Ur. 187 Erstes Matt 182. Jahrgang Donnerstag, 11. August 1932 (Er|d)etnt tägltd), außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte (Biebener Familienblütter Heimat im Bild - Die Scholle Ulonats-Bejugspreis: Mit 4 Beilagen «TL 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüfle unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten- Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck vnd Verlag: vrühl'fche Univer^lälr-Vvch. und Steinöruderei R. Lange in Gießen. Sd?riftleitnng und Geschästrftelle: Zchulstraße t. Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis fflt 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspsennig; für Ns- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrist 20u, mehr. Ehefredakteur: Dr. Friede. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton vr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlurnschein und für beit Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Bietzen. Reichskabinett kündigt Berfaffungsreform an. programmatische Hede des «eichsinnenministers von Gayl bei der heutigen Verfaffungsfeier im Reichstag. — Gegen das Wahlrecht der noch nicht mündigen Volksgenossen. — Eine Erste Kammer als Gegengewicht. — Das «eich und Preußen. Berlin, 11. 2lug. (WTB. Funkspruch.) Unter starker Beteiligung sand heute mittag um 12 Uhr im Plenarsihungssaal des Reichstags die D e r f a s su n g s s e ie r der Reichsregierung statt. Der Andrang des Publikums zum Reichstagsgebäude und zum Platz der Republik war schon längere Zeit vor Beginn der Feier sehr lebhast. Der Reichstag und alle öffentlichen Gebäude der Reichshauptstadt hatten die Reichsfarben Schwarz-Rot-Gold gehißt. Der Plenar- sihungssaal war in einfacher, aber geschmackvoller CELcifc geschmückt. Ueber dem Präsidentcngestühl war ein riesiger Reichsadler angebracht, der diesmal aber nicht, wie in früheren Jahren, von der Präambel zur Reichsverfassung flankiert war. Bon der Mittelloge des Reichspräsidenten hing die schwarzrotgoldene Standarte mit dem Adler herab. Pünktlich um 12 Uhr erschien Reichspräsident von Hindenburg im Plenarsihungssaal. 2hm zu Ehren erhoben sich die Teilnehmer an der Feier von ihren Plätzen. Rach einem musikalischen Dorspicl nahm Veichsinnenmimster Freiherr von Gayl das Wort zu der F e st r e d e. Er führte u a. aus: Seitdem am 11. August 1919 die Rationalversammlung in Weimar das Dersassungswerk ab- schloß, um das Reich, wie cs in dem Borspruch der Verfassung heißt, „in Freiheit und Gerechtigkeit zu erneuern und zu festigen, dem inneren und äußeren Frieden zu dienen und den Fortschritt zu fördern", sind 13 schwere und leidvolle Jahre verflossen, in denen eine Erfüllung desBorspruchsuns nicht gegeben war. 2nmitten einer ihm immer noch feindlichen Welt hat unser Volt die schwersten Bürden äußerer und innerer Rot zu tragen. Alle Versuche, den Derfassungstag zu einem gemeinsamen, vollstüm- lichen Feiertag zu gestalten, sind bisher fehlgeschlagen. Hier sind nicht Ort und Stunde, um diese Frage zu vertiefen. Es genügt, offen zu bekennen, daß die Verfassung die Gei st er nicht einigt, sondern trennt. Dennoch hat die Reichsregierung sich entschlossen, den Vcrsassungstag amtlich zu begehen. Wir geben uns dabei nicht der Hoffnung hin, diesen Tag zu einem Festtag für unser Volk machen zu können. Aber wir wollen diesen Tag, an dem unser Volk sich die heute geltende Form seines staatlichen Lebens gab und der, wie man immer zur Weimarer Verfassung stehen mag, ein geschichtlicher Gedenktag ist und bleibt, bewußt dazu benutzen, um in Gegenwart des allverehrten Herrn Reichspräsidenten im Saale des Deutschen Reichstages zu unserem Volke zu sprechen. wir wollen keine Feierstunde, sondern eine Stunde stiller Einkehr heute halten inmitten der Unrast unserer Tage. Es ist richtig, daß Wirtschaftsnot auch V o l k s s ch i ck s a l ist. Es ist aber nicht richtig, daß die Wirtschaft das Schicksal der Ration ist. 3m Ringen der Völker um ihr Dasein sind letzten Endes die unwägbaren Kräs-ie eines Volkes ausschlaggebend. Diese unwägbaren, seelischen Kräfte und Werte eines Volkes sind an keine Formen und Derfassungs- urkunden gebunden. Eie ruhen tief in den Herzen der einzelnen Volksgenossen. Cs gibt im Leben der Völker Zeiten, in denen diese Kräfte verschüttet scheinen durch materialistische Auffassung des Lebens, und es gibt Zeiten, in denen sie lauter und offen fließen. Wer unsere Lage richtig deutet, der sieht, daß wir wieder an der Wende unseres Schicksals stehen. Der Redner erläuterte diesen Gedanken durch den Hinweis auf die Entwicklung der letzten Jahrzehnte und fuhr dann fort: So ist unser Volk in unseren Tagen in zwei Lager gespalten, zwischen denen ein erbitterter Kampf um die Macht im Staate tobt. Jedes Lager nennt das andere Dolks- Derberber und Staatsfeind und bekennt sich zu dem Strelfruf: „Wer nicht für mich ist, ist gegen den Staat." S o sollten die Dinge nicht sein. Was in unserem Volke heute ausgefochten wird, das ist ein Kampf der Weltanschauungen, der ein Rinaen der Gei st er und nicht eine handgreifliche Auseinandersetzung sein soll. Wir tun gut, auch den weltanschaulichen und politischen Gegner bis zum Beweise des Gegenteils als einen ehrlichen Volksgenossen zu betrachten, der auf feine Weise und nach seiner Ueberzeugung das Beste unseres Volkes will. Bewußt ausgeschlossen sei dagegen jeder, der einen nationalen deutschen Staat grundsätzlich verleugnet und bekämpft. Man mag ju Einzelheiten der Weimarer Verfassung stehen wie man will. Sie ist heute der einzige Grund, auf dem alle, unbeschadet ihrer weltanschaulichen und politischen Meinung, stehen müssen, die einen deutschen Staat überhaupt bejahen. Vir haben keinen anderen Grund, von dem aus wir den Vormarsch zu einem neuen staatlichen Leben überhaupt antreten können. Damit ist aber nicht gesagt, daß die Weimarer Verfassung etwas unabänderliches wäre. Rückblickend auf die dreizehn Jahre des Bestehens unserer Derfassung müssen wir bekennen, daß sie abänderungsbedürftig ist. Cs war ein Verdienst der Verfassunggebenden Nationalversammlung, aber auch aller deutscher Länder, daß 1919 in verhältnismäßig kurzer Zeit nach dem allgemeinen Zusammenbruch überhaupt eine Verfassung zu stände kam, welche die Reichseinheit gewährleistete und für längere Zeit eine Grundlage staatlichen Lebens schuf, auf der auch tatsächlich sehr schwere Zeiten überwunden werden konnten. Cs ist nichr Schuld der Derfassung allein, daß sich in Deutschland im Rahmen ihrer parlamentarisch-demokratischen Grundsätze eine Herrschaft der politischen Parteien entwickelte, bei der Legislative, Kontrolle und Exekutive immer mehr verschmolzen, die ein Kommen und Gehen der Regierungen mit sich brachte, die eine stetige, auf den Wiederaufbau gerichtete Regierungs- arbcit hemmte und nahezu unmöglich machte, und die schließlich dazu zwang, sogar Maßnahmen des wirtschaftlichen Lebens und der Finanzgebarung mit der ultima ratio des Artikels 4 8 zu regeln und damit tatsächlich einen Teil der Derfassung selbst außer Kraft zu sehen. Die Zustände aber, unter denen wir heute zu leben gezwungen sind, dürften ein schlagender Beweis sein, daß die Verfassung abänderungsbedürftig ist. Unser Volk kann sich auf die Dauer der Notwendigkeit einer Verfassungsreform, ja einer Reichsreform nicht entziehen. Je frühzeitiger und energischer diese Aufgabe angepackt wird, desto besser ist es für uns. Die Reform hat auszugehen von einer Aende- rung des in Artikel 22 der Verfassung vor- geschriebenen Wahlrechts. In diesem Artikel wurzelt die in weitesten Kreisen unseres Volkes schwer empfundene Herrschaft der parteibureau- tratie. Das Volk will nicht Nummern, sondern Persönlichkeiten wählen, und es versteht nicht, bar) die Stimmen noch nicht mündiger Volksgenossen gleidjgcroertet werden den Stimmen der Familienernährer und der Mütter. Zur Reform des Wahlrechts gehört auch die Einschränkung der zahlreichen kleinen Splitterlisten, deren Stimmen in der Regel ausfallen. Dem Wahlrecht sollte die Wahlpflicht entsprechen. Es ist nicht Schuld von Personen allein, sondern der Konstruktion unserer Verfassung, wenn in Deutschland fast alle Ansätze der Reformen bisher im Parteigetriebe erstickten. Jede zielbewußte Regierungspolitik ist auf die Dauer in Deutschland zum Scheitern an zwei Dingen verurteilt, an der Anonymität der Verantwortung und an dem Fehlen einer Instanz, d i e unabhängig von Parteieinflüssen, dem Gesamtwohl schädliche Parlamentsbeschlüsse ohne schwerwiegende verfassungsmäßige Reibungen auszugleichen vermag. Ein im Umbruch aller Werte befindliches Volk, das unter einer furchtbaren äußeren und inneren Rot leidet, bedarf einer von den Fesseln formaler Verantwortung mehr wie bisher befreiten, aber persönlich um s o ftärfer oerantroort- l i chen Regierung, die in einer Ersten Kammer einen Helfer haben muh, der sie vor den Folgen der oon Volksstimmungen und Rücksichten beeinflußten parlamentsbefdjlüffen zu schützen und die Stabilität und Folgerichtigkeit der Regierungspolitik zu gewährleisten vermag. Eine Aenderung der Verfassung nach dieser Richtung ist auf die Dauer nicht zu umgehen. Schließlich ist noch des inneren Umbaues des Reiches zu gedenken. Die Erfahrung feit dem 11. August 1919 hat zur Genüge die Unhaltbarkeit des Zustandes ergeben, daß im Reich und in Preußen oon verschiedenartig zusammengesetzten und gerichteten Regierungen eine verschiedene Politik auf allen Gebieten getrieben werden kann. Das Verhältnis zwischen dem Reich und Preußen muh daher im Sinne einer engen Gemeinschaft zwischen beiden umgeftaltet werden. Das braucht keine Minderung der Selbständigkeit und Eigen st aatlich. feit der deutschen Länder zu bedeuten und soll sie nicht herbeiführen. Schematisierung und Zen- tralisierung Deutschlands von einer Stelle aus würden sehr bald Gegenkräfte entfesseln, von denen auf die Dauer nicht eine Stärkung, sondern eine wesentliche Schwächung des Reichs und damit eine Minderung der Geltungs- und Stoßkraft des deutschen Volkes in seinem schweren Kampf ums Dasein ausgehen würde. Ueber die Einzelheiten dieser Umgestaltung unserer Derfassung kann man streiten und verschiedene Wege suchen. Wesentlich bleibt, daß wir außer dem Willen zur Reform auch die Kraft aufbringen, um sie trotz aller Schwierigkeiten durchzuführen, und daß wir babei nicht nach Parteivorteilen und Rachteilen handeln, sondern nach dem Wort Bismarcks: Der Staat will bedient, nicht beherrscht werden! Reichskanzler von Popen hielt die Schlußansprache. Er führte u. a aus: Das Deutschland von 1932 ist in Dielem und Entscheidendem ein anderes als das von 1919. Die starken nationalen Kräfte, die jetzt zum Durchbruch gekommen sind, tagen damals im Verborgenen, verschüttet unter den Trümmern eines furchtbaren Zusammenbruchs. Der Rotwendigkeit, die Grundlage deutschen Lebens nach den Ueberlieferungen unseres Volkstums und seiner stolzen Geschichte und doch einem jungen, leidgeprüften Geschlecht angemessen zu erneuern, konnten die Gestalter unserer Verfassung vor 13 Jahren nicht in vollem Maße gerecht werden. Aber dennoch hat diese Verfassung Grundgedanken und M ö g l i ch t e i t e n. die in die Zukunft weisen. Auf "ihnen müssen wir das deutsche Haus neu bereiten. Diese Aufgabe steht fest umrissen vor uns. Gestalter dieser Zukunft zu fein, rufen wir heute alle auf, die Deutschland und fein Volk mehr lieben als parteibottrinen, alle, die das unantastbare grunbgeroadjfene landsmannschaftliche (Eigenleben der Länder gefrönt sehen wollen von der Wohlfahrt. Kraft und Stärke des einigen Reiches. Der Reichskanzler schloß mit dem Ruf: Das im Deutschen Reich geeinte deutsche Volk, es lebe hoch! Wegen Verhinderung des Reichstagspräsidenten L o e b e wurde der Reichspräsident vom Vizepräsidenten des Reichstages, von Kardorss. geleitet. Zur Rechten des Reichspräsidenten hatte Reichswehrminister von Schleicher Platz genommen. 3n der Diplomatenloge war das Diplomatische Korps versammelt. Das Reichskabinett war vollzählig unter Führung des Reichskanzlers von P a p e n auf der Regierungsbank des Reichstags erschienen. Auch die Ländervertreter wohnten der Feier bei. Rach Schluß der Feier begab sich der Reichspräsident in Begleitung des Reichswehrministers, des Chefs der Heeresleitung, sowie des Polizeipräsidenten von Berlin durch Portal II nach der großen Freitreppe. Umjubelt von der riesigen Menschenmenge erschien der Reichspräsident vor der von der dritten 3äger- kompanie des 2. preußischen Infanterieregimentes in Ortelsburg gestellten Ehrenkompanie und schritt deren Front unter den Klängen deS Deutschlandliedes ab. Der Reichspräsident verabschiedete sich sodann von den Herren der Reichsregierung und fuhr in Begleitung des Reichskanzlers von Papen in seine Wohnung zurück. Wer dem Gegeneinander der Parteien! Richtlinien der Berliner Polizei. Berlin, ll.Aug. (CRB. Funkspruch.) Im Lustgarten wurde heute um 9.30 Uhr die Verfassungsfeier der gesamten Berliner Schutzpolizei abgehalten. Der Lustgarten, das Schloß und die Schloßterrasse waren mit Girlanden und zahllosen Fahnen in den Reichsund den preußischen Farben geschmückt. Gegenüber der Terrasse hatten die vier Gruppen der Berliner Schutzpolizei und drei Bereitschaftender berittenen Polizei, insgesamt etwa 10 000 Mann, geführt von Kommandeur Oberst P o t e n und dem Polizeioberst G e n h im großen Viereck Aufstellung genommen. Unter den Ehrengästen bemerkte man neben dem Polizeipräsidenten Dr. Melcher den stellvertretenden Reichskommissar für Preußen. Oberbürgermeister Dr. Bracht. Die Feier wurde eingeleitet mit der Cgmont-Ouvertüre von Beethoven. Polizeipräsident Dr. Melcher hielt die Festansprache, in der er u. a. ausführte: „Die Berliner Schutzpolizei blickt auf schwere Monate zurück. Eine Millionenstadt wie Berlin, die Hauptstadt eines Derarmten, hartringenden Reiches, wird von den Erschütterungen, die die furchtbare Wirtschaftskrise Hervorruf, ganz besonders getroffen. Die Berliner Polizei hat inmitten aller Verwirrung, aller Erregung, ihren Mann gestanden. Sie hat insbesondere in dem letzten schweren Wahlkampf Ordnung gehalten und die Wahrnehmung der staatsbürgerlichen Rechte ohne Ansehen der Person und Partei gesichert. Sie wird sich auch weiterhin in die Parteipolitik nicht hineinziehen lassen, sondern stets beherzigen, daß über d e m Gegeneinander der Parteien ein größeres steht, eines, was uns alle eint und bindet: derStaat, dasVaterlandl In dieser Gesinnung begehen wir auch den Tag der CDerfaffung. In diesem Geiste des Pflicht- und Verantwortungsgefühls der keine P a r te i g e b u n de n hei t kennt, wollen wir weiter unseren Dienst tun in den schweren Monaten, die uns noch bevorstehen." Rach dem Deutschlandlied erfolgte ein Vorbeimarsch der gesamten Schuhpolizeiformationen. Zentrum regt Regierungsbildung in Preußen an. Berlin, ll.Aug. (OB. Funkspruch.) wie wir von gut unterrichteter Seite erfahren, hat die Zentrumsfraktion des preußischen Landtags nunmehr die Initiative zur k o n ft i - tuierung einer preußischen Regierung ergriffen. Die Fraktion hat eine Einladung an die Nationalsozialisten und die Deutsch- nationalen ergehen lassen, am Samstag, dem 13. August, vormittags, zur Aussprache über die Wahl eines Ministerpräsidenten und die damit zusammenhängende Bildung einer Regierung zusammenzukommen. Or. Bracht bei Hindenburg. Berlin, 11. Aug. (WTB. Funkspruch.) Der Herr Reichspräsident empfing heute vormittag den Bevollmächtigten des Reichskommissars für Preußen, Oberbürgermeister Dr. B r a ch L MHaagerEnlscheidung inMemel-KonW Auflösung des früheren Memel-Landtags unzulässig. Haag, 11. Aug. ((ERB. Funkspruch.) Der Ständige Internationale Gerichtshof im Haag hat heute vormittag feine Entscheidung in der oon den Regierungen Englands, Frankreichs, Italiens und Japans gegen Litauen anhängig gemachten Streitsachen wegen der verschiedenen litauischen Maßnahmen im Memelgebiet verkündigt. Die Entscheidung ist mit zehn gegen fünf Stimmen gefällt worden und beantwortet die sechs gestellten Fragen dahin, daß die Absetzung des Oirektoriumspräsiden- t c n unter gewissen Voraussetzungen zulässig ist, aber eine BeendigungderAmtsdauerder Direktionsmitgliedernicht nach sich zieht, ebenso die Auflösung des Memeler Landtags, die am 22. Mär; d. I. erfolgt ist, nicht zulässig war. Die Minderheit wird von dem deutschen Richter Professor S ch ü ck i n g , sowie von de Bustamente. Alkamira (Spanien), van Eysingha (Holland) und Anzilotti (Italien) gebildet. In seiner Entscheidung bejaht der Gerichtshof die chm zur Beantwortung vorgelegte erste Frage, ob der Gouverneur des Memelgebietes das Recht zur Entlassung des Präsidenten des Direktoriums besitzt, aber mit der ausdrücklichen Einschränkung, daß die Absetzung nur als Maßnahme zum Schuhe der Staatsinteressen und in Ermangelung anderer Mittel in solchen Fällen zulässig ist, in denen eine schwere Beeinträchtigung der litauischen Souveränität als vorliegend anzusehen sei. Hiermit ist gleichzeitig auch die zweite Frage beantwortet, ob dieses Recht evtl, nur unter bestimmten Bedingungen ausgeübt werden kann. Verneint wird dagegen die dritte Frage, ob eine Entlassung des Präsidenten des Direktoriums auch das Ende der Amtsdauer der Mitglieder des Direktoriums nach sich zieht. Die vierte Frage, ob für den Fall, daß das Recht zur Entlassung des Präsidenten dem Gouverneur nur unter bestimmten Bedingungen zu- stehe. die Entlassung des ehemaligen Präsidenten Böttcher unter solchen Bedingungen erfolgt sei, wird wieder bejaht. Die fünfte Frage, ob die Einsetzung des von S i m a i t i s präsidierten Direktoriums unter den Umständen, unter denen sie erfolgte, rechtsgültig gewesen ist, wird vom Gerichtshof ebenfalls bejaht. Die besonders wichtige letzte Frage, ob die am 22. März 1932 erfolgte Auflösung des Memeler Landtages zu Recht erfolgt ist, wird vom Gerichtshof aber wieder entschieden verneint. Neue Zwischenfälle im Reich. Westlich der Oder. Der Kölner KPD.-Führer Eckerh wurde laut Polizeibericht auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft verhaftet. In seiner Wohnung sollen hochverräterische Schriften gefunden worden sein. Bei den Kasseler Linksradikalen, die von der Polizei wegen Waffenschiebungen in Zella- Mehlis verhaftet wurden, handelt es sich um fünf Leute der Anarcho-syndikalistischen Bewegung, die in Kassel zahlreiche Anhänger besitzt. Bei einem der Festgenommenen wurden drei Pistolen verschiedener Kaliber und 86 Schuh Pistolenmunition gefunden. Wie das Kreisamt in Rudolstadt mitteilt, sind bei den Hartsteinwerken Gebr. Fässer in Mellenbach-Glasbach zweieinhalb Kisten Sprengstoff, 80 Meter Zündschnur, 40 Sprengkapseln und eine Schneidezange für Zündschnur gestohlen worden. Don den Tätern hat man noch keine Spur. Sn der vorigen Nacht wurde in Freital (Sachsen), nach dem Polizeibericht, von einem Motorradfahrer eine Bombe in die Volksbuch- Handlung und Ausgabestelle der „Freitaler Volkszeitung" geworfen. Es wurde niemand verletzt. Sn der Nacht zum Mittwoch wurde in Wismar (Mecklenburg) der SA.-Mann F l o r st e d t auf dem Heimweg von Kommunisten angeschossen. Cs wurden etwa sieben Schüsse abgegeben. Flor- stedt wurde durch einen Schuh in den Arm verletzt. Berlin. Gestern abend wurde in Berlin ein kommunistisches Verkehrslokal von Polizeibeamten nach Waffen durchsucht. Gefunden wurde eine Pistole mit fünf Schuh Munition und eine 45 Zentimeter lange Stahlrute. Die Waffen wurden beschlagnahmt. Zur gleichen Zeit wurde ein nationalsozialistisches Lokal in Wilmersdorf durchsucht. Dabei wurden u. a. zwei Pistolen, drei Schreckschuhpistolen und eine ^lebungshandgranate beschlagnahmt. 60 Nationalsozialisten wurden nach Feststellung ihrer Personalien wieder entlassen. Schlesien. Wie die Polizeipressestelle in Gleiwih mitteilt, ist in der Nacht Aum Mittwoch in Potempa (Landkreis Gleiwitz) der kommunistisch gesinnte Arbeiter P i e t c z u s ch ermordet worden. Mehrere uniformierte SA.- und SS.-Leute waren in das Zimmer eingedrungen, in dem Pietczusch, sein Bruder und seine Mutter schliefen. Sie mißhandelten Pietczusch und gaben, als er in eine Kammer flüchtete, aus einer Pistole einen Schuh in die Kammer ab. Darauf verliehen die Täter das Haus. Die Mutter fand ihren Sohn in einer Blutlache liegend tot auf. Einer der Tater wurde gleich nach der Tat festgenommen. Aus Waldenburg wird berichtet: Gegen die Villa des Grafen Moltke in Obersalzbrunn, in der das SA.-Heim untergebracht ist. wurde in der vergangenen Nacht ein Sprengkörper geworfen. Personen wurden nicht verletzt. Ein Polizeibericht aus Sagan meldet: Gegen die Wohnung des Ortsgruppenführers der NSDAP, in Halb au wurden heute Nacht Pistolenschüsse abgegeben. Sn Friedland wurden auf die Wohnung eines Nationalsozialisten 10 bis 12 Schüsse abgegeben. Auch in Sprot - tau wurde eine Wohnung beschossen. Gefängnis für sieben Kommunisten in Ostpreußen. Bart en st ein, 11. Aug. (WTB.) Die Zu- sammenstöhe zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten am Sonntag vor der Reichstagswahl in Heilsberg wurden gestern im Schnellverfahren vor der Großen Strafkammer in Bartenstein verhandelt. Sieben Heilsberger Kommuni st en wurden mit F r e i» heits st rasen belegt. Es wurden verurteilt ein Kommunist zu zwei S a h r e n, ein anderer zu einem Sahr, zwei zu je neun Monaten, zwei weitere zu je sechs Monaten und einer zu vier Monaten Gefängnis. Sn der Urteilsbegründung hob der Vorsitzende hervor, daß das Gericht in derartigen Fällen st r e n g vorgehen müsse, damit den Terrorakten endlich ein Ende gemacht werde. Soweit sich die Täter noch auf freiem Fuß befanden, wurden sie sofort in Haft genommen. Oie SA. Hilfspolizei in Oldenburg. Oldenburg, 10. Aug. (WTB.) Die in die Oldenburger Gendarmerie eingestellten Hilfskräfte aus SS. und SA. kommen in allen drei Landes teilen des Freistaats heute wieder zur E n t l a s s u n g. Sn einer Rede, die der Ministerpräsident vor Gemeinde- und Amts- ratsvertretern in Derne gehalten hat, wies er darauf hin, daß die zur Entlassung kommenden Leute in ihren Heimatorten zum Schuh des Eigentums eingesetzt werden sollen. Endgültige Beschlüsse über die Form der Verwendung dieser Leute sind im Ministerium noch nicht gefaßt worden. Selbstschutz in Braunschweig. Braunschweig, 10. Aug. (TU. Funkspruch) Das braunschweigische Staatsmini st e- r i um hat am Mittwoch die Verordnung unterzeichnet, die die grundsätzliche Anweisung an die Landespolizeibehörden für die Einrichtung eines staatlich anerkannten Selbstschutzes enthält. Die Ausführungsbestimmungen sind noch in Vorbereitung. Oie Llnruhen in Spanien. Die spanische Republik hat wieder einmal einen schweren Tag hinter sich. Seit Mittwochfrüh war für die Regierung in Madrid Veranlassung genug vorhanden, um ihre Existenz zu zittern. Denn diesmal hatte die monarchistische Partei ihren sicher von langer Hand vorbereiteten Angriff auf das System außerordentlich geschickt und tatkräftig durchgeführt. .An zwei Stellen des Reiches, in Madrid und in Sevilla, brachen die Aufstände um dieselbe Stunde auf, und insbesondere .in der Landeshauptstadt wurde der Angriff der Aufständischen, in erster Linie ehemaliger Offiziere, so zielsicher auf verschiedene Regie- rungs- und öffentliche Gebäude, insbesondere auf die Hauptpost und auf das Telegraphenamt unternommen, daß sich das spanische Kabinett besorgt fragen mußte, ob es sich noch gegen diesen mit so großem Elan vorgetragenen Sturm wehren konnte. Obwohl der Kriegsminister, wie er erst unlängst zugegeben hat, noch nicht völlig überzeugt davon ist, wie weit die eigenen Truppen für die Republik eintreten würden, setzte er sofort zum Gegenangriff an, und es gelang in Madrid, den Aufstand wieder niederzuschlagen. Sn Sevilla ist einstweilen die Lage noch unsicher. Rach der ganzen Anlage des Putsches ist nicht damit zu rechnen, daß hier nur eine spontane Erhebung niederzuschlagen war, sondern daß von monarchistischer Seite aus ernstlich beabsichtigt ist, der Republik den Todesstoß zu versehen. Die Generäle mögen sich dabei der Erwartung hingege- ben haben, daß sie alsbald nach Ausbruch des Aufstandes Unterstützung von der Seite der rechtsstehenden katholischen Fraktion der Cortez finden würden, deren Mitglieder schon vor geraumer Zeit aus der Kammer ausgezogen sind, weil sie an den umstürzlerischen Reformen nicht mitschuldig werden wollen. Oie Negierung war unterrichtet. Madrid, 10. Aug. (WTB.) Ministerpräsident A z a n a gab heute in der Kammer eine Schilderung des bisherigen Verlaufes der Aufstandsbewegung. Der Regierung sei bekannt gewesen, daß das Komplott bereits in der vergangenen Woche zur Ausführung kommen sollte, dann aber aus noch nicht bekannten Gründen vertagt wurde. Der Ministerpräsident stellte mit Genugtuung fest, daß nur noch Sevilla unter General San S u r j o von den Aufständischen beherrscht sei. Er kündigte für die Zukunft eine strengere Handhabung des Gesetzes gegen die Gegner der gegenwärtigen Staatsform an. Die Kammer, mit Ausnahme der fünf Agrarier, sprach der Regierung durch Zuruf ihr Vertrauen aus. Generalstreik? Paris, 11. Aug. (WTB. Funkspruch.) Nach einer Agenturmeldung aus Madrid sollen die Arbeitergewerkschaften von Sevilla und Umgegend den Ge neralstreik erklärt haben, um die Aktion der Aufständischen zu unterbinden. Hinrichtung aufständischer Offiziere? London, 11. Aug. (WTB. Funkspruch.) Aus Madr id wird gemeldet, die Regierung habeDe- s^l erteilt, daß ein General, der gestern in Madrid zusammen mit vier anderen Ofsizieren verhastct wurde, bei Tagesanbruch erschossen werden solle. Der Name des Generals sei nicht bekannt. Weiter wird gemeldet, daß auch zwei andere in die Bewegung verwickelte Offiziere erschossen werden sollen. Eine amtliche Bestätigung dieser Nachrichten liegt noch nicht vor. Heber 200 Verhaftete. Madrid, 10. Aug. (WTB.) Nach Polizeimeldungen sind bis heute abend mehr als 200 Personen verhaftet worden. Unter ihnen befinden sich viele wegen ihrer monarchistischen Einstellung bekannte Persönlichkeiten, so der Gynäkologe Professor G a l v e z. Monarchistenversammlung in Madrid ausgehoben. Madrid, lO.Aug. (WTB.) Die Polizei hat heute früh eine DersammlungderMonarchisten ausgehoben. Acht Personen wurden verhaftet. Zeitungsverbote. Madrid, 10.Aug. (WTB.) Die Regierung hat folgende Zeitungen verboten: ABC, El Debate, Siglo Futuro, Information, El Mondo, La Nation. Haftbefehl gegen Exkönig Alfons. Madrid, 10. Aug. (WTB.) Die parlamentarische Untersuchungskommission hat ein gerichtliches Verfahren wegen Schiebung bei Vergebung der Konzession für den Bau der Eisenbahn Utanada—Cata- tayed gegen Vertreter des alten Regimes eingereicht, u. a. auch gegen Exkönig Alfons, gegen den Leiter des Eisenbahnwesens unter Primo de Rivera und gegen den früheren Direktor für öffentliche Arbeiten. Gegen sämtliche angeklagten Personen ist Haft- befehl ergangen. Die Neuordnung im Rundfunk. Berlin, 10. Aug. (WTB.) Der Reichsminister des Snnern hat Ministerialrat Scholz zum Rundfunkkommissar des Reichsministeriums des Snnern ernannt. • Seit einigen Wochen ist im Reichsinnenmini- sterium eine Debatte über die Umgestaltung des Rundfunks in Deutschland im Gange, die durch sehr viele Für und Wider bisher nicht gerade gefördert wurde. Sämtlichen deutschen Rund- funkgesellschaften ist nun die Sendekonzef- s i o n zum 30. September d. S. g e k ü n d i g t wor- den. Eine derartig überraschende Kündigung ist an sich möglich, da die Genehmigungsurkunden zwar eine Dertragsfrist von zehn Sahren vorschreiben, jedoch einen Passus enthalten, nach dem es der Reichspost Vorbehalten blieb, die Sendegenehmigung schon früher zu kündigen, wenn „dringende Snteressen des Staates" das gebieten. Von dieser Sonderbestimmung ist nun Gebrauch gemacht worden. Die Rundfunkgesellschaften haben den ihnen auferlegten Druck sofort weitergegeben, indem sie ihre Verträge mit sämtlichen Angestellten zum gleichen Termin kündigen. Es könnte nun die Frage entstehen, ob am Ende das deutsche Rundfunkwesen am 30. September eine etwas heftige Zäsur erleben würde. Das wird aber bestimmt nicht der Fall sein, denn die Konzession für das Sendewesen wird sicher rechtzeitig in Ausführung der Neuorganisation anderen Gesellschaften übertragen. Auch die Angestellten dürften zum größten Teil wieder in den Dienst übernommen werden. Eicher ist aber damit zu rechnen, daß einige Parteibuchbeamte, die ohnehin schon nicht mehr sonderlich beliebt beim Publikum waren, nunmehr über dte Klinge springen müssen. Oer Verfaffungsstreit in Leipzig. Berlin, 10. Aug. (WTB.) Auf Einladung des Borsihenden des Staatsgerichtshofes für das Deutsche Reich waren heute in Leipzig die Vertreter Preußens, Bayerns, Badens und des Reichs zu einer Besprechung über die weitere Behandlung der drei schwebenden Derfassungsstreitklagen zusammengetreten. Es wurde allseitig der Wunsch nach möglichster Beschleunigung geäußert, älebereinstimmung bestand darüber, daß ein möglichst baldiger Abschluß des Schriftwechsels der Parteien anzustreben ist. Stahlhelm-Aufruf zum Arbeitsdienst. Berlin, 10. Aug. ($11.) Die Dundesführer des Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, veröffentlichen folgenden Aufruf: „Der Arbeitsdienst kann nunmehr, nachdem die Ausführungsbestimmungen wenigstens die Ansah- punkte zu weitsichtigem Ausbau bieten, endlich planmäßig angefaht werden. Der Stahlhelm, der seit langem den Bereich dieser Dinge durchgearbeitet und bewußt begrenzte Versuche mit Erfolg durchgeführt hat, wendet sich jetzt an seine Kameraden, wie an alle Deutschen, die mit ihm den Arbeitsdienst als einen Weg zu innerer und äußerer Freiheit betrachten, mit der Aufforderung: „Arbeitet mit in den Arbeitsdienstverbänden des Stahl- h e l m!" Auf Grund unseres überparteilichen Frontsoldatengedankens und seiner volkserzieherischen Kräfte wissen wir uns gemeinsam mit allen unseren Mitkämpfern nur zu einem verpflichtet: „An die Arbeit — Für Deutschlands Befreiung!" Oie Zloitenrivalitäi im Mittelmeer. Rom, 10. August. (TU.) Ein Teil der französischen Presse hat die Manöver der italienischen Kriegsschiffe, die seit einigen Tagen zwischen der afrikanischen und der süditalienischen Küste stattfinden, zum Anlaß durchsichtiger Angriffe gegen Itllüen genommen. Dte Darlegung der an- geblichen „italienischen Gefahr" im Mittelmeer führt weiterhin zu dem üblichen Sicherheitsstreit. Die faschistische Presse beruft sich demgegenüber auf die französischen Manöver, die zu Lande und zu Wasser in unmittelbarer Nähe Italiens statt- gefunden haben und wieder dort vorgesehen seien. Wenn die französische Flotte die Beherrschung des Mittelmeeres studiere und den Transport ganzer farbiger Heere übe, dann sei das angeblich „Verteidigung". Wenn aber Italien durch Manöver die Verteidigung seiner Küsten und die Sicherstellung der Verpflegung des Landes übe, so sei das angeb- lich „Angriff". Im übrigen finden die römischen Blätter, es sei an der Zeit, daß auch Italien von seiner Sicherheit zu reden beginne. Ein Anschlag ungarischer Kommunisten Brüssel, 10. Aug. (WTB.) Etwa 1 5 u n - garische Kommunisten, die sich einzeln Einlaß in die ungarische Gesandtschaft verschafft hatten, verwüsteten bei einem plötzlichen Hebers all die Geschäftsstelle. Sn dem darauf entstehenden Handgemenge wurden ein Beamter und ein Diener der Gesandtschaft leicht verletzt. Die Eindringlinge entflohen darauf, doch gelang es, vier von ihnen fest zunehmen. Dies ist der zweite Anschlag, der im Laufe von 14 Tagen auf die ungarische Gesandtschaft unternommen wurde. Neue Kämpfe in Mukden. London, 10. Aug. (WTB.) Reuter meldet aus Peking, daß in Mukden eine riesige Feuersbrunst ausgebrochen ist. Cs läuft das Gerücht um, daß der Brand von chinesischen Freiwilligen in Zivil angelegt worden ist. Wie aus chinesischer Quelle mitgeteilt wird, werden die strategisch wichtigen Punkte Mukdens von j a - p a n i s ch e n T a n k s besetzt gehalten, die die von allen Seiten anstürmenden chinesischen Freiwill i g e n in Schach halten. Weiter wird gemeldet, daß die Chinesen die wichtigsten Stellen de« um Mukden liegenden Hügelkette beseht haben sollen. Die Sapaner haben zahlreiche Verhaftungen. von verdächtigen Personen vorge- nomrnen. Aus aller Well. Einweihung der Ollo-Lilienlhal-Gedenkstätte. In Lichterfelde bei Berlin fand die Einweihung der Gedenkstätte für Otto Lilie nth al statt. Das Ehrenmal ist auf einem Hügel errichtet, wo Lilienthal, einer der ersten Pioniere der modernen Fliegerei, seine erfolgreichen Versuche unternahm. Vor 36 Jahren, am 10. August 1896, ist er dann bei einem Segelflug in den Rhinower Bergen bei Berlin tödlich abgestürzt. — An der Gedenkfeier nahmen u. a. teil: der 83jährige Bruder des Toten, Gustav Lilie nth al, der Porsitzende der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Luftfahrt, Geheimer Regierungsrat Dr. Schütte, und Oberbürgermeister Dr. S a h m, der das Denkmal in die Obhut der Stadt Berlin übernahm. Amerikanische Ehrung für Richard Strauß. Das New Vork College of Music hat eine Medaille gestiftet die jährlich demjenigen verliehen werden soll, der in der Musik hervorragendste internationale Anerkennung gefun- den hat. Sn diesem Sahre wurde die Medaille zum ersten Male vergeben, und zwar an R i - ch a r d Strauß. Sie soll dem Komponisten in den nächsten Tagen durch das Mitglied des Direktoriums des College, Sohs. Hein, persönlich Überreicht werden. Zwei Todesopfer bei einem Autounglück. Auf der Staatsstraße nach Jena fuhr ein betrunkener Autoführer gegen einen Baum. Zwei Fußgänger, ein Gastwirt und die Frau eines Straßenwärters, wurden vom Auto erfaßt. Der Gastwirt war sofort t o t. Die Frau st a r b in der Klinik. Das Auto ging in Trümmer, die Insassen blieben unverletzt. Feuer in einem Münchner Hotel. Sm Hotel „Bamberger Hof" in München entdeckten dieser Tage heimkehrende Gäste, daß zwischen dem dritten und vierten Stock Flammen emporschlugen. Sie alarmierten sofort die Feuerwehr, die den Brand mit drei Schlauchleitungen bekämpfte. Nur der rechtzeitigen Meldung ist es zu verdanken, daß das Feuer auf seinen Herd beschränkt werden konnte. Deutsches Auto in Oesterreich verunglückt. Ein aus der Rheinprovinz stammendes Auto wurde auf der Strecke Prebichlpaß—Eisenerz in der sogenannten Radio-Kurve infolge Bremsdefektes über einen Steilhang von 100Meter hinabgeworfen und blieb zertrümmert liegen. Von den vier Snsassen wurden Ernst Slovan aus Neumatten und der Kaufmann Walter Kahn aus Wittlich schwer verletzt. Die beiden anderen, die Kaufleute Kurt Günther und Arthur Stramm aus Brauneberg, sind leicht verletzt worden. Der Raubmörder Augustin f. Der Landstreicher Paul Augustin, der, wie gemeldet, schwer erkrankt auf der Landstraße bei Nheindiebach aufgefunden worden war und im Bopparder Krankenhaus eingestanden hatte, daß er d r e i Raubmorde begangen habe, ist kurz nach seinem Geständnis g e ft o r b e n. Festnahme eines Devisenschiebers. Sn Mannheim wurde der Rechtsanwalt Hafner wegen Devisenschiebungen in bedeutender Höhe verhaftet. Cs handelt sich um in der Schweiz gekaufte Effekten, die wiederverkauft wurden. Mehrere Mitbeteiligte haben sich der Verhaftung durch die Flucht entzogen. Gefälschte Quittungen in Kreuzers Nachlaß? Unter den hinterlassenen Papieren Svar K r e u- aers sollen, wie „Nha Dagligt Allehanda" zu berichten weiß, auch einige von bekannten ausländischen Politikern unterzeichnete Quittungen gefunden worden sein, deren Echtheit jedoch noch nicht feststehe. Eine der Quittungen, die über einen Millionenbetrag laute und von einem inzwischen verstorbenen spanischen Politiker unterzeichnet sei, ist nach Ansicht des Blattes jedenfalls gefälscht. Italienischer Seesteg eingestürzt. — 40 Verletzte. In dem italienischen Seebad Vietri sul Mare wurde ein Italiener, der zu weit hinausgeschwommen war und plötzlich um Hilfe rief, von einigen Fischern aus dem Wasser gezogen, als er schon halb bewußtlos war. Der dramatischen Rettung wohnten etwa 100 Personen auf dem Steg des Seebades bei. Plötzlich stürzte der Steg ein. 40 Menschen wurden verletzt. Verbrecherjagd in den Straßen von Paris. Nach aufregender Jagd in den Straßen von Paris hat die Polizei einen Mann namens Maucuer fest genommen, der an zwei verbrecherischen Anschlägen beteiligt war, die seinerzeit größtes Aufsehen erregten. Es handelt sich dabei um den UeberfaÜ auf ein Postamt und um den Anschlag auf den Schnellzug Marseille—Paris. Maucuer ist durch eine frühere Geliebte verraten worden. Schwere Brandkatastrophe in Lothringen. Sn dem französischen Dorfe Sean de Bassel (Kreis Saarburg) wütete in einer der letzten Nächte ein furchtbares Feuer, dem sieben Anwesen vollständig zum Opfer fielen. Die Bewohner konnten kaum das nackte Leben retten. Das Großvieh konnte rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden, während viel Federvieh und Kleintier verbrannt ist. Ferner sind di« Futtervorräte und die Aum Teil schon ein* gebrachte Ernte sowie landwirtschaftliche Maschinen ein Raub der Flammen geworden. Der Schaden dürste ungefähr 1 Million Franken betragen und ist nur zum Teil durch Versicherung gedeckt. Rückreise der Flieger Bertram und klauhmann. Die deutschen Flieger Bertram und Klauß - mann, die sich zwei Monate lang im australischen Busch verirrt hatten, werden mit dem Dampfer nach Europa zurückreisen, da sie nicht genügend Mittel haben, um die Reise im Flugzeug zu unternehmen« Oer Urenkel Bismarcks an Vorder „Deutschland". Die beiden Kinder des Londoner Botschaftsrats Fürst Otto von Bismarck, Ferdinand und Marianne, mit dem Kapitän des Schnelldampfers „Deutschland", auf dem die Urenkel des Eisernen Kanzlers die Fahrt von Southampton nach Hamburg mitmachten. Wettervoraussage. Deutschland liegt im Bereich des Hochdruckkerns, an dessen südlichem Teil ausfließende Luft bei uns noch zur Fortdauer des schönen Wetters mit beiter ansteigenden Temperaturen führt. Durch die sich weiter entwickelnde Störungstätigkeit, wie sie über der Discaya und den britischen Snseln Au erkennen ist, besteht jedoch die Möglichkeit, daß bis zum Wochenausgang Gewitterbildungen aufkommen dürften. Au ssichten für Freitag: Weiterhin zunächst dunstig, sonst meist heiter, noch wärmer und trocken. A ussichten für Samstag: Schwüles Wetter, aufheiternd, jedoch aufkommende Bewölkung mit lokalen Gewitterstörungen wahrscheinlich. Lufttemperaturen am 10. August: mittags 23,2 Grad Celsius, abends 18,2 Grad; am 11. August: morgens 14,2 Grad. Maximum 24,5 Grad, Minimum 11 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 10. August: abends 26,2 Grad: am 11. August: morgens 18,2 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 11% Stunden. Verantwortlich für Politik: I. V.: Ernst Blumscheia. Msl S-he 3l .--S mit in'tten mje tu den aber ist fut lli den „d ö«cil stehen hier " AM Erntezeli. M H chen. Stiele Ä in MW willig I sehr g^ ist die k Sense. z-L Dag Äj dttDachtel Rück! H di- Arbeit beginnt. < U Eisens, und Sicheln stngen l das Getreide. Frau hingemähte StW und über dem Ml sengende Sonne. In bra die Ser durchs Die Se die Een Mein i Wahrhaftig: Der gar oft den Rückei ausdauernd arbeiten des hellen, sonnigen vom frühen Marge hinein. Das Essen oder lassen es sich vc tragen. Alle im Ha vater, müssen an di tonnen hinter Taten die Aehren lesen. Es ist ein gar l in allen deutschen । den fruchtbaren El« geshöhen, überall und dazwischen Bit Schnitterinnen, rott und mähen das Gel In der weiten ( Strauch tütenden S die Garben jufammt wird das Mttagsm einfach, aber krästig. Kaffe» löschen den dauert die Mittags, wieder frisch gestärl und Mägde dehnen der, aber der erste Leben und neue Ges per. Ununterbrochen Gaumen wird tu schmerzt die Augei die Sense ihre Ar mit schwieligen Hä wurzelt, so stehen di die Garben mehren großen Leiterwagei ou keiner Zeit Landbewohner den m »en Sagen ier Men tun die K * deutsches * W Trotz », Sie auch „ $“9 lut Tag ,n . S* Bnnen. JW uni jit 6n 5’" 8-«!- n SMs .7 Ä wft«10 LZWc w $UeMlQlIk> « auf ÄN ei Men h falle in x »'n m KW •Äöw* I em9eflenrlteif- ' °Der hi» Ubet Qu r «NÄ? M «Äfe ;ä d°d »Ich «?”'*» :■.&* ‘ äL-tzKL; ‘ ue- E dein bn,. r0c tourten” S • ^rauf' doch '^unehmen.§i»ä 'M Laufe von U esandtschaft unt^ I Mulden. ?.Meuter meldet deneme hiesig, ’}•. 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Ziehungstag 88997 91236 91446 92228 94061 75947 76212 76400 89769 97976 85163 90906 95707 97370 99219 2 Prämien zu er» im Hit7^inf^fau^rsdTlaffer^er^<örnei^esonde^beiinReisenund\VandenLEinekräftigeMundspüiung mit dem herrlich erfrischenden Chlorodont- Mundwasser undSAe7ne gründliche Sdnigung mit Chlorodont-Zahnpaste wirken wohltuend, verschaffen das Gefühl der Sauberkeit und Für Reise und Wanderungen: Chlorodon exj—nrnnn im ...... — -e immer schöne weiße und gesunde Zahne 143074 194416 247686 276598 330776 360389 den mit 74289 110594 144931 160928 185962 228218 254262 285910 316457 357966 380777 396345 104839 136852 167993 226610 347917 123937 145887 164406 190462 237404 262220 288997 318132 358063 385647 397038 107817 138141 185062 245701 849399 389358 112127 154021 199771 236757 269700 297290 324863 338130 361235 375782 151731 203321 254092 306268 334331 367258 116362 140062 201069 252388 354815 393417 113799 170088 204924 243334 271022 298222 328709 339482 361545 379960 164892 211733 267630 311942 342632 382103 128428 153111 168039 205396 248890 276140 294052 335572 370216 386715 118014 153861 202462 287031 367792 394839 138439 171693 213322 244839 276642 299357 331515 345738 366039 388790 103309 174371 213593 273030 316410 355925 383884 129283 154609 174248 213262 252243 281150 308622 352181 374404 389224 124142 164109 203425 287077 376998 398278 138714 173908 220762 268346 282258 306022 332140 353211 366216 390550 174493 220411 274076 328907 358090 389266 134451 156896 183715 225629 252664 283337 313733 355564 374608 395493 131612 165812 212876 322920 379321 26369 140421 190102 222161 265293 292456 30c - 54 337024 356776 366672 124614 152096 164411 199357 247612 263753 292801 328974 366344 386110 398132 (Stehen, den 11. August 1932. Hohe Zeit der Ernte! 104728 152960 196781 231440 269150 296485 321884 337086 357371 369443 Arbeiter-Turn- und Sportbund. (Sieben I — Heuchelheim l 4:2. Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II Gewinnauszug 5. Klaffe 39. Preudifch-Eiibdeutfche (265. Preuh.) Staats-Lotterie. Die Amerikanerin Eleanor Holm stellte bei Vorläufen zum 100-Meter-Rückenschwimmen 1:18,3 einen neuen Weltrekord auf. Deutsche Zugendkrast. Wilhelm INierbach erzielt im Diskuswurf Reichsbeftleistung. 147947 J’03274 *52415 $84654 332040 360519 371878 374100 378612 379095 383818 92 Ottoinn« 80 1000 M. 13564 15293 29193 36813 36928 40905 68442 68811 70957 72827 75526 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 8 Ottoinne »u 10000 TL 100699 120693 187301 ,95120%etDfnnr m 5000 TL 39769 170897 225137 258102 294101 18 Vttoinne zu 3000 TL 241 28156 130708 142967 166914 232914 364088 376180 377880 44 •ttoinn» ?u 2000 M. 19053 19567 20974 24658 41216 43015 50991 86966 124399 134553 141979 167669 200952 233933 295041 336314 364380 In der heutigen Vormittoasziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 8 e«totnn« 5000 TL 29859 35445 283736 386734 6 etudnne m 3000 TL 64345 146571 299401 54 »ttDinne iu 2000 TI. 152 22522 33558 54463 56491 99278 106184 117045 122254 129704 137271 142301 181488 190658 233313 262212 274051 323931 330287 337326 342824 344219 351065 nannten Mannschaften gegenüber. Die Gäste waren vorerst etwas im Vorteil, liehen jedoch viele Gelegenheiten aus und erzielten lediglich das Führungstor. Fast mit dem Halbzeitpfiff stellte Giehen den Ausgleich her. Aach dem Seitenwechsel wurde Giehen merklich besser, während Heuchelheim jeden Zusammenhang vermissen lieh. Giehen lag dadurch ständig im Angriff und konnte in kurzen Abständen auf 4:1 erhöhen. Dann stellte Heuchelheim um und konnte auch ein Tor aufholen. Das Spiel gestaltete sich in der Folge sehr hart, Erfolge blieben jedoch aus. Dorheim! — Naunheim! 3:0. Allgemein hatte man mit einem Siege des Kreismeisters gerechnet. Die Naunheimer enttäuschten jedoch und spielten unter Form. Wohl war Naunheim in der ersten Halbzeit überlegen, jedoch zeigte Dorheim hier auch nur wenig ansprechendes. Nach dem Seitenwechsel versucht der Kreismeister mit durchdachtem Spiel Dorheim niLderzucingen, doch konnte Dorheim durch übergroßen Eifer alle Angriffe zunichte machen. Sn der Mitte der zweiten Halbzeit kam Dorheim überraschend zum Führungstor. Nun kam die Mannschaft zu großer Form auf. Wenige Minuten später erzielte Dorheim das zweite Tor. Naunheim ging noch einmal mächtig aus sich heraus, der Erfolg blieb aber versagt. Kurz vor Schluß kam dann Dorheim zum dritten Tor. Bezirkskinderfest des 3.Bezirks inLeun. Am Sonntag fand in Leun das diesjährige Dezirks-Kinderturnen statt. Am frühen Vormittag brachte ein Sonderzug Lollar—Vraunfels über 400 Kinder zum Festort, während andere Vereine Lastwagen und Omnibusse als Transportmittel gewählt hatten. Pünktlich begannen die Wettkämpfe, an denen etwa 700 Kinder teilnahmen. Die einzelnen Kämpfe (Mannschaftskämpfe) waren bei guter Organisation bis zur Mittagspause beendet. Nach dem Mittagsmahl sah man einen stattlichen Festzug durch die Orts- strahen zum Festplatz ziehen. Auf dem Festplah angekommen, marschierten die Kinder zu den gemeinsamen Freiübungen auf. die gut ausgeführt wurden und ein schönes Bild boten. Nach einer Ansprache wurden die Stafetten ausgetragen. Den weiteren Nachmittag füllten noch Spiele aller Art aus, so lange, bis die vorgeschrittene Zeit zum Aufbruch mahnte. Eine Million Kilometer geflogen. Flugtapitän Hans Wende wird nach der Zurück- leaung seines millionsten Flugkilometers von der Leitung der Deutschen Lufthansa beglückwünscht Auf dem Trieb standen sich am Sonntag ersten Serienspiel der Kreisklasse die beiden ge- Erfüllung des Eides müsse sich decken mit der Auffassung der Pflicht. Alles was der Soldat tue, müfse im Zeichen der Pflichterfüllung getan werden. Alles müfse für Deutschland geschehen. Mit einem dreifachen „Hoch" auf das Vaterland, in das die Soldaten kräftig einstimmten, schloß die Ansprache. Sodann spielte die Kapelle das Deutschlandlied. Mit einem Parademarsch in Zügen, der in Anbetracht der begeisternden Disziplin, von der die Truppe in jeder Bewegung beherrscht war, einen außerordentlich eindrucksvollen Verlauf nahm, fand die Feier ihren Abschluß. Gießener töocn 1000 TL 18238 18490 28500 43946 56868 57558 67661 68890 68931 71159 85023 85037 ----- -------------------- ------ 105916 Tinen guten Start in der neuen Saison hatte am Sonntag 1900s 1. Handballmannschaft. Mit zwei Ersatzleuten spielend, holte sie auf dem tückischen Gar- benteicher Platz einen einwandfreien Sieg heraus. In der ersten Halbzeit konnte sie sich allerdings nur einen 4:3-Vorsprung sichern, nach Seitenwechsel hatte der Gastgeber jedoch kaum noch etwas zu bestellen. 1900s Hintermannschaft arbeitete jederzeit zuverlässig, auch im Innensturm, der fast alle Tore - zielte klappte es meist recht gut. Der Ungar Pelle errang mit großartigen Leistungen sowohl bei den Freiübungen wie am Reck zwei Goldene Medaillen für sein Land. Deutsche Hudererniederlagen in Los Angeles. Die am Mittwoch ausgetragenen Ruderervorläufe im Doppelzweier, Vierer ohne Steuermann und Achter brachten den drei teilnehmenden deutschen Booten keinen Erfolg. Allerdings besteht im Doppelzweier und im Achter nach die Möglichkeit, durch Siege im Hoffnungslauf für die Teilnahme an den Endläufen qualifiziert zu werden. Auch im Kun st springen der Damen kam Deutschland zu keiner Olyrnpiornedaille. VeulMKanu-Langstreüenmeistkrschastea. Am 14. August in Passau. Rach den deutschen Rudermeisterschaften wird die Kachletstufe bei Passau am nächsten Sonntag der Schauplatz für die Langstrecken-Meisterschaften der Kanufahrer sein. Das Gefarntrneldeergebnis hat sich als glänzend erwiesen, in 16 Rennen werden 155 Kanufahrer aus 48 Vereinen starten. Für die Einer- Meisterschaft haben 18 Bewerber ihre Unterschrift gegeben, während für den Zweier nur 14 Boote gemeldet sind. ** Schweres Unglück a u f dem Cietze- nerBahnhof. Heute gegen 13% Uhr ereignete sich bei der Einfahrt des Berlin-Frankfurter Schnellzugs am südlichen Ende des Bahnsteigs ein schwerer Unglücksfall. Die 25 Jahre alte Agnes Schuhmacher aus Siedlingen, Kreis. Brilon, sprang, wie Zeugenaussagen berichten, vor den einfahrenden Zug, geriet unter die Räder der Lokomotive und wurde schwer verletzt. Die Unglückliche erlitt einen schweren Schädelbruch, ein Bein wurde abgefahren, das andere schwer verletzt. Sie wurde sofort in die Chirurgische Klinik eingeliefert. " Kraftpostfahrt Gieße n—L aafphe I —D i e d e n k o p f—M arbur g—G i e h e n. Die Durgensahrt, die die Reichspost am vergangenen Sonntag veranstaltete, hat viel Anklang gefunden. Nun findet am kommenden Sonntag wiederum eine solche Ausflugsfahrt statt, welche die Teilnehmer in das landschaftlich außerordentlich reizvolle hessische Hinterland führt. Aufenthalte sind vorgesehen in Laasphe, in Diedenkopf und in Marburg. Den Fahrtteilnehmern dürften auch für diese Reise einige genußreiche Stunden sicher sein. Näheres über diese Fahrt ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. *• Eine billige Ferienreise in die Schweizer Alpen. Am 21. August findet eine billige fünftägige Sonderfahrt nach der Schweiz statt. Die Reise führt zunächst über Karlsruhe—Dasel—Dem nach Snterlaken. Don hier aus werden Ausflüge unternommen an den Thunersee und zu den berühmten Deatushöhlen. Außerdem ein ganztägiger Ausflug über Lauter- brunnen (Trümmclbachsälle) nach Kl. Scheidegg, am Fuße der Alpenriesen „Eiger", Mönch" und „Sungfrau", mit Besuch des Eigergletschers und nach Grindelwald. Die Rückreise erfolgt über Brienz (Brienzersee)—Brünigpah nach ßu&ern am Vierwaldstättersee, wo Gelegenheit für eine Dampferrundfahrt geboten wird. Die Teilnehmer können den Aufenthalt in der Schweiz nach Belieben verlängern. Die Reise wird gemeinsam von den beiden amtlichen Reisebüros der „Hapag" und des „Lloyd" ausgeführt. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. Noch vor kurzem schwangen die Halme wie grüne Wogen auf und nieder, und nun stehen wir mitten in der Ernte. Es ist eine Unruhe in den Dörfern wie in einem Bienenstock. Die arbeitsreichste, aber auch die schönste Zeit für: alle Landwirte ist gekommen. Die dörfliche Ruhe ist für Wochen dahin. Es summt und brummt den ganzen Tag. Und noch am späten Abend stehen hier und da einige Bauern beim Nachbar, um von dem Wetter, der HaiHtsache in der Erntezeit und vom Ertraa der Aecker zu sprechen. Fast in jedem Hofe hört man das Dengeln der Sensen, am lautesten beim Schmied, der nut seinen Gesellen und Lehrbuben erst spät Feierabend machen kann. Wohl schlug der Regen die Halme nieder, und die Maschinen können nur auf günstigen Aeckern in Tätigkeit treten. Aber der Körneransah ist sehr gut, und willig greift der Landmann zur Sense. Kaum ist die kurze Nacht vergangen, so rasseln schon die Wagen hinaus, Mädchen und Frauen, Männer und Kinder, mit Scherzworten auf den Lippen, schreiten zu schwerer Arbeit. Am Morgen ist es köstlich auf dem Feld. Es ist noch kühl. Die Aehren und Gräser tropfen von Tau. Die Heuschrecken Hüpfen in den Wiesen und schwirren mit klirrenden Flügeln über die Blumen. Aus dem goldnen Weizenfeld erschallt der Ruf der Wachtel: Bück den Rück! Bück den Rück! Schon sind die Oberkleider abgelegt, und die Arbeit beginnt. Die Sensen sausen, und das scharfe Eisen schwirrt durch die Halme. Sensen und Sicheln singen ihr Lied, das Totenlied für das Getreide. Frauen folgen und nehmen die hingemähte Frucht ab. Die Wetzsteine klingen, und über dem Bild der Arbeit steht die glühende, sengende Sonne. Sn brauner Faust die Sense saust durchs goldne Aehrenfeld. Die Sense klingt, die Sense singt: Mein ist die ganze Welt! (Paul Remer.) Wahrhaftig: Der Bauer muh in diesen Tagen gar oft den Rücken beugen, muß schwer und ausdauernd arbeiten. Da gilt es, jede Minute des Hellen, sonnigen Tages cmszunühen. Das geht vom frühen Morgen bis spät in die Nacht hinein. Das Essen nehmen die Schnitter mit oder lassen es sich von Kindern ins Feld hinaustragen. Alle im Haus, bis zum ältesten Großvater, müssen an die Arbeit. Auch die Kinder können hinter Vater und Mutter hergehen und die Aehren lesen. Es ist ein gar liebliches Bild, das sich nun in allen deutschen Gauen dem Auge bietet. Sn den fruchtbaren Ebenen, an Abhängen, auf Der- geshöhen, überall wogen goldne Fruchtfelder, und dazwischen wimmeln fleißige Schnitter und Schnitterinnen, rattern hier und da Maschinen und mähen das Getreide. Sn der weiten Ebene, wo kein Daum, kein Strauch kühlenden Schatten spenden, da werden die Garben zusammengestellt. Sn ihrem Schutz wird das Mittagsmahl eingenommen. Es ist einfach, aber kräftig. Kalte Milch oder kalter Kaffee löschen den brennenden Durst. Lange dauert die Mittagsrast nicht. Schon geht es wieder frisch gestärkt an die Arbeit. Knechte und Mägde dehnen die braun gebrannten Glieder, aber der erste Sensenschnitt bringt wieder Leben und neue Gelenkigkeit in den müden Körper. Ununterbrochen sausen die Sensen. Der Gaumen wird trocken, die flimmernde Luft schmerzt die Augen. Doch weit ausholend tut die Sense ihre Arbeit. Mit gebeugtem Rücken, mit schwieligen Händen, fest mit der Erde verwurzelt, so stehen die Schnitter. Die Halme fallen, die Garben mehren sich. Und dann kommen die großen Leiterwagen.... Zu keiner Zeit des Sahres empfindet der Landbewohner den Segen der Arbeit mehr als in den Tagen der Ernte. Dankbar und unverdrossen tun die Dauern ihre Pflicht. Sie sorgen für unser deutsches Volk, sie schaffen das tägliche Drot. Trotz der Not der Zeit, trotz aller Sorgen, die auch auf ihnen lasten, stehen sie Tag für Tag in der glühenden Sonnenhitze. Sie danken Gott, daß sie nach wie vor ihrer Arbeit nachgehen können. Muß unS die Erntearbeit draußen auf den deutschen Feldern nicht wie ein Heller Wegweiser, wie ein leuchtender Mahner sein, der uns sagen will, daß wir ausharren sollen und nicht müde werden? Wie der Canbmann, den Samen Jahr für Sahr der Mutter Erde übergibt und dann vertrauensvoll zur Ernte schreitet, so sollen auch wir trotz aller Not hoffen und aushalten. Auch aus dem tiefsten Tal führt einmal ein Weg zur Höhe! 01. Oie militärische BersaffmigSfeier. Heute vormittag 10 Llhr traten die drei Kompanien und die Maschinengewehrkompanie des hiesigen Dataillons zu einer Feier des Der - fassungstages im Hofe der Neuen Kaserne an. Die Mannschaften formierten sich im offenen Viereck. Der Dataillonskommandeur Oberstleutnant K l e p t e hielt eine kurze Ansprache, in dev er auf die Dedeutung der Verfassung für Volk und Vaterland hinwies. Heute jähre sich, so führte er u. a. aus, der Tag, an dem dem deutschen Volke die gegenwärtige Verfassung gegeben worden sei. Ein Volk ohne Verfassung verfalle in den Kampf aller gegen alle. Eine Verfassung nur könne die Ruhe und die Ordnung aufrechterhalten helfen. Für den Soldaten sei die Verfassung von besonderer Dedeutung. Er habe den Eid auf die Verfassung geschworen, der des deutschen Mannes Ehrenwort bedeute. Für ihn gelte die Verfassung als ein Festes, Destim- mendcs. Dessen müsse der Soldat stets eingedenk sein. Der Soldat kämpfe nicht für oder gegLn die Verfassung, sondern für das Reich, für das Vaterland, für das er den Eid abgelegt habe. Die Während des 8. Iugendkraft-Tages in Griesheim konnten sich die Teilnehmer der Gießener DJK. mit einigen Erfolgen gut behaupten. W. Mierbach konnte den von Hergel (Ludwigshafen) bei den Reichsmeisterschaften aufgestellten Rekord im Diskuswerfen mit 38,66 Meter um 15 Zentimeter unterbieten. Im Kugelstoßen errang er mit 11,15 Meter hinter O. Stein (Hanau) den 2. Sieg. Otto R o - d r i g u e z errang im 100-Meter-Lauf der Klasse A einen ehrenvollen 2. Sieg in 11,5 Sekunden hinter Rack (Hanau) mit 11,4 Sekunden. Den 200-Meter- La: ' bestritt Hans Adam und konnte nur Dritter werden (Zeit: 23,8 Sekunden). In der Klasse B (Junioren) mußten sich Adam und Heller im 100- Meter-Lauf mit dem 3 und 4. Platz begnügen. Hans Heller errang noch mit 5,99 Meter im Weitsprung einen 3. Sieg. W. Mierbach, der sich hier in dieser Klasse im 400-Meter-Lauf bis in den Endlauf durchgerungen hatte trat zum Endlauf selbst nicht an, da er sich für die Staffel schonen wollte. In der Aufstellung Heller. Mierbach, Adam und Rodriguez konnten die Gießener in der 4X100-Meter- Stoffe' nur einen zweiten Platz belegen. Sandball der Sp.-Vg. 1900. To. Garbenteich I — 1900 I 4:11. ■ MS MM Mel. Original-Vornan von Anny von panhuys. Copyright by Verlag A. Bechthold, Braunschweig. 31 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Werner Sturm nahm den Brief in beide Hände und hob ihn an die Lippen, kützte die Stelle: Schade! ich habe Werner lieber als alles sonst auf der Welt! Wie Flammenschrift auf dunklem Grund stand der Sah da. Die Äugen brannten ihm und wurden ihm feucht. Hätte ihm damals, vor drei Jahren, seine Mutter den Brief gegeben, würde er Lil zurückgeholt haben, und wenn er ihr hätte nachreisen müssen bis ans Ende der Welt. Der eine Sah Hütte alle kleinlichen Erziehungsgelüste in ihm erstickt, denn der Sah hob sich aus dem übrigen Inhalt des Briefes wie ein Schrei. Werner Sturm sprang von seinem Stuhle empor, als höre er den Schrei, als risse er ihn hoch zu Lil. Er lief durch das Zimmer wie ein Gefangener. Er war ja so gut wie ohnmächtig jetzt. Er durfte Lil nicht aufsuchen, nachdem sie ihm bei der Begegnung vor einem halben Jahr in der Nähe des Bahnhofs deutlich hatte merken lassen, wie wenig er ihr noch galt. Kalt und gleichgültig waren ihre Augen an ihm vorbeigeglitten. Er blieb stehen, starrte vor sich nieder, als wäre das Muster des Teppichs etwas ganz besonderes. Unö doch wutzte er kaum, ob er auf einem Teppich stand. Er dachte daran, datz ihm Lil Geld angeboten, damit er sein Krankenhaus ins Leben rufen konnte. Er hatte ja, als er vor einem halben Jahr Lil an den Bahnhof gefolgt, den Herrn erkannt, der sich am Gepäckschalter zu Lil gesellte. Er war derselbe, der ihm im Auftrage eines Londoner Menschenfreundes das Geld angeboten. Er grübelte nach und sein Gesicht hellte sich allmählich auf. Ganz gleichgültig konnte er Lil inzwischen also nicht geworden sein, ilnö er wollte ja auch gar nichts von ihr, er wünschte nur, sie einmal von ganz nahe wiederzusehen und ihr zu erklären, daß er erst jetzt nach drei langen Jahren den Brief gelesen, den sie damals zurückgelassen. Das wolte er ihr sagen, das mutzte er ihr sagen, sonst fand er keine Ruhe. Aber wo hielt sich Lil zur Zeit auf? Die Welt war grotz und Lil war bald hier, bald da. Er nahm seinen Hut und fuhr in seinem kleinen Auto nach der Dockenheimer Landstratze. Er wutzte ja, Lil hatte ihr Baterhaus wiedergekauft und Franz, der alte Diener aus ihres Baters Zeit, betreute es mit seiner Frau. 1 Im Borgarten waren zwei Gärtner damit beschäftigt, die Beete mit Blumen zu bepflanzen, und vor der offenen Haustür stand der alte Franz, die Hände auf dem Rücken. Er rauchte sein Pfeifchen und sah ihm ein bitzchen nutz- trauisch entgegen. Werner Sturm bemerkte ganz deutlich, sehr freundlich war der Blick des Dieners nicht. Er grützte den Alten höflich und sagte: „Ich möchte gern wissen, Franz, wo sich zur Zeit meine Kusine aufhält? Ich nehme an, Sie sind darüber unterrichtet." Franz zog die Brauen zusammen. Wie kleine düstere Wolken stietzen sie aneinander, Gewitterstimmung lag plötzlich über dem gutmütigen, sauber rasierten Gesicht. „Verzeihung, Herr Doktor, aber ich meine, weil das arme gnädige Fräulein doch damals aus Ihrem Haus weggelaufen ist, wozu sie Grund gehabt haben mutz, wäre es besser. Sie kümmerten sich lieber nicht mehr um sie." Franz wutzte genau, das war eine sehr dreiste Antwort. Aber er war damals, als er gehört, Lil Körner hätte heimlich das Haus ihrer Tante verlassen, sehr empört gewesen. Wenn man sie dort nicht schlecht behandelt hätte, wäre sie nicht weggelaufen, hatte er sich gesagt. Er hatte ge- wutzt, Dr. Sturm war nicht nur der Kusin, sondern auch der zukünftige Gatte Lik Körners, und seine Empörung war gestiegen, als er später von Dr. Sturms Verlobung mit der Gräfin Kurzmann hörte. Vor einem halben Jahr folgte dann die Entlobung mit der Gräfin, um die allerlei Skandale kreisten, und jetzt fiel es dem Herrn Baron wieder ein, datz es auch eine Lil Körner auf Erde gab, jetzt erinnerte er sich der Verwandtschaft. Werner Sturm war verdutzt über die Erwiderung des Alten, der kerzengrade oufgerichtet vor ihm stand und ihn ansah, als wäre er sich der Hingehörigkeit seiner Antwort mit einer gewissen Zufriedenheit bewutzt. Er überlegte, Franz hing Wohl sehr an seiner jungen Herrin. Er war ja schon vor Lils Geburt im Hause ihrer Eltern gewesen und man durfte seine Worte nicht auf die Goldwaage legen. Er blieb also gleichmähig freundlich. „Es gibt Dinge, Fraiu, die ein Autzenstehender, ein Uneingeweihter falsch beurteilen mutz, wir sind alle Menschen und täglich geschieht Unrecht und täglich kommen traurige Irrtümer vor." Franz nickte und seine Augenbrauen zogen sich wieder dorthin zurück, wo sie hingehörten. „Das stimmt, Herr Doktor, und ich verstehe, Sie meinen, man soll manchmal lieber nicht zu schnell urteilen." Er hatte Werner Sturm ganz gern, obwohl er zu seiner Frau oft genug über ihn geschimpft. Er fügte jetzt hinzu: „Wenn es sich um keine unangenehme Aufregung für das gnädige Fräu- i lein handelt, Herr Doktor, wenn Sie mir das I versprechen, will ich Ihre Frage von vorhin beantworten." Werner Sturm schüttelte den Kopf. „Rein, es handelt sich um keine unangenehme Aufregung für meine Kusine." Jetzt lächelte Franz. „Weit ab ist das gnädige Fräulein nicht mehr von hier. Ich vermute, sie ist jetzt auf dem Wege hierher. Im Zug oder im Flugzeug. Sie kommt nämlich im Laufe des heutigen Nachmittags an, wie sie mir schrieb, Uebrigens tritt sie demnächst im Schumann-Theater auf. Eigentlich mützten Ihnen schon die grotzen Plakate aufgefallen sein, Herr Doktor. Ueberall, wo ein freies Plätzchen in Frankfurt ist, steht ja in Riesenbuchstaben zu lesen, datz „Fix und Rix" zum erstenmal in Frankfurt auftreten." Werner Sturm hatte mit dem Gedanken gespielt, in der nächsten Zeit einmal für ein paar Tage alle ärztlichen Pflichten seinem Assistenzarzt zu überlassen und Lil irgendwo drauhen in der Welt zu suchen, um ihre Verzeihung zu erbitten. Für etwas, was er ganz falsch angesehen und beurteilt hatte. Er hatte mit dem Gedanken gespielt, nach Rom oder Madrid zu reisen oder nach Wien. Vielleicht auch nach Bukarest oder Paris. Eben dahin, wo „Fix und Rix" gerade die Nummer dem Publikum vorführten. Cs überraschte ihn sehr, zu hören, Lil kam hierher und er brauchte gar nicht fort. Er sagte: „Ich danke Ihnen für die Auskunft, Franz, und werde morgen vormittag, wenn meine Kusine hier ist, wiederkommen. Bitte melden Sie mich schon bei ihr an. Ich werde gegen elf Uhr wie heute hier sein." Franz nickte ein bitzchen gönnerhaft. „Ich werde es ausrichten, Herr Doktor." Werner Sturm ging ganz benommen zu seinem Auto zurück und fuhr nach Hause. Lil war so nahe, heute schon würde sie in Frankfurt sein und morgen würde er sie sehen und sprechen. Jetzt bemerkte er auch die Plakate, die Franz erwähnt. Uebergrotz drängten sich ihm die kurzen Worte „Fix und Nix" entgegen. Wohin er blickte, schienen sie auf ihn zuzukommen. Sonderbar, datz ihm die Affichen erst auffielen, nachdem ihn Franz darauf aufmerksam gemacht. Er lächelte ein wenig! Fix! das war Lil, die zierliche blonde Lil, und Nix! war der elegante alte Herr, der sich als Vermittler des Menschenfreundes aus London ausgegeben. An diesem Tage überraschte sich Werner Sturm mehrmals bei Zerstreutheiten, und die Nacht schien ihm endlos. Er konnte kaum die Zeit erwarten, Lil zu sprechen. Sich mit ihr aussprechen wollte er. Er mutzte sie um Vergebung bitten. Er empfand dazu ein tolles Gefühl von Sehnsucht und begriff nicht, wie er so lange hatte leben können, ohne die Aussicht, Lil wiederzusehen. Die Liebe, die er beiseite gestotzen, die er betäubt durch Arbeit und der eingebildeten Neigung zu Celia Kurzmann, geberdete sich ganz aufrührerisch. Ein Wiedersehen mit Lil schien Werner Sturm jetzt das grötzte Glück auf Erden. 23. Kapitel. Böses Mihtrauen! Lil war angekommen mit ihrem alten Freund und Kollegen, Melchior Stampferl, für den Franz zwei schön eingerichtete Zimmer hatte in Stand sehen lassen. Die Frau von Franz besorgte mit einem Mädchen Haus und Küche und Lils Zofe sollte, wenn es nötig wär«, überall ein bitzchen mithelfen. Nun satz Lil in dem Zimmer, in dem sie sich früher am meisten in Gesellschaft des Vaters aufgehalten, und Franz berichtete von dem Besuch Werner Sturms. Im ersten Augenblick löste die Nachricht ein glückliches Staunen in Lil aus, aber schon im nächsten Moment wurde ihr Blick kühl. Was wollte er denn von ihr? Sie quälte sich noch allzu oft mit der törichten Liebe zu ihm herum, und er hatte sich doch sehr schnell mit einer anderen getröstet. Sie hatte damals recht gehabt, als sie in dem Brief, den sie bei ihrer Flucht hinterlassen, seine Liebe jämmerlich klein genannt. Er war doch seit dem Herbst, als ihr Melchior Stampferl von der Verlobung erzählt, natürlich längst verheiratet. Was wollte er noch von ihr? Sie und er hatten sich nichts mehr zu sagen. Melchior Stampferl befand sich auch im Zimmer und hörte stumm zu. Er war immer mehr in die Rolle eines wirklichen Blutsverwandten von Lil hineingewachsen, und Lil hatte 'keine Geheimnisse vor ihm. Franz sagte: „Hm elf Ähr will der Herr Doktor morgen kommen." Lil fragte zögernd: „Dr. Sturm hat, wenn ich nicht irre, eine Gräfin Kurzmann geheiratet, nicht wahr?" Franz verneinte. „Bewahre, gnädiges Fräulein. Er war nur verlobt mit ihr, aber dann gab es irgendwas zwischen den beiden, worüber man nichts Genaues Weitz, worüber man aber allerlei Klatsch hört. Die Gräfin soll früher in München, ehe sie hierher zog, eine Liebschaft mit ihrem Chauffeur gehabt haben, und als der Chauffeur dann hier in ihre Wohnung kam, soll sie ihn so derb von sich gestotzen haben, datz er sich gleich totgefallen hat. Er ist mit dem Hinterkopf auf eine scharfe Möbelecke gefallen. Die Polizei hat den Toten aus depi Hause der Frau v. Welp geholt, die Gräfin Kurzmanns Tante ist, bei der sie wohnte. Durch Meta, die gelegentlich allerlei erlauscht hat, ist das bekannt geworden. ünb die grotze Villa der Gräfin in Rödelheim, aus der ein Krankenhaus werden sollte, ist wieder als Wohnhaus zurechtgemacht worden. Nun kann Dr. Sturm wieder jemand suchen, durch den er zu seinem Krankenhaus kommt." (Fortsetzung folgt.) Vermietungen 5-6-Zimmer-Wohnung i.bess. Hause, schöne Lage, z. verm. Näh. J. 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Militärkonrett « Sorten M'tsl'ed-K.O be'^dw.7l wnnNi'LMMnle 1*84n ZU 6K,oritand. °u! §2 des ^Satenig iport.^'J Zeteiw zMeube »78gD aung- ... yorner' ■'w-he?i6nUierlin 21110- ti-N KS>B IU.181 Zweites Blatt Siebener Anzeiger (Seneral-Anzetger für Oderhessen) Eine Wüste erwacht. Italien beendet den Kamps um die Cirenaica. Don Dr. 3- Peters. Donnerstag, U. August (952 Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! -Bengali (Libyen). Juli 1932. Di« Besetzung der Cirenaica, der Ostprovinz der Kolonie Libyen, hat den Italienern viel Gut und Blut gekostet. Zwanzig Jahre setzten sich die S e n u s s i. die größte Bruderschaft des Islams, der alle Deduinenstamme Nordafrikas und Arabiens angehören, verzweifelt zur Wehr. Erft in diesem Jahve konnte der Marschall Dado l g l i o . der Gouverneur der libyschen Kolonie. den historischen Tagesbefehl erlassen: „3d) erkläre, daß der Aufstand in der Cirenaica v ö l - lig und endgültig erstickt ist. Zum ersten Mole seit der Ausschiffung in diesen Landen sind die beiden Mittelmeerkolonien gänzlich besetzt und befriedet." Der Krieg ist zu Ende. Dom Meere bis Cufra weht die italienische Trikolore. Aber das Getriebe in der großen Säulenhalle des Hotels Italia gleicht noch dem Leben der Etappe Nur Männer. Offiziere in Khaki, und Marineoffiziere in Tropenweih. Autos fahren vor. Nadsahrer. Die hohen Gestalten der schwarzen Askaris aus Eritrea schleppen Gepäck mit dem lautlosen Schritt der Orientalen, dazwischen leuchten die breiten, roten Schärpen der eingeborenen Soldaten. Jemand schreit am Telephon. Es ist eine gespannte, nervöse Atmosphäre. Dieser endlose Kleinkrieg hat Nerven gekostet. Mißtrauisch besieht man jeden Fremden. Man wittert auch heute noch Spionage. Ich weiß, ich werde scharf beobachtet. 20 Jahre kämpfte eine europäische, mit moderner Kriegstechnik ausgerüstete Großmacht gegen den aufgehehten Fanatismus beduinischer Wüstenstämme. Denn für das Oberhaupt der Senussi standen außer der grünen Fahne des Propheten persönliche, wirtschaftliche Interessen auf dem Spiel. Uneingeschränkt hatten die Senussi die Karawanen st raße der Wüste und den Zugang zum Meer beherrscht. Es bestand ein lukrativer, blühender Schleich- und Schmug- g e l h a n d e l zur Küste. (3n Arabien unterstellt sich noch heute jede Pilgerkarawane, die von Medina nach Mekka zieht, dem Schuhe der Senussi. um ihr Ziel sicher zu erreichen.) Es war der Tatkraft und dem strategischen Talent des Marschalls G r a z i a n i. des Dize- gouverneurs der Eirenaica, Vorbehalten, der ewigen Unsicherheit, der immer wieder aufflackernden Rebellion ein Ende zu bereiten. Die unzuverlässigen eingeborenen Regimenter wurden aufgelöst, die mit den Rebellen heimlich verbundenen Stämme des Ausstandsgebietes wurden geschlossen in den wasser- und weidenreichen Steppen Bengasis und der Sirte in drei großen Konzentrationslagern untergebracht. Langsam schob sich an der ägyptischen Grenze vom Meere bis nach Girabuh, einem der Hauptstützpunkte der Senussi. durch wasserlose Wüste ein gigantisches, 300 Kilometer langes Drahtnetz vor. Die Lebensmittelversorgung und die ebenso reichlich über die Grenze fließenden Waffen- und Munitionsnachschübe wurden den Rebellen unterbunden. Der „Alte vom Derg", der 80jährige, treubrüchige Omar C l Muchtar, in dem die 3taliener lange einen ehrenhaften Feind gesehen, geriet allmählich in eine verzweifelte Lage. Zweieinhalb 3ahre lang hatte er in den Schlupfwinkeln der Hochebene, des „Gebels", mit seiner Handvoll eifern disziplinierten Leute den 3talienern Trotz geboten. Wie ein Abenteuerroman mutet die Geschichte dieses Feldzuges an. Dieser gespenstische, uralte Deduine, der zu Pferde sah wie ein 3üngling und der sich für seinen Verrat mit stoischer Ruhe aufhängen lieh, mit der gemurmelten Koransure: „Wir kommen von Allah und kehren zu Allah zurück". Die drakonischen Mahnahmen der 3taliener haben im Ausland viel böses Dlut erregt. Die Konzentrationslager sind von der Presse scharf angegriffen worden. Französische und ägyptische Dlätter brachten entstellende, tendenziös gefärbte Derichte und Dilder. Aber Graziani wuhte: so lange sich noch eine Waffe in der Hand eines Deduinen befand, würde sich diese Wasse gegen 3talien erheben. Sollte in Libyen endlich Ruhe herrschen, so muhte der Kamps mit den Senussi zu Ende geführt werden. Der Marschall Dadolglio, der die Schwierigkeit militärischer Operationen voraussoh, hatte es lange vergeblich mit Unterhandeln und Proklamationen versucht, so lange, bis ihm das Mutterland ungerechtfertigterweise Schwäche vorwarf. Die Senussi verhandelten geschickt, versprachen alles, unterwarfen sich und brachen jeden Schwur, jeden Vertrag. Die Kriegsgeschichte der Cirenaica ist reich an heimtückischen Heber- sällen. kennt furchtbare Deispiele unmenschlich ab» geschlachteter, dem wilden Fanatismus zum Opfer gefallener Gefangenen. Man zeigte mir bereitwilligst das größte, 60 Kilometer von der Küste in der bengasischen Steppe gelegene Konzentrationslager Soluch. das vor l1 o 3ahren angelegt wurde. Es beherbergt 20 000 Deduinen, vier ganze Stämme, s a st ein Drittel der Gesamtbevölkerung der Kolonie. 5000 kleine braune Zelte stehen in schnurgerade ausgerichteten Reihen auf einem Viereck von etlichen Quadratkilometern Gröhe. Ein Drahtnetz umschließt den Komplex. Aber von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang sind die Tore frei geöffnet. Heberall erheben die Wüstensöhne bei der Durchfahrt unseres Lastautos die Hände zum Faschistengruß. Es ist ein seltsamer, ein unvergleichlicher Anblick. Die Organisation ist auch sür europäische Degriffe mustergültig. Ein modern eingerichtetes Hospital, ein gesondertes Zeltlager für die Alten und Kranken. (Es gibt viele Blinde.) Eine Moschee. Dersuchsgärten, Drunnen. Weidegründe für das Vieh. Aber die 3tatiener wissen es. mit sanitären und sozialen Einrichtungen, mit Gerste- und Tuchrationen, mit gut bezahlter Arbeit beim Straßenbau (der niedrigste Tagessah beträgt sieben Lire), sind diese unftäten Wanderseelen nicht zu bannen. Diese Beduinen» generation z u bodenständigen Landarbeitern zu erziehen, ist unmöglich. Für die Zukunft dieser Kolonie ist die Lösung des Nomadenproblems jedoch von einschneidendster Dedeutung. Die 3taliener vertrauen auf die Jugend. Zwei große 3ntemate für Knaben und Mädchen sind im Dau. 3n einer Schule unterrichten italienische und arabische Lehrer. Der Besuch ist freiwillig. „Wir haben viel Seife gebraucht im Anfang", sagte der junge Kolonialbeamte aus Neapel lachend, „erst wollte niemand kommen, jetzt drängen sie sich." Ein achtjähriges lleines Wüstenkind hält mir stolz einen schneeweißen Strickstrumpf entgegen. Ich höre auf arabisch ein Gedicht auf den großen Freund der Deduinen, den Duce, und eins auf italienisch auf den siegreichen König Viktor Emanuel. „Sie sind unglaublich intelligent und scharfsinnig", sagt der italienische Lehrer. Hnö es erscheint in der Tat unfaßbar, was diese primitiven Menschenkinder, die noch vor einem Jahre nichts kannten als Sonne und Sand, gelernt haben. In einem großen Iugendlager tummeln sich unter der Aufsicht eines italienischen Unteroffiziers 500 braune Jungs in blauen ilniformen. Die Wache am Tor bläst, als wir nahen. Sie ist sehr stolz. Aus dieser eingeborenen, strahlend vergnügten Dallila werden die künftigen Askaris der Italiener hervorgehen. Es ist kriegstüchtiges Material. Unö noch stehen die Grenzfragen im Süden offen... Man ist nicht gut zu sprechen auf die afrikanischen Nachbarn, die früheren Verbündeten. die alles Interesse hatten, die Rebellion in Gang zu halten, die Wafsentransporte duldeten und jede Propaganda zum Schaden Italiens großzügig übersahen. Die Cirenaica war einst die Kornkammer der Römer. Die fruchtbare, nur wenige Meilen von der Küste entfernte Hochebene bei Eirene bietet auch heute noch der Landwirtschaft glänzende Aussichten. Die ersten Kolonisten treffen jetzt dort ein. Das Mutterland gewährt ihnen weitestgehend Erleichterungen, jedoch nur gelernten Dauern italienischer Staatsangehörigkeit. Aber nicht nur der Gcbel. der Grüne Derg. wie ihn die Araber nennen, die ganze nördliche Cirenaica hat eine Zukunft. Auch in den bengalischen Steppen und den Steppen der Sirte findet sich überall in einer Tiese von 4—6 Metern Wasser. Ich sah staunend, was dieser rote Sand» und Geröllboden nach kurzer ^Bearbeitung hervorbringen kann. Mandel- und Apfelbäume. Feigen, Oliven und Wein. Sechs Monate alte Büsche waren mannshoch. Auch die neu angelegten Versuchsgärten der Lager scheinen trotz der außergewöhnlichen Trockenheit des letzten Jahres günstige Resultate zu ergeben. Aber die Bedingung ist. daß die Kulturen durch Einfriedungen vor dem Ghibli, den alles vernichtenden Sandwind der Wüste, geschützt werden. Mit Kapital, mit Energie und Maschinen ist diesem Doden, der feit Jahrhunderten nie etwas anderes gekannt hat als ein oberflächliches Pflügen und ein flüchtiges Aussäen, viel abzugewinnen. Man hofft auch auf die Erschließung größerer Phosphorlager. Man braucht sich nur di e neuen Hafen- anlagcn in Syrakus anzusehen, um zu wissen, auf welcher Basis Italiens Mittelmeerpolitik eingestellt ist. Somali ist bei weitem Der Erlaß des Reichskinanzministers vom 19. Juli 1932 (Reichssteuerblatt 1932, Nr. 29, Seite 687) ergibt nunmehr die endgültige Regelung der Aufbringungsumlage für das Rj. 1931 und bestimmt gleichzeitig die Höhe der für das laufende Rechnungsjahr zu leistenden Vorauszahlungen. Bisher war lediglich für das Rj. 1931 die De- ftimmung ergangen, daß auf die Iahressteuer- schuld Vorauszahlungen zu leisten seien. Für das Rj. 1932 waren bisher weder Zahlungstermine noch sonstige Destimmungen genannt. Nachdem nunmehr die Einheitsbewertung mit dem Stichtag 1. Januar 1931 nahezu abgeschlossen sein dürste und andererseits die Höhe des voraussichtlichen Gesamtaufkommens mit 230 Millionen Mark festgesetzt wurde, sind die Durchführungsbestimmungen für die Rechnungsjahre 1931 und 1932 erschienen. Die persönliche Aufbringungspflicht für beide Rechnungsjahre bemißt sich nach dem Stande des Vermögens am 1. Januar 1931. Der gleiche Termin ist auch der Stichtag für die Demessungs- grundlagen der Aufbringungsumlagen. Aufbringungspflichtig ist, wer am 1. Januar 1931 ein De» triebsreinvermögen für das Rj. 1931 mit einem Betrage von 20 000 Mk., das Rj. 1932 mit einem Betrage von 500 000 Mk. besaß. Maßgebend ist der nicht abgerundete Einheitswert des D-etriebsvermögens. Bereits hier muh bemerkt werden, dah aus- nafjmslos die Verhältnisse am 1. Januar maßgebend sind und Ermäßigungen bzw. Erhöhungen des vermögens nach diesem Stichtage keinesfalls Berücksichtigung finden können. Tritt jedoch die persönliche Aufbringungspflicht die beste und zukunstsreichste der italienischen Kolonien Aber Libyen steht aus historischen und politischen Gründen dem Herzen des Mutterlandes am nächsten. Die Schwesterkolonie der Cirenaica, Tripolitanien. sängt bereits an. die ausgewendeten Mühen zu lohnen. Die Einfuhr sinkt, die Aussuhr steigt beständig. Tripolis ist in den letzten Jahren zu einer modernen Großstadt geworden. Der Fremdenbesuch seht dort ein. Es wird noch eine Weile dauern, bis auch die Cirenaica, das herrliche antike Sirene, Touristen sieht. Erst muß der Hafen in Bengasi fertig sein. Die ganze Küste der Kolonie ist den Wogen des Mittelmeeres frei ausgesetzt. Die See ist berüchtigt: Es sind nur 36 Stunden bis Syrakus, aber man muß darauf geiaht sein, daß der Dampfer bei schwerer See einfach umdreht, bis Alexandrien weiter fährt, oder, daß man wie ein Stück Gepäck per Krahn ins Doot befördert, oder besser, geschleudert wird, — wobei sich auch ein Gouverneur schon mal die Knochen brach. Dreimal die Woche ist Flugverbindung mit Tripolis — wenn kein Ghibli weht, und der weht oft! Die Autostraße Tripolis — Dengasi ist im Dau. Rach den langen Jahren des Aufruhrs und der mangelnden Sicherheit hat man als erstes mit aller Energie den Straßenbau in Angriff genommen. Das gesunde Klima erleichtert alle Arbeiten. * Die Stimmung im Araberviertel ist in Dengasi noch sehr seindselig. Aus einer Gruppe spielender Kinder trifft mich ein Stein. Sin winziger Dreikäsehoch schlägt mir wütend mit fünf Dreckfingerchen auf die Hand. Die Frauen wenden sich ab. Die Männer sehen über mich hinweg. Man warnte mich vor größeren Spaziergängen außerhalb der Stadt. Auch dies wird nicht mehr lange dauern... überhaupt erst nach dem 1. Januar 1931. aber doch im Laufe des Jahres 1931 selbst ein, beispielsweise durch Errichtung bzw. Kauf eines auf- bringungspflichtigen Betriebes, fo ist für das Rj. 1931 die Iahresumlage nur zur Hälfte zu entrichten. Fällt die Aufbringungspflicht hingegen nach dem 1. Januar 1931, aber noch im Laufe des Jahres 1931 weg, fo besteht gleichfalls die Verpflichtung, zur Entrichtung der Hälfte des Iahressahes. Wenn hingegen die Aufbringungspflicht erst im Laufe des Jahres 1932 eintritt, fo ist für das Rj. 1931 nichts zu bezahlen, lediglich für 1932 die Hälfte des Iahressahes am 15. Februar 1933; fällt an. dererseits die persönliche Aufbringungspflicht erst im Verlause des Rj. 1932 weg, so ist für das Jahr 1931 noch der ganze Iahressah zu bezahlen, für das Jahr 1932 lediglich noch die eine Hälfte am 15. August 1932. In allen diesen Fällen ist zu beachten, daß für das Rj. 1931 ein Einheitswert des Betriebsvermögens in Höhe von 20 000 Mark eine Aufbringungs- Pflicht bereits begründet, für das Rj. 1932 jedoch erst der Betrag von 500 000 Mark, so daß sicherlich viele Betriebe die für das Rj. 1931 noch aufbringungspflichtig waren, für 1932 davon befreit sind. Veränderungen im Betriebsvermögen, d. h. Minderungen unter den Betrag von 20 000 Mark andererseits auch Erhöhungen über diesen Betrag hinaus im Rechnungsjahre 1931 nach dem 1. Januar 1931 bedingen keine Steuersenkung bzw. Erhöhung. Für 1932 tritt an Stelle des Betrages von 20 000 Mark die Summe von 500 000 Mark. Eine Ermäßigung wie bei der Vermögenssteuer auf Grund der Verordnung vom 12. Mai d. I. ist somit hier nicht gegeben. Oie Auf-nngungsumlage für die Rechnungsjahre 1931 und 1932. Von Oiplomlaufmann Dr. Wilhelm Bachenheimer, Gießen. Fahrt ins Gchilf. Von Kranz Schauwecker, GOS. Wenn man von Mirow nach Norden zum Müritzsee im Doot fährt, dann kommt man durch lange Kanäle in schmale Seen und gleitet durch gewundene Vließe in breite Wasserflächen, während links und rechts Hochwald und Sumpfwald den Schilfufern folgt wie die Begleitung eines Instrumentes einer kristallklaren Stimme. Man muß nicht rasch auf ein bestimmtes Ziel losfahren, sondern man muß das Doot langsam hintreiben, mit Rudern wie mit Flossen, verwachsen mit dem hechtschlanken Leib, in dem ich sitze als ein Teil davon, halb im Wasser, halb« darüber. So ziehe ich gemächlich gegen die Wellen und den Wind und treibe den spitzen Bug vorwärts. daß er rastlos hineinstößt in das Geflimmer von Wasser auf Licht. Hinter mir versinkt alles, was mit Metall. Stein, Papier und Dienstplan zu tun hat, und nach den Konstruktionen erheben sich die Körper der Bäume, atmen die Hügel voll Gras und Kraut, rollen die Krümmungen der Wasserleiber. Es ist schön, den Arm tief in das vorbeispülende Gewässer zu tauchen, daß ein winziges Kielwasser Aurüdbleibt; es ist wunderbar, bei eingezogenen Rudern die harten Schilsblätter durch die Finger knittern zu lassen; es ist herrlich, beim Vorstoß in eine breite Seenfläche plötzlich den Wind scharf von links zu spüren, kühl und leicht und unendlich weit. Die Ufer gleiten lautlos vorbei, die Tageszeiten treiben hin. Ich bewege mich mitten durch die Zeit und durch den Raum. Diese Bewegung ist so, daß ich zuweilen nicht weih, ob ich stillstehe und Zeit und Raum an mir vorüber fahren in einem Wolkenboot auf dem großen Meer der Luft, wo ich tief unten sitze auf dem reichgegliederten Grund. Dieses Ineinanderübergehen von Fahrt und Stillstand, dieser weiche Wechsel des Zustandes führt so schnell wie unmerllich hinüber in das traumhafte Gefühl des Schwebens zwischen allen Dingen, wo alle Nähe fern und jeder Horizont bei mit ist. Zwischen den Grenzen ist die Un« endlichkeit, und so gibt die Natur in der Schwimmfrucht des Wasserliesches, die am Dootrand bin» treibt, die Erdkugel und im Sausen des Windes durch die Kiefern den rätselvollen Laut der Ewigkeit, mit dem sich das Ohr erfüllt gleich der Muschelwölbung, durch die das Meer braust. Nach den Hfernebeln des Morgens erhellt sich die Luft glasklar zu der weißbewölkten Bläue des Spätsommertages. Jeder Dinsenhalm steht haarscharf vor dem Hintergrund des Wassers, und die Schilfwälder sind ein unentwirrbares, feines Gestrichel, das leicht schaukelt. Ich tauche nur das rechte Ruder ein und gleite nach links mit einer kreisenden Drehung der Bootsspitze, die jetzt plötzlich auf eine tiefe Bucht im Schilf hinzeigt. ilnb zugleich hat sich rechts und links, vor mir und hinter mir, als ich mich umwende. alles verschoben. Die ganze Welt ist auf einer Drehscheibe herumgeschwenkt. Das Boot schiebt sich mit lautem Geraschel in das Schilf. Die großen, starren Halmbüschel umdrängen es wie einen Eindringling und halten es fest. Dann bin ich bewegungslos mitten unter Wasser, Luft, Gehälm und Sonne. Ich sitze ganz tief unter grünen Speeren, die über meinem Kops schwanken, dicht über dem glatten Wasser, auf dem dicke Blasen stehen. Unter mir schwimmt die Spieglung, ein zitternder Abgrund der Täuschung, ein tieferes Bild des Wesens. Sie stehen alle mit einer merkwürdigen Gebrochenheit auseinander: der Halm und fein Abbild, der überhängende Zweig der Erle am Ufer und fein Spiegelast. und ich selber, der ich hinuntersehe und hinaufblicke und zugleich mich selber ansehe, während auf meiner Stirn, mitten zwischen ihm und mir eine ertrunkene Diene schwimmt. Die Entfernungen sind sonderbar aufgelöst, und Wasser und Lust sind kaum zu unterscheiden. Libellen stehen schwirrend still, ein brauner Käfer büßelt an einem Dinsenhalm. Ein Seerosenblatt liegt flach auf dem Wasser. Alles spiegelt sich, nur dieses Seerofenblatt nicht. Dicht vor meinen Augen neigt sich an der Spitze des Halms die braune, trockene Frucht einer Dinse, eine mit Luft wie der ganze Halm gefüllte, wabenartige Kammer. Das Ruder tropft. Kleine Wellenringe taufen spinnenfühig unter das überhängende Wurzelwerk des Ufers. Die Luft steht still; sie ist ganz warm und voll von Gerüchen. Es sind schwere und trächtige Düste, die hier eingesperrt sind; sie scheinen aus den Dlasen zu stammen, die hier und dort auffteigen, schwimmen und sich um die Halme sammeln. Wasserläufer bewegen sich auf ihrem Element wie auf festem Doden. Fliegen, stehen in der Luft still, wie wir auf einer gläsernen Treppe stillstehen. Das Unfidjtbare trägt, das Unfaßbare hebt. Die dünnen Schäfte der Rohrkolben glänzen wie poliert. Unter mir ziehen Wolken hin. Indem ich unter dem Himmel sitze, schwimme ich über ihm hin. Ich bin winzig wie ein Käser in einem Urwald über mir und unter mir. Ich bin klein und groß zugleich. Alles ist zugleich hoch und tief. Die Stille um mich her ist unzerstörbar. Sie durchdringt mich und ergreift mich. Sie ersaht alles und nimmt es in sich auf. Es ist die Stunde des Mittags, welche am Tage der Stunde der Mitternacht entspricht. Die Geheimnisse dieser Stunde der höchsten Sonne sind nicht geringer als die der tiefsten Dunkelheit. Ich denke an die Roggenmuhme, die mittags durchs hohe Kom geht. Dies Schilf ist wie Korn. Eine verschollene Gestalt der Legenden schwimmt um die Schilf wurzeln. Hier haben bis 500 die wendischen Liutizen gehaust. Irgendwo in dieser Gegend hat ihre Tempelburg Rethra gelegen. Sie kannten viele Götter. Vielleicht tauchen sie manchmal noch zwischen Haselbüschen und Dinsen auf und starren verwundert in diese Zeit. Das dunkle und schwere Drausen des nahen Kiefernwaldes wälzt sich über die Schilfspihen und fällt in den See. Der dünne, pfeifende Schrei eines Habichts fliegt über mich weg. Unter Wasser und Schlamm liegen versunkene Städte. In manchen Dorfkirchen werden noch die Glocken und Taufbecken ihrer verschwundenen Kirchen aufgehoben. Mancherorts ist der Erdboden unsicher. Cs werden Teiche gezeigt, an deren Stelle vor vielen Jahren noch Wiese und Wald war. Ich tauche das Ruder ein und alles umher wankt, taumelt durcheinander. Schilfspihen und Spieglung verwirrt mich. Das Boot gerät ins Gleiten, und alles ist stumm verschwunden. Ich gleite über Wälder und Laichkraut, schwebe über einem Feld von Seerosenblättern und bin wieder zwischen Wasser und Himmel. Drüben liegt der Wald dunkel und endet in die Harfe einer mit einzelnen Kiefern weit vorgeschobenen Waldspitze. Ein Schwarm von Fischen huscht schattenhaft vorbei. Die Sonne liegt breit über allem. Ich fahre den ganzen Tag hindurch. Das Wasser wird ganz weit und ganz eng. Es öffnet sich und schließt sich. Es entfaltet sich und tut sich zusammen. Die Ufer gehen mit und wölben sich, strecken sich weit aus, verstecken sich unter Laub und zeigen sich in einer Haut von Gras. Des Abends steigt Rauch aus fernen, roten Dächern, und in Seitengassen des Schilfes tun sich die Dleßhühner aus slachgelegten Halmen zum Schlaf hin. wo der Mond, rot von künftigem Regen, über ihnen aufgeht. Hundert Jahre Telegraphie. 3n diesem Jahre begeht die Telegraphie ihren 10 0. Geburtstag. Eine königliche Ka> binettsorder aus dem Jahre 1832 hatte den Bau der ersten Telegraphenlinie befohlen, die nur für militärische Zwecke gedacht war. Man half sich da« mals noch mit Uebermittlung optischer Signale. Auf einer Strecke, die von Berlin über Potsdam, Brandenburg, Magdeburg, Köln und Koblenz nach Trier führte, wurden 61 Signalstationen errichtet, die stafsettenartig jede Nachricht mit Hilfe einer Einrichtung, die an die heutigen Eisenbahnsignale erinnert, Weitergaben. Die ganze Linie wurde mit Soldaten besetzt und betrieben. Erst Ende 1848 wurde die optische Anlage durch den elektrischen Telegraphen ersetzt. Ein Jahr später wunde auf Anregung des damaligen Präsidenten des Berliner Handelsamts die Telegraphie, die bis dahin nur dem Militär gedient hatte, auch der Bevölkerung zur Derfügung gesteltt. Wollte aber jemand telegraphieren, der dem Telegraphenbeamten nicht bekannt war, mußte er sich durch zwei ortsbekannte Leumunds,zeugen aus- weisen. War er in einer fremden Stadt, wo ihn niemand kannte, so konnte er nicht telegraphieren. Man legte oben zunächst absolut keinen Wert auf rege Benutzung der neuen Einrichtung. Heute haben wir in Deutschland über 400 000 Kilometer Tele- grgohen- und Fernsprechleitungen, mehr als 40 Millionen Telegramme werden Jahr um Jahr befördert. Täglich wird an der Verbesserung und Der- einfachung der Geräte und des Betriebes gearbeitet und in einigen Jahrzehnten werden unsere heute so vollkommenen Apparate vielleicht denselben Museumswert besitzen wie die optischen Telegraphen und ersten elektrischen Einrichtungen der Telegraphie. Hochschulnachrichien. Professor Dr. Paul Friedländer in Marburg bat den an ihn ergangenen Ruf auf den Lehrstuhl der llasfischen Philologie an der Universität Halle als Nachfolger von Otto Kern angenommen. Der Gelehrte, der seit 1920 in Marburg wirkt, ist besonders durch sein Plato- buch bekannt geworden. Die durch den Tod von Professor Popp freigewordene Professur für Kunstgeschichte an der Technischen Hochschule München wurde Professor Hans Karlinger an der Aachener Technischen Hochschule angeboten. Zum Ailantikflug nach Amerika und zurück gestartet. Der englische Flieger Mollison ist zu einem Etappenflug London—Irland—Neufundland—Neu. york aufgestiegen. Nach der Erreichung seines ameri- konischen Ziels will er seine Maschine in wenigen Stunden überholen lassen, um dann sofort den Rückflug nach Europa anzutreten. Wird das aufbringungspflichtige Vermögen im ganzen veräußert, so haftet der Erwerber neben dem Veräußerer gemäß § 2 Absatz 2 der Der. vrdnung vom 19. Juli d. 3. für die laufenden und für die festgesetzten Raten, soweit dieselben noch nicht bezahlt find. Irrtümlicherweise wurde in letzter Zeit mehrfach die Auffassung vertreten, daß verpachtete Unternehmungen aufbringungsfrei seien. Die Aufbringungspflicht des Verpächters besteht jedoch vielmehr nach wie vor. Die einschlägigen Bestimmungen, welche dcrs Innenverhältnis zwischen Verpächter und Pächter regeln, enthält § 2 Absatz 4 der 2. Durchführungsbestimmung zum Aufbringungsgesetz, wobei zu beachten ist, daß aber dem Finanzamt gegenüber der Verpächter für die gesamte Steuerschuld haftbar ist. Für Geschäftshäuser bestand bereits bisher eine Sonderregelung, die nunmehr auch weiterhin ihre Geltung behalten hat. Für den Fall, daß der Eigentümer die Räume seines Hauses an Mieter überlassen hatte, die wirtschaftlich gesehen mit dem Eigentümer der Grundstücke überhaupt nicht oder nur ganz unwesentlich im Zusammenhang standen bzw. stehen, war keine Aufbringungspflicht gegeben. (Dgl. Erlaß des Reichsfinanzministers vom 19. Dezember 1928.) Wenn jedoch derartige Beziehungen mehr als in dem angedeuteten Ämsange bestanden, war die Aufbringungspflicht in voller Höhe gegeben. Als Grenze ist 10 Prozent etwa anzunehmen. Dieser Regelung für das Rechnungsjahr 1931 steht der Erlaß vom 19. Juli 1932 gegenüber, demzufolge der Erlaß generell sich anteilmäßig in der Höhe bewegen soll, der sich für den Grundstücksanteil ergibt, hinsichtlich dessen ein wirtschaftlicher Zusammenhang zwischen Grundstückseigentümer und Mieter nicht besteht. Aehnliche Testimmungenbestehen auch für Grundstücksverwaltungsgesellschaf- ten. Für letztere Fälle wird die Dilligkeitsrege- lung auch auf Mietwohngrundstücke ausgedehnt. Besondere Bestimmungen bestehen schließlich noch für Betriebe im Osthilfegebiet. Befreiungen auf Grund gesetzlicher Bestimmungen sind gegeben u. a. für land- und forstwirtschaftliche und gärtnerische Betriebe, Kapitalgesellschaften auf gemeinnütziger Grundlage, Holdingsgesellschaften, gewisse freie Berufe, und schließlich für Wohngebäude, welche innerhalb der Zeit vom 1. April 1931 bis 31. März 1934 bezugsfertig werden. Der Steuersatz beträgt für das Jahr 1931: 8 pro Mille, endgültig, das Jahr 1932: 6 pro Mille, vorläufig des aufbringungspflichtigen Betriebsvermögens für 1931. Eine Erhöhung des Satzes für 1931 mußte eintreten (früher 6,1 pro Mille), da für die endgültige Abrechnung nunmehr als Stichtag der 1. Januar 1931 in Rechnung gestellt wurde, der in der Mehrzahl der Fälle erheblich niedrigere Zahlen ergeben wird, als der Dermögensstand des Jahres 1928. Sofern nunmehr die Vorauszahlungen die endgültige Veranlagung nicht decken, so ist die Differenz innerhalb eines Monats nach Empfang des Steuerbescheides, der innerhalb kurzer Zeit den Aufbringungspflichtigen erreichen wird, nachzuzahlen. Uebersteigt jedoch die Vorauszahlung die endgültige Veranlagung, so erfolgt in erster Linie Verrechnung auf rückständige Steuern oder evtl. Erstattung. Der Ausbringungspflichtige, der bis zum 15. August dieses Jahres noch keinen Bescheid über die Höhe der Rate für diesen Termin im Besitz hat, und auch auf Grund der neuen Bestimmungen weiterhin aufbringungspflichtig ist, muß am genannten Zeitpunkt den gleichen Betrag bezahlen, den er am 15. Februar dieses Jahres entrichtete. Rechtsmittel gegen den Aufbringungsbescheid sind ausschließlich Berufung und Rechtsbeschwerde, nicht aber der Einspruch. Abschließend sei noch vermerkt, daß im Gegensatz zu früher für die Aufbringungspflichtigen die Erlaß- und Stundungsbestimmungen sich lediglich der Reichsabgabeordnung zufolge ergeben. Das Hornberger Schießen in Gens. Bon Konteradmiral a. O. BrüninghauS. Bei der Denkmalseinweihuyq in Douaumont am 7. August sagte der französische Kriegsminister Paul-Boncour: „Es ist . sentimentales Geschwätz, immer vom Frieden zu reden, ohne ihn zu organisieren", lieber die nicht zu überbietende Geschmacklosigkeit des Versuchs, bei einer derartigen Gedenkfeier politische Geschäfte machen zu wollen, soll hinweggesehen werden. Dieses Vorgehen der Nation, die die Ritterlichkeit für sich in Erbpacht genommen hat, richtet sich von selbst. Wie sich die Franzosen aber die „Organisierung des Friedens" denken, zeigen diemonatelangenVerhand- lungen in Genf (2. Februar bis 23. Juli), deren Ergebnis praktisch gleich Null ist. Warum? Weil in erster Linie Frankreich gar nicht daran denkt, irgendwie abzurüsten, sondern wirklich ohne jede Sentimentalität den Frieden so „organisieren" will, daß seine militärische Vormachtstellung, von ihm „Sicherheit" getauft, unter keinen Umständen irgendwie angetastet wird. Wenn weiter der französische Staatschef Lebrun bei der genannten Gelegenheit die großen Opfer unterstrich, die Frankreich seit dem Ende des Weltkrieges dem guten Einvernehmen zwischen den Völkern und dem wirtschaftlichen Wiederaufbau der Welt gebracht habe, so fällt es wirklich schwer, keine Satire zu schreiben. Die ganze Welt seufzt unter den Fesseln und unter den unsinnigen Bestimmungen des Versailler Diktats; die wirtschaftliche Not und das soziale Elend machen überall reißende Fortschritte. Das alles aber rührt Frankreich nicht. Es besteht auf seinem falschen Schein und kann sich das auch, vorläufig wenigstens, auf Grund der mehr als kurzsichtigen Politik seiner früheren Kriegsgefährten leisten. Das einzig Greifbare an der Entschließung, die nach einem halben Jahre die kreisenden Berge von 51 Nationen zustandegebracht haben, ist eine Empfehlung an die Mächte, den für die Dauer der Abrüstungskonferenz beschlossenen R ü st u n g s st i list a n d , der am 31. Oktober abläuft, um vier Monate zu verlängern. Was man aber auch von diesem Rüstungsstillstand zu halten hat, illustrieren treffend die Ereignisse im Fernen D ft e n; wie der Luftwaffenstillstand in Wirklichkeit gehandhabt wird, beweisen die Bombenabwürfe auf unbefestigte chinesische Städte. Auch die jüngsten Ereignisse in Südamerika sind mit der Entschließung nicht gerade in Einklang zu bringen. Als einziges positives Aktivum der Konferenz bleibt eigentlich nur — d. h. auf dem Papier — das Verbot der chemischen und bakteriologischen Kriegführung. Alles andere ist lediglich Z u k u n f t s m'u sik, sind Wechsel aus die Zukunft, deren Einlösung mehr als zweifelhaft ist, sind ganz lose gehaltene, jeder Auslegung fähige Direktiven für zukünftige Konferenzen. Als nach fünf Monaten die Abrüstungskonferenz Gefahr lief, sich vollkommen totzulaufen, wirkte der Hoooersche Plan (22. Juli) zunächst wie ein reinigendes Gewitter. Obgleich er stark hinter den Grundforderungen Deutschlands — allgemeine Abrüstung laut Versailler Vertrag, oder Rüstungsausgleich nach dem Grundsatz gleicher Sicherheit für alle Staaten — zurückblieb, wurde er naturgemäß von Deutschland als ein wenn auch kleiner Schritt vorwärts lebhaft begrüßt und unterstützt. Aber, ebenso wie das H o o v e r s ch e Feierjahr seinerzeit in seinen Auswirkungen durch Frankreich sofort sabotiert wurde, ebenso gelang es der „Grande Nation" mit Hilfe ihrer Vasallenstaaten und vor allem mit Unterstützung Englands, dessen Außenminister Simon eine ganz eigenartige Rolle gespielt hat, aus dem Hooverschen Äbrüstungsplan jene Entschließung herauszudestillieren, deren Inhalt mit 21 b r ü ft u n g wenig oder nichtszu tun hat. Die von den Franzosen-in die Debatte geworfene Idee einer „Völkerbundsarmee" ist nur ein Zeichen mehr dafür, daß Frankreich eben nicht abrüften und Deutschland in ewiger Ohnmacht halten will. Denn im Ernst können so tüchtige Militärs, wie sie Frankreich zur Verfügung stehen, sich doch nicht einbilden, daß ein berartiges zusammengewürfeltes Gebilde jemals geeignet fein könnte, den allgemeinen Frieden in der Welt aufrechtzuerhalten und zu gewährleisten. Soll diese internationale Armee gegebenenfalls etwa gegen nationale Armeen kämpfen? Also Deutsche gegen Deutsche, Franzosen gegen Franzosen usw.? Hat man ganz vergessen, daß größte Völker, wie die Vereinigte Staaten von Nordamerika und Rußland, überhaupt nicht Mitglieder des Völkerbundes sind? Die Frage der Organisation einer solchen Armee braucht nur aufgeworfen zu werden, um die Absurdität des ganzen Gedankens darzulegen. Der französische Ministerpräsident H e r r i o t war sich offenbar nicht bewußt, wie stark er sich selbst persiflierte, wenn er in feiner großen Genfer Rede sagte: „Man kann sich fragen, ob das Zeitwort .abrüften' nicht in allen Sprachen ein unregelmäßiges Zeitwort ist, bei dem es keine erste Person gibt und das sich nur in der Zukunft konjugieren läßt." Frankreich braucht nur mit „i ch rüste ab" die Konjugation anzufangen, so werden ihm alle anderen Völker folgen. Unsere deutsche Delegation hatte, so dünkt es mich, alle staatsbejahenden Parteien hinter sich, wenn sie durch ihren Sprecher, den Gesandten N a d o l n y , die kraft- und saftlose Entschließung ablehnte und in ihrer Schlußerklärung sagte: „Namens der deutschen Regierung muß ich aussprechen, daß ihre weitere Mitarbeit nur möglich ist, wenn die weiteren Arbeiten der Konferenz auf der Grundlage der zweifelsfreien Anerkennung der Gleichberechtigung der Nationen erfolgen." Erfreulicherweise hat Reichswehrminister von Schleicher in dem Interview, das er dem Vertreter der „New Pork Times" dieser Tage gewährte, ganz unmißverständlich zum Ausdruck gebracht, daß die deutsche Regierung an dieser in Genf bargelegten Auffassung festhalten werde. Man wirb abzuwarten haben, ob nunmehr bie anderen Mächte allein weiterverhandeln ober ob sie, entsprechenb dem Versailler Vertrag, Deutschlanb bie ihm garantierte Gleichberechtigung zugestehen wollen. Wirtschaft. * Die deutschen Kohkenverschiffun- g e n über Rotterdam waren im ersten Halbjahr 1932 mit insgesamt 2,1 Millionen Tonnen um 1,7 Millionen Tonnen, also um etwa 45 Proz. geringer als in der gleichen Zeit des Vorjahrs. Vor allem hat der deutsche Kohlenexport nach Italien, aber auch der nach Frankreich und den französischen Kolonien stark abgenommen. Sranffurf etwas fester. Frankfurt a. M., 11. Aug. (WTB. Drahtmeldung.) Wenngleich in der innerpolitischen Frage eine endgültige Entscheidung noch nicht gefallen ist und eine gewisse Unsicherheit auch weiterhin bestehen blieb, war die Börse auf die Bedenken des Reichspräsidenten wegen der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler etwas beruhigter. Die Tendenz war daher heute bet Beginn des amtlichen Verkehrs allgemein etwas befestigt. Die Spekulation, die an den letzten Tagen etwas stärker habilitiert hatte, schritt zu Deckungen. Das Geschäft hielt sich aber weiter in ziemlich engen Grenzen, da die Kundschaft weiterhin fehlte und auch sonstige Anregungen nicht Vorlagen. Die erneute Aufwärtsbewegung an der gestrigen Reuyorker Börse blieb nach wie vor ohne Einfluß. Am Chemiemarkt eröffneten IG. zunächst noch 0,25 Proz. niedriger, lagen aber dann über 1 Proz. höher. Fest tendierten Scheideanstalt mit plus 1,75 Proz., Deutsche Erdöl zogen um 0,63 Prozent an. Metallgesellschaft blieben behauptet. Durch festere Haltung zeichneten sich noch Aku mit plus 2,25 Proz. und Lahmeher mit plus 2 Proz. aus. Am Rentenmarkt betrugen die Besserungen von 0,50 bis 1 Proz. Don Montanwerken eröffneten Stahlverein 0,38, Phönix 0,75, Buderus 0,50 und Gelsenkirchen 1,50 Proz. höher. Schiffahrtsaktien waren zwar nicht mehr so gesucht wie an den Vortagen, doch stellten sich ebenfalls Befestigungen von 0,25 bis 0,50 Proz. ein. Von sonstigen Werten wurden Holzmann 1,50 Proz. höher taxiert. Süddeutsche Zucker blieben zu 108 Proz. behauptet, während Gebr. Iunghans ihre nach unten gerichtete Bewegung um 0,38 Proz. fortsehten. Deutsche Anleihen eröffneten unverändert, konnten aber später bis zu 0,25 Proz. anziehen. Lebhafter waren Reichsschuldbuchforderungen mit plus 1 Proz. Von fremden Werten blieben Anatolier behauptet, älngarische Goldrenten bröckelten leicht ab. Im Verlaufe konnte sich die feste Grund- ftimmung erhalten, neue Kursbesserungen traten aber nicht ein, weil man wieder starke Zurückhaltung bekundete, zumal keine Orders eingegangen waren. Am Geldmarkt blieb Tagesgeld zum Medio zu 4 Prozent unverändert. Zurückhaltung in Berlin. De rlin, 11. Aug. (WTB. Funkspruch.) Im allgemeinen hat die innerpolitische Situation im Vergleich zu gestern noch keine weitere Klärung erfahren. Dies war der Hauptgrund für die noch in den heutigen Vormittagsstunden herrschende Zurückhaltung. Trotz der Geschäftslosigkeit und der geringen Unternehmungslust der Kundschaft wurden aber gut behauptete Kurse taxiert, und wirklich war die Eröffnungstendenz heute zumindest widerstandsfähig. Reben dem weiter festen Reuhork boten die wieder anziehenden Rohstoffpreise eine Stütze, vor allem kam aber der Börse das energische Einsetzen des Reichspräsidenten für den Gedanken eines Präsidialkabinetts überraschend und gab der Spekulation, die an und für sich mit ihrem Engagement gestern ziemlich glatt war, Veranlassung zu kleinen Rückkäufen. Da die Märkte als bereinigt anzusprechen sind, entscheiden schon kleine Kauf- resp. Verkaufsaufträge die Kursgestaltung. So konnten Farben, in denen das Angebot heute wesentlich nachgelassen hat, schon 0,38 Proz. fester eröffnen und gewannen nach dem ersten Kurs ziemlich leicht weitere 0,75 Proz. Kaliwerte waren bis zu 3 Proz. erholt. Am Montanmarkt waren Gewinne bis zu 1,25 Proz. festzustellen. Don Dauwerten stiegen Holzmann um 1,25 Proz., und nur am Elektrwmarkt war die Tendenz als uneinheitlich zu bezeichnen. Chade- aktien profitierten von der llnterdrückung des spanischen Putschversuches und gewannen 3,50 Mark. Im Verlaufe wurde das Geschäft auf einigen Marktgebieten etwas lebhafter. Hiervon profitierten auch die variabel gehandelten In- dustrieobligationen, während von den übrigen festverzinslichen Werten Goldpfandbriefe zur Schwäche neigten. Deutsche Anleihen konnten nach unverändertem Beginn meist anziehen, auch Reichsschuldbuchforderungen waren um 0,5 bis 0,75 Prozent gebessert. Don Auslandrenten wiesen Türken geringe Abschwächungen auf. Am Geldmarkt war die Situation zu gestern vöUig unverändert. Tagesgeld war mit 5,25 Prozent an der unteren Grenze erhältlich. Das Geschäft in Privatdiskonten war, wie an den Vortagen, ziemlich ruhig, doch war weiter kleine Kaufneigung festzustellen. Auch für Reichswechsel, jetzt per 10. Rovember, bestand Interesse, doch waren die Llmsätze hier wie auch in Reichsschatzanweisungen per 15. Rovember sehr gering. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 11. Aug. Auftrieb: 132Rinder, 908 Kälber. 212 Schafe, 955 Schweine. Es wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 36 bis 40 Mk., mittlere Mast- und Saugkälber 31 bis 35, geringe Kälber 25 bis 30. — Schafe: Mastlämmer und jüngere Mast- hämmel (Weidemast) 26 bis 30, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 20 bis 25, fleischiges Schafvieh 16 bis 19. — Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 48 bis 52, von etwa 160 bis 200 Pfund 45 bis 51, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 41 bis 44 Mk. — Marktverlauf: Kälber und Schafe ruhig, geräumt. Schweine schleppend. Sonnenqebräunte Haut -NIVEA-CREME oder ober NIVEA - ÖL Die Einäscherung fand in der Stille statt. C4695 Einsicht offen. 57700 Wir beklagen den frühen Heimgang unserer lieben Altersschwester Frau Anna Sturm der wir ein treues Gedenken bewahren werden. DleBeerdigungfindetamSams- tag, dem 13. Aug .vorm.UUhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Alters Vereinigung 1874 — 76. _ __________04693 Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Rod- Heim für das Rj. 1932 liegt vom Samstag, dem 13. August 1932, ab eine Woche auf der Bürgermeisterei zu jedermanns Einwendungen können während dieser Zeit schriftlich ober münblich zu Protokoll vorgebracht werben. Es wirb eine Umlage erhoben, zu ber auch bie Ausmärker beizutragen haben. Robheim a. b. Horloff, 10. August 1932. Hessische Bürgermeisterei Robheim. Hofmann. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marie Bauer, geb. Kompf Mariechen Bauer. Gießen, den 11. August 1932. Frische Fische aus heutiger Zufuhr: I»Nordscc-Schcllfische Pfd. 55 u.604 ff. Kabeljau o. ft. Pfd. 35 4 im Ausschnitt 4(M Prima Seelachs o. K. Pfd. 30 4 Frische Iischfiletö Pfd. 50 4 Frische Bücklinge Pfd. 30 4 Die 5-Pfund-Küte 1.30 Neue deutsche Votlheringe 10 Stück 42 und 65 4 Neue engl. Matjes Stück 18 4 Nene Salzgurken Stück 8 4 Neues Sauerkraut eigene Herstellung Pfd. 184,3 Pfd.50-- Richard Grünewald Bahnhofstraße 27 0^1 Fernsvr. 3631 «Aferben Sie mittelst der Zeitungsanzeige und In geeigneten Fauen auch durch gute Drucksachen! Fachliche Beratung, wirksame Entwürfe, beete Aue- führung, günstige PrelevorschlMge bietet Ihnen die ßrühl’sche Druckerei. Gießen. Schulstr. 7. Anruf 2251 Heute entschlief sanft nach kurzem Leiden meine liebe Frau, unsere treue Mutter, Schwiegermutter. Schwester, Tante und Schwägerin Frau Elisabeth Appel geb. Reichler. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Appel und Kinder. Gießen (Seltersweg 77), Bad-Nauheim, den 10. August 1932. Die Beerdigung findet Freitag, den 12. August, nachm. 31/? Uhr. auf dem Neuen Friedhof statt. 1 4 8B ......................................................................... Lebensstellung!! Angesehene grobe Werde- unö BieHerB WWl fucht iütbng.. genranMen öettn Jür die Uebernahme einer Geschäftsstelle Außerdem werden nochNeise-Insvektvren und Ortsvertreter eingestellt. Schriftliche Singebote mit. 5775V a. d Gieß. Anzeiger. !!I!IIsiIIIIIIIIIIIIIIIIIl!!IIII»WlIIIIIIIIIIIIIIIIIIII!IIlIIIWlll Aus dem Leben voller Arbeit verschied am Sonntag, dem 7. August, nach kurzer Krankheit mein lieber treusorgender Gatte, mein guter Vater, unser lieber Schwiegersohn, Schwager und Onkel Ludwig Bauer im Alter von 50 Jahren. — Für die herzliche Anteilnahme innigsten Dank. Heute abend gegen 7Uhr hat es Gott dem Allmächtigen gefallen, meinen lieben Mann, unseren gutenVater, Schwiegervater.Großvater u.Schwager Johannes Moos, Landwirt nach langem Leiden im 81. Lebensjahr in die Ewigkeit abzurufen. Die trauernden Hinterbliebenen: Fran Elisabeth« Moos, geb. Schwalb Familie Louis Benzler Staufenberg, Daubringen, Familie Heinrich Kraft den 10. August 1932. Familie Heinrich Moos Familie Wilhelm Walter. Die Beerdigung findet Freitag, den 12. August, nachm. 2l/8 Uhr statt. 5'76 D |Verschiedenes| Griechischer Priral-Onlerrichl gesucht. Schriftliche Angebote mitPreis- angabe unter 04698 an den Gieß. Anr. Günstige Kapitalanlage 12.000.— Mk. als 1. ein;. Goldmark- Hyvothek auf s. sch Haus mit Praxis, Garage u.gr.Garten sos.ges.Zinsenwerd. '/«jäbrl. überwiesen. Schriftl. Ang. unt. 04684 an d. G. A. Kataloge liefert Brühl, Gießen PN. ■ Dieses außerordentlich eI Deutschen muh doch ct. Die Entschuldigung, !os Angeles unter Verhältnissen besor ästen, kann wohl nur zu ttiren. Denn schließlich Iler mitteleuropäischen !r aller Länder, die in । «i« "rfS cine Äin«™« 6et ÄS* au*^ Sa oU Sievert M erleh't« und beim M'M Kit herauM, wen m chmerzen zu Am hast versagen ter ebenM h ie:fterin Helene Wo konnte gerade noch «O ’onn 9 iDuftnert ®ie0C?m&-'Die5d) : * eoen, gleichmäßig unter Dn Los Angeles. Schlief »mische Klima ein Han! euyorler, sür die Kanai nd für die Finnen. Als, icht sein. Als eine ter Hauvturs kt deutschen Vertreter )raanisationterE kart Diem zeichnete, ai mai schon neunzig Athl< jiekte, so war es ein 11 rin armes Land wie 2 rechig Offizielle mit au sonders bann, bann bie egleiter so begaffen ift, ztes Ir. Heiß, ter e- sucht vereinbaren und zul Mutschen O'chnchialämhser Vampser zu stark den kulin Machen. Herrn Dr. heih pter Hoch-chule für Leidet fter «ch noch andere sehr Mürse gemacht, deren ■wen muh. 1 / Auch sonst lüften sich ßfiM) über manchen unveri pem Gebiete des deutsche »lucht alles trügt, wird |ii IjMtetin Helene Mähe Iwtendalchen entwickeln. 5 ■Mtat in Los Angeles, : EaA nämlich D erzählt, sie f |!£Äorj9kit nur' HÄ W dm |^P‘Qnö keine Chance WvleKmlurrcntinnen der * ni, finit ter ÄAtun habe, ffSinL'ann ÄtUn9 des i f scheu, lind. G «ßeles Lehret. 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