, und Wild kam langsam hintereinander an das Dors heran, durch das man eben fuhr. Ein anderer Schlitten kam vorüber. Ein riesiger blonder Mann saß darin. Fröhlich rief er einen Gruß herüber, während seine Hand spielend die Rappen zügelte. Emst von Polzenhagen erwiderte den Gruß. Die Damen nickten. „Der ßübcrih! Großartiger Kerl! Was der in kurzem aus seiner von seinem Onkel geerbten Klitsche gemacht hat! An solch einen herunter- gewirtschasteten Kasten, wie es ber Delchower Hof war. würde ich mich nicht gern heranmachen. Man sieht da im Anfang kaum nur den allergeringsten Erfolg. Ra. er har es aber geschafft. Ünb feine Frau schneidert sich ihre Kleider selbst Die zwei passen wirklich zueinander Sie haben beide Lebensart." Emst von Polzenhagen sagte es eifrig und lobend. Traute sah ihren Mann wieder so merkwürdig an. Er dachte Was hat sie denn eigentlich? Er zerbrach sich ein Weilchen den Kops, dann lieh er das Grübeln fein. Ich werde es schon noch erfahren, dachte er gemütlich. Aber er erfuhr es nicht. Eine Woche war nun schon vergangen, seit Lisa hier in Polzenhagen weilte. Sie befolgte tatsächlich den Rat des Schwagers und ging täglich ins Freie. Sehr lange, einsame Spaziemänge unternahm sie, und es gefiel ihr sogar. Wenn sie dann müde nnb Donnerstag, (2. Mai 1952 Apparatbe:tragS und aus die laufenben Gebühren für bic Zwischenzeit verzichtet, wenn die Kündigung nachweislich infolge wirtschaftlicher Rottage ausgesprochen worden ist. Jedem Teilnehmer wird die Vergünstigung für jede Einrichtung nur einmal gewährt. Die Vergünstigung mutz beantragt werden • • Völlig unbeteiligt Auf Wunsch teilen wir mit, daß die Schausteltersamilien Schmidt und Schwarz an den Vorgängen vor der bedauerlichen Bluital am Montagabend Ecke Bahn- hofstraße-Reustadt und auch an der Tat selbst völlig unbeteiligt sind. •• Schaufen st crcinbruch Der Polizeibericht meldet: In der letzten "stacht, kurz nach 3 Uhr, wurden zwei Schausensierscheiben des Herren Kon- fektionsgeschastes Kohler (Settersweg) mit etwa 30 X 20 cm großen Steinen eingcworsen und die ausgelegten Anzüge und Mantel gestohlen Cs han- beit sich um einen Kammgarnanzug (mittelgrau), einen Sportanzug (Marke „Opcco"), einen hellgrau gestreiften Rock, einen Marengomantel (Fischgrätenmuster, Marke „Aqua-Toco"), einen Gabardine- Mantel (hellfarbig, Marke Aqualile), einen Gabardine. Mantel (schwefelsarbig, Marke „Coruscus"), einen Gabardine Mantel (modefarbig, Marke „Aqualana"), einen Gabardine-Mantel (hellfarbig), einen Batist- Mantel (hellfarbig, Marke „Eres"), einen Reise- Mantel (hellgrau) und einen Oelseiden-Mantel (Marke „Nibelungenhaut"), im Gesamtwerte von etwas über 600 Mark. Es kommen als Täter drei, möglicherweise auch vier Männer in Frage, von denen der eine mit einem dunklen Mantel, vermutlich Gummimantel, und Patschkappe bekleidet war. Zum Wegtransport des Diebesguts benutzten die Täter einen Personenkraftwagen, den sie vorher mittels Einbruchs aus der Garage des Fabrikanten Wilhelm Po p p e in der Rodthohl entwendet hatten. Beim Einwerfen der Scheiben ließen die Tater den Motor des Wagens mit höchster Tourenzahl laufen, um das Scheibengeklirr zu übertönen. Einer der Tater saß im Notsitz und nahm die Kleidungsstücke in (Empfang. Bei dem Wagen handelt es sich um einen zweisitzigen Wanderer Wagen, 10/50 PS, von graubeiger Farbe, der nach soeben eingegangener Mitteilung in Bürgel (Kreis Marburg) herrenlos ausgesunden wurde. Von den Tätern und Kleidern fehlt noch jede Spur. Große Strafkammer Gießen. • Gießen, 10. Mai. Unter Ausschluß ber Oeffentlichkcit wurde gegen einen ßanbtoitl wegen Sittlichkeitsverbrechens verhanbelt- Er war vorn Bezirksschösfengericht zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worben, weil er sich an einer .Geisteskranken vergangen hatte. Dagegen.verfolgte er Berufung. Das Urteil würbe aufgehoben Rach ber mündlichen ilrfciläbegtünbung konnte ihm nicht nachgewiesen werben, baß er den GeisteSzuftanb des Mäbchens gekannt hatte. Er wohnt nicht im gleichen Ort. und nach dem amtsärztlichen Gutachten, wie auch nach ben Zeugenaussagen ist bem Mäbchen seine Geistesverfassung nicht ohne weiteres anzumerken: namentlich an bem in Frage kommenben Tag hat es. wie sich aus ben Zeugenaussagen ergab, einen normalen Ginbruck gemacht. Es mußte daher Freisprechung erfolgen. Die Berufungsverhanblung gegen einen ftäbti- schen Beamten, der wegen Amtsvergehens zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worben war, mußte vertagt werben, weil ber Angeklagte noch gerichtsärztlicher Begutachtung schwer erkrankt und nicht wegefähig ist. Zum Schlutz stanb noch eine Verhandlung vor ber Kleinen Strafkammer an. Die Sache würbe vertagt, weil ein im gleichen Ort wie ber Angeklagte wohnender Schöffe sich für befangen erklärte unb bei ber vorgerückten Zeit nicht mehr Ersatz zu beschaffen war. hungrig heimkam. bann war es ein so wohliges Gefühl, sich in bem großen, gemütlichen Wohnzimmer an ben riesigen weißen Kachelofen zu setzen. Die Mamsell rückte bann ein Tischchen mit bem Frühstück heran, unb es schmeckte alles ganz besonders gut. Der rosige Schinken, die gute Leberwurst unb bic weichen Eier nebst gotbgelbcr Buttzer unb frischem Landbrot. Dazu ein Glas warme Milch! Wirklich, die auserlesensten Delikatessen wären nicht besser gewesen. Traute saß bann meist im Stuhl unb hanb- arbeitete irgend etwas Manchmal ging sie auch mit, unb sie frühstückten zusammen. Ernst von Polzenhagen stapfie irgendwo draußen mit feinem Inspektor umher, unb sie besprachen die Frühjahrsbestellung Rach unb nach aber fand Lisa baS Leben in dem alten Gutshause entsetzlich langweilig. Sie bohrte an bet' Schwester herum, man möge boch mal ein kleines Fest geben. Jetzt im Winter würbe boch kaum einer von ben Rachbarn absagen. Jetzt hatten sie doch alle Zeitz Traute zuckte die Schultern. „Ich werde mich hüten, davon anzufangen. Ich bin froh, wenn Emst so gemütlich hier bei mir bleibt und nicht mehr so oft in die Stadt fährt" Als sie es gesagt hatte, bereute sie es Cs war ihr, als habe sie den Gatten vor der Schwester herabgesetzt, und zweitens — huschte nicht um Lisas Mund ein leiles. triumphierendes Lächeln? Seit dem Skandal in Lisas Ehe war eine Umwandlung in Traute Dargegangen Sie wußte plötzlich, daß es etwas Köstliches für sie zu verlieren gab, wenn sie sich nicht änderte unb Ernst weiterhin solche Szenen ausfuhrte, tote sie es bisher manchmal getan. Sie liebte ihren Mann! Liebte ihn mit jeder Faser ihres Herzens und hatte so lange Zeit dazu gebraucht, um das endlich zu erkennen. Unb nun machte sie sich auch plötzlich Gedanken über die vielen Ausflüge ihres Gatten in die Stadt, die er immer mit dem tollen Birkenstedt unternommen. Birkenstedt war Junggeselle, und er war eigentlich im ganzen Umkreis als ein lockerer Vogel verschrien, wenn er auch sonst überall gern gesehen wurde Traute konnte bas plötzlich nicht mehr begreifen, wie sie es hatte zulassen können, baß Ernst mit Birkenstebt so freunbkchaftlich verkehrte. Mit ihm in bie Stabt fuhr! Trautes Herz klopfte ängstlich. Wenn ihr Mann sie in schlechter Gesellschaft betrogen hätte? Die junge Frau fühlte ihr Herz immer noch wild und unruhig klopfen. Dabei aber sah sie den lauernden Blick Lisas. Und da sagte sie: „Ich bin glücklich mit Emst. Du brauchst nicht zu denken, daß irgend etwas zwischen uns ift. Aber vielleicht hat mir gerade der Riß in deiner Ehe gezeigt, wie sehr ich mich werde ändern müssen." (Fortsetzung folgt) MeIordeningen des hesiischenHausbesitzes * Bensheim. 10. Mai. Der diesjährige Berbandstag des Landesverbandes der hessischen Hausbesitzer-Vereine fand am Samstag hier statt. Die Geltung der Tagung lag, da der erste Borsihende verhindert war, in den Händen des stellv. Borsihenden, Lehrer Schopp, Mainz, der einen eingehenden Jahresbericht Lab. Aus dem Kassen- und Re- visionsbericht ging hervor, daß Kasse und Bücher in Ordnung befunden wurden. Dem Borstand wurde Entlastung erteilt. Gewerberaum-Mieien und Umsatzsteuer 3n der Aussprache wurde zu der Frage der Heranziehung der Gewcrberaummieten zur älmfahsteuer beschlossen, die vorbereitete Eingabe abzusenden. Sondersteuererhöhung verhindert Aufträge an das Handwerk. Eine längere Debatte löste die Frage der Sonder st euerechöhung im vorigen Jahre aus. Dem Hausbesitz mühten Mittel zur Ber- fügung gestellt werden, um den A l t h a u s - besitz zu erhalten und damit belebend auf den Arbeitsmarkt einzuwirken. Das Handwerk brauche Arbeit. Diese sei da, nur fehle dem Hausbesih das Geld dazu. Die nachstehende Entschließung wurde einstimmig angenommen: „Die im Landesverband der hessischen Haus- besihervereine vereinigten hessischen Hausbesitzer sehen in der steigenden Arbeitslosigkeit eine Folge der steuerlichen Lleber- lastung des Hausbesitzes. Durch diese übermäßige Besteuerung werden den Hausbesitzern die Mittel entzogen, mit denen sie sonst Arbeitsaufträge größeren Almfangs an das Handwerk erteilen könnten. Cs wird in dieser Beziehung auf die verschiedenen Beschlüsse der Handwerkskammer verwiesen. Die ungeheure Notlage des Handwerks erfordert umgehende Maßnahmen. Besonders nachteilig hat sich die Steuererhöhung am 1. April 1931 ausgewirkt, die in keinem Lande ein Beispiel hot, denn Baden hot die ebenfalls beschlossene Steuererhöhung inzwischen wieder aufgehoben. Der Hausbesitz ist bereit, Arbeitsaufträge zu erteilen, wenn ihm die Mittel hierzu belassen werden. Wir richten daher an die Hessische Regierung das dringende Ersuchen, durch Aufhebung des Artikels 13a des Sondergebäudesteuergesehes dem Hausbesitz die Möglichkeit zu Instand- sehungsaufträgen zu geben und so zur Belebung des Arbeitsmarktes beizutragen." Oie Beiträge zur Brandversicherung. Seit vielen Jahren bemüht sich der Verband, eine Aenderung in der Dcitragsvertei- lung der Hessischen Br a n d v e r s i ch e- rungs an st alt hcrbeizuführen. Die Frage beschäftigte ebenfalls den Berbandstag. Folgende Entschließung wurde einstimmig angenommen: „Die im Landesverband der hessischen. Haus- • besitzervereine zusammengeschlossenen hessischen Hausbesitzer erblicken in der Art der Prämienausschlagung durch die Hessische Drandversiche- rungsanstalt, wie auch in der Höhe der Beiträge eine schwere Benachteiligung des Wohnhausbesitzes. Der fast risikolose Wohnhausbesitz wird, im Gegensatz zu dem Prä- mienshstem der privaten Dersicherungsgesellschaf- ten, in derselben Höhe zu den Beiträgen herangezogen, wie die risikoreichen gewerblichen Betriebe und die Landwirtschaft. Der hessische Wohnhausbesitz bezahlt aus diesem Grunde jährlich mehrere hunderttausend Mark an Drandversicherungsbeiträgen z u AI n- , recht. Ebenso halten wir es mit der heutigen Rotzeit nicht vereinbar, daß die Brandversicherungsanstalt höhere Beiträge von allen Versicherten um deswillen erhebt, um jährlich nahezu eine Million Mark dem Reservefonds zuführen zu können. Die Versammlung richtet an die Hessische Regierung das dringende Ersuchen, entsprechende Maßnahmen zu treffen, daß 1. sowohl eine Staffelung der Beiträge nach Gefahrenklassen erfolgt, 2. die jährliche Zuwendung an den Reservefonds das Maß der Vorkriegszuwendungen nicht überschreitet." Oie Einheitsbewertung. Der vierte Punkt betraf die Einheitsbewertung. Der hessische Hausbesitz ist durchweg weit über das zulässige Maß hinaus bewertet. Infolgedessen werden Vermögens st euern von Werten verlangt, die gar nicht vorhanden sind, die nur auf dem Papier stehen. Die neuen Werte gehen teilweise sogar über die Vorkriegswerte hinaus. Eine solche Bewertung, die im schreienden Mißverhältnis zu den Wirklichkeitswerten stehen, dürften niemals als Grundlage für irgendeine Besteuerung dienen. Das gäbe das größte Alnrecht. Drastische Beispiele gab der Vertreter Dad-Rauheims, wo die Bewertung ihre Triumphe feiere, aber auch aus allen anderen Teilen des Landes wurden Klagen vorgebracht, besonders auch von den Landgemeinden. Die Versammlung genehmigte die vom Vorstand vorgesehenen Maßnahmen. Lahresiagung des VDA. in Hessen. • Frankfurt a. M., 10. Mai. Der Landesverband Hessen des D. D. A. (Verein für das Deutschtum im Ausland) hielt am Sonntag hier seine diesjährige Hauptversammlung ab, zu der etwa 100 Vertreter der Ortsgruppen des B.D.A. in Hessen erschienen waren. Staatsrat D l o ck konnte in seiner Degruhungs- ansprache mit Genugtuung feststellen, daß der B.D.A. in Hessen trotz der Schwere der Zeit bis jetzt in seiner Kraft und in seinem hohen Ideengehalt nicht gelitten habe. Als Bertreter der Hessischen Regierung und des Staatspräsidenten Dr. Adelung sprach Oberschulrat H a s s i n g e r der Tagung die herzlichsten Wünsche und besten Grüße der Regierung und des Staatspräsidenten aus und betonte, daß die Bolkstumsarbeit des D.D.A. stets auf das lebhafteste Interesse der Hessischen Staatsregierung rechnen könne. Weiter würdigte der Redner die bisherige Arbeit des D.D.A. im Interesse des deutschen Volkstums jenseits der Reichsgrenzen mit hoher Anerkennung und wies dabei besonders darauf hin, daß die V.D.A.-Arbeit keine Angelegenheit der Politik sei, sondern deutsche Kulturarbeit im besten Sinne des Wortes darstelle. Die Versammlung dankte dem Redner mit lebhaftem Beifall. Hierauf hielt der Leiter des deutschen Kultur- amtes in Rumänien, Prof. Dr. C s a k i - Hern^ann- stadt, einen Vortrag über die Organisation des deutschen Volkstums in Groß-Rumänien. Er betonte dabei die Wichtigkeit des engsten Zusammenschlusses aller deutschen Dolkstumsmitglieder auf groß-rumänischem Gebiet und erwähnte, daß man zu diesem Zwecke eine Zentralstelle des Deutschtums in Rumänien mit dem Sih in Bukarest schaffen wolle, nachdem das deutsche Kulturamt in Siebenbürgen der Rot der Zeit zum Opf^r gefallen sei. Don der geplanten Reueinrichtung wurde eine erhebliche Stärkung des deutschen Dolkstums im groß-rumänischen Staatsverband erhofft. Weiter sprach der Redner über seine Eindrücke und Erfahrungen, die er seit einigen Monaten bei Dor- trägen in Deutschland machen konnte und die ihm die Gewißheit gaben, daß hier in der Organisation des D.D.A. eine große Sammelstelle ar- beitsfroher und opferfreudiger Mitarbeiter für die Sache des Deutschtums im Auslande vorhanden sei. Der Redner betonte dabei die Wichtigkeit der weiteren Ausbreitung des Gedankengutes und der Ziele des D.D.A., damit die Arbeit 8um Besten des deutschen Dolkstums auf immer breiterer Basis entwickelt werden könne. Auf diese Weise werde die geistige und seelische Bindung zwischen den Reichsdeutschen und den deutschen Stammesgenossen jenseits der Reichsgrenzen immer stärker werden zum Segen des gesamtdeutschen Dolkstums. Anschließend beschäftigte sich die Tagung mit den geschäftlichen Angelegenheiten des Landesverbandes. In dem Jahresb ericht des ge- fchäftsführenden Vorsitzenden Dr. D i e m e r wurde mitgeteilt, daß Ende 1931 im Landesverband Hessen 38 Ortsgruppen des BDA. mit 4280 Mitgliedern, 72 Schulgruppen und 8 Iugendgruppen mit 8400 Mitgliedern zusammenaefaht waren. Die Werbewoche des VDA. in Hessen erbrachte die stattliche Summe von 28 500 Mk. Weiter wurde in dem Bericht u. a. auf die vorjährige BDA.- Pfingstfahrt nach Aachen, das Landesjugendtreffen in Groh-Almstadt, die Schulungswoche in Bensheim, die rege Vortragstätigkeit und gedeihliche Zusammenarbeit mit der Presse hingewiesen. Für die Betreuungsarbeit wurden vom Landesverband im verflossenen Jahre insgesamt rund 42 000 Mark aufgewandt. Dr. Diem er, dessen Bericht mit großem Beifall ausgenommen wurde, erhielt in Anerkennung seiner ausgezeichneten ArWirtschaft Die un daß ihr Stuttgart bekannt. Die Ehrung des verdienstvollen hessischen BDA.-Führcrs wurde von den Tagungsteilnehmern mit lebhaftem Beifall begrüßt. beit vom Hauptvorstand des VDA. die große silberne Ehrennadel verliehen, die ihm von dem 1. Vorsitzenden, Staatsrat Block, überreicht wurde. Der Kassenbericht des Schatzmeisters Philipps schloß in Einnahmen und Ausgaben mit rund 69 000 Mark ab und wies nach dem Stande vom 1. Januar 1932 einen Kassenvorrat von 12 800 Mark aus. Rach dem Prüfungsbericht von Rektor Reul (Gießen) wurde dem Schatzmeister mit dem Ausdruck dankbarer Anerkennung für seine vorbildliche Kassenführung Entlastung erteilt. Bei der Vorstandswahl wurden Staatsrat Block, als 1.Vorsitzender und Dr. Röhm als 2. Vorsitzender, sowie die übrigen Vorstandsmitglieder, soweit sie sich erneut zur Alebernahme der Aemter bereiterklärt hatten, wiedergewählt. Letzte Nachrichten. Ablehnung der Mhirauensaniräge im Reichstag. Berlin, 12. Mai. (DDZ.) 3m Reichstag wurden nach längerer stürmischer Debatte, die zur Unterbrechung der Sitzung führte, die Mißtrauensanträge der Nationalsozialisten, Deutschnationalen und Kommunisten gegen dar Gesamtkabinett in gemeinsamer namentlicher Abstimmung mit 287 gegen 257 Stimmen a b g c« lehnt. Jur die Anträge hatten außer den Antragstellern auch die Deutsche Volkspartei und dar Landvolk gestimmt. Die Sitzung wurde dann erneut unterbrochen. Frankfurt fester. Frankfurt a.M., 12. Mai. (WTB. Drahtmeldung.) In Rachwirkung der gestrigen Rede des Reichskanzlers und im Zusammerchang mit der überwiegend günstigen Aufnahme im Auslande zeigte schon der Vorbörsenverkehr eine freundliche Tendenz. Die bessere Stimmung der Reuyorker Börse und die Ermäßigung der Londoner Diskontrate um 0,5 Prozent auf 2,5 Prozent ließ die amtliche Börse in befestigter Haltung eröffnen. Trotz der bevorstehenden Feiertage nahm das Geschäft etwas lebhaftere Formen an, zumal von den heutigen Abstimmungen im Reichstag keine Aleberraschungen erwartet werden. Von der Dankenkundschaft lagen kleine Kauforders vor, denen sich die Spekulation mit Deckungen anschloß, da auch die Arbitrage große Käufe in Spezialwerten tätigte. Die feste Tendenz wurde noch durch die Sonderbewegung der Schuckertaktien, die auf die Ausführungen in der gestrigen Generalversammlung 3 Prozent gewannen, unterstützt. Gegen die Abendbörse ergaben sich meist Befestigungen von etwa 1 Prozent. IG.-Farben lagen nach Abzug des Dividendenabschlages von 6,3 Prozent anfangs 0,5 und später erneut 1 Prozent höher. Bemerkenswerte Erhöhungen hatten noch Aschersleben mit plus 3,5 Prozent und Siemens mit plus 1,5 Prozent. An den übrigen Marktgebieten war die Almsatztätigkeit zwar klein, doch stellten sich Besserungen bis zu 1 Prozent ein. Am Anleihemarkt lagen Altbesitz weiter fest und 0,5 Prozent höher, während Reubesitz erneut leicht zurückgingen. Reichsschuldbuchforderungen gewannen 1 Prozent, Reichsbahnvorzugsaktien 0,5 Prozent. Goldpfandbriefe lagen bei stillem Geschäft kaum verändert, Liquidationspfandbriefe waren eher etwas gesucht. 3m Verlaufe gingen Altbesih und Reichsschuldbuchforderungen merklich zurück, da eine große Verkaufsorder zur Ausführung kam. Am Aktienmarkt blieben die erhöhten Kurse voll behauptet. Schuckert erhöhten sich um weitere 1 Prozent, Reichsbahnvorzugsaktien 0,5 Prozent. Das Geschäft ging aber allgemein stark zurück. Am Geldmarkt war Tagesgeld zu 4 Prozent unverändert leicht. Berlin gut behauptet. Berlin, 12. Mai. (WTB. Funkspruch.) 3m Vormittagsverkehr rechnete man unter dem Eindruck der ziemlich allgemein freundlich interpretierten Kanzler-Rede mit einer festeren Börse. Auch die überwiegend festere Tendenz der Auslandbörsen, bei denen besonders die feste Veranlagung der deutschen Werte in London Beachtung fand, regten etwas an. Für Montane, hauptsächlich für Rheinische Werte, bestand etwas stärkeres 3nteresse, das man auf die neuen Russen-Aufträge zurückführte. Die Diskontsenkung der Dank von England um 0,5 auf 2,5 Prozent stadt) und Herr Wittgens (Mainz). Schließlich beschästigte man sich noch mit den Arbeitsaufgabendes neuenIahres, bei denen die diesjährige Pfingstfahrt des BDA. nach Elbing im Bordergrunde steht. Die nächstjährige Hauptversammlung des Landesverbandes wurde nach Mainz eingeladen. Zum Schlüsse gab Professor Meyer (Gießen) noch die bereits gemeldete Ehrung des 1. Borsitzenden, Staatsrats Block, durch das deutsche Auslandinstitut in löste naturgemäß Befriedigung aus. Trotzdem herrschte zu Beginn-des Verkehrs im Hinblick auf die Abstimmungen im Reichstag stärkere Zurückhaltung der Spekulation, zumal auch das Publikum vor den Feiertagen nun vereinzelt mit Orders im Markte war- .Pie Anfangsnotierungen lagen daher nur gut behauptet. Lebhafter gefragt waren Schuckert, bei denen der Abschluß und die Erklärungen auf der Generalversammlung für günstig erachtet wurden und den Dividendenausfall in den Hintergrund treten liehen. Außerdem waren Elektrische Lieferungen auf den überraschenden Dividendenvorschlag von 5 Prozent (man rechnet mit einem völligen Ausfall), sowie Farben unter Berücksichtigung des Dividendenabschlages lebhafter und fester. Vereinzelt waren aber auch Abschläge bis* zu 1 Prozent festzustellen, Charlottenburg-Wasser gingen sogar um 1,5 Prozent zurück. 3m Verlaufe ergaben sich bei lebhafterem Geschäft allgemein Besserungen bis zu 1 Prozent. Die Rachricht von der sicheren Mehrheit für die Regierung in den ersten Abstimmungen wurde mit Genugtuung zur Kenntnis genommen. Später ließ das Geschäft etwas nach, die Kurse bröckelten jedoch nur unbedeutend ab. Eine Sonderbewegung hatten Harpener, die auf Rheinlandkäufe um mehr als 2 Prozent anzogen. Schuckert konnten einen weiteren Gewinn von 1,5 Prozent später nicht voll behaupten. Deutsche Anleihen waren heute nur wenig verändert. Auch die ührigen Renten hatten Bei ruhigem Geschäft nur unbedeutende Abweichungen gegen den Vortag aufzuweisen. Reichsbahnvorzugsaktien setzten ihre Aufwärtsbewegung um 1 Prozent fort, Reichsschuldbuchforderungen waren zunächst in gleichem Ausmaß gebessert, gingen jedoch im Verlause etwas zurück. Bon Ausländern neigten Rumänen zur Schwäche, während Anatolier feste Beranlagung zeigten. Am Geldmarkt konnte die Erleichterung weitere Fortschritte machen, Tagesgeld ging auf 5,25 Prozent und darüber zurück, Monatsgeld blieb mit 6 bis 8 Prozent nominell unverändert. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a.M., 12.Mai. Auftrieb: 140 Rinder, 1832 Kälber, 48 Schafe, 883 Schweine. Es notierten: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 41 bis 43 Mk., mittlere Mast- und Saugkälber 33 bis 40, geringe Kälber 26 bis 32; Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 35 bis 38, von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 35 bis 38, von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 34 bis 38, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 32 bis 36 Mk. Marktverlauf: Sei' Kälbern infolge großen Auftriebs flauer Geschäftsgang, geräumt, Schafe ruhig, Schweine schleppend, ausverkauft. l'> Leitung KÄ »"Äs’u! verbrachte, IP* «ter Ihnng, J «ehret Kuhn, f» . rertr«des M l »echant Kahn. !Llch°re,diev° Sercine Zeugnis c । ftungen boten. km Marsch des rersammlung unv, miö verlaufene <5 de Kirchengesang Last ' Wies eck, 1 den Wiesecte ©trabe, der Ton Der Film mit I Material- und 1 kah es sich erübr gehen. Zu ertnäp' Md und Ton in fervorragend ist. Dienstag, 17 Mai ' Lich, 12. M findet in Lich der Lämmer- und S einer Ziegenß statt. Da die hi Jahren sich eines ten, ist auch jetzt trieb zu rechnen. Airgermeisterei iir sonders hingeiviese Krei chhirzenhai DMchnr heim diesen Tagen hier terhaltungsl sucht war. Es toui sowie Einzelvvrt Uscher Art zu ®< fall sanden. Hei einigen Neige- I und ließ auherde K " * Mücke, 12.3 Christliche Ei Ser Hof, Stativ 9<öffnet ist. Das f Als neue Mitglieder wurden in den Vorstand gewählt: Frau Professor Eger (Gießen), Fkau Provinzialdirektor Wehner (Mainz), Professor Lust (Darmstadt), Studienrat Eggert (Michel- 9$ 5^ ii dcn' *^raueni Mcn Dctanal' lCn daran tzst "^/vppenrod' 9u,tLn Wnbl 6lcinbmierc dienst m S“; S Stifts IW. Junten t-2 * Charlottenburger Wasser- und 3ndustriewerke AG., Berlin-Charlottenburg. Die gestrige Generalversammlung der Charlottenburger Wasser- und Industriewerke AG., Berlin-Charlottenburg endete nach vierstündiger Dauer mit der Annahme der Vorschläge der Verwaltung. Hiernach wird eine Dividende von 4 (7,5) v. H. in bar auf 57 (60) Mill. Mark Aktienkapital verteilt. * Die Süddeu tsche Eisenbahngesellschaft, Darmstadt, deren Aktienmehrheit sich im Besitz des RWE und der Stadt Essen befindet, wird für 1931 öividendenlos bleiben (i. V. 7 v. H.). Bei den von dem Alnternefjmen betriebenen Essener Straßenbahnen ist gegenüber dem Vorjahr ein Verkehrsrückgang von 13,4 v. H. sestzustellen, während bei den in Süddeutschland betriebenen 13 Nebenbahnen der Rückgang 12 v. H. beträgt. Kurszettel -er Berliner un- Frankfurter Börse.. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o.H, Lombardzinsfuß 6 v. H. förjegü Comme AI D und Dh r, Ä Abschlag ^°rlc V-nlag ®Ur9crrr Frankfurt a. Ul. Berlin Frontfun a. M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.M. Schluß»! kur- | 1-tlhr- Äur< Schlußkur- Ansong« Kur- Schlußkur- Kurs Echluß- kur- Anfang- Kur- Schluß-l kur- 1 1-Uhr- Kur- Schluß- kur- Anfang-« Kur» 11. Mai 12.Mai Datum 11.5. 12.5. 11.5. 12.5. Dalum 11.5. 12.5 11.5 12.5. Datum 11.5. 12.5. 11.5. 12.5. Amtliche Notirrung Geld 1 Bries Amtliche Notierung ‘ Geld 1 Bries | Helfingsors . Wien. . . . Prag . . . Budapest. . Sofia . . . Holland . . Oslo.... Kopenhagen. Stockholm . London. . . Buenos Aires Neuhort . . Brüste:. . . Italien. . . Paris . . . Schwei, . . Spanien . . Danzig. . . Japan . . . Rio de Ian.. Jugoslawien. Lillabo» . . 7,133 51,95 12,465 3,057 170,78 78,52 84,57 78,92 15,45 1,018 4,209 59,14 21,69 16,605 82,27 33,97 82.62 1,369 0,309 7,423 14,09 7,147 52,05 12,485 3,063 171,12 78,68 84,73 79,08 15,49 1,022 4.217 59,26 21,73 16.645 82,43 34,03 82,78 1,371 0,311 7,437 14,11 3anfnoten 7.133 51,95 12,465 3,057 170,78 77,92 84,52 78,12 15,45 1,018 4.209 59,14 21.69 16,605 82,27 34.12 82.62 1.369 0,314 7.423 14.69 6% Deutsche Reichsanlethe D.192'< 7% Deutsche Reichsanleihe v. 1929 6%% Doung-Anleihe von 1930 . Deutsche Anl.-Wlös.-Schuld mit AuSlos^Rechten....... De-gl. ohne Auslos.-Rechte . . . 8% Hell. Bolksstaak von 1929 (rückzahlb. 102°/-,)...... vberhessen Provinz-Anleihe mit Au-Ios.-Rechten....... Tcullchc Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1....... 8% Franks. Hhp.-Bank Voldpse 16 unkündbar bis 1935 .... ?% Franks. Hyp.-Bank Goldpse unkündbar btr 1936 Serie 1k . mittags 6 Uhr, bei der unterzeichneten Stelle einzureichen. 3762V Leihgestern den 11. Mai 1932. Bürgermeisterei, Handels- und Gewerbebank e. O. m. b. H., Gießen Der Voranschlag der Gemeinde Leih- rfkrn für das Rj 1932 liegt vom 13-d.M. •b eine Woche bei der unterzeichneten eiellc zur Einsicht der Interessenten offen. S; wird eine Umlage erhoben, zu der die lusmörkr beizutragen haben. 37630 Leihgestern, den 11. Mai 1932. Bürgermeisterei. Verkäufe | LBelgtev Vfevde Gvüdiic) unter aller (tzarant. zu verkauf. Fürnt zn Solm» Lkh'Hche GuIm- verwaltung k ol n hau ^<-».,,»-0 ®eör. Uerfonen- anöEiefenuooen billigst 0. Zober. Zobrzkllge. Müblftraßc 22. Auto- Gelegenheitskäufe I 24 PS Opel-Llmon- ilne, izeneraliiberh; taräge hatten ätsche Valksp Vo äerj S'Ä)" T9 iu lättncnik M tag betragen botß ? sei Wochen bishe^l Strafen . & be ÄFiillM Filialen in allen Stadtteilen Die neue Guatemala-Costarica-Mischung eine Zusammenstellung besond. edler Kaffeesorten, vereint hervorragendes Aroma und feine Qualitätmit f II einem außergewöhnlich niedrigem Preis.Pfund I U ui. n' ® s»: Mltotk J4Seil< SA Mkst-riow^ Shvßfittch. Evhplttnssheim AlsErboltingsstätteseliremvfohlen. Stärkende üöhenluft. Biel Wald. 80 Betten. ZT. Zimmer mit flieh. Wasser. 4 Mahlzeiten. Einzel- u. Zweibettenzimmer vro Person für volle B?rvflegung Mk. 3.— und 3.50. Mehrbettenzimmer 9Jlf. 2.50. Kinder bis 13 Jahre Mk. 2.—. Ohne ieg- lrcbe Zuschläge. Auf Wunsch Tiätkott. Milchkuren möglich. Bad i.Hause. Prosv. auf Verlang, vostfrei. Fernruf Mücke 36. Unter Garantie