Nr. 8 Erster Matt 182. Jahrgang Montag, y. Januar 1952 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck vnd Verlag: vriihl'sche Untvelsität5.v»ch. und Steindruckerel R. Lange tu Siebei. Zchristleltung und Seschästrstelle: §chustrabe 7. Annahme von Bnjetoe« für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig- für Ne» klamean,eigen von 70 rinn Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20“ , mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in (Biegen. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild - Die Scholle Monali-Vezugrprel,: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gieße». Postscheckkonto: 5ranlftiri am Main 1168«. Weitere Tributleistungen unmöglich. Oer Reichskanzler benachrichtigt die englische Negierung davon, daß Deutschland keine ^Reparationen mehr zahlen könne und in Lausanne ihre vollständige Streichung fordern werde. Schluß Mil den Reparationen. Teuls lands Ultimatum London. 9. Ian. (13.) Unter der Ueberschrift „Deutschlands Ultimatum" veröffentlicht der „Star“ ein Reutertelegramm aus Berlin über einen Befuchdes englischen Botschafters Sir hör ace Rumbold beim Reichskanzler Dr. Brüning am Freilagnachmitlag. hierbei verständig le der deutsche Kanzler den englischen Botschafter davon, daß Deutschland weder jetzt noch in der Zukunft irgendwelche Reparationen zahlen könnte, wenn das wirtschaftliche Leben der Well wieder belebt werden solle. Die deutsche Abordnung müsse aus der Lausanner Konferenz dringend für die vollständige Streichung der Reparationen elntre- t e n. Die Ansichten Dr. Brüning« und feiner Kabi- netlskollegen über die Reparationen feien wiederholt den ausländischen Diplomaten gegenüber erläutert worden. Auch die presse habe das der Oeffentlichkeit gegenüber getan. Man weise in den zuständigen Kreisen in Berlin darauf hin, daß das geborgte Geld, mit dem Deutschland bisher seine Reparationen bezahlt hätte, da es nicht für produktive Zwecke verwendet worden fei, t o t sei. Da« deutsche wirtschaftliche Leben flehe jetzt am Rande de« vollständigen Zusammenbruches. Dieser würde sicherlich ganz unvermeidlich werden, wenn ein versuch gemacht würde, wieder die Reparationvlasten Deutschland aufzuerlegen. Wenn Deutschland dagegen von dieser Last befreit würde, so werde e« in der Lage fein, feine privaten S chulden zur gegebenen Zelt z u bezahlen. Aber es könne unmöglich diese u n d die Reparationen zusammen zahlen. 3n Berliner politischen Kreisen wird b e ft ä t i g t. daß der Reichskanzler am Freiiagnachmiilag eine Unterhaltung mit dem englischen Botschafter über die Reparationsfrage hatte. Der Kanzler habe dabei daraus hingewiesen, daß Deutschland nicht die Mittel habe, die Tribuizahlungen fortzusehen, jedoch fei die» nicht in der prägnanten Form, wie sie im Reuter-Telegramm ge- schilderl werde, erfolgt. Brünings Programm für Lausanne. Die Folgerungen aus dem Basler Bericht: Äxinc Fortsetzung politischer Zahlungen. Berlin, 9. Ian. (WIB.) Die britische Regierung hat den beteiligten Mächten al» Termin für die Reparationskonfcren; in Lausanne nunmehr den 2 5. Danuar vor geschlagen. Die deutsche Regierung hat diesem Vorschlag zugeslimmt. Wie wir hören, wird die Führung der deutschen Delegation Reichskanzler Dr. Brüning selbst übernehmen. Außer ihm sind als Delegierte der Vizekanzler und Reichsminister der Finanzen Dietrich sowie der Reichswirlschast- minifler W a r m b o l b in Aussicht genommen. Den Reichskanzler wird der Slaatssekretär des Auswärtigen Amts o. Bülow begleiten. 3m übrigen wird sich die Delegation aus den zuständigen Sachbearbeitern der beteiligten Reichsstellen zusam- menfleUen. 3m Zusammenhang mit der Veröffentlichung der Liste der deutschen Delegation für die Reparations- konferen; in Lausanne empfing Reichskanzler Dr. Brüning den Chefredakteur des WIB. Der Herr Reichskanzler betonte, daß der bevorstehenden Re- paralionskonfcrenz in Lausanne eine sehr große Bedeutung zukomme. Lr habe es daher nicht nur in feiner Eigenschaft als Reichsauhenminister, sondern auch als Reichskanzler, dem nach der Verfassung die Bestimmung der Richtlinien der Politik zufalle, für feine Pflicht gehalten, trotz der Fülle seiner sonstigen Amtsgeschäfle die Führung der Delegation selbst zu übernehmen. Der Reichskanzler bekmie, daß irgendein Zweifel an der Haltung der deutschen Delegation in Lausanne nicht gut möglich sei. Er brauche in dieser Hinsicht nur auf die verschiedenen deutschen Verlautbarungen der letzten Zeit hinzuweisen, wobei er die amtlichen Aeuherungen anläßlich des Reujahrs- seftes und seine eigene Rundfunkrede vom 7. Dezember erwähnte. Ls gelte jetzt für die beteiligten Mächte, bi c Schlußfolgerungen au» dem Be- ridjl der Baseler Sachverständigen zu ziehen. Der Bericht habe noch einmal d i e gewaltigen Dimensionen der Weltkrise aufgezeigt und vor allem die verheerenden Folgen geschildert, die diese Krise gerade für Deutschland mit sich gebracht habe. Lr führe der Welt die bi» an die äußerste Grenze gehenden Maß- nahmen vor Augen, die in Deutschland zur Bekämpfung der Krise ergriffen worden feien und erkenne von ihnen an, daß sie in der modernen Ge- sehgebung ohne Beispiel daständen. Zugleich beweise der Bericht aber, daß einseitige deutsche Maßnahmen nicht ausreichen könnten, daß vielmehr die Lage Deutschlands, die in weitem Waße die Ursache für die steigende finanzielle Lähmung der Welt fei, gebieterisch ein gemeinsame» Hande ln der Regierungen, und zwar ein sofortige» handeln fordere. Dafür, wohin die Entschließungen der Regierungen gehen mühten, gebe der Bericht, wenn er auch auf formulierte Vorschläge verzichte, doch ganz klar die Richtlinien an. Er zeige die tatsächliche Zahlungsunfähigkeit Deutschlands und zeige darüber hinaus, in welchem engen ursächlichen Zusammenhang gerade die deutschen Reparationszahlungen mit der ganzen gegenwärtigen Lage stehen. Dabei stelle der Bericht ausdrücklich fest, daß sich die Voraussetzungen, von denen seinerzeit die Verfasser des Poungplans ausgegangen seien, grundlegend geändert hätten, hiermit, so betonte der Herr Reichskanzler, sei im Grunde glles gesagt. Ls liege klar zutage, daß Deutschlands Lage ihm die Fortsetzung politischer Zahlungen unmöglich mache. Ebenso klar sei, daß jeder versuch, das System solcher politischen Zahlungen aufrechtzuerhallen, nicht nur für Deutschland, sondern für die ganze Welt zum Unheil führen müsse, von diesem Stande der Dinge fei der Reichsregierung ein Spielraum für Ueberlegungen, welchen Standpunkt sie einzunehmen habe, überhaupt nicht gegeben. Sie könne auf der bevorstehenden Konferenz nichts anderes tun, als die gegebene Sachlage darzustellen und an die anderen beteiligten Regierungen dle Aufforderung zu richten, daß sie auch ihrerseits dieser Sachlage Rechnung trügen und nicht nach Kompromißlösungen suchten, für die eine reale Möglichkeit nicht mehr gegeben sei. Abschließend erklärte der Herr Reichskanzler, er glaube bestimmt, daß es heute in keinem Lager mehr an der inneren Einsicht in die Notwendigkeit der jetzt zu ziehenden Schlußfolgerungen fehle. Ls komme nur darauf an, auch den M u t zur Verwirklichung dieferLin- f i ch t zu finden und, wie der Sachverständigenbericht sage, die Behandlung wirtschaftlicher Probleme nicht wieder durch politische Gedankengänge beeinflussen zu lassen. Frankreichs Antwort: Das heilige Recht auf Reparationen. Finanzminister Flandin zur Erklärung Brünings. Pari», 9. 3an. (WIB.) Finanzministcr Flon- d i n gab der französischen Presse eine Erklärung, in der es heißt: Wenn die Londoner Meldungen über Aeußerungen des Reichskanzlers Brüning über die Einstellung der Reparationszahlungen richtig feien, dann würden sie bedeuten, daß die Reichsregierung den Bestimmungen des Poungplans und des Versailler Vertrages ein Ende bereiten wolle. Man müsse aber erst die amtliche Bestätigung abroarlen. 6* sei klar, daß kein Franzose die einseitige Kündigung von freiunterzeichneten Abkommen annehmen könne, Kündigungen, die die Zerstörung des geheiligten französischen Rechtes aus Reparationen in sich schließen würden. Daß zur Ueber- windung der in dem seinerzeitigen Kommunique Hoover-Laval erwähnten Periode der Depression Anpassungen im System der internationalen Zahlungen notwendig seien, habe die ftanzösische Regierung begriffen, denn sie studiere mit großem Enlgegenkommen die Formeln, die eine (Einigung der Gläubiger und Schuldner herbeisühren und die Krise lindern könnten. Man würde die Krise unüberwindlich machen, wenn man sie durch neue Beeinträchtigungen der Achtung der Verträge noch komplizieren sollte, Beeinträchtigungen, die das thesaurierte Kapital nur veranlassen könnten, noch größeres Mißtrauen an den lag zu legen. Wenn vor der Konseren; von Lausanne eine derartige Erklärung abgegeben werde, dann werde der Zusammentritt der Konferenz unnütz. Man könne nicht gleichzeitig die Rechte Frankreich» über den Haufen werfen und die Zusammenarbeit mit Frankreich suchen wollen. Erwägt Frankreich Repressalien? Uneinheitliche Stimmung in Paris. - Entrüstetes Echo in der Rechtspresse. Oie Radikalen für Schuldenstreichung. pari», 11. Ian. (WIB. Funkspruch.) Die „Agentur havas“ meldet, daß die französische Regierung ihr Verhallen angefid^s der Erklärung des Reichskanzler» über die Einstellung der Reparationszahlungen noch nicht se st gelegt habe. Der Ministerrat werde zweifellos am Dienstag hierüber beraten. Auf jeden Fall dürfte man annehmen, daß Frankreich zur Reparalionskonferenz, die am 25. Januar in Lausanne zusammentrete, erscheinen werde. Auch scheine man in offiziellen Kreisen nicht daran zu denken, an den Internationalen Gerichtshof im Haag zu appellieren, was für den Fall einer absichtlichen Verletzung des Poungplans durch Deutschland vorgesehen sei. Daraus folge jedoch nicht, daß die französische Regierung, falls die deutschen führenden Kreise bei ihrer Absicht beharren sollten, ohne jede Waffe daftehe. Die Sachverständigen wiesen darauf hin, daß es möglich wäre, eine besondere Besteuerung nach Art des englischen Recooery-Act für deutsche Lin- suhrerzeugnisse zu schaffen, womit ein besonderer Reparativ nssonds gespeist werden könnte. Anderseits Hal die französische Regierung bekanntlich die Bank von Frankreich ermächtigt, im Iuni vergangenen Jahres an einer weitgehenden Kreditoperation zugunsten der Reichsbank leilzunehmen. Das entsprechende Darlehn laufe nach wiederholter (Erneuerung im Februar ab. Die französische Regierung werde deshalb in Erwägung zu ziehen haben, ob Anlaß vorliege, es zu erneuern. Pertinax bezeichnet den deutschen Schritt als eine der traurigen Folgen derRhein- lanöräumung. Man habe in Frankreich stets gefürchtet, daß die Entfernung der ausländischen Truppen den deutschen Schuldnern die Möglichkeit geben werde, ihr Wort zu brechen. Zwölf Monate nach der Räumung habe die Weltkrise dem Reich den gewünschten Anlaß geboten. Man habe vergessen, daß das deutsche Volk sich nur der Gewalt beuge und stets nur gezwungenermaßen gezahlt habe. Wer von einem großzügigen Verzicht rede, kenne die Deutschen nicht, die jede Rachgiebigkeit als Schwäche auffassen würden. Am schlimmsten wäre es, wenn Frankreich den Willen verlieren wollte, mit. allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln die Tribute zu erzwingen. Finanzminister Flandin habe in feiner Antwort an ‘Brüning erklärt, daß die französische Regierung nicht nach Lausanne gehen werde, wenn Deutschland auf dem Beschluß, nicht mehr zu zahlen, beharre. Wenn dem so sei, könne Frankreich sich mit einer Klage an den Haager Gerichts- h o f wenden. Man wisse jedoch nicht, ob der Hoog Frankreich so ohne weiteres Recht geben werde. Schließlich müsse man bedenken, daß auch im Falle eines gewonnenen Prozesses kein anderes wirksames Mittel als der Krieg übrig bleibe. Endlich gebe es noch einen zweiten Weg: Man könne mit dem Märchen der französisch-deutschen Verständigung Schluß machen und jede unmittelbare oder mittelbare Hilfe verweigern. Die deutsche Wirtschaft hänge nur noch an einem Faden. (Eine wichtige Rolle in dieser Angelegenheit falle England zu, da der europäische Frieden von der englisch-französischen Zusammenarbeit abhängig sei. Ls frage sich nur, ob England die Lage begreife. Die gestrigen Besprechungen zwischen den britischen und französischen Sachverständigen hätten nicht gestattet, die Frage mit Sicherheit zu beantworten. Der .Temps" hebt seinerseits hervor, daß die Reichsregierung den Bestimmungen des Poung- planes und des Versailler Vertrages ein Ende bereiten wolle. Das sei die einzige logische Auslegung, die man den Worten -des Reichskanzlers geben könne. Für den deutschen Schritt gäbe es nicht die geringste Entschuldigung und ebenso gäbe cs keinen einzigen anständigen Menschen, der einer derartig einseitigen Kündigung freiwillig übernommener Verpflichtungen zustimmen könne. 3n dem Bericht der Baseler Sachverständigen sei keine Zeile vorhanden, die das Reich dazu ermächtigen könne, in Lausanne eine Endregelung zu fordern oder sogar auf der völligen Streichung der Tributzahlungen zu bestehen. Deutschland habe überhaupt nur das Recht zu der Erklärung, daß e« die geschützten Zahlungen in dem nach dem Hoo- Dcrmoratorium beginnenden Jahre nicht leisten könne. Es handele sich dabei ausschließlich um vorläufige Maßnahmen zur Bekämpfung zeitlich begrenzter Schwierigkeiten. Wie man die Dinge auch ansehe, müsse man zu dem Schlüsse gelangen, daß die Forderung auf Beseitigung der Iributpslicht einen brutalen vor st oh gegen den Young- P l a n und gleichzeitig einen Akt des bösen Witten» darstelle. Deutschland wolle die internationale Ordnung durchbrechen, jede» vertrauen töten und sich In die Rolle eine» politischen Partners begeben, für den internationale vertrüge nur einen Fetzen Papier bedeuten. Radikale Blätter würdigen den deutschen Standpunkt in der Reparationsfrage. So schreibt da« Blatt Daladiers, des Führers der Radikalsozialisten. ,2 a R e p u b l i q u e": Wir glauben, daß d i e endgültige Streichung die vernünftigste Lösung bleibt, wie sie durch die Llmstände ausgezwungen wird. Ader wir glauben nicht weniger, daß diese Geste nur einen Sinn und Wert habe, wenn sie ben Beginn einer Politik enger Verständigung mit Deutschland bildet. Wir glauben, daß man ein für allemal nicht im Geiste von Versailles, sondern imGeiste vonLocarno alle Fragenliquidieren muß, die alte Verstimmungen zwischen unseren Rachbam und uns verschärfen könnten. Wir glauben endlich, daß Frankreich, wenn es barauf besteht, von Deutschland Geld zu erhalten, ehrlich und entschlossen erklären muß. daß es selbst außerstande ist, seine Schuldenbei ben ‘Bereinigten 6 t a a» ten zu bezahlen. — „2a Volonte“ erklärt: Man muß darauf Hinweisen, daß der deutsche Regierungschef laut heraus erklärt hat, was jeder Deutsche bei sich denkt, und was Millionen Menschen in der ganzen Welt einschließlich vieler Franzosen meinen. Gewiß, wenn der Reichskanzler erklärt hätte, daß sein Land bereit« f e st entschlossen sei, nicht mehr, überhaupt niemals mehr einen Pfennig für dieRcparationen zu zahlen, bann würde Flandin, der zweifellos ein wenig voreilig gesprochen hat, mit Recht haben feststellen können, daß die Lausanner Konferenz sich nicht mehr rechtfertigen lasse. Run scheint aber Dr. Brüning nicht so weit gegangen zu sein. Er hat keine revoltierende Stellung eingenommen, sondern einfach eine Erklärung völliger Zahlungsunfähigkeit für den Augenblick und wahrscheinlicher Zahlungsunfähigkeit für die Zukunft abgegeben Durch diese deutsche Geste wird nicht etwa der Reparationsgrundsah, sondern der Grundsatz der Respektierung der Haager Abkommen mitten ins Gesicht getroffen. Das brauche, schreibt das Blatt weiter, nicht zu überraschen, denn seit Wochen habe man f e ft gelt e H t, daß die Lausanner Konferenz nicht« regeln könne, ohne den Rahmen des Voungplans zu verlassen. Man müsse auf jeden Fall ganz Reues erreichen oder überhaupt nichts. Die Zustimmung der Berliner presse. Berlin, 10.3an. (ERB.) Die Erklärungen des Reichskanzlers über die Reparatiorrsfrage und die Feststellung, daß weitere Zahlungen Deutschlands unmöglich seien, sowie das Auslandecho zu diesen Aeußerungen werden in der Berliner Presse lebhaft besprochen. Die .Russische Zeitung" sagt, das Rein, das der Kanzler angekündigt habe, sei nur eine Etappe auf dem schwere n W e g , der mit Minen und Gegenminen belegt sei. Wenn dieses Rein heute gesprochen worden sei. so sei das dem Mut zu danken, mit dem vorher das 3a ausgesprochen wurde. Brüning stehe auf den Schultern der Erfüllungspolitiker. Was heute gesagt und gewagt werden könne, wäre vor drei Jahren eine Unmöglichkeit, vor sechs Jahren eine Tollheit, vor zwölf Jahren ein Verbrechen gewesen. „Germania" und .Vorwärts" beschäftigen sich besonders mit dem französischen Echo der Kanzlererklärung. Die .Germania" weist die Angriffe des Ministers Flandin zurück. Richt Deutschland kündige den Voungplan. sondern wirtschaftliche Tatsachen machten seine Erfüllung unmöglich. Der .Vorwärts" hofft, daß bei näherer Betrachtung der Dinge in Paris eine ruhigere Auffassung Platz greifen werde. Brüning habe nur wiederholt, wa« er schon früher gesagt habe. Die deutsche Regierung gehe nach Lausarme in der Absicht, für Die deutsche These um allgemeine 2Inerfemtung »u werben. Das könne für Frankreich kein Grund sein, sich den Verhandlungen zu entziehen und die Konferenz auffliegen zu lassen. Die Deutsche Allgemeine Zeitung sagt: Der Reichskanzler hat mit seiner Feststellung Mut und Entschlossenheit gezeigt. Er kann überzeugt sein, daß das ganze Volk, einschließlich der Opposition von gestern, von heute undvonmorgen, in diesem schweren außenpolitischen Kampfe hinter Hindenburg und ihm steht. — Die Deutsche Tageszeitung spricht von einem sehr bedeutendem Schritt auf dem Wege, die Weltöffentlichkeit von dem unerschütterlichen Willen Deutschlands zu überzeugen, keine Tribute mehr zu zahlen. Das Blatt bedauert, daß Brüning nur von der „Unmöglichkeit" weiterer Politischer Zahlungen gesprochen habe, anstatt klipp und klar zu sagen, daß Deutschland unter keinen Umständen solche Zahlungen leisten werde. — Der „Tag" fordert, daß diese „endgültige Lösung" auf der kommenden Tributkonfecenz nicht wieder zu einer Zwischenlösung werden dürfe. Die Rettung Deutschlands sei nicht nur durch die Streichung der Tribute allein, sondern nur durch die gleichzeitige Ueberwin- dung des Diktats von Versailles zu erreichen. Das Blatt warnt vor Plänen, die Lausanner Konferenz zu unterbrechen, um dann später weiter zu verhandeln. Am Ende des zweiten Teils der Konferenz könne es sehr leicht zu einer Aufrechnung von Tributen und alliierten Schulden kommen, bei der Deutschland den verbleibenden Re st zu zahlen hätte. Volles Verständnis in England. Nicht politische Erwägungen, sondern wirtschaftliche Realitäten müssen in Lausanne sprechen. London, 9. Jan. (TA. Funkspruch.) Die Mitteilungen Brünings an den englischen Botschafter über die Tributfrage erscheinen in den Londoner Tageszeitungen überall an bevorzugter Stelle unter großen Aeberschriften, wie z. D.: „Deutschlands Ultimatum: Deutschland sagt England, daß es nicht zahlen kann." Brüning hat, wie hier vielfach betont wird, mit einer Offenheit gesprochen, die weit über die übliche diplomatische Art hinausgehe. Die Führer der sozialistischen und der liberalen Partei begrüßen die Erklärung. So sagt das Arbeiterblatt „Daily H e r a l d": Dr. Brünings Erklärung ist eine nützliche Einleitung zur Konferenz von Lausanne. Zeder mit Wirklichkeitssinn begabte Politiker und Staatsmann weiß, daß Deutschland nie wieder Reparationen bezahlen wird. Deutschland hat nichts weiter getan, als einer kindischen Maskerade ein Ende gemacht. Bon einer geschlossenen Front der Gegner kann keine Rede sein. — Den gleichen Gedanken äußert auch „Retos Chronicle" und bemerkt: die Engländer hoben die Reparationskrisen herzlich satt und freuen sich, dah Deutschland „den Kuchen angeschnitten hat". Auch die drei großen konservativen Blätter zeigen volles Verständnis für die deutschen Argumente. „Times" bemerkt: Zeder Kenner des Baseler Berichts mußte erwarten, dah Deutschland völlige Beseitigung der Reparationen fordern werde. Die Hauptfrage für die Lausanner Konferenz sei, ob es irgendeine wirkliche Aussicht auf Erholung Deutschlands gebe, so lange über seinem Kopf die Möglichkeit schwebe, zu der Wiederaufnahme der Zahlungen aufgefordert zu werden. Von der Lösung dieses Problems hänge soviel für Deutschland wie für seine Gläubiger ab, dah es bei der Erörterung keine politische Erwägung irgendwelcher Art geben dürfe. Es komme nur auf wirtschaftliche Realitäten an. — „Daily Telegraph" sagt, dah Deutschland jetzt keine Reparationen bezahlen kann, ist klar genug, aber dah es unfähig sein wird, indreioderfünfZah- ren etwas zu bezahlen, kann heute niemand behaupten. — „M o r n i n g P o st" drückt die Befürchtung aus, dah jeder Verweigerung der Zahlung der politischen Schulden eine Verweigerung der Zahlung der kommerziellen Schulden folgen könne. Von den unabhängigen Blättern vertritt „D a i- lh Mail" die Ansicht, dah Frankreich schließlich einer wesentlichen Herabsetzung der Reparationen zustimmen müsse. — „Daily Expreß" sagt, die Hauptsache fei, dah die deutschen kommerziellen Verpflichtungen von der Erklärung Dr. Brünings unberührt bleiben. — Don den Finanzblättern sagt „Financial R e w s" , die Beendigung der Zahlung der Kriegsschulden in irgendeiner Form sei besser als ihre Fortsetzung. Auf jeden Fall werde immer klarer, dah England auf der Konferenz eine entscheidende Rolle spielen müsse. Da die Vereinigten Staaten gegenwärtig für eine völlige Annullierung nicht zu gewinnen seien, müsse danach gestrebt werden, die politischen Schulden auf ein für Schuldner und Gläubiger erträgliches Maß herabzusehen. Oie Antwort der NSDAP, an das Zentrum in Hessen. Oas Koalitionsgespräch beendet. — Oie NSDAP, beansprucht wieder ihre volle Handlungsfreiheit. WSR. Darmstadt, 9. Zan. Die hessische Landtagsfraktion der R S D A P. hat auf die be- fannten Gegenforderungen des hessischen Zentrums heute mit einem Schreiben geantwortet, in dem eingangs darauf hingewiesen wird, dah das Antwortschreiben des Zentrums auf die 12 Forderungen der RSDAP. es unterlassen habe, auf die Bedingungen überhaupt auch nur einzugehen und von der bisher durch das Zentrum geübten Diffamierung der RSDAP. und ihrer Mitglieder durch eine allgemein ersichtlicheMihbilligung abzurücken. Weiter wird betont, dah das Zentrum versucht habe, die 12 Punkte, die nach dem Wunsche der Rationalsozialisten nur als Ganzes anzunehmen wären, auf das Gebiet der politischen Verhandlungen zu verschieben. Das Zentrum habe ferner die Forderung aufgestellt, dah, wenn schon die Beschränkung der letzten Regierungsspihe auf einen Staatspräsidenten nicht zu umgehen sei, diese dann parteipolitisch unabhängig sein müsse. Das hessische Wahlergebnis habe aber gezeigt, daß das hessische Volk nicht gewollt f)abe, dah jetzt ein Richtnationalsozialist nichtnationalsozialistische Politik mache. Die Forderung eines nicht- nationalsozialistischen Staatspräsidenten sei nur dann verständlich, wenn von vornherein die Absicht bestehe, keine klare Haltung zu den von der RSDAP. ausgestellten Einsparungsmah- nahmen einzunehmen. Das Zentrum weise in seiner Antwort auch auf die Richtlinien der Deutschen Zentrumspartei hln. Das Programm des, Zentrums interessiere die NSDAP, jedoch nicht, sondern nur die tatsäch- liche Politi k des Zentrums. 13 Jahre lang habe das Zentrum in Gemeinschaft mit der Sozialdemokratie in Deutschland regiert, habe dabei aber nicht eine Erneuerung und Festigung der geistigen und sittlichen Volksgemeinschaft erzielt, sondern eine vollständige Verluderung, nicht das christlich-deutsche Geisteserbe geschützt, sondern die bolschewistische Zersetzung erreicht. Die NSDAP, verstehe unter ihrem Eintreten für eine christliche nationale Kultur- und Schulpolitik und bei ihrem Kampf gegen Schund und Schmutz und gegen die marxistisch-jüdische Kul- turzersetzung etwas anderes, als das Zentrum bisher darunter in seinem Programm verstanden habe. Besondere Bedeutung wird dem Punkt 12 der Forderungen der RSDAP. beigemessen. Danach sei Aufgabe der Vertreter der Länder *.m ichsrat nicht, die jeweilige Außenpolitik einer Regierung zu unterstützen, denn dazu brauche man diese Vertreter nicht. Man könne ihrer denn auch entbehren. Zhre Aufgabe sei vielmehr, im Gegenteil VertreterderZnteressender Lander zu sein. Höchstes Lebensinteresse aber sei zu verhindern, dah durch eine fehlerhafte und schlechte Reichspolitik nicht nur das Deich, sondern auch die Länder in den Strudel des Verderbs hinabgerissen würden. Die ablehnende Haltung des hessi- Su den Forderungen der RSDAP. und damit zu deren Regierungsübernahme finde aber vielleicht ihre letzte Unterstreichung durch die am 9. Dezember durch den Zentrumsminister Dr.Stegerwald in Münster gehaltene Rede, worin Herr Stegerwald erklärte, daß zwischen Zentrum und Rationalsozialisten kein Paktieren möglich sei, noch weniger ein gern einsames positives Programm. Rach dieser eindeutigen Ablehnung sowohl des hessischen als auch des Reichszentrums erhaltedieRSDAP. ihre volle Handlungsfreiheit wieder. Es liege damit beim hessischen Zentrum, ob ihm auch in Zukunft die Wahrung der Parteiinteressen wichtiger erscheine als die Wahrnehmung der Znteressen des deutschen Volkes. — Unterzeichnet ist der Brief von dem Reichstagsabgeordneten Lenz, Gauleiter der hessischen RSDAP. und Fraktionsführer im Hessischen Landtag. Bleibi Hindenburg? Heute nachmittag die Antwort der Rechten an den Kanzler. Berlin, 11. Zan. (TA. Funkspruch.) Kleber den Stand der von Reichskanzler Brüning eingeleiteten Aktion mit dem Ziel, die Reichs- Präsidentschaft Hindenburgs auch über den Zeitpunkt des Anitsablaufs zu erhalten, ist eine Reihe von Gerüchten in Umlauf, die den Tatsachen nicht entsprechen. Bon zuverlässiger Seile verlautet, dah Besprechungen zwischen dem Reichskanzler und dem Parteiführer der DRDP., Dr. Hugenberg, am Eonntagmittag über den Rahmen einer Unterrichtung Dr. Hugen- bergs über die Gründe der Aktion und über die Darstellung der Ansicht des Reichskanzlers über die politische Lage nicht hinausgegangen sind. Die Besprechung hielt sich demzufolge auch in dem hierdurch gesteckten Rahmen. Wie weiter verlautet, hat Reichspräsident von Hindenburg von sich aus über die Art und den Zeitpunkt der Aktion keinerlei Wünsche geäußert, sondern dies den hierfür zuständigen Stellen überlassen. Er hat sich lediglich bereit erklärt, noch weiterhin im Amt zu bleiben, wenn das ganze Volk ihn ruft, also insbesondere auch diejenigen, die ihn seinerzeit gewählt haben. Die Organisationen, die in der „Rationalen Opposition" zusammengeschlossen sind, werden erst am Montagnachmittag eine gemeinsame Sitzung haben, in der ihre Auffassung endgültig geklärt werden soll. Rach dieser Sitzung wird die Antwort an den Kanzler ergehen, und zwar voraussichtlich schriftlich. Znzwischen ist nun ja bekannt geworden, daß der parlamentarischen Lösung des Problems auf der Rechten starke Bedenken entgegengesetzt werden. Man spricht in diesen Kreisen deshalb jetzt von der Möglichkeit, daß die Antwort auf eine Volksabstimmung hinauslaufen könnte, die dassel be Ergebnis haben würde. Ein solcher Weg kann vielleicht auch schon durch die Haltung des Stahlhelms zu der ganzen «rage gezeigt werden, der ja einer der wesentlichsten Faktoren in diesem Kreise ist. Reichspräsident v. Hindenburg ist Ehrenmitglied des Stahlhelms und daraus ergibt sich dessen Einstellung 1°, eiQentIi(f> schon von selbst. 3m ganzen aber steht etwas sicheres über die Antwort der Rechten noch nicht fest. Man muß zunächst abwarten, zu welchem Entschluß die Rachmittagskonferenz wmmt. Wie dem aber auch sei, rechnet man in Preisen der Reichsregierung doch immer stärker damit, daß es auf alle Fälle gelingen wird, dem Nach sechs Tagen lebend geborgen. Von den auf der Grube Karsten-Zentrum in Beuthen konnten von den eingeschlossenen 14 Bergleuten nach 444-stündiger I^ettungsarbeit 7 lebend geborgen werden. — Oie Geretteten sind wohlauf. Die Reltungsacbeilen auf der Karsten-Zentrums- Grube in Beuchen (Oberschlesien) haben den hoch- erfreulichen (Erfolg gehabt, daß von den durch einen Gebirgsschlag verschütteten 14 Bergleuten nach sechs Tagen sieben Leute lebend geborgen worden find. Die Geretteten find verhält- nismäßig wohlauf, wenn auch zum Teil recht schwach. Rur zwei von ihnen sind äußerlich verletzt. Das Schicksal der übrigen verschütteten ist noch ungewiß, doch ist mit dem Tode der meisten zu rechnen. Die Bergungsarbeiten sind ä u h e r st f ch w i e r i g. Sie konnten den erreichten schönen (Erfolg nur haben, weil alle Leute unter Richtachtung ihres Lebens ihr Aeußerstes getan haben, um zu ihren verschütteten Kameraden vorzudringen. Die Bergungsarbeiten gehen mit aller Kraft weiter. » Ueber den Hergang der Rettung der sieben eingeschlossenen Bergleute erfahren wir u. a. folgendes: Sonntag gegen 15 Uhr kam der Bohrer der Rettungsmannschaften plötzlich in einen leeren Raum. Diese Tatsache wirkte auf die Mannschaft wie ein elektrischer Schlag, denn sie bedeutete, daß die Strecke dahinter nicht zerbrochen war. Das entstandene Bohrloch wurde mit größter Vorsicht erweitert, und man hörte alsbald auch Klopfzeichen, die sofort erwidert wurden. Als die Oeffnung groß genug war, wurde in sie hineingeleuchtet. Zu aller Erstaunen und zur freudigen Ueberraschung sah man fünf Bergleute enganeinan&ergefauert sitzen. Der Held der Eingeschlossenen ist der 30 Zahre alte Rohrleger S l a m a, dessen Humor und Energie die Kameraden vor dem Aeußersten bewahrt hat und der immer wieder aufmunterte. Wie die Geretteten erzählen, haben sie von Brotresten gelebt, und ihren Durst gestillt, indem sie das sich an dem Kaltpreßluftrohr infolge der Untertagehihe gebildete Schweiß w asser der Reihe nach ab* leckten. Wie sie weiter erzählen, sind sie bei dem Gebirgsschlag zunächst zerstreut worden. Einer hat dann immer nach dem anderen gesucht, bis sie endlich zusiebenbeisammen waren. 3n den ersten fünf Stunden waren sie ohne Licht. Dann fanden sie durch einen glücklichen Umstand Streichhölzer und noch etwas Karbid, das sie mit äußerster Sparsamkeit benutzten. Sie wußten ganz genau, daß heute Sonntag war. Das erste, was die Geretteten verlangten, waren Zigaretten: sie wurden ihnen sofort gegeben. Gleichfalls verlangtes Getränk wurde nur nach ärztlicher Anordnung mit größter Vorsicht und schluckweise verabreicht. 3n einer 100-Meter- Strecke sind nach den bisherigen Feststellungen durch den Gebirgsschlag etwa 60 Meter zu Bruch gegangen. Die zu den Geretteten vorgetriebene Stoßstrecke durch die Kohle war nur 1,50 Meter hoch und 1 Meter breit. Von den anderen Verschütteten können die Geretteten nichts sagen, da sie von diesen feine Lebenszeichen bemerkt haben. Die beiden letzten der in'* Laufe des heutigen Tages auf der Karsten-Zc-ckrum-Grube aufgefundenen. noch lebenden Verschütteten, der verheiratete Füller Paul OTttoaf aus Beuthen und der ledige Fördermann Wi7.- ''Rate! aus Deu- then, sind ins Knappschaftslazarett eingeliefert worden, Rowak mit leichten Fleischwunden, Marek mit leichtem Beinbruch. Ueber die glücklichen Umstände, die zu der Auffindung der sieben Bergleute geführt haben, erfahren wir, daß sie ihr Leben dem Weiterarbeiten der Frischluftzufuhr zu verdanken haben. Das über ihnen zusammengebrochene Gestein bot ihnen noch einen engen Unterschlupf. deutschen Volke die ehrwürdige Persönlichkeit Hindenburgs auch für die Zukunft als Reichsoberhaupt zu erhalten. Die neue Verordnung über den Preisauszeichnungszwang. Berlin, 9. 3an. (ERB.) Der Reichskommissar für die Preisüberwachung hat die neue Verordnung über den Preisauszeichnungszwang heute erlassen. 3n Zukunft unterliegen auch sämtliche Mühlenerzeugnisse, Hülsenfrüchte, Zucker, Kartoffeln, Heringe, sämtliche Speisefette, Käse, Kakao, Bohnenkaffee, Ersatzkaffees, Obst und Gemüse dem Preisauszeichnungszwang. Die Preisauszeichnung hat in der Form zu erfolgen, dah alle Waren, die sichtbar ausgestellt sind, mit dem Preis für die übliche Verkaufseinheit und einer Qualitätsbezeichnung versehen sein müssen. Für die nicht sichtbar ausgestellten Waren muh in deutlich erkennbarer Form ein Preisverzeichnis ausgehängt werden. Der Verband der Wäschereibetriebe hat sich bereit erklärt, für Groß-Berlin die Preise um durchschnittlich 10 bis 20 Prozent zu senken und die ihm angeschlossenen Betriebe im Reich aufzufordern, eine ähnliche Senkung, mindestens aber von 10 Prozent, durchzuführen. Auch mit den chemischen Waschanstalten sind Vereinbarungen über Preissenkungen erfolgt. Oie Gemeinderaiswahlen in Lippe. Detmold, 10. Ian. (WTB.) Die lippischen Gemeinderatswahlen sind im allgemeinen ruhig verlausen. Die Wahlbeteiligung war äußerst stark. Nach dem Ergebnis der Kreistagswahlen im Kreise Detmold verteilen sich die Mandate wie folgt: Sozialdemokraten 8, Deutschnationale 2, Bürgerliste 3, Zentrum 0, Evangelischer Volksdienst 1, Nationalsozialisten 7, Neutrale 0, Kommunisten 3. Die Gesamtzahl der in Lippe abgegebenen Stimmen einschließlich der kreisfreien Städte: Sozialdemokraten 25 396 (bei der letzten Reichstagswahl 30142), Deutschnationale 8616 (7263), Bürgerliste 13 237 (0), Zentrum 2289 (2648), Evangelischer Volksdienst 3259 (5023). Nationalsozialisten 28 442 (20 510), Kommunisten 9570 (5867) Stimmen. Bleibi Briand? Roch kein Rttcktrittsgesuch. Befinden gcbesse t. Paris, 11. Zan. (WTB. Fuükspruch.) Ministerpräsident Laval wird heute seine Besprechungen über die Umbildung des Kabinetts beginnen. Er wird vor allen Dingen mit Briand eine entscheidende Aussprache haben. Zn der Umgebung des Auhenministers war nämlich gestern erklärt worden, dah Briands Befinden sich in den letzten Tagen so gebessert habe, daß er sehr wohl seinen Po st en weiter versehen könne. Briand habe auch weder an den Präsidenten der Republik noch an den Ministerpräsidenten ein offizielles Demissionsschreiben abgehen lassen. Diese Erklärungen sind gestern in politischen Kreisen laut kommentiert worden und geben bereits den unerbittlichen Gegnern des Außenministers Anlaß, aufs neue gegen ihn, den sie erledigt glaubten, Sturm zu laufen. Bon der Aussprache mit Briand wird abhängen, ob Laval die Gesamtdemission des Kabinetts einreichen wird. Dawes will zurückireien. Präsidentschaftskandidat»!: p.egen Hoover oder Finanzsorgen Chikagos? Washington, 9. Ian. (WTB.) Im Staatsdepartement herrscht große Ueberraschung über eine in der Presse veröffentlichte Erklärung des Generals Dawes, daß er feinen Rück- tritt vom Londoner Botschafterposten beschlossen habe, besonders aber darüber, daß er diesen Entschluß direkt an die Presse gegeben Hot, ohne den amtlichen Stellen irgendwie Mitteilung davon zu machen. Im Weißen Hause wurde erklärt, man bedauere, daß Dawes sich ins Privatleben zurückziehen wolle. Offenbar sei infolge der Ver- hältnisste in Chikago und der für dort geplanten Weltausstellung seine ständige Anwesenheit in seiner Vaterstadt erforderlich geworden. Dawes werde die Delegation in Genf führen, bis die Ausschüsse ihre Tätigkeit beginnen. In politischen Kreisen betrachtet man das plötzliche Ausscheiden von Dawes als das Resultat seiner Beobachtungen seit seiner Rückkehr am 4. Januar. Er habe biefinan« zielte Lage, insbesondere der mittleren Banken, jo ernst gefunden, daß er beschlossen habe, s i ch selb st umsein BankinstitutinChi- kago zu kümmern. Allgemein wird das heute hier aufgetauchte Gerücht bezweifelt, daß Dawes gegen Hoover kandidieren wolle und deshalb aus dem Staatsdienst ausscheide und sich in Chikago niederlasse, wo im Juni die Kandidaten für die Präsidentenwahl vom Parteikonvent aufgestellt werden. Anderseits wird darauf hingewiesen, daß Dawes sehr beliebt und eine nationale Persönlichkeit ist, sowie daß in den gegenwärtigen Zeiten ein Sachverständiger in Finanzdingen an der Spitze Amerikas benötigt werde. Aus oder Wett. Deichbruch in Ostfriesland. An her oldenburgisch-ostfriesischen Grenze, von wo bereits der Bruch des nördlichen und des südlichen Deichs bei Augustfehn und der Einsturz des Pumpwerks bei Holtgast gemeldet wurde, ist nun am Samstag auch der dritte, der westliche Deich beim Pumpwerk Hengstforderfeld gebrochen. Die Breite des Bruches betrug sofort etwa fünf Meter. An der Bruchstelle erschienen die Einwohner der Umgebung, um das Wasser mit Sandsäcken abzudämmen. Die Bruchstelle des am Freitag gebrochenen nördlichen Deiches hat sich auf etwa 30 Meter erweitert. Hier waren die Abdämmungsarbeiten mit Lebensgefahr verbunden, da das Wasser an der Arbeitsstelle von etwa 25 Leuten wieder hereinbrach, die sich erst in letzter Minute durch daS Wasser retten konnten. Es handelt sich dabei vor allem um die Abwässer der großen Moore im Gebiet der Leda, eines Rebenflusses der Ems. Die Abzugsgräben sind durch Schneeschmelze und die anhaltenden Riederschläge so hoch angeschwollen, daß sie die normalen Entwässerungsarbeiten nicht mehr leisten können. Hochwasser in Leningrad. Ein Zyklon im Finnischen Meerbusen verursachte ein starkes Steigen derRewa, wodurch niedrig gelegene Teile von Leningrad überschwemmt wurden. Znfolge der Derkehrsmah- nahmen wurde aber nur unbeträchtlicher Schaden angerichtet. Das Hochwasser ist wieder zurückgegangen. Bei einer Rachlübung ertrunken. Als bei einer Nachtübung der Fritzlarer reitenden Batterie eine Patrouille bie Eber burdjque« r e n wollte, geriet bas Pferb bes Oberkanoniers Schwertger in eine Untiefe und würbe burch bie starke Stömung abgetrieben. Das Pferb konnte sich aus dem Wasser herausarbeiten, ber Kanonier jcboch versank kurz vor bem Ufer in ben Fluten. Seine Leiche konnte noch nicht geborgen werben. Todesfall beim Boxkampf. Einen tragischen Abschluß fanb ber Mittelgewichtskampf zwischen Kaul (Post-Spv.) unb Rut. kowski (Teutonias ber am Sonntag in Berlin statt- fanb. In ber zweiten Runbe wurde Kaul schwer zu Boden geschlagen unb schlug babei mit bem Kopf so unglücklich auf, baß er wenige StunbenspäterirnKrankenhausstarb. (Eine deutsche Kunstausstellung in Oslo. In Anwesenheit bes Königs- unb Kronprinzenpaares würbe bie deutsche Kunstausstellung in .Lunstnernes Hus" burch Minister Trae- bal eröffnet. Der beutsche Gesandte Freiherr von Weizsäcker unterstrich bie Bebeutung unb ben Einfluß, ben ber arofje norwegische Maler Ebvard Munch auf bie beutsche Kunst gehabt habe. Der Ehrenpräsibent ber Ausstellung, Minister Traebal, betonte in seiner Ansprache bie Freude über den deutschen Besuch. Unter Leitung des Kustos der Nationalgalerie in Berlin, Dr. Thorrnaehlen, besah sich die königliche Familie mit großem Interesse bie Ausstellung. (Ein spanisches Iesuilenkloster in Brand gesteckt. Aach einer Mitteilung des ZnnenministeriumS ist das Zesuitenkloster in Ona (Provinz Burgos) inDrandgesteckt worden, Nähere Stn- selheiten fehlen noefc —-- - Oie Bürgersteuer 1931 der städtischen zeitigte: Tie Preisträger: •• Staats saesinnung statt Staats- 1. 5n unserem Artikel »Oefsentliche I PASTILLEH ynppe Mark 9,— 18,— 27,— 36,— 54,— 72,— 90,— DeL ckslanb. fischen Drrn-r. von nördlichen und de- tsehnund der $in« Holtgast gemeldet auch der dritte, mpwert Hengstforder« eite des Bruches be« r. 2In der Bruchstelle r Umgebung, um das dämmen. Die Bruch- brochenen nördlichen a 30 Meter er« Übdämmungsarbeiten da das Waller an 5 Leuten wieder her' er Minute durch das >andelt sich dabet vor ■t großen Moore un ebenslulles brr M ch Schneeschinchew» ge so hoch ange ^ Lntwässerungsarbelten regierung. Hand und Preisabbau" in Ar. 7 vom Samstag, führen, bis die Aus. In politischen Srti. Ausscheiden von ■ Beobachtungen seit habediefinan, er mittleren Banten, er beschlossen habe, Institut in Chi« nein wird dar heute oeiselt, daß Dawes rren wolle und des- usscheide und sich in uni die fianbi. 'entcnwahl vam den. Anderseits wird oes lehr beliebt leit ist, sowie daß in i Sachverständiger in e Amerikas benötigt meinten eine Erhöhung Hundesteuersätze b i fl leningrad. m Meerbusen «rur- rÄ* wasser ist wieder zu Kommunaler Preisabbau. WSA. Marburg, 10. Ian. Die Stadt Marburg hat. rückwirkend vom 1. Ianuar ab, die Preise für «elektrischen Strom und für GaS um je 1 Pf. gesenkt. Ausgenommen von ter Senkung bleibt der Kilotvattstunden- preis des nach Sondertarif in ter offenen Zeit abgegebenen Stromes. Don ter Senkung des Wasserpreises sowie des Straßenbahntarifs, der mit 10 Pf. einer der niedrigsten in ganz Deutschland ist, wurde Abstand genommen. WSA. Fulda, 10. Ian. In Fulda ist eine Herabsetzung der Tarife für Gas und elektrischen Strom in Aussicht genommen. Geplant ist eine Senkung des Gaspreises von 22 auf 20 Pf. pro Kubikmeter. Auch die sog. Haustarife werden gesenkt. Der Lichtstrompreis soll von 40 auf 38 Pf. pro Kilowattstunde ermäßigt werden. Ebenso ist eine Ermäßigung bei den Strom-Sontertarifen geplant. WSA. Kassel, 10. Ian. Der Aufsichtsrat ter Städtischen Werke AG. hat beschlossen, eine Senkung ter Werktarife vorzunehmen. Der G a s p r e i s wird von 20 auf 18 Pf. pro Kubikmeter gesenkt. Der Licht st rompreis fällt von 45 auf 44 Pf., ter Kraft st rompreis von 23 aus 22 Pf. je Kilowattstunde. Außerdem wird ein neuer Haushaltstarif wahlweise ein* geführt. wgen. .h.a> {<• Sä '^ag toar. 5* '100.$,% <5^ ^aufe de« heuti. ’';trum-®rube aus. den Stationen steneMen Za* en ;eDen die Temperatur an. Pie timen reromden Orte eit gtcKhuM tut rtteresnnreau umgerecnneicn tuftdruciu Wettervoraussage. Die Atlantikstörung breitet ihre Ausläufer immer weiter nach bcm Fcstlande aus und schiebt unter Barometersall ihre Warmluft vor. Bei ihrem Aufgleiten auf die Kaltluftreste des östlich abge- drängten Hochs stellt sich Bewölkung ein, die bereits in unserem Bezirk in Erscheinung tritt. Da die Zufuhr milder, ozeanischer Luft weiter fortbauert, steigen die Temperaturen zunächst noch an, und zeitweise treten Niederschläge auf. Aussichten für Dienstag: Bewölkt unb einzelne Niederschläge, mild. Aussichten fu r Mittwoch : Wechselnd wolkig mit vorübergehender Aufheiterung, einzelne Schauer, etwas kälter. Lufttemperaturen am 10. Januar: mittags 2,9 Grad Celsius, abends 1,4 Grad: am 11. Januar: morgens 2,5 Grad. Maximum 2,9 Grad, Minimum 1 Grad. Oberheffen. Landkreis Gießen. CO Klein-Linden. 10. Jan. Im verflossenen Iahre wurden in unserer Gemeinoe elf Kinder geboren, ohne die in den Kliniken und Krankenhäusern ter Stadt Gießen zur Welt gekommenen. Die Zahl der Gestorbenen betrug nach dem Stanbesamtsregister elf: Eheschließungen wurden 13 vorgenommen. Konfirmiert wurden 24 Kinder, 15 Knaben und 9 Mädchen. Die Einwohnerzahl " beträgt nach der letzten Zählung 2065, gegen 1985 bei ter vorletzten Zählung. □ Leihgestern, 10. Jan. In unserer Kirche lief ein Chinafi Im. Er zeigte das Leben und Leiden der Frauen Chinas. Die Zuschauer folgten mit hohem Interesse den klaren Bildern, die von Missionar Veite in Kassel erklärt wurden. Die Kollekte ergab einen stattlichen Betrag, der der Basler Mission zugeleitet werden soll. O ©rüningen, 10. Jan. Bei der ersten Brennholzversteigerung, die entgegen der früheren Gewohnheit, das Holz an Ort und Stelle im Wald zu versteigern, in der Turnhalle stattfand, wurden folgende Durchschnittspreise crziett: Buchen- scheitholz 20 Mark, Buchenknüppel 16 Mark, Buchen- reifer 9 Mark, Eichenscheitbolz 15 Mark, Eichenreiser 7 Mark, Kicfernreiser 5 Mark je Raummeter. J) Lrch, 10. Jan. In den Waldungen der Stadt Lich fand jetzt die erste Brennhol zv er steige- r u n g statt, die außerordentlich gut besucht war. Die durchschnittlichen Gebote beliefen sich für Buchen, scheiter auf 17 Mark, Duchenknüppel 11 Mark, Buchenstöcke 7,50 Mark je zwei Raummeter und für Buchenwellen auf 7 Mark je 50 Stück. Aus der Provinziashaupistadt. Gießen, den 11.Ianuar 1932. Ausstellung edler Pelztiere. In den ehemaligen Palast-Lichtspielen ist bis morgen abend eine sehr interessante Ausstellung zu sehen. Lebende Pelztiere edelster Rassen stehen in Käfigen zur Schau. Es ist dies die erste Ausstellung dieser Art in Oberhessen, und sie verdient nicht &ulefit deshalb alle Beachtung. Gleich am Eingang zieht ein Steinmarder die Aufmerksamkeit ter Besucher auf sich. Er shringt in unbezähmbarem Freiheitsdrang am Gitter des Käfigs auf und ab und hat keinen Augenblick Ruhe. Aicht weniger lebenbig sind die Edelmarder, die Deutschen-, Gold- und Tiger- Iltisse, das interessante Albino-Frettchen, die Aerze usw. In der Ausstellung sind außerdem verschiedene Arten von Füchsen vertreten (Silberfuchs, Kreugfuchs. Rotfuchs), Tiere, die ruhig in ihren Käsigen liegen und mit klugen, aufmerksamen unb glänzenden Augen das betriebsame Leben um sich herum beobachten. Diel Beachtung finden außerdem die beiden Waschbären, die durch ihre possierliche Art dem Publikum viele Freute bereiten. Prächtige Kani n ch e n in den verschiedensten Farben und Rassen, edelster Züchtung, mit prächtigen Pelzen angetan, lassen dem Besucher die Bedeutung dieser Tiere für die Pelzindustrie erkennen: zugleich sind sie ein Beweis dafür, bah in ber Züchtung große Fortschritte gemacht wurden. Ein sehr interessantes unb ter deutschen Bevölkerung weniger bekanntes Tier ist bas Autria (Sumpfbieber, Dieberratte, Schweifbieber), das in verschiedenen prächtigen Exemplaren vertreten ist. Allenthalben hat man Gelegenheit, festzustellen, daß sich die Tiere in bestem Zustande befinden und sorgfältige Pflege aeniehen. Die Tiere zeigen Pelze in schönen Zeichnungen, in feinen Farben, von guter und bester Beschaffenheit. An Hand der Werte, die in dieser Ausstellung vereinigt sind, kann man ermessen, von welch' hoher volkswirtschaftlicher Bedeutung die Pelztterzucht (die nunmehr auch in Deutschland auf eine breitere DaftS gestellt wird), ist. Es ist an Hand dieser Ausstellung zu verstehen, daß hohe Beträge im Lande bleiben können, wenn die deutsche Pelztierzucht und die pelzverarbeitende Industrie vom Auslandmarkt unabhängig gemacht werden. Erfreulich ist eS außerdem, feststellen zu können, daß sich die oter- hessische und hessische Pelztierzucht auf beachtlicher Höhe befindet. DaS Tierseucheninstitut ter Universität bereicherte die Ausstellung mit einigen Präparaten und Diapositiven über Pelztierkrank- heiten. Die Ausstellung fand bereits regen Zuspruch. Richt weniger als rund 1500 Personen besuchten allein am SamStag und am Sonntag die Schau. In Anbetracht dessen hat man sich entschlossen, die Ausstellung noch biS Dienstagabend offenzuhalten. Mit ter Schau war auch eine Prämiierung verbunden, die folgende Srgebniffe Bekannllich ist den Gemeinden feit ber Notverordnung des Herrn Reichspräsidenten vom 1. Dezember 1930 die Erhöhung der Grund, und Gewerbesteuern über bestimmte Grenzen hinaus untersagt worden. Als Ersatz für den steigenden Finanzbedarf infolge der Wohlfahrtslasten wurde eine neue Steuerquelle in Gestatt der Bürger ft euer erschlossen. Ange- sichts der immer schwierigeren Finanzlage der Gemeinden gewinnt diese Steuer steigende Bedeutung. Während für 1930 noch zahlreiche Gemeinden von der Einführung dieser Steuer absehen konnten, ist für 1931 überall dort hie Einführung notwendig ge- worden, wo der unausgeglichene Haushaltsplan bzw. der Anspruch der Gemeinden auf die Beteiligung an der Reichshilfe für die Wohlfahrtserwerbs, losenlaslen dies erforderten. So ist es u. a. für die Teilnahme an dieser Reichshilfe die Erhebung der Bürger st euer in Höhe von 300 o. H. des Landessatzes Voraussetzung. Die Stadt Gießen hatte ursprünglich die Erhebung der Bürgersteuer für 1931 mit 200 v.H. des Landessatzes vorgesehen, und noch im November 1931 ist durch Anordnung des Oberbürgermeisters die Höhe der Steuer auf 300 v. H. des Landessatzes festgesetzt worden. Damit ist aber nicht gesagt, daß nun jedermann das Dreifache der für 1930 bezahlten Bürgersteuer zu entrichten habe: durch eine schärfere Staffelung ist für zahlreiche Steuerpflichtige neben der Verdreifachung des Satzes die Steuerschuld eine wesentlich höhere als für 1930. Bei dem für die Stadt Gießen gültigen Steuersatz Ärcie Friedberg. WSR. Dad-Raubeim. 10. 3an. Der Ct abtrat hotte in seiner letzten Sitzung eint Erhöhung der Hundesteuer, die von der jkrtocltung beantragt wer en war. abgelehnt und es bei den Dor,ate.Qcn Sutzen belaßen. Der Bürgermeister hat letzt auf Grund ter bekannten Dervrbnung tes Reichspräsidenten zur Sicherung ber Haushalte von Ländern und Devon 300 v. H. beträgt die Bürgersteuer : bei Einkommen unter der einkommen- steuerfreien Grenze bei Einkommen bis 4 500 Mark , „ „ 6 000 „ „ „ „ 8 000 „ „hw 12000 „ „ „ „ 16 000 „ „ „ „ 20 000 „ Silberfüchse: Vogelsberg-Silbers uchssarm Herbstein. Ghrenurkunde des LandeSverbandes Rord-Bayern. Rutria: I. Kaufmann, Ehrenurkunde des Lantesverbandes Brantenburg: P. Berger, Saalfeld. SHrenurkunte deS Reichsbunbes (Dun- tespreis). R e r z e: W M u t h. Vilbel, Ehrenurkunde deS Lantesverbandes Düd-Dahern: Mehl, Hochelheim, Ehrenurkunde deS Landesverbandes Hessen. Iltisse: Dr. G r b, Gießen, zwei Ehrenurkunden (Landesverband Thüringen. Landesverband Württemberg). Marder und Iltisse: H.Stork. Arheil- gen, SHrenurkunte des Lantesverbandes Baden- Pfalz. Marder: R.Schorch, Erfurt, Ehrenurkunde des Landesverbandes Hessen. Außerdem gelangten noch verschiedene Ehren- und 1. Preise zur Verteilung. Taten für Montan, II. Januar. Sonnenaufgang 8.28 Uhr, Sonnenuntergang 16 37 Uhr. — Mondaufgang 10.34 Uhr, Monbuntergang 20.31 Uhr. 1871: der Verlagsbuchhändler Hermann Meyer in Hildburghausen geboren; — 1882: ber Naturforscher Theodor Schwann, Begründer ber Zellenlehre, in Köln gestorben. Bornotizcn. — TageskalenberfürMontag: Stabt- theater Gießtn, „Frauen haben baS gern ...!“, 19.30 bis 21.45 Uhr. — Goethe-Dunb, 20 Uhr. Reue Aula. Dichteratenb: Werner Bcumelburg. — FGF.. bei Kamerab Dippel, 20 Uhr, Vor- standssiyung, 21 Uhr, Monatsversammlung. — GfF., 20 Uhr. bei Kamerab Dechert, Monatsversammlung. — Palast-L'chtspiele, Edel-Pelztier-Ausstellung. — L chtspielhaus, B. hnhofstraße: „Douaumont". — 21 us dem Stabttbeaterbureau wird uns geschrieben. Heute 19.30 Uhr findet auf Grund vielfacher Nachfragen und Wünsche eine nochmalige Wiederholung der Schwankoperette „Frauen haben das gern ...!" von Arnold und Bach, Gesangsterte von Nideamus, Musik von Walter Kollo, statt. Die Intendanz weist darauf hin, daß diese Wiederholung nur einmalia ist, unb zwar außer Abonnement und zu Heinen Operettenpreisen. — Morgen, Dienstag, als 14. Vorstellung im Dienstagabonnement alleinige deutsche Urausführung des Schauspiels: „Verstehen wir uns?“ von Peter v. Preradovic. Spielleitung dieses Zeitstückes, besten aktuelles Thema allgemein von besonderem Interesse sein dürfte liegt in Händen von Peter F a s s o 11. Die Rolle ter Großmutter spielt Frau Auguste Prasch-Greoenberg. Beginn 20 Uhr, Ende 22 Uhr. r ric/sna-ni JanMeytn: W2 pst •A Wien O H Im StO- cn Itnl '•>n Sonntag Ätn SO. g’hinutr S Utjr 'X—T. Jacob Paulus Gießen (Burggraben 9, Cafe Ebel), den 11. Januar 1932. Überzeugen Sie sich bitte davon durch Ihren unverbindlichen Besuch 2j9D Heinrich Hochstetler Rodheim a. d. Bieber, Bad-Schwalbach, Bieber, den 9. Januar 1932. Die Beerdigung findet Montag, den 11. Januar, nachm. 3Uhr statt. 271 D 2 Buche. 266D Weitere PreisAhsdiläge Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: %Pfund 265 D Gäste willkommen! 270D 268 D 44 Magnet-Eierbandnud. LL LPfund-Paket...................... UU Frischei-Bandnudeln 71) Pfund.............................. / L Stangen-Makkaroni Pfund.............................. 0183 Täglich 4, 6, 8.30 Uhr. 258 C Tugend hat Zutritt Ar Teppichkauf ist Vertrauenssache Kaufen Sie deshalb nur am Platze 1 Ausputzmaschine. Handschuhe, Hüte, Samstag vormittag 11‘/,Uhr verstarb nach kurzem, schwerem Leiden unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater und Schwager maschine, sauger, Schuhe. 1 Staub- Mützen, 263D Die Hölle von Verdun wurde hergestellt unterVerwendung von deutschen und französisc - Originalaufnahmen Die im Heeresbericht erwähnten Offiziere Hauptmann Haupt u.Leutnant Radtke haben die Darstellung derführenden Rollen übernommen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Wilhelm Kreiling Tafelbutter leine Molkereibutter SCHADE & FüLLGRABE Fetter Speck dick, geräuchert...... Für die trauernden Hinterbliebenen: Anna Marie Paulus, geb. Umau. Eier-Bandnudeln Pfund....................... Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 13. Januar, nachmittags 2y2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Das Nutzholz wird zuerst, das Brennholz von 10J4 Uhr an ausgeboten. Auskunft erteilen Herr Förster Bing zu Treis und das Forstamt. Gießen, den 10. Januar 1932. _______Hessisches Forstamt Gießen._______ finden Sie nur ausgesuchte, bewährte Qualiiäis -Teppiche Familien-Drucksachen Verlobungsan zeigen . - n .... _ Vermählungsanzeigen bei Brühl. Schulstraße Geburtsanzeigen Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme, für die Kranz- und Blumenspenden und besonders dem Herrn Pfarrer Greiner für die trostreichen Worte am Grabe sowie dem Posaunenchor bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sagen wir allen herzlichen Dank. Im Namen aller Hinterbliebenen: Familie Peter Hofmann. Alten-Buseck, den 11. Januar 1932. Herr Philipp Kreiling Landwirt und Ortsgerichtsvorsteher im 65. Lebensjahre. Carl Wigandt Gießen, den 11. Januar 1932. Danksagung. Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Anteilnahme, die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers liiert, sowie für die vielen Kranzspenden beim Heimgang unsrer lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unsren innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Georg Friedr. Kehr, Schreinermstr. Heuchelheim, den 11. Januar 1932 Statt besonderer Anzeige. Am 10. Januar, um 11% Uhr, verschied im 79. Lebensjahre durch Hirnschlag mein geliebter Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Schwager und Onkel Auto- 6elegenheitskäufe! 4 20 PS Ovcl-Mabriotett neuwertig. 21A 4 20 PS offener Viersitzer generalüberholt, preiswert Opel, Gießen Frankfurter Str.52. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege innigsten Dank. Dienstag, den 12. Januar 1932,nachmittags 2 Uhr, sollen im „Löwen", Neuenweg 28, da» hier, bzw.an Ort ».Stelle (Bekanntgabe im Versteigerungen' lokal )zwangsweise gegen sofortige Barzahlung versteigert werden: 1 Motor, Radioanlagen, 1 Bohnermaschine, Klaviere, Wandschränke, 1 Eisschrank, 1 Spiegelschrank, Schränke mit Schiebetüren, 1 Schnellwaage, 1 Vertiko, Schreibtische, Standuhren, Stoffe, 1 Kommode, i Grammophon, 1 Registrierkasse Ladentheken, 1 Ladeneinrichtung, 1 Rollschrank, Regale, Büfetts, Schirme und Stöcke, 1 Auszieh, tisch, Stühle, Sessel, Bücherschrank, Kredenzen, Sofas, Schreibmaschinen, 1 Leit- spindelbank, 1 Klebepresse, 1 Ständer- lampe, Schleiflackfarbe, diverse Flaschen Likör, Tapetenkleber, 1 Krauseschneide- KAUF BEI S*F! Mittwoch. 13. Jan., abends 81/» Uhr Hindenburg. Montag. 18. Jan., abends 8 Uhr *d Krankenhaus Reichsgründung. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe Frau, unsere herzensgute treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Marie Werner, geb. Seibert gestern abend 11.30 Uhr im Alter von 69 Jahren von ihrem schweren Leiden zu erlösen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Chr. Werner Gießen (Schützenstraße 3), den 11. Januar 1932. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 13. Januar, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. oi 87 Schweineschmalz garantiert rein................Pfund Wir suchen zur planmäßigen Bearbeitung des von den Plätzen Limburg, Weilburg, Wetzlar, Gießen, Alsfeld, Hersfeld begrenzten Bezirkes einen gut eingeführten Vertreter zum Verkauf unserer bekannten Qualitätsbonbons und unserer neuen Pralinenmarke DIAMY. 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Peter von Prera- dowic. Gastspiel von FrauAngnstePrasch- Grevenhorn, Ehren- mitgl. d. Meininger Landestheaters. Oberhess. Geschichtsverein Donnerstag,den 14. Januar, abends 8% Uhr, im Hörsaal 45 des Vorlesungsgebäudes der Universität: VORTRAG von Herrn Stadtbaurat Gravert Neue Forschungen über die älteste Stadtanlage Gießens S&F-Siedeier QA groß und schwer...........10 Stück /V StfcF-Siedeier Oft 10 Stück........................... 0 V S & F-Magnet-Eier 11ß frische, große............10 Stüde IslU Lichtspielhaus • Gießen Heute Montag Premiere des gewaltigen deutschen Tonfilms Douaumont Douaumont . . . jenes Fort bei Verdun, vor dem über 1 Million Deutsche und Franzosen den letzten Schlaf tun, jenes Fort, um das die erbittertsten Kämpfe des gewaltigen Ringens tobten, jeder Fußbreit Boden mit Blut getränkt, ist ein Stück Erde, das uns allen und der Nachwelt gezeigt werden m(ß.- Ferner das reichhaltige Beiprogramm! Werkftatt zu vermieten. 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Kl. 20 as Tcheunentvr wurde Auto eingesahren und Wert von 5M bis uhr man nach Frank« )knlagcr btrbedi aal' Findigkeit der Stu« e heraus, bevor der Tetreidchändler an« erden tonnte. Die An« I, der Kohlenhändler iebstahl nichts gevuht rs handle sich um eine sc Angabe erwies sich ht vorbestraften D.ebs« n schweren Dieb« •afcn von je sechs A Gießen. k ^43 r stelle abschü«,». ^be in übermäßigem /aber em Kind, da- iung heute, entgegen -rte. überhaupt nicht " einen Schädelbruch. schleift und war als« "9 einer Beide hnn chm Graf Friedrich chte dem Bruder daS . Hände zitterten, um ■u und leise. .Hat, l*e Jesicht bekommene z Gtig darüber zusammen« f. und die Maske » n Gesicht- - barg femen M m Hmü-'LÄist L Gevihhe't. Das Ist ätSS. 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