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Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatrvezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe». Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck u«ö Verlag: vrühl'fche Nuiversilätr-Vuch- und Stehtöniderei L Lange in Sietzen. Zchristleilung und Seschöstzftelle: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig: für Re- hlameanjeigen von 70 mm Breite 35 Rcichspfennig, Platzvorschrift 20°,, mehr. Chefredakteur: Dr. Friede. Wilh. Gange. Berantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich in Gießen. Hindenburg tritt absolvier Mehrheit wiedergewählt. Bei um 3 Prozent geringerer Wahlbeteiligung als am 13. März entfielen von 36 491694 insgesamt abgegebenen Stimmen auf denReichspräsidenten vonHindenbnrgl9 367 638 gegen18 661736 im erstenWahlgang,also S3prozent.—Hitler erhielt 13 419 603 Stimmen (11328 571), also 36,8 Prozent, Thälmann 3 705 898 (4 971079) Stimmen, also 10,2Prozent. Ruhiger Verlauf des Wahltages mittag _ Wahlbeteiligung, die gegenüber dem ersten Wahlgang vielfach erheblich zurückgeblieben die damit von der Mehrheit des deutschen Volkes bestätigte Ablehnung irgendwelcher radikalen Experimente ohne Zweifel ihren Einfluß haben wird. Der Reichskanzler wird also vermutlich unter erheblich günstigeren Vorbedingungen in den Kampf um die endgültige Befreiung von den Tributzahlungcn eintreten. Das ist ein Erfolg des 10. April, der den zweiten Wahlgong vielleicht gelohnt hat, so über« Berlin, 10. April. (TOI.) Der Wahlsonntag hat nach allen bis zur Stunde aus dem Reich vorlegenden Berichten einen durchweg ruhigen Derlauf genommen. 3m Gegensatz zum ersten Wahlgang zeigte der heutige Wahltag ein wesentlich ruhigeres Bild. Soweit die Werbetätigkeit überhaupt in Erscheinung trat, wurde sie fast durchweg nur von den Rational- sozialisten und Kommunisten noch betrieben. 3m ganzen hat jedenfalls der Sonntag eine merkliche Entspannung des am Samstag noch hochgradigen Wahlfiebers gebracht. Bemerkenswert ist die fast im ganzen Reich während der Dor- sstunden beobachtete geringe ist. 3n manchen Gegenden, so vor allem i n Rordwestdeutschland. hat sich offenbar das unfreundliche Wetter, das vielfach Regenschauer und starke Winde mit sich bracht, nachteilig ausgewirkt 3n den meisten Provinzen hatten bis zur Mittagsstunde durchschnittlich etwa 25 bis 30 Prozent der Wähler ihre Stimme abgegeben. gegenüber einer durchschnittlichen Wahlbeteiligung von etwa 40 bis 50 Prozent zur selben Stunde des 13. März. In der R e i ch s h a u p t st a d t sah man überall starke Polizeistreifen, die jeden Versuch einer Ansammlung verhinderten. Die Wahlbeteiligung war in den ersten Vormittagsstunden noch 'ehr schwach und wurde erst gegen Mittag etwas lebhafter. Besonders auffallend war der großzügig organisierte Schlepperdienst der Nationalsozialisten und der Eisernen Front. Im Regierungsviertel mar der Polizeischutz noch umfangreicher als am ersten Wahltag. Der Reichskanzler, der am Sonntag früh von Königsberg zurückkehrte, begab sich bereits kurz nach seiner Ankunft in Berlin zu seinem Wahllokal und gab als einer der ersten bereits rnn 9.15 Uhr feinen Stimmzettel ab. Der Wahltag flüssig er an sich vielleicht gewesen sein mag und soviel unnötige Schärfen er auch mit sich gebrach! hat. Sorgen wir alle dafür, daß Sachlichkeit, Achtung vor der Ueberzeugung des Andern und etwas mehr Blick aufs Ganze wieder im politischen Meinungskampf zu Ehren kommen, Zum Schaden für Volk und Nation wird es nicht fein' Das Ergebnis in -en Wahlkreisen cg gctoiü manche dimme getonei. llzu durchsichtigen Gründen in der Wahl von der preußischen, baye- den, die der deutschnationale Kandidat Duester- b e r g im ersten Wahlgang auf sich hatte vereinigen können. Die Mehrzahl der Anhänger Duesterbergs dürften aber wohl den nationalsozialistischen Präsidentschaftskandidaten Adolf Hitler gewählt haben, dem aber anscheinend auch noch kommunistische Stimmen zugefallen sind. Anders läßt sich der in Anbetracht der geringeren Wahlbeteiligung immerhin beträchtliche Zuwachs von 2,87 Millionen Stimmen, den Hitler für sich buchen kann, kaum erklären. Zumal, wenn man dagegen hält, daß die starke Einbuße der Anhänger Thälmanns (um 1,27Millionen Stimmen) größer ist als der Rückgang der insgesamt abgegebenen Stimmen (1,15 Millionen). Die geringere Wahlbeteiligung wird vermutlich in der Hauptsache auf das Konto der Kommunisten zu schreiben sein, die für eine von vornherein aussichtslose Zähikandidatur im zweiten Wahlgang nicht mehr die rechte Begeisterung aufzubringen vermochten und in großen Scharen zu Hause geblieben sind. Dieser Schluß ergibt sich auch zwingend aus einer Betrachtung des Ergebnisses in den einzelnen Wahlkreisen. 3n allen hat der kommunistische Kandidat Thälmann beträchtliche Verluste erlitten, besonders auch in den durch Arbeitslosigkeit dem Radikalismus vor allem ausgesetzten 3ndustriegebietcn des Ruhrreviers, Mitteldeutschlands und Oberschlesiens. Hindenburg und Hitler haben dagegen durch die Verteilung der Duesterbergstimmen untereinander in fast sämtlichen Wahlkreisen zugenommen. Dabei konnte Hindenburg in 22 Wahlkreisen gegen 17 im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erzielen und in weiteren 7 die relative Mehrheit- Hitler gewann die absolute Mehrheit im Wahlkreis Pommern. Mit der relativen Mehrheit marschiert er in den Wahlkreisen Merseburg, Schleswig-Holstein, Osthannover und Chemnitz-Zwickau an der Spitze. Es sind dieselben, in denen er schon am 13. März besondere Erfolge gehabt hatte. Rach landschaftlichen Gesichtspunkten gesehen, hat sich also gegenüber dem ersten Wahlgang kaum etwas verschoben. 3n O st p r e u ß e n, auf dessen Wahl man nach der Rundfunkrede des Reichskanzlers besonders gespannt war, konnte Hindenburg zwar seine Stimmenzahl um rund 36 000 verbessern, Hitler holte indessen um 92 000 auf, einen ähnlich hohen Zuwachs kann der nationalsozialistische Führer auch noch in einer Reihe anderer vorwiegend landwirtschaftlich eingestellter Wahlkreise verbuchen. Aber auch in ausgesprochenen Zentrumsdomänen, wie Breslau und den rheinisch-westfälischen Wahlkreisen konnte Hitler seine Stimmenzahl aus dem Reservoir der Duesterbergwähler beträchtlich erhöhen. Durchaus analog liegen die Dinge in unserem Woche vor der rischen und hessischen Regierung vorgenommenen Veröffentlichungen von Material über Zusammenziehungen der nationalsozialistischen SA in der Wahlnacht zum 13. März und ihr Verhütten im Wahlkampf haben sicherlich das gerade Gegenteil der von Severing und seinen Minister- kvllegen in München und Darmstadt beabsichtigten Wirkung gehabt. Hatten die Regierungen tatsächlich stichhaltige Gründe für cm verfassungswidriges Verhalten der SA. in der Hand, war es ihre Pflicht, ohne Zögern zuzupacken. Dazu bedurfte es vorher keiner breiten Ven>ftent- lichungen. Reichten ihre Unterlagen tedoch nicht aus, so ließen sie besser die Finger davon und vermieden auch nur den Anschein einer Stimmungsmache. Wir sind sicher, daß auch diese psychologisch unbegreifliche Taktik für CZloolT Hitler manche neuen Freunde geworben hat. Wir haben schon angeführt, daß es dem gelb» marschall v. Hindenburg gelungen ist mit rund 19,35 Millionen Stimmen die ab s o - lute Mehrheit zu überschreiten, die an sich für seine Wiederwahl zum Reichspräsidenten im zweiten Wahlgang nicht erforderlich gewesen wäre. Obwohl die Wahlbeteiligung um mehr als 3 Prozent zurückgegangen ist gegenüber dem 13. März, hat er seine Stimmenzahl um 0,7 Millionen verbessern können, die vermutlich restlos aus den 2,55 Millionen Stimmen stammen wer- Die Vorbereitungen zum zweiten Wahlgang der Präsidentenwahl hatten sich dank des vom Reichsinnenminister vorsorglich verordneten Oster- friedens in eine Woche zusammengedrängt. Es wurde eine Woche stärkster politischer Propaganda auf beiden Seiten. Der Führer der Rationalsozialisten, Adolf Hitler, eilte im Flugzeug von Stadt zu Stadt, um möglichst große Wähler- massen in der kurzen Spanne Zeit persönlich zu erfassen. 3n den Kampf für Hindenburg trat neben einer Reihe von Ministern besonders auch wieder Reichskanzler Dr. Brüning ein, der besonders die Landschaften vornehmlich auf- suchte, in denen Hindenburg im ersten Wahlgang noch keine absolute Mehrheit erhalten hatte oder weniger Stimmen als Hitler hatte. Eine sehr wesentliche Verschiebung scheint unter der Ein- Wirkung dieser Propaganda, die von beiden ©eitern mit allen Mitteln moderner Agitation unterstützt wurde, nicht erreicht zu sein. Daß dem nationalsozialistischen Präsidentschaftskandidaten nicht ebenfalls der Rundfunk zur Verfügung gestellt worden war. wie dem Reichskanzler. der von Königsberg, an der äußersten Rordostecke des Reichs aus über das Mikrophon zum ganzen deutschen Volke sprechen konnte, ist der Regierung vielfach verdacht worden und hat dem Feldmar- schatt Hindenburg gewiß manche Stimme gekostet. Auch die aus all Hindenburgs Wahlsieg. Der zweite Wahlgangs der Reichspräsidenten- wahl hat dem Feldmarfchall v. Hindenburg die absolute Mehrheit der überhaupt abgegebenen Stimmen gebracht, an der ihm im ersten Wahlgang nicht einmal Zweihunderttausend gefehlt hatten. Hätte Hugenberg sich schon vor dem 13. März überwinden können, auf die gänzlich aussichtslose und auch, wie sich Herausstellen sollte, taktisch nicht zu verwertende deutschnationale Sonderkandidatur des Stahlhelmführers Duesterberg zu verzichten, wäre uns dieser zweite Wahlkampf um die Präsidentschaft, der schon entschieden war. bevor man zu ihm angetreten war. erspart geblieben. Erspart auch eine weitere Verschärfung der innerpolitischen Gegensätze und eine vielfache Verschiebung der Fronten, die bis zu den Preußenwahlen in vierzehn Tagen wieder klarzurücken, nicht überall ganz leicht sein wird. Das Bestreben der preußischen Regierung, die Landtagswahlen in Preußen, die für sie eine gewaltige und wohlverdiente Abrechnung bringen werden, nach Möglichkeit in den Schatten der Präsidentenwahl zu rücken, hat gerade Hugenberg mit feiner Sonderkandidatur im ersten Wahlgang gefördert. Auch aus diesem Gesichtspunkt war die deutschnationale Taktik bei der "Behandlung der Präsidentschaftsfrage wenig glücklich. Es ist nur zu hoffen, daß es in der kurzen Zeit, die bis zum 24. April noch bleibt, gelingen möge, die trotz der großen nationalsozialistischen Wahlerfolge immer noch verbleibende bürgerliche Wählermasse zwischen Zentrum und der äußersten Rechten unter eine gemeinsame Parole zusammen- zufasfen. Gering genug sind die Aussichten dazu nach dem nicht gerade herzlichen Meinungsaustausch zwischen Hugenberg und Dingeldey. Aber das Ergebnis des 10. April sollte doch dem deutsch- nationalen Parteiführer eine Warnung fein. Seine Parteifreunde. die gestern ihre Stimmen dem nationalsozialistischen Kandidaten gaben, könnten Geschmack daran gefunden haben und auch bei den Preußenwahlen der neuen Fahne treu bleiben, womit dann der deutschnationalen Partei im neuen preußischen Landtag eine erheblich andere Rolle zusallen müßte, wie Hugenberg sie sich sicherlich gedacht haben wird. Heimatwahlkreis Hessen-Darmstadt und der Provinz Oberhessen. Die Vogelsberg-Kreise zeigen sämtlich eine weitere Zunahme der Hitler- Stimmen, während Hindenburg in Alsfeld und Schotten sogar einige, wenn auch nur wenige Stimmen eingebüßt hat. Diesmal hat die nationalsozialistische Stimmenzahl auch in den Kreisen Gießen und Friedberg zugenommen. Besonders interessant ist die beträchtliche Zunahme der Rationalsozialisten in Rheinhessen. Auch in den größeren Städten hat Hitler die Mehrzahl der früheren Duesterberg-Wähler an sich gezogen und teilweise auch noch darüber hinaus Boden wiedergewinnen können. Als Ganzes hat der hessische Wahlkreis seine absolute Mehrheit für Hindenburg behauptet, wie überhaupt alle süddeutschen Wahlkreise sich wie im ersten Wahlgang für den Feldmarfchall besonders glänzend geschlagen haben, an ihrer Spitze wiederum Oberbayern-Schwaben mit der höchsten in einem Wahlkreise für einen Kandidaten abgegebenen Stiistmenzahl von mehr als einer Million. Der in der Geschichte der Wahlen wohl bislang einzig dastehende Fall, daß eine einzelne Persönlichkeit mit fast 20 Millionen Stimmen beinahe die Hälfte aller Wahlberechtigten eines Volkes überhaupt auf sich vereinigen kann, ist außen- wie innerpolitisch ein außerordentlicher Gewinn für die Nation. Wenn auch mit den verschiedenen Länderwahlen am 24. April uns vorerst noch eine Fortsetzung des Wahlkampfes bevorsteht, so wird doch von der mit so großer Mehrheit erfolgten Wiederwahl Hindenburgs zum Reichspräsidenten ein starker Zug zur Beruhigung und Festigung unserer inner- politischen Lage ausgehen, die namentlich unserer Wirtschaft zugutekommen muß, die von der politischen Unsicherheit am schwersten betroffen worden war. Es ist zu hoffen, daß der Reichsinnenminister sich von Länderkabinetten, die um ihren Thron bangen, sich nicht unnötigerweise nervös machen laßt, sondern mit fester, aber ruhiger Hand die Staatsautorität aufrechterhält. Größer ist noch der außenpolitische Gewinn des Hindenburg- sieges. In diesen Tagen beginnt in Genf die Abrüstungskonferenz wiederum ihre Arbeit, nur noch wenige Wochen trennen uns von Lausanne, dazwischen liegen die französischen Kammerwahlen, auf deren Slusgang die Wiederwahl Hindenburgs und ist in Berlin, soweit sich bisher übersehen läßt, b i s zum Schluß der Wahlhandlung ruhig verlaufen. Versuche zur Bildung von Demon strationszügen wurden in verschiedenen Stadtteilen von der Polizei rechtzeitig unterbunden. Sprechchöre wurden mehrfach auigelöft. Auch im Reich ist der Wahlsonntag im allgemeinen ohne ernstere blutige Zwischensälle verlaufen. Das hoch st gelegene Wahllokal des Deutschen Reichs, das Schneefernerhaus auf der Zug spitze, meldete bereits nachmittags 16 Uhr das Abstimmungsergebnis. Es entfielen auf Hindenburg 89, Hitler 43 und auf Thälmann 5 Stimmen. Drei Aufrufe Adolf Hitlers. München, 11. April. (TU.) Adolf Hitler hat am 10. April folgende Aufrufe erlaufen: „National- foz'alisten! Nationalsozialistinnen! Parteigenossen und Parteigenossinnen! Eine große und schwere Schlacht habt Ihr geschlagen. Ich wußte, daß Euere Treue unerschüttert ist. Dennoch muß ich Euch für den unerhörten Glauben, Euere Opferwilligkeit und Eueren Fleiß danken. Trotz aller Unterdrückungen und Verfolgungen hat Euere Bewegung durch Euch einen neuen großen Sieg errungen, der sie berechtigt, sich als Bannerträgerin der nationalen Freiheit und damit der na tionalen Zukunft zu fühlen. Morgen beginnt der neue Kampf. Ich weiß, Ihr werdet auch in Zukunft des deutschen Volkes beste Garde fein. Am 24. April werden wir uns abermals mit unseren Gegnern messen und einmal muß und wird der Tag kommen, an dem wir un fere Fahnen zum letzten Sieg tragen." SA. und SS.-Männer! Meine Führer! Eine schwere Arbeit liegt hinter Euch. Euerem mutigen Schutz und Euerem unermüdlichen Fleiß verdankten roir einen neuen großen Sieg. Ich bin grenzenlos stolz darauf, Euer Führer tfn fefir Wahlkreis Hindenburg Präsid. Wahl 10. 4.32 •5 Präsid. Wahl £ 13. 3. 32 3 0L ’6 H Iyoaislw;ßPi>M Thälmann Präsid.-Wahl 10. 4. 32 8L e LI istvM «stivästz Reichstagswahl 14. 9. 30 Präsid. Wahl 10. 4. 32 Präsid. Wahl 13. 3. 32 Is 0 . •= cs 52 $ 1. Ostpreußen..... 2. Berlin......... 546391 509766 467546 493176 402189 236507 85128 116444 124375 565509 558771 514189 332058 247 247 158257 314671 370965 408646 3. Potsdam II..... 581201 565396 528113 415362 326087 184037 167 257 205142 217950 4. Potsdam 1...... 535020 506276 531211 483599 374415 215933 182838 229679 230806 5. Frankfurt a. d. O. 442301 409403 476472 420891 338046 204595 57 389 81521 84 268 6. Pommern...... 395696 360980 400142 510655 391450 237080 64519 94 522 85955 7. Breslau........ 568218 541869 619198 461150 403269 259227 69138 96862 83133 8. Liegnitz........ 359409 338027 433979 313797 275084 142173 33946 46741 41447 9. Oppeln ........ 403263 369841 349219 213747 185300 63565 79032 102699 110633 10. Magdeburg..... 491 195 •471019 597537 413513 351029 191398 81293 107417 98389 11. Merseburg ..... 309867 286719 368556 351748 273708 168677 165189 201378 205574 12. Thüringen ..... 13. Schleswig-Holst.. 555371 507 859 745741 582888 450589 244121 174764 246606 192259 415814 393323 485382 466312 417861 240288 72604 100250 94 329 14.Weser-Ems..... 482578 467435 552541 323143 • 271504 166117 50413 70176 50853 15. Osthannover.... 271239 252300 361815 288842 240653 118672 35687 49115 43072 16. Südhannover- Praunichweig ... 611 157 602056 750063 545779 468181 283430 61012 87829 63764 17. Westfalen-Nord . 18.Westfalen-Süd .. 883974 868344 930962 376407 318607 161993 122849 173943 152475 823349 789769 891486 414471 363263 195466 190426 279 441 239663 19. Hessen-Nassau ... 760061 737 225 885107 583834 510686 284 996 112539 167171 137 148 20.Köln-Aachen.... 817559 819854 768564 224204 215949 169510 132876 182786 169157 21.Koblenz-Trier... 441207 420415 457029 195916 155586 94157 37902 52185 40143 22.Düsseldorf-Ost .. 594824 594208 610500 388720 334 722 210162 234 265 319808 321294 23. Düsseldorf-West 575275 564405 576282 299303 262691 168784 125521 190023 176116 24. Oberbayern- Schwaben ...... 1010317 978484 834500 365030 376187 218326 87725 116109 82172 25. Niederbayern .. 501581 473620 372337 158400 150240 72159 33786 42787 28431 26. Franken ....... 824639 812858 982271 621168 558246 281118 62475 89128 65122 27. Pfalz.......... 287166 282497 306281 219777 196134 106325 41683 63365 48994 28. Dresden-Bautzen 640839 625874 730182 434956 342998 180530 110481 148416 139556 29. Leipzig ....... 449085 455279 509143 296207 237665 115987 121614 145001 142251 30. Chemnitz-Zwickau 445073 410310 561829 557464 487 879 264854 177660 236093 204959 31. Württemberg .. 897891 860453 855223 416529 369718 131683 108075 145142 131735 32. Baden........ 737798 720412 790818 439765 385 505 226655 107989 148 326 112975 33. Hessen-Darmstadt 435630 427837 505258 313429 280176 137962 70396 104853 84 499 441144 446 091 435350 238689 200420 144 68-1 96483 12390t 135279 35. Mecklenburg ... 260035 240321 297611 236530 181432 100244 33255 45442 42738 Gesamtergebnii 19367688 18661736120437 437113 419 603 111328571 6379 67213705898 |497107fl 4590160 An die Leitung der Organisation uiib der Propaganda der nationalsozialistischen Bewegung! Parteigenossen uiib Führer! Der Sieg des 10. April ver- pflichtet mich, allen denen zu danken, die i n d e r Organisation der P r o p a g a n d a u n d der Presse durch ihre Arbeit die Voraussetzun- qcn schufen. Das Vertrauen von 13,5 Millionen Deutscher zu unserer Bewegung ist nicht nur der höchste Lohn für die geleistete Arbeit, sondern auch die schwersteVerpflichtung für dicZu- k u n f t. Die nationalsozialistische Bewegung kann keine Ruhe kennen, ehe nicht das Ziel der nationalen Befreiung Deutschlands verwirklicht ist. Millionen deutscher Äcistes- und Handarbeiter, Millionen deutscher Bauern erwarten die Fort- s e h u n g unseres Kampfes. Die Arbeit beginnt morgen am 11. April zu dem nächsten schweren Kampf, gez. Adolf Hitler. Auslandsecho der Präsidentenwahl Die englische presse zur Wiederwahl Hindenburgs London, 11. April. (WTB. Funkspruch.) Die Wiederwahl Hindenburgs zum Reichspräsidenten mit einer absoluten Mehrheit wird von der eng- Uschen Presse mit Genugtuung begrüßt, oie wird als ein Sieg des gesunden Mensch e n v e r st a n d e s und als ein Beweis der politischen Reife der Mehrheit des deutschen Volkes be- ,zeichnet. Die Zunahme der nationalsozialistischen Stimmeii war erwartet worden. Dagegen hat der Rückgang der kommunistischen Stimmen einige Ueberraschung hervorgerufen. „Times" sagt: die deutsche Nation hält zu ihrem alten Chef, der in guten und bösen Tagen fest zu Deutschland gestanden hat. „Morning Post" führt aus, man dürfe Deutschland beglückwünschen zu einem Ergebnis, das ihm selbst zur Ehre gereiche und zugleich eine Erleichterung für Europa bedeutet. „Daily Telegraph" schreibt: Mit der Wiederwahl Hindenburgs ist eine hochwichtige Position für Vernunft und Umsicht gerettet worden. „Financial Times" sagt: Europa wird aufatmcn. Man darf erwarten, daß eine vernünftige Regierung fortfahren wird, eine schwierige Lage mit ruhigen Methoden zu behandeln. französische preffestimmen zum Wahlergebnis. Paris. 11. April. (WTB. Funkspruch.) Zur Wiederwahl Hindenburgs schreibt „Petit Pari s i e n“ : Die Anhänger der Ordnung und der Vernunft haben über die Elemente der Abenteurerpolitik gesiegt. Der gestrige Tag trägt eine doppelte Lehre: Aufrechterhaltung des Prestiges Hindenburg bei den Deutschen, die vernünftig sind und den Ausgleich wünschen, zum anderen den wachsenden Einfluß Hitlers auf eine gärende und neuerungssüchtige Äugend. — „Journal" hebt als größte Aeber- raschung des zweiten Wahlganges den Fortschritt der Hitlerbewegung hervor. — „Petit Äournal" und „Echo de Paris" erklären, das gestrige Wahlergebnis zeige die Stärke der nationalsozialistischen Bewegung. Oie RGOAp. in Hessen. Nationalsozialistische Erwiderung auf die Veröffentlichung der Hessischen Regierung. Darmstadt, 9. April. Unter der Ucberschrift „Der amtliche Kampf gegen die NSDAP. — Das hessische Innenministerium irrt sich. — Viel Lärm um nichts." bringt die Gauleitung Hessen der NSDAP, eine umfangreiche Erwiderung auf die Veröffentlichung der hessischen Regierung über die Organisation der nationalsozialistischen SA. und SS. und deren Zusammenziehung am 13. März. Einleitend wird erklärt, daß alle Einzelheiten der Veröffentlichung nach keiner Richtung hin dem tatsächlichen Sachverhalt entsprechen. Es sei Tatsache, daß die SA. der praktischen Massenpropa- o a n d a der Bewegung diene und die SS. besondere Aufgaben innerhalb dieser Propaganda zu erledigen habe. SA. und SS. seien also keine selbständigen Gliederungen. Da Adolf Hitler als deutscher republikanischer Staatsbeamter den Eid auf die Verfassung geleistet habe, und die SA. und SS. ausschließlich Adolf Hi t l e r u n t e r ste l l t seien, sehe man sich danach — so folgert die nationalsozialistische Erwiderung — „vor die ebenso peinliche wie bezeichnende Situation gestellt, daß eine republikanische Länderreaierung einen führenden Beamten einer anderen Länderregierung, indem sie seinen Leaalitätseid anzweifle, auf das gröbste beleidige". — Auf den Hinweis in der amtlichen hessischen Veröffentlichung, daß namhafte frühere Kommuni st en leitende S A.- F ü h r e r seien, erklärt die nationalsozialistische Erwiderung, daß „die NSDAP, als die Partei der Volksgemeinschaft von sämtlichen parlamentarischen und außerparlamentarischen Parteien die b e st e n Kräfteherausgezogen habe". Wenn darüber hinaus im Gau Hessen der NSDAP, eine verhältnismäßig recht hohe Anzahl von Kommunisten zu ihr übergetreten sei, dann sei das lediglich ein Beweis für die überaus starke Werbekraft, die vom Nationalsozialismus ausgehe. — Die angebliche straff-militärische Organisation der SA. und SS. sei gar nicht vorhanden. Dagegen könnten die Nationalsozialisten aktenmäßiges Beweismaterial über illegale Bestrebungen der „Eisernen Front" vorlegen. — Die Konzentration der SA. beim ersten Wahlgana sei vom Reichsinnenminister genehmigt gewesen. Außerdem hätte auch die „Eiserne Front" ihre Mitglieder — zum weitaus größten Teil schwer bewaffnet — aus der ganzen Provinz in und um Darmstadt zusammengezogen. — Zu der Feststellung der amtlichen Veröffentlichung über die Waffenkäufe von SA.- und SS.- L e u t e n wird in der Erwiderung erneut betont, daß die Partei den gesetzlichen Weg verfolge und jedeIllegalitätentschie- den ablehne. Sie sei bisher in allen Fällen rück- sichtslos gegen diejenigen eingeschritten, die gegen die diesbezüglichen Anordnungen verstoßen haben. Die nationalsozialistische Erwiderung schließt: „Es handelt sich bei der amtlichen Verlautbarung „ganz offentsichtlich um die Zusammenstellung einiger etwas verdrehter Tatsachen und um einige Kombinationen, die in dieser Form selbstverständlich haltlos seien." Eine Entgegnung -er Hessischen Regierung. Darmstadt, 10. April.' (WSN.) Amtlich wird mitgeteilt: Von der Gauleitung der NSDAP, wird zu der Verlautbarung des hessischen Innenministeriums über die nationalsozialistischen Sturmabteilungen und Schutzstaffeln (SA. und SS.) in Hessen und deren Tätigkeit eine Erklärung veröffentlicht, die in allen wesentlichen Punkten eine Bestätigung der amtlichen Feststel- l u n g bildet. Es wird zugegeben: 1. die militärischeOrganisationsform der SA- und der SS.-Formationen, weil diese die „praktischste und einfachste" sei: 2. die Durchsetzung der.SA.° und SS.-Forma- tionen mit notorischen früheren Kommunisten. Das sei sogar in einer „verhältnismäßig recht hohen Anzahl" der Fall; 3. die Zusammenziehung der SA.» und SS.-Formationen an bestimmten Plätzen des Londes beim ersten Wahlgang der Reichspräsidenten, wähl. Auch die Tatsache der umfangreichen Waffen- kaufe durch Angehörige der SA., und SS.-Fot» mationen konnte nicht bestritten werden. Es wird lediglich darauf Bezug genommen, daß nach den Grundsätzen der Partei die Mitglieder keine Waffen tragen dürfen und gesagt: Die Partei verurteilt ebenso scharf wie die Behörden den ungesetzlichen Waffenkauf, und sie sei bisher in allen Fällen rücksichtslos gegen diejenigen eingeschritten, die gegen die diesbezüglichen Anordnungen verstoßen hätten. Hierzu wird festgestellt, daß die in der amtlichen Verlautbarung des Innenministers vom 8. April genannten Personen (einschließlich der anderen nicht namentlich Beteiligten) sämtlich nach wie vor Mitglieder der Partei und als Führer und Unterführer in den SA.- und SS. .Formationen tätig sind. In keinem einzigen Fall ist von der Parteileitung gegen sie eingeschritten worden. Die übrigen amtlichen Feststellungen werden mit der Behauptung bestritten, daß es sich dabei um Unterstellungen handele, die auf „Aeußerungen von Lockspitzeln" zurückgingen. Eine solche Unterstellung sei es auch, wenn — ohne Namen zu nennen — amtlich darauf hingewiesen würde, daß Führer, die in höheren Stellen der SA., und SS.-Formationen eingesetzt sind, wegen ehrenrühriger Delikte vorbestraft seien. Vorbehaltlich weiterer Mitteilungen wird vorerst nur festgestellt, daß der Führer der SS.-Standarte Nr. 33, der gleichzeitig der Führer der SS.-Standarte Nr. 2 ist — also der ober ft e SS. -Führer der NSDAP, in Hessen, wegen Begünstigung bei einem Betrugsfall mit 6 Wochen Gefängnis vorbestraft ist. Dec preußische Landtag für morgen einberufen. Oer Regierungsblock versucht die Geschäftsordnung zu ändern. Berlin, 10. April. (VDZ.) Der Preußische Landtag ist telegraphisch zu einer Plenarsitzung für Dienstag, 12.April, einberufen worden. Auf der Tagesordnung stehen nur zwei Gegenstände, und zwar die Aenderung des § 20 der (9 e- fchäftsordnung über die Wahl des 211 i - nisterpräsidenten und der kommunistische Antrag, der sich gegen angebliche TBa hlbeein trächtig u n g der SPD. wendet. Die Plenartagung wird voraussichtlich nur einen Tag dauern. Der Antrag zur Wahl des 2Ninisterpräsidenten geht von den Regierungsparteien aus. Danach soll in der Geschäftsordnung des Preußischen Landtags im § 20 im zweiten Absatz der zweite Sah gestrichen werden. § 20 der Geschäftsordnung besagt in seiner geltenden Fassung, daß der Landtag mit verdeckten Stimmzetteln den M i - nisterpräsidenten wählt. 3m zweiten Absatz heißt es dann, daß gewählt ist, wer mehr als die Hälfte der abgegebenen gültigen Stimmen erhält. Ergibt sich keine solche Mehrheit, so kommen die beiden Anwärter mit den Höch st en Stimmenzahlen in die engere Wahl. Dieser letztere Sah soll durch den Antrag der Regierungsparteien gestrichen werden. Die bisherige Fassung des § 20 hat zur Folge, daß in der Stichwahl ein Ministerpräsident auch ohne die absolute Landtagsmehrheit gewählt werden könnte. Für die Streichung genügt eine einfache Mehrheit, da es sich nicht um eine Aenderung der Verfassung, sondern nur der Geschäftsordnung handelt. Nichts kennzeichnet die Torschlußpanik der derzeitigen Regierungsparteien in Preußen schärfer und besser als der Versuch, durch eine Aenderung der Geschäftsordnung dem Lande Preußen wenigstens Herrn Braun als Ministerpräsidenten zu erhalten. Der derzeitige Regie- rungsblocf, der sich schon darauf eingerichtet hat, am 24. Avril vernichtend geschlagen zu werden, rechnet so: Zentrum, Sozialdemokratie und die Staatspartei werden höchstens 16 0 bis 17 0 Sitze im neuen Landtag erhalten. Wenn die Wahlbeteiligung ungefähr so hoch ist wie bei der Wahl des Reichspräsidenten, so wird der neue Landtag rund 460 Mitglieder zählen. Der derzeitige Regierungsblock wird also verdientermaßen eine einflußlose Minderheit, was er dadurch zu verhindern sucht, daß er mit Hilfe der Kommunisten wenigstens die Regierung der Rechten unmöglich machen will. Die Sache hat nur den kleinen Haken, daß auch ein Ministerpräsident der Minderheit unbedingt eine Mehrheit gebraucht, um verfassungsmäßig regieren zu können. Nicht nur für die Verabschiedung des Haushalts, für alle Gesetzvorlagen ist eine Mehrheit erforderlich, die der derzeitige Regierungsblock allein nicht aufbringen fann. Selbst wenn also der Handstreich auf die preußische Verfassung gelingen würde, dem Landtag und dem Lande einen Ministerpräsidenten aufzuzwingen, der nicht die Mehrheit des Volkes und der Abgeordneten hinter sich hat, so würde diese Verfassungsänderung bestimmt nur vankurzer Dauer sein. Eine Verfassungsänderung liegt zweifellos vor, auch wenn eine einfache Aenderung der Geschäftsordnung als Umweg gewählt wird. Es hätte dem, derzeitigen Regicrungsblock besser angcftanden, in Schönheit zu sterben, denn in einer parlamentarischen Demokratie muß die Regierungsmehrheit von heute jederzeit bereit seien, morgen in die Opposition zu gehen. Der Sieg Hindenburgs bei der Reichspräsidentenwahl ist keine Vertrauenskiindgebung für die derzeitige preußische Regierung, die sich barauf verlassen kann, daß sie am 24. April eine Absage erhält, die ihrer Regierung und ihrer Taten würdig ist. „Mit gemischten Gefühlen." Die „Germania" bedauert die Taktik der Weimarer Koalition. Berlin, 10.'April. (Tel.-Anion.) Das Berliner Zentruinsorgan, die „Germania" schreibt zu der Einberufung des Pteußi- schen Landtags zwecks Abänderung der Geschäftsordnung über die Wahl des Ministerpräsidenten u. a.: Wir haben schon vor einigen Tagen unsere Skepsis über die politische Zweckmäßigkeit dieses Verfahrens zum Ausdruck gebracht und können sie heute nur noch verstärkt wiederholen. So unanfechtbar nach der sachlichen Seite die beabsichtigte Korrektur der Geschäftsordnung ist, so unklug und bedenklich ist es andererseits, das allzulange Versäumte in lehterStundevor derAeu- wahl des Landtages noch nachholen zu wollen. Aicht nur ist das Risiko einer peinlichen Riederlage mit schädlichen Wirkungen für den Ausgang der Wahlen sehr groß, auch der Vorgang an sich ist in dieser Stunde und unter diesen Umständen sehr wenig erfreulich. Die politische Klugheit des deutschen Volkes, die im Wachsen begriffen ist, und sich von dem Radikalismus zunehmend obwendet, scheint uns eine bessere Garan - tie für eine vernünftige Staatsführung in Preußen zu sein, als jener kleine taktische Schachzug, dem überdies der neue Landtag unter Umständen in der gleichen Form wieder» begegnen kann. Man wird deshalb der kommenden Sitzung des Landtages mit sehrgemischten Gefühlen und mit der Befürchtung entgegensehen, daß sie zu unerquicklich enEt- g e b n i s s e n führen kann. Hugenbergs Antwort an Oingeldey. Berlin, 9. April. ($11.) Der deutschnationale Parteiführer hat das folgende Telegramm an den volksparteilichen Parteiführer D i n g e l d e y als Antwort auf seinen offenen Brief gesandt: ..Wegen Wohlreise habe ich den WortlauH Ihres offenen Briefes erst gestern erhalten. Wenn Ähr Gegenvorschlag auf eine Verhandlung zwischen Ähnen und mir hinausgelaufen wäre, so hätte ich mich gegen Wochenende dafür freimachen können. Aber Sie schreiben von einer Verhandlung mit einem bestimmten Kreise verschiedener Splitterparteien. Dazu liegt offenbar zeitlich und technisch während der alle Kräfte in Anspruch nehmenden Wahlbewegung und angesichts der Listentermine keinerlei Möglichkeit mehr vor. Außerdem würdigen Sic in Ährem Briefe die p o l i * tische Grundlage nicht, auf der mein Vorschlag beruht. Sein Zweck war nicht, schlechthin mittelparteiliche, d. h. meist dem schwarz-roten System zugute gekommene Reststimmen vor dem Verlorengehen zu retten, sondern die entsprechend dem Willen der Wähler für den klaren Kampf gegen den jetzigen Kurs in Preußen und im Reiche zu sichern. Än diesem Sinne gibt Ähr Vorschlag keinerlei Garantie. Ob übrigens nicht entgegen Ährer Auffassung die Verwertung der Reststimmen an dem Mangel an Wohlkreismandaten scheitern wird, muß nunmehr die Wahl selbst ergeben." Die der Antwort Hugenbergs bemerkt der Pressedienst der Deutschen Volkspartei: „Wenn Herr Hugenberg in dem Vorschlag der Deutschen Volkspartei eine Garantie für die politische Zielsetzung vermißt, so übersieht er, daß Abg. Dingeldey ganz klar und deutlich den Kampf gegen das bisherige System der P arteiwirtschaft in Preußen zur politischen Voraussetzung der Verhandlungen machen wollte. Rur solche Parteien, die dieses Ziel anerkennen, würden für ein Zusammenwirken in Betracht gekommen fein. Der volksparteiliche Vorschlag hat darüber hinaus die Erwartung ausgesprochen, daß auch im Reich eine solche politische Entwicklung zu Erfolgen im Kampfe gegen Sozialismus und Radikalismus führen werde. Der Offene Brief Dingeldeys war ein letzter Versuch, die Sammlung des nationalen Bürgertums noch vor den Wahlen durch ein bestimmtes Ziel und auf dem Bo den der Gleichberechtigung aller Partner zu ermöglichen. Es kann jetzt nicht darauf ankommen, ob die eine oder andere Partei einen Vorteil zu erwarten hat, sondern auf die Bereitschaft zum Zusammenwirken aller bürgerlichen Gruppen. Diese ist in der Deutschen Volkspartei uneingeschränkt vorhanden, während Herr Geheimrat Hugenberg noch immer gewohnt ist, die Dinge in der Beleuchtung der Partei- t a k t i k zu sehen. Zweifellos ist festzustellen, daß nach dem ersten Ergebnis der Präsidentenwahl und nach dem Bruch der Harzburger Front ein gewisser Amfchwung auch bei Herrn Geheimrat Hugenberg zu verzeichnen ist. Diese Wandlung ist aber zu spät erfolgt, um für diese Landtagswahlen bereits zu einem Wahlbündnis ohne Preisgabe der politischen Grundanschauungen der beteiligten Parteien fruchtbar gemacht zu werden." Ser Molvcmnschlag auf den Mchsbaukpräsideufeu Sr. Luther. Das Attentat zweier Währungsfanatiker. — Dr. Luther nur leicht verletzt. Oie Attentäter verhaftet. Berlin, 9.April. (Wolff.) Auf den Reichs- banfptäfibenfen Dr. Luther, bet sich am Samstagabenb mit bem fahrplanmäßigen Zug nach Bafel begeben wollte, würbe um 20.52 Uhr auf bemPotsbamerBahnhof, Bahnsteig B, von einem angeblich 34jährigen Werner Kertscher ein Schuh abgegeben, ber burch ben Rock ging unb ben Arm ff reifte. Dr. Luther trat feine Fahrt trotz bes Anschlags an. Der Attentäter sowie eine zweite Person, ein angeblicher Dr. Rosen aus Hamburg, würben fe ff genommen. Rach den Bekundungen des diensttuenden Bahnbeamten hat der Vorfall, der sich in wenigen Sekunden abspiclte, folgenden Verlaus genommen: Genau um 20.52 Ahr, also acht Minuten vor Abgang des fahrplanmäßigen Zuges nach Bafel, um 21 Ahr, wurden die zahlreichen Personen auf dem Bahnsteig durch einen Schuß erschreckt. Äm selben Augenblick trat ein älterer Herr, Dr. Rosen, an den diensttuenden Dahnbeamten heran und teilte ihm mit, daß ein von ihm bezeichneter Mann soeben einen Schuh auf den Reichsbankpräsidenten Dr. Luther abgegeben habe. Der dienst tuende Beamte alarmierte sofort die Polizeiwache auf dem Bahnhof, die die beiden Personen nach dem Stationsbureau brachte. Hier verlangte Dr. Rosen ein Blatt Papier, auf dem er zur allgemeinen Aeber- raschung niederschrieb, daß er selb st an dem Anschlag beteiligt sei, und daß er seine Aburteilung vor einem besonderen Gerichtshof verlange. Äm übrigen verweigerten sowohl Dr. Rosen als auch der Täter selbst jede weitere Angabe. Ähre Personalien wurden aus den vorgefundenen Papieren festgestellt, unter denen sich auch eine Einladung zu einer Sitzung des nationalsozialistischen Äuristenbundes, Abteilung, Volkswirte, befindet. Dr. Luther hatte bereits seinen Mantel aus- gezogen und im Schlafwagen abgelegt. Er war noch einmal aus dem Wagen gekommen, um sich von seinen Bekannten zu verabschieden. Als er vor dem Schlafwagen auf» und abging, feuerte der Täter aus nächster Rähe einen Schuß ab, der den Aermel seines grau melierten Reiseanzuges in Höhe der rechten Schulter durchbohrte. Die Kugel ist dann auf die Seitenwand des Schlafwagens aufgeprallt und ist dann wahrscheinlich in den Schotter zwischen die Gleise gefallen. Die Waffe ist eine 6,35-Millimeter- Schmeißer-Pistole, in deren Laus sich noch zwei scharfe Patronen befanden. Dr. Luther konnte über das Attentat selbst nur wenig sagen. Die Personen, die das Attentat verübt haben, sind dem Reichsbankpräsidenten von Ansehen ganz unbekannt. Einen der Täter hat Dr. Luther s e l b st s e st g e h a l t e n. Wie der Reichsbankpräsident erklärte, trat der Attentäter, der den Schuh abgegeben hat, auf ihn zu mit den englischen Worten: l suppose ... (Äch vermute ...). Die Wunde ist ein ungefährlicher, vier Zentimeter langer Streifschuß unterhalb des Oberarms. Die Wunde wurde von dem Dr. Luther begleitenden Major verbunden. Der Reichsbankpräsident hat die Reise fortgesetzt. Wer sind die Tater? Fanatische Währnngsiheoretiker. — Keine polrtischen Motive. Berlin, 9. April. (WTB.) Bereits die ersten Vernehmungen bet beiben Täter, bie ben Anschlag auf Dr. Luther verübten, ergab, baß biesem Anschlag keinerlei politische Motive zu- grunbe liegen. Die beiben sinb vielmehr f a wa- tischeAnhängerbersog. Freigelb-u nV^ Freiwirtschaftslehre unb haben mit ihrer Tat lediglich gegen bie Währungspolitik bes Reichs- bankpräsibenten bemonstrieren wollen. Politische Grünbe geben sie vor, nicht gehabt zu haben. Die beiben Täter Dr. Max Rosen unb Werner Kertscher hatten im Oktober v. 3. eine Klage gegen ben Reichsbankpräsibenten Dr. Luther unb bas gesamte Direktorium ber Reichsbank wegen Wechselreiterei, ber Anstiftung zum Betrüge, wegen Banknotenbetrugs unb wegen Hochverrats, wegen verschleierter Buchführung, wegen Schäbigung des beutschen Volksvermögens ufro. eingereicht. Dieses Strafverfahren ist aber von bet Staatsanwaltschaft bes Landgerichts I Berlin eingestellt worben. Allem Anschein nach haben bie beiben Kläger, um ihrem Unwillen Ausbruck zu geben, unb bie Aufmerksamkeit ber Oeftentlichkeit auf sich zu lenken, bie Tat begangen. Dr. Max Rosen ist 1873 in Buenos Aires geboren, von wo er seit 1930 nach Conbon abgemelbel war. Soweit bisher festgestellt werben konnte, hatte Dr. Rosen keinen bauernben Wohnsitz gehabt. Er betätigte sich als Rechtskonsulent unb Volkswirtschaftler unb gilt in seinen Be- « er zum Chef der Marine st a t ivn Nordsee ernannt, 1920 trat er als Dize- wurde er der von Hindenburg-' |U- >er t*r. kichi vnW. kanntenkreiscn als „guter Zinanzberaler". Lr hat sich schriftstellerisch betätigt und hatte u. a. vor dem Kriege auch ein Drama versaht. Aus Lieb- haberei soll er auch für englische Zeitungen Feuilletons versaht haben. Als seine Anschrift gab er bei seiner Vernehmung die Düsseldorfer Strafte 57 an, wo sein Sekretär, ein Hypothekenmakler namens IDaltet Hein, wohnt. — Werner Kertscher, der den Schuh abgab, ist Nationalökonom und Mitarbeiter von Dr. Rosen. Er hat seinen Wohnsitz in Kosti; in Thüringen, veide haben eine Zeit lang der N a t i o n a l s o z i a l i st i s ch en Deutschen Arbeiterpartei angehört, sind aber vor kurzer Zeit wegen politischer Meinungsverschiedenheiten aus der Partei ausgeschieden. Was ist die „Schwundgeld"-Theorie? Die möglichen Hintergründe desAnschlagcs. Berlin, 9. April. (CRB.) Gleich bei den ersten Dernehrnungen wurde bekannt, baft die beiden Täter, die den Anschlag aus Reichsbank- Präsident Dr. Luther verübt haben, Anhänger der sogenannten Schwundgeldtheorie sind, und in ihrem fanatischen Glauben an diese Lehre denWahrer der deutschenWährungs- Politik beseitigen zu müssen glaubten. Die Schwundgeldtheorie geht auf den verstorbenen volkswirtschaftlichen Schriftsteller Silvio Gesell zurück, der seinerzeit in der Münchener Räterepublik viel von sich reden gemacht hat. Er war damals „Dolksbeauftragter des Finanzwesens", vertrat jedoch gegenüber dem Kommunismus den Standpunkt der von ihm' ge'chafsenen „Freiwirtschasts-Theorie". Dieses System — das nebenbei in Fachkreisen nicht ernst genommen wird — will eine Art Agrarreform durchführest, um so durch Beseitigung des P r i v a t b e s i tz e s an Grund und Boden bei Aufrechterhaltung des bäuerlichen Privatbetriebes zur Abschaffung der Grundrente zu gelangen. Verknüpft damit ist die sogenannte Freigeld-Theorie, eine Inflationistische Lehre, die zum Ziele die Beseitigung des Zinses durch allmähliche Entwertung der im Umlauf befindlichen Banknoten hat. Damit soll die alte utopisch-sozialistische Forderung nach dem „Recht auf den vollen Arbeitsertrag" durchgeführt werden können. Silvio Gesell selbst hatte sich nach dem Sturz der Münchener Räteregierung wegen Beihilfe zum Hochverrat zu verantworten. Er wurde freigesprochen. Or. Luther in Basel. Basel, 10. April. (WTB.) Reichsbankpräsi- deut Dr. Luther wurde bei seinem Eintreffen in Basel zu dem miftglückten Attentat b eglück- wünscht. Er zeigte sich außerordentlich aufgeräumt und hat die Fahrt gut überstanden. Dr Luther begab sich gleich nach der Ankunft in Basel zu einen Arzt, um die Wunde neu verbinden au lassen, worauf er fnit den Herren seiner Begleitung nach dem benachbarten Lörrach zur Wahl gefahren ist. Der Reichspräsident hat an den ReichS- bankpräsidcnten folgendes Telegramm gerichtet: „Ich beglückwünsche Sie herzlich st, daß Sie dem verabscheuungswürdigen Anschläge heil entronnen sind. Freundlichen Gruft (gez.) Zweieinhalb Jahre Festung gegen Scheringer beantragt. L e i p z i g , 9. April. (WTB.) Im Hochverrats- Prozeß gegen den Rcichswehrleutnant a. D. Scheringer vor dem Vierten Strafsenat des Reichsgerichts beantragte der Vertreter der Reichs- anwaltschast gegen den Angeklagten eine Festungshaftstrafe von zwei Iahren sechs Monaten unter Anrechnung von sechs Monaten der Tlntersuchungshaft. Aus aller Wett. Vizeadmiral a. D. Michelsen f. In Fallingbostel (Hannover) ist im 84. Lebensjahr der Vizeadmiral Andreas Michelsen gestorben. Er war im Jahre 1888 in die kaiserliche Marine eingetreten und hatte schon in jüngeren Iahren einen Rus als Torpedospezialist und Torpedobootsfuhrer. Während des ersten Teils des Weltkrieges war er Führer der Torpedoboote und nahm als solcher an der Skagerrakschlacht teil. Im 3uni 1917 wurde er dann Befehlshaber der U n - terseebvotstreitkräfte de r Hochseeflotte. Bekanntlich hatte man damals die berechtigte Hoffnung, daft die U-Dootwaffe das Schicksal des Krieges entscheiden würde. 1919 ,cn abgelegt. Er war en getommen, um sich verabschieden. Als er und abging, feuerte ster Äähe einen ! seines grau melierten achten Schulter durch- i auf die Seitentoand lt und ist dann wahr- vischen die Gleise ge- eine 6,Millimeter- i Laus sich noch zwei Dr. Luther konnte mr wenig sagen. Sie it verübt haben, sind identen von 2ln- nt. Einen der Täter estgehalten. Wie klärte, trat der Alten- gegeben hat, auf M ten: I suppose... Wunde ist em un* •ter langer Streit' s Oberarms. Sie >r. Luther begleitenden teichsbankprasident hat Das Urteil an den Twardorvsli- Attentätern vollstreckt. Moskau, 9.April. (WTB.) Das Urteil gegen Stern und W a s f i 1 j e w, das wegen des Sitten- tat« auf den deutschen Botschaftsrat v. Twardowski auf Tod durch Erschieften lautete, ist heute Dollftrcrfr worden, nachdem das Zentralexekutivkomitee der Sowjetunion die Begnadigungsgesuche abgelehnt hatte. Ein Führer des memelländischen Deutschtums verhastet. Memel, 9. April. (WTB.) Wie das „Me- meler Dampfboot" meldet, ist Schulrat Meyer, der bekannte Führer der Memelland r- schen Dolkspartei, der auch auf der Kandidatenliste der Dolkspartei für den neuen Landtag an dritter Stelle aufgestellt war, von der politischen Polizei verhaftet worden. Die Verhaftung steht im Zusammenhang mit dem »all Decker Becker hatte Schulrat Meyer aufgesucht, um sich bei ihm über die politische L a g e im Memelgebiet zu informier en. Bei dieser Unterredung richtete Decker an Schulrat Meyer auch die Frage, ob das Memelgebret alle Handlungen der litauischen Regierung ruhig hin- nehmen würde. Schulrat Meyer antwortete dar» aus daft die Memclländer bei der Dnsechtung ihrer Rechte nur den Weg des Rechtes gehen würden und daft sie alle Gewaltta - ten ganz gleich, von welcher Seite sie kommen, aufs schärfste ablehnen. Schulrat Meyer wurde zunächst von einem .Beamten der politischen Polizei und später von einem litauischen Untersuchungsrichter für besondere Angelegenheiten, der nach Memel gekommen war, in Memel vernommen. Heute wurde Schulrat Meyer für 10 Uhr vormittags nach dem Gebäude der politischen Polizei bestellt, um dort von dem "Uter- suchungsrichter erneut vernommen zu werden. Als er bis 13 Uhr nicht zurückgekehrt war, begab sich seine Frau zur politischen Polizei, und hier wurde sind, sehr Wohl fühlen. . Deshalb ist der Tag der Schulaufnahme em Tag der Freude und soll es auch bleiben. Otur eins hoffen und wünschen alle heute: Daft die Kinder, wenn sie dereinst nach acht oder mehr Iahren die Schule verlassen, um in das Leben einzutreten, dann nicht mehr die Sorgen und Lasten zu tragen haben, die uns Erwachsenen in der heutigen Zeit so schwer drücken. Vornotizen. — Tageskalender für Montag: Baptistengemeinde, 20.15 Uhr, Gartenstraße 13, Dortrag über „Unsere letzte Reise". — Cafs Leib, 20 Uhr, öffentlicher Aufklärungsvortrag „Ueber Nacht gesund?". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Mädchen in Uniform". — Aus dem Stadttheaterburo wird uns geschrieben: Heute 19.30 Uhr geschlossene Vorstellung der Operette „Die tolle Lola von Kabel- bürg und Redner. Spielleitung Heinrich Hub. Ende 22 Uhr. — Dienstag, 12. April, 19.45 Uhr, die Doppelvorstellung „Liebelei", Schauspiel von Arthur Schnitzler unter der Spielleitung von Karl Heyser und „Der verwandelte Komödiant", ein Spiel aus dem deutschen Rokoko von Stefan Zweig unter der Spielleitung von Wolfgang Kühne. Beginn 19.45 Uhr, Ende gegen 22.30 Uhr. Die Vorstellung gilt als 26. Vorstellung im Dienstagabonnement. — Mittwoch, 12. April, als 26. Vorstellung im JDlitt- wochabonnement, 19 Uhr, „Romeo und Julia". — Der Goethe-Bund schreibt uns: Am 100. Geburtstage von Wilhelm Busch, am Freitag, 15. April, veranstaltet der Goethe-Bund eine Wil- hclm-Bujch-Feicr, zu der er den bekannten Busch- sprccher Hans Balzer gewonnen hat. Die Jubiläumsfeier wird nicht nur die Erfüllung einer Pictätspflicht sein, sondern die Besucher sollen eine gegenwartsnahe Erfrischung und Erheiterung mit nach Hause nehmen. Der Ruf des Vortragenden bürgt für eine wertvolle und genußreiche Veranstaltung. Hans Balzer ist dafür bekannt, daß er gerade in dem weniger bekannten Schassen Bulchs Bescheid weiß. Auch dieses Mal dürfte der Goethe- Bund allen Vortragsbesuchern eine Stunde beson- deren Genusses bereiten. (Siehe heutige Anzeige.) — Dorträge von Prof. Sjorneffer. Man schreibt uns: Prof. H o r n e f f e r wird unter dem Titel „Sein oder Richtsein" drei Vortrage über die politische Lage halten, die er in diesem ihr ein Dries ihres Gatten übergeben, in dem er mitteilt, daft er verhastet sei und nach dem Gefängnis in Dajoren ab- transportiert werden solle. Der Abtransport war inzwischen schon erfolgt. Schulrat Meyer hatte also keine Gelegenheit gehabt, sich von seiner Familie zu verabschieden. ie Mtiker. - #eine Motive. ■tu Bereits die erst" & » * 9To(cnunb Verner i eine Klage V °'?l'ide n le n ®t. ikprai. Reichs- e'E^n , °>egt" -r ’on der S-rS; begangen- (t ge- Winter in mehreren Groftstädten vor großer Zuhörerschaft gehalten hat. Die Einzelthemata lauten: 1. WirtschaltSkrise und Sozialismus (Irmen- politiki: 2. Der Geist des neuen Staates (Kulturpolitik ); 3. Europa und Deutschland (Außen- politik). Dia Vorträge finden im Cafe Leib statt am Donnerstag. 14., Montag, 18. und Donnerstag, 21. April. 20.15 ilftr. Die Veranstaltung geht von der WittelstandSvereinigung aus. die Vorträge sind aber für alle Kreise der Bevölkerung bestimmt. An den dritten Vortrag schließt sicr ScrttoShr11 iUt iS LW durch oin9^ moben der ^Partner»! N'cht daraus Parteieim ,n6ern aus die 2e- ^/"tnirken aller - lst 'n der Deutschen vorhanden, mährend §»*! ct Harzburgcr Front auch bei Henn @c- zeichnen ist. $jc|e 1 erfolgt, um für diese einem DahUndnij pen Trundanschauun- en sruchtbar gemacht Aus der provinzialhaupistadt. Tieften, den ll.A^ril 1932. Oer Einzug der Abc-Gchühcn. Ein neuer Abschnitt im Leben vieler Kinder beginnt morgen, am Tage der Schulaufnahme. Die Kleinen fühlen sich jetzt als „Große". Mit Stolz werden fie den neuen Ranzen tragen und so ein bißchen von oben herab auf die kleinen Kameraden blicken, die noch nicht in die Schule kommen. Monatelang haben sie schon davon gesprochen, daß fie jetzt in die Schule müssen, daß ihnen der Weihnachtsmann die Drisselbüchfe, die Tafel und andere Sachen gebracht hätte. Run stehen sie da und schauen mit großen Augen in die neue Umgebung. Don ihren Geschwistern und älteren Freunden wissen sie längst, daft es in der Schule gar nicht so schlimm ist. Wenn auch einmal der Dater oder die Mutter zu einem gar zu wild tollenden Buben sagte: „Wart nur, wenn du in die Schule kommst, vergeht dir bad!", so wird das heute in den seltensten Fällen für Ernst genommen. Und es ist gut so. Die Kinder sollen wissen, daft die Schule nicht der Ort ist, an dem sie still mit gefalteten Händen sitzen müssen und wo der ßeftrer mit dem Stock herumgeht. Aus dem „strengen" Lehrer ist der Freund und Kamerad des Iungen geworden. Früher durften die Kinder nur reden, wenn sie vom Ceftrer gefragt wurden. Heute ist das anders. Man weiß, daß die einseitige Lehrerfrage jede persönliche Mittätigkeit der Kinder verhinderte und ihre Gedankengänge störte. Jetzt tritt der Lehrer mehr und mehr zurück, die Bedürfnisse der Kinder werden vorangestellt. Sie dürfen alles fragen. Was ihr kleines Herz bewogt .kann im Unterricht zur Aussprache gestellt werden. Es muß doch beruhigend für die Eltern sein, wenn sie wissen, daß ifjre Kinder nun, da sie auf sich selbst gestellt sind, nicht voll Angst auf die Frage des Lehrers zu warten brauchen, sondern daß sie nun ihr Herz ausschütten_ und von ihren Freuden und Leiden genau so erzählen können, wie zu Hause. Schon beim Anblick der neuzeillichen Unterrichtshilfsmittel sind die Ellern überrascht. Wer gab ihnen seinerzeit solche schönen bunten Fibeln? Man denkt noch mit Grauen an die Seiten des früheren Abc-Buches, auf denen die Mitlaut- häufungen geübt wurden: rft, chst, ngt, nft, rzt usw. War da nicht ein Wort schwieriger als das andere? Und so trocken! Es aab damals viel Tränen beim Durchzug durch diese Duchstaben- toüften. Wie anders ist das heute! Schon aus dem ersten Bild begegnet man frohem, lebendigem Kinderglück. Aber ängstliche Gemüter blättern weiter und meinen, die schwierigen Wörter kommen doch auch einmal. Sie suchen vergebens. Die Lehrer haben eingesehen, daß es auch ohne besondere Anhäufung von Schierigkeiten geht. Spielend lernen die Kinder lesen, besonders dann, wenn sie neben ihrer Fibel die kleinen Seherkasten mit den beweglichen Buchstaben in Händen haben. Und als Kaufmann und Käufer schließen sie kleine Geschäfte ab und üben sich im Rechnen. So wachsen die Kinder heute allmählich in die Schule hinein. Sie lösen sich langsam von der Mutter Hand und werden sich schon bald m der neuen Gemeinschaft, in die sie nun ausgenommen Zwei Todesopfer beim Absturz eines Kleinflugzeugs. Ein kleines Flugzeug des Technikums Fran- kenhausen am Kysfhäuser, das von einem Angehörigen des Instituts gesteuert wurde, stürzte auf dem Flugplatz Gera aus etwa 100 Meter Höhe ab. Der Führer und sein Begleiter waren sofort tot. Mumien der Fürsten von Nassau. In Kirchheimbolanden wurde die beim Umbau der Peterskirche gefundene Gruft geöffnet. Sie enthielt vier Holzsärge, einen mit der Leiche der Fürstin Karoline, geborene Prinzessin von Dramen, Gemahlin des Fürsten Carl Christian von Nassau-Weilburg, welcher von 1753 bis 1788 hier residierte. Die Fürstin war reformiert, ebenso die Kinder, der Fürst war lutherisch, daher auch die verschiedene Beisetzung in der Peters- und in der Paulskirche. Die mumifizierte Leiche der Fürstin war noch gut erkennbar, mit seidenen Gewändern bekleidet, auf dem Kopfe trug sie ein gut erhaltenes Spitzenhäubchen, am Ringfinger einen schmalen goldenen Ehering, der als Inschrift den Buchstaben C trug. 3m nächsten Sarg war die die Leiche des neunjährigen Erbprinzen, in den beiden andern jüngere Geschwister von ihm. Der letzte Fürst von Nassau-Weilburg starb 1816, Nachfolger in direkter Linie waren dle Herzöge von Nassau und die Großherzogin von Luxemburg. Wettervoraussage. Rasch schreitet die Nordmeerstörung nach Skandinavien weiter. Im Lause des gestrigen Tages ist durch sie eine Warmluftwelle über uns hinweg- gezogen, welche in den Abendstunden die Temperaturen noch um 14 Grad hielt. Durch das Drehen der Winde nach Westen zu macht sich bereits der Zustrom wieder kühlerer Luft bemerkbar, der ozeanische Luft aus nördlicheren Breiten folgen wird, so daß der beginnende Temperaturrückgang noch weiter fortschreitet. Anfänglich kommt es dabei zu unbe- ständigem Wetter mit Schauern, die auf den Bergen wieder als Schnee auftreten. Der gleichzeitig ein- ihnen die Revolver und etwa 5000 Francs. Gefährliche Pläne eine, Selbstmörders. Eine sensationelle Selbstmordaffäre ist im Norden Berlins in der Schwarzkopf-Straße entdeckt worden. Dort hatte der 52 Jahre alte Ingenieur Wolzendorf, der exmittiert werden sollte, Selb st mord mitGas begangen. Als die Feuer- wehr in die im Hochparterre gelegene Wohnung ein- drang, entdeckte Jie eine Zündungsanlage, die zu großen Mengen von Explosivstoffen führte. Beim Funktionieren der Anlage wäre das ganze Haus — bestehend aus Vorder-, Hinter- und Ouergcbäube — in bie Luft gesprengt worben. Der Bewohner ber dortigen Gegend bemächtigte sich über die Entdeckung der Feuerwehr eine begreifliche Erregung. setzende Barometeranstieg dürfte später leichte Besserung und eine gewisse Beruhigung der Wetterlage bringen, deren Zeitdauer sich aber jetzt noch nicht übersehen läßt, zumal über dem Atlantik eine neue Störung zu erkennen ist. Aussichten für Dienstag: Wechselnd wolkig mit Aufheiterung, vorerst noch Schauer auf den Bergen als Schnee, Abkühlung, nordwestliche Winde. Aussichten für Mittwoch: Etwas bestän- digeres Wetter, teils wolkig, teils aufheiternd. Nachlassen ber Schauer, noch kühl. admiral in den Ruhestand. 50 000 Dollar für das LindberghBaby bezahlt. Oberst Lindbergh hat nunmehr bestätigt, daß er den Entführern feines Kindes 50000 Dollar gezahlt habe. Das Kind ist ihm jedoch wider Erwarten noch nicht zurückgegeben worden, obwohl er den Entführern mehrere Tage Zeit gelaßen und keine Strafverfolgung zu- aesichert hatte. Polizei verhaftete in Brooklyn einen Mann, der früher Adjutant Al Capones gewesen sein soll. Das Schatzamt hat alle Banken und Geschäfte aufgeforbert, bie Gelbscheinnummern bes Losegelbes zu verfolgen. Lindbergh hat den Entführern ein Ultimatum zugestellt, in dem er rücksichtslose Verfolgung mit allen Mitteln androht. verhinderte Zwangsversteigerung. Unweit von Husum (Schleswig-Holstein) sollte ber Hof Bremsburg zwangsversteigert werben. Als die Vollziehungsbeamten erschienen, fonben sie die Zugangswege durch gefällte Alleebäume, durch Erdaufhäufungen und Wallanlagen g e ■ sperrt. Ungefähr 300 ßanbleute hatten sich ein- gefunden, um die Durchführung der Versteigerung zu verhindern. Es kam zu wiederholten Zusammenstößen zwischen herbeigerufener Polizei und den Landleuten. Auf Anweisung aus Kiel wurde schlieftlich, da ein Möbelwagen nicht an den Hof heranzubringen war, die Zwangsräumung aus- gefetzt. Raubüberfall im v-Zug Marseille—Genf. 3m O-Zug Marseille—Genf zwangen zwei junge Burschen mit vorgehaltenen Revolvern kurz vor Dalence (Rhone) vier Reisende eines Abteils 1. Klasse, ihnen ihre Wertsachen auszuliefern. Die Opfer sind zwei Franzosen, ein Schweizer und der Direktor der österreichischen Bundesbahnen. Eeefehlner aus Wien. Seefehlner ist von den Räubern durch einen Schuft am Kopf verletzt und es ist ihm eine Kassette mit Geld und Wertsachen geraubt worden. Zwei Kilometer vor Dalence zogen die Räuber die R o t b r e m s e und entkamen Ai nächst, wurden jedoch kurze Zeit später von Di Gendarmerie fe st genommen. Man fand bei auch (üe Sie, dueck die litaswutotterie Über 114 Millionen R M Gesamtgewinne 39. PREUSSISCH-SÜDDEUTSCHE KLASSENLOTTERIE Buntes Allerlei. Katzen als Weltreisende. Man sagt den Katzen gewöhnlich nach, daft sie träge seien und das Heim lieben. Aber auch diese eigentlichen „Haustiere" zeigen bisweilen einen seltsamen Wandertrieb. Das sind die sog. „Schiffskatzen", eine besonders wetterfeste und abgehärtete Art des KatzcngcschlechteS, die sich auf dem Lande nicht wohl fühlen. Der englische Ingenieur Roy Dewar. der sich mit diesen Wanderkatzen eingehend beschäftigt hat, erzählt von einigen dieser vierfüftigen Weltreisenden erstaunliche Dinge. So fand er z. B. auf einem Schiff im Lonooner Hafen eine Katze, die er zuletzt zu Sydney in Australien auf einem ganz andern Schiff gesehen hatte. Er verfolgte die Reisen dieses Globetrotters und fand, daft die Katze von Sydney nach Iapan gefahren sei; dann hatte sie sich als blinder Passagier auf einem Schiff eingefunden, das nach China und Singapore fuhr. In Singapore nahm sie den Dampfer, der sie dann nach London führte. Rach Sydney war die Katze auf einem Doot von Hongkong her gekommen, und Hongkong hatte sie in einem deutschen Darnpfer erreicht, der eine Ladung Dünger von Antofagasta in Chile dahin brachte. Richt alle Katzen beweisen so große Selbständigkeit bei der Ausführung ihrer Reisen. Manche werden auch unfreiwillig zu Seefahrern. Da war z. B. im Hafen von Hoboken in Amerika eine Katze namens „Blitzen", die unter den Hafenarbeitern als tüchtige Rattcnsängerin beliebt war. Aber eines Tages war Blitzen verschwunden, und man fürchtete schon, daß sie ins Wasser gefallen sei und dort chren Tod gefunden habe. Da entdeckte der Koch des Schiffes „Huron", daß sie einen Gast an Bord hatten: es war niemand anders als Blitzen, die sich an Deck mit der Rattenjagd vergnügt und dabei das Lichten der Anker übersehen hatte. Die Katze fuhr mit dem Schiff nach Süd- Amerika. Aber als die Rückreise angctreten wurde, war fie verschwunden. Als aber die „Huron" nach Hoboken kam, war Blitzen schon da; sie mußte mit einem andern Schiff auf dem schnellsten Wege nach ihrer Heimat zurückgekehrt sein. Ein alter Seebär, Kapitän William Manning. der große Seereisen mit der Lustjacht „Shamrock" des verstorbenen Teekönigs Lipton ausführte, war stets von einer Katze begleitet, und nachdem sie ihm jahrelang ein treuer Gefährte gewesen war. wollte er sie mit an Land nehmen. Doch die Katze war verschwunden. Rachdem er einige Monate nicht mehr gefahren war, ging er wieder mit seinem Schiff nach Kapstadt in See. Wehmütige Gedanken beschlichen ihn darüber, daß er diesmal ohne seine Katze reisen müsse. Aber es war noch kein Tag vergangen, da entdeckte er den alten Kameraden an Bord, der sich heimlich auf daS Schiff geschlichen hatte. Die Freude war groß, und das Tier voNführte alle Kunststücke, die er ihm beigcbracht hatte. Aber die Kurze Trennung war der Katze nicht gut bekommen. Als er aus Kapstadt -urückfahren wollte, war sie wieder verschwunden: sie hatte augenscheinlich Freude an dem Abenteurerleben gefunden. Kapitän Manning traf feine Katze noch dreimal. Das letzte Mal, als sie sich auf einem norwegischen Walfischfänger häuslich eingerichtet hatte, und er sagte ihr bewegt für immer Lebewohl, als sie mit diesem Schiff nach den kalten Wüsten des Südpolarkreises aufbrach. (Schluß des redaktionellen Teils.) Der neueste DKW-Jronfanftleb „IHcifterflaffc“ Mit diesem viersitzigen Frontanttieb-Cabriolet hat DKW eine Neufchopfung auf den Markt gebracht, bie ben verwöhntesten Ansprüchen gerecht wirb und sich babei in einer erstaunlich nieberen Preislage bewegt. Der Typ „Meisterklasse" gleicht in seinem Aeußeren schon durch sein neues Gesicht (Spitz- kühlersorm!) ben schnittigen Wagen weit teuerer Klassen, mit denen er (ururiöfe Ausstattung gemein hat. 2842V Wirtschaft. Frankfurt schwach. Frankfurt a. M.. 11. April (WTD. Drahtmeldung.) Der letzte Freiverkehr vor der Wiederaufnahme der amtlichen Kursnotierung eröffnete wider Erwarten in schwacher Haltung. Trotzdem Hindenburg die absolute Mehrheit im zweiten Wahlgang erhalten hat, verstimmte der st ar ke Zuwachs derAationalfozia- l i st e n. Man diskutierte lebhaft diese Tatsache und hegt bei der regen Agitation dieser Partei starke Befürchtungen hinsichtlich der P r e u ß c n ° wählen. Richt ohne Einfluh auf die schwache Tendenz blieben auch die Millionenschwierigkeitcn des Jnsull-Konzerns. Die überwiegend feste Haltung der Auslandbörsen bot kein Gegengewicht. Auf fast allen Marktgebieten kam Material heraus, wobei man wieder Auslandverkäufe vermutete. Da die Unsicherheit an der Börse stark zugenommen hat, fand das Angebot nur auf ermäßigter Basis Unterkunft. Das Geschäft hielt sich allgemein in engen Grenzen. Größere Kursverluste hatten 3®. mit minus 3, Reichsbank mit minus 2,5 Proz. und Svenska mit minus 5 Mark. Am Elektromarkt stellten sich überwiegend Rückgänge von 1 Proz. ein, Siemens lagen 2 Proz. niedriger. Bon Montanwerten lagen besonders Mannesmann im Angebot und etwa 2,5 Proz. schwächer. Die übrigen Werte dieses Marktes gaben bis zu 1 Proz. nach. Der Stahl- Verein-Ausweis, der einen weiteren Umsahrück- gang besonders nach dem Auslande aufweist, wirkte ungünstig. Bankaktien wiesen kaum Ber» änderungen auf. Kunstseidewerte blieben gut gehalten. Bon Kaliwerten gingen Salzdetfurth um 2, Aschersleben und Westeregeln um je 1 Proz. zurück. Schiffahrtspapiere lagen unverändert. Am Rentenmarkt lagen sowohl Gold-, als auch Liquidationspfandbriefe meist 0,5 Proz. schwächer. Reichsschuldbuchforderungen verloren 0,5 Proz., Altbesitz blieben behauptet. JG.-Farben-Bonds gaben 1 Proz. nach, Reichsbahnvorzugsaktien blieben gehalten. Der Abschluß der S t i l l h a l t e - Verhandlungen blieb auf den Markt der Kommunalobligationen ohne Einfluß. Die Kurse blieben meist unverändert 3m Verlaufe blieb das Geschäft sehr klein, und auch die Kurse zeigten keine Erholung. 3m späteren Verlauf gingen die Kurse der Hauptwerte weiter etwas zurück, die Zurückhaltung der Spekulation verstärkte sich. Am Geldmarkt war Tagesgeld sehr leicht mit 4,5 Proz. nach 5 Prozent. Berlin flau. B e r l i n, 11. April. (WTB. Funkspruch.) Das Resultat der gestrigen Wahl stand natürlich an der heutigen Börse im Mittelpunkt der Diskussion. Es entsprach zwar ungefähr den Erwartungen, doch wurde es heute mehr im Hinblick auf die bevorstehenden Preußenwahlcn kommentiert und machte daher einen zumindest enttäuschenden Eindruck. Auch die Vorgänge bei der Charlottenburger Wasser AG. und im Zusammenhang damit über das Berliner Bankinstitut Goldschmidt & Co. umgehende Gerüchte von einem Stühungsbedürfnis verstimmten. Desgleichen war eine Nachricht von neuen Devisenschiebungen und der Verhaftung weiterer Berliner Bankiers nicht dazu angetan, die Unternehmungslust der Börse zu vergrößern, zumal die Ramen der Bankiers noch unbekannt sind. Die Befestigung an der Reuhorkcr Samstagbörse war in der Hauptsache auf Deckungen zurückzuführen. So zeigte die Spekulation, die am Samstag noch als Käufer aufgetreten war, heute schon wieder Realisationsncigung, und auch das Ausland schien eher als Abgeber im Markte zu sein. Julius Berger waren allerdings auf dem 12prozentigen Dividendenvorschlag auf letzter Basis gesucht, auch Buderus lagen 1,5 Prozent über Samstag, da anscheinend die 3nformation, daß keine Aktieneinziehung zu erwarten sei, etwas Kaufintzresse auslöste. 3m übrigen zeigten die meisten Märkte eher nachgebende Tendenz-, als besonders schwach sind Farben, Reichsbank und Kunstseidenwerte zu nennen. Aber auch Charlottenburger Wasser, Deutsche Erdöl, Siemens, Svenska, RWE- und die Kaliaktien waren im Verlaufe mehrprozentig gedrückt. Das Geschäft nahm zwar keinen größeren Umfang an, die Auslandabgaben setzten sich aber fort. Auch die festverzinslichen Werte neigten eher zur Schwäche. Kommunalobligationen lagen trotz des Abschlusses der Verhandlungen nur unverändert. Industrieobligatio- ncn waren nicht immer behauptet, Goldpfandbriefe gaben bis zu 0,5 Prozent nach, Reichsschuldbuchforderungen gingen nach behauptetem Beginn ebenso wie deutsche Anleihen bis zu 0,5 Prozent zurück. Don Auslandrenten waren Mexikaner und Anatolier leicht gebessert- Am Geldmarkt machte die Entspannung Fortschritte. Der Privatdiskont erfuhr abermals eine Ermäßigung um 1 « Prozent auf 51/» Prozent. Der Tagesgeldsatz ging vereinzelt in der unteren Grenze ebenfalls schon unter 53 , Prozent auf 5 Vs Prozent zurück. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt Zwei tobt = erhöhte Leistung, niedrige Betriebskosten. /rkann nur ein Wagen besonderer Leistung sein HERVORRAGENDES N ZU G S MOMENT SPRICHWÖRTLICHE BERGFREUDIGKEIT • SICHERSTE STRASSENLAGE GRÖSSTE BEQUEMLICHKEIT • . LANGE'LEBE NS DAU ER . ’E R STAU N-N CHE KURVEN SICHERHEIT v - m - ►.r* ' ‘ DER ELEGANTESTE WAGEN SEINER KLASSE! 2495.-RM ZSCHOPAUER MOTORENWERKE J. S. RASMUSSEN A.-G. ZSCHOPAU/SA. Verlangen Sie unverbindlich y « en _, Probefahrt beim Vertreter Krahn & Comp., Gießen, Frankfurter Str. 82 DKW Kltlf ,d|l'9un8 5"i- 9 Und in »och ’M, g”” «U| !* nid) ®: r°hi' ^°hii «LJV bt- rnt5Qniritl DnSo; Me «f. Äk<. 'MnoimJ'”’1' unserer z^u» Win’Mnb töär,5tniimei|letn- m 11 ® 0 11|* «fiöetif |Qn$ *«*. Marburg ^Hannover, 'stieg. Ä bonntogr in sich in erfter Linie JR die ab« siir L beulung maren. faflen, Sen,.4:1'Sieq£ **■ Iura |d#u, Wt nun weiter die 1 u"d dem IC. £potl " der ersten Kasse iU ^uppe zwischen j°ra§ °us, da Gieren verzieh. 'tnoiizen. m den süddeutschen > Mtts und Amieitia Endspiel wird bereit- getragen. Austragung?. i P i {I Deutschland gegen vor 3500 Zuschauern die 'erlegen mit 10:2 (falb. r t holte sich erneut die haft der Damen. Die i Nürnberg bie ßlf der weniger als 12:0 (6:0) iiausmeister wurde Stuttgart) vor Kapp c II. (Stuttgart). Den der M Stuttgart vor Italien vor 40 000 Zu- erkämpf gegen Frankreich >ez Mittelrheinkreise- der Bonns, vor Wagner, nschastslous siegte die Ig. 1817. eichtathletik-Der. vor des vom fatematio' hierten Weltrekordmann haupten, daß das gegen ioI nicht genüge, um den geN.s. qment gliche digkeit isdauer t-l 0 H E •herheit SS <-* eq ro C' SS 9 *- Ä* 9 SS o E K 1— E £ ss Ä *■* <5> ♦es E s % 2 fc-e 55 uO GQ S ft.? L 9 E LZ 6'9 t E A 2 € = £■&? O = .= ö?a. XD — f-. £gS a .= £ 'S i- ■e ** ft» = e — ft, MF .-=66. vH SE . “ä-.- ■5 5 5231 c 33^ § .2i2,8 es E E E E.9~± f®: =.- xd K. 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S a- o 3 ö© 615 5 5 8 ro <3 5 8 5 c 5 5 3 8 5 8 8 c.1 8 §T © Ul . A- Ul 5 8 S 8 5 2. e §£si « e 'S o Oer zweite Wahlgang in Hessen Das Ergebnis in Oberheffen Der Wahltag in Gießen Das Wahlergebnis im Kreise Gießen Thälmann Hitler Hindenburg Provinz Starkenburg. Gemeinden Hindenburg 10 158 (9295), Hitler 16 108 (15 334), hälmann 1944 (2904). Thälmann T Wahlkreis 49 Hessen-Nassau Wahlkreis Heffen-Naffau. Siegierungsbezirk Wiesbaden. (2413), 3179 (2340), 2909 438 4941| 3052 8941 (6241), 7230 K Wsitershain Wieseck . . Hindenburg Hitler Thälmann 435 630 (427 840). 313 429 (280 170). 70 396 (104 862). 448 904 (438 792), 288 440 (250 604). 63 361 (97 378). 291 552 (279 772). 276 096 (243 517). 47 356 (66 666). 149 307 (150 344). 79 698 (68 880) J 16 561 (23 269). 274 46 Hindenburg Hitler Thälmann Hindenburg Hitler Thälmann Hindenburg Hitler Thälmann 760 061 (737 743). 583 834 (510 869). 112 539 (166 745). 393 162 5 61 95 22 68 27 26 32 22 94 62 8 11 14 67 35 31 66 32 1 - 3714 200 256 (194119). 129 684 (116 255). 42 829 (68 495). Darmstadt. Hindenburg Hitler Thälmann kreis Außer den vorerwähnten Ergebnissen in der Provinz Oberhessen sind aus dem Wahlkreis 33 Hessen- Darmstadt noch solgende Ergebnisse zu registrieren: Gesamtergebnis Wahlkreis 33 a. »3 .1 =»• K-"1 3 Kreis Bensheim. Hindenburg 19 560 (19388), Hitler 15 870 (13790), Thälmann 5213 (7352). Stadt Marburg. Hindenburg 6629 (6320), Hitler 7686 (6357), Thälmann 475 (836). Marburg (Land). Hindenburg 7015 (6490), Hitler 12 903 (11648), Thälmann 693 (1264). 543 58 399 326 194 Kreis Heppenheim. Hindenburg 15 897 (15 287), Hitler 8547 (7611) Thälmann 3857 (5568). Kreis Dieburg. Hindenburg 18 098 (17 835), Hitler 16 582 (15 776) Thälmann 3304 (4622). Provinz Rheinhessen. Hindenburg 50 260 (49 590), Hitler 35 117 (30 509), Thälmann 8260 (11 918). Stadt Darmstadt. Hindenburg 32 066 (32625), Hitler 22 140 (18769), Thälmann 4096 (5653). Kreis Ossenbach. Hindenburg 67 670 (65 460), Hitler 25 637 (22 919), Thälmann 15 645 (25 426). Stadt Ossenbach. Hindenburg 30 522 (30 016), Hitler 11782 (10 292), Thälmann 6273 (11 459). Kreis Groh Gerau. Hindenburg 18 613 (17 264), Hitler 11 839 (10516), Thälmann 7594 (10 705). Kreis Lrbach. Thälmann 7758 (11 280). Kassel (Land). Hindenburg 17 946 (16 944), Hitler 13 575 (12037), Thälmann 4578 (6297). 64 191 524 112 297 108 176 HO 108 177 203 7.8 129 72 160 225 209 227 148 210 9012 70 430 572 874 162 45 109 83 485 130 95 431 304 ist; 280 140 340 337 203 87 185 581 137 303 127 198 146 144 168 243 53 139 88 168 267 205 257 159 754 28 483 310 170 82 241 478 54 12 21 33 119 39 364 70 21 171 109 234 107 76 122 6824 118 51 L1 571 821 178 141 144 88 560 317 632 149 84 422 319 512 279 127 357 275 21 ■ 128 46 35 14 4 29 15 54 54 23 6 9 9 20 14 12 65 93 21 5 44 12 o " - s 2. dl ZFZ- ar" ? s * o cf gestern morgen bei Tagesanbruch bemerkt und alsbald entfernt wurde. Die Kletterkünstler sind bis jetzt noch nicht bekannt. ________________________________ Hindenburg Hitler Thälmann Stadt 2.= ■7? 5 C *t B *1 3 2 La o = l== Kassel Hindenburg 53 581 (52 242), Hitler 43 956 (37 043), Main; (Stadt und Land). Hindenburg 68 871 (70791), Hitler 26 408 (21203), Thälmann 9460 (13 018). Stadt Main,. Hindenburg 56 490 (58725), Hitler 21 005 (15668), Thälmann 8016 (11 017). Kreis Morins. Hindenburg 33 892 (34518), Hitler 21 159 (19109), Thälmann 4741 (6553). Stadt Worms. Hindenburg 16 750 (17 441), Hitler 9256 (8343), Thälmann 3630 (4975). Kreis Al;e.). Hindenburg 12718 (12185), Hitler 11656 (10650), Thälmann 730 (1266). Kreis Oppenheim. Hindenburg 14 347 (13836), Hitler 13 921 (12657), Thälmann 636 (1068). Kreis Bingen. Hindenburg 19 480 (19 014), Hitler 6466 (5261), Thälmann 894 (1364). Stadt Fulda. Hindenburg 11326 (11601), Hiller Thälmann 1082 (1645). Fulda (Land). Hindenburg 21545 (21399), Hitler Thälmann 1105 (1449). Stadt Hanau. Hindenburg 11 267 (10 790), Hitler Thälmann 6297 (8018). Gesamt ^30034^30152 24926|37337|27607|24412|2ö410 2 500 2195 1 779 3612 3 1 ? »3. öln S r> i _ a 32 2.25c 2.- «^2 =2.= Der Wahlkampf zur zweiten Reichspräsiden- ,1, nwahl war in Gießen außerordentlich ruhig. Eine l^ersammlungstätigkeit trat nur viermal in Erschei niing, dagegen wurde in der Hausagitation mit [Flugblättern eifrig gearbeitet. Don diesem Werbe mittel machte besonders die NSDAP. Gebrauch; in den letzten Tagen regte sich auch der Hindenburg- llnsschuß in gleicher Weise. Wie der ganze Wahlkamps, so verlief auch der Wahltag selber erfreulicherweise ruhig und ohne jtbe Störung der öffentlichen Ordnung. Die Wahl- leteiligung war gestern bis zum Mittag nur schwach; fit belief sich bis 12 Uhr auf 24 Prozent der Stimmberechtigten. Im Verlaufe des Nachmittags wuchs der Zudrang der Wahlberechtigten in den Wahl- Ictalen erheblich an; bis 16 Uhr hatten 66 Prozent der Stimmberechtigten abgestimmt, insgesamt belief ild) schließlich die Wahlbeteiligung gestern auf 84,17 Prozent gegen 85,89 Prozent am 13. März; mithin haben gestern 1,72 Prozent der Stimmberechtigten weniger als am 13. März den Weg zur Wahlurne angetreten. Als bemerkenswert ist vom gestrigen Tage noch zu rtgiftrieren, daß von unbekannten Personen in der Uacht zum Sonntag hoch oben an dem 30 Meter fotzen Turm der Antenne des P olizei- i u n t 5 unmittelbar vor dem Polizeiamtsgebäude eine h i t l e r f a h n e angebracht worden war, die Stadt Frankfurt a. 2TL Hindenburg 202 457 (198 151), Hitler 109142 (96 963), Thälmann 37 248 (58 129). Stadt Wiesbaden. Hindenburg 57 318 (57 299), Hitler 34 577 (31 900), Thälmann 8479 (12 111). Kreis Biedenkopf. Hindenburg 9041 (8602), Hitler 19 775 (16 928), Thälmann 551 (1248). Dillkreis. Hindenburg 8752 (8329), Hitler 20 173 (16 661), Thälmann 751 (1494). Kreis Limburg. Hindenburg 24 007 (23 136), Hitler 7929 (7088), Thälmann 1326 (1980). Kreis Westerburg. Hindenburg 11 367 (11008), Hitler 5294 (4501), Thälmann 457 (632). Kreis Wehlar. Hindenburg 19 605 (18 661), Hitler 19 298 (16 565), Thälmann 1822 (3127). Stadt Wehlar. Hindenburg 6490 (6028), Hitler 3092 (2508), Thälmann 527 (940). Regierungsbezirk Kassel. Um den Beitragssatz zur land- und sorst- wirischastlichen Berufsgenoffenschast. f ©ebcrn, 9. April. Dieser Tage hatten sich hier die Bürgermeister des Bezirks Gedern versammelt, um im Auftrage ihrer Ortseinwohner lGrundbesitzer) gegen die geringfügige Senkung der Beitragssätze zu r land- und for st wirtschaftlichen Be- russgenossenfchast zu protestieren, Es wurde folgende Entschließung gefaßt, die dem Borstand der Derussgcnossenschaft mit der dringenden Bitte zur Kenntnis gebracht wurde, dem in ihr enthaltenen Wunsche Rechnung zu tragen. In der Entschließung heißt es: .Getrieben durch die überaus katastrophale Lage der Landwirtschaft, haben sich im Auftrage der gründ- besitzenden Ortseinwohner aus den Gemeinden Gedern. Ober-, Mittel-, Rieder-Seemen, Dol- kartshoin, Hartmannshain, Herchenhain, Sichenhausen, Kaulstoß, Burkhards. Steinberg und Glashütten deren Bürgermeister zusammengesunden. um zu dem Ausschlagssah zur land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft Stellung zu nehmen. Die Unterzeichneten erklären hiermit, daß die Grundbesitzer am Ende ihrer Zahlungsfähigkeit angelangt sind und verlangen unbedingt eine Herabsetzung des Ilmlagesatzes, der den heutigen Erträgnissen des landwirtschaftlich genutzten Grundbesitzes nicht mehr entspricht. Wir bemerken hierzu, daß der Index für Agrarpro- dukte heute weit unter dem Hunbertsah angelangt ist, während der llmlagesah noch weit das Mehrfache beträgt. Hier liegt ein ungerechtes Der- hältnis. das seine Ursache in verschiedener Art haben mag und unbedingter Abhilfe bedarf. Jedenfalls erklären die Grundbesitzer in den einzelnen Ortschaften, daß sie gegen die angeforderte Höhe von 17 Pfennig pro 100 Mark Steuerwert schärsstens protestieren, da sie keine entsprechende Senkung gegenüber dem vorjährigen Sah von 18 Pfennig darin erblicken können, dem heute wesentlich geringere Leistungen gegenüberstehen. Aus vorerwähnten Gründen verlangen wir eine entsprechende Senkung des Ilmlagesatzes; außerdem wird zinslose Stundung des Almlagebeitra- ges bis zur endgültigen Regelung und für den neu festzusetzenden Beitrag entsprechende Ratenzahlungen. den heutigen wirtschaftlichen Verhält* nissen angepaßt, verlangt." -•3 ” 5'? 5 - » 3 = 3 • «'2? _ 2. Sä'? =2.= »Ibach........... »Ilendots a. d. Lahn Mendorf a. d. Lda Allertshausen »Iten-Buscck......... Annerod * Bellersheim Beltershain Bersrod........... Dettenhausen SBeuern........... Birklar Burkhardsfelden Climbach.......... Taubringen Tors-Gill Cberstadt mit Arnsburg .... Cttingshausen C'iarbcntcid) Geilshausen Gießen........... Göbelnrod Großen-Bufeck Großen-Linden Grünberg.......... Grüningen Harbach........... Hattenrod Hausen Heuchelheim......... Holzheim Hungen Inheiden Heiselbach Llein-Linden l'angb............. ^ang-Göns . ^'angsdor f Hautet Leihgestern - - Hid) mit Hof Albach, Eolnhausen und Atühlsachsen Hindenstruth Hollar............ Hondorf Vrcnnzlar fünfter - . - - - Nuschenheim mit Hof-Güll. . . Dieder-Bessingen....... 'ionnenrotl)......... Obbornhofen Ober-Besiingen Ober-Hörgern Odenhausen mit Appenborn . . Oppenrod.......... Oueckborn . • • • • - - - - stabertshausen mit Ringelshamen )ieinhardshain Reiskirchen Rodheim mit Hof Graß .... Rödgen Röthges Rüddingshcmsen ....... Ruttershausen mit Kirchberg . . Laasen mit Bollnbach, Veitsberg und Wirberg Stangenrod . - - - - •_ - • Staufenberg mit (yneben)au)en . , Steinbach Steinheim i Stockhausen Trais-Horloff Treis a. d. Lda........ Trohe ............ ! Utphe Villingen . • - ..... Watzenborn mit Steinberg . . . Weickartshain........ Streife Ptäsid.-Wahl 10. 4. 32 Hindenburg ReichStagswahl 14. 9. 30 Präsid.-Wahl 10. 4. 32 Hitler Reichstagswahl 14. 9. 30 Ptäsid.-Wahl 10. 4. 32 Thälmann Reichs tagSwahl 14.9.30 Präsid.-Wahl 13. 3. 32 Landtagswahl 15. 11.31 Ptäsid.-Wahl 13. 3. 32 Landtagswahl 15. 11. 31 Ptäsid.-Wahl 13. 3. 32 Landtagswahl 15. 11. 31 Gießen..... 30034 30152 24925 37338 27607 24412 25410 8941 2195 3618 4941 3052 Alsfeld..... 6183 6270 6748 10466 15336 14882 12809 6040 432 752 1016 859 Lauterbach.... 4784 4547 5216 12869 11713 10062 5646 278 491 811 401 Schotten..... 3958 3961 4152 7762 12371 11928 9704 3815 274 500 765 222 Büdingen .... 9271 8564 7702 13416 15084 13827 12269 3445 1258 2200 2802 1890 Friedberg .... 30837 29883 26958 37671 20780 18273 17060 7146 3569 | 5543 10065 4108 Gesamt 1 85067 83377 | 75701 114147 104047 | 95035 87314 | 35033 8006 13098 20400 10532 Wahlkreis 33 Hessen-Darmstadt. Bezirke Hindenburg 10.4. 13.3. Hitler 10.4.]13.3. | Thälmann 10.4. 13.3, I............ 542 449 327 114 177 II........... 667 652 435 373 57 112 III............ 632 455 363 81 121 IV........... 630 635 408 49 90 V........... 638 647 367 294 109 156 VI........... 587 471 384 111 145 VII........... 668 702 462 378 49 74 VIII.......... 731 770 542 466 15 40 IX........... 843 526 33 45 X........... 633 695 625 480 17 27 XI........... 728 730 435 380 9 27 XII........... 559 591 391 336 10 13 XIII......... 543 540 383 347 6 24 XIV.......... 758 779 430 352 32 55 XV.......... 501 543 456 346 65 100 XVI... 495 500 373 311 71 115 XVII. . 506 526 448 368 55 107 XVIII........ 504 513 390 313 52 100 XIX.......... 152 29b 84 142 13 37 XX.......... 132 69 4 — Gesamt |11443 11764 | 8299 6824 952 1565 10. 4. 32 Präsid. Wahl 13. 3. 32 Landtagswahl 15. 11. 31 Reichstagswahl 14. 9. 30 1 1 3 7 21 22 40 19 10 It) 19 9 2 2 3 —— 86 129 142 69 2 3 8 2 2 8 8 1 — — o 3 7 2 1 1 — 1 24 33 49 16 1 3 8 3 2 5 6 1 2 — 34 60 90 44 — 2 1 1 4 1 3 7 20 9 60 65 67 49 — — —— 1 952 1565 2100 1730 4 12 6 3 20 53 69| 22 21 48 95 15 18 24 31 52 14 13 15 4 1 — 3 1 — — 9 1 14 34 33 17 58 111 117 79 — 3 3 — 5 4 12 7 ■__ 7 5 2 — 3 2 20 46 61 21 — — — 1 4 16 26 7 3 8 b 5 — — 12 3 38 91 161 24 17 29 45 24 IC 14 6 116 122 140 166 98 250 243 194 344 211 241 239 267 550 590 67 49 80 105 133 353 332 307 496 324 232 233 209 284 139 140 142 135 260 238 35 29 55 110 166 87 102 123 202 177 49 48 48 93 177 314 324 286 430 266 199 219 174 228 82 244 233 234 304 161 64 51 58 82 89 353 362 292 377 196 14 14 29 206 265 124 124 113 260 224 58 71 87 214 291 329 347 330 489 216 76 67 84 169 227 11443 11764 7543 11018 8299 59 40 89 110 122 595 629 572 886 545 820 846 723 1096 675 623 603 495 696 813 141 148 211 293 217 99 98 175 164 144 72 71 76 156 173 199 195 149 231 119 1063 1032 987 1191 600 372 372 364 671 371 460 469 452 585 640 144 140 152 199 162 164 173 137 177 101 668 694 55k 831 513 37 22 3 167 325 532 530 498 686 584 220 198 18.r 356 291 85 75 51 98 157 454 44s 291 713 476 1001 988 758 1058 592 111 9" 12< 145 66 1004 971 77 1089 400 183 173 182 352 217 220 184 84 89 53 105 80 70 81 146 146 133 261 202 171 191 97 92 73 127 100 78 60 42 50 54 118 154 143 127 196 187 166 209 153 133 151 64 67 81 124 98 76 72 96 96 122 191 126 106 96 81 83 74 13! 104 93 106 54 62 104 134 97 79 39 139 134 153 24' 203 189 128 8 9 3< 97 92 84 38 46 .54 124 119 116 65 259 253 272 322 232 212 201 36 41 33 107 183 178 171 284 280 276 347 88 111 86 48 53 76 UC • 75 61 31 210 213 233 33( 250 231 182 138 139 162 234 107 93 37 154 59 135 128 16' 148 149 123 64 73 13; 12k 134 115 359 340 325 424 214 193 171 277 285 338 41 342 291 270 59 70 56 14f 238 220 32 24 45 5( 39 36 29 136 132 124 17 116 103 87 335 345 394 55 400 379 306 76 73 65 7 18 13 16 93 95 111 15 194 185 171 28C 275 310 41 343 311 245 703 666 660 81 682 640 579 35 47 55 10 175 157 127 3k 29 43 18 4 26k 256 246 116£ 1089 9k 137 ß 42k 348 351 Montag, U. April (952 Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Ur. 84 Zweiter Blatt Voranschlagsberatung im Gießener Kreistag. Am Samstagnachmittag trat der Kreistag des Kreises Gießen im hiesigen Regie- rungsgebäude zu seiner diesjährigen ordentlichen Tagung zusammen, in deren Mittelpunkt die Beratung des Kreis-Haushaltsdoran- schlag 's für das Rj. 1 9 3 2 stand. Zu der Sitzung waren sämtliche 30 Kreistagsmitglieder erschienen. Der Vorsitzende, Oberregierungsrat Ritzel, widmete zunächst den verstorbenen Kreistagsabg. R u d l o f f, Trais-Horloif, und Klöß, Treis a. d. Lda., ehrende Worte des Gedenkens, die das Haus stehend anhorte, ferner teilte er mit, daß der 2lbg. Lepper, Gießen (Komm.), sein Mandat niedergelegt hat. Sodann wurden als neue Kreistogsabgeordnete für die Verstorbenen Frau Bier, Staufenberg (SPD.) und Herr Somme r l a d, Beuern (SPD.), als Rachfolger von Lepper Herr Hildebrand, Wiesecl (KPD.), eingeführt und verpflichtet. Anschließend wurden die Rechnung der K r e i s k a s s e , nach dem Bericht des Kreis- tagsabgeordneten Bürgermeister Müller, Bellersheim, und der Perwaltungsbricht des Kreisausschusfes für 1930 genehmigt. Oie Voranschlagsberaiung wurde von Oberregierungsrat Ritzel u. a. mit der Mitteilung eingeleitet, daß nach einer am Freitag eingegangenen Verfügung des Ministeriums der Reichssteueranteil des Kreises sich über die im Voranschlag bereits vorgesehene Kürzung hinaus um weitere 5300 Mk. ver- ringert, deren Ausgleich aus dem Reservefonds erfolgen soll. 3m Verlaufe der Etatberatung beschloß der Kreistag demgemäß. Kreiszuschuß für das Gießener Siadtiheaier. Für das Gießener Stadttheater, das nicht nur der Stadt, sondern auch dem Kreise Gießen und der ganzen Provinz Oberhessen zugute ■ komme, sei im Voranschlag wieder ein Kreis- zuschuh von 3000 Mark, wie im Vorjahre, vorgesehen, damit auch vom Kreis aus geholfen . werde, die Schließung des Theaters zu vermei- >. den. Auch der Kreistag fei verpflichtet, dafür zu formen,, daß eine so gute Einrichtung wie das Gießener Stadttheater über diese Rotzeit hinübergerettet werde. Leider sei diese 'Beihilfe nicht ein» stimmig bewilligt worden. 4 Eine interessante Statistik. der 1927 v. S). 67,00 11,18 21,82 1932 vH- 58,49 10,94 30,57 1913 o. $)■ 15,25 5,14 79,61 Soziale Fürsorge | Allgem. Verwaltung Sonstige Zwecke ■< in den Voranschlägen in starker Weise nach I sozialen Seite hin. Ein gutes Zinanzgeschäst. Der Redner gab sodann das Ergebnis einer statistischen Gegenüberstellung der Kreis - Bo ranschläge von 1913, 1927 Mund 1932 bekannt. Rach dieser Ermittelung ent- L fielen von der jeweiligen Gesamtsumme des Dor- ■ anschlägs auf die Das Anwachsen der Kosten für die Allgemeine B Verwaltung sei durch die Auswirkungen der prat- ■ tischen Sozialpolitik bedingt, in den 79,61 o. H. für 8 „Sonstige Zwecke" des Jahres 1913 seien die Kosten E des Strahenwesens, das damals noch dem Kreise ■ oblag, enthalten. Im ganzen gehe die Entwicklung Für die Dermögensrechnung habe die Verwaltung durch günstige Verwertung von Pfandbriefen ein gutes Geschäft gemacht, durch das eine alte Schuld des Kreises abgetragen wurde, eine Zinsenersparnis von 800 Mark und außerdem noch ein Kursgewinn von 6000 Mark zu Gunsten des Kreises zu verzeichnen war. Nach diesen einleitenden Bemerkungen des Vorsitzenden beschäftigte man sich in der Spezial- d e b a 11 e zunächst mit dem Zuschuß für das GießenerStadttheater. Kreistagsabg. Huber- Großen-Buseck (deutschn.) beantragte, den Zuschuß von 3000 Mark zu st r e t - ch e n. Die Kreistagsabgeordneten Klein, Klein- Linden (Landbund), und Hildebrand, Wieseck (KPD.), unterstützten diesen Streichungsantrag. Die Kreistagsabgeordneten Hornberger, Gießen (SPD.), S ch u d t, Gießen (DVP.), Seht, Großen- Linden (SPD.), und Oberregierungsrat Ritzel sprachen sich gegen die Streichung und entschieden fürdieBewilligungdesZuschusses aus. Der Antrag Huber auf Streichung des Zuschusses wurde mit 20 gegen 11 Stimmen abgelehnt, wodurch die 3000 Mark automatisch bewilligt waren. Ein Appell an den Staat. Bei Stimmenthaltung der Land- bund-Fraktion wurde mit allen übrigen Stimmen der nachstehende Antrag S ch u d t, Gießen, Schelni, Lollar, Wagner, Geilshausen, L e m p, Gießen, Von E i f f, Grünberg, Dr. Lcop. Katz, Gießen, und Adolph Schmidt, Gießen, angenommen: „Die Unterzeichneten beantragen, die Kreisverwaltung wolle sich mit aller Energie bei den zuständigen Stellen (Ministerium usw.) dafür einsehen, daß dem Theater der Stadt Gießen ermöglicht wird, während der Sommermonate im Kurtheater zu Bad-Rau- Heim zu spielen gegen vollen Ersah der Ankosten, und weiter dafür, daß der Staatszuschuh an die Stadt Gießen für das Stadttheater entsprechend (Mainz und Darmstadt) und angemessen erhöht wird. Davon, daß beiden Wünschen entsprochen wird, hängt die Fortführung des Stadttheaters ab. Durch die Schließung würden die Schauspieler unb Arbeiter arbeitslos und damit anderen Stellen neue soziale Ausgaben entstehen. Das Ansehen und die 3nteressen der Uni* versitäts stadt Gießen erfordern aber das Weiterbestehen des Stadttheaters mit seinen anerkannt ausgezeichneten Leistungen. Gegen die Leistungen des lehtjährigen Kurtheaters in Bad-Rauheim sind zahlreiche Proteste bei der Kurdirektion eingegangen. Für das Bad würde es außerdem eine wesentliche Verringerung der Unkosten bedeuten — bei gleichen, wenn nicht besseren Leistungen —, wenn das Personal des Gießener Theaters in Dad-Rauheim spielt. Der Kreis Gießen und die ganze Provinz haben ein Interesse daran, daß die Fortführung des Stadttheaters gesichert wird. (Gastspiele in Alsfeld, Lich, Grünberg, Heuchelheim, Grotzen-Lin- dcn.)" Keine neuen Ausgaben ohne gleichzeitige greifbare Deckung! Auf Antrcm des Vorsitzenden, Oberregierungsrat Ritzel, beschloß der Kreistag mit allen Stimmen gegen die des Kommunisten, Anträge auf Erhöhung oder Neueinstellung von Ausgaben nur dann zur Beratung und Abstimmung zuzulassen, wenn die Antragsteller gleichzeitig auch die Deckungsmittel im Nahmen der Zuständigkeit des Kreistages Vorschlägen und diese Mehr- oder Neu-Ausgaben selbst zu bewilligen bereit sind. Oie Tagegelder. Eine längere Aussprache entspann sich über die Höhe der Tagesgeldsätze für die Mitglieder des Kreisausschusses bzw. des Kreistages. Schließlich wurde mit allen Stimmen gegen die des Kommunisten beschlossen, es bei den bereits von 12 auf 9 Mark für Auswärtige und von 8 auf 6 Mark für Gießener Abgeordnete freiwillig ermäßigten Sätzen zu belassen und später sich den neu festzusetzenden Provinzsätzen anzuschließen. Oie Beihilfe für Elternrenten-Empfänger. Auf Antrag der Fraktion der SPD. wurde beschlossen, die von 2000 im Vorjahre aus 1000 Mark für 1932 gekürzte Position „Fürsorge für Eltern- rentenernpfänger" wieder auf 2000 Mark zu erhöhen und mit der Mehrausgabe von 1000 Mark den Reservefonds zu belasten. Ein Notruf an Staat und Reich. Auf Antrag des Kreistagsabg. Bürgermeister Müller (Bellersheim) wurde bei der Position „Zuschüsse an leistungsschwache Gemeinden" e inst i m m i g folgende Entschließung angenommen: Entschließung. „Der Kreistag des Kreises Gießen lenkt die Aufmerksamkeit der Staats- und Reichsregierung auf die ins Unerträgliche gestiegene Notlage der Gemeinden, die nicht mehr fähig sind, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Die Belastung der Gemeindehaushalte mit den Kosten der 'Wohlfahrtserwerbslosen hat die gesamte Struktur der Gemeinderechnungen derart verändert, daß kaum noch Möglichkeiten verbleiben, andere wichtige Aufgaben zu finanzieren, daß vielmehr hinter die Fürsorge für das Schicksal der Wohlfahrtserwerbslosen alles andere, selbst die Erfüllung selbstverständlicher Verpflichtungen, wie die Leistung der Beiträge an die Hauptstaatskasse für Schulstellen, Beförsterungsbcitrüge usw., ferner die Zinsleistungen für Kapitalschulden der Gemeinden zurückgetreten sind. Trotzdem ist es den Gemeinden vielfach nicht möglich, die notwendigsten Mittel zur Bestreitung der auf ihnen wuchtenden Wohlfahrts- lasten aufzubringen. Rechtsgültige Entscheidungen, in denen Wohlfahrtserwerbslosen im Rahmen ihrer Not und auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen Wohlfahrtsunterstützungen zugesprochen sind, tonnen aus Mangel an Mitteln in der Gemeindekasse nicht vollzogen werden. Einige Beispiele beweisen vergleichsweise, in welchem Umfange heute die Wohlfahrtslasten auf die Gemeindefinanzen drücken: Aufwendungen für Wohlfahrlslaslen in den Rj. 1913 und 1931. Wieseck: Rj.1913: Umlagen 50 000 Mk.; Wohl- fahrtslasten 3600 Mk.; die Wohlfahrtslasten betrugen also 7 v. H. der Umlagen. — Rj. 1931: Umlagen 63 400 Mk., Sondersteuern 19 600 Mk., Reichssteuern 27 700 Mk., insgesamt 110 700 Mk.; Wohl- fahrtslasten 58 200 Mark; die Wohlfahrtslasten betragen also 52,5 v. H. der Umlagen. Watzenborn.Steinberg: Rj. 1913: Umlagen 27 400 Mk.; Wohlfahrtslasten 960 Mk.; die Wohlfahrtslasten betrugen also 3,5 v. H. der Umlagen. — Rj. 1931: Umlagen 37 000 Mk, Sondersteuern 10 780 Mk., Reichssteuern 10 200 Mk., insgesamt 57 980 Mk.; Wohlfahrtslasten 46 800 Mk.; die Wohlfahrtslasten betragen also 80 v. H. der Umlagen. G a r b e n t e i ch: Rj. 1913: Umlagen 13 500 Mk.; Wohlfahrtslasten 170 Mk.; die Wohlfahrtslasten be- trugen also 1,26 o. H. der Umlagen. — Rj. 1931: Umlagen 19 700 Mark, Sondersteuern 4870 Mark, Reichssteuern 4400 Mark, insgesamt 28 970 Mark; Wohlfahrtslasten 16 400 Mk.; die Wohlfahrtslasten betragen also 56,6 v. H. der Umlagen. Treis a. d. L u m d a: Rj. 1913: Umlagen 14 600 Mark; Wohlfahrtslasten 250 Mk.; die Wohlfahrts- lasten betrugen also 1,7 o. H. der Umlagen. — Rj. 1931: Umlagen 10 000 Mk., Sondersteuern 2500 Mk., Reichssteuern 6400 Mk., insgesamt 18 900 Mk.; Wohlfahrtslasten 27 300 Mk.; die Wohlfahrtslasten übersteigen die Steuereinnahmen um 8200 Mark. Hausen: Rj. 1913: Umlagen 7000 Mk.; Wohl- fahrtslasten 100 Mk.; die Wohlfahrtslasten betrugen also 1,4 v. H. der Umlagen. — Rj. 1931: Umlagen 9400 Mk., Sondersteuern 900 Mk., Reichssteuern 2700 Mk., insgesamt 13 000 Mk.; Wohlfahrtslasten 8000 Mk.; die Wohlfahrtslasten betragen also 61,5 d. H. der Umlagen. Trohe: Rj. 1913: Umlagen 2500 Mk.; Wohl- fahrtslasten 40 Mk.; die Wohlfahrtslasten betrugen also 0,6 v. H. der Umlagen. — Rj. 1931: Umlagen 3050 Mk., Sondersteuern 800 Mk., Reichssteuern 1250 Mk., insgesamt 5100 Mk.; Wohlfahrtslasten 6500 Mk.; die Wohlfahrtslasten übersteigen die Steuereinnahmen um 1400 Mark. Oie einsamste Insel der Welt. Das Eiland der Gesunden. Hart am Todesrand ging diesmal die Fahrt vorbei, die die Besatzung des „Carlisle", bestimmt den Bewohnern der einsamsten Insel der Welt, Tristan da Cunha (im Südatlantischen Ozean), nach zweieinhalb Jahren vollkommener Abgeschlossenheit wieder Botschaft und Gaben unbekannter Freunde zu bringen, überstanden hat. Rach monatelangem Schweigen kommt jetzt die Kunde von ihrem glücklich vollführten Quiftrag. Eine Landung an der Küste der QuestBai war infolge der wildbewegten See unmöglich. Aber die Kühnheit der Bewohner des Eilands trotzte in leichtgebauten Booten dem entfesselten Element, und ihrem Wagemut gelang es, die ersehnten Gäste in Sandy Point, dem einzigen außerhalb der QuestBai noch in Frage kommenden Hasen an der vulkanischen Steilküste, glücklich auszuschiffen. Don hier galt es aber noch einen Marsch von 14 Kilometer zur Siedlung zurück- zulegen, der durch eine die Straße sperrende herabgestürzte Lawine beträchtlich erschwert wurde. Mit um so größerer Freude wurden die Ankömmlinge von den zurückgebliebenen Inselbewohnern begrüßt. Unter den Besuchern befand sich der anglikanische Bischof von St. Helena, zu dessen Kivchensprengel Tristan da Cunha gehört, zwei Aerzte und Zahnärzte aus Kapland, sowie einige Radio-Ingenieure, die die Bedingungen zur Errichtung einer drahtlosen Station auf dem Eiland untersuchten. Die Versuche fielen sehr befriedigend aus, man hörte deutlich alle europäischen Stationen, und so dürfte der seit Jahren gehegte Plan zur Errichtung einer meteorologischen Beobachtungsstelle auf der Insel nun vielleicht doch verwirklicht werden. Aeberraschend gut war der gesundheitliche Zustand, besonders die tadellose Beschaffenheit der Zähne der Änselbevöllerung. Dr. Moore, der Präsident der zahnärztlichen Vereinigung der Kap- kolonie, stellte bei 156 vorgenommenen Kiefer- untersuchungen fest, daß bei 131 kein hohler Zahn, keinerlei eitrige Entzündungen oder sonstige Zahnerkrankungen vorhanden waren. Der ältesteMann auf der Insel, der mehr als 70jährige Samuel Swain, wies ein tadelloses, vollständiges Gebiß auf. Diese Tatsache mußte für die Aerzte um so überraschender sein, als die Lebensgewohnheiten der Insulaner allen sonst für die Zahnhygiene unerläßlich scheinenden Grundsätzen zuwiderlaufen So kennen sie Zahnbürsten überhaupt nicht, und entgegen der Ansicht, daß zur Gesunderhaltung der Zähne ihre Hebung an harter Rahrung notwendig sei, besteht ihr Speisezettel fast nur aus Kartoffeln, Fischen, Milchspeisen und Eiern. Fleischkost bleibt ausschließlich den Feiertagen Vorbehalten. Auch kennen sie keine gemischte Küche, sondern nähren sich einen Tag nur von Kartoffeln ohne Salz, den nächsten bloß von Eiern, den dritten von Fischen. Diese spartanische Lebensweise hat sich ausgezeichnet bewährt, und die De- völkerungszahl ist in den letzten 25 Jahren von 66 auf 162 gestiegen, die fast alle auf Tristan da Cunha geboren sind. Obwohl die Ansiedler seit dem letzten Schiffsbesuch vor zweieinhalb Jahren ganz auf sich gestellt waren, haben sie {einerlei Mangel gelitten, da die Kartoffelernten und der Fischfang günstig waren. Auch fanden sie auf der Äachbarinsel etwa 5000 Pinguin E er jährlich und reichlich angetriebenes Holz. Wie glücklich sich die Bewohner, die eine große Familie bilden, in ihrer Einsamkeit fühlen, beweist die Tatsache, daß der Vorschlag der Regierung, sie in der Kap- kolonie anzusiedeln, auf entschiedene Ablehnung stieß. Ja selbst die Aussicht, daß in Zukunft die seltenen Besuche und Gaben vielleicht ausbleiben würden, konnte sie in ihrem Entschlüsse nicht wankend machen. Tom Rogers, ein 60jähriger Inselbewohner, der im Jahre 1930 von dem dänischen Kapitän Knut Andersen nach Kapland gebracht worden war, und jetzt mit der „Carlisle" wieder zurückkehrte, gab seiner durch Vergleich mit der Lebensweise auf dem Festland gewonnenen Ansicht mit den Worten Ausdruck: „Die Rahrung auf der Insel ist besser, sie erhält den Menschen geschmeidig. In der Stadt gibt es Lärm, Hast, schwere Kleidung und viele Gerichte. Man kann auf diese Weise nicht alt werden. E. D. Geschichten von Mark Twain. Aus bett Erinnerungen seiner Tochter. Mark Twain, der zunächst nur als ein genialer Spaßmacher vom amerikanischen Publikum aufgefaßt wurde, ist seitdem zu einer immer mächtigeren Gestalt aufgewachsen. Man hat hinter der lustigen Grimasse seines Humors die Größe seiner Weltanschauung entdeckt, und man hat erkannt, daß gerade seine humorvollen Schilderungen des amerikanischen Lebens, seine „Lausbuben".Dücher von Tom Sawyer und Huckleberrh Finn, zu den Meisterwerken der Weltliteratur gehören. Die Mark-Twain-Forschung hat in alle Tiefen und Abgründe dieses scheinbar so Hellen und glatten Lebens geleuchtet und uns seine Persönlichkeit in ihrer Güte und ihrer Schwäche näher gebracht. Seit dem grundlegenden Werk von Albert Dige- low Paine ist aber fein so wichtiger Beitrag zur Lebensgeschichte Mark Twains erschienen wie das Buch „Mein Vater: Mark Twain" von seiner Tochter Clara Clemens. Gewiß steht die Verfasserin ihrem Helden zu nahe, um ihn ganz objektiv zu werten, aber sie hat sich darum auch gar nicht bemüht, sondern schildert den Vater so, wie er sich ihr aus ihren Iugeirderinnerungen darstellt, als einen stets liebevollen und etwas zerstreuten Papa, der einen Brief vom Weihnachtsmann für seine drei kleinen Mädchen schreibt, stets in weißer Kleidung, die er so liebte, im Spiel mit feinen Katzen, leicht aufbrausend, doch bald wieder zärtlich, unbeschreiblich leichtgläubig und unkritisch, der aus allen seinen gesellschaftlichen Ün- glücksfällen durch seine Frau und später durch seine aufmerksame Tochter gerettet wird. Das ist Mark Twain, wie er leibt und lebt, stets zu einem Spaß bereit, über sich selbst lachmd und mit größter Begeisterung Geschichten verfassend, die dann vor dem Familiengericht in Grund und Boden zensiert werden. Cs ist, als wenn sich der Leser im Haushalt von Mr. Samuel Clemens befände und Mark Twain selbst chn in seine Werkstatt schauen ließe. Besonders aus den Driesen an seine Frau erfahren wir, wie schwer ihm häufig feine kurzen Geschichten wurden, die so leicht hingeschrieben erscheinen. „Ich versuche, eine Kurzgeschichte auszudenken", heißt es da z. B. „Ich habe den Schlußsatz bereits vollkommen fertig, und er ist gut und kräftig, aber ich habe noch nicht das Geringste von der übrigen Geschichte; ich weiß nicht, wo sie spielt, 7wch wovon sie handelt." Oder in einem andern Brief: „Gestern habe ich den ganzen Tag an einem Entwurf für eine Geschichte gearbeitet. Ich habe den ganzen Plan niedergeschrieben, zwei Seiten im Rotizbuch, und es war ein sehr befriedigendes Stück Tagesarbeit. Ich machte mich um 2 Ahr nachmittags daran und um 6.30 Ahr hatte ich 2500 Worte geschrieben. Ich las es mir durch und hatte kaum eine Verbesserung daran zu machen; es war ganz so, wie ich es wünschte, obwohl so schnell hin- geschrieben..." Mark Twain hatte die Gewohnheit, nach dem Frühstück in seinem Arbeitsraum zu verschwinden, der von dem übrigen Hause getrennt war, manchmal ein anderswo gemietetes Zimmer oder ein kleines Sommerhaus im Garten; von dort kehrte er erst am Abend zurück, wenn das Tagewerk vollbracht war. Mit Essen hielt er sich erst nicht lange auf, sondern nahm sich nur etwas Proviant mit. So schreibt er an feine Frau: „Ich nehme nur noch eine Mahlzeit am Tage und möchte auch diese aufgeben, wenn du es erlauben würdest. Sie bestcht aus vier Die Schicksalsverbundenheit des deutschen Volkes und die Gefährdung der Gemeinden erfordern dringend, daß eine Aenderung, die eine wirkliche Entlastung der Gemeinden bringt, umgehend erfolgt. Dabei ist sich der Kreistag klar darüber, daß diese Entlastung nicht so sehr durch den Staat, als durch das Reich geschehen muß. Die Zusammenfassung der Aufwendungen für die Wohlfahrtserwerbslosen und eine andere gerechtere Verteilung unter ftärffter Beteiligungdes Reichs kann nicht mehr umgangen werden. Sie ist dringend notwendig im Interesse der Lebensfähigkeit der deutschen Gemeinden und der Sicherstellung des Unterstützungsaufwands der Erwerbslosen. Der Kreistag des Kreises Gießen richtet an die hessische Staatsregierung und die deut- sche Reichsregierung den dringenden Appell, olles zu tun, um die Gemeinden vor dem Zusammenbruch zu bewahren." Freiwillige Sanitäiskolonne Lich. Nach langer Aussprache wird auf Antrag der Kreistagsabg. Schiefer st ein und Schön (Lich) der Freiwilligen Sanitätskolonne in L i ch angesichts ihrer Bedeutung für einen weiteren Umkreis und im Hinblick auf die Ausgaben für die Anschaffung eines Krankentransportautos eine Kreisbeihilfe von 100 Mark bewilligt, die aus dem Reservefonds gedeckt werden- soll. Innere Mission und Krüppelfürsorge. Einem Antrag des Abg. S ch u d t (Gießen) entsprechend wurden die im neuen Voranschlag gestrichenen Sonderbeiträge an den Hesst Landesoer- ein für Innere Mission (150 Mark) und an den Hess. Fürsorgeverein für Krüppel (200 Mark) gegen die Stimme des Kommunisten bewilligt. Deckung aus dem Reservefonds. Ablehnung des Boranschags durch Landbund und KPO. In der Gesamtabstimmung lehnten die Fraktion des Landbundes und der Kommu - n ist den Voranschlag ab, der gegen 11 Stimmen dieser Opposition angenommen wurde. Der Voranschlag schließt in Einnahme und Ausgabe mit 858 748 Mark ab. Der Sonderooranschlag des Kreis- fürforgeamtes und des Jugendamtes erfordert in Ausgabe 371 220 Mark, in Einnahme bringt er 146 084 Mark, mithin war ein Fehlbettag von 225 136 Mark durch Bewilligung zu decken. Kreistagsabg. Klein (Klein-Linden) ersuchte im Namen der Landbund-Fraktion den Kreisausschuß, er möge prüfen, ob die Ausschlagsätze für die Kreisum lagen nicht noch um 10 Prozent gesenkt werden können. Die Beibehaltung der vor- lährigen Ausschlagsätze, die eine Erleichterung der Last der Steuerzahler verhindere, sei für den Landbund der Grund zur Etatablehnung gewesen. Oberregierungsrat Ritztzl bemerkte, die Aus- schlagssätze seien für das Rj. 1932 noch einmal in der vorjährigen Höhe angenommen worden, weil eine Neuordnung unter Zugrundelegung der gesetz- lich vorgeschriebenen Einheitsbewertung jetzt noch nicht möglich sei, da die Finanzämter mit den entsprechenden Vorarbeiten noch lange, vielleicht vor Herbst, nicht fertig wären und deswegen auf Antrag der hessischen Regierung vom Reichsfinanzminister für das Rj. 1932 noch einmal der bisherige Modus zugelassen worden sei. Der Kreisausschuß wurde ermächtigt, die Verteilung der Ausschlagsätze in der gleichen Weise wie seither vorzunehmen dergestalt daß eine Mehrbelastung von Land und Stadt nicht stattfindet. Zum Schluß wurde noch einer kleineren Neuordnung der Kreis-Hunde st euer zugestimmt. Daten für Montag, 11. April. Sonnenaufgang 5.40 Uhr, Sonnenuntergang 19.13 Uhr. — Mondaufgang 7.29 Uhr, Monduntergang 0.33 Uhr. 1806: der Dichter Anastasius Grün (Anton Alexan- der Graf von Auersperg) in Laibach geboren; — 1825: der Sozialist Ferdinand Lassalle in Breslau geboren; — 1921: Kaiserin Augusta Viktoria in Haus Doorn in Holland gestorben. gekochten Eiern und Kaffee. Ich nehme eine Menge Salz und streue schwarzen Pfeffer darauf, bis die Eier ganz schmutzig sind; dann geben sie Feuer und Energie und schmecken nach cttoaS.“ Mark Twains unglücklichste Zeiten sind, abgesehen von denen, die durch den Tod geliebter Menschen überschattet wurden, diejenigen, in denen der Gelderwerb ihm keine 'Zeit ließ, seinen Gedanken und Entwürfen nachzuhängen. Er (lebte es, hoch bezahlt zu werden, und . zeigte voll Stolz einen großen Scheck an der Frühstückstnsel herum. Aber er war stets bereit,'fein Geld für "irgendeinen phantastischen Plan hinzugeben, und haßte im Grunde das Geld als den Bringer alles Aebels. Er liebte seine Arbeit um der Arbeit willen und schreibt einmal: „Arbeit ist die lieblichste Erholung in dieser Welt, und wem die Natur die Gabe verliehen hat, sie zu lieben, der ist gefeit gegen Sorge und Kummer." Aus unzähligen Zügen dieses Buches seiner Tochter leuchtet uns die Philosophie Mark Twains entgegen, die zwar die Menschen verachtete, aber die Menschheit liebte, die das Wort von der besten aller möglichen Wellen zurückwies, aber das Leben liebte und unermüdlich strebte, es zu verbessern. Wenn ein störrischer Esel ihn über seinen Kopf hinüber abwarf, dann sagte er, er wäre „dem Esel mehr verbunden denn je zuvor, weil er seinen Racheakt mit so viel Heiterkell und Anmut ausgeführt und dadurch bewiesen habe, daß das Tier übermenschlich sei." Pries er damit den Esel oder kritisierte er damit den Menschen? Es gibt vielleicht keine bezeichnendere Geschichte unter den unzähligen Mark-Twain-Anek- doten als den Bericht von der ehrwürdigen alten Same, die beim Abschied zu ihm sagte: „Wie muß Gott Sie lieben!" Worauf der Dichter erwiderte: „Ich hoffe es", aber als er die Tür hinter ihr geschlossen hatte, mit einem listi- gen Zwinkern seiner Augen hinzusehte: „Ich vermute, daß sie nichts von unfern gespannten Beziehungen gehört hat." Sochschulnachnchten. Professor Dr Helmut Rühl, der mit Beginn des Sommersemesters 1932 den neu errichteten Lehrstuhl für deutsches Bürgerliches Recht in Göttingen übernehmen sollte, ist in Paris g e- storben. Don seinen Schriften nennen wir als Hauptwerk „Eigentumsvorbehalt und Abzahlungsgeschäft", ferner: „Einschränkung oder Verbesserung deS Zeugenbeweises?" und „Reformbestrebungen auf dem ©ejbiet des zivilprozessualen Deweisver- fahrens". Dr.Thompson’s A {eipzigerVerein Barmenia Pflüge aller Art Londorf, den 10. April 1932. 2844 D 804 Brot 4 Pfund Roggen- 70 4 Brot Das Zeichen des großen Zusammenschlusses Seit mehr als 50 Jahren hat Schwanpulver sich in Millionen Saus- Haltungen als zuverlässiger Belfer bewährt. Schwanpulver ist seitdem nach verfeinert und vervollkommnet worden, sein Preis ist den heutigen Verhältnissen angepaszt. Seifenpulver „Marke Schwan verwenden» Die Beerdigung findet Dienstag, den 12. d. M., nachm. 2% Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt Von Beileidsbesuchen bittet man absehen zu wollen. __________2833D lag, 11. AM /Sonnenuntergang 19.13 >9 Uhr, !D?onbunlergang us ®rün Mo« Sliejan« in Laibach geboten; - and Lassalle in Breslau Augusta Wioria in Haus assee. Ich nehm eine htoarzen Psesser daraus, uhig sind; dann geben ld fdjmeden nach etwas. Me Zeiten sind, abge* \ urch den Tod gesiebter ourden, diejenigen, tn m leine Zeit M l«j® , nachzuhängen. 8 Me en, und jeifltfctoW - # r- 4 N-IN Nil. Kartoffelfurchenzieher (Marköre) Hack- und Häufelpflüge in weltbekannter Güte! Um zahlreiche Beteiligung bittet Der Vorstand. ________2 39 D Gießen (Bahnhofstraße 73), Darmstadt, Vallejo ((Kalifornien), den 9. April 1932. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unser teuren Entschlafenen so wie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Bühler am Grabe und für die Kranz- und Blumenspenden sagen aufrichtigen Dank August Pfeiff, Polizeidiener nebst Angehörigen. Serstu pulver Brot- Abschlag! 4 Pfund gemischtes Am 9. April verschied plötzlich und unerwartet unser lieber Seniorchef Herr Wilhelm Amend Sein Andenken werden wir stets in Ehren bewahren. Die Angestellten des Cafä Amend. ___________02259 Dorum zur Wöfdje, zum Scheuem u. Reinemachen nur Dr. Thompson’s Seifenpulver „(Parke Schwan" *AMz Vas grotze Doppelpahet 44 Pfennig Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Hinscheiden unsres Ehrenvorsitzenden Herrn Julius Bräutigam in Kenntnis zu setzen. Der Entschlafene, der uns als Mensch mit seinem lauteren Charakter als ehemaliger Vorsitzender stets ein Vorbild treuester Pflichterfüllung war, wird bei uns unvergessen bleiben. Männer-Badeverein 1836 e. V. 2836 D 4 Pfd. Roggenbrot (ertrafräftiß) 68 4 4 Pfund Kornschrot- brot,KommihV54 Bäckerei Witter Xel.33083Qbt (02255 Oriünal „M“ }»-2w 3! Bekannte Nahrungsmittelfabrik sucht 1 Mr Ihre zugkräftigen Spezlalarttkel der Fettwaren-Branche t*eriösen, gut eingeftihrten VERTRETER f. d. Bezirk Gießen. Herren, die geeignete Lagerrlnme l zur Vertagung haben sowie Zustellnngsmögllchkeit, werden k bevorzugt. SchriftL Angebote u. 2754V an den Gieß. Anz. Normalpaket 24 Pfennig ?.?***’> 2 ■r ä-j* “‘äuÄHßidj) unq fürJ nne in ‘^PortQuK^bie f* * ed®fi I ■ Dienstag, den 12. April 1932, nachmit- tags 2 Uhr, sollen im „Löwen", Neuen- I weg 28, dahier, bzw. an Ort und Stelle | (Bekanntgabe erfolgt im versteigern ngs- lokal) zwangsweise gegen sofortige Barzahlung versteigert werden: 1 Kassenjchrank, Schreibtische, Schuhe aller Art, Bücherschränke, 1 ©rammo-l phon mit Platten, 1 Glasschrank, Büfetts, Schirme, Stosse, Schreibmaschinen, 1 Schreibsekretär, 1 Aktenrollschrank, Warenschränke, Standuhren, Wanduhren, 1 Soiegelschrank, 1 Kommode/ 1 Rotomaschine, Ferngläser, 1 Zielfern- rohr, 1 Goniometer, Drehstühle, 1 Leit- pindelbank, 1 Chaiselongue, 1 Instrument, Tapetenkleber, 1 Mikroskop, 1 Nivellierinstrument, 1 Motor, Sessel, 1 Kredenz, 1 Sofa, 1 komb. cherd, 1 La- dcneinrichtung, 1 Eisschrank, 1 Badewanne. 2827D Hebbel, Gerichtsvollzieher in Gießen Wilhclmstraße ö II — Telephon 4039 BF Zu Sack-Pflügen "W nur »r* Original-Teile “W Gesenkte Preise Hauptvertretung Oj. 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Äfa 18 B ■ den denn und Ä chlich MX Den- 2ll> chled -u Aich- %?*?*%* die L“ Lühl. " W 932 Aecht " S.M Maschinenfabrik Lieh Fernruf 317 2837 A ___ KriegervereinGießen itezmBfliäji Am Samstag, dem 9. April, verschied UN -MX fer lieber Kamerad Wilhelm Amend Die Leerdigung findet am Dienstag, 12. April, nachm. 21/, llhr, auf dem Neuen Friedhof statt, £fm zahlreiche Letetligung wird gebeten. Oer Vorstand. 2834 D ___________ - Die Beerdigung unseres lieben Kameraden L Wilhelm Amend I* ju findet am Dienstag, dem 12. April, y nachmittags 27» Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt ^ppelsüksorg, Wutn SßoSi*? ertb ’ ben Ä8 '41~® b«'»i>sch«gj und KPD S-'Ä- "hwe und Husoflb mJ 9Än f5 erforbert in r e,nna^e bringt er ein Fehlbetrag Don mau decken. 8 lem-ßinben) ersuchte im l0n bei Kreisausschuß M um 10 Prozent Beibehaltung der dop tme Erleichterung der s'bere, sei für den Land- Ahnung gewesen. U bemerlte, die Au;, ■^i' 1932 noch einmal genommen worden, weil grundelcgung der gesetz. nheitsbewertung dn die Finanzämter mit iten noch lange, vielleicht Iren und deswegen aus ning. vom Reichzsinanz- och einmal der bisherige ei. wurde ermächtigt, de sschlagsätze in ie -4 von Land Md Stadt einer kleineren Neuoid« e (teuer zugessimmt. ■ I Statt Karten. Heute nacht 3 Uhr wurde unser lieber, guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Wilhelm Amend im 67. Lebensjahre unerwartet infolge eines Herzschlages von uns genommen. In tiefer Trauer: Willi Amend und Frau Maria, geb. Barte Fritz Heger und Frau Else, geb. Amend Willi Dieffenbach und Frau Berta, geb. Amend und 5 Enkelkinder. Jo klang ein alter Schlager. Das war die Zeit der achtziger Jahre, die Zeit der Droschke und der Sonntags ■ Promenade. Da brachte ich meine echte Orient * Cigarette „Königin von Saba' in den Handel. Gewiß, damals gab es noch keine Anzeigen wie diese hier zur Empfehlung einer Ware; aber etwas Gutes wurde trotzdem schnell von Mund zu Mund bekannt. Einer meiner ersten treuen Kunden, der nachmals in seiner diplomatischen Laufbahn so berühmt gewordene Herr v.M. ... meinte damals:Sie wird uns alle überdauern. Er hat Recht behalten. Sie lebt, heute mehr als Je: die echte Lichtspielhaus Gießen HEUTE MONTAG PREMIERE des mit großer Spannung erwarteten Tonfilms nach Christa Winsloes Bühnen-Scbauspiel »Gestern und heute« 2832 c 500 Mk Pressebegeisterung auf der ganzen Linie Hauptrollen: Hertha Thiele / Dorothea Wiecfc / Emilia Unda / Ellen Schranneke Erstklassiges Beigrogramm / Ufa^Ton-Woche Alle Zeitungen — in Berlin, Frankfurt, München, Breslau, Köln, im In- u. Ausland — Alle Zeitungen aller Richtungen haben »Mädchen in Uniform« einheitlich anerkannt und begeistert begrüßt 24. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Sein oder Nichtsein Vereine in der Neuen Aula: 2824 D Nach dem dritten Vortrag freie Aussprache für alle Parteien in der Schukstraße. Eintritt BH. 0,50 pro Vortrag 2838D Mittelstandsvereinlgung Gieflen llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Schulbücher für alle Lehranstalten Bausparkaffe sucht Memme gesucht. 02248 bleiben Wir weisen besofl* ders darauf hin, da& alle Geschäfte ohm Ausnahme geöffnet Nur Mei tiefrote Flecken auf den Wangen zeigten die gehabte Erregung. 2. Montag, den 18. April, 8.15 Uhr abends Der Geist des neuen Staates Kulturpolitik | Mietgesuche | 5-Zimmer- Wohnung z. l.Juli od.l.Juni von rub. Beamtenfamilie gesucht. Schrift!. Singebote u.2830V a.d.G.A. Berlin, als Austakt heute lehr s sind Geruch! düng der rung verbi dah dem i .buirit d sei. Mr bi Dolksdienl aus frei Volksdien teiligt ge bisheri Volksdien! gierung k hische Lan auch i e ö ( Aenderung der motgic 1. Donnerstag, den 14. April, 8.16 Uhr ab en de Wirtschaftskrise und Sozialismus Innenpol. Er starrte sie groß an. Sie empfand beinahe Angst vor ihm. „Ich muß jetzt heim!" sagte sie unsicher. „Laß es dir gut gehen, Dieter! — Du kannst ruhig auf Recklinhausen bleiben. Ich werde die nächsten Monate sehr wenig hier sein. Und bis ich dann wiederkomme--" „Du willst dich verloben?" bemerkte er heiser. „Möglich!" „Mit Doktor Wander?" „Vielleicht!" Seine Gestalt wuchs drohend vor ihr auf. „Und mich glaubst du so leichten Kaufes loszu- kriegen?" zitterte seine Stimme. „Du täuscht dich, Suse! Ich habe dich gewarnt. Erinnere dich an meine Antwort, als du mich fragtest, was sein würde, wenn du mir eines Tages den Abschied geben wolltest. — Der Fluß ist noch immer da!" Er hatte sie am Arm gefaßt und drängte sie dem Ufer zu. „Ich gehe nicht allein, habe ich dir damals geschworen! — Dieser Schwur hat auch noch heute Geltung! Begreifst du?" „Ja!" sagte sie trotzig. „Aber du hast kein Recht mehr, dich als meinen Richter aufzuspielen. Ich trage keinerlei Schuld, daß es so gekommen ist. Nur du allein bist dafür verantwortlich." Seine Hände gaben sie langsam frei. Er deckte sie für Sekunden über die schmerzenden Augen und darm über den verzerrten Mund, daß das Stöhnen, welches iljm in der Kehle saß, nicht über die Lippen kam. „Ich habe dich wie mein Heiligstes verehrt--und du mißgönnst einem Kinde das Leben!" „Ich mißgönne es ihm nicht", sprach sie ruhig. „Jedenfalls ist es das beste, wenn du es zu dir nimmst. Es muß ja nicht gerade hier sein. Das ist deine Pflicht, über die du nicht hinaus kannst, noch dazu, nachdem auch seine Mutter tot ist." Er suchte einen Augenblick Ordnung in das Chaos seiner Gedanken zu bringen und raffte sich wieder zu einer Frage auf. „Wer hat dir von allem gesprochen?" Sie wurde etwas verlegen und zuckte nur die Schulter. „Das ist ja schließlich Nebensache. Ich habe es eben erfahren. Bon wem, das ist doch gleichgültig. Da du es nicht leugnest, hat wohl alles seine Richtigkeit." 3. Donnerstag, den 21. April, 8.15 Uhr abends Europa und Deutschland Außenpolitik Mittwoch,l3.Avri! abends 81/» Uhr, .^diMbenburg".®^ Bezirksvertreter geg.Höchstvrvvision. — Erfolgreiche fachkundige u. seriöse Herren wenden sich an Dictoria - Bausparkasse Aktien-Gesellschaft, Köln, Salierring 29 Pfeiffersche Schulbuchhandlung Walltorstraße 21 Fernruf 3342 Goethe-Bund Am 100. Geburtstage Wilhelm Buschs, am Freitag, 15. April 1932, abends 8 Uhr, für kurze Zeit 6c: hohen Zinsen gegen doppelte Sicheryen gesucht.Schr.Ang.u. 82249 a. d. Gß. A. Stadttheater Gießen 28051 Dienstag, 12.2lpr! 19.45 b. g. 22,8) 26. Vorstellung in Dienstag-Abomi Gewöhnliche Prob Liebelei Schauspiel in 3 Ak. von A. Schnitzler Vorher: Der verwandcltl Komödiant. Ein Spiel aus den deutschen Rokoko Stefan Zweig. WiHiDM-ttDUw 100 Jahre Wilhelm Busch mit dem hervorragenden Busch Sprecher Hans Balzer Eintrittskarten (sämtlich numeriert) in der MusikalienhandlungChallier, für Bundes- Mitglieder bis zu 2 Stück frei gegen Gutschein Nr. 6 aus dem blauen Gutscheinheft; für Verbandsmitglieder zu 70 Pf. geg. Gutschein Nr. 6 aus dem Gutscheinnett des Goethe-Bundes: für Nicbtmitglieder zu 1.50 Mk. Schülerkarten zu 50 Pf., Studentenkarten zu 70 Pf. gegen Ausweis bei Sekretär Ritter, Universitätsgebäude. 5STT.V Dienstag, 12. Apri, Monatamnii* | im „Augustiner' Wir bitten um w Beteiligung. 2835 o Ter Vorstart F* «.späte Satiofleli alle ertragreichen gelbfleischigen Sorten aus nordostdeutschem Sandboden Speise-Kartoffeln Industrie, handverlesen Torf streu u.Torfmull aus feinstem Moostorf 2841 D wesentliche Preissenkung. Waggon frei und Stückgut jeder Bahnstation, frei Verwendungsstelle und ab Lager Walltorstraße 48 H. Sauer & Co. Fehlt Ihnen die kaufmännische Bildung? 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Kjschen Wad Preuhischeu S »esamt Ü des Pre gegangen, v werden und > Abstimmsche'n Entscheidung schuh, der i (eiter» am k° Irr Landesw hie von den le- Die 18 List zeigen die g sich schon wählen der hoben auch du derheit m reicht! doch i ‘ höhten Wahlc tergruppen 2 Mandates ha her übrigen - Landesaussch hauvtzug Ke der( hscrü Vorträge zur politischen Lage von Professor Horaetter im Cafe Leib Die Möglichkeit einer längeren Abwesenheit von Recklinhausen, mit der Suse gerechnet hatte, war ihr vereitelt worden. Die Mutter wurde im Zeiträume von vierundzwanzig Stunden von einer schweren ^.Grippe befallen und lag fiebernd zu Bett. Gradnitz kam jeden Abend mit dem Wagen von Groß-Steinach herüber und konnte sich in der Sorge um die geliebte Frau nicht genug tun. Suse, die noch nie einen Kranken gepflegt hatte, fürchtete sich vor den Nächten, in denen sie mit der Fiebernden allein war. Man hatte erst an eine Krankenschwester gedacht, ober Suse hatte entschieden abgelehnt. Margret kam, und es war das erstemal, daß die Jüngste eine gewisse Hochachtung vor dem Wissen und Können derAelteren empfand. Die Frage, wie es Doktor Wander gehe, lag ihr auf der Zunge. Aber sie wagte die Aeltere nicht zu bitten, ihr Auskunft zu geben. Einmal nur war dessen Name erwähnt worden, da hatte die junge Aerztin ein so undifinierbares Lächeln um den Mund gehabt, daß Suse sich gründlich darüber geärgert hatte. Wenn Lenore kam, würde sie schon etwas über ihn erfahren. Ihre Tage waren jetzt reichlich ausgefüllt. Was sonst die Mutter erledigt hatte, verblieb ihr zu tun. Bald gab es über dieses, bald über jenes Anordnungen zu treffen und einen Entschluß zu fassen. Nie war es Malnow selbst, der zu fragen kam. Immer suchte er eine Mittelsperson, die ihm ihre Antwort überbringen mußte. Um so mehr erschrak sie, als es eines Abends an das Arbeitszimmer der Mutter klopfte und Dieter Malnow im Türrahmen erschien. Sie hob sich aus dem Stuhl und ging ihm zwei Schritte entgegen. „Ist etwas passiert, Dieter?" „Nichts", sagte er ruhig. „Ich bin nur gekommen, um meine Entlassung zu erbitten." „Du bist krank?" Es war ihr unmöglich, zu verhüten, daß ihre Stimme zitterte. Sie hatte ihn seit zwei Wochen nicht mehr gesehen, nun stand er vor ihr wie ein Schwindsüchtiger. Die Backenknochen sprangen vor, duntte Ränder zogen sich unter den Augen hin. „Warum willst du denn — — ich — —" Sie war außerstande, fertig zu sprechen. Mit fahrigen Händen zeigte sie nach dem Stuhl, der neben ihrem Schreibtisch stand. Er sah es gar nicht und hielt die Finger um die Krempe seines Hutes gelegt. „Ich wollte Sie MnWtOmttM Roman von 3- Schneider-Foerstl. Urheber-Rechtsschutz: Verlag 0. Meister, Werdau. spottbillig zu verkaufen. [02257 Alicenstraße 29 H. | Empfehlungen | Anerkannte [02256 nototOeilminel u.Kräuter in Saft-, Tee-u.Pulverform. Sie wirk.äuß.giinst. auf Verbess. d. Blutes u. d.Nervensyst. Kriteute rh aus nur bitten, Fräulein von Recklinhausen, mein St» suchen Ihrer Frau Mutter zu unterbreiten. Och selbst--“ „Dieter!" unterbrach sie ihn verzweifelt. „Dir sind doch ganz in Frieden auseinandergegangen!" „Gewiß, gnädiges Fräulein! Ganz in Frieden, Sie haben seinerzeit an meine Ehre appelliert daß ich aus dem, was einmal zwischen uns wor keinen Vorteil zu schlagen suche. Sie sehen, das, ich Ihren Wunsch bis ins Kleinste respektiere, Wann darf ich hoffen, den Bescheid Ihrer Frau Mutter übermittelt zu bekommen?" „Tie Mama wird sich fürchterlich aufregen!" sagte sie vorwurfsvoll. „Warum willst du nich, bleiben?" Sie biß sich auf die Lippen und war ratlos, weil sie das „Du" nicht vermeiden konnte. „Sobald die Mutter gesund ist, reise ich weg. Dann bin ich dir aus den Augen." „Das ist durchaus nicht nötig, gnädiges Frau, lein. Es ist auf der ganzen Welt üblich, daß -a wo sich Differenzen ergeben, immer der Kriech, zu weichen hat, niemals der Herr!" „Dieter, ich wußte nicht, daß du so maßlos grausam sein könntest." Das Weinen war jh, nahe, und gleichzeitig ergriff sie ein ungeheurer Zorn gegen ihn, der ihr alles ruhige Heberlegen nahm. „Du darfst nicht glauben", nun hatte |U wieder das „Du" gebraucht, „daß solch ein Posten wie du ihn hier innegehabt hast, einem jeden Tag auf dem Tablett dghergebracht wird." Mein Gott, wie ich mich ausdrücke, dachte sie entsetzt. Lenore würde sich schämen, wenn sie es hörte. Da drang seine Stimme schon wieder in hei- serem Versagen zu ihr herüber:. „Es wäre zuvi?! an Güte verschwendet, wenn Sie sich um meine Zukunft sorgen wollten, gnädiges Fräulein. wird wohl immer wieder jemand geben, der einem Arbeitswilligen Unterschlupf gewährt. — Wen,; nicht — — Gott, schließlich ist das Leben noch lange nicht das Kostbarste, das man zu bet- lieren hat." „Dieter!" Der letzte Rest von Fassung drohte sie zu verlassen. „Tu bist nur deshalb gefommen, mich zu quälen", weinte sie. „Dann geh' eben, wenn du glaubst, daß es anderswo besser ist. Du wirst schon sehen, an wieviele Türen du klopfen mußt, bis dir wieder eine Verwalterstelle angeboten wird." „Ich bin auch hier nur Knecht gewesen!" entgegnete er ruhig. „Und ich hoffe, gnädiges Fräulein, daß ich wenigstens das Zeugnis ausgestell, bekomme, daß ich meine Pflicht getan und da- Menschenmöglichste geleistet habe. (Fortsetzung folgt.) „So schlecht bin ich noch nicht!" erwiderte er tonlos, „daß ich das Wesen verleugne, in welchem das gleiche Blut fließt, wie in mir selbst!" Jetzt war es beinahe Mitleid, das sie für ihn empfand. Es war so, wie Lenore sagte, er war doch ein guter Mensch. „Sei mir nicht böse, Dieter!" bat sie in einem Anfluge von Weichheit und aus dem Rest übergroßer Liebe heraus, den sie noch immer für ihn fühlte. Er hielt beide Hände vor das Gesicht gedrückt. Trotzdem vernahm sie sein krampfhaft verhaltenes Schluchzen, das ihr an allen Nerven riß. „Dieter!" stammelte sie und legte die Hand auf seinen Arm. Als seine Finger herabglitten, waren sie nah von Tränen. Für eine Sekunde lehnte sie den Kopf gegen seine Schulter und bot ihm die blühenden Lippen. Er schob sie von sich und wandte sich wortlos ob. Verletzt kniff sie den Mund zusammen und ging mit raschen Schritten den Hang hinauf, dem Hause zu. Als sie zurücksah, stand er noch immer an der gleichen Stelle, das Gesicht dem Wasser zugekehrt. Auf ein so friedliches Auseinandergehen hatte sie nicht zu hoffen gewagt. Nun war alles ohne besondere Szenen vorübergegangen. Daß er nicht einen Augenblick ju leugnen versucht hatte, buchte sie nur zu seinen Gunsten. Ein anderer würde sich wahrscheinlich bis zur Hartnäckigkeit verteidigt haben. Er hatte ohne weiteres bekannt, daß er bereute, was gewesen war. Tos war eigentlich schön und mannhaft von ihm und bewahrte ihm ein freundliches Erinnern bei ihr. Noch einmal wandte sie den Kopf zurück, erschrak, als sie ihn nicht mehr erblickte und atmete auf, als sie ihn auf einem Weidenstumpf sitzen sah. Er hatte die Arme zwischen den Knien hängen und den Kopf über das Wasser geneigt. Ich werde Wander nie so über alles lieben können, wie ihn, dachte sie, von einem Gefühl der Verzweiflung erfaßt. Eine leise Stimme mahnte sie, zurückzulaufen, den Kopf an seine Knie zu schmiegen und ihn zu trösten: „Es ist wieder alles gut, mein DieterI Ich komme ja doch nicht weg von dir. Ich will, wenn es sein muß, auch das Kind um mich dulden, weil es doch das deine ist. Und ich will versuchen, es zu lieben, wie ich dich liebe!" Sie hielt bereits im Gehen inne. Da sah sie Doktor Wander mit Lenore vom Garten nach den Wiesen herabkommen. Tie Minute reuevoller Selbsteinkehr war vorüber. Mit fliegendem Haar und hastig atmenden Lungen stand sie gleich darauf vor den beiden und ging mit ihnen nach dem Gute zurück. Wohnung gesucht möglichst sofort,von kinderlos. Ehepaar, 3—5 Zimmer. Schr. Aiigeb. m. genauen Angaben u. 283ID an den Gieß. Anz. Berufstätige Borne sucht l od.2 sonnige, ruhige, hübsch möbl. 3immet in guter Lage. Schr. Ang. m. gen. Preisangabe unter 02260 an den Gieß. Anz. Japan. Offizier sucht ZiHitZine in der Nähe der Kaserne. Schr. Ang. u.02242a.d.G.Anz. MMten km 15 Pf. Telephon 3219. omm Heinrich Matt. |Verschiedenes| Ausländer meßt MMhte Schriftl. Ang. mit. 02243 an d. G. A. Gartenanieil im Nord., an kl Fam. Schrift!. Ang. mit. 02250 a. d. G. A. Kinderlos. Ehepaar lmittl.Beamtelsucht zurnl.Maiod.fpät., je nach Zubehör 3-5-Zimni.Wn. mit Bad, Zentral- hei;. und Balkon erwünscht. Irn Kreien und Anlagen bevorzugt. Schr. Ang. u. 02262 a. d.Gß.Anz. iiiinniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiD Gesucht M. Cohen mit 3-Zim.-Wohn., Küche u.Lagerraurn in grüß. 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