s hm ‘•j i > He. fand keine vtt aL Hugenberg zum Lahrestage von Harzburg. 0 n l Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Re. Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20u;„ mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange,- für Feuilleton Or.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein undfür denAn. zeigenteil i. V.TH.Kümmel sämtlich in Gießen. Parteien im Wahlkampf ch als solche beiwohncv. । Leiuschlond 1 48390 Ser. abgeschlossen, nil einer ffie> n Reichsmark die Oeffenl. men Zeit do, nkt zugeführt Lahn im Jie Statistik erfradjtungen n erteblichen wurden nur i im Lugust. es Lorjahrcs er 1931 mir« . ufoireib« tritt für alle m 2 Pf. pro eichmähig in ne £iterprei|e Pf und für ■g lauten die "für Breslau iln 37,41 und ahlwerks« eilt mit, daß Auftrag auf ih zwar hm- n und 15 000 ab lofßri gc« . Frank« I®.. Frank« ir die Ein« -apitachcr« verlängert V'?Q9»- 17. 18.50} .dnmgsscitc" S: '^urS Ich. ^gskonznt. tonet 1. Tj. rling. 2115: ^^Mker Ätl , h.’^c die i von Dx 0 und Pros. ^kOrchc. Trauerspiel 45 bis 24: Paris, 10.Off. (WTB.) havas feilt mit, daß ölt Begegnung zwischen Macdonald und Herriot, deren Zeitpunkt noch nicht feststand, am 13. Oktober in London stattfin- öen werde, herriot wird Paris am Mittwoch verlassen. Rach einigem Zögern bestätigt auch das joreign Office den bevorstehenden Besuch hcrriots in London. Amtlich wird zwar von einer Einladung Macdonalds an herriot gesprochen, doch besteht kein Zweifel darüber, daß den Engländern der Besuch herriots sehr ungelegen ist. Noch Montag früh hieß es, es sei raglid), ob Oie Reise herriots sich in die Dispositionen des englischen Ministerpräsidenten einfügen lassen könne. Die Aussichten für eine Konferenz der oier Mächte werden hoffnungsvoller beurteilt, man hofft, dah die Unterredung Macdonalds mit herriot zu einer Festlegung des Zeitpunktes, des Zusammenkunfts or f es und auch des Umfanges der Konferenz führen möge. Ls zeigt sich auf englischer Seile schon wieder die Neigung, der fron- zosischen Forderung auf Hinzuziehung von einigen kleineren Mächten einschließlich loten nachzugeben, wenn dadurch der Kaufe- renzgedanke gerettet wird, hinsichtlich der Stellungnahme Deutschlands glaubt man in London, dah die deutsche Regierung sich auch zu einem ande- s 1 l t b h n d ä’ tr 11! Iff] Des Reichskanzlers Besuch in Bayern. Reichskanzler von Popen in München eingetroffen.-Besprechung mit Or. Held Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüffe unterSammclnummer2251 Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Sichen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. nnte erste Fühlungnahme. 11DfL abe f^'^hm auch eine öffentliche sprach mit Herrn 0. Gayl veröffentlicht, als Gerüchte im Gange waren, daß dcis Reichsinnenminlsterium die preußische mnH 1 6 ° 5 € übernehmen 5 ; ^rn,D- Hayl gefragt, ob er die QueUe dieser Gerüchte kenne. Herr v. Gayl hat da- n,nn sich noch auf meine Erklä- h• ? ; baLble p^ußrsche Polizei fest in oer Hand der Regierung fei." EinGymboldeslZungdeuffchenOrdenS i/m^beVfab!/ ^.Okt. (ERB.) Auf dem Reichs- fch^esterntag des Jungdeutfchen Ordens äußerte programmatisch über die r? rn^c^U!9aben Jungdeutschen Ordens. Es Plon ausgearbeitet wor. oen mit dem Ziele der Bekämpfung der Ar- Dilr5m?fl9(neit UJ’b ^s Parteiismus. Diefer Plan solle durch ein Symbol gekennzeichnet anhe-Hf1* d Ie N 0 tza n g e. Diese Zange solle hm^nerf' • m ?eni 2ungdeutschen Orden ge- Hnaen sei, die Nuß zu knacken, die andere nicht Äh mnn& ni€r Pf^le der Zange sollten folgende Punkte kennzeichnen: 1. Siedlungs - plan auf 1 Million Däuerstellen: 2. Beschaf- X)"9 D0" äncr Salden Million Arbeiter, An- Mellten und Beamten nach Durchführung dieses ?00non9Sne5-’ 3; Unterbringung von h i a einem Zweijährigen Volks- J'ILasten- und Steuersenkung nach Unterbringung von etwa 3 Millionen Arbeitslosen auf dem angegebenen Wege. , München. 11.OH. (WTB. Funkspruch.) Reichs- $taafsVfr°pr P-na.Pen/raf beUfe frü()’ begleitet von $faafsfefrefar p l a n ck von dec Reichskanzlei Mini- sterialdirekfor M a r ck s, dem Chef der preffeabfei- ""9 b Re.chsregierung, Ministerialrat pukos und dem bayerischen Reichsratsbevollmächtigten Dr. ° °w- •« C 9 lm ^"nchner Hauptbahnhof ein. bPimmÄfCaf,hent ?r^e,b begrüßte den Kanzler ihm .. ü Salonwagens herzlich und stellte hm die zum Empfang erschienenen Herren vor. Der nnm3 nrbe«ab im Kraftwagen, begleitet oom 2nin,fferprafiöenten, zum Haus des Minister- Präsidenten, wo er Wohnung nimmt, während die fe’"cc Begleitung sich zum Hotel „Bayrischer Hof begaben. Am 10 Uhr findet im Ministerium des Aeuheren die Vorstellung der baye- faatsregierung statt, um 11 Uhr folgt eine Presseempfang. uC^-ÖI l?c Schaffenslust inmitten einer Welt die ledern einzelnen tausend Hoffnungen er- öffnet, weil hinter jedem einzelnen die Ratio n steht und jeder einzelne hinter der Ration. Ich rufe der Jugend zu: Laßt uns auch ohne dieienigen, die uns seitdem verlassen haben, Harz- bürg verwirklichen. 6 ör. Goebbels wirb bei ben Neutschnationalen sprechen. I ren Verhandlungsork als London be- reiffinben wird, sofern es nicht ausgerechnet Genf ist. In London glaubt man, daß der Konferenzort weder London noch Genf fein wird. Man versucht, alles zu tun, um den Meinungsaustausch auf die vier Hauptmächte und einen amerikanischen Beobachter zu beschränken. Was sagt man in Berlin dazu? Berlin, 10. Oft. (TU.) Die Absicht des französischen Ministerpräsidenten, noch vor dem Zu- ammentritt der Fünfmächtekonferenz zu einer Aussprache mit Macdonald nach London" zu Reifen ist in Berliner politischen Kreisen mit Ruhe h'in- genommen worden. Sollte Herriot versuchen durch diese Besprechung der Entscheidung der Fünf' machtekonferenz irgendwie vorzugreifen so dürfe sich das alsbald nach Beginn der Fünfmächtekonferenz Herausstellen und zweifellos sofort zu einem Verzicht Deutschlands auf die meitefe leiliKiljme an der Konferenz j fuhren. Was die Wahl des K o n f e r e n z o r t e s angeht, so wird Genf als Sih des Völkerbundes von Deutschland ohne weiteres abgelebt. Auch Lausanne wird angesichts der Erfahrungen, die I bei den letzten internationalen Konferenzen gemacht worden sind, nicht als ein Ort angesehen, der die für einen gedeihlichen Ausgang der Konferenz geeignete Atmosphäre hat. Berlin (S2TO.) 3m „Angriff wird otn rief von Dr.Goebbels an die ^artciIei tun9 ber DRVP. veröffentlicht, m dem Dr. Goebbels mitteilt, daß am fommenoen Mittwoch im Berliner Sportpalast ne Massenkundgebung der RSDAP stattfindet, in der er mit Landtagspräsident Kerrl V ?.U seinandersetzung mit dem analer und der hinter ihm stehen- eutf^ nationalen Volkspartei beabsichtige. Dr. Goebbels ersucht, zu dieser Versammlung einenRednerzur Diskussion zu entsenden, dem eine Stunde Redezeit zu- gebilligt wird. Dr. Goebbels garantiert ihm mit 'eulem Wort, daß ihm kein Schaden zugefügt uub die Versammlung ihn ohne Zwischenrufe und ohne Mißfallenskundgebungen Gehör schenken werde. Sollte Geheimrat Hugenberg diese Bedingung als nicht tragbar erachten, da es sich um eine nationalsozialistische Versammlung handelt, so erklärt sich Dr. Goebbels bereit in jeder deutschnationale nV e r s a m m- lung auf Anforderung als Diskussions- r e d n e r z u erscheinen, wenn ihm dabei eine halbe Stunde Redezeit zur Verfügung gestellt wird. . A'lT^Aocobels hat die Hauptgeschäftsstelle der DRVP. ein Äntwortschreioen gc® ct ?cin Ui o- darauf hingewiesen wird, daß Goebbels eine öffentliche Diskussion offenbar vorgeschlagen habe, um die öffent- li$e Aufmerksamkeit von den dauernden Stö- rungsversuchen der NSDAP, abzulenken und Reklame für eine Versammlung Dr. Goebbels' zu machen Die Deutschnationalen lehnten es des- ?cbner die vorgeschlagene Mittwoch Versammlung zu schicken. Sie würden aber Dr.Goebbels die Möglichkeit ge- I h.e n. sich sachlich mit den Teutschnationalen aus- einanderzusehen und würden ihm mitteilen in solcher deutschnationalen Versamm- n 9 lhm eine Stunde Redezeit gewährt werden wurde. Die ASDAp.-Kundgebung im Sportpalast verboten. Funkspruch.) Die von Ratlonalsoziallsten für morgen abend angekün- Digte Kundgebung im Sportpalast, bei der Dr. G o e b- b eis und der ßanbtagspräfibent Kerrl sprechen ffl°rU?n'h ‘f ous sicherheitspolizeilichen Gründen verboten worden. Parteitag derWirischastspariei Berlin 10. Oft. (LDZ.) Die Wirtschafts, am «onntag in Berlin einen außer- ordentlichen Parteitag ab, um zu den Reichstags- wahlen Stellung zu nehmen. Nach einem ausführ, lichen Bericht über die Sammlungsbestrebungen hCr Mittelparteien, die ohne Schuld Plr, s^'^^f^portei gescheitert seien, wurde be- fchlossen, daß die Wirtschastspartei an ihrem Parte,namen f e st h ä l t und mit voller Sandigkeit i n den Wahlkampf ZEht. Durch eine geeignete L i st e n v e r b i n - oofur oorge getragen, baf} keine Stimme oerloren geht. Im Rahmen des Parteitags sprach dann Reichsiuitizminister a. D. Dr. !B r o b t über b.c Ziele des Wahlkampfes. Am Schluß der Aus- spräche wurde eine Entschließung angenommen, in Der es heißt, daß die Partei jede Politik unter® ftu§en b,e ben und b i e Frei - lrt^art' b,e Forderung der tSCntJ?%rantroortun3 und die völlige Ausschaltung des Sozialis- 'N 1 e de r Forrn zum Ziel hat. Darüber hinaus werde die Partei alle Kraft für die S a m m - lung des bodenständigen christlich, nationalen Bürgertums einfetzen. Die befr^e'$5iiftembcr Wirtschaftspartei, die wahricheinlich mit der Bayerischen Volkspartei wie- ber vereinigt wird, führt diesmal Prof Dr B re d t An zweiter Stelle wird dann der bisherige Reichs-' tagsabgeordnete Köster stehen. Die dritte Stelle ist einem Vertreter aus Sachsen vorbehal- ten, wahrend die vierte der Parteiführer D r e w iR inne hat. u Kleine politische Nachrichten. Sn Frankfurt a. M. fand der Landes- Parteitag der Deutschen Staats- h u r t e i i n H e s s e n statt. Nach einem Refc- schlolü-n ^ndesvorsihenden wurde einstimmig bc- ** von den Unterhändlern 'Kder A ??^ereltete Einigung mit den Radikaldemokraten abzuschlichen und in Verfassung müsse reformiert werden unter Der- ftarf ung f ööera tioenllnter&aueg bot -^C1^C^?UC6 cine Renderung beö Wahlrechtes dringend notwendig, wo- bei vor allem die Heraufsetzung des aInC1Lß öie Beseitigung der Listenwahl anzustreben sei. Der Reichskanzler spricht morgen im Iiun-funk. Berlin 11. Oft. (WTB. Funkspruch.) Reichskanzler von Papens Rede „V e r t r a u e n s ch a f f t Arbeit, die er morgen vormittag auf der bayrischen 0 n b u ft r i e 11 e n t a g u n g in München von 11.30 Uhr bis etwa 12.15 Uhr hält roirb als Reichssendung des Deutschen Rundfunks uberalledeutschenSender verbreitet. HL 259 Erstes Blatt W9 Jahrgang Dienstag, U. ©ffober 1952 Metzener Anzeiger General-Anzeiger für ©derheffen a.2n. tot» , SotimiM »fit' 52,« 12,45 3,063 170,22 73,32 75,« 74,72 1 14,57 0,6M 4,21? 51,61 I 21,6 16,59 II,M 34,53 82.13 0,991 0,296 5,906 13,25 Aus -er Provinzialhaupisiaöt Das Arbeiisbeschaffungsprogramm der Landgemeinden. den nächsten Tagen eine gemeinsame Kandidatenliste aufzustellen. * Die Strafkammer des Berliner Landgerichtes 1 potpre Eröffnung des Hauptverfahrens gegen den ehemaligen Polizeivizepräsidenten Dr. W e i st und den früheren Kommandeur der Berliner Schuh- Polizei Oberst Heymannsberg, gegen die die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Richtbefolgung der Anordnungen des Militärbefehlshabers, Ge- neral v. Rundstedt, erhoben hatte, abgelehnt. Der neue polnische Zolltarif, der seit ^rahr und Tag angekündigt worden war, ist Der» vffentlicht. Durch die Zollsätze des neuen Tarifs wird auch der letzte Rest der kümmerlichen deutschen Einfuhr nach Polen völlig abgedros- seit werden. Da Polen mit Deutschland kein Handelsvertrag bindet, dürften Verhandlungen atoitoen beiden Ländern wiederum zu einem Zwischenabkommen führen. G i e ß e n. den 11. Oktober 1932. Lehrgänge für Zugendertüchiigung. Demnächst werden die ersten regelmäßigen Lehrgänge des Reichskuratoriums für Iugend- ertuchtigung beginnen. In dreiwöchigen Kursen sollen zunächst Hilfslehrer für den Geländesport herangebildet werden. Hierzu können von °uen ^rbänden, die sich zur Mitarbeit bereit- erktart haben, Teilnehmer vorgeschlagen werden. -L^e Kosten der Lehrkurse auf den Geländesport- schulen tragt das Reichskuratorium. Unterkunft und Verpflegung sind für die Teilnehmer frei. Ebenso wird die Kleidung und Ausrüstung den Lehrgangsteilnehmern vom Reichskuratorium ge- stellt. Jede parteipolitische Betätigung in den Lehrgängen ist verboten. Mit den Landesregierungen hat eine Despre- chuna über die Aufgaben des Reichskuratoriums für Iugendertuchtiguna stattgefunden und die Zu- stimmung sämtlicher Landesregierungen ergeben. ub«km»t«ium, das nicht die gesamte Arbeit zentral leiten kann, wird zwölf Zweig- stellen im Reichsgebiet einrichten, welche die Aufgabe haben, sowohl mit den Landesregierungen und Landesbehörden wie mit den Unter- gliederungen der Verbände enge Fühlung au h -V?.K'ern den Unterricht an dL Gelandesportschulen ihres Gebietes überwachen. Goethe lebt...! Noch kein Geständnis in der Mordsache Wagner. WER. Frankfurt a. KL, 10. OIL Der Kriminalpolizei ist es bisher noch nicht gelungen, den des Mordes an dem Brotkutscher Wagner dringend verdächtigen Josef Förster zu einem Geständnis zu bewegen. Die Situation liegt jetzt so, daß Förster mit 90 Prozent Wahrscheinlichkeit als Täter in Frage m verteidigt sich aber mit solchem Geschick, dah ihm die schwere Tat endgültig noch nicht nachzuweisen ist. Tatsache ist, daß Förster einem Zeugen gegenüber kurz vor der Tat die Aeuherung machte, daß er einen Filialleiter aus Offenbach berauben wolle. Wenn dieser Coup fehlschlage, habe er eine andere Sache im Auge bei der „eine ganze Tasche voll Geld" zu erbeuten sei. Diese Aeuherung spricht stark ku r di e T ä t e r sch af t Fö r st e r s. Förster hatte übrigen auch noch einen Raub im Stadtwald geplant und dafür bereits einen Komplizen gefunden, der es aber zuletzt vorzog die Finger von der Sache zu lassen, so dah dreserRaubüberfall unterblieb. Bei! einem Friseur wollte sich Förster einen Spitzbart ankleben lassen, wobei er angab, dah er in Safe«, Varietes usw. auftrete. Dringend notwendig ist, dah die zur Tat benutzte Pistole ge- 1 Dresden 10. Okt. (TU.) Vor der Vereinigung der sächsischen Landgemeinden sprach Landrat a.'S). Dr. Gereke (Pressel) über das Ar- veitsbeschaffungsprogramm der Landgemeinden. Dr. Gereke wies Zunächst aus die finanzielle Rot- lage der Gemeinden hin, die bereits zu offenen Kassenzusammenbrüchen geführt habe. Verschie- Dene Gemeinden feien schon dazu übergegangen, den Erwerbslosen aus Mangel an jeglichen Barmitteln Bonds zu geben, also Rotgeld, damit sie sich doch etwas kaufen könnten. Angesichts dieser Zu stände habe der Landgemeindetag ein Ar- beltsbeschaffungsprogramm ausgearbeitet. Auch die Reichsregierung habe sich der Rotwendig- keit mcht verschlossen, etwas Durchgreifendes zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zu unternehmen. Unzweifelhaft dienten die EteuergutsHeine zur Auflockerung eingefrorener Kredite. Sie seien außerdem von Wert für die Danken und gewisse Industriekreise. Für das Land und die Erwerbslosen in den Gemeinden seien jedoch neimenS» teerte Vorteile daraus nicht zu erhoffen. Der Fehler sei, daß man nicht die Hauptfrage, nämlich die de s Absatzes, gelöst habe. Es wäre besser, toerm man die 700 Millionen hauptsächlich z u direkten Aufträgen der öffentlichen Hand Derwenden würde, um alle die volkswirtschaftlich wichtigen Arbeiten in Angriff zu nehmen, die in den letzten Jahren liegen geblieben oder unterbrochen sind. Es feien dos vorwiegend Arbeiten, bei denen im Gegensatz ' zur rationalisierten Industrie ein hoher«" Sentsatz von Arbeitskräften beschäftigt : Das Portug-esische Auhenministerium dementiert formell die Rachricht, dah Portugal beabsichtige, die Insel Timor den Japanern abzutreten. * Die belgischen Gemeindewahlen geigen rfn ganzen einen eindeutigen Sieg der i sche n Partei. Sie konnte 52 absolute Mehrheiten neu erobern. In den ehemaligen deutschen Gebieten Eupen und Mal- medh gaben die Wähler nahezu ausschlietzlich den Parteien ihre Stimme, die sich eine neue -Tragung zum Ziele gesetzt haben. Der Gemeinderat der Stadt Eupen wird aus acht Mandataren der deutschen Gemeinschafts- liste, drei Sozia isten, zwei belgischen Katholiken und einem Mrttelstandsabgeordneten bestehen imDa:JÄ£rUn9 £5. Goethefilms am Sonntag ^U5' Aahnhofstraße wurde für die anfr verstünde, beider wurde der ober nicht das Interesse entgcgen- gebracht das man hatte erwarten dürfen. in Wesen des wahren Kulturfilmes, daß geschehen wiedergcgeben wird mieren^ o^f?Ä^^^sammenhänge in ihm subli- ber Film aus seinem Zweck heraus hä.atuf0Yt,outen selbständigen Kunstwerk w'rd. Man darf mit Recht behaupten, daß dieser Film den Voraussetzungen enti'oracb nnh m3„n ouch im Ablauf nung des einen oder anderen - eine Lücke b-steh, so darf das kein Grund sein für ein abfälliges Ur- teU, denn selten wohl hatte ein Regisseur (hier der Bearbeitung des Filme« ver- antrn^rIl4c Reichskunstwart Dr. Redslob) so viel Erleben und Geschehen auf eine knappe Formel “ brtn9J gerade hier. In weiser Beschrän- kung mußte sich hier, der Meister zeigen. Am Anfänge aller Dinge im Leben des großen waren das Elternhaus und das für ihn hochbedeutsame bürgerliche Frankfurt, der ernste lustige lebhafte Mutter, die Frau hLrrf, Tf)r'ftc5 ^n9 man im Geiste ""Hause am Frankfurter Großen Hirschgraben. Der Film brachte wunderschöne Bil- bem o“cn Frankfurt, er führte Dann aber balö naus über t>ie Mauern dieser Stadt, nach Goethe erlebte man bas Äunder ?auruJ]^Um Straßburger Münster. Man wtte mnn^^^Etzlar und sah ihn neben Charlotte, man bereitete ihn an den Hof des Herzogs August nach Weimar und sah ihn in der höfischen Umgebung. Neben der Darstellung ber äußeren knappe Aufzeichnung von Goethes geistigem Schaffen einher, Ünd während kehrs. und Derschönerungsoerein, Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 14, und bei dem Verkehrs- bureau, Seltersweg 89, erhältlich. Interessenten mögen die heutige Anzeige beachten. ** E i n Fünfundsiebzigjähriger. Der Lokomotivführer i. R. Jakob Rau, Weserstraße 7 wohnhaft, vollendet morgen in voller Gesundheit fein 75. Lebensjahr ** Jubiläums - Geflügelschau des Geflügel- und D o g e l z u ch t v e r e i n s Gießen unbUmgenb 189 7. Wan schreibt uns: Rachdem der Meldeschluß für die Jubiläums-Geflügelschau in greifbare Räche gerückt ist, kann man schon heute einen lleberblick über die Schau gewinnen. Es sind bis jetzt eine größere Anzahl Rassen gemeldet, so daß die Ausstellung durch die große Derschiedencheit dieser Rassen ein farbenprächtiges Bild abgeben wird. Auch Liebhaber und Freunde von Ziergeflügel werden beim Besuch der Ausstellung auf ihre Kosten kommen. Der Verein Hundesport Gießen und Umgegend veranstallete am Sonntag im Hofe des Cafe Leib eine Hundeschau, die von den Mitgliedern des Vereins und anderen Hunde- I besitzern gut beschickt war. Insgesamt waren 40 Tiere der verschiedensten Rassen vertreten. Das vvrgesührte Material konnte im Durchschnitt als sehr gut bezeichnet werden. Mit der Bewertung der Tiere war dcr unter den Hunde- züchtern gut bekannte Kartellrichter E. P r ö s - l e r, Frankfurt a.M., betraut. Die Werbeschau verfolgte in der Hauptsache den Zweck, die Hunde- befttzer auf besondere Vorzüge, oder auch auf Mängel ihrer Tiere aufmerksam zu machen und Anregungen zu geben für Ausstellungen, mit Denen der e.ne oder andere Hund beschickt werden konnte. Die Ausstellung gab einen interessanten Ueoerblid über die Mannigfaltigkeit der Hunderassen in ihren reinen Formen. Rachstehend leien einige Hunderassen genannt, die auf dieser interessanten Schau zu sehen waren: Teckeb -öojer, Dobermann, Barsois, Bernhardiner, Rott- i Wecker, Neufundländer, Airdale-Terriers, Schot- ckrsche Terriers, Foxterriers, drahthaarige Fox- terriers, Zwergschnauzer. Riesen schnauzer, ein Pekmg-Palast-Hund, Pinscher und selbstverständ- l^h auch der deutsche Schäferhund in einigen Ikonen Exemplaren. Die Veranstaltung fand viel Aufmerksamkeit. V^HC. Gießen. Die Oktoberwanderung des VHC. Gießen war leider durch die schlechte Witterung stark beeinträchtigt, denn Gott Plu- vii^ spendete den Wanderern mit kurzen Unter- brechungen auf der gesamten Strecke seinen feuch- ten Segen. Trotz zweifelhafter Prognose und tiefem Barometerstand hatten sich doch 45 wetter- fefte Männlein und Weiblein am T esfpunkt ein- gefunden, um die Krofdorfer Straße entlang zu wandern und den Wettenberg zu ersteigen. Rachdem man sich von der höchsten Erhebung, der sog. Rapoleonsnase, an dem entzückenden Rundblick erfreut hatte, ging es weiter durch das liebliche Gleibachtal, diesmal unter strömendem Regen, hinauf zum Forsthaus Waldhaus, das die durchnäßten Wanderer gastlich aufnahm. Des andauernden Regens müde, beschlossen die Führer, die Wanderung erheblich zu kürzen, und so führte der Weitermarsch die Schmelzer Straße entlang Ijinab in das Ealzbödetal, das bei der anmutig gelegenen Schmelz durchquert wurde, um über einen mäßigen Höhenrücken nach dem Endziel Fronhausen zu gelangen, wo auch die Schlußrast entsprechend gekürzt wurde. Strafkammer Gießen. Gießen, 7. Okt. In ber Silvesternacht zogen mehrere junge Leute durch die Straßen von orte.dberg und riefen .Prosit Reujahr, Heil Hitler. Als ein junger Mann einer entgegenkommenden Gruppe diesen mit .Heil Moskau" anttDortete, stürzten sich die anderen auf jenen unb schlugen ihn mit vereinten Kräften, wobei einer sich einer Stahlrute bediente. Der Ver- letzte war längere Zeit arbeitsunfähig. Einer ber Toter konnte ermittelt werden. Dieser wurde we- gen gemeinschaftlicher Körperverletzung durch das Amtsgericht Friedberg zu zwei Monaten Gefa-ngnis verurteilt. Aus seine Berufung wurde letzt die Sache nochmals verhandelt. Der Angeklagte leugnete wiederum, doch wurde er v?n Zeugen mit aller Bestimmtheit als einer ber Tater erkannt. Das Gericht verwarf kosten- JalHg die Berufung und sah nur mit Rücksicht darauf, daß er damals unter dem Einfluß des erheblich genossenen Alkohols gehandelt hatte von einer Erhöhung ber Strafe ab. ©in schlechtes Geschäft machte ein Arbeiter mit der von ihm gegen ein Urteil bes Amtsgerichts Ortenberg erfolgten Berufung, durch bat er wegen hinterlistigen Aebersalls zu einer Geldstrafe von 15 M k. verurteilt worden war Der Angeklagte der bestritt, mit der Sache etwas zu tun zu haben, wollte freigesprochen sein. Die eingehende Beweisaufnahme lieh aber nicht den ae- nngftcn 3tDeifcI an der Schuld des Angeklagten offen, ©eine Berufung wurde toftenfällig verwor- Auf d,c Berufung Staatsanwaltschaft. das Urteil wegen der zu milden Strafe angefochten hatte, wurde das erstinstanzliche Urteil auf geboten unb ber Angeklagte wegen gefährlicher Körperverletzung zu drei Wochen Gefängnis verurteilt. u Vezilksschöffeilgmcht Gießen. • ® t e h c n, 5. Okt. Im Mai dieses IahreS war es bei einem Tanzvergnügen zu einer Schlägerei gekommen in deren Verlauf eine Reihe von Per- sonen verletzt wurden. In der heutigen Sitzung beä Gerichts hatten sich wegen dieser Schlägerei Jr“n0f ?cute zu verantworten. Sie waren bi& Tanzlokal verlassende Teilnehmer auf der Straße überfallen und körperlich verletzt vorher im Lokal hatten zwischen ihnen und verschiedenen Besuchern des Sam» auf' der Straße Ä- Reibereien ftattgefun- a^en^hrnB?» 2° q1 J^r-2 'N Tätlichkeiten auszu- tref o x^ten- Lediglich durch das Dazwischen- v>urde hier eine tätliche Aus- » bernueben. Es konnte auch fest- gestellt werden, daß von verschiedenen Anae- Semerfu^°nrenil» 6 » ,26cnM lch°n i>to6cnbe . tUTn t ausgestoßen worden waren, die ^^/dater auch eingetretene Schlägerei ge?ab,t haben konnten. Auf @runb ber b's zum Abend hinzo^ erachtete das Gericht sieben Angeklagte für üba- Sf/A ^ach flogen sie ®efängni?- " on^n Wochen bis sechs b^clt bns füglich eines Angeklagten h-.r *1"? strafbare Handlung nicht für nachgewiesen unb sprach den Angeklagten frei. Aus aller Welt. Reichsschulwoche für alkoholfreie Jugenderziehung. 3" der Zeit vom 24. bis 29. Oktober soll eine Reichvschulwocbe für alkoholfreie Jugenderziehung in ^^"'Schoneberg stattfinden. Während dieser Schul- woche sollen die Kinder in Schulen aller Art in allen Landesteilen des Deutschen Reiches ebenfalls über die Schaden des Alkoholismus aufgeklärt wer- , Anführung in die praktische Schularbeit m-I -?er diesjährigen Hauptversammlung der Reichsarbcitsgemeinschaft für alkoholfreie Jugend- erziehung am 10. Oktober, 15 Uhr, in Berlin-Schöne- "7, ?u,[r6eria"1 bcs «»Kaufes Borträge ftatt piner Waffe des Glaubens und des Gebets. Die Rednerin betonte auch die Rotwendigkeit für die Mcfen -u schlagen von Mensch S r-77nV?’ m ?vch in der heutigen Zeit die Politik alle Bande zu zerreißen drohe. Stifts- Pfarre- Draudt (Lich) dankte allen Rednern. Berlin im Verlaufe befestigt. .Berlin, 11.Okt. (WTB. Funkspruch.) Zu ginn des fjeiüigen Börsenverkehrs hatte es den „.. m es wieder eine so außergewöhnliche geschäftslose Börse geben wollte, wie dies gestern der Fall war. Den Erwartungen des Vormittags ent prechend und leicht verstimmt durch die anhaltenden Kursrückgänge in Neuyork lagen die Anfangsnotierungen in der Regel bis zu 1 vom Hundert, bei Spezialwerten bis zu 2 vom Hun- roaren ^gar 3 vom Hundert gedruckt Die Zurückhaltung des Publikums und der Spekulation durfte in der Hauptsache auf die Unsicherheit hinsichtlich der Weiterentwicklung in der Innen, und Außenpolitik zurückzuführen sein. Hier und da waren auch kleine Gewinne bis zu 1 v.H felW2cUen' woraus sich die Zufälligkeit der Kurs- geftaltung erhellt. 3m Verlaufe bröckelten die Kurse zunächst eher weiter leicht ab, bann aber kam, vom Montanmarkt ausgehend, etwas Leben in die Märkte. Das Rheinland bekundete hier etwas stärkeres Jnteresie für Montane, von denen Harpener 2 v.H. Ge'sen- ttrchen und Rheinstahl je H o. H. anziehen konnten. Die übrigen Werte dieses Marktgebietes, sowie andere Standardpapiere vermochten daraufhin gleich- alls bis zu 1 o. H. zu gewinnen. Größere Nachrage bestand auch für Stahloerein und JG.-Farben owie Mannesmann. Klöckner lagen nach der gestrigen Steigerung heute etwas vernachlässigt. Die G e - I a m t ft i m m u n g wurde durch die Belebung des Geschäftes sofort günstig beeinflußt; man sah der morgigen Rede Papensin München mit gewissen Hoffnungen entgegen, beachtete die günstigeren Berichte aus der Eisenindustrie, besprach den bevorstehenden Ouartalsbericht des Stahlver- ems, dessen Ziffern teilweise schon bekannt sind, und mittelflüssig (Double Shell) Einheitsoel verwende: SHELL AUTOOEL X AEROSHELL OEL dünnflüssig (Single Shell) für Hochleistungsmotoren unsere startschnellen, kältebeständigen WinteroeleJ dden mmenar?eif mit den den besonderen Anforderungen des Winterbetriebes angepasst sind. 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Wein ist ja noch genug im Keller." „Hilma kommt nicht. Ich würde es ihr auch verbieten, sich in solche Gesellschaft zu begeben." Ruhig hatte es Frau Lohgarten gesagt, obgleich alles in ihr in wildestem Aufruhr war. Frau Lohgarten wandte sich zur Tür, ohne die Gäste zu begrüßen. Durch den Gesang der rotblonden Dame hatten sie Wohl auch kaum bemerkt, daß eine alte, weißhaarige Frau mit dem Hausherrn gesprochen hatte. Leise zischte die Stimme Altendorfs hinter Frau Lohgarten her: „Das werde ich euch nicht vergessen, verlaßt euch darauf." Still, ohne noch ein Wort zu entgegnen, verließ Frau Lohgarten den Salon. Heinz Altcndorf wandte sich mit einem lauten Lachen an seine Gäste: „Kinder, ich muß euch leider eine Enttäuschung bereiten. Meine Frau ist krank geworden. Sie läßt sich entschuldigen. Ich führe euch in die ,Goldene Traube'. Es ist dort immer viel los, und man bekommt ein tadelloses Essen. Ihr seid natürlich meine Gäste auch dort." „Ach, krank? — Heinzi. geh, du lügst ja. Du hast Schelte bekommen, weil du uns leichtsinnige Bande deiner Frau ins Haus geschleppt hast. Das kennt man doch. Ein Pantoffelheld bist du schon geworden, schöner Heinzi!" Marie Liane, die gefeierte, wenn auch berüchtigte Soubrette, sagte es lachend und hing sich Altendorf um den Hals. Er lachte noch lauter, aber es klang gezwungen. Die Wut erstickte ihn fast. Das sollten sie ihm büßen, daß sie sich erlaubt hatten, ihn vor seinen Freunden blohzuftellen. Die andern waren alle einverstanden, daß man in die .Goldene Traube' ging. Ernst Dehrend meinte achselzuckend: „Geschieht dir recht. Ich hätte mich schwer gewundert, wenn eine Dame wie deine Frau hier in unsere heutige Gesellschaft gekommen wäre. Sie hatte hier nämlich nichts zu suchen, mein Freundchen — verstehst du? Eine Dame, die etwas auf sich hält, kommt nicht in unsere Mitte." Hllma war erwacht. Es war nur ein kurzer, unruhiger Schlas gewesen, in den sie verfallen war. Drunten im Garten klang lustiges, lautes Gelächter. Hilma verließ ihr Bett, stürzte ans Fenster, schlug den Dorhang zurück. Drunten ging Heinz, hatte den Arm um eine schlanke Frau geschlungen und führte sie zu einem der Wagen. Sie redeten alle durcheinander und lachten laut und fröhlich. Hilma preßte beide Hände auf ihre Brust und schluchzte. Die Mutter legte die Arme um sie. „Hilma, wenn du doch endlich wüßtest, was du zu tun hast! Wir könnten hier so friedlich miteinander leben", sagte sie leise. Hilma sah die Mutter aus todtraurigen Augen an und sagte: „So geht es nicht mehr weiter. Unb — ich muh mich doch endlich auf mich selbst besinnen, darf mich nicht länger demütigen lassen." Die Mutter sagte nichts mehr. Sie streichelte nur Krise über den ttefgesenkten Kopf der Tochter. In dieser Rächt kam Heinz Altendorf, wie fo oft in letzter Zeit, nicht nach Hause. Am Rachmittag des anderen Tages kam er zum Rachmittagskaffee in das gemeinsame, schön eingerichtete Wohnzimmer, wo die Damen schon anwesend waren. Hilma zuckte zusammen, saß aber dann unbeweglich und steif aufgerichtet da. Liebenswürdig lächelnd legte Heinz Altendorf seiner Frau einige gelbe, langstielige Rosen in den Schoß. Dann lieh er sich ihr gegenüber nieder. „Ra, wieder gesund?" fragte er. Hilma wandte gequält den Kopf zur Seite, weil sie die alte Willenlosigkeit wieder in sich spürte bei seinem Anblick und weil ihr seine Rähe unerträglich war. Frau Lohgarten, von ihm völlig ignoriert, sagte leise, aber bestimmt: „Ich habe mit dir zu sprechen, Heinz." „Ah, die Mama! Run, es ist immer ein Kreuz, die liebe Schwiegermutter mit im Hause zu haben", sagte er spöttisch. „Beleidige Mama nicht!" sagte Hllma heftig. Er stand auf. Polternd flog der Stuhl zurück. „Was habt ihr mir zu sagen? Als ob ich es nicht schon wüßte! Wegen des vergangenen Abends natürlich. Wegen was denn sonst. Ihr müßtet aber nun längst wissen, daß ich ab und zu solche lustige Abende haben muh. Eure ewigen Leidensmienen sind mir ein Greuel und ich ertrage sie nur noch, wenn ich ab und zu einen solch fröhlichen Abend einschiebe. Hilma hätte ja dabe ifein können. Sie mußte es sogar. Statt dessen markiert sie die Kranke: dann darf sie sich eben auch über nichts wundern." Er fühlte sich vollkommen als Herr der Situation. Er war ja auch immer der Herr über diese beiden willenlosen Frauen gewesen. Die Mutter erhob sich. Dunkel klang ihre Stimme: „Du wirst uns nicht mehr quälen, Heinz Atten- dot^-Lerhoff. Wir sind fertig mit hir. Er zuckte zusammen. „Was soll das heißen?" brauste er auf. „Das soll heißen, daß Hilma sich von dir trennen wird. Sie kann dieses Leben nicht mehr ertragen, und sie wird krank und elend dabei. Eine Trennung, und zwar sobald als möglich, wird das beste sein." „Soweit also hast du Hilma gebracht? Das ist hübsch von euch, sehr hübsch. Aber ihr trefft mich nicht. Ich werde schon in den nächsten Tagen abreifen.“ Eine Verbeugung, und er war gegangen. Hilma schlug die Hände vor das Gesicht. „Mutter, warum muh man einen Menschen so liebhaben, der es nicht verdient?" Fünftes Kapitel. Die alten Böttchers waren noch immer rüstig und guten Mutes. Vater Dolscher arbeitete noch in der Lvhgartenschen Fabrik. Dank der ehemaligen Fürsorge des Chefs, ihnen diese Häuschen mit den Gärten zur Verfügung zu stellen, lebten auch die entlassenen Arbeiter nicht in Rot. Eie richteten sich eben ein mit ihren Angehörigen. Den ausgesteuerten Leuten wurde ein kleiner Betrag von der Fabrik ausgezahlt, damit sie immer etwas Bargeld hatten. Ünö man hatte ja die Hoffnung, wenn es besser wurde, wieder eingestellt zu werden. Lind die Gärten, sorgfältiger noch als früher bewirtschaftet, lieferten soviel an Obst, Kartoffeln und Gemüse, daß man sich immer wieder von neuem freute, hier wohnen zu können. Mutter Dolscher hatte in diesen Tagen alle Hände voll zu tun, und ein paar Frauen halfen ihr. Sie konnten ein paar Mark gut gebrauchen, und Mutter Böttcher war immer freigebig, wenn sie sich zum Großreinemachen jemand holte. Run war man soweit fertig, und Mutter Bol- . scher strahlte über das ganze gütige Altsrauen- gesicht. „Es muh doch alles hübsch sein, wenn die Traute kommt. Sie ist doch ein bißchen verwöhnt. Im Pensionat war es sehr vornehm. Zwei Jahre haben wir sie nicht gesehen. Ich freue mich sehr auf das Mädel. Es war doch recht einsam, während sie fort war. Vater hat sie auch sehr vermißt", plauderte sie mit ihren Getreuen, während sie sie mit einem kräftigen Mittagessen bewirtete. „Ob sie nun doch nicht zu fein fein wird für die Umgebung hier?" meinte die Hilperten. ..Ja, wir mußten sie doch fortgeben. Der Chef wollte es. Sie sollte alles lernen, damit sic in jeder Lage im Leben gewappnet ist, und sagt doch selber: das zarte, feine Dingelchen, hatten wir die vielleicht sollen zum Fleischermeister Liebrich in den Dienst geben, damit sie sich dort hätte überarbeiten können bei den vielen Kindern?" (Fortsetzung folgt.) Auch am Abend eine gute MAßM-Suppe: ■■mub Sammeln Sie MAGGI “Gutscheine, es lohnt sich! ■ ■■u Großes Textilhaas Gießens sucht z. sofort. Eintritt aus gut. Fam. ie 1 Lehrling für Stoffabteilung/ bzw. zur (Erlernung der Dekoration von Schaufenstern. Schriftliche Angebote unter 7171V an den Gießener Anzeiger erbeten. Schöner Garte« an der Freiligrath- straße als Baugelände ganz oder tell- roejfe zu verkaufen. «L-chriftl. Ang. unt. 05904 a. d. G. A. SejlmoliDoagen neue u. gebrauchte, billig zu verkaufen. Karl Schmidt Löberstr. 19. (o5S87 I Verschiedenes I mittwochs von9' Uhr an, Irischer ZwiMnta Bäckerei Euler Ladwlgsplata. «573V Nichtrancher in 3 Tagen durch IW-Miindwasser Zu haben in d. Drog. 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