nr. 259 SvühauSsave 182. Zahrgmg Dienstag, U. Ottober 1952 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschliifse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfilätr Buch- und Zteindruckerek H. Lange in Giehen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re« Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20 \ mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für dey Anzeigenteil i. V. Th.kümmel sämtlich in Giehen. Oie Klage Preußen-Reich vor dem Gtaatsgerichtshof Severing erwartete einen Reichskommiffar. — Heute Fortsetzung der Verhandlung. Leipzig, 10. Ott. (SU.) Unter dem Vorsitz des Reichsgerichtspräsidenten Dr. Burnke begann heute vormittag die Verhandlung der Klage gegen das Reich, die die Länder Preußen, Bayern und Vaden angestrengt haben. Es handelt sich um das Verfahren, das das größte deutsche Land in Gang gebracht hat, wegen der vom Kabinett v. Papen gegen Preußen verhängten Exekution vom 20. 2 u l i. Der Staatsgerichtshof ist in folgender Be° fttzung zusammengetreten: Präsident des Reichsgerichts Dr. Sumte als Vorsitzender, Reichsgerichtsräte Triebe l, Schmitz und Dr. Schwalbe, sowie Oberverwaltungsgerichtsräte Dr. von Müller, Dr. Gumbel und Dr. Striegler als Beisitzer. Der Reichskanzler ist als Reichskommissar für Preußen nicht vertreten. Die kommissarische Regierung hat einen Vertreter nicht entsandt. Die Reichsregierung wird in den Verhandlungen durch die Ministerialdirektoren Gottheiner und Dr. Huche vertreten. Als Berater sind mit ihnen erschienen die Universitätsprofessoren Dr. 2a- kobi, Leipzig, Dr. Karl Schmitt, Berlin, und Dr. Bilfinger. Halle. Die ihrer Aemter entsetzten preußischen Minister werden durch die inzwischen zur Disposition gestellten preußischen Ministerialdirektoren Dr. D a d t und Dr. Brecht vertreten, denen Universitätsprofessor Dr. Siehe, Frankfurt a. M., beigegeben ist. Außerdem wird der bekannte Heidelberger Professor Dr. Anschütz als Kommentator zu der Reichsverfassung für die frühere preußische Regierung eintreten. Ferner sind vertreten die Fraktionen des Zentrums und der SPD. im Preußischen Landtag, sowie Bayern und Baden. Die Sitzung wurde um 10.50 Uhr durch den Deichsgerichtspräsidenten eröffnet. Alsdann nimmt der Berichterstatter, Reichsgerichtsrat Schmitz, das Wort zur Oie Fragen des Rechtsstreits. Der Vorsitzende erklärt dann: „Ich mache besonders daraus aufmerksam, daß der Staatsgerichtshof nicht über die politische Zweckmäßigkeit oder Wirksamkeit dessen zu entscheiden hat, was geschehen ist, sondern darüber, ob das Geschehene sich im Rahmen der Verfassung hält." Zunächst wäre zu empfehlen, festzustellen, welche Lage am 20. Juli nach Auffassung der Beteiligten in 'Preußen herrschte. Welche Umstände haben Vorgelegen, die dem Herrn Reichspräsidenten zum Vorgehen gegen Preußen Anlaß gegeben haben? Welcher Zustand ist durch die Verordnung vom 20. Juli und ihre Ausführung in Preußen geschaffen worden? Wie sehen die Beteiligten die Stellung bei Reichskanzlers als Kommissar für Preußen an1? Wird der Reichskanzler in seiner Eigenschaft angesehen als reine Reichsstelle, oder auch zugleich als eine preußische Stelle? Wie ist die Rechtslage der ihrer Aemter enthobenen preußischen Staatsminister zu beurteilen? Haben wir diese Fragen erledigt, dann können mir uns der Besprechung des Artikels 48 zuwenden. Man muß ferner die Frage erörtern: Was heißt Pflichtverletzung eines Landes? Die weit erfordert Artikel 48 Absatz 1 subjektives Verschulden? Wie weit setzt das Vorgehen nach Artikel 48 Absatz 1 vorhergegangene Mängelrüge voraus? Darf aus Artikel 48 Absatz 1 etwa nur eingeschritten werden, nachdem die Pflichtverletzung gerichtlich zuvor festgestellt ist? Welches sind die Befugnisse des Reichspräsidenten aus Artikel 48 Absatz 1 und die Befugnisse der auf diesem Wege ernannten Kommissare? Können sie abberufen und ernennen? Dann kommt der Absatz 2 des Artikels 48. Hier ist zu fragen: Ist der Reichspräsident befugt, gegen ein deutsches Land aus dem Absatz 2 einzuschreiten, ohne gleichzeitig gegen andere Länder vorzugehen, in denen die gleichen Verhältnisse herrschen? Ist der Reichspräsident in seinem Einschreiten etwa gehindert dadurch, daß durch die Politik des Reiches 1930 zurückging, und im einzelnen die Fleischausfuhr um etwa 60 und die Butterausfuhr um etwa 28 v. H. s a n k. Dos Jahr 1931 brachte infolge der Julkereignifse in Deutschland d i e Deoisenmaßregeln, die sich nicht mehr allein >auf die landwirtschaftliche Ausfuhr, sondern auch auf die gesamte Ausfuhr Hollands nach Deutschland auswirkten. Sie hatten 3ur Folge,- daß bei einem Rückgang der gesamten Ausfuhr von 455,5 Millionen Gulden im Jahre 1929 auf 255 Millionen im Jahre 1931 die landwirtschaftliche Ausfuhr um weitere 84 Mil- lionen auf 13 0,2 Millionen Gulden sank, und dieser Rückgang sich auch in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres fortsetzte. Als Beweis wird von holländischer Seite immer wieder d i e Butter herangezogen, deren Ausfuhr im Juni dieses Jahres sich etwa auf ein Neuntel der im gleichen Monat des Jahres 1929 ausgeführten Mengen stellte. Es war nicht so sehr die (Ergreifung der Deoisennotmaßnahmen selbst, deren Notwendigkeit sich kein Einsichtiger verschließen konnte, als vielmehr' die Tatsache, daß sie auch gegenüber Holland mit. voller Schärfe angewandt wurden, die als unbillig und ungerecht empfunden wurde. Man beruft sich immer wieder darauf, daß Holland als Kreditgeber und bester zahlende Kunde Deutschlands eine bessere Behandlung verdient habe. So war es nicht zu verwundern, daß sofort nach Ankündigung der Kontingentierungspläne durch den Reichsernährungsminister in allen holländischen Wirtschaftskreisen sich starker Widerstand geltend machte. Die Mitteilung des Ministers, daß von der Kontingentierung fämtliche Kohlarten, Tomaten, Obst, Schlachtvieh, einige Holzarten, Fett, Erbsen usw. ersaßt werden sollten, besagte nämlich nichts anderes als einen drohenden Rückgang der Ausfuhr der Erzeugnisse, die wie Dbft, Gemüse und Käse bisher verhältnismäßig am wenigsten betroffen worden waren. Die holländischen Beschwerden richten sich zunächst dagegen, daß für die Festsetzung der Kontingente das hinsichtlich der Ausfuhr ungünstige Jahr 1931 als Grund- tage dienen soll, was als Unbill empfunden wird. Ferner werden die vorgeschlagenen Kontingente als viel z u niedrig bezeichnet. (Eine Kontingentierung in dem der belgischen Regierung oorgeschlage- nen Ausmaß würde Holland in Millionen Gulden (die Zahlen in Klammern beziehen sich auf das Jahr 1929) eine jährliche Ausfuhr ermöglichen: an Butter für 11,8 (66,4), frisches Gemüse für 10 (42,9), Dbft 1,6 (7,3) usw. Weitere Bedenken richten sich dagegen, daß die Verteilung der Kontingente unter die verschiedenen Länder in ähnlicher Weise erfolgen soll, wie die Zuweisung der für die Einfuhr zur Verfügung gestellten Devisen, ohne daß den besonderen Interessen der einzelnen Länder Rechnung getragen werde. In Berlin hat die unzugängliche Haltung der niederländischen Regierung starkes Befremden heroorgerufen, um fo mehr, als Holland bereits früher eine Reihe von Einfuhr- kontingenten festgesetzt hat, Shne vorher die deutsche Regierung davon zu unterrichten oder sich mit ihr in Verbindung zu fetzen. Demgegenüber könnte man sich vielleicht auf holländischer Seite darauf berufen, daß es sich hierbei bereits um Vergeltungsmaßnahmen gehandelt habe. Dieser Einwand würde aber nicht zutreffen, da durch eine Reihe von Kontingentierungen, beispielsweise von Schuhen, Strümpfen und Teppich n, andere Länder, die Tschechoslowakei, Ja;'an und die Türkei, weit mehr betroffen werden als Deutschland. Was den Widerhall in Holland anlangt, so hat die Haltung iber Regierung allgemeine Zustimmung gefunden. Man ist der Ansicht, daß durch eine andere Handlungsweise den Interessen der holländischen Wirtschaft großer, nicht wieder gutzumachender Schaden zugefügt worden märe. Der deutschen Diplomatie wird der alte Vorwurf gemacht, daß sie ihre Feinde besser behandele als ihre Freunde und anscheinend nur für eine Politik der „harten Hand" zu - g ä n g I i d) sei, womit auf die letzten italienischen Maßnahmen angefpielt wird. Auch ba> Gespenst einer politischen und wirtschaftlichen Isolierung wirb, so z. B. von bem liberalen „Algemeen Han- delsblab", herangezogen. Angesichts der Wendung, die die deutsch- niederländischen Kontingentierungsverhandlungen genommen haben, richtet sich das Interesse nunmehr auf die Frage, welche Haltung daraufhin die deutsche Regierung einzunehmen gedenkt. In sämtlichen Betrachtungen wird darauf hingewie- sen, daß es sich bei den vorgeschlagenen Kontingenten noch nicht um endgültige Beschlüsse handelte und die Möglichkeit neuer Vorschläge vorhanden sei, sei es entweder durch Einwirkung der deutschen Industrie oder der Erfahrungen, die die deutschen Unterhändler bei ihren Verhandlungen in Rom, Kopenhagen usw. noch machen werden. Für den Fall, daß diese Hoffnung täuschen sollte, werden in der Oeffent- lichkeit bereits eine Reihe von Maßnahmen erwogen, angeblich nicht um Vergeltung zu üben, sondern allein um die niederländischen Lebensinteressen zu „schützen". In zahlreichen privaten Reden und Veröffentlichungen der letzten Zeit ist in diesem Zusammenhang von Boykott die Rede gewesen. Auch in einem von den niederländischen Brauereien an ihre deutschen Lieferanten gerichteten Rundschreiben wurde in Aussicht gestellt, dah man sich eventuell veranlaßt sehen würde, in diesem Jahre Maschinen, Gerste. Malz und Hopsen nicht aus Deutschland zu beziehen, sofern man diese Artikel in gleicher Qualität und zu gleichen Preisen wo anders bekommen könne. Die Regierung selbst dürste Wohl die Anwendung der Waffe des einseitigen Devisenclearings vorziehen, zu dem ihr das Parlament bereits im Juni die Ermächtigung gegeben hat. In dem betreffenden Gesetz ist u. a. eine Einfuhrbe-chränkung als Sonde rmah- nahme gegenüber den Ländern vorgesehen, die der liberalen Haltung Hollands gegenüber ihrer Ausfuhr nicht ausreichend Rechnung tragen. Vorgesehen ist darin ferner, daß einschränkende Bestimmungen hinsichtlich der Begleichung der aus der Wareneinfuhr entstandenen Schulden gegenüber solchen Ländern getroffen werden können, die ihrerseits einschränkende Bestimmungen hinsichtlich des internationalen Zahlungsverkehrs getroffen haben. Gedacht wird ferner an die Möglichkeit schärferer Kontingentierungen |o- wie an die Einführung eines Kompenfationsfnftems, wonach Ankauf in Deutschland nur nach Maß- gäbe deutschen Einkaufs in Hollnnd erfolgen soll. Im Zusammenhang mit der Tatsache ferner, daß der deutsch-niederländische Handelsvertrag Ende dieses Jahres abläuft, werben bereits Stimmen gegen eine Verlänge r u ng des Vertrages laut. Welche der erwähnten Maßnahmen schließlich ergriffen werden wird, läßt sich im Augenblick nicht voraussehen. Man will im Haag zunächst abmarten, was Berlin nunmehr zu tun gedenkt, da man, wie bereits erwähnt, d i e Möglichkeit neuer deutscher Vorschläge für vorliegend erachtet und hofft, daß sich eine weitere Verschärfung der deutsch-niederländischen Beziehungen vermeiden lassen werde. Aus aNer Wett. Geheimrat Professor Dr. fiüttner f. In München ist an seinem 62. Geburtstage der ordentliche Professor der Chirurgie an der Universität Breslau, Geheimer Rat Dr. K ü 11- ne r. gestorben. Küttner kam 1907 von Marburg nach Breslau, wo er im Mai 1932 sein 25jähriges Dienstjubiläum als Leiter der Chirurgischen Universitätsklinik begehen konnte. Jäger erschießen ein spielende» Sind. Einem tragischen Irrtum zweier 3 ä • ger fiel, wie aus Bielefeld gemeldet wird, in der Rotenhagener Jagd bei Lehrte ein achtjähriger Knabe zum Opfer. Die beiden Jäger, die sich auf Fuchsjagd befanden, glaubten in einer Entfernung von etwa 150 Metern einen Fuchs zu sehen und legten darauf an. In Wirklichkeit mar es das achtjährige Söhnchen eines Maurers, das eine braune Wildlederhose trug und sich spielend an dem Fuchsloch beschäftigte. Das Kind erhielt einen Rücken- unb Bauchschuß und mar sofort t o t. Die unglücklichen Schützen brachen unter der schweren Gemütsdepression zusammen. Die Bielefelder Staatsanwalt- schäft hat eine Untersuchung eingeleitet, ob Fahr- läftigkeit ober eine Verkettung unglücklicher Um- stände vorliegt. Die Südamerikafahrt des „Graf Zeppelin". Das Luftschiff „Gras Zeppelin" hat, einer Meldung aus Paris zufolge, am Montagsrüh 4.40 Uhr Dalenco-sur-Rhöne überflogen und erreichte nach einem Funkspruch von Di-rd bei außerordentlich guter und rascher Fahrt um 10 Uhr MEZ. bereits Barcelona. Jimmy Walker in Reuyork. Der vormalige Bürgermeister von Neuvork. Jimmy Walker, ist an Bord der „(Europa* in Neuyork eingetroffen. Seine Anhänger bereiteten ihm einen lebhaften Empfang. Auf Befragen erklärte Walker, er habe gegenwärtig keine Pläne für die Zukunft und wolle sich nur ausruhen. In 5% Stunden Rom—Berlin. Das dreimotorige Iunkersflugzeug 2202 Iu. 522 das erst kürzlich den Flug München—Rom in 3*/z Stunden zurücklegte, hat einen neuen Rekord aufgestellt. Es ist in der Zeit von nur 51/?Stunden vonRom nach Derl i n geflogen. Ein Schnellzug benötigt zu der gleichen Strecke etwa l1/2 Tage. das nimmt im Sturm das Spiele am Morgen Don Fred Lang. hrn.nnHf*Umi^Ck $cr ^aubcrbccg. Originell und wltrrhap^y end- in prominenter De- P-Ovas Knie, hochgestellt, mit ^eppdeckc darüber. Der dräuende Gipfel wird pustend nicht ohne väterliche Dachhilfe er. ^Sarti?n96t>Dl1 thront Peter auf steiler beginnt leise zu xittem, aus der schallt drohendes unterirdisches Rollen. (Gin au$ Bauchredner sein.) Der Dera Ltttert nicht mehr, er wankt. Ein Sturuuoind heult» Die Dacht von Samstag auf Sonntag ist für jeden Arbeitsmenfchen die längste und schönste. Sie sollte es eigentlich sein — aber gegen halb acht tönt aus dem Kinderzimmer erst monotones Ge- murmel, dann schon lauteres Selbstgespräch, und endlich forderndes Gebrüll. Seufzend dreht sich „Pappa" auf die andere Seite und beschließt schlecht zu hören. Aber Peter, das Goldkind, ist wach. Er geht wochentags in kein Düro er ist anderthalb Iahre alt, für ihn hat am Sonntag die Morgenstunde großartige Sachen im Munde unb außerdem will er frühstücken, und dann die Ovationen seiner Eltern entgegennehmen. Eine Weile ebbt das Geschrei ab, ab und zu hört man Lieschen fragen: Wie schmeckt denn dem Kind das Fläschchen? Und dann geht leis die Tür Papas Träume von Zeitunglesen und ausführ- l'chem Frühstück entschwinden, auf kleinen bloßen Fußen tappelt etwa« heran, ein blondes Köpfchen unö zwer riesengroße Augen tauchen auf, ' Bambino ist erschienen und nimmt im 6tur„ •Jett in Besitz, Parole und Feldgeschrei: Ei. ei, ei, Papa, Papa. Der Papa denkt, wozu bin ich erwachsen und schlau, ich mach die Augen zu und schlafe. Aber Peter, leidpr, ist nicht erwachsen und schlau, sondern klein und ausgekocht und weiß, wie er seinen Alten wachkriegen kann. Zuerst bohrt man ein bißchen mit dem Finger in den Augen, rann beißt man Papa mit all den schönen neuen scharfen Zähnchen in die Olafe, daß er laut schreit, uno schon ist das große Spielzeug wach und es gibt eine Riesenfreuerei und ein mächtiges Ge- knutsche. Dann wird die Mutti begrüßt, indem man ihr einfach aufs Gesicht fällt und sie zielsicher m den Tauch tritt. Damit sind die Degrühungs- formalitaten abgeschlossen, und das große Variete- »Programm kann beginnen. von Muttis zartem Mäulchen täuschend ähnlich imitiert. (Erprobte Geräuschkulisse, wenn das Wirtschaftsgeld nicht reicht. Hebung macht die Meisterin.) Der Berg wackelt gefährlich, der Krach steigert sich, das Gipfelmäknlein quietscht ... Da- turkatastrophe ... völliger Zusammenbruch der Akteure und Einsturz des Gebirges. Der Bergsteiger wird von hilfreichen Händen gerettet und schnauft beträchtlich vor Aufregung nach all dem Wonne- gruseln. Große Pause mit Erfrischungen in der Wandelhalle. Papa trinkt kaltgewordenen Kaffee, Mutti ordnet das Trümmerfeld und der erste Held kräht angeregt hee, hee. Papa sagt: Ahoi riefen öie Matrosen, und so war es auch. Fortsetzung der großen Schau, es folgt die zweite Dummer. »Zeltleben in Afrika." Papa und Peter unter der Bettdecke. Proviant wird verteilt. Peter schmeckt es auch in Zentralasrika ausgezeichnet. Ha, ein wildes Tier umkreist das Zelt. Es brüllt ent- Mich- lMutti, siehe oben unter Wirtschaftsgeld.) Es ist ein Löwe, ein ganz furchtbar hungriger Lowe. Er haut mit der Tatze an die Zeltwand. Peter kriegt mächtige Angst, er ist kein Elefanten- lager mehr, sondern ein feiger kleiner Junge. Der Leu geht icht aufs Danze, er stürmt das Zelt ..._ em ^ahenschlag streckt Papa leblos nieder, der brüllende Peter wird geraubt. Das Zelt sinkt zu. lammen, man ist wieder im Schlafzimmer, Peter hegt "n Arm der Löwin und schnappt begeistert nach Luft. Papas Kaffee wird als Eiskaffee ver- zehrt die Löwin sagt, sie fei vollkommen fertig, imb Peter benutzt die Pause, um sich auf seine dritte Rolle vorzubereiten, die seine aktivste ist und seinem Talent als erster Held reichste Ent- faltung gestattet. Es folgt das Schaustück: Ter Stierkampf oder Don Pedro, Torero von Sevilla. Requisiten: Zwei sch reckenerregende Hörner, die Papa aus seinen Haaren gedreht hat, woraus man erkennen mag. daß er dazu verdammt ist, die traurige Rolle des Stieres zu spielen. Ein Rohrstock als Degen in der nervigen Faust Don Pedros, des unerschrock- 'nen Torero, unb ein mutiger Klepper, der im Privatgebrauch Mutti heißt. Die Arena wird ge- räumt, Trompetenstöße klingen (siehe oben, unter Papa als Bauchredner). Don Pedro gibt dem Klepper die Sporen, der Stier senkt die Hörner, das mörderische Ringen hebt an. Wohlgezielte Degenstöße treffen den Stier in Bauch und Brust sein Klageschrei läßt die Luft erzittern. Der Torero lauft vor Stolz blaurot an, der Klepper wiehert vor Schadenfreude und tritt auch seinerseits. feste gib ihm, mit allen Hufen nach dem Stier, der sich selbst innerlich einen Ochsen schilt. Er ist ein schlechter Stier, ein feiger Stier, in Sevilla würde man ihn auspfeifen und verächtlich eine Kuh nennen. Ein kühn und geschickt geführter Degenstoß dringt der Bestie ins Herz, sie sinkt entseelt zusammen, und Roh und Reiter um» hüpfen munter den Kadaver. Don Pedro wird auf einmal ein schrecklich müder kleiner Junge. Er kriecht zu Mutti ins Bett, nah, da ist es so schön warm, uaah, gleich wird er wieder spielen, uaaah, und schon ist er eingeschlafen mit geballten Fäustchen, hochroten Backen und verstrubbelten Haaren. Papa ruht sich aus und trinkt frischen heißen Kaffee, nimmt die Zeitung und lieft darin von Politik und Krieg in China, von Erdbeben auf Kuba und Zusammenbrüchen von Konzernen, von Gewalttaten und politischen Morden, von Goldabzügen und Dotenhortung. Das sind so Spiele der Erwachsenen, denkt Papa, und wünscht sich, daß Peterchens Spiele immer so freundlich und friedlich ausgehen mögen, wie der Bergsturz, das Abenteuer in Afrika und der Kampf mit dem wilden Stier. Uni) wenn es einmal drohen sollte, schief zu gehen für den kleinen Torero, dann möchte Papa immer neben ihm stehen, diesmal aber mit richtigen scharfen Hörnern, vielleicht nicht mehr ein zorniger Dulle, aber wenigstens als ein weiser, alter Ochse. Amen. Tonfilm: ^öie verkaufte Braut"'. ometanas komische Oper von der verkauften Braut als Tonfilm. Die Grenzen der Kunstgattungen verwischen sich: die Oper als Film, oder der Film als Oper — man weiß, wenn man bas sieht und hört, kaum noch, was das Ursprüngliche und Eigentliche des heiteren Spiels ausmacht. Aber man sieht, was ben Regisseur Max Ophuelsan bem Vorwurf ge» rei^t hat und spürt seine Freude an der aus ben engen Begrenzungen bes Bühnenspielfelbes ent» ounbenen Bewegung-, bas Vergnügen, bie Vorgänge 9°n3 realistisch ins Freie verlegen unb bte Fülle ber tftguren, bte Vielheit ber Szenen in einem großen Jiaum, auf einer Naturbühne gewissermaßen, ab» r n tQ^.en- Bewegungsregie ist bas Kennwort bteser Inszenierung, ein schneller ungehemmter Ab» lauf heiterer optischer Einbrücke, zu Denen bie Par» tttur nur gleichsam bte trabitionetten musikalischen Einsätze festlegt. Außerdem verfügt der Spielleiter über eine Besetzung von hohen Graden: Jarmila N o v o t n a , aus ben letzten Berliner Inszenierungen Max Reinharbts rühmlich bekannt, unb Willy Domgraf-Faßbaenber spielen als Marie unb Hans bie erste Geige: bie Noootna eine schöne unb schönsingenbe Braut, Domgraf ein ritterlicher Postillon unb Liebhaber. Annemie Soerenfen unb Paul Kemp: Esmeralba unb Wenzel: Karl Valentin unb Liesl Karlstabt. bas groteske Münchner Komikerpaar: Max N a b l e r als Bürgermeister unb Otto Wernicke als Heiratsvermittler Kezal finb aus einem großen Aufgebot heroorzu- heben. Wen also bie Verfilmung einer bekannten Oper nicht reizen kann, ber fei auf bie Besetzung hingewiesen, bie man sonst kaum hier erleben wirb. Bemerkenswert ist auch bie klangreine unb störungsfreie Wiebergabe. — Probuktion: Reichs-Liga-Film ber Heros-Film ®. m. b. S).\ (eit gestern im neuen Programm bes Lichtspielhauses. Zeitschriften. — Mutter unb K i n b, Zeitschrift für Ernäh- rung, Pflege unb Erziehung bes Ktnbes. Verlag Elwin Staube, Osterwieck (Harz). — Das Oktoberheft bringt u. a. ein Interview über bie Kinbergymnastik. Diese Unterrebung mit Neumann-Neurobe, ber sich für bte Entwicklung ber Säuglings- unb Äleinkinber- gymnastik seit Jahren mit großem Erfolg einsetzt, ist äußerst lehrreich unb wirb jebe junge Mutter Inter- effieren. Auch bie übrigen Beiträge wie z. B. „Warum Kinber so langsam essen", „Linkshänbigkeit", Jahrmarkt bes Kindes", „Das Aboptiokinb", „(Ein Mtb beobachtet" unb „(Eltern, kümmert Euch um Schularbeiten ber Kinder" werben Eltern und Erziehern manche Anregung geben. Lochschulnachrichten. Di« Ernennung des Honorarprofessors Dr. Ernst Kantorowicz an der Universität in Frankfurt a. M. zum ordentlichen Professor der Geschichte als Dachfolger von Professor Fedor Schneider wird amtlich bestätigt. Der außerordentliche Professor Dr. Walter Mevius an der Universität Münster hat einen Ruf auf das Ordinariat der Botanik an der Berliner Landwirtschaftlichen Hochschule als Dachfolger des verstorbenen Professors Hugo Miehe angenommen. Aus der Provinzialhauptstadl Ferne ruft, das Abenteuer lockt. Er kommt un* litte- Buntes Allerlei daß von der nuna jepptDn". n" f>ai, einet MiUagfrüH igen unb et* n bei Fahri um D n KabarettHrogramm nachstehen. Witwirkende sind u. a.: Beeling, Flemming, Fierment, Hamel, Hub, Volcki Ballettmeister Ewald Bäulke und Frau: 2azzor z poiemkinsche Schweine. Lebt da in der Normandie ein biederer kleiner Landwirt, der eines Tages die Entdeckung macht, daß Schweine, die man in Frankreich züchtet, billiger find als solche, die man aus anderen Ländern importiert, lind richtet sich also eine kleine Schweinezucht ein, die gute Erträgnisse atrmirft und von Jahr zu Jahr zunimmt. Eines Jahres kommt der Mann auf den Einfall, seine Schweinerei ganz groß aufzuziehen und Geld, viel Geld aufzunehmen. Er kauft große Ländereien und erzählt seinen Geldgebern jede Woche, wie prächtig feine und ihre Schweine gediehen, und wie groß der Reingewinn ein wende, wenn man die Prachtexemplare erst einmal in die Pariser Hallen zum Verkauf brächte. Einer der Hauptgeldgeber kommt aber verhängnisvollerweise auf den Gedanken, einmal eine große Besichtigung der Zuchtfarmen zu veranstalten. Zehn Herren in Bratenrock und Zylinder stehen eines Tages also vor dem größten der Güter ihres Züchters und warten darauf, daß 300 0 Schweine an ihnen vorbeidefilieren, vorausgesetzt, daß diese noch nicht so fett seien, daß sie nicht mehr laufen könnten. ..2ch habe die Tiere in Abteilungen zu je 100 Stück untergebracht", sagte der Bauer lächelnd, „und werde Ihnen jede Abteilung einzeln oorbeimar- chieren lassen." Die Herren waren es zufrieden, und gleich darauf defilierten tatsächlich hundert rosige, aber gar nicht sehr fette Ferkel an ihnen vorbei. Nachdem sie verschwunden waren, kamen wieder hundert und so fort. Mit der Zeit aber fiel einem der Besucher auf, daß eine sehr charakteri- tische und äußerst seltene Schwarzweißzeichnung oei je einem der Tiere wiederkehrte. Unauffällig ging er darum einer solchen „Hundertschaft" nach und entdeckte zu seinem Entsetzen, daß seit einer Stunde immer dieselben Schweine vorbeigeführt, hinter dem Haus herumgetrieben und dann von neuem gezeigt worden waren. — Die schweinernen Scherze M für 6rnai)* änM DeckS )°s Oktobers inbet0CflKi mrode, der M k *7® $ßap hätte sich dann zweifelsfrei ergeben, -. Gegenpartei durch unlautere Machenschaften Stimmenkauf borgelegen habe. Außer- die Klage des Bezirksfürsorgeverbandes der Stadt Frankfurt a. M. gegen den Landesfürsorgeverband Hessen, vertreten durch den Bezirks- fürsorgeverband des Kreises Büdingen, auf Ersatz von älnterstühungskosten für die Zigeunerin Anna Börner aus Minden in Westfalen und für ihr Kind Amalie Anna Börner als unbegründet kostenpflichtig zurück. den: Jarmila Jnszenierun« it, und Willy i als Marie ia eine schöne in ritterlicher -oerens-n Denzel: M das aroiible ’r als Bürger- lratsoerinÄer chot hervorzu- ner bekannten die Besetzung erleben M und slörungs- chs,Liga'F'ck irn im neuen Wer ist Chao Kung? Trebiisch-LincolnS neueste Maske. Von Horst W. Karsten :rr>«. rn.b V ijSJSS SM: > Schis?« oUander! ?.e- Tatsache abläuft ^erläi,. ?er erwähnten v*lä6t WÜI int r,ln nunmehr erwähnt, di? ’et l Bar. daß sich ^irländischen dem wurde die Verurteilung des Bürgermeisters A» o m b e r zur Tragung der Hälfte der Kosten des Verfahrens angefochten. Ter Vertreter des neugewählten Bürgermeisters Münch VII. beantragte, die Berufung kostenpflichtig zu verwerfen und den Berufungsklägern die anwalt- üchen Kosten beider Instanzen aufzuerlegen. Die Berufungen seien in sachlicher Hinsicht keineswegs begründet. Der Provinzialausschuß erkannte zu Recht: Die Berufung des Kreisdirektors des Kreises Gießen gegen das Urteil des Kreis- aus-chusses des Kreises Gießen wird als unbegründet zurückgewiescn und die Wahl des Bürgermeisters der Gemeine Harbach vom 29. Rovember 1931 für gültig erklärt. Dagegen wird die Kostenentscheidung des erstinstanzlichen Urteils aufgehoben und die Kosten des Verfahrens dieser Instanz insgesamt der Staatskasse auferlegt unter Ausschluß der Kosten der anwaltlichen Vertretung der Deigeladenen. Die Kosten des Verfahrens der zweiten Instanz fallen der Staatskasse zur Last, die Kosten der anwaltlichen Vertretung den Beigeladenen. ter anderem nach Kanada, geht zu den Presbyterianern, studiert, predigt — im Reden war er immer grohl —, wird Vikarder englischen H o ch k i r ch e , wird Engländer und steigt hinab — oder hinaus? — in sein wahres Element, in die Politik. Man kann fortan nur andeuten —: Tre- bitsch-Lincoln weiß schnell um jede Korruptions- affärc, um jeden Skandal Bescheid, mischt sich hinein, besticht und wird bestochen, verdient großartig, wird Mitglied des Unterhauses, wird während des Weltkrieges „Mei- terspion", zunächst für England, dann aber „zwi- chendurch" auch gegen England, wird ausgewie- en, geht nach Amerika und „enthüllt" von hier aus, was einer ganzen Anzahl von Kommissaren des englischen Geheimdienstes, von Offizieren, Dienststellung und Pension und Ehre kostet. Trebitsch kommt dann „incogrrito“ nach England Zurück, wird erkannt, denunziert und eingelocht. Man erhebt Anklage gegen ihn wegen tausenderlei Delikten — ewiges Zuchthaus wäre das mildeste an Strafe gewesen, das ihm geblüht hötte, wenn — Aber diesem „Wenn" entzog sich der Dielgewandte, floh aus dem Gefängnis, ging nach Deutschland, dem zusammengebrochenen Land, in dem die Parteien gegeneinander wüteten, und bas ein trefflicher Boden für diesen geborenen Verschwörer war. Er ging und konspirierte, er ging zu ____ und Lüttwitz „fachmännisch", den berühmten Putsch vorbereiten. Alle Parteien ließen ihn überwachen, englische Agenten hefteten sich an seine Spuren — der Boden ward heiß, und Trebitsch verließ ihn wie immer zur rechten Zeit. Er verlegte sein „Geschäftsfeld" nach China, wo der Bürgerkrieg tobte und eine treffliche Chance für findige Parteigänger war. Er „beriet" und hetzte und vermittelte bei allen Parteien und ®enew rälen, verdiente an den Chinesen, an den Engländern, an den Japanern, an den russischen Bolschewisten. Eines Tages verlangte England seine Auslieferung — Trebitsch war aber schon wieder über alle Berge. Man trifft ihn jetzt in Afghanistan, wo er zur Abwechslung mal einen König, Arnanullah, stürzen half. Hier erwischt man ihn —: auf Englands Geheiß bringen ihn die Afghanen gefesselt über die Grenze und sehen ihn hier mittel- und nahrungslos aus. Run, ein Trebitsch-Lincoln geht so „normal" nicht zugrunde. Wenig später ist er endlich dort gelandet, wo er noch heute hält —: ist buddhistischer Mönch und Priester und „Heiliger". Ist das die letzte Maske, die dieser ewige Schauspieler — Intriganten- Fach I — tragen wird? Man weiß es nicht. Bei Trebitsch-Lincoln ist alles und nichts möglich und unmöglich — wie immer man will. Vielleicht ist auch die Rolle „Chao Kung" nur eine Etappe der großen, unaufhörlichen Wandlung zum — ? Durch einen Begriff wird dieses Fragezeichen erst erseht werden können, wenn die Weltenlaufbahn Trebitschs einmündet in die große Ruhe, die nicht von buddhistischer Lehre, sondern vom Herrn und Besieger _allen noch so funkelnden und wilden Lebens, vom Tode diktiert wird. ** Allgemeine Viehzählung am 1. D e - zember. Das Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat, wie WTB.-Handelsdienst erfährt, die Landesregierungen durch Rundschreiben aufgefordert, am 1. Dezember 1932 eine allgemeine Viehzählung und in Verbindung damit eine Ermittlung der nichtbeschaupflichtigen Hausschlachtungen von Schweinen in der Zeit vom 1. September bis 30. November 1932 durchzuführen. Auf die Zählung von Eseln, Mauleseln und Maultieren, Kaninchen und Pelztieren wird in diesem Jahre verzichtet dagegen soll die allgemeine Viehzählung auch in Großstädten mit über 100 000 Einwohnern durchgeführt werden. des Wahlgesetzes für Gemeinden und Gemeindeverbände die Wahl von Amts wegen. Zu dem Verfahren wurden Bürgermeister S ch o m b e r und der neugewählte Bürgermeister Münch als Beteiligte geladen. Rach umfangreicher Beweisaufnahme erkannte der Kreisausschuh des Kreises Gießen durch Urteil vom 23. April 1932 zu Recht, daß die Beanstandung der Wahl des Heinrich Münch V11, zum Bürgermeister der Gemeinde Harbach als unbegründet zurückzuweisen und die Dürgermeisterwahl vom 29. Rovember 1931 für gültig zu erklären sei. Die Kosten des Verfahrens wurden zur Hälfte der Staatskasse und zur Hälfte dem Beteiligten, Bürgermeister Schorn- ber, zur Last gelegt. Die Kosten der anwaltlichen Vertretungen hatten die Parteierk zu tragen. Gegen dieses Urteil verfolgten der Kreisdirek- tor und der Vertreter des unterlegenen Kandidaten S ch o m b e r Berufung. Die Berufung des Kreisdirektors stützte sich auf die Behauptung, daß der Kreisausschuh das Ergebnis der Beweisaufnahme erster Instanz nicht richtig gewürdigt habe. Der Derrreter des unterlegenen Bürgermeisters Schomber hielt das angefochtene Urteil in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht für fehlgehend und bemängelte, daß die Zeugen nicht vereidigt worden sind. Bqi einer Vereidigung wäre mit der Wahrheit nicht zurückgehalten worden, und es hätte sich dann-zweifelsfrei ergeben, des biederen Züchters haben vorläufig damit geendet, daß er hinter schwedischen Gardinen sitzt. Zölibat für amerikanischeNundfunkstarS In Amerika ist der Rundfunk privaten Gesellschaften überlassen, die Konkurrenz ist also recht groß, und es hat sich drüben eine Rundfunkstar- wirtchaft herausgebildet, ähnlich wie beim Theater und Tonfilm. Sie Direktoren der Scndegesell- schäften wollen nun bemerkt haben, daß ihre Stars auffallend an Zugkraft verlieren, wenn sic sich verheiraten. Daher sollen, so haben die Unternehmungen in Chikago beschlossen, die Verträge m'.t ihren Stars nur so lange Geltung haben, als die Stars nicht heiraten. Ehe dagegen bedingt sofortige Entlassung. Ein Gedächtniskünstler verknust seinen Kopf. Der englische Gedächtniskünstler Datas hat einen sonderbaren Vertrag abgeschlossen: er bat nämlich feinen Kopf verkauft. Er erhält dafür die Summe von 1000 Pfund sofort ausgezahlt und außerdem eine jährliche Rente von 360 Pfund auf Lebenszeit. Außerdem ist ihm zugesichert worden, daß er bei feinem Ableben einen Sarg und ein anständiges Begräbnis bekommen wird. Für diese Zuwendungen hat Datas sich verpflichtet, seinen Kopf der ärztlichen Hochschule des Londoner Kings College zu überlassen. Das Geld wird von einer Gruppe von Aerzten aufgebracht, die ihren Namen geheimhalten: ste haben den Wunsch, das Gehirn von Datas zu untersuchen, um vielleicht herauszubekommen, worin die Eigenart seines erstaunlichen Gedächtnisses beruht. Datas kann neben anderen fabelhaften Gedächtnisübungen 2000 Tatsachen und Daten aus dem Weltkrieg anführen: er kennt den Namen jedes Derbysiegers seit den letzten 50 Jahren, und zwar vermag er den Wanten des Pferdes und des Jockeys und die Gewinn-Quote aufzuzählen. Volksrechtpartei und Gparerbund im Wahlkampf. Am Samstagabend traten Volksrechtpartei und Sparerbund mit einer öffentlichen Versammlung im „Aquarium" in den Wahlkampf ein. Der Vorsitzende der Ortsgruppe Gießen, Herr Reiber, begrüßte die Erschienenen. Sodann hielt Oberschulrat D a u s e r, seither Mitglied des Reichstages, einen Vortrag über das Thema „Durch Volksrechtkampf Schutz dem Sparer und Hilfe dem Volt". Der Redner berichtete als Augenzeuge zunächst eingehend über die Auflösung des Reichstages am 12. September und erklärte, daß in der fraglichen Sitzung der Reichskanzler unbedingt zu Wort hätte kommen müssen. Die Parole der Volksrechtpartei laute heute: Auf zum Volksrechtkampf für Deutschlands Wiederaufbau: für den Rechts- und Kulturstaat gegen den Parteistaat einer einzelnen Partei, gegen einseitige Diktaturbestrebungen! Der Staat solle über den Parteien stehen und den Rechtsgedanken durchführen. Die Volksrechtpartei begrüße es, daß die gegenwärtige Regierung und der Reichspräsident über den Parteien stehen wollten. Das System der letzten Jahre sei dringend verbesserungsbedürftig. Daß unsere Parteien den Weg zur sachlichen Arbeit nicht gesunden hätten, dafür habe die Vergangenheit den Beweis erbracht. Don Agitation allein könne unser Volk nicht leben, es müsse sachliche Arbeit geleistet werden. Der Redner verwarf auch die Listenwahl und wünschte die persönliche Wahl rechter Volksführer mit Verantwortungsgefühl, die bereit seien, bei der nicht ausbleioenden Reichsreform, der Verfassungs- und Wahlreform mitzuarbciten. Das Wahlalter müsse hinaufgesetzt werden. Leider sei es heute so, daß jeder in der Politik glauben mitreden zu können. Die Parteien müßten lernen, daß sie dem Volk gegenüber Pflichten hätten und nicht dafür da seien, unhaltbare Versprechungen zu machen. Die Volks- rechtpartei verlange, daß die betreffenden Organe zusammenarbeiteten zum Wohle des ganzen Volkes, und wenn diese Zusammenarbeit nicht gehe, dann müsse die Regierung regieren ohne Parlament. Der Redner kam dann noch auf die besondere Fürsorge für die Sparer zu sprechen. Die zurückliegende Reichspolitik sei eine Politik der Vergewaltigung gewesen und nicht des Rechts. Wenn auch Sparer- und Rentnerbund nur klein seien, so-- seien ihre Kämpfe um das Recht doch nicht erfolglos geblieben. Volksrechtpartei u ib Sparerbund verlangten, daß die Kapitalbildung im Land gefördert werde. Die Regierung müsse sparfreundliche Politik treiben; die Belebung der Wirtschaft werde folgen, wenn die Kaufkraft im Volk gestärkt werde. Auch die Hauszinssteuer- frage bedürfe unbedingt einer Reuregelung: in der Auswertungsfrage dürfe noch nicht das letzte Wort gesprochen fein. Ferner wünschte der Vortragende den Ausbau des Arbeitsdienstes als Dienst am Volk. Auch eine bessere Arbeitsverteilung wäre zu erstreben, damit in jeder Familie wenigstens ein Glied, der Vater, Arbeit bekomme. Ein Rechtsstaat müsse über dem Parteistaat stehen und Arbeit und Eigentum, Recht und Freiheit gewähren, (Lan»anhaltender Beifall!) In der Diskussion sprach Iustizrat Lind (der Vorsitzende des Darmstädter Rentnerbundes) über hessische Verhältnisse. Den Ausführungen eines weiteren Diskussionsredners, bei der kommenden Wahl überhaupt nicht mehr zu wählen und einigen weiteren Anfragen über Auswüchse in der Subventionspolitik, trat Professor (Säufer in sachlicher Weife entgegen. Verhängnisvoller Zusammenstoß. In der Rodheirner Straße, in der Rähe der Tankstelle von Rebhut, ereignete sich gestern gegen 19 Uhr ein schwereräänfall. Der Reichswehrfeldwebel Willi K l ö g e l von der 3. Kompanie, der sich mit seinem Fahrrad auf dem Wege zur Kaserne k»»fand, geriet auf bisher noch nicht völlig geklärte Weise mit dem Personenkraftwagen einer hiesigen Firma zusammen und wurde heftig auf die Straße geschleudert. Er stürzte dabei so unglücklich, daß er einen Schädelbruch erlitt, der (durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz) seine sofortige äleberführung in die Chirurgische Klinik nötig machte. Bornotizen. — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben Heute 20 Uhr erste Wiederholung des Lustspiels „Freie Bahn dem Tüchtigen" von August Hinrichs; Spielleitung Karl H e y s e r. Zweite Vorstellung im Dienstag- Abonnement; gewöhnliche Pbeise. — Als zweite Vorstellung im Mittwoch-Abonnement wird das Während früher die Vogelforfchung sich auf die Beobachtung der ab- und durchziehenden Vögel, ihres Aufbruchs zur Reise und ihrer Rückkehr beschränkte, verwendet man seit einem Menschenalter zur Feststellung der Wanderwege und äleberwinterungsgebiete und zur Beantwortung der Frage, ob'sie in späteren Jahren zur Drutheirnat zurückkehren, auch die Kennzeichnung der Vögel mit numerierten Fußringen, die die Anschrift einer Vogelwarte tragen Diese sog. „Dogelberingung" hat die Zugverhältnisse vieler Vögel fast völlig geklärt und gezeigt daß z. B. die meisten hessischen Vögel nach Südwesten ziehen und deshalb in großer Zahl aus Frankreich, Spanien und Afrika zurückgemeldet werden: dazu gehören besonders die Störche Kiebitze, Stare. Drossel- und Bachstelzenarten.' Don anderen Dogeln, besonders den Schwalben wartete man lange Zeit vergeblich auf Rückm'eldun- ™ eEH die von der „Zweigberingungs- stelle Marburg . Hessen-Rassau der Vogelwarte Helgoland und dem „Vogelring Verei. .für Vogelkunde und Vogel- schütz (Leitung: Dr. Sunkel, Marburg a.d.Lahn) großzügig durchgeführten Massenberingungen auch einige Fernfunde der Rauchschwalbe aus Süddeutsch- lanch Frankreich Spanien. Kamerun und Kongo brachten, so daß Richtung und Ausdehnung der Schwalbenzuge jetzt ungefähr bekannt sind Die Fortsetzung der Beringung dient vor allem der Frage nach der Zuggeschwindigkeit. Schwieriger als die räumlich-zeitlichen Fragen des Vogelzuges ist das P r ovlem der Orientierung V er Z u googel, nrie der Bogel die mehrere taufend Kilometer lange Strecke hin und her findet, zumal wenn es sich um Jungvögel handelt, die ohne Füh- rung„ der Alten reifen. Auch hier hat der „Dogel- nng schon vor Jahren Versuche angeregt, „b e - r t n g t e Vögel auf schnellstem Wege an einen entfernten Ort zu verfrachten und dort freizulassen. Mehrere, von Mitgliedern des „Vogelring" unternommene Verfrachtungsversuche mit Heckenbraunellen, Meisen usw. biteben zunächst ohne (rrfolg. Als aber andere Forscher Ergebnisse erzielten mit Blaukehlchen, die von Bayern nach Potsdam zurückfanden, dehnte der „Vogelring" seine Versuche auf ausgesprochene Zugvögel aus und oer> fradjtete im Herbst 1931 von Kassel nach Ems 19 Mehlschwalben (alte und junge), die in Ems sofort freigelaffen wurden. Das kaum Erhoffte trat ein: mehrere dieser Vögel waren im Sommer 1932 wieder am Kasseler Brutplatz durch KontrollOnge als Brutvögel zu bestätigen, und es waren darunter auch vorjährige Jungvögel. Die Annahme eines besonderen Sinnes, der den Vogel so lange in einer bestimmten Richtung fliegen läßt, bis der innere ^eiz aufhört, scheint durch diese Ergebnisse gerechtfertigt. Natürlich müssen diese Versuche, die der Vogelzugforschung neue Wege zeigen, in dieser und mannigfach abgewandelter Form an verschiedenen Orten und nach verschiedenen Richtungen fortgesetzt und ausgebaut werden, ehe der Schleier, der den Vogelzug umgibt, gelüftet werden kann. Noch in anderer Weise beschreitet der „Vogelring" neue Wege zur Erforschung des Vogelzuges: durch Schaffung einer Kette von kleinen Forschungsstationen, einer Reihe „Dogelring-Punkte". die sich als eine Zone von Vogelschutz-, -beobachtungs- und -be- ringungsplätzen quer durch das Land zieht und in der Verbindung von Vogelhege und Vogelforschung und einheitlicher Zusammenarbeit auch zur Lösung folgender Fragen beitragen kann: Wie vollzieht sich im Binnenland der Aufbruch der Zugvögel? Wie ihre Vereinigung zu Vogelschwärmen? Wie beeinflussen die landschaftlichen Eigentümlichkeiten und Veränderungen den örtlichen Verlauf des Vogel- ' Zuges? In welcher Form erfolgt die Wiederbesiedlung des Landes durch die Zugvögel im Frühjahr usw ? Das bedeutet eine Menge von Problemen, die nicht die an einen bestimmten Ort gebundenen Vogelwarten oder einzelne Beobachter lösen können; erfolgreich können diese Fragen nur angepackt werden von einer Menge gleichmäßig arbeitender Vo- t it tj he w aB rd 9Jt.-$pont Wirischast DeolsenmarkI Berlin — Jranffurf a. 2R. Banknoten. Berlin, iQ.OflpCtr SSv Hei-bstwaldlauf des Gaues Hessen OT. Der diesjährige Hcrbstwaldlauf des (Baues Hessen ffncra °ni vergangenen Sonntagvormittag auf dem --Sportplätze ausgetragen. Die Zeiten der r.ause sowie die gesanite Veranstaltung waren stark durch d,e Bodenoerhaltnisse und den Regen benach. e.llgt. Das Meldeergebnis inar durch die Verbands- tpiele m allen Klassen gemindert. Trotzdem konnte man auch diesmal wieder Ueberraschunqen sehen denn der Sieger der Turner-Unterstufe,'H. Reidel, war wider Erwarten bester Mann aus dem Platze, er konnte Len Gaumeister Holzapfel mit großem Borsprung schlagen. In der Jugend-Oberstufe siegte erwartungsgemäß F. Reidel. Bei der Jugend-Unterstufe war der jüngste und kleinste Teilnehmer der erste im Ziel. Anschließend an die Laufe fand eine kurze Siegerehrung statt. Rachstehend die Ergebnisse: Turner - Ober st ufe (offen für alle Turner): 1. Sieger H. Holzapfel, To. Münchhausen, 16:2fi,2 Min; 2. E. Otto, To. Rieder-Ohmen, 18:43,4 Min. lurner Unterftufe (für Turner und Spieler, die noch keinen 1. bis 3. Sieg bei Waldläufen belegt haben): 1. H. Reidel, To. Heuchelheim, 16:11,2 Min.' 2. Ernst Ploch, MTV. Gießen, 18:28,2 Min.; 3. W. Peter, To. Rieder-Ohmen, 18:50 Min. Beide Amerikanische Noir»..... Belgische Roten......* * * Dänische Noten......... Englische Noten........ nraniühidic Noten........ Holländische Roten........ Italienische Noten....... Norwegische Roten........ Deutsch. Oesterreich, * 100 Schilling Rumänische Roten ........ Schwedische Noten ...... I Schweizer Noten......... Spanische Noten......... Ungarisch« Roten........ Billard-Bezirksmeisterschasten. '^in 8. und 9. Oktober 1932 fand beim I.Gieße- n er Bi llard-Club im Cafe An.end das Be° Z.r sturmer der 6. Klaffe Rhein-Main und Baden beteiligten sich von Frankfurt, Gießen, Mainz, Mannheim sieben Spieler. Herr Nicolaus (Gießen) ging als Sieger hervor und dürfte sich da- moirÄI^'lnahme an der diesjährigen Bundesmeisterschaft qualifiziert haben, die in Kassel statt- sinden wird. 19001. - Wetzlar I. 3:0 (2:0). Die 1. Mannschaft der Spieloereinigung 1900, bisher nicht so sehr sicher in ihrer ganzen Haltung, beginnt nun eine beständigere Form zurückzuge w.iine.i Dis ist erfreulich. Es war aber auch sehr notwendig, denn die Bestände der Zuschauer begannen sich merklich zu lichten. Das Publikum reagiert überhaupt sehr empfindlich, ein Moment, das auch die Spieler nicht aus den Augen lassen sollten. Jedenfalls erwartete man für den Sonntag im Spiel gegen Wetzlar einen spannenden Kampf und — wurde nicht enttäuscht. Betont muß aber werden, daß die Gäste nicht in Deutsche Wasserball-Meisterschaft. Veißenfee 96 wird Meister. In Leipzig kamen am Sonntagnachmitlag die letzten Spiele der Runde um die Deutsche Wasser- ball-Meisterschaft zum Austrag. Bei vollbesetztem Hause traten zuerst München 99 und Poseidon Köln an. Beide Mannschaften waren sich gleichwertig und trennten sich 4:4 Unentschieden. Im legten und entscheidenden Kamps standen sich dann Weißensee 96 und Hellas Magdeburg gegenüber. Die Berliner brauchten nur mehr ein Unentschieden herauszuholen um Meister zu fein. Beide Mannschaften gaben ihr Bestes und so kam ein schöner und spannender Kampf zustande. Das Endresultat von 3:3 Unentschieden ist als gerecht anzusehen. Weißensee hat damit zum ersten Male den Titel eines Deutschen Wasserball-Meisters errungen. Die Ergebnisse der anderen Spiele waren: Hellas Magdeburg — München 99 3:3, Weißensee 96 — Poseidon Köln 8:2, Poseidon Köln — Hellas Magdeburg 3:1, Weißen- see 96 — München 99 3:3. Berliner Eishockeysieg. Berliner Schlittschuh-Club—England 2:1. Das erste Eishockeyspiel der neuen Saison in Berlin gestaltete sich zu einem vollen Erfolge für den Berliner Schlittschuh-Club. Als Gegner hatte man sich eine englische Auswahlmannschaft verpflichtet, die knapp mit 2:1 (1:0, 1:1. 0:0) geschlagen wurde. Die Berliner waren in der Zusammenarbeit besser und auch etwas schußfreudiger. Die 4000 Zuschauer hatten auch viel Freude an dem fabelhaften Können der Olympia-Siegerin im Kunsteisläufen Sonja Henie, die einen Teil ihres Olympiaprogramms lief. Weltmeister Richters profidebut. Der deutsche Amateur-Weltmeister Albert Richter (Köln), debütiert nunmehr endgültig als Berufsfahrer am Freitag in der Kölner Rhein- landHalle. Er trifft gleich auf erstklassige (Segnet. Reben ihm bestreiten noch Weltmeister Schorens, Folck-Hanfcn, Martinetti und das Kölner Dreigestirn Engel-Stesfes-Oßmella die Sprin- terwettbewerbe. 3m Rahmenprogramm wird ein 50-Kilometer-Mannschastsrennen der Amateure ausgefahren. Kurze Sporinotizen. Laotse, das ausgezeichnete deutsche Meilenpferd, bestritt am Montag in der Verfassung waren, wie vor etwa vier Wochen, da sie im Gesellschaftsspiel auf dem Platz der Spielvereinigung gastierten. Trotzdem: der Sieg der Blauweißen war vollauf verdient und während des ganzen Spieles eigentlich nicht ernsthaft gefährdet. Daß er aber dennoch hart erkämpft werden mußte, ist nicht abzuleugnen. Die Wetzlarer sind gefährliche Gegner, sie scheinen aber gegenwärtig durch Spie- leraussälle etwas in ihrer Disposition gestört zu jein. Die Blauweißen zeigten die bessere Zusammenarbeit, während die Wetzlarer schlechtes Deckungsspiel lieferten. Die 1900er waren immer etwas mehr am Ball, während sich die Gaste viel Zerstörungsarbeit leisteten, die 1900er lagen mehr vor dem Tor, die Wetzlarer mußten sich auf verschiedene energische, aber erfolglose Durchbrüche beschränken, denn der Sturm war nicht auf der Höhe. Die Gastgeber hatten mehr System im Spiel. Trotzdem dauerte es 15 Minuten, bis für 1900 das erste Tor fiel. Der Ball ging in etwas zufälliger Kombination von links nach rechts, dann aber klar zur Mitte und Arnold schoß, nicht eben scharf, aber erfreulich entschlossen, dem Tormann in halber Höhe zwischen den Händen durch. Das Tor wäre zu halten gewesen. Roch ließen sich die Wetzlarer nicht aus dem Konzept bringen, griffen vielmehr vorübergehend stürmisch an, mußten aber schnell wieder den Gastgebern die Dorherrschaft im Feldspiel überlassen. Hartnäckiges Geplänkel ohne irgendeine befreiende Tat füllte die nächste Viertelstunde. Plötzlich aber leitete Lippert einen prächtigen Angriff ein, ging stürmisch in der Mitte vor, Goebel übernahm den Ball und schoß aus dem Lauf ein Tor, wie es nicht schöner fallen konnte. Lebhafter Beifall quittierte diese Leistung. Mit der Ruhe der Gäste war es nun schon nahezu vorbei. 3hre Aktionen liehen den nötigen Schwung vermissen und waren außerdem zu durchsichtig, so daß der Wetzlarer Sturm die Gießener Verteidigung nicht überwinden konnte. Bis zur Halbzeit ereignete sich nichts besonderes mehr. Rach kurzer Pause wurde die zweite Halbzeit mit einem Angriff der 1900er eingeleitet, der aber dicht vor dem Tor an der aufopfernd arbeitenden Verteidigung der Gäste hängen blieb. Die Wetzlarer rafften sich noch zu heftigem Widerstande auf, kamen einige Male nicht ungefährlich vor Schlarbs Heiligtum, drangen aber doch nicht durch. Schlarb war nicht sehr viel beschäftigt. 3n der 15. Minute der zweiten Halbzeit verlängerte Lippert eine Flanke von Heilmann, der als Mittelläufer eng mit dem Sturm zusammenarbeitete, zum 3. Tor. Zwar gaben die Wetzlarer den Widerstand noch nicht auf aber fie schienen auch keinerlei Hoffnung mehr auf öieg zu haben. Das merkte die Mannschaft der Blauweißen sehr wohl und es schien, als begnügte sie sich mit dem Siege von 3:0. Gegen Ende flaute das Spiel deshalb etwas ab und klang matt aus. Der Schiedsrichter Sch ne i- der (Marbach) amtierte zufriedenstellend. Die Mannschaft der Spielvereinigung trat in folgender Aufstellung an: Schlarb; Luft, Zeiler Schmidt, Heilmann, Langsdorf; Best, Goebel Lip- Arnold, Jäckel. Heilmann war diesmal der beste Rlann auf dem Platz. Die Gäste hatten keine gleichwertige Kraft aufzuweisen. 3m Sturm gefiel Goebel, Arnold weniger; Best hat sich gut herausgemacht. 3äckel erscheint für den Posten ?e£ Rechtsaußen etwas zu schwer. Lippert zeigte sich schwacher als sonst. Langsdorf fiel nicht besonders auf, Schmidt war auch schon besser. 3n der Verteidigung konnte Luft diesmal sehr gut gefallen, Zeiler war auf dem Posten. Schlarb brauchte nicht allzuviel zu beweisen. Rückstand sind. Jeder Bausparer, der sich als solcher ausweist, kann der Zuteilungshandlung beiwohnen. Alle xpeffentlidben Bausparkassen in Deutschland haben bis Ende August 1932 insgesamt 48 390 Vertrage über 252,9 Millionen Reichsmark abgeschlossen. Davon wurden bisher 5972 Verträge mit einer Ge« famtDcrtragsfumme von 37,9 Millionen Reichsmark zugeteilt, ein ansehnlicher Betrag, den die Oesfent« lichen Bausparkassen in dieser fapitalarmen Zeit da. mit bisher dem Bau- und Hypothekenmarkt zugeführt haben. * _ * Schiffsverkehr auf der Lahn im «eptember stark rückläufig. Die Statistik des Wasserbauamts Diez über die Verfrachtungen auf der Lahn zeigt für September einen erheblichen Rückgang gegenüber dem Vormonat. Es wurden nur 6877 Tonnen verfrachtet gegenüber 9638 im August. 'Auch gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres ist der Rückgang erheblich. Im September 1931 wurden 8254 Tonnen verfrachtet. * Preiserhöhung für Autotrcib. Hoffe. Mit Wirkung vom 11. Oktober tritt für alle Autotreibstoffe eine Preiserhöhung um 2 Pf. pro ßiter für das ganze Reichsgebiet gleichmäßig in Kraft. Künftig werden z. D. in Berlin die Literpreise für Benzin 35 Pf., für Gemische 39 Pf. und für Benzol 46 Pf. betragen. Für Hamburg lauten die entsprechenden Ziffern 34,38 und 45 Pf., für Breslau und München 38,42 und 48 Pf., für Köln 37,41 und 47 Pf. * Russenauftrag für den Stahlwerksverband. Der Stahlwerksverband teilt mit, daß er aus Sowjetrußland einen neuen Auftrag auf Walzwerkserzeugnisse erhalten habe, und zwar handelt es sich um 40 000 Tonnen Stabeisen und 15 000 Tonnen Formeisen und Halbzeug, die ab sofort geliefert werden sollen. * Metallgesellschaft AG.. Frank, f u r t a. M. Die Metallgesellschaft AG.. Frank, furt a. M. teilt mit, daß die Frist für die Ein- reichung der Aktien zum Zwecke der Kapitalher« absehung bis zum 31. 3anuar 1933 verlängert worden ist. Keine frankfurter Abendbörfc. Frankfurt a. M., lO.Okt. Heute fand feine Abendbörse statt. Ein günstiger Reichsbankausweis. Berlin, 10.Oft. (WTB. Funkspruch.) Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 7. Oktober hat sich in der verflossenen Bankwoche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 222,5 Miktionen auf 3411,8 Millionen Mark verringert. Im einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und -schecks um 81,8 Millionen auf 2909,6 Mil« Honen Mark, die Bestände an Reichsschatzwechseln um 30 000 auf 38,5 Millionen Mark und die Lombardbestände um 140,5 Millionen auf 101,5 Millionen Mark abgenommen. An R e i ch s b a n k n o t e n und Rentenbankscheinen zusammen sind 148,3 Millidnen Mark in die Kassen der Reichsbaak zurückgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 136,2 Millionen auf 3618,3 Millionen Mark, derjenige an Rentenbankscheinen um 12,1 Millionen auf 399,7 Millionen Mark verringert. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 27,4 Millionen Mark erhöht. Die remden Gelder zeigen mit 412,2 Millionen Mark eine Abnahme um 38,4 Millionen Mark. Die Bestände an Gold und deckungs- ähigen Devisen haben sich um 1,9 Millionen auf 931,2 Millionen Mark erhöht. Im einzelnen Haden die Goldbestände um 29 000 auf 796,4 Miktionen Mark und die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 1,9 Millionen auf 134,8 Millionen Mark zugenommen. Die Deckung der Noten durch Gold und deckungsfähige Devisen betrug am 7. Oktober 25,7 Prozent gegen 24,7 Probat am Ultimo September. Sechste Baugeldzuieilung der Oeffentlichen Bausparkasse. Die sechste Baugeldzuteilung der O e f f e n t - lichen Bausparkasse (Abteilung der Landes- kommunalbank-Girozentrale) für Hessen in D a r m st a d t findet am Montag, 14. November, in Darmstadt im Sitzungssaal der Landeskommunal- bank-Girozentrale statt. Zuteilungsberechtigt find sämtliche Bausparer, deren Vertrag spätestens am 1. August (für Taris 18 spätestens am 1. Juli) 1932 begonnen hat und die mit Einzahlungen nicht im Paris den „Prix de Seine et Oise“ der mit 50 000 Francs ausgestattet war. D-er Hengst wurde in dem von Rivauds Asfuerus gewonnenen Rennen hinter Finnoife und Eanute Vierter. Zkm Kampf um das Championat ist Everett Haynes mit 55 Siegritten kaum noch em- zuholen. O. Schmidt folgt erst mit 47 Siegen an zweiter Stelle vor Starvsta (45) und Printen (38 Liege). D i e Eishockey - Europameister- schäften in Prag wurden jetzt terminlich für den 16. bis 26. Februar festgesetzt. Durch die Heranziehung von Kanadiern soll die Veranstaltung als Weltmeisterschaft aufgezogen werden. * Europas größtes Herb st rennen der Prix de l'Arc de Triamphe, wurde in Paris-Long- chomp von de Rivauds „Matrico" unter Semblat gewonnen. Der Toto zahlte 48:10. Rundfunkprogramm des Frankfurter Senders. (Aus der „Radio-älmschauE^ Mittwoch, 12. Oktober. 7.05: Frühkonzert erwerbsloser Derufsmuftker. 12: Mittagskonzert. 13.30: Mittagskonzert. 15.15 bi£ 16.15: Stunde der Jugend. 17: Rachmittags- kouzert des Rundfunk-Orchesters. 18.25: ..Wie die Elemente lieben und hassen". Vortrag von Dr. O. Lange. 18.50: ..Tierschutz", Vortrag von Rikolaus Schwarzkopf. 19.30: Erlebte Zeit. Bismarck. Ge- sprach zwischen Dr. Walther v. Rath und Prof. Kuntzel. 20: Opern-Konzert des Rundfunk-Orchesters. 21: Miß Sara Samplon. Ein Trauerspiel von Gotthvld Ephraim Lessing. 22.45 bis 24: Rachtmusik. Donnerstag. 13. Oktober. 7.05: Frühkonzert auf Schallplatten. 12: Mittagskonzert auf Schallplatten. 13.30: Mittagskonzert. 15.30 bis 16.30: Stunde der Jugend 17* Rachmittagskonzert. 18.25: Zeitfragen. 18.50: ^Wirtschaftserneuerung von der Währungsseitc". Vortrag von Dr. Emil Stickler. 19.20: „ReueS aus aller Welt", von Prof. Dr. Walter Dchr- mann. 19.30: Mannheim: Unterhaltungskonzert. 20.30: Liedstunde. 21: Die großen Redner. 1. Cicero. Einführende Worte: Paul Enderling. 21.25t Chöre mit Orchester. r Kurszettel der Berliner und Krankfurier Börse. -—in W'CrCn anflefuf’rten 3'ffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Stufen starteten zusammen, Holzapfel und Neide! lieferten sich auf der ganzen Strecke einen hartnäckigen Kampf, den Neide! dank größerer Ausdauer für sich entscheiden konnte. Jugendlurner - Oberstufe (Jahrgang 1914/15): 1. F. N ei del, Tv. Heuchelheim, 13,29 Min.; 2. K. Schindel, T. u. Spo. Ebersgöns, 15,28 Min.; 3. L. Ulm, To, Allendorf, 15,42 Min.; 4. K. Krämer, T. u. Spo. Ebersgöns. F. Neidet setzte sich gleich an die Spitze und konnte mit 500 Meter Vorsprung sicher siegen. Die Mannschaft des To. Heuchelheim wurde erster Sieger. 3ugenbturner-ilnterftufc (Jahrgang 1916 17): 1. K Gemmer, Mtv. Gießen, 6,29 Min.; 2. R. Sparr, Mtv. Gießen, 6,31 Min.; 3. H. Obmann, Mtv. Gießen, 6,33 Min.; 4. O. Eger, Mtv. Gießen. Gemmer zeigte einen schönen Laus, den er verdient gewann. 3m Mannschaftslauf wurde Mw. Gießen Sieger. Handball im Gau Hessen (O. T.) Mio. Gießen I — To. Germania Dehrn I 6:1 (3:0). Die Vcrbandsspiele, die am vergangenen Sonntag auf dem Mtv.-Platze ausgetragen wurden, brachten beide recht ansprechende Leistungen. Die 1. Mannschaft des Mtv. 'war trotz Ersah gut auf der Höhe. Die Hintermannschaft leistete zuverlässige Abwehrarbeit. Die Läufer waren immer am richtigen Platz, der Sturm zeigte schöne Kombinationen und gute Durchschlagskraft. Auch der Gegner bemühte sich, es den Gastgebern gleich zu tun, ihre technischen Mängel glichen sie durch großen Eifer aus. Gleich zu Beginn des Spieles zeigten beide Mannschaften schönes Feldspiel, in dem aber Gießen überlegen war. Durch feine Kombination neu unb gute Durchbrüche konnten sie in regelmäßigen Ab ständen drei Tore erzielen, während den Gästen fein Erfolg beschieden war. Auch der Spielverlauf der zweiten Halbzeit brachte keinen Wechsel. Die Mtver erzielten nochmals drei Tore, ^nen die Gäste nur durch eine geschickt angelegte Kombination das Ehrentor entgegensetzen konnten. Tie Mtver wurden mit 6: 1 verdienter Sieger. TUto. Jugend — To. wehlar Jugend 5:0 (2:0). -Auch die Jugend hatte ihr Spiel verdient gewonnen, der Ersah fügte sich gut in die Mannschaft ein, gut gefiel auch der Ersatztorwart. Wetzlar kann nicht ganz an seine Leistungen im Vorspiel anknüpfen. 3m Feldspiel waren beide gut Wehlar sogar zeitweise überlegen; den Gästen fehlte aber die systematische Deckungsarbeit und die Durchschlagskraft im Sturm, die der Mtv.- 3ugend zu eigen war und ihr den Sieg über den schwersten Gegner diesör Bezirksgruppe erringen ließ. Ger-äiemeisterschasten der OT. Ernst Winter bester Mittelrheinkreisturner. Am Sonntag fanden in Koblenz die Ausscheidungskämpfe des Mittelrheinkreises für die im Rovember stattfindenden Deutschen Gerätemeisterschaften in Berlin statt. Von den 20 gemeldeten Turnern Placierte sich erwartungsgemäß Ernst Winter Frankfurter Turngemeinde Eintracht an erster Stelle mit 187,5 Punkten. Die nächsten Platze belegten in dieser Reihenfolge: Frey, Mtv. Kreuznach, R.Haßler. Tgm. Bornheim. He r m ann, Tgm. Dockenheim, Genß. Tas. $X Ic r> T^m- Bornheim und H. S ch n e i d e r. Tv. Hönningen. 1 Arankfun a. Ai. Lenin Schluß« furd Schlußk Abend« bSrse Schluß« liird Schlußk. Mittag- horte" Datum 8.10. 10.10. 8-10. 10.10. 6% Srundie SNctcWnlcihc v. 192. 71,9 72 72 77 7S <>% e6cm.7%5)LfRcld)6an!.ö.l029 84,9 84,13 84.5 84 5 öuunfl.yinlct()t von 1930 . Deutsche Ant.-Äblos.-Echuld mit 65,65 65,9 66 1 66,25 Au«Io>.. Rechten...... —- 45,5 ' 45,6 ! 6,25 DeSgl. ohne Aulloj.Rechte . . 6,475 6,4 6,55 6% eben, 8%0e|L Bottsstaat 192£ (nld.tabtb. 102%)...... Oberhessen Provinz-Anleihe mit 66 66 66 66,25 Äuelos.-Rechten...... 50 - Deutsche Komm, (sammelabl. Anleihe Serie 1...... «% ehem. 8% Franks. Hnp-Banl 49,5 48,5 49,25 48,25 Äotdpse. 15 unkündbar bil 1936 6% ehem. 7% grants. Hnp.-Bank 74,5 74,75 — — Gotdpte 16 unkündbar bi» 1930 ehem. 4 y,% granks.Hiip.. — 74,75 — — Bank Vlqu Ptandbriese . . . 6%% ehem. 4 Rheinische Hvv-Bank-Liqu -Goldpie. . . 79,15 79,3 — — 79,4 79,5 6% ehem 8% Pr. Landeopsand. brlrlanftal! Pfandbrief R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landedvlmid- 73 73 71 73 72,5 briclanftalt. Pfandbriefe R. io 72,5 72,5 — 4% Oesterretchische Golvrente . 4,20% Ocsterrrichische GUberrcutc 10 4% Ungarische Aolbrente .... 6,8 4% Ungarische Staatrrenie v. 1910 6,75 6,75 6,9 ncefll. twn 1913 .... 6% abgrsü Goldmesikaner von 99 6.751 6.75 - 6,9 4% Türkische Sollanlethe von 1911 4% Dürkische Bagdaddahn-SUlleihe 3,5 ^eric i 4 3,9 6: 4 3,8 4% deSgt. Serie 11....... 4 4 b% Rumün. vercinh. Rente 0.1903 3,8 5,8 9,75 4,8 18,5 3,65 4H%8himan.6crefnb.9irntcv.l913 9,45 ! 9,1 5,5 4% Rumänische vereiich. Rente 3 NX» 1. Anatolier...... 4,8 18,5 18,5 4,4 18,5 Frankfurt a.2Jl. Berlin Schluß« kurS Schlußk. Abend« börse Schluß« kurv' Echlußk. mittag« hörte Latum 8-10. | 10-10. 8.10. 10-10. Vamdurg-Ämerua Pate. . . u Hamburg-Südam. Tampsschiss. 0 Hansa Dampsschiss .....< Norddeutscher Liond.....< A.G. Ifir Verkehrswesen Akt. . o Berliner HandetegeseUschast . 4 Commerz, und Privat-Bank. 0 Darmstädter und Nationalbank 0 Deutsche Bank und DiSconto-GeseUschast... 0 Dresdner Bank...... 0 Reichsdank.......... «1.0.®............. Bergmann.......... SJcttr. Lieserung-gesellschast .' ' 6 Licht tmb Kraft...... g Fetten L Guilleaume. ... 0 Gesellschaft sür Eiektrische Unternehmungen .... 4 Rheinische Glektrizitüt ... 5® Lchuckert L Lo....... 0 Siemens & HalSke..... 9 LahmeyerLLo....... 16 Buderue........... Deutsche Erdöl........ Gelsenkirchener........ Harvener........... Hoesch Lisen..... 16,75 17,13 39,25 91 53,5 75 61.75 123 31,5 65 85,25 54 69 70,25 115 117,5 38 71,25 35,5 71,5 97 29.5 51 19 25.75 168 63,4| 17,25 n3 39 53,5 — 75 61,75 121,5 30,75 _ 84 53 68 68 114,75 118 38 71 37 70,5 97 32 50,75 19 25.75 169 63 17 30 26 17,4 90 53,5 75 61,75 121,65 31 20,75 65.25 84,5 53 68,75 76 68.5 115.25 118 38,25 71,13 36,25 71 35,5 125 97,25 31,25 50,5 20 35,13 26 168 63,75 16,75 26 17.4 39 91 53,5 75 61,75 122 31,65 20,75 64,25 84 68,65 74.5 68.13 113,5 119 38,5 70 36.65 70,25 35,5 124 96,9 33,25 50,75 19 35,4 26 166.75 63,9 Ilse Bergbau......... Flse Bergbau Genüsse .... RlDdntrroetfe........r MLineSmann-Rühreu .... 6 Mansfelder Bergbau.....0 Oderschles. LoUwerke .... 8 Phöntr Bergbau......41, Rheinische Braunkohlen ... 10 Rhein stahl.......... Frankfurt a. M. Serlin' Schluß« kurS Schtußk Abend« bSrfe Schluß« furd Echlußk. Mittag- börse :Oahim 8.10. 10.10. 8-10- 10.10. Riebeck Montan......7,2 Bereinigte Stahlwerke . . . . 0 Otavi Minen....... O Kaliwerke Aschersleben ... 6 Kaliwerke Westeregeln ... 6 Kaliwerke Salzdetfurth ... 9 3- <8. Farben-Jndustrie... 7 Scheideaustalt.......10 Goldschmidt.........0 RütgcrSwerke........0 Metallgeiellschast.......O Philipp Holzmann......O Zementwerk Heidelberg. ... 4 (Scmcntroed Karlstadt.....O DaiibL Frehtag......0 Schultheis Patzenhofer ... 0 JUu (Allgemeine Kunstseide) 0 Bemberg......... 0 Zellstoff Waldhos..... 0 Bdlfloh Aschaffenburg ... 0 Dessauer Gas......... Daimler Motoren....... Deutsche Linoleum ... 0 Crcnftctn & Koppel ... 0 Leonhard Ttetz........ SvenSka........ 0 Chade.......... 12 frankfurter Maschinen . . . ni Gritzner ... ..... q| Mainkraslwerke Höchst a. M.' ' 4 vtivdrUtsch« Ltular . . , , . 5 21 99 105,5 162,5 92,75 138 26,5 39,5 34,5 55,5 51 52 4,9 53,25 51 43,5 28,5 19 44,25 46 S| 54 1261 20,75 100,5 105,5 162 92,75 138 25,5 39 34,5 Z 54.5 4,85 50,5 41,75 27,5 19 44 45,5 26 1 54 126,25 1 20.65 15,9 100,5 105,5 162 92,65 25,5 39,75 34,5 54,5 53,75 53 50 42,5 29,75 87,75 19,13 45 33,25 26,25 ’ 125,51 1 — 21 15,65 100,5 160,5 93 25,5 38,5 34 54,65 53,5 53,25 50,65 43 28 89,13 18,9 44,5 32,25 46 164 27.65 126 8.Oktober 10-Ottober Amtliche Notierung «eld | Erl d Amtliche Notierung «eld I arifi Heisingsortz . Wien. . . . 93 tag . . . Budapest. . Sofia . . . Holland . . Colo .... Kopenhagen. Stockholm . London. . . Buenos Aires Reuyork . . Brüssel. . . Italien. . . Pari- . . . Schwei; . . Spanien . . Taitjig . . . Japan . . . Rio de Ian.. Jugoslawien. Lissabon . . 6,264 51,95 12,465 3,057 169,63 73,18 75,32 74,58 14,522 0,890 4.209 58,44 21,57 16,53 81,32 34,42 81,87 0,989 0,294 5,944 13,23 6.276 52,05 12,485 3,063 169,97 73.32 75,48 74,72 14,565 0,894 4,217 58,56 21,61 16.57 81,48 34,48 82,03 0,991 0,296 5,956 13,25 6.274 51,95 12,465 3,057 169,88 73,18 75,32 74,58 14,53 0,890 4,209 58,49 21,56 16,55 81,42 34,47 81,97 0,989 0,294 5,894 13,23 6.286 52,05 12,485 3,063 170,22 73,32 75,48 74,72 14,57 0,894 4,217 58,61 21,60 16,59 81,58 34,53 82,13 0,991 0,296 5.906 13,25 4,20 4.22 58,33 58.57 74,90 75,20 14,49 14,55 16,51 16,57 169,51 170,19 21,51 21,59 73,00 73,30 - - 2,46 2,48 74,40 74,70 81.24 81.56 34,33 34,47 la di n w st- ne Ml Z' gal öas frfja bege her । (Fr h öenl noch! bische t>abi ßan Dt.: die gew im1 Rcii 05 s den geffi Bay A baye Sta des ( folget zugest zu be außer, mit T verblü Nän 'einer könne < der o einen Laye form Semei erst Wichste ce bay, Held« Hand) Bayerns Men. 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