Donnerstag, U August 1952 Ur. 187 SvübauSgabe 182. Jahrgang GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Drud und Verlag: Vrühl'fchc Umver^rats-Vuch- und Steinbruderei R. Lange in Stehen. Zchriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulttrahe 7. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für R»» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20" , mehr. Chefredakteur Dr. Jneör. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton l)r H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in (Biehen. Erscheint täglich, anher Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Dnuftrierte (Biebener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monat, Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. . - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: granffurt am Main 11686. 1. 2. 3. 5. der Täter ein Jugendlicher, so kann die CBc. die o» gründen begangen, oder ist ihre alsbaldige Aburteilung für die Aufrechterhaltung der Öffentlichen Ordnung oder für die Staatssicherheit von minderer Bedeutung, oder ist Anklagebehörde die Untersuchung an Staatsanwaltschaft zur Behandlung im gung, 6. für Bergehen betreffend die Stillegung von Betrieben, welche die Bevölkerung mit Gas, Wasser, Elektrizität versorgen, 7. für das Vergehen gegen § 1 der Verordnung des Reichspräsidenten zur Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung vom 15. September 1923,... usw., 8. für Vergehen gegen das Gesetz über Schußwaffen und Munition vom 12. April 1928 und gegen das Gesetz gegen Waffcnmihbrauch vom 28. März 1931, 9. für Vergehen gegen die Vierte Verordnung des Reichspräsidenten zur Sicherung von Wirtschaft und Finanzen und zum Schutze des inneren Friedens vom 8. Dezember 1931, 10. für die Vergehen gegen die Verordnung des Reichspräsidenten gegen politische Ausschreitungen vom 14. Juni 1932, 11. für Vergehen gegen die Verordnung des Reichsministers des Innern über Versammlungen und Auszüge vom 28. Juni 1932 und gegen die Zweite Verordnung des Reichsministers des Innern über Versammlungen und Auszüge vom 18. Juli 1932, 12. Ist die Tat nicht aus politischen Beweg- Oie Zuständigkeit der Eondergerichte. Berlin, 10. Aug. (WTD.) Die Verordnung der Reichsregierung über die Bildung von Sondergerichten vom 9. August 1932 enthält u. a. folgende Bestimmungen: Bei den Landgerichten der Oberlandesgerichtsbezirke Königsberg, Breslau, Kiel. Hamm und Düsseldorf und bei den Landgerichten in Berlin und Elbing werden Sondergerichte gebildet. Die Sondergerichte sind Gerichte des Landes. Die Landesjustizverwaltung kann bestimmen, daß die Bezirke mehrerer Landgerichte zu einem Sonderoerichtsbezirk zusammengelegt werden. Die Sondergerichte sind zuständig: für die Verbrechen gegen die Verordnung des Reichspräsidenten gegen politischen Terror dentlichen Verfahren abgeben. 13. Die Eondergerichte entscheiden in der sehung mit einem Vorsitzenden und zwei Bei. vom 9. August 1932, für die Verbrechen gegen das Leben nach Paragraphen 211—215 StGB.. für die Verbrechen und Vergehen gegen das Gesetz gegen den verbrecherischen und ge- meingefährlichen Gebrauch von Sprengstofs- sen vom 9. Juni 1884, für die Verbrechen und Vergehen des Widerstands gegen die Staatsgewalt, für die Verbrechen und Vergehen des Raubes und der Erpressung, für die geineingefährlichen Verbrechen und Vergehen. für die Verbrechen und Vergehen der gefährlichen und der schweren Körperverletzung, des Raufhandels und der Giftbeibringung, für die Verbrechen und Vergehen der Freiheitsberaubung, der Nötigung und der Bedrohung, für die Vergehen der Sachbeschädi- sihern. 14. Eine mündliche Verhandlung über den Haftbefehl findet nicht statt. 15. Die Verteidigung ist notwendig in den Sachen, die nach den allgemeinen Vorschriften zur Zuständigkeit der Schwurgerichte gehören würben. 16. Erne gerichtlich« Voruntersuchung findet nicht statt. 17. Ein Beschluß über die Eröffnung des Hauptverfahrens ergeht nicht. Rach Eingang der Anklageschrift ordnet der Vorsitzende, falls er keine Bedenken hat, die Hauptverhandlung an. 18. Das Eondergericht kann eine Beweiserhebung oblehnen, wenn es die Tleberzeugung gewonnen hat. daß die Beweiserhebung für die Aufklärung der Sache nicht erforderlich ist. 19. Gegen Entscheidungen der Sondergerichte ist kein Rechtsmittel zulässig. 20. Lieber Anträge auf Wiederaufnahme des Verfahrens entscheidet die Strafkammer. Die Wiederaufnahme zugunsten des Verurteilten findet auch dann statt, wenn Tatsachen oder Beweismittel beigebracht sind, die es notwendig erscheinen lassen, die Sache im ordentlichen Verfahren nachzuprüfen. 21. Verfahren, die beim Inkrafttreten dieser Der. vrdnung wegen einer strafbaren Handlung anhängig sind, die zur Zuständigkeit der Sonde» gerichte gehört, werden, wenn die Hauptver. handlung bereits begonnen hat, nach den all. gemeinen Vorschriften weitergeführt. Andern- falls gehen sie in das in der Verordnung geregelte Verfahren über. 22. Die Verordnung tritt mit dem aus die Verkündung folgenden Tag in Kraft. Oie preußischen Ausführungsbestimmungen. Berlin, 10. Aug. (WTB.) Zur Verordnung der Rcichsregierung über die Bildung von Son- dergerichtcn hat das preußische Justizministerium Ausführungsbestimmungen erlassen, um die sofortige Wirksamkeit und die ordnungsmäßige Besetzung der Eondergerichte sicherzustellen. In einer allgemeinen Verfügung vom 9. August 1932, die bereits gestern durch Funkspruch in ihrem wesentlichen Inhalt den betei- Popen verhandelt mit Parteiführern. Lediglich Umbildung des Reichskabinetts? Was bedeutet Hitler? Von unserer Berliner Redaktion. Die Oefsentlichkeit in Berlin und im Reich hat sich schon zu einem großen Teil darauf eingestellt, daß der neue Reichskanzler AdolsHit- ler heißen wird. Es gibt viele Leute, die dieser Möglichkeit achselzuckend ins Auge sehen mit der Auffassung und in der Hoffnung, daß auch dieser Mann mit Wasser kochen müsse und daß die Suppe nicht so heiß gegessen werde, wie ie gekocht wird. Ganz so einfach scheinen die Dinge denn doch nicht zu liegen. Wenn Hitler das Kanzleramt übernimmt, so stellt er sich damit nach außen hin und vor allem seinen Anhängern gegenüber auf den Standpunkt, daß sein Anspruchaus die Macht und auf die Führung im Staate Erfüllung gefunden hat. Das bedeutet sür ihn eine ganz gewaltige Verpflichtung. Es ist verständlich, wenn in den Wahl- 'kämpfen der letzten Zeit den Rationalsozialisten von ihren Gegnern immer wieder vorgeworfen wurde, daß sie kein festes Programm hätten. Auf der andern Seite aber steht doch fest, daß verschiedentlich, und zwar ganz parteioffiziell, sehr weitgehende konkrete Forderungen im Hinblick auf die Umgestaltung des politischen, wirtschaftlichen, geistigen und gesellschaftlichen Lebens aufgestellt worden sind. An diese Forderungen werden sich weite Massen in der Partei Hitlers und unter ihren Wählern halten. Es ist durchaus mit der Möglichkeit zu rechnen, daß Hitler als Reichskanzler sich nicht ganz aus den Fesseln befreien kann, die er sich durch di« Versprechungen seiner Propagandazeit selbst angelegt hat. Das starke Mißtrauen, mit dem die führenden deutschnationalen Kreise die jüngste Entwicklung beobachtet und beurteilt haben, hat seine Grunde. Man weiß, daß in der nationalsozialistischen Bewegung durchaus echt so- zialistische Kräfte am Werke sind- Gregor Strasser, der im Auftrage seiner Partei während der Reichstagswahlen am Rundfunk über die Ziele der Hitlerbewegung sprach, hat damals das Wort von der starken antikapttalistischen Sehnsucht im deutschen Volke geprägt. Eine Regierung Hitler-Strasser-Schleicher müßte und würde sicher Versuche unternehmen, auf staats- sozialistischenWegen der Krise der Wirtschaft zu Leibe zu rücken. Man wird sich also auf eine grundsätzliche Wendung des wirtschaftspolitischen Kurses einzu- stellen haben. Die Auffasung wäre wohl z u leichter Art, daß auch nach einem Regierungswechsel, wie er jetzt ins Auge gefaßt ist, im letzten Grunde unter neuem Hamen alles beim Alten bleiben werde. Man tut schon besser, wenn man sich auf einiges gefaßt macht. Den Standpunkt wird ein wirklich national- bewußter Deutscher natürlich nicht teilen, daß Herr Hitler die Macht übernehmen müsse, um für sich und für seine Bewegung abzuwirtschaften. Tie Folgen dieses Abwirtschaftens könnten ganz fürchterlich fein und würden uns alle sehr teuer zu stehen kommen. Rein, wenn die Dinge diesen Verlaus nehmen sollen, so muß man doch den heißen Wunsch haben, daß aus der nun an die Macht gelangenden Bewegung und aus ihren führenden Persönlichkeiten dasjenige zum Besten des ganzen Volkes politisch reali- s i e r t werden möge, was in ihnen an Wertvollem steckt. Es werden bei dieser Regierungsneubildung natürlich alle Versuche unternommen, um von vornherein Sicherungen gegen Heber- t r e i b u n g e n in die Entwicklung einzubauen. Herr Hitler wird erst dann den Auftrag zur Regierungsbildung erhalten, wenn er zuverlässige Garantien für einen streng legalen Kurs gegeben hat. Er wird dem Reichspräsidenten versprechen müssen, daß er sein Amt über den Parteien verwaltet. Er wird den Eid auf die Verfassung, den er als Braunschweigischer Regierungsrat bereits einmal geschworen hat, nochmals leisten müssen. Mit dieser Verfassung sind einige offizielle Forderungen der nationalsozialistischen Partei, so die Folgerungen aus einem betont völkischen Standpunkt, nicht durchaus vereinbar. Die Frage, die an dieser politischen Wende des deutschen Schicksals gestellt werden muß, geht dahin, ob Adolf Hitler in der Verantwortung den Mut und die Kraft aufzubringen vermag, einige von den Geistern wieder fortzujagen, die er als Propagandist rief. Den Wunsch mancher politischer Kreise muß man aber zurückweisen, daß er die Führung nur übernehmen soll, um eine angenommene iln- fähigkeit unter Beweis zu stellen. Bei Hindenburg. Berlin, 10. Aug. (WTB.) Amtlich wird mitgeteilt: Reichspräsident v. Hindenburg empfing heute den Reichskanzler v. P a p e n zum Vortrag über die innerpolitische Lage. Ferner empfing der Reichspräsident heute vormittag den Reichsaußenminister Freiherrn v. R e u r a t h zum Vortrag. Roch keine Beschlüsse Berlin, 10. Aug (ERB.) Die heutige Sitzung desReichskabinettS begann um 17 Ühr und dauerte bis gegen 20 Uhr. Nachdem der Reichskanzler über seine Besprechung mit dem Reichspräsidenten berichtet hatte, haben sich die Minister über die gesamte innenpolitische Lage ausgesprochen. Von maßgebender Seite wird mitgeteilt, daß jedoch Beschlüsse nicht gefaßt worden seien. Es sei nun die Ausgabe der nächsten Tage, die Situation durch Sondierungen bei Vertretern verschiedener Parteien zu klären. Dabei wird betont, daß die Besprechungen vom Reichskanzler durch- geführl werden, wie überhaupt der Schwerpunkt der ganzen Verhandlungen augenblicklich bei ihm liege. Zunächst hat der Reichskanzler heute abend auch bereits Geheimrat Hugenberg empfangen. Am morgigen Donnerstagnachmittag folgt eine Besprechung mit den Zentrumsabgeordneten I o o st und Bolz, und wenngleich ein Termin hierfür auch noch nicht angeseht ist, so rechnet man doch damit, daß am Freitag auch Adolf Hitler zunächst vom Reichskanzler und dann Dielleicht auch vom Reichspräsiden- t e n empfangen werden wird. „Jlur eine Umbildung her Reichsregierung." Damit ist zunächst die Marschroute für die nächsten Tage gegeben, und das nicht nur rein äußerlich; Notverordnung und Regierungsbildung. Oie Forderungen des „Angriff". Berlin, 10. Aug. (ERB.) Der „Angriff Dr. Goebbels schreibt zur n&uen Rotverordnung. Wir wollen noch einmal eindeutig erklären, daß wir grundsätzlich für schärfstes Borgehen gegen den roten Terror sind, wenden uns aber dagegen, wenn unter der Verordnung auch diejenigen leiden sollten, die in Rotwehr und Verzweiflung zu den letzten Mitteln greifen. Vor allem aber sind wir der Ansicht, daß noch so scharfe Polizeimaßnahmen keine Beruhigung in Deutschland schaffen können, wenn man nicht gleichzeitig die wirtschaftliche und seelische Rot des Dol- k e s beseitigt. Dazu ist aber allein der Rationalsozialismus in der Lage, und es muß daher die erste Konsequenz dieser Rotverordnungen darin bestehen, daß man nunmehr auch dem Rationalsozialismus die Regierungsführung überträgt. Will man der gewaltigsten deutschen Volksbewegung weiterhin die Macht vorenthalten, die ihr zukommt, so schafft man dadurch nur immer neue Unruheherde. Es ist eine lln- verschämtheit, uns heute noch zuzumuten, wir sollten uns mit dem Reichsarbeitsministerium und dem Reichswirtschaftsministerium begnügen. Ls gibt für uns nur zwei Möglichkeiten: Entweder wir übernehmen die Regierungsführung, oder wir bekämpfen diese Regierung so lange, bis uns unser Recht wird. Freilich würde ein Kampf gegen die Regierung unsererseits diese sehr schnell in die Knie zwingen, da er von einer ungeheueren Volksbewegung getragen wäre, und sie sich auf keine anderen Kräfte im Volk stützen könnte. Die Frage der Regierungsbildung ist im Rollen und wir können mit der bisherigen Entwicklung bei der Lösung dieses Problem- zufrieden sein. Mit Zuversicht dürfen wir erwarten, daß der Führer die ganze Frage einer glücklichen Lösung entgegenführen wird. Die Dinge liegen für uns s o günstig, und die Machtmittel, die Adolf Hitler in der Hand hält, sind so groß, daß wir keinerlei Anlaß haben, vorzeitig die Nerven zu vertieren. Wir können, nachdem wir solange gewartet haben, auch noch die wenigen Tage warten bis zur endgültigen Entscheidung. Ein Aufruf des Berliner GA.-FührerS. Berlin, 10. 2Iug. (CNB.) Der Führer der Gruppe Berlin-Brandenburg der SA. Graf chelldorf wendet sich in einem Aufruf gegen die Gerüchte, daß die SA. bewaffnete Uebun- gen veranstaftet habe und zu illegalen Zwecken zusammengezogen werde. Die Behauptungen seien zum Teil "darauf gegründet, daß einzelne Formationen Wehrsportübungen und zum Schutz von Ueberfällen Alarmübungen vorgenommen hatten. Gerade jetzt aber müsse die SA. beweisen, daß sie st r a f f d i s z i p l i n i e r t in der Hand ihrer Führer sei. Illegale Handlungen würden strengstens geahndet. ligten Justizbehörden mitgeteilt worden ist, wird darauf hingewiesen, daß es Ausgabe der Sonde» gerichte ist, zur Befriedung des öffentlichen Lebens, zur Aufrechterhaltung der Ordnung und Sicherheit beizutragen und durch schnelle und tatkräftige Verfolgung der Täter andere Personen von gleichen Straftaten a b zu - schrecken. Reichsregierung und Amnestie Berlin, 10. August. (TU. Funkspruch.) Zu der Erklärung der Reichsrcgierung in der gestrigen amtlichen Auslassung bezüglich einer Amne - st je wird amtlich folgende Erläuterung gegeben: Der Reichsregierung ist bekannt geworden, daß Mitglieder der Parteien, auf deren Schuldkonto die Terrorakte zurückzuführen sind, auf dem Standpunkt stehen sollen, daß ihnen ja doch nichts passieren könne, da sie im Falle der Verurteilung bald amneftiert werden würden. Die Reichsregierung hat, um dies zu verhindern, bestimmt, daß die A m 'n e st i e für die politischen Straftaten in der Zukunft ausgeschlossen sein solle. wenn ein Landtag eine gegen diese Bestimmung verstoßende Amnestie beschließen würde, so wird der Reichspräsident und die Reichsregierung die notwendigen Maßnahmen ergreifen, die erforderlich sind, um ihre Anweisung durchzuführen. Auf die Straftaten der Vergangenheit be- zieht sich die Bestimmung bezüglich der Amnestie nicht, so daß die Reichsregierung gegen Lander- amnestien wegen bereits geschehener Straftaten nicht einschreiten kann, weil sie solche Amnestien auch nicht für opportun hält. Oie Erwartungen der Bayerischen Volkspartei. München, 10. August. (TU.) Die „Bayerische Volkspartei-Korrespondenz" schreibt zu der Reichs- notoerordnung gegen Terror u. a.: Ohne Verbot der Parteiüniform seien alle noch so scharfen Maßnahmen Halbheiten. Wichtiger als eine allgemeine Verschärfung der Strafbestimmungen erscheine auch eine den Zeiterfordernissen mehr entsprechende Abfassung der Bestimmungen über die Mittäterschaft und A.n st i f t u n g , vor allem durch die Presse. Die „Bayerische Staatszeitung" gibt der Erwartung Ausdruck, daß die Bestimmungen der Notver- orbnung nun auch mitdrakonischerStrenge und ohne Rücksicht auf Partei und Per- s o n angewendet würden. Es habe offensichtlich an der rechtzeitigen u nb nachbrücklichen Anwenbung ber bisherigen Strafoor fchriften gefehlt. Hier sei ein Versagen ber staatlichen Gewalten festzustellen. Die Zeitung bemerkt noch, man habe bas Tragen ber Parteiuniformen verbieten sollen. »Nicht auf dem Papier stehen." München, 10. Aug. (III.) Zur neuen Rotverordnung schreibt der ..Völkische Beobachter" il a., man müsse erwarten, daß Die neuen Bestimmungen nicht auf dem Papier stehen blieben, sondern mit aller Scharfe gegen die Rollkommandos und Dachschutzen der marxistischen Parteien angewendet würden. Daß der rote Terror keinen noch größeren Umfang habe annehmen können, verdanke Deutschland einzig und allein den Männern der SA. und der SS. Selbstverständlich könnten auch die endlichen Maßnahmen der Reichsregierung nur a ls ein Anfang gewertet werden. Eine nationalsozialistische Rotverordnung würde ganz anders durchgearifsen haben durch sofortige Verhaftung und Aburteilung aller kommunistischen und sozialdemokratischen Parteifunktionäre, durch die konzentrische Ausräucherung der Mordviertel und durch Verbringung der verdächtigen und intellektuellen Anstifter in Konzentrationslager, in positivem Sinne aber durch den Reuaufbau des nationalen Erziehungssystems, das in der Ro- vemberrevolte im Jahre 1918 zerschlagen worden sei. Um den VerfaffungSiag in Hessen. D o r m st a b t, 10. Aug. (WSN.) Zu bem gestern veröffentlichten Brief bes Lanbtagsprasibenten Dr. Werner an den Staatspräsibenten Dr. Abe- l u n g bemerkt bas amtliche Regierungsorgan, bis Darniftäbter Zeitung, u. a.: „Das Schreiben bes Herrn Lanbtagsprasibenten war bereits in ber Nummer ber.Hessischen Landeszeitung" vom 5. August obgebruckt. Durch eine Darauf erfolgte Veröffentlichung von Regierungsfeite war bann festgestellt worben (Darmstädter Zeitung vom 6. Au- gust): Infolge bes Abänberungsgesctzes vom 23. Juli 1932 (Regierungsblatt Seite 102) ist ber 11. August nicht mehr staatlich anerkannter Feiertag (Sonntag), In Kraft geblieben ist aber Art. 2 des Gesetzes über ben Derfassungstag vom 20. Juni 1929. Aus Grund dieses Art. 2 also, ber durch einen einfachen Land- tagsbeschluß nicht aufgehoben werden kann, find die Anordnungen der hessischen Regierung erfolgt." denn m der Betonung der Tatsache, daß der Schwerpunkt der weiteren Verhandlungen bei Falle wäre es Wohl selbstverständlich, daß noch einmal geklärt würde, ob die Möglichkeit einer Herrn o. Popen liegt, ist bereits der Fingerzeig enthalten, daß auch weiter nicht ein Kabinettswechsel, sondern nur eine Umbildung der Reichsregierung in Frage kommt. In politischen Kreisen sieht man die Lage heute abend denn auch keineswegs in dem Sinne an, wie sie in den Kombinationen einiger Berliner Abendblätter dargestellt wurde, als stehe die Beauftragung Hitlers mit der Kabinettsneubildung dicht bevor. Es wurde heute nachmittag auch bereits eine fertige Kabinettsliste kolportiert, in der Gregor Straßer als Reichsinnen- und Herr v. Popen als Reichsouhenmtnister figurierten. Diese Kombinationen werden heute abend in gut unterrichteten politischen Kreisen als mehr als voreilig bezeichnet, und in der Tat hinterläßt der Verlauf des ganzen Tages bei ruhiger Betrachtung auch einen ganz anderen Eindruck. Die widerstände und Schwierigkeiten, die einer Reichskanzlerschaft Hitlers begegnen, haben sich offenbar sehr erheblich verstärkt: dagegen hält man weiter daran fest, daß eine Beteiligung der Nationalsozialisten am Kabinett wünschenswert ist, ohne daß der Charakter de» präsidial- kabinetl» verwischt wird. neuen parlamentarisch fundierten Mehrheitsregierung bestünde. Sollte diese Prüfung negativ ausgehen, so wäre zweifellos ein Äotstand gegeben, der den verantwortlichen Stellen die Pflicht auferlegte, auch unter diesen schwierigen Umständen ein geregeltes und geordnetes Funktionieren des Reichsund Staatsapparates sicherzustellen. Es muß aber betont werden, daß das alles zunächst nur Möglichkeiten sind, die man in politischen Kreisen erörtert. Selbstverständlich liegen solche Gedankengänge nahe: aber im Vordergrund steht doch der Wunsch, daß es in den Verhandlungen der nächsten Tage gelingen möge, allen Konsequenzen solcher Art durch eine Verständigung überhaupt den Boden zu entziehen. Illegaler Fortbestand des Roten Frontlämpferbundes. Hamburg, 10. Qlug. ($11.) Die Polizeibehörde teilt mit: Die Polizei ermittelte am Dienstagnachmittag in einem Hinterhaus der Drüderstrahe das Bureau derGauleitung des verbotenen Roten Frontkämpferbundes. Das in dem Zimmer befindliche 2n- Oie weiteren Möglichkeiten. Die Verhandlungen der nächsten Tage werden zeigen müssen, ob und wie weites möglich ist, eine älrbereinstirnmung zwischen den nationalsozialistischen Forderungen und diesen Grundsätzen herbei - zufühven. Aaturlich unterhält man sich in politischen Kreisen auch bereits darüber, welche Situation durch ein Scheitern der Bemühungen um die nationalsozialistische Regierungsbeteilig ung entstehen würde, und zwar ist Wohl an-unehmen, daß die Entwicklung Dann wieder auf die parlamentarischeBa- si» zurückversetzt sein würde. 3n diesems ventar wurde nach dem Stadthause geschafft. Die gesamte Kassenbuchführung und Mitgliederkartei wurden beschlagnahmt. Außerdem wurde eine Menge Schriften militärpolitischen, hochverräterischen Inhalts gefunden. Schulterriemen, Koppel, Koppelschlösser, Gamaschen, Armbinden in großen Mengen und Tausende von Abzeichen des RFD. konnten beschlagnahmt werden. Damit wurde umfangreiches Beweismaterial für den illegalen Fortbestand des RFB. zusammengetragen. Die ßciter des Bureaus sind der Polizeibehörde bekannt, können aber im Interesse der linier» hung nicht genannt werden. Oie Unruhen in Spanien. Aufstand in Sevilla. Paris, 10. August. (WTB.) Havas meldet aus Madrid: Wie verlautet, habe General San I u r - j o , Befehlshaber des Karab ineri-Korps in Sevilla, sich erhoben, sämtliche Paßämter besetzt und alle Verkehrsmittel beschlagnahmt. An- geblich stütze er sich auf die Gendarmerie der dortigen Gegend, nicht aber auf die regulären Truppen. Die Regierung hoffe, des Aufstandes Herr zu werden. Aus Madrid wird hierzu mttgeteilt: Das In- nenminifterium bestätigt, daß General San 3urjo eine Aufstandsbewegung ins Werk gesetzt hat: doch bleibe die Regierung Herr der Lage. Gegenwärttg fei jede Verbindung mit Sevilla abgeschnitten. Kapitulation der Aufständische« in Sevilla? Madrid, 11. Aua. (WTB. Funkspruch.) Die aufständischen Truppen in Sevilla haben sich wie die Agentur Habra meldet, e r - geben. General San Jurjo ist geflohen, wie man annimmt, nach Portugal. Oer Innenminister über die Lage. Madrid, 10. August. (WTB.) Der Innenminister erklärte heute vormittag, er stehe mit allen Provinzen in Verbindung. Ueberall herrsche völlige R uh e. Zwar ließen sich noch keine kon- treten Mitteilungen über die Entwicklung der Ereignisse machen, doch könne schon jetzt erklärt werden, daß die Bewegung gescheitert sei. Der Minister betonte, daß die Ordnung unter allen Umständen aufrechterhalten werde. Die letzten Nachrichten in Paris aus Spanien stimmen darin überein, daß, abgesehen von Sevilla, im ganzen Lande Ruhe herrscht. Unter den Verhafteten befinden sich u. a. die Generäle Godet, Eonzales Garrasco und Ealoal- canti und der Bruder des früheren Finanzmini- fters S o t e l o. In Malaga ist der Arbeitsminister Der spanische Ministerpräsident und Kriegsminister A z a n a , dem es gelang, die Gegenrevolution in Madrid rasch niederzuwerfen. im Kabinett Berenguer, E st rata, festgenommen worden. Ueber den Aufstandsversuch in Jerez de la Frontera wird ergänzend mitgeteitt, daß die Bevölkerung bei der Nachricht vom Aufstand der Gendarmen deren Kaserne stürmte und den kommandierenden Oberst gefangen setzte. Dieser entging nur durch das Eingreifen der Polizei der Lynchjustiz. Republikanische Kundgebungen in Madrid. Madrid, 10. Aug. (WTB.) Unter den im Zusammenhang mit dem heutigen Ausstandsversuch Verhafteten, deren Zahl über 150 betragen dürste, befinden sich bekannte Persönlichkeiten des alten Regimes. Die Lieschens versöhnliche Geschichte. Don Katta Launisch. Meine Freundin Neschen, die ein braves und liebes Mädchen ist, hat mir Treulich eine versöhnliche Geschichte erzählt. Der Rame »versöhnlich« Geschichte" stammt von Lieschen selbst. Sie sagte, sie sei nach diesem Erlebnis für eine Weile mit Dem Leben ausgesöhnt gewesen. Und da es doch so viele hübsche, brave Mädchen gibt, die außer, dem vorzügliche Stenotypistinnen sind, möchte ich ihnen die kleine versöhnliche Geschichte erzählen, trotzdem darin nicht vorkommt, daß Lieschen Schönheitskönigin wurde, ein Filmengagement bekam oder gar einen Mann. »An diesem Tage war «S sehr heiß", erzählte Lieschen. »Wir hatten die Gardinen ganz zugezogen, weil die Sonne so furchtbar auf die groß« Scheibe scheint, hinter der wir sitzen. Ialousien haben wir nicht. Es ist natürlich unmöglich, daß alle Zimmer Ialousien Habern da» sieht leder ein. Wir wußten alle, daß der Chef an so einem Tage nicht in rosiger Laune sein würde. Gr kann Hitze sehr schlecht vertragen, aber er ist viel zu korrekt, um etwa das Iackett auszuziehen oder überhaupt Darzutun, daß ihm sehr heiß ist. Er sitzt bloß ganz ruhig in seinem Zimmer, das beinahe dunkel ist, beim er hat eine Ialoufie, er sitzt ganz still und arbeitet in verdoppeltem Tempo. Gr klingelt, er frittiert, er telephoniert wie ein Rasender. Die Korrespondenten und die Reisenden kommen mit bleichen, langen Gesichtem aus seinem Zimmer heraus. Dann wissen wir, waS drinnen loS ist. »Heißer Tag!" nennen wir DaS — und das ist es dann ja wirklich. Ia, und so ein Tag also war es. und der Chef klingelte zweimal — und das gilt mir. Ich nahm DaS Stenogrammheft und zwei Bleistifte zur Hand, empfahl meiner Kollegin Lotte meine Seele und ging in das verdunkelte, kühle Zimmer. .Diktat!" sagte der Chef — und weiter sagte er gar nichts. Manchmal sagt er doch: »Guten Morgen!" oder: »Ra. wie war's am Sonntag 7" ober irgend so was. Heute sagte er: »Diktat!" Ach spitzt« die Ohren und die Bleistifte. Das Diktat prasielte auf mich herab wie ein schwerer Gewitterregen, aber ich hielt ihm stand. Sogar als Der Chef sagte: »Vvrlefenl", ging es beinahe gut. Aber plötzlich, mitten in einem Sah, wurde ich abgelenkt. Der Chef hatte in dem rasenden Tempo eine kleine Pause eintreten lassen. Eine gan- kleine Pause der Entspannung, aber sie genügte, damit mein Blick von dem kleinen Diktattischc^n, an dem ich immer schreibe, nach unten auf den Teppich fiel, um sich auszuruhen. Auf dem Teppich jedoch, gut zu sehen, weil er den Schreib- ttschsessel zurückgeschoben hatte^ standen die Beine des Chefs. Gut aussehende Beine eines fünfzigjährigen Herrn, in gut gebügelten Hosen, mit sehr schönen braunen Schuhen und einem feinen blauen Strumpf, der zwischen Hose und Schuh zu sehen war. Trotzdem es nicht hell im Zimmer war, sah man genau dieses Stückchen Strumpf — und oben, aus dem Blatt des Strumpfes, sah man etwas Merkwürdiges: eine kleine ..Stopfe" lag auf dem Blatt des Strumpfes. Verstehen Sie mich recht: der fein«, blaue Strumpf war oben auf dem Futz- blatt an einer kleinen Stelle gestopft. Ich sah diese gestopfte Stelle, und ich leugne nicht, daß sie einen geradezu erschütternden Eindruck auf mich machte: der Chef wählt« also nicht jeden Morgen aus sechs Paar seidnen Socken die elegantesten und warf die anderen einfach in fren Papierkorb? Wie denn? Er zog ein Paar Socken öfter als einen Tag lang an? Er lieh sie waschen? Ia, noch mehr, er ließ sie ausbessern, wenn sich «in kleines Loch in ihnen zeigte? Er sagte etwa zu seiner entzückenden rotblonden Frau: »Mein liebes Kind, laß doch das Mädchen einmal wieder meine Docken nachsehen!" Oder die rotblonde Frau tat daS von allein und legte ihm die gut gestopften Socken wieder in den Schrank? — Er hatte einen wunderbaren Wagen, ein schönes Haus, zwei sehr wohl erzogen« Kinder und, wie gesagt, eine entzückende Frau. Aber all das war mir sehr fern. Ich hatte das alles nicht und würde es nie haben. Aber gestopfte Strümpfe, die hatte ich auch, und ich wußte, daß man die Löcher stopfen mutz, so lange sie ganz klein sind, damit man die Strümpfe länger tragen kann. Diese gestopfte Stelle im Strumpf brachte mir den Chef auf einmal ganz nahe. Sr war einer wie Sie und ich, fein Gott, fein Prinz, sondern ein Herr von fünfzig Iahren. der ganz fein gestopfte Strümpfe trägt. Er war auf dieser Erde, er war erreichbar, verständlich, er hatte Sorgen wie wir. Ich habe das Stenogramm sehr gut zu Ende geschrieben, und es hat mir gar feine Mühe gemacht. Trotzdem es heiß war, habe ich sehr viel Post erledigt, und ich bin den ganzen Tag über vergnügt gewesen. Ietzt ist die Sache schon lange her, aber so oft ich an sie denke, werde ich heute noch ganz fröhlich. Wenn Lotte oder die anderen Parademarsch der italienischenSeekadetten vorMuffolini r —. Der Duce nimmt den Parademarsch der Schüler der Seekadettenanstalt „Caio Duilio" ab. Mussolini besichtigte der Reihe nach sämtliche italienischen Marineschulen, die meist auf seine Initiative hin ge» gründet wurden. Ueberall waren mit der Besichtigung militärische Vorführungen verbunden, die von der glänzenden Ausbildung der jungen Kadetten zeugten. Bevölkerung hat energisch auf fren Anschlag auf die Republik reagiert. Bereits um 10 Uhr wurden Die Hauptstratz« der Stadt von einer zahlreichen Menge durchzogen, die Die Republikanische Hymne anstimmten und Rufe ausstieß, wie: »Man soll sie töten!“ »Wir verlangen Gerechtigkeit!" Kurz vor 12 Uhr Durchzogen Manifestanten in Stäüe von etwa tausend Personen die Gran Via unter Gesang und Mitführung republikanischer und sogar einer roten Fahne. Sie drangen in das Ofsi- zierskasino ein und vertrieben die frort sich auf- haltenden Offiziere. Hierauf zwangen sie die Kasinoleitung, die republikanische Flagge zu hissen. Die Menge zog alsdann vor mehrere öffentliche Gebäude und große Warenhäuser. Ueberall setzte sie durch, frah die republikanische Flagge gehißt wurde. Ein nicht besonders ernster Zusammen- stotz zwischen Manifestanten und Zivilgardisten ereignete sich, als diese die Demonstranten ausein- anfrertreiben und sich der von ihnen mitgeführten roten Fahne bemächtigen wollten. Die Manifestanten leisteten nur schwachen Widerstand und bejubelten schließlich die Polizisten unter Absingung der Republikanischen Hymne. Den Gendarmen, di« in fren heutigen Morgenstunden fren Militaraufstanfr im Keime erstickten, werden in fren Hauptverkehrsstraßen frer Stadt von der Bevölkerung herzliche Kundgebungen bereitet. Der Innenminister versammelte die Gendarmerie im Hofe des Innenministeriums und richtete an sie Worte der Anerkermung und Dankbarkeit, die mit einem von frer Truppe begeistert aufgenommenen Hoch auf frie Republik aus klangen. Die Ereignisse des heuttgen Tages werden allgemein als Stärkung der Regierung unfr als Ausgangspunkt zur Sammlung der republikanischen Kräfte betrachtet. Oie Armee aus Seiten der Regierung Madrid 11. Aug. (WTB. Funkspruch.) Gestern abend fand hier, wie die Agentur Habra berichtet, eine großartige Volkskundgebung für die Republik und die gegenwärtige Regierung statt. Große Menschenmassen durchzogen die Hauptstraßen der Stadt unter Hochrufen auf die Organe der mich fragen, warum, kann ich natürlich nicht sagen, daß ich vergnügt bin, weil frer Chef einen gestopften Strumpf angehabt hat. Dann würben sie mich auslachen. Vielleicht verstehen Sie es!" So sagte Lieschen, unfr dann fing sie an, vorsichtig Togen unfr Blaupapier einzuspannen unfr einen neuen Brief zu tippen. Mir gefiel ihre versöhnliche Geschichte sehr gut, trotzdem sie klein ist unfr nichts von Schönheitskonkurrenz, Film unfr Millionär darin vorkommt. Deshalb habe ich sie wieder erzählt... Oer Coburger Schinderhannes. Die Rauberromantik ist noch nicht ausgestorben. Aus frer Gegend von Coburg wird ein Fall gemeldet, der an das Räuberleben des Mittelalters erinnert. Seit mehreren Wochen veranstalten frie Gendarmen unfr Kriminalbeamten von Coburg ein Kesseltreiben auf den Einbrecher (Sorg Dauern- fach s , frer sich seit Iahren im Frankenwald verborgen hält, nächtliche Raubzüge in frie anliegenden Dörfer unternimmt, frer ab unfr zu gefaßt unfr verurteilt wird, dem es aber immer wieder gelingt, aus frer Strafanstalt auszubrechen und in seinen Wald zu flüchten. Man nennt ihn den Coburger Schinderhannes, den Waldschreck vom Frankenwald. Die ganze Gegend zittert vor ihm, die Bewohner fürchten seine Rache und sind überzeugt, daß er demjenigen das Haus über dem Kopf anzünfren würde, der es wagte, ihn zu verraten. Er hat auch Freunde in der Gegend, die ihm Essen nach einer bestimmten Stelle des Waldes bringen und ihm durch Zeichen Nachricht geben, wenn die Gendarmerie ihm auf frer Spur ist. Görg Dauemsachs ist 31 Iahre alt. Er stammt aus dem Dorfe Dobersgrund frei Kronach, wo seine Frau mit vier Kindern und fein alter Vater in einer fraufälligen Kate wohnen. Er hat das Korfr- flechterhandwerk gelernt, ist frei dem Handwerk afrer nicht lange geblieben, sondern zog es vor, die Laufbahn seines alten Vaters fortzusetzen, frer (ür manche Straftat im Gefängnis hat büßen müs- en. Schon als junger Mensch erhielt Görg Dauernsachs die erste Freiheitsstrafe. Inzwischen hat er es auf dreißig Vorstrafen wegen Elnbruchsdiebstahls, Raub unfr Brandstiftung gebracht. Rur einen kleinen Teil der Strafen hat er w'.rklich abgebüht, in den meisten Fällen gelang es ihm, zu entfliehen. Im Ianuar Dieses IahreS entwich er aus Dem Amtsgerichtsgefäng- Staatsgewalt. Alle Garnisonen Spanien« stehen, wie die Agentur Habra weiter meldet, bei fringungslos auf feiten der Regierung. , W Ä General Ios 6 San Iurjo, Kommandant der Polizei von Sevilla, der als der Führer der mon- archistischen Aufständischen gilt. Acht Todespfer in Madrid. Madrid, 10. Aug. (WTB.) Habra. Bei den Zusammenstößen in Madrid sind heute früh a ch t P e r - fönen durch Gewehrschüsse getötet und zahlreiche Personen verletzt worden. Loyalität der Katalanen. Barcelona, 10. Aug. (WTB.) Der Präsident frer Generalität Kataloniens, Oberst M a c i a, hat an fren Präsidenten der spanischen Republik unfr an Öen Ministerpräsidenten Telegramme gerichtet, in denen er sie frer Loyalität der Katalanen versichert. Die hiesigen Gewerkschaften sollen beabsichtigen, falls in Katalonien sich eine monarchistische Bewegung geltend mache, fren Generalstreik zu erklären. nis in Kronach unfr trieb sich ir fren Wäldern herum. Er beging die Unvorsichtigkeit, Datz er sich öfter nachts, wenn es ihm zu kalt tourfre, ein Feuer anzündete, um sich zu wärmen. Dadurch kam die Polizei auf seine Spur, stellte ihn am 8. Februar und nahm ihn fest. Don dem Gericht in Coburg wurde er zu sieben Iahren Zuchthaus verurteilt. Am 11. Iuli gelang es ihm wieder, zu entfliehen. Seit dieser Zeit ist das Genfrar- meriekorps des Bezirks vergebens bemüht, den Verbrecher zu fassen, der sich in den zahllosen Schlupfwinkeln des Frankenwaldes verborgen hält. Die Polizei hort nur etwas von ihm, wenn wieder ein Händler oder Bauer zur Anzeige kommt, um zu melden, datz frer Coburger Schinderhannes ihm nächtens einen unerbetenen Besuch abgeftattet hat. Ein gewissenhafter Künftler. Während die Bilder des großen französischen Impressionisten Eduard M a n e t bei flüchtiger Betrachtung skizzenhaft, schnell und leicht auf die Leinwand geworfen zu sein scheinen, sind sie in Wahrheit das endgültige Ergebnis einer großen Zahl von vorher- gehenden Zuständen auf derselben Leinwand, die der Künstler in seinem gewissenhaften Ringen immer wieder mit Mallappen oder Messer entfernt hat. In: neuesten Heft der Monatsschrift Jtunft und Künstler werden dafür eine Reihe von Zeugnissen aus einem Buche von Paul Iamot angeführt. Nicht weniger als sechzigmal mußte der Kupferstecher Bellot im Jahre 1873 dem Maler für sein Bild „Bon Bock" sitzen. Das reizvolle Bildnis der Eva GonzalSs mu&te viele Etappen durchmachen. „Manet predigt mir Moral", erzählt Berthe Moricot, „und empfiehlt mir das ewige Fräulein Gonzalös zur Nachahmung. Inzwischen fängt er ihr Porträt zum funfundzwanzigsten Male an. Sie sitzt ihm täglich, und abends wäscht er dann den Kopf mit grüner s et’Vrx ®.r ?at die vierzigste Sitzung, und das Bild ist wieder ganz abgewischt. Er selbst lacht mehr darüber als die anderen." Auf dem Bildnis von Antonin Proust hat Manet, wie Blanche erzählt, den Hut zwanzigmal abgewischt und neu gemalt, und ebenso tat er es mit der „Reiterin". An dieser Art des Schassens änderte weder Erfahrung noch Erfolg etwas nicht einmal die Krankheit des Künstlers. Einender frischesten Inspirationen, das Bild „Je- anne , das im Jahre 1882 entstand, wurde unzählige Male abgekratzt und neu begonnen, ehe die Wirkung natürlicher Anmut, die es auszeichnet, erreicht war. W. °b- Nolini Ine Initiative hin ob verbunden, die ooq Ionen Spanien, br° weiter meldet, bM lcr Regierung, 'o, fiommanbant btt her Führer der tm* diichen A. in Madrid. i.) S)abra. Bei den Zu- »heute trüh acht Per- e getötet und zahl- den. Katalanen. (1B&B.) Der Pr2!i' it Kataloniens, den Präsidenten der an den Äinisterpräsi« iet in denen er sie der Ionen versichert. Die [len beabsichtigen, fall« alstreil zu erllanm !&2s dos Aendvr« v^l 1 den nkenwa^ * Künstler. chasten?Ä\iL3m J3le''eVlniunhRünfl' >rist Äflniflen 5 ihe von oe“*h t giitgi lomot °^A^lech" illßte der , Aild " »"“iß. w5M. rrLS n de" .^pfsigung.u2 M§ ss^rA fiÄ*-* Große Strafkammer Gießen. • Gießen, 9. Aug. Ein auswärts wohnender Kraftfahrer stand in nichtöffentlicher Sitzung unter der Anklage, an einem 10jährigen Mädchen unzüchtige Handlungen vorgenommen zu haben. Trotz seines hartnäckigen Leugnens hielt das Gericht den Angeklagten im Sinne der Anklage für überführt und verurteilte ihn in Anbetracht seines rohen, brutalen Verhaltens dem Kinde gegenüber zu 1 .Jahr 3 Mona ten Gefängnis. Dem Angeklagten, der schon mehrere Wochen sich in Llntersuchungshaft befindet, wurde von der Untersuchungshaft auf die erkannte Strafe nichts angerechnet. Große Oevisenschiebung aufgeklärt. WSN. Kassel, 10. Aug. Der Devisen- überwachungsstelle beim Landesfinanzamt Kassel ist, wie erst jetzt bekannt wird, vor einiger Zeit die Aufklärung einer großen Devisenschiebung gelungen. Zwei Kaufleute aus Leipzig hatten sich eine 21jährige Stenotypistin aus Leipzig engagiert, mit der sie zunächst eine Reise in die Schweiz antraten. Dort wurden in größtem Ausmaß deutsche Wertpapiere angekauft, die dann nach Deutschland eingeschmuggelt wurden. Gemeinsam traten die drei Personen darauf eine "Rundreise durch zahlreiche deutsche Großstädte an, in denen sie die in der Schweiz aufgekauften Wertpapiere an den Mann zu bringen suchten. 3n jeder Stadt wurde das junge Mädchen, wohlweislich mit Ausweispapieren versehen, in ein Privatbankhaus geschickt, um dort die Wertpapiere zu verkaufen. Da es sich um marktgängige Papiere handelte, wurden sie auch zumeist verkauft. Die erlösten Geldbeträge wurden von den vor dem Bankhaus wartenden beiden Kaufleuten sofort in Empfang genommen. Die Kaufleute reisten dann sofort weiter, während das junge Mädchen noch ein oder mehrere Tage in der betreffenden Stadt verblieb, um nicht durch die plötzliche Abreise aufzufallen. In Kassel hatte die Bande das gleiche Manöver durchgeführt. Dem Bankhaus, das die Wertpapiere angetauft hatte, waren jedoch nachträglich Bedenken gekommen, und als die benachrichtigte Devisen- überwachungsstelle eingriff, traf sie nur noch das junge Mädchen an, das sofort in Haft genommen wurde. Den eigentlichen Devisenschiebern ist es aber gelungen, nach der Schweiz zu entkommen. Ihre Personalien stehen fest, aber die Schweiz liefert in derartigen Fällen bekanntlich nicht aus. Hinsichtlich des Ümfangs der Schiebungen — der Erlös der Wertpapiere ist in deutscher Währung auch ins Ausland geschafft worden — ist man bis jetzt nur auf die Angaben der verhafteten Gehilfin der Devisenschieber angewiesen. Danach dürften die ins Ausland verschobenen Beträge weit über 100 000 Mark betragen. mit der Post beförderten Briefsendungen nur geringfügig« oder schwache Entwertungszeichen, oftmals nur Striche ober schwärzliche Flecken tragen, weil sie beim Abstempeln in der Eile nicht voll getroffen worden sind. Selbstverständlich ist es verboten unb auch straffällig, solche unvollständig entwerteten Feimarken, nachdem sie von den Umschlägen abgelöst worden sind, nochmals zur Freimachung anderer Postsendungen zu benutzen. Trotzdem geschieht dies in der falschen Voraussetzung, der Betrug würde nicht bemerkt. In den meisten Fällen werden diese Gebühren- hinterziehungen aber bei den Postanstalten, die angewiesen sind, hierauf besonders zu achten,^.entdeckt: gegen die Absender wird dann von" der oberen Postbehörde die dafür in dem Postgesetz vorgesehene Geldstrafe verhängt. Allem Anschein nach werden derartige schwach entwertete Frei» marken auch vielfach in betrügerischer Absicht als Ersah für Kleingeld in Verkehr gebracht. Darum tut jebermann, bet sich Unannehmlichkeiten ersparen will, gut, Freimarken, bie er nicht selbst am Postschalter gekauft hat, vor ihrer Verwendung genau zu betrachten. Bei verdächtigen Wahrnehmungen, insbesondere auch beim Fehlen des Klebstoffes auf der Rückseite empfiehlt sich eine Anfrage über ihre Gültigleit am Postschalter." * • Großes Militärkonzert. Die Arbeitsgemeinschaft der Militär- und Regimentsvereine veranstaltet am kommenden Sonntag, 15.30 älhr, im Restaurant Liebigshöhe ein großes Militärkonzert, das von der Kapelle des hiesigen Bataillons unter der Leitung von Obermusikmeister Krause ausgeführt wird. • • Der 21 u f g a n g der Hühnerjagd wurde, entsprechend einer Anordnung des Innenministers, auf Montag, 29. August festgesetzt. • • Hessischer Handwerker- und Gewerbetag in Ingelheim. Am 3. und 4. September (Samstag und Sonntag) findet die diesjährige Tagung in Ingelheim statt. Mehrere Hundert Handwerker werden zu dieser Veranstaltung erwartet. Die Tagung wird zu den Zeitereignissen im allgemeinen und zu den besonderen Belangen des Handwerks und Gewerbes in Hessen im besonderen Stellung nehmen. Am Sonntag findet ein Winzerfest mit historischem Festzuo statt. ** Zwei billige Sonderfahrten an die See! Um dem Wunsche Der Ferienreisenden nach billigen Fahrten zu entsprechen, veranstaltet die Hamburg-Amerika Linie zwei sehr preiswerte Sonderfahrten an die See. Beide Fahrten beginnen am Samstag, dem 13. August und enden am Samstag, dem 20. August 1932. Die Teilnehmer werden ab Frankfurt a. M. in einem bequemen Sonderzug nach Hamburg und auch wieder nach Frankfurt a. M. zurückbefördert. Die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. bewilligt eine Sonderzugermähigung von 50 Prozent. Ab Hamburg werden zwei hochinteressante Reisen geboten. Das Programm der einen Fahrt schließt eine Hochseefahrt mit dem großen Ueber- see-Motorschisf .Et. LouiS" ein, die von Hamburg übet Cuxhaven, Helgoland, dem Skagerrakschlachtfeld an die norwegische Küste und zurück nach Cuxhaven führt. Anschließend an diese Hoch- seesahrt verbringen die Teilnehmer noch zwei Tage im Nordseebad Cuxhaven. Rundfahrten und Führungen in Hamburg sind ebenfalls vorgesehen. Der Preis dieser Fahrt ab Frankfurt am Main beträgt nur 128,50 Mark, worin Fahrtkosten, Derpfleguna, Uebernachtung, Rundfahrten usw. eingeschlossen sind. — Die zweite Reise ist eine Hamburg—Helgoland-Fahrt, ebenfalls mit Badeaufenthalt in Cuxhaven zu dem Preis von nur 97,50 Mark. Auch diese Fahrt bietet eine Fülle deS Interessanten und verspricht schöne Erlebnisse. Teilnehmerkarten sind erhältlich durch Hamburg-Amerika Linie, Gießen, Sel- tersweg 89. ** Keine entwerteten Freimarken verwenden! Von der Oberpostdirek- tion Darmstadt wird mitgeteilt: .Es kommt ab und zu vor, daß einzelne Freimarken auf den Klus der Proviazialhauptstadt. Gießen, den 11. August 1932. Alkohol für Herzkranke? Äon Dr. p. Wötffel Bei abgeschwächter Herztätigkeit hat man es nur zu oft mit (Storungen nicht allein des Herzens, sondern auch der übrigen Mreislauforgane zu tun, so namentlich der Nieren, der lieber, der Lunge, des Blutes, der Haut und des Nervensystems. Die Erscheinungen dieses Zustandes, den der Arzt Kreislauf- insuffienz nennt, standen jetzt — nach einem Bericht des Professors Dr. Ludwig iüraunm einer Wiener klinischen Zeitschrift — im Mittelpunkt neuer Forschungen, als deren Ergebnis eine Reihe bemertens- werter Erkenntnisse verbucht werden dürfen, die von den früheren ’21n|d)auungen zum Teil nicht unroefent- lich ubweichen. So ist beispielsweife durch die experimentellen Untersuchungen gerade für die Falle ob- geschwächter Herztätigkeit der große Wert des Alko- Hols festgestellt worden. Es hat sich gezeigt, daß bei Anwendung genau bemessener Alkoholgaben das Blut aus den Eingewei- den des Bauchraumes mehr und mehr zurückgedrängt wurde, wodurch sich eine wesentlich günstigere Blut- Verteilung ergab, Einflüsse, die insbesondere auch den Durchblutungsfunktionen im Gehirn dem (Stoffwechsel und in gleicher Weife den Drüsen zugute kamen. Selbst in diesen Fällen, da früher vielfach die strenge Enthaltsamkeit vom Alkohol angeraten wurde, Hot sich die Verabfolgung von Alkohol gesundheitlich ganz vorzüglich bewährt, er kann sogar die Aufgabe einer Arznei übernehmen, vorausgesetzt allerdings, daß sich der Patient streng an die ärztlichen Anweisungen halt. Dem Alkoholiker werben damit natürlich nicht irgendwelche Konzessionen gemacht, denn es kann auch heute nicht im geringsten zweifelhaft fein, daß äleberschreiwng der zulässigen Grenzen unbedingt schädlich sein mühten. Ein Anlaß jedoch, dem Kranken den Alkohol grundsätzlich zu versagen, besteht nicht mehr. Dor allem kann der Wein Wunder wirken, aber auch gegen einen bescheidenen Diergenuß ist nicht- einzuwenden. Besonders ossensichtlich waren die guten Wirkungen deS Alkohols namentlich auch bei gewissen pathologischen Zuständen. Die herabgesetzte Herz- und Atmungstätigkeit ließ sich durch kleine Alkoholgaben steigern, und zwar zeigte sich der günstige Einsluß immer sehr schnell. Der Puls, der oft kaum noch zu fühlen war, wurde durch klein« Weinmengrn im Zeiträume weniger Minuten ganz wesentlich angeregt, die Gesichtsblässe ging im gleichen Zeiträume zurück, und auch bie Atmung, bie sich ootbem kaum noch wahrnehmen ließ, war halb wieder in Ordnung. Bei den gleichen Versuchen sind ferner die guten Wirkungen von Kaffee und Tee von neuem festgestellt worden. Auch die alte Auffassung über die FlüssigkeitS- zusuhr bei KreiSlaufinsussizienz bedarf nach dem neueren AntersuchungsergebniS einer gewissen Revision. Im allgemeinen darf gesagt werden, daß man bisher in der Beschränkung der Flüssigkeitszufuhr manchmal viel weiter ging, als eS wirklich nottut Zu großen Beengungen der FlüssigkeitS- zufuhr muh namentlich bei denjenigen Herzleidenden widersprochen werden, die gleichzeitig mit Vieren- und Gichtbeschwerden zu tun haben. Gerade ihnen widerstrebt «ine zu starke Beschränkung der FlüssigkeitSmenge besonders. Freilich darf auch hier die Erleichterung keinesfalls zu einem Mißbrauch führen. Anbedingt nachteilig sind bei herabgeminderter Herz- und KreiSlauftätigkeit, selbst bei Störungen geringeren Grabes, blähende, fette "Nahrungsmittel, desgleichen recht saure unb recht süße Speisen. Für bie Kochsalzzufuhr gilt nach wie vor das Gebot bet Einschränkung, unb zwar wie man jetzt besonders erkannt hat, selbst dann, wenn die Nieren noch vollständig intakt sind. Bei Störungen höheren GradeS sind vor allem Milchkuren in Verbindung mit kleinen Gaben von Gemüse, Zwieback und Kett angebracht. Oie Arbeitsmarktlage in Hessen und Hessen-Nassau. WSN. Frankfurt a. M., 10. Aug. Die Zahl der Arbeitsuchenden im Bezirk des Lanbesarbeits- amteS Hessen ist nach der letzten Zählung am 30. Juli um rund 4 500 auf 315 700 zurückgegangen. Dieser Rückgang ist aber nicht als eine Besserung des Arbeitsmarktes zu werten, da et überwiegend auf das Fvrtbleiben einer größeren Anzahl noch arbeitsloser Arbeitsuchenden vom Arbeitsmarkt zurückzuführen ist, denen nach der Notverordnung vom 14. Juni 1932 die Anterstühung wegen 2kmeinung der Hilfsbedürf- tigteit entzogen werden mußte. Aus dem gleichen Grunde bat auch die Zahl der Hauptunter- stühungsempfänger in den beiden Anterstühungs- arten diesmal erheblich stärker ab genommen als zuvor, und zwar ist die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in der Arbeitslosenunterstützung um 5422 (in der ersten Iulihälfte um 3060) auf 36 952, unb bie Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in der Ärifenfürforge um 8417 (2755) auf 71 975 gesunken. Eine leichte Belebung hat der Arbeitsmarkt immerhin noch in der Landwirtschaft infolge der Erntearbeiten, im Nahrungsmittelgewerbe, das für bi« Konservenverarbeitung eine größere Anzahl Arbeitskräfte, vorwiegend weibliche, aufnahm und in einzelnen Zweigen der Metallindustrie erfahren. Die Qlb- nahme in den übrigen Derufsgruppen ist überwiegend aus dem obenerwähnten Grunde oder wie im Gastwirtsgewerbe, durch vorübergehende kurzfristige Arbeitsaufnahme wir z. D. in Frankfurt am Main anläßlich des Sängerbundesfestes erfolgt. Im Bekleidungsgewerbe ist die Zahl der Arbeitsuchenden geftiegen. Don den 315 700 Arbeitsuchenden erhielten 11,7 Prozent Arbeitslosen-, 22,8 Prozent Krisenunterstützung und 127 652 oder 40,4 Prozent Wohlsahrtsunterstühung. Im sreiwilligenArbeitSdienst waren am 30. Juli rund 14 400 Personen beschäftigt, das sind 4,6 Prozent der Arbeitsuchenden. Im Laufe des Monats ist demnach die Zahl der Arbeitsdienst willigen um rund 3100 = 21,8 Prozent gestiegen. Die restlichen, nicht unterstützten Arbeitsuchenden (rund 20 Prozent) sind z. T. nicht arbeitslos, z. T. befinden sie sich in der Wartezeit ober verfolgen ihre Ansprüche noch im Spruchverfahren. Sm Dr. Semsms schreib! Liebesbriefe. Sin Briefsteller aus gemütlichen Zeiten. Mehr als hundert Jahre ist es her, daß Dr. Theodor H c i n s i u s, Sprachforscher und Literarhistoriker, seinen berühmten Briefsteller herausgab. Man pflegt zu sagen: alle Seiten seien im Menschlichen einander ähnlich. Nun — man Werse einen Blick in diesen Briefsteller, der noch vor dreißig Jahren neu aufgelegt wurde, und man wird erkennen, daß sich inzwischen die Welt verändert hat wie durch ein ungeheure- Erdbeben. Nach keinem einzigen dieser Driesvorbilder könnte heute geschrieben werden, ohne daß der Empfänger den Absender für geistesgestört hielte. Rührend die Anweisungen, die der Herr Doktor vor den einzelnen Briefgruppen seinen Lesern gibt, lieber die Liebe zum Beispiel sagt er: »Liebe ist ein Gefühl des Menschen, welches sich nicht immer beherrschen läßt... Die keimende Liebe läßt sich noch schmerzlos unterdrücken, die heftig emporgeschossene... kann nur unter Qualen aus dem Herzen gerissen werden... Alle, auch brieflich« Ausartungen strafen sich selbst." — Dann beginnt er mit seinen Dries- ratschlägen. Man stelle sich vor, ein Junger Mann schriebe im Jahre 1932 N r. 3 0 1: »Brief eines jungen Mannes an eine ältere Frau": ...„3a, ich bete Sie an!... Ich weiß alles, was Sie mir sagen können. Sie werden mir einen Dorwurf daraus machen, zehn 3ahre nach Ihnen geboren zu sein! Sie denkt ja gar nicht daran! 3m Gegenteil, sie ist äußerst geschmeichelt! Gibt es in Europa noch ein junges Mädchen, das Nr. 312, die „Ablehnende Antwort aus eine Bewerbung" schreiben dürfte?: „Geehrter Herr!... Mein Alter erlaubt mir nicht, so handeln zu dürfen, wie es mir gefällt; in meinen Eltern sind mir von der Natur Führer verliehen, «benen ich in allen Dingen, die meine Person betreffen, folgen muß .. Hier muß man sich allerdings fragen, ob Herr Dr. Heinsius nicht die jungen Mädchen seiner Epoche verklärt gesehen hat, unb nicht nur sie, sondern die ganze Menschheit. Wäre es sonst möglich, daß die „Rückantwort eines reichen Mannes an ein armes Mädchen" (Nr. 313) so lautet: ... 3ch schätze den Reichtum nur insofern, als er Imstande sein wird, Ihne.i das Leben angenehm zu machen... Ich werd« es Ihnen_ beweisen, daß Aeberfluh an dem, was man Glücksgüter zu nennen pflegt, nicht dahin führen soll, uin durch ileberfättigung das eheliche Glück zu trüben..." Wie er sich wegen seines Reichtums entschuldigen muß! And so geht es weiter! Die jungen Mädchen sind Engel, die Bewerber Götter. Sonderbar ist Nr. 305: „An ein junges Mädchen, baS bet Eh« entsagen und sich in die Einsamkeit zurückziehen will" Ihr winkt der verliebte Freier mit der Dries- taschc, um sie von ihrem Entschluß abzubringen: ...Ich habe ein Einkommen von 800 Thalern unb bie Aussicht auf ein kleine- "Vermögen... sagen Eie ein Wort und Sie werden mich zu Ihren Füßen liegen sehen, durchdrungen von Freude, Lebens- und Liebeslust..." Ob sie widerstehen konnte? — Köstlich sind bie Formulare für Mahnbriefe. Der Herausgeber sendet ihnen toicber ein paar einleitend« Zeilen voraus, die allerdings merkwürdig aktuell sind: „Einen guten Erinnerungsbrief zu schreiben, hat viel für sich. Denn leicht dreht der Schuldner den Spieß um, wenn jener zu grob ungefaßt wird... wird klagbar ... und der... Gläubiger hat noch Äpftcn, Versäumnisse und andere Verdrießlichkeiten." Die Vorlagen atmen daher eine Höflichkeit, die wohl nur noch in alten Briefstellern existiert. Nr. 319, die „Erinnerung an einen angesehenen Mann wegen Tilgung einer Schuld". „...Ohne Zweifel haben Sie meine Rechnung vorn letzten Monat (Vierteljahr, Jahr) verlegt oder vergessen, und ich erlaube mir daher. Sie daran zu erinnern...“ Oder Nr. 326, „M ahnbrief nach bereits läng st überreichter Rechnun g". ,... Die Berichtigung bis dahin erwarte ich nach vier Jahren (!) umso eher, als ich, wenn ich mich sollte übergangen sehen, zu Maßregeln greifen müßte, die für Eie gewiß nur unangenehm wären.. Nach vier Jahren! Hat es um 1820 wirklich Leute gegeben, die den „Wiederholten Mahnbrief" absandten, Schuldner, die darauf reagierten? Nr. 328 lautet im Auszug: „... Sie sollten bedenken, daß ich in gegenwärtiger Zeit mein Geld sehr nothwendig brauche... Es giebt wohl Verhältnisse, in welchen man mit seinem Schuldner einige Nachsicht haben muß, allein, dies findet bei Ihnen gar nicht statt...“ Das klingt ja einigermaßen aktuell; aber sonst gibt der Gelehrte für jede Lebenslage Briefratschläge, die uns anmuten, als kämen sie aus einem Roman; das heißt: das Geben der damaligen Zeit ist uns ein Roman geworden. Unb noch dazu ein romantischer und altmodischer. Kann man sich denken, baß etwa um 1999 unser Geben so still und unwirklich erscheinen wird, ein verschollener, weltabgewandter Roman? P. E. Buntes Ein Becher für 16000 Mark. Ein einfacher Porzellanbecher mit Silberrand unb Silberfuß und einem schön verzierten Sllberdeckel von 16 Zentimeter Höhe brachte auf einer 23er- fteigerung bei Sotheby's in London bie hohe Summe von über 16 000 Mark in beutsHem Gelb. Der Preis erklärt sich daraus, daß es sich hier um ein überaus seltenes Stück handelt, dem nur wenige ähnliche Kostbarkeiten an die Seite gestellt werden können. Das Porzellan ist alt-chinesisch unb flammt aus der Ming-Dynastie. In früheren Zeiten wurden solche seltenen Porzellanstücke in Würdigung ihrer besonderen Schönheit und Seltenheit von einem zeitgenössischen Edel schmied gefaßt und mit einem schönen Deckel versehen. Da das Silber das Londoner Werkzeichen von 1569 trägt, ist damit bewiesen, daß es sich um ein Porzellan handelt, bas aus noch früherer Zeit stammen muß. Der hohe Preis würbe von e'nem bekannten englischen Sammler chinesischen Porzellans, Sir Perceval Davib, angelegt. Autosorgen in Berlin. Wer heute als Frember nach Berlin kommt, der tut gut daran, einen weiten Umweg um aller Berliner Autobroschken zu machen, denn wenn er leicht- finnig genug sein sollte, ein solches Gefährt zu benutzen, so macht er sich strafbar. Jawohl: strafbar! Und bas ist so gekommen: In ber Reichshauptstabt gibt es zu viele Autotaxen. Sie verstopfen einerseits bie Hauptverkehrsstraßen, unb außerdem ist bas Angebot so groß, daß kein Droschkenunternehmer mehr auf seine Rechnung kommt. Das Berliner Polizcipräsibium hat daher in weiser Erkenntnis der Sachlage dafür gesorgt, baß immer nur ein Teil aller verfügbaren Autobroschken gleichzeitig fahren barf, unb um eine Kontrolle bieser Anordnung zu ermöglichen unb ihre reibungslose Durchführung zu sichern, finb bie Berliner Taxen mit geometrischen Figuren bemalt worben, bie in ihrer Mitte ben Stempel bes Polizeipräsibiums tragen. Ein Teil ber Droschken hat einen Kreis, ein anberer ein Dreieck, ein dritter ein Quadrat. Unb es bürfen zu im vc.- aus bestimmten Zeiten immer nur biejenigen Taxen fahren, bie eines bi ei er Zeichen führen. Dies« recht kluge Anorbnung wäre nun gut und schön gewesen, wenn nicht irgendein Ingenieur vor einiger Zeit einmal auf den Gedanken gekommen wäre, bie gleichen geometrischen Figuren als Markenzeichen für seine Wagen eintragen zu lassen. Unb um sich für alle Zeiten biefe Ibee offentunbig zu sichern, bebiente er sich eines kleinen Tricks. Er veranlaßte einen Freunb, seinen Wagen ebenfalls mit einem Dreieck auszustatten unb verklagte ihn dann wegen Mißbraucks bes von ihm eingetragenen Zeichens. Das Gericht urteilte so, wie es bas von para- graphenwegen mußte: es oertünbete, daß niemanb anders das Recht habe, biefe geometrischen Marken- Zeichen nachzuahmen, unb es oebrohte ben Freund unb auch jeben Fahrgast eines unrechtmäßig mit Eine Familie nach dem Genuß von Pilzen erkrankt. WSN. Dillenburg, 10. August. Nach bem Genuß von Pilzen ist in ber benachbarten Gemeinde Hartenrod die sechsköpfige Familie des Hütten- arbeiters Ludwig P f e i f f e r an Vergiftungserschei- nungen erkrankt. Während bas Befinben ber vier Kinber, bie bie Pilze im Walde gesucht haben, be- denklich ist, bestehl bei bem Ehepaar keine Lebens- gefahr. Bei ben Pilzen soll es sich um eine Verwechslung mit Pfifferlingen hanbeln. Allerlei. einem solchen Zeichen versehenen Wagens mit einer Oelbftrafe. So konnte es geschehen, daß in ben letzten Tagen harmlose Autobroschkenkutscher im Auftrage bes Ingenieurs angehalten unb zur Angabe ihrer Personalien gezwungen wurden, weil sie sich „strafbar" gemacht halten. Freilich hak das Berliner Polizeipräsidium diesem Unfug sehr schnell wieder ein Ende bereitet. Es Hal verkündet, daß ber streitbare Inge- nieur nicht bas Recht habe, unbeteiligte Fahrgäste zu behelligen. Wenn er wirklich meine, baß er berechtigt sei, von ben Droschkenbesitzern für ben Gebrauch „seines" Musters eine Enlschäbigung zu verlangen, so bürfe er sich allenfalls mit den einzelnen Besitzern gerichtlich auseinanbersetzen. Unb bas wirb er infolge ber nicht unbeträchtlichen Kosten eines solchen Vorgehens vermutlich schön bleiben lassen... Oie Tomate — und die französische Revolution. Die Tomate ist in den letzten Jahren immer mehr zu einer Art Dolksnahrung geworden, und eS ist eigentlich merkwürdig, daß diese wohlschmeckende Frucht so lange gebraucht hat, bevor sie sich bei uns einbürgerte. Ist sie doch in Europa schon früher eingeführt worden als die Kartoffel und der Tabak, mit denen sie den exotischen älrsprung teilt, von denen sie aber an Beliebtheit weit überflügelt wurde. Wie Alban Voigt in einem geschichtlichen Aufsatz des „Gärtnerei-Fachblattes" ausführt, wird die Tomate bereits von dem berühmten Schweizer Botaniker Conrad Gesner in seinem 1561 erschienenen Werk „Horti Germaniae“ erwähnt und befand sich schon damals in deutschen Gärten, freilich als eine seltene Zierpflanze. Ein anderer Gelehrter aus jener Frühzeit der modernen Botanik, Caspar Bauhin, gibt ihr in seinem 1622 veröffentlichten „Pflanzen-Katalog" den Namen „Tumathe Amc- ricanorum". Nach England kam die Tomate im Jahre 1572, wurde aber auch dort nur als Kuriosität in den Gärten gezogen und erlangte keine Bedeutung als Nutzpflanze. Man bevorzugte dann später die Tomate als Zierpflanze und als solche wird sie 1767 von der großen französischen Gärtnerei von Dilmvrin-Andrieuse verzeichnet. Neben so vielen anderen Dingen, die die französische Revolution in die Welt brachte, hat sie auch den Anbau der Tomate als Gemüse zuerst gefördert. Die Marseiller, die stets eine feine Zunge hatten, kannten schon vorher den trefflichen Geschmack der Tomate, und sie waren es, die während der Revolution diese Frucht nach Pari- brachten. Sie fand hier stürmische Nachfrage und wurde bald so beliebt, daß man nun auch in Nordfrankreich den Anbau der Tomate in größerem Maßstab burd) führte. Von Frankreich aus hat sie dann ihren Siegeszug durch die Welt angetreten, ist aber noch lange ein teurer Leckerbissen gewesen. Zwei Altersrentner gewinnen je 10 000 Mark. WSN. Mainz, 10. August. Bei ber am 5. unb 6, August ftattgefunbenen Ziehung ber Goethe - lotterte fiel ber erste Hauptgewinn mit 20 000 Mark auf bie Losnummer 261580. Die glücklichen Gewinner finb zwei Allersrenlner von hier, welche bas Glückslos mit je 50 Pfennigen er- ftanben haben unb nun je 10 000 Mark in bar erhallen. Verantwortlich für Politik: I. D.: Ernst Blumschein. SJl.-’fpOTt ilnser Seimaigau beim kreislmnsest in Trier. Beachtliche Erfolge der Hessenturner. — Karl Meuter (Gießen) Kreisfestsieger. Bei dem 35. Mittelrheinischen Kreisturnfest in Trier waren auch Turner und Turnerinnen des Gaues Hessen in größerer Zahl vertreten, die trotz der weiten Entfernung des Gaubezirks von der Feststadt an der Mosel und trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten sich opferbereit in den Dienst des deutschen Turngedankens gestellt und an der erhebenden turnerisch-vaterländischen Kundgebung in der Westmark des Reiches teilgenommen haben. Der Sonderzug, der Samstag früh Gießen verließ, brachte annähernd 200 Wettkämpfer und Festbesucher aus dem Gau Hessen, zu denen unterwegs noch etwa 300 Trierfahrer von der Lahn und Mosel kamen, nach der Feststadt. Den Turnergästen wurde in Trier ein herzlicher Empfang bereitet. Generaldirektor Jaeger, der Vorsitzende des Trierer hauptsestausschusses, entbot herzlichen Willkomm, und Kreisvertreter Pfeif- f e r (Wetzlar), 2. Gauvertreter Schneider (Butzbach) und andere schon in Trier anwesenden Hessenturner begrüßten die Freunde aus dem Heimatgau. Soweit nicht schon die Wettkämpfe und das Kampfrichteramt die Hessenturner in Anspruch nahmen, widmeten sie den ersten Tag der Besichtigung der alten Römerstadt. Der Sonntag als Hauptfesttag galt dann ganz dem Turnfeste. Am Vormittag turnte im Rahmen des Vereinsriegenturnens eine Gauriege der Hessen unvorbereitete Freiübunge^, und am Nachmittag nahmen die Festbesucher aus dem hessengau fast ausnahmslos an dem Fest. zug der Zehntausend teil, in dem sie, geführt von Ehren-Gauoberturnwart Will und Gaufrauenturnwart Paul, an der Spitze der Gruppe „Lahn-Ahr-Gebiet mit ihren sechs Fahnen einen außerordentlich guten Eindruck machten. Bei dem eindrucksvollen Schauturnen, das nach dem Festzuge den Nachmittag in der einzigen Sladionanlage der Moselstadt ausfüllte, waren der Hessengau am Turnen der älteren Turner (an 12 Barren), an den Bewegungsgruppen der Turnerinnen, den allgemeinen Keulenübungen der Turnerinnen und an den allgemeinen Freiübungen der Turner in erfreulich stattlicher Zahl beteiligt. Am Abend trafen sich dann Die meisten Festbesucher aus dem Heimatgau bei der erhebenden Saarkundgebung, 172 P.; 24. Ehr. Glanz, Tv. Büdingen, 171 P.; 25. Albert Leun, Tv. Großen-Linden, 170 P.; 26. Karl Seipp, Tv. Großen-Linden, Willi Hartmann, Tv. 1846 Gießen, 169 P.; 28. Karl Köchel, Tv. Wetzlar, 167 P,; 29. Richard Greb, T. u. Spo. Butzbach, Ernst Nold, Tgm. Friedberg, 166 P., 31. Willi Dern, Tv. Lang-Göns, 164 P.; 33. Otto Stahl, Tv. 1846 Gießen, 162 P.; 36. Werner Schubert, Tv. Wetzlar, 159 P.; 37. Franz Reuschling, Tv. Heuchelheim, 158 P.; 39. Heinrich Schaaf, To. Treis-Lda., 156 P. Zehnkampf A (Geräteturnen), 47 Bewerber, 43 Sieger: 1. K. Frey, Mtv. Kreuznach, 189 P.; 7. Richard Seht, Tv. Großen-Linden, 1631 P.; 13. Adolf Ahrens, Tgm. Marburg, Alfred Eckhardt, To. Nidda, 1571 P.; 29. Karl Schick, Tv. 1846 Oie- feen, 1381 P. Zehnkampf B (gemischter Kampf mit Schwimmen), 23 Bewerber, 15 Sieger: 1. Sieger Hrch. Dechent, Tgm. Friedberg, 173 P.; 10. Heini Keil, T. u. Spo. Marburg, 141 P.; 11. Karl Treut, Tgs. Büdingen, 1391 P.; 13. Ludwig Malkomesius, Mtv. Gießen, 138 P. Fünfkampf (1. Altersklasse), bestehend aus volkstümlichen Hebungen, 349 Bewerber, 147 Sieger: 1. Otto Junker, Tgm. Rödelheim, 97 P.; 12. Werner Langenbach, Tv. Heuchelheim, 77 P.' 20. Ernst Stengel, Tv. Großen-Linden, 69 P.; 23. Willi Krick, T. u. Spv. Butzbach, 66 P.; 25. Karl Schuster, Tv. Wetzlar, 64 P. N e u n k a m p f. 4. Altersklasse (45 Jahre und älter), 115 Bewerber, 96 Sieger: 1. 21. Bohmann, Tv. Schwanheim, 162 P.; 16. hrch. Hamel, Tv. 1846 Gießen, hrch. Amend, Tv. Krofdorf, 133 P. Zehnkampf der Jugend A (Geräte und Dolksturnen), 119 Bewerber, 74 Sieger): 1. A. Zahn, Tgs. Mühlheim, 171 P.; 10. Karl Faber, Tv. Großen-Linden, 157 P. Siebenkampf-Turnerinnen-Ober- stufe, 86 Bewerberinnen, 74 Siegerinnen: 1. Emilie Bruch, To. 1848 Saarbrücken, 127 P.: 5. Käthe Sohnemann, Tv. 1846 Gießen, 120 P.; 11. Ria Philipp, Tv. 1846 Gießen, 113 P.: 16. Mathilde Koch, Tv. 1846 Gießen, 107 P.: 20. Elli Langbein, T. u. Spo. Butzbach, 103 P.; 26. Ria herrnbrodt, T. u. Spo. Butzbach, 97 P.; 29. Gertrud Becker, Tv. Spv. Marburg, 94 P. Siebenkampf-Turnerinnen-Unter- st u f e, 307 Bewerberinnen, 250 Siegerinnen: 1. Gretel Dintelmann, Tv. Oberramstadt, 124 P.; 8. Elisabeth Kreßmann, Tgm. Friedberg, 117 P.; 11. Kläre Amend, Tv. Krofdorf, 114 P.; 12. Lotte Glanz, Tgs. Büdingen, 113 P.; 13. Frieda Ruppel, T u. Spo. Butzbach, Gertrud Gombert, To. Krofdorf, 112 P.; 17. Hildo Schmidt, Tv. Krofdorf, Hanna Erdenberger, T. u. Spv. Marburg, Käthe Barth, Tv. Heuchelheim, 108 P.; 18. Anneliese Ruppel, T. u. Spv. Butzbach, 107 P.; 22. Gretel Gennerich, T. u. Spv. Butzbach, Emma Lein, Tv. Grünberg, 103 P.; 24. Gertrud Bock, Tv. Grünberg, 101 P.; 28. Emilie Reuschling, Tv. Heuchelheim, 97 P. Volkstümlicher Vierkampf der Turnerinnen, 43 Bewerberinnen, 25 Siegerinnen: 1. Else Bickelhaupt, Mtv. Gießen, 88 P.; 2. Irmgard Bochnik, Tv. Neu-Isenburg, Lore Becker, Stadtspv. Frankfurt a. M., 79 P.; 6. Tilli Reinheimer, Tgm. Friedberg, 71 P.; 10. Liselotte Nöder, Tv. Wetzlar, 65 P. Vereinsriegenturnen. Von den Dereinsriegen erhielten die 1. Auszeichnung „Kranz mit breiter Schleife" (sehr gut) in der 2. Stärkeklasse 2, in der 3. Stärkeklasse 28, in der 4. Stärkeklasse 57 Vereine, die 2. Auszeichnung „Kranz mit schmaler Schleife" (Note gut) in der 3. Stärkeklasse 5, in der 4. Stärkeklasse 16 Vereine; die 3. Auszeichnung „Kranz" (genügend) 11 Vereine in der 4. Stärkeklosse. Vom Gau Hessen waren nur zwei Vereine beteiligt, die beide in der 4. Stärkeklasse am Barren turnten: Tv. Großen-Linden (K. Seipp, A. Leun, K. Faber, h. Jung, F. Weitershaus, R. Seth; Leiter: Wilh. Weiß) erhielt mit 159 Punkten die 1. Auszeichnung, die Riege des Tv. 1846 Gießen (K. Reuter, K. Schick, L. Herbert, h. Herbert, O. Stahl, K. Schöndorf, P. Becker, F. Feldmar, W. Goppelt; Leiter: K. Müller) mit 55i Punkten die 2. Auszeichnung. Die Riege der Tgs. Büdingen (Kinziggau) wurde mit 62 Punkten mit der 1. Auszeichnung bewertet. Beteiligung an den Kreis-Meisterschaften. Von den an den Schwimm-Mei st erschaf- t e n des Kreises beteiligten Hessenturnern wurden folgende Erfolge errungen: Sechskampf-Turner- Mittelstufe: 3. Sieger Georg Stübner, Tv. 1860 Bad-Nauheim, 87 P. 200-Meter-Brust-Tur.nerson- derstufe: 2. Sieger Emil Hübner, Tv. Wetzlar, 3,19 Min. 200-Meter-Brust-Turner-Oberstufe: 1. Sieger Emil Hübner, Tv. Wetzlar, 3,19 Min. 100= Meter-Brust-Turner-Oberstufe: 1. E. Hübner, Tv. Olympia 1932. die zu einem unvergeßlichen Erlebnis seltener Art wurde. Die größte Zahl der Hessenturner trat am Mon- tagnachrnitag nach der Siegeroerkündigung im Sonderzug wieder die Heimreise an. In Gießen hatten sich zum Empfang der Sieger und Siegerinnen in größerer Zahl Turnfreunde am Bahnhof eingefunden. Ein Teil der Festbesucher aus unserem Gau schloß an die Trierer Tage noch einen Wandertag an der Mosel an ober beteiligte sich an einer Autobusfahrt nach den Schlachtfeldern und deutschen Kriegergräbern bei Verdun. Im Rahmen eines Heberblickes über die Hauptwettkämpfe des Festes, die Mehrkämpfe, lassen wir in jeder Stufe der Angabe der ersten Sieger die Namen der heimischen Sieger folgen (Ergebnisse für den Gau Hessen und für das zum Kinziggau gehörende Büdingen). Oie Erfolge des Gaues Hessen. Die Mehrkämpfe. Zwölfkampf-Turneroberstufe (1. Altersklasse, bis 32 Jahre), bestehend aus Geräte- und Volksturnen. 136 Bewerber, 94 Sieger: 1. Sieger (Kreisfeftsieger): Karl Reuter, Tv. 1864 Gießen, und Gg. G ö b i g, Tv. Mainz-Mombach, 207 Punkte; 2. A. Gros, Tv. Wiesbaden, 206 P.; 3. W. Sin n w oll, Tv. 1860 Bad-Nauheim, 205 P.; 37. Fritz Weitershaus, Tv. Großen-Lin- d e n , 160 P. Zwölfkampf-Hnter stufe (1. Altersklasse), über 700 Bewerber, 463 Sieger): 1. h. Stark, Tgm. Bornheim, 108 P.; 6. Richard Kraft, To. Büdingen, 189 P.; 8. Ludwig Herbert, Tv. 1846 Gießen, 187 P.; 14. Hans Breidenbach, Tgs. Büdingen, 181 P.; 16. Robert Urff, T. u. Spv. Butzbach, 179 P.; 17. Richard Künstler, Tgm. Friedberg, 178 P.; 18. Peter Becker, Tv. 1846 Gießen, Wilhelm Dreier, Tv. Lang-Göns, Heinrich Herbert, Tv. 1846 Gießen, 177 P.; 19. Ludwig Urff, T. u. Spv. Butzbach, 176 P.; 20. hrch. Jung, Tv. Großen-Linden, 175 P.; 21. Heinz Schäfer, Tgm. Marburg, 174 P.; 22. Karl Würtz, Tv. Krofdorf, 173 P.; 23. Karl Leineweber, To. Treis a. d. Lda., Gute und schlechte Nachrichten. In Los Angeles herrschte am Dienstagvormittag trübes, am Nachmittag heiteres Wetter. Licht und Schatten lagen auch wieder über den Ereignissen, in die unsere deutschen Olympiakämpfer verwickelt waren. Die olympische Ruderregatta wurde mit einer betrüblichen Nachricht eingeleitet. Unser Skullermeister Herbert Buhtz ist an einer I n - fluenza erkrankt und auch der Trainer der Mannschaft, Sullivan, mußte das Bett aufsuchen. Buhtz konnte im Einer, wo er zumindest die „Silberne" bekommen hätte, nicht antreten und ob er zusammen mit Boetzelen zum Doppelzweier antreten kann, erscheint zur Stunde noch zweifelhaft. Für den Skuller-Endlauf haben sich der Australier Pearce und der Engländer Southwood qualifiziert. — In die Entscheidung zum Vierer mit Steuermann tarnen Deutschland, Italien, Amerika und Polen. Unser vierer „mir wurde in seinem vorlauf hinter Italien Zweiter. Der Endlauf im Zweier „ohne" wird von Polen, Frankreich, England und Neuseeland bestritten. Die Vorläufe zu den übrigen Rennen finden erst am Mittwoch statt. Im Schwimm-Stadion wurde die Jagd auf die Rekorde fortgesetzt, Eleanor Holm- HSA. gewann den ersten Vorlauf des 100-Meter-Rücken- schwimmens in der neuen Weltrekordzeit von 1:18,3 Min. — Für die Entscheidung im 400-Meter-Crawl- schwimmen der Herren haben sich drei Japaner, ferner der Franzose Jean Taris, der Australier Charlton und der Amerikaner Grabbe qualifiziert. In einer geradezu märchenhaften Zeit, nämlich 8:58,4 Min. gewann Japan die 4mal-200-Meter- C r a w l st a f f e l vor Amerika (9:10,5 Min.). Die weiteren Plätze belegten mit großem Abstand Umgarn, Kanada, England, Argentinien und Brasilien. Die Japaner verbesserten den olympischen Rekord um volle 38 Sekunden. Ihre Staffelleute legten die 200 Meter in durchschnittlich 2:14,5 Minuten zurück. — Eine Australierin, Claire Dennis, hat das 2 00-Meter- Bru st schwimmen der Damen in 3:06,2 Minuten (olympischer Rekord) knapp vor der Japanerin Machata und der dänischen Weltrekordlerin Else Jakobsen gewonnen. Einen verheißungsvollen Auftakt nahm für uns das Boxturnier. Bislang erledigten nur Fliegen- und Weltergewicht ihre erste Runde. In beiden Klassen blieben unsere Leute erfolgreich. Spannagel schlug im Fliegengewicht den Argentinier Grillo überlegen nach Punkten und mit dem gleichen Ergebnis fertigte im Weltergewicht Campe den Japaner hirabayafhi ab. Beim Segeln hält in der Einheitsklasse nach dem vorletzten Wettbewerb der Deutsche Behr hinter Holland und England immer noch den dritten Platz. Der „Große Rat" des Internationalen Leichtathletik-Verbandes hat paooo Rurmi jetzt endgültig zum Professional erklärt. Bei den Turnern teilten sich am Mittwoch Ungarn, Finnland und Amerika in die Erfolge. Beim W a f f e r b a 111 u r n i e r hat die deutsche Mannschaft im Spiel gegen Amerika nur ein mageres 4:4 (3:2) erzielt. Als einzige Entschuldigung für dieses mäßige Abschneiden unserer Mannschaft kann die Tatsache angeführt werden, daß die Amerikaner sehr robust spielten. Ein dritter deutscher Box sieg wurde am Dienstagabend in Los Angeles noch im Leichtgewicht erzielt, wo K a r tz den Japaner Ko ganz überlegen nach Punkten abfertigte. Das Degen-Einzelfechten wurde von dem Italiener Cornaggia mit 9:2 Siegen vor dem Franzosen Buchard und dem Italiener Agnosti gewonnen. Im KlassementderNationen führt Amerika mit 533 Punkten vor Italien 164, Frankreich 149, Finnland 133, Schweden 129, Deutschland 108,5, England 90, Japan 73, Kanada 69, Ungarn 46 und Oesterreich mit 36 Punkten. Wetzlar, 1:29,8 Min. 100-Meter-Brust-Turner°Ober- stufe: 6. hrch. Kaiser, Tv. Wetzlar, 1:34,8 Min. Don den Fechtern des Gaues Hessen war nur der Gießener Walter Gerhardt erfolgreich, der sich im Säbelfechten mit dem 8. Sieg den Aufstieg in die Kreissonderklasse erkämpfte. In den Volkstum-Mei st erschafts- kämpfen holte sich die bekannte Gießenerin Else Bickelhaupt zwei Meisterschaften (80-Meter-hürden, 13,5 Sek.) und Hochsprung, 1,52 Meter) und einen dritten Sieg im 100-Meter-Lauf, 13,2 Sek. An den Meisterschaftsspielen des Kreises waren Mannschaften des Gaues Hessen nicht oer- treten. Die Turnerinnen-Faustball-Fünf des Mtv. Gießen, die teilnahmeberechtigt war, hatte nicht gemeldet. Wirtschaft. • „Zurückhaltung beim Verkauf der Ernte!" Die Vertreter des Reichslandbundes richten an plle Landwirte die eindringliche Mahnung, im Interesse der Sicherstellung von Scholle und Dolksernährung auch in diesem Jahre besonders bezüglich des Brotgetreides eine größtmögliche Verkaufszurückhaltung zu üben. ,,Rur durch Wahrung der Disziplin und solidarisches Handeln kann", so heißt es in der Wohnung, „verhindert werden, daß die diesjährige Ernte zu Schleuderpreisen verkauft wird. 3m Jahre 1931 ist der Verkaufszurückhaltung ein bedeutsamer Erfolg be- schieden gewesen, durch sie konnte der katastrophale Tiefstand der Getreidepreise anfangs August überwunden und schon für Ende September eine erhebliche Preiserhöhung von 140 auf 190 Mk. (je Tonne Roggen) erreicht werden. Soweit es sich um Brotgetreide handelt, dürfen nur diejenigen Mengen verkauft werden, die zur Drotversorgung jeweils erforderlich sind. 3n der Zeit vom 10. August bis 15. September darf jeder Landwirt nicht mehr als einen Zentner Getreide je Morgen der Getreideanbaufläche anbieten. Rach Berliner Rotiz beträgt der Mindestpreis für Weizen etwa 11,50, Roggen 9, Hafer 8, Braugerste 10,50 und Futtergerste 8,50 Mk. Für West-, Süd- und Mitteldeutschland ist dieser Mindestpreis je nach örtlicher Lage durch Zuschläge zu ergänzen und für Qualitätsware ein Zuschlag zu fordern. Auch auf dem Schlachtviehmarkt ist Derkaufsenthaltung zu üben iunö unter allen Tlmständen ein Mehrangebot zu vermeiden.' * D i e Wirtschaftslage des Schuh« einzelhandels im Juli. Die während der Sommermonate eingetretene saisonmäßige Belebung auf dem Arbeitsmarkt war nach Mitteilung des Reichsverbandes Deutscher Schuhhändler e. V., Berlin, nicht groß genug, um zu einer Belebung des Konsums zu führen. Im Juli blieben die Hmfätze des Schuhhandels durchschnittlich um rd. 10 v. f). hinter denen der Vormonate und um rd. 25 v. H. hinter denen vom Juli 1931 zurück. Die Preise, die vom Schuheinzelhandel erzielt werden konnten, meinen gegenüber dem Vorjahre einen Abschlag von ungefähr 25 v. H. auf. In letzter Zeit scheinen sich die Preise der Schuhindustrie zu stabilisieren. Die Hnkosten im Schuheinzelhandel haben sich auf der alten Höhe gehalten, so daß sie gegenüber den im Juli erheblich gesunkenen Hmsätzen einen erhöhten Prozentsatz ausmachen. Der Verkauf in den Schuheinzelhandelsgeschäften konzentrierte sich auf billigste Ware. * D i e Hambur g-A m e r i k a-L i n i e teilte mit, daß durch ihre Schiffe in den Monaten Mar bis 3uli, der Hauptsaison für den amerikanischen Touristenverkehr, 16 500 Passagiere von den Vereinigten Staaten nach Europa befördert wurden. Das sind um 33 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Amerikaner, die nach Deutschland fuhren, hat um 1800 zugenommen. Frankfurter Abendbörse geschästsloS. Frankfurt a. M., 10. Aug. Die Spekulation verhielt sich im Hinblick auf bevorstehende Entscheidungen hinsichtlich einer Regierungsumbildung sehr abwartend, so daß die Abendbörse wieder geschäftslos lag. Die Tendenz war im Vergleich zu den Berliner Schluhkursen behauptet. 3G.-Farben kamen bei geringsten Umsätzen 0,13 Prozent höher zur Rotiz, während Reichsbank 0,68 Proz. niedriger lagen. An den übrigen Marktgebieten herrschte Geschäftsstille. Das im Verlauf wieder festere Reuyork blieb ebenso wie die schwächere Eröffnung ohne Einfluß. 3m Verlaufe ergaben sich keine Veränderungen, die Börse schloß vollkommen leblos. Am Rentenmarkt lagen deutsche Anleihen und Reichsschuldbuchforderungen eher eine Ru- ance fester, während der übrige festverzinsliche Markt ohne Geschäft lag. Von fremden Werten waren Ungar. Goldrente mit 6 Proz. unverändert. Altbesitz 48, Reubesih 5,3250, Reichsbank 124,38, Gelsenkirchen 34,25, Aku 37.75, 3G.°Farben 86.25, Lahmeyer 86,50, Reichsbahn-VA. 77,50, Hapag 13,50. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befdjloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v.H, Lombardzinsfuß 6 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Gchluß- kurs Schluß,. Abend» börse Schluß» lurs Scklußk. Mittag- börse Datum 9-8. 10-8. 9.8. 10.8. 6% Deuttche Reuysanlethe v. 1S2. 62 62,25 63,1 63 6% cl)em. 7%3)L $Retd)6anI. B.1929 69,5 67,75 69 68,25 5/2% Doung-Anleihe von 1930 60,5 — 60,5 — Deutsche Ant.-Ablös.»Schuld mii Auslos.»Rechten...... 48,5 48 48,4 47,9 Desgl. ohne Auslos.-Rechle . . 5,45 5,325 5,5 5,3 6% ehem 8%£>efi. BolkLstaat 1929 (tüdjabU). 102%)...... 52,5 53,5 56 Oberhessen Provinz-Anleihe mll Auslos.-Rechlen...... 47 47 — — Deutsche Komm. Sammelabl. Anleib- Serie 1....... 45,5 45 44,75 44,5 6% eheni. 8% Franks. Hyp.-Bani Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 68,75 68,5 •— — 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Banl Golbpi<- 16 unkündbar bis 1936 68 —— — 5*2% ehem. 4y2% Franks.HyP.» Bank Liqu Pfandbriefe . . . 77,75 77,75 — — 6/2% ehem. 4yt% Rheinijche Hyp-Bank-Liqu -Goldpie. . . 79,75 79 —— — 6% ehem. 8% Pr. Landespsand» briesanstali Pfandbriefe R. 19 68 - 68 6% ehem. 7% Pr. Landespsand- briesanstalt. Pfandbriefe R. 10 68 68 — 4% Oesterreichische Gvlvrente . . 10 10 10,7 — 4,20% Oesterreichische Silberrente 1,2 1,2 1,2 — 4% Ungarische Goldrente .... 5,85 6 5,9 6 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 6,5 6,4 6,3 6,2 4'/-% desgl. von 1913..... _ _ _ 5% a&geft Golbmerikaner von 99 5,25 5 — 5,5 4% Türkische Zollanlethe von 1911 4% Türkische Sagdadbahn»Anleih? 3,4 3,3 3,4 3.5 Serie 1.......... 3,4 3,4 — 3,45 4% desgl. Serie ll...... 3,4 3,4 3,3 3,5 6% Rumän. vercinh. Rente v. 1903 — 4,75 4^r%Rumän.vereinh.Rentev.l913 •— 8,1 8,3 8,3 4.% Rumänische vereinh. Rente 4,25 4,1 4,1 4,05 2%% . Anatolier...... 17,13 17,13 17,25 17,25 Frankfurt a.M. Derlin Schluß» kurs Schlußk. Avend- börsc Schlußkurs Schluß». Mittag» börse Datum 9.8. 10.8. 9-8. 10.8. vumburg-Amerua Pare. . . Hamburg-Südam. Dampfschiss u 13,75 13,5 13,5 13,5 0 27 Hansa Dampsjchiss . . ( _ Norddeutscher Lloyd .... ( — 14,75 14,65 14,13 A.G. sür Verkehrswesen 911t. c _ 33 34 33,4 Berliner Handelsgesellschaft . 4 89,5 89,5 89 89 Coinmer»- und Prival-Bank . Darmstädter und Nationalbank c 16 16 53,5 53.5 0 18,5 Deutsche Bank und Dlsconto-Gesellschast. . . 0 75 75 75 75 Dresdner Bank...... 0 18,5 18,5 61,75 61,75 Reichsbank........ 1: 125 124,4 125,4 125 A.E.G.......... 0 28,75 28 28,5 27,9 Bergmann........ . 0 — — (Helft. Lieserungsgesellschast. 5 60,5 — 62 61 Licht und Kraft...... 6 74,5 74,25 74,9 74 Felten & Guilleaume.... c 41,5 41,5 41,75 41,5 Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... 4 60,5 60,5 60,9 60,5 Rheinische Elektrizität . . . 618 69,5 69 69,75 68,5 Schuckert S Co....... 0 66 65 66,25 65,5 Siemens & Halske..... £ J 23,5 121 122,75 120,75 Lahmeyer L Co....... 10 86,5 86,5 86,5 86 Buderus......... 4 28 — 28 28,5 Deutsche Erdöl...... 0 71,5 70,75 71,9 70,65 Gelsenkirchener...... 8 35 34,25 35,13 34,65 Harpener......... 0 53,75 53 54,4 53,5 Hoesch Eisen........ 6 — 27,5 27,9 Ilse Bergbau....... 10 —— — 130 129 Ilse Bergbau Genüsse . . . — 95 94,5 94,5 Klocknerwerke....... 6 24,9 23 24,25 23,5 Mannesmann-Röhren . . . 6 40 39,5 39,65 39,9 ManSselder Bergbau.... 0 16,5 16 16,25 15,13 Oberschlei. Aokswcrke ... 8 31,5 31,13 Phönix Bergbau...... IV1 16,25 16 16.4 15,9 Rheinische Braunkohlen. . . 10 169 168 169 168 Rheinstahl........ 6 50,5 49,5 50,75 49,75 Frankfurt a. M. Berlin Schluß« kurs Schlußk. Abend» börse Schluß» kurs Schlußk. Mittag» börse Datum 9.8. 10-8. 9-8- 10-8. Riebeck Montan...... 7,2 — — — Bereinigte Stahlweüe . . . . 0 12,75 12,75 12,25 12,4 Otavi Minen..... . 0 14 - — 14 13.b5 Kaliwerke Aschersleben . . . 6 96 94 96 94 Kaliwerke Westeregeln . . . 6 104 104 102,5 98 Kaliwerke Salzdetfurth . . . 9 164 162 164 162 3. G. Farben-Industric . . . 7 86,5. 86,25 87 86,13 Scheideanstalt....... 10 138 138 — — Goldschmidt........ . 0 17,5 17,5 17,9 17,75 RütgerSwerke..... • . 0 33,65 33.25 34,65 33 Metallgesellschast...... . 0 28,25 28,5 28,75 28 Philipp Holzmann ..... . 0 38,5 38 38,5 38,5 Zementwerk Heidelberg. . . . 4 39 39 — Cementwerk Karlstadt. . . . . 0 33 31 —— Waytz & Freytag..... . 0 3,9 4 4,5 4 Schultheis Payenhofer . . . 0 — — 55,75 54,5 Alu (Allgemeine Kunstseide) 0 40 37,75 39,75 39 Bemberg......... 0 33,5 33 34 33 Zellstoss Waldhos..... 0 30 — 28,9 29 Zellstoss Aschaffenburg . . . 0 17,25 17,25 17 Dessauer Gas....... . 7 — —— 86,65 85,75 Daimler Motoren..... . 0 14,5 14,75 15,13 15 Deutsche Linoleum .... . 0 34,65 34 34,25 34 Orenstein & Koppel . . 0 24,65 24,9 Leonhard Tietz .... . 6 41 40 39 40 Svenüka . ..... . 0 —— — Chade . ...... Ifip 75 179 •........ Frankfurter Maschinen . . . v 0 - Gritzner...... 17 5 17 _ Mainkraftwecke Höchst a. M . . 4 47,5 59 _ _ Süddeutscher Zucker . . . . . 8 107 108 106,75 •— Devi enmartt Berlin — Frankfurt a. TU. g.August 10-August Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld I Äriel Geld Lriet Heisings orS . 6,284 6,296 6,294 6,306 Wien. . . . 51,95 52,05 51,95 52,05 Prag . . . 12,465 12,485 12,465 12,485 Budapest. . — — — Sofia . . . 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland . . 169,68 170,02 169,68 170,02 Oslo.... 73,13 73,27 73,33 73,47 Kopenhagen. 78,42 78,58 78,22 78,38 Stockholm . 75,02 75,18 75,17 75,33 London. . . Buenos Aires 14,61 14,65 14,65 14,69 0,878 0,882 0,878 0,882 Neuyork . . 4,209 4,217 4,209 4,217 Brüssel. . . 58,34 58,46 58,38 58,50 Italien. . . 21,50 21,54 21,52 21,56 Paris . . . 16,48 16,52 16,48 16,52 Schweiz . . 31,97 82,13 81,95 82,11 Spanien . . 34,14 34,20 34,07 34,13 Danzig. . . 81,92 82.08 81,94 82,10 Japan . . . 1,099 1,101 1,099 1,101 Rio de Jan.. 0,324 0,326 0,324 0,326 Jugoslawien. Lissabon . . 6,693 13,29 6,707 13,31 6,693 13,36 6,707 13,38 Bantnoten. Berlin, ,0 August Geld Dries Amerikanische Noten..... 4 90 4 99 Belgische Noten........ 58^22 58.46 Dänische Noten........ Englische Noten......... 14,61 14'67 Französische Noten........ 16,44 16,50 Holländische Noten....... 169,31 169,99 Italienische Noten....... 21,48 21,56 Norwegische Noten..... 73,15 73,45 Deutsch-Oesterreich, i 1OO Schilling Rumänische Noten........ .2,49 2,51 Schwedische Noten........ 75,00 75,30 Schweizer Noten......... 81,77 82,09 Spanische Noten......... 33,93 34,07 Ungarische Noten........