Cr. 155 Erste; Blatt 182. Jahrgang Samstag, U. Juni 1952 Erscheint täglich, außer Sonntag» und Feiertag» Beilegen: Die Illustrierte (Biefoener FamiliendlStter Heimat im Bild Die Scholle monati-Beiugspreis: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. zernsprechanschlüsse ,nterSammelnummer2251 Anschrift sür Drahtnach» richten Anzeiger •iefjei. pollschecktonto: Zranlsvrt am Main 11686. GießenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick «nd Verlag: vrühl'fche Univer^latL-vuch. und Steindrucferei R. Lange in Sieden. 8chriftleitnng und Seschäflrftelle: Schulitraße 7. Annahme von Anzelae» für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig: für R— klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20', mehr. Chefredakteur Dr. Frredr. W,lh. Longa. Verantwortlich für Dolittk Dr Fr. Will». Lange: für Feuilleton Dr H.Tyyriot; für den übrigen led Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, iömtli* in Gief,en. Lausanne. Mitte der nächsten Woche wird in Lausanne an den Ufern des Genfer Sees, wenige Kilometer vom Sitz des Völkerbundes und der Abrüstungskon- fercnz, die neue TriAutkonserenz zusammentreten. Die wievielte eigentlich, seitdem das Diktat von Der- sailles das wirtschaftliche Chaos nur vergrößert hat, in dem der Weltkrieg die Völker zuruckließ? In Lausanne soll nun darüber verhandelt werden, was nach Ablauf des Hoovermoratoriums geschehen soll. Sehr viel Zeit bleibt nicht mehr dafür, denn das Hoooermoratorium ist ja bis zum l.Iuli befristet und wenn auch niemand in der Welt mehr ernsthaft an eine Wiederaufnahme der deutschen Tributzah- lungen glaubt, so steht doch noch keineswegs fest, ob man für diese Erkenntnis schon in Lausanne eine brauchbare Formel finden wird. Mit anderen Worten, es ist mehr als unwahrscheinlich, daß die in Lausanne versammelten Staatsmänner den Mut haben, auf die verzwickte Frage „Wie sog ich's meinem Volke?" die erlösende Antwort zu finden, nachdem fast dreizehn Jahre hindurch das ebenso zugkräftige wie billige Schlagwort „le Boche payera tout" die Reparations. und Kriegsschuldenpolitik beherrscht hat. Das nach den Kammcrwahlen abgetretene französische Kabinett Tardieu hat, wie schon sein Vorgänger, das Kabinett Laval, alles getan, um sich um diese höchst unbequeme Antwort herumzudrücken. Es hat immer wieder und leider mit Erfolg, versucht, die entscheidende Aussprache über das Tributproblem zu verschleppen.'Keine der vielen Zusammenkünfte der europäischen und amerikanischen Staatsmänner, die seit dem Brief Hindenburgs an den Präsidenten Hoover stattgefunden haben, sind über kurzfristige Provisorien hinausgekommen, und es hieße falsche Illusionen nähren, wollte man den Glauben wecken, als ob von Lausanne nun wirklich endgültige und tiefgreifende Entscheidungen erwartet werden könnten. Die neue Tributkonserenz geht für die wichtigsten Rollen in gänzlich neuer Besetzung über die Bühne. Nur England und Italien, die beide auf eine end- oültige Bereinigung des Tributproblems hinsteuern, sind durch die gleichen Staatsmänner wie auf den früheren Konferenzen vertreten, England durch Macdonald, den Premierminister der Nationalregierung und seinen Staatssekretär des Auswärtigen, den Liberalen Sir John Simon, Italien durch den faschistischen Außenminister G r a n d i, der erst vor wenigen Tagen mit ebenso klugen wie mutigen Worten die Reoisionsanspriiche seines Landes gegenüber der in Versailles geschaffenen Machtoerteilung scharf präzisiert hat. Die beiden Hauptkontrahenten jedoch, Deutschland und Frank- reich, haben neuen Männern die Vertretung ihrer Interessen auf der Konferenz in Lausanne anoertraut. Was diese im Schilde, haben, ist noch nicht einmal in Umrissen deutlich geworden. Der deutsche Standpunkt ist zuletzt festgelegt worden durch das klare und entschiedene „Nein", das Reichskanzler Dr. Brüning bei wiederholten Malen und in voller Oeffentlichkeit jeder Forderung auf Wiederaufnahme der deutschen Tributzahlungen entgegengestellt hatte. Der Reichskanzler hatte dabei das ganze deutsche Volk hinter sich, so zersplittert und uneins auch sonst seine Meinung in den meisten inner- wie außenpolitischen Fragen sein mochte. Don dieser Plattform wird also auch keiner seiner Nachfolger obweichen können will er nicht von einem einhelligen (Ent- rüftungsfturm der öffentlichen Meinung seines Lan- des hinweggefegt werden. So ist auch nicht anzunehmen daß das neue Kabinett Papen, obgleich feine Regierungserklärung in diesem Punkt nicht gerade klar und bestimmt lautete, in der Reparationspolitik ein anderes Ziel im Auge haben wird, wenn auch der Weg dahin von dem von Dr. Brüning verfolgten Kurse im einzelnen obweichen mag. Diesen Kurs vermag man aus den spärlichen Aeußerungen der neuen Männer bisher noch nicht klar zu erkennen. Der Reichskanzler v. Pa pen, der Mitglied des deutsch französischen Studienkomitees war gilt als überzeugter Anhänger der politischen Auffassung, daß die europäische Wirtschaftskrtsis nur durch eine Zusammenarbeit mit Frankreich behoben werden kann. Das setzt natürlich eine pofttische Der- ständigung beider Volker voraus. Der umgekehrte Weg kann nicht zum Erfolg fuhren dafür ist der beste Beweis der bei dem Berliner Besuch Lavals und Briands im vergangenen Sommer gemachte, aber gänzlich mißglückte Versuch durch wirtschaftliche Zusammenarbeit eine politische Annäherung zu bewirken, lieber einen unverbindlichen Gedanken- austausch ist man niemals zu greifbaren Ergeb- nissen gekommen, denn wirtschaftliche Zusammenarbeit ist besonders während einer alles zerrüttenden Krisis ohne gegenfeitiae» Vertrauen undenwar und dieses wieder etzt die Ausräumung der großen politischen Fragen voraus, die zwischen beiden Volkern Im Grunde werden ähnliche Gedankengänge auch Dr. Brüning vorgeschwebt haben er glaubte nur wohl noch den eklatanten Mißerfolgen seiner Unter- Handlungen mit Laval und Tardieu dos Z'- em-r Verständigung mit Frankreich nicht ohne die ver mittelnde Hilfe anderer Mächte erreichen zukonnem Die Front, die sich zwischen Deutschland, den beiden angelsächsischen Mächten und Italien seit dem ver- gangenen Sommer gebildet hot, hat denn auch tat- ?äd)Hd) Frankreich in eine moralische Isolierung gezwungen aus der jetzt E) er r i o t ber neue fielt« der französischen Außenpolitik, mit ollen Mitteln herausstrebt. Wir werden spater voraus Zuruckkom- ’ “ müllen Hier ist al o dem neuen Kurse Des Reichskanzlers v. Popen zweifellos wirkungsvoll uorqearbeftet worden. Wie weit ber, neue ÄÄ "eV"uf Änner es^aXs*Sit "ist °noch nich^deutsich. hat bei seinem Abschiedsbesuch in London unter Macdonalds Wochenende in Paris. Französisch-englische Vorbesprechungen für die Konferenz von Lausanne. Der Willkomm der preffe. Paris, 10. Juni. (TU.) Der bevorstehende B e - such des englischen Ministerpräsiden- ten Macdonald wird auch weiterhin in der französischen Presse lebhaft begrüßt. Die „Ere Nou- velle" ist der Aussassung, daß die Abneigung, die der englische Ministerpräsident bisher stets für Verhandlungen mit Frankreich auf französischem Boden gezeigt habe, in erster Linie durch den Wortlaut der Regierungserklärung überwunden worden sei. Aus der anderen Seite verdanke Frankreich die Aenderung an der bisherigen Haltung Macdonalds aber auch den politischen Ereignissen in Deutschland, die England sicherlich die Augen geöffnet hatten. — Die aStepu- blique", das Organ des linken Flügels der Radikal- fozialiften und insbesondere des gegenwärtigen Ministers für öffentliche Arbeiten, Daladter, spricht sich im Zusammenhang mit den bevorstehenden großen Konferenzen für ein weitgehendes Entgegenkommen Frankreichs gegenüber den deutschen Forderungen aus. lieber den Militarismus hinweg, der augenblicklich Herr in Deutschland sei, dürfe man das Elend des deutschen Volkes nicht vergeßen. Um den Krieg ein für allemal auszuschalten, müsse man sowohl seiner Unfähigkeit, die Reparationszahlungen zu lei st en, wie auch verschiedenen gerechtfertigten Forderungen bezüglich des Danziger Korridors und der Kolonien Rechnung tragen. Bei tfen bevorstehenden englisch- französischen Besprechungen werde es sich nicht um die Wiederherstellung der alten „Entente cordiale“ handeln, sondern lediglich um einen gegenseitigen Gedankenaustausch, den die augenblickliche Lage dringend notwendig mache. Einige Blätter bleiben skeptisch hinsichtlich ver Möglichkeiten einer Einigung Frankreichs und Englands. So fragt „Journal", was Macdonald eigentlich beabsichtige. Aus englischen Presse- außerungen. namentlich nach der Einstellung der „Times", müsse man glauben, daß die Unterredung Macdonald-Herrivt unter dem Zeichen stehe, was man eine freundschaftliche Losl agung nennen könne. — „Echo de Paris" ist ebenfalls skeptisch und besorgt. — „Peuple" beruft sich auf das Manifest der Gewerkschaftsinternationale und erklärt, dast angesichts der Weltwirtschaftskrise es sich nicht darum handeln könne, eine provisorische Lösung zu finden, sondern daß eine endgültige Repara- tionsregelung getroffen werden müsse. Englands plan für Lausanne. Für giundsatzlichc Streichung der Tribute. London, 10. Juni. (TU.) Im Hinblick auf die zahlreichen Mutmaßungen über die Politik, die England aus der Lausanner Konferenz einschlagen wird, wird von der Regierung mitgeteilt, daß eine a m t- 1 iche Erklärung hierüber erst bei Beginn der Lausanner Konferenz erfolgen werde. Die englische Regierung halte an ihrer Forde- Hinweis auf eine Besprechung mit Dr. Brüning die Kontinuität der deutschen Außenpolitik besonders unterstrichen und damit bei der englischen Presse Zustimmung gesunden. Es wäre aber auch denkbar, daß Freiherr von Neurath, der als Botschafter in Rom und London die inneren Nöte und Sorgen beider Länder an der OucUe tennengclcrnl hat, in vermutlich richtiger Einschätzung des gegenwärtigen Krästeverhältnisies in Europa, Die beiden Machte England und Italien allein ohne die Vereinigten Staaten nicht als hinreichende Verbündete in einem diplomatischen Spiel gegen Frankreich betrachtet. Wie sehr dies Gefühl in Rom und London selbst vorherrscht, haben wir ja im letzten Jahre wiederhol, erfahren müssen, wenn Deutschland von beiden immer wieder auf eine direkte Auseinandersetzung mit Frankreich hingcwiesen wurde, für die man lediglich seine Vermittlung anbei. Dies Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit wird noch bestärkt durch die seit der gänzlich fehlgeschlagenen Europareise des Staatssekretärs Slimson noch erheblich verstärkte Abneigung A m e r i k a s gegen irgendwelche Einmischung in die europäischen Dinge. Je stärker in den 'Bereinigten Staaten selber die wirtschaftlichen Schwierigkeiten wachsen, je rigoroser die Sparmaßnahmen, Gehaltsabstriche und Steuer- erhöhungen werden, mit deren Hilfe das Defizit im Bundeshaushalt ausgeglichen werden muß, um so weniger kann eine amerikanische Regierung ihrem Volke den Verzicht auf die (Eintreibung der Kriegs- schulden zumuten, besonders wenn es auf der^Hand liegt daß Die Schuldner trotz ihrer Bitte auf edjul- denstreichung immer noch Milliarden übrig haben, um für einen neuen Krieg zu rüften. Das ist der sehr klare Standpunkt der öffentlichen Meinung in den Vereinigten Staaten und an ihm wird sich vor erst kaum etwas ändern lasten. Möglich, daß ein neugewählter Präsident — daß Hoover wieder- kommt, ist mehr als fiaglich — wieder fre^re Hand bekommt, aber das ist eine unsichere Rechnung. Wir werden uns jedenfalls damit abfinden musten, daß Amerika, wie ja eben erst wieder das staats- Departement erklärt hat, mit der ganzen Repara- tionsgefchichte nichts zu ichaften Haden will Das ist für unsere Politik m Lausanne sehr wich- tia. denn Frankreich ziell immer wieder daraus hin _ Unb die andern an den Reparationen interessierten Mächte sind nur zu sehr geneigt, aus nahe- rung der völligen Streichung der Tribute und Kriegsschulden fest und dieses Ziel werde die Richtlinie für das Verhalten der eng- tischen Abordnung sein. Es werde von den Besprechungen in Paris zwischen Macdonald und Herriol abhängen, ob und inwieweit eine Aenderung der englischen Ziele notwendig werde und welche Formen diese annehmen werden Der Gedanke einer gemeinsamen e u • ropäischen Front gegenüber Amerika liege, wie vielleicht aus verhandlungstaktischen Gründen angedeutet wird, nicht im Rahmen der jetzigen Absichten der englischen Regierung. „Times" sagt, jetzt sei die Zeit gekommen, wo das Ende der Re p a r a t i o n S z a h - lungen ins Blickfeld gerückt werden müsse. Wenn das in diesem Monat noch nicht erreicht werden könne, so könne wenigstens betont werden. daß grundsätzlich eine Streichung ins 21 uge zu fassen sei, es könne ver Appa- rat geschaffen werden, ver die Deendigung ver Reparationen mit der Beendigung der anderen inter staatlichen Schulden zusammenfallen lasse. Völlige und unmittelbare Streichung würde weder durch- führbarnoch im 21 u g e n b 11 d moralisch wiewirtschaftlich wünschenswert sein. QInbereHeil# aber erwarte England nicht irgendwelche weitere Zahlungen von Deutschland. Der Premierminister müßte daher in der Lage fein, Den Weg zu weiten. Die englische Regierung könnte z. V. ihre Vereitwilligkeit erklären, ein jedes Land, das seinen Anspruch auf Reparationen von Deutschland aufgibt, von seinen Zahlungsverpflichtungen England gegenüber zu entbinden. Eine solche Erklärung wäre wichfiger als andere (Bürgen. Morgen Empfang der süddeutschen Gtaatschefs beim Reichspräsidenten. Berlin, 10. Juni. (WTB.) Der Herr Reich». Präsident hat den Ministerpräsidenten und Staatspräsidenten der Länder Bayern, Württemberg und Baden auf die telegraphisch an ihn gerichtete Bitte um (Empfang geantwortet, daß er gern bereit sei, die Herren zu der gewünschten gemeinsamen Besprechung zu empfangen, und zwar in Gegenwart de» Reichskanzlers. Als Zeitpunkt hierfür hat der Herr Reichspräsident Sonntag, den 12. Juni, 11 Uhr, festgesetzt. Die Bitte der süddeutschen Staatspräsidenten um einen (Empfang beim Reichspräsidenten wird in der roürttembergifdjen Presse verschieden beurteilt. Das „S tuttgarter Neue iagblatt" und die „W ürttemberger Zeitung" (beide demokratisch) billigen diesen Schritt und nennen ihn durchaus verständlich, berechtigt und vom süddeutschen Standpunkt aus begrüßenswert. Die „Süddeutsche Zeitung" (deutschntl). Der „6chwä- bische Tier fair" (Deutsche Volkspartei) und der „NS.-K u r i e r" (nationalsozialistisch- verhalten sich aber entschiedend ablehnend dagegen In diesen drei Zeitungen wird betont, daß der Schritt völlig unnötig sei, daß der württcmbergische Staatspräsident als Vorsitzender eines geschästssüh- renben Ministeriums nicht in der Lage sei, im Nomen Württembergs zu sprechen, und daß es zweifelhaft sei, ob cr als ein durch die politischen Vorgänge verärgerter Zentrumsmann überhaupt die wahre Stimmung im Schwabenland kenne. Der „N.-S Kurier" kündigt noch besonders an, daß das Vorgehen von Dr. Bolz im Landtag ein dramatisches Nachspiel haben werde. Eine Progremmrede des Reichskanzlers. Oer Sinn des Regierungswechsels. Berlin, 11.Juni. (WTB. Funkspruch.) Auf der Vollversammlung des Deutschen Landwirtschafts, tags führte Reichskanzler von Popen in einer Ansprache u. a. aus: In einer der entscheidungs- vollsten Stunden der Nachkriegsentwicklung hat der Herr Reichspräsident mich zu Dem Amt des Reichskanzlers berufen und ich lege Wert darauf zu betonen, daß die Bildung der neuen Regierung wenig zu tun hat mit dem gewohnten üblichen Wechsel parlamentarischer Kabinette, sondern daß es sich hier liegenden Gründen in Die gleiche Kerbe zu hauen —, Reparationen unD KriegsschulDen miteinanDer zu uerbinDcn, bei Der eben geschilderten Abneigung Amerikas gegen jeDe Schuldenstreichung eine für uns höchst gefährliche Taktik. Die Schulden, auf deren Rückzahlung Amerika besteht, sind während Dj?5 Krieges entstanden aus tatsächlichen Leistungen der Vereinigten Staaten an ihre späteren Verbündeten (Anleihen, Materiallieferungen) die Reparationen Dagegen, Die man Deutschland im Versailler Diktat auferlcgt hat, haben rein politischen Charakter und sind, soweit sie dem Wiederaufbau der zer- störten Gebiete in Nordfrankreich und Belgien und der Wiedergutmachung sonstiger Kriegsschäden Dienen sollten, längst mehr als reichlich abgegolten worDen. Sie stehen mit Den alliierten Kriegsschulden in keinerlei Zusammenhang und entbehren heute nach den von Deutschland bis zum Hoover-Moroto- rium gemachten Auswendungen jeder materiellen und moralischen Begründung. Dieser fundamentale Unterschied Darf auch in Lausanne nicht verwischt werden. Denn jeDe Verkuppelung beiDer Probleme — sie ist leiber in Der öffentlichen Meinung schon viel zu sehr eingenistet — schiebt uns zwilchen Amerika unD seine Schuldner, eine Lage, aus Der es nur schwer einen Ausweg geben würde. Wir müssen also, nachdem wir Die Reparationszahlungen tat- sachlich eingestellt haben unD erklärt hoben, roeDer fähig noch willens zu fein, sie wieder aufzunehmen, auch formell vom Voungplan loskommen. Wie wird sich dazu Frankreich in Lausanne stellen? Das neue französische Kabinett Herriot hat nicht die breite Basis in der Kammer, Die noch Dem 'Wahlsieg Der Linken natürlich gewesen wäre. Es setzt sich fast ausschließlich aus Radikalsozialiften zusammen aus Dem engeren Freundeskreis des Ministerpräsidenten und kann nur auf die bedingte Unterstützung der Sozialisten rechnen, während die Tardieu-Gruppe sich gespalten hat und Tardieu selber in Die Opposition gegangen ist, nachdem es ihm nicht gelungen mar, leinen Nachfolger außenpolitisch festzulegen. Herriot hat es mit großem Geschick verstanden, sich in ollem Die HänDe freizuholten. Es kann angenommen werden, daß er aus zwingen- Den finanziellen Gründen sowohl, wie auch, um Den Sozialisten entgegenzukommen, sich zu einer gewissen Einschränkung der Rustungsausgaben entschließen wird, womit allerdings uns nicht geholfen um Die Dokumentierung einer grunD- faßlich neuen Richtung Der Staate- f ü 1) r u n g — selbstverständlich im Rahmen der Reichsoerfassung — handelt. Die unerhörte geistige und materielle Not des Deutschen Volkes verlangt eine Coslöfuna Der Regierungsführung aus Den Fesseln ^arteigebunbe- nen Denkens unD parteipolitischer Doktrinen. Sie verlangt eine Zusammenfassung aller Kräfte zur Wiedergesundung wird, solange Die vorhanDene Ungleichheit Der Rüstungen unocränDert bestehen bleibt. Aber Diese Geste soll ihm auch Amerika unD England gegenüber die ersten Schritte aus der doch peinlich empfundenen Isolierung erleichtern. Für Lausanne hat Herriot offenbar keinen festen Plan, er 'erneuerte zwar in seiner Regierungserklärung vor ber Kam- mer die durch stete Wiederholung nicht richtiger werdende traditionelle Sicherheitsthese und sprach ebenso wie alle seine Vorgänger von den unveräußerlichen Rechten Frankreichs und der Achtung vor Den Verträgen, aber er vermiet» jeDe Anspielung auf Den Kurswechsel in DeutschlonD und verzichtete auch auf Die (Erinnerung an die Entente cordiale mit England, die früher aus larbicus Mund den Briten nicht angenehm in den Ohren klang. Herriot strich in allem Den neuen Kurs Des liberalen, gut europäisch Denfenben Frankreichs heraus unb hatte bie Genugtuung, boh ber Erfolg biefer flugen Zu- rückholtung nicht auf sich warten ließ. In ber Lon- boncr Presse würbe ihm bereitwillig herzliche Anerkennung für seine Mäßigung gefpenbet, Die seit TarDieus Brüskierungen stark oerDüfterte Atmo- fpbäre beginnt sich zu lichten und als erstes (Ergebnis Der neuen Taktik kann Herriot Macdonald und Simon zum Wochenendbesuch in Paris begrüben. So geht Frankreich in einer erheblich verbesserten moralischen Position noch Lausanne Wie weit sich diese nun am Konferenztisch selber zu irgend etwas Greifbarem auswerten lassen wird, muß dahingestellt bleiben. Die Engländer wünschen zweifellos, trotz ber Kürze ber Zeit, einen ernsthaften Versuch zu machen, zu einer Generalbereinigung des Tributproblems zu kommen, schon um für die auf Lau- sänne folgende, auch von Amerika beschickte Welt- wirtlchaftskonferen; in London von Der Polstik her Den Rücken frei zu haben. Wie weit diese Bemühungen MacdonalDs, die soweit sie unsere ganz ein- Deutig umschriebenen Interessen zu förDern geeignet sind, sicherlich die wärmste Unterstützung Der deutschen Delegation finden werden, von (Erfolg gekrönt sein werden, wie weit Die weltpolitische Situation unD Die auch in Frankreich spürbar werbende Wirt- schaftskrisis Herriot zu Entgegenkommen veranlassen werden und welche Gegenforderungen er uns dafür präsentieren wird, das alles müssen die nächsten Tage uns lehren. M Slus es Anfafsen eine, deren ßö° Sein § Sammlungsbestrebungen der Milte eweggrund zu Isi Hessen und die Berliner Besprechungen. Darmstadt, 10. Juni. (WSN.) Staatspräsident Dr. Adelung hat sich zu der vom Reichskanzler Wettervoraussage. Aus dem sich weiter nach Osten verlagernden Hoch, druckgebiet führen ausfließende kontinentale Luftmassen zu heiterem Wetter mit fortschreitendem Temperaturanstieg. Auch die nächtliche Abkühlung ist nicht mehr so stark wie seither. Allmählich bewegt sich von Westen her eine Tiefdruckrinne vor. die einen Kern über dem Nordmeer und einen westlich von England und Irland aufweist. Durch den letz- teren dürfte unser Wetter beeinflußt werden, so daß zunehmende Wärme in Gemeinschaft mit der Stö» rung zu Gewittertätigkeit Anlaß gibt. AussichtenfürSonntag: Weitere Wärme» Zunahme, anfangs heiter, dann aufkommende Be» wölkung mit Gewitterneigung. Lufttemperaturen am 10. Juni: mittags 19 Grad Celsius, abends 12 Grad; am 11. Juni: morgens 13 Grad. Maximum 21 Grad. Minimum 4,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 10. Juni: abends 19,4 Grad; am 11. Juni: morgens 13 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 13% Stunden. Schwere Ausschreitungen gegen Deutsche in Polen. Posen. 10. Juni. Am 11. und 12.3uni sollte in Colmar ein deutsches Sängerfesl stattfin- den, zu welchem Zweck im Saal des Schühenhauses eine Probe stattfand. Während der llebungsstunde. an der etwa 100 Sänger und Sängerinnen teilnah- mcn. drangen plötzlich etwa 50 Polen in den Saal und hieben mit Knüppeln und Stuhlbeinen auf die deutsche Sanges- gemeinde ein. Auch mehrere Schüsse fielen. Line große Zahl der Deutschen, sowohl Männer als Frauen, erlitt ;um Teil schwere Verletzungen. Ls blieb den Deutschen nichts anderes übrig, als den Saal fluchtartig zu verlassen und in dem nahen Dald Schuh zu suchen. Polizei erschien er st, als der feige Ueberfall sein Lude gesunden hatte. Dem Ueberfall war eine auf dem Marktplatz veranstaltete polnische Protestversamm- l u n g gegen dos geplante deutsche Sängerfest vor- ausgegangen, woran sich auch Vertreter der Behörden beteiligten. Infolge des skandalösen Vorfalls ist das Sängersest abgesagt worden. Amnestie für Claus Heim. ei ja ui w Ti Li un . Die dc des Bmc in dem ' Eine Erklärung Oingeldeys. Für eine einheitliche national-bürgerliche Front. Berlin, 10.3uni. (TU.) Der Parteiführer der DDP., Dingeldey, gibt der Telegraphen- Union auf verschiedene Anfragen folgende Auskunft: „Die Gerüchte, der Parteiführer der DDP. sei entschlossen, die DDP. preiszugeben, sind durchcrus tendenziös. Och habe vielmehr seit Monaten bei der ungeheuer schweren politischen, geistigen und wirtschaftlichen Lage des gesamten Bürgertums den festen Willen bekundet, meinerseits unter Zurückstellung aller persönlicher oder enger parteipolitischer Gesichtspunkte das Aeuherste zu versuchen, um für den Gntscheidungskampf das nationale Bürgertum Deutschlands einheitlich ins Feld stellen zu können. Die schnell gekommene Reichstagswahl zwingt dazu, mit allen Kräften den Versuch noch einmal, und zwar mit aller Beschleunigung aufzunehmen, um Was wird in Preußen? Ein Schreiben des LandiagSprästdenten Kerrl an das geschästsführende Ministerium. M1., M'S; Dito M * inb Bla MN la ein Fun Noch voi in dem J Bild gca hoch. sich die 1 Blüten " bewegung Ilütensta Flüstern I der rote andern „ Getreiden Sie oo Mesengri leuchten u mehr, um der höhe aber, einz auch weil Irombeer toirr durc gut rosten Am scho Tonne un und ein k Arbeit. D einem Boi Bonk. Di Unterhalb öffneten F Bielleicht Bursche, ( Sie Modi müde, seir Abend, nji Bald geh« bellt noch Sterne fu ffienmi stehen. A leise rausi men und in der 6 das briNl stummen Schweige Imme, wie viele und ihre Schassen fot)aUeni Menichei rastlosen ihres Ll als Ire Wir f weife a kannten, lange ni draußen unsere U lauschen Bäume. Der englisch-irische Ausgleich gescheitert _ Ergebnislose Verhandlungen de Valeras in London. völkerun Heimat auch in Mat-T , Mann 'S 'n d Leransic fta "Heimat r°9ei .„^e|on durste 1 ■ V l t 1 Ziehen, borfem -'laufen gruppe eine einheitliche national-bürgerliche Front herzustellen. Für dieses Ziel, wenn es wirklich erreicht werden sollte, würde ich selbstverständlich, so wie das von den anderen Gruppen verlangt werden mühte, auf ein (Don- dervorgehen und eine Sonderpoli- tik der Deutschen Dolkspartei im Reichstagswahlkampf verzichten, vielmehr die ganze Kraft der Deutschen Dolkspartei in den Dien st einer geschlosse- nenZusammenfassung stellen. Don blohen äußeren Fusionen und wahltechnischen Abmachungen halte ich nichts. Das Volk muh vielmehr fühlen, dah Führer und Parteien bereit sind, mit neuer innerer Einstellung und ganzem Kampfwillen in geschlossener Einheit für dieGeltung oes Bürgertums, für den Gedanken der Volksgemeinschaft zu kämpfen. Millionen von Deutschen warten sehnsüchtig auf das erlösende Wort, das ihnen zeigt, dah Führer und Parteien die Stunde erkannt haben. Verhandlungen zur Erreichung dieses Zieles sind von vielen Seiten 1 Berlin, 11. Juni. (VDZ.) Der Rechtsausschuß des Preußischen Landtages nahm den nationalsozialistischen Amnestiegesetzentwurf ohne wesentliche Aenderungen nach den Beschlüssen der ersten Be- ratung an. Bei der Gesamtabstimmung stimmten Nationalsozialisten, Deutschnationale und Kommunisten für den Gesetzentwurf. Der Ausschuß beschäf- tigte sich dann mit nationalsozialistischen und deutsch- nationalen Anträgen auf Freilassung des Bauernführers Claus Heim. Mit den Stimmen der Nationalsozialisten, der Deutschnationalen und der Kommunisten wurde der national- sozialistische Antrag insoweit angenommen, als er das Staatsministerium ersucht, die in Haft befindlichen Bauernführer Claus Heim und andere sofort f r e i z u l a s s e n und ihnen Straferlaß zu ge- währen. Soweit der Antrag die Freilassung von Herbert Volk betrifft, wurde er ab gelehnt, da in diesem Falle auch die Kommunisten gegen den Antrag stimmten mit der Begründung, Herbert Volk sei nicht Bauer und deshalb sei der Beweggrund zu seiner Tat nicht in wirtschaftlicher Not zu suchen. Kundgebung war ein erneutes Treuebekenntnis und der Dank für eine Führung, deren unerbittliche Zielklarheit nicht zuletzt den Sturz des bisher herrschenden Systems erzwungen und eine Wendung in der politischen G e st a l - tu n g Deutschlands angebahnt hat. Zum Vorgehen des nationalsozialistischen Präsidenten des Preußischen Landtages, Kerrl, nehmen verschiedene Berliner Blätter Stellung. Die „D A sagt, der nationalsozialistische Vorstoß sei Zweifel- los dazu bestimmt, die Preußenfrage in ihrer Ge- samtheit weitervoranzutreiben, und zwar in Richtung auf Einsetzung eines Reichstem- m i s f a r s. — Die „Germania" meint, wenn die Unmöglichkeit, ein Minderheitskabinett in Preußen zu etablieren — nur das verhindere die Geschäftsordnung —den Nationalfozjalisten so große Kopfschmerzen mache, daß sie bisher zu keinerlei praktischen Schritten in der Frage der Regierungsbildung gekommen seien, so seien sie allein für die Hinauszögerung dieser Frage zuständig. — Der „L o k a l a n z e i g e r" schreibt, der preußische Land- tagspräsident wolle offenbar die Augen auf die Möglichkeit einer neuen Landtagsaus- lösung lenken. Vielleicht erhoffe er durch den Druck einer solchen Möglichkeit, daß, wenn der Landtag über die Anträge zur preußischen Notverordnung berate, Verhandlungen mit dem Zentrum über die Wahl eines Ministerpräsidenten eher Aussicht hätten. Oer Preußenlandtag tritt am 15. Juni zusammen. Berlin, 10.3uni. (VDZ.) Der A e l t e st e n r a l des Preußischen Landtags hat beschlossen, daß die nächste Landtagssihung am Mittwoch, 15. 3 u n i, stattfinden soll. Auf der Tagesordnung stehen die Anträge aus Aufhebung der neuen preußischen Notverordnung, das von dem Rechtsausschuß beschlossene Amnestiegefeh und kleinere Vorlagen. Der Tagungsabschnitt soll vorläufig bis zum 16. 3uni dauern. Der Antrag der Deutschnationalen, die Wahl des Ministerpräsidenten auf die Tagesordnung der Sitzung vom 15. 3uni zu fetzen, wurde gegen Antragsteller und Zentrum abgelehnt. vermutlich wird die Wahl des Ministerpräsidenten nunmehr a m 2 2. 3 u n i auf die Tagesordnung kommen. für Samstag vormittag einberufenen Besprechung mit den präsidierenden Mitgliedern der Landesregierungen nach Berlin begeben. Da es sich um die Erörterung der Finanzlage des Reiches, der Länder und der Gemeinden handelt, wird auch Finanzminister Kirnberger an der Besprechung teilnehmen. — Am Samstagabend findet auf Wunsch des Reichskanzlers noch eine persönliche Rücksprache zwischen ihm und den einzelnen Staats- und Mi- nifterpräfibenten statt. Berlin, 10. Ouni. (TU.) Bei einem Presseempfang verlas der Präsident des Preußischen Landtages, Kerrl, ein Schreiben, das er an den geschäftsführenden preußischen Ministerpräsidenten Hirtsiefer gerichtet hat. On dem Schreiben heißt es: „Sehr geehrter Herr Staatsminister! Zu meinem Befremden habe ich aus der Presse ersehen, dah Sie bei der Reichsregierung Verwahrung dagegen eingelegt hoben, dah sich der Herr Reichskanzler zur Förderung einer neuen Regierungsbildung in Preuhen an mich als den dafür allein zuständigen Landtagspräsidenten gewandt hat. Ich möchte Sie darauf Hinweisen, dah nach meiner Auffassung Ohr Schritt weder staatsrechtlich noch verfassungsmäßig irgendwie gerechtfertigt ist. Rach Rücktritt der preußischen Staatsregierung führt diese nur noch geschäftsführend ihr Amt weiter bis zur Wahl der neuen Regierung durch den Landtag. Die Frage der Reubildung der Regierung ist ein Akt der Legislative, deren einzig berufener Vertreter zur Zeit ich bin. Och habe daher dem Reichskanzler von dieser meiner Auffassung Mitteilung gegeben und ihn gebeten, mit mir direkt weiter zu verhandeln, da ich jede Vermittlung durch die geschäftsführende Regierung um so mehr ablehne, als gerade die Parteien, die die Mitglieder der geschäftsführenden Regierung stellen, die Beschleunigung der Regierungsbildung durch die erneute Bestätigung derGeschäftcordnungsänderung verhindert haben. Bei dieser Gelegenheit bitte ich Sie, mir den Aufenthalt des geschäftsführenden Ministerpräsidenten Mitteilen zu wollen, da ich als der einzige legitimierte Vertreter des Drei.er-Ausschusses diesen einzuberufen beabsichtige. Hochachtungsvoll (gez.) Kerrl." Im Anschluß daran wurde der Landtagspräsident von den Pressevertretern nach dem Zweck der in dem Schreiben erwähnten Einberufung des Dreier - Ausschusses gefragt. Präsident Kerrl erwiderte, daß dieser Ausschuß nur eine Befugnis habe, nämlich den Landtag aufzulö- s e n. Er habe in dem Brief nur davon gesprochen, daß er den Ausschuß, der bekanntlich aus dem Mi- nifterpräfibenten (Braun) unb bem Präsidenten bes ßanbtages (Kerrl) unb bes Staatsrats (Abenauer) besteht, einzuberufen beabsichtige. Die Einberufung selbst sei n o ch n i ch t e r s o l g t. Diese Absicht könne aber sehr schnell ausgeführt werben. Auf ben Hin- Die private Wirtschaft jeber Art ist von einem Ausmaß ber Zerrüttung betroffen, dessen Furchtbarkeit noch nicht entfernt erkannt ist. Die Wiederherstellung aber der wirtschaftlichen, finanziellen und nicht zuletzt der politischen Kraft erfordert von der jetzigen Regierung ein soforti der grundlegenden Prob. .......... sung allen Volkskreisen zugleich, schwere per- sönliche Opfer und Entbehrungen auferlegen wird. Diese Opfer sind nicht vertretbar, wenn es nicht gelingt, die dem deutschen Volke innewohnende ungeheure moralische Kraft offenkundig a u f das eine große gemeinsame Ziel zu lenken: Die Wiedergewinnung der inneren unb äußerenFreiheit undBewegungs- m ö glichkeit von Volk unb Lanb. Demgemäß wirb bas Ziel biefer Regierung sein, eine neue, einheitliche Willensbildung ber Nation herbeizuführen. Die Regierung ist ber Ansicht, baß der neue Reichstag eine eindeutige Mehrheit für d i e Politik gei stig- sittlicher Gesundung, wirtschaftlicher Neu- ordnung auf christlicher, nationaler unb sozialer Grunblage erbringen muß. Lassen Sie mich in diesem Zusammenhänge ein Wort über die Auffassung der neuen Reichsregierung von ihren sozialen Pflichten sagen: Eine der unerfreulichsten Arten, das Ziel der neuen Regierung zu verfälschen, ist die älnterstellung, daß ihr« Haltung unsozial sei. Wir sind der Ansicht, daß es versäumt worden ist, den Aufbau eines rein staatlichen Versicherungsschutzes seinem Umfange nach den wirtschaftlichen Schwierigkeiten anzupassen, die ein so verarmtes, wirtschaftlich darniederliegendes Land im Augenblick noch hat. Es ist aber auch ein grundlegender Irrtum, daß der omnipotente, unpersönliche Staat an d i e Stelle der persönlichen Verpflichtung des Arbeitgebers treten könne. Die Verantwortlichkeiten, die aus der gottgewollten organischen Regelung erwachsen, müssen wiederaufgerich- test, die Verbundenheit von Arbeitgeber unb Arbeitnehmer hergestellt werden. Gewiß hat angesichts ber Größe und des Umfanges der Notlage unseres Volkes auch ber Staat klare Verpflichtungen zu sozialer Hilfe, unb bie Regierung wirb es als ihre vornehmste unb ernsteste Pflicht betrachten, bie bahin gehenben Einrichtungen den notleidenden Volksgenossen auch über diese Krise hinweg zu erhalten. Darüber hinaus aber sieht sie ben besten Weg sozialer Fürsorge in bem Bestreben, alles zu tun, um burch einen orga- Nischen Umbau ber Wirtschaft bie Fehler des kapitalistischen Systems auszumerzen und ben Volksgenossen Arbeit unb Brot zu verschaffen. Wir sinb mit bem Deutschen Lc^ibwirtschaftsrat einig in ber Auffassung, baß eine g e \ u n b e Landwirtschaft unb bie Liebe zur Scholle bie Vorbedingung nicht nur ber materiellen Ernährung, fonbern auch noch ber geistigen Ernährung bes Landes bient. Eine gefunbe Land- wirtschaft aber ist auch ein bringenbes nationales Erfordernis. Einmal gilt es, bas letzte herzugeben, um Deutschlands heimische Ernäh - rungsbafis zu erhalten, barüber hinaus aber verlangt bie Lage in ben Grenzgebieten Maßnahmen, bie ber Stärkung bes nationalen Selbstbehauptungswillens bienen. Eine starke zielbewußte Agrarpolitik ist bas Funbament jeber gefunben Entwicklung, bie in sorgsamer Abwägung ber Interessen auch ber anderen Berufsstänbe ber Gesamtheit der deutschen Wirtschaft gerecht wird. Der Kanzler spricht weiter. Deutschlands. Die Gesamtlage, welche die Regierung f begeisterten Vertrauenskundgebung. Diese vorfindet — das ist, ich stelle es ausdrücklich fest, -------- • ~ nicht die Schuld der letzten Regierung, die bemüht gewesen ist, eine klare Linie London, 10. Juni. Heute mittag begannen in der Amtswohnung des Ministerpräsidenten Mac- d o n a l d die Verhandlungen zwischen den englischen Ministern unb bem Präsibenten bes Irischen Frei- ftaates, b e Valero, über bie Regelung ber englisch-irischen Beziehungen. Englischerseits nahmen außer Macbonalb, ber ben Vorsitz führt, B a l b w i n, ber Minister für bie Dominions, Thomas, ber Innenminister Sir Herbert" Samuel unb ber Kriegsminister Lorb Heilshorn an ben Verhand- lungen teil. Da bie Polizei befürchtete, daß auf de Valero ein Anschlag von extremen irischen Republikanern geplant sein könnte, hatte sie überall die allergrößten Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Vor der Ankunft de Valeras im Hotel säuberte die Polizei die Downing-Street von der wartenden Menge. Ueberall war de Valero der Gegenstand begeisterter Kundgebungen. Die Verhandlungen wurden nach mehr als vierstündiger Dauer ergebnislos abgebrochen und auf unbestimmte Zeit vertagt. Kurz nach 17 Ähr verließ Macdonald mit ernstem Gesicht das Gebäude. Ihm folgte d e Valero, der wiederum von der Menge mit begeisterten Zurufen begrüßt wurde. Zn einer Erklärung an die Presse sagte Thomas, die Verhandlungen seien mit außerordentlich gutem Humor geführt worden und alles sei ruhig vor sich gegangen. Als ein irischer Journalist de Valero fragte, wann die Verhandlungen fortgesetzt würden, antwortete dieser: „Ich würde Ihnen raten, mit dem nächsten Zug nach Hause zu fahren." Wie verlautet, bestand de Dalera während der Verhandlungen auf der Abschaffung des und verschiedenen Organisationen aus im Gang«. Eine große Anzahl namhafter Persönlichkeiten aus dem geistigen Leben der Politik und der Wirtschaft in allen ihren Gruppen sehen sich dafür ein. Die Entscheidung muß spätestens im Laufe der nächsten Woche fallen. Die Entschlüsse^ der Deutschen Volkspartei über ihr Verhalten hangen völlig davon ab, ob das Ziel eines einheitlichen Vorgehens des nationalen Bürgertums erreicht wird. Sobald darüber Klarheit besteht, werden die berufenen Organe der Deutschen Dolkspartei ihre endgültigen Beschlüsse für den Wahlkampf fassen." Doch nationalsozialistische Mehrheit in Mecklenburg. Schwerin, 11.3uni. (WTB. Funkspruch.) Der Landeswahlausschuh stellte heute das endgültige Ergebnis der mecklenburg-fchwerinfchen Landtagswahl vom 5. 3uni 1932 fest. Daraus ergibt sich, dah die Nationalsozialisten doch die absolute Mehrheit im neuen Landtag erhallen. Die Sozialdemokraten erhalten 18 Mandate, Kommunisten 4, Ra Ho nalfojia- l i ff e n 30, Arbeitsgemeinschaft der "bürgerlichen Mitte 1, Deufschnafionale 5, Arbeitsgemeinschaft nationaler Mecklenburger 1 Mandat. weis, daß bei ber jetzigen Zusammen- fefeung bes Dreier-Ausschusses mit einer Auflösung bes ßanbtages nicht z u rechnen sei, erörterte Präsident Kerrl, baß ihm bas durch- aus bekannt sei, eine Fühlungnahme ber brei Mitglieder bes Ausschusses halte er aber unteY Um- ftänben für wünschenswert. Eine Vorstandssitzung der ORVp. Berlin, 10.Juni. (TU.) Die Deutschnationale Pressestelle teilt mit: Der Vorstand ber DNVP. trat am Freitag in Berlin unter dem Vorsitz von Dr. Hugenberg zu einer Sitzung zusammen, die in erster ßinie ber Vorbereitung ber Wahlen unb ber 21 ufftellung ber Wahl- fisten galt. Sie schloß nach einer umfaffenben Rebe bes Parteiführers mit einer spontanen unb Treueides, wobei er betonte, daß er diese Maßnahme Keineswegs für eine Verletzung des englisch-irischen Vertrages hakte. Er deutete an, daß er nicht von seiner kompromißlosen Haltung abgehen könne, da ihm bei den Wahlen das ausdrückliche 2!lan« d a t zur Abschaffung des Treueides erteilt worden sei. Da anderseits die engllfche Regierung ebenfalls zu keinem Rachgeben bereit war, waren die Besprechungen zum Scheitern verurteilt. Rach dem „Star" hat de Valero während der Erörterungen angedeutet, daß die irische Politik möglicherweise einer Aenderung unterworfen würde, wenn Irland auf der Reichskonferenz in Ottawa günstige Vorzugszollverträge für seine Waren abschließen könne. De Valero hot heute 18 Uhr ßonbon verlassen. Zum Bahnhof, ber burch besonbere polizeiliche Maßnahmen gesichert war, hatten lebiglich Rei- fenbe Zutritt. Der irische Ministerpräsibent lehnte es bis zum letzten Augenblick ab, irgenbeine Erklärung abzugeben. Kolonialminister Thomas, ber De Valero begleitete, würbe von zahlreichen Iren, bie sich auf bem Bahnhofsplatz angesammelt hatten, m i t Rieberrufen empfangen. Das Scheitern der Verhandlungen Hot in ßohboner politischen Kreisen keine Uederraschung hervorgerufen. Man ftanb ihnen von Anfang skeptisch gegenüber. Zumal bie in ben letzten Tagen von De Valero unb Thomas gefallenen unversöhnlichen Aeußerungen ein Uebereinf ommen kaum möglich er- scheinen ließen. Die einzige Hoffnung auf eine even- tuelle Regelung wirb gegenwärtig noch auf bie Hal- hing bes irischen Senats gesetzt. zu ziehen — ist auf allen Gebieten fast verzweifelt. ' Aus aller Well. Der Mainzer 3ntenbantenposten. WSN. Mainz, 10.Juni. Die Stäbtische Presse- stelle teilt mit: Die Theaterbeputation Hot in ihrer gestrigen Sitzung beschlossen, aus ber Reihe ber sechs für bie engere Wahl um ben Mainzer Jntendantenposten erwählten Herren Paul T r e b e (Zürich) unb Francesco Sioli (Mannheim) bem Stabtrat vorzuschlagen. Die Ent- scheibung wirb in ber Sitzung am kommenden Mittwoch fallen. Reichskanzler von Popen Ehrenbürger von Merfeld. Die Gemeindevertretung von Merfeld, Amt Dülmen (Westfalen), hat einstimmig beschlossen, Reichskanzler v. Popen in Anerkennung seiner großen um das Wohl der Gemeinde erworbenen Verdienste ohne Rücksicht auf parteipolitische Erwägungen das lebenslängliche Ghren- bürgerrecht zu verleihen. Selbstmord der hausange/lelllen Lindberghs. Die Hausangestellte der Familie Lindbergh, Violet Sharp, hat sich kurz vor einer erneuten Vernehmung durch die Polizei vergiftet. Das scheint die Vermutung der Äntersuchungsbehörden zu bestätigen, daß sie von den Plänen einer Entführung des Heinen Lindbergh Kenntnis hatte. Sie hatte sich bei der Vernehmung kurz nach der Entführung des Kindes geweigert, die Personalien des Mannes mitzuteilen, mit dem sie in der Rächt ausgegangen war, in der das Kind geraubt wurde. Run gab • sie an, daß es sich um einen gewissen Ernest B r i n k e r t handelt. Wie verlautet, ist Violet Sharp englische Staatsangehörige. Ihre Schwester verließ die Vereinigten Staaten vier Tage vorher, nachdem das Lösegeld von 50 000 Dollar den mit dem Kindesraub in Verbindung stehenden Personen ausge - S,a h l t wurde, um sich nach England zu begeben. Scotland Vard, das Londoner Polizeipräsidium, wurde ersucht, ihren Aufenthaltsort ausfindig zu machen. 3m 100-kilometer-Tempo durch die Großstadt: Ein Toter, ein Schwerverlehter. Zu einem schweren Verkehrsunfall kam es in der Rächt zum Freitag in der Rheinischen Straße in Dortmund. Zwei Männer gingen auf dem Bürgersteig, als plötzlich ein Personenkraftwagen in rasendem Tempo dahergebraust kam. Der Wagen geriet auf denDürgersteig und erfaßte die beiden Männer, die beide 18 Meter weit mitgeschleift wurden. Beide erlitten schwere Verletzungen und mußten dem Krankenhaus zugeführt werden. Einer, der einen schweren Schädelbruch erlitten hatte, ist seinen Verletzungen erlegen. Rach Zeugenaussagen ist der Führer des Personenwagens mit einer Stundengeschwindigkeit von 100 Kilometer durch die Rheinische Straße gefahren. Schweres Slrahenbahnungluck in Solingen. Durch unverantwortliches Handeln wurde in Solingen ein schweres Straßenbahnunglück verursacht. Ein Kanaldeckel der Straße war a u f g e h o - ben und auf die Fahrbahn gelegt. Der Führer eines Straßenbahnwagens, der erst im letzten Augenblick das Hindernis bemerkte, stoppte den Wagen ruckartig ab. Ein dicht hinter ihm kommender Zug konnte aber nichtmehrange- halten werden und sauste auf den ersten Wagen auf. Hierbei wurde eine Person schwer und zwei leicht verletzt. Don den gewissenlosen Tätern hat man noch keine Spur. Hochwasserkatastrophe in ber Priegnih. Das Hochwasser ber Elbe hat bazu geführt, baß Tausende von Morgen Orünlanb- ft ä d) e n oollftänbig überflutet sinb. In ßanbwirtschaftskreisen fürchtet man, baß sich bie furchtbare unb folgenschwere Erntekatastrophe bes vorigen Jahres wieberholt. Die Heuernte, bie in diesem Jahre überaus günstige Aussichten bot, ist schon zum größten Teil überhaupt unmöglich geworden. Am schlimmsten betroffen wurden die in Flußniederungen gelegenen, zum Teil erftflaf- figen Wiesen und Weiden. So können die Anlieger der Kartone damit rechnen, daß m e h r o l s 80 v. H. der Ernte vollständig verloren ist. In manchen Orten mußte sogar dos Vieh von den Koppeln getrieben werden. Einkauf beim Gießener Einzelhandel er R. mat-Tagun Ist Bürgerpflicht und Notstandswandel und der Unterfeldwebel H. Hofmann; lversorgungS- anwarter P. Kleinert: Dersorgungsanwärter K. Koch: Unterfeldwebel QI. Kreutzer: Ober- gefreiter QI. Kriegbaum: Dersorgungsanwär- ter 3. Pfeifer: QZerforgung^anwärter QI. Schwarz: DerlorgungSanwärter G. Schwerer: Stabsgefreiter K. Mth: Stabsgefreiter K. Christ: Feldwebel 3. Hinterlircher; Oberfeldwebel H. Lein; Feldwebel H. ReeS: Feldwebel H. Petcrmann: Stabsgefreiter G. R o- senberger: Stabsgefreiter F. E ch e l l h a a s; Feldwebel H Scheuer: Oberfeldwebel SL Schnellbacher: Feldwebel 3. Wolf. Gießener u)cnmarttpvc tf c. 40 dis 70 Pf., Salat 8 bis 10, Salolgurken 35 bis 45 Pf, Odertohlrabi 15 Pf.. Rettich 10 bis 15 Pf., Sellerie 25 bis 35, Radieschen, das Bund 8 bis 12 Pf., Kartoffeln, Zentner 3,80 bis 4 Mk. Plornotizen. — Tageskalender für Samstag. RdZ.: 20 30 Uhr, „Aquarium“, Monatsversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße. „Der Frechdachs". — Togeskalender für Sonntag. Hei- matvereinigung Schiffenberg und R. und E. Sommer- Stiftung: 15 Uhr, Schiffenberg, cheimatoeranstallung. - Evangelischer Frauenverein: 25jähriges Jubiläum, Sommerszeit — Leidenszeit. Mit der Wärme kommt der Heuschnupfen. - Eine regelrechte Krankheit. Milderung durch Pollenextrakte. Don Dr. mcb. Albrecht Ohlendorf. Gegenden mit mangelnder Vegetation, oder verkroch sich in die städtische Steinwüste, während 3n jeder Sprache. Das unabänderlich uns trifft, mag Schicksal es, Bestimmung sein, trägt jeder in verschiedner Schrift in seines Ledens Bucher ein. Der Muselmann sagt.Kismet" nur, und fragt nicht viel nach wie und wo. Der Russe, der ein Leid ersuhr. sagt unbekümmert: ^Ritschewo"". In England heißt es: .Such i s 1 iIe“. Der Medizinmann sagt „M u h I ch i" und meint dann den Kometenschweif: in Frankreich heißt es: „C’est la v ie". In Deutschland weiß cs jedermann, und schnell zur Hand ist die Kritik: Wenn einer gar nichts weiß und kann, heißt es stall „Kismet" -„Politik"! Puck. Bund 15 Pf-, Spinat, das Pfund 15 ’■ kohl, 12 bis 15 Pf, Bohnen 50 bis 55 Pf , oparge 35 bis 55 Pf., Erbsen 50 Pf., Mischgemuse 10 bis 12 Pf , Tomaten 55 Pf., Zwiebeln 15 Pf., Rhabarber 8 bis 10 Pf., Kartoffeln (alte), 4,5 Pf., Kartoffeln (neue) 15 bis 20 Pf., Aepfel (ausländische) 50 bis 60 Pf., Dörrobst 30 bis 35 Pf., Kirschen 45 bis 60 Ps, Stachelbeeren (unreif) 30 Pf-, Erdbeeren 1,60 bis 2 Mk., Honig 40 bis 45 Pf-, junge Hähne 80 bis 90 Pf., Suppenhühner 70 bis 8Ö Pf.. Tauben, das Stück 50 bis 70 Pf., Eier 7 Pf., Blumenkohl Männer der Wissenschaft (Btbliolycrar rr ’-m a • - b ra ch und Geheimrat Prof. Dr. S o m m e r) stellen sich in den Dienst der Heimatpflege, indem sie ihre Veranstaltung, die in anderen Jahren an anderem Orte stattsindet, für diesmal mit der Tagung der „Hcimatvereinigung Schiffenbcrg osrbmden und die Feier mit heimatgeschichtlichen Dor trägen eröffnen werden. .. Besondere Anziehungskraft auf dürfte das von unserem Helmatdtchter Gg. H e ß (Leihgestern) verfaßte und m langer mühevoller Arbeit eingeubte Fe stsp' el „Da s L i e d, G - leit zu jeder Zelt" ausuben. Künstler aus Gießen, etwa 200 Schulkinder aus den Schlffenberg. dörfern Watzenborn - oteinberg, Leihgestern und Hausen, die Iung-DHE Gruppe sowie die Wanber- gruppe der Arbeiterjugend Gießen, die Mädchen- Heimatliche Veranstaltung aus dem Schiffenberg. „Jeder Mensch trägt mit dem Begriff .Heimat' auch unbewußt ein Sinnbild für sie in seiner Seele. Für uns Bewohner des Schiffcnbergdorfes ... ist der Schiffcnberg ein solches Bild und Wahr,eichen. Des Kindes erster, des Greises letzter Blick gilt ihm, und jahrhundertelange Schicksalsgemeinschaft hat uns aufs engste mit ihm verbunden. Und so wird und soll es auch in oller Zukunft sein: Treu und fest unser Aufblick zu ihm, zu der Verkörperung unseres Hcimntgefühls und unserer Heimattreue!" Wahlkampf-Kundgebungen. Di« Deutschnationol« Volkspartei veranstaltet heute. Samstag, 20.15 Mhr im Lass Leib eine öffentliche Wählerver'ammlung. in der die Landtagsabgeordneten Schmitthenner- Heidelberg und V o e h m - Friedberg über das Thema .Wie wählen wir zum Hessischen Landtag?- sprechen werden. Die RSDAP. gibt im heutigen Qlnzeigen- teil in ihren Wahlver'ammlungsankündigungen noch bekannt, daß sämtliche Versammlungen um 20 Uhr beginnen werden. Die Zentrumspartei hat auf morgen, Sonntag, 20.30 Uhr. eine ZenirumSversammlung in das Katholische DereinshauS einberufen, in der Reichstags abgeordneter 3 ooS und Land- tagSabgeordneter Weck le r sprechen werden. Die Eiserne Front, Bezirk Dießen, tritt morgen, Sonntag, 20 Uhr, mit einer Versammlung auf der L'ebigshöhe an die Oeffentlichkeit, tn der der Vorsitzende deS Reichsbanners. HSlterma nn -Magdeburg, und Richter- Dülseldorf sprechen werden. die glücklichere Umwelt im Freien sich erholen konnte. ' Die Qlmerikaner haben in der ersten RachkriegS- zeit mit enormen Aufwand an Geldmitteln den Kamps gegen den Heuschnupfen organisiert. Dazu gehörte zweierlei: man mußte versuchen, in jedem Falle mit Sicherheit die Pflanze herauSzusinden, die die Schuld an der Erkrankung trägt, und man mußte ein Verfahren ersinnen, um die lieber- cmvsindlichkeit der Menschen gegen bestimmte Pflanzenstoffe zu mildern, oder zu beseitigen. GS ist im Lause der lebten 3ahre gelungen, die giftigen Stoffe der wichtigsten Gräser und Blüten zu erschließen. Man bringt nun nach QIrt einer Impfung die Qkrbümrungen dieser Stosse auf die Haut und kann dann beobachten, nach welchen Ertraktcn Entzündungserscheinungen auf treten. Wenn man z. D. auf biefc Weile herausbekommen hat, daß ein Heufieber-Kandidat Akazien nicht vertragen kann, so ist ihm schon viel damit ge- holfen, denn in Zukunft kann er sich vor Qlkazien inachtnehmen — und wird gesund bleiben. Er kann ober mit Hilfe seines Arztes auch zu einem sehr schwierigen Fremdwort seine Zuflucht nehmen, zur .Sefenlibilierung", auf deutsch »Unempfind- lichmachung" durch Einspritzung allerkleinster Mengen des Stoffes, der bei ihm die heftigen Entzündungserscheinungen wachruft. 3n Deutschland hat sich diese Behandlung des Heufiebers erst in den letzten Jahren allmählich durchgesetzt. Große chemische Fabriken stellen die wichtigsten Pollen-Extrakte zum Zwecke der Krankheitserken- nung und der Behandlung her. Die Behandlung muh möglichst vor Beginn der Blüte durchgeführt sein. Eine völlige Heilung auf diesem Wege ist zwar nur in seltenen Fällen zu erwarten, denn die Qkranlagung deS Kranken zum Heuschnupfen laßt sich nicht völlig überwinden, es sind auch noch längst nicht alle krankmachenden Pollen-, Gräser- und Blütenarten ausfindig gemacht. 3n vielen Fällen läßt sich jedoch eine sehr weitgehende Milderung der Beschwerden erreichen, so daß wenigstens die Arbeitsfähigkeit erhalten bleibt und auch der Heuschnupfenkranke wieder einen Sommer hat, auf den er sich freuen darf! Aus Der provinzialbouptstovr Gießen, den 11. 3uni 1932. König (Sommer. Jetzt werden viele Menschen Frühaufsteher, auch wenn ihr Schlafzimmer nicht nach Süden liegt. König Sommer herrscht! Der Zauber eines commermorgens gibt uns — noch ehe wir unser Tagewerk beginnen — neue Kräfte, neuen Mui. Da flüstern die blühenden Graser, das Getreidefeld rauscht feierlich. An den Blumen und Blättern der Pflanzen glänzt der Morgentau. Dann kommt die Sonne durch die Wolken. Ist das ein Funkeln und Leuchten! Die Lerchen steigen. Noch vor wenigen Wochen fanden wir ihre Nester in dem niedrigen Getreide. Wie schnell hat sich bas Bild geändert. Ucberall ragt das Getreide mannshoch in die Luft, aufrecht und stolz. Bald öffnen sich die Achren und lassen an zarten Fädchen ihre Blüten im Morgenwinde wehen. Bei starker Luft- beroegung aber erhebt sich oft eine ganze Wolke von Blutenstaub. Halme nYigcn sich zu Halmen, ein Flüstern geht durch das Felo, 'ie blaue Kornblume, der rote Mohn. Rittersporn, Kamille und all die andern „Unkräuter" leuchten aus dem wogenden Getreidemeer. Die volle Blumenpracht erscheint aber erst «m Diesengrund und am Waldesrand. In allen Farben leuchten uns die Kinder des Sommers. Nicht lange mehr und die Sicheln und Sensen rauschen. Auf der Hohe des Jahres müssen sie sterben. Die Hecken aber, einzelne Sträucher, sie bleiben und spenden auch weiterhin Duft aus ihren schöben Blüten. Brombeerzweige hängen über Rosenbuschen, alles wirr durcheinander. An solchen Plätzen läßt sich's gut rasten. „Noch ist die blühende, goldene Zeit!" — Am schönsten aber ist ein Sommerabend, wenn die Sonne unterg-rgangen ist, die Hitze nachgelassen hat und ein kühles Lüftchen weht. Alles ruht von der Arbeit. Die Landleute fitzen vor ihrem Haufe auf einem Baumstamm oder auf einer selbstgezimmerten Bank. Die Pfeifen werden angezündet, und die Unterhaltung fließt munter. Aus irgendeinem geöffneten Fenster hort man die Musik des Rundsunks. Dielleicht versucht aud) hier und da ein junger Bursche, ob seine Handharmonika In Ordnung ist. Die Mädchen fingen leise. Der Dorfbach ist auch müde fein eintöniges Plätschern hört man erst am Abend, wenn Fuhrwerke und Tiere verstummt sind. Bald gehen die Landleute zur Ruhe. Hier und da bellt noch ein Hund, dann wird es still. Nur die Sterne (unfein am klaren Himmel. Sommerzauber! Weniüwir im Walde sind, bleiben wir ausatmend stehen. Auch hier ist die Ruhe eingezogen. Ganz leise rauschen die Blätter, aber die Dufte von Säumen und Blumen erfüllen betäubend die Luft. Hier in der Sommernacht unter hohen Buchen zu rasten, das bringt Kräftigung, da müßen alle Sorgen oer- stummen; wie Balsam legt sich's auf Herz, dies Schweigen im Sommerwald. Immer noch preist man das Tempo der Zeit. Ach, wie viele Menschen wurden schon krank von der Hast und ihrem Eifer. Gewiß loben wir das emsige Schaffen und freuen uns darüber. Das eigentlich Erhaltende aber in der Natur ist die Ruhe. Auch im Menschenleben sollte sie es sein. Was haben die rastlosen Menschen davon, wenn sie jede Minute ihres Lebens mit Arbeit ausfüUcn und auf andere als Träumer und Nichtstuer herabsehen? gruppe des Sportvereins Garbenteich, Gesangverein „Germania" und ein Hochzeitszug aus Watzenborn- Steinberg mit einer „Hüttenberger" Braut im Brautschmuck, Pfadfinder aus Gießen, Turner, wandernde Handwerker, Schnitter und Schnitterinnen werden dabei mitwirken. Für den Ordnungs- und Sanitätsdienst haben sich die Freiwillige Feuerwehr und die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz Leihgestern in dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt Die Musik stellt die Kapelle Harnisch, Watzenborn- Steinberg. Begreiflich wird man es finden, daß man im heurigen „Goethejahr" auch nicht achtlos an den Goethe-Erinnerungen vorübergegangen ist und bei der Auswahl der Kinder- Und Männerchore besonders auf solche mit Goetheschem Text Bedacht genommen hat. Um den Besuch des Schiftenbergs so bequem wie möglich zu machen, verkehren am morgigen Sonntag ab 13.30 Uhr Kraftomnibusse in Pendel- führten zwischen dem Ludwigsplatz und dem Schif- fenberg. Auf diese günstige Fahrgelegenheit seien besonders auch ältere und im Fußmarsch weniger leistungsfähige Personen aufmerksam gemacht. Hoffentlich beschert der Himmel der Veranstaltung rechtes Festwetter. das ist vor allem auch den zahl- reichen Mitwirkendcn, die ihr Können in völlig uneigennütziger Weise in den Dienst der Heimat- pflege gestellt haben, zu wünschen als äußere „An- erfennung von oben' für ihr selbstloses ideales Tun! (Siehe Anzeigen.) Soldaten im Examen. Am 9 und 10. 3uni fand (wir berichteten bereits kurz darüber) die Abschlußprüfung I unter dem Vorsitz des hiesigen Truppen-Unterrichts- leiters Fachstudiendirektor B o u ch h o l tz statt. Von 25 zur mündlichen Prüfung zugela'senen Prüflingen haben die nachstehenden 24 die Pru- fang bestanden. Dersorgungsanwärter M. D a ch - mann; Dersorgungsanwäncr P. Derneck: Unterfeldwebel M. Zrenzel: Stabsgefreiter A. Fries: Dersorgungsanwärter F. Hilv; Die vorstehenden Zeilen finden sich als Eintrag des Bürgermeisters eines großen odjiffcnbcrgborfes in dem Heimatbuch, das d>e Heimatverein t- gung Sdjiffenberg aufgelegt hat. Und die seelische Berbundenheit aller schichten unserer Bevölkerung mit dem schönsten Punkt unserer schonen Heimat, die sich in diesen Worten widerspiegelt, »st auch in den Vorbereitungen zu der morgigen Het - ig zum Ausdruck gekommen. Wissenschaft (Bibliothekar Dr. Wal- Gibt es etwaS schöneres, als in praller Sonne faulenzend auf einer blühenden Wiese zu liegen? Mnb doch ist diese beglückende Vorstellung, der Tausende nachträumen, für manche der Schrecken aller Schrecken. Es gibt eine merkwürdigerweise immer größer werdende Schar von Mitmenschen, für die die Zeit deS Blühens und üppigen Wachsens in der Qlatur der Beginn einer Leidenszeit ist. Sie sehen dem Sommer mit ängstlichen und gemischten Gefühlen entgegen: je wärmer eS wird, desto griesgrämiger werden sie, denn eine- Tages hat sie - Jahr für 3ahr — ihr Schicksal erreicht. Die Rase wird dick und rot, ein fürchterlicher Schnupfen bricht über sie herein, heftige Ries- krämpse stellen sich ein, Brennen und 3ucken der Augenbindehäute, oft ist der Kehlkopf, die Luftröhre mit ergriffen, die Derdauungsorgane sind gestört, die Körpertemperatur steigt, kurz und gut, eine richtige Krankheit hat sie befallen, die mit kürzeren und längeren Unterbrechungen wochenlang andauern kann und den Befallenen oft lange Zeit hindurch völlig arbeitsunfähig macht. Seit 1903 weiß man auf Grund von Forschungen des Engländers Dunbar, daß die Erreger deS _H e u f i e b e r s" in den Pollen blühender Gräser nachweisbare Stoffe sind, und daß es eine große ZaHl von Menschen gibt, die gegen diese Stoffe Überempfindlich sind. Bald erkannte man aber, baß nicht nur die Gräserpollen, sondern eine große Zahl anderer blühender Pflanzen die gleichen Er- scheinungen Hervorrufen. Tulpen, Hyazinthen, Akazien, Winden, Flieder, 3asrnin. Kastanien sind nach und nach auf die Warnungstafel gefommen, und die Liste ist sicher noch nicht abgeschlossen. So geht es von Anfang Mai biS tief in den 3uli hinein, trockenes, windige« Wetter erhöht die Gefahr. Der Heuschnupfen tritt zwar häufig familienweise auf, Kinder und alte Leute haben aber im allgemeinen weniger zu leiden, meist zeigt er sich das erstemal während der Reifejahre und bletbt dann mehrere 3ahrzehnte hindurch ein lästiger, aber treuer Begleiter. 3e klarer man die Ursachen der Krankheit erkannt bat, desto wirksamer weih man sich gegen sie zu wehren. 3n früheren 3ahren gab es keine andere Hilfe als F l u ch t. Wer es sich leisten konnte, ging nach Helgoland oder ins Hochgebirge, in 13 30 Uhr: Stadtkirche. Festgottesdienst: 15 Uhrt EafS Leib, Nawversammlung — Christlicher Sänger, bunb: 15 Uhr. Daldbühne, Licher Straße, Sanger- fest — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Der Frech- dachs". •• Don der Kraftpostlinie Gießen- Hoch el he im. Nach dem jetzt vorliegenden Er- tragsergebnis der Kraftpost Gießen—Hochelheim für ba» Vierteljahr Januar—Marz 1932 war in diesem Zeitraum ein Fehlbetrag zu verzeichnen, der von den beteiligten Garantiegemeinden übernommen werden muß. •• Verlorene Sparkassenbücher. Die Bezirksjparkasie Gießen veröffentlicht in unserem heutigen Anzeigenteil ein längeres Verzeichnis über verlorene Sparbücher, um auf diesem Wege den Der» bleib der Bucher zu ermitteln, anbernsaUs ihre Ungültigkeitserklärung in die Wege zu leiten. Die Bekanntmachung sei der allgemeinen Aufmerksamkeit empfohlen. "RundfunkindenSchulen. Der hessisch« Kultusminister hat verfügt: Nach Derhandlungen hat sich die Reichsrundsunkgesellichast bereit erklärt, zur Förderung des Schulfunks Mittel zur Ansitzaf- fung von Riindfunkempfangsanlagen für die Schulen zur Verfügung zu stellen. Ihn Unterlagen zu gewinnen, inwieweit die Einbeziehung des Rundfunks in den Unterricht in den hessischen Schulen bereits erfolgt ist und inwieweit die Einführung zu fördern wäre, wollen die Schulvorstände berichten, in welchen Schulen Empfangsgeräte vorhanden sind, für welche Schulen die Anschaffung eines Empfangsgeräts erwünscht wäre und ob und gegebenenfalls in welcher Hohe in letzterem Fall« aus dem Sach- kostenkredit der Schule, ober aus anderen Mitteln ein Zuschuß zu den Anschassungskosten geleistet werden kann. •• Jahresversammlung deS Verbände« evang.-kirchlicher Frauen- vereine. Am morgigen Sonntag wird die Jahresversammlung des DerbandeS evangelisch- kirchlicher Frauenvereine für Oberhessen in Gießen abgehalten. Mm daS Jubiläums,ahr. da« 25. seit der Gründung, sestlich zu gestalten, soll der Versammlung um 13.30 Mhr ein Gottesdienst in der Stadtkirche vorauSgehen, bei dem Superintendent Oberkirchenrat l). Wagner die Festpredigt halten wird. Die beiden Frauenchöre werden bet dem Gottesdienst mitwirken. Mm 15 Mhr schließt sich die Qkrfammlung im Cafö Leib an, in der außer dem 3ahreS- und Kassenbericht von der Vorlihenden des DerbandeS, Frau 3ullc He- racu« (Offenbach a. QU.), ein .Rückblick und Ausblick auf die VerbandSarbeif gegeben wird. (Man beachte die Anzeige in der Mittwochnummer.) Kakteenfreunde Achtung! In einem Fenster des Hauses Sdüffenberger Weg 34 (parterre) ist gegenwärtig eine Anzahl prächtiger Kakteen zu sehen, die sicherlich bei den Gießener Kakteenfreunden lebhaftes Interesse erwecken dürften •• Museen und Heidenturm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei gewöhnliche«» Preisen geöffnet. "Heugrasoer st eigerungenaus st aot. lichen Wiesen werden in unserem heutigen Angenteil angekündigt. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen. •• Der Wanderverein .Bund der Lahnfreunde" hat, wie man uns mitteilt, im Monat Mai drei Wanderungen unternommen. Die erste am 5. (Himmelfahrt) führt« über die Badenburg — Hangelstein—Daubringer Faß — Ludwigsburg—Gießen. Die zweite am 8. zeigte den Teilnehmern die Schönheiten von Kahensurt Greifenstein—Dianaburg, die dritte am 29. ging mit dem Postauto bis Kirchberg und von da nach dem Waldhaus - Fohnbachtal—Krofdorf, von wo daS Postauto die frohe Wanderschar zum AuSgangS- punkt zurückbrachte. Während bei den beiden ersten Wanderungen die Raturfreunde in vollem Maße auf ihre Rechnung kamen, wurden bei der letzten Wanderung die Teilnehmer neben herrlichen Ra- turfchönheiten noch durch di« Gesangsvorträge deS Fraucnckwrs erfreut. Verdienter Beifall wurde den 40 Damen des Thors, der unter bewährter Leitung stand, für die meisterhaft vorgetragenen Fahlings- und Volkslieder im Saale des Gasthauses Freund in Krofdorf zuteil. Die Maiwande- rungen boten allen Mitgliedern und Gästen so viel des Schönen, daß sie den Beteiligten noch lange in angenehmer Erinnerung bleiben werden. 2/3 Mill. Mark Fehlbetrag in WormS. WSR. WormS. 10. 3unL Die Stadtverwaltung teilt mit, daß der Doranschlag der Stadt WormS für das Rj. 1932 zur Beratung und Beschlußfassung vorgelegt wurde. Der neue Doranschlag weist einen Fehlbetrag von 2 354 8 20 Mark auf. Der Sondervoranschlag des 'Wohlfahrtsamts erfordert einen Zuschuß von 3 918 605 Mark, ein Betrag, der um 1 563 785 Mk. hoher ist als der Fehlbetrag des Gesamtvoranschlags. _ (Schluß des redaktionellen Teils.)__________ 3m Mitteldeutschen vraunkohlenvcrgbau wurden in der letzten Zeit verschiedene Gruben und Brikett- fobriken wieder in Betrieb genommen. Veranlaßt wurde diese Maßnahme im wesentlichen durch die um diese Zeit regelmäßig eintretende Saisonbelebung, da ein großer Teil der Kundschaft die günstigen Sommerpreise ousnutzt und den Winterbedarf in der Ein.,eitsmarke „Sonne" schon jetzt eindeckt. (^»,v wirklich fabelhaft! Das kann man in diesen Tagen in den Geschäftsräumen der Firma L. Bernard, >n denen zur Zeil praktische Persil-Waschoorführungen stattfinden, täglich hören. Es ist wirklich fabelhaft, zu sehen, in welch wundervoller Frische und welchem Glan; farbige kunstseidene und wollene Wäschestücke dem kalten Persilbad entsteigen. Keine Hausfrau sollte es sich entgehen lassen, diesen Waschvorfüh- rungen beizuwohnen!_____________________4437A „Alle Bruchleidende“ werden auf das heutige Inserat des Spezialbandagisten K. Ruffing aufmerksam gemacht. 4421V • Gießen, 11.Juni. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Landbutter, das Pfund 1,20 Mk., Süßrahmbutter 1,30 TlL Kochbutter 1 Mk., Matte, das Pfund 25 bis 30 Pf., Kose, das Stück 5 bis 10 Pf., Wirsing, das Pfund 12 Pf , Gelbe Rüben, das Bund 15 Pf-, Spinat, das Pfund 15 Pf , Römisch- fohl, 12 bis 15 Pf. Bohnen 50 bis 55 Pf., Spargel Wir können wirklich nichts Besseres tun, als zeitweise auszuruhen, aber nicht im Kreise von Bekannten, im Trubel einer Stabt all das bringt uns lange nicht die Erholung, wie einige Sommernächte draußen im Wald. Da legt sich ganz von selbst unsere Ungeduld, unser Eifer. Wir werden still lauschen wie Kinder auf das leise Rauschen Bäume. Traum und Frieden ... hingeschieden alles, was uns traurig macht. Sterne glimmen, Wolken schwimmen, und das Märchen ist erwacht. (Bterdaum.) Hausen, Gießen, Dorf-Gill, Heuchelheim, den 10. Juni 1932. Die Beerdigung findet Sonntag, den 12. Juni, nachmittags 245 Uhr statt D Gro6en-Buseck, Gießen, den 11. Juni 1932. em Altersvereinigung 1877 —1927 Nowack Kauf eines neuen Sommerkleides. 4457 A fünfer zu tauf. ges. Schrift!. Ang. unt. 03675 a. d. G. A. Sommerstoffe! Nowack-Leistung m m 95 Farben m 95 und Blusen m 1.25 Qualität m 1.40 striche 8. 44 4oV lowack ss 75 90 25 40 60 am Donnerstag, dem 9. Juni, 15.30 Uhr, nach kurzem, mit großer Ge- duld ertragenem Leiden plötzlich und unerwartet im Alter von 63 Jahren sanft in dem Herrn entschlafen ist. im fast vollendeten 64. Lebensjahre nach schwerem Leiden sanft entschlafen. Heute vormittag ist mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Sohn, Schwiegersohn, Bruder und Onkel Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, daß unser lieber, unvergeßlicher Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Cröpe Nizza 70 cm, in schönen Farben Selenik 70 cm, einfarbig und gemustert, in allen Voile Picqu6 100 cm, entzück. Farbstellungen, weiche Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Dambmann und Frau, geb. Größer Christoph Becker und Frau, geb. Dambmann Karl Volpert und Frau, geb. Dambmann und 5 Enkel. 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D die Ameisensäure- und die Dienenstich- kur. Sie sind gut und harmloS. Der fanatische Erfinder hat in den neunziger Jahren einen Kranken mit 16 000 Bienenstichen behandelt. Er übernahm anscheinend von den Dienen nicht nur das Gift, sondern auch den emsigen Fleiß. — Jedenfalls hat der Patient das erlebt Sagt also nichts, ihr Giftwitterer. gegen Ameisen- und Dienen stichkuren! Wichtig ist noch die Dehandlung des steifen Genicks durch Kopslockerung, Gymnastik. Ich nenne das die .Schottische Methode". Und ^toar darum: eine Schottin klagt der anderen, ,hr Zwei- penn-Fächer fei nach fünf Jahren Gebrauch schon so abgenützt... 3a, kein Wunder, sagt die Freundin, du wedelst mit dem Fächer! Ich halte meinen still und wackle mit dem Kopf. Das schont den Fächer! - Und ich füge hinzu: das lockert auch den Hals, beugt vor der Steifigkeit. Also, wer zum steifen Hals neigt mache täglich die .schottische Hebung“. Dod)fd>ulnacbrid)ten. Professor Dr. Siegfried Kaehler. Dreslau. hat den Ruf auf den Lehrstuhl der mittleren und neuen Geschichte an der Universität Halle als Vachfolger von Professor Decker angenommen. In Hiddessen bei Detmold ist der frühere Direktor der Stadtbibliothek zu Köln. Professor Dr. Keyff er im 83. Lebensjahr gestorben. Professor Hans Horst Weyer, der bedeutende Pharmakologe der Wiener Universität wurde aus Anlaß seines 50;übrigen Tozentenjubiläums zum Ehrenbürger der Stadl Wien ernannt. Die Wiener Krebsgesellschaft hat zu Ehren- Mitgliedern ernannt die Berliner Chirurgen Bier und Sauerbruch, sowie den Ehef der Radium- gesellschast in Stockholm, Professor Gösta Schon über Wesen und Ursache herrscht Un- Har&eit. Und am dunkelsten liegen die Probleme da wo die Krankheit am vulgärsten ist, beim volkstümlichen .Rheuma", dem Muskelrheumatismus. Er entzieht sich hartnäckig der Forschung. Da z. B, wo Masseur und Arzt Knötchen finden, sieht man unter dem Mikroskop nichts, gar nichts Besonderes. Ebenso fehlt ein gemeinsamer Erreger, den man dingfest machen könnte, wie etwa den Tuberkel- bazillus Bei der Tuberkulose. Kleine Lebewesen, die Streptokollen, und ihr Hauptunterschlupf. Die Mandeln stehen schon ' mge in dringendem Der- dacht, aber man komm l >ren Methoden nicht recht auf die Spur und la.ui sie nicht wirklich unschädlich machen. Auf der einen Seite also, sagen wtr auf der der offiziellen Medizin, steht fest, daß man for- schcn muffe nach den Gründen der ebenso häufigen wie unklaren Krankheiten. Auf der anderen Seite, bei den so einflußreichen Vebenzweigen der Medizin. wie der Vaturheillehre und der Homöo- pathie, sieht die Sache einfacher aus: man will gar nicht zunächst forschen, sondern heilen. Und als sehr wirksam hat sich herausgestellt ihre Haupttheorie oder ihr Lehrsatz: der Rheumatismus ist zunächst Stof wechselstörung. Und mangelhafte Verdauung und Zurückhaltung von Ham- säure ist an allem Rheuma schuld. (Das gilt al« nachgewiesen sonst nur für die Gicht, die ziemlich selten wurde.) _ . . Doch zurück zum steifen Hals! Wie wird man ^Hie? herrscht nun Einigkeit bei allen Medizin, männern. Därme tut not! Zunächst der Wollschal in jeder Farbe und Form. Am Abend, nach der Arbeit, noch mehr Warme. Trocken, mit Sand oder dem Hei^kisfe^ oder feucht, mit Drei oder Kartoffeln im Dock Wer so nah am Kopf, der doch zumeist ein edler Teil ist heiße Maßnahmen nicht liebt, der greife zu Allgemein-Schwitzprozeduren die sehr wirksam sind, den Packungen oder Dampf- und Licht- ^Vvrzüglich und allgemein anerkannt ist die Massage. Vicht nur die Teilmafsage. fonöern öie des ganzen Körpers. Aber, meine Herren Mas- kure nicht das. was ich .StreichelmaNage nenne. Sondern die Knet- und Klopfmethode die wir von den Sportsleuten her kennen. Sie ist anßren- aenb für den Masseur und für den Kranken nn Anfang nicht angenehm. Sie nutzt aber weil die Muskeln wirklich ausgepreßt werden wie Schmämme und neues Blut zwangsläufig in die Stellen bringt, wo alter Schlamm laßundter Schmerz fick kstfetzte. Wöchentliche 2lllgemem- manage sollte - wenigstens teutoeik im Jahre — jeder Rheumatiker haben... Und weiter: 0er steife Hals. Ein kleines ttopitel aus dem großen Gebiet Rheumatismus. Don Or K. K v. Roques, Berlin. Qrtle Rechte im Rowohlt-Verlag. Plötzlich ist er da - ein alter Gunter oder eine neue, ganz unerwünschte Bekanntschaft. Morgens, wenn Sie den Rasierpinsel weglegen und in verzwickter Stellung die verborgenen Wiesen unter dem Kinn zu mähen gedenken tut Ihnen das blitzschnell leid. 3ßrc untetoaffnete Hand fährt nach hinten »um Weh Die grau Gemahlin wird interessiert — — kann freilich nicht das Mindeste finden... ... Ä .. Der (Heuling glaubt im Emst, er habe den Hals verrenkt. Ober er bcnlt. eS sei Haltung. ,D-er kalte Zug von gestern... unb -E Mieter Aber, was finb Vorsätze, was unb Entwürfe, wenn bie Gründe, die man sich Sufammenscharrt Halbwahrheiten sind, die ebenso kurze Deine haben wie Lügen. De m - mag über manches Unklarheit herrschen am Rheumavroblem - das steht fest: „SrMt.mg" u ddie .kl ch- D-U^ung sind immer nur die Zündschnur, nicht bie Und, too ein Hals steif wird, eine Schulter schmerzhaft oder ein Kreuz lahm vom -Wen- febuß' da liegt ein Rheumatismus wgrunbe, frer auf einer Anlage des betroffenen Wnf«en beruht unb ter eine Allgememkrankheit ist. Wer es heute am Hals hat, fann.unb wird es in Wochen unb Monaten an Oberen Sollen haben. Denn ter schmerz wandert. Das Ofcort kommt vom griechischen .rheo (.fließen )... we man einst vom deutschen Soldaten sagte, er habe den Marschallstab im Tornister, so batm seinem Ränzchen der Träger eines steifen Halses auch teureren Forcen des Rheumatismus Das Rheuma-Problem steht aber nicht nur wegen seiner Bedeutung für den einzelnen wieder im Mittelpunkt des Interesses ter Aerzte, n>n tern mehr noch wegen seiner Bedeutung für die Allgemeinheit. Cs hat sich nämlich herausge- stelltz baß im Etat ter Wohlfahrtseinrichtungen betonter« ter Krankenkassen, bie /deuEtischen Leiden eine ungeheure Rolle spielen. Sie verschlingen solche Unsummen von Krankengeldern, utm daß man schon von einem ^Rheuma Der Volksfinanzen sprechen kann. Cm -teil des ®c- famtDermbgen« fließt in tote Kanäle, belastet die ^Ue^r ten Feldruf .Kampf dem Rheuma“ ist man sich im Lager ter Aerzte einig, lieber bie Kampfmechoden nicht so gan^ Geheimrat Karl Ritter von Linde, dem al« Erstem die Verflüssigung der Lust und die Her- stcUung non reinem Stickstoff gelang, und der 1875 die für die Kältetechnik so überaus wichtige Ammoniak.Cis maschine erfand, wird am 11.3unt 90 Jahre alt. Wendigkeit konservativer Staatsgesinnung“. Diese Einstellung ist keineswegs auf den Adel beschränkt vielmehr stellen die Bürgerlichen den größten Teil der Mitglieder, doch find sie alle da«, wa« man als .unabhängige Persönlichkeiten" bezeichnen kann. Ein Bierlokal nahe der Withetmstraße. Es ist ein verstecktes, kleines Bierlokal, nur wenige wissen um seine Bedeutung. Der Wirt ist ebenso dick wie schweigsam, denn er weiß: an dem Tage, an dem der Vessentlichkeit die Berühmtheit seines Lokals bekannt wird, hat dieser „Stammtifd)" sein jähes Ende gesunden. Aber vorderhand kann man hier nach Mitternacht und nach Schluß von Kabinettsfitzungen eine Anzahl prominenter Herren treffen. Sie trinken ein Glas Bier vor dem Schlafengehen und noch mehr: ein sehr jugendlich aussehender Herr schreibt Zahlen auf den Bierunterlatz — es ist der jüngst« Finanzminister der Welt, Graf Schwerin- Krosigk —. der vielleicht grade den Etat berechnet und sowieso dafür berühmt ist, ein lebende» Zahlenmuseum zu sein. Neben ihm der deutsche Außenminister Freiherr von Neurath, er trinkt sein Glas Bier und erinnert sich vielleicht, daß ihm zuliebe sogar Mussolini einmal Bier bei einem diplomatischen Empfange trank. Freiherr von G a i) l, der Reichsinnenminister, trinkt den Kollegen zu .. Und der Beobachter denkt: Ob hier Staatsaktionen bei einem Glase Bier reifen? Draußen im Harnack-Haus. Das Harnack Haus in Berlin-Dahlem, der „Gasthof der deutschen Wissenschaft", erfüllt Aufgaben, von denen man in der Oeffentlichkeit kaum etwas ahnt. In diesem vornehmen Klubhause der Kaiser - Wilhelm Gesellschaft wohnen nicht nur ausländische Gelehrte, hier trifft sich nicht nur von Ingore über Sven Hedin bis zu Eckener, Kunst und Wissenschaft der ganzen Welt, hier gibt es nicht nur den Stammtisch der führenden Wissenschaftler unserer Zeit — sondern dieses Harnack-Hous dient noch einer ganz besonderen Aufgabe In der großen, mit antiken Möbeln und Wandschnitzereien aus- gestatteten Halle trifft sich, oft mehrmals in der Woche, ein exklusiver Kreis zur Aussprache über brennende deutsche Probleme Es ist ganz zwanglos. dieses Beisammensein, keiner ist eingeladen, unb beginn Oer Marburger Festspiele „Jill Eulcnfpicgel in Marburg." Fast programmäßig tourte mit tern Beginn ter Marburger Festspiele bas seit Wochen anhaltend naßkalte Wetter durch sommerliche Temperaturen abgelöst. Herrlich blauender Himmel überwölbte das in frisches Fruhlingsgrün gebettete Schloß- parktheater. in welchem als Premiere die von Harry Voßberg-Kassel geschriebene Komödie »Till Culenspiegel inMarburg“ in Szene ging. In ter Handlung hat ter Verfasser verschiedene der bekanntesten Streich« des Schalks Till Culenspiegel bühnenkräftig zum Ausdruck gebracht, wobei sich der Vorteil der dreiteiligen Festspielbühne für eine flotte und ac- fchickte Szenenführung wiederum auf6 beste bewährte. Rückhaltlos konnte man sich zwei Stunden lang an dem fröhlichen Humor erfreuen, ter das ganze Stück durchdringt. Höhepunkte bildeten die Szenen, in welchen Till als Maler den Universitätssenat sowie den kurfürstlichen Hofstaat narrt, ten vom kaiserlichen Hof in Wien gesandten Kanzler mit großem Erfolg imitiert und schließlich vom echten Kanzler überlistet wird. Manch köstlicher Wlh. aber auch manche sinnreich« Wahrheit kommt in diesen Szenen zum Ausdruck, die um so mehr wirkten, als ausgezeichnete Darsteller dafür vorhanden sind. Prächtiger und urwüchsiger kann der Schalk Till Eulenspiegel wohl kaum dargestellt werden, wie ihn Robert B ü r k n e r - Frankfurt verkörperte Hansi V a f s e e - 'Berlin hatte als Lauren tia Velcqenhc:t. ihr ganzes Temperament und ihre innige Gefühlswärme zum Ausdruck zu bringen. Das wahre Muster des Saufkumpanen Lamme war Georg August Koch- Berlin, der sich durch seine glänzende Situationskomik auf8 beste den Varreteien Tills anzupassen wußte. Anerkennenswerte Leistungen boten ferner noch Leopold Diberti - Berlin als Kanzler, Dorothea Thieß- Berlin als Wirtin und Hugo F i r m b a ch - Berlin als Landgraf Philipp von Hessen. Bemerkenswert sind die von Franz Mertz- Düsseldorf geschaffenen Bühnenbilder. Dem von Universitätslektor Dr. Fritz Budde geleiteten Spiel war ein voller Erfolg beschieten, der sich am Schluffe durch lebhaften Beifall und Hervorrus des Leiters sowie auch des anto« je irden Verfassers äußerte. Der köstliche Humor, der das Stück durchweht, ist geeignet, die Sorgen und Grillen der Jetztzeit für einige Stunden zu vergessen. Es folgt am 18. Juni die Erstaufführung des .Sommernachtstraumes" und am 28. Juni die des .Faust". W. über die aktuellen I + llo- 11 DM reit !;eit Große Lrsolge der Hessischen Landwirlschast auf -er OLG.-Ausstellung in Mannheim. Gutsbesitzer G r a n z o w - Severin,. ein Schwager von Dr. Goebbels, ist der Kandidat der Nationalsozialisten für den Ministerpräsidenten-Posten von Mecklenburg-Schwerin. erklärt, den Schaden zu decken. Die Angelegenbeschäftigt zur Zeit die Landeskriminalpolizei. Lanvtrcis Gretzen Klein-Linden, 10. Juni. Am kommenden merkwürdigen Käuze, die mitten in der Nacht auf dem Damm, in Trupps geordnet, lange Reden schwingen... Ein Klubhaus am Havelsee. Eine hohe Mauer schließt das Gelände von der Außenwelt ab. Nur das Versprechen strenger Diskretion kann das Tor öffnen: „Keine Namen nei> nenl" Hinter der Mauer befinden sich weite Rasenplätze, und versteckt zwischen Büschen Bungalows, in denen man das Wochenende verbringen kann. Hier kann man Golf spielen, reiten, Politik machen — und ”or allen Dingen angeln. Es wird in diesen'Tagen überall in Deutschland von Politik gesprochen. Wes- alb also nicht auf den arünen Rasenplätzen, 30 Kilometer von der Reichshauptstadt entfernt, beim Wochenende? Der große Bankdirektor und der Präsident der i mdwirtschaftlichen Organisation, der Reichstags- , 'geordnete und der berühmte Rennfahrer — sie lle verbringen hier das Wochenende mit Politik. Aber unten am Fluß sitzen eine Anzahl Herren, ’.e sich offenbar vor der politischen Debatte hierher : rettet haben. Schweigend verharren sie auf ihren ' lätzen und — angeln. Man blickt genau hin ■ nd entdeckt zwei Herren, die zur Zeit in der Politik ■ ne ausschlaggebende Rolle spielen. Seit Stunden I ;en sie dort, ohne Rock, die Zigarre im Munde, > ib den Angelstock vor sich. Aus ihren Arbeits- mmern sind sie für wenige Stunden herauskommen, um hier auszuruhen Aber nur keine politischen Debatten — das ist fenbar die Devise der Herren in diesen Erholungs- inden am Havelsee. tionalökonom. Und gegenüber sitzt ein sehr ruhiger, sehr nachdenklicher Herr, die Arme verschränkt, Prof. W a r m b o l d, der Reichswirtschaftsminister. Dieser Kreis, zu dem noch einige Professoren der Technischen Hochschule gehören, spricht über die aktuellen Wirtschaftsfragen. Offenbar eine sehr langsame, sehr Das neue hessische Naturschutzgesetz Was der Jäger davon wissen muß. lebet kommt, wenn er das Bedürfnis hat, abseits von alltäglicher Hast in Ruhe und Besinnlichkeit Klarheit zu gewinnen über die großen Fragen. Berlin ist nur wenige Kilometer weit, und doch weltenfern. Der Lärm dringt kaum noch herüber ... In der Halle sitzt Geheimrat Planck, der Vorsitzende der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft neben Prof. Junckers. Daneben ein führender deutscher Na- Wirtschaftsfragen. Offenbar eine sehr langsame, sehr abgewogene Unterhaltung mit langen Pausen ... Noch ein anderer Kreis hat sich gebildet, wo es anscheinend etwas lebhafter zugeht. Ein paar Studenten sind dabei, ein deutscher Dichter, Professoren und ein temperamentvoller Fünfziger, der General von Schleicher, der jetzige Reichswehrminister. Als die Herren um Mitternacht aufbrechen und durch die stillen Straßen gehen, mögen die Vorübergehenden den Kopf geschüttelt haben über die die hessischen Erzeugnisse des Gemüsebaues im Rahmen einer besonderen Sammelausstellung zu zeigen. Durch ihre Versuchsgüter, wie auch ein- zelne Gemüsebauern, insbesondere Genossenschaften, hat sie sich an dem Preiswettbewerb beteiligt. In der Hauptsache waren Gurken, Tomaten, Salat, Kohlrabi, Bohnen und nicht zuletzt der Spargel vertreten, die nicht nur hochqualifizierte Erzeug- nisse darstellten, sondern sich auch als erstklassige handelsmäßige Ware ansprechen ließen. Vier Staatspreise, drei weitere Ehrenpreise, zwanzig 1. und vier 2. Preise, sowie der 1. Preis für die Gesamtleistung sind der Erfolg für die hessische Sammelausstellung. Erfolgreich war für Hessen auch der Preiswettbewerb in der Gruppe Weinbau, und hier insbesondere der Wettbewerb in der Dauerwarenprüfung. Die für die zum Preiswettbewerb angemeldeten Weine verliehenen Auszeichnungen bestehen in zwei Siegerpreisen, drei silbernen Preismünzen, fünfzehn großen bronzenen Preismünzen, siebzehn kleinen bronzenen Preismünzen und zwölf Anerkennungen Die starke Beschickung der Ausstellung durch hes- sische Tabakbauer hat ebenfalls gute Erfolge zu ver- zeichnen. Sämtliche zum Preiswettbewerb angemel- beten Tvbakproben konnten prämiiert werden. Auf Hessen entfielen zwei Staatsehrenpreise, zehn Ehrenpreise, zehn 1., zweiunddreißig 2., zehn 3. Preise und fünf Anerkennungen. hervorragende Leistungen in der Milchwirtschaft. Auch in diesem Jahr war die Wanderausstellung in der Gruppe Milchwirtschaft sowohl von hessischen Landwirten, die ihre Milch als Markenmilch- in den Verkehr bringen, als auch von Molkereien beschickt. In dem Preiswettbewerb für Roh- milch entfallen auf hessische Landwirte ein Siegerpreis, fünfzehn 1. und fünf 2. Preise. Hessische Molkereien erzielten im Milchwettbewerb zehn 1., zwei 2. Preise und einen 3. Preis. Auch in dieser Klasse befindet sich ein Siegerpreis. An dem Preiswettbewerb für Butter haben hessische Molkereien mit der von ihnen hergestellten hessischen Markenbutter mit Erfolg teilgenommen. Es konnten hier erzielt werden drei 1., zwölf 2. Preise und fünf Anerkennungen. Sehr gut ist der Erfolg der hessischen Molkereien und Käsereien im Preiswettbewerb für Käse. Hier konnten fünf Siegerpreise und zwölf 1. Preise für hessischen Käse vergeben werden. Dazu kommen noch eine Reihe 2. und weiterer Preise, sowie Anerken- nungen. Die Preiszuerkennungen zeigen, daß die hessische Landwirtschaft trotz der schwierigen Lage bestrebt ist, soweit es in ihren Kräften steht, das Beste zu leisten. Sie sind auch ein Beweis für den Erfolg der in Hessen durchgeführten Förderungsmaßnahmen aus dem Gebiete der Landwirtschaft So war die Ausstellung für die hessische Landwirtschaft ein voller Erfolg. Wie die Landwirtschaftskammer für Hessen mitteilt, liegen nunmehr die endgültigen Ergebnisse des Preiswettbewerbs in den einzelnen Gruppen auf der Wanderausstel- lung der Deutschen L a n d w i rt sch a f t s - Gesellschaft in Mannheim vor. Aus dieser Zusammenstellung sind große Erfolge der hessischen Landwirtschaft auf der Ausstellung ersichtlich. Der für Hessen günstig gelegene Ausstellungsort trug dazu bei, daß Hessen in diesem Jahre in den verschiedensten Zweigen der Landwirtschaft die Ausstellung beschickte Nach einer längeren Reihe von Jahren wurde erstmals wieder die Ausstellung der DLG. mit Pferden beschickt Die Erfolge, die den hessischen Pferdezüchtern zuteil wurden, beweisen, daß die hessische Pferdezucht trotz der Einwirkungen des Krieges wieder zu hoher Stufe gelangt ist. In den beiden Abteilungen Kalt- und Warmblut wurden insgesamt drei Ehrenpreise, drei 1. Preise, ein 3. und ein 4. Preis, sowie zwei Anerkennungen erzielt. Hinzu kommen noch die zahlreichen hervor- ragenden Preiszuerkennungen, die in den Eignungsprüfungen, im Fahren und Leistungswettbewerb von hessischen Pferdezüchtern erreicht wurden. Der Landesverband der Fleckviehzuchtoereine für Hessen brachte in diesem Jahr eine Auswahl hessischen Fleckviehs auf die Ausstellung der DLG. Gegen starke Konkurrenz konnten für die einzelnen Tiere schöne Erfolge erzielt werden. Als Ergebnis der Prämiierungen sind festzustellen ein Ehrenpreis, zwei 1., vier 2., und vier 3. Preise, sowie drei Anerkennungen; ferner wurden im Leistungswettbewerb zwei 1 und ein 3. Preis und in den Familien- und Sammlungsklassen drei weitere 2. Preise erzielt. Auch die hessische Schweinezucht war vertreten, und zwar durch die Zucht von Oekonomie- rat Hoffmann, Hof-Güll, die sich ebenfalls gegen stärkste Konkurrenz mit Erfolg durchsetzen konnte 3n dem Preiswettbewerb für Ziegen steht Hessen an der Spitze, wie die zahlreichen besten Preise beweisen Auf Hessen entfielen der Siegerpreis des Reichs- ernährungsministeriums, der einer hessischen Ziege als der besten Ziege der älteren Zuchtgebiete gegeben wurde, ferner noch sieben. 1., fünf 2., ein 3. und zwei 4. Preise, sowie fünf Anerkennungen und außerdem fünf Ehrenpreise. Die Sammlung des Landesverbandes der Ziegenzuchtverbände erhielt den 1. Preis. In der Klaffe „Leistungsziege" erhielten hessische Ziegen einen Ehrenpreis, einen 1., drei 2., drei 3 und einen 4. Preis, sowie drei Anerkennungen Außer auf dem Gebiete der Tierzucht war die hessische Landwirtschaft noch in ihren Spezialzweigen, wie Gemüsebau, Tabakbau, Weinbau und vor allem auch durch die milchwirtschaftliche Ausstellung vertreten. Die Landwirtschaftskammer hatte es übernommen. sonntag findet hier ein Sängertag der unter ■’eitung von Chormeister Konrad N i c o l a i in '3roßen-Buseck stehenden Gesangvereine statt. Neun Vereine aus Alten-Buseck, Großen Buseck, Grün- '>erg, Klein-Linden, Reiskirchen, Rödgen, Ruttershausen und Treis a. d. Lumda mit über 500 Sän- jern werden daran teilnehmen. Um 13.30 Uhr beginnt der Sängertag mit einem Massenchorsingen m der Kirche, wobei die Chöre „Nur die Hoffnung sestgehalten" von Surläuly und „Gott grüße dich, du schöner Wald" von Jsemann oorgetragen werden Anschließend versammeln sich die Sanger im Gasthaus „Zur Deutschen Eiche" zum Einzelsingen. Jeder Verein wird programmäßig zwei Chöre zum Vortrag bringen. CD Lollar, 10. Juni. Vor Eintritt in die Tagesordnung der jüngsten Gemeinderatssitzung erinnerte der Bürgermeister daran, daß das Gemeinderatsmitglied Landwirt Ludw. H o f m a n n V. dem Gemeinderat bereits seit 25 Jahren un< unterbrochen angehöre. Der Bürgermeister würdigte die langjährige Tätigkeit des Jubilars im Dienste der Gemeinde, der er stets ein treuer Mitarbeiter und Berater gewesen sei. Er sprach dem Jubilar unter Ueberreichung eines Blumenkorbes die Anerkennung und den Dank der Gemeinde aus. Gemeinderat Hofmann dankte für die Ehrung und versprach, auch fernerhin in gleicher Weise mit- zuarbeiten, solange er dem Gemeinderat angehöre. Sodann trat man in die Erledigung der Tagesordnung ein. Die Pächter der Gemeindejagd haben um Ermäßigungder Pacht nachgesucht, die darufhin für das Pachtjahr 1932 auf 650 Mark festgesetzt wurde (facher jährlich 800 Mark). Das Wassergeld für Badeeinrichtun- gen wurde von 8 Mark auf 4 Mark jährlich ermäßigt. Die „Hasst a"- Jugendgruppe Lollar plant die Errichtung eines Jugend- Heims und hat um Ueberlaffung eines Platzes an der Schur nachgesucht. Die Abgabe eines Platzes an dieser Stelle wurde mit 7 gegen 4 Stimmen a b - gelehnt. Ein Wirtschaftskonzessionsgesuch des Wilhelm Fuller, der die Verkaufsstelle im Wohl- fahrtsgebäude der Buderusschen Eisenwerke übernimmt, wurde befürwortet. f Treis a. d. L., 10. Juni. Als der 20jährige Landwirt Heinrich Zecher heute gegen 19 Uhr mit feinem Pferdefuhrwerk, auf dem er und sein zwölfjähriger Bruder sahen, noch vor Dem heranbrausenben Abendzug das D a h n - geleise überqueren wollte, wurde der Hinterwagen von dem Zug erfaßt und eine Strecke mitgeschleift. Die beiden Personen und das Pferd blieben glücklicherweise unverletzt und kamen mit dem Schrecken davon. — Hier sind eben zwei neue Wohnhäuser und eine Scheune im Dau. — Durch den anhaltenden starken Regen liegt in unserer Gemarkung auch auf vielen Aeckern das Korn um zum Leidwesen der Landwirte. * Climbach, 10. Juni. In einer Bürger- oersammlung, die vor kurzem in unserer Gemeinde abgehalten wurde, gedachte man besonders der Verdienste des Lehrers Schöne, der nunmehr seit 13 Jahren an unserer Schule amtiert und dabei dem vielseitigen Arbeitsplan einer einklassigen Schule in jeder Weise gerecht wurde. Mit seinem Amtsantritt hat der früher so unangenehm empfundene häufige Lehrerwechsel feinen Abschluß gefunden, und man wünscht, daß der beliebte und allgemein hochgeachtete Lehrer noch lange in unserer Gemeinde wirken möchte. Lehrer Schone versieht seit drei Jahren den Drganiftenbienft und gehört feit dreizehn Jahren dem Kirchenaesangoerei'n an. — Die Schülerzahl der hiesigen Schule hält sich, nachdem der Schülerausfall der Kriegsjahre überwunden ist, auf normaler Höhe. Reiskirchen, 10. Juni. Durch die Anlage des Sportplatzes unweit des früheren Schieß- ftanbes des hiesigen Kriegervereins sah dieser sich gezwungen, denBaueinerneuenSchieß- a n l a g e durchzuführen. Auf einem vom Kreis Gießen gepachteten und für diesen Zweck günstigen, aus- gebeuteten Steinbruchgrundstück haben Mitglieder des Kriegervereins und der „Hassia"-Jugendgruppe kostenlos in mühevoller Arbeit einen mustergültigen und allen Vorschriften entsprechenden Klein- kaliberschießstand fertiggestellt. Nachdem die Erdarbeiten, die im Ausheben eines 4 Meter breiten und 1,50 Meter tiefen (Brabens bestanden, schon einige Zeit fertig sind, ist nunmehr auch der Beton- unterftanb mit ber Zugvorrichtung für brei Scheiben fertig. Der Bau einer stabilen Halle unb eines verschließbaren Holzhauses ist in Angriff genommen. Der Stanb ist polizeilich aogenommen. An einem ber nächsten Sonntage finbet das Eröffnungs- und Preisschießen statt, zu dem eine Anzahl wertvoller Preise gestiftet ist. * Lich, 10. Juni. Einen schonen Erfolg konnte die Maschinenfabrik Georg Schiefer st ein auf der diesjährigen DLG.-Ausstellung in Mann, heim mit ihrem Patent- Düngerstreuer .Schief er st ein" erzielen. Diese durch drei DRP.- und Auslands-Patente geschützte Maschine wurde auf Grund der im Frühjahr d. I. voraus- gegangenen eingehenden Ausprobierung als.Reu und Beachtenswert" anerkannt und außerdem als einzige Landmaschine auch mit der „Bronzenen Preismünze" ausgezeichnet. _L Muschenheim, 9. Juni. Hier ereignete sich gestern abend bei einem Wohnungsumzug ein Das hessische Naturschutzgesetz vom 14. Oktober 1931 ist am 11. Mai 1932 erstmalig durch Ausführungsbestimmungen, veröffentlicht im Hessischen Regierungsblatt Nr. 9/1932 vom 27. Mai 1932, ergänzt worden. Die Bekanntmachung dieser Schutzbestimmungen enthält Vorschriften, die der Jäger unbedingt kennen muß, wenn er sich nicht der Gefahr von Verstößen gegen das Gesetz aussetzen will. Das ganze Jahr hindurch geschützt sind sämtliche in Europa einheimischen wildlebenden Vogelarten. Ausgenommen davon sind folgende jagdbaren Tiere: Auer-, Birk-, Trut-, Haselwild, Fasanen, Wildenten, Wildgänse, Wald- und Sumpf- schnepsen, Brachvögel, Rebhühner, Stare, Amseln, Reiher, Habichte und Sperber. Bussarde dürfen in der Zeit vom 1. September bis 14. April, Wildtauben vom 16. Juli bis 14. April erlegt werden. (Es find also sämtliche nicht genannten Raubvogelarten das ganze Jahr hindurch geschützt. Ebenso genießt die Wachtel vollkommen den Schutz des Gesetzes.) Ferner dürfen folgende nichtjagdbaren Vogelarten das ganze Jahr hindurch erlegt werden: Wasserhühner, Taucher, Säger, Raben-, Nebel- und Saatkrähen, Elstern, Eichelhäher, Haus- und Feldsperlinge. Hinsichtlich der Erlegungsarten sind folgende Verbote erlassen: 1. Verboten ist die Verwendung von Pfahleisen, wie sie auf Bäumen, Pfählen, Erdhaufen u. ä. angebracht werden können. 2. Habichtskörbe müssen den Vogel unversehrt fangen ober sofort töten. 3. Verboten ist während bes ganzen Jahres bie Anwenbung bes Schrotschusses auf Rot- unb Dam- Oberbeffen. Veruntreuungen eines Kaffenangestellten in Lich. * Lich, 11. Juni. Seit vorgestern ist ber als An- ! stellter bei der Stadt beschäftigte 25jährige Stadt- ssengehilse Fritz Jung von hier spurlos 1 ' rschwunden. Eine von dem Stadtrechner fort vorgenommene Ueberprüfung bes Kassen- ft a n b e s ergab keinen Anlaß zu Bean- ' mbungen. Im Laufe bes gestrigen Tages stellte I h jedoch heraus, daß Jung, der unter der alleigen Verantwortung des Stadtrechners Kafsenge- 1 )äfte auf Grund einer kreisamtlichen Vollmacht > ,rnahm, in verschiedenen Fällen Zahlungen - i geringerem Betrag verbuchte, als । r eingenommen und quittiert hatte, ’ie Veruntreuungen sind nach den bisherigen Fest- .'(lungen verhältnismäßig geringen Umfanges; bis i ? 6 t ro u r b e n rund 200Mark als verun- 'reut f e ft g e ft e 111. In welchem Umfange sich : re Unterschleife schließlich endgültig ergeben werden, i nrd sich erst allmählich Herausstellen. Man nimmt * der an, daß es sich nicht um einen allzu hohen betrag handeln wird. Da der Stadtrechner für die Handlungen des ungetreuen Angestellten der Stadt gegenüber verantwortlich ist, dürfte die Stadt 'einerles finanziellen Nachteil erleiden, lebrigens hat sich die Familie des Geflüchteten be21 u t o u n f a (l. Der Anhängewagen eines Möbeltransportautos aus Butzbach löste sich infolge Kettenbruchs von dem Hauptwagen los und fauste in scharfem Tempo den Kirchberg hin- a b. Dabei riß der Wagen an einem Hause eine ötfe ab und drückte ein Tor ein. Zum Glück tarnen Personen bei dem Unfall nicht zu Schaden. (D H u n g e n, 10. Juni. Rektor Schaad unb ßabemeifter Stein würben von ber Evangelischen Kirchengemeinbevertretung zu Kirchenvor- st e h e r n gewählt. Sie treten an bie Stelle ber verstorbenen Mitglieder des Kirchenvorstandes Sattlermeister Köhler und Schuhmachermeister Göbel. <£ Langd, 10. Juni. In unserem Dorfe macht sich feit einiger Zeit die Grippe unter den Kin- dem, aber auch unter Erwachsenen bemerkbar. In den Schulen fehlt etwa die Hälfte aller Schulkinder infolge Grippeerkrankung. Bis jetzt ist die Krankheit im allgemeinen gutartig verlaufen, nur in einigen Fällen ist es zu schwereren Krankheitserscheinungen gekommen. Kreis Büdingen. * B ü b i n g e n, 10. Juni. Das Bezirksmufik. f e st würbe für 1932 ber Orchestervereini- gung Bübingen übertragen. Es finbet am 16. unb 17. Juli statt. Bis jetzt haben zwölf auswärtige Vereine ihre Teilnahme zugesagt. An bem Kommers unb bem Festzug werben alle übrigen Bübinger Ver- eine teilnehmen unb mit bazu beitragen, ber Veranstaltung ein einbrucksvolles unb roürbiges Gepräge zu geben. Anschließenb an ben Festzug werben Einzelvorträge unb ein Massenkonzert von über 200 • Musikern zu Gehör gebracht. rL Büdingen, ,10. Juni. Gestern abend sand hier im Gasthof „Zum Stern" eine B e r - sammln ng von Lehrern unb Lehrerinnen bes Kreises statt, in ber sich ber _ neuernannte Kreisfchulrat Dr. Weiganb einführte. Rach Eröffnung der Versammlung bewillkommnete ber Kreisobmann Lehrer Vier- h e l l e r - Dübelsheim ben neuen Leiter des Schulwesens im Kreise Bübingen, bem bie gesamte Lehrerschaft großes Vertrauen entgegen- bringt auf Grunb seiner Tätigkeit am Päbagoai- Irfjen Institut ber Technischen Hochschule -,u Darmstabt, wie auch im Pädagogischen Ausschuß bes Lanbes-Lehrervereins. Kreisschulrat Dr. W e i gjx n b bankte für bie herzliche Begrüßung unb wünschte, baß bie Linie bes gegenseitigen Vertrauens, bas seither in unserem Kreise zwischen Lehrerschaft unb Schulrat bestauben Hobe, nicht im geringsten gestört ober abgebrochen werbe. Sobann sprach er über bie Lage ber Schule unb bes Lehrerstanbes in ber geistigen unb kulturellen Krise ber Gegenwart unb bie Forberungen, bie sich für alle Lehrer baraus ergeben. Seine aufrüttelnben Ausführungen schloß er mit bem Appell, mit Freube gemeinsam ans Werk zu gehen, es sei nötiger denn je. Die Dankesworte bes Schulrats an bie freiwillig zugunsten ber stellenlosen Junglehrer aus bem Dienst geschiebenen älteren Kollegen erwiderte Lehrer i. R. H e u s o h n mit bem Gelöbnis, auch fernerhin voll unb ganz mit Schule unb Lehrer- staub verbuuben zu bleiben. In einftünbigem Vortrag behanbelte Lehrer Vierheller- Dübelsheim bas Thema „Die Dichtung, im be- sonberen bie Goethesche Dichtung, in ber Volksschule". Rektor Pebler-Bübingen unb Lehrer Ö st r e i ch - Derstabt bereicherten unb umrahmten bas Programm burch fein empfundene und wiedergegebene Musikstücke. △ Bleichenbach, 10. Juni. Bei einer Dach- reparatur wurde ein Ziegel aus dem Jahre 18 31 gefunden. Er war noch so fest, daß er wieder eingefügt werden konnte. Kreis Alsfeld. ss. ©rebenau, 10. Juni. Durch den anhaltenden Regen ber letzten Tage ist auch in unserer Gegend viel Lagerfrucht entstanden. Die Kartoffeln find gut auf gegangen, die Sommer- frucht steht im allgemeinen sehr gut. Für eine reichliche Heuernte besteht gute Aussicht.. Mit dem Stecken ber Runkelrüben wirb jetzt begonnen. Die Heidelbeeren haben in unseren Wäldern voll geblüht, und so ist eine gute Heidelbeer- ernte zu erwarten. — Dieser Tage hielt der Spar- und Darlehnskassen-Verein seine Generalversammlung ab. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Heinrich Spohr, leitete die Versammlung. Rechner Jakob Diehl verlas und erläuterte die Bilanz hes Jahres. Der Verein zählt zur Zeit 30 Mitglieder. Der Reingewinn betrug 53 Mark. Die Versammlung entlastete einstimmig den Vorstand. Preußen. Kreis Wetzlar. < Klein-Rechtenbach, 10. Juni. Gestern zwischen 23 und 24 Uhr ereignete sich auf der Pro- vinzialstraße Wetzlar—Butzbach unmittelbar vor dem hiesigen Schulgebäude ein Autounfa11. Ein Autofahrer aus Vilbel befand sich mit dem Per- sonenwagen VO 4870 auf der Heimfahrt, wobei -er vor dem Schulgebäude mit seinem Fahrzeug von der Fahrbahn abgeriet, zunächst einen Chausseebaum streifte und dann einen zweiten vollständig umfuhr. Das Fahrzeug wurde vollständig zer- tr üm mert und noch in der Nacht durch ein Last, auto abtransportiert, wobei Ortseinwohner Hilfe leisteten. Der Autofahrer kam mit Verletzungen an der linken Hand und Abschürfungen am Kopfe davon, und mußte ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. wild. Verboten ist der Schrotschuß auf den Rehbock, solange das weibliche Wild Schonzeit hat, also vom 1. Juni bis 1. Oktober. 4. Verboten ist das Auslegen von Giftmitteln. Ausnahmen machen Giftgetreide und Phosphorlatwerge. Damit behandelte Köder, die zur Bekämpfung von Mäusen und Ratten Verwendung finden, müssen in die Erdlöcher so.verdeckt eingebracht werden, daß eine Schädigung anderer Tiere (Wildgeflügel u. ä.) nicht eintreten kann. Ergeben sich Unzuträglichkeiten so kann das Kreisamt das weitere Auslegen verbieten. Ebenso kann es auch weitere Ausnahmen von dem Verbot des Auslegens von Gift- Mitteln zulassen. (Für Jäger und Landwirte käme hier auch die Krähenbekämpfung in Frage.) 2Ius ft opfer, Präparatoren usw. müssen über alle van ihnen zu bearbeitenden Tiere, soweit sie durch Reichs- ober Landesgesetz geschützt sind, Listen führen, die Name, Wohnort und Wohnung des Einlieferers, Tag des Zu- und Abgangs enthalten. Für Zuwiderhandlungen droht das Gesetz Geldstrafe bis zu 150 RM., bei Gewerbs- und Ge- wohnheitsmäßigkeit nicht unter 100 RM. bei Vorsätzlichkeit bis zu 1000 RM. an. Die Geldstrafen können in Haft umgewandelt werden. Ferner kann auf Einziehung der verbotswidrig erlangten Gegenstände (z. B. eines Rehbacks) sowie auf Einziehung Der benutzten Gegenstände (z. B. Gewehr) erkannt werden. Es liegt im dringenden persönlichen Interesse jedes Jägers, sich mit dem Teil des Gesetzes bekannt zu machen, der ihn vor allem angeht. H. rnadits die Käte Wie die Grete unddieKäte wie die Mim i: Alle spulen die Geräte mit dem wundervollen Ms Beim Geschirraufwaschen genügt ein Teelöffel @ für eine normale Aufwaschschüssel. So ergiebig ist es! 1O1/: HergesielU in den Persilwerken» INI zum Aufwaschen, Spülen, Reinigen, für Geschirr und alles Hausgerät •V FRANKFURT AM MAIN , R M Ä / d*il d N F A I il t I O M.'R H Pflanzen- Schutzmittel (erprobte Fabrikate) Parasitol - Harzölseife - Floraevit gegen Blattläuse und anoere saugende Insekten Aphidon - Solvolan gegen Blutläuse Solbar- Floraevit gegen Stachelbaer- Raupen Nosprasit-0 zur gleichzeitigen Bekämpfung von tierischen und pilzlichen Schädlingen Elosal - Kupferkalkpulver Naphtalschwefel gegen Mehltau und andere Pilzkrankheiten Ferner große Auswahl In Blumen- und Obstbaumspritzen Samenhaus Heinrich Hahn 4443 A Bahnhofstraße Telefon 3403 JT. B. HAUSER, GIESSEN AM OS WAL DSC ARTEN »affte Onkel Mollig, als die Grete Hochzeit machte. Ich kaufe Euch einen Gasherd, und zwar einen echten Roeder, beim Hluser am Oswaldsgarten. Ihr glaubt la gar nicht, was solch ein Ding für Freude macht. Wenn mittags pünktlich und In ausgesuchter Appetitlichkeit die Gerichte auf dem Tisch stehen, dann werden Euch erst die Augen aufgehen, was solch ein modernes Möbelstück wert ist. Das sagte Onkel Mollig und er hatte nicht unrecht, noch dazu, wenn man beim Hinter auch für wenig Geld einen guten Gasherd kaufen kann. 3661 A L'ebcrlegen Sie doch nicht lange, wenn Sie sich einmal einen Gasherd zulegen wollen, dann kommen Sie doch gleich zu uns. Sie werden fachmännisch beraten und gut bedient. — Wann dürfen wir Sie In unseren Ausstellungsräumen erwarten ? I Heuqrasversteigerunq. I Da» Heugras von den ftaaflichen Sielen I wird orrfteiflerl 4431D I 1. in Gemarkung Ktien-Sufed: Mittwoch, den 15. Dum, vormittags I 9 . Uhr in der Otto Kade nauf chen I Wirtschaft zu Alten-Sufed; 2. in Gemarkung Staufenberg Paubrin- I gen sämtliche Lose der tRorauroiefe) an demselben Tage. 12 - Uhr, in der Wirtschaft ^um blauen Hecht' in Paubringrn; 3. in Gemarkung Biefeif: Donnerstag, Sen 16. Dani, vormittags 9S Uhr, in der Wirtschaft ,^ur Ludwigsburg" an der Strafe Wiefeck— Alten-® uferf; 4. in Gemarkung Gießen: an demselben läge, nachmittags 2 Uhr. | im Philosophenwald (Lose 1, 2 und 4 der Ochsenwiese werden nicht ver- steigert). Auskunft zu 1 durch Förster i. R. Mül- (er in Alten-Buseck. zu 2 durch Förster Braun zu Paubringen, zu 3 und 4 durch Förster Brück zu Bodgen sowie das Forst- amt Gießen, den S. Juni 1932. Hessisches Forstamt Gießen. Aufforderung! Folgende Einlagebücher bzw. Hinterlegungsschein der Bezirkssparkasse Gießen sind abhanden gekommene 4429V Reichsmark-Sparbuch Nr. 7146, lautend auf Namen Hermine, Karl Heß Frau, Gießen. Auswertungs-Sparbuch Nr. 19121, lautend auf Namen Hermann Frohnhäuser, Gießen. Auswertungs-Sparbuch Nr. 2V 220, lautend auf Namen Elisabeth Schmidt, Krofdorf. Aufwertungs-Sparbuch Nr. 28697 lautend auf Namen Luise ©immer. Gießen. Aufwertungs-Sparbuch Nr. 31208, lautend auf Namen Otto Hahn, Trohe. Aufwertungs-Sparbuch Nr. 32696, lautend auf Namen Karl Heß, Gießen. Aufwertungs-Sparbuch Nr. 32725, laufend auf Namen Carl Gerlach. Werkführer, Krofdorf. Aufwertungs-Sparbuch Nr. 37930, lautend auf Namen Christine, Karl Heß Wwe., Gießen. Aufwertungs-Sparbuch Nr. 42920, lautend auf Namen Hrch. Hardt, Kunstmaler, Hamburg. Aufwertungs-Sparbuch Nr. 45168, lautend auf Namen Elisabeth Muhl, Beuern. Auswertungs-Sparbuch Nr. 50537, laufend aus Namen Frl. Elisabeth Strack, Gießen. Auswertungs-Sparbuch Nr. 51243, laufend auf Namen Walter Neidel, St. Gallen. Aufwerfungs-Sparbuch Nr. 72839, lautend auf Namen Friedr. Riehm III., Lollar. Aufwertungs-Sparbuch Nr. 74 009, laufend auf Namen Olga, Lissi, Heini und Ar- thur Friebel, Arnsheim, Str cis Alsfeld. Derwahrungsschein zu Depot Nr. 1212, lautend auf Namen Frl. Ottilie Müller, Wißmar. Die Inhaber der genannten Einlagebücher bzw. des Berwahrungsscheines werden hiermit aufgefordert, ihre Ansprüche an diese binnen drei Monaten, vom Erscheinen dieser Bekanntmachung an bei uns geltend zu machen, andernfalls die Straft- loserklärung erfolgen wird Gießen, den 10. Juni 1932. Der Dorsland der Vezirkssparkasse Gießen. Zacheis. Bekanntmachung. Die Boranschläge der Gemeinde lllphe und der Jclbgcmarfung Feldheim für das Rj. 1932 liegen in der Zeit vom 13. 3unl bis 20. Juni 1932 auf dem Amtszimmer der Bürgermeisterei zur Einsichtnahme offen. Einwendungen hiergegen können während dieser Frist schriftlich ober mündlich zu Protokoll erhoben werden. (4473V Es ist die Erhebung einer Umlage be- schiossen worden, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Utphe, den 10. Juni 1932. Dietz, Dürgermeisfe. iohlschrAnie tüi Gsw+ifttl. 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Nicht nur de befand sich iil i I rnando fließen dunklere Rauch der feindlichen ein Flugzeug k oder Feind, ve Jas jeindliä unheimlicher < wickelten schiel durchsichtigem worfenen Kist^ oder vier Zei umhüllten cs dieses Walles Wendung, w, Manöver wiek -Auch die an schwindiM < Zerstörer in des Nebels Lüften richte griffen erneu zu von dem überfönf. Lurch eine daß das feir Haupte manc Adolf Hitler Saal-Oeffnung 3 Uhr Sämtliche Vorträge beginnen um 8 Uhr im Katholischen Vereinshaus Redner: Den verehrten Einwohnern von Gießen und Umgegend teile ich hierdurch die Uebernahme des Bahnhof- Hotel Lenz nebst Bierstube mit und bitte um geneigten Zuspruch Hochachtungsvoll wprossen a. HeatanreinigkeiteD bei Anwendung von Drula Bleichwachs • eetlo» (jätet U. 2.25 J Engeln pothekc. Sf bitten , ben h *6’ s Mer® Ql llutofpljrlen 15 Pf. ie Kilomet. Mod. Gnfitne Lim. Tel. 2375 < Andres). Maurer-, Zemenl- o. Belouarlieileu führt billigst aus H. 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T) TT der ehemaligen SA-Kapelle, Stan A*- H 1 li Ej Jlz IV J. darte 116, bei allen Kundgebungen Stottern Der bek. Psychologe FRANK REUSCH hält am Dienstag, dem 14. Juni, abends 8 Uhr, im Caf 6 Leib, Walltorstrafie Zentrumspariei Gießen Sonntag, den 12. 3uni, abends ö% Uhr MlMS-NfllMlW Sorfi'N „ ... MS./ M'-nbW Unh deutlich. (tr druckte l'ch MMk'-tes schaule in » Veit unten öen Men schMZe" r-ttnahm er P auf. Der m Punkten, die Z °Er^lickte hu und beobachtet »ug ihre Mun N doppeltem rliißlicher und I Sn Die Eta Ulust einiger Speise- und Einmadi-Essig für Gesunde und Kranke 1 Liter Cif rovi n ergibt 3—4 Liter Speise - Essig le allen einschlägigen Geschälten erhältlich. Otrevln- Fabrik O. m. b. H., Frankfurt Fodidillewtadi m TroßBolkSschulbildung können Sie Obersekundareife u. Abitur noch jetzt neben dem Beruf nachholen. Schreiben Sie unt. 4424D a. d. GH. An». 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Er druckte sich dicht an die Stohlwand, die ihm ein unerwartetes Gefühl der Sicherheit verlieh, und schaute in die schwindelnde Tiefe Weit unten durchfurchten die Schiffe die schaumenden Wogen und ncröunfelten den Himmel mit schwarzen Rauchwolken. Hoch oben in den Lüften vernahm er plötzlich ein schwaches Mnattem, er sah auf. Der Himmel war ungefüllt von kleinen dunklen Punkten, die zusehends großer wurden. Am äußersten Ende des Schwarms gewahrte er die eigenen Flugzeuge. Von den Nachborschiffen ertönten plötzlich heftige Explosionen : noch wie vor war die tiefe Baßstimme zu hören, die unbeirrt Zahlengruppen flache konnte er sogar die Bezeichnungen erkennen D>e Flugrnafchincn schienen etwas fallenzulallen, das in der Sonne metallisch erglän.tte; wieder fühlte er, wie do» Flaggschiff eine scharfe Wendung machte In dichter Folge ertönten kurze, harte Detonationen, wahrend silberne Wassersäulen au» der See gen Himmel stiegen Wieder blickte er nach oben Da» feindliche Mefchwader war nicht mehr direkt über ihm, und wahrend er noch emporloh, stürzte em brennendes Flugzeug herab Nunmehr wurde seine Aufmerksamkeit auf einen kleinen Schwarm ausfallend großer Flugzeuge ge lenkt, die bisher an der äußersten englischen Flanke eine abwartende Haltung eingenommen hatten Feyt schaffen sie raubvogelartig mit ungeheurer Geschwin bigfeit herab Torpedoflugzeuge! Auch zwischen diesem Luftgeschwader begonnen die Granaten der Luft- obwehrgeschüße zu explodieren, wahrend die Zer ftörer in rasender Fahrt einen neuen Schutzwall zu legen suchten Alles das spielte sich in Sekunden ab, Sekunden, die zu Ewigkeiten wurden. Die Tor peboabmerfer stürzten sich m bie Rauchwolken, wah rend do» Flaggschiff mit größter Schnelligkeit herum gerissen wurde und blind m den undurchdringlichen Nebel feuerte. Plötzlich erschienen in dem Waifer lange, weiße, Ichaumende Streifen, die sich zusehends in einer bestimmten Richtung verlangenen Torpedo»' Wiederum trat eine heftige Erschütterung ein. al» der Bug de» Schiffe» herumgerifien wurde Der Politiker wartete auf die Explosion, auf den Tod Aber nicht» erfolgte Die Torpedo» schossen zu Back und Steuerbord, achtem und norau» am Flaggschiff vorbei, ohne ihr Ziel zu erreichen. Do» Flaggschiff setzte leine Fahrt durch eine besonder» schwarze Rauchmauer fort, so baß da» Deck einige Sekunden lang seinen Blicken entzogen wurde und kam allmählich wieder in klarere Lust, vor ihm kämpften drei von den Wogen erfaßte Flugzeuge vergeben» gegen die Wafsermengen an vier andere machten Anstalten, wieder aufzusteigen. auf diese» Schauspiel antwortete da» Schiss mit einer einzigen, alle» übertonenden Detonation Zwei der Maschinen gerieten in Brand, waren nur noch feurige, dem sicheren Untergang geweihte Wracks Die beiden anderen flogen auf wie Vogel, die der Jager nicht getroffen hat. Dies alles hatte sich auf der Backbordfeite zugetragen Sein Interesse wurde plötzlich durch ein eigenartige» Aufschlagen non Metall auf Metall ganz in feiner Nahe in Anspruch genommen Er sah ausrief. Er blickte hinunter auf das Deck des Flaggschiffs und beobachtete, wie bie beiden Geschützrohre am Bug ihre Mündungen langsam gen Himmel hoben. Em doppeltes Aufblitzen der Mündungsfeuer, ein plötzlicher und scharfer Stoß, der ihn mit aller Ducht gegen die Stahlwand warf und ihm beinahe den Verlust einiger Dorderzahne eintrug; der gleichzeitig einsetzende ungeheure Geschützdonner, das alles war das Werk des Bruchteils einer Sekunde. Die feindlichen ßuftftreitfräftc befanden sich noch Immer in gemessener (Entfernung — er konnte bereits beobachten, daß sie in keilförmigen Gruppen flogen — wahrend die Maschinen an den äußersten Flügeln einen erbitterten Kampf mit den eigenen Flugzeugen aussochten Da der Feind noch nicht senkrecht über der Flotte stand, bildete er ein gutes Ziel für bie Geschütze, bie bann auch entsprechend in Tätigkeit traten. Zwei schwere Geschütze, bie er von seinem Platz aus nicht sehen konnte, feuerten heftig. Nicht nur das Flaggschiff allein, bie stanze Flotte befanb sich ist reger Gefechtstätigkeit. Wie auf Korn- monbo stießen bie Schornsteine immer stärkere unb dunklere Rauchwolken in ben ankommenben Schwarm der feindlichen Flugzeuge empor. Zuweilen sah er ein Flugzeug kopfüber ins Meer stürzen, ob Freunb oder Feind, vermochte er nicht zu unterscheiden. Das feindliche Flugzeuggeschwader näherte sich mit unheimlicher Geschwindigkeit, die Schornsteine entwickelten schier ungeheure Massen von dunklem, un- durchsichtigem Qualm, aus großen auf die See geworfenen Stiften entströmten dichte Nebelckwlken. Drei ober vier Zerstörer umkreisten das Flaggschiff und umhüllten es mit dichten Rauchmanern. Im schütze dieses Walles mochte das Flaggschiff eine plötzliche Wendung, wenige Sekunden später wurde dieses Manöver wiederholt. Auch die anderen Schiffe führten mit höchster Geschwindigkeit ähnliche Bewegungen aus. während die Zerstörer in rasender Zickzackfahrt durch die Lücken de» Nebels ihre Geschütze auf den Feind in den Lüsten richteten. Auch die Geschütze des Flaggschiffs griffen erneut in dos Gefecht ein und wurden ab und iu von dem gewaltigen Donner der 20-cm-Gefchütze übertönt. Durch einen Blick nach oben vergewisserte er sich, daß dos feindliche Geschwader direkt über seinem Haupte manövrierte. Ani der Unterseite der Trog Wo wird bie fionferen$ von Lausanne tagen? Oben. Das Hotel Beauriooge, der Sitz der deutschen Delegation. — Unten: Schloß Ouchy. in denen die Tagungen des Hauptausschusses und der Sanderausschnsse der Konferenz slattsinden werden. ’m fl I ' Nachdruck verboten! 7. Fortsetzung. Elisabeth erobert sich das Glück jRoman von Margarete Anlelmann Copyright by M. Feuchtwonger. Halle. Also liebes Fräulein Psilrpp. zuerst das ®c- schädliche Hier ist die Adresse Ihres zukiinsttgen Heims Herr von Eckertsburg hat sich Muhe gegeben es so wohnlich wie möglich au bereiten, sc» daß Sie die Fremde nicht merken werden Aber, aber, Kindchen wer wird denn weinen? Passen Sie auf. wie schnell Sie sich m die neue Umgebung finden werden .." Elisabeth hatte die in der Kehle f'henden Tränen nicht mehr zuruckhalten können. Da satt sie nun und mußte sich Almosen ausdrangen lassen, mußte hören, daß ein fremder Mann für sie sorgte, daß sie von ihm abhängig war. Unö... sic sollte bei diesem Manne wohnen O nein, das konnte sie nicht, das ging über ihre Kraft OTein . . Herr Professor. nein, das gebt doch nicht, das mit der Wohnung Was denn. Kindchen? Sie scheinen mich falsch verstanden zu haben. Sie brauchen fid) feine törichten Gedanken zu machen. Ohne Furcht und ohne Bedenken bürfen Sie das Angebot des Herrn von Eckertsburg annehmem Er in der edelste Mensch, den es auf der Welt gibt, fine werden das mit der Zeit selbst fetjen. Regungslos saß Elisabeth da Die Gedanken überstürzten sich in ihrem zcrgualten Kopfe. 5Xr edelste Mensch? Unb warum sah er so hart aus Warum sprach er so gebieterisch? Warum hatte sie solche Angst vor ihm? Ihr Herz erstarrte fast, wenn er sie nur anlab wie sollte sie das die ganze Zeit,über ertragen? Sie dürfen nicht kindisch sein. Kraulern Psilipp. müllen an Obre Sutunft bcnlen unb 6ara„ daß Herr von Eckertsburg 3&ncn diese Zukunft ebnen will." , .. ■„ Er mochte ahnen, was in Elisabeth vorging. ' und er wollte ihr helfen, ihre Zweifel und ihre - Scheu zu verscheuchen Dann fuhr er fort: Hier, auf diesem Zettel steht also bie Abreise l Ihrer Wohnung Unb wegen der Au'nahmc- formalitätcn unb des Stundenplans mochte iw Sie bitten, morgen früh zu mir zu kommen. Gewiß.s He?r Professor!" sagle Elisaheth. rue den dargercichten Zettel eingesteckt hatte, ohne ^^Voraussichtlich wird 36r .zukünftiger Lehrer machen." .Oh. davor habe ich wirklich keine Angst. Herr Professor." Mit einem Male war Elisabeth zuversichtlich geworden, jetzt, da sie wieder an ihre Kunst dachte Darüber war alles andere vergessen. _Aa. endlich einmal eine frohe Antwort von Ihnen! Das lasse ich mir gefallen, Fräulein Pfi- lipp. Und wie Ihre Augen strahlen können! Kindchen, Kindchen, mit diesen Augen werden Sie noch manchem gefährlich werden Aun. Sie brauchen nicht gleich wieder ben Kopf sinken zu lassen und so ernst zu werden. Der Frohsinn kleidet Sie viel besser als die Trauermiene. Don mir altem Manne dürfen Sie sich schon ein biffel Schmeichelei gefallen lassen Und dabei ist es nicht einmal eine Schmeichelei. Sie sind schön, Elisabeth, und diese Schönheit wird Ihnen den Weg zum Auhm wesentlich erleichtern Alle Menschen lieben unb verehren die Schon- heit. Ich selbst mache bann keine Ausnahme, unb deshalb gestatten Sie mir, Ihnen Ihre schöne kleine Hand zu küssen." Roch ehe Elisabeth sich von ihrer Verwirrung erholen konnte, hatte der Professor ihre Hand ergriffen und einen Kuß darauf gedrückt Man merkte ,hm an. daß er diese Galanterie gewohnt 05 GüUabeth war blutrot geworden. Das alles hier war ihr Io neu. Wie anders war ihr alter Professor Landar gewelen! Solange lie bei ihm Unterricht gehabt hatte, nie hatte er solche Worte *u ihr gesprochen wie eben Professor Walter, nie hatte er daran gedacht, ihr Schmeicheleien zu sagen oder ihr gar die Hand zu küssen. Der Professor gab ihre Hand frei .Ich hoffe auf gute Freundschaft und auf ersprießliche Arbeit. Elisabeth Pfilipp". sagte er jetzt, sie fest anbhdenb. .Ich werde mir alle Muhe geben. Herr Professor. unb ich hoffe. Ihrer Freundschaft wert ÄU Ati" also, da können wir ia nut frohem Mur vor uns sehen. Morgen früh erwarte ich Sie Und noch eins Wenn Sie iraendwie einen Aat brauchen, einen Menschen suchen, dem Die sich anvertrauen wollen — ich bin immer für Sie ba^ .Ich danke Ihnen, Herr Professor. Ich werde es nicht txrgeffen“ ,Lo! Und jetzt wollen wir zu den anderen zurückgehen." , „ , Als sie das Musikzimmer des Professors betraten. hatte Elisabeth noch cm frohes Lächeln auf dem Gesicht, bas die herzlichen Worte des Professors heroergerufen hatten. Es Ichwand sofort, als sie ein Paar dunkelgraue Augen auf sich gc- TDas^ottte das nur werden? Woher tollte sie die Kraft nehmen, bieten Augen immer wieder zu begegnen, diesem Manne gegenüber bestehen zu tonnen ? Professor Landar mahnte zum Aufbruch. Elisabeth. die noch mit ihrem alten Lehrer allein zusammen fein wollte, begleitete ihn zum Bahnhof. Bald befanden sich die beiden auf der Straße. Eine Weile gingen sie schweigend nebeneinander her. jeder mit seinen Gedanken beschäftigt. So gern hätte Elisabeth ihr sorgenschweres Herz erleichtert, aber es war besser, wenn der gute alte Mann nichts davon erfuhr, wie verzagt sie eigentlich war Sv wechselten sie nur gleichgültige Worte, sprachen von all dem Heuen, was auf Elisabeth eindringen würde, von ihrem künftigen Studium. Am Zug nahmen die beiden herzlichen Abschied voneinander, unb als der Zug die große Halle verließ, stand Elisabeth da unb Iah ihm mit tränenden Augen nach Das IctzteStückchen Heimat wat mit dem alten Professor davongezogen Sechstes Kapitel. Langsam verließ Elisabeth den Bahnhof. Jetzt mußte sie alfo dahin gehen, wohin Herr von Eckertsburg sie haben wollte. Würde ihm wieder begegnen, ihm gegenübersihen müssen — war ihm schutzlos ouegelicfert. Zögernd stand Elisabeth vor dem großen Bahn- Hofsgebäude lange Zeit Wenn sie nur einen Ausweg wüßte! Als sie ratlos um sich sah, trat eine alte Frau auf sie zu. die sie die ganze Zeit über beobachtet hatte .Darf ich fragen. Fräuleinchen. ob Sie hier fremd sind?" fragte sie und sah Elisabeth freundlich und zutraulich an Die Frau machte einen guten Eindruck Elisabeth war gleich für sie eingenommen — sah nicht das seltsame Auftlackcm der grünlichen Augen. .Ja. ich bin fremd hier! Sie haben recht: ganz fremd " .Und haben Sie kein Unterkommen für diese Aacht?" Zögernd antwortete Elisabeth .Qlcin! Ich habe kein Unterkommen. Können Sie mir vielleicht etwas empfehlen?" Ein Ausweg zeigte sich vor ihren Augen. Wenn sie eine billige Wohnung finden würde, dann könnte sie mit ihrem ersparten Geld Ichon eine Weile reichen. Dielleicht. daß sie bann halb etwas verdienen konnte, und die Hilfe des Herrn von Eckertsburg nicht anzunehmen brauchte. .Ja, ja. Fräuleinchen. ich wußte cm schönes Zimmer für Sie. Bei mir. in meiner Wohnung. Ein schönes, sauberes, gemütliches Zimmer. Und Die würden bei mir nicht allein fein, sondern gleich Gesellschaft finden, nette, luftige Mädels, mit denen Sie sich schnell anfreunben werden " Elisabeth atmete auf. DaS war eine gute Fügung .Was würde das Zimmer kosten?'' sich um Dicht hinter dem Flagglchifs und fast in gleicher Hohe mit dem Ärtillertemar» erschien .IN riesige» Flugzeug das lein Malchinengewehrseuer darauf nd)icu 4vahreod ei unwillkürlich ciftuQ suchend hinter der Stahlwand in Deckung ging — das Pfeisen der Geschoße über feinem Haupte mar deutlich vernehmbar — stürzte ein Monn schwer getroffen mit ganzer Wucht auf ihn. sein Atem stockte. In all diel.in wirren Duicheinonder ertönte noch immer ruhig und legelmaßig die tiefe Baßstitnm.. Sie rief immer noch die ihm unm-ifianbluhrn Zahlen in da.- Sprachrohr Plötzlich hörte auch diese Stimme auf zu sprechen, überall trat Schweigen und Rude ein. Eine kurze Hampb ^pauk * Er lag und wartet Er wagte nicht die leiseste Bewegung die Stille hielt an Da sprach dicht neben ihm eine luhle normale Stimme, die zu telephonieren schien Er wandte sich um und erblickte einen Oflifier. der vor einem ihm unbekannten Instrument saß und Meldungen nach unten durch ein Sprachrohr entsandte , Hier oben ist soweit alle» in Ordnung', sagte d. r Ossi zier. ..drei Verluste — zme, Matrosen und ein Zivilist- mir sind noch mit einem blauen Auge da- nongefommen.“ Der Zivilist schnappte noch Luft. Er al» tot gemeldet' Mit Muhe erhob er sich auf die Anie Der Offizier am Sprochrohi betrachtete ihn lächelnd „Streichen Sie den Zivilisten bitte", fügte er hinzu, „er lebt und scheint ganz munter zu sein.' Er wandte sich zu dem Politiker: „Ich dachte, Sie hotten was abbekommen, al» der Japaner so dicht an un» voruberslog. mar eigentlich schneidig von ihm; ober unsere Geschütze haben -hn doch erhascht, er hat sein Schicksal direkt herausgefordert.' „Was ist denn geschehen?' fragte der Politiker unsicher „Haben wir gesiegt?" Der Offizier verzog seine rußbedeckten Lippen zu einem freundlichen Lächeln „Für den Augenblick • ja; der Feind hot sich mit sehr schweren Verlusten zurückgezogen und wird wohl eine Weile Ruhe geben, aber leider haben mir unser Flugzeugmutter, schiff und drei Zerstörer verloren, auch sind zwei leid^ Kreuzer und ein» unserer Schwesterschisfe sehr beschädigt.' » ---------- Die Knegerlameradschast Hassia im Jahre 1931. Heber hie Tätigkeit bcrÄriegerfamcrab- schast _Hafsi a", Landesverband Hessen dcS Deutschen AeichS-Kriegerbunde- Kbffhäuser, un Jahre 1931 wird in dem Jahresbericht in interessanter Weise berichtet. Die schweren Jahre der AachkriegSzeit brachte, es mit sich, daß die Leitung deS Verbandes ihr besonderes Augenmerk auf ben Ausbau der Wohlfahrtseinrichtungen richtete. Die Fürsorge erstreckte sich befonderS aus die Altvet - ranen, Asirentner-Kriegsopfer. Unfall- und Invalidenrentner unb die Witwen und Waisen. Aeben dem hauptamtlichen Geschäftsführer sind in den Hauptstädten der drei hessischen Provinzen hauptamtliche Fürsorgeleiter mit der Durchführung der Zürsorgearbeit beschäftigt. Die Zahl der im verflossenen Jahre betreuten Personen beziffert f h auf 17 944. Dor bereitet und vertreten wurden beim hefsifchen DerforgungSgericht und beim Obcrve - sorgunaSamt in Darmstadt 2049 oder monatli t) 170 Fälle, beim AeichSversorguiigSgericht und beim Aeichsverslcherungsarnt in Berlin bl7 oder monatlich 51 Fälle. Aus den Aeihen der Versorgung - berechtigten wirken Vertreter als Beisitzer bei ixn verschiedenen Behörden mit. Die Kriegerkamera schäft .Hassia' übernahm sämtliche Kosten der 5ür- sorgetätigkeit in der Landesgruppe. diese Arbeit erfolgt für btc Mitglieder der Hassia völlig kostenlos. Bon der Kriegerkameradjchaft wurden die I u • aendbervegung und das Kleinkaliber- Die Frau nannte einen Preis, der Elisabeth nicht zu hoch Dorf am, .Aun ja, dann werde ich mit Ihnen gehen. Mein Gepäck wird erst morgen gebracht, das kommt erst morgen nach hier." .Wir brauchen gar nicht weit zu gehen", sagte die Frau ..Kommen Sie nur mit Fräuleinchen a Die beiden setzten sich in Bewegung, gingen nebeneinander her Die Frau fragte Elisabeth nach ihren Absichten, und diele berichtete von alledem, was sie vorhatte. Ein hämisches Lächeln lag um die Lippen der Frau, wahrend sic mit halb abgewandtem Gesicht Elisabeth zuhörte Das hier schien ein guter Fastg zu sein: mit dcv würde sich licher allerhand ansangen lassen Mittlerweile war man in eine kleine, schmale Straße gekommen Vor einem nicht besonders freundlich ousfehcnden Haute machte die Frau halt. .So' Hier wohne »ch. Kommen Sie nur mit, Fräulein I" Es ging eine finstere Treppe hinauf, bis in den zweiten ©tod Die Frau schloß auf. eine muffige Luft drang ihr auS der geöffneten Tür entgegen. Elisabeth wartete, bis die .Frau Licht gemacht hatte. Am liebsten wäre sie gleich wieder davongelaufen DaS hier fah ja schrecklich aus! Und wie widerlich es roch! Die Frau schien Elisabeths Zögern nicht »ix bemerken Die fchob sie hinein in den Korridor, öffnete dann eine Zimmertür .So. Fräuleinchen das ist Ihr Zimmer. Es wird Ihnen sicher gefallen! Sie werden sich sehr wohl bei mir fühlen, ebenso wohl wie meine anderen Mädels. Und das Esten erst!, da werden Sie sich wundern, wie fein das schmeckt. So! Jetzt machen Sie sich ein bißchen zurecht, ich werde Die dann wieder abholen." Ohne eine Erwiderung abzuwarten, hatte die Frau das Zimmer verlassen und die Tür hinter sich zugcwacht. Elisabeth war allein .Mein Gott, wo bin ich da hingeraten" flüsterte sie ängstlich vor sich hin. und fah sich mit großen Augen in dem Zimmer um. DaS .. das da tollte das tchöne Zimmer sein? Gin tchmalcS Kämmerchen mit einer zerrissenen, vertchosiencn Tapete, mit einem Feldbett, einem Nachtschränkchen, einem wackligen Tisch und einem Stuhl. Der Bettbezug war grau und unappetitlich, d'e Tischdecke schmutzig. der Emailleleuchter auf dem Nachtschränkchen zerbeult. Elisabeth schüttelte sich. Wenn sie doch nur dahin gegangen wäre, wo Herr von Eckertsburg sie hingetchickt hatte. Das hier war ja schrecklich. Es war nur gut daß ihr Gepäck noch nicht da war Da brauchte sie morgen ja nicht wieder» zukommen. Sie ging an den kleinen, verschmutzten Watch» sisch, sich die Hände zu waschen (Fortfctzung folgt.) schießwesen auch im verflossenen Jahre besonders gefördert. Am Ende des Jahres 1931 bestanden 135 Jugendabteilungen mit 2480 Mitgliedern und 284 Schießabteilungen mit 6482 Mitgliedern. Die „Hassia" umfaßte in 38 Bezirken mit 779 Vereinen (davon entfallen auf O b e r h e s s e n 18 Bezirke mit 349 Vereinen) 53 922 Mitglieder. Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse zahlte der Verband an hilfsbedürftige Kameraden im Berichts- jahre 16 780 Mark für allgemeine Unterstützungen aus, 3025 Mark für Veteranenzulagen und Weihnachtsspenden, zu Ostern 1931 an Konfirmandenbeihilfen 2310 Mark an 153 Waisenkinder. Der „chassia"-Kalender erschien in einer Auflage von 52 000 Stück. Das Versicherungswesen wurde im Interesse der Mitglieder, wie auch im Hinblick auf die Rückvergütungen an den Verband und die Vereine weiter ausgebaut. Die Jahres- r e ch n u n g des Verbandes schließt für 1931 mit 200 026 Mark. Amtsgericht Gießen. Einem 19jährigen Autoschlosser drohte wegen Diebstahls mittels Einsteigens eine Gefängnisstrafe von mindestens drei Monaten. Die Voraussetzungen eines solchen Diebstahls lagen auch fraglos vor, denn er hatte mit seinem jüngeren Bruder einen Gartenzaun überstiegen und aus dem Vorraum einer Gartenhütte ein Mistbeetfenster als Ersah für ein gleiches Fenster, das die Brüder zu Hause zerbrochen hatten, gestohlen; er empfand aber nach einigen Tagen Reue und brachte das Fenster an die alte Stelle zurück. Vor der erwähnten hohen Strafe schützte den jungen Menschen nur eine landesgesehliche Spezialvorschrift, das sog. hessische Feldstrafaesetz, das in den Artikeln 17 und 19 den Felddiebstahl behandelt und für ihn weit geringere Strafen vorsieht, als das Aeichsstrafgesehbuch. Das Gericht nahm einen „Felddiebstahl" als vorliegend an, da der Garten im „freien Feld" liegt und es sich um ein verhältnismäßig geringwertiges Gartengerät handelte. Das Urteil lautete auf 15 Mark Geldstrafe. Der noch nicht 18 Jahre alte Bruder hat sich vor dem Jugendgericht zu verantworten. Gießen besitzt eine Reihe sog. Einbahnen., an deren Einfahrtsstellen entsprechende Schilder angebracht sind; so auch an der Goethestraße. Der Angeklagte hat diese trotzdem mit einem Fahrrad in verbotener Richtung befahren; den deshalb gegen ihn erlassenen Strafbefehl über 3 Mk. will er aber aufgehoben haben, weil er in Unkenntnis des Verbotes gehandelt habe. Es blieb bei der angesetzten Strafe. Der Angeklagte war ein Gießener, er muhte um das Vorhandensein von Einbahnstraßen in Gießen auch schon infolge seiner früheren Beschäftigung wissen. Deshalb hat er mindestens fahrlässig das Schild übersehen; es gehört zu den einem Radfahrer obliegenden Verpflichtungen, feine besondere Aufmerksamkeit auf derartige Verkehrstafeln zu richten. Ein Leihgesterner Landwirt hat an einem Viehmarktstage ein Rind (Marktvieh) durch die Wil- helmstrahe nach Leihgestern abgetrieben und dadurch gegen die einschlägigen Bestimmungen der Polizeiverordnung betr. die Einrichtung und den Betrieb des Ruhviehmarktes in Gießen vom 5. Januar 1932 verstoßen, die erlassen sind, um den Handel vor der ärztlichen Begutachtung des Viehes zu unterbinden. Auch in diesem Falle war es die Pflicht des Marktbesuchers, über diese Bestimmungen sich zu verlässigen. Er hat sich zwar von dem Verkäufer des Rindes belehren lassen, aber falsch. Damit war auch nach Ansicht des Gerichts seine Erkundigungspflicht noch nicht erschöpft. Er erhielt jedoch nur die Minimalstrafe. Spielplan ver Frankfurter Theater Opernhaus: Sonntag, 12. Juni: „Das Land des Lächelns", Anfang 23 11 hr, Ende gegen 22.30 Uhr. Montag, 13.: „Der Apotheker"; hierauf: Gianni Schicchi", Anfang 20 Uhr, Ende nach 22 Uhr. Dienstag, 14.: „Margarethe", Anfang 19.30 Uhr, Ende nach 22.30 Uhr. Mittwoch, 15.: „Das Land des Lächelns", Anfang 20 Uhr, Ende gegen 22.30Uhr. Donnerstag, 16.: „Madame Butterfly" Anfang 20 Uhr, Ende nach 22.30 Uhr. Freitag, 17.: „Das Land des Lächelns", Anfang 23 Uhr, Ende gegen 22.30 Uhr. Samstag, 18.: „Der Bettel- student", Anfang 19.30 Uhr, Ende 22.30 llfjr. Sonntag, 19.: „Die schöne Helena", Anfang 19.30 Uhr, Ende nach 22.30 Uhr. Schauspielhaus: Sonntag, 12. Juni: „ Faust" 1. Teil, Anfang 17 Uhr, Ende 22 Uhr. Montag, 13.: „Egmont", Anfang 19.30 Uhr, Ende nach 23 Uhr. Dienstag, 14.: „Faust" 1.Teil, An- fang 19 Uhr, Ende 24 Uhr. Mittwoch, 15.: „Der Wettlauf mit dem Schatten" (Gastspiel), Anfang 20 Uhr, Ende gegen 22.30 Uhr. Donnerstag, 16.: „Der Wettlauf mit dem Schatten" (Gastspiel), Anfang 20 Uhr, Ende gegen 22.30 Uhr. Freitag, 17.: „Die Mausefalle" (Gastspiel), Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr. Samstag, 18.: Ium ersten Male: „Geschichte Gottfriedens von Derlichingen mit der eisernen Hand (Urgötz)" (Freilichtaufführung auf dem Römerberg), Anfang 20 Uhr, Ende nach 23 Uhr. Sonntag, 19.: „Geschichte Gottfriedens von Derlichingen mit der eisernen Hand (Urgötz)" (Freilichtaufführung auf dem Römerberg), Anfang 20 Uhr, Ende nach 23 Uhr. Wirtschaft. Wochenbericht vom Frankfurter provuktenmarkt. Das Angebot von Brotgetreide in alter Ernte war kaum größer als seither. Infolge der schlechten Konsumlage bestand aber kaum Kaufinteresse. Für die Herbstlieferungen machte sich dagegen bei steigenden Preisen etwas mehr Interesse bemerkbar. Die Dotierung für Roggen blieb mit 225 Mark per Tonne unverändert, während W e i z e n mit 277,50 bis 280 Mark Reigung zur Schwäche zeigte. Der Futtergetreidemarkt verzeichnete ebenfalls nur geringes Geschäft bei wenig veränderten Rotierungen. Rur für Hafer in guten Qualitäten war die Rachfrage gegen Wochenende etwas reger, und infolge des nur geringen Angebots konnte sich der Preis um 2,50 Mark erhöhen und stellte sich auf 172,50 bis 180 Mark. 3n Braugerste fanden nur ganz vereinzelt Umsätze statt. Die Dotierung blieb mit 230 bis 202,50 Mark mnverändert. Dm M e h l m a r k t war der Absatz weiter schleppend, besonders in prompter Lieferung, dagegen tendierte Weizenmehl auf Herbstlieferung etwas freundlicher. Die Preise blieben gegen die Vorwoche allgemein unverändert. Weizenmehl, fudd., Spez. 0 mit Austauschweizen 39,25 bis 40,45, do. Niederrhein., 39,25 bis 40,20, Roggenmehl, 70prozentige Ausmahlung 27,75 bis 29,00 je Doppelzentner. Futtermittel tendierten weiter matt. Von Rauhfuttermitteln verlor Heu alter Ernte 0,50 Mark, Weizenkleie und Treber ermäßigten sich um je 0,50 Mark und Roggenkleie um 0,25 Mark. Amtlich notierten: Weizenkleie 9, Roggenkleie 9,25 bis 9,50, Treber 10,75 bis 10 50. Heu, südd., 4,50 Mark. Am Kartoffelmarkt hat die Tendenz eine stärkere Befestigung erfahren. Infolge der vor- geschnttenen Jahreszeit gehen die Vorräte stark zur Deige, während sich die Dachfrage wesentlich \ gebessert hat, besonders aus Südwestdeutschland. I Der Preis für Jndustriekartoffeln hiesiger Gegend zog um 0,70 Mark auf 3,50 bis 3,60 Mark per 50 Kilo bei Waggonbezug an. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Der Frankfurter Schlachtviehrnorkt verzeichnete in der abgelaufenen Woche trotz überwiegend erhöhter Zufuhren weitere Preisbesserungen. Das Geschäft war bei einzelnen Gattungen recht lebhaft, so daß die Zutriebe glatt geräumt wurden. Der Umstand, daß nur wenig reife Tiere vorhanden sind und sich die Dachfrage in der Hauptsache auf bestes Material richtet, bewirkte in dieser Woche am R i n de rm a r k t ein starkes Anziehen der Preise. Der Auftrieb von 1361 Stück, der um etwa 80 Stück höher als der der Vorwoche war, wurde nach lebhaftem Geschäftsgang glatt ausverkauft. Die Preise für Ochsen und Bullen zogen um je 3 bis 5, für Kühe um 2 bis 4 und für Färsen sogar um 4 bis 7 Mark pro Zentner an. Es notierten: Ochsen Al 36 bis 38, A2 32 bis 35, BI 28 bis 31; Dullen A 31 bis 34, B 27 bis 30; Kühe A 28 bis 30, B 25 bis 27, C 21 bis 24; Färsen A 37 bis 39, B 33 bis 36, C 30 bis 32. Dm Kälbermarkt war das Geschäft während des ganzen Wochrnverlaufs nur langsam. Der erhöhte Auftrieb von 2014 gegen 1635 Stück wurde nur unter Preisrückgängen von 2 bis 3 Mark geräumt. Kälber B 38 bis 40, D 33 bis 37, D 25 bis 32. Dm Schaf markt kam nach langer Unterbrechung in dieser Woche wieder eine amtliche Dotiz zustande, weil der Auftrieb mit 84 Stück gegen Die Vorwoche etwas stärker war. Das Geschäft war aber auch hier nur langsam, der Markt wurde jedoch geräumt. 3m Vergleich mit der letzten amtlichen Dotiz am 29. April konnten die Preise um 1 bis 2 Mark anziehen und wurden wie folgt notiert: Schafe Al Weidemast 30 bis 33, B mittlere Mastlämmer 26 bis 29 Mark. Der Schweinemarkt hatte gleichfalls etwas lebhaftere Dachfrage, so daß die Beschickung von 5077 Stück, gegen 5057 Stück in der Vorwoche, ausverkauft wurde. Die Preise zeigten in allen Gattungen Erhöhungen von 2 bis 3 Mark. Schweine B 40 bis 41, C 38 bis' 41, D 37 bis 40, E 35 bis 39 Mark, F und G nicht notiert. Bessere Stimmung in Berlin. Berlin, 11. Juni. (WTB. Drahtmeldung.) Obwohl sich von gestern auf heute nicht viel ereignet hat, ist die Stimmung für deutsche Effekten wesentlich besser geworden. In der inneren Politik geht alles seinen Gang. In reparationspolitischer Hinsicht bleibt die optimistische Beurteilung der Auslandpresse für Lausanne interessant. Hinzu kamen noch der feste Schluß der gestrigen Neuyorker Börse und Deckungen der Kulisse zum Wochenende. So setzten sich allgemein Kursbefestigun- ge n bis zu 1 v. H. durch, darüber hinaus gewannen Papiere wie Buderus, Schuckert, Siemens, Schubert & Salzer, Gelsenkirchen usw. bis zu 2 v. H. Elektrische Licht & Kraft waren sogar um 3 v. H. gebessert und gewannen im Verlaufe noch weitere 1,5 v. H. Auch Bekula tendierten im Gegensatz zu den letzten Tagen etwas fester, da man für die nächste Zeit eine Zulassung zum amtlichen Verkehr erwartet, doch schienen die Tauschoperationen des Auslandes immer noch nicht aufgehört zu haben. Am R en t e n m a r f t war die Tendenz sehr ruhig und kursmäßig nicht ganz einheitlich. Reichsschuldbuchforderungen lagen vollkommen unverändert. Deutsche Anleihen konnten sich eher etwas befestigen, Jndustrieobligationen zogen leicht an, doch neigten Gold- und Liguidationspfandbriefe und Kommunalanleihen eher etwas zur Schwäche, da Angebot zu überwiegen schien. Im Verlaufe war die Haltung weiter freund- l i ch. Die führenden Werte erfuhren erneut Kursbesserungen bis zu 0,5 v. H., Reichsbank gewannen bis zu 1 o. H. Auch in Rütgerswerke war das Geschäft im Verlaufe lebhafter, für Harpener und Gelsenkirchen zeigte sich einges Interesse. Dagegen büßten die anfangs stark gebesserten Papiere eher etwas von ihren Gewinnen ein. Tagesgeld war zu 5,13 unverändert. Monatsgeld stellte sich auf 6 bis 8 v. H. nominell. Frankfurt freundlich. Frankfurt a. M., 11. Juni. (WTB. Drahtmel- düng.) Die feste Haltung der gestrigen Neuyorker Börse machte an der Wochenschlußbörse einen guten Eindruck. Wenn auch das Geschäft weiterhin nur kleinen Umfang hatte, so war die Tendenz auf kleine Deckungen der Spekulation doch überwiegend b e f e ft i g t, zumal die hoffnungsvollen Auslassungen der Auslandpresse für die bevorstehende Lausanner Konferenz etwas Anregung gaben. Von der Kundschaft lagen keine Orders, weder nach der einen, noch nach der anderen Seite vor, so daß sich die Umsatztätigkeit nur auf die berufsmäßige Spekulation beschränkte. Gegenüber der Abendbörse betrugen die durchschnittlichen Kurshesserungen etwa 1 vH. Darüber hinaus lagen einige Spezialwerte, wie Reichsbank, Gesfürel, Gelsenkirchen und Harpener bis zu 1,75 o. H. fester. IG. eröffneten nur mäßig höher. Kurserhöhungen bis zu 1-D.Jf). hatten noch Aku, Mannesmann, Deutsche Erdöl und Allgemeine Lokal und Kraft. An den übrigen Marktgebieten tarnen Umsätze kaum zustande. Im Verlaufe war die Haltung wieder außerordentlich still. Das erhöhte Kursniveau blieb jedoch gut behauptet. Vereinzelt ergaben sich weitere Besserungen, besonders für Reichsbank, die erneut 1 v. H. anzogen. Fester lagen außerdem noch Siemens, Licht & Kraft mit je plus 2 v. H. Schifffahrtswerte wiesen nur geringe Veränderung auf. Am Rentenmarkt war die Tendenz gleichfalls freundlicher. Deutsche Anleihen gewannen bis zu 0,5 d. Sy, ebenso Reichsschuldbuchforderungen. Gold- und Liquidationspfandbriefe lagen nur sehr ruhig und kaum verändert, teilweise zogen sie um 0,25 o. H. an. Tagesgeld war zu 4 v. H. unverändert. Run-funkprogramm. Sonntag, 12. 3uni. 6.15 (Don Bremen): Hafenkonzert. 8.15 (Don Kassel): Morgenfeier, veranstaltet von der Evangelischen Landeskirche in Hessen-Kassel. 9.30 bis 10.30: Stunde des Chorgesangs. 11: Ein Gang mit dem Mikrophon durch das neue Goethe- Museum. 11.30 (Don Leipzig): Reichssendung: Kantate: „Jauchzt Gott in allen Landen". 12: Blas-Konzert. 13: Konzert. 14.10: Stunde des Landes. 15: Stunde der Jugend. 16: Dachmittagskonzert des Philharm. Orchesters Stuttgart. 18 (Deutschlandsender): Zwischen Gestern und Heute, Streifzug durch Alt-Frankfurt. 18.50: Dreißig bunte Minuten. 19.30: Abenteuer mit fremden Sprachen. 20.15: Unterhaltungskonzert des Rundfunkorchesters. 22.45 bis 24: Tanzmusik. Montag, 13. Juni. 7.05 (Don Bad Mergentheim): Frühkonzert des Kurorchesters. 12: Mittagskonzert des Philharm. Orchesters Stuttgart. 13: Konzert auf Schallplatten. 17: Dachmittagskonzert. 18.25: Gespräch mit Olympiadeteilnehmern. 18.50: „Gibt es einen Instinkt der Tiere?", Dortrag von Dr. W. Lurje, Frankfurt a. M. 19.30: Englische Seemannslieder. 20.15: Eine Viertelstunde Lyrik: Walter Dauer, Sprecherin Martha John. 20.30: Duchenfest, ein Volksfest in Dörrenbach bei St. Wendel. 20.45: Abschied vom Lederstrumpf, Erzählung von Paul Laven. 21.10 (M. und Deutschlandsender): Ri- chard-Wagner-Konzert. 22.15 (M. und Berlin): Zeitbericht: Südafrikas Kampf um den Goldstandard. 23.10 bis 24: Dachtkonzert. Dienstag, 14. Juni. 7.05 (Don Bad Oeynhausen): Frühkonzert. 12: Konzert auf Schallplatten. 13: Mittagskonzert des Philharm. Orchesters Stuttgart. 15.20 bis 15.50: Hausfrauen-Dachmittag. 17: Dachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.25: „Juristische Plauderei" von Carl Retep. 18.50 (Don Freiburg): „Warum Polarforschung?", Dortrag von Dr. Dernhard Dillinger. 19.35 (Don Königsberg): Ostpreußen, ein Heimatabend'. 20.35: Oberon, romantisches Gedicht. Musik von Carl Maria von Weber. 22.45 bis 24: Dachtmusik der Stuttgarter Philharmoniker. Mittwoch, 15. Juni. 7.05 (Von Bad Pyrmont): Frühkonzert. 10.10 bis 10.45: „Fugger, der reiche Kaufherr von Augsburg", geschichtliches Hörbild. 12 (VonDüm- berg): Konzert des Fränkischen Kammerorchesters. 13: Konzert auf Schallplatten. 15.15 bis 16: Stunde der Jugend. 17: Dachmittagskonzert des Rundfunk-Orchesters. 18.25: Gespräch mit einem Buchhändler. 18.25: „Rechenkniffe". Vortrag von Dr. Karl Menninger, Heppenheim a. d. Dergstr. 18.50: Englischer Sprachunterricht. 19.30 (Festsaal der Liederhalle): Festkonzert zum 75jährigen Bestehen des Stuttgarter Orchestervereins, Werke von Joh. Sebastian Dach. 20.30: Pech mit Schall- platten, ein bunter Abend von Helmut Kassing. 21: Konzert des Rundfunkorchesters. 22: Dichtergalerie: Arno Radel. 22.45 (Von London): Tanzmusik. Donnerstag, 16. Juni. 7.05 (Von Homburg): Frühkonzert.' 9 (Von Dreslau): „Aus einer schlesischen Grube", Hörbericht aus dem Industriegebiet. 12: Mittagskonzert. 13: Konzert. 15.15 bis 16: Stunde der Jugend. 17: Dachmittagskonzert. 18.25: „Die Schriften von Adolf Loos. Besprochen von Pros. Dr. Fritz Wichert. 18.50: „Wirtschaftsverfassung und Wirtschaftslage der Völker: Südamerika, Vortrag von Dr. Alfons Goldschmidt. 19.30: Konzert des Rundfunkorchesters. 20.30: Heckenwirtschaften, Mikrophon auf Lauschposten. 21: Michael Reinhold Lenz, ein Schicksal im Schatten Goethes, Hörspiel von Fritz Peter Buch. 22: Kleine Blasmusik, op. 70a von Ernst Krenek. 22.45 bis 24: Dachtkonzert des Philharm. Orchesters Stuttgart. Freitag, 17. Juni. 7.05 (Don Homburg): Frühkonzert. 12: Mittagskonzert des Rundfunkorchesters. 13: Konzert auf Schallplatten. 15.30 bis 16: „Die Krankenversorgung der Erwerbslosen". 17 bis 18.15: Dachmittagskonzert. 18.25: Dortrag. 18.50: Aerztevor- trag: „Der Heuschnupfen und seine Bekämpfung". 19.30 (Don Mannheim): Wir spazieren durch eine Großmühle, Leitung Dr. Stefan Kayser. 20 (Don Berlin): Semiramis. 22: Dichter, die wir kennen sollten..., eine Folge von Gesprächen. 22.45 bis 24 (Aus dem Festsaal der Saarbrücker Landes- zeitung): Dachtkonzert., Samstag, 18. Juni. 7.05 (Don Bad Bertrich): Frühkonzert der Kur- kapelle. 10.10 bis 10.35: „Im Kampf um die Erforschung der Arktis!" Ein Bericht mit Schallplattenausschnitten aus Gesprächen und Dorträgen etwa von Professor Wegener, Dr. Georgi, Professor Samojlowitsch, Major Tryggve Gran u. a. 12: Mittagskonzert des Rundfunkorchesters. 13 bis 14.40: Konzert auf Schallplatten. 15.30: „Was erwartet die Jugend vom Rundfunk?", Gespräche mit jungen Leuten. 16: Stunde der Jugend. 17 (Don Wildbad): Kurkonzert. 18.25: „Deubildung von Wirtschaftsräumen", Dortrag von Professor Schrepser. 18.50: „Golddeckung oder Warendeckung", Herrengespräch. 19.25 (Don Mannheim): 1000 Worte Pfälzisch. 20 (Don Köln): Lustiger Abend. 22.45 bis 24: Tanzmusik. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o. H, Lombardzinsfuß 6 v. H. Frankiuri a. JJl. Scrlln Schluß« lurs 1-Uhr- Kurs Schluß« lurd | Anfang- Kurs Datum 10.6. 11.6. 10 6. 11.6. 6% Deuitche Reichsanleihe v. 192« 53,5 — 53 __ 7% Deutsche Reichsanleihe ö. 192£ 59,4 — 59,75 _ 6'/2% Doung-Anleihe von 1930 . Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit 55,75 — 55,5 — Auslos.-Rechten....... 37 37,5 37 37,5 Desgl. ohne Auslos.-Rechte . . . 8% Hei!. BolkSstaat von 1929 truckzahlb. 102%)...... 2,95 3,05 3 3,05 46,25 -__ 45,25 Oberhessen Provinz-Anleihe ml! Auslos.-Rechten...... 38 -___ Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1....... 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse — 34,25 — 15 unkündbar bis 1935 .... 68 _ _ 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse unkündbar vis 1936 Serie 16 . 4Vi% Franks. Hyp.-Bank Liqu.« 67,75 — — — Psandbriese......... *y2% Rheinische Hyp.-Bank.Lsqu. 76,13 — — — Goldpie........... 8% Pr. LandeSpsandbriesanstalt, 75 — — — Psandbriese R. 19...... 68 _ 68.5 7% Pr. LandeSpsandbriesanstalt, Pfandbriefe R. 10 . . . — — — — 4% Oesterretchtiche Goldrente . . 7 0.85 4,20% Oeslerreichische Stlberrente _ 0,9 4,65 4% Ungarische Goldrente .... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4,5 _ 4,65 5,13 6.15 5 _ 4!4% deSgl. von 1913..... __ 6% abgest. Goldmexikaner von 99 5 _ 5,1 4% Türkische Zollonleihe von 1911 4°;. Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1........... 1,9 — 2,05 2,13 _ 4% desgl. Serie II....... _ _ 9.05 2,13 B% ifluntän. verelnh. Rente B.1903 _ 3,7 6,15 3,13 16 4^%RumSn.vereinh.Rentev.isiZ 6,25 6,13 2,95 15,9 4% Rumänische vcreinh. Rente . 2 ^% I. Anatolier...... 2,95 16,2 — 'Franlsuri a. Dl. Berlin Schluß« turs 1-Uhr- Kors Schluß« kurs Anfang- kkurs Datum 10.6 11.6. 10 6. 1L6. Hamburg-Amertla Palei . . . v 11 _ 10,75 11,5 Hamburg-Südam. Dampsschiss. C _ Hansa Dampfschiff . . . . c _ Norddeutscher Lloyd . . . , . 6 12 12,13 11,9 12.5 A.G. sür Verkehrswesen Akt. 27,75 28 Berliner Handelsgesellschaft . 8 85 85,75 Commerz, und Privat-Bank . 16 _ 18 Darmstädter und Nationalbank 8 18,5 _ 18,5 Deutsche Bank und TlSconto-GcseNschast. . . 6 31,5 __ 31,5 Dresdner Bank...... 6 18,5 _ 18,5 Reichsbank........ 12 121 122,25 121,65 122,25 A.E.G........... . 7 20,65 — 20,5 21,25 Bergmann........ . 9 — __ Elckir. LieserungSgesellschaft. 10 61 — 63 64,25 Licht und Kraft...... 10 65,5 67 64,5 67.5 Felten & Guilleaume.... Gesellschaft für Elektrische 6K 37 37 Unternehmungen . . . . 9 51,5 52,5 51,4 52.75 Rheinische Elektrizität . . . . 9 68 68 Schuckert & Co....... 11 _ 56.25 Siemens & Halske ..... 14 115 — 114,75 116^5 LahmeyerL Co....... 12 79,5 — 78,9 Buderus......... . 4 25 _ 25 27 Deutsche Erdöl...... . 6 62 62,75 62,25 62,9 Gelsenkirchener...... . 8 42,25 44 42 43 Harpener. ........ Hoesch Wien........ . 0 . 6 45,5 44,25 25 45 25,5 Ilse Bergbau....... 10 — - 122,75 Klöcknerwcrke....... . 6 23 — 23,5 26,75 Köln-Ncuessen....... ey, _ ManneSmann-Röhren . . . . 6 39,5 40 39,9 40 Aiansfelder Bergbau .... . 0 14 14 Lberschles. Kokswerke . . . . 8 _ 31,9 18,65 31,5 19,13 162,75 40,9 Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohlen. . . Rhetnstahl........ 4% 18,5 19 10 . 6 164 40 163 40,5 A-rdunur, u. JJL Berlin Schluß« lurs l«ÜVr« Kur- Schluß«! Anfang» Iura | Kurs Datum 10 6. 11.6. 106. 11.6. Ricbeck Montan......7,2 Bereinigte Stahlwerke .... 4 Otavi Minen......18»/, Kaliwerke Aschersleben ... IC Kaliwerke Westeregeln ... 10 Kaliwerke Salzdetfurth ... 16 I. G. Farben-Jndustrte... 12 Verein, chem. Industrie Frank- furt a. 9)1........... 16,25 10,5 83 92 146 91,13 16,5 91,75 16,4 10,5 83 92,45 146 90,4 16,65 10,25 82,5 92,75 145,5 91,25 Scheideanstalt...... 10 Goldschmidt. ........0 Rütgerswerke........5 Metallgelellichaft.......6 Philipp Holzmann......8 Zementwerk Heidelberg.... 7 Cemenlwerk Karlstadt.....7 Wayh ä Yreytag......0 Schultheis Patzenhoser ... 15 Aku 100 Schilling Rumänische Noten........ Schwedische Noten........ Schweizer Noten....... 2,495 78,89 8? .19 2,515 79,21 82,44 34,69 Spanische Noten......... Ungarische Noten ..... 34,55 Aezirk^ 'S? di« morg«” ssft "Äi » mit iS«" MO & t*rM ICO und 2W - ftrf» Peters,die Ln kommen vieder die 1 hchaas am LMen'hn« Lenzen k-mn für den Weit! inb Dreisprun im aus ®u( Kugelstoßen un Allerdings ha Kilv'Wehla: Altmeister 3 u Spielver BSC. Jranl LieLpielvm die sreundschast Vereinen, inst Aainkreises uni sich dadurch r »flichtcn können der eine Derb Sieben zu Gas furt a. M.-Obei einen Mittelpl ihren Derbcmö eine, u. a. Olt) hast an sich ausen zum Ge uschwer, ihre km stärksten den Stürmern nachen wird. Siebener Tod jutoarten sein. !en Spiel, da nicht enttäusche tritt dem Geg über. Schla ter in der C darf undtz- der Sturm n nold, Hei! Farben des^ sch in letzter und es ist ni; m den Sieg Vielmehr red Kurhessen toi Säften nut ei Sie Mamischc muffen, daß i Flachpaß trete faltigeres Kor hkni * I I t Kunst-u.| lockstraße 1 SjHHiiiniiiiiii n Zur: Zur1 und des Zur S=|t«rs, S.Jl.-'fpOTt Ageasth. Wissenscnältliche Werke Zyrorfjwjji BrühPschen Druckerei n> len. Fernruf 4174 Seltersweg 52 445SD in im 2 8 3 3 i5 >2 17 !6 M V 16 '5 S rJe/z/l ai/cA 7n Portions- k dosen a Allerdings hat auch er beachtliche Gegner Kilo- Wehlar, in Garry- Marburg und Altmeister Iunghenn. Gpielvereinigung 1900 Gießen. VSL. Arankfurl-Oberrad in Liehen ju Gast. NESTLE5 KINDERMEHL j Fahrräder von 50 M. an (1 ftabr Garantie) Kinderwagenreiren in allen Gröben. Fabrrad-Reoa- raturwerkstättr Will). Havvel. 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Möbelhaus G. Koos Plockstraöe 14 oig?) Telephon 3904 iiiiiiiiiiiiiinniiiiiiiiiiimiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiHiiiiiiiii» Hessen-Hannover: ÄezirkSmeisterschasten der Männer. Der Schauplatz ist die hessensiampsbahn in «asset. 3n der jüngsten Zeit hat sich der Bezirk Hessen- Hannover aus dem Gebiet der Leichtathletik stark m den Vordergrund geschoben. Gs wurden im Lause der Zeit einige hervorragende Leichtathleten herangebildet, die im Stampf um die Westdeutsche Meisterschaft und auch im Stampf um die Deutsche Meisterschaft mitzureden haben. 21m morgigen Sonntag treffen sich die besten Leicht- Rieten des Bezirks zu den DezirkSmeisterlchaf- :en der Männer auf der Hessen-Kampsbahn zu Raffel zum friedlichen Wettstreit. Zwar treten kaum mehr als 110 Leichtathleten an, die Kämpfer sind aber ausgefuchte Leute. Die Spielvereinigung 1900 ®leben ist mit ihren Besten beteiligt und hat folgende Konkurrenzen belegt: 1OO Meter. 200 Meter, 4X100 Meter, 800 Meter (evtl, auch 1500 Meter-, 5000 Meter, Weitsprung, Stabhochsprung. Diskuswerfen. Kugelstoben und Schleuderball. Die 100 und 200 Meter, sowie die 4X100-Metcr-Dtaf- fel werden von den Läufern W. Müller, -och II, Schickedanz »und Zelsing be- triticn. Die 1900er find nicht ohne Aussichten, lieber 800 Meter starten Bepperling und Pe terS , die auf dieser Strecke schon zu Meister- «hren kommen konnten. Die 5000 Meter sehen Dieder die alten Kämpen Gerhard und Schaaf am Start. Bedeutsame Konkurrenten erwachsen ihnen in den Kasselern Scheihing und Wilhelm. In den übrigen Vprungkon- lurrenzen kann man sich lediglich auf Felsing für den Weitsprung, auf Jung für Stabhoch- «nd Dreisprung stützen. Gröhe Hoffnungen seht tian auf Gugel, der zum Diskuswerfen, zum Äuflclftoben und zum Dchleuderball antreten wird. I8.3imi. ^MkonzertderKur- 3m Kamps um die «r» in Bericht mit Schall« ^sprächen und Dortra« Dcacner, Dr. ®«rgi, M°i°r rrWveSran M Rundsunkorches crs. is SHollPlatten. 15.33. end vom MundsunkN juten. 16: Äiv L Mm''*"?!®4 SKr undlich. uni- / .r,9e|trigen eflun9 gaben t &Ul ’.oeberna£hn?0n,ber )Or. |o ba» GA,hr.fin*1', Erdöl "°-h ZW lrlflo,nÄClL,5bQn,.bie *t ienj,enbeni flitid). <Äe iU4D.S).unBtränbtn. die Aktivität vor dem Tor, die nur allzu leicht vergessen wird, vermissen zu lallen. Dor dem Spiel der Liga tritt die 2. Mannschaft, die Ligareserve gegen die 1. Mannschaft von Grün- berg an. Wenn auch die Gäste alle Anstrengungen machen werden, zu Erfolgen zu kommen, so wird der Sieg der Ligareserve deS Platzbesitzers doch kaum zu nehmen fein. Die 3. Mannschaft hat die 2rste von Groben-Buseck zum Gegner und sollte daS Tressen für sich entscheiden, die 5 Mannschalt tritt gegen die 2. ölf von Großcn-Buseck an. Der AuSgang dieses Kampfes ist allerdings kaum voraus zu sagen. Dugcnbfplde. Die 1. Jugend ist spielfrei. Die 2. Jugend bestreitet am morgigen Sonntag auf eigenem Platz ein Spiel um die Meisterschaft der 3ugcnbfianc 6 gegen die 3ugcnb von Wehlar-BübllngShaufen, einem Gegner, der nicht leicht zu nehmen fein wird. Wenn die Dlanweißen jedoch mit den Leistungen auswarten, die sie in den letzten Spielen zeigten, so wird man sie allerdings als Sieger erwarten dürfen. Die 3. Jugend tritt gegen die körperlich wesentlich überlegene« 1. 3ugenb von Stlein-Cinbcn an und hat nicht allzugünstige Aussichten auf Sieg. Die 1. Schüler gastieren in Garbenteich, tragen gegen die dortigen Schüler ein Rückspiel auS, dessen AuSgang aber kaum vorher- Aufagen ist. Die übrigen Schülermannschasten sind spielfvei. Tie Spielvereinigung 1900 hat in der letzten Zeit die freundschaftliche Beziehung zu den süddeutschen Vereinen, insbesondere zum Verein des Vord- mainkreiseS und des Taunuskreises ausgchaut und sich dadurch manchen beachtlichen Gegner verpflichten können. Am morgigen Sonntag wird wieder eine Vertretung der Aordmaistkreisliga in Gießen zu Gast sein. Die Liga deS BSE. Frankfurt a. M.-Oberrad tritt an. ö c hält in der Tabelle einen Mittelplah. Die morgigen Gäste haben in ihren Derbandsspielen einige leistungsfähige Vereine, u. a. Olympia Frankfurt (der die Meisterschaft an sich rtb), Sportfreunde, VfL. Sachsenhausen zum Gegner und hatten es damit nicht all- zuschwer, ihre Waffen ständig scharf zu halten. Am ftärfften ist die Verteidigung der Gäste, die den Stürmern des Platzvereins schwer zu schassen machen wird. Wie sich die Frankfurter auf dem Gießener Boden schlagen werden, wird aber abzuwarten sein. Man rechnet mit einem interessanten Spiel, das die Anhänger deS FußballsportS nicht enttäuschen sollte. Die Spielvereinigung 1900 tritt dem Gegner in stärkster Aufstellung gegenüber. Schlarb im Tor, Lippert und Zei - ler in der Verteidigung, Gli t sch, Langsdorf und Henrich, die bewährten Läufer, und der Sturm mit Wilhelmi, Goebel. Arnold, Heilmann und Schmidt werden die Farben des Vereins vertreten. Die 1900er haben sich in letzter Zeit in konstant guter Form gehalten und e» ist nicht wahrscheinlich, daß sie dem Gegner den Sieg im Handgalopp überlassen werden. Vielmehr rechnet man nach dem Sieg über die Kurhessen von Marburg damit, daß sie den Gästen nur einen knappen Sieg gestatten werden. Die Mannschaft wird sich aber darauf einstellen müssen, daß die Gäste den bekannten süddeutschen Flachpaß treten, die (Siebener werden um so sorgfältigeres Kombinationsspiel pflegen müssen, ohne VfÄ. Gießen. Die Liga des DfB. ist am morgigen Sonntag spielfrei. 2. und 3. Mannschaft spielen in kombinierter Aufstellung gegen die 1. Mannschaft von Steinbach in Steinbach. Gleichzeitig fahren auch die Alten Herren nach Steinbach und spielen gegen eine kombinierte Elf der Gastgeber. I)ie 1. Jugend trägt ein rückständiges Diplomspiel gegen die 1. Jugend des BfR. Butzbach aus. Sportverein 1920 Heuchelheim. Die 1. Mannschaft des Sportvereins Heuchelheim hat am morgigen Sonntag eine in Heuchelheim gut bekannte Elf zu Gast, und zwar die Mannschaft des FE. .Aassau" Fleisbach. Beide Mannschaften, die die besten sportlichen 'Begehungen pflegen, dürsten ein faires, spannende- Spiel zeigen. Die Einheimischen t«ten mit kompletter Mannschaft an. Der Ausgang deS Spieles ist kaum vorherzusagen. DfB. Gießen verliert in Marburg. Eine ersatzgeschwächte Liga deS VfB. trug am vergangenen Mittwoch gegen die ..Germanen" von Marburg daS fällige Freundschaftsspiel aus. Die Giehener stieben hierbei auf einen wohlgerüsteten Gegner, der in stärkster Ausstellung vertreten war. 3m Handgalopp wurden die VfB er mit 9:2 Toren überfahren. Die VfB.er selbst traten in gänzlich veränderter Aufstellung an. insbesondere war daS Schluhdreieck nur 6c- helsswelle besetzt. Man fand sich austerdem auf dem kleinen Platz nicht zu«cht und muhte bereits bis zur Pause 7 Tore hinnehmen. Wiede- k i n d und Mattern konnten je einen Gegentreffer erzielen. 3n der zweiten Halbzeit konnte dem Sturm der Gastgeber Halt geboten werden, nachdem Dingel in die Verteidigung ging. Die Germanen erzielten nur noch 2 Tore, während den Gästen jeder weitere Erfolg versagt blieb. Die Germanen erwiesen sich überraschender Weise als in bester Form und es wäre fraglich gewesen, ob die VfB.er auch in kompletter Aufstellung jemals hätten gewinnen können. Handball im Turnverein Wieseck. Am morgigen Sonntag fährt die 1. Mannschaft und die Schülermannschaft nach Aauborn. Die 1. Schüler tragen das Rückspiel um die Dau- meisterschaft auS. Das Vorspiel gewannen die Wiefecker am vergangenen Sonntag mit 3:0 Toren. Man sollte sie auch im Rückspiel als Sieger erwarten dürfen. Die 1. Mannschaft ist zu einem Freundschaftsspiel eingeladen und wird sich um ein ehrenvolles Abschneiden sehr bemühen müssen. . Dor dem AußbalbFinale. vlitzlachter aus den beteiligten Städten. Alle Sitzplätze für das Stadion in Dürnberg sind ausverkauft Man wird voraussichtlich noch provisorische Sitzgelegenheiten für 300? bis 400? Personen schaffen. insgesamt rechnet man mit 55 OO? Zuschauern, von denen fast 20 000 von auswärts kommen dürften. AuS Frankfurt werden neuerdings allein 4000 Schlachtenbummler erwartet und München wirst voraussichtlich hinter dieser Zahl kaum zurückbleiben. Die Massen werden nicht allein in Svnderzügen, sondern mehr noch in Auto- und Lastwagenkolonnen erwartet. Sowohl au» Frankfurt wie auch au# München sind bereits in den letzten Tagen gröbere Trupp# per Aad abgereist und aus München werden sogar Trupp» erwartet, die den Weg zu Fub zurücklegen. Die Leitung von .Badem" München hat 100 SrwerbSlosen Straten gratis auSgehändigt. AuS Frankfurt wird berichtet, dab die Gintracht mit Ghmer, aber ohne Stellerfcoff antreten wird. Die Mannschaft reist Sam»lagmor- gen, wird aber nicht in Qlümberg, sondern in einem kleineren Ort in der Bähe von Aümberg untergebracht, um von allen störenden Ginflüssen befreit au bleiben. Die Gintracht-Glf hat sich in dieser Woche nur noch einem leichten .«Konditionstraining unterzogen. Da» .Endspielfieber" in der Stadt übersteigt alle Begriffe. München meldet, daß der Trainer Dombi wieder gesund ist und wieder arbeitet. Heid- lamp wird aller Voraussicht nach spielen. Die Dayem-Elf soll erst am Sonntaglrüh im O-Zug nach Aümberg fahren, um nicht zu früh dem gewohnten Lebensgang entrissen zu werden. Die Münchener Fubballgemeinde ist sehr zuversichtlich gestimmt. 3m Rundfunk überfragen. Das Endspiel wird in der Zeit von 16 bis 18 Uhr im Rundfunk übertragen. Marburgs Universitäts-Handball» meister in Hodheim a. d. B. Der Turn- und Sportgemeinde Rodheim a. d. B. ist es gelungen, die Sportvereinigung Marburger Freistudenten, den Marburger Unioersitätsmcister im Handballspiel, für den kom- inenden Sonntag zu einem Freundschaftsspiel zu verpflichten. Den Kästen wird eine kombinierte Mannschaft gegenübergestellt, die sich aus den besten Spielern der ersten Mannschaften der Turnvereine von Rodheim und Kinzenbach (ADT.) zusammen- setzt. Die Gastgeber werden dabei trotzdem alles her- geben müssen, wenn sie einigermaßen ehrenvoll abschneiden wollen. Dem Kamps sieht man in Rod- Heim und in der weiteren Umgebung mit großer Spannung entgegen. Dor allem erwartet man ein interessantes Spiet Schiedsrichter ist Zoller- Hausen. Die Mannschaften treten sich in folgender Ausstellung gegenüber: Freistudenten Marburg: Erdmann, Göing, Dr. Seipoel: Dohn, Dr. Reddemann, Rött- ger; Halwachs, Rämick, Nickel, Röntg, Wassermann. Rodheim /Kinzenbach: Schleenbecker E. (Kinzenbach): Bepler R. (Kinzenbach), Bender W. (Rodheim); Lcib E. (Kinzenbach), 5teUer A. (Rodheim), Bender D. (Rodheim): Platt W. (Rodheim), Leib W. (Kinzenbach), Medebach K. (Rodheim), Schmidt S). (Kinzenbach), Höhn E. (Rodheim). Olympischer Sport-Elub Gießen. Die Leitung des OST. hat sich entschlossen, zu den am kommenden Sonntag in Kassel stattfindenden Bezirks meist erschaffen niemand zu melden. Dafür fahren Jäger, Luh und G r ö l z nach Frankfurt a. M., um an dem groben .Internationalen" deS IG. -Sportvereins teilzunehmen. Jäger läuft 400 Meter, Grölz 1000 Meter und Luh wirft Diskus. Außerdem hat er den Weitsprung belegt. Die OSTer stoßen auf die besten Leichtathleten Deutschlands. Auf ihr Abschnciden darf man gespannt sein. Selbst wenn die OSTer nicht zu Siegen kommen, haben sie von der Teilnahme an einem solchen großen Sportfest sehr viel. Sie können sich die Leistungen der Ionath, Körnig, Peltzer, Hirschfeld. Sievert ansrhen und aus dem Gesehenen Lehre ziehen. Erfolgreiche Gießener Gchühen. Bei dem vor kurzer Zeit in Marburg abgehaltenen Bokalschiehen der Reichsbahn-Turn. und Sportvereine, an dem sich |e eine Mannschaft von 16 Reichsbahn Turn- und Sportvereinen beteiligte, konnte auch eine Gießener Mannschaft erfolgreich sein. Die Schützengruppe des hiesigen Reichsbahn-Turn. und Sportverein» (die Schutzen (kidmann, S)ain- bad). Mootz, Rabenau und Schilling) errang unter starker Konkurrenz mit 42S Ringen den 1. Preis und damit den Pokal. Die gleiche Schutzen- mannschafst vermochte bereit» im vorigen Jahr, ebenfalls in Marburg, den Pokal zu erringen. Arbeiter-Turm und Gportdund Am morgigen Sonntag stehen sich Heuchelheims 1. und Wiecks 1. Mannschalt im Freundschaftsspiel in Heuchelheim gegenüber. Die Gäste werden zu diesem Spiel mit Srsatz antreten, Heuchelheim dürfte infolgedessen die belferen Aussichten haben. Annerod» 1. empfängt Gießens 2. Mannschaft. Die Gäste dürften hier die Besseren sein. Hachborn ist mit seiner 1. Mannschaft und mit seiner Iugendrnannkchaft in Wicseck zu Gast. Ob es den Platzbesihem gelingen wird, in beiden Spielen den S.eger zu stellen, ist fraglich. Lang-Göns hat die 1. Mann'chaft und die 3u- gendmannichast von Grüningen zu Gast und zum Gegner. Die Platzbeiitzer werden sehr au» sich herausgehen müssen, wenn sie auf eigenem Platze nicht verlieren wollen. In Großen-Duleck ist Burkhardsfelden mit seiner 1. Mannschaft und mit seiner Iugendmannschaft zu Gast. Man erwartet zwei schöne Spiele, die die Gastgeber aber für sich entscheiden sollten. Großen-Linden» zweite Mannschaft weilt in Beuern und wird sich um ein ehrenvolles Ergebnis bemühen müssen. Londorfs 1. hat Grünbergs 1. zum Gegner. Ob es den Gästen gelingen wird, einen Sieg mit nach Hause zu dringen, ist nicht vorauSzusagen. Waldgirmes 1. Mannschaft steht in Qtaunbeim einer kombinierten Mannschaft des Platzvereins gegenüber und hat nur geringe Aussichten auf Sieg. Naunheims Jugend sollte in Fellingshausen einen sicheren Sieg erringen. Daubringens 1. Mannschaft sollte in Frankenbach ebenfalls einen Sieg landen. Wißmar ist mit feiner 1. und mit der Iugendmannschast in Gleiberg zu Gast. Wißmar stellt die besseren Mannschaften, die fich auch den Sieg sichern sollten. Hungens 1. hat Lichs 1. zum Gegner. Di« Gäste werden sehr aus sich heraus- geben müssen, wenn sie Aussichten auf Srsolg haben wollen. In der Serie der Spiele der Schüler stehen sich folgende Mannschaften gegenüber (der Platzverein ist jeweils zuerst genannt): Heuchelheim-Krofdorf: W.eseck -Gießen: Dr.-Duseck— Gr.-Linden und Allendorf—Gleiberg. Handball. Auf dem Wiefecker Sportplatz findet am kommenden Sonntag für die Handballspieler he» 3. und 4. Bezirkes ein Kursus unter der Leitung des Kreis-Handballspielleiters statt. AIS Abschluß wird ein Lehrspiel gezeigt. Gcräieturncn. Am morgigen Sonntag flehen sich um die Kreismeisterlchaft im Mannschafts-Geräteturnen die Mannschaften der Vereine von W i e s e ck und Dreieiche nbain in Dreieichenhain gegenüber. Zwischen beiden Mannschaften, die die stärksten des 9. Kreise» darstellen, dürfte fich ein spannender Wettkampf entwickeln, der einen besonderen Beiz dadurch erhält, daß beide Mannschaften sich ziemlich gleichwertig sind. Der Ausgang des Kampfes ist ungewiß. Die Gastgeber haben den Vortell der eigenen Geräte und den des eigenen Publikums für sich. DaS könnte ein Plus bedeuten. Kurze Gportnoiizen. Tilly Äußern wird ihren Titel in Wimbledon kaum verteidigen können, da sie zur Zeit noch in Paris krank zu Bett liegt. Das Duell zwischen Emil Hirschseld und Douda, dem tschechischen Rekordmann im Kugelstoßen, kommt bestimmt am 12. Juni in Frankfurt beim JG.-Sport- fest zustande. 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Alle Landschaften Deutschlands finden sich in der Rhön: die Wärme der Schwäbischen '21U), die tic eingeschnittene Schroffe des Harzes, die kahle Steilheit des Riesengebirges — wenige Minuten Fahrt, eine Taljcheide, und alles ist zauberhaft verändert. Hier großartig hark, zerzaust von rauhem Sturm — dort fröhlich lieblich — dann wieder wald- umstandcn anklimmende Berghängc mit weidendem Vieh. Zahllose Bäche winden sich zu Tal. Droben auf den Bergen Krüppelholz. Einst war dies ein einsames Paradies der Wanderer und Skifahrer. Erst die Segelflieger haben die Rhön berühmt gemacht: seither werden Gersfeld und die Wasserkuppe im Spätsommer zum Stelldichein der großen Welt. Die Autos der Kissinger Badegäste erscheinen — cs wimmelt von Sportleuten, Militärs, Aristokratie — Namen an Namen — Wagen an Wagen. Dann lagert ein seltsam gemischtes Publikum am Nordhang, während die Menschenoögel ihre lautlosen Kreise über der Tiefe, vor der großartigen Kulisse des Nordblicks ziehen. Im Sommer ist „nichts los" in der Rhön. Der Sommer hat bescheidene Butterblumen in die zerzauste, baumlose Höhe hinaufgelockt. Wandertrupps schwärmen auf dem Gipfel unter den weißen Sonnenwölkchen, schleppen Tornister und riesige Kochgeschirre auf den breiten Schultern. Schöne, stolze Gesichter, ganz fern von der Art der rasselosen Puppenschönheit unserer Zeit: Blonde Ouerschädel mit eigentümlich grellen Augen, langen, spitzen Nasen, breit eigenwilligen Lippen, knochigen Wangen und einer struppigen, vom Wind zerwühlten Haarfülle über der Stirn. Nichts los in der Rhön? Auf dem sanft abfallen- den Westhang der Wasserkuppc üben die Flug- . schüler den ganzen Tag. Die meisten sind Kerlchen von siebzehn oder achtzehn Jahren, unfertige Gesichter zwischen Knabe und Mann. Auch hier wieder bei aller Unreife eine wahre Auslese von germanischer Schönheit. Offenbar ist es ein besonderes Blut, das da fliegen soll. Unter den Jünglingen eine kraftvolle Männergestalt: Mensurnarben, weißes Golfhemd, Doktor. Auch ein Flugschüler. Seit zwei Jahren hat sich eine bestimmte Art von Schulflugzeug herausgebildet — denkbar einfach, billiges Material, leicht zu ersetzen, ein höchst zerbrechliches Kinderspielzeug: Flügel, Schwanz, ein paar Stangen dazwischen, unten eine Schlittenkufe, vorn ein Brett als Sitz, Steuerknüppel, Beinsteuer, Kopfpolster — fertig. Das bauen die Jungens sich selber, immer wieder dasselbe Modell mit denselben Teilen. Der Fluglehrer, schlank, braun, gepflegt, ein ehemaliger Kampfflieger leitet die Uebunqen. Hier gleiten die Pilötchen ein paar hundert Meter über den sanften Hang, schwanken langsam und unerfahren durch die kaum bewegte Luft und schlurfen zur Ziellandung auf die dürre Wiese herunter. Ziel: der oder jener Steinhaufen. Dann schleppen sie den hilflosen Vogel wieder schwitzend zur Höhe. Unten auf einer Senke übt einer dieser blutjungen Leute seine Zwanzigmetersprünge. Im vorigen Herbst ist er so schwer gestürzt und wird jetzt wieder allmählich an das Fliegen gewöhnt. Sie können es alle noch nicht, überziehen beim Start, kommen erst spät in Fahrt und hoppeln unten böse auf das Gras. Ein blasses Jüngelchen saust von der Gummistrippe hochgeschnellt, in die Luft, steigt, steht im Wind — der weiße Vogel neigt sich schwer und schwankend nach links, beschreibt aus fünfzig Meter Höhe eine riesige, steile Rechtskurve schräg zu Boden und zerschmettert krachend in der Wiese. Es siebt übel aus. Aber gänzlich unverletzt befreit sich der kleine Pilot aus den Trümmern . .. Diese herrlichen Jungens leben viele Monate da oben in Sturm und in der Sonne, nah dem Himmel — treiben Praxis bei Sonne und Wind, Theorie bei Regen und Nebel und Sturm. So ein großer Kinderdrache kostet nicht viel, zumal man ihn selbst tischlert. Hier wird Auslese getrieben: wer drei oder vier dieser einfachsten Segler zertrümmert hat, taugt nicht zum Flieger, sucht sich einen anderen Beruf und hat nicht viel Schaden angerichtet. Und sie lernen das Fliegen! Lieber die Tiefe nordwärts der Wasserkuppe werden nur die wirklich großen Könner hinausgelassen. Auf dem flachen Hang übt ein werdender Meister in 'einem hochwertigen, wunderbaren Segler. Ein richtiges Flugzeug, nagelneu, sauber mit Holz belegt — nur Motor und Fahrgestell fehlen. Es wirst sich im Windstoß beängstigend steil in die Luft, saust in schräger Kurve nieder, wird abgefangen und gleitet in rascher Fahrt hangab, wiegt sich weit hinaus immer wieder vom Boden auf und setzt sich endlich weich ins Gras. Der Flieger, ein kaum zwanzigjähriger, bebrillter Mensch: blonder Schopf, harter, verschlossener Blick. Rosse. Keiner ist „elegant" (dies Wort wirkt hier blaß und städtisch) — alle schlicht, straff, unermüdlich. Schön ist cs in der Rhön, wenn „nichts los" ift. Die Gasthäuser in Gersfeld und Bischofsheim sind leer und billig. Die Landschaft, einsam und herbe, leuchtet in ihren tausend wechselnden Bildern und wartet auf ein Auge, das sie schaut. Wanderfahrten. Garbenteich — Pfahlgraben — Kloster Arnsburg — Munzenberg — Butzbach. Diese Wanderung ist reich an historischen Sehenswürdigkeiten, ist allerdings, da sie größtenteils wenig Schotten gewährt, nur für Frühling oder Herbst zu empfehlen. Wir fahren mit dem Frühzuge nach Garbenteich und folgen van hier roten Strichen. Hinter dem Ort kommen wir auf einen breiten Weg, der nach Forschungen von Professor Helmke aus der Römerzeit stammt. Beim Eintritt in den Wald stoßen wir auf den Pfahlgraben, dem wir jetzt nachgehen. Einige Schritte abseits der Markierung finden wir einige, gleichfalls von Professor Helmke entdeckte und freigelegte Kastelle aus der Zeit der Römerherrschaft. Wir überschreiten die Dorf-Giller Straße und gelangen alsbald in schönen Hochwald. Nach geraumer Zeit verlassen wir den Pfahlgraben, der in dem zuletzt durchwanderten Teil noch tadellos erhalten ist, und kommen auf dem Jägerpfad zum Kloster Arnsburg mit guter Wirtschaft. Nachdem wir die interessante Klosterruine besichtigt hoben (Klosterkirche, Kapitelsaal), führt uns das Zeichen durch freie Gegend der alten Hohe- oder Römerstroße entlang über Trais-Münzenberg hinauf zur Burgruine Müm zenberg (Wetterouer Tintenfaß). Am Fuße der Ruine gute Gastwirtschaft. Ueberaus lohnend ist die Besichtigung der mächtigen, wohlerhaltenen Schloß- ruinc, van deren Bexgfried man eine entzückende Aussicht über die Weiterem bis zu den Höhen des Taunus, Vogelsbergs und Westerwalds genießt. Blaue Striche leiten uns nunmehr über Griedel zum Endziel Butzbach, das ebenfalls noch mancherlei Schönheiten aus dem Mittelalter aufzuweisen hat. Dauer der Wanderung 5 Stunden. harkmannshain — Schotten. Diese Wanderung führt durch den Hohen Vogelsberg und nimmt nacheinander alle bekannten Berge unseres heimatlichen Gebirges mit. Wir fahren über Stockheim bis Hartmannshain. besteigen die Herchenhainer Höhe (Vater- Bender-Heim, Gefallenendenkmal), gehen von hier zunächst ohne Zeichen nach Sichenhausen, wo wir die Breungeshainer Straße einschlagen bis wir blaue Striche treffen, denen wir noch links folgen und auf den 667 Meter hohen Bilstein, einer Basaltkuppe mit prachtvoller Fernsicht, gelangen. Wir gehen jetzt wieder ein Stück zurück und folgen dem Zeichen nach zum Hoherodskopf mit seinen Klubhäusern (gute Unterkunft). Bote Striche leiten uns weiter zum Taufstein, von dessen Bismarckturm man eine weite Bundschau genießt. Die roten Striche, später blaue Kreuze, führen uns hierauf zum Geiselstein (721 Meter), einem mächtigen Haufen von Basaltblöcken, mit schönem Ausblick über die Lauterbacher Gegend bis zur Bhön. Von hier steigen wir hinab über die Bismarcklinde zum Landgrafenborn und benutzen wieder die roten Striche zu den Sieben Ahorn (755 Meter). Ohne Zeichen wandern wir jetzt in westlicher Dichtung weiter zur Feldkrücker Höhe, von wo aus wir grünen Strichen nach Schotten folgen. Wanderzeit etwa 6 Stunden. Reisen - aber mit Verstand! Don Gerhard Kießling. Wenn Goethe sich zu einer Beise rüstete, legte er sich eine Art Aktenstück an. Da wurde alles gesammelt, was ihm über das Land und die Städte und die Menschen in die Hand kam: Zeitungen, Bilder, Theaterzettel, Verordnungen. „Ich Wanderer raffe auf, was ich kann. Ich tue die Augen auf, so weit ich kann und greife das Werk von allen Seiten an", sagt er einmal von sich selbst. Die Goethesche Art zu reifen, die auch den Brüdern Humboldt, ja dem ganzen 19. Jahrhundert eigen war, hat unsere Maschinenzeit verlernt. Der Mensch von heute hat es ja so bequem: Man bestellt die Fahrkarte und das Ferienquar- tier auf dem Beisebureau, man kauft auf dem Bahnhof noch ein paar Zeitschriften und Magazine gegen die Langeweile, und man wird in jedein fremden Ort und fremden Land leicht einen Führer finden. Es wird heute gewiß mehr gereift als vor 100 Jahren, aber der Zweck des Reisens ist ein ganz anderer geworden. Es geht nicht mehr um Erkenntnis der Welt, sondern wir wollen uns erholen, vom Alltag lösen, in Luft und Sonne baden. Und doch ist auch für uns, vielleicht den meisten unbewußt, nicht nur die Qiatur und das äußerlich Sichtbare, sondern die geistige Weitung des Horizontes ein wesentlicher Bestandteil des Reisens und der Erholung. Deshalb ist es wohl auch nicht ganz gleichgültig, welche Bücher man auf d i e Reise mitnimmt. Einen Baedeker, Meyer oder Grieben wird gewiß jeder schon aus rein praktischen Gründen in den Koffer stecken. In den letzten Jahren sind die großen Reisebücherverlage immer mehr dazu übergegangen, Dem Benutzer zunächst eine Einführung über Landschaft und Volkstum, Kunst und Technik zu geben. Da findet man meist auch schon Hinweise auf die wichtigste Literatur über das betreffende Gebiet. Es gibt heute wohl über jede Stadt und jede Landschaft eine oder mehrere reich illustrierte Monographien, die das Erlebnis der Reise zu vertiefen imstande sind und später die Erinnerung an das Geschaute immer wieder wachrufen. Aber es ist nicht jedermanns Sache. Beschreibungen von Landschaft und Volkstum zu lesen. Es zwinge sich niemand dazu! Man findet auch in der Dichtung, im Roman, im Sagenbuch tausend Möglichkeiten. Land und Leute kennenzulernen und von den Dingen zu erfahren, die hinter der Oberfläche verborgen sind. Ist es nicht reizvoll, im Dünensand vom Klabautermann und anderen Mären zu lesen, die sich das Volk der Seefahrer erdichtet? Kann man eincStormsche Rovelle -stärker mitcrlcben als im Angesicht der rauschenden Brandung auf Sylt? Oder Vermag uns jemand die leichtbeschwingte Seele Wiens so nahezubringen wie Rudolf Hans Bartsch? Wer mit Rosegger oder Greinz in die Tiroler Berge, mit Fritz Reuter nach Mecklenburg, mit Berthold Auerbach in den Schwarzwald, mit Hermann Stehr oder Gerhart Hauptmann nach Schlesien, mit Wilhelm Schäfer oder Clara Viebig an den Rhein, mit Otto Ludwig oder A. Trinius in die Thüringer Wälder wandert, wird von feiner ^eise mehr heimbringen als nur Augeneindrücke und braune Haut. Der Weg ist ja so einfach, nur muß man rechtzeitig feinen Buchhändler um Rät fragen. Wer feine Reisekasse und sein Gepäck nicht allzusehr belasten will, findet schon in den billigen Sammlungen eine Fülle geeigneter Literatur. So ausgerüstet, wird uns auch nie ein Regen- tag in verzweifelte Stimmung bringen, und vielleicht können wir uns mit den rechten Büchern als Reisegefährten doch ein Stück von dem Erleben und der Erkenntnis im Goctheschen Sinne zurückgewinnen. Reiseliteratur. — Der soeben erschienene Kalender der Gesellschaftsreisen, die das Mitteleuropäische Reisebureau (MER) in diesem Jahre ju unternehmen beabsichtigt, zeigt ein völlig neues Gesicht. Reisen für verwöhnte Ansprüche haben das Feld räumen müssen tior zeitgemäßen, besonders preiswerten Fahrten innerhalb Deutschlands und nach allen bekannten Reiseländern. Bei den 43 verschiedenen Reisevorschlägen für Gesellschaftsfahrten sind die Preise auf ein Mindestmaß gesenkt, und es ist berücksichtigt, daß vielen auch nur ein Mindestmaß an Zeit für Reisen zur Verfügung steht. Man findet auch Reisen von 8—lOtägiger Dauer, die insgesamt nur etwa 100 Mark kosten. Die Auswahl der Reiseziele ist so groß, daß wohl jedem ein für feine Mittel geeignetes Reiseziel geboten wird. - Der neue Führer durch d i e deutschen Ostseebäder für 1932. herausgegeben vom Verband Deutscher Ostseebäder (E. D.). mit Karte der Ostseebäder ist Erschienen. Der Führer enthält die neuesten Rachrichten über die Bäder und Städte von Schleswig-Holstein bis zum Memelland, ihre Beschreibung, ihre älnterkunfts- möglichkeiten und ihren Reiseweg. Sie Fahrpläne der einzelnen Reedereien befinden sich im Anhang. Der Preis des . Führers, 200 Seiten stark, beträgt 1 Mark. Kirche und Schule. Kreis Schotten. D Schotten 10. Juni. Unter dem Vorsitz von Dekan Widmann (Gedern) fand hier die dritte diesjährige Konferenz der Geistliche^ des Evangelischen Dekanats Schotten statt. Rach einer von Pfarrverwalter De- b u s (Breungeshain) gehaltenen Andacht hielt Pfarrer Kraus (Eschenrod) ein Referat über das Thema „Der freiwillige Arbeitsdienst". Roch einer Darstellung der geschichtlichen Entwicklung des freiwilligen Arbeitsdienstes und der gesetzlichen Bestimmungen wurde von dem Vortragenden zunächst berichtet über die in Hessen, besonders in Oberhessen, bisher gemachten Erfahrungen. Im grundsätzlichen Teil des Referats wurde die seelische und nationale Bedeutung des freiwilligen Arbeitsdienstes herausgestellt und zunr Schluß auf die hieraus für den Gemeindepfarrer sich ergebenden Aufgaben hMgewiesen. An beit ausgezeichneten Vortrag schloß sich eine lebhafte Aussprache an. Ferner wurden auf der Konferenz noch dienstliche Angelegenheiten besprochen und dabei u. a. beschlossen, im Iubiläumsjahr des Gustav - Adolf - Vereins 1832/1932 in jeder De» kanatsgemeinde einen Gustav-Adolf-Sonntag zu veranstalten. An Stelle des nach Mainz verzogenen Pfarrers Bornscheuer (Schotten) wurde Pfarrverwalter D e b u s zum Bibliothekar der Dekanatsbibliothek gewählt. Schließlich wurden noch die Festorte für die diesjährigen De- kanatsfeste bestimmt: Schotten für das Dekanats- Missionsfest und Tllrichstcin für das Iahresfest des Schottener Zweigvereins der Gustav-Adolf- Stiftung. Daten für Montag, 13. Juni. 1525: Vermählung Martin Luthers mit Katharina von Bora: — 1831: der Physiker James Clerk Max. well in Edinburg geboren: — 1886: König Ludwig 1t von Bayern verunglückt mit dem Irrenarzt B. von Gudden im Starnberger See. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 12. Juni. 3. Sonntag noch Trinitatis. Stadtkkchc. 8 Uhr: Pfr. Mohr: zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Matthäus- gemeinde: 9.30: Pfr. Becker: 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde: Pfr. Becker: 13.30: Festgottesdienst des Verbandes evangelisch-kirchlicher Frauenvereine; Oberkirchenrat Superintendent O. Wagner. — 3o- hanneskirche. 8: Pfr. Ausfeld: zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Johannesgemcinde; 9.30: Pfarasfistent Knell; 11: Kinderkirche für die fiufasgemeinöe; Pfarrassistent Knell: 20: Bibelbesprechung im Johannessaal: Pfr. Ausfeld. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfarramtskandidat Defch: 11: Kinderkirche für Johannes- und Luthergemeinde: Pfr. Ausfeld. — Elisabeth-Kleinkinder- fchule. 8.15 Uhr: Christenlehre für die Neukonfir- mierten der Petrusgemeinde: 9.45: Pfr. Inc. Waas. — Reue Aula der Uniöerfifäf. 11.15: Univerfitäts- Gottesdienst: Predigt: Professor Dr. phil. Adolph. — Klein-Linden. 10: Gottesdienst: Christenlehre für die gesamte Jugend: 11: Kindergottesdienst. — wieseck. 9.30; 10.45: Christenlehre, — Allen-Vufeck. 10. Alten- Buseck; 12.30: Trohe. — Kirchberg. 10: Kirchberg; 11: Christenlehre für die konfirmierte weibliche Jugend: 13.30: Lollar. — Yausen-Garbenleich. 9: Garbenteich: anschließend Christenlehre: 10.30: Hausen. — Watzenborn-Steinberg. 10.30: Hauptgottesdienst mit Christenlehre. — Grüningen. 9. Hauptgottesdienst. — Cid). 9.30: Stiftsdechant Kahn: Christenlehre für die weibliche Jugend. katholische Gemeinden. Samstag, den 11. Juni. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 12. Juni. 4. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Kommunion: 9: Hochamt mit Predigt: 11: Messe mit Predigt: 14: Andacht: 15: Jungfrauen-Kongregation. -7- Grunberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 9.304 Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht — Collar. 8.45: Messe mit Predigt. — Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 13. Juni. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. Mittwoch, den 15. Juni. Hungen. 6.15 Uhr. Messe. Sonntagsdienst d.Aerzte u.Ävotbeken am 12.6. ;ij FrauDr.Rothenberger. vr.W.Klein. Hirschcwotheke. Zahnarzt: Dr. Buchinger. 9D Erholungsheim Sichhof Lauterbach (Hessen) 10 Minuten v.Bad-Lalzschlirf, nm Lüdoi't- Qbhiinfl des Eichbergs mit großen in die Waldungen des Eichbergs übergebenden 'Parkanlagen. Neuzeitliches Lchmiminbad in nächster Nähe. Ruhige, sonnige Höhenlagen sichern beite Erholung. 39530 Bolle Pension ■/’ § 3,50. a^Sal3hau6ena^etL BEWÄHRTE HEILQUELLEN • SCHÖNER ALTER PARK PREISWERTE PAUSCHALKUREN • AUS K U-,N FT’ H ESS I SCH k: BADEDl R E‘KJT4 O N. • Stark herabgesetzte Preise, insbesondere für die beliebten Pauschalkuren. Das Kurhaus steht unter neuer Leitung eines erstklassigen Hotel- und insbesondere Küchenfachmannes. Beste Verpflegung. Diätküche, Prospekte durch die Kurverwaltung Bad Selters (Oberhessen). 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Tenente, Malaga (Granada), Caute» (T*tu»n), Cadiz (Sevrila), Villagarc-a HAMBURG SÜDAMERIK A !* S CH E DAMPFSCHIFFFAHRTS-GESELLSCHAFT Vertretung Gießen: Wilhelm Moeser. Seltersweg 88