llr. 35 Erster Blati Donnerstag, 1 .§ebruar (932 182. Jahrgang GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvik enö Verlag: Vrühl'sche Uitveißtütr-Vuch' hhö Stetnöruderei k. Lange in Sieget. Sdjrlftleitnng und Geschästrstelle: S^nfWraM 7. Grandi fordert Durchführung des Abrüstungsversprechens Zapan und Polen im smnMchen Fahmaffer Lebhaster Beifall für Grandi Deutsch-italienische Zusammenarbeit in Genf. den nnv -82 ist, als fjlnter- Länder n der Atcdaktion. • 16 bis 1? Uhr Samtim Angrisjümillel des ch e - baf leriologif djen Mrl; Aus allen Gebielen: 1. Abschafsung der mischen und Kriege, jeder rüstens, das um so beängstigender man diese Erscheinung bei dem düsteren gründ der Wirtschaftskrise, die alle ersah! hat. belrachlel. zur Verhütung des Kriege» erstreben. E» war also nicht eine verpslichlung, die eine Slaalcngruppe gegenüber einer anderen Gruppe übernommen Hal. L» war eine allgemeine verpslichlung eine» jeden von un» gegenüber ollen anderen. 3n den Friedensoerträgen hat man für Deutschland und seine ehemaligen Verbündeten veschränkungen geschossen, die dem Gedanken entsprachen, den Streitkräften dieser Staaten diejenigen Kriegrmiltel zu entziehen, die einen out- gesprochenen Angrissscharokter hoben und die» gerade im Hinblick aus eine inlernationole Organisierung des 2. Revision der internationalen Abkommen zue Sicherung eines vollständigeren und wirksameren Schahe» der Zivilbevölkerung. 3m einzelnen führte Grandi au6: GS gibt zwei Wege, die nach meiner Auffassung zu nichts führen können: Der eine ist der Weg der Abrüstungsdemagogie, der andere der Weg der A b r ü st u n g s s o P h i st i k. Unsere Arbeit muh sich aus die Rotwendigkeit gründen, daS Abrüstungsproblem in praktischer Weise zu lösen und uns nach den internationalen Verpflichtungen zu richten, die wir eingegangen sind. Diese Verpflichtungen sind p o f i t i v und klar. Sie sind im Teil V der Friedensoerträge, in den Statuten des Völkerbundes und im Pro- lokoll von Locarno in einer Form niedergelegl. die weder Zögern noch vngewihheil zulaffen. Die Fortsetzung der unfruchtbaren Aussprache über da» Verhältnis zwischen Abrüstung und Sicherheit würde bedeuten, doh wir in den Fehler verfallen. den ich die A b r ü st u n g » s o p h i st i k genannt habe. Die Tatsache zeigt uns, doh es ohne Abrüstung keine Sicherheit geben kann Wir befinden uns auf der schiefen Ebene eines neuen wett- Annahme Anzeigen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis flr I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspsenniq; für Reklameanzeigen von 70 mm ‘Breite 35 Reichspfennig. Playvorfchrist 20’ , mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wild. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Rr. Wilh. Gange; für ireuiUeton Dr H.Ibyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für de» Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in tbiehen Genf, 10. Sehr. (WTB.) Auf der heutigen öit- zung der AbrüstungSkonseren^ nahm der Italic, nifche Außenminister Grandi das Wort zu einer überaus bemerkenswerten Darstellung der Aul. sofsung seines Landes über die AbrüstungSfrage. RIEBßOOccm ,.,,RMl68b sitzen RM198J.- .) .. RM 2195.- . RM 2505.- Friedens, die der Völkerbund verwirklichen sollte. Zum Schluß iciner Rede wies Grandi darauf hin, daß die schwersten Opfer,tn_b er A b - r ü ft u n g von den st ö r k st e 'n Staaten verlangt werden muhten; aber das sei nur gerecht. Die am stärksten bewaffneten Staaten hätten am w e n i g ft e n z u fürchten und muhten mit gutem Beispiel voran gehen. Sie mühten zuerst auf die Waffen verzichten, die wesentlich für einen Angriffskrieg bestimmt seien. Rach Abfchassung dieser Kriegsmittel werde man leichter und rascher zu einem Abkommen über Verminderung und quantitative, Begrenzung der anderen Rüstungen gelangen. Wie der deutsche Reichskanzler gestern so richtig erklärt bat, hängt der praktische Wert der Abkommen und der zwischen den Völkern aus- getauschtcn Erklärungen über die Ausrechterhaltung des Friedens von den Ergebnissen der gegenwärtigen Konferenz ab. Grandi wendet sich entschieden gegen die Aufrechterhaltung eines Zustandes, den er das Regime deS A ü - stungsübergcwichtcS nannte. Jedes militärische älebergewicht sei zwangsläufig dazu bestimmt. aus die Gefomtheit der internationalen Beziehungen seinen Druck fühlbar werden zu lassen. und es wäre müstig. zu hoffen, daß es diesen Druck immer im Dienste der Gerechtigkeit ausüben werde. ES handele sich für die Konferenz jetzt darum, de in Rechte mehr Macht und nicht der Macht mehr Recht zu geben. Sie kennen die beiden Hauptpunkte, die der Regierungschef meines Landes für die italienische Haltung in dieser Hinsicht ausgestellt^ hat: Die Gleich berechtigung aller Staaten und Ausgleich der Streitkräfte auf dem niedrig st en Niveau. Die Friedensoerträge bestimmen unzweideutig, doh die militärischen Verpflichtungen, die gereifte Staaten übernommen haben, den Anfang einer allgemeinen Abrüstung barfteUen. Diese Bestimmungen sollten nicht für blefe Staaten den Zustand dauernder Unterlegenheit schassen, sondern sie stellten, rote es der Präsiden: der Friedenskonferenz feierlich erklärt hat, den ersten Schritt zu jenerpllgemeinen Herabsetzung und Begrenzung der R ü st u n gen dar. die die alliierten und assoziierten Mächte als eines der besten Mittet ^Prodjen ih JüiÄiSs 1‘- )ER 1000 ccm sitzen RM 2795.- ...RM2195.- e).. RM2795.- ppelteLeistung er Strafe 7 bisher gehalten wurde. Kein Wortführer irgendeiner Delegation hat daS Gebiet der .qualitativen Rüstungsbegrenzung" so umsasfend und so kategorisch bezeichnet wie er. Die bestimmte, aber nicht herauSsordernde Art. mit der er die bei He Frage der Gleichheit der Rüstungen behandelte und die praktische Anwendung des Böt- kerbundSstatuts bei Dorbandenlein der Ungleichheit als unmöglich bezeichnete, bat Bewunderung erregt „Times" sagt Der Beifall, der Grandi bekundet wurde, galt in erheblichem Maste seiner Erklärung, dast alle Rationen gleichberechtigt sein müssen. DaS Programm GrandiS gründet sich sest auf die allgemein anerkannte Voraussetzung, dast in einer Welt, die sich gegen Angriffskriege auSgefprochen bat, An - griffetoaffen ein Anachronismus sind. Der italienische Dorfchlag gebt weit, aber er enthält nichts. waS eine zur Behandlung der Ab- rüflungsfrage emberufene Derfammlung als phantastisch beiseite schieben könnte. Grandi habe, wie bereits Dr. Brüning.. Gleichberechtigung für alle Rationen und Herabsetzung der Rüstungen aus das niedrigste Riveau verlangt. Diese Forderung sei in keiner Weife unverträglich mit Sicherheit 3m Gegenteil würde dies »um D e r f ch w i n d e n der auf dem Kontinent herrschenden ilnrube führen. Es gebe keine stärkere und praktischere Garantie gegen daS von Frankreich und Dolen befürchtete Wiederausrüsten Dca.schlands a s die Herabsetzung derRü- stungcn auf ein niedriges Riveau durch einen allgemeinen Deschlust. Das verlangen Deutschlands nach Beseitigung der Angleichheit sei natürlich und vernünftig und führe zur wahren Sicherheit Englands Llebergang zum Schutzzoll. Tao tlci bleiben brr frcil)änhicrifd)cn Minister im englischen Mabineti. London, 10. Febr iWTB.l Ein volles Haus und gedrängte Galerie lauschten heute mit Spannung der ersten Rede Lord Snowdens im Oberhaus, in der er das Verbleibender sreihändlerifchen Minister in der Regierung rechtfertigte. Snowden erklärte, die sreihändlerifchen Mitglieder der Regierung hätten von Anfang an betont, dast sie Tarife nicht ablehnen würden, falls diese zeitweilig notwendig und nützlich erschienen, aber dast sie keinen Anteil an der Einführung eine- ständigen Schutzzollsystems haben könnten. Er hob noch einmal hervor, dast sie bereit wären, aus der Regierung auszuscheiden und nur aus nachdrücklichen Wunsch darin verblieben Die Bedingung für ihr Dcrbleiben im Kabinett sei. dast die freihändlerischen Minister dieselbe Freiheit hätten, ihre Meinung zu vertreten, wie dieienigen, die anderer Ansicht seien. Snowden betonte, dast in den Fragen Reparationen, Kriegsschulden. Weltpolitik. Sparmastnahmen. Abrüstung und Indien vollkommene Einigkeit innerhalb der Regierung bestehe. Bei der Abstimmung über die Zollvorlage im Unterhaus haben ebenfoviele Liberale für wie gegen die Regierung gestimmt. Ihre Anzahl betrug auf beiden Seiten 32. linier den Liberalen, bie gegen die Regierung stimm- len, befanden sich neun Minister, der Innenminister Sir Herbert Samuel und der Präsident des Unterrichtsamtes Sir Donald Mac Lean an der Spitze Der Präsident des HandelSamlev Runciman und fünf weitere liberale Mitglieder gaben ihre Stimmen für die Regierung ab. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte (Siebener Famillrnblatter Heimat im Bild - DieScholle Monat» Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1 SS Ohne Illustrierte . 1.80 Znstelgebühr.. . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Sernfprethanftblufle unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger riehen. poßscheckkonio: SronHnrt am Blain 116M. „Tic Spitze andauernd gegen Frankreich gerichtet " Paris, 11. Febr. (WTB. Funkspruch.> Mit der Rede GrandiS auf der Abrüstungskonferenz ist man in Paris nicht zufrieden Das bringt in prägnanter Weife ..Echo de Paris" zum Ausdruck. das erklärt. Grandi habe die Rede gehalten, die Brüning nicht zu halten wagte. Das Schwarzhemd habe wie ein Braunhemd gesprochen Er werde nicht nur den Beifall der italinifchen Faschisten. sondern auch die Zustimmung des Hitlcr- Deutschlands und deS übrigen Deutschland erhalten. Die Spitze der italienischen Rede fei andauernd gegen Frankreich gerichtet gewesen. .Petit Parifien" urteilt: Der Erfolg des italienischen Außenministers ist grob und verdient gewesen. Born dialektischen Standpunkt gesehen, ist in der Tat die Beweisführung Gran- dis fast unangreifbar. Wenn man ihre Dor - auSfetzungen zulöstt. greift alles wunderbar ineinander und nichts am Ende erschiene natürlicher als die Lchlustfolgerungen. Leider find diese Voraussetzungen stets von Frankreich als unannehmbar erklärt worden. Unsere Logik bäumt sich dagegen auf, dast in einer Stadt ohne Gendarmen, in der niemand sich gegenseitig hilft, das beste Mittel gegen die Getehr darin bestehen soll, feinen Revolver weg- zuwerfcn. Mil derartigen Mcinungsverlchicden- heiten schon bei Beginn des gemeinsamen Deges wird man zweifellos nicht lange zu- sammenarbeiten können. Grandi will zur Revision der Verträge, zur Gleichheit der Rechte zwischen allen Staaten und zum völligen Ausgleich der betoaffneten Streitmacht gelangen. England ist einverstanden. Abrüstung die beste Garantie derLicherhcit. London, 11. Febr. (WTB. Funkspruch.) Die gestrige Rede Grandis wird von der Morgenpresse mit Wärme begrüßt, wahrend die Ausführungen der Wortführer Japan- und Polens wenig Beachtung finden. „Daily Telegraph" sagt: Grandis Rede war d i e I o n k r e t e st e. die Scharfe Attacke gegen die französische Sicherheiisthese. - Schluß mit der Ungleichheit der Rüstungen Oie schwerbewaffneten Machte müssen mit der Abrüstung vorangehen. mische Waffen verpflichten sollen, um damit übrigen Mächten ein Beispiel zu geben. Paris verstimmt. G e n s, 10. Febr. tTTl. Funkspruch.) Die Aufsehen erregende Rede des italienischen Außen- Ministers Grandi wurde von einem Teil der Konferenz mit stürmischem Beifall a u f genommen, der fast den Charakter einer Kundgebung annahm. Grandi wurde von allen Seiten aufs wärmste zu feinen klaren Ausführungen beglückwünscht. Man sah den amerikanischen Botschafter G i b f o n, den deutschen Botschafter R a - dolny, Sir John Simon, die Vertreter iln- garnS. Österreichs u id zahl, eiche leitende Staatsmänner neutraler Länder Grandi die Hand schütteln. Der entscheidende Rachdruck der Rede Grandis lag in der geforderten Aufhebung der ungleichen Behandlung Deutschlands. Immer wieder unterstrich Grandi die bindende feierliche 'Verpflichtung, die die Alliierten in 'Versailles gegenüber Deutschland eingegangen sind. Großer Beifall wurde dem Vertreter Italiens, als er Gleichberechtigung für alle Staaten forderte und mit besonderer Betonung erklärte, dast die einseitigen Entwaff- nungebeftimmungen des Versailler Vertrages nicht dazu da seien, eine ständige militärische Unterlegenheit Deutschlands und seiner Verbündeten gegenüber den anderen Staaten zu schaffen. In unterrichteten Konserenzlreisen besteht der Eindruck, daß in den Unterredungen, die in den letzten Tagen zwischen dem Reichs- kanzlerund dem italienischen Aust e n- m i ni ster ftattgefunben hatten, eine grundsätzliche Liebereinstimmung über d i e Erklärungen erzielt worden war. die die deutsche und italienische Regierung in der Abrüstungskonferenz abgeben würden. Die ilcbcrcinfümmung soll sich besonder- auf den festen Entschluß der beiden Regierungen bezogen haben, in der Abrüstungskonferenz sich mit aller Entschiedenheit für eine allgemeine Abrüstung und für die Gleichstellung alter Mächte einzusetzen Diese beiden Forderungen sind, wie hervorgehoben wird, in der gleichen Weise in der deutschen und italienischen Erklärung stark zum Ausdruckge- kommen. Die italienische Regierung ist jedoch als militärische Großmacht Europas einen Schritt weitergegangen und hat gefordert, daß die militärischen Großmächte der Welt als erste sich zu der Abschaffung der großen Angrtffswaffen. wie U- Boote. Tanks. Bombenflugzeuge. GaS- und che- und eine entschiedene Ablehnung der Politik deS unbeugsamen Egoismus, die Wiederholung der Musfolintfchen Forderung nach Gleichberechtigung aller Staaten, die ausführliche Entwicklung des Gedankens, daß die deutsche Abrüstung nur der Anfang der all- gemeinenAbrüstung fein dürfe, unter Hinweis auf die Abrüstungsmethoden bc^ Versailler Vertrages, der in dem Verbot der Angrifsswas en allgemeine Rachahmung verdiene, »n diesem Sinne erklärte Grandi die Zustimmung seines Lande- zu einem ,organischen Plan der qualitativen Rüstungscinschränkung", der folgende Punkte umfaßt: Aus dem Gebiete der Flollenrüflungen: 1. Gleichzeitige Abschaffung der Linienschiffe und der U-Boote; 2. Abschaffung der Flugzeugträger. Auf dem Gebiete der Landrü st ungen: 1. Abschaffung der schweren Artillerie jeder Art; 2. Abschaffung der Tank» jeder Art. Auf dem Gebiete der Luflrü st ungen: Abschaffung der Bombenflugzeuge. Dor einem neuen japanischen Angriff aus Tschapei. Schanghai, 10. Febr. ($11.) Die Japaner bombardierten am Mittwoch zum erstenmal den Kiangwan-Bahnhof und die Fort-, wo sich die chinesischen Truppen zusammengezogen haben. Die Ehineten antworteten durch heftiges Arsilleriefeuer Später fliegen mehrere chinesische Flugzeuge auf und überschütteten die japanischen Bombenflugzeuge mit Maschinenge- wehrfeuer, dis sich biete zurückzoaen. Auch der Rordbahnhof wurde von den Japanern weiter beschossen. Die Lage bei den Wusungforts ist noch unverändert. Während die Japaner einen neuen großen Angriff vorbereiten, arbeiten die Ghinesen fieberhaft an der Verstärkung i b t e r Stellungen. Auch an dem nördlich der Fort- gelegenen Wusungkanal haben die Ehinefen nunmehr Schützengräben ausgehoben und Maschinengewehre aufgeftellt, wodurch den Japanern der Weg flußaufwärts nach Schanghai vollkommen abgetebnitten ist Die Japaner versuchten verschiedentlich Pontonbrücken über den Kanal zu fd) lagen, doch machte da- chinesische Feuer den Versuch unmöglich. SS herrscht die Ansicht, daß innerhalb von 48 Stunden eine große japanische Offensive zur Vertreibung der Ehinefen auS Tschapei beginnen werde Iavanifche Truppen wurden an RS* i vc" V* L ALlncwd^* f>oinTT^ dö T-ut 7 hä * Japan sekundiert der französischen Sicherheitsthese. Rach Grandi hielt der japanische Botschafter M a t s u d e i r a eine Rede, die im Hinblick auf die Greigniffe im Fernen Osten einer gewißen Ironie nicht entbehrte. Er erklärte, bedauerlicherweife wäre dieLageim Semen Often etwas getrübt. RichtSdestoweniger habe Japan noch immer den Wunfch. in der Sache der Abrüstung mitzuarbeiten. Diese Frage sei jedoch eng mit der Frage der nationalen Sicherheit verbunden. Diese hänge von den geographischen, politischen, finanziellen und wirtschaftlichen Bedingungen eines jeden Landes ab. Wenn eine Regierung, seine internationalen Verpflichtungen nicht einhalte, so bedeute das eine ständige Bedrohung des Friedens. Diese Gesichtspunkte müßten für die Abrüstungskonferenz maßgebend sein. Der Botschafter machte bann in uferlosen Ausführungen Zahlenangaben über bic Verminderung der Rüstungen Japans. Die völlige Abschaffung der H-Voote lehnte Japan ab, verlangte jedoch eine Beschränkung der Verwendung von H-Booten Dagegen verlange Japan Abschaffung der Bombenflugzeuge und des Gaskrieges. Der Botschafter stellte zum Schluß die For- derung auf, bah bic Abrüstung gleichzeitig mit einer allgemeinen Besserung ber internationalen " iX’j! >v.» 8* het «eöaffion ÄS*“*» te übet x nach < TT wbäuK linb 1918 fr. Bä ÄS: ihn,^. s ^'tllentung in Mm ein gesteigerter Der- werden lann. Dir lörnir den ungefähren Le trag ju bezahlen und unver- h Antrag 9 Hellen, trenn zvische- mietet eine Einigung nicht hoizverkaus Wier £ui* US* 3 18 rm Mh-K scnW^D geid)10^”'^ Arßnbetzl Beziehungen durchzuführen sei. Solange noch älr» fachen von Unruhen und Erregungen beständen, wäre eine völlige Abrüstung undenkbar. Die Ausführungen deS japanischen Botschafters fanden in der Derfammlung eine stark geteilte Aufnahme. Oer polnische Trabant. Genf, IO. Febr. Die französische These wurde ferner unterstützt von dem polnischen Außenminister Z a l c f f i. Er begann mit einem Hinweis auf die geschichtliche Entwicklung und die geographische Lage Polens, die in dem polnischen Memorandum vom 14. September 1931 als Begründung für die Aufrechterhaltung deS polnischen RüstnngsstandeS angeführt wird. Zale- ski forderte, daß der Konventionsentwurf bi« Ha uptbasiS für die Arbeiten der Abrüstungskonferenz bilden teile. Diefer Entwurf müsse aber im Sinne der polnischen Auffassung ergänzt werden. Zate- ski erklärte, daß die sogenannte indirekte Methode auf dem Wege der Budgetbegren- z u n g das einzig wirksame Mitte! sei, um zu einer Abrüstung zu gelangen. Im weiteren Verlauf feiner Ausführungen trat Zalefki im Sinne des französischen Memorandums für die Schaffung eines organisierten internationalen Sicherheits- und Sanktionssystems ein. — Die Debatte wurde sodann auf DonnerStagvor- mittag vertagt. ben Ufern des Vangtse bei Wusung gelandet. Es verlautet, daß mindestens zwei Divisionen japanischer Truppen nach Schanghai unterwegs seien, womit sich die japanischen Landstreitkräste auf mindestens 30 000 Mann erhöhen würden. Edgar Wallace f. Der Engländer Edgar Wallace, wohl der meist gelesene Kriminal-Schriftsteller aller Zeiten, der sich durch seine Detektivromane ein Millionen- Vermögen erschrieb, ist 57jährig an den Folgen einer Lungenentzündung in der amerikanischen Filmstadt Hollywood gestorben, wo er zur Verfilmung eines seiner erfolgreichsten Schauspiele weilte. Edgar Wallace ist wohl der populärste und fruchtbarste Schriftsteller des heutigen England gewesen. Seine Schaffenskraft kannte keine (Stenden. Sn den 30 Jahren seiner Tätigkeit hat er nicht weniger als 150 Romane, 12 Theaterstücke und 300 Rovellen versaht. Diele seiner Theaterstücke wurden auch auf dem Kontinent mit großem Erfolg aufgeführt. Richt weniger romantisch als seine Werke war die Laufbahn dieses „Selfmademan". Als arme Waise, von Fischersleuten adoptiert, begann er als Zeitungsverkäufer und Arbeiter in einer Druckerei, in einer Gummifabrik, als Milchjunge und als Soldat. Der Durenkrieg brachte ihn als Berichterstatter von Reuter in die journalistische Laufbahn. Ein Beweis für die außerordentliche Geschwindigkeit feiner Arbeit ist, daß er 4000 Worte in der Stunde diktierte und imstande war. einen Roman von 70 000 Worten während des Wochenendes fertigzustellen. Sein Einkommen wurde auf 800 000 Mark jährlich geschäht: übrigens gehörte er zu den freigiebigsten Männern Englands. Wallace war als Schriftsteller, Dramatiker, Regisseur und Sournolist gleich erfolgreich und hat sich in den letzten Sohren auch als liberaler Kandidat auf politischem Gebiet betätigt. Aus der Feder dieses originellen Schriftstellers sind u. a. hervorgegangen und ins Deutsche übersetzt worden: „Der Räuber", „Der Hexer" (ein auch in Gießen mit größtem Erfolg aufgeführtes Detektiv-Drama), .Die drei Gerechten". „Der rote Kreis", „Der Zinker", „Die Bande des Schreckens", „Erlebnisse des Bezirlsamtmanns Sanders". — Sm „Gießener Anzeiger" erschienen die Kriminal- Romane „Der Frosch mit der Maske", „Die Tür mit den sieben Schlössern", „Die toten Augen von ßonbon“ und „Die gefiederte Schlange". Nie Neutschnaiionalen und Brüning. Eine '.Hebe Lberfohiens. Stettin, 9. Febr. (TLl.) Der Vorsitzende der deutschnationalen Reichstagsfraktion, Dr. Ober« fahren, sprach in einer Versammlung der Deutschnationalen Volkspartei in Stettin. Er ging dabei auch auf die Rede Dr. Brünings vor der Abrüstungskonferenz in Genf ein. Brüning hätte sogen müssen: „Die Bedingungen, unter denen wir gezwungen worden sind, so abzurüsten, wie wir es getan haben, sind nicht erfüllt worden. Wir fühlen uns also nicht mehr gebunden. Wir nehmen uns unsere Wehrfreiheit und Wehrhoheit wieder zurück!" — Zur Reichspräsidentenwahl stellte Dr. Oberfohren fest, daß Brüning, wenn er wirklich ehrliche Absichten gehabt hätte, hätte zurücktreten müssen. Statt dessen verberge er sich hinter der ragenden Gestalt des Feldmarschalls. Die Reichspräsidentenwahl müsse ausgebildet werden z u einem S n ft r u in e n t, mit dem in letzter Stunde das System herumgerifsenwerde. Wenn man nicht jede Möglichkeit zu diesem Herumreihen ergreife, dann habe es keinen Zweck mehr, in Deutschland Politik zu machen. Giaatsminister Baum über die Einbürgerung Hitlers. Weimar, 10. Febr. (ERB.) Gegen eine Aeu° ßerung des früheren Snnenministers Dr. Frick, die Regierung Thüringens habe bei Erörterung der Einbürgerung Hitlers durchaus kein Verständnis dafür gezeigt, die Frage von sich aus „in deutschem Sinne zu erledige n", wendet sich Staatsminister Baum mit einer Erklärung, in der es heißt, daß er damals die Berechtigung dieses Wunsches „unumwunden" anerkannt habe. Allerdings habe er die Zumutung zurückge» wiesen, gemeinsam mit Dr. Frick unter Ausschaltung des Kabinetts Hitler ein Staatsamt zu übertragen. Abschließend bemerkt Minister Baum, für ihn komme bei einer Einbürgerung Hitlers nur der gerade, offene legale, der wahrhaft deutsche Weg, niemals aber eine Scheinmaßnahme in Frage. Oie Verhandlungen des Reichs- kommiffars für Preisüberwachung. Berlin, 10. Febr. (ERB.) Der Reichskommissar sür Preisüberwachung Dr. Goerdeler führt gegenwärtig mit einer Reihe von Spihenorganisa- Honen der verschiedensten Branchen Verhandlungen über die weitere Durchführung der Preissenkung, so u. a. mit den Mineralwasser -Fabrikanten, den Zündholz - und den Dünge- ih i 11 e I fabriken. Weiter sind Besprechungen im Gange über die Preissenkung für Schokolade Litauens Verschleppungsversuche. Zaunius läßt den Völkerbundsrat warten. Genf, 10. Febr. (WTB.) Der litauische Außenminister hat an den Generalsekretär des Völkerbundes ein Telegramm gerichtet, in dem er erklärt, daß die Behauptungen der deutschen Rote über die Rotwendigkeit der dringlichen Einberufung des Völkerbundsrates wegen einer besonders ernsten Lage im Memel- gebiet jeder Begründung entbehrten. Es habe sich keinerlei Zwischenfall ereignet. Was die früheren Schritte der Reichsregierung wegen angeblicher Verletzungen des Memelstatuts durch Litauen betreffe, die die deutsche Rote erwähnt, so fei daran zu erinnern, daß auf Grund der erwähnten Schritte keinerlei Verletzung des Memel- statuts festgestellt worden sei, und daß die Reichsregierung im gegenwärtigen Fall den Tatsachen, die zur Absetzung des Präsidenten Böttcher führten, nicht fernstehe. Zaunius erklärte zum Schluß, daß er entschlossen sei, Litauen persönlich vor dem Völkerbundsrat zu vertreten, aber zu seinem Bedauern sich nicht vor dem 2 3. Februar nach Gens begeben könne. Das Völkerbundssekretariat Hot sich am Mittwoch vo n neuem telephonisch und telegraphisch mit der litauischen Regierung in Verbindung gesetzt, um festzustellen, ob und wann der litauische Außenminister Zaunius in Genf eintrifft. Auf deutscher Seite hat man nach der herausfordernden letzten Rote der litauischen Regierung von neuem den sofortigen Zusammentritt des Völkerbundsrates gefordert. Die Festsetzung der Sitzung des Völkerbundsrates hängt nunmehr davon ab, ob Zaunius bis Freitag früh in Genf eintrifft. Sollte die litauische Regierung an ihrer bisherigen Methode der Sabotage des Ratsverfahrens festhalten, so wird von deutscher Seite bereits für Donnerstag oder Freitag eine Sitzung des Völkerbundsrates ohne einen litauischen Vertreter gefordert werden. Es kommt selbstverständlich nicht in Frage, daß der Dölker- bundsrat mit der Behandlung bis zu dem von dem litauischen Außenminister genannten Termin, dem 23. Februar, wartet. NeuerGewaltstreich inMemel. Auch Landesdirektor Szigaud seines 'Amtes enthoben Königsberg, 10. Febr. (ZU.) Landesdirekl-r 5 3 i g a u ö, das einzige Mitglied des Merneler Direktoriums, dos noch im Amte war, ist am Dienstag ebenfalls von dem „Landesdirektor" Tolifchus gewaltsam seines Amtes enthoben worden. Zolifchus erschien im Zimmer Szigauds und forderte ihn in starkem Zon auf, ihm die sämtlichen Amtsschlüss^lzu übergeben, woraus Szigaud ihm erwiderte, das könne er nicht, da er sich noch im Amt befinde. Zoli- schus verlieh darauf das Amtszimmer, holte sich drei bewassnete Polizeibeamte, die im Vorzimmer postiert wurden und gab nunmehr Szi- gaud den Befehl, das Zimmer zu räumen. Szigaud muhte nunmehr der Gewalt weichen. Er gab eine schriftliche Erklärung ab, in der er betonte, dah er wiederholt seine Bereitwilligkeit erklärt habe, die Amtsgeschäfte als Landesdirektor weiterzuführen, hierzu brauche er aber keinen Auftrag von Zolifchus. Er werde jedoch an der Ausübung feines Amtes gehindert. Für die Zeit feiner Behinderung begibt sich Szigaud nach Zta- keningken. Hindenburgs Wsidenischastskandidawr. Oie Giahlhelmführer vom Zeldmarschall empfangen. Berlin, 11.Febr. (priv.ZeL) Den gewöhnlich gut informierten „Leipziger Neuesten Nachrichten" wird von ihrer Berliner Schristleitung über die innerpolitische Lage, in deren Mittelpunkt die Beichspräsidentenwahl steht, gemeldet, dah am Mittwochmittag die Stahlhelmführer S e l d t e und Duefterberg auf ihren Wunsch vom Reichspräsidenten empfangen wurden. Offiziell sind von keiner Seite darüber weitere Mitteilungen gemacht worden. Selbstverständlich ist, doh die Unterredung zwischen Hindenburg und den Stahlhelmführern sich mit der Reichs- präsidentschaftssrage beschäftigte. Das Blatt glaubt, dah dabei auch die Frage erörtert wurde, ob es zweckmähig fei, die hindenburgkandidatur schon für den ersten Mahlgang auszustellen. Lin abschliehender Bescheid des Reichspräsidenten über seine Auffassung im Sinne eines Verzichts auf die Kandidatur, die von verschiedenen Seiten der nationalen Opposition als das Wünschenswerteste bezeichnet wird, ist den Slahl- helmsührern nicht erteilt worden. 3n gulunter- richleten Kreisen glaubt man vielmehr gerade auf Grund der Unterredung Hindenburgs mit Seldte und Duefterberg annehmen zu können, dah der Reihspräsident sich schon am Donnerstag oder spätestens am Freitag positiv erklären, für das Amt des Reichspräsidenten also erneut kandidieren werde. Diese Auffassung wird weiter genährt durch Mitteilungen über die Haltung des Kyffhäuserbundes, wonach sich der kysfhäuserbund voraussichtlich am Donnerstag in einem Aufruf für d i e Wiederwahl Hindenburgs ein fetten werde. Gutem vernehmen nach soll Hindenburg am Mittwoch übrigens auch den Präsidenten des kyffhäuserbundes, den Generalvon horn.emp- fangen haben, wenn die Mitteilung über das geplante vorgehen des kyffhäuserbundes zutresfen würde, würde für den Reichspräsidenten sichergestellt sein, daß ein sehr großer Zeil der alten Kriegsteilnehmer bereit ist, für ihn ein- zutreten, und damit wäre dann eine der wesentlichsten Voraussetzungen, von denen Hindenburg seine Bereitschaft abhängig macht, geschaffen. wie es fcheint, vollzieht sich in gewissen Kreisen der Rechten allmählich ein Umschwung zugunsten der Kandidatur Hindenburgs ohne weitere politische Bedingungen. Soeben hat der Adelsrnar- schall von Berg einen Aufruf für die Hindenburg-Kandidatur im „Deutschen Adelsblatt" veröffentlicht und es ist anzunehmen, dah gerade die Stellungnahme dieser alten konservativen kreise auf die letzte Entscheidung des Reichspräsidenten nicht ohne Einfluh bleiben wird, von anderer Seite hören wir, dah auherdem noch eine weitere Erklärung zahlreicher rechtsstehender Perlönlichkeiten in den nächsten Zagen veröffentlicht werden soll. Es handelt sich, wie zu betonen ist, hierbei nicht um einen An- fchluh an die Aktion des Sahm-Aus- fchuffes, sondern um ein durchaus felbftän- diges Vorgehen, das jedoch dazu dienen wird, die Front für Hindenburg zu verbreitern. Nie Aktion des Hindenburg-Ausschuffes Berlin, 10. Febr. (ERB.) Die Eintragungen für die Dolkswahl Hindenburgs beliefen sich bis Mittwochabend auf 1300 000. Wie vom Hindenburgausschuh mitgeteilt wird, haben sich folgende weitere Persönlichkei- t e n dem Aufruf des Hindenburgausschusses an- geschlossen: Staatsminister Wilhelm Bazille (Stuttgart): Franz Behrens, Vorsitzender des Reichsverban- des ländlicher Arbeitnehmer, Pros. Dr. Friedrich B e r g i u s (Heidelberg); Kardinal Dr. Adolf Bertram, Erzbischof von Breslau: Generaldirektor Dr.-Sng. e. h. Die (Berlin): Prof. Dr. Carl Bosch (Ludwigshafen), Konteradmiral a. D. Franz Drüninghaus (Berlin); Landgerichtspräsident z. D. D. Dr. v. Campe (Hildesheim): Dr. Carl Diem (Berlin); Prof. Dr. Gras zu Dohna (Bonn), Bürgermeister Dr. Elsas (Berlin) , Pros. Erdmannsdörffer, Rektor der Universität Heidelberg: Kardinal Michael v. Faulhaber, Erzbischof von München-Freising, Generalsuperintendent Gennrich (Bamberg): Prof. Dr. Friedr. Giese (Frankfurt): W. G r a e f (Anklam); Alfons Prinz von Sf en- bürg (Langenselbold), Präsident des Allgemeinen deutschen Sagdschuhvereins: Präsident des Reichsfinanzhofes i. R. Sahn; Generalleutnant a. D. Ernst Kabisch; Dr.-Sng. e. h. Moritz Klönne (Dortmund); -Oberbürgermeister Knorr, geschästs.ührendes Vorstandsmitglied des Bayerischen Städtebundes; Landesbischof Dr. Kortheuser (Wiesbaden); Oberbürgermeister Dr. Kuelz (Dresden); Oberbürgermeister Dr. Landmann (Frankfurt a. M.); Prof. Loeh- lei n, Rektor der ilnifccrfität Sena; Dr. von Loesch, Präsident des deutschen Schutzbundes; Oberbürgermeister Dr. Luppe (Rürnberg); Reichskanzler a. D. Dr. W. Marx; Generalleutnant a. D. v. Maur (Stuttgart); Geheimrat Prof. Dr. Meinecke (Berlin); Bürgermeister Petersen (Hamburg); Prof. Poelzig (Berlin); Oberbürgermeister P o e sch e l (Stettin); Kommerzienrat H. R ö ch l i n g (Dölkiingen-Saar); Generalstaatsanwalt v. R ö ck e r . Präsident der Evang. Landeskirchenverwaltung Stuttgart; Frau Dr. E. v. Roon geb. Bassermann (Berlin); General der Sufanterie a. D. Frhr. v. Soden; Frau Sana Stoß (Hamburg); Dr. Theinert Präs. d. Landeskirchenamts Wiesbaden; Ober, bürgermeifter Dr. Wagner (Breslau); Generalpräses W o l ke r (Düsseldorf). Mit dieser Liste find feit dem Ausruf vom 1. Februar insgesamt 160 Ramen bedeutender Persönlichkeiten veröffentlicht worden, die den Aufruf zur Wiederwahl des Reichspräsidenten v. Hindenburg unterzeichnet haben. Der Ausschuß hatnocheine große Zahlweiterer Zu - stimmungserklärungen erhalten, es konnte jedoch nur eine Auswahl veröffentlicht werden, die, wie wir hören, vorläufig abgeschlossen ist. — Die staatspolitische Arbeitsgemeinschaft der katholischen Verbände übersandte heute an Oberbürgermeister Dr. Sahm-Berlin telegraphisch folgende Entschließung: Die in der staatspolitischen Arbeitsgemeinschaft vereinigten Vertreter der katholischen Verbände mit über 2 Millionen Wahlberechtigten stellen sich hinter Shren Aufruf zur Wiederwahl Hindenburgs. und Süßwaren, für Kohlen, Fische, Milch und Petroleum und eine Ermäßigung der Gebühren im Speditionsgewerbe, ferner für Privattelephone und Versicherungen. Aus aller Welt. Einstellung der Bergungsarbeiten an „M 2". Fast ganz England wird von schweren Sch nee stürmen heim gesucht. Die Schifffahrt auf dem Kanal ist zum Teil unterbrochen, die Dampfer zwischen Dover und Calais mußten den Dienst einstellen. Die Bemühungen zur Hebung des gesunkenen Unterseebootes „M 2" sind infolge des Sturmes eingerollt worden. Es verlautet, daß bei einer Fortdauer des gegenwärtigen Wetters die Bergungsarbeiten auf Mai oder Sunt verschoben werden müssen. Vier Zuchthausurteile wegen Raubes mit Todeserfolg. Das Berliner Schwurgericht III verurteilte wegen gemeinschaftlichen schweren Raubes mit Todeserfolg den Arbeiter Baumann und den Fleischer Hollmann zu je zwölf Sahren Zuchthaus, den Transportarbeiter Herforth zu zehn Sahren Zuchthaus und den Arbeiter Voß zu acht Sahren Zuchthaus. Die vier im Alter von 20 bis 21 Sahren stehenden Angeklagten hatten in der Portierloge eines Hauses in der Kösliner Straße einen Raubüber- fall ausgeführt und dabei den 19jährigen Willi Kirchsrt, die einzige Stütze seiner Mutter, getötet. 12 Jahre Zuchthaus für einen Mörder. Das Schwurgericht Kassel verurteilte den landwirtschaftlichen Arbeiter Hanke! aus Kassel wegen vorsätzlicher Tötung und schweren Raubes zu 12 Sahren Zuchthaus und 10 Sahren Ehrverlust. Hanke! hatte am 9. Dezember des vergangenen Sahres die 78jährige Försterswitwe Röhler aus Oberzwehren erwürgt und darauf eine Geldkassette, in der sich die Ersparnisse der Frau befanden, mitgenommen. Aedersall aus den Zugführer eines französischen Schnellzuges. Der Führer des Schnellzuges Ventimiglia — Paris wurde, kurz nachdem der Zug den Bahnhof von Marseille verlassen hatte, von zwei Banditen überfallen, die sich d i e Uniformen von Schaffnern angezogen und im Gepäckwagen versteckt gehalten hatten. Sie knebelten den Zugführer und bemächtigten sich der Kasse, die 10 000 Franken enthielt. Den Zugführer schlossen sie in den Gepäckwagen ein. Brand eine« Ballsaales in Prag. Bei einem Faschingsball in ' einem der bekannten Prager Säle brach kurz Lox^Mitternacht ein Brand aus. Zunächst verliehen — noch bei Tangoklängen — die Ballgäste ruhig den Saal. Als aber das Femer durch oie Decke brach, entstand eine wilde Panik und die Menge stürzte durch Fenster und Türen aus dem Dallsaal. der nach kurzer Zeit in Flammen stand. Die Anzahl der bei dem Unglück verletzten Personen konnte noch nicht sestgestellt werden. UebetfoII auf einen Postwagen. Auf der Bergstraße bei Beuthen O. S. wurde ein Postkrastwaaen von zwei bewaffneten Banditen überfallen. Während der eine Räuber den Führer des Wagens in Schach hielt, öffnete der andere den Wagen und hielt auch den zweiten Beamten mit dem Revolver in Schach. Dann raubte er den im Wagen liegenden Holzkasten mit 4175 Mark. Die Verbrecher entkamen. Neue Raketenversuche auf Wangerooge. Der Osnabrücker Raketenforscher Sngeneur T i- ling hat in den letzten Tagen neue Raketen- startversuchtz unternommen. Sm Westen der Sn» sei hat der Forscher in einer Senke seine Startapparatur aufgebaut. Die Flugbahn der Raketen war nach dem Verlassen des Lanzierrohres stets gut zu beobachten. Die Versuche sollen diesmal besonders der Erforschung der Stabilität der Raketenkörper und nicht zuletzt des von Ti- 'ling geplanten Raketenflugzeugkörpers dienen. Es handelte sich weniger um die Erreichung größerer Höhen oder Entfernungen, sondern um die Zielsicherheit. Der Abschuß der ersten Postrakete vom Festland nach Wangerooge soll wahrscheinlich noch in diesem Frühjahr vor sich gehen. Dabei soll der Raketen- körper eine Geschwindigkeit von etwa 1 0 0 0 Stundenkilometern erreichen. Voraussichtlich soll dem Ruhraum der Rakete ein Hund oder eine Katze anvertraut werden, die nach Ansicht des Erfinders die Reise zweifellos ohne Schaden überstehen werden. Oie Detterlaae Uydiifjord ISO" 3tom Tynfffl. AfiHivortj ■fo. Februar, IQ ©wolkenlos Q neuer, ohaiB Bedeckt.»wolkig, e Bedeckt »Itege^ * Schnee Graupeln ® NeBei "K Orwit'er.^windstllle. «Q-. xhr leichter 0$i massiger Südsüdwest q stürmische "iordWesl die Piene fliegen mit dem Winde. Die Beiden Stationen Menenden Zafr len geBen die Temperatui an. Oie Limen verbinden Orte mit gleichet* nu' neeresmveau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Durch eine Störung über Finnland wurde der hohe Druck, dessen ausfließende Kaltluft ganz Deutschland beherrscht, wieder mehr westwärts nach Island zurückgedrängt. Infolgedessen findet von Skandinavien her ein Wechsel der Luftzufuhr statt und etwas mildere, mit mehr Feuchtigkeit gesättigte Luft bringt vor. Sie und ihr Wolkenfeld werden auch bei uns Einfluß gewinnen, so daß zunächst der Frost etwas zurückgehen wird. Einzelne leichte Schneefälle sind dabei auch in unserem Gebiet nicht ausgeschlossen. Da aber mit der Verlagerung der Störung sich der hohe Druck wieder mehr ostwärts entwickeln dürfte, wird später erneute Kaltluftzufuhr geschaffen, die wahrscheinlich auch Über Deutschland abermals strengen Frost verursachen dürfte. Aussichten für Freitag: Weiterhin Frost- wetter, jedoch leichte Abschwächung der strengen Kälte, wolkig mit Aufheiterung, trocken. Aussichten für Samstag: Mehr wolkiges Wetter, vereinzelt leichte Schneefälle, zunächst etwas weiterer Rückgang des Frostes wahrscheinlich. Amtliche winlerfporlnachrichlen. Vogelsberg, Hoherodskopf: Klar, minus 20 Grad, 1 bis 2 an Schnee, verweht, keine Sportmöglichkeit. Schwarzwald, Feldberg: Schneefall, minus 17 Grad, 45 an Pulverschnee, Sportmöglich- feit sehr gut. Alpen, Garmisch - Partenkirchen: Schneefall, minus 13 Grad, 10 an Pulverschnee, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel gut. etterlaae ei den Gegen spröde Haut zu deren Lösung wir mit auf- interessanten, anschaulichen Dor- NIVEA XREPIE die geschilderten unsere Aufgabe, gerufen find. Aieder - Ofleiden führte. Die am gleichen Abend dort vorgenommene Haussuchung b,' verdächtigen Personen brachte viel Material zu. tage, daS zu dem im Walde ausgesundenenWo. torrad gehörte. 3m Verlause der Durchsuchung ergab sich der Verdacht, daß in Erbenhausen ein weiterer Mittäter wohnen müsse, und deshalb unternahm die Gendarmerie von Homberg und Kirtorf auch in Erbenhausen eine Durchsuchung. Hier wurden ebenfalls ein Motorrad unb Motorradteile gefunden, deren Herkunft unbekannt ist. 3n Rieder-Ofleiden wurden ferner eine Alhr und Schokolade entdeckt, die auS einem Diebstahl in Wahlen stammten, weiter fand man bei einem Täter Waffen vor, die in Homberg ge- stöhlen worden waren. 3m Steinbruch bei Aicder-Osleiden förderte die Gendarmerie eine Menge Material zutage, daS von einem der Täter dort hlnacbracht worden war. Weiteres umfangreiches DicbeSgut (u. a. Kleidungsstücke, Wäsche, Anzüge usw.) wurden im Stroh versteckt in der Feldscheune der Aumühle bei Rieder-Ofleiden auf- aestöbert. 3n der Ohm sand die Gendarmerie ein Motorrad neuester Konstruktion (DKW), sowie einen Sack mit Haushaltungsgcgenständen, ferner ein Fahrrad, Motorradersatzteile und Werkzeuge. Meine Auswahl in Konfirmanden- und Kommunion-Kleidern aus prima Lindener Köpersamt, Seiden und Wollstoffen sowie Stückwaren in den neuesten Webarten Dem überaus ------------- ... trag schloß sich eine kurze Aussprache an, in der Prof. Frick verschiedene Fragen, die das Verhältnis von Staat und Kirche, sowie die bc- Redner diesen Zwiespalt, der im Herzen des einzelnen 3taliencrS besteht, durch die verschiedene Stellung der Kirche und deS Staates zu Rom al« der e w i g e n Stadt. Der P a p st betont, daß der Glanz der Ewigkeit von der Kirche auf Rom ausgeht, Mussolini sieht das .ewige Rom" als staatliche Existenz. Allsonntäglich marschieren in jeder Stadt die faschistisch« 3ugend und die kirchlichen 3ugendverbände auf. 3n der Schule hängt neben dem heidnischen Rutenbündel des Faschismus das Kruzifix der Kirche. Während die römische Kirche in einer gewissen Verlegen, heit infolge einer der DolkSreligion erlegenen Kirchlichkeit sich befindet, fördert Mussolini im Gegensatz zur Kurie vielfach nichtrömischc Kir- chenkretse. So wird der Staat für viele, waS die Kirche für den Gläubigen sein sollte. Rückschauend auf das Gesagte betonte der Vortragende nochmals, wie die Krisis der Wirtschaft in beiden Ländern sich auch als Rot der kirchlichen 3nstitutionen auswirkt und wie anderseits sowohl aus der engen Anlehnung der Kirche an den Staat, als auch aus der Spannung zwi- schen Staat und Kirche innere Rot für den einzelnen erwächst, der beiden angehört. All ....... Röte sind universal, sind auch Erweitertes Schöffengericht Gießen. • Gießen, 10. Febr. Ein Landwirt von Dauernheim hatte sich gelegentlich der Kirchweih in Ober-WidderSheiin über den hessischen 3nnen- Minister abfällig geäußert. Einen Polizeibeamten, der ihn deswegen zur Rede stellte, fertigte er mit den Worten ab, er könne cs anzeigen, er werde eS beweisen. 3n der heutigen Verhandlung gab er zunächst an, daß er die- in einer öffentuchen politischen Versammlung gehört habe, muhte aber dann zugeben, daß der damalige Redner überhaupt keinen Ramcn eine- Ministers genannt hatte. Einen Wahrheitsbeweis für feine Behauptungen konnte der Angeklagte nicht erbringen. Wegen übler Rachrcde wurde er zu einer Geldstrafe von 100 Mark, evtl, zehn Tagen Gefängnis verurteilt. Diebstähle am laufenden Band. Al Homberg. 10. Febr. Seit etwa zwei 3ah- ren wurden in Homberg, Dannenrod, Kirtorf, Wahlen. Kirchhain und in anderen Orten der Alm- gegend Einbrüche verübt, bei denen man den Tätern nicht auf die Spur kommen konnte. Rach- dem kürzlich bei der Firma Wunderlich in Kirchhain ein neues Motorrad (Marke Triumph) ge- stöhlen worden war, und diese Maschine am 30. 3anuar im Walde bei Dannenrod gefunden wurde, konnte man eine Spur aufnehmen, die nach Kirchliche Tlachrichfen. Evangelische Gemeinden. Freitag, den 12. Februar. Kapelle des Sillen Friedhofs. 18 Uhr: Passion»» andacht, Pfarrer Lenz. — Ellsabelh-Kletnktnderschvle. 20: Passionsandacht, Pfarrer Lic. Waas. Israelitische Keligionsgemeindea. Israelitische Religlonsgemdnöe. Gottesdienst in der Synagoge (oübanlage). Samstag, 13. Februar. Dor» abend: 5.30 Uhr: morgens: 9 Uhr: abend» 5.45 und 6.25 Uhr Gottesdienst der israelitischen Rll'gionSgesett- schäft. Freitag abends 5.10. Samstag vormittags 8.30, nachmittags 5.45. Sabbatausgang 6.25. — Wochengottesdienst: morgen- 7.00, abends 5.00. Als Täter wurden, wie bereits kurz berichtet, bet Maurer Wilhelm Vast au» Erbenhausen, der Steinrichter Karl R e t ch h a r d au» Rieder-Oslci- den und der Steinhauer und Schmied K. 3 ü n a e l au» Lehnheim stammend und in Rieder-Ofleiden wohnhaft, festgenommen und in da» Landgericht»- gefängni» zu Gießen eingeliefert. Die drei Täter waren mit den modernsten SinbrocherwcrHcuacn und AuSrüstungSgegenständen, sowie mit Waffen und Munition versehen, die sie auf ihren nächt» I.chen D.ebesfahrten mit fich führten. Rücktritt der bürgerlichen Gemeinderäte in Michelstadt. DSR. Michelstadt i. O, 10. Febr. Die sechs Mitglieder der bürgerlichen Gemeinderatsfraktion haben ihre Remter nie* dcrgelegt. Der Rücktritt wird damit begrün- dat, daß sie kein Vertrauen mehr »ut Verwaltung hätten und deshalb keine De antwortung mehr übernehmen konnten. DaS Wetzlarer Stadtparlament über die Affäre Kühn. Wetzlar, S. Febr. 3n einer Sitzung, die fich über vier Stunden hin erstreckte, nahm die Stadd» verordneten-Verfammlung gestern Stellung zu dem Bericht dc-S Stadtverordneten-Alnterluchungoau»- schuffe» über die Unregelmäßigkeiten in der Stadtverwaltung unter Bürgermeister Dr. Kühn. Rach eingehender und teilweise stürmischer Aussprache, bei der auch parteipolitisch« Gegensätze eine lebhafte Roll« spielten, wurde folgende Erklärung des Stadtparlament» angenommen: „Die Stadtverordneten-Dersammlung nimmt von dem Bericht des AlntersuchungSaulschusses Kenntnis und beschließt folgende-: 1. Mit Rücksicht darauf, daß dielenigen De- amten und Angestellten, die um die Verfehlungen de« Bürgermeisters Dr. Kühn wußten, hierzu stillgeschwiegen haben, anstatt pslichtmäßig von ihren Beobachtungen dem stellvertretenden Beigeordneten, oder der Aufsichtsbehörde Mitteilung zu machen, ist gegen diese Personen ohne Ansehen der Person und Stellung in schärfster Weife feiten» der Verwaltung und Regierung vorzugehen. Gs ist die» um fo notwendiger, als das Vertrauen zur Deamtenschaft unbedingt wieder hergestellt werden muß und Reinlichkeit und Ordnung in der Verwaltung bas oberste Gesetz sein sollen. 2. 3n Frage kommen in erster Linie die in dem Bericht des AlniersuchungSausschusse» und den dazu gehörigen Deiakten genannten Beamten und Angestellten, soweit sie nicht lediglich als Zeugen genannt sind Wir berufen uns hierbei auf die GeschäftSanweisungen für die allgemeine Verwaltung und die übrigen Dienststellen. 3. Beamte, die bei Dienstreisen mehr liquidiert haben, als ihnen zustand, find zum Ersatz beton* zuziehen. 4. Leitende Beamte und Bureauvorsteher, die für Verfehlungen der ihnen unterstehenden Beamten und Angestellten verantwortlich sind, diese aber nicht genügend überwacht haben, sind zur Verantwortung zu ziehen. 5. Sämtliche Beamten und Angestellten, soweit sie schuldig befunden werden, sind regreßpflichtig zu machen." -* Großfeuer in Wetzlar. WSR. Wetzlar, 10. Febr. 3n der vergangenen Rächt brach in dem Kellereigebäude der Brauerei Zum Riesen, einer der größten Brauereien am Platze, Grotzf euer au». ES zerstörte den Dachstuhl, in dem sich die EiS- sabrikationSanlage befand, und beschädigte die wertvollen Auszugs- und Kühlmaschinen. Dia Wetzlarer Feuerwehr bekämpfte auS acht Schlauchleitungen den Brand, der durch den starken Funkenslug die anliegenden Baulichkeiten (die Brauerei liegt in einem der ältesten Stadtteile mit viel Holzbauten) stark gefährdete. 3n den Morgenstunden war da- Feuer lokalisiert. Die Kälte von 13 Grad erschwerte die Löscharbeiten außerordentlich. Strahlrohre, Verbindungsstücke und Leitern waren in kurzer Zeit vereist. Verschiedene Feuerwehrleute filmten und zogen sich Verletzungen zu. Gin Mann erlitt einen Ärmbruch. Ans 6 er provinualbauptffodl Gießen, den 11. Februar 1932. Die Hindenburg-Liste. Dis gestern abend hatten sich in die in unserer ®d fpäter erneut » K.AS '^ (potlnaiff^1^ z« r w>' 2 011 Schnees mil® eg an v -to\ ist sehr reich sortiert und Pfeffer, Marktplatz 6 in Preisen konkurrenzlos! tri* Tolal-Ausverkaui wegen Geschäftsaufgabe Beginn: Freitag, 12. Febr., vormittags 10 Uhr Sehen Sie sich bitte meine Auslagen an Es kommen zum Verkauf: Herrenkonfektion und Kleider-Stoffe Wei&waren / Fertige Damen-Wäsche Bett-Barchente / Bettfedern sowie sämtliche Manufakturwaren in nur guten Qualitäten zu nie wiederkehrenden Preisen Prüfen Sie Preise und Qualitäten Nie wiederkehrende Einkaufsgelegenheit für kompl. Brautausstattungen Max Baer Nachf. S. Bensinger trieften “±‘I±in2.’ m Astoria-Lichtspiele Täter gesucht Der Vorstand. 1160 D Lieh (Oberhessen), Bensheim, den 11. Februar 1932. 0854 lJer. 22, 29 Unsere M HW! l^'.j ii^i 0861 1-Pfund-Dose 0.55 1142 D Aus unserer Fleisch-Abgabestelle 0.75 08-5 iiiiiiiiiiiiiiiiwniiiiiiiiiiiim Landwirt m.Neben- erwerb sucht auf 8-10000 Ml. ää? v. N Schristl.Angeb.unt. 11340 a.d.GH.Anz. iniiiimiiiiiiiiiiimiiiimiim Konsumverein Gießen und Umg. e. 6. m. b. H. Heute bis einschließL Sonntag Kriminal-Sensation gjj j| gj 1 1 1 (nur frische Ware) Pflaumen mit Stein Reineclauden, naturell. Stachelbeeren......... Kirschen, rot, mit Stein 0.65 0.55 0.65 2. OonngeilfoüonsiDoüie üpolnnt Soooiflg.öen I4.3eür..nott)tn. 310Ut)t Jedermann ist herzlich willkommen. Christliche Versammlung Gießen Linderwlatz 1, Eingang Wetzsteingasse 2. Welches Negativmaterial? Gäste willkommen. Die Beerdigung findet Samstag, den 13. Februar, nachm. 2'/, Uhr statt. ______________________________________________‘__11 57 d| Junge Brechbohnen . Junge Schnittbohnen Stangenspargel..... Brech spargel GEG-Gemüse-Konserven: Gemüse - Erbsen, aus frischen Erbsen (nicht zu Altersvereinigung 1881—1931 Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, von dem Ableben unseres lieben Alterskollegen Herrn Rich. Geißler Kenntnis zu geben. Die Beerdigung findet statt: Freitag, 12. Februar, nachm. 2 Uhr, Neuer Friedhof. Treffpunkt der Kameraden l"/« Uhr auf dem Neuen Friedhof. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Aus unserer Großbäckerei: Das bekannte, gute Konsum-Brot: Mischbrot. Roggenbrot. Schrotbrot, Weißbrot, Brötchen. Gebäck, Kräppel, Kuchen 1138A Waren-Abgabe nur an Mitglieder! frei nach dem Roman »Der geschlossene Ring« Hauptrollen: Gerda Maurus — K. Ludwig Diehl Paul Henkels — Rosa Valetti — Paul Henkels — Friedrich Kayssler — Harry Hardt — Harry Frank Ferner: Gutes Beiprogramm und Ufa-Ton-Wochenschau 1136 C Pfund 0.50 , „ 0.70 , „ 0.72 , , 0.65 0.58 0.55 1.60 1.60 Ich habe Lust abzuscheiden und bei Christo zu sein. Phil. 1,23. Nach langem schweren, mit Geduld ertragenem Leiden nahm der Herr meine liebe Frau, unsere Site, stets treusorgende Mutter, Schwiegermutter, roßmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Katb.BaMe Gilbert, geb. Aliendörfer im 69. Lebensjahre zu sich in die obere Heimat Die trauernden Hinterbliebenen: Karl Gilben and Kinder nebst Anßebönfien. Lützellinden, Altena i. Westfalen, Gießen. Aliendorf (Lahn), Großen-Linden, den 11. Febr. 1932. Die Beerdigung findet am Freitag, 12. Februar, um 14 Uhr, vom Sterbehause aus statt. Gestern abend 8% Uhr entschlief sanft mein lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Johannes Balser V. Kirchen-Ehrenvorstand. im Alter von 78 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Familie Karl Balser X. Steinbach, den 10, Februar 1932. DieB erdifiung findet Freitag, den 12. Februar, nachmittags 3*/2 Uhr statt. Liffilöildner im M. Freitag, 12. Februar 1932, abend 8V,Uhr, im Heim: Vortrag mit Lidübildeni 1. Die geheimen Kräfte meiner Kamera. I-Pfd.-D. 0.40 0.45 0.45 0.30 0.36 0.35 0.85 0.85 ff Kalbfleisch- 6.75 ff Frischwurst. Dauerwurst, Schinken (roh und gekocht), Dosen Würstchen Der Herr der Wildnis Ein Film der tausend Abenteuer und Gefahren aus den Dschungeln Afrikas in deutscher Sprache INGAfil der Herr der Wildnis, eine sensatio- nelle Bildreportage von den Menschen und der Tierwelt des innersten Äquatorial- Afrikas, insbesondere von INGA Gl, wie die Eingeborenen den riesigen Menschenaffen, den Gorilla, nennen, wurde von dem Londoner Anthropologen Sir R. Winstead und dem bekannten Jäger auf afrikanisches Großwild, Capt. D. Swayne in den Urwäldern des oberen Kongos gedreht. Das größte Abenteuer war der Raub einer Eingeb. durch einen Gorilla. In zweijähriger gefahrvoller Expeditionsarbeit wurde dieser sensationelle Bildbericht geschaffen. - Afrika mit seinen Geheimnissen und Schrecken,mit seiner unendl.Schönheit. Ein außergewöhnliches Filmereignis Kleine Preise: Mk. 0.60 bis 1.50. Jugendliche zahlen halbe Preise. Die Mitglieder des Goethehnndes erhalten Karten zu Mk. 0.5011, l.-geg. Einlösung des Gutscheins Nr.l aus d. neuen Gutscheinheft. Vorverkauf: Hapag- Reisebüro.Seltersweg, Musikalienhandlung Challier. __1135 c Heute morgen 7 Uhr entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden mein innigstgeliebter Mann Richard Geifeier In tiefer Trauer: Frau G. Geißler, geb. Warin Familie Geißler, Weilburg Familie Haibach, Familie Kranth Familie Wagner. Frau Wurm Wwe. Gießen, den 10. Februar 1932. Die Beerdigung findet Freitag, den 12. Februar, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Heute morgen 3'/, Uhr entschlief sanft unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater loti.lakob Schäfer, Slenerauiseher LR. Veteran von 1870;71 im Alter von 85 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Oswald Schäfer, Eisenbahnobersekretär Anna Jung Wwe, geb. Schäfer Marie Gravelius, geb. Schäfer Anna Schäfer, geb Obenaus Hans Gravelius 10 Enkel und 2 Urenkel Wir bieten unseren Mitgliedern heute als besonders günstig an: l GEG-Obst-Konserven: Gesetzliche Gesellen-Prüfungen. Handwerkliche Lehrlinge und Lehrlinge der Industrie- Betriebe, die bis.30. Juni d. I. ihre Lehre beenden — mit Ausnahme der Lehrlinge der Bäder-, Metzger-, Schneider-, Schneiderinnen- und Schuhmacher-Innungen - können sich zur FrühjahrS-Gesellenprüfung vom 15. bis 17. Februar im Büro des Gewerbevereins, Goethestrahe 7, eine Treppe hoch, von 4 bis 6 Uhr nachmittags anmelden; mitzubringen sind der Lehrvertrag und 7 Mark Prüfungsgebühren. 9740 verwechseln mit der billigen Ware aus getrockneten 2-Pfd.-D. Erbsen).......................0.54 Junge Erbsen 0.70 Junge Erbsen mit geschn. Karotten -O./o Karotten, geschnitten............. — Alice-Schule Zu Ostern 1932 beginnen die Kurse: Haushaltungsschule, Kochen, Bügeln, Sticken, Schneidern und Wäschenähen. Schülerinnen können noch angenommen werden. Lehrlinge für Lehrverträge zeitige Meldung. 1146D Anmeldungen: Steinstraße 10 Büro, 12-1 u. 2-3 O Land, Land, Land "" höre des Sevim «Boni! Rindfleisch Kyaryff FPrima Rindfleisch ohne Beilage ■ KV/ Hfl' Ochsenfleisch Schweinefleisch zum Kochen Verschleimung der Luftwege? dann den hochwirks. Brust-u. Lungentee Kriiuter-Jung !■ der Schnletr. Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Brtihl'schen Druckerei MZ «« Oer Gesellen-Prüfungsausschuß des Gewerbevereins u. berMeiail-Industris ■ Lichtspielhaus«Gießen g Goethebund Gießen W Nur Sonntag, den 14. Februar, 11. 5 Uhr vormittags XI.Kulturfilm-SonderveranstaHung Der neue | Afrika-Tonfilm I I INGAGlI Ich biete meinen Restbestand in prima reinwollenen Wintermänteln zur Hälfte der bisherigen Verkaufspreise an 1 1155 A J. Pfeffer Marktplatz 6 Gießen Marktplatz 6 Bitte die Schaufenster daraufhin zu beachten 61 Soi fonfi '•Wochenschau 1IXC sseneRing« Ludwig Diehl valetti - paui lyssler-Harry .Land.Land * S Seern Wort! Oer. 22,29 ifleilfotlonsnioaip ö?oioot lllLM,W8l.Z»W üt herzlich willkommen. Versammlung Giehen l.EingmgLeOeingasie 3eider'Stnff kturwaren 1 Qwalitäten !oistra6e29 !l!en’ Kin0! Donnerstag, V. Zebruar 1952 Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhcflen) Hr.35 Zweites Blatt .ffer . MarW13“ heach«»" in *“ H hütete? Aln6 er sollte den Brautwerber machen? Olm liebsten hätte er dem Dickwanst bic Tur gezeigt. 5)cd) beherrschte er sich Er war nicht tlcin- l-ch. Die Entscheidung In dieser Sache lag nicht in seiner Hand. Beim Schicksal stand das Zu- künftige. , .. „Ich werde das Fräulein fragen . erwiderte er gefafet. „Sei morgen um dieselbe Zeit wieder ^^Rach dem Abendbrot brachte Hanna Willmann das Maricchen in seinem Stübchen zur "Ruhe, trat dann ins Wohnzimmer. „Ich möchf etwas Wichtiges mit Ihnen besprechen' . wandte der Psandmeister sich an sie. Er war ersichtlich befangen. Sie schaute erwartungsvoll zu chrn auf. „Und das wäre?" „ _ , . _ „Ich hole etwas weit aus. Fräulein Hanna. Heiraten ist ein Lotteriefpiel, es kann gut ausfallen. cs kann auch mit einer Enttäuschung endem Man nimmt vielleicht den Flug zu hoch und muh von der Höhe wieder herunter. Um alltägliche Sorgen und Pflichten kommt keiner herum. Man muh sich felbst vergessen, muh sich überwinden. ja für den andern sich opfern können. Die reine Vernunft tut's beim Heiraten nicht allein, auch das Her- muh sprechen —" Die Hanna hob die Schultern. Ihre Augen glänzten. Da- Herz hüpfte ihr in der Stuft „Herr Psandmeister". siel sie chm ins Wort ..Sie reden fo fein, ein Pfarrer könnt- nicht besser machen. Dah Sie mich gern haben, weih ich schon lang. Wenn Sie mich heiraten wollen, sag ich Jak- Seine Brauen rückten empor. „Aun brat' mir einer einen Storch? riet er. von freudigem Schreck übermannt ..Ich «eh hier als Brautwerber für Ihren Verehrer Leopold Ruthardt!" Sie warf den Kopf zurück. „Den härt' ich nie genommen!" Sein Antlitz erglühte in Hellen Farben. „Herrgott dann sind wir zwei einig!" Er 'chlofe sie in feine Arme. Auf ihren Lippen brannte sein Kuh. — _ . Am andern Tag fand der Buchhalter : fafe ein. DaS Brautpaar stellte sich chm vor. Blaffe und Röte wechselten auf seinem Gesicht. Seine Hande vollführten zaghafte Bewegungen. .Irgendwo hab' ich einmal gelesen . oracyre er wehmütig hervor. Bestimmung! Wort, da« die Welt überwebl. du bist die eherne Pforte, durch die das Leben geht. Meine Lieben, ich gratuliereF Oer Brautwerber. Bon A fret» Bock Der Psandmeister Heinrich Rettberg ein sittlicher Mann in den Dreihigern. war feU sieben Iahren verwitwet Hanna Willmann. eine hübsch« Rheinländerin, führte ihm den Haushalt und betreute das Mar.echen. fein einzige« Kind. Dem Pfandmeister lag ob, in der Stadt Schuldforderungen einzutreiben, keine leichte Aufgabe für einen Beamten, der gern Wilde walten liefe und geneigt war. die Versteigerung der von ihm gepfändeten Gegenstände so lange wie möglich h.n- auszuschieben. wenn sie Leuten gehörten die vom Unglück heimgesucht wurden. Gr kam in Häuser, wo die Armut hinter der Tur safe und am Bettelstab schnitzte. Er traf Menschen, die mit saurer Arbeit gern ihr Brot verdient hatten, die, so sehr sie sich auch muhten keine,Beschäftigung sanden. Not und Elend, die zu chm aufschrien. verursachten chm bitte« Stunden. Sein Beruf bekannte er Hanna W.llmann. war chm in dieser trostlosen Zeit zuwidergewordem ..Die Welt", sagte das Zraulein „ist eine gesprungene Glocke, sie klappert aber: sw klingt nicht mehr. Und doch, mem ich. dar^ mandie Flügel nicht hängen lassen. Es kann auch wicwer ^Der ^Psandmeister lud vor Hanna feine De- schäftsbürden ab. Eie war Nug. besah scharfe Urteilskraft, dabei war Frohmut der Grundzug ihrer Wesenheit. Das Kind, das chr anvertraut war. behandelte sie mit grober Ditte. Sie er zählte ihm entzückende Märchen in denen sich das Wunderbare mit dem asten verknüpfte Das Mariechen lauschte andachtsvoll, auch sein Vater, wenn er zugegen war. horte Al^öchentlich erschien beim Mandnwister als gern gesehener Gast sein Freund, der Buchhalter Ruthardt. ein Junggeselle der die Merzig bereits überschritten hatte, dessen sitzmide Leben- weise sein Bäuchlein bedenklich anschwelen Hefe. Er war bis über die Ohren in Hanna Wll^iann verliebt. Und es geschah, dafe er eines Tage« den Psandmeister beiseite nahm. Heinrich ich bin das Alleinsein mW. Sei so flut unt) klopf einmal bei der Hanna Willmann an. ob sie Lust hat. mit mir den Hochzeitswein zu Dem Psandmeister stieg das Blut zu Kopf. Donner und Doria! Was fiel dem Kerl denn ein l Der wollte ihm seine treue Haushälterin nehmen. Die Hanna, die fein Kind wie eine Mutter bewirb fortgesetzt Lediglich einen Erfolg konnten die Memelländer mit ihren Beschwerden erringen. Litauen muhte sich vor etwa einem Jahr dazu verstehen. die Bildung einer Memelland - regierung auf Grund der deutschen Landtagsmehrheit zuzulasten. Eine Selbst- Verständlichkeit, ohne die die Mcmellandautonomie überhaupt keinen Zweck gehabt hätte. An die Spitze dieser Regierung wurde der jetzige Präsident Bott- cher gestellt. Diese Regierung aber erwies sich bald als ein zu großes Hindernis für die Kownoer Li- tauisierungspläne. Deshalb mutzte sie jetzt b e | c i t i g t werden. Der litauische Gouverneur beschuldigt den Präsidenten des Landesverrat». Eine harmlose Reise nach Berlin, die lediglich der Schaffung neuer Ausfuhrmöglichkeiten für die um ihre Existenz ringende memelländische Landwirtschaft diente, mutzte wr Begründung des Staatsstreiches Her- Halten. Der Gouverneur hat Böttcher, der sich bi» zuletzt mannhaft gegenüber der litauischen Hetze behauptete, von litauischen Offizieren einfach wie einen Verbrecher abführea lassen (Er hat die Landesregierung mit Militärgewalt beseitigt, obwohl das zlutonomieitatut ausdrücklich besagt, datz die Regierung nicht aus trm Amt entfernt werden kann, solange sie das 'Vertrauen des Landtags besitzt! Dieses Vertrauen aber besatz Präsident Böttcher, da es ihm noch vor wenigen Tagen vom Landtag mit übergroßer Mehrheit ausgesprochen worden war. Trotz dieses troffen Rechtsbruchs behaupten die Litauer, datz von einem Staatsstreich nicht die Rede sein könne. Man spricht in Kowno Deutichland sogar das Recht ab, den Dölkerbundsrat anzurufen, obwohl Artikel 17 des Memelabkommens ausdrücklich sagt, dotz jede Rats macht berechtigt ist. den Rat auf Verletzungen der Memellandautonomie aufmerksam zu machen. Die litauische Frechheit kennt eben keine Grenzen mehr! Um so notwendiger ist es, datz den Litauern einmal kräftig auf die Finger geklopft wird. Der Dölkerbundsrat wird auf deutschen Antrag in einer Sondertagung über Öen Memelputsch beraten. Das Memelland erwartet, datz die deutsche Delegation sich durch die litauischen Der- drehungskünste nicht becinfluffen lätzt. Der Tatbestand ist ganz klar Litauen Hot durch fein Vorgehen das Memelabkommen zerrissen. Der Memelputsch hat eine ganz neue Lage geschossen. Datz die Memelländer zu ihrem Recht doch nie kommen werden, auch wenn Litauen zur Wiederherstellung des früheren Zustandes gezwungen wird, hat die jahrelange Leidensgeschichte des Gebiets gezeigt. Litauen hat sich schon von Anfang an als unwürdig erwiesen, die Souveränität über dos deutsche Land, das Litauen kulturell und wirtschaftlich turmhoch überlegen ist, auszuüben. Es wird daher eine grundlegende Revision im Sinne einer Rückgliederung des Oe- biet» an Deutschland erfolgen müssen. Deutschland kann sich dabei daraus berufen, datz das Gebiet auch heute noch zu mehr als 90 vH. deutsch ist, datz im Memelländischen Landtag von 29 Abaeordneten nur 5 Litauer sitzen, und datz eine Volksabstimmung sicher ein überwältigen- des Ergebnis zugunsten Deutschlands ergeben würde. Die Memelländer warten nur darauf, ihrem Herzen in einer solchen Volksabstimmung Luft zu machen. Die deutsche Autzenpolitik hätte angesichts der litauischen Rechtsbrüche schon längst die Memelfrage von dieser Seite her in Angriff nehmen muffen, dann wäre uns heute die Blamage erspart geblieben, datz sich selbst das kleine Litauen erdreistet, mit Deutschland derart umspringen Memel verlangt fein Recht! Es will nicht länger Spielball litauischer Willkür fein Taten für Donnerstag, 11. Februar Sonnenaufgang: 7 49 Alfer. Sonnenuntergang: 17.30 Alfer. - Mondaufgang: 9.23 Alfer, Monduntergang: 22.59 Alfer. 1905 der Dichter Otto Erich Martleben in Salo am Gardafee gestorben — 1919 Friedrich Ebert wird Präsident des Deutschen Reiches. Recht für Memel! Von unserem B.-8erid)terftatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Heidekrug, 9. Februar 19.32. Die litauischen Gewaltpolitiker gehen jetzt auf» Ganze im deutschen Memelland. Trotz aller Äbteug- nungsversuche ist der Putsch zür Tatsache geworden. Die rechtmätzige Landesregierung ist abgefetzt und der neue, vom Gouverneur Merkys eingesetzte litauische Landespräsident hot bereits den grotzen Vettreibunasfeldzug gegen die Memellanddeutfchen eingeleitet. Im Memelgebiet hat man keinen Augen- blick daran gezweifelt, datz die Drahtzieher im Tiemeier Gouvernementsgebäude ihre Plane nicht auf- geben würden. Die Well und auch das Berliner Auswärtige Amt aber haben sich wieder einmal durch litauische Versprechungen läufchen lasten. Allerdings sind die Litauer bei der Durchführung ihrer Gewaltsoläne mit echt östlicher Dcrlchlagenhell vorgegangen. Roch am 30. Januar hat der litauische (Gesandte in Berlin, Herr Schaulys, im Auswärti gen Amt offyieU versichert, datz olle Nachrichten uber litauische Putjchabsichten erfunden feien und datz die litauische Regierung nicht daran denke, das Memelabkommen zu verletzen. Acht Tage später, am 6. Februar, war der Putsch bereits zur Tatsache geworden! Mit Recht wird man in Deutschland über soviel Unverfrorenheit und Hinter- list empört sein. In Memel aber kennt man die Litauer schon seit mehr als einem Jahrzehnt nicht anders. Mit Falschheit und Hinterhältigkeit haben sie sich das deutsche Land an der Memel erschlichen. Mit gefälschten Statistiken und Dokumenten wurde die Abtrennung vom deutschen Mutterlande in Versailles durchgesetzt. Als die Litauer bann im Ja- nuar 1923 in das Gebiet einfielen, spielten sie sich al» die Befreier vorn französischen Joch auf. In Wirklichkeit aber handelte es sich bei den Jlämp- fen", die damals zwischen den litauischen Eindringlingen und den franzosifchen Bejatzungstruppen geführt wurden, um Gefechte mit Platzpatro - n e n, um einen gut inszenierten Theatercoup, denn Litauen hatte sich schon längst des Einverständnisses der Alliierten versichert, wie das ja auch die stillschweigende Sanktionierung des Memelraubs durch die Pariser Botschafterkonferenz einige Wochen später bewies Litauen hat sich zwar in dem Pariser Memelabkommen vom 8. Mai 1924 verpflichtet, dem Memelgebiet Autonomie zuzugestehen, um die Kultur und die überlieferten Rechte seiner Bewoh ner zu sichern, aber man hat in Äomno dieses Der sprechen niemals ernst genommen Im Gegenteil, ein Rechtsbruch folgte' dem anderen. Schikanen und Demütigungen waren an der Tagesordnung. Die ßitäuificrung, die sich in fortgesetzten Ausweisungen, Vertreibung der Lehrer und Beamten, Besetzung leitender Posten mit Litauern usw äufeerte, konnte den Litauern gar nicht schnell genug gehen. Selbst vor den deutschen Denkmälern der alten Ordensstadt Memel mochte der litauische Pöbel nicht Halt. Die ehrwürdigen Zeugen deutscher Vergangenheit wurden einfach von ihren Sockeln hcrabgeriffen und heute rosten sie irgendwo auf einem oerlgssenen Memeler Schuttabladeplatz Die jeweiligen Leiter der deutschen Autzenpolitik zogen es vor, sich mit mehr oder weniger scharfen papicr- nen Protesten zu begnügen. Auch die mehrfachen Völkerbunds- deschwerden haben nicht viel genutzt. Herr Woldemoras, der ehemalige Diktator Litauens, versprach vor dem Hohen Rat alles, was man von ihm erlangte, und als im Jahre 1930 die letzte grotze Memelbefchwerde anhängig war, wartete der litauw fdic Außenminister Zaunins mit dem Versprechen out. das Memelabkommen getreulich einzuhalten. Aber weder damals noch heute hat Litauen sein Wort gehalten, und da auch der Genfer Bund der Nationen nichts gegen das kleine Litauen zu unternehmen wagte, blieb alles beim alten So bestehen Kriegszustand und Pressezensur auch heute no-h, und die finanzielle Aussaugung des Gebiets ©er Stand der Preissenkung. Ter Neichobund der höheren Beamten an den Preislommtssar. Der Landesverband Helfen des Reichsbunde» der höheren Beamten bittet uns um Ausnahme folgender Mitteilung .Die von Dr.Goerdeler für Ende Januar in Aussicht gestellte Lenkung um nur 7 v. H. ist in keiner Weife erreicht. Der Reichsbund der höheren Beamten hot daher an Dr Goerdeler einen Zwischenbericht über die bisher beobachteten Preissenkungen. Ttand vom 22. Januar 1932 gerichtet. Die Senkung von Einzelpreisen. so wird auSgeführt. fei kein Beweis für d i e Senkung der Lebenshaltungskosten. 3m Interesse einer objektiven Erfassung deS Gesamtbilde- sei es wesentlich, die Richt durchführung der Preissenkung genau so darzustellen, wie die Belege für erfolgreiche Preislenkung. A u f Grund der von ihm organifier'ten Berichte auS allen Teilen de» Reiches kommt der Reichsbund der höheren Beamten zu folgendem Bild: Die Senkung der Rohftoffpreise weist grobe Schwankungen auf. Bei den Fertig- f a b r i f a t e n ist eine Preissenkung von 10 n. H feftgcftellt bei Photoapparaten, Schallplatten, Motorrädern, Radioröhren, optischen Geräten ulw.. d. h. Gegenständen des Lurus- und Ge- schastSbedarfs, die für den Beamtenfeaushalt keine grobe Rolle mehr spielen, während z. B. Haus- und Küchengeräte zum Teil noch 103 v. H. über Friedenspreis liegen. Die Markenartikel, die im Haushalt des Arbeiters etwa 7 v. H. des GelamtdedarlS ausmachen, werden bei sinken- dem E inkommen noch weniger gekauft Aber auch hier ist eine restlose Durchführung der lOproten- tigen Senkung nicht eingetreten. Die Schokolade * B tst der Setikung durch Aufgabe der Preisbindung ausgewichen. für Tabak ist überhaupt keine Preislenkung erfolgt. Die Senkung der Kohlen preise ist. wie aue einer Reihe von Städten nut Beispielen belegt wird, sehr vet- fdnebenartig • erfolgt Ebenso schwankt die Senkung der Brotpreile je nach den Orten,und der Sorte von 0 ub r 3. 5, 7. 8.9 D.fe mr Höchstsenkung von 10 v H. die aber zum Teil schon wieder bedroht ist Bei den Fleischpreisen wird die Preisentwicklung über einen groben Zeitraum hinweg unter Beobachtung gestellt und die Saisonauswirkung mit der Gefamttendenz verglichen Bei Gas, Wasser. Strom. Verkehr sind die von der Regierung zugesagten 10 v. H. bei weitem nicht erreicht worden. Die dabei vielsach geübte Verschleierung wird einer Kritik unterzogen. Dte Steuern sind nicht gesenkt, sondern zum Teil Bürgersteuer aufecr- ordenilich erhöht, das Schulgeld und die übrigen Erziefeungskosten haben eine drückende Höfe« erreicht. _ . . Dieser sporadische Charakter der Preissenkung lätzt belürchten. datz auch ihr kein durchschlagender Ersolg deschieden ist. Wie verträgt sich damit der Bries des Reichskanzlers an den Reichstagsabge- ordneten Wels vom 12. Dezember 1931, wonach es die .vornehmste Pflicht-der Reichsregierung- sei. darauf zu achten, datz .der jetzige Stand von Löhnen und Gehältern nur bei einem entsprechend tief gehaltenen Stande aller Preise aufrechterhalten bleiben kann?" öJ.-fpor< III. Olympische Winterspiele. Vie deutsche Eishockeymannschaft verliert abermals... Wegen der ungünstigen Witterung wurden am Abend im Eispalast zu Lake Placid zwei Eis- hockeyspiele ausgetragen. Deutschland erlitt eine weitere Niederlage, und zwar erneut durch Kanada, das durch überlegenes Spiel mit 5:0 (2:0, 1:0, 2:0) siegreich blieb. Die Deutschen hielten sich gut. machten aber zum Teil einen etwa- überspielten Eindruck. Der Turm in der Schlacht war Leinweber im Tor, dessen famose Abwefer- arbeit immer wieder Helle Begeisterung bei den Zuschauern hervorrief. - 3m zweiten Spiel gab Amerika erneut den Polen das Nachsehen, diesmal ebenfalls mit 5:0 (1:0, 1:0, 3; 0). Beim Kunstlaufen der Domen wurden am Dienstag die Pflichtübungen in Angriff genommen Aleberraschenderweife lief die Wienerin Fritzi Burger die Figuren vollendeter, als die Weltmeisterin Sonja He nie (Norwegen), die etwas enttäuschte. Gut gefielen auch noch Mabel B i n s o n (USA) und die junge Schwedin Divian Hulthen. „Sonja" dürfte es diesmal schwer haben, ihre Vorherrschaft zu behaupten. Erster Teil der Zweierbobrennen. Bei schönem Winterwetter brachte der Dienstag in Lake Placid zunächst aus der Mt. van Hoevenbergbahn die ersten beiden Läufe zu den Zweierbobrennen. Bei starkem Publikumsandrang wickelten sich die Rennen glatt ab. Bon den 12 gestarteten Schlitten hielt sich der Schweizer Bob am besten, er konnte im ersten Lauf auch den Bahnrekord für die 2350 Meter lange Strecke auf 2:05.8 Min. drücken. Amerika 1 verbesserte zwar im zweiten Laus den Bahnrekord sogar auf die Marie von Bülows 75. Geburtstag. Marie von Bülow, die zweite Gattin des einst so berühmten Dirigenten HcmS von Bülow, begeht am 12. Februar ihren 75. Geburtstag. Die tourbc in Wien geboren und wirkte in Meiningen, wo ihr Gatte als Hofkapellmeister tätig war. als Schauspielerin. Nach denn Tode ihres Mannes gab sie seine Briefe in einem neunbändigen Sammelwerk heraus. Bekannt wurde ihr Name vor allem durch die Organifation der .Mittwoch- Nachmittage" in ihrem Heim, die vielen Kunstgrö- fecn von heute die erste Gelegenheit gaben, sich der Öffentlichkeit vorzustellen. Zeitschriften. — „Die Kunst" (Verlag F. Bruckmann AG. München) bringt in Ihrem Februar hell den Graphiker Otto Nückel, der sein illustratives Talent mit Vorliebe an den Freuden und Mühen des kleinbürgerlichen Lebens in einem funkelnden Spiel von List und Ironie airiläfet Der schwedische Bildhauer Tore Strindberg verleiht seinen Mädchengestalten wundervollen Rfevtfemus der Linien. Don Malern werden Gustav Klimt mit einer farbigen Neproduktion feiner ..Freundinnen", dann Werner Peiner mit Teilstücken aus feinem Paradiestevvich und der Franzose ©curat mit Landschaften in eigener Maltechnik gezeigt Lebendig geschriebener Tert umrahmt die vielen vorzüglichen Abbildunge- Bevor Sie Ihr Haus bauen lassen" betitelt sich em mit bildlichen Dei- fabelbafte Zeit von 2:04,27 Min. aber im Gesamtergebnis der beiden Läufe blieb doch d:e Schweiz in Führung. Don den deutschen DobS fuhr „Deutschland 2 (Huth Ludwig) in beiden Läusen ein regelmäßiges Rennen, er endete im Gesamtergebnis auf dem vierten Platz Deutfchland 1 mit dem 'Weltmeisterpaar Kilian Huber konnte sich aus Grund der mäfeigen Zeit im ersten Laus nur als Debenter placieren. Immerhin besteht die Chance, dafe die deutschen BvbS In den beiden letzten Läusen am Mittwoch ihre Position noch verbessern können. Karl Schäfer Olympiasieger. - Irn ausverkauften Eispalast wurde am Dienstagabend das Kunstlaufen der Herren mit ten Kürübungen abgefchlosfen. Der dreifache schwe- dische Olympiasieger Glllis Grasstroem war mit einem wundervollen Programm erfolgreicher als beim Pflichtlaufen, aber im Gesamtergebnis konnte er den jungen Wiener Schäscr doch nicht hiefer erreichen. Schäfer wurde damtt zum ersten Male Olympiasieger Den zweiten Platz besetzte Gillis Grasstroem vor dem Kanadier Wilson und dem Finnen Nikkanen. Der 'Berliner Ernst Baier, der das Pech hatte, bei seiner schwierigen Kür einige Male auszurutschen, konnte Immerhin noch den fünften Platz für Deutschland retten. Entscheidungen am Mittwoch. Am gestrigen Mittwoch wurden die Rennen im Zweierbob zu Ende geführt. Als Sieger gingen die Amerikaner In der Rekordzeit von inSgefamt 8:14.74 Minuten aus dem Rennen hervor. An zweiter Stelle folgte die Schweiz. Den 3. Platz belegten wieder die Amerikaner, dann folgte Ru- !vielen belegter Aufsatz aus dem Bereich der Wohnungskunst. Was die neuzeitliche Beleuch- tungskunst in formenschönen und zwcckmäfeigen Lichtträgern leistet, zeigen mehrere Seiten hervorragender Beispiele auS bekannten deutschen Werkstätten. Oochschulnacbrickten. Der Göttinger Germanist Professor Dr. Friedrich N e u m a n n hat den an ihn ergangenen Rus an die AlniDcrfität Frankfurt als Nachfolger deS nach Bonn berufenen Ordinarius Professor Hans Naumann abgclehnt. Das Kapitel des bayerischen Maximiliansordens für Wisfenfchaft und Kunst hat an Stelle der verstorbenen Universitätsprosessoren Dr Theodor N ö l d e k e, Exzellenz Allrich vWilamowitz- Möllendorff, Geh. Rat Dr. Aurel Dofe, Geh Rat Dr. Emil Warburg und Geh. Rat Dr Lujo Brentano folgende neue Mitglieder in der Ordensabteilung für Wissenschaft ernannt: den ordentlichen Professor für Aegyptologie an der Universität Berlin. Geh Regierungsrat Dr. Kurt Sethe: den ordentlichen Profeffor der indogermanischen Sprachwissenschaft an der Universität Basel, Dr Jakob Wackernagel: den ordentlichen Professor der Mathematik an der Technischen Hochschule in München, Geh Rat Dr Walter v. Dyck: den ordentlichen Prosessor der theoretischen Physik an der Münchener Universität, Geh Hosrat Dr. Arnold Sommerfeld: den Ordinarius der Geschichte nn der Berliner Universität, Geh. Regierungsrat Dr. Max Lenz. Das Gelamtminifterium hat die Ernennungen bestätigt. Der Ehrenbürger der Stadt Eberswalde, Gcbcimral Professor Dr Schwa ppach, ist im 81- Lebensjahre gestorben Schwappach. der in Bamberg geboren war, folgte 1881 einem Ruie als Extraordinarius für Forstwissenschaft an die Universität Diesten und erhielt 1886 einen Ruf als Professor der Forstwissenschaft an die damalige Forstakademie Eberswalde und zugleich als Dirigent ^er forstlichen Abteilung der Haupt- ftfliion des forstlichen DerluchsWesen-: er war u. a Ehrenmitglied der Gefellfchaft amerikanischer Forstleute in Washington, auswärtige- Mitglied der Schwedischen Gesellschaft für Landwirtschaft. Ehrenmitglied des Forstkorps und Ehrenprolesfor am Forst Institut in Leningrad. Ehrendoktor der Hochschule für Bodenkultur in Dien, Ehrendoktor der Zorstwlslenlchast der Forstlichen Hochschule in Hannoversch-Münden und Ehrenmitglied der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft- , 0.51 , 0.70 1-0.75 ' 058 . 055 ,1.60 .1.60 rven: sen (nicht zu lO.LPfW »als besonder? günstig an: n: 'fund-Dose 0.55 „ , 0.65 . . Oä» . , 0.65 abestelle: Pfund 050 •1 0.7(1 ..... 072 ...... 0® •••• ' 075 en (roh und tf6" ckerei: ot: Mischbrot. Brötchen^ tglieder’- mänien und an 5. Stelle erst Deutschland (Kilian, Huber): nach Italien landete der zweite deutsche Bob (Muth, Ludwig) auf dem 7. Platz. — 2m ersten Skiwettbewerb, dem Langlauf über 18 Kilometer, der von den 61 Läufern bestritten wurde, siegte der Schwede lltterström in der Zeit von 1.23,07 Stunden. Auf den nächsten Plätzen sah man nur Schweden, Norweger und Finnen. Bezirksiagung der OT. Der 2. Bezirk (Giehen-Wetzlar-Grünberg) des Gaues Hessen hielt am Sonntag zu Diesten seine ordentliche Iahrestayung ab. Bezirksvertreter älniversitäts-Dureaudrrektor Wilhelm Erle erstattete den Vorsitzenden der Turnvereine den Verwaltungsbericht, Bezirksturnwart P. Schü- l e r, Wetzlar, den Turnbericht. Der Bezirk um- fastt 32 Vereine und erfreut sich eines regen Betriebes in Ausbildungsarbeit und Leistungen. Vach ergiebiger Aussprache über wirtschaftliche Fragen, die Gestaltung des bevorstehenden 100. Gauturntages zu Giesten, über den Spielbetrieb ii. a. wurde das Winter-Geräteturnen in Verbindung mit dem Frühjahrs-Geländelauf dem Tv. Heuchelheim für den 10. April, das volkstümliche Bezirkswetturnen dem Tv. Krofdorf für die erste Hälfte des Juni übertragen. Am gleichen Tage wurde die Dorturnerschaft des Bezirks unter Leitung des 2. Bezirksturn- wartes Karl Reuter, Giesten. auf dem Turnboden in ihren planmastigen llebungsstoff weiter eingeführt, insbesondere in die allgemeinen Frei- Übungen des Gaues und des Mittelrheinkreises und in die Pflichtübungen, die einheitlich für den Gerätewettkampf in den sechs Gaubezirken aufgestellt Worden sind. Sandball im Lahn - Oünsberg - Gau Beuern! — Londorf l 3:2 (1:1). Zu einem Gesellschaftsspiel weilte am Sonntag der Meisterschaftsanwärter und Altmeister Londorf in Beuern und mußte eine knappe, aber immerhin überraschende Niederlage hinnehmen. Die Gastgeber gingen bereits in der 10. Minute in Führung, Londorf gleich aber bald darauf aus. Nach dem Wechsel erhielte Beuern zwei weitere Erfolge, denen die Gäste aber nur noch ein Tor entgegensetzen konnten, obwohl Beuern während geraumer Zeit mit nur zehn Mann spielen mußte. Rodheim! — Kinzenbach! 3:3 (0:3). Beide Mannschaften lieferten sich auf dem Rodheimer Platz einen spannenden Kampf. Kinzenbach war in der ersten Hälfte der Spielzeit klar überlegen und ging mit drei Toren in Führung. Nach dem Wechsel kamen die Gastgeber mehr auf, und erzielten bis zum Schluß den Ausgleich. Trotzdem Kinzenbach in der zweiten Halbzeit keinen Erfolg mehr buchen konnte, hielt die Mannschaft das Spiel jederzeit offen. Die sich in dieser Zeit bietenden Chancen wurden entweder verschossen oder die Torschüsse wurden vom Rodheimer Hüter in schöner Manier gehalten. _________ Overheffen. Bürgermeisterkonferenz in Alsfeld. 0b> Alsfeld, 10. Febr. Hier fand unter dem Vorsitz von Kreisdirektor Dr. Stammler eine Bürgermeisterversammlung d:sKreifes Alsfeld statt. Den ersten Punkt der Tagesordnung bildete der freiwillige Arbeitsdienst. Der Direktor des Arbeitsamtes Gießen, Regierungsrat Dr. B u e s, hielt hierüber einen aufschlußreichen Vortrag. Er wies auf die schlimmen Folgen der lange andauernden Arbeitslosigkeit für den einzelnen Arbeitslosen, für dessen Familie, sowie für die gesamte Wirtschaft hin. Bei dieser Sachlage, gewinne der anfangs viel bekämpfte freiwillige Arbeitsdienst erhöhte Bedeutung, insbesondere vom arbeitspädagogischen Standpunkt aus für die Jugendlichen. Der Vortragende erläuterte eingehend die Voraussetzungen, den Personenkreis und die für den freiwilligen Arbeitsdienst in Betracht kommenden Arbeiten. Er empfahl den Gemeinden dringend, von der Einrichtung des freiwilligen Arbeitsdienstes weitgehendst Gebrauch zu machen, zumal diese auch im Interesse der Gemeinden liege. Am Schlüsse gah Regierungsrat Dr. Bues eine Heber- sicht über die im Bezirk des Arbeitsamtes Giesten bereits im Gange befindlichen Arbeiten im Wege des freiwilligen Arbeitsdienstes. Auf Grund der anschließenden Aussprache wurde eine Entschließung angenommen, in der gefordert wird, daß der Kreis der für den freiwilligen Arbeitsdienst zugelassenen Personen durch Hereinnahme der Wohlfahrtserwerbslosen auf Kosten der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung erweitert werden möge, und daß der § 75 d des Arbeitslosenversicherungsgesetzes den Zeitverhältnissen entsprechend geändert werde. Oberhessischer Gchäferiag in Nidda. △ Nidda, 10. Febr. Dom herrlichsten Wetter begünstigt, fand am Sonntag zum ersten Male hier der Schäfertag des Oberhessischen Schä- feroerbandes statt. Um 10 Uhr wurden die Gäste mit Musik am Bahnhof abgeholt und zum Tagungslokale, dem Gambrinus-Saalbau, geleitet. Hier begrüßte im Namen der Stadt Bürgermeister Rull mann die zahlreiche Versammlung, wofür der Vorsitzende des Verbandes, Schäfer W. Wirth aus Wetterfeld, dankte. Anschließend hielt der Ge- ich^stssührer des Süddeutschen Schäferverbandes, H. Körner (Stuttgart), einen beifällig aufgenommenen Vortrag über: „Die Zukunftsaufgaben der süddeutschen Schäfereien und Schafzucht, die nur durch Hebung des Verbrauchs ihrer Produkte, Wolle und Fleisch, rentabler werden könne, lieber „Schafpflege" konnte Schäfer Lentz (Ettingshausen) auf Grund langjähriger Erfahrungen treffliche Ratschlage erteilen. Nach der Mittagspause bewegte sich von der Bahnhofstraße aus ein prächtiger Festzug durch die beflaggten Hauptstraßen der Stadt nach der Gänsweide. Der Reiterverein Nidda eine Musikkapelle, etwa 90 Schäfer und Schäferinnen, aus dem nördlichen Oberhessen und den an- grenzenden preußischen Gebieten, in ihren schönen allhergebrachten Tracht (Schäfermantel, Schäferhut oder Kappe aus Lammfell, gelbplattierte Schulterriemen und Schäferschippe) gaben ein farbenreiches Bild. Ebenso bewundert wurden die Festwagen, die eine Schafherde im Pferch, die Schafschur, die Spinnerei von Wolle in einer Spinnstube, die Verwendung von Schaffleisch in der Metzgerei und dergleichen mehr vorführten. Der Stadtvorstand Nidda und die Vorstandsmitglieder des Verbandes folgten in geschmückten Autos. Den Zug beschloß eine große Zahl von Teilnehmern aus dem Derbandsgebiet. Auf der Gänsweide begannen nach Ankunft des Zuges die Wettläufe der Schäferburschen und Wirtschaft. HolzversteigerungS - Termine. Freitag, 12. Februar. Bürgermeisterei Gießen: Zusammenkunft an der Daubringer Straße in der Nähe des Steinbruchs, 9.30 Uhr. Hessisches Forstamt Schiffenberg: Zusammenkunft im Gasthaus „Zur Krone" in Leihgestern, 9.30 Uhr. Bürgermeisterei Steinbach: Versteigerung im- Gemeindewald. Anfang am Rodacker, Straße Annerod-Steinbach, 9 Uhr. Bürgermeisterei Bersrod: Zusammenkunft am Waldeingang, Abteilung Waldwiese, 10 Uhr. Staatliche Oberförsterei Krofdorf: Zusammenkunft im Freundschen Saal zu Krofdorf, 9 Uhr. Sranffurf schwankend. Frankfurt a. M., 10. Febr. 3m telephonischen Freiverkehr von Bureau zu Bureau zeigten die Kurse weiter nachgebende Tendenz. Die Um« satztätigkeit war im allgemeinen recht gering, doch war sie immerhin lebhafter als gestern. Die Spekulation und das Publikum nahmen erneut Realisationen vor, zumal vom Auslande weiter rückläufige Kurse gemeldet wurden und auch die politische Lage weiterhin recht unklar ist. Beachtung fand ferner die weitere Zunahme der Arbeitslosenziffer, die die 6 Millionen-Grenze überschritten hat. Das Kursniveau senkte sich erneut auf einigen Spezialmärkten um etwa 2 Prozent, nachdem bereits gestern nachmittag merkliche Rückgänge eingetreten waren. Mehr offeriert waren I.-G.-Farben und alle Clektrowerte, besonders wieder AEG., wobei Befürchtungen hinsichtlich des AEG.-Abschlusses, der demnächst zur Veröffentlichung kommt, mitsprachen. An den übrigen Märkten bröckelten die Kurse zwar ebenfalls ob, doch in langsamerem Tempo. Montanwerte tagen nur vereinzelt bis 0,5 Prozent niedriger, Rhein. Braunkohlen sogar etwas höher, da hier günstige Dividendenschähungen anregten. Reichsbankanteile, die zunächst den Paristand erreicht hatten, konnten sich später leicht erholen. Am Rentenmarkt gaben die Kurse gleichfalls weiter nach: das Publikum war als Abgeber im Markt. Dis zu 0,5 Prozent schwächer lagen Gvldpfandbriefe, Reichsschuldbuchforderungen, Altbefihanleihe und später auch Liquidations- Pfandbriefe, nachdem diese gut behauptet eröffneten. Industrie-Obligationen und Schahanweisungen waren überwiegend angeboten, ebenso von Auslandsrenten Anatolier, die 0,5 Prozent nachgaben. 3m Nachmittagsfreiverkehr machte sich auf Gerüchte, die von einer Diskontermähi- gung wissen wollten, sowohl am Akten- als auch am Rentenmarkt eine merkliche Erholung geltend. Die Besserungen am Aktienmarkt betrugen bis zu 3 Prozent, so daß die heutigen Verluste nicht nur aufgeholt, sondern noch überschritten wurden. Die Llmsatztätigkeit hielt sich aber in sehr engen Grenzen und die Kurse wurden meist nur heraufge- sprvchen, da man sich sehr abwartend verhielt. Berlin befestigt. Berlin, 11. Febr. (WTB. Funkspruch.) Obwohl Die Gerüchte, die in den gestrigen Nachmittagsstunden zu kräftigen Kurserhöhunaen geführt hatten, sich inzwischen als falsch herausgestellt haben, setzte sich im heutigen Bormittagsverkehr und im weiteren Verlaufe des Tages bei stillem Geschäft eine weitere Befestigung durch. Die matten Auslandbörsen blieben eindruckslos, ebenso wirkte sich die Zahlungseinstellung der Berliner Bankfirma Braun & Co. weder kurs- noch stimmungsmähig aus, da diese Firma schon seit längerer Zeit für das Börsengeschäft ohne Bedeutung war. Obwohl die Kurse im heutigen Telephonveckehr zum Teil noch über die des gestrigen Abendniveaus hinausgingen, war dies weniger auf neue Anlagekäufe des Publikums, als auf weitere Deckungen der Kulisse zurückzuführen, da man die Aussichten Hindenburgs zur Reichspräsidentenwahl nach den neuesten 3nformationen durch die Haltung des Khffhäu'er-Dundes und des Stahlhelms günstiger beurteilte. Dieses Deckungsbedürfnis erstreckte sich besonders auf die Märkte, die in den letzten Tagen stärkere Verluste erlitten haben, wobei nicht selten gegen gestern vormittag Gewinne bis zu 5 Prozent, vereinzelt auch noch darüber, eintraten. Kräftig erholt waren vor allem Elektropapiere unter Bevorzugung von Siemens und Licht L Kraft, mit Ausnahme von Schuckert, die vernachlässigt lagen, und die Auslandwerte unter Führung von Chadeaktien. Am Bankenmarkt waren Reichsbank- und Handelsanteile mehr begehrt, während bei den übrigen Bankaktien kaum Kursveränderungen festzustellen waren. Auch Schiffahrtswerte und Montanpapiere lagen sehr ruhig, während am Kalimarkt für Salzdetfurth und von den sonstigen Spezialwerten für Dessauer Gas, Deutsche Erdöl und Charlottenburger Wasser einiges 3n- teresse bestand. Aber nicht nur am Aktienmarkt, sondern auch bei den festverzinslichen Papieren überwog heute die Saufneigung. Fast alle Kategorien des Anlagemarktes wiesen J/4- bis Vrprozentige Befestigungen auf. Schuldbücher waren ebenfalls etwa */» Prozent über gestern gesucht. Reich''b^hnvorzugsaltien und Farben-Donds konnten sich um etwa 1 Prozent bessern. Nur 3ndustrie- und Kommunalobligationen waren ziemlich vernachlässigt. Für Deutsche Anleihen zeigte sich bei ruhigem Geschäft auf etwas erhöhter Basis kleines Interesse. Banknoten. Devisenmarkt Berlin — 'rankfurt o. IN. 10.Februar 11 .Februar Amtliche Notierung Amtliche Notierung (Aflh 3rlc< Geld ' 23rte' Helsingsor» . 6.494 6,506 6.474 6,486 Wien . . 49.95 50.05 49,95 50,05 Prag . . . 12,465 12.485 12,465 12,485 Budapest . . 56.94 57.06 56,94 57,06 Sosia . . . 3,057 3.063 3,057 3,063 Holland . . 169.98 170,32 169,73 170,07 0610 . . . 78,62 78,78 78,32 78,48 Kopenhagen. 79.62 79,78 79,32 79,48 Stockholm 81,37 81.43 81,07 81,23 London . . 14,43 14.47 14,39 14,43 Buenos Aires 1,043 1,047 1,038 1,047 Weunorf 4.209 4.217 4,209 4,217 Brülsel. . 58.69 53,81 58,69 58,81 Italien. . . 21.83 21,87 21,83 21,87 Paris . . . 16,87 16,61 16,57 16,61 Eckwei, . . 82.11 82,27 82,11 82,27 Spanien . . 32,57 32,63 32,47 32.53 Danzig . . 81,97 82.13 81,97 82.13 Japan . . 1,489 1,491 1.489 1,491 Rio de Jari.. 0,252 0,254 0,250 0,252 Jugoslawien. 7.463 7,477 7,463 7,474 Lissabon 13,19 13,21 13,12 13,14 Reichsbankdiskont 7 v. h. Lombardzinsfuß 8 v. h. Berlin, 10. Februar Geld 25rM Amerikanische Noten . ...... 4,20 4,22 Belgllcke Noten ......... 58,53 58,77 Dänische Noten......... 79,44 79,76 Englische Noten ......... 14,39 14,45 Französische Noten........ 16,53 16,59 Holländische Noten........ 169,61 170,29 Italienische Noten........ 21,81 21,89 Norwegische Noten........ 78,44 78,76 Deutsch-Oesterreich, i 100 Schilling — —— Rumänische Noten...... . 2,49 2,51 Echioedilche Noten ....... 81,09 81,41 Schweizer Noten......... 81,94 82,26 Spanische Noten.....«... 32.43 32,57 Ungarische Note» ....... — Schwememarkt in Nidda. △ Nidda, 10. Febr. Heute wurde hier der erste diesjährige Schweine - und Krämermarkt abgehalten. 3nfolge des kalten und windigen Wetters war der Auftrieb an Ferkeln etwas niedriger, als bei den vorhergehenden Märkten. Er betrug 261 Stück. Bei großem Besuch von Kauflustigen ging der Handel flott, es verblieb kein Tieberstand. Die Preise waren fest. Für je ein Ferkel, sechs Wochen alt, wurden durchschnittlich 8 bis 9 Mk.: acht Wochen alt, 10 bis 11 ORt; zehn Wochen alt, 14 bis 15 Mk. bezahlt. Das Paar Springer kostete 40 bis 45 Mk. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 11. Febr. Auftrieb: 155 Rinder, 865 Kälber, 342 Schafe, 1023 Schweine. Es notierten pro 100 Pfund Lebendgewicht:Kälber. Beste Mast, und Saugkälber 36 bis 40, mittlere Mast, und Saugkälber 30 bis 35, geringe Kälber 26 bis 29. Schafe. Mastlämmer und jüngere Mast- hämmel (Weidemast) 25 bis 28, mittlere Mastläm. mer, ältere Masthärnrnel und gut genährte Schafe 20 bis 24, fleischiges Schafvieh 16 bis 19. Schweine. Vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund 40 bis 43, von etwa 200 bis 240 Pfund 40 bis 43, von etwa 160 bis 200 Pfund 38 bis 43, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 35 bis 40 Mark. Marktverlauf: Kälber und Schafe mittelmäßig, geräumt; Schweine langsam, ausverkauft. Sckäfermädchen. Die sehr große Schar von Zuschauern hatte an den Spielen reges Interesse. Den ersten Preis errang Schäfer Wenzel aus Ulfa, von den Mädchen die Schäferstochter Elise V o n - derheit aus Dillingen. Die Feier wurde dann im Gambrinus fortgesetzt. Ein gemütliches Zusammensein wurde durch schöne Musikoorträge der Feuer- wehrkapelle Nidda und vorzügliche Lieder des Gesangvereins „Sängerkranz" von hier genuß- und abwechslungsreich gestattet. Auch dem Tanzvergnügen wurde von vielen Gästen, besonders von den Äunaschäfern und -schäferinnen, in ausgiebiger Weise gehuldigt. Das Fest nahm einen sehr befriedigenden Verlauf. Preußen. Kreis Biedenkopf. WSN. Obereisenhausen, 10. Febr. Bei einer Schlägerei, die sich in der vergangenen Nacht hier entwickelte, wurde der Arbeiter Willi Konischer erstochen. Außerdem wurden zwei Arbeiter namens Decker und Petri so schwer verletzt, daß sie in die Marburger Klinik eingeliefert werden muhten. Amtsgericht Gießen. Grunddienstbarkeiten bieten auf dem Land zwi. scheu streitenden Parteien nicht selten Anlaß zu Zwilprozessen, weniger zu Tätlichkeiten. 3m Fragefall kam es aber nach Erledigung des Prozesses auch zu letzteren, und mit ihnen hatte sich diesmal der Strafrichter zu befassen, währeird der Zivilrichter damit nichts mehr zu tun hatte. Auf Dem Grund und Doden, um den es sich handelte, gerieten die Parteien, auf der einen Seite Vater und Sohn, auf der anderen der Deklagte, für den der Rechtsstreit ungünstig ausgegangen war, mit Beziehung auf den Prozeß in heftigen Wortwechsel. der in eine Rauferei, mit der die ersteren begannen, ausartete. Vater und Sohn schlugen auf den Gegner, der zu Fall gekommen war, gemein* gastlich ein, und der Sohn benutzte dabei eine Schippe, so daß der Verletzte Kratzwunden und blutunterlaufene Stellen am Körper davontrug. Die Angreifer beriefen sich auf Notwehr, die aber nach der Deweisaufnahme ausgeschlossen war. Wenn der Verletzte nach einem Tranchiermesser rief, so geschah dies erst, nachdem Die Schlägerei vorüber war, und ein Gleiches gilt für Drohungen, die der Angegriffene ausgestoßen haben soll. Tln- ter Annahme mildernder Umstände erhielt der Vater wegen Körperverletzung 20 Mk., der Sohn 40 Mk. Geldstrafe. Ein Fortbildungsschüler hatte zwei Nachholstun- den versäumt. Der Arbeitgeber des Lehrlings soll diesen absichtlich von der Schule ferngehalten, bzw. ihm die zu ihrem Besuche erforderliche Zeit nicht eingeräumt und dadurch gegen §25 des Hessischen Volksschulgesetzes verstoßen haben. Auf Antrag der Schulleitung erhielt er, da angeblich Straferschwerungsgründe vorlagen, einen Strafbefehl über 12 Mk. 3nfolge Einspruchs kam die Sache zur Verhandlung, worin der Angeklagte erklärte, er habe von der Anberaumung der Nach- holestunden nichts gewußt, eine diesbezügliche Mitteilung fei ihm nicht zugegangen. Ein gegenteiliger Nachweis konnte nicht erbracht werden. Da eine derartige Mitteilung in solchen Fällen eine Voraussetzung der Strafbarkeit ist, erfolgte Freisprechung. 3n einem Dorf der Umgegend fand eine auch aus der Nachbarschaft besuchte nationalsozialistische Versammlung statt, in der auch Kommunisten erschienen waren. Nach Schluß verliehen die Parteien auf Anordnung der Polizei getrennt baä Versammlungslokal ; die Nationalsozialisten begaben sich in einen Nachbarort und begehrten dort trotz der bereits eingetretenen Feierabendstunde Einlaß in einer bereits geschlossenen Wirtschaft. Der Wirt öffnete schließlich, nachdem ein Guts» Pächter aus der Umgegend u. a. erklärt hatte, er übernehme jede Verantwortung, sie hätten «Ä)utz nötig, cs drohe ein Kommunistenüberfall. Die Sache wurde bei Gericht anhängig, das auf Die letzterwähnte Verteidigung des Angeklagten nicht naher einging, da es annahm, ein derartiger Schuh hätte sich auch auf andere Weise ermöglichen lassen. Zudem wurde Das Verabreichen von Getränken festgestellt. Die Angeklagten — darunter der Wirt — erhielten wegen ^Übertretung der Polizeistunde die übliche Geldstrafe. Nur dieienige des Gutspächters wurde erhöht, weil er für alle Geschehnisse die Verantwortung in irreführenbet Weise übernommen hatte. Sie war gänzlich unnütz. Aus dem Amtsverkündigungsblati. * Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 10 vom 9. Februar enthält: Stand der Maul- und Klauenseuche in Hessen. Verordnung über Preisschilder und Preisverzeichnisse. Trichinenschau. Das Beschneiden Der Hecken. Benachrichtigung der Gendarmeriestationen durch die Ortspolizeibehörden. Aenderung der Polizeivervrd- nung über die Verkehrsregelung in der Stadt Gießen. Die Mitnahme von Hunden in Felder und Wälder. Wiesenrundgänge im Frühjahr 1932. Ausführung des Artikels 20 desVolksschulgesehes. Zur Entlassung kommende Schüler, die ein Handwerk erlernen wollen. Dienstnachrichten. Briefkasten der Redaktion. lNechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Sch. in Gießen. Hinsichtlich Ihres Schwiegervaters in Gambach dürfte Steuerfreiheit bestehen, da das erforderliche Einkommen von 900 Mk. bei einem Sozialrentner nicht erreicht wird. Zuständig für den Einspruch ist die Bürgermeisterei in Gambach. Ein Unwissender in der Frankfurter Straße. In Anbetracht der Verschiebungen, Die in Ihrem Falle hinsichtlich des Mietobjektes oder der Mietobjekte stattgefunden haben, läßt sich eine bestimmte Auskunft über die Höhe des jetzt von Ihnen zu zahlenden Mietpreises nicht erteilen, da der Nuhungswert der Ihnen entzogenen Grundstücke, sowie des Kellers und des StalleS bisher nicht feststeht. Falls hierüber jetzt feine Einigung zustande käme, wäre der Wert durch Sachverständige festzustellen. Dieser Wert ginge von der Friedensmiete ab, von der Sie barn wieder 10 Prozent abziehen dürfen. Insoweit Ihnen aber der Vermieter auf Ihre frühere Reklamation hin schon eine Mietsenkung bewilligt hat, können Sie nicht eine nochmalige Senkung verlangen, die bann ben Betrag von 10 Prozent ber Friebensmiete überstiege. Diese ist jetzt nochmals genau festzustellen, wenn ein Vergleich nicht zustanbekommt. 2n Diesem Falle ist das Mieteinigungsamt anzurufen. Eewiuuauszug 5. Klasse 38. Preuhisch-SSddeutfche (264. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verböte» Auf jede gezogene Nummer find zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einet auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und H 1. Ziehungstag 9. Februar 1932 In der heutigen Bormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 ®ttohtne r» 25000 TL 332268 4 ®«Statt« m 10000 M. 208596 330707 8 ®t»tan« »u 5000 9B. 324014 369566 374046 391436 14 ®e»tane tn 3000 «L 17857 99133 103008 115029 274286 322519 397220 70 ©etoinn« »u 2000 M. 1503 36162 42716 62748 68088 75291 99244 99777 104702 111551 116271 123158 128910 132964 133877 161612 166255 209847 212265 238192 282951 284952 318290 324531 326606 340654 341395 349269 361371 362555 365985 370660 380389 382957 395317 118 »etetan« »u 1000 M. 5692 18468 23517 36944 49477 51223 56769 60873 61019 66032 87573 90212 98446 100877 109234 109736 110130 118241 122428 143229 147132 150700 155508 155568 162848 169552 171894 173668 174504 176690 178319 193184 201809 205937 209052 210592 220579 220828 233210 238712 239183 263861 272720 273889 279276 307183 313499 313632 316638 317081 318029 321558 337998 353668 364014 364027 374381 374837 391033 206 ©tteinne .a 600 . 3705 14126 19013 21633 22300 23072 31196 33765 35483 38508 42268 46725 60161 64856 65041 65802 70914 72206 79124 81781 36545 92674 96810 97686 97737 102075 108174 115220 127813 130727 137109 137199 141849 147766 148268 152393 157491 158684 161840 164038 173940 178537 179236 179700 186847 190862 190943 191504 196279 200829 206003 207062 207547 211094 217368 220231 220641 224647 233840 237143 242568 245948 247514 256283 257490 269959 263129 263471 266009 267577 268318 270421 270446 288026 288306 291958 297117 298687 299270 306931 306954 309168 309669 320762 322708 324685 328098 333317 341391 344636 344895 352017 358637 362129 363207 367404 373468 374720 386560 386636 387020 387909 398808 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 4 ®«tDtnae tu 10000 TL 48934 135380 6 Srwtait« »u 5000 M. 143996 286117 389340 14 Gewinne »u 3000 HL 33220 44466 113804 139651 239683 368212 370159 56 Oftomnt zu 2000 W. 28250 35277 41869 66261 94666 99808 118319 119023 146876 193607 201216 208253 212434 289897 300179 300781 30=857 312785 321364 329881 335749 336186 359094 359488 360678 375048 390867 399340 103 Gewinn« ,a 1000 W. 5234 1 2198 26109 29342 34011 41323 41963 44116 44328 51037 82772 89394 90782 91081 91745 99357 100599 107055 116538 124873 138839 155107 158687 160696 165619 172432 188470 193727 196719 215111 217828 220369 221739 250312 261021 265841 266955 268163 279847 281442 282861 310916 315613 315736 323061 338206 340099 340196 341712 365445 366016 388834 369728 380713 192 S.wtnn« 600 M. 6556 6593 7359 13477 16341 26217 27341 31789 32344 37070 43860 63884 67636 61254 63336 70032 79336 80142 80221 82964 83296 84529 92785 100880 101492 101709 104623 119304 121247 126086 126460 128660 131533 132323 141094 142936 147476 151467 165767 166479 167605 157802 158382 161827 163308 164282 166749 177464 193304 197648 199052 199118 218207 219801 220814 221687 223014 226714 229988 239999 242310 242574 256742 264841 272011 277206 279309 283788 286249 287270 292881 293407 309272 311104 313990 315822 319702 319984 326073 336466 338521 343900 345074 366501 367637 368500 373332 376448 386121 386322 386358 386618 388209 295245 396427 397535 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 5f 0)00, 2 Gewinne zu je 600000, 2 zu je 800000, 2 zu je 200000, 4 zu je 100000, 6 zu je 75'>00, 12 zu je 50000, 28 zu fe 25000, 192 zu je 10000, 488 zu je 5000, 972 zu je 3000. 2874 zu je 2000, 5774 zu je 1000, 9602 zu je 500. 28978 zu je 400 M. Auch bei bescheidenstem Wirtschaftsgeld kann die Hausfrau stets kräftige Suppen, Sogen. Gemüse usw. auf den Tisch bringen, wenn sie Maggis Fleischbrüh- würfel verwendet. Alle damit hergestellten Gerichte schmecken gerade so, als ob sie mit Fleisch gekocht wären. Dabei sind Maggi's Fleischbrühwürfel billig. 1137 A Gerade in der rauhen Jahreszeit ist Hautpflege besonders wichtig, denn Wind, Kälte und Nässe Derminbern den normalen Fettgehalt der Haut und machen sie spröde und rissig. Vorbeugen ist auch hier besser und leichter als heilen. Wichtig ist, baß daß verwendete Präparat auch tatsächlich in die Haut einbringt unb nicht auf ihr liegen bleibt, unb selbstverständlich muß es unbedingt reizlos fein. Beide Forderungen werden von Nioea-Creme er- füm. 163V Lichtspielhaus Gießen Ate heute Donner»tu« bi» Nonntag einwehHr Blich! Sonder-Programm II. 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Stsateopcr Berlin und der Meistergeiger Dajos BAla 3 61019 660328767390212 109736 110130 118241 2 150700 156508 155568 14 173668 174504 176690 )9 205937 209052 210692 10 238712 239183 263881 76 307183 313499 313632 i29 321558 337998 353568 181 374837 391033 370514126 19013 21533 765 35483 385084226846 25 802 70914 72206 79124 81781 17685 97737 102075 06174 -- 137109 137199 167491 158884 179238 179700 as S S SS Ä SS s s 822703 324685 328098 344895 352017 3o8N7 373468 374720 386550 Gefüllte Mokkabohnen x/4 Pfund Milch- und Schmelz- Mokkabohnen Pfd. Vollmilch-Relief.?/* Pfd. Mokka-Relief ...?/, Pfd. Betüllte Relief....v,Pfd. Milchbonbons ....'/«Pfd. Echte Rahmbonb., >/, Pfd. Echte Mandei- Rahmbonbons... , Pfd. Phantasie-Schokoladen Katzenzungen, Napolitains, Kroketten, Mokkabohnen. Schokoladen-Plätzchen glatt und besln, •/< Pfd. 12,2 II.HL, 4,3 Fichte LAI., 14,1 II.AI.; , Knüppel, rm: 3,4 Buche, 1,1 Eiche, 6,1 NORMALPAKET Kiefer II. Kl., 2,7 Fichte I. AL, 2,8 II Kl., Reisig, rm: 2 Buche LAI. (AnüppeLreisig).l 91L Kiefer I. Kl. (KnüppelreisigL 24 II. M. (Stammreisig), 0,7 Fichte I-Kl. (Knüppel. RFISEPAKET reisig); Reisig, 100 wellen (Slammreisig): IXUI',W r',xl" 13,3 Buche II. Kl , 15,3 Eiche II. KL, 0,31 3n dem Konkursverfahren über das Vermögen der Firma Tober & Schreiner, G.m b.h., Gießen, soll die nunmehr gerichtlich genehmigte Schlußvertei. lang erfolgen, wozu nach Deckung aller voraehenden Ansprüche 2137,13 RM. zur! Verfügung stehen. Zu berücksichtigen sind lediglich Gläubiger mit Rang aus § 61 Zifs 1 A D. in Höhe von 2849,53 RM. oder 75 v. H. Das Schlußverzeichnis liegt auf der Geschäfts- stelle des Hess. Amtsgerichts Gießen zur Einsicht offen. 1153D Gießen, den 5. Februar 1932. Der Konkursverwalter: Dr. jur. Ruckelshausen. (Jung muß man bleiben) mit Evelyn Hold —Rosa Valetti —H.Köneeke. Das Ekel wird — durch die unvergleichliche Darstellnngbknnrt Adalberts, die durch die unbegrenzten Möglichkeiten des Tonfilms zur größten Entfaltung kommt—ein ungetrübte*, unvergeßliches Erlebnis — Zwei Stunden sorglosen1 Lachens. ittogsjitbung tourbto X) M. MS»! i M. 48934 13^80 * 'S W>' SS WM 656’9 M S gjUl SS WZZM S SS Ä ,347, ee llii Holz: 16 Stück KiefernstämMe KL 1b = 4,78 fm Nächsten Treilaa, den 12. d. M., vor I mittag» 9 Uhr, sollen im Steinbacher (De- Kl PAA AI DORF meindewald nachverzeichnetes Holz ver-l INvlxInnLMVUL steigert werden: 1103VI Gegen Husten: Echtes bayer. B ockmalz, >/. pfd. -.30 Eukalyptus-Men- thOl, extra stark,1/, Pfd. ••31 Honeumenth die besten Husten- cn bonbons.....'/« Pfd. ••DU 9. gebruflt 1932 agsjitbung wutbtn Stein* IM. gtiogm a 332268 M. 208596 330707 l 324014 369566 874046 L 17857 99133 103006 I9 397220 L 1503 38162 42716 62748 777 104702 111551 116271 4 133877 161612 185256 2 282951 284952 318290 4 341395 349269 381371 ) 380389 382957 395317 5692 18488 23517 36944 lenftnQ^e,n« sSSka. tlobieftpä li. ,n ^btent „bit Ä Ü L b.. äjä’ä cllcn- Dieser 5“* ? °b, een Ä Siehrn bütittu Mieter auf tl 5k % kSL-Zr rsttJS etomml. 3n diesem gaTIt omi anzurufen. Iinausjug «KK- ________Ski^brud enbota Goa.-Para-Spitzen mit Goldblüten, 1 Ceylon-Flower ....1 Pfd. 7.60 Darjeeling-Flower .1 Pfd. 8.60 Schokoladen-Zigarren M -.10, -.05. - Ul Geschenkartikel: Eine köstiiche Fundgrube für jeden Zweck, zerlegbare Artikel, Püppchen und Figuren billigst und bis zu den Feinsten. Südweine: Malaga, Tarrrgona, grlech. Muskat, Wermut in bester Qualität zu billigsten Preisen. Zur Erfrischung: Geleeschnitte ...»/«Pfd. -.25 Fruchtmarkpasteni/^Pfd. -.30 Echte Säuerlinge »/«Pfd.-.30 Schokoladen,reiche Auswahl der beliebtesten Marken, wie: Feodora, Frankonia, Wald- baur, Mauxion, Eszet.Sarotti, Stollwerck usw. Un »er bcnlager: Gute Vollmilch-Schokolade Qfi 100-gr-Tafel........... Vollmi:ch-Bruch. ..l/< Pfd -.25 Rahm-Bruch 1/4 Pfd. .35 vom 4. Februar ist genehmigt. Ausgabe der Abfuhrscheine, Ueberweisung und erster Abfuhrtag am 11. Februar. Ablauf der Zahlungsfrist sür unverbürgte Holzgeld- schuld am 4. März 1932. 1143DI Gießen, den 9. Februar 1932. Markgenossenschaft Grüningen—Dorf-Gill: Der Vorsitzende des Markvorstands Nicolaus, Oberforstmeister. Brennholzversteigerung Dienstag, den 16. b. 9 Uhr oonnit- tags, in der Wirtschaft des Georg <5om-| mer IV. zu Watzenborn aus den Forst- orten Hasenkopf 5a, Tempel, Unterwald, Wachholderheide, Alosterwiese und Schis- fenberg der Försterei Baumgarten: Scheiter, rm: 1 Buche 1. RI., 322 Kiefer I. AL, Sb e fljiaggi5 e 6o?llfi? mit fit serde" jede Tafel RM. -■50 1 „ Lärchenstamm „ Das Holz ist ohne Rinde gemessen und entrindet. Angebote sind getrennt nach Klassen und Sortiment bis Montag, den 15. Februar, nachmittags 4 Uhr, bei der unterzeichneten Bürgermeisterei einzurei- chen, woselbst die Oeffnung der Angebot« stattfindet un8 die Bedingungen bekannt, gegeben werden. 1152D Daubringen, den 10. Februar 1932. Hessische Bürgermeisterei. Brei». Gastspiel Senta Kais Die io überaue beliebte Wiener Vortragsdiva in ihrem Liederund Schlagerryklus ■ Ein Lächeln ausWien Auf der Bühne Wberi- in 2a = 59,63 2b — 24,55 3a a 1,58 3b 1,42 la — 7,35 1b - 15,68 2a — 12,62 2b — 2,64 3a — 3,56 2a — 0,64 Von Geld und Lebe. Roman von Srete von Saß. Copyright by Martin Feuchtwcmger, Holl« 9. Sortierung. Nachdruck oerboten. „Ein Anruf aus Berlin", sagte er, zu ihr zurückkommend. „Für mich?" fragte sie. „Ja!" Sie gingen zusammen in die Diele. Als sie sie betraten, läutete der Apparat. Eva nahm das Schallrohr. „Ja — hier Eva Tönnies." Friedrich Schadow stand unentschlossen da. Eva. das Schallrohr am Ohr, sah ihn an. „Soll ich gehen, um Bescheid zu sagen?" flüsterte er ihr zu. Sie schüttelte kaum merkbar den Kopf. „Doktor, das tft ja nicht möglich", sagte sie, und ihre Stimme zitterte. Alles Blut wich aus ihrem Gesicht. Mit angstvollem Ausdruck hing ihr Blick an Friedrich Schadow. In den dunklen Tiefen ihrer Augen schimmerte es feucht. Und die Hand, die dos Schallrohr hielt, zitterte, die freie Hand hob sich, tastete haltsuchend nach ihm. Er erfaßte sie und hielt sie in der seinen. „Ich danke Ihnen, Doktor — ja, wir kommen noch heute abend heim." Damit beendete sie das Gespräch. „Was ist geschehen?" fragte Friedrich. „Mein Bater ist gestorben", sagte sie mit geschlossenen Augen, und ihre Hände verkrampften sich in den seinen. „Lim Gottes willen — so plötzlich — das ist doch nicht möglich!" Sie atmete tief auf und sagte dann leise: „Es ist so furchtbar — so unerträglich schmerzlich, daß es geschehen muhte, während wir fern von ihm toaren.“ Ein Weinen wollte in ihr hoch. Sie kämpfte es nieder. Aber das Beben, das um ihren Mund war.. konnte sie nicht unterdrücken. Es ergriff Friedrich Schadow so, daß er sich abwenden muhte. „Wir müssen die Meinen benachrichtigen", sagte Eva. Er nickte, nahm seine Mütze vom Garderobeständer, blieb aber noch unentschlossen stehen. „Daß ich Sie mm allein lassen muh, ist mir schrecklich." Sie sah mit einem schmerzlichen Lächeln zu ihm auf. „Es muß doch sein." Sie ging mit ihm bis zur Tür. Die Hand auf die Klinke legend, blieb er stehen. Lind Eva ansehend, sagte er noch einmal: „Es ist mir entsetzlich schwer. Sie jetzt alleinlassen zu nrüssen." Ihr Blick senkte sich in den seinen. Sie dachte: Wenn sich jetzt die Tür hinter dir schließt, dann ist alles aus, dann bleibe ich allein — nicht nur jetzt, für mein ganzes Leben. Aber stolz kann ich dann sein darauf, daß ich Haltung bewahrt habe. — Ihre Mundwinkel zuckten, und ihre Hand glitt zärtlich über seinen Arm. „Geh", sagte sie leise. Die Tür schloß sich hinter ihm, und Eva ging in ihr Zimmer zurück. Das Feuer im Kamin war heruntergebronnt. Sie ließ sich in den Sessel nieder, sah in die verglimmende Glut und dachte an den Bater, der nun nicht mehr in ihrem Leben war — und an Friedrich Schadow, den sie über alles liebte und zu dem sie nie gehören würde. Ihre Augen brannten; sie drückte ihre Handballen in sie hinein. So saß sie eine Weile, spürte schmerzhaft das Zucken ihres Herzens. Dachte voll schmerzlicher Bitterkeit: Armes gemartertes Herz — warum hab' ich dir vorhin nicht nachgegeben? Bur für einen einzigen Augenblick! Lind plötzlich brach sie in fassungsloses Weinen aus. — Schritte erklangen auf der Treppe. Eva ließ die Hände vom Gesicht sinken, erhob sich, um der Mutter entgegenzugehen. Im nächsten Augenblick betraten die Mutter mit Hans-Achim, Münchmeyer und Rose das Zimmer. Sie trugen noch ihre Fastnachtkostüme. Ottilie in polnischem Rationalkostüm, mit der roten, pelzverbrämten Konföderatka im blonden Haar, wirkte in dieser Verkleidung, mit ihrem ernsten, sorgenvollen Gesicht auf Eva geradezu erschütternd. Sie mußte ihren Blick abwenden, sah Hans-Achim an, und er wußte, was geschehen war. Sein Blick ging ins Llnbestimmte, und seine Lippen verkrampften sich. Ottilie fragte, mit vor Tränen erstickter Stimme: „Eva, was ist geschehen?" Eva trat zu ihr, legte den Arm um sie und bat: „Komm, laß uns in dein Zimmer gehen." Sie wußten auf einmal alle, was geschehen war. Münchmeyer wandte sich an Hans-Achim und sagte: „In einer Stunde können wir fahren", und auf die LIhr sehend, fügte er hinzu: „Es kann auch früher sein, wenn dre Damen es schaffen." Eine halbe Stunde danach fuhr man ab. Es war Rächt, als man in der Großbeeren- straße eintraf. Im Arbeitszimmer dos Geheimrats brannte das Licht. Doktor Fahrenkrug öffnete ihnen die Tür. Man begrüßte sich wortlos, legte Hut und Mantel ab. Fahrenkrug war Frau Ottilie dabei behilflich. Während er ihren Pelz aufhängte, fragte sie mit blassen Lippen: „Wo ist mein Mann?" „3m Schlafzimmer, gnädige Frau. Hans-Achim und Eva traten zu ihr. „Laßt mich, bitte, erst allein zu ihm gehen", bat sie leise. Eva und Hans-Achim gingen zu Fahrenkrug, der im Arbeitszimmer des Vaters auf sie wartete. „Doktor, was war eigentlich die Ursache dieses plötzlichen Endes?" fragte Eva. Er antwortete nicht gleich, hielt seinen Blick in nachdenklichem Ausdruck auf sie gerichtet — endlich sagte er langsam: „Im Totenschein hab' ich Herzlähmung als Todesursache angegeben — was die Herzlähmung herbeigeführt hat, hab' ich unerwähnt gelassen." Es lauerte etwas hinter seinen Worten. Die Geschwister fühlten das deutlich. Eva, die die volle Wahrheit wissen wollte, drängte in ihn: „Ja, was denn, Doktor?" „Der Herr Geheimrat hatte eine allzu starke Dosis Deronal genommen.“ Eva starrte ihn fassungslos an. „Herrgott, das ist doch nicht möglich! Warum sollte Papa das getan haben? Sagen Sie, dah es nicht so ist, Doktor." „Es ist leider so", sagte Fahrenkrug unbarmherzig. Hans-Achim fühlte, wie alles Blut aus seinem Gesicht wich. Der Boden unter seinen Füßen Begann zu schwanken. Er brach zusammen. Lina Knorpe kam zu den Schadows. Sie wußte, daß Friedrich da war, den sie lange nicht gesprochen hatte. Er sollte ihr erzählen, wie es in Flinsberg gewesen wäre. Wie die Damen die Rachricht vom Tode des Geheimrats ausgenommen hatten. Friedrich sah mit finsterem Gesicht vor sich hin. „Was ist darüber zu sprechen?" wies er sie zurück. Sie zog die Achseln hoch, hielt den Blick auf ihn gerichtet. „Ra, so — man möcht' doch wissen, wie sie's aufgenommen haben." Friedrich antwortete nicht. Er rauchte in hastigen Zügen eine Zigarette — hüllte sich fast ein in Rauch. Lina Knorpe seufzte leicht auf. „Das ist jetzt schon 'n Zustand", sagte sie, „nischt erfährt man mehr. Wenn die Hedwig bloß erst wieder hier wäre." „Sie helfen doch bei Frau Geheimrat aus?" fragte Frau Schadow, nur, um etwas zu sagen. „I wo! Fräulein Tönnies hat ma weggeschickt. Gleich ’n ersten Morgen. Janz ohne Jrund! Wie finden Sie ’n das?" Frau Schadow zuckte mit den Achseln. Lina schwatzte weiter: „Sie macht sich allens alleine — jetzt, wo's alle Hände voll zu tun jibt. Ich bejreif nich, wie ses schafft. Ra, das kann mir ja schnuppe fein. Aber, daß se ma so wegschickt!" Sie schüttelte den Kopf, als könnte sie das absolut nicht fassen, sagte bann: „Vielleicht will se sich nich in die Karten gucken lassen. Seit der Jeheimrat tot is, kommt doch der Doktor Fahrenkrug jeden Tag. Hält doch ooch Sprechstunde bei ihnen ab. — Ich denk' mir, daß es nu nich mehr lange dauern wird, dann heirat't er Fräulein Tönnies, siedelt hier über und allens jetzt glatt weiter. Die Damen sind versorgt!" „Schwatzen Sie keinen Llnsinn!" herrschte Friedrich Schadow sie an. <5ie sah ihn erstaunt an. Was fiel dem Friedrich ein? Hatte der denn vergessen, wie sie zueinander standen? Oder wollte er nichts mehr von ihr wissen? Friedrich erhob sich und sagte: „Ich muß nun gehen, Mutter — bitte, grüß Lene." „Fahren", korrigierte Lina lächelnd,, „bet Wagen steht hoch vors Haus." Ob er sie nicht ein Stück mitnehmen wolle? „Rein, heute nicht-— ein anderes Mal." Sie schmollte. Er beachtete es nicht, reichte bet Mutter die Hand und ging bann zu seiner Schwester Elli, bie im Rebenzimmer bügelte. „Elli, geh hoch mal zu Fräulein Tönnies und biet ihr deine Hilfe an. Sie hat eben niemand im Hause. Die Lina hat sie fortgeschickt. Gewiß war ihr deren Geschwätz lästig." „So wird es sein", sagte Elli und stellte das Eisen auf den Rost. „Was meinst du — kann ich beim heute noch zu ihr gehen?" „Ach, gewiß — bie Damen finb ja noch auf. Es wirb Eva freuen, wenn du ihr sagst, daß du morgen früh kommen wirst, um ihr zu helfen." „Ra ja, wenn du meinst." „Aber keine Bezahlung netzmenr-EÜü" „Wie kannst du glauben, ich werd' das tun! Sie wird mir auch gar keine anbieten. So wie wir miteinander stehen! Rein, da kannst du ruhig fein, Friedrich. — Ich werde gleich zu ihr gehen, wenn bie Lina fort ist." „Danke", sagte Friedrich und brückte ihr die Hanb. Elli sah ihn verwundert an. Warum dankte er ihr dafür? Er ging. Als er im Korridor feine Mühe nahm, stieß Lina zu ihm: „Ich muß nun auch gehen", sagte sie. Im dunklen Treppenhause kuschelte sie sich an seinen Arm. Er nahm keine Rotiz davon. „Diste böse!" fragte sie leise, in zärtlichem Ton. „3 wo!" „Aber auch nicht gut, Friedrich?" Er antwortete nicht. Hörte er denn nicht, was sie sagte? Ober wollte er wirklich nichts mehr von ihr wissen? Er ging mit raschen Schritten zum Wagen. Wie ein Hündchen trabte sie neben ihm her. Blieb mit unter der Brust verschränkten Armen bei seinem Wagen stehen, bis er davonfuhr. Sie sah dem Wagen nach. Der flog nur so dahin. So ein Tempo! IKenn das nur nicht ein Unglück gibt! Kopfschüttelnd ging sie ins Haus zurück. Was dem Friedrich nur heute war? Richt einmal bie Hanb hatte er ihr gegeben. (Fortsetzung folgt.) MAGGI* Familien-Suppe ( mit Eiergräupchen ) Vermietungen 2 große Zimmer zu vermieten. Sckristl.Angeb.unt. 0857 a. d. Gß. Anz. illlllllllllllllllllllllllllllllllll Zuverlässig., erfahr. 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Lich (Oberhessen), den 9.Februar 1932. | Verkäufe Eine diayr., icrme Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei Brühl, Schulstraße I I ®8- Rödiger dahier, die der Gemeinde -viuruiauve ( Ulfa zustehende Feld- und Daldjagd unter Jeden Freitag vorn, den bei der Verpachtung bekanntzugeben- ab 20 Uhr Vor- standssitmng. Der Vorstand wollcvoll- zählig und die Mitglieder recht zahlr. erscheinen. loo Rasierklingen a.f.Edelst. Haarsch. nur RM. 3.30 Nachn. 50Stück RM.2.20 Rasierkl. Spezialh. 0. Arnold, Köln-Loneeritii la frische Seefiiche und 0860 Fisch-Filets Hob. Vevbev Telephon 2295. Fünlzig-Markschein vom Hauptpostamt, Bahnhofstraße, in d. Elektrischen b.Stadt Lich verloren gegangen. Der ehrt. Finder wird gebet., denselben auf d.Po- lizeifundbüro gegen Belohn, abzug. llf,,D Fleißig., sol., iüng. h®icta vom Lande mit Kochkenntnissen, d. bereits in Stellung in guten Häusern war, gesucht. Schr. Angebote erb. unt. 0853 a. d. Gß. Anz. | Verschiedenes | Achtung! 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