eßen W rm ihr 29d. Vereine zu ver- [02257 .Hj^cuburg"" Dienstag. 12- 6aWi* im„WiV Dir bitten um« Beteiligung- s*e Dienstag. I^Ä' 26.4y^lcti Dienst«,SM Geivovnliche KL Korber: > Ter vermag -^modla"^ ER! oMh- o»o6«L«“ '°S"H •jMl tvif weisC0 u. derS «Hätte all« 6CS7'öff W 15 Pi- l Z2l9. ors> ilungen | ite 102256 KW r in Tast-, ufoerform. autz.günit- eli.d.Blu' ikervenW. erhans iedenes] iderfudit W nonieii ,anllSa>n- ?(ng-• *g WSOOMk für kurze Zeit L bohen ZinlensiH dovvelte Mittler. "■ aesuldt.Ichr.As7» 02249 a. d. GG WA- WZ Su, nicht unb w Rife'nii ■ Ä - " *? ! 1,8 NK i»r lergriss r%«t ■ Mrs «.c.n ungeh... ' OlaubS' '9.6 ^berli- -°ucht. .SfB5n.W «•asfi: 'er jemanbaÄIein-1 Wich ift 2 ernte sie jS? fr» * -«LL» me Maltet^ SS-.Ä isehung folgt.) M. 85 Erster Via« 182. Jahrgang Dienstag, 12. April 1932 Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Pnirf und Verlag: vrühl-sch« llniv«rßIS>5-vuch. und Steinöruderti R. Lange in Dietzen. Sdjrifllcitung und Scschäftrtzelle: SchnIIttatze 7. Annahme van Anzeigen für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- klameanzeigen von 70 mm Brette 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20" , mehr. Chefredakteur: Dr. Frcedr. Wilh. Lange. Derantworilich für'Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.Tdyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich in Gießen. -Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild-Die Scholle Monatr-Vezngrprei;-. Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , i 80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüsse unterSammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzen. Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11686. 5O.o 12.6 12.5 XXXHT Hessen - Darmstadt tH.o Auftakt zum Wahlkampf in Preußen Das Resultat des zweiten WahlganGs (Dis Vestel!ting das abgegebenen Stimmen i.d. 35 Wahlbezirken)____ )reussen HBerlin WPotsdam2 IVPotsdam 1 VFrankfurt aO "VIPommern NH Breslau I Ostpreussen 6.3 jQ Merseburg XU.ThüringenyÖHSchlesw-Holst XIV Weser-fms 2 Oft. XX Köln-Aachen -Nass 22,6/ 'I XXIX Leipzig Die Zahlen an den Kreisen bedeuten Prozent Ziffern Mi Hindenburg CH Hitler O Thälmann den alles zu Mehrheit die khwfl- verdanken hat, in seiner großen Treue hielt. Für die kommenden XE Baden XXXI Württemberg IX Oppeln 11.3 NHI Liognitz 4.6 X Magdeburg 6.3 Die prozentuale Verteilung der abgegebenen Stimmen auf die drei .Kandidaten in den 35 deutschen Wahlkreisen. v Die Kreise sind nach der Zahl der in den einzelnen Wahlkreisen abgegebenen Stimmen abgestuft. XXVNiederbayern 41 XXXV Mecklenburg 6.1 Berlin, 11. April. (TU.) Nach eigenen Berechnungen gibt das vorläufige amtliche Ergebnis des zweiten Wahlganges zu den Reichspräsidentenwahlen folgendes Bild für die Anteile der einzelnen Kandidaten in Hundertsätzen: Hindenburg er- hielt den Höch st saß an abgegebenen Stimmen wiederum im Wahlkreise Niederbayern, 72,0 v. H. (am 13.3.1932 = 69,9), den nied- rigften Saß der auf ihn entfallenen Stimmen wieder im Wahlkreis Merseburg mit 37 v. H. (33,1). Der Durchschnitt bei ihm betrug 53,0 o. H. (49,6 v. H.). Den Höchstsatz von Stimmen erhielt Hitler diesmal in Pommern mit 53 o. H. (37,4), während er beim ersten Wahlgang in Schleswig-Hol st ein seine meisten Stimmen erhielt (42,7). Den kleinsten Anteil hatte er wieder im Wahlkreis Köln-Aachen mit 20 v. H. (17,2), Durchschnitt 36,8 (30,1). Bei Thälmann wurde wiederum der H ö ch st s a tz erreicht in Berlin mit 26 v. H. (29,2), der Niedrigst satz war wieder in Franken mit 4,0 o. H. (5,9), Durchschnittssatz 10,2 v. H. (13,2). Die Wahlbeteiligung war wie im ersten Wahlgang im Kreis Leipzig mit 90 v. H. (91,2) am höchsten, die niedrigste in Oppeln mit 77,5 v. H. (80,2), Durchschnitt der Wahlbeteiligung 83,6 (86,2) o. H. XXI.Koblenz-Trier 5,6 XXVHI Dresden- Bautzen 9,3 Welche Hunderlsahe erhielten die Kandidaten? 52,2 j XXßPfalT 7,6 XVH Westfalen-NrdXCII KV Ost-Hannover'XVI Süd-Hannover c 0 Braunschweig XXX Chemnitz - Iwickau 15,0/-^ iSWahlvorschlüge eingegangen. Die übliche Zersplitterung Berlin, 11. April. (BDZ.) Die Frist für die Einreichung von Wahlvorschlägen für die Prenßi- lche Landtagswahl ist jetzt abgelaufen. Beim preußischen W a h l l e i t e r , dem Präsidenten des Preußischen Statistischen Landcsamtes, sind insgesamt 18 Wahlvorschläge zur Neuwahl des Preußenparlaments am 24. April eingegangen. Ob alle diese Borschläge zugelassen werden und in welcher Reihenfolge sie auf dem Abstimrnschein erscheinen, steht noch nicht fest. Die Entscheidung darüber fällt der Landesaus- schuß, der unter dem Borsih des Landeswahlleiters am kommenden Mittwoch zusammentritt. Der Landeswahlausschuh besteht aus Beisitzern, die von den sechs größten Parteien gestellt werden. Die 18 Listen für die kommende Preußenwahl zeigen die gleiche Zersplitterung, die sich schon bei den letzten Landtagswahlen bemerkbar gemacht hat. Insbesondere haben auch die Vertreter t)cr"f) olnischenMinder h c i t wieder einen Wahlvorschlag eingereicht: doch ist kaum anzunehmen, daß bei dem erhöhten Wahlguoiienten von 50 000 eine der Splittergruppen Aussicht auf die Erlangung eines Mandates hat. Es ist daher zwecklos, die Rainen der übrigen Splittergruppen zu nennen, ehe der Landesausschuß entschieden hat, ob sie über- hauptzugelassen werden. entscheidend für den späteren Verlauf der politischen Kämpfe einschähen. Es bestehe kein Zweisel darüber, daß der Stimmenzuwachs Hindenburgs abgesehen von Kommunisten a u f Teile der Deutschnationalen Volks- Partei zurückgehe, die Hindenburg gewählt hätten, ohne dah es-Herr Hugenberg habe wagen können, gegen Herrn von Oldenburg parteidisziplinarisch vorzugehen, desgleichen auch nicht der Stahlhelm, dem Herr von Oldenburg angehöre. Auf der anderen Seite hätten größere Gruppen sich diesmal für Adolf Hitler erklärt. Wenn die Deutschnationale Volkspartei heute so zerfahren und hilflos dastehe, so habe sie es jenen Elementen zu verdanken, die nicht groß, sondern bloß reaktionär zu denken verständen. Den Schaden hätten sie selbst zu tragen. Oie Oeuischnationalen Der ..Lokalanzeiger" (deutschnational) meint. ..Marktschreierisch rufen die Blätter der Linken ihren vollen Sieg und die Riederlage des Faschismus aus. Die Wahrheit ist, daß es Herrn Brüning und der Eisernen Front keineswegs gelungen ist. ihre Hoffnungen auf den zweiten Wahlgang wahr zu machen. Der Stimmenzuwachs für ihren Kandidaten blieb in ihren Erwartungen Was sagt die presse zum Ausgang der Präsidentenwahl? ' der Frage dar, ob sie in Aeberein- der Memelkonven- tion angefugten Statut des Mernel- L“nMeinungSverschiedenhei- ^u^ch , Intervention des Völker- bundsrats noch durch Verhandlungen zwischen den genormten fünf MLHten beigelegt werden konn- S1-eingangs genannten Mächte, daß der Gerichtshof sich zu sechs Fragen aussprechen soll, die von den vier Mach, ten mit Bezug auf die oben angeführten Vorgänge formuliert worden sind. Die Walther-Rathenau-Gesellschaft hat den Wal- ther-Rathenau-Preis für 1931 in Gestalt der Medaille den Herren Dr. M e l ch i o r (Hamburg) und Harry Graf Keßler (Berlin) zuerkannt. Der Geldpreis wurde in diesem Jahre nicht verliehen, sondern wegen der Notlage der Zeit a n m e hrere 6 ch r i f t ft e 11 e r als Werkbeitrag verteilt. *"',8u|y81 °°I b» vles. "—- r?e”b .fehl ul9et)oben. Mn. »“ cnt“£ ch° Ro"’Ä •SÄ"1" nb. w.% sSyS 3nÄ«»®nhF,“V Aus der provinzialhauptsiadt. Gießen, den 12. April 1932. Eßbare Schulweisheit. Der Brauch, die Buchstaben des Alphabets in Form von kleinen Kuchen herzustetten und diese den Kindern vor Beginn des ersten Lernens zu geben, war bereits bei den alten Griechen und Römern üblich- So sollten die Kinder daS Alphabet gewissermaßen spielend und essend erlernen. Auch von manchen Heiligen aus den ersten Jahrhunderten der Christenheit wird in der Volks- Phantasie behauptet, daß sie das Alphabet durch Buchstaben in Kuchenform erlernt hätten. Besonders vom Heiligen Eolumbanus, einem Missionar bei den Germanen, der im 6. und 7. Jahrhundert lebte, wird behauptet, daß er die erste Schulweisheit sozusagen in sich gegessen hätte. Auch bei den Juden sind mindestens feit dem 11. Jahrhundert unserer Zeitrechnung Buchstaben in Kuchenform bekannt, die den Kindern vor dem ersten Lernen zum Verspeisen gegeben wurden. 3n der mittelalterlichen Zeit war in Deutschland der Brauch häufig anzutreffen, den Kindern, die zum ersten Lernen angehalten werden sollten, Schultafeln aus Lebkuchen zu schenken, auf denen das ABC mit Honig aufgemalt war. Kuchen in der Form von Buchstaben erhalten die Kinder in den Zeiten des ersten Schulganges noch heute in vielen Gegenden. Roch häufiger ist der Brauch, die Buchstaben des Alphabets ganz klein zu hacken, und sie so den Buben und Mädchen vor dem ersten Schul- gang in den Brei oder in die Suppe zu tun. Besonders in Süddeutschland sind derartige Bräuche noch sehr häufig. Wiederum in anderen Gegenden legt man schon den Kindern in der Wiege das Alphabet unter das Kopfkissen. Dadurch sollen die Kinder gleich von vornherein sehr lerneifrig werden. Dieser Brauch scheint weiter südlich entstanden zu fein. Heute ist er auf Sardinien und Sizilien noch allgemein üblich, läßt sich aber auch in Mitteleuropa bis hinauf nach Schweden und Norwegen noch Nachweisen. Rach dem Volksglauben in Spanien und Portugal sind die Kinder lernbegierig und geistig empfänglich zu machen, wenn sie ein ganz kleingehacktes Alphabet aus Papier verschlucken. Dieser'Brauch, der zeitweise auch in Schottland und Irland anzutreffen war, hat sich weiter noch in Südamerika gehalten. 3n Riederdeutschland wird das Alphabet oft in Abzähltexten wiedergegeben, die die Kinder auswendig lernen müssen. Aber noch weit darüber hinaus hat das Alphabet im Volksglauben mancherlei Bedeutung. AIS Zettel unter den Kopf gelegt, soll es nach altem Volksglauben gegen Gicht und Ausschlag Helsen. Auch mit einigen Bräuchen am Andreas- abend ist das Alphabet verbunden. Dieses wird an eine Tür oder an eine Tafel gemalt und je nachdem, auf welchen Buchstaben ein junges Mädchen mit verbundenen Augen greift, soll der Vorname des Zukünftigen beginnen. Als Kennzeichnung des Anfangs und des Endes ist das Alphabet weiter sehr oft an Glocken und Münzen, auf altchristlichen Monumenten, auf Leichensteinen, Särgen, auf alten Tonlampen und auf Bildwerken in den Katakomben Roms angebracht. Borrrotizcn. — Tageskalender für Dienstag. Stadt- theatc-r: „Liebelei", vorher „Der verwandelte Ko- möbinnt", 19.45 bis gegen 22.30 Uhr. — T. D.: im „Augustiner", Monatsvcrsammlung. — 1. Reichskurzschriftgesellschaft: 19 Uhr, Pestalozzischule, Nordanlage, Beginn des Anfänger-Lehrgangs. — Bap- tiften-gemeinde: 20.15 Uhr Gartenstraße 13, Vortrag über „Flucht aus Sodom . — Lichtspielhaus, Bahn- hofftraße: „Mädchen in Uniform". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute, 19.45 Ahr, als 26. Q3o Jt.liung im Dienstagabonnement „Liebelei" von Arthur Schnitzler, 3nszenierung Karl Hey- sers. Vorher „Der verwandelte Komödiant", ein Spiel aus dem deutschen Rokoko von Stefan Zweig. Spielleitung: Wolfgang Kühne. — Morgen, Mittwoch, 13. April, „Romeo und 3ulia", Trauerspiel von William Shakespeare unter der Spielleitung des 3ntendanten Dr. Rolf Prasch. Eine neuartige Drehbühneninszenierung. Die Titelrollen spielen Beatrice Doering und Raimund Schelcher. Beginn: 19 Ahr, Ende: 22 Ahr. 26. Vorstellung im Mittwochabonnement. — Kirchenmusikalische Beran st altung. Am Sonntag, 17. April, 20 Uhr, findet in der Jo- hanneskirche ein Kirchenkonzert statt dessen Erlös zu Gunsten des Evangelischen Schwesternhauses be- stimmt ist. Die Veranstaltung bringt — wie man uns schreibt — in reicher Folge Werke von Bach, Schütz Mendelssohn, Hummel u. a. als Sologesänge, Duette und Kantaten zu Gehör. Sämtliche Mitwir- lende gehören der Gesangsschule von Frau Dr Meyer an, von der auch die ganze Veranstaltung geleitet wird. Herr Organist Habicht hat außer Solovorträgen auf der Orgel auch die Begleitung der Gesänge übernommen. Da Kirchenkonzerte dieser Art wenig zu hören sind, sei auf das Konzert be- sonders hingewicsen, schon mit Rücksicht auf den guten Zweck. Näheres ist aus der heutigen Anzeige zu ersehen. — Der Bund „Haus und Schule hat für das Sommerhalbjahr wieder eine Reihe von Deranstaltungen vorgesehen, die — so schreibt man uns — seinen Mitgliedern und Freunden mancherlei Schönes und Interessantes bieten werden. Als erster Abend ist Freitag, 15. April, vorgesehen. Reichsbahnamtmann Dörr wird über „Luther in Obcrhessen" erzählen. Man beachte die morgig« Anzeige. __________________ habe sich vor allen Dingen bemüht, daß eine Stapel l meister in aus dem Admirals-Palast in Berlin, die ebenfalls im Lokal war, die dortige Kapelle dirigierte und dafür drei Flaschen Sekt ausgesetzt. Zu einer dramatischen Episode kam es dann, als der Vorsitzende plötzlich an den Angeklagten Gäbel die Frage richtete: „Wollen Sie jetzt den Bisammantel zugeben? Der Mantel ist ja beschlagnahmt worden und es würde vielleicht für Sie sehr unangenehm sein, wenn die Empfängerin hier als Zeugin erscheinen müßte." Gäbel gab hierauf den Empfang des Man» tels zu. Er habe den Pelz durch Vermittlung von Max Sklarek für 400 Mark gekauft. „Ich hab '' 400 Mark auch an Mar Sklarek bezahlt." Der angeklagte Lehmann erklärt, daß er die 400 Mark Eine frühere Angestellte der Sklareks bekundete, daß an den angeklagten Stadtrat Gäbel verschiedene Sendungen, u.a. Garderobe für seine Frau geschickt wurden, lieber die Bibliothek, die Gäbel von den Sklareks erhalten und die 1600 Mark gekostet habe, wurden die Inhaber der Lieferfirma gehört. Eine andere frühere Angestellte der Skla» reks schilderte, daß Frau Schmitt, Frau Hoffmann, Frau Gäbel und die Frau des Stadtbankdirektors Schröder ihre Kleidereinkäufe bei den Sklareks tätigten und dabei verwöhnte Ansprüche zeigten, daß nicht die KDG.-Sachen genügten, sondern Kleider namhafter Konfektionsfirmen geholt werden mußten. Nach dem Preis hätten die Damen nie gefragt. Auch Frau Direktor Brokat und deren Tochter hätten das Ballkleid für den Presseball auf diese Weise bezogen. Ferner soll Etadtbankdirektor Schmitt auch einen Teppich von den Sklareks erhalten haben. Die Zeugin hatte auch Frau Hoffman den Nutria-Pelz vorgelegt, der von Gerson geholt wurde, nachdem die anderen Pelze ihr nicht gefielen. Die Zeugin meinte, daß der Pelz b e i Gerson 3000 bis 4000 Mark gekostet habe. Hoffmann wurde er mit 800 Mark von den Sklareks in Rechnung gestellt. Bei dieser Gelegenheit erklärte Leo Sklarek: „3n der Voruntersuchung habe ich Hoffmann bewußt geschont. Jetzt kann ich sagen: Er hat den Pelz überhaupt nicht bezahl t." Hoffmann legte demgegenüber eine Reihe von Quittungen vor und blieb dabei, daß er die 820 Mark, die man von ihm gefordert habe, bezahlt hätte. Die Rückwanderung auf das Land. Die Einsicht, daß in der Stadt hie ße- bensmöglichkeiten viel schwieriger sind als auf dem Lande, bringt allmählich in roei- tere Kreise. Schon liegen einige Zahlen über die Rückwanderung aus den Städten auf das flache Land vor. Aus Berlin flüchteten im Jahre 1931 rund 33 000 Einwohner oder 7,7 vorn Taufend, aus H a m b u r g rund 11 000, aus D u i s- burg-Hamborn 6000, aus Frankfurt a. M. und Gelsenkirchen je 5000. Don 50 deutschen Grc> ßstädten verlieren 39 insgesamt 109 000 Personen, in den übrigen ist nur ein geringer Zuwachs von 7000 zu verzeichnen, so daß sich für die gesamten Großstädte ein Abgang von 102 000 Einwohner oder 5,2 v. T. ergibt, für die Mittelstädte mit 50 000 bis 100 000 Einwohnern von rund 6000 oder 1,7 v.T. Einwohnern. Der Walkher-RathenauPreiv. " ZurDoranschlagsberatungimGie, ßener Kreistag, über die wir gestern berichteten. wird uns von Herrn Wilhelm Lemp Kreis» tagsmitglieb des Christlich-Sozialen Dolksdienstc^ heute mitgeteilt, daß der Antrag, für die Inner« Mission und die Krüppelfürsorge die vorjährige Beihilfe wieder zu bewilligen, nicht von dem Ärete» tagsabg. Schudt, sondern von ihm gestellt worden sei. Herr Lemp erklärt, er habe Viesen Antrag während der Kreistagssitzung schriftlich gefteflt, und der Antrag sei von den Abgeordneten Schudt, Schein^ Schmidt, Wagner, Don Eiff und Dr. Katz mit unten zeichnet worden. ei Privattelegram mverkehr von Reisenden tm Zuge. Am den Reisenden bei den nur kurzen Aufenthaltszeiten in Eil« und SchneUzügen auf den AnterwegSbahnhöfen die Aufgabe von Telegrammen zu erleichtern, können in den Schnell- und Eilzügen gewöhnliche Privattelegramme in offener Sprache mit nicht mehr als 14 Worten nach Bestimmungsorten in Deutschland durch Vermittlung des Zugführer- ober Schaffners aufgegeben werden. Die Annahme der Privattelegramme im Zuge erfolgt gegen Zahlung der tarifmäßigen Wortgebühr und einer Sondergebühr von 20 Pf. für daS Telegramm. •• Der Hubertus, Verein weidgerechter 3äger, Sih Gießen, hielt — wie man uns berichtet — vor einigen Tagen seine Aprilversammlung im „Hessischen Hof" ab. Diese nahm zunächst mit Freude davon Kenntnis, daß nunmehr auch der Hessische Oberforftcrbcrbano das Verbot jeglichen rauhen Schusses auf Schalenwild bei der obersten Forstbehörde beantragt und damit den dahingehenden Bestrebungen des Hubertus willkommene Anterstützung geschenkt hat. Man beschloß sodann die Mitarbeit an dem zu gründenden „Raturring", einer Vereinigung hessischer heimatliebender Vereine, die daS neue hessische Raturschutzgeseh und die Erkenntnis feinet Bedeutung fördern will. Die Heranzucht eine- guten Gebrauchshundes. des unentbehrlichen Gefeiten des weidgerechten Jägers, soll wie immer durch eine Derbandsjugendprüfung gefördert werden. Der Schiehplan für das 3ahr 1932 wurde nach den Vorschlägen der Schießkommission genehmigt. Danach wird das jagdliche Schießen auf den Ständen des Vereins auch in diesem 3ahre wieder gepflegt werden. Wit Rücksicht auf die finanziellen Verhältnisse wird dabei auch die Kleinkaliberwaffe als Aebungswafse zuge- laffen fein. Auch fönst wurden Maßnahmen getroffen, die das Schießen in einer solchen Weife verbilligen sollen, daß auch jetzt noch seine Pflege möglich ist. Denn der saubere Schuß gebärt nun einmal zum weidgerechten Jagen, und auch hier macht nur Hebung den Meister. Es sprach dann über das Thema: „FcühjahrSarbeiten des Hegers im Feld- und Waldrevier" der Vorsitzende, August PaScoe, Dutenhofen, woran sich ein lebhafter Austausch von Erfahrungen anschloß. Schließlich wurde noch mitgeteilt, daß der eine der beiden Ahus, die im Vogelsberg wieder eingesetzt werden sotten, elngetroffen fei Cs handelt sich um ein Wännchen, einen Wild- fang aus Ostpreußen. Vv gische Handelsschule. Das Schuljahr 1931/32 der Vogtschen Handelsschule Gießen schloß am 19. März. Wehr als 180 Schüler und Schülerinnen besuchten — so berichtet man unS — den Tages -Dollunterricht in den beiden Anter- richtsanstalten. Dazu kommen noch Über 120 Sonderkursteilnehmer in Buchführung, Maschinenschreiben und Stenographie. Die Fachausbildung wurde in allen Fächern immer mehr der kaufmännischen Praxis angepaßt. Reben dem neu ein* geführten Lehrgang für Maschinenschreiben wurden Hebungen mit der elektrisch betriebenen Rechenmaschine durchgeführt. Während des Berichtsjahres wurden mehrere Gießener Geschäftsbetriebe besichtigt, ebenso wurde im Sommer mit einer Schüler gruppe eine freiwillige Studienfahrt nach Hamburg und Cuxhaven unternommen. ' Vortrag fürKraftfahrer. Am Donnerstagabend sprach im Katholischen VeveinS- haus der Beauftragte der „ContiTrental"-Gummiwerke (Hannover), Dr. Erenzien, über die Herstellung und Behandlung des Gummireifens. Der Redner gab nach einem kurzen Hinweis auf die Rotwendrgkeit und Möglichkeit, auch am Autoreifen zu sparen, einen Aeberblick über die Herstellung des Gummireifens. Man hörte von der Gewinnung des Gummis, von der Bearbeitung der Rcchstoffe (Gummi, Baumwolle), und schließlich hatte man Gelegenheit, die gesamte komplizierte Herstellung der Reifen selbst kennenzulernen, wie sie in der neuzeitlich eingerichteten Fabrik vor sich geht. Interessant waren auch die Darlegungen über die Fortschritte im Reifenbau. Der zweite Teil deS Vortrages befaßte sich eingehend mit der Pflege der Bereifung. 3n Wort und Bild wurden alte Faktoren erläutert, die schädigend auf den Reifen einzuwirken imstande sind. Insbesondere lernte man die Zerstörungserscheinungen kennen, die bet zu geringem Luftdruck. bei Aeberlastung des Kraftwagens, bei falschem Radstand und bet schlechten Fährgewohn- heiten des Kraftzeugführers eintreten können. Der Vortrag fand seinen Abschluß mit einem Hinweis auf die gewaltigen Leistungssteigerungen im Reifenbau. Die Ausführungen wurden mit dankbarem Beifall aufgenommen. Weitere Lokalnachrichten im 2. Blatt ©er Führer desRhein-Main-Gastwirie- verbandes gestorben. WSN. Darmstadt, 11.April. Der Führer de» Rhein-Main-Gastwirteverbandes, Paul Tischler, ist in Darmstadt nach längerer Krankheit geworben. Er war Vorstands- und Ehrenmitglied der Gastwirteinnung Darmstadt und Gründer des Kaffeehausbesitzer-Verbandes Hessen, dessen Präsident er bis zu seinem Ableben noch war. I — OO1SS11-77 gericht Potsdam am 19. Oktober 1931 ergangene und wegen Brandstiftung und DerficherungSbetru- geS auf ein Jahr Zuchthaus lautende Artet! aufgehoben und die Sache zur anderweitigen Behandlung uni) Entscheidung an die Dor- instanz zurückverwiesen. Schwere» Grubenunglück bei Gladbeck. Auf der Schochtanlage III/VI von Matthias Günnes in Brauck bei Gladbeck brach in einem Rutschenbetrieb auf einer längeren Strecke das Hangende zusammen. Ein an dieser Stelle beschäftigter Re- oierfteiger und vier Hauer wurden von den Gesteinsmassen verschüttet. Nach stundenlangen Bemühungen gelang es, den Reviersteiger und drei Hauer als Leichen zu bergen. Ein vierter Hauer wurde ohne sichtbare Verletzungen aufgefunden und ins Krankenhaus gefchaftt. Er liegt aber zur Zeit noch in tiefem Schlaf. Schwerer Anfall bei einer Jenerroefjrübung. 3n München ereignete sich bei einer Hebung der Abteilung 4 der Freiwilligen Feuerwehr, die jetzt ihre Frühjahrsübungen abhält, ein schwerer Unfall, bei dem zwei Feuerwehrmänner schwer und ein weiterer leicht verletzt wurde. Eine an der Rückseite eine- Schulhauses ausgestellte 19 Meter hohe Schiebeleiter wurde plötzlich von dem Rückprall eines heftigen Windstoßes erfaßt und zu Fall gebracht. Der zu oberst stehende Feuerwehrmann erlitt eine Wir- belsäulenverletzung und komplizierte Anterschenkel- brüche, der in der Mitte stehende trug Beirchrüche davon, während der dritte Feuerwehrmann nur leicht verletzt wurde. Schwere» Skiunglück in den Zillertaler Alpen. Fünf reichsdeutsche Skifahrer sind in den Ziller- toter Aloen auf einer Fahrt über den Waxeck- und Mösele-Gletscher verunglückt. Der Student Hein- rich Lodze aus Dresden wurde tot geborgen. Das Schicksal der vier anderen Teilnehmer ist noch unbekannt. Gekentert und ertrunken? Nach Eltville sind der 18 Jahre alte Arbeiter Wilhelm und der 16jährige Arbeiter Rath von einer Fahrt, die sie mit einer Schaluppe rheinaufwärts unternommen haben, nicht zurückgekehrt. Es muß angenommen werden, daß den jungen Leuten ein Unglück zugestoßen ist. Die Möglichkeit besteht, daß bei dem heftigen Sturm das Boot kenterte und die beiden Insassen ertrunken sind. Ein Toter, neun verletzte bei einem Autounfall. 8( n Ausgang der Stadt Weimar fuhr ein mit zehn Personen besetzter Sechssitzer gegen einen Baum und wurde zertrümmert. Der 26jährige .Kraftwagenführer Menge aus Wei- mar wurde getötet. Die anderen neun Personen die von einem Frühlingsfest kamen, wurden mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Einbrecher „besuchen" den Leiter der Berliner Mordkommission. 3n die Wohnung des bekannten Berliner Kri- minalrateS Gennat, deS Leiters der Berliner Mordkommission, in Cbarlottenburg, sind Einbrecher eingedrungen, Die die Abwesenheit des Kriminalrates und seiner Wirtschafterin benutz- ten, um die Wohnung zu durchsuchen. Rachdem sie alles durchwühlt und nichts gefunden hatten, gingen sie in daS Zimmer der Wirtschafterin, wo sie 700 Qltarf Bargeld und einige Schmuckfachen fanden. Die Täter sind mit ihrer Deute unerkannt entkommen. Sprung vom Turm der Jtofre Dame. 3n P ar iS hat ein 25 3ahre alter in München geborener polnischer Student Selbstmord begangen, indem er sich von einem Turm der Rotre Dame-Kirche herunterstürzte. Er soll sich zwar eifrig seinen Studien gewidmet haben, aber all fein Geld in Pferderennwetten verloren und auS Verzweiflung darüber die Tat begangen haben. Erdstöße und Vulkanausbrüche in Chile und Argentinien. In Chile und Argentinien wurden Erd- bebenstöße verspürt, denen Eruptionen des Riesen- vulkans Tinguiririca und anderer kleinerer Vulkane in den Zentrallanden folgten. Die bei den Ausbrüchen ausgeworfene Asche, die vom Wind fortgetragen wurde, verdunkelte weithin den Himmel und senkte sich wie ein dichter Mantel über zahlreiche Gegenden nieder, so den Schrecken vermehrend, der infolge der Erdstöße unter der Be- Dotierung der Städte und Dörfer verbreitet worden war. Der Verkehr muhte unterbrochen werden, und in einzelnen Ortschaften war die Dunkelheit so stark, daß es den Leuten zeitweise nicht möglich war, ihren beruflichen Obliegenheiten nachzu- gehcn. Opfer der Naturkatastrophe sind bisher nicht gemeldet worden. Die von ihr berührten Gegenden erstrecken sich über einen Landstrich von schätzungs- weise 650 Kilometer Länge und 1000 Kilometer Breite. Untergang eines französischen Segelschiffes. Der Dampfer „Deerpool" Hot vier Matrosen des französischen Segelschiffes „Rouzic" aufgenommen, das auf 45,58 Grad nördlicher Breite und 9,53 Grad westlicher Länge bei stürmischem Wetter unterge- gongen ist. Acht Rettungsboote, in denen sich 2 5 Mann befanden, werden vermißt. Die „Rounc" war in Saint Malo nach Saint Pierre und Miquelon in See gegangen. Soll Ihr Stoff recht preiswert sein, kaufen Sie bei Schmücker ein Sportanzüge in den modernsten Farben und Formen zweiteilig Hauptpreislagen: 21.- 29.- 36.- 48- Wir bringen eine nicht zu übertreffende Auswahl Größtes Spezialhaus für Herren-, Knaben- und Sportkleidung Oberhessens 2770 A Thüringer Goidglöckchen, die früheste, gelbftelschlge Delikates- und Salat-Kartoffel. _____ GoldglSckchen ist nicht nur die A BTOF früheste, sondern auch in Qualität und Aussehen die aUerfeinste Speisekartoffel. 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April, um 9.45 Uhr, von der Kapelle des Hauptfriedhofes Frankfurt am Main aus. 2847 d 2864 D Allen denen, die an dem Tode unseres lieben Entschlafenen Karl Weimer, Lehrer Anteil nahmen, besonders für die warmen Worte seiner Kollegen und Freunde am offenen Grabe und für die zahlreichen Kranzspenden sagen wir herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Daubringen, den 11. April 1932. Bullenverkauf. Die Gemeinde Treis a. d. Cba. verkauft auf dem Wege des schriftlichen Angebots einen L^jäHrigen, 15 Zentner schweren Lullen zum Schlachten. 2865D Angebote per Zentner Lebendgewicht können bis zum Donnerstag, dem 14. April 1932, nachmittags 5 Uhr, auf der Bürgermeisterei abgegeben werden. Die Verkaufsbedingungen werden im Termin bekanntgegeben. Treis a. d. Lda., den 12. April 1932. Hessische Bürgermeisterei Treis. Michel. Srische SUche für Mittwoch Donnerstag und Freitag: ff. 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Die acht Bezirksmeister kämpfen in der „Runde der Meister" im Einrundensystem noch Punktwertung, die Pokal-Endrunde wird nach dem Pokalsystem ausgetragen, d. h die Unterlegenen scheiden sofort aus. In der Runde der Meister gab es gleich eine große Ueberraschung: Schwarz-Weiß Barmen wurde in Elberfeld von Borussia Fulda mit 2:1 geschlagen. In Köln blieb Köln-Sülz erwartungsgemäß über Neuendorf 4:0 siegreich und in Gladbeck fertigte Meidencher Spielverein die SpVg. Herten 4:0 ab. Schalke 04 und Husten 09, die Meister von der Ruhr und von Sudwestsalen, greifen erst am nächsten Sonntag in die Kämpfe ein — In der Pokalrunde werden Neuenahr, Rotthaufen und Hagen 05 bereit» Die ersten Runden. Im Westdeutschen Spielverbond nahmen Sonntag sowohl in der „Runde der Meister", Hartes an den Hals traf — eine Fensterscheibe splitterte zu Boden. „Hans!" gellte Swensens Stimme. „Hansl" Er kniete neben dem Leblosausgestreckten auf dem Boden und sah geistesabwesend auf den dunklen Strom von Blut, der aus dessen Munde quoll und ihm die Hemdbrust färbte. In nicht endenwollender Flut rann es über den Teppich, der die Bretter deckte. Bon Entsetzen geschüttelt, schnellte der Künstler auf und rannte nach der Garage. — Geräteturnen im Gau Hessen (OT.) Ausjcheidungsturnen für den hefsenkampf Unter Leitung von Ehren Gauoberturnwart Dill fand am Samstagnachmittag in der Turn halle des Io. 1846 Gießen ein 'Ausscheidungsturnen zur Neuaufstellung der Hessenr t ege statt. An der Veranstaltung nahmen 15 der besten Geräte turner des Gaues Hessen teil, von denen acht für die Riege bestimmt wurden, und zwar: 21. Ebers- pacher, Igm. Marburg, Paul Götsch, T. u. Spv. Marburgs Karl Schick, Id. 1846 Gießen, Karl Reuter, Tv. 1846 Gießen: Adolf Ahrens, Igm. Marburg: Alfred Eckhardt, Id. 1860 Bad- Nauheim: W. Sinnroell, Id. 1860 Bad-Nauheim: Richard Seth, Id. Großen-Linben; Ersatz: W. Funk, I. u. Spa. Marburg. In dieser neuen Ausstellung kann die Hessenriege mit den besten Aussichten am 8. Mai in Darmstadt zum Hessenkampf der drei hessischen Proninzen antreten, der zum werten Mal zum Austrag kommt (letztmals im Oktober in Gießen). Außerdem steht die Hefsenriege in diesem Jahre noch oor einer neuen Aufgabe. Ehren Gauoberturnwart Will hat einen Kunstturn-Mannschaftkampf abgeschlossen, der die Hessenriege zusammenführen wird mit zwei Gauen aus benachbarten lurnkreisen, und zwar mit Gau Nordhessen-Waldeck (Kreis Oberweser) und dem Hellwig Märkischen lurngau (Kreis Westfalen- Lippe). Der Kampf soll erstmals in Kassel ausgetragen werden und dann später auch nach Gießen kommen. Ganz gute Leistungen zeigten bei dem Ausschei- dungsturnen am Samstag außer den oben Genannten oor allem noch Leinwebe r-Ireis a. d. L., Dreier- Lang-Göns, D e ch e n t - Friedberg: in ihnen wächst ein guter Ersatz für die Hessenriege heran. Mittelrheinischer OT -Kreiswaldlauf. In Neu-Isenburg wurden um Sonntag die Wald- lauf-Meisterschaften des Mittelrheinkreises der DI. in drei Klassen unter leilnahme oon 90 Einzelläufern und 12 Mannschaften ausgetragen. Die Strecke befand sich in ausgezeichneter Verfassung. Das Wetter war gut. In der über 7 Kilometer führenden Meisterklasie gingen 35 Läufer an den Start. G a r st (Worms), Wagner (Saarbrücken), F o r - noff (Darmstadt) und Holzapfel (Münchhausen) bildeten oom Start an eine Spitzengruppe, in der die Führung mehrfach wechselte. Bei 4 Kilometer hatte der erstmals an einem Waldlauf teilnehmende Holzapfel die Führung, beim 6. Kilometer mußte er sie an den liteloertebiger Fornoff abgeben und auf dem letzten leil der Strecke sicherte sich der Wormser G a r st die Spitze. Den Konkurrenzen wohnten zahlreiche Zuschauer bei. Westdeutsche Fußball-Endspiele. Der Kreistag des Kreises Büdingen! tritt am nächsten Samstag im Kreisamtsgebäude zu Büdingen zu seiner diesjährigen ordentlichen Tagung zusammen, in deren Mittelpunkt die Verabschiedung des Haushaltsvoranschlages für 19 3 2 stehen wird. Der Voranschlag schließt in Einnahme und Ausgabe mit je 519 156,51 Mark, gegen 604 554,03 Mark im Vorjahre ab. Davon entfallen auf die Betriebsrechnung 436 170 Mark, gegen 516 890 Mark. Auf die V e r m ö g e n 5 r e d) n u n g kommen für das neue Haushaltsjahr 82 986,51 Mark gegen 87 664,03 Mark. Von der B e t r i e b s r e d) n u n g entfallen im einzelnen auf die allgemeine Verwaltung an Einnahmen 2650 Mark (im Vorjahre 2824 Mark), an Ausgaben 24 963 Mark (25 644 Mark), auf das Polizeiwesen an Einnahmen 15 550 Mark (20 550 Mark), Ausgaben 19 390 Mark (24 850 Mark), Schulwesen keine Einnahmen, Ausgaben 4380 Mark (6480 Mark), Kunst und Wissenschaft keine Einnahmen, Ausgaben 100 Mark (1390 Mark), Bauwesen an Einnahmen .4566,15 Mark (6250,25 Mark), Ausgaben 12 047,02 Mark (16 321,44 Mark), Allgemeine Förderung der Wirtschaft feine Einnahmen (30 Mark), Ausgaben 8013,76 Mark (15 364,48 Mark), Wohlfahrtspflege und Gesundheitswesen einschl. Erwerbslosen- und Wohnungsfür- sorge an Einnahmen 95 615,40 Mark (117 779 Mark), an Ausgaben 227 525,45 Mark (261 275,22 Mark), 21 n ft alten und Einrichtungen an Einnahmen 27 962,01 Mark (37 648,45 Mark), an Ausgaben 29 902,01 Mark (39 688,45 Mark), Finanz- und Steuerwesen Einncchmen 288 196,94 Mark (330 159,10 Mark), Ausgaben 97 579,41 Mark (106 935,07 Mark), Grundstücksverwaltung Einnahmen 1101 Mark (1136 Mark), Ausgaben 661 Mark (736 Mark), Kapitalvermögen und Margret wusch sich eben die Hände in dem großen Becken, welchen das Aerztezimmer zur Verfügung hatte, als die Türe aufgerissen wurde und Ewensen mit schlotternden Knien hereingestürzt kam. „Kommen Sie! — Schnell! — Ich habe Doktor Wander erschossen!" Einen Augenblick schien es, als taumle sie. „Weiß meine Schwester?" „Bein!" Mit einem Ruf des Schreckens sahen sich beide an. Lenore stand im Rahmen der Türe und trug keine Spur von Farbe mehr im Gesichte. Ihre Hände hoben sich und fielen hilflos wieder an ihrem dunklen Kleide herab. „Fred, was hast du getan!" Er streckte ihr die blutbefleckten Finger entgegen. „Ich habe meinen Wagen unten —“ Margret hatte das Wort aufgefangen und lief schon die Treppe hinab. Die beiden anderen folgten. Cs gibt ein zweites Unglück, dachte Lenore, als die Limousine mit wahnsinniger Geschwindigkeit die Chaussee entlangraste. Die Tür zum Pavillon stand noch offen, als Ewensen als erster die Stufen hinaufsprang. Er sah den Gärtner neben dem Freunde knien. Wander trug einen Verband um den Hals und lag mit blassem Gesicht und geschlossenen Augen. „Die Blutung ist gestillt", sagte der alte Marrn, der früher lange Jahre in Sanitätsdiensten gestanden war. „Ich habe schon immer gesagt. Eie sollten das nicht dulden, Herr Swensen, daß Graf Kletten dicht hinter ihrem Pavillon seinen Schieß» stand errichtet hat. Da muhte einmal ein lln- glück passieren!" „Kletten?" stammelte der Künstler und deckte die Hand über das Gesicht. . Fred!" bat Lenore erschüttert, wurde bleich und sah nach der Türe, wo Swensens Gattin soeben über die Schwelle taumelte. „Du lebst!" Sie wäre rückwärts gestürzt, wenn Lenore sie nicht rasch untergefaht hätte. „Ich dachte — als der Schuh fiel — mein Mann, und war unfähig, hierherzukommen." ..Ihr Mann ist unverletzt", tröstete Lenore. „Ich bitte Sie, sich zu beruhigen, gnädige Frau!" Ihr Blick flog über Inegard hinweg zu Swensen hinüber. Mahnend und oon herhec Ditte etjüllt; Kapitalfchulden Einnahmen 528,50 (513,20 Mark), Ausgaben 11608,35 ** Gebäudeabbruch imNeuenweg. Das bis vor kurzem als Wohnhaus benützte Haus Neuenweg 40 wurde dieser läge geräumt und wird nunmehr niedergelegt. Damit verschwindet ein Fachwerkgebäude aus dem Straßenbild, das mehrere \ Jahrhunderte als Wohngebäude seinen Zweck er- | Der Haushaltsvoranschlag des Kreises Büdingen für 1932 Gin dunkles Rot der Scham brannte auf ihren Wangen. „Ich werde mit Mama sprechen. Wie lange kannst du--können Sie noch bleiben?“ „Die vereinbarte Kündigungsfrist ist einDiertel- jahr. Vielleicht legen Sie ein Wort für mich em, daß die Zeit getürmt wird." Er machte keine Miene, ihr zu Hilfe zu kommen, als^ ihre Hand nach einem Halt suchte. „Gestatten Sie, daß ich mich jetzt empfehle. Den Bescheid der gnädigen Frau bitte ich mir durch Wettermann mitteilen lassen zu wollen. — Ich werde mir erlauben, mich von Frau von Recklinhausen vor meinem Weggänge noch zu verabschieden." „Von mir ist es wohl nicht nötig!" „Wir haben uns bereits verabschiedet, gnädiges Fräulein. Der gnädigen Frau meinen ergebensten Wunsch baldiger Genesung." Mietet |ch war eben bei deiner Frau. Alles intakt. Du hast also durchaus keine Airsache, ein solches Gesicht zu ziehen. Was ist denn eigentlich los? — Schon neulich haft du mich geschnitten. Gestern habe ich wieder gegrüßt und kaum einen Dank bekommen. Heute behältst du die Hand in den Manteltaschen und möchtest mich trotzdem am liebsten in Grund und Boden schlagen" Aus der Provmzialbauptstadi. Gießen, den 12. April 1932. Gießener Wochcnrnarktprcisc. Gieße n 12. April. Cs kosteten auf dem rxhenmarkt das Pfund Kochbutter von 90 Pfennig an, Süßrahmbutter 130, Land- butter 120, OHalte 25 bis 30, Wirsing, gelb 15 20, grün 25 Weißkraut 10. Rotkraut 12 brs 15, gelbe Ruben 10 bis 12, rote Rüben 10 Spinat 20, Unter-Kohlrabi 5 bis 8, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 80 bis 100, Tomaten 50 bis 60. Zwiebeln 18 bis 20 Meenettich 30 bis 60. Schwarzwurzeln 25 bis 35, Kartoffeln 4,5. Aepfel 8 bis 15, Dörrobst 25 bis 30, Honig 40 bis 45, junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 70 bis 80, Rüsse 35 bis 40; das Stück: Käse 5 bis 10, Tauben 60 bis 70 Eier 7, Blumenkohl 30 bis 70, Salat 20 bis 25’ Endivien 15 bis 30, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 40; das Bund: Radieschen 15 bis 20 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 3.80 bis 4. Weißkraut 6 bis 6.50. Wirsing, gelb 12 bis 15, grün 20 bis 22, Rotkraut 8 bis 9 Mark. (18 205,34 Mark). Bei den Steuern ist besonders zu vermerken, daß die Kreissteuern von 210 000 Mark im Vorjahre auf 185 500 Mark, für das neue Haushaltsjahr gesenkt, während die Reichs st eueranteile (30 000 Mark im Vorjahre) mit 20 000 Mark eingestellt wurden; mithin ist der Steuerertrag um 35 000 Mark geringer geworden. Die Vermögensrechnung verzeichnet je in Einnahme und 'Ausgabe den Reste- und Ausgleichsstock mit 82 098,51 Mark (87 029,03 Mark), den Mo- biliar-Erneuerungsfonds mit 240 Mark (224 Mark), den Erneuerungsfonds für das Beamtenhaus mit 361 Mark (336 Mark), den Reservefonds für das Äreiskinderheim Bingenheim mit 287 Mk. (75 Mk). Der Sonderooranfchlag des Kreiswohl- fahrtsamtes und Sreisjugenbamtes schließt wie folgt ab: Ausgabe 227 525,45 Mark, Einnahme 95 615,40 Mark, mithin Fehlbetrag 131 910,05 Mark, der aus Kreismitteln gedeckt wer den muß. Der Voranschlag des .Kreiskinderheims Bingenheim ist mit 26639,01 Mark in Einnahme und Ausgabe ausgeglichen. Die Vermögensübersicht nach dem Stande vom 31. März 1932 verzeichnet das Ver mögen des Kreises Büdingen mit 110 399,34 Mark, die Schulden mit 56 073,29 Mark. Nach dem Verwaltungsbericht des Kreisausschus- ses für 1930 schließt die Rechnung von 1930 wie folgt ab: Einnahme 566084,49 Mark, Ausgabe 483 985,98 Mark. Mithin verbleibt aus dem Rech nungsjabr 1930, das schon zum Teil in die Anfänge der deutschen Wirtschaftskrise fiel, der sehr beachtenswerte Ueberschuß von 82 098,5 1 Mark, der mit 66 642,12 Mk. Barvorrat und mit 15 456,39 Mark Ausstände im Bericht verzeichnet ist. ausgeschaltet. VfL. Benrath, Hornberger Spielverein und Rheydter SpD. haben sich erwartungsgemäß die nächste Runde qualifiziert. Oie süddeutschen Endspiele. Klärungen in beiden Gruppen. In den beiden süddeutschen Endspielgruppen fielen am Sonntag wichtige Entscheidungen. In der Abteilung S ü d o st konnten die Münchener „Bayern" dem Karlsruher Fußballver- ein auf (einem eigenen Platze mit 1:0 die erste Niederlage beibringen. Der 1. FE. Nürnberg konnte sein Gastspiel im Rom Hof zu einem 2:0-Sieg über die Fürther Kleeblättler gestalten. Damit kommen für die ersten beiden Plätze nur noch Bayern Mün chen und 1. FC Nürnberg in Frage. Der FC Pforzheim büßte feine letzte Chance auf Placierung dadurch ein, daß er von München 1660 6:1 geschlagen wurde. Der VfB. Stuttgart mußte nach einer Reihe von schonen Erfolgen in Rastatt wieder einmal eine Niederlage von 3:2 hinnehmen. In der Abteilung N o r d w e st führt Ein- tracht Frankfurt die labelle durch einen 3:1-Sieg über VfL. Neckarau weiter an. Der FSV. Frankfurt gewann sein Spiel in Pirmasens mit 4:1 und behielt den zweiten Platz, zumal Wormotia Worms in Mainz eine 2:1-Niederloge hinnehinen mußte. Waldhof schlug den FA. Saarbrücken 5:2. Nach diesen Ereignissen und deni heutigen labcUenftanb ist nicht mehr damit zu rechnen, daß ein anderer Ver ein als Eintracht oder FSV. Frankfurt für die ersten Tabellenplätze in Frage kommt. Ringer-Länderkampf Deutschland —Dänemark 7 : O. Irn sechsten Länderkampf gegen Dänemark holten sich die deutschen Amateurringer am Sonntag in der Kölner Rheinlandhalle vor 5000 Besuchern ihren dritten Sieg. Dieser Erfolg wurde mit einer lieber- legenheit errungen, wie sie bislang in diesem Ausmaß in keiner der Begegnungen zwischen diesen Ländern zu verzeichnen war. Die deutschen Ringer konnten sämtliche sieben Kämpfe gewinnen, vier davon durch Schultersieg. Den Ehrenpreis für den besten Techniker erhielt der Kölner Weltergewichtler M ö ch e l, einen Ehrenpreis für den schnellsten Sieger wurde an den Zweibrücker Fischer vergeben. Die Ergebnisse: Bantamgewicht: Fischer-Zweibrücken zwingt Vogt-Dänemark bereits in der vierten Minute aus beide Schultern. Federgewicht: Ehrl-München kann in der 15. Minute einen Kopfzug des Dänen Iörgensen ab- fangen und den Dänen auf beide Schultern legen. Leichtgewicht: Sperling-Dortmund siegt über Ohlsen-Dänemark noch Punkten. Weltergewicht: In einem technisch auf hoher Stufe stehenden Kamps besiegt Möchel-Köln Jensen- Dänemark nach Punkten. Mittelgewicht: Strömer-Duisburg siegt über Dosylius-Dänemark nach Punkten. Halbschwergewicht: Heitmann-Hörde siegt über Einer Hansen-Dänemark in der 15. Minute durch Ueberrourf. Schwergewicht: Gehring - Ludwigshasen zwingt Hans Hansen-Dänemark schon in der fünften Minute durch Schleudern auf die Schulter. „Das möchte ich auch!“ gab Swensen kaltblütig zu. „Sehr nett von dir!" Wander lachte noch immer, wenn es auch etwas gereizt klang. „Raus mit der Farbe! Du bist doch hoffentlich nicht eifersüchtig!“ Von Swensens dunklen Augen glitt ein warnender Blick zu ihm herüber. „Du weißt, daß ich Fräulein von Recklinhausen verehre." „Allerdings!" Der Gärtner kam, um etwas an den Bäumen, die schon entlaubt standen, zu schneiden. „Vielleicht hast du die Güte, nochmals mit mir zurückzugehen!" Swensen zeigte nach dem Hause, das von der untergehenden Sonne in helles Orange getaucht stand. „Wir können uns übrigens auch im Pavillon aussprechen", , schlug er vor, „vorausgesetzt, daß du Zeit hast." „Ich habe erst um zehn Uhr eine Abmachung." „Dann, bitte!" In lächerlich weitem Abstand gingen sie nebeneinander. 2Tm Rande des Parkes, wo der Blick nach dem Gebirge, dessen geschneite Häupter jetzt wie Alabaster glänzten, frei lag, erhob sich ein runder Kuppelbau. Schweigend stiegen sie zusammen die wenigen Stufen hinauf. Swensen lieh dem Freunde den Vortritt. Der Künstler warf die Handschuhe auf den Tisch und zeigte nach einem der Korbstühle, die sand- sarben aus dem Raume tauchten. „Danke!" lehnte Wander ab. „Was du mir zu sagen hast, läßt sich sicher auch im Stehen an- hören. Ich linde es übrigens lächerlich, wenn du dich ereiferst, daß ich nnch um Fräulein von Recklinhausen bewerbe. — Du kannst dvch nicht jede —“ „Hans! Richt in diesem Ton!" warnte Swensen ihn unterbrechend. „Gut! Dann in einem anderen!" sagte Wander belustigt, begann im Pavillon umherzulausen und umkreiste den runden Tisch, dessen gelbe Decke bis zum Boden herabhing. „Also, um es kurz zu machen, ich habe Fräulein von Recklinhausen gefragt, ob sie meine Frau werden will und einen Korb bekommen. Sie heiratet überhaupt nicht, sagt sie! Du kannst mir also kondolieren." Swensens Gesicht sah fahl aus. „Wenn ich gezwungen gewesen wäre, dir zu gratulieren — „Was wäre dann gewesen?' forschte Wander gleichmütig. H „Hätte einer von uns beiden das „Morgen nicht mehr erlebt." „Erlaube!" brauste Wander auf. „Ich kenne mich nicht mehr aus in dir! Erst ist es ihre Schwester, die du zu lieben vorgibst! Run ist es auf einmal Margret!" „Margret?! Hahaha .. “ „Alm die handelt es sich doch! wollte Wander sagen, fühlte plötzlich, wie chn etwas schneidend „Sei gut zu ihr, wie du es mir versprochen haft." Er kam langsamen Schrittes aus seine Frau zu und legte den Arm um sie. „Ich bringe dich auf dein Zimmer! Das ist kein Anblick für dich!" „Warum hast du ihn niedergeschossen?" wollte sie fragen und fühlte, wie ein dumpfer Schwindel sie gegen die Schulter ihres Maimes gleiten ließ. Von ihm und Lenore gestützt, nahm sie den Weg nach dem Hause hinüber. Margret sah sich plötzlich allein mit dem Verwundeten und gab mit einer Ruhe, welche dem Gärtner Bewunderung abnötigte, ihre Anordnungen. Der Verband war für den Augenblick vollkommen genügend. Sie ließ nach dem Sanitätswagen telephonieren und bestimmte, daß man Wander nicht in ein Krankenhaus, sondern in seine Wohnung bringe. Als Swensen nach wenigen Minuten mit keuchenden Lungen wieder zurückgerannt kam, unterdrückte sie jede Frage, wo Lenore blieb. Die Schwester mußte selbst wissen, was sie zu tun hatte Wenn sie sich soweit zu überwinden und Selbstvergessenheit zu üben vermochte, daß sie der Frau, die sie um Glauben und Liebe betrogen hatte, Magddienste zu leisten gewillt war, durch sie sollte sie nicht daran gehindert werden. Der Sanitätswagen kam, und Margret nahm, als wäre es das Selbstverständlichste von der Welt, mit in demselben Platz. Sie drückte Swensen die Hand und versprach ihm, der noch völlig verstört war, heute noch Mitteilung -ukommen zu lassen, wie es um Wanders Befinden stand. Sie hoffte auf eine ruhige Rächt. Mit wirrem Gehirn und einem niederdrückenden Gefühl der Schuld sah Swensen dem Wagen nach. Wie er auch nur eine Sekunde auf den Gedanken hatte kommen können, er habe den Freund erschossen, das wußte er selbst nicht mehr zu sagen. Gr erinnerte sich, daß er überhaupt feine Waffe in der Tasche trug, und auch WanderS Gewohnheit war es nicht, einen Revolver bei sich zu führen. Man mußte den Grafen Kletten zur Verantwortung ziehen. Rach dem Hause gehend, vermochte er kaum die Kraft auf)ubringen, die Schritte vorwärts zu setzen. Es war übergenug, was der Tag gebracht hatte. Lenore, dieser Engel in Menschengestalt, war bei seiner Frau und mühte sich wie eine Schwester um sie. Inegard hatte, als er sie verlieh, die Arme um deren Hals gelegt gehabt und an ihrer Schulter geweint. Gegen zehn Alhr rief ihn Margret an den Apparat. Sie teilte ihm mit, daß Wander zwar noch immer in schwerer Betäubung liege, aber durchaus keinerlei Lebensgefahr für ichn bestände. „Schlafen Sie also ganz ruhig!" ermunterte sie ihn. Er glaubte ihre Stimme noch nie so voll Güte vernommen zu haben. (Fortsetzung folgt) füllte, in dieser Zeit aber kaum eine Veränderung ober bauliche Erneuerung erfahren hat. Infolge- helfen war das Haus zuletzt in sehr baufälligen Zustand geraten, der den Abbruch nötig machte. Das Haus war gleichzeitig eines jener wenigen, zu denen noch eine kleine Freitreppe emporführte, die nur noch an wenigen alten Häusern in unserer Stabt zu finben ist. •* Sperrung bes Neuenwegs. Das Po- lizeiamt teilt mit: Der Neuenweg wirb wegen Adbrucharbeiten an dem Hause Neuenweg 40 bis 14. April oon der Weidengasse bis zur Iohannes- straßc für den Verkehr mit Fahrzeugen aller Art polizeilich gesperrt. Umleitung erfolgt durch die Weidengasse. '* Sperre der Straße „21 n der K a - s er ne". Das Polizeiamt teilt mit: Die Straße „An der Kaserne" wird oon Dienstag, 12. April, bis auf weiteres für den gesamten Fuhroerkehr polizeilich gesperrt, da sie mit einer neuen Kleinschlagdecke versehen wird. Die ausgestellten Sperrschilder sind zu beachten. Umleitung zur Kaserne erfolgt für den Fuhroerkehr durch Kaiserallee, Am Kugelberg zum Eingang an der Maschinengewehrkaserne. ** Lernt Einheitskurzfchrift! Es sei nochmals auf den am Donnerstag, 14. April, 19 Uhr, in der Goetheschule, Westanlage 43, beginnenden An- föngerlehraang des Kurzschriftvereins van 1861 hin- gewiesen. Das im Hinblick auf die heutige Notzeit von 12 RM. auf nur 7 RM. herabgesetzte Unter- richtsgeld dürfte jedem die leilnahme ermöglichen. Erwerbslose erhalten außerdem noch eine weitere Ermäßigung. Näheres siehe heutige Anzeige. MmMNMMMlI Vornan von 3- Schnewer-Foerstl. Urheber-Rechtsschutz: Verlag D. Meister, Werdau. Wirtschaft. Kurs-Veföffenilichungöverbot aufgehoben. Berlin, 11. April. (WTB.) Die Vierte Notverordnung über die Veröffentlichung von Kursen vom 3. Oktober 1931 tritt mit Wirkung vom 12. April 1932 außer Kraft. Die Verordnung verbot bekanntlich die Deröffent- lidjung von Wertpapierkursen. Oie neuen Bankenzinsen. Merlin, 11. April. (WTB.) Der zentrale Kreditausschuh hat den Zinssatz für täglich fällige Gelder in provisionsfreier Rechnung auf höchstens 2,5 v. H., den Zinssatz für täglich fällige Gelder in provisionspflichtigcr Rechnung aus höchstens 3 v. H. festgesetzt. Für Kündigungsgelder mit einer Kündigungsfrist von weniger als zwei Monaten beträgt der Zinssatz höchstens 4,25 v. H., sofern die Kündigungsfrist mindestens zwei Monate, aber weniger als drei Monate betragt, höchstens 4,5 v. H. und bei einer Kündigungsfrist von drei Monaten bis zu einem Jahr höchstens 5 v. H. Für feste Gelder dürfen, sofern sie für einen Zeitraum von mindestens 31 und 61 Lagen her- eingenommen worden sind, höchstens 4,75 v. H., bei einer Zeit von mindestens 62 und höchstens 91 Tagen höchstens 5 v. H. und von mindestens 92 und 364 Lagen 5,25 v. H. bezahlt werden. Die Beschlüsse treten sofort in Kraft. Oie Opel-Werke ganz in amerikanischem Besitz. Frankfurt a. M., 11. April. (WTB.) Aus dem nun vorliegenden Geschäftsbericht der General Motors ist zu ersehen, dah schon vor drei Monaten auch die restlichen 20 v. H. noch im Besitze der Adam Opel AG. befindlichen Aktien in die Hände der General Motors übergegangen sind. Diese Transaktion beruht nicht auf einem Barkauf durch die General Motors, sondern es wurden die Aktien von den Vorbesitzern, Wilhelm von Opel und Dr. Fritz von Opel, in Aktien der General Motors zum Tageskurs umgetauscht. Sn der Bilanz der General Motors erscheint der Opelbesih nunmehr mit 34,67 Mill. Dollar gegen bisher 25,97 Mill. Dollar. Damit befinden sich die Opelwerke nunmehr ganz im Besitz der General Motors. Der Großhandelsindex. Die vom Statistischen Reichsamt für den 6. April berechnete Grohhandelsindexziffer ist mit 98,6 gegenüber der Vorwoche um 0,7 Prozent zurückgegangen. Die Sndexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 94.7 (minus 1,1 Prozent), Kolonialwaren 88,5 (minus 0,8 Prozent), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 89,5 (minus 0,8 Prozent), industrielle Fertigwaren 119,8 (minus 0,2 Prozent), Produktionsmittel 119,5 (minus 0,1 Prozent), Konsumgüter 120,1 (minus 0,3 Prozent). .,* Russenauftrag für die Sieger- länder Sndustrie. Sn der weiterverarbeitenden Sndustrie, bei der im allgemeinen ein trauriger Tiefstand in der Beschäftigung zu beobachten ist, weist zur Zeit die Blechwarenerzeugung wohl als einziger Sndustriezweig eine gewisse saisonmähige Belebung auf. Die Gruppe Siegerland der Vereinigten Stahlwerke hat jetzt einen größeren Russenauftrag für Feinblech erhalten. Es handelt sich um 7000 bis 8000 Tonnen Handels- und Qualitätsfeinblech. Der Hauptanteil des Auftrages wird von dem Feinblech- Werk in Eichen ausgeführt, das in einigen Tagen gröbere Arbeitseinstellungen vornimmt. Der Rest wird von den Walzwerken in Attendorn und Hüsten ausgeführt. Für das notleidende Siegerland bedeutet dieser Auftrag eine merkliche Entlastung des Arbeitsmarktes. Rheinische Metallwaren- und Maschinenfabrik, Düsseldorf. Die Generalversammlung der Rheinischen Metallwaren- und Maschinenfabrik, Düsseldorf, genehmigte den Abschlub für das Geschäftsjahr 1930/31 und beschloß, aus dem Reingewinn von 395 762 Mk. wieder 200 000 Mk. der Reserve zuzuführen und die restlichen 175 762 Mk. auf neue Rechnung vorzutragen (i. V. aus 1,92 Mill. Mk. Gewinn 7 v. H. Dividende)' Wie die Verwaltung ausführte, sei im laufenden Geschäftsjahr eine weitere Absahschrumpfung eingetreten, die sich aber in einigermaßen erträglichen Grenzen gehalten habe. Der Absatz sei um etwa 15 v. H. im Vergleich zur entsprechenden Zeit des Vorjahres zurückgegangen. Berlin abwarienb. B e r l i n , 12. April. (MTV. Funkspruch.) Die erste Börse mit amtlichen Kursen, die heute nadj einer Pause von fast sieben Monaten stattfand, brachte keine besonderen Ueberraschungen. Da das Kurs- veröffenllichungsverbot nunmehr g c. fallen ist, wird es in Zukunft wieder möglich sein, das Publikum genau zu unterrichten, und damit wird hoffentlich das Vertrauen wiederkeh. r en. Wie nicht anders zu erwarten war, blieb das Geschäft heute klein. Offenbar wartet man besonders beim Publikum, aber aud) bei der Spekulation ob. wie der erste Tag verläuft. Momente aus der Wirtschaft und aus der Politik konnten sich nicht auswirken, da einmal das Geschäft zu klein und anderseits das Interesse mehr auf die Technik des neuen Verkehrs gerichtet war. Die K u r s g e st a l - t u n g war nicht ganz einheitlich, doch überwogen im allgemeinen Rückgänge, die, verglichen mit den gestrigen Freiverkehrsnotizen, bis zu 3 v. $). betrugen. Zuerst wurden AEG. mit 22,5 v. H. fest- gesetzt, das ist ziemlich genau die Hälfte des Sep- temberkurses. Im übrigen waren die Veränderungen ■gegen den 18. September außerordentlich unterschiedlich. Beachtlichen Gewinnen standen große Verluste gegenüber. Svcnska, die man allerdings als Kreuger-Wert völlig für sich betrachten muß, sind beispielsweise von 147 auf 8 Mark entwertet. Auch Zellstoffoerein notierten 7 v. H. nach 31 v. H. Sauro- Hütte waren heute 3 v. H. Brief repartiert nach 29,5 v. H. Sehr fest waren dagegen Braunkohlen- werte, von denen Ilse 122 nach 117,5 und Rheinische Braunkohlen, die 155,25 nach 111,5 notierten. Kali- Papiere waren gegen den 18. September etwa 10 bis 20 v. H. gebessert. Von Elektropapieren waren Siemens 5 v. H. und HEW. etwa 15 v. H. schwächer. Chade lagen etwa 13 Mark höher. Die Schiffahrtspapiere Hapag und Norddeutscher Lloyd lagen etwa bei 12 v. H. nach 25 v. H. Montane waren weniger stark verändert. Erdöl lagen 32,5 auf 46 gebessert, während Vereinigte Stahl 11,75 nad) 19 notierten. Farben waren etwa 8 v. H. rückgängig. Im Verlaufe bröckelten die Kurse bei kleinem Geschäft weiter ab. Die Verluste betrugen bis zu 1 v. H. Schultheis fielen durch einen 5-v. H.-Rückgang auf. Deutsche Anleihen gegen gestern behauptet, Altbesitz 9 v.H. unter dem Kurs vom 18. September. Der Geldmarkt war weiter leichter, Tagesgeld 5,5 o. H. und darüber. An den Devisenmärkten hat sich gegen Mittag nichts wesentliches geändert. Die Londoner Börse eröffnete in sehr ruhiger Haltung und ziemlich behauptet, nur internationale Werte lagen unsicher. Amsterdam war auf Neuyork hin und auf Gerüchte von neuen französiscyen Bank- schwierigkeiten schwach, die Rückgänge betrugen bis 5 v. H. Frankfurt schwach. F r a n k f u r t a. M. 12. April. (WTB. Draht- meldung.) Die erste amtliche Börse nach der fast siebenmonatigen Unterbrechung eröffnete in überwiegend schwächerer Tendenz. Reben der unverändert unklaren innerpolitischen Lage drückten die meist schwächeren Auslandsbörsen auf die Stimmung. Es lagen überwiegend Derkaufsorders vor, die nur auf der ermäßigten Basis Llnterkunft fanden. Da auch die Spekulation in Rachwirkung des Wahlergebnisses weitere Realisationsneigung bekundete, lagen die ersten Kurse gegen die Abendbörse 1 bis 2 Prozent schwächer. Die Verlängerung um ein Sahr des im Herbst 1930 durch das Deich aufgenommenen Lleberbrückungskredits von 125 Mill. Dollar fand keine Beachtung. Besonder- schwach lag der Elektromarkt, an dem Gerüchte von einem Dividendenausfall bei Schuckert verstimmten. Licht & Kraft und Schuckert gaben je 5 Prozent, Siemens 2,50 Prozent und die Rebenwerte bis zu 1 Prozent nach. Stark unter Druck standen am Kunstseidemarkt Bemberg mit minus 4 Prozent, während Alu auf dem erhöhten Niveau der Abendbörse behauptet waren. SG. eröffneten zum ersten Kurs nur wenig schwächer, während die immer gut behaupteten Scheideanstalt-Aktien 1,50 Prozent einbüßten. Deutsche Erdöl gaben 2,50 Prozent nach. Montanpapiere tendierten nicht einheitlich, Gelsenkirchen zogen um 1 Prozent an, dagegen lagen Mannesmann weiter im Angebot und 1,50 Prozent niedriger. Kaliaktien ver- loten nur leicht, nachdem an der Abendbörse starke Abschläge eingetreten waren. Reichsbankanteile gaben 1,50 Prozent nach, lagen aber später um Bruchteile eines Prozentes erholt. Schifffahrtspapiere tendierten knapp gehalten. An den Rebenmärkten herrschte Geschäftsstille, wie überhaupt das Geschäft nur schleppend war. Am.. n t e n m a r k t lagen Deutsche Anleihen unverändert. Reichsschuldbuchforderungen konnten sich um 0,50 Prozent befestigen. Von Sndustrie- bonds blieben SG. gut gehalten. Am Pfand- b r i e f m a r k t war zunächst kein größeres Ange- des Vereins, der kkn Mitgliederzahl zugenommen bat. Die Rechnung schloß mit einem Ueberschuß ab. Bei der Vorstandswahl wurde der bisherige Bor- stand wiedergewählt, mit Ausnahme des zweiten Vorsitzenden, PH. Scho mb er, der eine Wieder« wähl ablehnte. Der Vorstand setzt fidj nun folgender- maßen zusammen: Obersekretär K. Appel 1. Vor- sitzender, Metzgermeister K. B ö ß jun. 2. Vorsitzen- der, Buchhalter Fr. Kauß Schriftführer, Uhr- machermeister K. Frank Rechner, Weber E. P o r t Einkassierer, Schlosser L. Röder Notenwart, als Beisitzer K. B r u n e und H. H o r st. Folgende Mitglieder wurden wegen fleißigen Singstundenbesuchs lobend erwähnt: Phil. S ch o m b e r und Fr. K a u ß besuchten sämtliche Singstunden (40), K. Appel. K. Frank und B. Weitzel je 39. Der Verein steht unter Leitung von Chormeister Konrad Nicolai (Großen-Buseck), der dieses Amt schon feit Kriegsende inne hat. Kreis Schotten. O.ßaubadj, 11.April. Der Gemeinderat beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung zunächst mit der Prüfung der Gemeinderechnung aus dem Rechnungsjahr 1930. Die Rechnung zeigt eine Einnahme von 228 342,78 Mark, gegenüber einer Ausgabe von 179 954,01 Mark, lieber die Verwendung der im Herbst frei werdenden Kreisobst - baumschule konnte sich der Gemeinderat noch nicht schlüssig werden. Das,Bepflanzen mit Fichten zu Christbäumen ist angeregt. — Am kommenden Montag werden 42 Kinder in die hiesige Volksschule ausgenommen. Nach dem Kriege wurde diese Zahl von keinem. Jahrgang erreicht. Konfirmiert wurden an Ostern nur 11 Kinder. Preußen. Großfeuer bei Marburg. vermutlich Brandstiftung. WSN. Marburg, 11. April. Am Sonntag brach gegen 22 Uhr in der Scheune des Landwirts Friedrich Weber in Wenkbach Feuer aus, das die Scheune mit angrenzenden Stallun- 9en in kurzer Zeit in Asche legte. Nur mit Mühe konnte das Vieh gerettet werden. Während die Feuerwehr mit der Ablöschung des Brandes beschäf- tigt war, stand plötzlich die 200 Meter entfernte Scheune des Landwirts Jung in Flammen. Auch diese Scheune wurde ein Raub der Flammen, trotzdem verschiedene Nachbar-Feuerwehren, darunter die Marburger Motorspritze, erschienen waren. Der Wassermangel machte sich äußerst unangenehm be» merkbar. Zu allem Unglück fing auch noch an einer dritten Stelle ein Wohnhaus Feuer, das aber abgedämpft werden konnte, ehe es weiteren Umfang annahm. Infolge des durch starken Wind oerur- fachten Funkenflugs war das ganze Dorf sehr gefährdet. Man vermutet Brandstiftung. Daten für Mittwoch. 13. April. 1598: Heinrich IV. von Frankreich gewährt im Edikt von Nantes den Protestanten Religionsfreiheit; — 1848: der Afrikareisende Oskar Lenz in Leipzig geboren. Rundfunkprogramm bei Frankfurter Senders. (Aus der »Dadlo-HmschauE.) Samstag. 16. April. 7.20: Frühkonzert auf Schallplatten. 10.20 bi« 10 50: Schulfunk: Das Kinderlieb in der Kunst- musik. 12: Konzert auf Schallplatten. 13 bis 14.40 (M., Köln und München): Konzert des Rundfunk-Orchesters. 15.30: Stunde der Sugend. 16.30: Mundharmonikakonzert des 1. Mundharmonika- Orchesters „Hohner Heil", Unterfürttjeim. 17: Rachmittagskonzert des Phi harmonischen Orchesters Stuttgart. 18.25: „Die Pridatklage", Vortrag von Or. jur. Helmut Kißling. 18.50: „Zur Lage der jugendlichen Erwerbslosen". Gespräch zwischen Hans v. Berlepsch und Dr. ^arl Wilcker. 19.35 (Von Karlsruhe): Mandolinenkonzert. 20 (Don Mannheim): Prinz Methusalem, Operette in drei Akten. Musik von Sohann Strauß. 22.45 bis 1: Tanzmusik. Letzte Nachrichten. Oie Wahl des Ministerpräsidenten in Preußen. Berlin, 12. April. (MTV. Drahtmeldung.) 3m preußischen Landtag wurde der Antrag der Regierungsparteien auf Aenderung der Geschäftsordnung über die Dahl des Ministerpräsidenten durch den Landtag mit absoluter Mehrheit statt, wie bisher, mit einfacher Mehrheit mit 228 gegen drei Stimmen bei einer Stimmenthaltung angenommen. Die Oppositionsparteien haben sich an der Abstimmung nicht beteiligt; da jedoch 232 Karten abgegeben wurden, war das hau» trotzdem beschlußfähig. bot festzustellen, doch war die Tendenz ebenfalls schwächer. Auch im Verlaufe gingen die Kurse am Aktienmarkt weitere 0,50 bis 1 Prozent zurück. Einige Spezialpapiere verloren darüber hinaus bis zu 1,50 Prozent. Das Geschäft stagnierte aber fast vollkommen. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 4,50 Prozent unverändert sehr leicht. Hinfrermorft in Gießen. Auf dem heutigen Rinder-Nutzviehmarkt in Gießen standen 733 Stück Großvieh, 194 Fresser und 82 Kälber zum Verkauf. Es kosteten a) Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 320 bis 440 Mark, 2. Qualität 200 bis 320, 3. Qualität 100 bis 200; b) Schlachtkühe 60 bis 270; c) Rinder, bis ^jährig, 60 bis 130, bis 2jährig 100 bis 200, tragend 150 bis 350 Mark; Kälber, das Pfund Lebendgewicht 30 bis 35 Pf. — Marktverlauf: Fahr- kühe und Milchkühe gesucht, Geschäft gegen Schluß lebhaft; ausverkauft. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 11.'April. Da die Zufuhren von frischen Eiern, namentlich vom Sn» lande, weiter zugenommen haben, die Rachfrage aber sehr schwach blieb, verkehrte der Markt bei erneut ermäßigten Preisen in sehr ruhiger Haltung. Es notierten in Pfennig per Stück ab loco Frankfurt: Bulgaren 5,75 bis 6, Sugoslawen 5,5 bis 5,75, Rumänen 5,5 bis 5,75, Holländer 5,5 bis 7, Dänen 5,5 bis 7, Flandern 6 bis 6,25, deutsche Landeier 5,6 bis 6, deutsche Frischeier 5,75 bis 7,25. Oberheffen. Theo Koch - Gedenktafel in Grünberg. + Grünberg, 11. April. Am Samstagnachmittag fand hier die W e i h e d e r G e d e n k t a f e l für Prof. Dr. Theo Koch.Grünberg statt. Außer den Angehörigen des Verstorbenen waren die Stadtverwaltung, der Vorstand des Verkehrsver- eins und eine Abordnung der Landsmannschaft „Darmftabtia" vertreten; zahlreiche Zuschauer hatten sich eingefunden. Die Weiherede hielt Dekan Schmidt, der neben der Forschertätigkeit vor allem die Liebe des Verstorbenen zu seiner Heimat- stddt als einen Hauotzug seines Charakters hervor- hob. Den Dank der Familie Koch stattete der Sohn des Verstorbenen ab. Der Musikverein umrahmte die Feier mit passenden Musikoorträgen. Die Tafel, die an der Vorderfront des zweiten Pfarrhauses angebracht ist — der Vater des Verstorbenen wirkte über drei Jahrzehnte als Pfarrer in Grünberg — trägt folgende Inschrift: Sn diesem Hause wurde am 9. April 1872 der Süd . Amerika - Forscher Prof. Dr. Theo Koch (Grünberg) geboren. Erwähnt zu werden verdient noch, daß (Brünberg das Andenken an feinen großen Landsmann noch in anderer Weife geehrt hat, denn vor einigen Sahren wurde eine Straße nach ihm Theo- Koch-Straße" benannt. Ebenso ist auf Anregung seiner früheren Freunde durch den Verkehrs- verein in den Anlagen, dem Tummelplatz seiner Iugendspiele, ein mächtiger Felsblock mit seinem Namen und den Daten feiner Geburt und seine» Todes versehen worden. Landkreis Gießen. X Klein-Linden, 11. April. In voller geistiger und körperlicher Rüstigkeit konnten am Samstag Oberweichenwärter i. R. Johannes Vogel (wohnhaft Frankfurter Straße 117) und feine Frau Katharina das Fest der goldenen Hochzeit begehen. Dem Jubelpaar wurden zahlreiche Ehrungen zuteil. ♦ Klein-Linden, 11. April. In seiner letzten Mitgliederversammlung beschloß der Turnver- ein 1889 (DI.), seinen alljährlichen Frühjahrs- turngang am 5. Mai nach dem Schiffenberg zu unternehmen, ferner wurde ein Familienausflug am 22. Mai zum Blitzturnier des Brudervereins in Allendorf (Lahn) vorgesehen. Die aus Mitgliederkreisen beantragte Herabsetzung der Vereinsbeiträge wurde dem Vorstand zur Bearbeitung überwiesen. <£ Reiskirchen, 11. Aprll. Mit dem Beginn der warmen Witterung fängt hier die Bautätig- teil wieder an. Während vor fünf und sechs Jahren durchschnittlich vier Häuser und hier und da auch Scheunen gebaut wurden, erstanden voriges Jahr nur zwei Häuser. Dieses Jahr haben sich bis jetzt zwei Bauliebhaber gefunden, die Wohnhäuser an der Straße nach Winnerod errichten wollen. Dor drei Jahren war diese Straße überhaupt noch nicht bebaut heute befinden sich dort schon fünf Häuser. + (Brünberg, 11. April. Dieser Tage hielt der Gesangverein „Sängerkran z", Mitglied des Lahntalsängerbundes, seine Hauptversammlung ab. Der Jahresbericht zeigte eine gute Entwicklung Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5,5 v.H., Lombardzinsfuß 6,5 v.H. Front,ur. u. Du Berlin Bilanz- lurs Anfangs kure Bilanz-!Anfang« lur« | für« Datum 16 1 12.4. 16.1. 12.4. 6% Deutsche Reichsanteiste v. 192; 76,68 _ _ 7% Deutsche Reichsanlethe 6.1929 91,28 _ — _ 5%% Doung-Ankeihe von 1930 . 60,83 _ _ _ Deutsche Anl^WIos.-Schuld mtl Auslol.-Rechten....... 48,25 35 48,31 35 Desgl. ohne AuSlos.-Rechte . . . 4,05 2,75 4,13 2,75 8% Hess. Volksstaot von 1929 lrückzahlb. 102%)...... Oberhessen Provinz-Anleihe mit 81,53 - Auslos.-Rechten....... Deutsche komm. Sammelabi. 45,78 — — — Anleihe Serie 1....... 44,09 _ 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse 16 unkündbar bis 1935 . . . 92,98 _ 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse unkündbar bis 1936 Serie 16 . 85,73